3.
Organisation.Aber der Vorstand des" Allgemeinen Deutschen Frauehvereihs"
meinte
" dass er seine Entwicklung auf anderen Gebieten nicht durch dieAufnahme dieser Sittlichkeitsbewegung gefährden dürfe.Mit Rücksichtauf seine Mitglieder. Und nach Lage der Dinge überhaupt."
Bisher hatten sich in Deutschland nur Kreise der" Inneren Mission " vonder charitativen und der seelsorgerischen Seite her, un" gefallene Mädchen"gekümmert, es geschah nichts von einem Standpunkt, der sich gegen die" doppelte Moral" richtete, von der die abolitionistische Bewegung( MrsButler)ausging.
1880 gründete Gertrud Guilleaume- Schack die Organisation," Deutscher Kul-turbund" Im" Handbuch der Frau enbewegung, Band I, Seite 77 lesen wir: X
" Es war ein gewagtes Unternehmen: eine Frau, die ohne den Schutz einerreligiösen Gemeinschaft, von der man KINAK solche Bestrebungen bisherausgehen zu sehen gewohnt war, auf eigene Hand, öffentlich den Fingerauf diese geheine, fressende Wunde zu legen wagte, und das nicht in er-ster Linie heilend, sondern anklagend und richtend."
Hatte sie Erfolg mit ihrem tapferen Beginnen? Von Beuthen aus, das alsZentrale angekündigt war, versuchte sie die erste Arbeit, indem sie in vielenStädten Vorträge hielt. Es gelang ihr, eine Anzahl von Zweigstellen ins Le-dieser Art/ben zu rufen. Eine MIKE Bewegung zu entfachen, zu einer Zeit, in der dieöffentliche Meinung noch so wenig darauf vorbereitet ist, braucht Zeit zurEntwicklung.Es war noch sehr still in diesen
11883
Zweigvereinen.Lebendiger
ging es schon in Berlin zu, wo eine grössere Anzahl von Versammlungen mitstärkere/lebhafter Aussprache stattfanden. Ganz zweifellos war es schon die XXArbeiterinnen/Vorbereitung der Berliner EXEK, vielleicht die Lektüre des seit 1878kursierenden Buches: August Bebel " Die Frau", das mit seinem AbschnittSchriftenüber die Prostitution einen starken Eindruck machte, auch andererdie während der Zeit des Sozialistengesetzes kursierten, aus denen die Lagedes Proletariats und seiner Frauen hervorging und die die Frauen zu einerso lebhaften Teilnahme an allem veranlasste, was sich mit der allgemeinen-und ihrer besonderen- Situation befasste.Gertrud Guilleaume- Schack und mit
ihr der ganze Vorstand des Kulturbundes mussten manche, ihnen neue Erfahrun-gen sammeln. Bei Gertrudführte das dazu, dass sie, später
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