Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
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Gleich bei Kriegsbeginn waren die Hälfte dermännlichen Parteimitglieder eingezogen worden;auch hier mussten die Frauen Funktionen über-nehmen. Vor allem wirkten sie in der Kriegsfür-sorge jeder Art.

Die grossen Rückschläge, die gewaltigen Verluste,Hunger und Elend kamen. Steckrüben wurden schliess-lich die Hauptnahrung.

Dennoch wollten die Nationalisten nach wie vor denSiegfrieden. Sie verweigerten den Arbeitern dasgleiche Wahlrecht in Preussen, den Frauen dasgleiche Stimmrecht.

Es grollte immer stärker in den Massen. Als inKiel die Matrosen in sinnlose Kriegsunternehmengeführt werden sollten, nachdem Hindenburg undLudendorf schon sofortige Waffenstillstandsver--handlungen gefordert hatten, kam es im Zussammen-bruch zur Revolution. Unter den Massen, die dieAbdankung des Kaisers verlangten und die Repu­ blik forderten, waren, wie dieses Bild einesDemonstrationszuges vom 9.November 1918 inBerlin , Unter den Linden , zeigt, auch Frauen.Frauen an der WahlurneDer Rat der Volksbeauftragten , die sozialdemo-kratische Revolutionsregierung, erklärte bereitsin ihrem ersten Aufruf, dass so bald wie möglichWahlen zu einer verfassunggebenden Nationalver­ sammlung erfolgen würden, an denen" alle über20 Jahre alten Bürger beider Geschlechter mit voll-kommen gleichen Rechten teilnehmen werden".

So verwirklichten die Sozialdemokraten das Frauen-wahlrecht, für das sie als einzige Partei sichstets eingesetzt hatten.

Ein sozialdemokratisches Frauen- Wahlplakat.Hier zeigen wir eines der Plakate, mit dem sichdie SPD an die Wählerinnen wandte." Gleiche Rech-gleiche Pflichten!" lautet die Mahnung.Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlungam 19. Januar 1919, wie auch bei den bald folgen-den Landtags- und Kommunalwahlen zeigte sich lei-der, dass unzählige Frauen der Partei, die siezu gleichberechtigten Staatsbürgern gemacht hat-te. Sie erhielt keine Mehrheit, auch zusammen mitder USP entstand keine sozialistische Mehrheit.Von den 165 Abgeordneten der SPD waren 22 Frauen,von den 22 USP- Abgeordneten waren drei weib--liche. Mit den Bürgerlichen zusammen kamen 41Frauen in die Nationalversammlung , die nachschweren, oft blutigen Kämpfen mit linkeradika--len, die Rätediktatur anstrebenden Kräften in Weimar zusammentrat.

Eine Sitzung der Nationalversammlung

Hier einen Blick in eine Sitzung der Weimarer Nationalversammlung . In der ersten Reihe sieht.man Marie Juchacz , die unter den weiblichen Abge-ordneten der SPD führend war und auch dem Partei-Vorstand angehör te. Der mehrheitssozialistischen

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