Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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gehört Anna

Stadtverordnete aufgestellt. Im Preußischen Landtag war sie ab1928 Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses, in derArbeiterwohlfahrt, Mitglied des Hauptausschusses and Leiterinder Anstalts- Kommission. Unermüdlich pendelte sie( wöchentlichein Mal) zwischen Berlin und Köln hin und her. Dabei mußte sieneben der Parlamentsarbeit Zeit finden, die Heime der Arbeiter-wohlfahrt zu kontrollieren. Da sie kein Mensch für nur trockenePflichterfüllung war, sondern mit dem Herzen arbeitete, gab sieallem, was ihr als wertvolle Aufgabe schion, ihre ganze Kraft.Mit der rheinischen Arbeiterbewegung und ihren Frauen war sieganz eng verbunden. Wenn man von einem Menschen mit Sicherheitsagen konnte, daß er von einem großen Kreis anerkannt und-geliebtwurde, so war es hier bestimmt der Fall. Das gab ihreArbeit Gewicht und Erfolg. Man stößt im Rheinland auch heuteimmer wieder auf Menschen, die sich ihrer erinnern, und be-dauern, daß sie schon so früh aus ihrem besten Wirken gerissenwurde.

Es war ein kurzes Frauenleben, von dem hier berichtet wurde.Im Wahlkampf 1930, der den Nationalsozialisten ihren erstengroßen Erfolg brachte, hat sie noch tapfer mit estritten.Dann zwang eine tückische Krankheit sie plötzlich nieder, andder Wahlsonntag fand sie schon im Krankenhaus. Eine Woche spä-ter schlossen sich die klaren Augen für immer. Vielleicht warsie ein Liebling der Götter, die ihr die bitteren Jahre, dienun kamen, ersparen wollten.

Anna Blos .( 1866-1933)

In der Reihe der Frauen, die wir hier an uns vorüberziehenlassen, die nicht aus eigener erlittener Not, sondern aus Fr-Blos zu denen Weg zum Sozialismus und zur Sozialdemokratie ge-

funden haben. Anna Tomaczewski war die Tochter eines Oberstabs-arztes und empfing eine ausgezeichnete Schulbildung. Sie hatspäter auch ein paar Semester an der Berliner Unisversität ge-hört. 1905 heiratete sie den Schriftsteller Wilhelm Blos ,göeichfalls einen Arztsohn, der der Sozialdemokratie schon lan-ge angehörte, und auch ihr Reichstagsabgeordneter war. Er war1877 unter den 12 Sozialdemokratischen Abgeordneten des Reichs-tages gewesen, die den ersten großen Arbeiterschutz- Antragstellten, der auch Forderungen für Frauen und Jugendliche ent-hielt. 1919, als Anna Blos in die Nationalversammlung gewähltwurde, war Wilhelm Blos württembergischer Ministerpräsident.Er hatte ein Leben der Anerkennung und des Kampfes hinter sich