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fluss zu behaupten. Klöster und andere kirchliche Einrichtungenwurden mobilisiert, um gefährdetes Gelände zu sichern.
" Sehr oft hatte ich im Sekretariat xxxxxxxxxxxxxxxxxxx den Besuchvon Genossinnen, die persönlichen Rat haben wollten. Manche Familiegab es, die unseren Gedanken aufgeschlossen war, die aber glaubte,nicht ohne den regelmässigen Besuch der katholischen Schwestern undNonnen leben zu können. Unter vielen Besuchen erinnere ich mich be-sonders an einen: es kamen zwei Genos sinnen, jede hatte ein etwa sie-benjähriges Kind in der Schule. Beide Kinder waren nach Ansicht derEltern zu zart, um die auch körperlich anstrengende Frühmesse besu-.chen zu können. Sie meinten, dass dieser Besuch der Frühmesse noch vordem Schulunterricht doch gesundheitlich genau so schädlich sei, alswenn die Kinder Brötchen oder Zeitungen austrügen. Sie könnten es alsMütter nicht verantworten, die Kinder so viel früher als notwendig zuwecken, den langen Weg hin zur Kirche und zurückgehen zu lassen unddann halberschöpft in die Schule zu schicken. Deshalb hätten sie dieKinder einmal nicht zur Messe gehen lassen, und der Kaplan in derSchule habe sie dafür hart bestraft.- Jetzt sassen die Mütter vor mirund waren reichlich empört. Was sollte ich tun?
" Eine geharnischte Notiz für die' Rheinische Zeitung schreiben", meinte die eine.
" Bevor das geschieht, müssen Sie beide mit dem Kaplan ganz offen da-rüber reden. Er wird es einsehen, wenn Sie ihm die Gründe sagen."" Wie? Was sollen wir?"
Sie sa hen mich ungläubig, dann fast mitleidig an.
" Diesen Kaplan darüber aufklären? Da ist jedes Wort überflüssig. Esgibt nur eine Möglichkeit: das muss in die Zeitung!"Nachdem ich ihnen noch einmal zugeredet hatte, doch zu versuchen, mitdem Kaplan in aller Ruhe diese Angelegenheit zu bereden, verabredetenwir einen neuen Besuch, während ich versprach, mit meinen Freundenvon der' Rheinischen Zeitung ' darüber zu sprechen. Jean Meerfeld,Wilhelm Sollmann und Georg Beier waren genau meiner Meinung: die El-tern müssten dem Kaplan klar machen, dass es aus gesundheitlichenGründen nicht möglich sei, die Kinder zur Frühmesse zu schicken. Aus-serdem könne ein Kaplan die Kinder ja nicht für die Verantwortlich-keit der Mütter bestrafen. Meerfeld meinte:
" Wenn wir die Sache mit der Bestrafung aufgreifen, und es kommt zueiner Klage gegen die Zeitung, stehen die Mütter, die sich nicht trau-en, mit dem Kaplan zu reden, auch als Zeugen nicht gerade."
Bei dem späteren Besuch der beiden Mütter setzte ich Ihnen unsere Be-denken auseinander. Sie waren aber noch immer nicht damit einverstan-