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Was aber in mühevoller zehnjähriger Arbeit aufgebaut wurde, fiel mehrund mehr den Notverordnungen zum Opfer. Marie Juchacz sah als einzigenWeg nur noch wenigstens die Erhaltung des Geschaffenen. Die Reichstagungder Arbeiterwohlfahrt in Probstzella am 14. und 15. Mai 1931 befasstesich mit den Gefahren des Abbaues der Wohlfahrtspflege. Mit zwei gros-sen Entschliessungen, an denen sie intensiv mitarbeitete, wandte siesich an die Öffentlichkeit.
Das Ansehen, das Deutschland durch die wachsende nationalsozialisti-sche Bewegung im Ausland verlor, beeinträchtigte auch die Möglichkei-ten der Zusammenarbeit internationaler sozialistischer Organisationen.Als am 24. Juli 1931 in Wien die Sozialistische Internationale tagte,wurde auf Initiative von Marie Juchacz eine Konferenz der Internatio-halen Arbeiterwohlfahrt in Wien einberufen, auf der neben Deutschland und Österreich noch Belgien , Estland , Finnland , Griechenland , Polen ,Ungarn , die Schweiz und die Tschechoslowakei vertreten waren. Im No-vember nahm Marie in Zürich an der zweiten Konferenz für sozialistischeWohlfahrtspflege in der Schweiz teil. Sie war unermüdlich, heute inKöln , morgen in Berlin , dann irgendwo im benachbarten Ausland, nahmsehrihre Aufgabe als Parlamentarierin ernst, schrieb, konferierte, re-dete. Mit ihren nun 52 Jahren verbrauchte sie ihre körperlichen Kräftewie ein junger, noch im Vollbesitz dieser Kräfte befindlicher Menschvon 25 Jahren. Nur wenige erlebten Marie Juchacz in Augenblicken. wosie bedrückt und verzweifelt war. RinaxdiяXXXXXXXX* XX** кxkaxkkankaRxxk* x* x* xemnik Zu diesen wenigen gehörten' die engsten Familienmit-auch dabeiwarglieder', und das waren Emil und Fritz, der te ads Marie An-fang 1932 aus der Zeitung vorlas, dass der braunschweigische Nazi-Innenminister Klagges Adolf Hitler zum Regierungsrat ernannt und ihmdadurch die deutsche Staatsangehörigkeit verschafft habe." Das istder Anfang der Katastrophe. Wenn Hitler im März bei der Reichspräsiden-tenwahl kandidiert und gewinnt, beginnt der Untergang Deutschlands .
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Nur um ein Jahr hatte sich Marie Juchacz getäuscht: am 13. März 1932seiner Differenzunterliegt Hitler mit sieben Millionen Stimmen xxxixxx dem alten Reichs-präsidenten in denburg, der im zweiten Wahlgang am lo. April die ab-solute Mehrheit erhält. Die Politiker aller Parteien werden auch wei-terhin strapaziert. Während Hitler mit einer aus großindustriellenQuellen finanzierten Propagandamaschine grössten Stils auffährt, stehenden anderen Parteien nur die aus normalen Beiträgen fliessenden Geld-mittel zur Verfügung, um die Wahlen in den Kändern Preussen , Bayern ,Württemberg und Anhalt durchzuführen. In allen Landtagen- bis aufden bayerischen werden die Nationalsozialisten zur stärksten Partei.