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Am 6. November sollten die Neuwahlen stattfinden. Das Heft der" Arbeiterwohlfahrt" vom 15. Oktober war als Sonderheft gekennzeich-net und trug den Titel" Kampf um den Wohlfahrtsstaat". Der Vorsit-zende des" Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes * schrieb denLeitartikel über" Die Sozialpolitik im politischen und gewerkschaft-lichen Kampf". Er mahnte zur Verteidigung der Sozialpolitik durchden Stimmzettel. In der folgenden Nummer sprach Marie Juchacz nocheinmal dieselbe Mahnung aus." Was wir sind, können wir nur seinin der demokratischen Republik ", hatte Marie Juchacz in ihrer Redezum Zehnjahres jubiläum der Arbeiterwohlfahrt gesagt. Die demokrati-sche Republik war bedroht und mit ihr die Arbeiterwohlfahrt, dieMarie Juchacz als ihre beste Leistung, als ihr Lebenswerk betrachte-te. Ob sie den tötlichen Ernst der Drohung damals sah- wir wissenes nicht! Wie immer, wenn ein Ereignis sie tief berührte, schwiegsie. Was hätte sie auch tun können? Die Arbeiterwohlfahrt war nichtmehr Meister ihres Geschicks. Was Marie immer für das Wichtigste imWirken der Arbeiterwohlfahrt gehalten hatte, die staatsbürgerlicheErziehung der Frauen und die Demokratisierung der Verwaltung warvernichtenden, tötlichen Stössen ausgesetzt. Und die Massennot konn-te mit Mitteln der Arbeiterwohlfahrt, ja mit Mitteln der Wohlfahrts-pflege überhaupt, kaum mehr gelindert werden.
ebenso
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