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Clara war eine gern gehörte Rednerin, ja- sie wurde- und ich spreche
es zögernd aus, weil wir in der Sozialdemokratie mit diesem Attributüberall dort/sehr sparsam sind- geliebt, nicht nur in Berlin , sondern wohin sieihr Weg im freiwilligen Dienst an der Arbeiterbewegung führte.Waswar es? Die beseelte Art ihres Sprechens? Die ungewollte Kunst,sich in die Herzen und Hirne der Zuhörer einzufühlen, für ihreSorgen und kümmernisse, für ihr Hoffen und Wollen den Ausdruck zufinden, von dem sie meinten, dass er ihnen selbst aus dem Herzen käme?Clara war sehr intuitiv, sie erfasste leicht die Gedanken und Gefühleanderer. Dabei war sie aber unbestechlich in den Schlussfolgerungenihres verstandesmässigen Denkens war sie allen Kompromissen abhold.--Ich denke an eine Versammlung zurück, die mir einen tiefen Eindruckhinterliess.Es war 1911, im Herbst oder Winter. Die besondere Hitzedes vergangenen Sommers hatte die allgemein in Deutschland noch hoheSäuglingssterblichkeit auf eine ganz erschreckende Höhe hinge-trieben, die sich besonders auf die Arbeiterquartiere konzentrierthatte.Clara sprach über dieses jammervolle Säuglingssterben. Sie for-mulierte mit grosser Sachlichkeit und sprach dabei mit grosser menseh-licher Wärme von dem wundervollen Sommer voll Licht und Sonne, dassLebens-/die Menschen darin hätten aufblühen können, wenn die Wohnungs- und Ar-beitsbedingungen der Mutter das zugelassen hätten.Berliner Aerzte,unser Neuköllner Genosse Dr.Silberstein stand in dieser Bewegung imVordergrund/ gründeten damals" Kommunale MutterberatungsstellenStillbeihilfen, das war ein wertvoller Anfang in der Bekämpfung derFinmal/Ve+ sack der SeelenSäuglingssterblichkeit/ durch die praktische, Losung einer Aufgabe,dutchi
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dann, durch Schulung der Mutter und grosszügige Aufklärung der Oeffentlich-dutch die öffentlichen/
keit und Schärfung des/ Gewissens über den Wert geborenen Lebens und
de Pflichten der Allgemeinheit zu seiner Erhaltung. Das war so
beider
verständnisvoll/
recht ein Arbeitsfeld für Clara sie ging кx und freudig mitg, ng.
So vergingen die Jahre in unermüdlicher, dankbar als schön empfundenenKleinarbeit und in immerwährendem Wachstum ihrer Persönlichkeit. EineGenossin, die einige Jahre ihre Helferin im Haushalt gewesen war( Clarawar ja meistens beruflich und ehrenamtlich tätig, schrieb in
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