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des
gewesen. Dass die Atmosphäre des/ Hauses auf die empfängliche Seeleheranwachsenden Mädchens stark gewirkt haben muss, ist schon an derZwölfjährigen zu merken gewesen. Doch den ersten, ihr bewusst werdendensozialen Eindruck scheint die Einundzwanzigjährige erhalten zu haben,als sie im sächsischen Erzgebirge den ihr bis dahin unbekannt geblie-behen Gegensatz zwischen den reichen Fabrikanten und den armen Spin-den/nern und/ Klöopplerinnen erlebte.
Aeusserlich soll Luise Otto einen zarten und schüchternen Eindruck ge-macht haben. Umso stärker wirkte es wie sie sich mit merkwürdig klaremBlick- gegen die von ihr erkannten Missstände und ihre Abhilfe einsetzte.dem Druck/Dann wirkte sie furchtlos und sicher. Von dem/ im Erzgebirge gemachtenErfahrungen befreite sie sich seelisch in einem Roman" Schloss und Fa-brik". Hier zeigte sie die Dinge so, wie sie sie gesehen hatte. Und ineiner Audienz beim sächsischen Kultusminister bewirkte sie die Freigabeihres, von der Zensür verbotenen Buches, wobei sie in einige Streichungenwilligen musste, wenn das Buch erscheinen sollte. Aber sie erreichte ihrZiel.
1844" Vaterlandsblätter, redigiert von dem Revolutionar Robert Blum , derin Wien erschossen wurde, die Frage auf:" Haben Frauen ein Recht zurTeilnahme an den Interessen des Staates?" Luise Otto gab die Antwortin einem enthusiastischen Artikel. Die Teilnahme daran sei nicht nurein Recht, sondern auch eine Pflicht der Frauen. Die Begeisterung, mitder Luise Otto von Robert Blum und seinem Freundeskreis aufgenommenwurde, hat wieder auf sie zurück gewirkt. Das sagten/ ihre" Lieder einesdeutschen Mädchen", die" echt aufrichtig und mit heiligem Ernst"den Geist der Zeit wiederspiegelten. Die Lerche des Vorfrühlings nannteman sie später.( Fussnote* Handbuch der Frauenbewegung, H.Lange undVerlagGertrud Bäumer , 1.Teil, And II S.Moeser- Buchhandlung Berlin 1901/XXXXXXXXXXXX und Anna Blos : Frauen der Deutschen Revolution1948, Verlag Kaden u.Co.1928)
Die gewerbliche Frauenarbeit war mit einer der grossen
wirksamen