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dass die Demonstration im Tiergarten ohne Polizei und ohne jedenZwischen fall verlaufen war und dass daran nicht nur Sozialdemokra-ten, sondern Tausende von verbitterten Berlinern teilgenommen hatten.Da in diesem Wahlkampfjahr Frauen als Rednerinnen sehr begehrt waren,ergab es sich von selbst, dass Marie Juchacz und Elisabeth Roehl sehrviel unterwegs waren.
" Nach der Auszählung des ersten Wahlgangs waren viele Stichwahlen not-wendig. Die Sozialdemokratie hatte mit der Fortschrittlichen Volkspartei ein Abkommen getroffen, den Wahlkampf gegeneinander gedämpft zuführen, bei den Stichwahlen sich gegenseitig- je nach den Aussica-ten zu unterstützen, um den Konservativen und den Nationallibera-len so viel Sitze wie nur möglich abzugewinnen. Der Erfolg war, dassdie Sozialdemokraten mit 110 Mandaten in den neuen Reichstag einzo-gen. Es gab damals Auseinandersetzungen innerhalb der Partei über' den gedämpften Trommelschlag'. Aber niemand hätte sich damals vor-stellen können, dass die SPD - Fraktion dieses Reichstags vor die gros-se Verantwortung der Bewilligung der Kriegskredite gestellt werdenwürde und dass deser Reichstag von 1912 den ganzen Krieg 1914-18hindurch, ganz gegen die Bestimmungen, eine Lebensdauer bis zum No-vember 1918 haben würde.
Hier möchte ich eine kleine Episode am Rande erwähnen: durch das Ab-kommen mit der Freisinnigen Volkspartei ermutigt, hatten wir in derProvinz Brandenburg mit Männern dieser Partei vereinbart, uns Gele-genheit zu geben, auf dem Lande zu den Bauern sprechen zu können. Eswar unmöglich, für sozialdemokratische Versammlungen Lokale zu be-kommen, während man alle Säle der Freisinnigen Volkspartei überliess.Wir zogen ihnen nach und baten überall ums Wort, und erhielten esauch. Aber wir spürten deutlich die vollkommene Ablehnung der länd-lichen Bevölkerung. Die Folge unseres gemeinsamen Vorgehens war, dassdie Konservativen einen grossen Stimmenzuwachs in der Provinz Bran denburg erhielten. Die Bauern, durch unser gemeinsames Vorgehen po-litisch mobilisiert, fanden es richtig, wählen zu gehen, natürlich ge-gen uns und die Freisinnige Volkspartei . Aber trotzdem war damit eineerste Bresche geschlagen und die Arbeiterschaft auf dem Lande durchdiese Gelegenheit endlich einmal angesprochen worden.
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* x* x* x* x* x* x Bei dieser Reichstagswahl 4,5 Millionen Menschen ihreStimmen für die Sozia ldemokraten abgegeben.
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