Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

28.

Chronik

1919, Anfang Januar. Während des Wahlkampfes, anlässlich der für den 19.1.1919angesetzten Wahl zur" Verfassungggebenden Deutschen Nationalversammlung"wandten sich die neugebildeten, bürgerlichen Parteien an die Frauen, die nunzum erstenmal einen Stimmzettel abgeben sollten. Die rechtsstehende" Deutsch­ nationale Volkspartei " hiess auf einmal- in einem Flugblatt-" die Frauenals gleichberechtigte Mitarbeiterinen" herzlich willkommen. Die schwer-kapitalistische" Deutsche Volksparte" war nun plötzlich der Meinung

" die deutsche Frau solle ihre Mitarbeit im öffentlichen Leben auch an leiten-de und verantwortliche Stellen führen". Die katholische" Zentrumspartef"wollte jetzt" die Heranziehung der Frauen af allen Gebieten, unter Auswertungder weiblichen Eigenart". Die" Deutsche Demokratische Partei" entfaltetemit Hilfe bekannter Führerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung eine grossePropaganda unter den Frauen, gab aber zugleich ein Flugblatt an die Fami-lienväter heraus, in dem es hiess:" Ob Du einverstanden bist mit diesemneuen Wahlrecht? Nun, man hat Dich nicht gefragt.... Deutscher Familienvater,Du brauchst Deine Stellung im häuslichen Kreis nicht zu ändern..Bhein nur,der Du warst und der Du bist, aber hole Deine Frau und Deine Tochter heran,so ungewohnt es Dir auch ist, Politik mit ihnen zu verhandeln.".Der" Deutsche Evangelische Frauenbund" schrieb in einem Aufruf: Evange-lische Frauen haben in ihrer grossen Mehrzahl das Frauenstimmrecht nichterstrebt."Ein anderer Aufruf im konservativen" Reichsboten" sagt das-selbe und fährt fort:" Nun uns diese unerwünschte Last einmal aufgeburdetst, gilt nicht allenin sie geduldig aufzunehmen, sondern aus ihr herauzuholenwas unserem tief gedemütigten Vaterland irgend von Nutzen sein kann.... Auf,Deutsche Frauen, tragt unseren Männern die Waffen herbei, zum Streit und Sieg",----- In einem merkwürdigen Frauenaufruf wurde sogar" ein gemeinsamer,kraftvoller Einspruch gegen das unerbetene Geschenk" und Zurücknahme desFrauenwahrrechtes verlangt

1919,

19.1. Für die Wahl zur Verfassunggebenden Deutschen Nationalversam-lung hatten alle Parteien Kandidatinnen aufgestellt. Gewählt wurden:Zu Beginn waren es 37 Frauen, die als gewählt galten, dieZahl 41 wurder etwas später durch Nachrücken auf denListen erreicht.

--

SPD - 22 Frauen.USPD - 3 FrauenDemokr.- 6Zentrum 6D.N.V. 3D.N.- 1

"

Die Gesamtzahl der gewählten Mitglieder der Nationalver­ sammlung betrug 423

1919 1.3. In einer gemeinsamen Interpellation aller weiblichen Mitgliederler Nationalversammlung ( einschliesslich der USPD ) wurde gegen die Fortdauerder H ungerblockade und für die Herausgabe der Kriegsgefangenen demonstriert

1919 11.8. Die Weimarer Verfassung legte als erste Verfassung der Welt dievöllige(???) Gleichberechtigung von Mann und Frau fest. In ihr heisst es,Artikel

1919 im Oktober, In Charlottenburg wurde eine dreimal wöchentlich erschei-nende, Fraueniteressen dienende, Zeitung" Neue Frauenzeit" herausgegeben,geleitet von Dr.Ilse Reike.

1919 Die Zeitschrift" Neue Bahnen" das Organ des Allgemeinen Deutschen Frau-envereins, wurde in das Fachblatt" Die Frau in der Gemeinde", umgewandelt.Herausgegeben von Jenny Appolant.