Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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Als Marie Juchacz im Begriff war, gemeinsam mit ihrer Schwestereinen Plan auszuarbeiten, um die Schulungs- und Aufklärungsarbeitim Neuköllner Bezirk noch zu intensivieren, erhielt sie die Mittei-lung, dass sie in den Vorstand der Parteiorganisation für den Wahl-kreis' Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg' gewählt worden sei.Das bedeutete ihr Ausscheiden aus dem Köuköllner Vorstand, nichtaber aus der ihr zur Hauptaufgabe gewordenen Frauenarbeit.Jede örtliche Verlagerung der Tätigkeit brachte in dieser Zeit einegrundsätzliche Umstellung mit sich, denn die nicht nur sozialen,wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen, sondern auch politischenVerhältnisse waren überall anders.

So musste sie feststellen, dass dieser Wahlkreis an Seelen- undWählerzahl der grösste im ganzen Reich war. Unter Berücksichtigungder' Ein- Mann- Wahlkreise", die damals in ihrer unterschiedlichenGrössen- Struktur gültig waren, ergab das in der Praxis, dass sehrviele Wähler doch nur einen Mann wählen konnten, dass also die Grös-se des Wahlkreises ohne jede Bedeutung für die Zusammensetzung desReichstags war. Sehr viel kleinere Wahlkreise, vor allem in Ost­ preussen und Pommern , wählten" ihren Mann", sodass sich die groteskeSituation ergab, dass* X** X* X* XX************ X* XXXXXXXXXXXXXXXXX

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***** X* XX***@ xKandidatexxdekaɣ************ axXXXXXXX die Zahl derWähler ohne jede Bedeutung war für die Zahl der Abgeordneten.

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In dieser Zeit( von 1909 bis 1913) sprachen Marie und Elisabeth vielenVersammlungen.

" Fast jeden Samstag und Sonntag waren wir draussen, und Gegner gab esauch. Sie waren aber meist aus den eigenen Reinen, und hatten nur eineandere Vorstellung von manchen Dingen. Das war gut. Als ich einmalnach einem Vortrag mit einigen Versammlungsbesuchern noch ins Gesprächkam, meinte einer:' Ihre Rede, Genos sin Juchacz, alle Achtung,- füreine Frau! Aber, wissen Sie, so wie der Genosse Z. können Sie's doch** яxя noch nicht.'

Wieso? Habe ich zum Thema nicht alles gesagt?'

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' Das schon, aber- es war viel zu kurz. Da müssen Sie mal den Z. hören,der spricht drei Stunden, und ohne Blatt, das ist was!!

So, da hatte ich's.- Aber ich habe selten länger als eine bis fünfvier-tel Stunden gesprochen und fühlte mich jedesmal hinterher zwiefach er-schöpft und ausgegeben."