Conio Overveen, Prins Mauritslaam 10 Prof.Dr. H.Sinzheimer 21.8.45 Lieber Freund! Unter den vielen Briefen, die ich aus Amerika empfing, war mir einer der Liebsten der Brief von Ihnen. Er war so innerlich herzlich geschrieben, so voll von alter Anhänglichkeit, dass ich mich mit ihm nur freuen konnte in Erinnerung an die schöne alte Zeit, in der wir so oft im Gedanken gemeinsam verbunden waren. Dass er zugleich im mir wieder den Gedanken an Ihren von mir so hoch verehr- ten Onkel Wilhelm wach gerufen hat, war kein Zufall. Ich habe gerade an ihn in der letzten Zeit oft gedacht. Er war einer der Vorbilder meines Lebens. Das sind die Menschen, die wir wieder brauchen. Möge das zerschla- gene, innerlich verfaulte, von seiner geistigen Kultur, die es einst hatte schaulos abgefallene Deutschland den Weg zu solchen Männern wieder finden. Was Deutsche an Gestialität, an widerlicher Vereinheit, an wirk- lichen Antimenschentum leisten konnten, haben wir nie für möglich ge- halten. Was wir hier erfuhren und vor unseren Augen sahen, einen gegangenommen war eine neue Spielart des Menschen, dessen "esen darin besteht, dass er den Begriff des Nebenmenschen aus seinem Innern ausgestossen hat. Ich denke natürlich nicht daran, das ganze deutsche Volk verantwortlich zu machen. Ich sehe die Hauptschuld in den, was geschah, als von den Kreisen her kennend, die die sog. Fliten im Leutschland bilden: Offiziere, Professoren, Lehrer, Arzte,"dvokaten" u.s.w. Ich heffe, dass wir nun wieder in eine geregelte Korrespondenz eintreten können. Dann könne wir über diese Frage uns noch näher ver- ständigen. Ich möchte zunächst nur noch meiner Freude darüber Ausdruck geben, dass Sie das Glück hatten, dort in Amerika, fern von all'diesem Unmenschlichen, sich weiter zu entwickeln. Wie schön ist es, jetzt in Ihrem Alter mit neuen Problemen ringen zu können und wie ich hoffe, an ihrer Lösung aktiv mit zu wirken. Mit Spannung erwarte ich die Ver- öffentlichungen, von denen Sie mir schrieben, vor allen auch Ihr Buch über den„Doppelstaat“. Sie schrieben mir, dass auch Neuren mir sein Buch über den Nationalsozialismus schicken wolle. Bis jetzt ist es noch nicht eingetroffen, wie ich überhaupt noch keinen Brief von ihm erhalten habe. Von Cahn-Freund, Lehran u.s.w. habe ich auch noch nichts gehört. 2 Ich hoffe, dass es ihnen gut geht und dass sie sich auch weiter ent- wickelt haben. Cahn-Freund scheint einen gewissen Einfluss in England zu haben. Er kann sicher einflussreiche Kreise in England über den wirk- lichen Geisteszustand in Deutschland aufklären und vielleicht dadurch auch Linfluss gewinnen. auf die Politik, die die Besatzungsmächte in D'ld gegenüber den Deutschen führen. Es wird Vieles misslingen. Aber es könnte auch Manches in gutem Sinne gelingen. Ich will heute nur in kurzen Strichen über unser persönliches Erleben sprechen. ir hatten eine schöne Zeit in Niederland. Ich konnte ruhig arbeiten und Holland von der besten Seite kennen lernen. Das änderte sich alles, als die Deutschen hier einfielen. Die New Scool in New York hatte mir das angebot gemacht, nach dort zu kommen. Vertrag und alles war fertig. Aber es war zu spät. Ich konnte keine Ausreiseerlaubnis mehr erhalten. Wir waren in der Mausefalle. Bald nach dem Linfall wurde ich verhaftet, war erst hier 6 Wochen im sog. Untersuchungsgefängnis und wurde dann nach Deutschland nach dem Gefängnis im Cleve transportiert. Ende Nov.wurde ich wieder entlassen, aus welchen Gründen weiss ich bis heute noch nicht. Ich hoffe es noch einmal zu erfahren. Jedenfalls wusste ich, als ich das Gefängnis verliess, was Freiheit ist. Sie kam plötzlich über mich, da die Anordnung bereits getroffen war mich in ein Konzen- trations Lager bei Nürnberg zu bringen. Sie können sich denken, dass von da ab kaum noch eine ruhige Stunde gekommen war um einmal die Angst und die Gefahr zu vergessen, die von Tag zu Tag wuchs. Man sah wie sich zulächst der Ring um die Juden schloss, wie eine Gemeinheit nach der andern gegen sie begangen wurde. Aber ich will von dieser ganzen Zeit absehen, um nicht so ausführlich zu werden. Jedenfalls leisten wir das Terrersystem in nächster Nähe kennen. Beginn August 42 wurde meine Frau vernaftet und ein junger Neffe von ihr(16 Jahre alt) der seit 1938 von uns aufgenommen worden war.Sie fielen plötzlich abenes zwischen 8 u. 9. Uhr in unserer Wahnung ein mit den angeblichen Auf trag alle bis zum 5e Lebensjahr zu verhaften. Ich wollte meine Frau nicht allein gehen lassen und ging freiwillig mit. Wir sollten alle nach Polen geschafft werden. Was dort gescah wissen Sie. Im Polen wurden Hunderttausende durch die verschiedensten Todesarten dem Tode überliefert. Heine krasse Morde, abschliessend mit der"wissenschaftliche fundierten Verpasung.Durch ein Wunder wurden wir in der Sammelstelle wo ein hagen. Laffe sich als Leiter des Transportes mit den Allüren eine Strafegen aufspielte, in der Nacht wieder entlassen, ausgenommen der arme Junge, den sie nicht mehr frei liessen und von den wir seit dieser Zeit nichts mehr gehört haben. Nun begann die Zeit der schlimmsten Razzi jede Nacht eine andere. Anfang September erhielt ich die Nachricht, dass in der Nacht regelmässig mehrere hundert Juden"aufgepickt" werden sollten. In diesem Augenblick fasste ich den LutschJuss alles aufzugeben und zu versuchen, der kommenden Verschickung durch„Untertauchen“ zu entgehen. Wir gingen in das Nichts. Alle unsere Möbel waren den Hunden und Dieben preis gegeben. Wir haben heute kein eigenes Mobiliar mehr, abgesehen von einzelnen Stücken und vor allem abgesehnen von meinen Büchern, die wir kurz vorher zur Seite geschafft hatten. Und so waren wir etwa 3 Jahre lang"untergetaucht". Das heisst: Wir lebten in Dach- kammern, vollkommen abgeschlossen von der Aussenwelt, ohne Bewegung im Freien, jeden Augenblick gewärtig bei irgend einer Komtrolle wieder ge- packt zu werden. wir wechselten ungefähr 5 Mal unseren Aufenthalt. Wir waren bei Schülern, die rührend halfe, und anderen guten Menschen unter gebracht. So merkwürdig es klingt: an einen grossen Teil unseres Unter- getauchtseins denken wir mit besonderer Freude zurück. Das war der A oma ist auch gerettet und ist jetzt wei uns. bei dem Direktor einer sozialen Frauenschule und seinen Frau. Ich sage nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir hier die liebsten, und wertvollsten Menschen fanden, denen wir je mit wenigen Ausnahmen im Leben begegnet sind. Wir dachten oft an Ihren Onkel Wilhelm und seine Frau Rise. Moltzers so heissen unsere Freunde, denn eine innere Freundschaft entstand zwi- schen uns sind streng gläubige Christen. Ich fand in ihnen zum ersten Mal, was es bedeutet, wenn Menschen von ihrem Christentum innerlich durch- drungen sind. Ich habe sehr viel von ihnen gehabt. Die wespräche, die grössten Wert. Wir erfurhen, wir mit ihnen führten waren für uns von was es heisst"Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst". Ich übergehe alles Weitere und denke nur noch an die Befreiungszeit. Wie schmählich und schaulos zogen die Deutschen ab und mit ihnen der Terror. Vorher hatten wir noch die Monatelange Zeit schlimmster Rungersnot zu durchstehen in einem Winter ohne Kohlen, ohne Licht, zum Teile nur noch ermährt durch Tuppenballem(mit den entsprechenden Dagenattaken, die mich auch krank machten. Dass wir das alles durchstehen konnten, liegt, das sage ich im Wesentlichen an meiner Frau, wie überhaupt unser Leben zu Zwei- in dieser ganzen Zeit trotz aller Bedrängnisse von aussen unseren Mut, unsere Hofrauung und unser Selbstvertrauen nicht erlöschen liess. Was uns bedrückte war nicht nur die allgemeine Sorge. Wir bitten grosse Sorge um unsere Kinder und die Oma, die Mutter meiner Frau, ganz abge- sehen von ihrer Schwester, die im Jahre 1942 von 1'ld aus mit ihrem Tochter nach Auschwitz verschieppt worden war. Wör haben die Hoffnung, sie wieder zusehen, so gut wie aufgegeben. Nun noch ein Wort über unsere Kinder(Traute Rva, Ursula, und wurde dann Hans) Trautes Mann war monatelang im Gefängnis in get lassen. Er ging unter der Bedingung, dass er Europa verlasse 194) 1. Traute war C. R. ohne seine Frau noch einmal sehen zu können, mit von ihr in untergetaucht, ihre Kinder waren(6 u. 4. Jahre alt aucht. Nach ein u. einer anderen Stadt in einem Kinderheim auch unter Gefängnis ge- einhalb Jahren wurden die Kinder aufgegriffen, im ten und nach bracht ihnen alles weggenommen was sie an Kleidung e fureht. was esterbeck, einem Abgangslager nach Polen gebracht. Furcht- bare Zeit. Meine Tochter erfuhr es durch Zufall. Es entsta zu den bares Dilemna für sie. Sie musste sich freiwillig in das La einigen de cette Kindern begeben, damit sie wenigstens bei den Kindern wa- Bergen-Bel nach Monaten kam sie und die Kinder in das berüchtigte I. sen bei Celle. Wir hörten und sahen nichts mehr von ihr. Und nun kommt das Wunder. Freunde meiner Tochter hatten ihr einen falschen Pass nach Paraquai zugeschanzt. Auf Grund dieses Passes kun sie, alle beimabe ver- im Februar dieses Jahres in ein sog.Auswechslungslager im dans le hun der Biberach. Sie schrieb uns von dort: Was Ihr auch hört von Bergen Belsen mig. In Biberach kamen dann im Mai erst sie Franzosen, u. es ist zu später auch die Engländer. Das Lager stand unter der Kontrolle des Roten Kreuzes. Wir erhielten die ersten Briefe von ihr wieder. Die Behandlung war gut, die Verhältnisse, vor allen was Nahrung anlangt eben- falls. Aber sie konnte nicht weg, weil jetzt die Rolländer Schwierigkei- ten machten. Wir waren ja noch staatenlos. Eines Tages kam ein amerik. Selb dat an, meine Tochter wurde gerufen, und ihr Bruder Hans stand vor ihr, der inzwischen amerik. Soldat geworden war und nun in Frankfurt! stationiert war, in Dienstendes Antimmendenstes. Er nahm meine Toch- ter mit. Wir erwarten die Beiden bei uns in allerrächster Zeit. Ersula war auch untergetaucht und hatte Schweres zu überstehen Es gibt ja nicht nur ideale Menschen, wie unsere Freunde. Sie ist nun in Amsterdam u.besucht die Kunstakademie. Eva ist verheiratet mit einem Bildhauer, Jobs Wertheim u. hat 2 Kinder von 3 u 4 Jahren. Auch sie waren zuerst in Westerberk u. dann in Theresienstadt. Durch einen weiter 4. wunderbaren Zufall kam sie nach der Schweiz, wo sie sich jetzt noch befinden. Der Gesundheitszustand ihrer Kinder ist infolge der Entbehrun- gen und Zustände in den Lagern sehr schlecht. Wir haben die begründete Hoffnung, dass sie dort gesund werden. Was aus Hans geworden ist, habe ich Ihnen ja bereits gesagt. Wir sind sehr stolz auf ihn. Er ist ein tüchtiger Mensch geworden. Nun darf ich noch zum Schlüsse, weil Sie so lieb sich da- nach erkundigen uns mich bitten offen mit Ihnen zu sprechen, kurz das Folgende sagen: Ich bin nun 7e Jahre alt und musste nach gesetzlicher Vorschrift aus dem Lehrbetrieb der Universität ausscheiden. Einen weiteren gehalt beziehe ich nicht mehr auch steht mir eine Pension nicht zu. Die Stiftung, die mich angestellt hatte, benahm sich bisher auch äusserst anständig. Ich war auf Kontrakt angestellt. Trotzdem mein Kontrakt einige Monate vor den Krieg abgelaufen war, hat sie während der ganzen Zeit des Krieges meinen Gehalt, wenn auch gekürzt, weiter gezahlt. Die Kosten des„Untertauchens“ konnte ich damit teilweise decken. Das Uebrige verschaffte ich mir durch den Verkauf von Silber und Schmuck Ein Rest davon ist noch in meinem Besitz, abgesehen von einem kleinen Notpfennig, über den ich noch verfüge. Das nun die weitere Zukunft anlangt, so bemühe ich mich jetzt, um durch irgend eine Arbeit so viel zu erwerben, dass ich wenigstens eines Teil meines Verbrauchs selbst decken kann. Meine Frau hat bereits in Amsterdam, als schon Gehaltskürzungen, eintraten, durch Ausübung eines eigenen Demufs mit zu unserem Unterhalt beigetragen und wird es auch jetzt, soweit es auf sie ankommt, auch wei- terhin tun. Meine Frau ist ausgebilnete Graphologin, gibt Kurse und macht Analysen. Ich hoffe, dass im Uebriges mein Sohn imstande ist, so weit nötig für uns zu tun, was dann noch zu tum ist. Wie seine Verhältniss sind und nach seiner Demobilisierung sein werden, weiss ich noch nicht. Das hängt von der Besprechung ab, die ich hier mit ihm haben werde. Er hatte sehr gute Changen in New York als er eingezogen wurde. Inzwische ist der Besitzer des Geschäftes, an dem er Teilhaber werden sollte, ge- sterben. Wie sich mein Sohn daher seine weitere Zukunft senkt, weiss ich noch nicht. Ich will Ihnen nun meine innersten Wünsche aussprechen, die ich habe. Sie werden es verstehen, dass ich den Gedanken eigener Leistung nicht ausgeben kann und will. Ich will keine Gnadenbezüge, sondern nur das habe und erreiche, was ich durch reine Arbeit haben und erwerben kann. Ich nun nun einmal völlig auf die wissenschaftl. Bahn gekommen. Henn es geht, will ich in dieser Bahn bleiben. Eine langjährige Arbeit von mir steht nun vor dem Abschluss. Ich sehe in ihr meine Lebensarbeit. Sie trägt den Titel:„Theorie der Gesetzgebung“. Die The### der Evolution im Recht". Sie ist in deutscher Sprache geschrieben. Der Brief wurde zu sehr anschwellen, wenn ich Ihnen Näheres darüber schreiben würde. Mein erster Wunsch ist, dass diese Arbeit veröffentlicht werden kann. und ein Honorar für mich abwirft. Besonders erwünscht im meiner Situation wäre das Folgende: Die Carnegiestiftung vergibt Laueraufträge für die Bearbeitung bestimmter Gebiete. Ich kann heute kein bestimmtes Geblet verschlagen, das vielleicht für mich in Frage käme. Ich dachte daran, dass vielleicht die Grundprebleme rechtlicher Art, die der Gedanke der"diri- gierten Wirtschaft" aufwirft, von mir unter den Gesichtspunkt der Ent- wicklung des Eigentums behandelt werden könne. Sie spielen schon eine Rolle in meinem erwähnten Buche. Man hat heute kaum rech einem Ueberblick über die Formen, die sich auf den Gebiete des Eigentumswandels vortun. Eine klare, auf die Fundamente eingehende Systematik und zwar unter rechtssezialogischen Gesichtspunkt, wäre darum von Nutzen. Jann möchte ich noch einmal zurückgreifen, auf die Tendenzen, die ich in meinem Juden buch, das Sie ja wohl kennen(Jüdische Klassiker der deutschen Rechts- wissenschaft") zurückgreifen verfolgt habe. Mein Buch ist, als die zum Ausdruck kam 5 Deutschen einzogen, vernichtet worden. Ich selbst habe nur noch ein Exemplar. Zu kaufen ist es nicht mehr. Es war fast die ganze Auflage noch verrätig, als auch hier der jüdische Geist"ausgerottet" wurde. Ich selbst halte es mach wie vor für sehr wichtig, dass im möglichet vie len intellektuellen Köpfen die positive Leistung des jüdischen Geistes bekannt werden. Vor allem ist dies wichtig für die Propaganda, die Eng- land u. Amerika zu Gunsten einer Aemderung der deutschen Mentalität führen. Ich denke doch, dass diese Propaganda vernehmlich auch in die deutschen Universitäten eindringen will, um sie vor Entscheidungen im gewissen Grundfragen – und dazu gehört auch das autisemitische Probleme in diesen Kreisen, wie es z.B. in den bekannten Beschlüssen der von , die ich meinem Buche vorangestellt Karl Schmitt angeregten Kundgebung habe – zu stellen. Sie sollen Farbe bekennen. Soll die Verfahmung der jüdischen Bücher und jüdischem Gelehrten auf den Gebiete der Rechts- wissenschaft bestehen bleiben oder nicht? Am liebsten würde ich diese Propaganda selbst einleiten mit einen"Offenen Brief" an alle rechts- wissenschaftlichen Universitäten der deutschen Universiäten. Ich kann und will die Gemeinheit und Verlegenheit der erwähnten Fundgebungen nicht verwinden. Aber auch für den Juden selbst sind solche Bücher von Bedeutung. Ich trete für keinen Zionismus, aber für ein neues jüdi- sches Selbstbewusstsein, gestützt auf seine Leistungen in der religions- sschichtlichen Vergangenheit und seine wissenschaftlichen Leistungen und andere kulturelle Leistungen(neue Theaterkultur u.s.w.) ein. Man sollte endlich sich als Jude nicht mehr schweigendjeder Schwingung der öffentlichen Meinung gegen die Juden gegonüber ducken, sondern selbst offensiv verstossen. Es sollte gezeigt werden, welche Werte der jüdische Geist zutage gefördert hat und auch noch in der Zukunft zutrage fördern kann. Ich halte deswegen eine zweite Auflage meines Buches nach beiden Richtungen hin für angebracht. Aber mir fehlen die Mittel, um einen Neu- druck bezahlen zu können. Darum würde ich es begrüssen, wenn dem künfti gen Verleger hier in Holland oder sonstwo die Druckkosten oder wenig stens ein Teil der Druckkosten zur Verfügung gestellt werden könnte. und zugleich dafür gesorgt würde, um im Dienste der oben besprochenen Propaganda d In Intressenten das Buch in 2.Auflage kostenles zur Ver- fügung gestellt würde. Vielleicht finden sich dort bei Ihnen Organisa- tionen, die die Bedeutung der Aufgabe eines in Frage steht einsehen und bereit sind, sie materiell mit zu unterstützen. Zionistische Organisationen kennen unter keinen Umständen in Frage. Die Ziemisten haben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, systematisch mein Ruch totgesehwi- gen. Ich möchte Ihnen in diesen Zusammenhang auch darauf noch aufmerksam machen, dass mein ursprünglicher Plan in dieser Richtung weiter griff Ich habe ihn damals Kromstein, als ich ihn in Amsterdam sprach, entwickelt Ich wollte, dass nach dem Muster meines Buches alle Rachbereiche wissen- schaftlicher Art im denen Juden wirksam waren und Wesentliches geleistet haben, durch Autoritäten auf ihren Gebieten zur Larstellung gebracht werden sollten(Medizin, Chemie, Mathematik Literaturgeschichte, Philosophitechnik, Kunst u.s.w.) Ich war bereit die Redaktion des Sammelwerks zu übernennen. Dazu gehört natürlich ein finanziell mitwirkendes Patronat. Leider konnte mein Plan nicht zur Ausführung gebracht werden. Ich möchte ihn jetzt wieder aufnehmen und verschlagen. Im dem letzten Wochen hat mie ein weiterer Gedanke beschäftigt. Wie können die Juden für die Liebstähle der Deutschen, die Pauperisierung, die die Deutachen systematisch be- trieben entschädigt und wie können und müssen die Deutschen dafür büssenden was sie an Schrecklichem,Leben und Gesundheit der Juden betreffend ge- sündigt haben? Die Reaktion dagegen durch die deutsche Justiz selbst häng keineswegs nur mit jüdischen Interessen zusammen. Wer für Recht und Sittlichkeit kämpft muss die überpersönliche Bedeutung der Frage erkenne die damit aufgeworfen ist. Welches Programm haben die Juden, die nicht nur auf Landgewinn in Zien hoffen, für die Lösung dieser Frage'Ich glaube 6. dass ein Zusammengehen aller nichtzionistischen Juden erfolgen müsste, um über die Friedenskonferenz, jedenfalls durch ein ausführliches Gut- achten, gerichtet an die beteiligten Staaten, Vorschläge für die Regelung der fraglichen Angelegenheit, auf Grund eingebenden Studiums der Einzel- fragen ein ausführbares Programm vorzulegen. Ich wäre furchtbar gerne bereit, an einem solchem Gutachten leitend mitzuwirken. Aber hier muss ich endlich einhalten. Ich muss um Verzeihung bitten, dass ich durch diesen langen Brief Ihre Aufmerksamkeit so lange in Anspruch nahm. Ich wollte, um zu der Letzten noch eines zu sagen, nur folgendes feststellen. Was ich über meine Pläne schrieb, hat einen Grundgedanken: Ich will, wenn es möglich ist, wissenschaftlich weiter arbeiten. Verzeihen Sie, wenn ich ihnen es sage: ich glaube, dass ich dazu noch instande bin, theoretisch und praktisch Fruchtbares zu leisten. Wenn ich dazu eine materielle Grundlage gewinnen könnte, die leider zur Zeit für mich nicht mehr besucht, so wäre mein letzter Lebenswunsch erfüllt. Die Gegenleistung für die event.materielle Unterstützung in dem oben dargelegten Sinn biete ich an. Vielleicht haben Sie die Güte diesen Brief auch unserem alten Freunden Krenstein zugänglich zu machen, dem ich schon jetzt für seinen lieben Brief danke, aen ich aber noch besonders schreiben werde, allerdings ohne die eingehende Darstellung unserer persönlichen Leidensgeschichte und den ich die alle Freunde der herzlichst zu grüssen bitte. Sie können auch anderen Freunden, von denen Sie glauben, dass dieser Brief für sie von Interesse sein könnte, ihm zur Kenntnismahme verlegen. Grüssen Sie vor allem Rerkheimer, seine Mitar beiter vom Institut. Besteht seine Zeitschrift noch? Wenn ja, so könnte ich vielleicht auch in der Zeitschrift in der kritischen Abteilung am die Freunde an der New Scho ein laufendes Referat übernehmen. Meinem, mir auch sehr lieb schrieb und as machen besonders Tillich, Feiler dem ich auch noch persönlich antworten werde. geht Tillich nach Deutsch land zurück? Ich habe das wefühl, dass Männer wie er im Geld mit arbeiten könnten, um im Anschluss an seine beste Kulturzeit den neuen Geist, der dort vielleicht doch noch lebt, zu fördern. Grüssen Sie vor allen auch Ihre Schwester. Ihr Brief hat uns grosse Freude gemacht. Wir werden ihr auch noch direkt antworten. Mennike, der Freund Tillichs, ist noch in L'ld. Er hat Furcht- bares durchgemacht und tapfer stand gehalten. Sein Sohn ist gefallen. Nach hier kommt er wohl kaum zurück. Von Dr. Landauer, den Hervenarzt der an Horkheimers Institut attachiert war, haben wir leider noch nicht gehört. Auch er ist abtranspertiert werden. Seine Kinder sollen gerettet sein. Wir fürchten für ihn. Aber nun wirklich Schluss. Viele Grüsse an Ihre Frau und en Sie selbst, im Geiste mit herzlichen Händedruck, vielmals gegrüss ne Frau schliesst sich meinen herzlichen Grüssen an Sie Beide an. Ihr geg. Monsieur, P.S. Sie kündigen in Ihrem Schreiben vom 2o. Juli die Sendung eines Päckchens an. Ihr Brief ist sehr verspätet bei uns angekommen. Auf das Päckchen warten wir noch mit viel Sehnsucht. Es fehlt hier noch an Vielen Auch Martha schreibt uns was sie schicken soll. Es fehlt uns an Fleisch, wir bekommen pro Person in der Woche 100 Gramm) an Zucker,(125 gr) an Milch(2 lt.pre Woche) und ich muss es sagen auch sehr an Tabak(2o Cigaretten unregelmässig per Monat) Vielen Dank im Voraus. 16 Erneb Fraenkel 19 April1946 General Afpairs Sechian Mit bestem Gruß! Hg UsAMAIk Af0235 c. o. Postmaster San Franciseo. Hanna Tramhel Liebe Framn Sinzheimer! Sch habe Ihnen vielmals für Ihre liebe Zeilen und vor Allein für das Bild Ihres Männer zu danken, daß mir nach Korce nachgesandt würde. Ich füge Ihnen anliegend eine kleine Schrift bei, die ich zufällig hier aufgetrieben habe. Annölig hervorgehoben, daß ich Ihnen die Broschüre wegen der Aufsatz disposition Seite 12-14 zusende. Die Arbeit von K. Teumägari sollte sie mit Stolp erfüllen. Man braucht kein tiefer Steiner der Arbei Kirchenwissenschaft zu sein, um den Ursprung des Gedanken des Autors ausfindig zu machen! Ihr Mann hätte sich über diesen Fund sicher herzlich und berechtigtermaßen- getrennt. Beweiß die Arbeit doch, daß der Kern seiner Lebensarbeit in einem so Pernen Lande wie Saß an vollinsätzlich akrektiret worden, ist. Sie werden verstehen, daß ich die kleine Schrift gerne behalten und in mein Exemplar der Grundzüge einfügen möchte. Seien Sie doch bitte so gut, die Broschüre an Kahn-Frund weitergeleiten, der sie sicher mit dem gleichen wohnungen Interesse lesen wird wie sie und ich. Okt wird sie an mich zurückhanden. Wenn Sie eine Abschrift haben wollen, wird Hamma Schnee eine photostatische Regie zusenden. Ich will sehen, ob ich den Aufsatz selbst aufwecken kann. das Wesen der arbeitsrechtlichen Abhängigkeit 1.) Das schuldweckliche Verhältnis 2., das personenrechtliche Verhältnis Hier ist Heußbare Arbeit auf Aufnahme bereiten Boden gefallen! Ich bin nunmehr seit 3 Monaten in Korea und habe eine ausnehmend anregende Tätigkeit. Ich bin weiter der Kgal rescasit section der hiesigen Besatzungsbehörde. Reine Arbeit gibt mir nicht nur Gelegenheit anfindig zu machen. wie das deutsche Recht, das hier eingeführt würde, an die besonderen Verhältnisse eines uralten, aber erstarrten Landes angepaßt worden ist, ich habe darüber hinaus die Aufgabe vor aus angelfächsischem Denken gespeiste Recht der Besatzungsmacht mit dem Rechte einer Kander zu Kordinieren, das in Deutschland entscheiden von sonsten modifiziert und alddann diesem Kolenialland aufgezwungen worden ist. Ich habe manchmal das Gefühl, in einem juristischen Ratoratorium zu arbeiten, und ich lerne in einem Monat mehr über die sonologische Bedingtheit und die soziale Funktion von Rechtsinstituten als in Jahren theore tisches Arbeit. Ich habe im Geiste viele Briefe an Ihren Malm geschrieben in den letzten Wochen. Ich hoffe, daß Frante recht bald nach 15 weiterwändern kaum. Die Haaten sind ein tarad 1 für Kinder! Wenn Fraute und Hans wieder Seurzel geschlagen haben, werden Sie doch sicher einmal herüberkommen. Mich schreckt der Ablause sehr Ogeen nicht mehr, nachdem ich von Näthinghen bis Serul geflogen bin und die sollten sich mit dem Gedanken, unsere neue Heimat und Schon alten Freunde wiederzusehen, berei es jetzt vertraut machen. Ich bleibe ein weiterer Jaht hier, meine Frau kommt in einigen Wochen nach— aber dann Mit vielen Grüßen Ihr Ecke werden wir zurück sein. Kämmärä. A 16 Saarbrücken 18. II. 1125 Sehr geehrter, lieber Herr Professor: Meine Verhandlungen mit dem Rebellarbeiterverband sind bis auf eine doch ausstehende mehr formale Bestätigung seiten einer Kontrollinstanz zu einem positiven Ergebnis gelangt Ich übernehme, mit dem 1. Sammer die Stellung eines Rechtsbevaters und Anwalts des k. M. v. und werde gleichzeitig doyent an der neugegründeten Wirtschaftsschule in Bürenbey bei Leipzig. Mein offizieller Aufenbaltort wird Berlinirbt werde ich mich auch als Anwalt niederlassen, tatsächliwürde ich aber die ersten Jahre die längste Zeit in bliebend sein allerdings mit dem Giel, die Leßtätigkeit mehr und mehr zu Gunsten der Syndikutbütigkeit zurückzudrängen. Ich stieß bei dem d. M. V.— insbesondere bei Ritmann— auf sehr viel Verständnis für meine Wünsche und auf großer Entgegenkommen in der geküniären Frage. Mein Gehalt wird das der Stufe XI sein(Amtsgerichtsrat) abgesehen von den Gebühren. Ihre Kahnung mith nicht zu billig zu verkaufen glaubt ich damit berücksichtigt zu haben: endlich erfolgte Lösung der Ich teile Ihnen die um schwierigen Frage nicht nur mit, weil ich weiß, daß Sie an meinem Fottergehen Interesse haben, sondern auch aus dem Gefühl heraus, daß die Lübigkeit bei Ihnen und der Einfluß, den Sie auf mich ausgeübt haben für meine Entdeutung war, daß ich glaube, wicklung von so starken Be16 ohne Berührung mit Ihnen in dem jetzt vorgenommenen Schritt nie gekommen zu sein. Es handelt sich hierbei erst in zweiter tinie um die Anwendung dessen, was ich bei eine von Ihnen thorebisch und praktisch lernte, als vielmehr um die Grundeinstellung von der Bedeutung der Gewertschaften und damit auch des Arbeitsrechtes für den kulturellen und sozialen Fortschrift. Wenn ich mich von Ihnen in der Erkenntnis abhängig weiß, daß die Aufwärts entwicklung der Arbeiterschaft unebennbar verbunden— ja abhängig ist— von einer Fortenberichtung des Arbeitsrechten. so habe ich aus dieser Erkenntnis und dem gleichzeitigen Bekenntnis zur Sache des Proletariats nur die Könsequen gen gezogen. Ich bin nur darüber klar, daß die Stellung die ich übernahm, die Möglichkeit zu nicht unwesentlichem Einfluß, in vielleicht auch eine politische Zukunft, in sich schließt. Sie werden es meinen 26 Jahren verzeihen, wenn ich glaube, der Stettung, die sich nur geboten hat, gewachsen zu sein. Ich möchte es beim Antritt meiner neuen Stellung nicht damit bewenden lassen, Ihnen für die für mich so wichtigen Anregungen zu danken, sondern Ihnen gleichzeitig zum Ausdruck bringen, daß ich versuchen werde, in dem Geist, der Sie zu wissenschaftlicher und politischer Tätigkeit drängt, in meiner künftigen elation hätig zu sein. Und nun noch eine Bitte Bewahren Sie auch in Ankunft Ihr freundschaftliches Interesse für meine Fortentwirklung, gerade weil meine künftige Stellung nicht leicht ist, werde ich mich nach Ihrem Rate häufig schien Ihr Frauen 3068 30. Street SE ERNST FRAENKEL Washington 20.&c. 1445 September 23. Liebe Freunde: Ich habe Ihnen zunächst herzlichst für Ihren wunderbaren Brief zu danken, der uns ein Bild nicht nur von den Leiden und Verfolgungen, denen Sie ausgesetzt waren sondern auch von der Widerstandskraft und Landhaftigkeit, mit der Sie all dies in ertragen vermochten. Für uns, die wir den Krieg durch zwei weite Opeane von den Schauplutzen der Ereignisse getrennt in völliger Ungestörtheit und Ruhe als Zeitungsleger miterlebt haben, erweckt ein Brief wie der Thee ein Gefühl der Verwunderung, wodurch wie und ein solch bevorzügted Schicksal verdient haben. Ich habe- von Ihrer Erlaubnis Gebrauch machend— Ihr Schreiben an mehrere gemeinsame, Freunde weitergeleitet: Löre, Tillich, Löerenfeld, Fritz Kaufmann, Kahn Freund, Lehmann und ich nehme an, daß sie von dem einen oder andern bald unmittelbar hören werden. Neumann und Kranstein sind gegenwärtig in Europa. Am stärksten beeindrückt war ich von der Fülle Ihrer Arbeitspläne und dem wahren heißhunger, mit dem Sie sich auf die neugewanne Schreibefreiheit werfen. Ich kann nur Ihr Glück, nun mehr wenigstens wieder ungestört die eigenen Gedanken zu Papino bringen zu können, allzu gut vorstellen. Ich habe im schwachen Abglanz-ähnliche Gefühle gehabt, als ich vor sieben Jahren nach Annica kam. Und nun zu Ihren verschiedenen Projekten. 1. Die jüdischen Eigentumsfragen. Ich gewann bei der wiederholten Lektüre Ihrer Briefes den Eindruck, daß diese Probleme die dringendsten sind und vermutlich am leichtesten Interesse erwecken werden. Ich wandte mich deshalb an Callmann und Hamann Innau, die in derfluerdienen Federation of Jersfrau Centsal Europe die leitende Rolle spielen. Ich glaube, ich schrieb Ihnen, daß ich 1942 Execution Secretary dieser Organisation gewesen bin. Ich bin sehr glücklich, daß die Federation meinen Vorschlag, Sie uns der Ausarbeitung eines Gutachtens zu brauf. tragen, sehr sympathisch aufgenommen hat. Sie werden vermutlich dieser Lage einen diesbezüglichen Brief von Callinam erhalten. Ich habe meinen Nachfolger bei der Fideration gebeten, Ihnen die wichtigste bisher veröffentlichte Litteratur zu dieser Frage zukommenzu lassen. Ich füge Ihnen anliegend etwas Material über die Federation bei. Ich bin sehr zuversichtlich, daß und dem Gutachten etwas wird. Die Probleme sind schwierig und haben neben dem juristischen einen ausgesprochen politischen Charakter. Die Frage: Zianikumt ist meiner Übergängung nach nicht maßgebend ERNST FRAENKEL entscheidend scheint und zu sein, daß die noch in Deutschland befindlichen Zuden herausgebracht werden müssen und die angewanderten nicht ermutigt werden sollen, zurückzugehen. dann aber taucht das Transfer problem auf, das nach meinem Gefühl fast ebenso wichtig ist wie die intern. Dannische Regelung. Ich bin sehr begierig, Ihre Auffassung kennen zu lernen. 2. Die Theorie der Gesetzgebung In diesem Punkt bin ich leider weniger, optimistisch. Die Amerikaner sind an diesen Kroblemen nicht übermäßig interessiert. Die amerikanische Jurisprudenz steht auf einem ungemein hohen Niveau. Aber- es ist eine andere Wissenschaft. Die Fragestellung ist von der unsern grundverschieden. das Gefühl für Systematik ist kaum entwickelt. Das Praejudizienrecht führt zu einem mehr empirischen Standpunkt, ausgezeichnet durch wocher Bewußthein der ökonomischen politischen und sagiologischen Bedingbheit der Rechelmewirklung. Felsen klagte mir gegenüber über mangelndes Verständnis Ein seine Gedankengänge. Inreitet's Publikationen sind sehr zurückhaltend aufgenommen worden. Die Amerikaner sind dem Sloff näher als wir Sie sind mißtromisch Büchern gegenüber, die nicht auf einer Fülle von Material dasiert sind. Ungweifelhaft unterschätzen sie die Bedeutung der Methode aller man gewinnt, wenn man hier lange gelebt hat, doch etwas das Gefühl, daß wir in Europa das andere Erstrem übertrieben haben. Der amerikanische Jurist empfindet Gesetzesauslegung als eine zwei trängige Beschäftigung. Nr. Justice Sachson sagte neulich in einer Gedankrede auf Cardoro, daß Cardoro's Ernennung zum Richter am U.S. Supreien Court ein Abfall gegenüber, seiner Stellung am höchsten der Görter Gericht, gewesen sei. In Ver York erwies er seine Meisterschaft im ungeschriebenen Commennar, in Waalingten hatte er vornehmlich mir Gesetze zu interpretieren. Die Formulierung der Gesetze, ist hier im argen. Es gilt die Auslegungsregel. daß eine Vermutung dafür spricht, daß neuerlassene Gesetze im Einklang mit dem überlieferten commenlar stehen. Manches ist geradezu unglaublich für einen europäischen Juristen. Ald das Wechselrecht endlich zu Beginn dieses Jahrhunderts in allen 48 Staaten kadifiziert war, stellte im Jahre 1913 der Vater der Gesetzes fest, daß von 1091 Fällen 387 entschieden werden waren. Ohne daß das Gericht auch mit das ERNST FRAENKEL Gesetz zu Rate gezogen hatte.(Sie können Einzelheiten) in 12 thiebigem Kar Revier nachlesen). Es ist eine andere Halh! Ich glaube nicht, daß es möglich wäre, Ihr Buch dem amerikanischen Geschmack anzupassen. Dazu ist es sicherlich zu schade. Die einzige Möglichkeit wäre, es als das Sterk eines Europaard, über enregäische Probleme fördern und erscheinen zulassen. Wäre das nicht eine angemessene Aufgabe für das Harkhumeische Institut? Ich stehe Herrn Horkheimer völlig fern. Er lebte viele Jahre an das Verthüße und ich habe ihn in sieben Jahren uns ein einziges mal gesehen. Ich habe Sillich und Löre gebeten, bei Harkheimer vorgefühlen, ob er an Ihrem Projekt Interesse hat. Ich hoffe, Ihnen bald nährend berichten zu können. 3. das rechts-soziologische Projekt. Hier sehe ich Chanten. Wenig Dinge sind in U.S. mehr ahnt ald das Eroblem, ob die traditionalen Freiheitsgarantien notwendig mit dem Verhanden sein einer Marktwirtschaft verbunden. sind. Sie haben vielleicht von Hayeh's berk Buch Road to Ter Idam gehöre, daß eiesiges Aufsehen, erregt hat. Die Gehe des Buches ist, daß Plennig notwendigerweise zur Oedpotie führt. Die DisLussion ist im vollen Gange. Ein echt rechtssagi ologisches Buch, das von der konkreten Lage ausgeht, die Beziehungen zwischen O konomischen Kräften und rechtlichen Gestaltungen darstellt, und im vollen Bewusstsein der vorhandenen Syamungen nach Auswegen suchte, würde ald ungemein wichtig angesehen werden. Rechtessegiologie als Sonderwissenschaft gibt es hier nicht. Dafür ist jeden wichtige Gerichtsseitscheidung durchdrückt mit sagiologischen Erkenntnissen. Die Notwendigkeit zu einer abgesonderten Rechtes sezialogie erleucht in Deutschland ald Protest gegen den Rechtsdag. matismus. Alles das ist hier selbstverständlich und hab in der Form des realistischen Rechtsschule, sich bereits überschlagen. Die notwendigkeit rechtssegiologische Erwägungen anzustellen, bedarf hier keiner Begründung. Die ökonanische BeDingsheit von Verfassungsentwicklungen, ist jedem high- school bey verfrant. Gewitet hat hier so wenig Anklang gefunden, weil die Amerikaner nicht lieben zu hören, daß sie"Prosa sprechen". der zum für Aktnglität macht die amerikanischwissenschaftliche Litteratur so fesselnd. Ich glaube, daß Ihre auf das politische Ziel hingerichtete Denkweise den Amerikanern ausserordentlich viel geben würde. Können sie mir nicht etwas mehr über das dritte Projekt schreiben? Ich will Sie gerne über amerikanische Veröffentlichungen auf dem Gebiet informieren. ERNST FRAENKEL Und nun noch etwas persönliches. Wissen Sie irgend abwad über Flators? Wie sind in großer Sorge um sie. Wie sind sehr glücklich, daß in Neumann gerettet ist. Wie werden ihr schreiben, sobald wir ihre Anschrift haben. Hermann Simon, der mit Ihrem Sohne bei der annz war, sprach in höchsten Lohstönen von Heins. Ich hoffe, daß sie ihn und die andern Kinder bald sehen können. Ob Hans wohl etwas über else Cpstein ausfindig machen, kann? Else's Bruder Bernhard Beling lebt in Ganzenheim bei Hamburg. Eise selbst hatte ein Häuschen im Grüneburgreg 150. Die Gegend ist nicht mehr von Zivilisten bewohne. Bisher ist es und nicht getungen, etwas von ihr zu hören. Wolfgang Kraus(Herthes Bruder) war in Deutschland. Er sah in Leipzig Prof. de Boor, anständig, müder, verzweifelt. Klauring, (Rektor der Universität Prag!) hat Selbstmord begangen. Von Radbruch werden Sie gehört haben. Er ist in Heidelberg dahin der juristischen Fahultät. Sein Sohn ist im Kriege gefallen, die Tochter Kürz vor dem Kriege in den Alpen vertinglückt. Anschütz und Alfred Weber, Terloff Sinend haben Narismus und Krieg überlebt. Sie scheinen nicht zu wissen, daß Feiler vor über 3 Jahren gestorben ist. Über die Zustände in Deutschland werden Sie mehr wissen als wir. Ich kann mir schwer vorstellen, daß ein Mann wie Tillich oder ein anderer Mann seines Kalibers zurückgeht. Wie sind fast alle amerikanische Bürger, haben in diesem großartigen Lande eine neue Heimat gefunden und fühlen und den enregässchen Dingen doch entfremdet. Die Akklimationskraft dieser Landes ist phantastisch. Wie überhaupt kenn sind der U.S. eingang neues Verständnis all dessen eröffnet, was man vorher erfahren und durchdacht hat. Natürlich wird man seinen enropäischen bachgeännd niemals led. Aber gerade diese ständig ernannte Spannung macht das Leben hier so erregend. Zurückgehen= No Sir: Ich hoffe, Sie bekommen die beiden Pakete die vie Ihnen letzte Woche sandten und können den Inhalt brauchen. Erhielten Sie meine Bücher? Mit noch maligem Dank für Ihren Brief Coush Reamkul Ich hoffe Sie bekommen die beiden Rakte recht bald und wir haben die ruheige Auswehl getroffen. Die Zehe gingen ab am 17. September Mit bestem Gruß Hanna Tramhil