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wärts' hatten wir regelmässig eine Veröffentlichung unseres Versamm-lungskalenders.
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Wir beiden Schwestern hatten seit Beginn unserer Rednertätigkeit inden Frauen abenden viele Dinge zu überlegen. Uns schwebten die gutenErfahrungen der Arbeitsgemeinschaft in Schöneberg als Beispiel vor.Wir mussten einsehen, dass bei dem Umfang der Veranstaltungen undbei der mangelnden Vorbildung der grössten Zahl der Teilnehmerinnen,sowie bei dem dauernden Wechsel der Redner diese Methode nicht durch-geführt werden konnte. Aber wir sprachen das einmal in unserem Ar-beitskreis durch, und in der Folge richteten wir monatlich eine Ar-beitsgemeinschaft für fo rtgeschrit ene und besonders interessierteFrauen ein. Wir haben dazu keinen Lehrer angefordert, sondern arbei-teten ganz für uns. Ich weiss noch, dass wir die Bearbeitung desErfurter Programms von Karl Kautsky , dem anerkannten und besten In-terpreten der Schriften von Karl Marx , ganz systematisch durchgenom-men haben. Als männlichen Besuch hatten wir nur hin und wieder unse-ren Genossen F., der still in seiner Ecke sass und dann ebenso stillMitgliederund unbemerkt wieder verschwand. Die übrigen osaen des Vorstandshatten immer ein leises Lächeln für unser Tun, was uns manchmal är-gerte.
Ich erinnere mich gerne an andere Kurse, zu denen Lehrer der Partei-schule kamen, u.a. Heinzich Schulz, Max Grunwaldonrad Haenisch,Volkswirtschaftler, Juristen und Ärzte sprachen in gut besuchten Ver-sammlungen oft über soziale Probleme. Der Bildungsausschuss gab sichgrosse Mühe un erstklassige Konzerte und gutes Theater."