Sozialdemokratischer Verein 23. April 1920. FRANKFURT A. M., den de la für den Wahlkreis Frankfurt a. M. Sekretariat: Allerheiligenstraße 51, II. K/St. Telephon 4048, Amt I. Herrn ===== Abgeordn. Dr. Sinzhei Berlin. Reichstag Werter Genosse! Ihren freundlichen Brief vom 21. ds. Mts. hat der ge- strigen Sitzung vorgelegen. Der Parteivorstand bedauert sehr, dass Sie es abgelehnt haben, wieder zu kandidieren. Er hält sich im Interes se der Partei für verpflichtet, an Sie nochmals das Ersuchen zu rich- ten, eine Kandidatur anzunehmen. Der Vorstand ist gerade mit Ihrer Tätigkeit in der Nationalversammlung recht zufrieden. Sie kennen die ex- ponirte Stellung, die Frankfurt a.M. im bevorstehenden Wahlkampfe ein- nehmen wird. Gerade diese besondere Stellung zwingt uns aber, nach em wirklich geeigneten Kandidaten Umschau zu halten und vor allem einen Mann in Vorschlag zu bringen, der innerhalb der Arbeiterschaft keine Feinde und vor allem keine persönlichen Gegner hat. Diese Vor- aussetzungen treffen bei Ihnen, wie bei keinem anderen, zu. Ihr Aus- scheiden aus der Fraktion bedeutete für diese einen grossen Verlust; denn auch wir wissen, wie notwendig von uns Ihre geschätzte Kraft im kommenden Reichstag gebraucht wird. Ehe von Ihnen auf dieses Schreiben kein endgültiger Be- scheid eintrifft, wird der Vorstand mit anderen Genossen nicht in ver- bindliche Verhandlungen eintreten. Wir bitten Sie daher, uns nochmals eine Mitteilung zugehen zu lassen und zwar bis spätestens Dienstag früh, evtl. telegraphisch, da am Dienstag abend der erweiterte Partei- vorstand über die Reichstagskandidaturen uren entscheiden soll. Druckratischer Vergleichung des S. Von Großacht