Akte 
Manuskripte und Material zur Geschichte der Frauenbewegung
Entstehung
Keine Angabe
Einzelbild herunterladen
 
  

Kautsky

-8-

Und das ist der Punkt, in dem wir heute, wo so tiefe und scharfe Ge-gegsätze alte Kampfgenossen voneinander trennen, von Luise Kautsky zu lernen haben. Wir sollen verstehen, dass in den notwendigen Härtendes politischen Kampfes die persönliche Verbundenheit nicht unter-zugehen braucht, ja dass wir uns bemühen sollen, und nicht durch po-tische Leidenschaft verleiten zu lassen, die menschlichen Werte derFreundschaft zu vernichten."

Der Krieg( 1914-1918) der die Deutsche Arbeiterbewegung zerriss, zer-störte auch die" Neue Zeit", die Zeitschrift, die durch Jahrzehnte das Spaach-rohr für Karl Kautsky gewesen war. Das waren schmerzliche Erlebnisse.Nicht,er/dass/ nun Ka* XXXXXX hätte verstummen müssen. Ja, vielleicht gewann er so-gar durch diese Loslösung von der regelmässigen Pflicht noch mehr an innererFreiheit für andere Aufgaben. Seine geachtete Stellung im InternationalenSozialismus blieb ihm, trotz zerstörter Arbeiterinternationale. Die DeutscheRevolution betraute ihn dann später in den Archiven der Republik ; doch wardas aus vielen, hier nicht zu erörternden Gründen nur kurzfristig. Ihn undseine Frau Luise zog es jetzt nach Wien . Die ruhige Arbeit des Forschens undsich/Schreibens konnte er überall tun, warum nicht in Wien , wo dieganze--nunvergrösserte Familie vereinen konnte. Von dort aus hat er uns und der Weltnoch manches geben können bis Hitler kam. Bis der Nazismus auch@ ester-reich und Wien " eroberte". Es gelang, die beiden Menschen nach Prag zudann/bringen, XXXXX sie/ nach Amsterdam zu fliegen. Hier starb am 17.Oktober1938, gerade, als die Kriegsgefahr einmal wieder in ein akutes Stadium ge-treten war, der greise, nun vierundachtzigjährige Karl Kautsky . Er starb inLagcheinmalSicherheit( der Krieg XXX hatte sich um ein Jahr verschoben)

-

umsorgt undgepflegt von seiner Luise. Weit weg waren die beiden ältesten Söhne, derJüngste aber, Benedikt, befand sich in den Konzentrationslagern Hitlers .Luise Kautsky war allein mit der Frau und den Kindern dieses Sohnes in einernun inzwischen mehr als zweifelhaft gewordenen Sicherheit. Es ist verbürgt,dass die Freunde in England sehr gerne bereit waren sie aufzunehmen, alleswar geregelt. Aber sie zog es vor in Holland zu bleiben. Warum? Von dortaus konnte sie hin und wieder einen Brief an ihren Sohn richten, was von