Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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zweckmässige und dennoch hübsche Dinge anfertigen konnten."

katholischen

Eines Tages meldete sich JeanMeerfeld bei Marie und bat sie, in die" Rheinische Zeitung " zu kommen, weil es einige Dinge zu besprechengab. xkxxxxxя**** Zur gleichen Zeit fand sich auf der Redaktion eineFrau ein, die völlig verzweifelt war. In der Hand hielt sie xxxxxxxein Paket mit mehreren hundert Briefen. Es waren die Antworten aufein Inserat, das die Frau im Stadtanzeiger" aufgegeben hatte und mitdem sie einer bedürftigen Familie Bett und Kleiderschrank schenkenwollte. Jetzt fiel ihr die Auswahl aus den vielen hundert Zuschriftenschwer. Marie regte an, aus dieser Sache eine Veröffentlichung zu ma-chen, was auch geschah, mit dem Ergebnis, dass sich sofort ein Ge-schäftsmann meldete, der sich bereit erklärte, wöchentlich eine grös-sere Summe zur Verfügung zu stellen, die an bedürftige Frauen ausge-zahlt werden sollte, die sich trotz Unterstützung in wirtschaftlicherNot befanden, die sie nicht selbst meistern konnten. Diesem Geschäfts-mann folgten weitere.

Aus der ganzen Aktion ergab sich eine zusätzliche Arbeit für Marie,die sie gerne übernahm. Lange Zeit besuchte sie täglich zwei bis dreiFamilien, die ihr als bedürftig genannt wurden, um sich einen genau ⁹nÜberblick über ihre Lage zu verschaffen. Ixxx************

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" In vielen Fällen konnte ich mit gutem Gewissen helfen. Das war gewisskeine weltbewegende Arbeit in dieser' grossen' Zeit, aber aus Kleinemsetzt sich das Grosse zusammen.- Und so ähnlich war die Arbeit unsererFrauen im ganzen Reich. Man muss sich dabei immer wieder vor augenhalten, dass die Frauen bis dahin ale Bürgerinnen garnicht gewertetwurden. Es gab zuerst in Köln ein paar katholische Waisenpflegerinnen,sonst nichts. Da die Frauen kein Wahlrecht besessen, konnten sie auchselbst nicht in Ämter gewählt werden, zum Beispiel als Stadtverordne-te. Zu Armenpflegern machte man den Herrn Schlachtermeister, den HerrnBäckermeister, gelegentlich einmal einen Lehrer. Aber nur ja keinenSozialdemokraten. Kam das trotzdem einmal vor, war es Versehen, Zufalloder Ausnahme.- Jetzt schickte die Kölner Stadtverwaltung einige Frau-en der' Nationalen Frauengemeinschaft' auf Informationsreisen, um sicküber die Maßnahmen in anderen Städten zu unterrichten. Mik So hattenwir in Köln mit einer Stadtküche angefangen, und überall in Reich ente-standen ähnliche Einrichtungen, die wie Pilze aus dem Boden wuchsen.Wir sollten uns Aufbau und Organisation solcher und anderer Dinge an-sehen, um dann daraus für Köln die aus der praktischen Kenntnis zuziehenden Konsequenzen anzuwenden. Das Ernährungsproblem machte derRegierung in Berlin bereits schwer zu schaffen, und man wusste, dass