Akte 
Manuskript "Frauen ihres Jahrhunderts"
Entstehung
Keine Angabe
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3.

N

Menschen der Bewegung ist bereicherndes Element. Und so manche Versamm-lungstournee führt sie außerdem hienaus ins Land." Man lernt beim Lehrendieser Erfahrungssatz bewährt sich auch an ihr, sie hatte Erfolg mitihrem Werben für die Partei des Sozialismus- und sie hatte Freude da-ran. So wurde sie mit allen Erfahrungen zu der Persönlichkeit, als die eisie uns später in ihrer parlamentarischen und in ihrer Parteiarbeit er-schienen ist. Ihre Versammlungstouren im Reich fielen in die Zeit, inder die Besucher äußerst empfänglich waren für weibliche Redner und siegerne hörten. Darum waren die wenigen Frauen, die zur Verfügung stean-den, ganz allgemein, als Referenten sehr begehrt.

Bald gehörte Hanna dem Hamburger Parteivorstand an. Es wurde ihr gernebestätigt, daß sie dort immer und mit offenem Blick die Interessen derFrauen wahrgenommen hat.

Als 1908 das Reichsvereinsgesetz den Frauen die Möglichkeit politischenArbeitens einräumte, konnte auf auf dem Parteitag in Nürnberg festge-stellt werden, daß der Partei bereits 30 000 ordentliche weiblich Mit-glieder angehörten, sie kamen aus den weni? en Bezirken, in denen esweniger gesetzliche und plolizeiliche Beschränkungen gab. Dazu gehörteHamburg . Und Johanna Reitze war zum ersten Mal zu einer zentralen Frau-eunkonferenz delegiert worden, wo sie ins Präsidium gewählt wurde.

Die Kreigszeit( 1914- 1918), die den Frauen allgemein grössere Möglich-keiten der Betätigung gab( als wenn vorher diese Notwendigkeit nichtvorhanden gewesen wäre) löste in der warmherzigen, stets zur Hilfebe-bereiten Frau alle Impulse für soziale Arbeit aus. Sie wurde Mitgleiddes" Hamburger Versorgungsamtes" des" Speiseausschusses für Kriegsküchen",sie arbeitete in der Kreigsfolgenhilfe und in der Hinterbliebenenfürsorge.So war es selbstverständlich und unbestritten, daß die politische Gleich-berechtigung auch Hanna Reitze bereit fand. Das Vertrauen der Wählertrug sie in die" Hamburger Bürgerschaft" und in die Nationalversammlung,in dem Reichstasspäter dem sie bis 1931 angehörte. In der parlamentarischen Arbeit in-fast bis zum Sokluss

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