Akte 
Persönliche Korrespondenz
Entstehung
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F Kaethe wanderte gleich richtig

ein. FF, auch die ganz grossen.

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( undhier nicht zur Arbeit berechtigte,

nach den Bestimmungen nach einem halben Jahr erledigt ist, zweimal fuerje ein halbes Jahr erneuert werden kann, aber durch den inzwischen aus-gebrochenen Krieg( den fuer dieses Land) fuer Leute unserer Art immer wie-der verlaengert wurde( So ist es auch gekommen, dass ich erst seit einemJahr regulaer eingewandert bin, waehrend Emil sogar mit seinen Papierenin eine grosse" Umstellung auf Friedensverhaeltnisse" hinein gekommen ist,sodass sein Fall noch schwebt.----- Amerika ist fuer mein Gefuehl ein gro-sses, schoenes, intressantes Land.Es ist in seiner Art gut geordnet. AlsFremde, als Enemy Alien haben wir nichts ausstehen muessen, es ging allesohne die kleinste Unannehmlichkeit, im Gegensatz zu Frankreich , wo( auch Xschon lange vor der Vichy- Regierung) viele unserer Freunde manches Bittere2 erfahren mussten und wo jeder einzelne zufrieden war, wenn alles halbwegsglatt abging. Trotzdem denken wir an das noble franzoesische Volk gerneund mit groesster Dankbarkeit zurueck, wir haben manchen lieben Freund dortdazu gewonnen. Emil waere ohne eine treue Freundschaft niemals gluecklichherausgekommen.Hanna Kirchner, unsere Mitarbeiterin, ist ausgeliefert undhingerichtet worden.( In diesem Zusammenhang will ich noch eine Auskunftmiteinfuegen. Du erwaehnst Theo Haubach und fraegst, ob er wohl noch in Leipzig ist. Danach weisst Du nicht, dass er zu den Opfern des Hitler - Anschlagsgehoert.Erfist hingerichtet worden. Es ist einer weniger, von denen, auf diewir unsere Hoffnung gesetzt haben)--- Aber ich will auf Amerika zurueckkommen, Es ist nicht nur gross, schoen und intressant, es war auch fuer unsdas Land der grossen, noblen Hilfsbereitschaft, das Land mit der Pionier-Tradition, in dem man den Neuankoemmlingen die Haende reicht.--Aber-- eswar ein Aber dabei bie frueheren Einwanderer, die in dieses Land kamen, be-traten es doch als ersehntes Ziel, man wollte hierbleiben. War man selbernicht mehr jung, dann brachte man Kinder mit, die hier setteln wollten. Manstellte sich auf harte Arbeit und Hierbleiben ein. Die Katerogie, die jetztals refugees hierher kamen, war eine andere Spezialitaet. Sie waren nichtmehr jung, sie kamen als Aerzte, Juristen, Schriftsteller, Politiker, National-oekonomen Manchen Aerzten, die noch Energie und Faehigkeit genug hatten, kamder Umstand des Krieges zu Hilfe.Sie durften noch einmal in die Schule ge-hen und Pruefung machen Fuer die meisten der Anderen reichte die" hilfs-bereite Pioniereinstellung" nicht aus.Warum nicht? Unsere menschliche Er-ziehung war schon sehr viel langer zurueck) abgeschlossen. Wir hatten unsinnerlich dabei nicht darauf eingestellt, nach dem neuen Land zu gehen. Unsere Gedanken waren rueckwaerts gerichtet und konnten sich beim besten Wil-len nicht von der Heimat und dem europaischen Geschehen loesen. Dass mansich trotzdem einen job aufbauen musste, war uns klar. Aber: welchen, wasfuer einen? Ich konnte z. B. als Hausmutter in ein Kinderheim gehen, im West-ten des Landes. Losgeloest von der menschlichen und geistigen Gemeinschaft,mit einen job, dem ich koerperlich vielleicht nicht mehr, vielleich dochnoch unter ungeheurer Anstrengung und Willenskraft gewachsen war. Oder ichkonnte mich irgendwo( privat oder Heim) als Koechin oder Kuechengehilfinversuchen( mit denselben menschlichen Opfern, siehe vorher. Emil wollte dasnicht. Es ware fuer ihn und fuer mich nicht gut gewesen. Zu anfang versuchteer es mit der Schriftstellerei.Er kam hier an, beladen mit reifen Erinne-rungen, mit" Material", im Kopf und auf dem Papier.Es wurde niedergeschrie-ben, Verbindungen gesucht." Es ist so nicht brauchbar, muss fuer am. Bederf-nisse umgearbeitet werden."-- usw, usw.Es wurde nicht mehr gesehen. So ginges unendlich weiter.Es wurde ein Lehrkursdurchgemacht in Metallbearbei-tung, Schmuck, Kunstgewerbe. Der Krieg kam, das Metall wurde fuer andere Zwecke gebraucht. Emil ging in eine Fabrik, Holzknoepfe mit kunstgewerblichemAnstrich. Der eine der" Emigranten"-unternehmer machte aus dem kleinen" 17fast kunstgewerblichen Werkstaette eine" Fabrik" und eine Pleite. EinJahr lang kam mrl nachhause mit$ 20-- die Woche, manchmal weniger, niemalsmehr, aber mit der Lunge voll Holzstaub.Exhaustoren gab es nicht.--Mancheder Freunde kamen voru ebergehend unter bei schlecht bezahlter" research-"Arbeit.Manche von ihnen sind heute wieder arbeitslos, manche machen die" Fabrikerfahrungen" erst heute, nachdem sie sich frueger, ein wenig hoch-