Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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aber esben.-* kx Der Tag von Maries Abreise nach Köln näherxxxkka, warnoch immer keine endgültige Lösung für die Zukunft gefunden. Alsdie beiden Frauen sich auf den Weg machten, um im Kaufhaus vonTietz am Herrmannplatz noch einige Einkäufe für Köln zu machen,nahmen sie Lisbeths Sohn mit, da Lotte und Paul in der Schule waren.Ihre Unterhaltung füxxdix über die beste Regelung der Zukunft nahmsie so in Anspruch, dass sie nicht auf den Jungen achteten, der sichfür den grossen Fahrstuhl interessierte und plötzlich alleine war.Eine Schokoladenberkäuferin versuchte, ihn auszufragen nach seinerMutter.

" Ich habe zwei Muttis, eine grosse und eine kleine Mutti."Und wie die Muttis denn aussehen, wollte sie wissen.

" Die eine hat einen Hut auf mit Federn, und die andere mit ohne.Mit dieser Personenbeschreibung konnte die Verkäuferin nichts an-fangen. Die beiden Muttis hatten inzwischen das Abhandenkommen, desJüngsten bemerkt und ihn nach einiger Sucherei am Schokoladenstandschlafend wiedergefunden. Der Preis, den Marie für die von dem Jungeaufgefutterte Schokolade bezahlte, war beträchtlich.

Zu Hause zog Marie Schlüsse aus diesem kleinen Zwischenfall undmeinte:

" Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns mehr um unsere Kinderkümmern müssten."

Elisabeth vertrat mit ihrer wenn auch nicht oberflächlichen, so dochleichteren Art den Standpunkt, dass auch Mütter, die sich nicht mitPolitik beschäftigen, ihre Kinder gelegentlich in Warenhäusern ver-lieren können. Ausserdem seien die Gören gut erzogen und hätten al-les, was sie für die Schule und zum Spielen brauchten, und ihre An-hänglichkeit beweise, dass sie mit ihren Müttern zufrieden seien." Und wenn ich jetzt nach Köln gehe, hast Du vorerst die ganze Lastalleine am Hals."

Mit einer scheinbar leichten Antwort ging Elisabeth auch über die-sen Einwand hinweg.* xf

Auf dem Programm dieser letzten Tage stand noch, zu einem Fotografenzu gehen und von den Kindern, alleine und mit den Müttern, Aufnahmenmachen zu lassen. Es wurde aber nichts mehr daraus.

" Das holen wir nach, wenn ich mit den Kindern in den grossen Feriennach Köln komme, um Dich zu besuchen, Marie."

So blieb auch dieses" Problem" in der Schwebe.

" Im März 1913 ging ich nach Köln , als Parteisekretärin für den Be-