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sönlich ansprechen. Vor allem aber sollte sie die Mitgliederder Partei für ihre Aufgabe interessieren und örtliche Frauen-gruppen schaffen, in denen die neu zu organisierenden FrauenAnschluss und Belehrung finden und ihre Kräfte entfaltenkonnten.
In Köln selbst war die Arbeit der Frauensekretärin nicht sowichtig wie in der Provinz. In Köln genügte es, die Problemeder Frauenorganisation herauszuarbeiten und den weiblichenFunktionärinnen nahezubringen, diese waren durchaus in der Lage,die Arbeit zu übernehmen und weiterzuführen.
Die Hauptaufgabe lag in der Provinz. In Aachen und Umgebung be-schäftigte die Textilindustrie eine immer wachsende Anzahl vonFrauen. Dort musste Marie mit dem Textilarbeiterverband zusammen-arbeiten, damit dieser die Frauen auf die politische Organisationhinwies und auf die Versammlungen aufmerksam machte. Die Ver-sammlungen mussten auf den besonderen Zweck, die Textilarbeiterinnepolitisch zu organisieren, zugeschnitten werden. Die Frauen-sekretärin der Partei musste also die verschiedenen Probleme derTextilarbeiterinnen in den verschiedenen Orten und dan Denkender Arbeiterinnen genau kennen. Sich darauf vorzubereiten, war dieArbeit des Tages, die Abende waren mit Versammlungen ausgefüllt.War keine Textilarbeiterinnen- oder Parteifrauenversammlung ange-setzt, dann sprach Marie vor den Bergarbeiterin des Aachener Re-viers; das hiess, sich wieder auf neue Probleme umzustellen.In den kleinen Eifelorten gab es nicht nur keine Frauengruppen,sondern die Partei hatte überhaupt Schwierigkeiten, dort einzu-dringen. Marie musste sich aus Adressbüchern Namen und Anschriftenvon Arbeitern heraussuchen, und bei diesen dann schriftlich an-fragen, ob sie bereit wären, Frauen zu Arbeiterinnenversammlungeneinzuladen. Dann musste sie auf beschwerlichen Reisen mit derEisenbahn und oft auch noch zu Fuss, die Versammlungen aufsuchen.Nicht selten fand sie nur ein Dutzend oder noch weniger Frauenvor. Diese sollten dann der Stamm werden, auf dem die zukünftigeOrganisation aufgebaut werden konnte.
In der Kleinstadt und auf dem Lande kamen die Frauen oft nach derVersammlung zu der Referentin, um sich Rat zu holen. Fragen, die