Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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mit Dr. Julius Moses in der Behandlung des Themas:" Schutzder schwangeren Arbeiterin im Betriebe". Sie gab dort alsGewerkschaftlerin, als Berufsfrau für ihre Schwestern dieErgänzung zu dem, was der Arzt über diese Frage sagen konnte:

" Aber selbst die Aussicht, daß tatsächlich den Frauendie Gelegenheiteur Erwerbung des Lebensunterhaltsdurch besondere Schutzbestimmungen für Frauen beschränktwerden, darf uns nicht abhalten, für wirksamerenFrauenschutz, als wir ihn heute haben, einzutreten.Unsere Bestrebungen.. müssen Hand in Hand gehen

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mit der Propaganda auf andere Bewertung der Mutterschafts-leistung durch Staat und GesellschaftVersprechenSie sich aber nichts von den Forderungen auf Verbot derArbeit von Frauen an Maschinen... die Gesundheits-störungen erwarten lassen, die jetzt so oft laut werden...Die Forderung:" Befreit die schwangere Frau von derErwerbsarbeit", die von Ärzten ausgesprochen worden ist,darf bei der Übertragung auf die Braxis nicht lauten:" Nehmt den verheirateten oder auch nur den schwangerenFrauen, die auf Erwerbsarbeit angewiesen sind, dieGelegenheit hierzu in den Betrieben, ohne ihr ein ange-messenes Existenzminimum zu sichern."

Gertrud Hanna gekannt zu haben, ist neben der glückhafteneine sehr schmerzliche Erinnerung. Niemand schien bis vorkurzer Zeit um ihre letzte Lebenszeit etwas ganz Sicheres zuwissen. Der Nationalsozialismus nahm ihr die Möglichkeit zuarbeiten, nahm ihr die Existenz. Ein Menschnleben, das sowenig für sich, immer für andere da war,immer für andere da war, sollte für uns, diewir sie liebten und schätzten, so spurlos untergegangen sein?Nach langen, mühevollen Nachforschungen ist es den Freundengelungen festzustellen, daß Gertrud zusammen mit ihrerSchwester Antonie am 26.2.44 den Freitod gesucht und gefundenhat. Es hatten- vor Hitler noch zwei Schwestern von Gertrud Hanna

existiert. Sie hatten zu Beginn der Hitlerzeit in ihrer

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