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Mit diesem Vorwort wollte Marie Juchacz ihre Lebenserinnerungen einlei-ten, Bevor sie, ein Jahr nach ihrer Rückkehr aus Amerika , im Jahre 1950mit der Niederschrift begann, notierte sie alles, was ihr an Stichwor-ten einfiel, um diese Notizen dann im Laufe der Zeit zu Einzelabschnit-ten zusammenzufassen. Viel Zeit bleib ihr dafür nicht, denn das, was imNachkriegsdeutschland knapp zwei Jahre nach der Währungsreform- poli-tisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich neu erstand und zusammen-wuchs, nahm ihr ganzes Interesse in Anspruch. Sie reiste durch das Bun-desgebiet, war heute in Hamburg , morgen in Berlin , wenige Tage späterin Düsseldorf und Bonn , um an Besprechungen, Konferenzen, Tagungen undVeranstaltungen teilzunehmen. Sie hielt kurze und längere Referate, be-suchte Freunde, von denen sie sechszehn Jahre lang durch die Emigrationgetrennt war, nahm zu den Problemen Stellung, mit denen sich die nachdem Zusammenbruch aus dem Nichts wiedererstandene" Arbeiterwohlfahrt"auseinandersetzen musste, und schrieb das Buch" Sie lebten für eine bes-sere Welt", Lebensbilder führender Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts,29 Kurzbiographien, die in ihrer Gesamtheit ein geschlossenes Bild dersozialistischen Frauenbewegung geben. Diesem Buch ist ein Brief voran-gestellt, den der kürzlich verstorbene Chefredakteur des sozialdemokra-tischen" Vorwärts" und jahrzehntelanger Mitstreiter und Parteifreundvon Marie Juchacz an sie schrieb:
" Als Du mir das Manuskript zu lesen gabst, empfand ich es sofort alseinen Mangel, dass von Dir selbst darin nicht die Rede ist. Du hast dasBuch dem andenken Deiner Mitkämpferinnen gewidmet, die vor Dir dahinge-gangen sind, aber so streng lässt sich die Grenze zwischen Leben undTod nicht ziehen. Eine Geschichte der sozialistischen Frauenbewegung inBiographien ist unvollständig, wenn darin Marie Juchacz nur als Erzäh-