VEREIN der Fnßunpz und rönDERERde ArAnEMIEder ARBEITin der Universität Frank E I ERSZUTDE anlässlich der Ehrung der Mitgründer der Akademie der Arbeit Professor Dr. Hugo Sin zheimer und Theodor Th o mas am Samstag, dem 8. Februer 1958, 10 Uhr 30 in der Aula der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Stenografische Aufnahme: Schriftleiter Werbort Job Varhandlungsstesograf (16) Frankfurt am Main Vogolsbergstrasse 18 Tolefon 48413 Vorgitzender des Kuratoriums der Akadenie der Arbeit in der Universität Frankfurt am Main, Erster Vormitzender des Deutschen Gewerk- schafts-Bundes: Lie Prauf ho nas, liebe Frau So henok, geborene mas, liebe Enkelkinder! Liebe Frau Boon- Sinzheimer, liebe Frau etma. Sinzheimer, lieber Her Dr. Mainzer Schwiegersohn und einstiger Assistent von Augo Sinzhei orererehrte Gäste aus Holand Prfeser D. van der Venvon der Unversität Urecht. Profeser Dr. Holenaar von der Universität Leiden, Professor van den Berghvon der Unversitit Amsterdam, Professor DrlL.e venb ach von de Umiversittt Amsterdam, Professor Dr. V alkhoffvom Senat der Universität Amsterdam und Pfarrer Dr. Hent zel von Dort- Von der Reseichen Stasteregierung derf ich Hern Stets- sehretär Dr. H e u s s begrüssen und von der Universität Frank- furt, in deren Aula wir diese Feier haben, darf ich die Herren Professor Dr. G o in g in Vertretung Seiner Hegnifizenn des Herrn Rektors, Professor Dr. Erl er, den Dekan der Juristischer Fekultät,. Professor Dr. Vi eb r ock, den Dekan der Fhiloso- Phischen Fakultät, Professor Dr. Krejoi- Graf, den Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät und Professor Dr. M 8 1 1 e r in Vertretung des Herrn Dekans der Wirtschafts- und Sozialeissenschaftlichen Pakultät begrüssen. Ebenfalls willkommen heisse ich von der Stadtverraltung Praufurt Herrn Oberbürgermeister Bo ckelm annund Herrn Bürgermeister Dr. Leiske. Hein Willkommensgrus gilt auch dem Herrn Generalkensul der Niederlande, Herrn M enke. und dem Herrn Generakonsul der Vereinigten Staaten,. Herrn Blanke. An sonstigen Gästen wurden mir notiert der hochverehrte Herr Professor We b e r aus München, der jahrelang den Voreitz der Akademie der Arbeit innegehabt hat, der Inten ant des Hessischen Hundfunks, Herr S e ck m a nn. Herr Präeident ausser Dienst 3 a u er, def Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer der Akademie der Arbeit, ferner Herr Dr. Ei chler von den Arbeitgeberverbänden, Herrz T a c k e vom Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschafte Bundes und andere Bundesvorstands-Mit glieder. Herrx Dr. Hey nin Vertretng des Herrn Präeidenten Weber vom Landesarbeitsamt. Ich begrüsse auch in umserer Mitte Herrn Professor Dr. B 61 von der Juristischen Fakultät, einen unserer heutigen Referenten, ebense Herrn Professor Dr. Fr a enk el aus Berlin, der aben- falls zu und sprechen wird, Herrn Professor Dr. I s ele aus Maing und Herrn Professor Dr. Freller, den Leiter des diemaligen lehrgauges an der Akademie der Arbeit, der ebefalls heute einen Vortreg halten wird. Ich habe aber auch die Freude, Hern Professor Dr.Mi- s hel s. den ich seit langen Jahren wieder einsal in unserer Mitte sehe, herzlichst begrüssen zu dürfen. Herr Professor Michelswar ja lange Zeit auch einer der hauptamdlichen Dozenten zur Zeit von Professor Sinz heimer. Ich darf auch die Dogenten und die Herer der Arsdemie der Arbeit und alle Gewerkschafte-Kollegen sowie alle übrigen Kollegen und Gäste herzlichst bei uns willkommen heissen. ne Daaen und Berren! Ich glaube, dass ich im Hasen aller hier zu dieser Feierstunde melten spreche, wemn ich ein veiteres Gruswort am umere ehste aus den Niederlanden richte. Leider ist ese der hobverehrten Frau sinzheimer gesundheitlichen Gründen nicht möglich, heute unter uns zu weilen. Wir würde soeben ein Telegramm von ihr übergeben, dessen Vortlaut ich Ihnen mitteilen möchte. Es lautet: Bedaure sehr, aus Gesundheitsgründen nicht anwesend sein zu können. Danke allerherzlichst für die Feier. Mögen die Hoffnungen meines Mannes mit den Ihrigen vereint sich erfülen.- Paula S inzheimer. Ich bitte die anwesenden Töchter Frau Boon-Sinz- ei merund Frau Postma- S inzheiner der hoch- Verehrten Prau g in ah e i ne r unsere herlichsten Grüse und besten Wünsche für ihre baldige Genesung zu übermitteln. Ea füllt nir schwer, verehrte Anwesende, an dieser Stelle die rechten Worte zu finden. Wir alle winen, wer Pofessor Hog sinz heinerwar, wir alle, die wir das Glück hatten, einen Hugo s in zheimer hier in Frankfürt erleben zu dürfen, was er ung als Tensch und dle Wienensehaftler bedeuteie. Ich nöchte hier und jetzt nur ganz einfach sagen, was immer wieder und überell gesagt werden nuss: Dass für uns alle als Deutsche eine moralische Prlicht und eine Verpflichtung gegenüber allen Henschen und Volkern besteht, denen in den Jahren der Finsternis ein unseebares Leid geschehen ist. Wir wissen, die Tatsache zu würdigen, das heute eine stat- liche Zahl von Professoren der Universitäten Leiden und Ansterdam unter uns weilt. Ich weies auch, dass Ihre Anwesenheit, meine Herren, dem mwirken der grossen, von Ihnen und von uns verehrten Persön- x, xxx . lickait Hge Sin: heisersz verenken ist. Noch eine zweite Persönlichkeit haben wir zu ehren. Ich spreche von unseren unvergeselichen Theodor f hom a s, den wir mit Recht als den"geistigen Vatert der Akademie der Arbeit ensehen. Seine hochverehrte Frau und seine Kinder und Enkelkinder Weilen heute unter uns. Ihnen gilt unser herlicher Willkommens- Tneedor ih om a s war es, der in eeiner grudgütisen. stillen und bescheidenen Art für die Arbeiterschaft die Brücke zur Wissenschaft als der Dienerin aller Henschen schlug. In ihm waren die besten Traditionen und die besten Elemente der ihrer it begussten arbeitenden Henschen verkörpert. Seinen Beispiel nachzueifern, sein Andenken hochzuhalten wird uns immer eine Sdrewole hsgebe seh Meine Damen! Meine Herren! Es sei mir jetzt gestattet, ganz kurz an die wichtigsten tionen des Werdens der Akademie der Arbeit zu erinnern: 1921- das Gründungsjahr. 1933- wie alle anderen demdratüischen Hinichtungen Pentser lands zerschlagen. 1947- unter äusserst schwierigen Bedingungen wieder eröffne! in Juli 1956- Grundsteinlegung zum Heubau der Akademie der Arbeit. in Mai 1554- Fineihng diese Henbanses der kndenie der Arbeit, und heute, am 8. Februar 1953,- eine Feierstunde fur Ehrne unseres unvergessenen Professor Nuge S in z he i mer und unseres Theodor fhomas. . Ich kann es mir ersparen, darauf hingueisen, was diese Daten für den einzelnen und für uns alle an Hoffnungen und Enttä schungen, an mutigem Wiederbeginnen und unermüdlicher Arbeit bedeuten. Heute nun sind wir hier versammelt, um einen Beminarraus nach einem der Gründer der Akademie der Arbeit, nach unserem Theodor f ho m e s, zu bemen wührend ein greiter Semnar raum den Namen Hugo S in z heimer s tragen soll. Zum ehrenden Gedenken an diese beiden Truær grosen Wämmer hat der Verein der Freunde und Förderer der Akademie der Arbeit Büsten von Theodor f h om a s und von Nugo s inzheimer gestiftet, die in den beiden nach ihnen zu benenmenden Seminar- Lullialif räumen zur Ehrung gær und zur Verplichtung für alle srbeitenden Henschen aufgestellt werden. Meine Damen und Herren! Zunächst wird nun Herr Professor Prane n 5 h m von der gird Herr! Universitåt Frankfurt zu une sprechen, nach ihm Professor Frnst Fraenkel von der Deutschen Hochaehule für Folitik umd der Freien Universität Berlin- einer der bekanntesten Schüler S i nzheimersund Pozent für Arbeitsrecht an der Akademi- der Arbeitr den Festvortrag zu Ehren Professor s inzhei- m er s halten, dann wird Herr Professor Le venb a ch von a der Universität Amsterdam, ein persönlicher Bekamnter von Hugo in zheim er, kuz einige Worte segen, und nach ihm wird aum Schluss Herr Profesor Ludwig Freller, der derzeitig Betegener- Zeiter der Akademie der Arbeit, Theodor T hom a s würdigen. den er in langen ahen der Euemsenabeit hemen umd schtzen gelernt hat.- Ich dange Ihnen. Unnenssnen! Lxx Prüeeeer Dr. Frn! M.d.B.. Johann-Wolfgang von-Goethe- Universität, Frankfurt am Main: Hochverehrte Damen und Herren! Die heutige Feierstunde ist dem Gedächtnis zweier Männer gewidmet, die zu dem Kreis der Gründer dieser kademie der Arbeit gehört haben. Wenn ich heute als Lehrer und Sprecher der Universität bei diesem Anlase vor Sie treten darf, so verdanke ich das gewiss nicht der Tatsache, dass ich das Glück gehabt habe, diesen beiden Männern in meinem Leben zu begeg- nen. Denn diese Begegnungen, so bedeutsam sie auch für mich persönlich waren, sind doch nicht häufig gewesen. Sie fallen in Zeitspannen, die jeweils nur wenige Jahre im Dasein des Rechtelehrers und Klassikers des Arbeiterentes muge s in z he i me r und des Politikers, Gewerkschaftsführers und Schriftstellers Theodor f h om a s umfassen. Ich habe auch die Errichtung der Akademie der Arbeit nicht miterlebt. Aber es war mir doch vergönnt, an den Vor- arbeiten zur Wiedergrrichtung der Akademie nach dem Zweiten Weltkriege- zusammen mit dem damaligen Rektor der Universi- tät. Professor H a 1 1 s te i n- teilzunehmen und dann noch drei weitere Jahre als Vertreter der Unversität dem Verwal- tungsrat der Akademie anzugehören- zuerst krz selbst als Rektor, spiter als sein Vertreter. Auch habe ich wiederholt als nebenamtlicher Dosent Vorlesungen an der Akademie halten dürfen. Insofern fühle ich mich seit der Wiedereröffnung der Universität mit der Akademie der Arbeit durch persönliches Erleben verbunden, der Idee und dem Anliegen aber darüber hinaus auch noch durch meine persönlichen Überzeugungen. Die Akademie der Arbeit in Frankfurt verdankt ihre Ent- stehung der Tatsache, dass eine Gelegenheit beherzt und ent- schlossen am Schopf ergriffen worden ist. Worin diese Gelegen- heit bestand, ist bekannt:. Es war die Notlage der Unversitit Frankfurt nach dem Ersten Weltkriege und die ursprüngliche Abneigung der Nehrheit der Frankfurter Stadtverordnetenvemams lung, die zur Erhaltung der Universität erforderlichen Mättel zu bewilligen. Das impovisiere Abeit- Temn zu dem sich dmals Theodor T hom as. Hugo S inzheimer, Ernst Pape Dr. R p s t e i n und Ernst G a h n zusammengeschlossen hatten und das in der Folge noch weiteren Zuaug fand, entfaltete ein so bewundernswertes Zusammenspiel, wie es erakter, einfalls- reicher, tatkräftiger und besonnener nicht hätte sein konnen, wenn diese Herren seit Jahren straff organieiert und aufein- ander einererziert gewesen wären. Am Anfang des Unternehmens stand ein taktischer Genie- blitz. Hänlich die Idee, in die festgefahrene Situation den Plan einer Arbeiter-Akademie hineinzuwerfen und mit der Hilfe dieses produktiven und bedentenden Gedankens sozusgen beides auf einmal zu erreichen: Die Errichtung der Akademie und die Rettung der Frankfurter Universität. Ee war Theddor fh om a s, dem es gelang, die grosse Mehrheit der SED-Fraktion für den Gedanken zu gewinnen, die Gelder für die Universität zu bewilligen mit dem Gedanken und gegen die Bedingung, dass sich die Universität mit der Er- richtung einer Akademie der Arbeit einverstanden erklärte. Auch die Universität willigte ein. Theodor T h om as hat .5- einmal den Wärnegrad dieser Finwiligung folgendermassen beschrieben: Der Vorsohlag sei zwar"nicht mit Begeisterung aufgenommen worden,"aber den Herren, vor allem dem damaligen Rektor. Professor Dr. Wachamuth, sei"doch ein Stein von Herzen gefallen,"als sie von dieser Lösung hörten. Es war gewiss ein bedeutendes, ein grosses und denkwürdi ges Ereignis, dass nach den Ersten Veltkrieg die deutsche Sozialdemohratie und die deutschen Gewerkschaften die Wissen- schafts- Idee in der Gestalt, wie sie von der Antike auf uns gekommen und durch die grossen Denker des Abendlandes weiter- entfaltet worden ist, mitsamt dem ihr innewohnenden Freiheits begriff auf ihre eigenen Fahnen geschrieben haben, dass sie die Sache der Arbeiterschaft und der Arbeiterbewegung unter das Risiko der Wahrheit und der freien Diekussion gestellt haben, dass sie den Gedanken einer Klassen-Wissenschaft- im Gegensatz zu der Entwicklung, die der Kommunismus jenseits des Eisernen Vorhanges genommen hat- abgelehnt haben, dass sie die Wissenschaft nicht zu einem Kampfinstrument der proleta- rischen Revolution umschmieden wollten, sondern dass sie ihre Zuversicht und ihren Glauben auf die Verheissung warfen: Die Wehrheit wird Tuch frei machen. Sie errichteten keinen"Eisennen Vorhang, sondern sie entschieden sich für freie Grengen der Gedanken, für die Hiederlegung von geistigen Schlagbäamen und Zollstatiomen, in denen Gedanken auf ihre Linientreue gemessen und je nachden lizenziert oder beschlsgnahmt werden. Das war keine Kepitula- tion vor dem geistigen Überbau der bürgerlichen Klassengesell schaft, sondern eine hochgemute Bekundung der Kraft und des poitischen Selbsbewusstseins. Sts 10- Diese Entscheidung bestimte auch das Franküuter Projer Alle Vorschläge atmeten diesen Geist. So der Vorschlag, die Akademie in den Rahmen der Frankfürter Universität einzu- gliedern, trotz aller verständlichen Bedenken angesichts der damals weithin antirrepublikanischen Einstellung eines grossen Teiles der Studenten und wohl anch einiger Professo- ren Und so auch die programatische Forderung, die sich in der von Sin z he im er und Pa peausgearbeiteten Denkschrift findet:"Die neue Bildungsorganisation soll.. keiner Partei dienent, das heisst, sie soll vom Staat, von politischen Parteien, Gewerkschaften und Interessengruppen, vor allen aber von ihren Geldgebern umd Prhaltern umsdhängig sein. Von diesem Geist zeugt auch jener Satz der Denkschrift, der sich auf das Verhältnis zwischen der Akademie der Arbeit und der Universität bezieht, und den wir heute nicht onne Bewegung lesen können." Die Aufgabe unserer Zeit-"- 5o heisst es dort-" kann nicht sein, die Universitäten zurüek- zudrängen, sondern sie immer mehr ihrem eigentlichen Beruf zurüekzugeben- worunter S ina he im er aber nicht etwa eine arbeitsteilige Entlastung der Universität von Heben aufgaben verstand, sondern das Abstreifen ihres"Charakters als-"- wie er sagt-"- Klasseneinrichtung und den Wiedergewinn ihrer Stellung als der"führenden Körperschaften des öffentlichen Lebens", als der"Stolz des ganzen Volkes". Unversitätsfreundlicher, ja, ich möchte sagen: Universitäts- begeisterter konnte ein hochschulpolitischer Reforworschlag nicht gut sein! leichen Geist der humanitas und der universitas gehört auch der Satz an:"Eine Arbeiter- Akademie kann nur auf dem Grunde freiester Selbstverwaltung aufgebaut werden. Desgleichen auch die mit Entschiedenheit betonte und ver fochtene These, dass es sich bei der Arbeiter-Akademie nicht eine spezialisierte Fachschule, nicht um eine Abrichtungs stalt für Parteisekretäre, Gewerkschaftssekretäre, Arbeiter kretäre, Genossenschafts-Angestellte und so weiter handeln dürfe."Die Arbeiter-Akademie mud-"- so heisst es an eine anderen Stele-"- ihrem Teilnehmerf eine Arbeiterbildung im höchsten Sinne verschaffen, die sein Denken und Schaffen Wit allgemeinen Iden verbindet und auf seine allgemeine Ensanschenung einwir ies ales sind Gedenken, die auf dem Baun der abend nd unteilbaren Wisser ndischen Vorstellung von der einen schaft erwachsen sind, Ideen, die jedem dae Herz höher schle lassen können, dem Wissenschaft und Bildung etwas bedeu- Verstelung von hasdltee us auverates war ls bei allen Persönlichkeiten lebendig, die an der Errichtung der Akademie mitgearbeitet haben, vor allem aber den zwei Männern, denen diese Feierstunde gewidmet ist. inzheinerund Ih on as haben diese Gedanken Märfer, kräftiger und prächtiger erfasst als irgendjemand, der damals den Ausbau von Arbeiter Bildungsstätten betrieb. dei S i n z he i m e r scheint uns das nicht allzu graschend zu sein, denn er selbst kam ja aus dieser Tradition des Wissenschafts-Verständnisses her, wurzelte in ihr, bediente sich søimær bei eeiner eigenen bedeutenden und bahnrechenden Forschung als Arbeiterechtler der strenge Denkmethoden seiner Wissenschaft, der Jurisprudenz. neodor T h o m a s hingegen jedoch kam nicht von der senschaft und der Lehrarbeit her, sondern von der Arbeite wegung, vor allem von der Gewerkschaftsbewegung, von der ftiechen und tätigen Arbeit an der Herbeiführung einer ogialeren und gerechteren Gesellschaftsordnung. Er hate sich freilich eine Fülle von Wissen und eine umfassende dung erworben, wusste mit der Feder umzugehen und ver- Wügte über eine nicht alltägliche Kunst des schriftstelleri chen und des rednerischen Ausdruckes, mit der er bedeutsame rheiten schlicht und anmutig auf den Tisch des Hauses hinpflangte. Er neigte als ein Hann, dem seit jeher der Ausschluss der Arbeiter von der wissenschaftlichen Bildung am Herzen frass, viel stärker zu einer Kritik an den Uni- ersitäten. Man sollte daher eher vermuten, dass er zu radikaleren Auffassungen über eine Hochschulreform und über Arbeiterbildung gelnagt wäre. Aber gerade bei T homas finden wir diese Festigkeit und Fraft der Hrfassung des Wesens der Wissenschaft und der Universität, des Ergreifens der Ide von der humanitas und der unversitas, die sin z hei n er sozusagen mit der Muttermilch eingesogen hatte, e aber bei 7 h o m a s das Ergebnis intensiven Nachdenken- ber Erziehung und Wissenschaft und der Konfrontation der Frziehung- und Wissenschaftfrage mit der besonderen Lage der Arbeitersechaft und mit ihren politischen Zielen und Aufgaben war. in. bisher war allerdings nur die Rede davon, A was ie Akademie der Arbeit nach der Vorstellung ihrer Gründer nicht sein solte, von dem, was diese kkademie mit der Univers I gmsdhnen hben sollte. Zum Verständnis der Idee gehört nun aber entscheidend auch die Kemntnis davon, worin sich die Akademie der Arbeit nach den Vorstellungen ihrer Errichter von der Universität unterscheiden, worin ihre Besonderheit, ihr eigenständiger Auftrag bestehen sollte. Hier sind es nun drei konstruktive Gedanken, höchst beden tende und wichtige Gedanken, auf die wir unsere Aufmerksamkei richten müssen. Der eine bezieht sich auf den Schülerkreis: Die Schüler sollten berufstätige Arbeiter ohne akademische Schulvorbildung sein. Die Akademie war als eine Arbeiter-Akademie, eine Akademie für Arbeiter gedacht. Die Frage, die hier gestellt wurde, lautete: Welchen Grund haben wir, zu erwarten, dass dieser Schülerkreis die Voraussetzungen mitbringt, die man für wissenschaftliches Arbeiten brauchtt Der zweite Gedanke bezieht sich auf die Abgrenzung des Lehrstoffes. Er sollte sich- nach einer Formulierung sinz heimers- auf die"Welt der unselbständigen Arbeit be- ziehen. Insofern, was ihren Inhalt betrifft, sollte die Arbeiter-Akademie eine Akademie der Arbeit sein. Hier lautet die Frage so: Ist das nicht eine Spezialisierung, sozusagen eine klasenbezogene Spezielisierung, die von der Ide der Universität, selbst des sozialen Kosmos, wieder hinwegführte Welchen Grund haben wir, zu erwarten, dass die Befnesung mit gerade dieser Teilfrage ins Zentrum des Welt- und Gesel- schafte-Verständnises führtt - 14- Der dritte Gedanke betrifft die Forschung und die Art. Wie sie speziel an der kkademie der Arbeit betrieben werden sollte. Sollte diese Forschung vom System, von der Ordnung der Zusamenhinge in der Welt des Geistigen augehen wie bei der Universität? Und sollte die Voraussetzungslosigkeit bei der wissenschaftlichen Fragestellung ebenso das oberste Gebot und das Flement der wissenschaftlichen Ethik sein wie beim reinen Gelehrten und Forscher Sollte sich die Forschung hier nicht vielmehr vom Heil-Willen leiten lassen- wie sich die Denkschrift ausdrückt-, vom Ethos des Arztes und Helfers Hier lautet die Frage: Welchen Grund haben wir, zu erwarten, dass eine Forschung, die sich von solchen Beweggründen leiten lässt, zur Wahrheit vordringt, dass sich nicht vielmehr der voreingenomene Wille den Weg zur Einsicht verbaut? Die Väter der Aksdemie, inebesondere sinzhei- m er und T homa s, haben alle drei Fragen bejaht. Wir werden kaum fehlgehen, wenn wir in diesen drei Gedanken nicht nur die spezifisch originellsten, sondern zugleich die eigentlich schöpferischen und bahnbrechenden Gedanken erblicken, die der Errichtung der Frankfurter Akademie der Arbeit zugrundeliegen und ihr das besondere Gepräge geben, durch das sie sich bis zur Stunde von allen anderen Gründungen ähnlicher Art unterscheidet. Zunächet die Idee der praktischen Berufsansdbung als einer Vorbereitung auf wissenschaftliches Denken und ein Element allgemeiner Menschenbildung. Unsere heutige Vorbereitung zur Universität berukt nicht auf dieser Idee, scheint sie im Gegenteil zu verwerfen. -3. Wir schulen unsere Akedeniker zwölf Jahre hindurch in öffent- lichen Schulen für die Universität und das Hochschulstudium vor, eine Methode, die den Geist allerdings an wissenschaftliches Arbeiten, an die Fähigkeit. Wissen aufzumemen und zu verarbei- ten, gewöhnt und insofern ein geeignetes Training bildet. Die Gefahr ist aber, dass sich der Schüler in einer Welt der Bücher bewegt und von den Büchern für Rücher zu denken sich angewöhnt. Die Erfchrung, die das Lehen und der Zuang zum Handeln und zum Sich Entschliessen mit sich bringt, findet bei dieser sogusagen künstlich geschonten Eristens keine Kahrung. Mir will es oft scheinen, als verfahre man beim Henschen, der einen akademischen Beruf lernen will, anders als man bei der Aufzucht aller anderen Lebewesen verfährt: Wenn sie sechs Jahre alt geworden sind, werden die Menschen meistens zwanzig weitere Jahre lang bloss gefüttert und den Rest ihres Lebens werden sie bloss bewegt. Die natürliche Abwechalung zwischen Nahrungsaufnahme und Daseine- betätigung wird dieser Klasse von Henschen bis ins Heiratsalter und oft weit darüber hinaus verwehrt, gerade in den Jahren, in denen der junge Mensch von Tatendrang und Verantwortungsfreude erfüllt ist. Aber nein, er muss jeden Tag aufs neue die söhl- bank drücken and immer neue Bücher verkraften, bis er schliess lich nur noch in Fussnoten denkt. (Heiterkeit) Da war es für mich ein rechte Herzenserauiehng, als ich eines schönen Teges- übrigens auch ie Zusammenhang mit der Vorbereitung sirr einer Rede- auf eine Schrift des grosen Erziehers Pestalozzi stiess, in der dieser liebenswerte Denker zwei Figuren- einen Leser und einen ketzerischen Autor- aufein anderpralen lässt. Der Autor wirft den leser vor, das er -66- voller Irrtmer stecke. Farume Antwort. Weil er bloss auf des Leservolk achte. WAber wie kommen denn Leute, die nicht lesen, zum Verstand? Ich denk, durch Hören und Sehen und durch den Gebrauch der Hände und Füsse: Das soll mir ein Verstand sein. der durch Hände und Füse ins Gehirn kommt Wahrich, ein recht guter Verstand!"-"Es ist, mit Ihrer Erlaubnis, gnädiger Herr, fast ein allgemeiner Handwerkefehler der Leserzunft, dass sie den gemeinen Henschenverstand nicht findet. Wie kommt das Wer nur ist und trinkt, wenn ihn hungert und dürstet, den schmekt Brot und Wasser gut, wer aber vor lauter Heisterlosigkeit nicht weis, was er essen und trinken soll, der wird Wasser und Brot bald nicht mehr gut finden.- Das gemeine Volk lernt die Wahr- heit und bildet seinen Verstand sogusagen aus Not bei seiner Arbeit, bei seinen Frlichten, die zünftigen Leser aber vertreiber sich mehrenteils bloss die Zeit mit ihr, und dann macht die Wahrheit, mit der man nur vor Langeweile tändelt, etwas ganz anderes aus dem Menschen, dls wenn er ihr aus Not berufshalber nachhängt, um sie zu brauchen und etwas aus ihr zu ziehen. Sodann der Gedanke von der welt der unselbatändigen Arbeit als einem universalen Gegenstand der Forschung und der Lehre. Hier finden wir eine auf diesen Gegenstand bezügliche Betrachtung bei einem Denker, bei den wohl keiner von Ihnen eine solche Anschauung vermuten möchte, nämlich bei Adam Smith. In Zusammenhang einer Untersuchung über die drei Einkommensquelles Grundrente, Arbeitslohn und Kapitalgewinn stellt Adam Smith fest, dass das Interesse der Arbeiter mit dem Interesse der Gesell- schaft übereinstimme, während das Interese der Arbeitgeber- derer, die vom Gewinn leben, der"Verkäufer in jedem Zweige de Hadels umd der Geende stets in geisen Betnut von den e -17- öffenlichen Interese verschieden und ihm oogar enkgegengestzt sei. Und zwar deshalb, weil der Arbeitslohn nur in einer Gesell- schaft steige, die in stetigen Fortschritt begrifen ist. In einer stationären Gesellschaft degegen habe der Arbeitslohn die Tendeng, auf das Hiveau des Eristenaminimums zu sinken, ganz gleichgültig, ob diese stationäre Gesellschaft arm oder reich sei. In einer ver fallenden Geselschaft aber leide kein Stand so schreehich wie der Stand der Arbeiter. Mit den Gewinnen der Eigentümer dagegen verhalte es sich gang anders. Denn der Gewinnsatz steige nicht. wie der Arbeitelohn, Wmit dem Gedeihen der Gesellschaft und sinke nicht mit ihrem Verfal. Er sei im Gegenteil seiner Hatur nach auch in reichen Ländern niedrig und in armen hoch: in Ländern aber, die amn schnelsten ihrem Untergang entgegeneilen, sei er stets am höchstent.„Obgleich indes das Interesse des Arbeiter- so fährt Adam Smith fort- üso eng an das der Geselschaft ge- knüpft ist, so ist er selbst doch unfähig, dieses Interesse zu begreifen oder den Zusammenhang desselben mit dem seinigen zu verstehen. Seine Lebenalage lässt ihm keine Zeit, sich darüber gehörig zu unterrichten, und Erziehung und Gewohnheiten sind bei ihm gewöhnlich derart, dass sie ihn gang unfähig machen, sie ein Urteil zu bilden, selbst wenn er aufs beste darüber unter- richtet wäre. Deher wired bei bfentlichen Beratnmgen auf zeine Stimme nur venig gehrt und geschtet.." Man muss sich gegemwärtig halten, das das loo Jahre vor Marx und 180 Jahre vor unseren Tagen geschrieben ist. Aber Sie werden mir augeben, dass sich diese Sätze doch beinehe lesen wie die Begründung für eine Akademie der Arbeit. Man könnte die Betrachtung, warum das Iüterasse der Arbeiter mit dem lõteresse der Geselschaft idenisch ist, noch vertiefen, Wenn man nämlich denjenigen Punkt in den Vordergrund stellt, auf den es S i n z he i m e r in so hohem Grade angekommen ist, nänlich auf die Tatsche, dass der Arbeiter anselbständige Arbeit verrichtet, das heisst an der Verwirklichung fremder Wirtschafts- pläne mitarbeitet. Solange sber und wo immer und in wolchem Grade immer eine Unterordnung von Kenschen unter Pläne anderer Menschen besteht, da erhebt sich eine Henschheitsfrage aller- ersten Ranges: Nämlich die Frage nach der Bändigung und Begren- zung der Macht und jeglicher Art von menschlicher Gewalt. Das Ringen un Herrschaft und um Freiheit gehort, wie Schiller gesag hat, zu der Menschheit grossen Gegenständen. Die Geschichte des Abendlandes ist gekennzeichnet von der Tendens, die Freiheit zu mehren und die Herrschaft zu begrenzen und einzuschränken. Ee begamm mit der Begrengung der Regierungsgewalt von der Nüomd CHänTA an. Niemand kann in Abrede stellen, dass die tragischen und blutigen Kämpfe, die um dieses Ziel ausgetragen worden sind, trotz aller schweren Rückschlge- gerade in unserem Jahrhundert dass diese Kämpfe zu erstaunlichen Erfolgen geführt haben. Der Kampf griff über auf die Herrschaftsformen, die nicht nur das politische, sondern vor allem das soziale Leben erfassten, nämlich die feudalen Unterwerfungsverhältnisse. Dieser Kampf endete mit einem Sieg der Freiheitsidee. Nach der Wiederwerfung und Niederlage der Feudalgewalten entbrannte der Kampf aufs neue umn die Bändigung der Hacht, die in einer freiheitlichen Gesell- schaftsordnung auf dem Roden des Zivilrechts erwächst. Und hier steht vor allem die Macht im Vordergrund, die im Arbeits- verhältnis, im Arbeitsvertrag, wurzelt und durch die markt- wirtschaftliche Einkommensverteilung verstärkt xird und ver- schärft wird. 13- Auch des Anliegen der Arbeiteremenzipation ist ein Henschheits- anliegen ersten Ranges, und auch in dieser Prege ist das Interesse der Arbeiter identisch mit dem Interese der Gesellschaft, mit dem ewigen Anliegen der Freiheit. Gleichheit umd Brüderlichkeit. S0 führt also in der Pat der Gegenstand, den sich die Akademie der Arbeit zum Unterrichts- und Forschungsziel gemacht hat, ins Zentrum des Gesellschafte- und Staatsverständnisses, ins Zentrum der wissenschaftlichen Erkemntnis überhaupt, soweit sie sich nicht auschliesslich auf die Prtlärung der Natur oder auf die Erkenntnis kritik begrenzt. Ee bleibt noch die drite Frge, die Frege nach den Hotiven wissenschaftlichen Forschens. Wie verhält es sich mit der These der Denkschrift, dass der"Heilwille- in unserem Falle der"sozis- le und Tpolitische Heilwile- ein lapuls des Erkenntnie- und Bildungsstrebens sein könne und auch sein sollee Handelt es sich hier nicht um einen ketzerischen Angriff auf ein gentrales Dogma unseres Verständnisses von tissenschaft? Ist es nicht viedaehr eine Voraussetzung aller Wahrheitsfindung, dass sich der Forseher so vollkommen, wie es der menschlichen Natur nur möglich ist, von allen Wünschen und Zielen und Willensregungen und vorwissenschaft- lichen Varurteilen frei macht und sich nur von der reinsten und sublindertesten Nengierde leiten lässt Ich habe gerade in diesen Tegen- in einem ganz anderen Zu- sammenhang- eine Betrachtung des Fhilosophen Ortega y Gasset gelesen, die eben diess Fostulat von der voraussetzungslosen Wisenschaft mit einer geradezu radikalen VUnb dingheit vericht. Diese Stelle lautet: Das reine Denken untersteht seinen inneren, unabänder- lichen Wormen, die sich zusammenfassen lassen in der - 20. Forderung der ungestörten, gelassenen Betrachtung des Universums. Wem es nicht die höchste Freude ist, das Wirkliche zu sehen, sodass er nach nichts anderem ver- langt, wer sich nicht hingerissen fühlt von der Begeiste- rung des Sehens- PLATO nannte den wissenschaftlichen der übe lieber keinen Menschen"Freund des Schauens" eigentlich intellektuellen Beruf aus. Darum wird die Arbeit des Intellekts durch nichts so sehr gestört als wenn er sich vornimmt, irgendwem zu nützen, sei es einem Individuum, sei es einem Kollektivum. Unausweichlich wird durch die Berücksichtigung praktischer Gesichtspunkte unser Denken lahm und blind, ohne dass wir das geringste dagegen tun können." Sie sehen, hier stehen sich zwei Thesen- die These Ortegay Gasets und die These si n zhei mer s- schroff und umver- söhnlich gegenüber. Ich will hier davon absehen. Autoritäten zu zitieren, und statdessen eine andere Quelle der Erkenntnis strapaziereen, nämlich die schichte Selbebeobachtung. Wie verfahre ich selbst beim wissenschaftlichen Arbeiten: Was hat nich selbst dazu getrieben, bereits in reiferen Jahren meinen Beruf zu wechseln und mich der Wissenschaft zu wiement Welche Triebkräfte waren hier im Spiel, als ich über eine mich beschäf- tigende Frage nachaudenken begann und glaubte, zu Einsichten gelangt zu sein, die weiterzuverfolgen ich das Bedürfnis in so hohea Grade empfand, dass ich dazu gelanete, diese Aufgebe zu meinen Beruf zu mechend Ich muss zugeben, das der letzte Anstoss zum Nachdenken be mir nicht nur wissenschaftlicher, sondern auch politischer Hatur war. Gewiss, das ist nicht ungefährlich und zwingt zu ehrlicher Selbstkritik und zum Argwohn gegen sich selbst, was die Solidität der denkerischen Ergebnisse betrifft. Aber nicht darum handelt es sich, ob und welchen Versuchungen ein Forscher erliegen kann, sondern darum, ob ein solcher Iapuls zus Forschen mit der Aufgabe des Wissenschaftlers unverträglich ist, ob er- wie Ortega y Gasset meint- in der Tat die Arbeit des Intellekts zrärr zerstört und umser Denken blind und lahn macht. Dei meinen eigenen Nachdenken über diese Frege bin ich zu einen Ergebnis gekommen, das mit der These Sinz hei mers über- einstimmt. Ich habe das auch selbst einmel niedergeschrieben und vorgetrgen, nicht durch irgendwelche Bewegrunde des Forsehers mit seinen Forschungen bestimmt, sondern die Art und Weise, wie das sich beim Forscher verhält, ist das ausschlaggebende. Und als ich des einst in den letzten Jahren Geschriebene jetzt wieder hervorholte, da war ich doch lebhaft davon beeindrukt, wie sehr der Inhalt dieser Abschnitte mit den Sätzen der S inz heime schen Denkschrift zusammenstimmte, die ich jetzt zum erstenmale gründlicher studiert habe. Insbesondere der Gedanke des Heileillens kommt vor, sogar das Wort- 37 Jahre nach S inz heimers Formulierung, aber unadhängig von ihr. Meine Damen und Herren! Die Betrachtung dieser drei Thesen der Denkschrift, die von Sinzheimerund Pape verfast ist, und die f hom as damals, als or mit den Frankfurter Oberbürgermeister Voigt nach Berlin zum Kultusminister führ, in seiner Tasche hatte, und die sein Herz, wie er erzählt, mit Optimismus erfülte- diese Betrach- tung hat uns gezeigt, wie weittregend, wie im wehrsten Sinne des Wortes programmatisch diese Thesen sind, wie wichtig nicht nur für eine Akademie der Arbeit, sondern auch für die Universität, für das wissenschaftliche Forsechen, für den wissense aftlichen Unterricht. Ee war schon ein genialer Härmmmr Wurf, der an der Wiege dieser Akademie gewagt worden ist. Was ist nun- und das soll unsere letzte Frage sein- aus diesem Programm in der rauhen Wirklichkeit geworden? Inwieweit hat es die praktsche Areit der Akademie wirdich bestimme, xxxe rn 122. imieweit hat es auf de Eüwiedlung der Uatersiät- umderer Frankfürter Universität- eingewirkt, und was hat es zur Verbindung zwischen Universität und Akademie beigetragen? Bei der Antwort auf diese Frage sollten wir uns, wie ich glaubs, nicht so sehr von der Feierstimmung leiten lassen als vielmehr von der Überzeugung, dass es immer am besten ist, wenn man die Kirche im Dorf lässt. Wenn wir das aber tun, dann werden wir wohl die Empfindung haben und zugeben müssen, dass angesichts der hochgespannten Erwartungen dieser Gründungsgedanken ihre Verwirklichung nicht überall in vollem Umfange eingetreten ist. ja, dass auf allen Seiten einiges Wasser in den Wein der Gründer der Jahre 1920/21 geflosen ist. Die Auswirkungen auf die Univer- sität und auf das Verhältnis zwischen Universität und Akademie sind doch etwas zurüekgeblieben hinter den Erwartungen, die man Gamals hegte. Auch Universitäten und Akademien, auch Menschheits- gedanken und Verfassungefragen sind dem Angriff, sind dem dauern- den, ermattenden Einfluss des Antteges unterworfen und haben mit ihm zu ringen. Aber immer werden wir den Eindruck haben, dass das, was bei der Inangriffnahme eines bedeutenden Unternehmens eine Zukunftsaufgabe war, auch heute noch immer eine Zukunfts- aufgabe geblieben ist und bleiben wird. Hanches, gewiss vieles ist erreicht, manches, ja vieles ist besser geworden, einiges,. was damals umstritten war oder argwöhnisch betrachtet wurde, hat sich inzwischen durchgesetzt und ist gemeinsamer Besitz der ehe- mals Streitenden geworden. Was uns allen aber vor allem zu wünschen übrig bleibt, das ist schwer in Worte zu fassen: vielleicht aber kann es am besten mit den Worten angedeutet werden, die Theodor Thom a s zur Zeit es Hrsten welkieges einem von innverfasten Homan gegeben x .. hat:"Gebt meine Jugend mir zurück!" Nun, das Geistige ist immer neuer Verjüngung fühig. Nichts fehlt uns, damit sie uns widerfahre, damit sie uns erhalten bleibe. Begabte, fähige Hörer sind vorhanden, ausgezeichnete Lehrer stehen zur Verfügung; der programmatische Grund ist mit vollendener Meisterschaft gelegt: Ideen und Wissensstoff türmen sich zu wahren Geröllhalden; und an Stichworten, die es in sich haben könnten, die Leidensehaft des Erkennens auflammen zu lassen, ist erst recht kein Mangel. Und so bleibt denn nichtsumehr übrig als der kademie der Arbeit, aber auch der Universität, den wohlgemuten Vers zuzurufen: "Die Töpfe drunten, voll von Goldgewicht, Zieht Buren Pflug und ackert sie ans Licht!“ (Starker Beifall) 2- - 24- Erdenegr e. Ran i2 12 1n I21. Juueen Lessest Sü Politik und Freie Universität Berlin: Fereete lnnessses! Wir haben uns hier zusammengefunden, um des Andenken von Theodor T hom a s und Hugo S in zheim er zu ehren, und mir ist die besondere Aufgabe zugefallen, einige Worte über Rugo sinzheinerzusgen. Wir tun dies mit einem Gefühl der Dankbarkeit und der Weh- mut und nicht ohne ein Gefühl der Bitterkeit. Denn wir können. und wir sollten!- in dieser Stunde nicht vergessen, dass Nugo S inzheimers erste Vorlesung in diesem Hause- es war im Hörsaal S vor nunmehr fast do Jahren- von randalisierenden, aufgehetzten Studenten gestört worden ist. Und wir dürfen nicht verschweigen, das vor einem Vierteljahrhundert Hugo S inz he i mer in dieser Stadt seiner Freiheit beraubt, von einem nationalsozialistischen Hob öffentlich durch die Strassen gehetzt und schliesslich aus Frankfurt vertrieben worden ist. Der kürzlich verstorbene Landesarbeitsgerichts-Präsident Meissinger- der führende Anwalt der Arbeitgeberseite während der Weimmrer Republik, mit dem S in z hei mer zahllose Prozesse geführt. Dispute auf Kongressen und literarische Fehden ausgetragen hat- degte mir vor einem Jahre bei einem letzten Zusammensein in München." Wenn ich an jenem Tage in Frankfurt gewesen wäre, an dem sie S in z hei m er durch die Gassen gezerrt haben- ich wäre neben ihm geschritten und hätte dem Volk zugerufen: Seht her, dies ist der Vater des deutschen Arbeits- rechts!" Den"Vater des deutschen Arbeitsrechts wolen wir ehren. 5. nicht im Wege einer Wiedergutmsechung- denn das Unrech, das hier begangen worden ist, kann nicht wiedergugemacht werden- sondern im Geiste der Gesinnung dessen und der Besinnung auf das, was er uns Alteren gewesen ist, und was er den Jöngen und den kommenden Generationen bedeuten sollte. Seine Schüler und Preunde haben es dankber begrüsst, dass in der Akademie der Arbeit ein Seminarraum seinen Namen tragen und seine Büste dort aufgestellt werden soll. Denn die Akademe der Arbeit ist nicht nur ein Kind auch seines Geistes, sie symbolisiert in mehr als einer Beziehung den Wesenskern seiner Bemühungen und seiner schöpferischen Tätigkeit. Die Akademie sollte eine Stätte des Lehrens und des Lernens, der geistigen Verbindung zwischen dem im Arbeits- und dem im Forschungsprozess tätigen Menschen sein, sie sollte dazu beitragen, den Funktio- nären und dem Nachwuchs der Arbeiterbewegung das Misstrauen und die Ablehnung der als"bürgerlich verschrieenen Wissenschaft zu nehmen, und sie sollte die Repräsentanten und den Nachwuche des akademischen Lebens von der Scheu und dem Argwohn gegenübe der autonomen, freien und demokratischen Arbeiterbewegung be- freien. Die Prlege der Wissensehaft und die Förderung der Arbeiter- bewegung waren die beiden Leitsterne im öffentlichen Leben Rugo s inzheimers. Er hatadie Eutremdung, die zwischen ihnen eingetreten war, im Interesse der Arbeiterschaft beklagt, weil sie dazu beigetragen hate, die Arbeiterschaft trotz aller Lippenbekenntnise zu einem wissenschaftlichen Sozialismus in eine geistige Isolierung zu treiben, die notwendigerweise in starem Doktrinariomus und in einer lebenefremden Orhodorie enden musste. Und er hat diese Entfremdung auch im Interesse e - 26. der Wissenschaft beklagt, weil sie dazu beigetragen hatte, die Wisenschaft durch Abschnürung von einer der lebendigsten und dynamischsten Kräfte der Zeit in eine Isolierung zu treiben. die notwendigerweise im blutleeren Formalismus und Positivismus enden musste. Der grose Brückensehlag wischen der Welt der Wisenehaft und der Welt der Arbeit sollte gestützt sein auf die Pfeiler einer demohratischen Staatsordnung, einer sozialen Rechtsordnung und einer Renaissance des wiesenschaftlichen Humanismus. Mittels umanismus/ dieser Wiedergeddst sollte es der Jurisprudenz, der Soziologie und der Philosophie- den Wissenschaften, die ihm am nächten standen- ermöglicht werden, die Entfaltung und die Erkenntnis des konkreten Menschen wieder als ihr zentrales Anliegen zu erkennen. Und gleichzeitig sollte es allen Gliedern der Gesell- schaft ermöglicht werden, wieder inneren Kontakt mit den unver- gänglichen Werten der abendländischen Kutur zu gewinnen- nicht zuletzt und vor allen Dingen mit dem Recht. Es ist nicht von ungefähr, das der von einem umenschlichen Regime aus Deuschland vertriebene Rugo Sinz heiner seine abademische Antritterede an der Universität Amsterdam am 6. November 1933 über das Thema"Das Problem des Henschen im Recht gehalten hat. Er hat es hier als seine Aufgabe als Rechte- Soziologe bezeichnet, ein Henschenbild zu entwerfen, in dem al Kulturelemente vereinigt sinde die die geschichtliche Entwicklung in der rechtlichen Entfaltung des Menschen seit der Aufklärunge zeit hervorgebracht hat. An diesem letzten grossen Wendepunkt seines Lebens machte S in z he i m er den Versuch, eine Synthese herzustelen zwischen dem Henschenbild, von dem das Wirtschaftsrecht ausgeht, das den Menschen als Glied des Skono- e - 27. mischen Prosesses erfast, dem Henschenbild, von den des Arbeits- recht ausgeht, das dem einzelnen einen Lebens- und Arbeitsraum ein- räumt, und schlieslich dem Lebensbild, von dem das bürgerliche Recht ausgeht, das die Einzelsphäre anerkennt, in der der Mensch nur sich selbst und den geistigen kächten gehört. Das Bestreben, diese Synthese herzustellen, bedeutete für den enigrierten Rugo i n 2 hei mer des Jahres 1933 eine Art Resümee seines bis- herigen und ein Programm seines küntigen Denkens und Handelms. Hugo S i n z h ei m er hat vor dem Prozess der Konzentrierung Skonomischer und sozialer Macht, den zu beobachten und zu erforschen ihn sein Lehrer Lujo Brentano gelehrt hatte, nicht die Augen ver- schlosen: er hat ihn weder mit sentimentalen Worten und dem Hin- weis auf die"gute alte Zeit beklagt, in der angeblich das Reich der Freiheit auch im Skonomischen Raum geherrscht hatte, noch mit zynischen Worten und dem Hinweis auf eine messianische Feriode begrüsst, in der der Umschlag von der unorgamisierten Kongentration privater Macht in das orgenisierte Monopol öffentlicher Macht er- folgen werde. Er hat vielmehr mit gläubigem Känr Realismus- um ein Wort Paul Tillichs auf ihn anzumenden- im Bahmen der gegebenen ökonomischen Umwelt einen Ausweg gesucht aus einer Lage in der der Hensch nicht nur von seiner Arbeit, sondern auch von seinem Staat und seinem Recht entfrendet war und deshalb in einer ent- menschlichten und daher ummenschlichen Ungebung lebte. S in z he i m er hat in dem vielleicht künstlerisch wert- volsten und vollendetesten seiner Bücher, in den im jahre 1956 jüdischen/ erschienenen Klassikern der deutschen Rechtswissenschaft, Philipp Lotmar gekennzeichnet, der für die Wissenschaft des Rechts die Welt der Arbeit entdeckt hat. Han kann Meg kææraus diesen in der Emi- gration geschriebenen Zeilen über Lotmar noch die innere Erregung 20- naohspten, mit der der junde Sin shei ne r Lomers Buen über den Arbeitsvertrag gelesen haben muss, in dem ein deutscher Rechte- Wissenschaftler zum erstenmale in seiner Eigenschaft als Jurist von der Ezistenz von Gruppenakkorden- Heimarbeit und Tarifverträgen Kenntnis nahm. Immer wieder und wieder hat er uns, seinen Schüdern, die Lektüre von Lotmars grossem Buch ans Herz gelegt. Und wenn Thilipp Lotmar die Welt der Arbeit für das Recht, so hat Hugo S inz hei mer das Recht für die Welt der Arbeit entdeckt. Hierzu war aber zunächst notwendig, dass die Jurisprudenz aus den Zauberberg des Rechspositivismus erlöst wurde. Durch Eugen Ehrlich angeregt, dem er in dem genannten Buch ebenfalls ein mit liebender Künstlerhand nachgezeichnetes Portrait gesidnet hat, hat S i n zhe i m er sich in jungen Jahren der damals verfemten rechtssoziologischen Schule angeschlosen und in einem in der Juristischen Gesellschaft in Wien gehaltenen Vortrag an der Herausarbeitung der methodischen Grundlegung der modernen Jurisprudens mirgeminkrr auf soriologischer Basis mitgewirkt. S inzheiserist einer der Fegbereiter einer sehde rechtlichen Denkens, die man in der angelsächsischen Welt Tlegal realieme nennt- Rechts-Realismus. War es doch ohne ein erhebliches Hass methodissher und heoretischer Vorarbeit nicht möglich, die Aufgabe in Angriff zu nehmen, die Hugo S i n z h ei m er während der besten Jahrzehnte seines Lebens beschäftigen sollte: Zu ver- stehen, wie die Welt der Arbeit rachtlich geordnet werden könne ohne dægs mie weder der Wacht eines almächtigen und deshalb diktatorielen Staates ausguliefern noch sie der freien Initiative und sein musste/ der Privatparteien zu überlassen, was gleichbededtend war/mit der inenhenung ener alnäehtigen un aaer dintstorialen Haht des e 5.. Fünsen Legtele. Wir wissen heute- und wir wissen es nicht zustst dank Rogo inzheimer-, dass das Mittel, dese beiden Tlippen zu unschäffen, der kollektive Arbeitsnormen Vertrag ist. Schon der Zitel des epochemachenden Werkes S in z hei m er süüber den kollektiven Arbeitsnormen-Vertrag deutet auf die rechtssoziologisol untermauerte, rechtspolitisch gerechtfertigte und rechtspositivi- stisch konstruierte Grosstat im Bereich des Rechts hin, die Hugo S in z he i m er vollbracht hat: Die Entdeckung auch und gerade in unserer Zeit, das die Träger sogialer Nacht durch ihre auo- nomen Organisationen und nicht nur der Staat durch seine Organe Nomen setzen, Recht zu schaffen in der lage seien. Vom Bliekpunkt der von mir vertretenen Wissenschaft von der Politik aus gehört Hugo S i n z hei mer zu einer Geisteerichtung, die wir"Plure lissust nennen, das heisst den kontradiktorischen Gegensatz des Totalitarismus. In seiner Eigenschaft als juristischer Pluralist ist äugo Sinzhei mer bereits zu einer Zeit der Antipode des Totalitarismus gewesen, in der dieses Wort nech nicht geprägt. sein Inhalt noch nicht erfasst war. Gestaten Sie mir als einem Vertreter der Wissenschaft von der Politik den Versuch zu unternehmen aufzuzeigen, warum Rugo S in z he im er srechtstheoretisches Hauptwerk zu einem sich Politikun auszuweiten in der Lage war. Die deutsche Sozielpolitik, wie sie vom Verein für Sogial- polinik gefordert und gefördert worden war, hatte den Arbeiter Zan Objekt einer Arbeitsschutgesetzgebung gemacht. Der Ausban der Biemarckschen Sozialversicherung hate als eine Art Hotes Kreuz hinter der sozialen Kampfront erreicht, den überalterten, unfelgesehdigten um kramen Arbeiter vor des Grösten zu bewan- ranx e 3o. Ten Den Abeier in sener Figenehaft als arbeitenen Henchen hatten jedoch Sogialpolitik und Sozialversicherung nur insoweit erfasst, als es galt, ihn zu schützen, nicht aber insoweit, als es galt, ihn zu fördern. Sie hatten an das Mitgefühl der besitzen- den, nicht aber an das Selbstgefühl der arbeitenden Klassen aöel- liert. Der Arbeiter fühlte sich als das Stiefkind der Rechts- ordnung, die er durch Eroberung der Staatsgewalt zu seinen Gunsten umgugestalten trachtete. Dem Arbeiter erschien das Recht als eine feindliche Macht, weil er es ausschliesslich als ein Produrt des Klassenstastes sah, zu dem ihm der innere Zutritt verwehrt und versperrt war. Die kopernlkanische Vendng im Recho- und Stastsbeustsein der arbeitenden Klasse, an der Augo S inzhe i mer einen über- ragend grossen Anteil hate, ist nun darin zu sehen, dass durch die Entdeckung und Entwicklung eines autonomen kollektiven Arbeits- rechts der Eisblock gesprengt wurde, der bieher den arbeitenden Menschen von dem Recht getrennt hatte, das seine Arbeit zu regeln berufen ist. Und je mehr dem Arbeiter berusst wurde, dass es auch nicht nur einen Weg über den Staat zum Recht gab, sondern einen Weg über das Recht zum Staat geben kann, je augenscheinlicher es wurde, dass die Gewerkechaft nicht in erster Linie eine"Rekruten- Schulew für die politische Partei, sondern eine Partei im Proges der Bildung sozialen Rechts, das heisst aber ein autonomer Nacht- faktor, zu sein vermag und sein kann, desto lebensnäher, konkreter und Geshalb im echten Sinne des Wortes politischer mussten die Gewerkschaften werden. Die juristische Entdeckung der normativen Wirkung des Tarif- vertrages stellte eine der wichtigsten theoretischen Grundlagen des Einbaues der Arbeiterbewegung in den Staat dar Dieser Staat Sh kann aber nur ein demokratischer, rechtsstastlicher und plurali- stischer Staat sein, wenn er den Anforderungen gerecht werden soll, die dem Propheten, Vorkämpfer und Architekten der modernen Arbeits- rechtsordnung Hugo S i n z he i m e r vorgeschwebt haben. Und ein Streiter für die Demokratie und gegen die Autokratie, für den Rechtssäaat und gegen die Diktatur, für den Pluralismus und gegen den Totalitarismus ist der Forscher, Amalt und Politike Hugo S i n z hei mer zeit seines Lebens gewesen. S inz hei me r ist den Weg von der Fachjurssprudenz, über die Rechtstatsachenforschung und die Rechtssoziologie zur Rechtspolitik gegangen. Er hat sich als Rechtspolitiker grossen Stiles in seinem im Jahre 1916 erschienenen Werk"Ein Arbeits- tarif Gesetzu-„Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Rechte erwiesen. Kurg nach Erscheinen dieses Buches wurde in einer Be- sprechung das folgende über S in zhei mer gesagt: TDas Buch von S in z he i m er bildet den Abschluss einer Reihe von ener- kannt vortrefflichen Arbeiten, die der Verfasser den tarifrecht- lichen Pregen gewidmet hat. Gestützt auf genaue Kenntnis der unfangreichen Literatur And reiche Erfahrungen in der Praris der deutschen Tarifgemeinschaften fasst er nunmehr seine Ergebnisse unter rechtspolitischen Gesichtspunkten zusammen und begründet durch sie den sorgfältig ausgearbeiteten, nicht weniger als 199 Paragraphen umfsssenden Entwurf eines Arbeitstarif-Gesetzes." Der Verfasser dieser Besprechung ist niemand geringeres als Otto von Gierke, der im Alter von 76 Jahren im"Archiv der Sozialwissen schaft und Sozielpolitikt. Band 12. Seite 815 bis 922, dem S inz he i m e r schen und einem gleichzeitig erschienenen Werk des schweizerischen Arbeitsrechtlers Boss einen grundlegenden Bespre- chungsartikel von fast 30 Seiten unter dem Titel"Die Zukunft des -32 Tarifvertragsrechts" widmete. Grössere Ehre konnte einem ausser- halb des akademischen Betriebes stehenden Juristen im Jahre 1916 nicht geschehen, als dass der grösste Rechtshistoriker seiner Epoche dem Wegbahner einer neuen Rechtsordnung antestierte: über- blickt man den Tert des Gesetzentwurfs, so wird man unter allen Umständen die überaus sorgfältige, bis ins kleinste durchdachte Fassung, den reichen Gegankeninhalt und den das Ganse durchdringen den sozialen Geist rühmen müssent. Vielleicht waren die Zeitgenossen- und insbesonders die historisch geschulten Zeitgenossen- besser qualifiziert, die Bedeutung dieser einzigertigen Arbeit richtig zu würdigen als wird dies heute imstande sind, weil, was ihnen neu und wegweisend schien, uns zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Stellt doch der S i n z he i m er s o h e Gesetzentwurf eine Vorwegnahme des Tarifrechts dar, wie es sich auf Grund der von seinen Arbeiten inspirierten Tarifvertrags-Ordnung vom 23. Dezember 1918, vor allem aber auf Grund der Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichts in den Jahren vor 1933 schrittweise entwickelt hat, um in unseren Tagen in einem Tarifvertrags-Gesetz kodifiziert zu werden. Am Schreibtisch, auf dem Katheder, in Versamalungen und Kongressen, vor allem aber en den Schranken der Arbeitsgerichte und des Reiche- arbeitsgerichts hat S in z he i m er während der Zeit der Feimarer Republik unermüdlich für die Durchsetzung seiner Iden gekämpft und skiv an der Gestaltung dieses wichtigen Kapitels der deutschen Rechtsgeschichte mitgewirkt. Das geltende deutsche Tarifgesetz, ja das Tarifrecht von Ländern, die auf anderen Rechtspringipien als das deutsche auf- gebaut sind, beruhen weitgehend auf Ideen, die Hugo S inz hei m er als erster juristisch erfasst und formuliert hat. Die Unter scheidung zwischen obligatorischer und normativer Funktion die Unabingbarkeit des Farfvertreges ales des bildet heute Bestandteil eines gemeinen Sozialrechts der westli chen Welt. Nge S i nche inerhat die Reckwwisenchaft be reichert, die Gesetzgebung beinflusst und die Organe der Rechtsprechung aufs tiefste beeindruckt. Die Spuren seines Denkens finden sich in dem Rechtsbewusstsein und in dem Reehtegechd unserer Lef.. Han spricht heute so häufig davon, dass auf dem Kontinent die Geschichte des Rechts die Geschichte der Gesetzgebung- in den anglo-amerikanischen Landern die Entwioklung des Fall- Reehts- des oase law- darstelle. Hugo S in zhe imers rechtsschöpferische Amwaltstätigkeit beweist die Unrichtigkeit, zumindest die Einseitigkeit dieser Aufasung. Er hat die grossen arbeitsrechtlichen Rechtsstreitigkeiten, deren Führung ihm anvertraut war, nicht nur als einen Kampf um subjektive Rechte, sondern auch als einen Kampf um das objektive Recht angesehen und sie nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt be- trachtet, in mühseliger Kleinarbeit ein Steinchen nach dem anderen in das grosse Nosaik zu setzen, das er visionar voraus geschaut und schöpferisch auszugestalten sich zur Aufgabe gesetzt hatte. Das Anwaltsbüro hier in der Goethe Strase war die grosse Werkstätte des werdenden Arbeitsrechts, in der der Feister in engster Zusammenarbeit mit einem engen Kreis von Schülern seine Gutachten und Schriftsätze plante, vorbereitete, diktierte und revidierte, wie es eben nur dieser eine Mann, konnte, bei dem die Schärfe des Intellekts mit der Schau des Künstlers eine einzigartige Symbiose bildeten. I. Seine Klienten haben den grossen Rechtspraktiker, seine Kollegen haben den bedeutenden Rechtswisenschaftler bewundert. Wir aber, denen das Glück zuteil wurde, als Referendare hai oder ihm als Assistenten bei ihm arbeiten zu dürfen, wir haben den Rechtskünstler Hugo S i n z he i m er geliebt. Franz Heumann, Otto Kahn-Freund. Hans Norgenthau, die sich bei ihm die Sporen verdient und später internationales wissenschaftliches Ansechen gewonnen haben, sie haben bei Nugo S in z hei mer gelernt, was man vermutlich nirgendwo damals in Deutschland in gleicher Weise zu lernen Gelegenheit hatte: Das Recht als Faktor und Produkt des Sozialprozesses zu begreifen, eingebettet in den Strom sozialer und Skonomischer Kräfte, aber geadelt durch das Ethos, ja das Pathos einer umiversalen Gerechtigkeitsidee. Denn der Rechte-Rmanist Hügo Si nz hei merhatte echtes Pathos, so wie es in Deutschland so selten ist, und wie es die grossen fransösischen Anwalts-Politiker und Gelehrten- Politiker- ein Jaures, ein Briand und ein Gambetta- gehabt Nden nbem. Es ging ein faszinierender Zauber von dem Redner Rugo S inzheimer aus, der- wenn überhaupt- nur dadurch erklärt werden kann, dass die Sprache ihm nicht nur eine Form des Ausdrucks, sondern auch ein Mittel der Autosuggestion war. Vielleicht ist der eine oder andere in diesem Zuhbrerkreis, der imn Herbst 1946 die grose Friedenrede im Ostpark gehrt hat, und dem es ergangen ist wie mir, der als Primaner von diesem orator überwältigt wurde und ihm fürs Leben verfalen war. S inz he im er sprach ohne Konzept- er konnte seine Zuhörer inspisieren, weil er ein inspirierter Redner war. Der Forscher, Lehrer und Anwalt war auch ein geborener Volkstribun. Und dies bringt mich zu der Frege, warum der Mann, der sich als Verfasser von Gesetzentwürfen bewahrt hatte, obgleich er weder Ministerialbeamter noch Abgeordneter war, der die Massen faszinieren konnte und voll von politischem Eros war, den Weg nicht zu Ende gegangen ist, der ihm vorgezeichnet schien: Abgeordneter, Hinister, Stestsmannt S inzheimer ist Mitglied der Deutschen Hational- versanrlung gewesen und hat an der Schaffung der Weimarer Verfassung einen bedeutsmmen Anteil genommen. Nach der Auflbsung der Hationalversammlung hat er es abgelehnt, sich wieder auf- stellen zu lassen. Er hatbsich im Frühjahr 1920 enttäuscht, ja verbitert aus der Politik zurückgezogen und nie mehr wieder ein politisches Amt übernommen. Zwei Vorgange sind für sinzheimerskurze politi- sche Karriere bedeutsam geworden: Die historische Leistung, die er im Kampf um die Verankerung der Räte in der Verfassung voll- brachte und der Schook, deuer in den Verhandlungen des Unter- der Nationalversammlung, suchungsausschusses erliten hat. Die Revolution von 1918 hatte S i nz hei m er hoch- getrggen. In dem Chaos der Novembertage 1918 wurde er Frankfurts Polizeipräsident. Wenn das Wort nicht so abgegriffen und mis- braucht wäre, würde ich sagen, dass es sein Charisma war, das die revolutionäre Stunde beherrschte. S in z heim er hat die November-Revolution innerlich bejaht- aber er hat auch ihre Gefahren erkannt. Als Rechtssoziologe konnte es ihm nicht entgehen, dass in der spontanen Bildung autonomer Räte in den Fabriken und Kasernen vitale Kräfte gesellschaftlicher Natur ernptiv in die Erscheinung traten. Als Verfasungetheoretiker konnte ihm nicht verborgen bleibeng dass die Forderung, die 36. Bäte zu Trägern politisch souveräner Macht zu machen, entweder in einem revolutionären Chaos oder in einer Aufhebung der Demo- kratie enden musste. In zahlgsichen und grundlegend wichtigen Reden vor der Nationalversammlung, vor allem aber auf dem Weimarer Parteitag der Spp des Jahres 1913, und vor den Berliner Funktiondren der SEp im Herbst des gleichen Jahres hat S inz- he i m er den Primat der demokratisch gewählten Volksrepräsen- tation vor den revolutionär gebliebenen Sowjets verfochten. Gerade weil er die Berechtigung des Anspruchs der Betriebe- angehörigen eines Herkes anerkannte, zur Wahrnehmung ihrer sogialen und ökonomischen Belange eigenständige Organe zu schaffen, gerade deshalb konnte er mit solchem Nachdruck und mit solchem Erfolg sich gegen die Angriffe dieser Häte auf das rein politische Gebiet wenden. Die Verankerung der Räte in der Wirtschafts- und Sozialverfassung geht weitgehend auf seine Pläne und Entwürfe zurück. Aber die Verweisung der Bäte aus der politischen Verfassung ist ebenfalls unter seiner aktiven Mit- arbeit erfolgt. Hugo S i n zheimer war ein Plralist, der gleich- zeitig die Omnipoteng und die Impotenz der Staategewalt bekämpfte weil er die Einbettung der autonomen sozialen Organisationen in einen demokratischen Staat bejahte. Erst heute beginnen wir voll zu begreifen, dass eine Art"Schlacht auf den katalaunische: Gefilden' in den Jahren 1918 und 1919 hier in Deutschland aus- getragen worden ist. Nicht dass die Zeitfreiwilligen die Sparta kisten besiegten, sondern dass die Spartakisten die Massen der Arbeiter nicht für sich gewinnen konnten, bestimmte in jenen Wochen das Schicksal Deutschlands, mehr noch den Gang der bolschewistischen Revolution- und damit die Geschichte der -37. Henschheit. In diesen Kampf hat Rügo Sin zheim er seinen Hann gestanden. Er gehörte zu denen, die mitgeholfen haben, die Arbeiter über das Arbeiterecht an den demohratischen Staat heran- zuführen, und er gehört zu denen, die durch ihr Eintreten für die Auggestaltung eines kollektiven Betriebrätewesene mit dazu beigetragen haben, die Arbeiter an den demckratischen Stats- gedenken festzuhalten. Hugo S i n z hei me r ist einer der grossen Käspfer für einen- weil sozialon, demohratischen und weil demhratischen, sosialen Staat! Als Abgeordneter hat Nugo S in z h e i m er nicht nur seine Stimme erhoben gegen das Gespenst einer bolschowistischen, sondern auch gegen den Schatten einer aufokratischen Diktatur. Sen Drang nach historischer Wahrheit veranla ete ihn, in den Untersuchungs- Ausschuss einzutreten, der die Gründe der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg aufdecken sollte. In diesem Untersuchungs- Auschuss haben sich die Wegbereiter der deutschen Reaktion, die Pabrikanten der Dolchstong- Legende, die Vorläufer des integralen Nationalismus ein Stelldichein gegeben. Helfferich hat diesen Untersuchungs-Ausschuss brüskiert, Ludendorff hat ihn provoziert und Hindenburg hat ihn düpiert. S in z he i m er hat verzweifelt gerungen, um zu verhindern, dass aus dem Tribunal eine Szene werde, er hat veraucht zu vereiteln, dass aus einem Organ, das berufen war, durch Findung der wahrheit die Atmespöäre zu entgiften. eine Instanz werde, die durch Verfälschung der Wahrheit die Atmosphäre vergiften werde. Hugo S in zheim er ist in diesem Kampf unterlegen. Mit ahmangsvollem Entsetzen hat er geschen, welche Kräfte sich in dem Nachriegs-Deutschland vordrängten. Jauchekübel anti- semitischer Vorwürfe sind über ihn entleert worden. Hugo s inm- beiser, dereegewest hate, eiea ndederf mamhart engegenntreten, wurde einer d r gutiefst gehassten Hümer der vereinigten eaktion. Früher als die meisten anderen und instinkt mässig richtig hat S in z he i n er das Herankommen eines Verhngnisses vorausgesehen, das unvermeidlich werden musste, wenn die Desokraten geistig erstarben und politisch erlahmten. Nicht in der parlamentarischen Auseinandersetzung mit den Feinden der Republik, sondern in der inneren Stärkung ihrer Verteidiger hat er seinen politischen Beruf erblickt. Voller Zweifel, ob es gelingen werde, die Sturzflut des radikalen Wationalismus auf- zuhalten, jedoch von den heiligen Eifer beseelt, das Umheil dennoch zwfrahairen abzuwehren, hat or sich der Aufgabe gewidmet, durch den Aufbau und Ausbau einer kollektiven autononen Arbeits- rechtsordnung den Arbeitern eine Heimstätte in der Demokratie und der Desokratie das Heer der überzeugten Verteidiger zu verschaffen, deren Sie so dringend bedurfte. Als Huge S i ns hei m er in den Jahren nach 1920 forschte, lehrte und praktigierte, war er sich stets bewust. dass für sein wirken und mein Werk nur in siner demokratisch- rechtsstaatlich-pluralisticchen Steats- und Gesellschafts-Ordnung Platz sei. Er glaubte, durch Förderung seiner Wissenschaft der Demohratie und durch Förderung der Demckratie der Wissenschaft zu dienen. Und gerade weil or durchdrungen war von der Einsicht, dass der Gelchrte, gerade weil er Gelehrter ist, politische Verantwortung zu tragen hat, hat er die Flucht der Wissenschaftler in ein politikfreies Vakuum als verantwortungelose Fapitulation vor den Mächten der Finsternis angesehen und mit Leidenschaft abgelehnt. Die Prüchte dieser Arteit auf wissenschaftlichen Gebiet bildet das Ruch, an dem wir alle Arbeiterecht gelernt haben! "Die Grundzuge des Arbeiterechts". x. -33- Der ersten grossen Krise, die is Jahre 1920 in Nugo s in zheim er s leben eingetreien war, folgte die Katastron des Jahres 1933. Holländische Freunde vorschafften ihm einen Lehrstuhl für Rechtssoziologie. Sieben Jahre fruchtbaren Schaffen- waren imm in den Lande vergönnt, das ihm zur zweiten Heimat geworden war und das er lieben gelernt hat. Damals entstanden Werke wie"Die jüdischen Klassiker der deutschen Rechtswissen- schaft und eine grössere rechtssosiologische Arbeit über die Theorie der Gesetzgetung. Die Resetzung Hollande durch die Armeen Adolf Hitlers zwang ihn, sich jahrelang zu verbergen und alle die Angste aus- zustehen, die ein kleines jüdisches Mädchen, das auch nach Holand versehlagen worden war- die Anne Frank- auch für diejenigen gültig ausgedrückt hat, die nicht wissen, was Diffa- Rierung, Verfolgung und drohende Vernichtung bedentet. Hugo S in s he i m er hat den rieg überstanden. Wenige Wochen nach Kriegsende ist er an Entkräftung gestorben. Wir aber neigen uns in Ehrfurcht und Frgriffenheit und Dankbarkeit vor der Grösse dieses Mannes, vor den Bilde nogo inzheinere. (Starder, ammalender Befal) -. Eofemsor Dr. Krtzymich, unyermitht Ansteris: Heine Daen und Heren! Ich betrachto es als eine gronse Ehre, dass ich heute Morgen im Wamen der holländischen Preunde von Hugo S inaheimer hier auch einige Worte sprechen darf. Zwar bodaure ich, dass ich nicht eine richtige Rede ausarbeiten konnte. Aber wenn ich hier kær stehe, hinter diesen Pult, wo auch Nuge S in z hoi r so oft gestanden hat, dann fühle ich, dass es besser so nur von Herzen aus etwas zu aagen. Und doch, es ist nicht gana leicht, von Herzen aus etwas zu sagon, wenn man über Rugo Sinzheiner spricht. Als Hugo S in z h e i n e r im Jahre 1953 aus Deutschland vertriehen wurde, hahen wir ihn in Holland mit grosser Anteil- naume, aber auch mit grouser Preude derüber, dass er zu uns gekonwen ist, espfangen. Sein Ruf und sein Ruhm waren gross, nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Wir kannten ihn als einen der Grundleger des Arbeitsrechts. Aber nicht mur als das, sendern als einen grossen Keister des Rechte überhaupt, und die Universität Amsterdam- die gröeste- und die Unversit Leiden- als die älteste in Holland- waren froh, dass wir einen solchen Henschen hatten, dass er bei uns arbeiten konnte und seine wissonschaftliche, schöpferische Arbeit weitertreiben konnte. Professor Fra en k el hat ja schon gesagt, was er b ne, in unperem Lande, seit 1955 geschrieben hat, ich will e nicht noch einmal wiederholen. -5.- Hugo 5 i n z he i n e r hat bei uns noch eine grosse wiese schaftliche Arbeit geleistot, und wir achteten ihn als einen grosen Wiesenschaftler und hatten grosse Hochaehtung vor im Aber er war nicht nur ein grosser Wissenschaftler, er war auch ein guter Freund von den Akaöcikern und in den Geworkschafts- kreisen, wo er ebenfalle in grosser Hochachtung stand. Mit vielen war er befreundet. ber nicht nur das, er war auch ein guter, ein gronser Mensch, und das heban wir gerade auch in der Finsternis rlebt. Die holämdischen Freunde haben Rugo s in zheimer rnöglicht, dass sein gromses Werk"Die Jüdischen Klassiker der deutschen Rechtzwissenschaft" in zweiter Auflage in Deutschland wieder herausgegeben würdeh, nachdem es in einer Auflage bereite in den Niederlanden erschienen war. Nuge S in z he in erhan für uns, meine Dunen und Herren, eine Brücke geschlagen über eine Fluft. Und diese Feierstunde von heuto hat nun eine zweite Brücke geschlagen, hat ung eine Schwelle überschreiten lassen, die wir in dieser Stunde froh sind überschritten zu haben. Meine Hrrschaften! Wir holländischen Preunde von Hogo S i n a h e i m er danken Ihnen recht herzlich für diese Feierstunde und für die Freude, die Sie ung damit bereitet haben, dass wir hier haben anwssond sein Wüfen. amhaltender Befall.) K 42- Professor Dr. Ludwig PR ELL Akademie der Arbeit Frankfurt am Main: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es fällt schwer, nach den Worten, die uns eben von holländi- scher Seite entgegengeklungen sind, eine Fortsetzung zu finden. Aber wenn ich jetzt die grosse Ehre habe, über einen Mann zu sprechen, der mit Hugo S i n z h e i m e r, noben ihm, zusammen mit ihm diese Akademie der Arbeit geistig und tatsächlich ins Leben gerufen hat, dann bin ich nach dem, was wir in den drei Reden eben gehört haben, geneigt zu sagen: Dieser Theodor T h o m a s war der Mensch, auf den die Bemühungen des Arbeits- rechtelers S i n z he i m er, wie wir das eben von Ernst Praenkel gehört haben, hinziolten. Er verkörperte den Typ des Arbeiters. Wir wissen alle, die wir ihn gekannt und geliebt haben, dass dieser Theodor Th om a s, den wir heute- und das ist das erste der Zeichen, die wir zu werten haben-, den wir heute hier in den Räumen einer Universität rühmen, dass dieser Theodor 3 h o m a s ein stiller Arbeiter war, ein besinnlicher Arbeiter. Keiner, der den Hut der Doktoren trug, auch keiner, der die Toga des Volkstribunen um sich warf- denn dieser Theodor 4 h o m a s ist zeit seines Lebens der Mann aus dem Volke ge- blieben, als der er seinen Schicksalzweg antrat. Aber ein Mann, dessen Gedanken klar waren, der wusste, was er wollte, und dor durchsetzte, was er für recht und richtig erkannt hatte. Nun lassen Sie nich an eine Geschichte erinnern, die, wie ich fürchte und hoffe, vielen von Ihnen bekaant ist: Als nämlich 43. diese Universität Frankfurt vor dem Ersten Weltkriege errichtet wurde, als das Richtfest zu feiern war für diese Universität, da gab der Mann, der die Universität damals als Vorsitzender des Grossen Rates vertrat, der Oberbürgermeister Dr. Adickes, für die Arbeiter eine Runde aus. Und da war ein Mann, der da oben auf dem Dach gearbeitet hatte, und der kam nicht herunter. Dann hat man ihn veranlasst, doch herunterzukommen, und dann bat ihn Dr. Adickes gefragt, warum er nicht heruntergekommen sei. Und da sagte der Dachdecker sinnbildlich: Sie wollen wissen, warum ich ferngeblieben bin? Weil es mich wurmtn dass dieses Haus von dem Augenblick an für uns Arbeiter verschlosson ist. an dom wir es fertiggebaut haben. Dieser Dachdecker, das war Theodor Thom a s, der also eine schr legitime Verbindung zu dieser Universität hat. Aber mir scheint, dass hier nicht nur ein Theodor Tho m a s gesprochen hat, sondern da sprach, wie ich glaube, der Typus des damaligen Arbeiters, da sprach die deutsche Arbeiter- schaft der Wilhelminischen Zeit, mit ihren Sehnsüchten und in ihrom trotzigen Aufbegehren. Natürlich, meine Damen und Herren- ich sage es ganz offen natürlich steckten auch viele Ressentiments in diesen Worten, wir wollen das gar nicht leugnen. Nämlich Ressentiments des getretenen Menschen, eines Menschen, der eine trostlose Jugend verbracht hat, eine Jugend, wie sie Theodor Thom as in jenem Buch, in jenem romanhaften Buch dann wieder dargelegt hat, das Franz Böhm hier schon erwähnt hat:"Gobt meine Jugend mir zurück!". Eine Jugend, der allesäussere und innere Erleben und zunächst alle Ansätze gefehlt haben, ein menschenwürdiges Leben überhaupt führen zu können, und die das Gesicht der Umwelt prägte- das ist in Dresden gewesen, wo ich selbst auch aufge- - 44- waohsen bin: ich kenne die Strassen, die er dort nennt, das Gesicht dieser Elendsviertel, das Gesicht dieser Umwolt, das WMilieu: Sie mussten aus solchem Erloben heraus als unwider- ruflich angesehen werden. Karl Marx schien nicht nur ein Prohet seiner Lehre, seiner selber zu sein, er war es für die Arbeiter jener Tage. Denn seine, Marxans, Feststellungen wurden täglich neu erlebt. Das Klassendasein war Inhalt und Ausdruck nicht nur des Denkens und der rationalen Gedanken, sondern, ich möchte sagen, vor allem der Gefühle, es war typisch für diese Klasse Wenschen. Und aus den wissenschaftlichen Theorien von Marx wurde Glauben! Und dieser Glauben formte Menschen, er formte Bewogungen und bewegte schliesslich die Geschichte selbst, die der Ausgang der Überlegungen von Karl Marx gewesen war. Wenn ich sagto, es standen Rossentiments hintor jehen Worten des Dachdeckers Theodor T h o m a s, vielleicht haben da einige von Ihnen gestutzt- und ich sage: Mit Recht gestutzt- denn ich aage: War das nicht viel mehr als Ressentiment, das aus diesen Worten des Dachdeckers sprach? Das Gefühl des Ausge- stossen-seins aus der Gesellschaft jener Tage? Legt es nicht Wunden bloss, die im Innern der Gesellschaft tatsächlich vorhanden waron? Nun scheint mir gerade das das Grossartige an den Worten dieses Dachdeckers Th o m a s zu sein, dass er nicht nur in ohnmächtigem Zorn die Fäuste ballt, dass er sich die phrygische Mütze des Revolutionärs aufsetzt oder, wie man damals ja wohl sagte die Ballonmütze in den Nacken schob, dass er nicht Nein sagt zu dem, was er erfahren und gelebt und erlebt hat, sondern dass er zugleich auch wusste, wie dieser beklagte Zustand zu ändern sei: Die Türen, die den Arbeitern verschlossen waren, sie müssen ihnen . geöfinet werden- Hinein in diese Universitäten! Daa war das Ziel. Und um die Zusammenhänge wissen, um dann als Geschulter die Welt aus den Angeln heben zu können Das war die Forderung, die damals Theodor T h om a s erhob. Er schrieb einmal/ Die Herrschaft des Volkes ist nur so gross, wie sein geistiger Einfluss. Meine Damen und Herren! Ich finde, hier spricht ein unbndiges Selbsbemmsstsein aus einer solchen Einstellung, ein demokratisches Bewusstsein. Wämlich das Bewusstsein, sazz aus keinem anderen, aus keinem minderen Wolz geschnitzt zu sein als die, die das Glück haben, auf der Universität studiereb zu können, und ein politisches Bewusstsein, ein Gleicher zu sein, ein Gleich Berechtigter zu sein. Dae Wort, meine Damen und Herren, ist gesprochen worden 194, zu einer anderen Zeit als die der Weimarer Republik, und zu einer anderen Zeit als die heutige. Und endlich- und das möchte ich als Drates-betonen- neben den demokratischen undadem politischen Bewusstsein, ist das zugleich ein sehr wagemutiges und geistiges Bewusstsein, nänlich das Wissen darum, dass erst aus der Erkenntnis des rechte Handeln entspringen kann. Wie viele, die damals diese Stühle hier bevölkert haben nügen komen sich der gleichen Haltung rümen Wir wissen, auch mit dieser Haltung hat sich Theodor Tho m a s als ein typischer Repräsentant der Arbeiterbewegung und ich e hinzufügen, der deutschen Arbeiterbewegung der dame- ligen Zeit gereigt. Tissen iet Hacht! e. Das war eine alte Parole der sozialistischen Arbeiter- beegug, Geüss, auch des ist ein Wort aus den Habemkel des Bewusstseins. Aber Wissen rationales Denken allein kamn es ja nicht tun. Immer muss das ahnende Ergreifen und Begreifen der Zusam- menhänge und der Vorgänge des geistigen Lebens mit dem Urgrund alles Seins hinzukommen. Hier in dieser Antwort erwies sich die Arbeiterbewegung des 19. und de angenden 20. Jahrhunderts als ein Kand der Aufklärung- natürlich, als ein Kind des liberalen Rationalismus, der in dem Weg mit dem, was man damal- Bildung nannte, den Schlüssel zum Lebenserfolg sah, und der noch nicht erkannt hatte, dass tiefstes Wissen mit ahnenden Begreifen und das Denken und Fühlen einander zugeordnet sind das den Bewusstsein, dem Wissen, das Nicht Bewustsein, das Untergründige, das Hintergründige entspricht und entsprechen zuss. Und um diese Erkenntniseuele, den Hebel der damaligen Zeit, rang Theodor Thomas. Da war ihm aber Bildung nicht nur ein Zauberstab, um gegen die andere Schicht, in die oberen Klassen, hinein zu spüren und aus der Proletarität hinausgeführt zu werden. Hein, nein: Für Theodor T h o m a s war Bildung der Rebel zur Gleichberech- tdgung. Vissen war ihm die Grundlage politischer Handlng- fähigkeit seiner Klase. Ich glaube, aus diesen Feststellungen bereits ergibt sich der geistige Rang von Theodor Thomas dem Bauarbeiter, der vom Dach der Universität aus in die Hör- säle dar vordringen wollte, der ihr zugegliedert sein wollte, der ihr als rbeiter eingeoranet sein wolte. .67- Das Rüstzeug für solche E kenntnisse hat er sich, wie die meisten Arbeiter jener Tage. mühelig selbst erarbeitet, in den Nachtstunden, nach zehrr, zwölfstündiger Arbeit. Literarische und wissenschaftliche Bücher wurden verschlungen. Und dies alles mit einem in den schlimgen Jugendjahren geschwächten Kõrper, der mit Mühe die Krankheit der damaligen Zeit, die Schwind- sucht- wie man es damals nannte; die Tbe sagt man heute dazu überwunden hatte, und die Theodor T h o m a s dazu brachte. das dieser Mann, wenn dann auch nicht mehr in seinem erlernten Berufe auf dem Bau, so doch nun am Schreibtisch für seine Gewerkschaft- die er bald schon in jungen Jahren führte- weiterleben und weiterwirken konnte. Ja, er formte aus dieser seiner Kranheit Hadstäbe eigener Erkenntnis: Eine Schrift von ihm in diesen Jahren und Tagen vor dem Ersten Weltkrieg war die Schrift"Proletarier Krankheit- Kranke Proletarier, legte Zeugnis davon ab, eine Schrift, die ihn zuerst in politischen Kreisen, aber darüber hinaus auch in wissenschartlichen Kreisen und bis in den Reichstag hinein, wo diese Schrift diskutiert wurde, bekannt gemacht hat. Diese Hintergründen/ Schrift hat den gesellschaftlichenjeben dieser Proletarier- Krancheit, der Schwindsucht, nachzuspüren versucht, und diese Schrift von Theodor T h o m a s ist damit ein wesentlicher und wichtiger Beitreg zu einer Wissensehaft geworden, die damals, vor dem Ereten Weltärieg, gerade erst daran ging, überhaupt erst als Wissenschaft anerkannt zu werden- ich erinnere an Alfred Ruchards(9) Sozial-Rygienet. Theodor f hom as hat mit seiner Schrift wichtige Steine- ale Bauarbeiter!- mit dazu beigetregen. 53e. Nun diese geistige Gualfikation hatte Theoder T5 0. m a s sich errungen, Aber er hatte auch gelernt, wie dornen- voll und entsagungsreich der Weg zur Qualifikation des Geisess war, und vieviele begabte junge Arbeiter den Strapagen dieses Weges nicht gewachsen waren, eines Weges, den andere anschei- nend viel müheloser auf der Universität durchlaufen konnten. Aus den Bildungshunger, den Theodor Tho m a s empfunden hatte, wurde nun der Anspruch von ihm, andere auszubilden. Han sagt. Theodor T h o m a s wuddeder Bildungs-Thomast- so hiess er in seinem Freundeskreis-, der Bildung-hones. der der Vorsitzende der hesicchen Arbeiter Bildungsvereine war: Ja, alles, was mit Kultur zu tun hate, das erregte sein Interesse. Und es ist vielleicht nicht ganz umwichtig, dass dieser Theodor f h omas, als er dann in Berlin in einem Verein war, der sich der Arbeiter Wohntultur annimmt, mit einem Manne zusammenkam, den er dann später hier wieder getrof fen hat, nämlich mit Theodor Heuss, der ebenfalls in diesem Verein Arbeiter Wohnkulture in Berlin arbeitete. Und hier, bei diesem Anspruch auf Bildung, setzt nun, wie wir ja gesehen haben, die Geschichte der Akademie der Arbei ein, eine Geschichte, von der Sie eben schon gehört haben, die aber auf dem Hintergrund des Ausspruchs des Dachdeckers Theodor T hom a s geradezu als symptomatisch angesehen werden kann für dieses mühevolle Hineinwachsen der deutschen Arbeiterschaft in diesen deuschen Stast. Theodor 5 ho m a s schrieb später einmal dazus Schon zu einer Zeit, als die Universitäten und die sonstigen Hochschulen für die unteren Schichten verschlossen blieben, hatten die Gewerkschaften alle Mittel angewandt, um dazu zu gelangen. -89 Sie ging- die Arbeiterbewegung-, 50 schrieb Ihomas, dabei von dem Grundgedanken aus, dass selbst der Minderbe- mittelte durch seine Steuern die Zuschüsse für die Universi- täten mit möglich mache. Dabei- setzt er noch hinzu, so, wie man den Punkt draufsetzt- versperrte man ihm damals den Zugang zu diesen Hochschulen und Hniversitäten.- Wir wolen hinzufügen Man versperrte sie ihm nicht formal, aber es war faktisch für das typische Arbeiterkind jener Tage nicht mög- lich, den normalen Bildungsweg bis zur Hochschule zu durch- laufen, wenn der Vater nur ein normales Arbeiter- oder Ange- stellten Einkommen verdiente. Aber es ist interessant, wie ich meine, dass Theodor T h om a s den Anspruch auf den Zugang zu diesen Bildungs- instituten, wie er sie nannte, nicht allein soziologisch und politisch begründet, sondern auch steuerrechtlich, wobei wir ums erinnerz, dass es sich allerdinge nicht nur um die Lohr- oder Einkormensteder handelte, sondern vor allen Dingen um die indrekten Steuern, die ja den Arbeiter genau so drückten wie die anderen Steuern. Nun, diese Art Begründung wird immer höchst interessant sein, sie ist aber bezeichnend. Ein Gewerkschaftler begründet das mit den Steuern. Vielleicht denken manche so. Aber mit dieser Begründung gerade ist ein geistiger Virus- nämlich die Akademie der Arbeit- ins Leben gerufen worden. Denn die Gelder- das haben wir ja gehort-, die 1921 der bisher aus Stiftungemitteln unterhaltenen Frankfurter Universität nun von der öffentlichen Hand, vom Stast und von der Stadt. gegebe werden sollten, diese Gelder wurden auf Anregung der sozialdem kratischen Stedtverorsmetn Frektion- und, wir wissen, in 50. erster Linie auf Anregung und aus der Idee von Theodor rh om a- heraus- unter der Bedingung gegeben, dass, wie Theodor f ho- m a s schreibt, eine Akademie für Gewerkschaftler in der Universi tät errichtet würde, um wenigstens einen bescheidenen Teil von Geverkschaftsfunktionären an die Quellen der Wissenschaften zu bringen.- Mit welchem persöonlichen Finsatz das geschah, haben Sie gehört. Mich hat eine Wendung in dem eben Zitierten besonders be- rührt, die Theodor T h o m a s diesem reichlich nüchternen, aus dem Nachtbewusstsein der damaligen Arbeiterschaft entspringenden Vorgehen gegenüber der Universitit gab: Er segt,"an die Guelle der Wissenschaften will er die Arbeitnehmer bringent.- Er will also die Gelder, die da zur Verfügug stamden, nicht allein der blossen Macht dienen lassen, sondern der Wissenschaft, dem Erkennen, dem Wissen, weil er ja selbst an sich erfahren hat. dass er erst durch das Wissen zur Macht kam. Er bediente sich auch nicht irgendwie irgendwelcher Leute. Hein, die Männer aus den eigenen Reinen sind ihm gerade gut genug für diese Aufgabe, die nun vor dieser Akademie liegt. Rugo S inz heimer, Enst Zichel, Wihelm Frotschert)). Emst 6 ah nund anderer. Und hier begegnen wir, ich glaube, noch einem weiteren und wir mir scheint- besonders sympathischen Wesenszug von Theodor T hom as: Einer absoluten Bescheidenheit, wie sie nur der besitzen kann, der sich seiner selbst und seines Fersönlichkeits wertes bewusst und sicher ist, einer Bescheidenheit und einer Bescheidung in allem, was ihn selbst angeht: Der die anderen auf die rechten Positionen, in das rechte Licht zu setzen varsteht, wenn damit nur der Sache selbst gedient, sie gefördert e ist. Ja, meine Damen und Heren."Wen damit nur der Sche gedient istt, dann treie ich zurück. Ist das nicht eine wiesenschaftliche Grundhaltung. Das ist nicht die Bescheiden heitt dessen, der nichts weiss und nichts kann, und der des- halb sich"bescheiden gint, sondern es ist die Bescheiden- heit dessen, der, weil er Bescheid weiss, die Dinge in die rehlte Grünne zu setzen versteht. Und das Theodor T ho m a s in dieser"Ordnung war. dass aus ihn die Kraft wie die düte eines Menschen sprachen, der sich hatte formen lassen, der sich selbst in Selbstzucht geformt hatte, das wissen wir alle aus dem einmeligen Erleben dieses Mannes. Und das spricht auch aus diesem Werk, aus seinen Werk in dieser Akademie der Arbeit. Das spricht nänlich für diesen Mann, der ausging. Bildung für sich und seine Schicksalsgenossen zu erlangen- ich darf sagen: Zu erkämpfen vielleicht sogar/ Zu ertrotzen. So geht er aus- und der heinkam als einer, der nun wusste, dass sein Schicksal- das typische Schicksal der Arbeiter, des Arbeitnehmers, se die Bildung war, menschliche Bildung, menschliche Formme. Und dieses Wissen, dass Krankheit nicht Gegenstand der Erkenntnis, sondern nur die Gdelle sein kann umd mus- wir haben es von Professor Franz B ö h m schon gehört-, das gehbrt nun zu den Grundlagen des pädsgogischen Bemühene in der Akademie der Arbeit in der Universitkt Prankfurt. Mit diesem Ziel ist sie von Theodor Thom as und von nugo S in z hei mer und anderen ins Leben geruten worden. 2. Ich darf anschiessend an das, was Franz Höh hier schon sagte, noch ein anderes Zitat von Hugo sinzheimer aus jener Denkschrift zur Errichtung der Akademie der Arbeit anführen. S i n z he i m er sagte dort und wies auf die Berufung der abhängigen Arbeit zu neuen gesellschaftlichen Daseinsformen hin. Und dazu gehört nun Die zivile Akadenie betreibt die Lehre durch die Forschung, das heisst das forschende Erkennen eines Prozesses und seine lehrhafte Dar- stellung. Und beidem- das möchte ich hier noch einmal be- tonen, und vielleicht liegt hier gerade die Aufgabe der Akademie der Arbeit in dem, was kritisch am Schluss der ersten Rede gessgt wurde- beidem, sowohl der Lehre wie dem Forschen, wollen T hom as wie S inzhei m er dadurch Raum geben, dass die AKademie der Arbeit nicht neben die Universität gestellt wird, sondern dass sie in der Universi- tät errichtet werden sollte. Wie stark dieser Akademie geistig und wie unvoreingenomme und undogmatisch diese Berufung der Akademie der Arbeit aus gewiesen ist, das habe ich selbst, als ich nun für diese Darlegungen alte Dinge durchstudieres, mit Erstaunen gesehen, nämlich mit dem Erstaunen, wie unterschiedliche und in ihren Auffassungen unterschiedliche Dozenten an dieser Akademie der Arbeit gelehnt haben. Ich greife nur die zeiweiligen heraus, um niemandem zu nahe zu treten: Etwa Walter Fucken war Lehrer an der Akademie der Arbeit, Erik Holte, Adalbert Schwarz, Wilhelm Kalveram, Bmil Lederer, Adolf Weber, Erich Preusser,. Frans Oppenheimer, Erich Welter, Willy Helpach. Karl Hennicke, Viktor von Weizsücker. Ich glaube, das ist eine Reihe von Wissenschaftlern, die ich eben neben denen 33.- genannt habe, die uns als Lehrer an der Akademie der Arbeit schon bekannt waren. Es sind darunter manche Männer, von dener wir nicht wussten, dass sie an dieser Akademie für Gewerkschag funktionäre lehrend eingesetzt waren. Dass diese Männer im Rahmen einer Universität sich einer solchen Bildungsaufgabe annehmen würden, das, glaube ich, hätte man damals in der Wilhelminischen Zeit zunchst eimal nicht für mögich ge- halten. Nun ja, der selbstbewuste Wunsch von Theodor Thomas den er seinerzeit angedeutet hatte, er ist in ganz ausser- ordentlicher Weise erfüllt worden. Mit diesem seinem Wirken für die Bildungsidee der Arbeiter, mit diesem tatkräftigen Handeln für ein grosses Ziel der Arbeiterbewegung, mit diesem Werk ist wohl, wie ich meine, Theodor T h o m a s zu einem Symbol geworden, zu einem Srmbol für das Heranreifen der Arbeitnehmer im Staat und in den Staat. begann ert Mit der Arbeit an sich selbsthund mit den Wirken für seine Schicksalsgenossen setzte er seine Arbeit für, bis der Fuss gesetzt war in jene Hallen der Wissenschaft, von denen man zu Beginn des eigenen Lebens sich noch ausgeschlos- sen sah.- Ich darf hinzufügen, Theodor T hom a s war Jahrzehnte hindurch Mitglied des Grossen Rates der Universi- tät. Und noch mehr zeigt dieser Hann Theddor T homas: Wie er ein Symbol war im Empfinden der Menschen im Volke, wie er ein Symbol war im Erkennen der Lebenenotwendigkeiten der Arbeitnehmer in diesem Volke, so war er, glaube ich, auch .R ein Symbol für die Tiefe der Seele, aus der gerade die Besten dieser Arbeiterbewegung immer geschpft haben und noch schöpfen. Der heutige Erste Vorsitzende seiner Gewerkschaft erzählte mir von einer Begegnung, die er etwa acht Tege vor dem Tode von Theodor T hom a s mit diesem in Prankfurt gehabt hat. In dem Gespräch hat damals Theodor f hom a s, vielleicht in dem Bewusstsein seines nahen Endes, auf einen Vers hinge wiesen, der lautete: "Der Apfel fällt zurück in Gärtners Hand. S0 füllt der Mensch an seinen Gott. der seine Reife fand." "Der seine Reife fand".- Zeit seines Lebens hatte Theodor Thom a s seinen Freunden und den vielen, vielen jungen Hensechen die er in der dkadenie der Arbeit bereut hat, gesgt dass Gewissen von Wissen stammt- und am Ende seines Lebens wurde aus dem Wissen Gewissheit- Gewissheit, weil Theodor T h om a s durch sein Wissen bereit war, weil er die Reife des Lebens erreicht hatte. Heine Damen und Heren! Mit solchen Lebensahschnitten werden, glaube ich, skade- mische Grade, werden akademisches Selbstbewusstseinkleiner gegenüber der Graduierung aus der Weisheit der Erfahrung. Der Hann, der die Akademie der Arbeit mitgeschaffen, der Arbeiter Theodor T hom a s, er steht in der gleichen Linie wie Hugo S i nz heimer, wie Ernst Pape und wie andere. Aber da ist noch ein Besonderes, was diese Stunde hier vielleicht heraussuheben vermag. Das Leben von Theodor 7 ho- s, das mit den Bildungsstreben der Arbeiterschaft und mit .V dieser Akademie der Arheit so eng vorbunden und verflochten war, dieses Leben war einfach, war bescheiden, und es war bezeichnend und ein sinnbild für die Entwicklung der Arbeit- nehmerschaft jener Epoche selbst. Und so wird Theodor T h om as zu einem Sinnbild in seinem Leben für die deutsche Arbeiterschaft, und die Akademie der Arbeit, denke ich, wächst am Beispiel dieses Mannes und- ich darf nun abschliessend hinzufügen- Hugo s inzhei- m er s. Sie gehören nicht nur in dieser Stunde zusammen. Die Akademie der Arbeit wächst am Beispiel dieser Männer zum Ehrenmal für Rugo S i n a he i m er und für Theodor f ho- mas. (Starker Beifall) Orgelmusik Wrtdienin „Die Akademie der Arbeit", een unicum in de wereld der wetenschap. In de aula der Goetho-universiteit te Frankfort a/d Main vond op 8 februari j.1. een plechtige herdenking plaats, ter nage- dachtenis aan de twee stichters van de Akademie der Arbeit aldaar. Ook de universiteiten van Amsterdam en Leiden waren verte- genwoordigd door verschillende hoogleraren. Een der stichters van deze Akademie der Arbeit, Prof. Dr. Hugo Sinzheimer, was namelijk van 1933 af, bijzonder hoogleraar in laatstgenoende steden en wel in de rechrssociologie en het arbeidsrecht. De andere grondlegger der Akademie, Theodor Thomas, was oorspronkelijk dakdekker en kwam met zijn idee, mogelijkheden te scheppen, om iedereen in staat te stellen, meen universiteit te bezoeken, bij Prof. Sinzheimer, de stichter van het arbeidsrecht. Uit het samengaan van de grote wetenschappelijke geest van Sinzheimer, geheel ingesteld op het humanistische denken in de maat- schappij en het ongecompliceerde en wilskrachtige streven van de dakdekker Thomas, om door meer kennis te verwerven, een beter in- zicht in de maatschappelijke verhoudingen te verkrijgen, ontstond in 1921 de Akademie der Arbeit. Het doel, dat beide mannen voor ogen stond, was diegenen die geen enkele mogelijkheid hadden gehad, om te studeren, toch op een bepaald gebied een wetenschappelijke scholing te verstrekken. Deze studie zou een geheel idteäel karakter moeten dragen, dus eon studie ter wille van de studie. Vandaar, dat Sinzheimer er voor zorgde, dat deze"universiteit""Akademie der Arbeit", academi van de kennis, werd genoemd en niet bij voorbeeld"Akademie der Arbeiter Wel is de studie aan deze Akademie er uitsluitend op gericht, de studerende, die in het arbeidsproces reeds als werknemer was ingeschakeld, kennis en begrip bij te brengen bij zijn werk in fa- briek, bedrijf, instelling, enz., van het gehele economische en pu- blieke leven in al zijn geledingen en met al zijn problemen. Daarom bestaat er een zeer nauwe samenwerking met de Goethe-universiteit op het gebied van wetenschappen zoals economie, sociologie, rechts wetenschappen, e.d. De Akademie, welke direct na het aan de macht komen van de nazis in 1933, werd ontbonden, kon pas in 1946 weer worden heropend en ondergebracht in een kleine behuizing. De behoefte aan een dergelijk instituut werd echter spoedig zo groot, dat in 1956, met financiöle steun van onder andere de vakverbonden, de staat Hessen en de stad Frankfort, de eerste steen kon worden gelegd voor een ruim en hypermodern gebouw. Inmiddels was in de jaren na de oorlog de Akademie der Arheit uitgegroeid tot een studie-centrum, wat betroft de sociale, sociaal-economische en sociaal-politieke structuren en ontwikkelingen, met een zeer uitge- breid en goed gedocumenteerd archief. 2 Na afloop van de vior trimesters, die deze zeer intensieve studie duurt, wordt geen examen afgenomen en geen diploma uitge- reikt. De mannelijke en ook vrouwelijke werknemers-studenten gaan dan meestal gewoon terug naar hun oude werkkring. Ook is het moge- lijk, dat de vroegere betrekking niet meer kan worden ingenomen en moet iets anders worden gezocht. Ook dit risico moet de studerende in zekere gevallen, voor zijn drang naar kennis aanvaarden. Wel vinden velen van deze werknemer-studenten na verloop van tijd, hun weg in vakverenigingen, sociale instellingen, volks- vertegenwoordiging, regering, enz. Ook in het tegenwoordige West. Duitsland worden talrijke vooraanstaande functies in het sociale maatschappeliike en politicke leven bekleed door vroegere studenten aan de Akademie der Arbeit. Studickosten en het levensonderhoud der studerenden wor- den door verschillende instanties volledig gedragen. Bovendien wordt gedurende de studietijd een bedrag gelijk aan het volle loon doorbetaald, zodat het eventuele gezin van de werknemer-student, thuis geen financiöle offers behoeft te xxgx brengen. Het gebeuw, waarin de Akademie der Arbeit is ondergebracht, bestaat uit een woon- en een studiegedeelte. In het woongedeelte heeft iedere student tijdens de cursus o.a. de beschikking over een comfortabel ingerichte zit-slaap-studeerkamer, waar men zich na de college-uren geheel kan terugtrekken. In het studiegedeelte zijn o.m. ondergebracht, de semina- riumzalen, de bibliotheek, de gemeenschappelijke eetzaal, de muziek- zaal, de recreatieruimten, enz. De indeling en inrichting van alle vertrekken zijn zeer doelmatig en smaakvol. Vooral met kleuren werd veel moois bereikt. De colleges zelf worden door de hoogleraren in de Goethe- universiteit gegeven, mede om de nauwe verbindingen tussen de Akademie- en de universiteit te bekrachtigen. Het gebeuw van de Akademie der Arbeit ligt in het universi- teitscentrum, evenals alle andere gebouwen, welke bij de universi- teit behoren. Wanneer straks het geheleuniversitaire gebouwencomplex klaar zal zijn, is het de bedoeling, alle verkeer on deze wijk heen te leiden, opdat geen rumoer de rust in dit centrum van studie kan verstoren. Zo neemt dan de„Akademie der Arbeit“ een wel zeer bijzonder plaats in het culturele en wetenschappelijke leven in West-Duits- land in en een unieke plaats in de wereld in het algemeen. Ook op de Nederlandse genodigden hebben het ideaal, edat Akademie der Arbeit ux nastreeft en de verwerkeling ervan, een diepe UESE indruk gemaakt. Hevr. E. Boon. Brodler, IRond hkademie der Arbeit In der Universitaet von Frankfurt am Main Van alle wetenschappelijke instituten, universiteiten en instellingen in Nederland, is er geen enkele die zich uitsluitend bezig houden met het bestuderen van xxhet arbeidesproces in zijn problemen en struktuurveranderingen etc. In Duitsland is sinds 192i de zog. Akademie der Arbeit dot stand gekomen in Frankfurt am Main. Een van de grondleggers die voor het ontstaan van deze instelling zeer gevochten heeft an is xFrof. Dr. H. Sinzheimer geweest, die later hier in Holland aan de amsterdamsche Universiteit en aan die ane keiden arbeidsrecht en rechtssociokogie heeft gedoceerd. Aan zijn ensh numaniscische instellinggen zijn veehten hiervoor was het mede te danken dat deze Akademie der Arbeit een zeer nauwe contact kreeg met de Gehele universiteitdaarginds. Toen in der tijd had dezehkademie slech ten doel een wetenschappelijke opleidingtte zyn voor die arbeidnemers die door omstandigheden of door gebrek aan mogelijkheden aan een voor- opleiding de Universiteit niet konden bezoeken. De studie zelf was uit- sluitend gericht de arbeidhemer inzicht te geven bijähun verantwoordel: täakin bedrijven, instellingen etc. van het gehele economische en publieke leven. Daarom was de samenwerking met de universiteit voor al deze wetenschappen zoals: economie, sociologie, rechtswetenschappen en nog zovele andere een absolute noodzaak. Indertijd werd deze in- telling gesticht in een kleine behuizing en onder moeilijke omstandig heden. In 1933 werd deze instelling gelijk zovelen gesloten. Sind 1946 waar het weer opnieuw was heropend werd er weer gestudeerd in kleine behuizinhen. Maar de xxbehoefde naar een instituut van dien aard werd zo groot, ook mede doordat het een internationale behoefde werd, dat er nu een nieum modern groot gebouw is neergezet Dit gebouw werd geplaatst in Het universiteits centrum, duz. dat alle gebouwen die met de universiteit te maken hebben in een wijk liggen. Het is zelfs de bedoeling van de stad Frankfurt om als alle gebouwen die nog moeten geplaats worden klaar zijn; het gehele verkeer om deze wiök heen te leiden, zodat daar geen tram en andere leven makende voertuigen meer de rust kan verstoren. a arräs rgäsranäamukitäezranmitcukerzbockamamrtgätfemrgegee XXXXXEXXE De Akademie der Arbeit is na de oorlog in zijn doelstellingen wel veel uitgebreider geworden. Het oorspronkelijke doel mah slechts een opleiding te zijn is nu uitgebreid tot een studieplaats, die tevens een archief inhoudt van alle sociale, sociaal economische,, sociaal politieke etc. veranderingen., en die deze verander ingen van alle kant belicht. Het verzamelen en bewerken van al dit materiaal uit het ver- leden en het heden, is men tot een x wetenschappelijk archief ge- komen dat xxx zich dus bezig houdt met xxxxxxxeen wetenschap die steeds veranderd en nooit tot een verstard iets kan worden. Ook dit is een groot belang voor de Universiteit, die de wetenschappen wel eens te veel theoretisch en verstard, moet leren. Deze Instelling nu in zijn nieuwe x moee vorm is gebouwd door de Architect Peter Emmel iu äetgeerd een moeiliike opgave, daar een gebouw moest worden Er is nu een gebouw ontstaan waarin de studerenden gedurende dem gehele cursus niet alleen werken, maar ook wonen. De studie duurt vele maa maanden, zelfs vaak een geheel jaar De kosten hiervoor worden, kunnen zij niet zelf worden gedragen, dan betaald door een vakorganisatie of door een bestuur van een provintie. Heirdoor is het duidelijk hoe groot o kxxxx mogelijkheden voor een studiemm aan de Akademie der Arbeit zyn. De kosten zyn daarom zeer hoog omdat de studerende vaak nog een gezin heeft en dat dus ook in dit gehele cursusjaar moet worden oetaald. Deze taak van wrk en woongebouw te doen ontstaan was voor de archite ct geen gemakkelijke opgave. Toch is het een zo mooi en sfeervol geheel gewo den, dat men de behoefde gevoelt hier in dit gebouw mede te helpen aan deze geestelijke ontwikkeling waar de mens als een rechtvaardig en humaan wezen de xxxxxx arbeidswetenschappen beoefend en hoopt te bevorderen. Het gebouw is ingedeeld in twee gedeelten. I. woongedeelte, waar ieder student een eigen kamer heeft, daar het nodig is dat iedereen zich kan terugtrekken en studeren in zijn eigen ruimte. 2. Studiegebouw, waarin alle studiezalen liggen en de bibliotheek, de eetzaal, muziekzaaletz. De inrichting van alle ruimten is bizondersmaakvol en vooral met kleuren werd heel veel moois bereikt. Op 8 Februari worden de studiezalen ingewyd en krijgen de mxx namen van de twee mannen die tijdens hun leven voor het tot stand komen van deze studie mogelijkheid hebben gewerkt Nl. H. Sinzheimer en Thomas Frof 9r 77 Fünshee mner Slegande Hosftegaas in ig, dan in sedeteouslore Høpott 1933 a Seiden debiehsecle Rioefer chrehter i. ai bidisecht eu te id Mhadene de ikte olen UOöör 1006840 Srie ) Kobzuus Mo Sochluhz 25 47-333 h Bie dsie 30 13) Ailile aid shict 10 ht sienbott Frankfurter Allgemeine Zeitung Samstag, 24. Mai 1975/ Nummer 118 Die Väter des deutschen Arbeitsrechts Hugo Sinzheimer und Ernst Fraenkel zum Gedächtnis Von Otto Kahn-Freund Im Jahre 1951 kehrte Fraenkel nach Im Aprü jährte sich zum hundert- scher Staaten, beruht auf Sinzheimners und teilweise radikal antiserniüischen engen Mitarbeitern zählte. Fraenkel obachtete Fraenkel in der Nazi-Dikta- Kampagne gegen Sinzheimer, die war sich dieses Einfuusses auf sein tur jeden Tag Die Beobachtungen fan- Deutschland zurück, zuerst an die sten Nial der Tag, an dem Hiugo Sinz- Gedankengebäude den ihren Niederschlag in demn unter 1Deutsche Hochschule für Poltk i- Denken und Hiandeln stets bewust, s ieben segeher ichen Charakter annahn Sinzheimners Bedeutung als Rechts heimer, der Begründer des deutschen daß ein Wort des Andenkens an ihn dem unmuittelbaren Eindruck der Dinge Berin, an die ihn ihr darnalger Leiter Arbeitsrechts, in Worms als Sohn jüdi- gelehrter liegt nicht zuletzt in der An- und inn schlesich veranlaßte, sieh scher Eueru oeborem uourde Es uar wendung derdannas võlig ungewohn- nach Ablauf seines mäandales aus der sebst mul den Gedenken an den Leh- in verborgenen geschnebenen Buch der spadere Bürgerneser õto Suh Trein aller Freund Fraenkels aus der über den Doppelstaat, das später in rer zu verbinden in seinern Sinn ist die Absicht seines Schülers und Lichen Einbeziehung emnpirischer Un- Polükzurückzuzehen. gemeinsannen Arbeit in der Arbeier- Amerika als„The Dual State" und Wie Sinzheimer Sohn jüdische ter suchungsmethoden. Dafür ist da Weniger aufregend, aber bedeutsa- Freundes Ernst Fraenkel, durch einen kürzich auch in deutscher Sprache er- bewegung vor 1933-- berufen hatte Eltern, gehörte Fraenkel mütterl Gedenkartikel bei dieser Gelegenheit Werk von 190708 ein Mäusterbeispiel nner war der mnasgebende Anteil, de Von dort führte sein Weg an die Fre In diesem Zeitabschnitt begann er in Sinzheiner an der sogenannten ,Ver- seits einer jener jüdischen Fa an die bleibende Bedeutung Sinzhei- Universität Berlin, an der er von 15 an in denen die Tradiüon des ere Vorträgen und Aufsätzen seiner ennp ankerung, des Rätesysterns in d mers jür die Entuuicktung des juriste bis zu seiner Erneriierung als Profes ungs- und bidungsgläubigen deut- rischen Meihode eine rechtsonologi- Weimarer Verfassung hatte Es war schen und poütischen" Denkengs i sor der politischen WWissenschaf nen bürgerichen 2 Liberalsmus seine Gedanken über diesen Gegen- Deutschland und ueit über die deut- sche theoreüische Grundlage zu geben wirkte Seine Arbeit galt den dort vor lebendig war, die Fraenkel sein Leben Aber erst nach der Verreibung aus stand, die in den entscheidenden ärü schen Grenzen hinaus zu erinnern ihr oder under seiner maßgebend kel 165 der Verfassung eingingen, und lang bewahrte. Frnenkel konnte seine Arbeit nicht Deutschland im Jahre 1933, gat Beteligung geschaffenen Insütute Schon während seiner Studenten an der Ausarbeitung des 1920 verab- vollenden- er starb am Karireitag in die von niederändischen Unive dern aus der Hochschule für Polth jahre erwiesen sich seine ganz unge Berüm. Es sol deher hier ein Versuch 1 ien gewährte Gastireundschan die schlededen Beuiebsråtegesetzes arbei. hervorgegangenen Otto-Suhr-Insütu pemuacht uerden, seine Absicht duszu- Mäuße, in rnehreren Schriten seine jete er führend rnit Die rechüiche Ge- wöhnlichen pädagogischen Fähigkeiden und dem John-Kennedy-Institut, da Er widmlete sie der Akade volle Statur als Rechtssoniologe zu ge- staltung der Arbeinehrnervertretung jühren“ und Sjteichieinen Fraenkei- der von ihnn geförderten deutsch-ame. eigene Persönüichkeit und seinen ent- winnen Als solkcher und nicht nur als in Betdeben und in Unternehmungen Arbeit und spåter den Bidungse nikanischen Verständigung gewidne scheidenden Beirdo zur poüüischen Arbeitsrechuler ist er in die Geschichte basiert ebenso wie das Tarirecht auf richtungen der Gewerkschaiden, zum war. Für Fraenkel war es schwer, in der Rechtswissenschafteingegangen. den Ideen und auf der Reformarbeit der Schule des Nietallarbeiterverbar Wissenschaft zu würdigen den leizten Jahren feststelen zu müs- des in Bad Dürrenberg bei Miersebur Sinzheimer war aber auch Rechtspo- Hiugo Sinzheimer- sen, daß sich in der Entwicklung de wo er mehrere Jahre hauptamtid Sinzheimers Bedeutung erschöpf 1 1s in den Jahren is07 und isoe Hüker und Reiormer Diese Täügkei Universität eine Entfrerndung von sei- tätig war. Hier und anderwärts wid- Il Häugo Sinzheiner sein grundlegen- ist undrennbar nnit seiner juristischen sich nicht in seiner bahnbrechender nen Zielen anbahnte. mede er sich der Heranbidung von verbunden. Schon in seiner Jugend Täügkeit für das Arbeitsrecht Er war In Berlin wurde Fraenkel der Er des Werk über den koporadven schos er sch der naue Funktionären der sonalsüscher nie ein reiner Arbeisrechts spezialist- neuerer der deutschen politischen Wis- Arbeitsnormenvertrag veröffentichte und die dogmatischen Detais inderes- Arbeiterbewegung, der er sich üe e e e naut senschaft und in den letzten Jahrer bestand bereis eine umdangrekhe oeen Scheiern trat ereder sonade- senden ihn egendich nur sowet sie 1 verbunden iühle Set 1926 war ihr Nestor. Denn staatsrechtlichen Posi deutsche Literatur über die Rechisbe-(ppokrauschen Partei bei und bleb Müit-(Grundprinzpien berührten. Innner 1 Rechtsberater des Deutschen Mäetala Vismus des Kaiserreichs war zehungen zwischen Arbeigebern und gied biszu deren Aunösung 1933. beiterverbandes und übte in Berlin mit üick auf die geselschaftliche i Berske vor Aubuch des madn wide suonde und äand er Anabsen Arbeitnehmern. Vor alle beisplelswese zur Tariautonomie in Franz Neumann(auch en schuder sinr Sehe 0 Müsche Bedingtheit von Verfas Eirscheinvese Tie- Tarias tsuiter lichen 1 heiners) eine Anwaltspragisaus. weterenliutt Stadt bahnbren ene e er DSD orni ielitn ngsinstitutionen verschlossen geblie Rechtsgesnhe e ede zegen Seine TäU g k e t aI JUrTISE VeFTITTETe verordneder. Nach Ende des Krieg Loumar über den Arbeisvertas wunde ervom Frankuner Sodaten- seine Arbeien den starken indiüd ihrn eine Kenninis der Justiz der Wei- -eeke g estee m dil krnd ühued miäiäkss wa l ud voter Nür ke l ket erschienen- der zweite Band folgt Fotosvensimnon Nätte des 20. Jahrhunderts gab es ir von Oto von Gierke von Rudolf vor sechs Jahre spåder- desen Bedeude für kuure Zeid nurn Polze prais Deutschland kaunn etwas, was sich mit ernannt Inn Jahre 194 e wurde erein de Ihering, von Franz Klein. Nürgend ieser Kenntnis entstanden wesent- liche Aufsätze in der"Justiz" und in schien. Es beruht auf der Praxis der der in England und Amnerika hoch ent- tung für seine eigene Forschung Sinz- Satonalversarnnuung gewählt Eine spiegeit sich sein breies jurisüisches wickelen Politologie häte vergieichen heimer steis dankbaranerkannde Den- Srätere odenükchkeit Suurde aud i Wissen deuticher als in demn 1938 in der„Geselschaft, denn sonialwissen- Nazi-Diktatur in Deutschland, aber e- lassen. Mit der Sinzheimerschen Schu- noch beseht kein Zweiel das das aufnerksam durch sene Ausenande ist wet mnehr als ein historische- Holand veröffentichten Werk Jüdi schaftlichen Organ der Sozialdernokra- moderne deutsche Arbeitsrecht auf lung verbunden mit den intellektuel Werk gleichsann ein Beitrag zur Ana setzungen rnit den als Zeugen vor sche Klassiker der deutschen Rechts- tischen Partei Vor allern aber entstand den Einfüüssen von Karl Marx und smnemes egne Fondhung und aman Ungrnchngstaeshud sär wkenosnt. Dieg war eme momar, de wöondge audad ae etundgr den iomnde de pkäur h ene nätstie ke, Negr ug skesrnd grkum Lehre beruht. Denn er war es, der die Tiel Zur Sono ogie der Klassenjusüz geselschait Fraenkels Enddeckung de denen Genera e Ludendorif und Hiini gelegte Antwort an die Natonalsonal. Doppestaates bleibt eine seiner wich- cherung seiner Erfahrung in Ammerk kolekiven Bedehungen zwichen Ce denburg Stzheimer war Näugled des sen Frank und Car Schmnut de publaere Die war eine aufschade Werkschaften und Arbeitgebern oder war Fraenkel dazu prådesündert di Auschusses, dessen Aufgabe es warl dazu aufgerufen hatten, den deut ügsten politologischen Leistungen. Beobachtung beruhende und ebense deren Verbänden, der Tarivertra Fundamente einer erneuerten deut- ienperamentvole wie geistreiche Kri- die Ursachen der Verlängerung des schen Geist von alen jüdischen Fäl Im Jahre 1938 war er gezwungen und Arbeitskamppirecht von der B schen Politologie zu legen. Sein beson- sch ung en u bereden und den Einfuus ük des Richtertuns Sie war zeige Deutschland zu verlassen. Er studierte pherie der rechtswissenschaftlichen deres Interesse galt den"Typen der jüdischer Gelehrter auf das deutsche mnäß, aber keineswegs epherner. Es wa- Analyse in deren Zentrumn rückte. 1 Herrschait“, demn Wechselspiel vo ein Versuch an einenn konkreen Bei noch ennnal in den Vereindgen Staa- Jurisüische Denken zu eliminderen ten und erwarb in Chikago enen Zwei- parament. Regerung, Beanntentum war es, der als erster das Arbeitsred Sinzheimer, der selbst imn Jahre 1933 spiel die Fruchtbarkeit einer marzisü den juristischen Doktorgrad. Während als die rechüiche Erscheinungsteorn polüischen Parteien und organisierten das Opfer anüisemnitischer Ausschrei schen Nientho d ezu demonstrieren des Zweiten Weltkriegs und der erster der geselschafüichen Bezehunger Interessentengruppen. Seine Schriten tungen geworden, seiner Anwaltseigen s Nach 1933 gewann Fraenkels An Nachkriegsjahre stand er im amnerika- koleküiver Näächte eriaßte und eu g en er Gendegung der poltische schaft beraubt und aus Deutsch- walstäügkeit einen neuen Charakter. nischen Regierungsdienst, zuerst j individuellen Arbeitsvertrag, Wissenschaft in Deut beif land vertrieben worden war, antwor- Miit denn deutschen Arbeitsrecht war Washington im Rahmen der Vorberei- die er rnit denn Großen erndiensikere Rechtsverhälnis des einzelnen Arbeit- tete Frank und Schmuitt nicht nnit der es zu Ende Fraenkel widmnete jetrt Aung der Nachkriegspolük fü mmit der Ernst.Reuter- Mäedaile und to nehrners zu seinern Arbeitgeber, der ihnen eigenen Art sondern in eine seine Kraft, seine Intelligenz und seine Deutschland, spåter in Korea der Universität Bern muit demn phid Standort als einer sekundären gesel- rechtshistorischen WVerk, dessen wisse zei den Benenen d end e e ein Rechtsberater der amnerikanisch sophischen Doktorgrad honoris causa schaftlichen und deshalb auch recht- schaftliche Bedeutung ihrn einen bl- zahlreiche Opfer der naüonalsonalsü- okkupauonsbehörden Diesen annenta- Lichen Einrichtung zuwies benden Platz in der europääschen jun nschen Jahren verdanke er ande geehr worden ist schen Verfolgung. Mät großern Nüu Diese Gewichtsverlagerung war ent So verschieden Sinzheimer und stischen Literatur sichert. Es ist die und nicht selden unter erheblicher per- wichtige Erweiterung seines Gesichts scheidend. Sie gab dem Arbeitsrecht Fraenkel waren, verschieden als Per- Darstelung des Lebens und de w sönlicher Gefahr kämmpfte er an der in kreises. Die Beschäfügung mut der die Eigenständigkeit einer selbständi- kes zwõif deutscher RRechtsgelehrter neren Front des Widerstandes gegen hochentwickelen amerikanischen poi- sõnüchkeiden, verschieden in ihren Lebenschieksalen- sie deiten die gen Rechtsdiszipin. In der intellektu jüdischer Abstammung, von Frie die Barbarei Aus der Tätigkeit diese tologie vor alen aber auch muit den elen Erfassung und Durchdringung Gabe der Inspiration, der bltzarüiger Julius Stahl bis Eddard von Jahre erwuchsen ihmn grundlegende Verfassungsrecht und der Rechtspre- Seses Phänonens war Sinzheinere e son- in jedern künftigen Werk diese cung des Suprene Court befugjeie Einscht oder Ereuchung Und bei übende Einsichten über Gragen von seinen sonalstischen Uber- hatten jenes undeninierbare Fluidur Art würde Sinzheimers eigener Narne ien e ne eaenuer sein Denken. Hiier lagen die Wurzel- eungungen und gieichzeiüg von der das den grosen Lehrer ausmacht Drenn seinen Platz finden. uoer aie Hole von Recht und ,ust- seines später in Deutschland geschrie- überalen Tradiuon der er angehörte beide waren große Lehrer. Beiden wa Sein Wirken als Gelehrter und einem Polzeistaat In seiner eigene benen grundlegenden Werkes über das In Gegensatz zu Lotmar beruhte für das gesprochene oder besser da Rechtspoltiker sichert ihrn einen Platz Arbeit erlebte er, wie imn jurisüschen ikanische Regierungssystenn, in Sinzheimner die Tariiautonomie nich egere deite Wort die natürlchste Aus in der Rechtsgeschichte. Neben Gustav Alltag alles seinen gewohnten Gang ee ie poliüischen Einrichtunge auf dern bürgerichen Recht sondern drucksforrnn. Beiden kamnen die bester Radbruch war er der bedeutends ging, wie in den"normalen" Vorgån- der Vereinigen Staten deutsee auf der außerstaatlichen normschöp- Ideen und Formuulerungen auf o Repräsentant jener sozialistisch-über: gen des persönlichen und wirtschaf Lesern in einer ihnen(weit mnehr als ppautorm, des Redners oder d- erischen Kraft der Gesellschaft, und Hugo Sinzheimer 12.4.1875--16.9.194 fohen Lebens die Einnchungen und den Amerkanern sebsb vertauten e junisüisch gesehen- konnte dese 1 Büse vom Horru Gebhard in der len Junsenschule deren enscheden Katheder des Lehrers leichter als an der Beitrag zur Reforrn des deutschen Regeln des verfossenen Rechtsstaate Systemnatik erläuterte. Es ist ein Werk autonon geseizte Norn den vonn Rech 1"Akademue der Arbett. Frank rsenug Rechts und der deutschen Sonaboolük wie der Justzapparat und die admini- das rnit den großen europaisch en Schreibüsch des Gelehrten Fraenke Fotopie anerkannden Individualvertrag ergän- tele niemals Sinzheimers Interesse an unter der Weimnarer Republik noch de strative Mäaschine weiter funktionier Darstellungen ammerikanischen Leben zen, aber nicht verdrängen. Die Revo Bervergangenhet, den Werken enes 1Theoreischer Sonoboge aber seh Ge Krieges bis zunn Zeipunkt der unver- Darstellung harrt Einen bleibenden den Aber die leisese Berührung eine- lution von 1918 ließ Sinzheimers Vor Falles mnit den poliüischen Zielen de Jarnes Bryee oder Alexis de Tocque- schtskreis wuchs in Verlauf enes er- mneidichen Niederlage zu undersuchen. Nüederschlag fanden seine sozdabpohüd stellung teilweise Wirklichkeit werden eignisreichen Lebens über den seine schen und pädagogischen Bestrebunger herrschenden Partei und ihrer Macht- vile, vergieichbar ist. Wie in fast allen Daß Sinzheimer gegenüber den a aber erst nach seinemn Tod imn holän Lehrers hinaus Beide aber waren er in der von ihmn an der Universiat haber entzog ihrn das Recht und über- seinen Schriden zeigt Fraenkei hiei Habgötern figurderenden General dischen Exin wurden seine taritennt fült von jener leidenschaftlichen Hin- seine Erfahrung in der Technik der Frankfurt gegründeten Akadenle der antworiete ihn der Wilkür derer die jene starke Konzentradon auf die in- lichen Ideen in der Bundesrepubli gabe an die ldee der sonalen Gerech die ewat hatte stitutionele dimn Gegensatz zur psycho. durch das Tarivertragsgeseiz von 194s Zeugenvernehmung benutzt hatte um Arbeit. Dieses Nebeneinander eines Rechts"- logischen) Seiie der poltischen Wis- tigkeit, an die Idee der Freheit und Der bedeutendste Schüler Sinzhei- vol verwirklicht. Das heutige Tarif- der Wahrheit auf den Grund zu gehen Würde des Menschen, die ihrern Werk senschaft, die das Erbe seiner jurist staates und eines keine Normen aner- mners war Ernst Fraenkel, der in de Veranlaßte die rechüsgerichteden Par Vvertragsrecht der Bundesrepublik, abe Pathosund Ethos gab auch das zahlreicher anderer europäi- teien und Poltiker zu einer zügelosen frühen zwanziger Jahren zu seinen kennenden"Maßnahmnen"staates be- schen Vergangenheit war. Frankfurter Allgemeine Zeitung Samstag, 24. Mai 1975/ Nummer 118 Die Väter des deutschen Arbeitsrechts Hugo Sinzheimer und Ernst Fraenkel zum Gedächtnis Von Otto Kahn-Freund Im Jahre 1951 kehrte Fraenkel nach obachtete Fraenkel in der Nazi-Dikta engen Nätarbeitern zähle. Fraenke Im April jührte sich zum hundert- scher Staaten, beruht auf Sinzheimers und teilweise radikal antisemitischen Deutschland zurück, zuerst an die tur jeden Tag. Die Beobachtungen fan- war sich dieses Einflusses auf sein Kampagne gegen Sinzheimer, die sten Mal der Tag, an dem Hugo Sinz-Gedankengebäude. Deutsche Hochschule für Politik in den ihren Niederschlag in dem unte Denken und Handeln stets bewußt, s lebensgefährlichen Charakter annahm Sinzheimers Bedeutung als Rechts heimer, der Begründer des deutschen Berlin, an die ihn ihr damaliger Leiter dem unmittelbaren Eindruck der Din daß ein Wort des Andenkens an ihn und ihn schließlich veranlaßte, sich gelehrter liegt nicht zuletzt in der An Arbeitsrechts, in Worms als Sohn jüdi- der spätere Bürgermeister Otto Suh- im verborgenen geschriebenen B nach Ablauf seines Mandates aus der selbst mit dem Gedenken an den Leh- scher Ettern geboren zuurde. Es uer wendung der damals völlig ungewöhn — ein alter Freund Fraenkels aus de über den Doppelstaat, das später in rer zu verbinden in seinem Sinn ist. Politik zurückzuziehen. lchen Einbeziehung empirischer Un- die Absicht seines Schülers und gemeinsamen Arbeit in der Arbeiter Amerika als"The Dual State" und Wie Sinzheimer Sohn jüdischer tersuchungsmethoden. Dafür ist das Weniger aufregend, aber bedeutsa- Freundes Ernst Fraenkel, durch einen bewegung vor 1933- berufen hatte kürzlich auch in deutscher Sprache er Eltern, gehörte Fraenkel mütterlicher- Werk von 1907/08 ein Musterbeispie mer war der maßgebende Anteil, de Gedenkartikel bei dieser Gelegenhei Von dort führte sein Weg an die Fre seits einer jener jüdischen Familien In diesem Zeitabschnitt begann er, in Sinzheimer an der sogenannten„Ver an die bleibende Bedeutung Sinzhei- Universität Berlin, an der er von 19 an, in denen die Tradition des erzie Vorträgen und Aufsätzen seiner empi- ankerung" des Rätesystems in de mers für die Entwicktung des juristi- bis zu seiner Emeritierung als Profes- hungs- und bildungsgläubigen deut Weimarer Verfassung hatte. Es ware schen und politischen Denkens in(rischen Methode eine rechtssoziologi sor, der politischen Wissenschaft schen bürgerlichen Liberalismus sche theoretische Grundlage zu geben. seine Gedanken über diesen Gegen Deutschland und weit über die deut wirkte. Seine Arbeit galt den dort vor lebendig war, die Fraenkel sein Leben Aber erst nach der Vertreibung stand, die in den entscheidenden Arti- schen Grenzen hindus zu erinnern Ihm oder unter seiner maßgebender kel 165 der Verfassung eingingen, und lang bewahrte. Deutschland im Jahre 1933, gab ihn Fraenkel konnte seine Arbeit nich Beteiligung geschaffenen Instituten die von niederländischen Universitä Schon während seiner Studenten- an der Ausarbeitung des 1920 verab vollenden— er starb am Karfreitag in dem aus der Hochschule für Politik jahre erwiesen sich seine ganz un ten gewährte Gastfreundschaft die schiedeten Betriebsrätegesetzes arbe Berlin. Es solt daher hier ein Versuch hervorgegangenen Otto-Suhr-Institut wöhnlichen pädagogischen Fähigkeit Muße, in mehreren Schriften sein tete er führend mit. Die rechtliche Ge gemacht uerden, seine Absicht auszu und dem John-Kennedy-Institut, das Er widmete sie der Akademie de staltung der Arbeitnehmervertretung führen und gleichzeitig Fraenkels volle Statur als Rechtssoziologe zu ge der von ihm geförderten deutsch-ame- Arbeit und später den Bildungsein in Betrieben und in Unternehmungen eigene Persönlichkeit und seinen ent- winnen. Als solcher und nicht nur a rikanischen Verständigung gewidmet Arbeitsrechtler ist er in die Geschichte basiert ebenso wie das Tarifrecht au richtungen der Gewerkschaften, zu scheidenden Beitrag zur politischen war. Für Fraenkel war es schwer, in der Rechtswissenschaft eingegangen. der Schule des Metallarbeiterverk den Ideen und auf der Reformarbei Wissenschaft zu würdigen. den letzten Jahren feststellen zu müs des in Bad Dürrenberg bei Merseburg Sinzheimer war aber auch Rechtspo- Hugo Sinzheimers sen, daß sich in der Entwicklung de wo er mehrere Jahre hauptamtlich litiker und Reformer. Diese Tätigkei Sinzheimers Bedeutung erschöpf Universität eine Entfremdung von sei 4 1s in den Jahren 1907 und 1906 tätig war. Hier und anderwärts wid- ist untrennbar mit seiner juristische sich nicht in seiner bahnbrechenden nen Zielen anbahnte. [Hugo Sinzheimer sein grundlegen mete er sich der Heranbildung von Tätigkeit für das Arbeitsrecht. Er wan des Werk über den korporativen verbunden. Schon in seiner: In Berlin wurde Fraenkel der Er Funktionären der sozialistischen schloß er sich der nationalsozial nie ein reiner Arbeitsrechts, spezialist" neuerer der deutschen politischen Wis Arbeitsnormenvertrag veröffentlich Arbeiterbewegung, der er sich te egung Friedrich Naumanns an; nach und die dogmatischen Details interes- senschaft und in den letzten Jahren bestand bereits eine umfangrei verbunden fühlte. Seit 1926 war en ren Scheitern trat er der Sozialde sierten ihn eigentlich nur, soweit sie deutsche Literatur über die Rechtsbe- ihr Nestor. Dem staatsrechtlichen Posi Rechtsberater des Deutschen Metallar- mokratischen Partei bei und blieb Mit- undprinzipien berührten. Immen tivismus des Kaiserreichs war der ziehungen zwischen Arbeitgebern beiterverbandes und übte in Berlin mi glied bis zu deren Auflösung 1933. eder suchte und fand er Analogien Blck auf die gesellschaftliche und Arbeitnehmern. Vor allen Franz Neumann(auch ein Schüler Sinz Bereits vor Ausbruch des Erstenbeispielsweise zur Tarifautonomie i politische Bedingtheit von Verfas- es1 heimers) eine Anwaltspraxis aus. mittelalterlicher Fracheinungen d Wettkrg wer erin Frunkfurt Stadt bahnbr e ene Vere von sungsinstitutionen verschlossen gebli Rechtsgeschichte, imnmner wieder zeigen seine Täügkeit als Jurlst vernnIttert de des Krie: verordn r. Nach ben. Von der NTitte des 19. bis zu Lotmar, über den Arbeitsvertr Ernst Fruenkel. 26.12.1898-2 seine Arbeiten den starken Einfuß ihm eine Kenntnis der Justiz der Wei wurde er vom Frankfurter Soldaten erschienen— der zweite Band folgt Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in für kurze Zeit zum Polizeipräsidenten von Otto von Gierke, von Rudolf vor marer Republik"von innen" her Au sechs Jahre später—, dessen Bedeu Deutschland kaum etwas, was sich mi Ihering, von Franz Klein. Nirgend: dieser Kenntnis entstanden wesent- ernannt. Im Jahre 1919 wurde er in di tung für seine eigene Forschung Sinz- schien. Es beruht auf der Praxis der der in England und Amerika hoch ent- spiegelt sich sein breites juristisches liche Aufsätze in der„Justiz" und in Nationalversammlung gewählt. Eine heimer stets dankbar anerkannte. Den- wickelten Politologie hätte vergleichen Nazi-Diktatur in Deutschland, aber es Wissen deutlicher als in dem 1938 i der"Gesellschaft", dem sozialwissen breitere Öffentlichkeit wurde auf ih lassen. Mit der Sinzheimerschen Schu noch besteht kein Zweifel, daß das ist weit mehr als ein historisches Holland veröffentlichten Werk"Jüdi schaftlichen Organ der Sozialdemokra aufmerksam durch seine Auseinande moderne deutsche Arbeitsrecht auf lung, verbunden mit den intellektuel- Werk, gleichsam ein Beitrag zur Ana sche Klassiker der deutschen Rechts- tischen Partei. Vor allem aber entstand setzungen mit den als Zeugen vo len Einflüssen von Karl Marx und Sinzheimers eigener Forschung wissenschaft." Dies war eine großan- tomie der Diktatur in einer Industrie- die wichtige Arbeit, die er unter den einen Untersuchungsausschuß gela Lehre beruht. Denn er war es, d Max Weber, vor allem mit der Berei Titel"Zur Soziologie der Klassenjustiz gesellschaft. Fraenkels Entdeckung de kollektiven Beziehungen zwischen ce- denen Generalen Ludendorff und Hin- gelegte Antwort an die Nationalsoziali- cherung seiner Erfahrung in Amerika sten Frank und Carl Schmitt, die "Doppelstaates" bleibt eine seiner wich- publizierte. Dies war eine auf scharfer denburg. Sinzheimer war Mitglied de werkschaften und Arbeitgebern oden war Fraenkel dazu prädestiniert, die dazu aufgerufen hatten,"den deut- Beobachtung beruhende und ebens tigsten politologischen Leistungen. Ausschusses, dessen Aufgabe es was deren Verbänden, der Tarifvertrags- Fundamente einer erneuerten deut- schen Geist von allen jüdischen Fäl- temperamentvolle wie geistreiche Kri- die Ursachen der Verlängerung des Im Jahre 1938 war er gezwungen und Arbeitskampfrecht von der Peri- schen Politologie zu legen. Sein beson schungen zu befreien" und den Einflul tik des Richtertums. Sie war zeitge Deutschland zu verlassen. Er studierte pherie, der rechtswissenschaftlichen deres Interesse galt den"Typen der jüdischer Gelehrter auf das deutsch mäß, aber keineswegs ephemer. Es wa noch einmal in den Vereinigten Staa- Herrschaft“, dem Wechselspiel von Analyse in deren Zentrum rückte. juristische Denken zu eliminieren ein Versuch, an einem konkreten Bei- ten und erwarb in Chikago einen zwei war es, der als erster das Arbeitsre Parlament, Regierung, Beamtentum Sinzheimer, der selbst im Jahre 193. spiel die Fruchtbarkeit einer marxisti- ten juristischen Doktorgrad. Während als die rechtliche Erscheinungsform politischen Parteien und organisierter das Opfer antisemitischer Ausschrei-schen Methode zu demonstrieren. des Zweiten Weltkriegs und der erster der gesellschaftlichen Beziehungen Interessentengruppen. Seine Schriften tungen geworden, seiner Anwaltseigen Nach 1933 gewann Fraenkels An Nachkriegsjahre stand er im amerika- kollektiver Mächte erfaßte und den ugen zur Grundlegung der politische schaft beraubt, und aus Deutsch waltstätigkeit einen neuen Charakter nischen Regierungsdienst, zuerst individuellen Arbeitsvertrag, den issenschaft in Deutschland bei, land vertrieben worden war, antworMit dem deutschen Arbeitsrecht wa Washington im Rahmen der Vorbe Rechtsverhältnis des einzelnen Arbeit- die er mit dem Großen Verdienstkr tete Frank und Schmitt nicht mit de es zu Ende. Fraenkel widmete jetzt tung der Nachkriegspolitik für nehmers zu seinem Arbeitgeber, den mit der Ernst-Reuter-Medaille und vor ihnen eigenen Art, sondern in einen seine Kraft, seine Intelligenz und seind Deutschland, später, in Korea als der Universität Bern mit dem philc Standort als einer sekundären gesell rechtshistorischen Werk, dessen wissen- Zeit dem Beistand und der Hüülfe fü Rechtsberater, der amerkanischen sophischen Doktorgrad honoris cause schaftlichen und deshalb auch recht schaftliche Bedeutung ihm einen blei zahlreiche Opfer der nationalsozialisti- Okkupationsbehörden. Diesen amerika- geehrt worden ist. lchen Einrichtung zuwies. benden Platz in der europäischen juri- schen Verfolgung. Mit großem Mu nischen Jahren verdankte er eine Diese Gewichtsverlagerung war ent So verschieden Sinzheimer und stischen Literatur sichert. Es ist die und nicht selten unter erheblicher per- wichtige Erweiterung seines Gesichts- scheidend. Sie gab dem Arbeitsrecht Fraenkel waren, verschieden als Per- Darstellung des Lebens und des Wer- sönlicher Gefahr kämpfte er an der in kreises. Die Beschäftigung mit den die Eigenständigkeit einer selbständi kes zwölf deutscher Rechtsgelehrten hochentwickelten amnerikanischen Pol- 1 sönlichkeiten, verschieden in ihrer neren Front des Widerstandes gege gen Rechtsdisziplin. In der intellektu Lebensschicksalen— sie teilten die jüdischer Abstammung, von Friedrich die Barbarei Aus der Tätigkeit diese tologie, vor allem aber auch mit den ellen Erfassung und Durchdringun Gabe der Inspiration, der blitzarti Julius Stahl bis Eduard von SimJahre erwuchsen ihm grundlegend Verfassungsrecht und der Rechtspre dieses Phänomens war Sinzheimer g Einsicht oder Erleuchtung. Und b son— in jedem künftigen Werk dieser bleibende Einsichten über da chung des Supreme Court befruchte tragen von seinen sozialistischen Übe hatten jenes undefinierbare"Fluidum Art würde Sinzheimers eigener Name sen der pohitischen Diktatur un sein Denken. Hier lagen die Wurzelr das den großen Lehrer ausmacht. De zeugungen und gleichzeitig von de seinen Platz finden. über die Rolle von Recht und Justiz in seines später in Deutschland geschrie überalen Tradition, der er angehörte beide waren große Lehrer. Beiden war Sein Wirken als Gelehrter und einem Polizeistaat. In seiner eigenen benen grundlegenden Werkes über das Im Gegensatz zu Lotmar beruhte fü das gesprochene, oder besser, das Rechtspolitiker sichert ihm einen Platz Arbeit erlebte er, wie im juristischen amerikanische Regierungssysten, Sinzheimer die Tarifautonomie nich "geredete" Wort die natürlichste Aus in der Rechtsgeschichte. Neben Gustav Alltag alles seinen gewohnten Gan dem er die politischen Einrichtunge auf dem bürgerlichen Recht, sondern drucksform. Beiden kamen die besten Radbruch war er der bedeutendste ging, wie in den„normalen" Vorgän der Vereinigten Staaten deutschen auf der außerstaatlichen normschöp Ideen und Formulerungen auf de Repräsentant jener sozialistisch-übera gen des persönlichen und wirtschaft- Lesern in einer ihnen(weit mehr al Hugo Sinzheimer, 12.4.1875--16.9.1945 ferischen Kraft der Gesellschaft, un Plattform des Redners oder den len Juristenschule, deren entscheiden- lchen Lebens die Einrichtungen un den Amerikanern selbst) vertrauter Büste von Harry Gebhardt in der — juristisch gesehen— konnte dies Katheder des Lehrers leichter als an der Beitrag zur Reform des deutschen Regeln des verflossenen Rechtsstaate: Systematik erläuterte. Es ist ein Werk "Akademie der Arbeit", Frankfurt. autonom gesetzte Norm den vom Rech Schreibtisch des Gelehrten. Fraenke Rechts und der deutschen Sozialpolitik wie der Justizapparat und die admini Foto Dieter Schirg das mit den großen europäischen anerkannten Individualvertrag ergä teilte niemals Sinzheimers Interesse an unter der Weimarer Republik noch der strative Maschine weiter funktionier- Darstenungen amerikanischen Leben: zen, aber nicht verdrängen. Die Rev theoretischer Soziologie, aber sein Ge Darstellung harrt. Einen bleibende ten. Aber die leiseste Berührung ei der Vergangenheit, den Werken eine Krieges bis zum Zeitpunkt der unver lution von 1918 leß Sinzheimers Vor sichtskreis wuchs im Verlauf eines en Niederschlag fanden seine sozialpoliti Falles mit den politischen Zielen de James Bryce oder Alexis de Tocque meidlichen Niederlage zu untersuchen. stellung teilweise Wirklichkeit werden, eignisreichen Lebens über den seine herrschenden Partei und ihrer Mach schen und pädagogischen Bestrebungen ville, vergleichbar ist. Wie in fast aller Daß Sinzheimer gegenüber den a aber erst nach seinem Tod im hollän- Lehrers hinaus Beide aber waren er haber entzog ihm das Recht und über in der von ihm an der Universität seinen Schriften zeigt Fraenkel hie Halbgöttern fgurierenden Generalen dischen Exil wurden seine tarifrecht füllt von jener leidenschaftlichen Hir Frankfurt gegründeten Akademie der antwortete ihn der Willkür derer, die jene starke Konzentration auf die in- seine Erfahrung in der Technik de lchen Ideen in der Bundesrepubli die Gewalt hatten. gabe an die Idee der sozialen Gerech- Arbeit. stitutionelle(im Gegensatz zur psycho- Zeugenvernehmung benutzt hatte, u durch das Tarifvertragsgesetz von 1945 tigkeit, an die Idee der Freiheit und Dieses Nebeneinander eines"Rechts" logischen) Seite der politischen Wis Der bedeutendste Schüler Sinzhei der Wahrheit auf den Grund zu g voll verwirklicht. Das heutige Tarif- Würde des Menschen, die ihrem Werk senschaft, die das Erbe seiner juristi- staates und eines keine Normen aner mers war Ernst Fraenkel, der in der veranlaßte die rechtsgerichteten vertragsrecht der Bundesrepublik, aben Pathosund Ethos gab. auch das zahlreicher anderer europäi- teien und Politiker zu einer zügellosen frühen zwanziger Jahren zu seinen kennenden„Maßnahmen"staates be-schen Vergangenheit war Samstag, 24. Mai 1975/ Nummer 118 Frankfurter Allgemeine Zeitung )aß es eine Geschichte des Glück Denken wir nur an die Fußballmei- gibt, über das wir uns noch mi sterschaft: die wallenden Fahnenmeere einigen Unterscheidungen verständigen solidarischer Anfeuerungen, den müssen, wird niemand leugnen. Aber Glücksschrei der nationalen Fraktio- ist es statthaft, von einem Aussterben nen, brüllend wie eine Steinbruchspren einem geschichtlichen Verenden der gung, wenn der Ball, wie an magi seelischen„Gattung" Glück zu spre- schen Fäden der hypnotisierten Arena chen? Daß in der Antike, in den un gezogen, ins Tor traf. Nichts beleuchtet verwelklichen Jahrhunderten des Mit- schärfer den totalen Freiheitsverlust telalters, in den Epochen der absoluter der Person, ihren narkotischen Genuß Könige und der Revolutionen Glüch der Massenlust, die die Person ohne anders gefühlt, gelebt, ausgedrückt Rest aufsaugt, als eine solche Veran- wurde, würde man in einer kurz staltung des kollektiven Glücks Mar historischen Revue unschwer zeig mag den Soziologen Glauben schenken können. Doch welche Beobachtur die diesen Saturnalien der modernen könnte den Historiker veranlasse Gesellschaft reinigende Funktionen zu- vom Glück in der Form der grammati- trauen: die Ermöglichung von Ersatz- schen Zeitform der Vergangenheit, im ggressionen, die gefährliche Stauun- passé défini zu sprechen? en innerhalb der gesellschaftlichen Meldet sich hier nicht eine Ge- Triebstrukturen ableiten. Aber in die schichtsphilosophie zu Wort, die schon ser zwanghaften Einbindung des ein die Alten kannten? Jene verklärende zelnen in das Massenglück sind win historische Wehmut, die das unwieder meilenweit entfernt von der Bestim- bringlich Vergangene immer der rau mung, die Glück und Freiheit unzer- hen Gegenwart vorzieht? Selbst ein po- trennlich wechselseitig auf sich ver- Mitischer Realist wie der Staatsmann weist. Massenglück kommt nur unter Talleyrand scheint davon nicht frei ge Verzicht auf Glück zustande. Nicht vor wesen zu sein, wenn er sagte, daß nu ungefähr können wir bestimmte Er derjenige wisse, was Glück sei, der vor scheinungen des Massenglücks öffent der Französischen Revolution geleb lich bereitgestellte Betäubungsmitte habe. Das gleiche haben unsere Groß nennen, die den einzelnen unempfind- eltern von der Zeit vor dem Ersten sam für den Schmerz seines Glücks- Weltkrieg gesagt. Historiker sind Zeit- verlustes machen. genossen, und sie teilen mit diesen die Leiden an ihrer Zeit. So erscheint dem Historiker, der kein käuflicher Beob Das organisierte achter seiner Zeit ist, Glück immen Spektakel wieder als vergangenes Glück. Diese Perspektive teilt er mit dem mensch- Die bedrückendsten Verfallsformen lichen Altern. Glück kennt es nur als des kollektiven Glücks finden wir dort, "besonnte Vergangenheit wo es verstaatlicht worden ist. Hier Aber darurn geht es hier nicht. Ich wird das Glück des einzelnen nicht möchte meine Fragen nach dem Glück mehr auf die"seelische“ Bilanz den mit den Methoden des Archäologen ver Gesellschaft abgestimmt mit den ge- gleichen. Ein Archäologe ist ein Mann schilderten Einbußen, die zur Glücks- der nach Spuren abgesunkener Kultu- impotenz führen können. Hier wird ren sucht Er ist ein Gräber. Abgesun- Glück von der Obrigkeit bestimmt kene Vergangenheit, eine der Erdkru- organisiert, überwacht bis in jedes De ste inkorporierte Vergangenheit, ist tail seiner Regungen. Das schmähliche konservierte Zeit. Wenn nun, wie die Spektakel des organisierten Glücks Befunde und Kommentare der Gegen- das im Staatsfest abgeordneter Kollek- wart behaupten, das Glück einer ab tive auf seinen Höhepunkt kommt gesunkenen Kultur angehört, so müßte zeigt uns die perfekte Glücklosigkeit es doch einer als Archäologie betriebe- des verstaatlichten Glücks. So ist es nen Glücksforschung gelingen, dieses dort ein Gebot der Staatsräson, jede Massenrausch, ein öffentlich bereitgestelltes Betüubungsmitte!— und das Gegenteit vom„wahren“ Glück. Glück auszugraben, wo es die Ge Foto Wolfgang Haut individuelle Glücksspur unnachsicht zu verfolgen und den, der sie hinten schichte konserviert hat in den über lassen hat, zu denunzieren und ding- leferten Monumenten des mensch- fest zu machen. Der Glückliche ist ein lichen Denkens. subversives Element. Er besitzt den Es bedarf keiner tiefen Grabung, um gefährlichsten Sprengstoff, die Freiheit. zur geschichtlichen Schicht des Jahres Wir verfügen über ein kostbares Do- 1800 vorzudringen. Unsere Gegenwart Die Systeme des Glücks kument des Glücks, das sich in solchen ist in weiten Bereichen noch ge Lagen zu verbergen und zu erhalten schichtlich bestimmt von den Ereignis- Ein Versuch, die Vorstellungen von Glück neu zu überdenken Von Rainer Gruenter weiß. Es ist ein spätes Gedicht Bertol sen. Tendenzen und Erkenntnissen der Brechts, versteckt in den ,Bukower Jahrzehnte, die diese Jahrhundert- individuellen Privilegs, das niemand dort, wo man von einer"Vergesell- nur sein eigenes Gleichgewicht, son- wende umlagern. Betrachten wir das Vergewaltigung, keine Umarmung derElegien". Es heißt„Vergnügungen". abschaffen, angreifen oder erwerben schaftung" des Glücks zu einer Ver- dern jeder stützt sich auf das der Glück muß jeder für sich allein Stichjahr 1799. Napoleon wurde, nach dem Glück innewohnenden Freiheit staatlichung des Glücks überging, wie dem Sturz des Direktoriums, erster kann? Schichten, die ihn umfassen, und so haben. Es ist zutiefst privat, Wir können uns das leicht deutlich in den durch Diktatur oder kommuni- das Gewissen, die Liebe, der Sch spielt in die kleine Lustfabrik der Per- Konsul der Republik Frankrech(m machen, wenn wir uns Bilder und „Groß zuar nenn ich den Mann, der, stisches Regiment geregelten Gesell der Tod. Fundamentaleigentümer des son ein höchst verwickelter mora- nächsten Jahr schlug er die Österrei- Vorgänge der Freiheit ins Gedächtn sein eigner Bildner und Schöpfer, schaften. Letzteren mußte das Glücks- einzelnen, die man weder enteignen lischer Kredit hinein, von dem noch z cher bei Marengo) Washington, der er- rufen, die uns beglücken. Das fre Durch der Tugend Gewalt die Parze maximum ein Problem werden. ste Präsident der Vereinigten Staaten noch sozialisieren kann, wie stark sie sprechen sein wird, weil er nicht weni Spiel der Schwalben, der Delphine, d bezuingt, Ahnung, daß ein Automatismus zun starb im gleichen Jahr. Die amerikani ger zur seelischen Bilanz der Gesamt- auch auf den gesamten gesellso Paul Valery ,demi-dieux", Halbgötte Aber nicht erzubingt er das Glück, mender Glücksgefräßigkeit" zu einem sche Demokratie wird wenig mehr als heit wie zu der des einzelnen gehört. lichen Kulturzustand bezogen nennt, trifft zutiefst unser Glückswis und uas ihm die Charis wirtschaftlichen, dann zu einem Regie- drei Jahrzehnte später von dem fran- mögen und seiner"seelischen Bilan Seit der Antike bestehen alle philo- sen, unsere Glücksbereitschaft. Die Be- Neidisch geveigert, erzuingt nimmer rungskollaps führen müsse, hat auch zösischen Staatsmann und Historiken entsprechen müssen. So wird eine klu sophischen Glückseligkeitslehren au liebtheit des Balletts, des Springtur- der strebende Mut. die blutigsten Wortführer der Französi Tocqueville beschrieben als Macht, die beratene Gesellschaft sich darauf be einem fundamentalen Grundrecht, di niers hat mit dieser Freiheitsbeglük- schen Revolution beunruhigt. Sie ver Im System des Sittlichen hat die - mit Rußland— eines Tages in ihren schränken, Vorkehrungen zu treffen die"seelische Bilanz" des Glücks nicht kung zu tun. Der Tänzer, der Reiter, Größe, der"Wille, der ernste“, ihren langen daher„e bonheur de médio- Händen ,das Schicksal der Welt" hal- die den Freiheitstrieb des Glücks be- entbehren kann: auf der Freiheit. der Turmspringer, der Technik in Gra- crité", das bescheidene Glück, eine Königsplatz. Doch in den"Systemen ten wird. In Berlin wird 1799 die erste rücksichtigen, soweit das die Dynami Freiheit und Glück sind untrennbar zie zu verwandeln vermag, löst den Glücksdiät, ein moralisiertes Glüch des Glücks"(Robert Musil) zählt Größe Dampfmaschine aufgestellt. Das Kleid ihres Wohlstands und die Eigengesetz- Die Freiheit des Glücks bedeutet zu Schrei beglückter Verwunderung aus das Rücksicht nimmt auf die persön nicht. Das„Höchste" ist nicht das, was der Frau ändert sich revolutionär: Da lichkeiten ihrer öffentlichen Wohlfahrt nächst Abwesenheit von Lasten, Fes- Wie anders aber schon die stumme Er- liche und gesellschaftliche Gesundheit "griechische" Kleid, das nackte Arme 1 Aufopferung, Verzicht, Treue, Tapfer- gestatten. Die vielen Selbstbedienungs- seln des Alltags, täglicher Beanspru- regung, die auf den Seiltänzer starrt und Schultern gestattet, der geschlitzte keit, Milde, Gerechtigkeit erreichen läden des Glücks, welche die Behörden Es kann kein Zweifel darüber beste- chung, Sorgen, Bürden, auch körper- der die Freiheit, mit welcher Schönhei Rock, Sandalen kommen in Mode. für die Schwerbeschädigten des Glück: licher Art, Schmerzfreiheit. Deshalb können, sondern das ebenso unverdient hen, daß die Sozialisierung des Glüch auch immer, mit der Gefahr durch ein Schleiermacher, veröffentlicht seine einrichten, die Spielkasinos, Freizeit wie unbegreiflich frei sich einfindende eine robuste Materialisierung de hat Schopenhauer in seiner Leidens-beklemmendes Zuviel verschwister Reden„Über die Religion", Fichte ver- Glück. Es spendet Cäsars"allmächti- zentren, Grün- und Trimm-dich-fit- phiosophie dem Tier einen höheren Glücks herbeiführte. Sie garantier Beklemmung jedoch ist Freiheitsbeein "Atheismus"-Streit seine ges Glück" und bewohnt ,der Einfalt Zonen, können zwar Bedienungsanlei Glückszustand zugewiesen. Ohne Ge- eine gemeinsame und gleichberechtigt trächtigung. Überaus sichtbar wird dies pfessur, Beethoven vollendet tungen geben, aber keine Anleitung kindliche Seele". Der Imperator und dächtnis kennt es die mitgeborenen Teilhabe an Glücksgütern, deren man während der großen Autorennen in de die Erste Symphonie C-Dur, und Höl- das Kind-- welche gleichberechtigte zum Glück. Die Langeweile, in die sich Schmerzenserreger des Menschen sich handfest versichern kann. Dahen spannungserstarrten Gesichtern de die Trauer des Glücksverlustes umsetzt derlins"Hyperion" erscheint. Nachbarschaft, die allein das Glück nicht: Furcht und Hoffnung, das Zwil- kann sich ungehemmte Glücksmaxi Tribünen-Massen, welche auf einen Ri stiften breitet sich auf den buntesten Plätzen 1 Als"Höchstes" ist ihnen gsgebilde Wahn. Es lebt in ,da rung noch weniger eine Gesell gennelp in der haarscharfen Überholungspräzi- der Vergnügungs- und Glücksindustrie ser Gegenwart", in"punktue aft leisten, deren Herstellungs- und LVAUGUREELE REDE VAN PROF. SIVZHEHMER. Beteekenis der rechtssociologie. AMSTERDAM, 6 Nov.-- Heden heeft prof. dr. A. Sinzheimer zün ambt van büzonder hoogleeraar in de rechtssociologie aan de Universiteit van Amsterdam aanvaard met het uitspreken van een inaugureele rede over„Das Problem des Menschen im Recht“. De vraag naar het wezen van den mensch, aldus spr. is voor het recht van fundamen- teele beteekenis. Want hoe het recht den mensch opvat, is beslissend voor de vraag, hoe het recht het bestaansprobleem van den mensch oplost, d. w. z. hoe het recht den mensch een menschelük bestaan mogelük maakt. Spr. gaat uit van verandering der rechts- opvatting van den mensch, die in de onder scheidene ordeningen te voorschin komt. In het burgerlük recht wordt de mensch erkend als een vri wezen. In het arbeidsrecht is dit echter anders. Het arbeidsrecht vat den mensch niet op als een vrü. doch als een afhankefük wezen. Het bestaan van den afhankeliken mensch kan zich niet vergenoegen met waarborg voor een erkenning van de abstracte vrüheid. Het heeft een büzondere rechtsbestemming noodig, welke verwezenlükt wordt door het arbeidsrecht! In tegenstelling tot het burger- lük recht erkent daarom het arbeidsrecht het recht van den mensch op een bepaald reeel bestaan. Een nieuwe opvatting van den mensch brengt ten slotte het economische recht tot uitdruk- king. Dit is het nieuwe recht dat thans ont- staat; het beschouwt den mensch als een maatschappelük wezen en plaatst hem in een economisch geheel. Houdt men de laatste idee voor oogen, dan is er slechts nog één bestaan, n.1 het bestaan van het geheel. De individu bestaat dan nog als een deel van het geheel. Het is de büzon- dere taak der rechtssociologie, deze verande- ring na te gaan, om hieruit het innerlük be- grip van het recht en het inzicht in de krach- ten te winnen, waarvan de verdere ontwikke- ling van' het recht afhangt. De verandering wordt veroorzaakt door bewegingen, die zich in den mensch zelf voltrekken. Zü ontstaan zoowel uit uiterlüke als innerlüke factoren De uiterlike worden door de historische si- tuaties, waarin de mensch zich bevindt, gege- ven, de innerlüke zün resultanten van den weerstand, welken de mensch aan deze situa- ties biedt, wanneer deze in de kern van zün persoonlükheid ingrüpen, en zün levenssfeen bedreigen. Centr. Studenten Bureau, Fr. v. Mierisstr. 101, Tel 21381. Toezicht op huiswerk. les in Ores 13-7621 schoolvakken. ) D. M Nederlandsch voor Butien landers. Billike condities. Uit- stekende referenties. S. NOORT 13-5092 Sarphatipark 39. tadion. Leert Duitsch door D. Lee- slaagd Leid- rares. Billüke conditie. clubs schegracht 59. Tel. 34738. D6922 13-9834 Stenografie ,Groote: Nieuwe cursus begint half Nov A. V. Groote, Jac. Obrechtstr. 81 Amsterdam(Z.) Tel 20284. 13-5713 rcurius. 23431 Huiswerk maken een genoegen 13.8277 als student helpt met wis- en natuurkunde. Br. 13-3177 Tel Heeren, U hebt uw Talen geleerd. Onderhoudt U ze? aktük Niet voldoende?. Sluit U dan dir aan bj gevest. Conv. Club. en die Nut en ontsp. vereen. Tech- intern, mnilieu, woordr.- debat. kunde. etc.(Geen les of cursus) Br 13-3196 Bur. De Telegraaf. Eng journalist geeft Eng. Tes. elsch sen. Br. lett. F. MERCURIUS amens Boekh Sarphatistraat 32. à f 0.60 13-8440 Brieven Eng. for ladies in 6mb 9 B Eng. lady. Br. 13-3120 Bur Tel 13-8443 s beginnen Fransch, Duitsch, Engelsch, Ned. Taa! eden, Schoonsehr. Steno, Alg. Ontwik 65 ct. p. mnd. Zendt briefkaart om gra aan CURSUS ZELFONTWIKKELING 13-5003 T., Amsterdam-VV. or U open, salverhooging kunt U tege een Schr. Techn, cursus volgt van de 1 Corresp. Onderwis(V.V.C.O.) ont Gezel/Meest. Smid. Nh. Ni NIV. Nk. NV. Scheeps- en Landmach N. 13 en Bouwk. Opz. Prinsengracht 263 13-N4977 essen en Clubs 10 Danslessen ren Prive. voor eerstbeginnenden. nvang van ELJK. les dageliks. Inst. H. v. eerst 21-23 HOLT, Ze Helmersstr sen§ 15. 23A-8221 uen te volTel 83989. hrüving. Schrifteliike Danslessen door C. KLINKERT,verkr. aan V. alle Amsterd.-, Haagsche-, Rot- terd.- en Stationskjosken à/ 1. 10. an 23A-5805 234-5714 10 Dansiessen i 6.,in term G. v. KONINGSVELD Nassee tte Pl Middenlaan 19. Tel 52314 Marnixstr 234-5849 Tel 31451 234-5788 Damsinstituut JOHIN BATH, Achtergr 27 b. h. Fred.plein pl. 2 bü Am- Tel 52314. Inschr. clublessen gevorder- dag v 10--10 u. Privéles£ 1.50 hr dagel. 23.45550 234-5828 Anss en Dausy Goetze girldans, club- en privéles. Kerkstr. 279, tel 234-5798 opulare Danscursus KLINKERT organiseert dit seizoen enkele en van 10 lessen. Lesgeld f 10.--. Aanv halt 50 7 welvaren huur of An Zonder 10 Jac. V. foon 820 6V Dikke koop laan AI i dyn het For Ch. ver See AUGO SINRAEIRER A 77 1. D5 Toch is dit verschünsel van de geestelüke en fascisme radicaal braken met de beginselen an Tweeheid en synthese zün in le et te vol ateriele situatie der 19e eeuw uit niet moei- humaniteit en maatsch van Sinzheimer op lüke moraal ik te begrüpen. De spannin n ideaal templativa en vita activa zun daar er de behoe grüpelik, dat hiertege werkelikheid is ouder dan de socialistische dige wjze vervlochten. Naar d, het socialisme te zien als een ge weging. Ook het Christendom kent ha en was het medelöden de priman de, en niet als de machtsstrüd van e ziet geen andere uitwe dan e or klasse. zün Teven. Dit mede-li rdse staat teg ver de„civitas de in van de nood van den med dsstaat, waarmee het eeuwige heil vo r men mede-verantwoordelijk is, bracht n deze t sing moeten wü de fi ordt naar het geenz 3. De 19e eeuv ieu van burpeid in een n en, de beteken de ernst maker act met ekgem rlüke w reke en persoonlükheid. Hü nationaal gericht van de aardse staat. Me wocialisti in een tüd van tweespalt, dut noeg van het, te- van Friedrich Naumann. Zün w espaltt gerlüke wolle t echter door het religieuze so naire gezindheid, twe Himmelreich erri nann niet bevredigd, hj leert het wer Se vereldbe men uit te gaan van de maats n Lorenz von Stein en Marx kenne was Marx die ing bepaalt zün richting voor de ik laiss omische me ppelike vormwil van het soci ie van d ge e ene had, weke e ische st e brengt hem op het ge- daarna uit politieke activitei pest mak - meta- hysische bezinning over ta n,de ideologische r en mens en de plaats va onachtzamen, waar de dire ns in de kwaamheden. Al duidelik aanwezig was en al noderne socialis reekt een zekere berusting teerde uit de gegeven omstandighede tün latere 1 naatschap Müke ve ig, die niet alleen voortkwan Desalniettemin moest voor de d de dra re nature zield d tot sociale e wi eden, welke hem in de en onder hen op de duur een gev § zich aan de e Het is wee vredigheid ske activiteit onmogelük ma ratie de en. Deze sting vinden wi ook bi Hienrie pel ond sel van Roand Hodd de nen iting heeft ge 1 Holst als zü aistand doet van ,ek een o se meüet i e ot de laatste druk van„Kapitaal e v. pök in de vorm, die d mistisch Nederland") In deze latere or lisme aan producteverhoudi hebben dat de zel diept zich de tweespalt, die oor werknemer an positie van werk n word e heistaat bestond in de tegenstellingto afgeleid let ale prineipieel gewüz er me sid, en schappelike milieus van bourgeoisie en pr n in het leve we prol wnische ontwikkeling letariaat. Het gaat er nu om, ook het ethos ekenis van Sinzheimer ng iets van een nederlaa socialistische, beweging te bevrüden uft e te hebben omgezet itivistische materialisme de praktik e dwang van h tite phase inleddt ng. Hü chappelike, denk van het moderne arbeidsrecht va ne gen innerlike waarde te republiek, waarvan de betekenis el door ug an d de maats Augusti geheel Europa en Amerika aanv Henriette Roland Holst heeit in ,De deve Dt is werkelikh Geboort" uiting gegeven aan het Daarnaast bleef uit de aard der zaak zün be- omenheid hier. Maar de twording- enerzüds van de d fict van de intellectuelen van richt op het verband tussen recht wie aan de socialistische bew die ,op de kentering de pj in het algemeen, in het be- van zü er edslag lg gegrepen werden de Ei anderzuds van de en uitvlohet ideaal zich ve het burgerlik wereldbeeld, alistische beweging. Hierl igheden. e t het latere inzicht zonderlinge en roeping, waa üiteit, praktisch intellect obgische in der Prva den zakelik ma angrüker Methode soziolo Ü, wier overtuiging gedr ar de den van Cemvantes: de weg is rechtswiss van 1909 de eerste vruch eestelik en zedelik beginsel, zic Van belang bj dit proces van bewustwor eter dan de herberg. in hun sociale principes lieten leiden door abeidsrecht e pok geweest, dat de poli nder twit erth eineie ir geresvol prole naterialistische leer van Marx, waarin a solo ikkeling niet verliep inzheimer was in wezen geen revol conomisch e tegenstelling. Hogeschool, dat hü alt op een maatschappelüke d even trachtt ns de betrekkelük eenvoudig die d bouwen tot eer jzeren noodzakelükheid en. H ekleed heeft, en dat zün wetenschap- socialis- stische, theorie had aan yndhese, niet der and-th- Mu was de" pelüke faam bevestigd he e; der conti reldorde geboren doet worden uit nelreich auf Erder zo nabi den verwacht had, en eve istische maatschappjj- niet als vruch niet van de revolutionnaire doorbraak.Zi el in de geest van zün idealistische we idealistisch willen, maar als resultaat an contour als het had geschene re ontwikkeling betekende tegeli eschouwing stond zün vredesa conomische ont erking en een verruiming egenstelling tot de barre ellende der arbeide fet kan on begonnen. Ondanks tegenkan at deze intell van de nab e vatten in tanende zekerh 55 n partügenoten in de eidealismet et burs eloze hetze tege e e n n it Das Wahre un resultaat eso iaal rechtvaardighe en verantw Tht und zeitlich gefae een vrede door ove g, zonder enloze! heidsbesef konden vastkoppelen aan de hardee er dan v e de gest v. Angehunge gugnal die mui" in wezen amorele werkelikheidsleer van hethi taendigung", helaas met weinig suc an das zeitli an op npuls- torisch materialisme, waarin een be ep op hu- Wahre und Gute, ist etwas unbedingt De ineenstorting van het feodale Duitsland in negeriöke iegenkrachten in he He manitaire beginselen principieel wordtverworpen. on 1918 brengt hem op de voorgrond van het Ott net AdnndUäähn ade, dat hü door Heide voor de vred Amerika deelt Er is in deze, in werekdpohtiek opzicht spannende dagen ommen aan een nieu edreven nog iets extra belangrüks gebeurd. Nu deze bladen ter perse e stellen. Dat is e vormen slechts de feiten ervan bekend. Tegen d aande ar daarin er gelezen wordt zal de spraakmakende tafel Wa uter uit den treure haar mening over he aan de neang en ere züde s landene andere kapitalistisch de Atoom-ene s weten is dit at wüt e een paar kleint land en Joegoslavie en n es, Bevin en Mo n telkens ste groep zal dan bü meerderheid van ste t de Amerikaans geleden worden beslist. ruch plotseling een politieke be afgevaardigde Bernard de hele o Maar, zo herinneren wü ons ineens, de UNO gewolpen. Hü heeft het voorstel gedaan, da n soor eid van wikkeling van de atoom-energie op aarde in handen Wereldbestuur, en ook die UNO beslis der Grote en, echter met éen mits: namel Lchaam, een„Atom worden gelegd van weer een zouden haar een veto ggen, v , zoals de Amerikanen uitspreken. Indien dus d nen zou beslisse den noemen een Wereldbestuur voor Atoom energie. in Chin heid van goederen merikaanse, Engelse en Nederland Want die funchie zou dat nieuwe lichaam inderdaad uit- en ingevoerd, kan de Sowjet Unie dit door e oefenen spreken ongedaan maken. Maar als Stalin ee 14 Juni il verklaarde een der ek vertegenwoor- Op Vri atoom magazün van Baruch& Co zün eigen atoom eidsraad, de oude medewerker van Wilson digers i Seven, de Sowjet-Unie in een wereld van eedt 2 at Amerika voorstelt een einde te en Roos nergie niet mee en van de drie grote baze es voor een atoom-oorlog gespannen h door maken aan de oehgjla en dt wel door de s de dozünen machtelozen, die at ting van ee pestand i klein beeti- geef ik maa worden geringeloord. staten ver estuursmechanisme, dat eventuele„kwaadwil - en daar r plaatse voor het social oeleinden te ont- umrenergie voor oorlo hinderen kan h heeft voor het nieuwe vrede gel- de heer wikkele g,, waaraan naar onmisbare conditie ut, die enige, enkele e en zoal althans vo omtenent, Jelbes veto zal gelden.. Wa in atoomkwes ok inzake giftige gase ch zei aas zonder atoombon tegen een groten baas ogsmiddelen, alle regeringen zulle oe zal deze super-regering, og maar donkere werel licht in dit de unnen bere in loffelik do Atoom-energie, roei van de socialistisch spedded is de ge sancties. Dit wereldbestuur zal het enige lchaam zün zal ze op tüd ko welk met atoombommen etc. zal zun gewapend. Immer orden val zal recht van contröle hebben over heel het aardrond en nden ar staten of regeri toegeladen atom energøgnnen staden, de zulen pogen inö geerd of we n a te fabriceren erenbrou wö dan voor een bescheiden vredesboomp Daar sta e"nieuw-imperialis zich ze t werkelik wor natuurli) ch onledig met anti nwende boom tot een alles ov a1 ontwikke w Deal, broeit, naar velen getuigden, sevelts raagt, is immers he de were Wüstaeen zeer gewiekste poging v bedenken, dat er de kans bestaat, dat om de wereldheerschappij te winnen nsheid in het gezicht van de haven zal stranden. met andere middelen bezig was met enig su eel de koopmans- en fnanciers-politiek der Verenigde s tweede wereldoorlog Zondag was het precies aar geleden, dat generaal de 1 wase ht, de heel de wer storische plaatsje Bayeux g aulle in de buurt van and is De Engelsen hadden daar toen enkel een onzeh trekken. eft that de helit van rkste industriel als all achtvlie ruggehoofd, maar de generaal wilde een der eersten zü het! tentieel dat bestaat en een eno iliaire ma de aankwamen, en toen is ook zün triomftocht begonne landen de at bezit ook büu Ju is, zoals men zich herinnert, de man in het begin van it jaar niet van het formaat gebleken, van staatsli dat zi nse kap h gesloter moellüke situaties beheersen. Hoewel hüzelf gelooft e oudt is de Sow uitstrevend man te zün en hü ook zeker, wat mentaliteit het vooral de Sov betreft niet met de reactionnaire geest van de Boulevard Jonathan evaarlüke rmain kan worden gelükgesteld, knippert hü, als eer energie ook van ar dat hi gepaten- en het licht, tegen de wassende str twikkeld, zo van de links erde fabrikant van atoombomm maar zie daar in Oakridge(Tenness alen. Zün weggaan heette„onherroe -daar direct achterkomt. Of misschien is hü er al achter? nd hü dan Zondag bü het monume aan den nazat Za in heinnenng brene, dat kun handn Zo is Baruch dan gekomen, en uit naam van heel Atoom- en, en hö was kers zoals admiraal dArgenlieu, generaal Koenig, de de Chevigney en de Courcelles en natuurlük- al ze Schur rtüman te zü P.Na 3 satraal vertrek in het begin van d neatrale terugkomst. De Gaul aar was het thans ed ans in Fran ch socialiste dan on en gegevenh lichtbewoge Fransen i eke temperame ouriez, generaal te letten. De mislukte dictato Napoleon, de mislukte dicattor Bazaine waren allen ren. De Gaulle is er weer een Te Bayeux kwam hü met een program. Hü sprak niet over nkel over de Constitutie. De hele toon was er ee ke strüd begeeft m die zich niet in de pol venst boven te zw Ho verden,, de wegevende, d ng van de die machlen in de st åde een stenge sd tvoerende en de rechterlüke macht. Dan wilde hi amers instede van de ene Kame de beide par oerende macht moe le hebben voorgesteld. D n worden gelegd van het hoofd van de Staat, die het dele kabinet inclusief den premier moet aanwüzen en j de vergaderin ministers. Als me gedachte- punt afziet, - weinig constitut veer de Ne rlandse staatsregeling. En d nder de Gaulle wel eenzelfde inhoud krüge fde vaas ematigd vooruitstrevend kapitalisme. Te Belgrado staat Michaulovitsj thans voor zun rechters. Er Gonder. Kans dat hü er het he weng n, og men alse bla onde en Le Figaro, de man blü informaties haalt uit L id alreeds te hebben opgegeven in het licht van verpletterende getuigenissen. Hü zegt I au zel tüd heb sa met de Duitsers en Italianen soms e ito) be gewerkt.., dan was dat om de parti kunnen bestrüden. Michaulovitsj is in deze ni , financiers, land duizenden Franse fabr uten(zoals Charles Maurras), die vla un journalistieke expon de oorlog en dus in vredestid zeiden: v er dat Hitler bü ons binnentrekt dan dat de commu isten de baas worden. Zü haatten Hiütler en zün moor ende minder dan de millioenen mannen eeden an hun die naar een beter Frankri den von e in En laire Michaulovitsj was and in het begin zeer p ng volgens zü man van de zwarte Balkan-rea pors en Ameri om met Brite eren hadden er hem op gewezen est afrekenen.. de communiste neraals beschouwen naar verbeterin ude volksmensen al heel gauw als co etniks zun sinds lang verdwenen itten achter keldraad en Michallovitsj zal zonder twüfel de prüs moeten betalen van zün collaboratie. Hiet is vreennd, maar nu begint ook de president va gerechtshof te Neurenberg het proces wat lang te vinde dat de pleidooien voor u heeft in zün omgeving 1 het vonnis ove ten zün a Augustus ma van Adolf I laatste toneelspelers in I het bbedige,,ken. Mkaar de den uitge eindelik behoren te wor at de voorbereiding daarv chter heeft gewaarschuv ok weer vele weken zal vereisen. 18 Juni nelik op temperatuur kwam; niemand zoek aan het theater te Drottning olm by 1766 we Dit theater g, hoewel het of n de de Ulrika, HAdI JibUNIUIIII Schrivers Telzen rover ik het hierbov En ne van ha nan, di gstukken van de kunst en daammee een sken behoudzuchüige opvating viel te ie Het congres debatteert is dat ook weer elaten, met een rükdom aar k om wel ong een e en. danst hentiek rs, die no eie de eerste opvat ben. De voo eren, zodat het het en den ongstvd De lezers van de VK. Nederlandse gevierden met 18 eeuws waar n n, welke rech Tetoran woken. i wam er n hin de ine eesdiaden h anden voor, 5 teg barene n hebben o co door. De daarop vol hina inoluis, wordt gewerkt den deus-exm a bben: er H Aiei oud ind ingediende mi theater a van d i door ervoed ond en in o e hierboven r mi waaronder enkele Ne er tafel kwame biøonder behugzaar w daarde, dat hü er tegen was noten, maa E e de Ten slotte werd op deze dag – ik m ane gen middags was ozart, terwil to pastorale rnet balle e stre want pesloten, d p muziek van J. M n den dichter Belln a Waarond surs uit ein gen, tot raus werd vertoond, tjdens welk ballet e minder schen vas met de nõdige es van n. Ooko en colla n ein e hen deck gr en kegenain v rby Ol eee st and last e oskonst hun invo dåt de ed blivend zoud ige dinge eehe end wa pand ou te mal zün, indien een toe Na kenis van grote ern Nadat voor deze resoluties een vorm e, maar u, waarbj zeker voortb eerde do n hun anvaardbaar 2. dit hög ppneuw r land veroordee an verste wartier tie hierop nee resolutie, teg ens 700 ngs-instantie, ee erfünde ku onze werd uit- sprake. Reeds h aar het buitenland; n, zich daar club, de Ven verbegenvoordig ed er and en agevaardigden on — zoals dat i olutie te verded er huni and politics are twoe cerene 3 reerde hj ook nu weer aan het Congr Maar werkelik gedanst heeft het Congres op e er te verkrüg daar de e de avond van de 6e Juni toen het stadsbestuur or opvoeding, kunst en cultuur, deU staan, on van Stockholm de Congressisten uitnodigde in an critie van Vriesland 1 het magnifieke stadhuis, dat de strenge lün eld de taal en rus het on ount ve s verdedige van de"Nordische" gothiek met een moderne uwen, on pracht van baksteen, mammer en kostbare be- Heeft het Congres in menig opzicht loffeli n en een eei t is gelukk rbeid verricht, timmeringen verbindt. In de Gyldene Salen van tgeen dan in te komen ei dit werkelik imposante gebouw, dat met zün is gesch Konsertl tonder dramatisch grote zuilengangen aan het water naar de oude de her nazsme onaanv stad gericht staat, vond het diner plaats, e i e rganisatie te z Wo rtreffelij waar de vele gedelegeerden hun erkentelikheid et nazisme bevorderd h S gezien. kys H rvolgens, in t nauw ged voor de gastvrüheid en royaliteit der Zweden in dit geval ook op uiteraard in de hartelikste bewoordingen gaven die men ee n twee op het Co te verstaan. Na afoop van het diner was er aarvan de de gecollaboreerd had it- een bal in de mammneren hal, waar zich hon- en, dat zü anden erschillende sen Deense dan gene Ra: Ik ontnoede sie derden paren zonder de minste elleboog- en lededeling sches nåd veraaldrgen ould vro John Bode, die eer Must I ividualisme en demosleep-moeilikheden konden uitwalsen. Ik ge- motie ui hj mj ettelüke me an alle " klonk er i nd gesproken, maar zo algemeen er loof, dat deze genoegens der moderne cultuur is en nieuv orzong en-f aar ande es Yes tradtioneel, dat men zich voor kon stelen ci op de meeste Congresbezoekers niet mninder in- nitvoerende en klonken. den Ould betoogde vele leden lever bj deze 2 eer Hik ,Howantsina de Zweden PENc1 an aan de E, een keurbende van solsten Ten druk hhebben gemaakt dan die van klassiek om zich te ve a enke ballet en romantische opera, waar de Zweedse brieven na Stockholm, or regisseerd en gedirigeerd doo ige brokken Kräm of mad an als Issay Dobrowen, die voor PEN-club en haar voorzitter, prins Wilhelm, en politie eden uit naam van of ander dakrestaurant. Het ons zo genereus op hebben onthaald.- st optrad, heeft b e in het Congres bj de a bewondering gewekt oral een soort ver THEUN DE VRIES vende Ik moet zeggen, dat het Congres in dat ogen- Maar algemene geestdrift heeft vooral een be- löke geprikkeldheid jege politieke leven. Hü wordt R Se eikendheid ervar ü betekenen een zoek e Klassiker der deutschen Rechtswiss beginsel, dat de beste k de kom de diepere n PD, mede-opstell en van het optredenv (1938). Ge kan samenb een nie ken zi Weinar, Lid van het Rüksda iders, die juist niet u De band aan onze geschokte hauing op nderzoek van de oorlogsschuldvraag van 1914. het historisd was zwe rialisme te verklaren zün. nieuw doel en normen kan gev Een nieuwe hetze tegen z persoon en activi eie ndanks de gebeurten aatte teit doet hem berustendu seoode Snzheiner opti ee t van hete widt zich aan zün we iet periode gelikheden van den mens in de mogelikh 1933 be ebernah en aan de a e n wääenehap ach de bekomn a de wereld te besturen en te hervo oep naar de universiteite Hü is een Verständ werkers sterdam als doc Zün eig e hem tüde e ee or de overwi ei e impendere vero" – het1 sin ene set ekd betekent de overg van de waarheid- is het te zeker) . Zoals de demder van he sheden en on oogio ergo sun atie dit ver de naa steliken m n een bitter ve § zün la us niet g ens als en. Polit eorie de Werk s s van ben ik. In de persoonlikheid var e gerne en ar als doce ltrekt zi tierf in en stuk socialistisch maan a Als sympt Toot dee Het is v nd en zü terugkeer, e funderin SAv. de eia smd Ber St meie s Ao iie ens eling stat e alut inicht, en adur "materialisme" van later ti studies zi rlichte werkeli de wardi niet in de eerste plaats op te vatten als e Problem ee en e zen; het is den voor een s geestelij critiek op het historisch materialisme(hoewel een ne e e in Nederland verschin en socialistisc üusen transcendente gerechte zu voortkwamen uit een besef van de ontoe-„De taak der rechtssociologie"(1935) en„Jü- he ldse recht, een zoeken ook naar he P. HOOGENBOOM. Overgenomen mit "Neu Statesman and Nation A)e biologische gevaren der atoomenersie 23.3.1946 eeds veel geschreven over de gev van de atoombom, zekere biologis e gevaren, die zorgvuldig onder het oog dienen middel a zün ontdekt. De ervaring, opgedaan bü de ot nu toe is er slechts weini ht besteed aan te worden fabrica e atoombom, zal men kunnen gebruiken bü de risicos die de m bü een intensie dat door gebruk van b ük kleine dose g van hen die g kapen ete gebruik van atoor genstralen mensen kunnen word üiseerd en da Smythe-rapport zegt h Indien atoomenergie gebruikt wordt voor ind doeleinden door gebruik van g kleinere do sveranderingen in d dan beteker "Door intensiteit en verscheidenheid der stu dat in bepaalde localiteit che san van het kiemplasma kunnen worden Eat risicos, die met deze die wel bestond in eer wordt vrii e geschie it en daaror roter da de, doch die op het ogenbli mogeliih 1 het natuurlük onjuist zou zün om te zeg dat de veelheden vor echts in uiterst kle en; maar of dit a doende en, die verkrege Zün doc Röntgenbestr kerheid worden gezege at zal het effect daar menselük Lichaam Verander § plotselin Se mutatie en die v het voor bleken te o er inhe bjønder op de lelame De schrüvers van het rapport zün dus zeer voorzichti aan van het mense zin? H kerheid te voors dat het wir uitlatir zichtigheid is gen t En d Voelig rgie het opt gei dat die celen buitengewoon gkt enugal. ung verd mutaties in de n teen intense radio-activi die aannemen, dat ze door de ee volge zou hebben de fabr ch een mogelikhei eee t zou ku van geweldige industriele ontwikkelin rekening n eiie jo-actieve ed Seas 1. nadelg kunnen worden beinvhoe schrüft ov tralen, die vergeleken met de nen of d koelwader- d. Een waar He e e ie ummnisie ter bestuder aal wat een die wü nu gaan gebruiken nog onbelangrük zün, al koeldoeleinde abriek van het Bevolkir volgende: s onsumptied einden Wie zal kunr wizen heeft yoor de stellin t gebruikte water zün radio-activiteit De indirecte gevaren als brandwonden, Röntgenkanke de afna e e e ens het naar de bron terug an sterilisatie eee deve studie ge welbekend en artse die een zins wo egeld Rönd ie heid van an de vrucht bae lens zullen loet opgeme dat het rapport zich alleen bez gen door middel met die uitspraa niet eens zün. Er i s land een gr t het instandh algennene genondhen ed zel t individu to aantal mannen die e goede gezondhe sten, doch die f biologische en der arbeiderse bliükelüke he onderzoek of geheel steriel bl e e o u i 2o ernsi pogingen in h gesteld om de invloe de schadeli ie aar, dat het ni mate onvrucht dat ze o producten der atoomsplitsing op het kien verandering eren zulle fect kan den toe oog zagen toe de soms o raken ove wven aan en toe heb n technici en industrielen de ontwikkelin resultaten bj bloedw. wanteh iet met zekerh den dat ter on tieproces bepaald en als dan Goree k hoewel misschien eranderingen, die i gevalen in de ges an, samen- teit problemen had doen onts de gevaren van een an de gevonden, te wüten z bsorptie van éé e dheid, werden de medici ontboden of groter ku kende chemnische stof, is het och mogelik, dat dit h proble ssen. Het er gedurend val is. te verande fet is on verkt hadf. G Wat ie en r e leiding van de physici zün wü nu be het tüdperk en jaren, het land zoals in de nemen, rgie binnen te verlaten en het tüdperk der atod er het gev er niet 2. Dat is nu volg zün? Niemand kan o Men kan zeggen, dat tegen de ee dat atoomenergie beschik enen van be teden Wat zal daarvan he. sen op dege vraag maar e dat de energieen die ogenblik al een antwoord g baar is voor industriele doelei er afdoende beschermend Twolg zie pagina 12 JURISTENZEITUNG 1.JAHRGANG DER DEUTSCHEN RECHTS ZEITSCHRIFT UND DER SUDDEUTSCHENJURISTENZEITUNG Herausgeber: Karl S. Bader ∙ Fritz Baur ∙ Hans Ehard ∙ Walter Hallstein. Heinz Kleine- Hans Werner Lay ∙ Walter Mallmann ∙ Hermann Weinkautt Verlag). C. B. Mohr PPaul Siebedk) Tübingen. Redaktion: Tübingen, Wilhelmstraße 18. Telephon Nr. 2842 Te. Rugra1 1058 Nlurnrner 15 Sugo Gingheimer Ein Vortrag von Prof. Dr. ERNST FRAENKEL, Berlin- Wir haben uns hier zusammengefunden, um das Andenken hatte, die Wissenschaft durch Abschnürung von einer der le- Hugo Sinzheimers zu ehren. Wir tun es mit einem Gefühl der bendigsten und dynamischsten Kräfte der Zeit in eine Iso- Dankbarkeit, der Wehmut und nicht ohne ein Gefühl der Herung zu treiben, die notwendigerweise in blutleerem For- Bitterkeit. Denn wir können—- und wir sollten— in dieser malismus und Positivismus enden mußte; er hat diese Ent- Stunde nicht vergessen, daß vor nunmehr fast vierzig Jahren fremdung im Interesse der Arbeiterbewegung beklagt, weil seine erste Vorlesung an der Universität Frankfurt von ran- sie dazu beigetragen hatte, die Arbeiterschaft trotz aller Lip- dalierenden, aufgehetzten Studenten gestört worden ist, und penbekenntnisse zu einem wissenschaftlichen Sozialismus in wir dürfen nicht verschweigen, daß vor einem Vierteljahr- eine geistige Isolierung zu treiben, die notwendigerweise in hundert Hugo Sinzheimer in dieser Stadt seiner Freiheit be- starrem Doktrinarismus und einer lebensfremden Orthodoxie raubt und aus Frankfurt vertrieben worden ist. Der kürzlich enden mußte. verstorbene Landesarbeitsgerichtspräsident Meißinger, der füh- Der große Brückenschlag zwischen der Welt der WVissen- rende Anwalt der Arbeitgeberseite während der VVeimarer Re- schaft und der Welt der Arbeit sollte gestützt sein auf die publik, mit dem Sinzheimer zahllose Prozesse geführt, Dis- Pfeiler einer demokratischen Staatsordnung, einer sozialen Rechtsordnung und einer Renaissance des wissenschaftlichen pute auf Kongressen und Hiterarische Fehden ausgetragen hat, sagte mir vor einem Jahr bei einem letzten Zusammensein in Humanismus. Mittels dieser Wiedergeburt sollte es der Juris- München:„Wenn id an jenem Tage in Flankfurt gewesen prudenz, der Soziologie und der Phllosophie- den Wissen- wäre, an dem sie Sinzheimer abgeführt haben, ich wäre ne- schaften, die ihm am nächsten standen— emnöglicht werden ben ihm geschritten und hätte dem Volk zugerufen: Seht her die Entfaltung und die Erkenntnis des konkreten Men- dies ist der Vater des deutschen Arbeitsrechts!" schen wieder als ihr zentrales Anliegen zu begreifen; und Den Vater des deutschen Arbeitsrechts wollen wir ehren- gleichzeitig sollten alle Glieder der Gesellschaft befähigt wer- nicht im Wege einer Wiedergutmachung, denn das Unrecht den, wieder inneren Kontakt mit den unvergänglichen Werten das hier begangen worden ist, kann nicht wiedergutgemacht der abendländischen Kultur zu gewinnen— nicht zuletzt und werden, sondem im Geist der Besinnung auf das, was er vor allen Dingen mit dem Recht. Es ist nicht von ungefähr, uns Alteren gewesen ist und was er den jungen und kommen- daß der von einem unmenschlichen Regime aus Deutschland den Generationen bedeuten sollte. Seine Schüler und Freunde vertriebene Hugo Sinzheimer seine akademische Antrittsrede haben es dankbar begrüßt, daß in der Akademie der Arbeit an der Universität Amsterdam am 6. November 1933 über das ein Hörsaal seinen Namen tragen und seine Büste aufgestellt Thema Das Problem des Menschen im Recht“i gehalten hat; werden soll. Denn die Akademie der Arbeit ist nicht nur ein er hat es hier als seine Aufgabe als Rechtssoziologe bezeich- Kind seines Geistes, sie symbolisiert in mehr als einer Be- net, ein Menschenbild zu entwerfen, in dem alle Kulturele- ziehung den Wesenskern seiner Bemühungen und seiner mente vereinigt sind, die die geschichtliche Entwicklung in der schöpferischen Tätigkeit. Die Akademie sollte eine Stätte des rechtlichen Entfaltung des Menschen seit der Aufklärungszeit Lehrens und des Lemens, der geistigen Verbindung zwischen hervorgebracht hat. An diesem letzten großen Wendepunkt den im Arbeits- und im Forschungsprozeß tätigen Menschen seines Lebens machte Sinzheimer den Versuch, eine Synthese sein; sie sollte dazu beitragen, den Funktionären und dem herzustellen zwischen dem Menschenbild, von dem das Wirt- Nachwuchs der Arbeiterbewegung das Mißtrauen und die Ab- schaftsrecht ausgeht, das den Menschen als Glied des ökono- lehnung der als ,bürgerlich“ verschrienen Wissenschaft zu mischen Prozesses erfaßt, dem Menschenbild, von dem das Ar- nehmen, und sie sollte die Repräsentanten und den Nach- beitsrecht ausgeht, das dem einzelnen einen gesicherten Le- wuchs des akademischen Lebens von der Scheu und dem bens- und Arbeitsraum einräumt, und schließlich dem Lebens- Argwohn gegenüber der autonomen, freien und demokrati- bild, von dem das bürgerliche Recht ausgeht, das die Einzel- schen Arbeiterbewegung befreien. Die Pfege der Wissenschaft sphäre anerkennt, in der der Mensch nur sich selbst und den und die Förderung der Arbeiterbewegung waren die beiden geistigen Mächten gehört. Das Bestreben, diese Synthese her- Leitsterne im öffentlichen Leben Hugo Sinzheimers Er hat zustellen, bedeutete für den emigrierten Hugo Sinzheimer des die Entfremdung, die zwischen ihnen eingetreten war, im In- Jahres 1933 eine Art Resümee seines bisherigen und ein Pro- teresse der Wissenschaft beklagt, weil sie dazu beigetragen gramm seines künftigen Denkens und Handelns. Hugo Sinzheimer hat vor dem Prozeß der Konzentration ökonomischer und sozialer Macht, den zu beobachten und zu . 1958 ind am 8; erforschen ihn sein Lehrer Lujo Brentano gelehrt hatte, nicht die Augen verschlossen; er hat ihn weder mit sentimentalen ee r 1 Croningen, Batavia, Nordhof 1933. Fraenkel, Hugo Sinzheimer 1Z 1958 WVorten und dem Hinweis auf die„Gute Alte Zeit“ beklagt, Buch ebenfalls ein mit liebender Künstlerhand nachgezeichne in der angeblich das Reich der Freiheit auch im ökonomischen tes Porträt gewidmet hat, hat Sinzheimer sich in jungen Jah- ren der damals verfemten rechtssoziologischen Schule ange Raum geherscht hatte, noch mit zynischen Worten und dem schlossen und in einem in der Juristischen Gesellschaft in Hinweis auf eine messianische Periode begrüßt, in der der Wien gehaltenen Vortrag über„Die soziologische Methode Umschlag von der unorganisierten Konzentration privater in der Privatrechtswissenschaft“3 an der Herausarbeitung Macht in das organisierte Monopol öffentlicher Macht erfolgen der methodischen Grundlegung der modernen Jurispruden: werde; er hat mit gläubigem Realismus, um ein Vort Paut mitgewirkt. War es doch ohne ein erhebliches Maß methodi- Tülichs auf ihn anzuwenden, im Rahmen der gegebenen öko- scher und theoretischer Vorarbeit nicht möglich, die Aufgabe nomischen Umwelt einen Ausweg gesucht aus einer Lage, in in Angriff zu nehmen, die Hugo Sinzheimer während der be- der der handarbeitende Mensch nicht nur von seiner Arbeit, sten Jahrzehnte seines Lebens beschäftigen sollte: zu verste- sondern auch von seinem Staat und seinem Recht entfremdet hen, wie man die Velt der Arbeit rechtlich ordnen kann,ohne war und deshalb in einer entmenschlichten und daher un- sie einem allmächtigen und deshalb diktatorialen Staat auszu- menschlichen Umgebung lebte. liefern oder sie der freien Initiative der Privatparteien zu Im Mittelpunkt des sozialwissenschaftlichen und sozialpoli- überlassen, was gleichbedeutend wäre mit der Anerkennung tischen Denkens Hugo Sinzheimers stand die Einsicht, da einer allmächtigen und daher diktatorialen Macht des privaten das Phänomen der Abhängigkeit der im modernen Großbe- Kapitals. WVir wissen heute-- und wir wissen es nicht zuletzt trieb beschäftigten Arbeitnehmer nicht von der Rechtsordnung dank Hugo Sinzheimer-, daß das Mittel, diese beiden Klip- übersehen werden dürfe, und daß ihm durch Schaffung eines pen zu umschifen, der kollektive Arbeitsnommenvertrag ist die sozialen Realitäten berücksichtigenden spezinischen Arbeits- Schon der Titel des epochemachenden Werkes Sinzheimers rechts Rechnung getragen werden müsse. Sinzheimer hat die über den„Korporativen Arbeitsnonnenvertrag"" deutet auf Bedeutung des individuellen Arbeitsvertrages niemals ver- die rechtssoziologisch untermauerte, rechtspolitisch gerechtfer- kannt Seine erste arbeitsrechtliche Schrift über„Lohn und tigte und rechtspositivistisch konstruierte Großtat im Bereich Aufrechnung"? beschäftigt sich mit zivilrechtlichen Problemen. des Rechts hin, an der Hugo Sinzheimer führend mitgewirkt Bald erkannte er jedoch, daß der Schüüssel zum juristischen hat: der Entdeckung, daß die Träger sozialer Macht durch Verständnis der sozialen Frage nicht im Recht des Dienstver- ihre autonomen Organisationen, und nicht nur der Staat durch trags zu suchen sei; vielmehr müsse von dem Betrieb als seine Organe, Normen zu setzen, Recht zu schaffen, in der einem Herrschaftsverband ausgegangen werden. Lage seien. Angeregt durch Karl Renners im Jahre 1904 erschienenes Sinzheimer ist den Weg von der Fachjurisprudenz, über die Buch über„Die soziale Funktion der Rechtsinstitute, insbe- Rechtstatsachenforschung und die Rechtssoziologie zur Rechts- sondere des Eigentums"3 ist Sinzheimer der Frage nachgegan- politik gegangen; er hat sich als Rechtspolitiker großen Stils gen, wie sich das Eigentumsrecht des Arbeitgebers an den in seinem im Jahre 1916 erschienenen Werk"Ein Arbeitstar Produktionsmitteln auf die rechtliche Natur des Arbeitsver- gesetz— Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht hältnisses auszuwirken vermag. Von der Annahme ausgehend erwiesen. Kurz nach Erscheinen dieses Werkes wurde in einer daß Eigentum nicht nur Herrschaft über Sachen, sondem auch Besprechung des Buchs das Folgende ausgeführt:, Das Buch Herschaft über Menschen bedeutet, hat er in dem Arbeits- von Sinzheimer bildet den Abschluß einer Reihe von aner- vertrag ein„Konnexinstitut“ des Eigentumsrechts erblickt; die kannt vortrefflichen Arbeiten, die der Verfasser den tarifrecht- Ausgestaltung eines sozialen Arbeitsrechts müßte daher zu lichen Fragen gewidmet hat. Gestützt auf genaue Kenntnis einem soziologischen Strukturwandel des Eigentumsrechts füh- der umfangreichen Literatur und reiche Erfahrungen in der ren, ohne daß dessen juristischer Gehalt hierdurch berührt zu Praxis der deutschen Tarifgemeinschaften, faßt er nunmehr werden brauchte. Hugo Sinzheimer ist in seinen arbeitsrecht- seine Ergebnisse unter rechtspolitischen Gesichtspunkten zu- lichen Forschungen niemals der Gefahr erlegen, das Arbeits- sammen und begründet durch sie den sorgfältig ausgearbei- verhältnis isoliert zu betrachten; er hat durch die vertiefte Er- teten nicht weniger als 109 Paragraphen umfassenden Ent- kenntnis der Wechselbeziehungen zwischen Arbeits- un wurf eines Arbeitstarifgesetzes." Der Verfasser dieser Bespre- Eigentumsrecht dazu beigetragen, die theoretische Grundlag chungs ist niemand Geringeres als Otto von Gierke, der im für eine juristische Erfassung dessen zu legen, was heute als Alter von 76 Jahren dem Sinzheimerschen und einem gleich- „Mitbestimmungsrecht“ gesetzlich anerkannt ist. zeitig erschienenen Werk des Schweizer Arbeitsrechtlers Boos Sinzheimer hat in dem vielleicht vollendetsten seiner Bü- einen grundlegenden Besprechungsartikel von fast 30 Seiten cher, in den im Jahre 1938 erschienenen„Jüdischen Klassikern unter dem Titel"Die Zukunft des Tanifvertragsrechts" wid- der deutschen Rechtswissenschaft“4, ein Bild Philipp Lotmars mete. Größere Ehre konnte einem außerhalb des akademi- gezeichnet, dem er das Verdienst zugesprochen hat, für die schen Betriebes stehenden Juristen im Jahre 1916 nicht wider Wissenschaft des Rechts die Welt der Arbeit entdeckt zu ha- fahren, als daß der größte Rechtshistoriker seiner Epoche dem ben. Man kann aus diesen in der Emigration geschriebenen Wegbahner einer neuen Rechtsordnung attestierte:„Über Zeilen über Lotmar noch die innere Eregung nachspüren, mit blickt man den Text des Gesetzentwurfs, so wird man unter der der junge Sinzheimer Lotmars Buch über den Arbeitsver- allen Umständen die überaus sorgfältige, bis ins kleinste trag gelesen haben muß, in dem zum ersten Male ein Rechts- durchdachte Fassung, den reichen Gedankeninhalt und den wissenschaftler als Jurist von der Existenz von Gruppenakkor- das Ganze durchdringenden sozialen Geist rühmen müssen." den, Heimarbeit und Tarifverträgen Kenntnis genommen hat. Es ist nicht von ungefähr, daß es Gierke war, der Sinzhei Immer wieder und wieder hat er uns, seinen Schülemn, die mers Bedeutung für die moderne Sozialrechtsordnung als en Lektüre von Lotmars großem Buch an das Herz gelegt. Wenn ster klar herausgestellt hat. Hat doch Sinzheimer stets dank- Philipp Lotmar die Welt der Arbeit für das Recht, so hat bar anerkannt, daß Gierkes rechtshistorische und rechtstheore Hugo Sinzheimer das Recht für die Welt der Arbeit entdeckt. tische Forschungen den Boden geebnet haben, auf dem Idee Hierzu war aber zunächst notwendig, daß die Jurisprudenz und Realität eines sozialen Arbeitsrechts überhaupt erst er aus dem Zauberberg des Rechtspositivismus erlöst wurde. wachsen konnten. Sinzheimer, der gleicherweise seinen gei- Durch Eugen Ehrlich angeregt, dem er in dem genannten stigen Lehrern in Verehrung anhing, wie er bemüht war, om gewerblichen n und Aufrechnung. ten des Vereins für Sozialwissenschaften Arbeitsvertrag au e taak der rech sociologie, Haarlem 193 Aufl., Tübingen 193 dem A zheimerh e 2 Bände, Leipzig 1907/8. für das recht aus 1 München und Leipzig 1916. 8 Archiv der Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 42, S.815--832 4 Amsterdam 1938; Neuausgabe: Frankfurt/M. 1953. Fraenkel, Hugo Sinzheimer haben bei Hugo Sinzheimer gelernt, was man vermutlich nir- seine Schüler zu fördern, hat in einem im Jahre 1922 in der gendwo damals in Deutschland in gleicher Weise zu lernen Zeitschrift„Arbeitsrecht“ erschienenen Aufsatz über„Otto von Gelegenheit hatte: das Recht als Faktor und Produkt des So- Gierkes Bedeutung für das Arbeitsrecht““ dargelegt, daß sich zialprozesses zu begreifen, eingebettet in den Strom sozialer ihm das Wesen des Tarifvertrages erst erschlossen habe, als und ökonomischer Kräfte, aber geadelt durch das Ethos, ja er ihn als Rechtsquelle erkannt habe. Gierkes Genossen- das Pathos einer universalen Gerechtigkeitsidee. schaftsrecht habe ihn gelehrt, daß das Gesetz lediglich eine sekundäre Rolle bei der Entwicklung des Rechts zu spielen in Denn der Rechtshumanist Hugo Sinzheimer hatte echtes der Lage sei. Hieraus aber ergab sich für Sinzheimer die Er- Pathos, so wie es in Deutschland so selten ist und wie es die kenntnis, daß der Tarifvertrag als Erscheinungsform der so- großen französischen Anwaltspolitiker und Gelehrtenpolitiker zialen Selbstbestimmung einem algemeinen Entwicklungsprin- — ein Jaures, Briand und Gambetta- gehabt haben mögen. zip entspreche. Es dürfte schwerlich eine Übertreibung sein, Es ging ein faszinierender Zauber von dem Redner Hugo Hugo Sinzheimer als den Testamentsvollstrecker der sozial- Sinzheimer aus, der, wenn überhaupt, nur dadurch erklärt rechtlichen Gedankenwelt Otto von Gierkes zu bezeichnen. werden kann, daß die Sprache ihm nicht nur eine Fonn des Vielleicht waren die Zeitgenossen— und insbesondere die Ausdrucks, sondern auch ein Mittel der Autosuggestion war. historisch geschulten Zeitgenossen— besser qualifiziert, die Sinzheimers juristisches Können, seine oratorischen Fähig- Bedeutung des Sinzheimerschen„Arbeitstarifgesetzes" richtig keiten und seine wanne Menschlichkeit traten in seiner Tä- zu würdigen, als wir dazu heute imstand sind, weil, was ihnen tigkeit als Strafverteidiger besonders deutlich in Erscheinung. neu und wegweisend erschien, uns zur Selbstverständlichkeit Bereits in jungen Jahren hatte er sich als Kriminalist einen geworden ist. Stellt doch der Sinzheimersche Gesetzentwurf Namen gemacht; in zahllosen Prozessen hat er den Armen eine Vorwegnahme des Tarifrechts dar, wie es sich auf Grund und Bedrängten als Rechtsbeistand gedient, vor allem aben der von seinen Arbeiten inspirierten Tarifvertragsverordnung hat er in den großen politischen Prozessen der Weimarer Zeit vom 23. Dezember 1918, vor allem aber auf Grund der Recht- einen verzweifelten Kampf gegen das Unverständnis einer]u- spechung des Reichsarbeitsgerichts in den Jahren vor 1933 stiz geführt, der es nur allzu häußg nicht gelang, die Objek- schrittweise entwickelt hat, um in unseren Tagen in einem tivität und Unparteilichkeit zu bewahren, die notwendig ge- Tarifvertragsgesetz kodifiziert zu werden. Das geltende deut- wesen wäre, um die„Vertrauenskrise" der Justiz zu überwin- sche Tarifgesetz, ja das Tarifrecht von Ländem, die auf an- den. Sein letzter Triumph als Strafverteidiger war der nach deren Rechtsprinzipien als das deutsche aufgebaut sind, be- jahrelangem Kampf erwirkte Freispruch im Landesverratspro- ruhen weitgehend auf Ideen, die Hugo Sinzheimer als erster zeß Bullerjahn. juristisch erfaßt und formuliert hat. Die Unterscheidung zwi- Ahnlich wie auf dem Gebiet des Arbeitsrechts hat Sinzhei- schen der obligatorischen und der normativen Funkton und mer auch als Strafrechtler sich nicht damit begnügt, die ihm die Unabdingbarkeit des Tarifvertrages bilden heute Bestand- anvertrauten Prozesse isoliert zu betrachten. Er hat als Mit- teile eines gemeinen Sozialrechts der westlichen Welt. Hugo herausgeber und„Chronist“ der Zeitschrift„Die Justiz" die Sinzheimer hat die Rechtswissenschaft bereichert, die Gesetz- Entwicklung der Straf- und Zivilrechtspfege vom gesamtpoli- gebung beeinfußt und die Organe der Rechtsprechung auf tischen und rechtspolitischen Gesichtspunkt aus beleuchtet das tiefste beeindruckt. Die Spuren seines Denkens inden sich stets sachlich in seiner Kritik, aber doch voll von Leidenschaft in dem Rechtsbewußtsein und dem Rechtsgefühl unserer Zeit in seinem Bemühen, die Kluft zwischen der demokratischen Am Schreibtisch, auf dem Katheder, in Versammlungen und Republik und den Organen der Rechtspfege zu überbrücken. Kongressen, vor allem aber an den Schranken des Reichs- arbeitsgerichts hat Sinzheimer während der Zeit der Veimarer Gestatten Sie einem Vertreter der Wissenschaft von der Po- Republik unermüdlich für die Durchsetzung seiner Ideen ge- Hitik, den Versuch zu unternehmen, aufzuzeigen, warum Hugo Sinzheimers juristische Arbeit zu einem Politikum sich auszu- kämpft und aktiv an der Gestaltung dieses wichtigen Kapitels weiten in der Lage war. Die deutsche Sozialpolitik, wie sie der Rechtsgeschichte mitgewirkt. vom Verein für Sozialpolitik gefordert und gefördert worden Man spricht so häufg davon, daß die Geschichte des Rechts war, hatte den Arbeiter zum Objekt einer Arbeitsschutzgesetz- auf dem Kontinent die Geschichte der Gesetzgebung, in den gebung gemacht. Der Ausbau der Bismarckschen Sozialver- anglo-amerikanischen Ländern die Entwicklung des Fallrechts sicherung hatte als eine Art Rotes Kreuz hinter der sozialen — des case lauo— darstelle. Hugo Sinzheimers rechtschöpfe- Kampffront ereicht, den überalterten, unfallgeschädigten und rische Anwaltstätigkeit beweist die Unrichtigkeit, zum minde- kranken Arbeiter vor dem Gröbsten zu bewahren. Den Ar- sten die Einseitigkeit dieser Auffassung. Sinzheimer hat die beiter in seiner Eigenschaft als arbeitenden Menschen hatten großen arbeitsrechtlichen Rechtsstreitigkeiten, deren Führung Sozialpolitik und Sozialversicherung insoweit erfaßt, als es ihm anvertraut war, nicht nur als einen Kampf um subjektive galt, ihn zu schützen, jedoch nicht insoweit erfaßt, als es galt, Rechte, sondern auch als einen Kampf um das objektive Recht ihn zu fördern. Sie hatten an das Mitgefühl der besitzenden, angesehen und sie nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt be- aber nicht an das Selbstgefühl der arbeitenden Klassen ap- trachtet, in mühseliger Kleinarbeit ein Steinchen nach dem pelliert. Der Arbeiter fühlte sich als das Stiefkind der Rechts- anderen in das große Mosaik zu setzen, das er visionär vor- ordnung, die er durch Eroberung der Staatsgewalt zu seinen ausgeschaut und schöpferisch auszugestalten sich zur Aufgabe Gunsten umzugestalten trachtete. Dem Arbeiter erschien das gesetzt hatte. Das Büro hier in Frankfurt in der Goethestraße Recht als eine feindliche Macht, weil er es ausschließlich als war die große VVerkstätte des werdenden Arbeitsrechts, in der ein Produkt des Klassenstaates sah, zu dem ihm der Zutritt der Meister in engster Zusammenarbeit mit einem engen Kreis versperrt war. Die kopernikanische Wendung im Rechts- und von Schülern seine Gutachten und Schriftsätze plante, vorbe- Staatsbewußtsein der arbeitenden Klasse, an der Hugo Sinz- reitete, diktierte und revidierte, wie es eben nur dieser eine heimer einen überagend großen Anteil hatte, ist nun darin Mann konnte, bei dem die Schänfe des Intellekts mit der zu suchen, daß durch die Entdeckung und Entwicklung eines Schau des Künstlers eine einzigartige Symbiose bildeten. Seine autonomen kollektiven Arbeitsrechts der Eisblock gespreng Klienten haben den großen Rechtspraktiker, seine Kollegen wurde, der bisher den arbeitenden Menschen von dem Rech haben den bedeutenden Rechtswissenschaftler bewundert; wir getrennt hatte, das seine Arbeit zu regeln berufen ist. Und je aber, denen das Glück zuteil wurde, als Referendare bei ihm mehr dem Arbeiter bewußt wurde, daß es nicht nur einen arbeiten zu dürfen, wir haben den Rechtskünstler Hugo Sinz- Weg über den Staat zum Recht, sondern auch einen Weg heimer geliebt. Franz Neumann, Otto Kahn-Freund und Hans über das Recht zum Staat geben kann, je augenscheinlicher es Morgenthau, die sich bei ihm die Sporen verdient und später wurde, daß die Gewerkschaft nicht in erster Linie eine Re- internationales wissenschaftliches Ansehen gewonnen haben, krutenschule für die politische Partei, sondern eine Partei im Prozeß der Bildung sozialen Rechts, d. h. aber ein autonomer . Bd. 9, S.1-6. Fraenkel, Hugo Sinzheimer JZ 1958 Machtfaktor zu sein vermnag, desto lebensnäher, konkreter und gebildeten Sowjets verfochten 4. Gerade weil er die Berechti- deshalb im echten Sinne des Wortes politischer mußten die gung des Anspruchs der Betriebsangehörigen eines Werkes Gewerkschaften werden. Die juristische Entdeckung der nor- anerkannte, zur Wahrnehmung ihrer sozialen und ökonomi- mativen Wirkung des Tarifvertrages stellte eine der wichtig schen Belange eigenständige Organe zu schaffen, konnte er sten theoretischen Grundlagen des Einbaus der Arbeiterbewe- mit solchem Nachdruck und solchem Erfolg sich gegen die gung in den Staat dar; dieser Staat kann aber nur ein demo- Übergriffe dieser Räte auf das rein politische Gebiet wenden. kratischer, rechtsstaatlicher und pluralistischer Staat sein, wenn Die Verankerung der Räte in der Wirtschafts- und Sozialver er den Anforderungen gerecht werden soll, die dem Prophe- fassung geht weitgehend auf seine Pläne und Entwürfe zu ten, Vorkämpfer und Architekten der modernen Arbeitsrechts- rück; aber die Verweisung der Räte aus der politischen Ver- ordnung Hugo Sinzheimer vorgeschwebt hat. Ein Streiter für fassung ist ebenfalls unter seiner aktiven Mitarbeit erfolgt. die Demokratie und gegen die Autokratie, für den Rech Hugo Sinzheimer war ein Pluralist, der gleichzeitig die Omni- staat und gegen die Diktatur, für den Pluralismus und geg potenz und die Impotenz der Staatsgewalt bekämpfte, und den Totalitarismus ist der Forscher, Anwalt und Politiker Hu- der die Einbettung der autonomen sozialen Organisationen in go Sinzheimer zeit seines Lebens gewesen. einen demokratischen Staat bejahte. Erst heute beginnen wir voll zu begreifen, daß eine Art Schlacht auf den katalauni Es ist in Deutschland viel zu wenig bekannt, daß die gro- schen Gefilden in den Jahren 1918/19 hier in Deutschland Ben französischen und englischen Pluralisten 1 der Zeit vor und ausgefochten worden ist. Nicht daß die Zeitfreiwilligen di nach 1914 von Gierkes Genossenschaftstheorie ausgegangen Spartakisten besiegten, sondern daß die Spartakisten die Mas- sind. Sinzheimer hat die Übertreibungen der Pluralisten nie- sen der Arbeiter nicht für sich gewinnen konnten, bestimmte mals mitgemacht und die Bedeutung des Staats für die Rechts- in jenen Wochen das Schicksal Deutschlands— mehr noch ordnung nicht verkannt. Er hat es aber als seine politische den Gang der bolschewistischen Revolution und damit die Mission angesehen, im Rahmen der staatlichen Rechtsordnung Geschichte der Menschheit. In diesem Kampf hat Hugo Sinz- der Entwickdung eines autonomen Sozialrechts den Veg zu heimer seinen Mann gestanden. Er gehört zu denen, die mit- ebnen. Dies trat besonders klar bei seinen Bemühungen zu- geholfen haben, die Arbeiter über das Arbeitsrecht an den tage, dem Ruf nach dem Ausbau einer Wirtschafts- und So- demokratischen Staat heranzuführen; er gehört zu denen, die zialverfassung Rechnung zu tragen, ohne den Primat der de- durch ihr Eintreten für die Ausgestaltung eines kollektiven mokratischen Staatsverfassung anzutasten. Betriebsrätewesens mit dazu beigetragen haben, die Arbeiter Und dies bringt mich zu der Frage, warum der Mann, der an dem demokratischen Staatsgedanken festzuhalten. Hugo sich als Verfasser von Gesetzentwürfen bewährt hatte, ob- Sinzheimer ist einer der großen Kämpfer für einen, weil so- gleich er damals weder Ministerialbeamter noch Abgeordneter zialen, demokratischen und, weil demokratischen, sozidlen war, der die Massen faszinieren konnte und voll von politi- Staat. schem Eros war, den Weg nicht zu Ende gegangen ist, der Als Abgeordneter hat Hugo Sinzheimer seine Stimme nicht ihm vorgezeichnet schien: Abgeordneter, Minister, Staatsmann? r gegen das Gespenst einer bolschewistischen, sondern auch Sinzheimer ist Mitglied der deutschen Nationalversammlung gen den Schatten einer autokratischen Diktatur erhoben. gewesen und hat an der Schaffung der WVeimarer Verfassung Sein Drang nach historischer Wahrheit veranlaßte ihn, in den einen bedeutsamen Anteil genommen. Nach der Aufösung der Untersuchungsausschuß einzutreten, der die Gründe der deut- Nationalversammlung hat er es abgelehnt, sich wieder auf- schen Niederlage im ersten Weltkrieg aufdecken sollte. In die- stellen zu lassen; er hat sich im Frühjahr 1920 enttäuscht, ja sem Untersuchungsausschuß haben sich die Wegbereiter der verbittert, aus der Politik zurückgezogen und nie mehr wie- deutschen Reaktion, die Fabrikanten der Dolchstoßlegende der ein politisches Amt übernommen. Zwei Vorgänge sind für die Vorläufer des integralen Nationalismus ein Stelldichein ge- Sinzheimers kurze politische Kariere bedeutsam geworden geben. Helfferich hat diesen Untersuchungsausschuß brüskiert. die historische Leistung, die er im Kampf um die Veranke- Ludendorf hat ihn provoziert, und Hindenburg hat ihn dü- rung der Räte in der Verfassung vollbracht, und der Schock, piert. Sinzheimer hat verzweifelt gerungen, um zu verhindern, den er in den Verhandlungen des Untersuchungsausschusses daß aus dem Tribunal eine Szene werde; er hat versucht, zu erlitten hat. vereiteln, daß aus einem Organ, das berufen war, durch Fin- Die Revolution von 1918 hatte Sinzheimer hochgetragen. In dung der Wahrheit die Atmosphäre zu entgiften, eine Instanz dem Chaos der Novembertage 1918 wurde er Frankfurts Po- werde, die durch Verfälschung der Wahrheit die Atmosphäre Lzeipräsident. Wenn das Wort nicht so abgegriffen und miß- vergiften werde. Hugo Sinzheimer ist in diesem Kampf unter- braucht wäre, würde ich sagen, daß es sein Charisma war, das legen. Mit ahnungsvollem Entsetzen hat er gesehen, welche die revolutionäre Stunde beherschte. Sinzheimer hat die No- Kräfte sich in dem Nachkriegsdeutschland vordrängten; Jau- vemberevolution innerlich bejaht, aber er hat auch ihre Ge- chenkübel antisemitischer Vorwürfe sind über ihn entleert fahren erkannt. Als Rechtssoziologen konnte es ihm nicht ent- worden. Hugo Sinzheimer, der es gewagt hatte, einem Luden- gehen, daß in der spontanen Bildung autonomer Räte in den dorf mannhaft entgegenzutreten, wurde einer der zutiefst Fabriken und Kasernen vitale Kräfte gesellschaftlicher Natur gehaßten Männer der vereinigten Reaktion. Früher als die eruptiv in Erscheinung traten; als Verfassungstheoretiker meisten anderen und instinktmäßig richtig hat Sinzheimer das konnte ihm nicht verborgen bleiben, daß die Forderung, die Herankommen eines Verhängnisses vorausgesehen, das unver- Räte zu Trägenn politisch-souveräner Macht zu machen, ent meidlich werden mußte, wenn die Demokraten geistig erstarr- weder in einem revolutionären Chaos oder in einer Aufheten und politisch erlahmten. Nicht in der panlamentarischen bung der Demokratie enden mußte. In zahlreichen grund- Auseinandersetzung mit den Feinden der Republik, sondern legend wichtigen Reden in der Nationalversammlung, vor al- in der inneren Stärkung ihrer Verteidiger hat er seinen poli- lem aber auf dem Weimarer Parteitag der SPD des Jahres tischen Beruf erblickt. Voller Zweifel, ob es gelingen werde, 1919 und vor den Berliner Funktionären der SPD im Herbs die Sturzdut des radikalen Nationalismus aufzuhalten, jedoch des gleichen Jahres hat Sinzheimer den Vorrang der demo- von dem heiligen Eifer beseelt, das Unheil abzuwehren, hat kratisch gewählten Volksrepräsentation vor den revolutionär er sich der Aufgabe gewidmet, durch den Ausbau einer kol- ektiven autonomen Arbeitsrechtsordnung den Arbeitern eine im Gese die Ratio Heimstätte in der Demokratie und der Demokratie das Heer ieren der überzeugten Verteidiger zu verschaffen, deren sie so drin- Schrifte Pehrone 11 Das Rätesystem; 2 Vorträge zur Einführung in den Rätegedanken, Frankfurt/M. 191 -Lexikon„Staat und Politik", Bd. 2, S.234 T.). Bruns, Faktische Betrachtungsweise und Organhaftung gend bedurfte. Als Hugo Sinzheimer in den Jahren nach 1920 1933. Holländische Freunde verschafften ihm einen Lehrstuhl forschte, lehrte und praktizierte, war er sich stets bewußt, daß für Rechtssoziologie; sieben Jahre fruchtbaren Schaffens waren für sein Wirken und sein Werk nur in einer demokratisch- ihm in dem Lande vergönnt, das ihm zur zweiten Heimat ge- rechtsstaatlich-pluralistischen Staats- und Gesellschaftsordnung worden war. Damals entstanden Werke wie ,jüdische Klas- Platz sei. Er glaubte, durch Förderung seiner Wissenschaft der siker der deutschen Rechtswissenschaft“ und eine größere Demokratie, durch Förderung der Demokratie der Wissen- rechtssoziologische Arbeit über die„Theorie der Gesetz- schaft zu dienen. Weil er durchdrungen war von der Einsicht gebung" 13. daß der Gelehrte, gerade weil er Gelehrter ist, politische Ver- Die Besetzung Hollands durch die Amneen Adoff Hitlen antwortung zu tragen hat, hat er die Flucht der Wissenschaft- zwangen ihn, sich Jahre zu verbergen, alle die Ängste auszu- ler in ein politikfreies Vakuum als verantwortungslose Kapitu- stehen, die ein kleines jüdisches Mädchen, das nach Holland lation vor den Mächten der Finsternis mit Leidenschaft abge- verschlagen war, die Anne Frank, auch für diejenigen gültig lehnt. Die Früchte seiner Arbeit auf wissenschaftlichem Gebiet ausgedrückt hat, die nicht wissen, was Difamierung, Verfol- bildet das Buch, an dem wir alle Arbeitsrecht gelernt haben: gung und drohende Vernichtung bedeuten. Hugo Sinzheimer "Die Grundzüge des Arbeitsrechts" hat den Krieg überstanden; wenige Wochen nach Kriegsende Der ersten großen Krise, die im Jahre 1920 in Sinzheimers ist er an Entkräftung gestorben. Leben eingetreten war, folgte die Katastrophe des Jahres "Theorie der Gesetzgebung. Die Idee der Evolution im Recht" lem 1948 12 2. Aufl., Jena 1927. Fastische etrachtungsbeise und Srganbaftung Zur Regelung des„Handelns für einen anderen" im Entwurf der Großen Strafrechtskommission Von Prof. Dr. HANS-JURGEN BRUNS, Erlangen dazu beitragen wird, diesem früher vernachlässigten Thema Die unten S.486abgedruckte, in einem unscheinbaren Gewand im Schrifttum' Heimatrecht zu verschaffen, vor allem das auftretende, scheinbar nur weniger wichtige Fragen des Ne- Interesse auf den neuen§ 14 des StGB-Entwurfs 1958 hinzu- benstrafrechts betreffende Entscheidung des 1. Strafsenats des lenken, der unter der Überschrift ,Handeln für einen andern" BGH verdient besondere Aufmerksamkeit, weil sie einen bei Sonderdelikten eine Tatbestandserweiterung auf Organe vor allem methodisch— interessanten Beitrag zur Lösung des grundsätzlichen Problems der Organ- oder Vertreterhaftung und gesetzliche Vertreter vorsieht. im Strafrecht leistet, und zwar mit Hilfe der sog. tatsächlichen Betrachtungstbeise, d. h. durch die Anerkennung eines selb- ständigen, vom Zivilrecht abweichenden Begriffs des Kom- Es geht hier um die erste Gruppe der einschlägigen Fälle, missionärs i. S. des§ 95 BörG. Es handelt sich um ein wei- nämlich um die Frage, ob diejenigen Tatbestände, die eine teres Beispiel für die immer noch fortschreitende begriffliche besondere rechtliche Täterqualifkation, wie z.B. Gläubiger, Emanzipation des Strafrechts, für die Ausbildung einer spe- Schuldner, Kaufmann, Kommissionär, Kfz-Halter usw. vor- zinisch strafrechtlichen Auslegungs- und Begriffsbildungsmetho- aussetzen, auch auf die Organe und Vertreter juristischer Per- dik, wie ich sie in früheren Untersuchungen über die Befrei- sonen angewandt werden können, obwohl diese Sondereigen- ung des Strafrechts vom zivilistischen Denken und über die schaften—- wenn man sie zivilrechtlich auslegt— nur be- Autonomie der strafrechtlichen Begriffsbildung näher geschil- züglich der handlungs- und deliktsunfähigen Körperschaft, dert habel. Die tatsächliche Betrachtungsweise ermöglicht es nicht aber auch in der Person der für sie schuldhaft handeln- nun auch im Bereich des BörsG eine Gesetzeslücke zu schlie- den Organe und Vertreter gegeben sind. Der erste Lösungs- Ben, die bisher als Folge der höchst unvollkommen geregel- weg besteht darin, daß man—- unter Beibehaltung der zivil- ten Organ- und Vertreterhaftung hingenommen werden muß rechtlichen Betrachtungsweise— die strafrechtliche Verant- te. Das Urteil kommt gerade zur rechten Zeit, nachdem es so wortung auf die nicht tatbestandsmäßig qualinzierten Organe scheinen könnte, als ob die Verhandlungen der Strafrechts- überwälzt“, wie dies zuweilen durch Sonderbestimmungen, kommission über die Lösung des Grundproblems des Auge Z. B.§§ 244 KO, 83 GmbHG, 39 DepG, 278 AVAVG, 536 meinen Teits etwas ins Stocken geraten seien?. Es bestätigt RVO, 151 GewO geschehen ist. Daraus will eine neuerdings zunächst erneut die praktische Bedeutung dieser Fragen, die vordringende Ansicht" ein algemeines Prinzip herleiten: An- schon immer, auch in letzter Zeit mehrfach, die Gerichte be- stelle der tatbestandsmäßig qualifzierten, aber deliktsunfähi- schäftigt haben“, vom BGH aber noch nicht grundsätzlich er- gen Körperschaft müßten die deliktfähigen, jedoch nicht qua- örtert worden sind: Um so bemerkenswerter ist die metho- Linzierten Organe strafrechtlich zur Verantwortung gezogen dologische Ausrichtung des Urteils, das- ohne das Grund- werden; die strafrechtliche Verbotsnonn sei ohne weiteres auch problem direkt zu erwähnen— seine Lösung im Wege einen an sie gerichtet. Aber diese Folgerung scheint mir, wie ich ziemlich kühnen Auslegung zu ereichen sucht und sicherlich früher schon dargelegt habe, eindeutig eine unzulüssige Ana- logie zu sein'. Gerade bei der Untreue des Kommissionärs in der Beilage zum BAnz. Nr. 25 vom 295; Dy 34, 1589; I eine Vor n Widerspr 7 BCHSt 6, 252 and aufgegrif 4, 12; neuerdin e ee 3B, 244 Ko,le e eten n e e e e e pereich gehallen hat, und wird neuerdings auch von Kr See 1Z 1958 Bruns, Faktische Betrachtungsweise und Organhaftung i S. des§ 95 BörsG hat die Rechtsprechung des RG8-- durch- lich gegenübersteht, zweifellos Grenzen gesetzt. Was sich hin- weg unter Billigung des Schrifttums"— bisher keinen ande- sichtlich des„tatsächlichen Bevollmächtigten“ i S. des§ 266 ren Ausweg gesehen und diese Gesetzeslücke in Kauf genom- StGB ohne weiteres vertreten läßt, stößt an anderen Gesetzes- men. Auch die Strafrechtskommission geht davon aus, daß stellen auf große Schwierigkeiten; z. B. wird man gerade im de lege lata ein algemeiner Grundsatz der Organ- und Ver- Hinblick auf§§ 244 KO, 83 GmbHG, 39 DepG usw. kaum von einem Schuldner, Gläubiger oder Kaufmann im tatsäch- treterhaftung fehlt und durch Analogie nicht entwickelt wer- den kann. lichen— spezifisch strafrechtlichen Sinn sprechen können,ohne diese Bestimmungen für eigentlich übemüüssig zu erklären Diese Bedenken sind offensichtlich der Grund dafür, wes Denn sie sollen ja erst den Tatbestand auf die nichtqualif- halb nun auch der BGH auf einem anderen Wege zu helfen zierten Organe erweitern. Überblickt man die Versuche, das versucht, nämlich durch die Flucht in die tatsächliche Betrach- Problem der Organ- und Vertreterhaftung nach geltendenn tungstbeise, die früher schon öfters zu diesem Zweck ange- Recht zu lösen1, die sämtlich erhebliche- wenn auch ver wandt worden ist. Denn sie ermöglicht es ohne weiteres, die schiedene— Bedenken auftauchen lassen, so drängt sich er Tatbestandsmäßigkeit in der Person des gesetzlichen Vertre- neut die Einsicht auf, daß es notwendig ist, diesen Fragen- ters der Körperschaft selbst zu bejahen: ,Anstelle einer juri- bereich in Zukunft durch eine Sondervorschrift gesetzlich zu stischen Person, die im handelsrechtlichen Sinn Kommissionär regeln. ist, will das Urteil jetzt„strafrechtlich denjenigen als Kom- missionär ansehen, der das Kommissionsgeschäft für sie tat- sächlich ausführt. Denn für die strafrechtliche Betrachtung Auch die Strafrechtskommission hat sich dem nicht ver- steht im Vordergrund, wer tatsächlich handelt, und nicht, für schließen können. Sie hat zunächst den lapidaren Satz, den ich wen seine Handlung nach bürgerlichrechtlichen Vorschriften nach wie vor für die beste Lösung halte:„Die Strafdrohung wirkt“. Mit, bemerkenswerter Sicherheit, ja Unbekümmertheit des Gesetzes gilt auch dem, der als Organ oder Vertreter für entwickelt der Senat so einen weiteren ,eigenstündigen straf- einen anderen handelt", aus dem Entwurf 1938 übemnommen rechtlichen“ Begriff des Kommissionärs, der sich mit dem des und ihm dann eine verdeutlichende Fassung gegeben, mit der Handelsrechts nicht deckt, wohl aber"ungezwungener Be- man sich, wie in NIVV 55, 1163 dargelegt, einverstanden er- trachtungsweise und strafrechtlichem Schutzbedürfnis ent- klären konnte. Nach nochmaliger Beratung auf der 11. Arbeits- spricht“; und er begründet diese Diskrepanz, wie üblich, mi tagung am 2.8.1956d beschloß die Kommission, eine Ände- der Verschiedenheit der Aufgaben der beiden Rechtsgebiete rung der Sonderbestimmung über das„Handeln für einen unter Hinweis auf andere, bekannte Beispiele für diese be- andern" vorzunehmen und dem§ 14 des StGB-Entwurfs 1958 griffliche Emanzipation der strafrechtlichen Tatbestandsmerk- folgende Fassung zu geben: male, wie ich sie früher ausführlich dargestellt habe. Der neu tgtes Organ einer ju hen Pers nes and gefundene, spezinisch strafrechtliche Begriff des Kommissio- icher Vertre närs stellt sogar einen Höhepunkt dieser Entwicklung dar velche d weil er in ein Rechtsgebiet gehört, das sich bisher derartigen „Aufockerungstendenzen“ erfolgreich widersetzt hat. Um so ausetzt ain im eigen ie Strafbarkeit e größer ist die Bedeutung der unerwarteten Abkehr des BGH von der ziemlich konstanten Rechtsprechung des RG. Diese Bestimmung steht jedoch unter dem Vorbehalt: Ob die Vorschrift zu ändern, ob sie insbesondere auf gewillkürte Daß die Entcheidung im Ergebnis befriedigt, unterlieg Vertreter auszudehnen ist und ob die Nr. 2 mit Rücksicht auf keinem Zweifel. Die Begründung allerdings wird nicht allge die Fassung der einzelnen in Frage kommenden Tatbestände mein überzeugen oder Beifall fnden. Ist doch die Zulässig- keit einer derartigen tatsächlichen Betrachtungsweise keines- wegfallen kann, bedarf der Prüfung, wenn der Besondere wegs unbestritten. Aber: Vor die Wahl gestellt, ob dieser Ge- Teil vorliegt. M. E. ist es heute schon an der Zeit, darauf hin- schäftsführer der GmbH mangels strafrechtlicher Sondereigen- zuweisen, daß mit dieser Regelung das Problem der Organ- und Vertreterhaftung nur unvollkommen erfaßt wird. Die ver- schaft aus§ 95 BörsG freigesprochen oder ob er in Analogie zu§ 244 KO und anderen Bestimmungen im Wege der schiedenen Änderungen stehen offensichtlich noch im Schatten „Überwälzung" der strafrechtlichen Verantwortung verurteilt des Zweifels, ob es überhaupt einer derartigen Sonderbestim- oder ob er schließlich als Kommissionär im faktischen Sinn" mung bedarf; ja, man muß jetzt sogar mit dem Einwand damit tatbestandsmäßig qualinziert und deshalb bestraft wer- rechnen, das neueste Urteil des BGH beweise, daß die Recht- den soll, zögere ich de lege lata nicht, mit dem 1. StS die sprechung auch allein mit dem Problem fertig werde. Die ur- letzte Art der Begründung und Konstruktion gutzuheißen; prünglich knappe und plastische Fomnel ist durch die Neu insbesondere begrüße ich es, daß nicht, wie so häung, die fassung komplizierter, der Grundgedanke des Handelns für Möglichkeit einer Verurteilung nach§ 266 StGB als Not- einen andern zunehmend eingeschränkt und verwässert wor- jösung strapaziert worden ist. Aber mehr als ein Notbehetf den. Mag diese Tendenz auch durch das an sich berechtigte kann diese Begründung natürlich nicht sein, und in grund- Streben nach rechtsstaatlicher Sicherheit bedingt sein, so bleibt sätzlicher Hinsicht ist nicht allzu viel gewonnen. Denn der doch gerade zweifelhaft, ob die damit heraufbeschworenen faktischen Betrachtungsweise sind, auch wenn man ihr freund- Konsequenzen nicht viel gefährlicher sind und zu gewagten Auslegungskünsten führen werden. Daß der§ 14 aa0 insbe- Hgemeine Übert sondere nicht mehr, wie ursprünglich beabsichtigt, zahlreiche anerkannt: Sonderbestimmugen des Nebenstrafrechts entbehrlich macht, weil diese über einen so eingeschränkten Grundsatz erheblich hinausgehen, dürfte heute schon sicher und zu bedauern sein. ee mit, Strafrechtliche Maßnahrnen gegen Verbä s unten S.486) zitiert. m Urtei ber hier i rfenden Sondereig eterhaftung bei stra- ge e 1e Vgl. JZ 54, 12 T. der ein sonstiger Angestellter(RGSt 63, 255; 69, 73) 11 Vgl. Dreher oben Fußn. 2. In Leipzus stond oe dadr, wödbeens.. Zin inderdaad ale ogsdadiger gedagvaard? son. Ik wil oorlogsmisd: Neurenberg, het woord krüigen. et opgeroepen, zegt U? U ken Ir. Jack Geon cenen oene de tot Siaver i duizenden vakb ng werden door TL Ik ben t, de co e met gebroken ledema e s on? Ik b r over huma die de ngen, dat! ar German de, mr. Jackson? ith langer in een mocht ge erde. Ik ger zelfstandig ocht denken. Ik ben d eerde, die: uts in dienst mocht stellen Venscha nilitarism porlogsvoorbereiding. Ik ckson, be edikant eer tot zün God moch hed Vol ag U, van welke machten buiten de Duits ERGETE W Welke rege R Riksda ehe Suet EüSuIGWRMOR e AMAE ELLEEI e e aast g te rüimen? Was hi een alte güen hee konden U ook de God Lsraels is. Die niet langer moch inderen, geloven in Jesus Christus, die de l Londenv Ik ben de Jood, die tot die stam be van een groot Nederlands dichter!) getuig I beklaagde t 30 Juh ute var de lieide leerde, van an panthe B iet relatiepe pon it an den geest des mensen leerde-- Einstein Wek een vüs, mek een stam, van het heedl. Ik, mr. Jackson, heet soms Karl von Ossietsky e e e er eor kahnr Uw gee or Wolf, maa Ehrch Mühsam of Th am onb werden afgeslacht! estal is m generaal d in dit geding. Want ik en ik Ik eis hetv wat in in 1938 e lik gevoel inneer heb ik toch d? Ik her- R Dertuijjeh in 1933 inden inner t ij generaal runderplata(Hooidb colega generaal Von Frtsch laten ver- Poltie te Berlijn) tussen 40 mu geschonden arbeiders. Gebrol p, beklaagde Von Ribbentrop en vertel roken n Ran e getroken uinge ustus 1939 in Moscou met Stahn m, stukgetrapte n hebt Tibben pen bodig ee Mr. Jackson. Engelse eaehnen verzedten in de Nazika publcatie van de tekst van schande geranseld, of e naam' hen et socialisme bekend hadd F mn van het uit wonden böeden EGON ERWIN I eet gen eth nres Alert de Lange te Adam.) d Daarom hebben wii ears wi als getui- en dan in en zoude nbankto len heb het recht hier te aar er zou Duitse volk. Maar ik sproken wor Ikben oof unden is het Recht van den Niens o Nederland en van Rus g. Gescho sten en overt it duizenden wonden bloedende, mis t van den delde en gemartelde volk van Europa, van gan er zin on de aard K. F. DE LEEUW. daar, beklaagden, Gil, Goering en Hes en Ros t op.G )) Hemman Gorter. wpartirtil in de be e separatisti gezegd, da eit in Beiere ncaré in Frankrik heerste in die dagen en Vamkunssochtend g van de Quay dOrsa et geld o eeft mi steund werd doo Tet Horde Rodrgo, epen, buiten Duitsland, omdat zi fror Nel Knoop en Win Stomm Sovjet-Unie. Hebt g Voorziet u tödig van plaatsen voor onze laatste kunstochtend van dit jaar, Vie ward op Zondag 23 December, des morgens uiden h Iw opdrachtgevers,h om tien uur in de Bachzaal te Amster- heeit nuii gezegd, dat gii, beklaagde dam. ud door Deterdin de Bata net react Florrie Rodrigo met haar groep solo- auit alle dansers en danseressen brengt ons haar met verdreven Russische witgard moderne, politiek bewuste danskunst. spel had bi nkbiljetten, Nel Knoop draagt voor. vjetstaat moest worden on Wim Storm opent deze büzondere t Volk spreekt tot U. beklaagden. Vanaf gesprok plaats heeft mr. ochtend met een korte causerie over gen, die gil ontvangen hebt van "Kunst en Samenleving. root-industriélen, van de Kru offsten Toegangskaarten à /1--(ai) op ons he jon Maar ik, admninistratiekantoor. t PROF DR HUGO SINZHEIMER PIONIER VAN HET ARBEIDSRECHI 4. udt de in U tot leven uekt, m an in de berkeliikheid 7 e ei e t e e Te n en niet, indien Gi de e in lee te. die et (G BOERNE(1786-1837). overleed 1e September var O nugo Dandd St oor Recht iologie va a A AprilI eet en decnt. sedert 190 eraar in het Arbeid Boor he Aee a Proß. dr. HUGO SINZHEIMER d waar genoende univen ders klasse als zodanig rechtsbeschernn leges kon voortzetten, totde kunnen verzekeren, was een man no eede male zin werk afbrak tradition teerd, mn Duits! an ana r ng. Een man, dieb id en in st i e ei g ven inzich- ologische method Niet een gloeiend en van de aden on ug met I en bezat Sinzheime iik werk en b 2 tenslot ng van het na eenene n misschien enige vroegere generati beter ook dan in enig tegenwoo mee van het ARBEIDSRI r ARBEID en Duitse kei voor ogen zer eeut at echter g e er als hoo gende go heimer in DER DEt ke hereonst uit de levend kelikheid behoedde de studies van Sinzhei ei e e nei i nsite pgenicht een gedenk aal Echter, om deart van den beginne af voor, dode geleerdenarbeid rVeruoo van pag. 6) tussen de liöke af binnenland ing- terecht zal ko bied van de Yenan re Ve kriigen helaas veel is een open vraa stische re in in de lucht is inig berichten over deze zeer belangr o van het Chin lgsäins behoori gf k øodat ztch m beeld van de to De oude methode ormen Toch lchten enkele beschouw in de Nat. Rotterdamse Couran Preddes de oude generale lin Commuuniste ustus 45(de Toestand) coumun o in het blad van 20 A unistisch zongen, bewierod Estboenk ring- en wil. niäar te Moskou e en bate van Ruslan otte alleen e e enen Mt merkt. ine de n e e n e e o n heeft. Tine eo e ernpathlek men da ee mocht staan. Di te tiid vrij a Kais ee Puun manhang in de oom ksische landen heeft men moete en torst het Chine de reger e e e er edhen de e I wannger het resultaat van d zich de ee met Rioskou beken det begin van die aruk vorden, dezen we in de Toestand: De geb under pracüische betekenis te bliven. End en! Voortdurend bleei hii zin theorie het leve praktiik tsen in e NATTONALV eelnam aan de wet ing, vooral op het gebied van het arbeids min leven bezielde hem de zorg voor h al voor de arbe beit was in wez samenwerking met de leider van bekende Volksbüldungheim, eveneens te Frank- zie ik- als éen der weinige hier over onfrater nog van e e ene e e en behaald gedachten en inzichte o e n neien geleerde dus eens van de cone o en me ig weten heid te r ham seoutende panoo! toeval, maar de harmonische aan zun schriftafel verraste. ocn de do DR. ERNST HIRSCH-BALLIV Kerstbyeenkomst van oucAlCers In no 20 van De Vlarn" van 6 Outober ver de inzamelin eee es ehen met bjjeenkomst van oud-AJC net erken: de Wielew iunter ete ingezame) norm suce plaats hebben, belooft en, waarover nog la sproken Na afloop van Concert der deelnemers: uma. Vo he heie e ene benense kunn en dag heen en teru orden in 4) de neggggode,d bj de Anns danse ou ver er nei. Vo den uit 1 Z t biedt de Noord Oostpodder aan ar huidige, al of r Okkingz geden ve hoofdzaak in twee groepenu pen en de der arbeders in de chthoud datoa op de bedrifsboerderijen gd is. Deze beide groe- erichte be oben niet ark in de Immers, de kamparbe spannin e Seherderns d a p leven, hi er eene opbouwen. bevinden z net een zelf n de kampen, verlangen als cultuural gote Linen is genoemnde onderschedin lel lopen twee der voorne en en het min stuk van de uitgifte der e e enel ge cierde dagbladonzer aan onder uwt om beidskrachten". In di verslag- landt enieuns a dat hie kt werd. ene e e e e e e pp een ee het is bi enkele tientall oolde arbei der kan lenenI e es Zaterdags per auto na gehaald. V om het de mensen in hun vrüe tid zo aangenaam mogelik ao en moet aannemnen, dat deze woordvoerden ecte volkome preekt: en wii de hier voorgestelde stand van zaken Sg (fl Areh4 Srwors Ivrmmmmsd niet als onjuist kwahficeren, hoewel het een beetje ongelukkig trof, dat juist een wee randeren van de wekeliikse verlofr- tengevolge van de benzine sc Ree en voor ensinde verlof" Het klinkt ge en beschikkende ov en wat ander beeld: Ar of een maand hang een vochtige en zeer ed onvoldoende verzorging van kle dikwijls urenlang moeten lop jnde vervoersgelegenhei e bereiken om o e e erech un a dikwills op volgende week, u ug van teld, ter vergoeding ot /18 aan den bet en doen ales om het den mensen naa e maken". w. voor de onts r gezorgd Maar de mentn Vat dat a E Men k gevoel van verlorenhe leegted de pold des avon De boonegelng De loonregeling is hierbij van nog grote lang dan de ontspanning. De klac loon bi de getrouwde arbeiders„in de c wiken weinig af van die over de loonregelin andere delen van het land. Ze gaan in het: meen over de onmogeliikheid om en het dis butiepakket en de zo noodnakel mogelik wordende gee g en schoeisel tebek verandering in het gehele loonniveau 2 n. Enkele gevalle hier uitkon pen van he waarin arl un vo oordlonen n Voorongetrouwd nstiger. Zi)- moeten ders kostgeld betalen, pen daarbl vaak eer r uuroon, hetgeen men met het euvel van de vaak niet vergoede reiskosten maakt dat? ch tot sparen nocht an nieuwe nschaffin ren kunnen komen HRSTIN NNEEE OVEASSSER LDE) N.(9. MeJ./ Hür? eernenei e Lieehne ren ennseie Ii O I erreer nir eindeeenerieien ans Frelheder r Ih AM1RORAM) EA UA Zo is het bv. onmogelik het ontspannings- rbeidsverhoudingen op d Wil men te termiin hoogte komen, dan doet zich de moellikheid probleem in lossen. Wü he voor, dat er arbe Soreneh o de n üin dde rechtstreks onde sterk ontwikkeldea sel van de directi en in a eggen onze verg Win de cultuur polder zelf staar n van vel en brengen onze be rbeiders, die va aannemers bis wegenbout lopen een paar straten ver om een goed boe geliike werken te werk zun a is het vaak niet duideliik, wie te lenen, om een glas bier! schoten draait de bio oon-en verlof ingen voor de categonen v De zoekgeraakte vakbond De can imsterdam wordt bericht, dat o r an de arbeiders in hunv nger tussen het NVV. en EVA ute zaa) waar ulot berloop hebben. interw t eete e mees koop zu e e n e ee stüte. Hü verliest ol nande be geschool pan plaats en tüd. Waar is hii? Missch uel in de Amazone-deltd, z H bruinige tradg uiderzeev issie voor Tenslotte bliikt en euturel leider Fee dat de zo noodzake- S nt echier eer opuek-. De bocht ve met kracht ter hand ider beeld. is aat het oepie ie ihet ge i n en zch afvragen of in di teens deho ttiekarakter en zin vel je zoeven onts mocten worde: o de arbeiders, het loon bent dan een auigator, heb je wel behoe erkkrachten hoog geno dan een gesprek: tvoor detildeoaearbeders nu wek Want zod gaäde shei. hoe uer ie het nov naur het het oude land, zelis al wo taald, keren zi de polder de rug toe Nou, een kudrüder of tuintig minuten Hierdoor blift het arbeidersverloop groot, het- g eens, bent U van de vak o in dit oord moe tot zn spit bekennen, dat hif niet o de uakbond is. Ja zie je, ue hebben h Pierre Ceresole overleden bandaan al tuee keer ndar de pokbond ge schrepen, madr die kerels komen niet op Te Lausanne overleed op 66jarige leeftijd Pierre CA dagen. Als ze nog lang wuchten e, de stichter en de driivende de Eenheit CVI, de Internationale vriwil- met Zin d rgerdienstorganisat Des apon een berkleumde arbei op Zün Strosäk Voo ging er van uit, dat de besia wüize van Ae uternationale goede verstandhending te be- stelt hii de nieuwe vorderen, hierin bestond, dat vrijwilligers ui gehoord - Wat kom . En als bliikt, dat het iets n allerlei landen hun krachten beschikbaar stel den voor hulpwerk bil rampen of om werken Hlam" te maken hee sorui, dan emns omt de oøm heto it te voeren in het algemeen belang die an- ders niet konden worden uitgevoerd. Het begon e schoenen meen ik, met opruimingswerk na een bergstor en dat dadruoor de lo ting ergens in Lichtenstein het bracht hen det van utit au din en dat ie tends af tot aatste viif-en-twintig jaar vrijwel door nds laat op Zuropa, ja tot in Indie waar een aard- auto en op een olet en in de klei te zit! ingsramp, Bihar, de aanleiding wa de ziekte op je hals hadlt. Die kerels van Dok Nederlandse vriwiligers hebben he e pakbond komen aueen cens in de haaldelik meegeholpen, oa) de Jongeren Vr foeen uver een propdgandarervaderine desactie en de Jonge Gids chten destiids de proepen te publiceren. Oc ilige s noelikheden weke het hedden van een mpen, die bv. gende regeling voor verlof, ontspanning en naar zün onpeil in de weg staan zün vele e geen voor een goede voortgang van het werk nog een opmerking over een tweetal waarover in grote linen directie en arbei- wel tevred kunnen zun: de kost. en tgoed werk en g. Dekeuken k taan de eise barakke bewoon Raadselen Wandelt een leek in landbouw over de velden en wegen dan ziet gesehore en die nu ee atie vertonen en hier en Dok weet hii geen redent uts in de ver n grote schif e an land rt aan geschoolde wer de werk zaamheden veroorzaakt, st straks n verwaarl de onkru en afvoerwater ote extra sommen Waar het om gaat Büher uagaan van de redenen, wa men zi Ba het gevoel van de lan omst van anderentew ee ite vand aenke dan in de Wiering iet aan de mogelikheid, dath HR we land is vo enkele arbeider heid der an ter vandte wo gen er1 kwame krachten! nden Hier en daar in de polder begint de reeds ee genoemde kern spannings en on e e evend van een gärlegren, daarme! fte aan soc ontact. Ook he elik leven begint zich te ontwikkeler beharüging van de vakbelangen ped in handen van een gden van de drie land- onden Deled de ABT jfers van de boerenbon C) 160, de CBTB. en voorh e Landbouwcomite, waarir unden zin opgenomen 120 U spreng van de sterk oonfe ebonden groepen in nisatorisch in het land wor ganda vo e polder gevoerd e renbonden he uunet aappi zi de ve r een eig len m portgeb eeds een gingen, neutrale en een welke la ge weken na eerstgenoende werd opgendht." ing van sen groot Vokshoge nnen tot stic olcentrum staan eveneens op stapel Heronnde kerk legt bis dit alles het stre DE ZWERVER tot de herberg 1) MWie Zuhnk iin Zo. Sin ne e e e het ncht bestreek op het gebaande kruis van alle horizont gerichte wegen? Een Niemnend. jeder schepse heeit een huis Miin Zeignekers1) steken en de tüs is aan min rug en oi zeer oegeeen. Wie zin zi zonder hun beminWik thuis Mie Todderschoen, min hernd van vi dooregen? Ze mi niet 20 verwiderd san, heer waard. As ik niet was, uw dak zou zin versleten, de muur beschimmeld en verkid uw haard De bjaar vindt nog een voet, de kale neien beleven veugde aan min ruige baard.. We zin wi zo wekaar konden vergeten? JAN H. Of GROOT ) Blaren. an de dag om het con enietkerkeli te verstev epen te be neer het polder thden: voordiging van eee ners. De touwtjes v ale samen in de handen der du gevoel levend e dat er een ngzalmoetenkomen an de polderbewoners, welke de belar older aanwezige werkers zal Wi willen hopen dat onderh en zulen zullen maken tot en