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V. 17148/52

SOZIALISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHSSEKRETARIAT DES FRAUEN - ZENTRALKOMITEESWIENI, LOWELSTRASSE 18/ TELEPHON : A 28 5 20

Frau

Marie

Juchacz

Düsseldorf- Oberkassel

San Remostrasse 3

Wien, den

25.3.1953

J/ H

DOU

Liebe Genossin Juchacz!

Genossin Herta Gotthelf bittet mich, daß ich Ihnen etwasüber die letzten Lebensjahre unserer Adelheid schreiben soll. GenossinPopp war am 12. Februar 1934 im Krankenhaus und entging daher der siche-ren Verhaftung. Sie pendelte in den folgenden Jahren zwischen Kranken-haus und Wohnung hin und her und hat sie es eigentlich niemals über-wunden, daß die Partei zerschlagen worden ist.

Ich war die letzten Jahre immer mit ihr zusammen und weißdaher aus vielen Gesprächen, daß sie eigentlich immer in der Vergangen-heit gelebt hat. Da sie an einer Gehirnverkalkung litt, gab es Tage undWochen wo sie alles was es da an ungeheuerlichem gab, nicht mehr so rich-tig begriff. Erschütternd waren die Liebesbeweise die ihr von allen Schich-ten der Bevölkerung, sogar von den Böhmischen Heimarbeiterinnen gezolltworden sind. An Ihrem 70. Geburtstag waren Seitz, Ella Proft, Anna Boschek,Eugenie Brandl, Amalie Seidl und einige Freunde um sie versammelt und hielt.sie da ihre letzte wunderschöne Rede. Von diesem Tag an verfiel sie immer mehrund ist sie am 7. 3. 1939 gestorben. Ihr Begräbnis war das Erschütternstewas man sich denken kann, so wie alle Begräbnisse damals war es das Treffender Wenigen die von der Verhaftung noch übrig geblieben sind.

Ich hoffe, daß ich Ihnen damit gedient habe und grüsse Sie

Wir haben aus einem Bericht der vor Jahrengeschrieben wurde einen Auszug gemacht undlegen ihn dem Schreiben bei, vielleicht

mit Freundschaft

können Sie einige Anhaltspunkte daraus tre

wenden.

ver-

Остеровит