Steist amf den Don! von Paula Hanne. Jemand ist auf den Dom gesttegen, aber nicht in einer fremden Stadt, sondern in der eigenen, vertrauten, wohlbekann ten. Nicht aus Neugier und nicht aus Uebermut. Auch nicht aus Kraftüberschuss, weil die Beine eine Leistung vollbringen woll- ten. Im Gegenteil- müde schleppte sich dieser Jemand hinauf, Stufe für Stufe. Warum 2 Dieser Jemand wõllte die Welt von oben besehen, Luft wollte er haben, frei sein von dem Druck der Zeit. Wird man ihn los da oben, diesen atemraubenden Druck? Ich bin hoch oben, nicht drinnen mehr mit begrenztem Blick, weiter schau ich- über die Zeit hinweg, die alles schuf. Die Kirchen die ein grosser Glaube errichtet, die Brücken, die alten, die spielend fastdie Ufer überspringen- alles geschaffen von Menschen, von ringenden, sorgenden, dem Tag ergebenen Men- schen, vom Geiste der bejaht. Die Zeit hat sie verschlungen, in Pflichten und Mühe, in Hoffen und Bangen ging sie dahin, langsam und unmerklich- und ward Geschichte. Und heute lebt so jede Stadt in ihrer Grösse wie diese hier. Zeugend für die Ge- schlechter, die ihre Kraft dem Leben gaben, das uns heute trägt. Wir- wir aber leiden. Wir sterben an unserer Zeit, an unserem Hass. Wer da liebt, dem bricht das Herz. Er kann nur leben, wenn or das Auge schliesst vor Not und Elend. Wir haben den Glauben, die Hoffnung verloren, das was dem Menschen die Kraft gibt, das Dasein zu tragen. Wir rechnen und zählen und werden immer ärmer. Wir hören nur noch den Lärm einer vertech- nikten Zeit, aber das Klingen in uns ist verloren, erstorben. Wär lesen Bücher, geboren aus kranker Seele, Jugend aufrufend zu sinnlosem blutigen Kampf. Die Völker aber wollen leben, nur leben im Frieden. Du und ich und wir alle. Wir wollen ein Leben haben, das uns nicht schuldig werden lässt, das nicht zerrissen ist von gezüchtetem Hass, ein Leben das Frieden findet in sich - für eine Zukunft. Wir wollen wieder einen Sinn erfassen in diesem Dasein. Ich stehe auf, schaue auf die Stadt, in der alle leiden, Tief unten liegt der alte Teil. Der alte Teil, der ärmste Teil, mit winkligen Gassen, mit lichtlosen Häusern und schiefen Dächern. Da leben verhungernde, darbende Wenschen, die nicht einmal mehr die Freude wollen- nur Arbei Sinnlos, nutzlos ist ihr Dasein, gebannt ins Enge und Dunkle. Doch schaut- was glaubt Ihr, was ich da finde- Gärten,! Auf winkligen Dächern Gärten mit Sitzen und Tischohen und Blumen, heraufgebaut in ein Stückchen Himmel. Da geht es wie ein Atmen von unten zu mir her, wie ein Ringen nach Licht, wie ein aräes kleines Fünkchen, das da glimmen und wämen sol Und es wärmt auch mir die Seele. Ich fühle das schlagende Herz der ringenden Menschen und ich weiss, dass Gutes in ihgen allen ist- der Wälle zum Leben.! Steigt auf den Dom.! Ihr schaut ins Weite. Ihr schant in Euch selber.! Frankfurt a/M den 24.XII. Das Märchen vomStorch!(Karin Telmar) Tret' ich neulich im Dämmerschein- ganz leis' in's Kinder- zimmer ein- hab' mir ein Lauschereckchen gewählt,- wollt' hören, was sich mein Päärchen erzählt.- Und wie ich stehe, und wie ich Horch',- da, richtig, kommt die Geschichte vom Sterch.- Nein, Liesel, spricht Hansel mit viel Bedacht,- Der Storch hat uns beide nicht gebracht.- Der hat sich garnicht um uns Seguält. Mama hat mir's neulich selber erzählt.- Das mit dem Storch sind alles nur Sagän,- dass er uns in seine Schnabel getragen,- und das er die Mutter in's Bein gebissen. Na, davon müsste sie doch etwas wissen.- Und das wir XXXXXX vorher lagen im Teich,- s' ist alles nicht wahr,- Ich dacht' es mir gleich. In Wirklichkeit ist es viel schöner, Du- da liegt so ein Kindelein ganz in Ruhe,- solang es noch zart is und winzig klein,- an Mutter's Herzen,- du, das ist fein, Die Mutter muss das Kindlein hegen,- sie darf sich nur ganz sachte bewegen,- dass sie ihm keinen Schaden tut,- solang' es an ihrem Herzen ruht.-- Allmählich wird das Kindlein gross,- es macht sich von der Mutter los.- Die leidet dabei viele H Schmerzen.- Es löst sich ja von ihrem Herzen.- Doch schön ist's, wenn das Kind erst da,- dann freut sie sich und schenkt's Papa.- Liesel hat schweigend zugehört,- den grossen Bruder nicht gestört.- Jetzt hbt sie zu ihm das kleine Gesicht,- Und ernsthaft sie die Worte spricht,- ein's kann ich dabei nicht verstehen,- warum muss das immer der Mama geschehen kann das Kind nicht Vater am Herzen liegen?- können Papas keine Kinder kriegen?- Ach' nein, spricht Hans, der kluge Mann, das geht doch ganz und gar nicht an.- Sie wären ja sicher dazu be- reit,- doch haben sie viel zu wenig Zeit.- Und dann, spricht Liesel, und sie lacht,- Papas bewegen sich nicht so sacht.- Ich sah es neulich selbst mit an.- Sie springen von der electr Bahn,- lafen hinterher oft ganze Strecken.- Da würde das Kind- lein schön erschrecken!- Da ist's doch besser bei Mama.- Oh, sieh mal Hnas, da ist sie ja!- Und beide hatten mich schon umschlungen,. Recht's hat' ich das Mädel und lings den Jungen. Und als ich mich zu guter Letzt zu ihnen ins Schlummereckchen gesetzt, spricht Liesel mit strahlendem Augenpaar.- Mutter, was Hans sagt, ist das wahr?- als ich ganz klein gewesen bin, war ich da bei dim im Herzen drin? Fest schmiegt sie in meinen Arm sich hinein.- Mutter, wie schön muss ads gewesen sein!- Liesel: Hans Liesel: Hans: Mutter Beide: riesel. Hins: Le Weter Weinechten Liesel und Hans sitzen im Bok- Berbler heut sind sie beide me keck. Du Hans, was wünchtast du dir vom Weinachtsmann. Eine richtige, schöne Eisenbahn. Und ich wünch mir ein Puppenkind Ob mir das Christkind sie wirklich bringt? Ich wil es hoffen kannö ich dir sagen, sonst würd ich mich wirklich bei ihm beklagen! 50 Kinder jetzt kommt doch herein. Oh, Mutter das wird sicher fein! ach was ein schönes Puppenbett, und hier die Puppe, gar so nett! Oh, Mutter, was ne Eisenbahn, Und da ein Hund aus Marzipan! Und lieberräpa scheu mal her. ein richtiger schöner Tetibehr. Doch liebe Kinder ihr habt vergessen, wir wollen ja auch etwas essen.