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im Leben der Arbeiter und ihrer Frauen manche Antwort gab,auch manche Hoffnung, was aber auch die Pflichterfüllung• dem Ganzen gegenüber verlangte. Das war, als sie zumersten mal einen Sozialdemokraten sprechen hörte. Und balddanach stand sie mitten drin in diesem Streben, kostetenicht nur die Genugtuung des Kampfes und der Erfolge,sie lernte auch alle Schwierigkeiten kennen, die Polizeiund Gesetzgebung diesem berechtigten Streben entgegenstellten. Wir wollen nicht an anderen Stellen Gesagteswiederholen, die Namen der Frauen, in deren Kreis sichEmma Döltz bewegte, sagen uns genug. Wollen wir noch einmalMargarete Wengelns nennen, dazu Louise Zietz und Ottilie Baader , mit denen sie in engster Gemeinschaft arbeitete.Später waren es auch Mathilde Wurm , Clara Bohm- Schuch ,noch später Minna Todenhagen und viele, viele andere, diesie wie es ganz ihrer Natur entsprach- auch ihren Kindernnahe brachte. Wo sie liebte und Freundschaft fühlte, wolltesie auch ihre Kinder, ihre jungen Kameraden, teilhabenlassen.- Was gab es damals nicht alles zu tun. Da warenFlugblätter auszuteilen, Versammlungseinladungen zubestellen, es war der große Solidaritätsboykott bei derFirma Jandorf, der die Frauen in eine lebhafte Aktionbrachte, es waren die Wahlrechtsdemonstrationen gegen dasPreussische Dreiklassenwahlrecht, ein Kampf, in den sichdie Frauen mit ihren eigenen Forderungen einschalteten.Verschiedene Lohnbewegungen, Teuerungswellen u.a. erforder-ten die tätige und aufklärende Hilfsstellung der Frauen.
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