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lige Aktionen der Polizeiorgane zur Folge gehabt hatten, während sichin Hamburg , Sachsen und Württemberg die sozialdemokratischen Frauender Partei hatten anschliessen können.
Wir, Elisabeth und ich, waren nicht nur froh, sondern auch stolz, unsder Sozialdemokratischen Partei anschliessen zu können, der einzigenPartei, die sich seit Jahrzehnten vorbehaltlos für die Rechte derFrauen eingesetzt hatte. Es ist gut, sich dieser Tatsache zu erinnern,gerade heute, wo viele Frauen von ihrem Stimmrecht und von ihrer( allerdings noch nicht in jeder Beziehung verwirklichten) Gleichbe-rechtigung Gebrauch machen( auch gegen die, die ihnen diese Rechteerkämpften), als ob es sich dabei um die grösste Selbstverständlich-keit handele,
Dass die denken den Frauen seit jeher sozialpolitisch amstärksten interessiert waren, ergab sich aus ihrer sozialen Lage ein-mal als Mutter und Arbeiterin, zum anderen aber auch als Ehe-frauen von sozial noch ungeschützten oder mangelhaft gesichertenMännern, und nicht zuletzt als an allen wirtschaftlichen Fragen be-teiligte Hausfrauen.- In dieser Zeit stand auch ein sozialpolitischerGesetzentwurf der Regierung auf der Tagesordnung, der auch die Ar-beitszeit für Frauen regeln sollte, aber nicht einmal den Zehnstun-dentag für alle Fabrikarbeiterinnen vorsah. Das forderte unserenschärfsten Protest heraus. In zahllosen Versammlungen, mit Flug-schriften und Merkblättern über Frauen- und Jugendlichen- Schutz, mitder gründlichen Behandlung der Materie in Prauenabenden und Werkstu-bensitzungen haben wir unsere Pionierarbeit getan.
Wenn ich noch erwähne, dass in dieser Zeit auch der internationaleSozialistenkongress und die internationale Frauenkonferenz sich mitdiesen Themen beschäftigten, so geschieht das nur, um zu sagen, wiewichtig die Forderungen genommen wurden und wie wir Lernende undWerdende von diesen Strömungen erfasst wurden und uns auch bereit-willigst erfassen liessen. Wir ahnten nicht nur, sondern wussten,dass das Gefüge des Staates und der noch bestehenden" Gesellschafts-dierendenordnung" sich selbst aushöhlten, weil die Zwangsläufigkeit einerEntwicklung nicht nur nicht erkannten, sondern auch und dies mitden unzulänglichsten Methoden- dagegen angingen."
In den Notizen von Marie Juchacz befindet sich die Schilderung einesin diese Zeit fallenden kleinen Erlebnisses, mit dem Vermerk, dassdiese Geschichte wegen des doch nebensächlichen Xkxxxkkaxx Themasbei späterer Überarbeitung ausgeklammert werden könnte. Aber geradediese Erzählung wirft ein bezeichnendes Licht auf die Art, mit der