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Und Emma schwamm mit in dem großen Stromkreis der Arbeiter-bewegung von damals.
Wie bei vielen Frauen, die zur Arbeiterbewegung stießen,
so war es auch bei Emma der soziale Impuls, der sie trieb.So war sie ganz dabei, als nach dem Inkrafttreten desKinderschutzgesetzes von 1903 die Kinderschutzkommissionengegründet wurden, ebenso bei den später einsetzenden Kinder-ferienwanderungen. So war sie später in Berlin mit ganzerSeele bei der Arbeiterwohlfahrt, deren Arbeitsbereichnun schon mit Republik und Frauenwahlrecht sehr vielweiter gesteckt werden konnte. Dazwischen aber lag dererste Weltkrieg und das Auseinanderfallen der Sozial-demokratie in zwei Hälften. An diesem Weltgeschehen, ander Grausamkeit des Krieges glaubte Emma zerbrechen zumüssen. Blutenden Herzens fand sie sich in dieser Zeitbei der Unabhängigen Sozialdemokratie, bis sich beideTeile in Arbeit und Verantwortung wieder zusammen- fandenund auch wieder zusammenwuchsen.
Ergreifend ist aus dieser Zeit ein Gedicht:" Der Mutter
Klage", das sie nach dem Ende des Krieges den toten Söhnendes Volkes widmete:
" Dann traf es mich wie Keulenschlag,
daß du in fremder Erde ruhst,
nie wieder Mutter zu mir sagst,nie wieder mir was Liebes tust,und über allem rollt die Zeit,die uns ins Land der Zukunft trägt,jedoch mein Sohn, ich denke dein,solang das Mutterherz noch schlägt".
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