Dr. Siegfried Sinzheimer Dichtkunst. Seine Liebe galt ihrem -40 Neuland, den jungen Pflanzgärten, dem sprossenden Grün, das aus geb. 3. August 1865— gest. 21. November 1917. jugendlichen Wurzeln zum Lichte treibt, den Quellen und Bächen, die Die Zeit geht nicht, sie stehet still, jenes Neuland mit stürmischer Haft Wir ziehen durch sie hin; Sie ist ein Karawanserai, durcheilen. An seinem Grabe steht mancher von den Jungen und dankt Wir sind die Pilger drin. ihm gesenkten Hauptes die fördern Es ist ein weißes Pergament de Liebe und Fürsorge um sein Die Zeit, und Jeder schreibt Schaffen. Mit seinem roten Blut darauf, Bis ihn der Strom vertreibt. Und auch wir senken die schmerzGottfried Keller umflorte Fahne vor dem waldüberrauschten Hügel des heimgeSiegfried Sinzheimer, gangenen Freundes und Arbeitsunser Wegegenosse und Schaffens= kameraden und sprechen in stiller kamerad, der zu früh für die Seinen und In Worms ungenen Monnegau Trauer die Worte, die Gottfried Keller einst für uns die Hände zur ewigen Ruhe faltete, der Minnesänger, rauschte ihm der Rhein dem hingeschiedenen Freunde Baumgartner hat sein weißes Blatt mit raschen, lebendas Wiegenlied. Zweimal durchbrauste der nachrief: digen, fast leidenschaftlichen Zügen beschrieSchlachtgesang um die Freiheit des deutschen Mit dem Vaterland und allen Freien ben. Es ist nicht im Winde verweht und im Stromes sein Leben. Ging er stets dem goldnen Licht entgegen; Freiheit, Licht und Wohlklang, diesen dreien Strome zerronnen. In mehr als zwanzig Dem Wohlklang und der Kraft des Liedes Galt der Takt von seines Herzens Schlägen. Jahrbänden der„Jugend" ist es festgehalten, ist sein Herz treu geblieben sein lebenlang Was er tat, das tat er recht mit Fleiß was er mit uns in selbstloser, hingebungsDer lebensfrohe Rheinländer war so recht ein Und beim Schmieden war sein Eisen heiß. Sucher und Entdecker im Garten der deutschen voller Arbeit geschaffen hat. "Jugend" O Musik! O Leben! Hat mancher geliebt, Der Band Nutzsche Nächtlich im Lager Bis ihnen der Tod seine Hände gibt. Ein Band Nutzsche sollte in die Bibliothek Freiweg, Kamerad! Wer weiß wie lang Relief hat alles, was ich sehe, gestellt werden. Noch klingendes Spiel und Trommelklang? Wenn ich nächtlich durch das Lager gehe. „Stellt mich nicht neben die Vielzuvielen!“ Karl Weis(ehem. Kriegsfreiwilliger) rief er entschieden.„ich bin zum Nachbarsein nicht Dichter Schlaf entweht aus Ritz und Spalt. geschaffen! Die Bücher, in deren Mitte ich stehen Meine Jugend braust nicht mehr verworren kann, müssen erst noch geschrieben werden! Gebt Erde murmelt in den Wurzelknorren: Zum 12. Dezember 1917 mir ein Stück Grund unter die Füße— aber „Werde ruhig! Meine Stirn ist alt! neben mir und über mir will ich Freiheit!“ Vor einem Jahre war's: da schlugt Ihr aus Und da stellten sie den Band Nutzsche einsam Die Hand, die wir zum Frieden Euch geboten. Sieh, mich schmerzen nicht die scharfen Stöße. auf's oberste Bücherbrett. Er hatte keinen NachMit Spott und Hohn warft Ihr uns zu den Toten Um der wunden Kreaturen Blöße bar, er hatte niemand, an den er sich lehnen Und rieft die Welt zu Deutschlands Leichenschmaus konnte, weder neben sich, noch über sich. Hüll ich lautlos meiner Büsche Schurz. „Am Ende sind die boches!" Und weiter triebt Und da fiel er um. Max Hayek Ihr Eure Völker auf des Irrsinns Pfade Lautlos trag ich meine toten Saaten— Ihr spucktet in das Antlitz uns und schrieEwig töricht sind die Menschentaten. „Ihr seid erschöpft, drum winselt Ihr um Gnade! Nacht ist weise und der Tag nur kurz. Parademarsch im Felde Gut!“ sagte Hindenburg.„So sei den Herr Bewiesen unsre, Schwäche' denn nach Noten, Freiweg, Kamerad! Die Musik spielt, Einmal war auch ich chaotisch brausend, Als ob unser Kaiser Parade hielt. Aber von Jahrtausend zu Jahrtausend Und Riga fiel! Und Ösel sank zu Boden! Kopf hoch! so wird im Feld paradiert, Und ausgelöscht ist der Savoyer Stern! Wuchs nach innen meines Blutes Föhn. Freiweg! wird stets dazu kommandiert Der Hunger, den Ihr Deutschland zugedacht Stört Dein Herz der blinden Feuer Wüten? Umkrallt mit U-Bootsfingern Englands Inseln Da packt es manchen mit Ungestüm: Sieh die Sterne stürzen in die Blüten In einem Jahre wurde es vollbracht— Wie lange, Musik, noch spielst du ihm? Und die Phosphorkäfer funkeln schön. Nun, wie gefällt Euch dieses„Gnade-Winseln“? Kopf hoch! Noch klingt ihm in Reih und Glied Befeuernd das deutsche Paradelied. Vor einem Jahr schlugt Ihr den Frieden aus. Greiser Wein geziemt dem jungen Munde. Ein Lächeln gezeigt! Mein Kamerad, du, Tiefstes Glück steigt aus der späten Stunde Es sieht uns der Himmel so freundlich zu, Oft am Tage scheint die Sonne kalt. Und immer weiter geht der grimme St Und der Oberst, der Alte, der sonst so parsch, Schmiege Dich getrost in meine Falten, Aus Eurer Söhne Gräbern klingt's empor, Er freut sich an diesem Parademarsch! Aus all den Tränen, die die Mütter weinten Lerne Klarheit aus der Nacht gestalten Schwillt Eures blinden Frevels Rachechor: Die Fenster und Türen sind leer, so leer— Werde ruhig. Meine Stirn ist alt!" Kein deutsches Mädel winkt nimmermehr! „Fluch und Verderben Euch, den Kurt Erich Meurer Doch! Hinter den Gräbern blühet noch gar, Friedensfeinden! Kamerad, ein lächelndes Augenpaar. (z. Zt. im Westen) Karl Ettlinger Nr. 49 JUGEND „Moha“-Kochbuch Kriegsgemäße Küche Pohäl in 40 Kapiteln bearbeitet von Kochlehrerin Frau H. Kiel, Frankfurt a. M. * Küchenmeister A. Stober, Nürnberg ter Einsparung v. Fett, Ende Im. 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Lezte ob die Herrlichkeit des politischen Diktators der ganzen Entenie zu Ende sei. Aber der Gerichtstag des Unterhauses über Lloyd George ist ausgegangen wie das Hornberger Schießen. Man hat gesagt, der Angegriffene habe einen jämmerlichen Rückzug angetreten. Ob er dies in der Sache getan hat, läßt sich auf Grund des ungenügenden Nachrichtenmaterials das uns zu Gebot steht, nicht recht beurteilen. Hätte Lloyd George in Paris den neuen Obersten Kriegsrat der Entente wirklich als die entscheidende Oberleitung des ganzen Ententekriegs dargestellt, so würde von einem solchen Rückzug allerdings gesprochen werden können; denn nach seiner Londone Schilderung bleibt die Entscheidung durchaus den einzeln *1 Ma südwe Unse liche Nr. 610 Seite 3 tionsstab der„Jugend“ mit vielen Mitarbeitern, Abordnungen der Münchner journalistischen Vereine, der Schriftleitung der„M.N. N.“ und viele Künstler gekommen. Harmoniumklänge und ein Trauerlied leiteten die Feier stimmungsvoll ein. Das im Schatten hochragender Tannen gelegene Grab zeigte reichen Schmuck von Kränzen, deren einer von der Schriftleitung und den Künstlern des„Simplizissemus“ war. In würdigen Worten sprach Stadtpfarrer Uffinger von St. Ludwig von dem berufstüchtigen und berufstreuen Mann, dem edlen Menschen, dem treubesorgten Gatten und Vater. Hierauf trat Schriftleiter Langheinrich an das Grab, um für Verlag und Schriftleitung der Münchner„Jugend“ einen Kranz zu widmen: dem schaffensfrohen, viel zu früh dahingeschiedenen Menschen und Künstler, dem die„Jugend“ unendlich viel verdankt, der ein aufrichtiger Freund des Vaterlandes, aber kein Sinner, Grübler und Träumer de la partie de war, dem lebensfrohen Gäkiner im deutschen Dichterwald, der, voll Ehrfurcht vor den hochragenden Wipfeln, die kleinen, zum Licht dränE. E. genden Stammchen fürsorglich hegte und pflegte. Justizrat Dispeker legte namens des Verwaltungsrates der„Jugend“(Verlag Cg. Hirth) einen Kranz nieder. Der erste Vorsitzende des Münchner Journalisten= und Schriftstellervereins, Hauptschriftleiter Dr. Möhl, widmete für diesen Verein Kranz und Nachruf: dem lieben Mitgliede und treuen Freunde, der immer hilfsbereit und opferwillig für die Standesorganisation eintrat, und der das Lebenswerk Dr. Georg Hirths, des verstorbenen Ehrenpräsidenten des Vereins, getreulich fortsetzte, der wie dieser mit den scharfen Waffen des Geistes Erbärmlichkeit geschikt und Unehrlichkeit, namentlich auch auf politischem Gebiete, bekämpfte und zu Boden schlug, bis sich an ihm die ergreifende Tragik eines allzu frühen Todes erfüllte, mitten im jugendfrohen Schaffen. Für den Landesverband der bayerischen Presse 3. und den Ortsverband der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller sprach Schriftsteller Schaumberg Worte des Dankes und der Anerkennung. Mit Gesang schloß die Trauerfeier. * Weihnachtsferien Seite 4 Nr. 610 phonie=Konzert zugunsten der Mannschaften des Fliegerbau=Batail. Beethoven=Abend; Liederabend Valdis Zerener; 3. Quartett=Abend„Das Klingler=Quartett Konzertleitung Otto Bauer: Neue Münchner=Konzert=Orchester, Dirigent Alfr. v. Paue Budahegy, Kammersänger John Forsell: Liede Abend von Goetz: Klavier=Abend Hoehn; Drei Beethven=Abende Busch; Chopin=Abend Elly Rey. Ve einigte Konzertbüros: Lieder=Aben Dall'Armi; Volkstümlicher Abend(Rich. Wagne Abend) zugunsten des K. Infanterie=Leib=Regts.; Remantischer Abend Erler=Schnaudt, Zimmermann. Amtliche Nachrichten Hochschulen Dem Privatdozenten an der Universität München H. Bogels wird die erbetene Entlassung von sein Stelle bewilligt den Privatdozenten an der Unive sität Würzburg Dr. L. Jacob, Dr. W. Lobenhof. fer und Dr. J. E. Schmidt sowie dem Privatdoze ten an der Universität Erlangen Dr. Fr. Bru staed wird für die Dauer ihrer Wirksamkeit Privatdozenten im bayer. Hochschuldienst Titel Rang eines ad. Professors verliehen. Forstdienst Vom 1. Dez. an werden auf Ansuchen in gl. Eige schaft versetzt der Forstrat J. Loesch von Bad S ben nach Herrnhütte, die Forstmeister L. Böhaim von Schnaittach nach Aschaffenburg=Nord, G. Kol von Benediktbeuern nach Neumarkt i. O., J. Eck vor Beilngries nach Weiden, J. Köstler von Neu reichenau auf das FA. Passau=Süd, H. Zenglei von Reichmannshausen nach Freising; zu Forstmeister befördert die Forstamtsaffessoren Chr. Meuchne von Miltenberg in Bad Steben, K. Muffat vor Inzell in Benediktbeuern, R. Döring von Rusel Beilngries, O. Erb von Illereichen in Neureichenar Back von Bildhausen in Reichsmannshausen; an Ansuchen in gl. Eigenschaft versetzt die Forstamte assessoren Fr. Freih. Kreß von Kressenstei in Mainsondheim auf die Forstamtsassessorenstelle Schnaittach, FA. Hersbruck, H. Porzelt bein FA. Bergzabern an das FA. Sulzschneid und F Scheidter bei der Zoologischen Abt. der K. Forst lichen Versuchsanstalt an das FA. München=Forsten ried; in gl. Eigenschaft berufen die Forstamtsassessoren E. Gruber beim FA. München=Nord auf die Forst amtsassessorenstelle in Miltenberg, FA. Millenberg, M. Koch beim FA. Berchtesgaden auf die Forstamtsassessorenstelle zu Inzell, FA. Siegsdorf, Fr. Bosch beim FA. München=Forstenried auf die Forstamtsassessarenstelle zu Rusel, FA. Deggendorf, Ph. Dür gehabt zuzusuchen. Dr. phil. Siegfried Sinzheimer, der langjährige Hauptschriftleiter der Münchner Jugend“. fand am Samstag nachmittag im Waldfriedhofe die letzte Ruhe. In großer Zahl waren Freunde und Berufsgenossen des Verstorbenen, der Redak Dr. Jur. haare. 31 Jahre alt, militärfrei, sucht passende suppen. 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In innigem Zusammenarbeiten mit Dr. Georg Hirth und mit seinen Kollegen widmete er alle seine Kräfte dem künstlerischen vaterländischen Unternehmen, zu dessen Emporblühen er nach allen Möglichkeiten beigetragen hat. Es gibt wohl kaum einen hervorragenden Schriftsteller unserer Zeit, zu dem der Verstorbene nicht in persönlichen Beziehungen gestanden hätte. Der Aufgabe Dr. Georg Hirths und der„Jugend“ neben der Pflege des vorhandenen geistigen Besitztums der Nation allen jungen emporstrebenden Kräften die Bahn zu öffnen und die Wege zu ebnen, hat er mit allen Fähigkeiten seines Herzens und seines Geistes gedient. Der Verstorbene war ein begeisterter Forderer der Kunst. Eine unerschöpfliche Fülle wertvollster Anregungen sind von diesem Mann ausgegangen, der es wie selten einer verstand, Talente zu entdecken, sie in in ihrer Schaffensfreude zu starken, sie zu lebendigen Taten der Kunst zu befeuern. Er erblickte seine schönste Aufgabe darin, kämpfenden Jüngern der Musen den Weg zu ebnen. Ergriff er selbst einmal das Wort in der„Jugend“ so durfte man sicher sein, edeln Gedanken, eigenartigen Einfällen zu begegnen, die aus einem gütigen, freiheitsstarken Herzen kamen. Mit Dr. Sinzheimer ist ein Mann dahingegangen. dessen hervorleuchtende Kennzeichen ein durch keinen Undank zu erschütterndes Wohlwollen für alle ehrlich Strebenden, ein rückhaltloses Einsetzen seiner ganzen Persönlichkeit für das von ihm als gut und schön Erkannte waren. Ein Bereicherer deutscher Kultur ist allzufrüh ins Grab gesunken, einer, der für die Menschen, denen seine Liebe und Verehrung gehörte, durch ick und dünn ging. * Hochschulnachrichten. Der ord. Neue literatur und Wissenschaft * Dr. Siegfried Sinzheimer †. Wie wir schon an anderer Stelle gemeldet haben, ist am Mittwoch der Hauptschriftleiter der Münchner„Jugend“ Dr. phil. Siegfried Sinzheimer in München gestorben. Er war am 3. August 1865 zu Worms geboren. Aus der Luft seiner schönen Vaterstadt am Rhein trug er den heitern Grundcharakter seines Wesens, die rheinländische Fröhlichkeit und die Lust am Leben. Er besuchte das Gymnasium zu Worms, und schon damals beschloß er, sich dem Beruf des Journalisten zu widmen. Auf der Münchner Universität hörte er besonders Bernays, ging darauf nach Berlin, wo ihn neben Treitschke in ganz besonderem Maße ciret Menschen herzige Politiker wähnen könnten. Ebenso wie dem stählernen Waliser ist es dem neuen Diktator Frankreichs heiliger Ernst mit seiner Erklärung. Fanatiker in der Politik machen leider ebenso Schule wie alle anderen Fanatiker und schon das Schweigen der Gegner Clemenceaus zu dem kriegstollen Wüten in seiner Antrittsrede ist ein Anzeichen dafür, welch kräftige Wirkungen das Auftreten des alten Ministerstürzers ausübt. Clemenceau war immer stark im Niederreißen. Wenn er jetzt das schöne Wort von der„Gesellschaft der Nationen" vom Piedestale holt, auf das es gerade von Wilson und seinen Freunden als ein Fanal für die Menschheit postiert und des Eisernen Kreuzes. Dr. Singheimers Beerdigung. Eine zahlreiche Trauergesellschaft aus den verschiedensten Gesellschaftskreisen der Stadt zeugte davon, daß der im vollwertigen Mannesalter von 52 Jahren verstorbene Hauptschriftleiter der Münchner „Jugend“, Dr. phil. Siegfried Sinzheimer, zahlreiche Freunde und Verehrer zurückgelassen hat, die seinen frühen Tod beklagen. Dem mit Kränzen bedeckten Sarge folgten mit den Brüdern des Dahingeschiedenen, darunter Professor Dr. Sinzheimer, Herr Walter Hirth vom Verlag der „Jugend", Beamte, Redaktionsmitglieder, literarische und künstlerische Mitarbeiter des Blattes, viele bekannte Schriftsteller, unter ihnen Dr. Noder(A. de Nora), Freiherr von Gumppenberg. Karl Henckell. Graf du Moulin=Erkart eine Vertretung der Redaktion der„Münchner Neuesten Nachrichten“, die ebenso wie jene des „Simplicissimus“ einen Kranz an der Bahre hatte niederlegen lassen, Offiziere, Angehörige der Gelehrten= und Finanzwelt. Am Grabe, das unter den Tannenriesen des Waldfriedhofes bereitet und von einem mit Blumenspenden ge- zierten Aufbau umgeben war, hielt der amtierende Geistliche von St. Ludwig eine würdige Ansprache, die den menschlichen Eigenschaften des Verstorbenen gerecht wurde. In poesievollen Worten gedachte Schriftleiter Langheinrich des Schaffensfrohen, der allzu früh der„Jugend“ entrissen ward, der nun in der Nähe von Georg Hirth und Otto Greiner im ewigen Schlafe ruht. In seinen Knabenträumen, in die das Kampflied vom deutschen Rhein klang, das jetzt wieder der warmherzige Vaterlandsfreund in sturmbewegter Zeit vernommen war sein Wunsch. ein Mann der Feder zu werden. Er war kein Sinner, Grübler, Träumer, aber ein lebensfroher Gärtner, der im deutschen Dichterwald vor den Kronen der Großen sich beugte, aber darüber nicht vergaß, die Aufstrebenden und Emporwachsenden zu pflegen. Dank und Ehre hinterläßt sein Andenken. Justizrat Dr. Dispecker dankte dem Manne von seltener Begabung, der in zwanzig Jahren treuer, opferwilliger Arbeit dem Blatt so viel aus seinem geistigen Reichtum gegeben und in echter Herzensgüte jene zu beglücken gewußt, die um ihn waren. Hauptschriftleiter Dr. Möhl spendete dem geschätzten Mitglied des Münchner Journalisten= und Schriftstellervereins, dem treuen Freund und Helser. der Hirths Lebenswerk aufgenommen und fortgeführt, einen Kranz, Schriftsteller Georg Schaumberg gedachte für den Landesverband der Bayernischen Presse und den Ortsverband der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller des hilfsbereiten, opferwilligen Kollegen, der seinen Beruf mit Begeisterung erfüllt und ein wahrhaft liebenswerter Mensch gewesen. Ein Grablied schloß die Trauerfeier, während der Herbstwind durch die Wipfel rauschte um et de Zu Deinem Geburen Herrn C. Hargo eo n vE 12 1/2 Herrn 24 14 Ges. b. Holland gefundheit& die ou Votre N12 Bouwman de Witsen wie bisherin amn Wm Spazin fo H. Schaef Königl. Eenige loben huijsde Yours, Mijne 2t Een van den erwischtens des ce 2e bij 21 Centimetres Inches Sachverständigen-Zubehör.de Co r chart Cyan . Green Yellow Red Magenta White Grey Black Centimetres Inches M Grayscal Sachverständigen-Zubehör.de 2 13 9 10 11 2 3 4 5 6 Todes-Anzeige. Unsere heißgeliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Maria Freifrau von und zu der Tann k. b. Majorswitwe ilt Sonntag, 31. März früh 4 Uhr nach langem, schweren, mit unendlicher Geduld ertragenem Leiden sanft verschieden. München, 2. April 1907. in tiefiter Trauer Dr. phil. Siegfried Sinzheimer, Redakteur der„Jugend“, Treska Sinzheimer, geb. Freiin von und zu der Tann, mit Töchtern Ella und Hertha. Die Beerdigung erfolgt heute Dienstag, 2. April, Nachmittags 1/2 3 Uhr im Schwabinger Friedhofe, der Trauergottesdienst findet Samstag, 4. April, Vormittags ½ 9 Uhr in St. Ludwig statt. Knorr& Birth, München. Abs. Selig. Wazbures Weingartenstr. 2b DR. SlEGFRIED SINZHEIMER GEBOREN 3. AUGUST 1865 GESTORBEN 21. NOVEMBER 1917 Die Zeit geht nicht, sie stehet still, Wir ziehen durch sie hin; Sie ist ein Karawanserai, Wir sind die Pilger drin. Es ist ein weißes Pergament Die Zeit, und Jeder schreibt Mit seinem roten Blut darauf, Bis ihn der Strom vertreibt. Gottfried Keller MARINE ET COLONIES 1 e Der Wegegenoß und Schaffenskamerad, der hier die Hände zum ewigen Schlafe faltete, hat sein Blatt mit raschen, fast leidenschaftlichen Zügen beschrieben. Aber es ist nich im Winde verweht, nicht im Strome zerronnen; i in mehr als zwanzig Jahrbänden der„Jugend“ ist es feft- gehalten, was er mit uns geschaffen hat in treuer, selbstloser, hingebungsvoller Arbeit. Wenn wir heute heraustreten aus der Haft und Unraft des Alltages auf den stillen Weg, den der Entschlafene vor uns hingegangen ist, so sehen wir erschrocken alle die Hügel, die Kreuze und Steine, mit vertrauten Namen beschrieben, die an ihm aufgerichtet sind. Wie viele Tandon Opfer hat die bittere Not der Zeit in den letzten Jahren von uns gefordert! An schlachtumdonnerten fronten gaben sie ihr warmes Blut und junges Leben dahin, dort, wo sie in fremder Erde ruhen; und Andere wieder betteten wir in der waffenumfriedeten Heimat unter das Waldesgrün des bedrohten Vaterlandes. Nicht weit von dieser frischaufgeworfenen Grabstätte wölbt sich der Hügel über dem Andenken Otto Greiner's und ihm nahe bewahren wir in geweihter Urne die Asche unseres unvergeßlichen Georg Hirth. Sie Alle, die in dem Kampfe Deutschlands gegen eine Welt von Feinden die Waffen des Krieges und des Gei- stes treu und mutig führten, mußten dahinscheiden, noch ehe die Hoffnung ihrer Herzen sich erfüllte. Aber der Siegesklang der deutschen Waffen wird ihnen einft nach- jubeln in die Ewigkeit, aus der sie das befreite Vater- land grüßen. Siegfried Sinzheimer rauschte der Rhein im weinlaub- umsponnenen Worms, dem alten Monnegau der Minne- fänger, das Wiegenlied. In seine Knabenjahre klang der Waffenlärm um die Freiheit des deutschen Stromes, den gallische Gier zu Deutschlands Grenze zwingen wollte. Und um seine Bahre tönen abermals die Schlachtrufe eines Weltkrieges, den der Neid und der Haß gegen uns entfesselte. Es war der Traum des Wormser Gymnasiasten, einst ein Mann der Feder, des Schrifttums zu werden. Und als „„ er vor mehr denn zwanzig Jahren in den Arbeitsver- band der Münchner„Jugend“ eintrat, da erfüllte sich ihm dieser Traum, wie er ihn erfüllt hat in unbeirrter, segens- reicher Arbeit an dem Unternehmen Georg Hirths. Die Lebensauffassung dieses Mannes und der ganze Sinn MARINE ET COLONIES seiner„Jugend“, allen wahrhaft künstlerischen Kräften helfend und fördernd die Hand zu reichen, ihnen die Bahn zu weisen, entsprach so recht den Herzenseigen- schaften des Verewigten. Der lebensfrohe Rheinländer war kein Sinner und Träumer und Tiefschürfer an den Quel- len der uralten Welten-Esche. Sein Werk ist eher das eines frohgemuten Gärtners gewesen. Wohl verehrte und be- wunderte sein Geist die hochragenden Stämme und die ..weitrauschenden Wipfel des deutschen Dichterwaldes. Sein Herz aber und seine Liebe gehörten der Schonung die- ses Waldes, dem Neuland im Garten der Dichtkunst, wo junge Wurzeln sich zärtlich an die Brüfte der Erde drängen, wo frisches Grün empor will zum Lichte, wo junge Quellen eilen und singen, es gehörte der Jugend. Da ging er in Entdeckerfreude einher, da half und förderte er wo und wie er nur konnte, da faßte er Quellen, da erntete er mit frohen Händen in die Scheuern der„Jugend“. Viele werden heute im Geifte an der Bahre dieses Man- nes stehen, dem sie Dank schulden übers Grab hinaus. Und auch wir senken die schmerzumflorte Fahne vor dem waldüberrauschten Hügel des heimgegangenen Freundes ̃ 1 ̃ und Arbeitskameraden und sprechen in stiller Trauer die Worte, die Gottfried Keller einst dem hinge schiedenen Freunde Baumgartner nachrief: Mit dem Vaterland und allen Freien Ging er stets dem goldnen Licht entgegen; Freiheit, Licht und Wohlklang, diesen dreien Galt der Takt von seines Herzens Schlägen. Was er tat, das tat er recht mit Fleiß Und beim Schmieden war sein Eisen heiß. Das Bild und das Andenken des Verewigten aber wird uns begleiten und bei uns bleiben, bis auch uns einst die Feder entfinkt und uns der Strom vertreibt. Am Begräbnistage 24. November 1917 FRANZ LANGHEINRIGH ilmoitamme Grasseltern! Lillii Eben von Meiner Reise rinrückgekehrt, exalire ich dass in Euerer Famiere sich ein trauriger Tedesfals ereignet hat. Na meintlich Sie, lieber Grossnater, will ich nun mein innigstes Beileid aus sprechen.— Nachdem Ihr Ende 10 guthierer half, habt Herumügleich eine traurige Nachricht bekam men. Aber hoffentlich gelet es Euch recht gut. du üle mit Ver To paar Tage, mar, ma sau rinsammen ren natürlich herrlich leiderum zu kurz. Er er zahlte mir sehr interresant an seiner Lätigkeit, die sehr anstrengend und verAntwortungsvall ist, sig und Nacht muss er zuf seinen Pasten sein und id es alsahut nicht so friedlich wie wir uns es vorstellten. Aber haffentlich beschnützt ihm der liehe Gatt. Hier ist andauernd herrliches Wetter und wir machen viel Sparniergänge und Ausflüge. Nun seid herzlichst gegründe und gekanst von Euerer Ma. Seite 6 Rünchner Neueste Nachrichte Nr. 592. Donnerstag, 22. November 1917. Abend=Ausgabe Nach schwerem Leiden verschied Montag Abend das langjährige Mitglied unserer Schriftleitung Herr Dr. phil. SIEGFRIED SINZHEIMEL Ueber 20 Jahre hat er seine Tätig reue der„JUGEND“ gewidmet, was wir ihm über das Grab hinaus danken. Das Andenken an ihn wird bei uns nicht erlöschen. MÜNCHEN, den 21. November 1917. Verlag und Schriftleitung der„JUGEND“. Statt jeder besonderen Anzeige. Schmerzerfüllt teilen wir mit, daß nach langem, schweren Leiden mein heißgeliebten Gatte, mein unvergeßlicher Sohn, unser guter Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onke Dr. phil. SIEGFRIED SINZHEIMER Hauptschriftleiter der„Jugend“ ###estern Abend im Alter von 52 Jahren sanft verschieden ist. München, Frankfurt a. Main, Im Felde, den 22. November 1917, Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: TRESHA SINZHEIMER, geb. Freiin von und zu der Tann. Die Beerdigung findet Samstag. den 26. November, vormittags 10 Uhr nungskirche statt, der Gottesdienst Man bittet dankend, von Beileidsbesuchen abzusehen Nr. 592. Donnerstag, 22. November 1917. Abend=Ausgabe| Künchner Neueste Nachrichter Seite 5 Zwecks Licht= und Brennstoffersparnis sind etliche Anzeigen — ab Montag, den 26. November ds. Is. Bekanntmachung unsere Kassen nachmittags nur mehr geöffnet Handelsr. (A) W. Linnen- von 2½—3½ Uhr Wie liest man den Gasmesser ab: Druck von Gertzen und S.V.K. statt wie bisher von 3—5 Uhr *(46,292 Am Samstag sind die Kassen nur bis 12½ Uhr(statt bis 1% Uhr) offen, Man lese die Zifferblätter von links nach rechts ab; nehme beim Ablesen Ital: 20 000 fl., Sind mehrere Bahink für Handel und Industrie Filiale Dresdner Bank Filjale München München Geschäftst immer jene Ziffer, welche der Zeiger in der Richtung der fortlaufenden Königliche Filialbank München, Majestät MARINE ET COLONIES berische Handelsbank Find& Co. Deutsche Bank Filiale München Ziffern zuletzt überschritten hat; schreibe die abgelesenen Ziffern hintereinander || perische Hypotheke Bayerische Notenbank ### und Wechselbank Ehe Creditbank Niederlassung so hat man den Gasmesserstand zur Zeit der Ablesung. Die nach Münchener Industriebank Bayerische Bereinsbank stehenden 3 Figuren zeigen das Zifferblatt eines Gasmessers mit verschiedenen Pfälzische Bank Filiale München Zeigerstellungen und die sich hienach ergebenden Ablesungen. — Lediglich vormittags Käftstel. Linöwurmstraße Kartonagensabrikan (wie bisher) halten ihre Kassen geöffnet: - Le Compte sbank und zwar von 1/2###— ordencret MARINE ET COLONIES Kubikmeter Die Mitglieder der Einrichtung und nännischer Münchner Bankiervereinigung Nachrichten, R. S. haben zur Einsparung von Licht und Brennstoffen beschlossen, Ablesung A. GeschäftsMARINE ET COLONIES Fig. 1 ab Montag, den 26. November 1917| 823 cürm. ihre Kassen während der Wintermonate nur mehr zu den folgenden Zeiten offen den. Gesellschafter Gefellung Kaufmann Lresseres. Walter, zu halten. Vormittags: von 8½—1 Uhr Nachmittags: von 2½-5 Uhr Theate schaft mit Kubikmeter beschränkter Haftisch= Samstag Nach 1 Uter Geschäftsführer: Dr. Karz 2. Ablesung Fig.1 - 1/2 67 697 cbm Hunderler Zehner Kubikmeter. Ablesung Fig. II(res) s. 7.7. st) 706 cbm. Hunderter Zehnen Einer. War nun beispielsweise der heutige Gasmesserstand 106 cbn Gasmesserstand vor 8 Tagen 573„