Nachlass Marie Juchacz Korrespondenz. (merst um Unterlagen) für Frauen-Biographien. nach 1945 Nachlaẞ Marie Juchacz 11 1. nach 1945 Korrespondenz( meist um Unterlagen für Frauen- Biographien Lore Agnes Angelica Balabanoff Anna Blos Helene Grünberg Gertrud Hanna( Anna Nemitz) Dorothea Hirschfeld Luise und Minna Kautsky Minna Lubitz Jean Meerfeld Adelheid Popp Gustav Radbruch Elfriede Ryneck Wilhelm Sollmann Clara Bphm- Schuch Berta Schulz Kurt Schumacher Anna Siemsen Minna Todenhagen Hildegard Wegscheider Clara Zetkin 2. Chronik des Frauenlebens J. 2. Ordner 1776- 1952 u. a. Manuskripte: Daten der sozialdemokratischen Frauenbewegung Die Arbeiterin im Klassenkampf von Emma Ihrer( Abschrift Heinrich Braun und sein Schicksal von Julius Braun- Vogelstein ( Auszug) Geschichte der sozialdemokratischen Frauenbewegung Lichtbildervortrag Hannover 1950 Lore Agnes SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS DER PARTEIVORSTAND Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remostr. 3 BONN, 18. 9. 1953 FRIEDRICH- EBERT- ALLEE 170 Go/ Bn. Fernsprecher 37654X59 Fernschreiber- Nr. 089 890 Telegr.- Adr. Sopade Bonn Rufnummer: 21901 Liebe Marie! Wir haben sowohl die Reichstagshandbücher als auch das Handbuch der deutschen Nationalversammlung durchgesehen. In keinem steht mehr als; geboren am 4. Juni 1876 in Bochum Dissidentin, besuchte die Volksschule, Hausfrau. Falls Du aber sonst irgendwelche weiteren biografischen Angaben brauchst, so wohnt ja in Düsseldorf der alte Freund von Lore, der Dir sicher ganz genaue Unterlagen geben kann. Im Augenblick kann ich mich nicht auf den Namen des alten Genossen besinnen, aber Du kennst ihn sicher, er hat ja auch bei Lores Begräbnis geredet. Im übrigen" sitzen" wir uns wieder einmal zu Tode, aber anscheinend ist Politik ohne dieses nicht mehr möglich. Heute hatte ich zum erstenmal die Frauen der neuen Fraktion zusammen. Ich glaube, die Zuwahl wird sich in der Hauptsache, bis auf zwei, positiv auswirken, und falls wir überhaupt irgendwelche Arbeitsmöglichkeiten im neuen Bundestag haben sollten, werden die Frauen bestimmt ihr Teil daran tun. Mit sehr herzlichen Grüssen und guten Wünschen Deine Husa ( Herta Gotthelf) Postscheckkonto: 113684 Köln, Erich Ollenhauer und Alfred Nau Rhein- Ruhr- Bank, Filiale Bonn, 4524 Erich Ollenhaver ACHTUNGI Neues Bankkonto: Bankhaus v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bann Konto Erich Ollenhauer, Boan, Nr. 1401 . Angelica Balaban of f 11 Angelica SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS DER PARTEIVORSTAND Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remostr. 3 ID 8 BONN, 23.10.52 Go/ Ka FRIEDRICH- EBERT- ALLEE 170 Fernsprecher 37654-59 Fernschreiber- Nr. 089 890 Telegr.- Adr. Sopade Bonn Set Meine liebe Marie! 17 Das ist aber schön, dass Du die Sache über Gertrud Hanna geschrieben hast. Ich bringe sie ganz bestimmt in der Dezember- Nummer. Die November- Nummer ist nämlich schon fertig, da ich sie wegen meiner Italienreise schon frühzeitig in Satz geben musste. Gestern früh bin ich hundemüde und mit Wut im Bauch zurück gekommen, da es eben doch in unserer Internationale eine Reihe von Unzulänglichkeiten gibt, die es einfach nicht geben dürfte. Die Frauenkonferenz war organisatorisch miserabel, trotzdem ist einiges dabei herausgekommen: 2 ordentliche Resolutionen, die sicher propagandistisch für uns nützlich sind, wenn wir sie richtig auswerten und ausserdem gutes Material über die Sozialgesetzgebung in Schweden und über die Arbeit der Labour- Regierung besonders auf dem Gebiet der Erziehung. Ausserdem hat der Sohn von Klara Kalnin uns ganz grossartiges Material über die Stellung der Frau in Sowjetrussland gegeben. Ich will daraus hier für uns eine kleine Werbebroschüre machen lassen. Trotzdem regen mich ja so viele Frauen auf einem Haufen auf, besond ders, wenn sie so völlig ohne Disziplin sind und jede nur ihre Probleme sieht. Bei den Männern allerdings war es nicht besser, sondern eher noch schlimmer. So eine Ansammlung von Eitelkeit, Anmassung und der Unfähigkeit zu überblicken, was wirklich politisch in der Welt gespielt wird, würde man einfach nicht für möglich halten, wenn man es nicht selber erlebt hätte. Darum also mein Zorn, der aber nun, nachdem wir völlig pleite wieder " heim ins Reich" gekommen sind, anfängt, zu verrauchen. Ansonsten war Mailand sehr schön. Leider hatte man viel zu wenig Zeit, sich noch mehr davon anzusehen. Das Allerschönste war eine ganz herrliche Aufführung der" Pastorale" in der Mailänder Scala, die die wunderbarste Akustik. hat, die man sich überhaupt denken Postscheckkonto: 113684 Köln, Erich Ollenhauer und Alfred Nau- Rhein- Ruhr- Bank, Filiale Bonn, 4524 Erich Ollenhauer b.w. - Isbety -2kann. Ich finde, wenn man Beethoven nicht dort gehört hat, weiss man garnicht, wie wunderbar er ist. Das ganze Haus ist so gebaut, dass man das Gefühl hat, man sitzt mitten in einer wunderbaren Geige: Dieses schöne Erlebnis hat einiges andere zwar nicht aufgehoben, aber einen doch daran erinnert, dass es auch noch andere Dinge auf der Welt gibt, als menschliche Unzulänglichkeit. Angelica Balabanoff, die ganz gross in Mailand in Erscheinung trat, ist wirklich für ihr Alter einfach phänomenal. Ich habe vor, sie für den nächsten internationalen Frauentag einzuladen zu Versammlungen hier. Ich nehme an, inzwischen ist unsere Karte von der Frauenkonferenz bei Dir gelandet. Leider haben wir für unsere brave, aber völlig unzulängliche Margaret Kissel immer noch keinen Ersatz gefunden, und sie wird un daher als" kleineres Übel" noch ein Jahr weiter beglücken, d.h. praktisch genommen unser eigenes Büro belasten! Schade, dass man Alice Pels nicht durch eine Jungmühle schicken kann. Ich hoffe, dass Du recht bald einmal wieder in Bonn sein wirst, ' sonst komme ich wirklich bald mal rüber. 10 Mit sehr herzlichen Grüssen und allen guten Wünschen Deine Herda ( Herta Gotthelf) 08 geantworte d деа 29, 10, 52 Anna Blos WILHELM KEIL LUDWIGSBURG, den 1.8.52 Imbröderstraße 19/ Tel. 4158 • Liebe Marie Zuhaiz! Es war für mich eine vongenehme Überroſchūng, von Dir ein paar freundliche Ziben. zu bekommen. Gern würde ich auch deinen Wunsch erfüllen u. ausführlich über die letzten Lebrobjahre von Anna Blos berichten. Über die fehlen alle Unterlagen un das Gedächtnis verblaßt. Die Zeitungen sind in der städt. u. der staatl. Biblichen den Bomben zum Opfer gefallen, darum ist auch Die Gleichheit nicht mehr aufzutreiben. Ich hoffte, in der Schrüb. Inge. etans über den Tod A. Bl. zu finden. Ich besitze das Blacktausdem letzten Mon Monaten vor dem Verbot de Bonnte Davin feststellen, daß sie Verhangs März 33 noch einen Aufsatz aus dem Saechlaß ihres Mannes eingesandt hat. Entgegen meiner Annahme, daß sie kurz vor dieser Zeit gestorben sie, lebte sie also noch. Sie mußaber kurz darauf gesporben sein un krebs. Meine Frau un ich haben sie kurz заттю гамм Bruft. ihrem Tode im Krankenhaus besucht. Man hatte ihr bereits eine Buß vergageriert. Ihre Erfolg, der Krebs fraß weiter u vernichtete ihr Leben. Ich war auch im Krematorium bei der Bestattung Ich kann mich nicht erinnern, ob sonst jemand von der Parteiteilnahm. Nur ein kleiner Kreis enger Freunde wie der Leutnant zehn u. einige jüngere Männer in Särziumiform waren gekommen. Es war eben schon unter (mit polnischen M formes Fällen Herrschaft des 3. Reichs. Anna Blos stimmte auch einer ganze oder habjüdischen Familie aus Westpausen, ich glaube aus Posen. Sie wurde die dritte Frau von Wilhelm Blos, den sie trotz des erstlichen Alters unterschieds sehr ver- ehrte. Bei ihrer Verheiratung, wohl während der richten Weltkriegs oder kurz zuvor, stand sie uns politisch nach fremd gegenüber u war nie redemisch aufgetreten, sie fand aber bald echten Geistrigen anschluß an die Partei und etwa sich mit ihrer guten Allgemeinbildung und hohen Begabung auch rasch zur gewanden Rednerin Mit der Partei hatte sie manches Kleine Zerwürfnis, blieb ihr aber trotzdem auch über ten Tod ihres Mannes hinaus(wohl 1827) treue u stellte sich in ihren Kunst bis zu ihrer schweren Erkennung. Sie spielte auch außerhalb der Partei ein öffentl. Leben eine brächtliche Stelle. Sie magetra 69 Jahre alt geworden sein.- Aus dem Weiniger Handluch ersehe ich vorbein, daß sie am 4.8.00 Jahren war. Mithelm Bl war 49 geboren. Sie ist also doch nahezu 37 geworden. Ihr Mädchenmann war Tomas Czwiska, geb. ist sie in Liegnitz. Weitere Notizen: Evang. Besuchte Wittwein- Pension, u. Prinzeß- witschen Stift in Karbsrechn i.B., Universität Berlin, Lehrerin u. Verlesenin, Mitgl. des Orts- schulents Rgts Kriegsfürsorge, Kein geheimstötzen Schwäb. Bürgerheim, Vors. des Verb. d. Regler Hausfrauen, Mitglied des Ernährungsbeitrats und s. w.(alles schon vor 1919!) Politische und litemänische Artikel, Broschüren:"Krieg und Schule","Kriegsarbeit der Frau in der Gnade" Die Lage der Kialtischullehrerinnen u. s. w. Mitgl. des L. Forst. der sogdem. Partei. Soweit das Handbuch. Sie hat auch nach Wenner die Schriftstellerei fleißig hartschätzt. SÜne habe ich doch, da ich das Handlung in die Hand bewen, mehr gesagt als ich annahm, Mit den besten Grüßen. in aller Freundschaft. Beschoben Freil Abschrift Staatsministerium Nr. PA Blos Stuttgart- 0, den 6. März 1953 Richard- Wagner- Straße 15 Herrn P. Hofstetter Abg.d.Verfassunggebenden Landesversammlung Stuttgart Heusteigstraße 45 • Auf Ihr Schreiben vom 27. Februar 1953 Hr/ A. Betr.: Staatspräsident a. D. Wilhelm Blos. Beil.: 0 Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Der am 5. Oktober 1849 in Wertheim a.Main als Sohn eines Arztes geborene und am 6. Juli 1927 in Stuttgart- Bad Cannstatt verstorbene Staatspräsident a. D. Wilhelm Blos wurde: am 9. Nov. 1918 am 29. Jan. 1919 am 7. März 1919 Am 23. Juni 1920 durch die" Proklamation der Provisorischen Regierung vom 9.Nov.1918" als " Vorsitzender der Provisorischen Regierung" und" Minister der auswärtigen Angelegenheiten" eingesetzt, durch die" Verfassunggebende württ. Landesversammlung" als" Ministerpräsident" mit der Weiterführung der Regierungsgeschäfte betraut und von der" Verfassunggebenden württ. Landesversammlung" mit loo von 129 abgegebenen Stimmen zum" Staatspräsidenten" gewählt und am 4. Oktober 1919 als solcher auf die neue Verfassung Württembergs vereidigt. nach den Landtagswahlen, trat er von seinem Posten als Staatspräsident zurück. Das erste Datum wurde den Lebenserinnerungen, die übrigen Daten wurden unseren spärlichen Akten entnommen. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Unterschrift Regierungsdirektor ge Abschrift Standesamt Stuttgart. Herrn Abgeordneter p. Hofstetter Stuttgart 1578 08 4.3.1953 Betrifft: Ihre Anfrage vom 27.2.1953. Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Ihre Anfrage vom 27. Februar 1953 beantworte ich wie folgt: Zu 1) Frau Anna Blos ist am 27. April 1933 in Stuttgart. gestorben. Zu 2) Der ehemalige württembergische Staatspräsident Wilhelm Blos hat als Schriftsteller und Reichstagsabgeordneter am 4. Oktober 1905 in Weinheim die 3. Ehe mit Frau Anna Berta Antonie geborene Tomaszewski geschlossen. Diese Gattin ist in Liegnitz in Schlesien am 4. August 1866 geboren. Die Eltern waren: Oberstabsarzt Dr. Robert Tomaszewski, zuletzt in Hirschfeldau bei Sagan und Marie geborene Schulz, zuletzt in Karlsruhe, beide verstorben. Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft dienen zu können. Hochachtungsvoll! gez.Unterschrift Verwaltungsdirektor gedankt 22. 3,53 2 ARBEITERWOHLFAHRT WÜRTTEMBERG- BADEN e.V. LANDESSEKRETARIAT STUTTGART W BREITSCHEIDSTRASSE 20 a Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San- Remo- Straße 3 • Girokonto Nr. 17625 Städt. Girokasse Posts check- Konto Nr. 332 22 Stuttgart Fernruf- Nr. 947 48/49 Ihr Zeichen Ihre Nachricht vom Unser Zeichen Tag Hr/ A 17. März 1953 Betrifft: Liebe Genossin Juchacz! Nun bin ich in der Lage, Ihnen die nötigen Angaben zu machen, nachdem mir das Staatsministerium und das Standesamt geantwortet haben. Beiliegend erhalten Sie die Abschriften dieser beiden Schreiben. Was die Beschaffung von älteren Jahrgängen der" Gleichheit" anbelangt, so bin ich immer noch auf der Suche nach Leuten, die dieselben haben. Sowie sich etwas zeigt, werde ich Ihnen hierüber auch Bescheid geben. 2 Anlagen Mit den besten Grüßen! Phil Hostetter Paul Paul Hofstetter Helen e Grünberg Frida Wiemer . Bamberg 2, Rupprechtshöhe 30.6.52 Sehr geschätzte Genossin Juchacz! Genosse Lossmann- Nürnberg schrieb mir, dass Sie nähere Angaben über Helene Grünberg wünschen. Da Lossmann annimmt, dass ich mehr über Genossin Grünbergs Werdegang wüsste, hat er mich gebeten, Ihnen zu schreiben. Ich kann Ihnen aber auch leider nicht zuviel Angaben machen und würde Ihnen sehr empfehlen, sich an den Genossen Hermann Schneider, Nürnberg Kobergers trasse 65 zu wenden. Gen. Schneider war bis 1933 Arbeitersekretär und hat viele Jahre mit Helne G. zusammengearbeitet. Gen. Schneider ist zwar schon 80 Jahre alt und kränklich, ist aber geistig noch sehr frisch und wird Ihnen sicher manche Wichtige mitteilen können. und beMeine Erinnerung an Helene Gr. stützen sich auf ihré temperamentvolles Eintreten in der Dienstbotenfrage. Die Versammlungen waren immer überfüllt brachten viele Hausfrauengemüter in Aufregung als mancher" Herrschaft" klargelegt wurde, dass Hausangestellte anständig behandelt werden und auch lohnt weden müssen. Es wird immer H.Gr.Verdienst bleiben in dieser Sache in Nürnberg energisch zu gegriffen zu haben. In der Arbeiterjugendbewegung habe ichmit H.G. jahrelang zusammengearbeitet und ihre talent- und temeparamtvolle Persönlichkeit sehr schätzen gelernt. Leider sind ja alle Bände der Fränkischen Tagespost 1933 vernichtet worden. Man könnte aus diesen doch viel und besonders über die Versammlungstätigkeit S. entnehmen. Wenn Ihnen aus/ an sehr ausgiebigem Material liegt, so könnte ich bei der Nürnberger Stadtbibliothek anfragen, ob die Bänder der T.P. verlagert waren und gerettet worden sind. Da ich bis zur Vernichtung 1933 der F.T. Leiterin der Buchhandlung der Fr. Tagespost in Nürnberg war, so habe ich noch Beziehungen zum dem Oberbibliothekar udd ich könnte nach Nürnberg fahren und nach Material suchen. Ein schönes Foto von Helene Grünberg habe ich vor einigen Jahren an das Parteiarch iv nach Hannover gesandt u.a. auch ein Familienbild Bebels, das B. meinem Vater geschenkt hatte. Ich vermute, dss auch Julie Bebel und Natalie Liebknecht nicht in Ihrem Buche fehlen werden, denn ohne diese tapferen Frauen hätten vielleicht diese Männer die Kämpfe nicht so durchgehalten. ./ Beil. einige Auszüge aus dem Buch von Gg. Gärtner: die Nürnberger Arbeiterbewegung 1868- 1908. Leider sind darin nicht die Jahre der Haupttätigkeit von Genossin Grünberg, deren tragischer Freitod uns alle erschüttert hatte, enthalten. In den Parteitagsprotokollen, die sich ja fast wieder vollzählig im Parteiarchiv befinden, könnte man ja auch feststellen, an welchen Parteitagen H.Grünberg teilgenommen hat. Zum Parteitag 1913 in Jena war sie für den Wahlkreis Nürnberg- Altdorf delegiert. I sehr Ihnen möchte ich, da ich annehme, dass Ihnen s vieles aus Ihrer Bücherei verloren gegangan ist, die Broschüre" Die Natimalversammlung" überreichen. ed Mit besten Grüssen! Frido Wienser PS. Falls Ihnen die Bände von Lily Braun: Memoiren einer Sozialistin nicht zur Verfügung stehen sollten, so könnte ich Ihnen diese übersenden. 上 Lily Braun habe idi Georg Gärtner, Die Nürnberger Arbeiterbewegung. 1894 führte die Arbeiterschaft Nürnbergs ein Unternehmen durch, das epochemachend gewirkt und durch das sie sich immer einen ehrenvollen Namen in der Geschichteddrder deutschen Arbeiterbewegung gesichert hat. Das war die Gründung des ersten deutschen Arbeitersekretariats. Auf Seite 159 ist erwähnt: Eine für 1.Oktober 1895 eingerufene Frauenversammlung, in der Brau Steinbach aus Hamburg über" Die Arbeiterinnen im Kampf um ihre wirtschaftliche Existenz sprechen sollte, wurde im voraus verboten. Seite 193 Die politische Frauenbewegung wurde am 18. September 1906 mit einer Frauenversammlung im Bürgersaal eingeleit et, die als Delegierte zur Mannheimer Frauenkonferenz die Arbeitersekretärin Grünberg wählte. Als Grünberg in einer späteren Frauenversammlung Bericht über diese Konferenz erstattete, wurde sie als Vertrauensperson aufgestellt. Von der Gründung eines Vereins musste Abstand genommen wenden, dafür wurde das System der freiwilligen Parteibeträge eingeführt. Die Bewegung machte sehr gute Fortschrifttdie Zahl der freiwilligen Beitragszahlerinnen stieg bis auf 500. Zur internationalen Frauenkonferenz wurde Genossin Grünberg entsendet. Seite 207 Die gewerkschaftliche Bewegung der Arbeiterinnen kam nur langsam vorwürts. rst als in den letzten Jahren in der Person der Genossin Grünberg eine Arbeitersekretärin angestellt und ihr dieses Gebiet zugewiesen wurde, nahm die Bewegung ein etwas rascheres Tempo an. Von den 22 000 Arbeiterinnen, die in Nürnberg Lohnarbeit verrichten, sind Ende d. Jhrs. 1907 5264 gewerkschaftlich organisiert gewesen. Um die Aufklärung der Areniterinnen durch Berufskolleginnen selbst erfolgen zu lassen, wurde im vorigen Jahre der Versuch gemacht, Arbeiterinnen für die Agitation heranzubilden durch die Errichtung gewerkschaftlicher Unterrichtskurse, die von der Genossin Grünberg geleitet wurden. Diese Aufklärungsarbeit suchte der Magistrat zu hintertreiben, imdem er die Kurse für eine" Lehranstalt" erklärte, die Konzessionspflichtig sei. Als die Leiterin der Kurse sich weigerte, um die Konzession nachzusushen, wurde sie zur Anzeige gebracht. Die grosse Aktion endete mit einer Blamage des Magistrats, die Genossin Grünberg wurde vom Schöffengericht freigesprochenSeite 217 1908 die gewerkschaftliche Frauenbewegung hat in den letzten Jahren auch eine verheissungsvolle Entwicklung genommen. Von besonderer Bedeutung ist hier das erfreuliche Emporblähen des Dienstbotenvereins. Frida Wiemer Bamberg 2, Rupprechtshöhe 19.7.52 Sehr geschätzte Genossin Juchacz! Nun kann ich Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass im Stadtarchiv in Nürnberg die Bände der Fränkischen Tagespost noch erhalten sind und im Lesesaal eingesehen werden können. Voraussichtlich fahre ich im August aufeinige Tage nach Nürnberg und werde einen Teil der Bände durchsehen. Unkosten brauchen Sie mirnicht ersetzen, da ich noch alte Freunde in Nürnberg habe, bei denen ich wohnen kann. Besonders bin ich mit Karl Brägers Witwe eng befreundet. Leider sind bei dem Brand des Brögerschen Siedlungshäuschen der 2. Teil des Manuskriptes von dem Buch" Held im Schatten" und die ganzen Tagebücher, die Bröger ab 1918 geführt hat, restlos verbrannt, In diesen wäre eine Fülle vom Material gewesen. Mit der Beschaffung der Gleichheit wird es wohl schwierig sein, ich selbst habe sie nie gebunden gehabt. Man las die Zeitschrift und gab sie weiter. Sie haben recht, man hat viel im Gedächtnis und dann doch Zweifel, ob man auch alle Erlebnisse chronologisch ordnen kann. Es ist eben doch zuviel auf einen eingestürmt. Haben Sie den Genossen Willy Helf in Düsseldorf kennengelernt? Er hatte in Düsseldorf- Oberkassel, Luegallee 4 eine BuchhandlungIch weiss aber nicht, ob er noch der Besitzer ist. Ich lernte Helf auf einen Buchhändlerkurs der soziald. Buchhändler kennen und als einen sehr aufgeschlossenen Genossen schätzen. Vielleicht könnte Ihnen Helf mit manchem Material dienen. Sie können sich auf mich berufen. In Nürnberg werde ich bei verschiedenen Genossen nachfragen, ob Ihnen irgendwie Material zur Verfügung gestellt werden kann. Mit guten Wünschen und freundlichen Grüssen Ihre Frida Hiemer P Helene Grünber Grünberg DER BÜRGERMEISTER DER STADT NÜRNBERG Frau Marie Ju chacz, Düsseldorf- Oberkassel San Remostr.3 Nürnberg, den 26. Juni 1952 de in Liebe Genossin Juchacz! Leider war es mir nicht möglich, Ihren Brief vom 15.Mai schneller zu beantworten. Helene Grünberg war nach meinen Erinnerungen von Berlin kommend- seit 1905 Frauensekretärin beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund bezw. beim Arbeiter- Sekretariat. Sie hat hier in Nürnberg die Dienstboten- Organisation ins Leben gerufen, die aber nach dem 1.Weltkrieg nicht mehr lebensfähig genug war. Helene Grünberg war auch Mitglied der verfassunggebenden Nationalversammlung in Weimar. Sie hat ungefähr 1928 oder 1929 - vielleicht war es auch noch später- durch Sturz aus ihrer Wohnung im 4.Stock auf die Straße- ihrem Leben ein Ende gemacht. Leider sind alle Akten verloren gegangen. Ich habe mich nunmehr bemüht, über diese kurzen Angaben, die ich persönlich machen kann, jemand zu finden, der Helene Grünberg näher gekannt hat. Auch das ist sehr schwierig, weil die meisten, die mit ihr zusammenarbeiteten, nicht mehr leben oder bei der Zerstörung Nürnbergs nach auswärts evakuiert sind. Nun ist es mir doch gelungen, eine alte Freundin von Helene Grünberg und zwar die jedenfalls auch Ihnen bekannte frühere Buchhändlerin, Frl. Frieda Wiemer, ausfindig zu machen. Ich habe die Genossin Wiemer gebeten, alles das, was sie über Helene Grünberg weiß, Ihnen direkt mitzuteilen und hoffe, daß es auf diesem Wege möglich ist, Ihrem Wunsche Rechnung zu tragen. Mit herzlichen Grüßen Ihr Julius Lostmann MARTIN TREU OBERBÜRGERMEISTER A. D. 19 BANKKONTO: STADTS PARKASSE NÜRNBERG NR. 32705 keilige 4 NÜRNBERG- 0 13.Juli 1952 ARMINIUSSTRASSE 5 RUF 254 00 S Lieber Freund Schneider! Was ich Dir über die Genossin Helene Grünberg mitteilen kann, ist leider sehr wenig.Jm Handbuch des Vereins Arbeiterpresse von 1914 findet sich folgender Eintrag: 11 Grünberg Helene, geb. 28.6.1874 in Berlin. Schneiderin. Seit 1.7.1905 Arbeitersekretärin-- Vorsitzende des Jgd- Ausschusses u.d.Hausangestelltenverbandes.--Büro Breitegeasse 25/27 Das ist alles.Das sie in en Gewerkschaften, besoners unter den Frauen, sehr Tätig war, düfte Dir besser bekannt sein wie mir.Auch in der Partei war sie sehr aktiv, besonders in der Zeit der Parteispaltung, wo sie immer kone quent-- wenn auch nicht immer taktisch klug-- den Standpunkt der MSP vertreten hat und dabei mit den Gen. Simon, Süssheim und Schneppenhorst manchen Strauss ausgefochten hat. Dass sie auch mit Dr.Braun wegen der Tagespost öfter Auseinandersetzungen hatte, dürfte Dir bekannt sein. Sie war auch einigemal zu deutschen Parteitagen als Delegierte abgeordnet, doch kann ich die einzelnen Parteitage nicht mehr genau angeben. Nur einen Magdeburger Parteitag weiss ich noch bestimmt, da ich davon ein Gruppen bild der Nbg. Fürther Delegation habe.Sie war auch einige Jahre Mitglied der Kontrollkommission beim Parteivorstand. -19J. 292 te A Das ist alles was ich Dir mitteilen kann. Bei der Durchsicht des alten Handbuches habe ich wieder feststellen müssen, wie gering die Zahl der heute noch lebenden Mitglieder geworden ist, die 1994= 1914 dort ver zeichnet sind. Von den 88 eingetragenen Mitglieder dürften so weit mir bekannt ist, kaum noch ein gutes Dutzend in Nürnberg leben. Jch selbst bin gegenwärtig auch Patient.Durch einen kalten Trunk in den heissen Tagen habe ich derartig schwere Magen und Darmkrämpfe bekommen, das es kaum noch zum Aushalten war. Es geht zwar wieder etwas besser, heute bin ich zum ersten Male wieder aufgestanden. Mit den besten Grüssen von Haus zu Haus dous answ 291 taiod 9 - tetre doat Dein facgass Ieb nexed Ed UCM 96 d mqqums novab doth ab, Jamitasd doon nor aeiow gedistas? eninis dous Is 12.sded noite fed 19 ISW .bostaiovistic mied notaiono ish betnji sidst DER BÜRGERMEISTER DER STADT NÜRNBERG Frau Marie Juchacz, Düsseldorf- Oberkassel San Remostr.3 Nürnberg, den 14. Juli 1952 Liebe Genossin Juchacz! Auf Grund Ihres Schreibens vom 3.7. habe ich mich mit dem Nürnberger Einwohneramt in Verbindung gesetzt. Leider konnte ich dort die gewünschte Auskunft nicht erhalten, nachdem das Einwohneramt lediglich eine Kartei, die im Jahre 1929/30 angelegt wurde, besitzt. Das Nürnberger Standesamt hat jedoch von der Staatsanwaltschaft seinerzeit eine Mitteilung erhalten, wonach die ledige ArbeiterSekretärin Helene Grünberg, 54 Jahre 9 Tage, wohnhaft Nürnberg, Rieterstr.2, geb.zu Berlin, im Anwesen Nürnberg, Rieterstr.2 am 7.7.1928 verstorben ist. Ich freue mich, Ihnen die gewünschte Auskunft geben zu können und verbleibe Ihr mit herzlichen Grüßen Ropmen 1928 54 1874 Nürnberg 3.1.52 Lide Knonin Fuchac bith verzeihen Sie die Bleistischrift, aber ich schreibe in Bürger Garten und raît du soir consule médé siécem Idem werden Ihnen nur heute sehr gefunden der ist bei den fermann schweider nau. Es ist zu der mit b. Sammlung das wurde für Ihrer interes sehr schleine Grünten beschäftig. Es kommt sich die Fr. V. beviell der Interverschriften, noch in einem In Ansehung der Käze ein Eigenthümer. Gen hinrich v. die von reine schönern Krankler. Es ist u. gilt ein Eile, daran Ihnen in ob. sind zu heißen. Ich war in der Arbeitszeiten aus. konnte an den Fördern begründet. An Wochen! Bonner den Berichte der Tranc bien a été bien Do M. A. l’Eine des Bàs, mais le gave venigté. Inde a nò si, si lo bé. Jmhuy... chier cheval(como septembre de l’année de même d’autres nach zu geben werden. Ein Minderjährigkeit einzutreten nòndé e.s.d. a.m. f.o.t. nòd. nicht für annehmen, daß er ein om han könte. SÜd mød nìr schulle gens m. dìr., wan ist... Nuestra vuestro a la vida. wurde geschlagen werden können. Nicht heißen. Güter wurde ich nicht Zürchern wird erforderlich. . Ein Schreiben Liebe Scurssin Fuchars wie ich eben von einer kleinen Reise zurückkomme sitzt meine liebe Freundin Frida Wiener in unserer Laube fleißig beim Briefeschreiben. da darf ich gleich ein wenig an. schließen und Ihnen, liebe Genossin Zachari, für Ihn heiße danken Ich freute mich ehelich darüber, daß sie meiner gedachten. Und ganz besonders erfreulich finde ich den Entsuche nicht ein immer gut wohl. auch und spannkräftig sind. Meine besten Wünsche weiterhin und herzlichste Grüße, auch von Ruth in Steine Drøijer . Grunben бежд Nürnberg, den 15. August 1952. Frau Marie Juchacz, Düsseldorf- Oberkassel, o San Remostrasse 3. Sehr geehrte Genossin J u chacz! Ihren Brief habe ich erhalten. Bis zum 31. Juli hatte ich mit der Bearbeitung von Einkommensteuersachen zu tun, habe vom Arbeiter sekretariat her immer noch alte Kundschaft, der ich an die Hand gehen muss. Ich habe aber während der ganzen Zeit an der Beschaffung der Unterlagen für Ihre Sache gearbeitet. 上 Inzwischen hat mich auch Frl. Wiemer- Bambergbesucht, sie hat in den Nürn berger Archiven nach Material gesucht und auch vieles gefunden, das sie Ihnen selbst zugehen lässt. Das von mir stammende Material fand ich in einem, von dem Redakteur Georg Gärtner verfassten Buch: Die Nürnberger Arbeiterbewegung" 1868-1908, in den Jahresberichten des Arbeitersekreätariats Nürnberg und aus eigenen Erinnerungen. Es ist in den Beilagen enthalten. Bei der seinerzeitigen Bewerbung um die Nürnberger Stelle hat Koll. Grünberg auch einen Lebenslauf mit vorgelegt, der zum Personalakt genommen wurde. Am 9. März 1933 zerstörten aber wilde Nazihorden das gesammte Arbeitersekretariat. Alle Möbel, die ganze Bibliothek, alle Akten usw. wurden mit den gesamten Bureaueinrichtungen zu den Fenstern hinausgeworfen, im Hofe angezündet und verbrannt. Der Eintritt der Koll. Grünberg bei uns erfolgte am 1. Juli 1905. Ich selbst habe die Correspondenz wegen ihrer Anstellung mit ihr gefürht. Sie war gelernte Schneiderin und in dem Mode geschäft Gerson in Berlin h beschäftigt. Für den Scñeider- und Schneiderinnenverband hat sie schon in den Jahren vor ihrem Eintritt bei uns vile Versammlungen abgehalten. War auch im Jahre 1905 wochenlang auf Agitationstouren in Mitteldeuscht= land in den Orten der Konfektionsindustrie. Ich musste damals einige Briefe nach Herford laufen lassen. Sie hat dann bei uns und mit uns gearbeitet bis 1924, also ca. 20 Jahre. Im Jahre 1923 und 1924 zeigte sich allgemein, dass ihre geistigen Kräfte stark nachgelassen haben. Es wurde ihr nahegeelgt in den Ruhestand zu treten. Wir, die Kollegen hatten zuerst gegen die Versetzung in den Ruhestand Bedenken. Koll. Grünberg sah aber selbst ein, dass sie geistig nicht mehr auf der Höhe ist und nachdem die in Aussicht stehenden Ruhestandsbezüge ihren künftigen Lebensunterhalt reichlich deckten, erhoben wir keine weiteren Einwendungen. Koll. Grünberg bekam von der Angestell tenversicherung das gesetzliche Ruhegeld, om Bayerischen Versorgungsverband, bei dem alle Angestellten des Arbeitersekretariats versichert waren,( volle Beamtenpension). Diese wurde zu 9/10 vom Bayer. Versrogungs ren, ela Verband geleistet und zu 1/10 als Anteil des Arbeitgebers. Wenn ich mich noch recht entsinne hat sie auch eine kleine Anterstützung von der unterstptzungsvereinigung Berln( Robert Schmidt und Marg. Bilipp) erhalten. Am 7. 7. 1928 traf uns die Nachricht, dass sich die Koll. Gronberg aus dem 5. Stock ihres Wohnhauses in den Hof hinabgestürzt hat und tot liegen blieb. Einige Wochen nach Ihrem Tode kam ein in Berlin lebender Bruder nach Nürnberg um sich wegen der Todesursache zu erkundigen. In der Berliner Familie regten sich Besorgnisse, dass etwaige Nahrungssorgen die Ursache des Freitades waren. Diese Bdenken konnten wir durch die Tatsachen zerstreuen, umo leichter als Koll. Grünberg ihre Einnahmen ihren Berliner Amgehörigen schon früher mitgeteilt hatte. Die Ruhestandsbezüge betrugen, wenn ich mich noch recht entsinne nahe an# 1% 300 Mk oder etwas über 300 Mk. dIA Von unsrem früheren Oberbürgermeister Genossen Martin Tre u lege ich Ihnen einen Brief beд, den er an mich gerichtet hat, auf eine Anfrage von mir, welche persönlichen Angaben in den Jahrbüchern des Vereins Arbeiterpresse bei der Kol. Grünberg gemacht wurden. Ich war in Nürnberg Obmann des Vereins Arbeiterprease und der Unterstützungsvereinigung, meine Jahrbücher sind aber bei den Angriffen der SA am 9. März 33 mit vernichet worden. Ich glauben dass es Ihnen möglich sein wird, aus den beiderseitigen Mitteilungen das benötigte Material zu finden. afemab term dol Mit Parteigruss Henn ad Sohneider, ант 65. Kobergerstrasse reb потто den Idi ob Jexors 02 rede das 30 さす bisdrey 0918W Aus Fränkischer Tagespost 11.7.28 Helne Grünbergs Heimgang. Orgeltöne verklingen leise, fliessen ber den Sarg mit der weissen Hülle unter der ruht, was sterblich an Helene Grunberg war. Im Lorbeerhain, der rings die Gruft umsteht, spielt die Sonne, grüsst noch einmal die so jäh aus dem Leben Geschiedene, die an Grillenbergers Grab vorbei, sobald den letzten Weg gehen musste. Schweigen herrscht in grossen Raum als Genosse Schmidt der Geschiedenen die Abschiedsworte spricht." Sie die ein Menschenalter für die Enterbten gekämpft hat, ist Zusammengebrochen unter der Last. Langsam hat so die Flamme aufgezehrt, die meiste lodernd brannte, die in tausend Herzen neue Flamme entfachte." Heane Grünberg hat fr die Sache der Arbeiterschaft gekämpft, als Schneiderin hat sie ihre Berufskolleginnen aufgerüttelt, hat sie mitgerissen zum Kampf ums Le ensrecht. Als Arbeiterse kratärin, als Parteigenossin hat sie gearbeitet und gewirkt und in tausenden Versammlungen Anhänger für die Partei und für die Gewerkschaftsbewegung geworben. Und überall war Helene Grünberg, wo es galt, fr Entrechtete zu kämpfen. Sie war es, die sich der Hausangestellten annahm, sie war es, die die Dienstmädchen zuerst organisierte. Helene Grünberg schaffte unermüdlich bis ein Nervenleiden sie zwang, die Arbeit für die Bewegung auf zugeben. Nach derguaufopfernden Tätigkeit hätten iht alle, die sie kannten, einen langen, sonnigen Lebensabend gegönnt. Es sollte nicht sein. Helne Grünberg hat den Tod gesucht und die Tragik in ihrem Leben ist es, die uns erschüttert. Wir alle aber, die am Grabe stehen und die Nürnberger Arbeiterschaft, danken der Toten für die lebendige Arbeit, die weiter wirkt, auch wenn der Körper von der Flamme verzehrt wird. Dann sprach genosse Zwosta als Kollege der Verstorbenen und als Vorsitzender des ADGB. Die Tote hat für die Gewerkschft ihre Kraft eingesetzt, bis sie auf ein ärztliches Gutachten hin, ihre Arbeit aufgeben musste. Dann lebte sie sorgenfreie Tage, die nur getrübt warebn durch ihr Leiden. Die Gewerkschaftsbewegung verliert in Helene Grünberg eine tüchtige Mitarbeiterin, eine treue Vorkämpferin für die Sache der Arbeiterbewegubg. Für den Verband der Bekleidungsarbeiter widmete Genosse Pfeiffer der Verschiedenen die Abschiedsworte. Er hob hervor, welche Verdienste die Verstorbene um ihre Berufsorganisation erworben hat. Der Verband der Bef kleidungsarbeiter bewahrt ihr ein dauerndes Gedenken, weil Helene Grünberg durch ihre Arbeit in der Orgai/ sation fortlebt. Die Genossin Schwarm entbot der Toten im Namen der Sozialdemokratisthen Partei die letzten Grüsse. Was Helne Grünberg für die Frauenbewegung getah hat, werden b.w. ihr die Frauen danken für deren Aufklärung und Erweckung die Tote gewirkt hat. Zum Schlusse legten noch die Hausangestellten, um die sich Helen Grünberg besonders angenommen hat und die Sänger des Volkschor Nürnberg durch den Genossen Miller Kränze nieder. Unter Orgelklängen sank in die Tiefe, was sterblich war, an Helne Grünberg. Fränk. Tagespost Montag, 9. Juli 1928 Grosse Trauer ist in der Nürnberger Gewerkschaftsbewegung und Nürnberger Uartei/ eingezogen. Eines ihrer treuesten und tüchtigsten Mitglieder ist nicht mehr. Helene Grünberg ist am letzten Samsatag durch ein tragisches Schicksal aus dem Leben geschieden. In einem Anfall geistiger Depression suchte sie den Freitod. Mit iht verliert die Nürnberger MagMgMM Arbeiterbewegung insbesondere die Frauenbewegung eine einst hochgeschätzte Kraft. In Berlin 1896 im Alter von 22 Jahren in die Bewegung eingetreten und hauptsächlich für die Interessen ihres Berufsverbandes, des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen arbeitend, später fr die Frauenbewegung im allgemeinen, wurde sie im Jahre 1905 unter vielen anderen Bewerberinnen als Arbeiter sekratärin nach Nürnberg berufen, um den Nürnberger Frauen und Art beiterinnen eine Führerin zu sein. Durch rastlose Tätigkeit und unermüdlichen Eifer ist es ihr gelungen, in kurzer Zeit Frauen und Mädchen um sich zu sammeln, darunter viele die vielleicht sonst nicht in die freie Arbeiterbewegung gekommen wären. Als ihr ureigenstes Werk darf wohl die Gründung der Hausangestelltenorganisation bezeichnet werden. Trotz aller Rückschläge, die beu Organosationsgründungen unvermeidlich sind und bei der Hausangestellren- Bewegung in weit stärkerem Masse in Erscheinung traten, hat sie nie den Mut verloren. Sie hat das schwer zu bearbeitende und wenig Erfolg versprechende Gebiet mit einer Liebe und Hingebung bearbeitet, die bewundern swert war. Helne Grünberg hat erreicht, dass der Nürnberger HausangestelltenVerein lange Zeit der stärkste Verein im ganzen Reich war. // Den Frauen und Mädchen war sie in zahllosen Fällen helfender Berater, viele Frauenschicksale wurden ihr offenbart, sie hat immer Mittel und Wege gefunden ihnen hilfreich zur Seite zu stehen." ein Neben der gewerkschaftlichen Bewegung war sie auch in der politischen Bewegung tätig, sie hat tausende von Versammlungen abgehalten, und wenn der Teilnehmerkreis noch so klein war, h hat sie versucht Anhänger zu gewinnen. Den Parteitagen gehörte sie ständig als Delegierte an und u.a. war sie auch mehrere Jahre Mitglied der Kontrollkommission und auch Mitglied der Nationalversammlung. Vor etwa 5 Jahren liess die Spannkraft der Nerven so merkich nach, dass ihre Arbeitskraft stark beeinträchtigt wurde. Die anfängliche Annahme, dass es sich nur um eine Ermüdung der Nerven handle, bestätigte sich leider nicht, es lag ein ernsteres Leiden vor, das ihre Versetzung in den Ruhestand im Jahre 1924 nach 20 jähriger Tätigkeit im Arbeitersekretariat geboten erscheinen liess. In den letzten Jahren gingen die nervösen Störungen teilweise zurück, teilweise traten sie wieder stärker auf. Das Leiden hat. Ihrem Leben im Alter von 54 Jahren ein Ziel gesetzt. In der Geschtthteder Arbeiterbewegung im besonderen der Nürnberger Arbeiterbewegung wird der Name Grünberg mit eheren Lettern verzeichnet sein. Sie war eine der energischsten und unerschrockensten Führerinnen der Frauen, und wo galt zu kämpfen, da stand Helene Grünberg in vorderster • b.w. Front. Viel zu früh hat das Schicksal diesem für ihre Klassengenossen heiss schlagende Herz ein Ziel gesetzt. " 1 Mit der Nürnberger Arbeiterschaft trauern die Gewerkschaften und Partei Deutschland um die tote Kämpferin. . Gertrud Hanna( Anna Nemitz) SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS DER PARTEIVORSTAND Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remostr. 3 25.2.53 Go/ Ka BONN, FRIEDRICH- EBERT- ALLEE 170 Fernsprecher 37654-59 Fernschreiber- Nr. 089 890 Telegr.- Adr. Sopade Bonn Meine liebe Marie! Die Genossin Biener brachte mir folgende Auskunft über Gertrud Hanna mit: " Gertrud Hanna wohnte mit ihrer Schwester Antonie Hanna zuletzt in Berlin- Haselhorst, Lüdenscheider Weg 6 c. Am 26.2.44 hat sie sich dort mit ihrer Schwester mit Gas vergiftet. Sie wurden auf dem Spandauer Friedhof in den Kisseln am lo.3.44 beigesetzt. Die Grablage ist Feld 133, Grab 342/343. Die Genossin Gertrud Hanna hat zuletzt in der NSV arbeiten müssen." Es stimmt also doch, dass sie sich das Leben genommen hat! Mit sehr herzlichen Grüssen Veine Huida ( Herta Gotthelf) Postscheckkonto: 113684 Köln, Erich Ollenhauer und Alfred Nau- Rhein- Ruhr- Bank, Filiale Bonn, 4524 Erich Ollenhauer Pferd nr. 5.1957 recht. Habe mir unbedingten Gründen. Nicht werden kann, wenn er sich nicht wurde ich mich nicht einzutreten. wird, daß derselbe ein Schreiben eines Nuestra vuestro a la vivre, sollen wolle. ¿Qué cómo? nicht zu wollen. einer Anlage betreffenden wurde, daß sie in dieser Begründung eines Vorsteher: Meinungsbeschlusses. Nuestra vuestro a la vida. einen August brachte einen Aber Nachfolg von der Städer der Verso wird er nicht günstig. tigen sich der alten Gemeinschaft und Genossen. Man da an- nicht aufgehoben werden können. Nuestra vuestro de la vida. Nicht werden können, wenn er nicht eine so wird auch ein Schreiben vom 30. d. Mts. um wurde, daß sie auch ein gewisser Begehren Nach dem Schuldner zurückgestellt werden können. nicht geworden werden kann. Nach dem Schuldner ein Schreiben des Schuldners. wird, daß derselbe auch eine solche Vorschrift Mit ¿Qué cómo? Vorsteher: Meinungsgesetze AUGUST ENDERLE Chefredakteur KÖLN- LINDENTHAL, den 12.2.52 Kerpener Straße 3 11. Fernsprecher 57405 E/ R1 . Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San- Remo- Str. 3 Liebe Genossin Juchacz, Ihren Brief an meine Frau habe ich geöffnet, weil meine Frau seit dem 1.4. vorigen Jahres nicht mehr in der Redaktion der" Welt der Arbeit", sondern freie Schriftstellrin ist. Ich kann am besten auf Ihre Bitte sofort antworten. Wir haben zu Hause von der früheren Gewerkschaftsliteratur fast nichts über die Nazizeit hinweggerettet. Wir haben also auch keine Protokolle von der Generalkommission. Ich habe hier in der Bibliothek des Bundverlages nachgesehen, aber auch hier ist etwas derartiges überhaupt nicht vorhanden. Einen guten Rat kann ich Ihnen aber geben: Meines Wissens ist der einzige Überlebende aus der Zeit der Generalkommission der Kollege Franz Spliedt in Hamburg. Ich weis seine Privatanschrift nicht, aber er ist unter der Anschrift Gewerkschaftshaus Hamburg, Besenbinderhof 57, zu erreichen. Es ist möglich, dass Franz Spliedt noch Material aus dieser Zeit besitzt. Als anderer Kollege wäre dafür noch Richard Seidel in Frage gekommen. Er hatte auch ziemlich viel Literatur aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Genosse Seidel ist aber vor kurzem gestorben und ich weiss nicht, ob jemand da ist, der über seine reichhaltige Bibliothek verfügt bzw. darüber Auskunft geben kann. Es kommt also, wie gesagt, nur Franz Spliedt infrage. In Berlin lebt auch noch der Kollege Ludwig Diederich, der Sohn des Genossen Diederich, der die Marx- und Lassallebreviere und das bekannte Buch über die Arbeiterdichtung" Von unten auf" zusammengestellt hat. Ludwig Diederich hat auch noch eine ziemlich reichhaltige Bibliothek aus vergangener Zeit. Vielleicht kann er Ihnen helfen. Seine Anschrift ist: Berlin- Dahlem, Lentzeallee 7-9. Über die Bibliothek des DGB- Bundesvorstandes, Düsseldorf, Stromstr. 8, bin ich im einzelnen nicht informiert. Vielleicht können Sie docht auch noch anfragen, eb dort noch Material aus der früheren Zeit bzw. Protokolle von der GK vorhanden sind. An Franz Spliedt und an Ludwig Diederich geschrieben am 16.6. 52 M.T Ich hoffe, dass Ihnen meine Angaben irgendwie helfen können. Meine Frau und ich können beim besten Willen nicht mehr Angaben machen. Die" Welt der Arbeit" haben wir bestellt. Sie werden sie sicher jetzt laufend zugestellt erhalten. Mit besten Grüssen Ihr Aquest 3.7.54 Liebe Marie Juchair. Ich habe mich bemüht über Gertrud Hanna Einzelheiten an erfahren. Bundesst bin ich noch nicht weib gekommen, weil die Gen- vil es am besten wußte heute bei der SEF ist u. mit uns keinen Kontakt wünscht. Ich muß nun weiter suchen. Es ist uns schwer, weil viele nicht mehr da sind. Soviel ich weiß, ist Gertrud bei den Selbstmors der Schwestern uns umge- kommen. Sie hat schon damals sehr zu reiskgezogen gelebt und ist über die Ent- wicklung ab 1933 mit Minweggekommen. Sie kann, so welt ich weiß mit keinem von uns mehr zusammen u. ging auch allen aus dem Wege, wenn man sich anfällt g traf. Ich versuche nun mit Anna Bormann heran- zu kommen. Sie könnte noch etwas wissen. Minna Pödenhagen hatte noch immer Kantakt. Ihre Witten wissen aber nichts. Genossen Schnütz ist leider auch föh. Sie war mit Gertrud auch oft zusammen. Ich versuche weiter. Grüße, auch von meiner Schwester Herliche beine Elth Kay ZU Viel Gutes fuer die weitere Arbeit in alter geteer Gesinnung eines 11/22/52 1556 East 65th Street. Chicsgo 37 111. Liebe Marie: Sehr herzlichen Dank für Deine Briefe und für die Druc sachen, die mich sehr interessieren, und die mir so viel besser manches erklaerenals die Mitteilungen der USA Presse. Ich freue mich, dass Di etwas über Gertrud Hanna schreiben willst, ich denke so oft an Sie u thre so weitschauende Einstellung zu sehr vielen Fragen/ auch solchen die nicht zu ihrem unmittelbaren Wirkungsfeld gehörten. Sie hatte so viel Verständnis fur die gefühlsmässigen und geistigen Probleme des arbeitenden Menschen, und sie war sich sehr darueber klar, dass viele Frauen in der Bürgerlichen Frauenbewegung, diesen Probleme genüber versagten, weil sie nur in wenigen Faellen sich darueber waren, was das" Mitverdienen" im Arbeiterhaushalt bedeutete, und war Widerstände die Ehefrauen im eignen Hause an Vorurteilen und falsch Vorstellungen zu überwinden hatten. Hertrud Hanna war darum immer/ n bemüht in Gesetzgebung und Verwaltung die Fragen zur Geltung zu bri gen, die mabh mehr als einer formalen Lösung riefen. Ich habe mit Dr Haase telefoniert und ihn gefragt, ob es sich noch an irgend welche Zusammenarbeit von ertrud mit seinem Vater erinnnert, aber er hat keinerlei Aufzeichnugen oder Briefe, die da etwas fuer Dich bringen on ten. Ich weiss nicht ob Oscar Weigert noch etwas beizutragen hat, erkannte Gertrud duch ihre Arbeit in der Reichsarbeitsverwaltung und mit dem Arbeits ministerium, er ist in Washington, soll ich an ihn schreiben? Viels hat gewiss Franz Spliedt zu bieten, der so viel ich weiss, in Hamburg- Bramfeld, am Stüben 80 wohnt, er war wohl einer der engsten igeer Mitarbeiter bis 1933.Dorothea Hirsch feld kam ausser beruflich oft mit Hanna zusammen, sie wohnten beide in Tempelho Dorothea mag über die letzten Zeiten von Hanna manches wissen, ih Adress Berlin Tempelhof, Gontermann Strasse 38 II.Dorothea schrieb mir vor dem Age, dass sie mit Hanna zusammengewesen war, ich weiss aber nicht mehr welches bar es war. Ich erinnere mich deutlich, dassGertrud sehr enttauscht war über Leiphapot und den ganzen Kreis und das mag dazu beigetragen haben, dass sie die Last nicht weiter tragen wollte, sie wah zu tief getroffen von dem was sich in Preussen abspielte, Es gab nach dem, was sie sehr bald nach meiner Ankunft hier schrieb, keinem z Entschuldigung und keine Begründung fuer das Verhalten von Seveting, Braun und einigen andern, sie war erst geneingt zu glauben, dass Heilmann einen ungunggen Einfluss gehabt hatte, spaeter war sie anderer Auffassung, sie war über sein Schick sal sehr ungluecklich. Frau Heilmann mag auch noch einiges wissen, was Dich interessieren könnte. Die Gleichheit habe ich mit sehr viel innerer Anteilдhme gelesen und Du wirst es mir gewiss nicht als Kritik auslegen, wenn ich sage, dass ich über den Unterschied. ifsuden dem Material was jetzt gebracht wird und dem was in in " rinnerung" hatte. Es mag natuerlich sein, dass ich heute sehr viels ganz argiera von hier aus beurteile. Ich glaube aber, dass die heutigen Verhaeltnisse in" und in Europa so schwierig sind, dass es heute mehr denn je notwendig erscheint, faktsches Material klar herauszuarbeiten und niht mit Schlagworten Lösungen in über veneinfachter Form aus taktischen Gründen in den Vordergrung zu stellen. Die Moeglichkeiten gemischtwirtschaftlicher Betriebe, die Schwierigkeiten der N ona erung, die bestrebungen des Schumanplans bedürfen der Kla erung und die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine Mitgliedschaft, die kein geistiges Rüstzeug hat, um die grundsaetzlichen Fragen zu verstehen, wird viel leichter weder einer einseitigen Prop a ganda zugänglich sein.- Der Artikel über SozialStatistik von Susanne Suhr ist knapp eine Einleitung zu dem was erklaert werden könnte.- Artikel über das russische und das USA Schulwesen waeren sehr nuetzlich, aber sie sollten herausarbeiten, dass der Unterschied vor allem darin liegt, dass die Sch le in America der Voraussetzung der Demokratie ist, und dass in D die wirkliche Freigabe der Erziehung- nicht Halbheiten- die Vorherrschaft der sogenannten gebildeten Oberschicht überwinden wird, und diese Oberschic hat die Demokratie im eigentlichen Sinne seit den Freiheitskriegen/ ht verhindert und sich immer zum Helfer der jeweiligen herrschenden Schic bereit gefunden. Ich würde etwas fuer die Gleichheit schreiben wollent aber ich weiss wohl zu wenig über die herrschend Mentalitest. Die der Lehrlinge ist auch überreif, sie sollte grundsaetzlich den heutigen Bedürfnissen der Produktion angepasst werden.die rziehungswerte sind recht fraglich und es wäre viel gestinder, wenn die Erziehung in einer ausgedehnten Schulpflicht von der Schule übernommen werden würde, wo si hingehört. Lehrlingsstellen für den aussterbenden Beruf der Hausangeste ten ist m.E ganz unwirtschaftlich und ein Unding, so lange man kein 11Moeglichkeit hatdie Fachigkeiten der Haasfrauen als Meisterinnen zu regeln, Man würde die Maedchen fuer einen Beruf von Vorgest a b c d e f g h ge se ne na str• վտ FE SO Wir brauchen überall fähige Kaefte fuer Hausarbeit usw. Aber diese Aus bildung gehört auch in die Schule und zwar in die Technische Höhere Sc ule fuer Mädchen. Else Reventlow war hier sie hat bei mir gelebt. es wa mir, eine wirkliche Freude, sie zu haben. Sie ist sehr fähig, scheint eine schone Wirksamkeit am Rundfunk in Munchen zu haben. Von dem Leben in US kann sie natuerlich kein ganz realistisches Bild bekommen, weil sie seh gut versorgt wird, alle Beziehungen stehen offen, alle Erleichterungentr werden geboten und auch erwartet; sie weiss nicht, wie der arbeitende Me hier existiert und sie und viele andere mit ihr bekommen den Kindrunke dass sie eigentlich den Amerikanern einen grossen Gefallen tun, und das die hiesigen Stellen, die damit betraut sind fuer sie alle Sachen zar rangieren gefaelligst prompt und ordnung sg emaess zu liefern haben, war in meinen Sugen manches Mal etwas komisch zu beobachten, wie der petit beim Essen wuchs. aber diese Fahrten werden wohl nicht mehr so kostspielig fuer den hiesigen Steuerzahler weiter geführt werden, denn es hat schon viel Kritik erregt. Im übrigen glaube ich, dass einzelne s cher von den Reisen wertvolle Eindrücke mit nach Hause nehmen werden, a aber was Du teglich in NY erlebt hast oder was ich hier in der Arbeit IN HILL N91 CI MIVIS DITOS DONET ONH PASSZER GT Mrs ME arker CHICAS 630 PM NOV 23 AIR MAILS Chicago 37 Illinois USA 1556 East 65th Street952 AIR LETTER U.S.POSTAGE VIA AIR MAIL Mrs Marie Juahacz San Remostrasse 3 Düsseldorf- Oberkassel Germany Western Zone que persigsa SISTIVES U NO TAPE OR STICKER MAY BE ATTACHED MESSAGE MUST APPEAR ON INNER SIDE ONLY IF ANYTHING IS ENCLOSED, THIS LETTER WILL BE SENT BY ORDINARY MAIL хоси 493 ROATTO SUOSITUO DITHOT SALZUS 03 PAR AVION NOUGH T6T SECOND FOLD erlebe, steht auf einem ganz andern Blatt, und Du solltest wirklich De eignen Gedanken ueber die Verschiedenheiten und die Moeglichkeiten def Annährung zum Ausdruck bringen, ich will Dir gern Materiál senden, wenn Du das willst, denn Du kannst es ganz anders auswerten, weil u mehr vol dem lltag und weniger von Bureaus und Hotels weisst.Die Broschüre/ n des Parteivorstandes über den Demokratischen Frauenbund saehe ici ger ergänzt durch eine Broschürein der sich die Heldin nicht wieder unte dem Druck einer neuen Diktatur gleichschaltet, sondern wo sie um d Zukunft ihrer Kinder willen und aus Selbstachtung eine Resistancem ment schafft, es ist kein Zufall, dass es über/ all eine Resistance Bewe gung gege ben hat, in D höchstens eine unklare Untergrundbewegung.Man sollte MartyrGeschichten erfinden, obwohl es wohl auch wirkliche als Ausnahme gibt, damit die Menschen stolz sein können auf ihre Helden u. nicht Thraenen der Rührung weinen über ihre eigne schicksalergebene Untertanenhaltung. Aber wer weiss, ob der PV solche eister rufen will Adie eignes Urteileigne Verantwortung als Ideal fuer ihre Kinder erPo pa se ne pa SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS DER PARTEIVORSTAND Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remostr. 3 BONN, 8. Juli 1952 FRIEDRICH- EBERT- ALLEE 170 Go/ Bn. Fernsprecher 37654-59 Fernschreiber- Nr. 089890 Telegr.- Adr. Sopade Bonn Meine liebe Marie! Anbei die Karte von Ella Kay zurück. Selbstverständlich stimmt es nicht, dass Gertrud Hanna zusammen mit ihrer Schwester ums Leben gekommen ist. Ich selber war sogar noch nach diesem Todesfall mit ihr zusammen. Ich weiss auch, dass sie sich mühsam mit Nähen und Flicken durchgeschlagen hat, und ich meine, Anna Nemitz muss vielleicht auch etwas über sie wissen. Ich weiss nicht genau, in welcher Gegend Gertrud zum Schluss gewohnt hat, dann könnte man dort versuchen, bei den Genossen, die noch da wohnen, feststellen zu lassen, was sie wissen. Auf alle Fälle will ich einmal an Lotte Biener schreiben. Deine Bücherwünsche will ich an den Genossen Rothe weitergeben, der in Berlin gewesen ist und erst heute zurückkam. Darum blieb sicher einiges unerledigt. Was die Handbücher anbetrifft, so können die Ausschnitte bei uns erst in meinen Ferien gemacht werden, da bis dahin unser ganzes Büro alle Hände voll zu tun hat. Allerdings musst Du dann bis Mitte nächster Woche warten. Dann kannst Du es aber gern haben. Mit sehr herzlichen Grüssen und guten Wünschen Deine Herda ( Herta Gotthelf) Postscheckkonto: 113684 Köln, Erich Ollenhauer und Alfred Nau Rhein- Ruhr- Bank, Filiale Bonn, 4524 Erich Ollenhauer Dieses Sekretariat und Anna Nemitz um weitere Auskunft gebeten. z.Beispiel Jahr des Todes. S FRAKTION DES ABGEORDNETENHAUSES SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI BERLIN BERLIN SCHONEBERG, RUDOLPH WILDE- PLATZ, RATHAUS SCHONEBERG SEKRETARIAT: ZIMMER 234 TELEFON 71 02 61, APPARAT 686, 687, 688 Frau Marie J u chacz Düsseldorf- Oberkassel San Remostr. 3 Ihre Zeichen Betreff Ihre Nachricht vom Unsere Zeichen den 15.8.1952 Schl/ Sch Liebe Genossin Juchacz! Genosse Neumann weilt im Augenblick zu einer Kur und hat uns Ihren Brief zur Erledigung übergeben. Wir haben uns um eine Klärung in der Angelegenheit der Genossin Gertrud Hanna bemüht und konnten leider nichts anderes feststellen, als daß uns von allen Seiten versichert wurde, daß die Genossin Hanna in den Freitod gegangen ist. Wir haben bei verschiedenen älteren Parteigenossinen und Genossen nachgefragt. Eine Anfrage bei dem Standesamt können wir nur vornehmen, wenn wir die letzte Wohnadresse wissen, die uns leider niemand mitteilen konnte. Bei dem Einwohnermeldeamt nachzufragen hat keinen Zweck, da nach der Spaltung unserer Stadt, Westberlin nur die Meldungen sämtlicher in Westberlin lebender Personen hat. Von einigen Genossen steht uns der Bescheid noch aus. Nach der Vielzahl der Umfragen die wir gehalten haben, glauben wir aber nicht, daß wir positive Daten angeben können. Mit Parteigruß! Sozialdemokratische Partei Deutschlands Landesverband Berlin Fraktion des Abgeordnetenhauses .nejedes JuxeA red how mu stime anА bu talasasid 220AA 230 HOITHAT 89bol asb is felgaled.s aebot zeb 20 2010 OOOZ 20AHTAR TA19-30IW HAJOGU% Иняза X32 Gentaid Нах villeog • Hetta Ella K a y Frau Berlin- Britz, den 20.August 1952., Lowise- Reuter- Ring 35. Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San- Remo- Str.3. Liebe Marie Juchacz! Ich habe mir wirklich grosse Mühe gegeben, um etwas über Gertrud Hanna herauszubekommen. Meine letzte Rettung war noch Anna Bormann, die jetzt schon sehr alt ist und infolge ihrer schlimmen Augen kaum noch schreiben kann. Sie hat mir den anliegenden Brief gesandt, aus dem Du selbst entnehmen kannst, wie grosse Mühe sie sich geben musste. Ich will gern weiterforschen und Dir Nachricht geben, wenn mir etwas über den Weg läuft% 3B aber Du siehst, dass es ausserordentlic schwer ist, weil ja inzwischen aus der Umgebung von Gertrud Hanna alles verstorben oder weg ist. Ich hoffe, dass es Dir recht gut geht, und dass Du die schönen Sommertage etwas geniessen kannst. Hoffentlich habe ich recht bald mal wieder Gelegenheit, in Deiner Nähe zu sein. Ich wünsche mir dann sehr eine-- wenn auch nur kurze so doch herzliche Plauderstunde. Mit herzlichen Grüssen Frau Kay konnte leider nicht mehr selbst zeichnen, da sie inzwischen in Urlaub gegangen ist. 23.8.1952 Anlage: 1 Original brief von Anna Bormann. Deine Ella Kay. Margarete Trapp Berlin- Wilmersdorf, den 29.Jan. 1953 Deidesheimerstr. 21 Telef.: 83 7991( falls mich jemand besuchen will, bitte, vorher anrufen lassen. Liebe Genossin Juchacz, auch Ch habe mich über Ihren lieben Brief vom 17.v.M. sehr gefreut. Unsere hiesige Landes- Frauensekretärin befragt jetzt viele Genossinnen aus den Bezirken, in denen nach meiner Vermutung Gertrud Hanaa ihre letzten Lebensjahre verbracht und ihr Grab gefunden haben kann. Wir wollen auch in der" Berliner Stimme" um Auskunft bitten, ich hoffe auf Erfolg und gebe eingegangene Angaben baldigst an Sie weiter. Ein junger Amerikaner war leider nicht bei mir, sein Besuch hätte mich wirklich gefreut. Allerdings ist nicht ständig jemand in meiner Wohnung meine, nur stundenweise anwesende, Wirtschafterin läßt niemand ein, den sie nicht kennt oder den ich nicht erwarte. Es hier, zudem in einer Parterre- Wohnung, größte Vorsicht nötig. Daß es Ihnen gesundheitlich gut geht, war für mich ein besonderer Grund zur Freude. Ich wünsche Ihnen und mir, daß es so bleibt. Hier haben wir zuviel Kummer mit den Flüchlingen, mein 66 Jahre alter Bruder mit seiner Frau mußten auch ihr Haus und Grundstück aufgeben. In der vergangenen Woche war ich ihnen fast täglich viele Stunden unterwegs. Der Menschheit ganzer Jammer faßte mich an, unter den vielen, vielen, stumm, still und ergeben Wartenden. Und es sind Leute aus allen Krei sen, ich sah sogar überwiegend Menschen aus den gut gebildeten Kreisen. Was soll werden, wenn Westdeutschland nicht umgehend mehr hilft? Im Polizeipräsidium Friesenstr. saßen auf den wenigen, schlechten Bän= ken meist Frauen und Kinder schlafend, doch die meisten Wartenden mußter stehen. Ich habe mich( als Bezirksverordnete) bemüht, für schnellere Abfertigung zu sorgen, leider aus Mangel an Personal und Mitteln vergeb lich. Der Abteilungsleiter sagte mir, daß er sogar im Wege Einsparung" am 1.Februar noch 20 Angestellte abgeben müße! Sofort wandte ich mich an unser Fraktionssekretariat im Schöneberger Rathaus, doch leider müßen unsere Abgeordneten, die dafür in Betracht kommen, zuviel unterwegs sein. Unsere Frauensekretärin in der Zietenstr. war sehr bemüht, Franz Neumann in der Sache zu erreichen, was geschehen ist, wußte sie vorgestern noch nicht. Doch heute Abend sind wir in der Frauenarbeitsgemenschaft zusammen, ich hoffe dann mehr zu hören. Demnächst mehr. Heute recht herzliche Grüße von Jhrer Margarete Trappe. estrud Hanna ATG-aj - Berlin-Wilmersdorf. Margarete Trapp Seidesteinerstr. 21, Den 13.12.52. Indacz Liebe Genossen über Ihr Gedenken an, und den Lebens in der Gleichheit lauf von Gertrud Hanna habe ich mich sehr gefreut, es sah bisher so aus als ob, sie und ihre Arbeit der fallen. Vergessenheit auf eine wurden. Schon im Herbst 1933 und später sich bemuhten sofie Christmann und ich ihren Aufenthalt ausfindig zu machen, leider erfolglos. Sie soll- wenn mich meine Erinnerung nicht tänntt- in der Gegend Frohnau oder Birkenwerder gewohnt haben. Ich will jetzt wieder versuchen festzustellen, ob u. gegenen ro ehemal. präche. Landtagsabgern. fallo(die nete Oesterreich oder Oesterseicher noch lebte mehr über das Schicksal von ni soll reisen. Gertrud wurde Ihnen mitgeteilt, daß Viellecht beide Schwestern im Winter. Gertruds beginne 1932/33 Selbstmord mit Gas- . versuchten. Eine von ihnen würde gerettig und- wie wir ins preuß. Landtag. hörten,- unter Anklage gestellt, weil durch das anströmende Gas eine Explorion eintrat, wodurch Mitberrohne des Hauses gefährdet oder- vielleicht auch"verletzt worden" sind. Seit jener Zeit, wurde Gertrud berondert uten. Sie verkroch net 1933 und der überlebenden Schwester unter unbe- kannter Adresse, sie soll durch diese später übersedet worden sein- wann niß ich nicht- gemeinsam aus dem Leben zu gehen. Die ehemal preuß. Landtagsabgeord. Toni Wohlgemüth - jetzt S.C.P. – schon vor 33 bei der Faktion wenig geschätzt, erzählte mir bei einer Interzonalee Arbeits- ütütztagung Februar 1948 in Berlin (damals noch ungeteilt) von Geld u. a. daß man sie nicht beron ders durch die Gertapo gegualt habe. soll, aber daß ihr Verkriesten und ihr Freitod wohl nur auf den ungenstegen Einfluss ihrer Schwester Zurückzuführen seien. Wer nicht? Louise Schröder hat,- wenn ich mich richtig erinnere- im Telegraf einmal Gertruds beronders gedacht. Ich habe sie sehr geschätzt und lieb gehabt. Sie war seit Beginn der preuß. Landtages nach dem I. Wiltkrieg Landtagsabgeordnete vieh und hat hier ausserordentlich für die arbeitenden Hensten geleistet, und durchgesetzt. Vor allem ist ihr der sehr große Aufüberung der Staatl. Arbeitsschutz in Preuhrer (44 Millionen Einwohner) in der Weinerer Zeiten zu danken. Unter vielen anderen wichtigen Singen hat, sie sich auch für meine Ein- berufung in das Preuß. Handels ministerium eingeretzt und die Schaffung einer bevond. Stelle für mit im Pleinen vertreten- und erreichte, An sich selbst legte Gertrud höchsten Majestät an er einmal saß ne- nach einer wirklich wie immer guten Rede im Wandelgang(und in der untersten Elle und schluttigte:"Ist habe dummes- Zeug geredet". Vom Gegenteil war ne mitt zu überzeugen. Doch wie gibt es Ihnen selbst liebe Genomm Instanz? Geht es Ihnen gemundheitlich zufriedenstellen, Nachdem ich am Wohnritz meines jüngsten Bruders(Baden-Baden) in die Hände eines ausgezeichneten Informisten kam, geht es mir gesundheitlich wieder- ragen wir rütig- recht zufriedenstellend unter Berücksichtigung des Alters. Wenn ich wieder einmal nach Bonn komme, werde ich versuchen, Sie wiederzusehen. Zum Weihnachtsfest und zum Jahres wechsel wunde ich Ihnen das Allerberte Herzlichst Ihr Margarete Trapp Frau Marie SPD FRAKTION DES ABGEORDNETENHAUSES SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI BERLIN BERLIN- SCHONEBERG, RUDOLPH- WILDE- PLATZ, RATHAUS SCHONEBERG SEKRETARIAT: ZIMMER 234, Telefon 71 0261, Apparat 686,687,688 Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remo Strasse 3 Ihre Zeichen Ihre Nachricht vom Unsere Zeichen den 20.8.1952 Schl/ H 1.10.1952 Betreff Liebe Genossin Juchacz! Wir haben nochmals mit dem Genossen Hübner gesprochen. Genosse Hübner war bei der Beerdigung der Genossin Hanna selbst zugegen und bestätigte uns, dass sie mit ihrer Schwester in den Freidtod gegangen war. Leider kann er sich auf das genaue Jahr nicht mehr besinnen. Von der Genossin Nemitz war nichts mehr zu erfahren. Haselhorst liegt im Westsektor. Die Einwohnerkartei wurde aber im Polizeipräsidium am Alexander- Platz geführt, sodass nichts zu ermitteln ist. Es tut uns leid, dass wir so unvollständige Angaben machen müssen. Mit herzlichen Grüssen! Sozialdemokratische Partei Deutschlands Landesverband Dolla Fraktion des Abgeordnetenhauses wenn man eine Berlin Köpenik d. 9.5.52 Meine liebe gute Marie. Herzl. Dank für den lieben Brief Ich hatte den festen Willen Dich in Deiner Arben Ein unterstützen. Vor 14 Tagen war der Brief an gefangen, aber e. genartige Verhältnisse hinter den den Brief fertig zu schreiben. Ich hatte viel Aufregung, als ähnlich wie nach 1933. aber darin bei ein andermal! Jetzt habe ich mich ein bischen Gesammet und nun geht es wieder mit guten Mut an der t. best: Das ist die Eu flückt um das bisschen Leben noch Le lebenswert zu machen.(Auskunft über Gertrud Hanno! Genosse Neumann ist schon einige Wochen nicht in Berlin. Er ist zur Kur war schon sehr sehr nötig war! Ich habe folgendes über Hanna vom Genossen Hubner erfahren. Es fällt mir schwer es Dir meine gute Marie zu schreiben. aber Tutsachen kann man doch nicht verschweigen wenn man gebeten wird Auskunft zu geben. Elfriede Rynek und ich haben uns oft gefragt. wo morg. Gertrud Hanna geblieben sein, weil wir sie nur mehr gesehen haben. Das sie nach Haselhorst mit ihrer Schwester gezogen war war, der anzige was unsere Bemühungen erreicht hatten. Genosse Hubner konnte mir mit Bestimmtheit mitteilen, das sich Gertrud mit ihrer Schwester des Leben genommen. Die Armen haben in der schweren Zeit die Nerven verloren. H. Hübner teilt mir noch mit, er war als Gewerkschaftler zu Beerdigung. Ich wollte es nicht glauben, aber es ist doch wahr. Ich glaube mit dies Auskunft und die Nachforschungen abgeschlossen. Wann? Jahr Nun wie geht es Dir meine Gute. Hat der Kur im Wintergute Erfolge ge- zeigt? Wir geht es deinen Kindern+ Enkeln Ist die Frau von unsern lieben Emil in Deiner Nähe? Es wäre sehr, sehr schön denn man braucht auch in der jetzt Zeit jemanden, mit den man sich Menschlich verbunden fühlt. Friedel geht es einigermassen. Bei mei- nen guten Paul ist zu immer dasselbe, auch nicht mehr etwas Anderes zu erwarten. Wir haben, inmaust Parlament'ferien. Kurt ist in Frankfurt a/M. Also ich erfreue mir. an der Natur und mache Ferien auf meinen Balton. Nun meine Gute wünsche ich Dir alles, alles Gute und senderiele herzlich G Grüße Deine Anna Nemitz in alter Treine Zeilen Kopensch d. 13.6.52 Marie Meine liebe Anna Verzeih, wenn die Beantwortung Deines Briefes etwas langes gedauert. Ich freue mich, dass es Dir einigermassen geht. Die Zeit in der nur leben ist keine angenehme. Aber wir haben zu er- Rité x∫ tragen gelernt! Der Zustand in Berlin ist keine zour augenehmer, noch schümlicher in bst. jed. stor, man lebt wie auf ein Pulverfen. Dann maski die Partei ein euch fürgen! Der letzte Landespartei tag vor einigen Wochen, war alles Andere als unter bringend noch weniger erfreulich! Aber auch man che Enttäuschung muss man zu alledem erfragen Liebe Marie, wenn Du hier warst könnten wir über manches sprechen, aber so geht man voll beladen bis oben und das ist so unerträglich Ich leide sehr unter den Verhältnissen Talitien aber besonders Parteipolitisch. H, offt aber das auf Das vorüber gehen wird Wie jetzt habe ich zu nichts Lust. Oder hat so die Essergne nach Ge- lassen? Nun meine gute Marie wollte, Du Material um auch einen Beitrag zu Frauenbewegung der Partei zu schreiben. Ich habe ein alles zusammen gepacht, und hoff. das Du meine Siebe, etwas reus finden wirst wag D'4 zu diesen Zweck verwen den kannst. Ich bin nicht in der Lage etwas vernünftiges fertig zu bekommen. S Meine liebe Marie ist habe auch einen kleinen Artichel bei zum Frauenstag wäre ich Dich auch zit mit habe über unser gutes Parteimutterchen letzter Raaden die auch mir, wenn auch nur Brieflich gleich nach 1903 wiele, viele Gute An leitungen gegeben hat um für unsere Partei In arbeiten. Als ich sie dann kennen lernt ersöhnlich wurde sich nur ein Vorbild. Ich alte Erinnerungen wurden wach und mit Freuden denke ich an die Zeiten zurück die auch ich wer waren+ trotzdem den Leben in halt guber. Nun habe ich eine Bitte, wenn Du das Material durch gesehen und ransgenommen was Du brauchst, mir wieder alles zweist zu schicken. Wenn ich meinen Kinder nicht viel zurücklasse doch die Trinnerungen an Berlin Köpensch, d. 2. 52 Maureliebe Marie. Gern wollte ich Deinen Wunsch erful- len, nur hat es sich ein bisschen verzögerl. Fridel hat ein bisschen Ferien gemacht war. ich habe die Vertretung gemackt. Aber ich kom merken das ich nicht mehr so flück auf. Bei wirklich alt geworden! Nun meine gute Marie nach Rußsprache mit den genossen Hühnerfolgendes H. kann nicht genau sezen wann. herabend Haung mit ihrer Schwester aus dem Leben geschieden ist. Es kann gleich 1933 oder 1934 gewesen sein. Georg Sch. Georg Schmidz und Hübner haben an der Beisezung teilgenommen. Unser lange Schmidt der in Uhlenhorst wohnte ist ja auch schon tot. Wie mir Genosse Heibner sagte hast hertend Hanna in einer Siedlung in Zehlendorf gewohnt, und matt wie uns berichtet in Hasselhorst. Mit ganz herzlichen Grüssen Deine Jung Berlin d. 4.12.52. Meine liebe Marie Leider konnten wir uns in O D. auf den Parteitag wenig unter Matten! Ich hatte so manches auf dem Herzen was man nicht allen schreiben kann. Ich kaffe das Du meine Liebe wieder ganz gesund. bist. Ich hatte in Bonn noch ein paar schöne Stunden verlebt Grosse Freude hatte ich als ich die schönen Raume der t. W. be ich sichtig habe. Nur schade das im sche flessige Lotte Lanke krank. angetroffen habe. Wie die Meinung in alle Richtung verstreut sind. ein Beweis das ich liebe Genossen aus Schleszen in Bonn begrüßen. konnte. Den Kasurer der A.W. Hauptausschuin) Genossen Mäsers Frau bei unsere lieben Herta Gohhelf. Meine gute Marie Du werth verstellt, das es doch für mich ein Erleben war. Ich ben doch manch malen sehr französischen rig das ist nicht mehr so mit Arbeiten kann wiesch es sehr gern möchte, aber warum sind die Jahre so geeilx. Nun meine Liebe wie ist der Grund das ist noch kurz vor dem Fest schreiben weil ich weis, dass Du doch noch aller- den Arbeit auf Dich wartet. Ich habe vor einigen Monat ten einiges Material über meine Arbeit für die Partei gesandt, was Du mir auch bestattig hast. Nun bitte ich herzlich mir dasselbe zurück zu sein. den. Bitte an die A. V. Berlin Mockern Nr. oder an meine Friede, Nenntz Charlottenburg, Wilmersdorfes Nr. In der Hoffnung das es Dir, sowie der lieben Frau Kirnhaman gut geht. Grüßt herzlich. Deine Jung Nennitz Berlin Kopenert d. 25.12.52 Meine liebe, gute Marie! Herzlichen Dank für die Insendung des Materials Solltest Du es noch gebrauchen bin ich sehr gern bereit, wenn es hier nicht mehr gebraucht Dir zu senden. wird Ich freue mich das es Dir gesundheit. lich wieder einigermaßen geht. Vielleicht ist uns doch noch einmal das Glück hold zu einen Plauderstundchen zu sammen zu sein. Ich werde wohl nicht mehr das Glück haben zu Euch zu kommen. Welsk' Glück für Dirk das Du meine liebe Marie die gute Kate Kirschmann um Dir haben kann! Ich glaube bestimmt das auch Du glücklich bist mal von einer lieben land betreut zu werden. Mir geht es so. Leider sind wir doch so eusein- ander gerissen bei den heutigen. Ver im hältnissen. Aber ausk das muß über- wunden werden. Gestern heilig Abend waren Friedel und ist bei unsern Zeiten Paul und seiner lieben Hany Es waren ein paar schöne Stunden! hab den harten Alltag vergessen. Nun steuern wir uns neu- Jahr, was wird es uns, nein besser der ganzen Menscheit bringen b Es wäre doch an der Zeit den längerschnten Frieden. Nicht sein zen von Thoren und zarten Kinderstimmen Ein Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl gefallen. Ach mocht es doch endlich wahr werden. Nun wünsche ich Dir sowie Deiner lieben Räte Kirschmann ein Gesundes und glückliches Neupahr 85 Daue Anna Nemitz Berlin Röpenich, d. 25. I. 53. Meine liebe gute Marie! Tage grosser Überwasschungen und Freuden sind vorrüber. Ich komme jetzt erst allmahlin zur Besinnung. Ob ich in Worten allen lieben Genossen und Genossinen zu denen auch Du gehört, meine gute Marie danken kann weiß. ich nicht. Mein Dank soll darin bestehen, das ich soweit es mir möglich sein wird für Freiheit Frieden und Menschlichkeit mit arbeiten werde. Das ist mein innigster Wunsch, das brauchen wir! Augenblicklich nun ich mich erst ausruhen. Dir sowie Deiner lieben Kate herzlichen Dank und viele guten Wünsche. Deine Anna Nemitz Bitte wenn Du malen schreibst an Frichel Charlottenberg ¿Qué cómo? N (1) Dorothea Hirschfeld Dorothea Hirsch fel d 19. März 1952. Berlin- Tempelhof Gontermannstr.38 Liebe Genossin Ju chacz, Zu den vielen schönen Briefen, die ich zu meinem 75.Geburtstage erhielt und in denen eine so starke und beglückende Verbundenheit zum Ausdruck kommt, gehört auch der Ihre. Ich habe mich sehr damit gefreut und danke Ihnen herzlichst. Ja, ich war vor einem Jahr einige Monate in Palästina, nicht um dorthin überzusiedeln sondern um einmal meine nächsten Verwandten und einige alte Freunde wiederzusehen. Man hat mich allerdings bestürmt, drüben zu bleiben oder doch wieder zurückzukommen, und auch in den Briefen, die ich jetzt erhielt, kommt dies immer wieder zum Ausdruck. Aber wenn ich je daran gezweifelt hätte- das was ich in diesen Tagen erlebt habe, hat es mir deutlich gezeigt, dass ich hierher gehöre. Das gemeinsam Erlebte, das gemeinsam Erreichte bindet stärker als alles andere. Auch ich würde mich sehr freuen, wenn ich wieder einmal mit Ihnen und anderen alten Freunden zusammen sein und von alten Zeiten sprechen könnte. Hoffentlich sind Sie bald einmal in Berlin. Inzwischen mit herzlichsten Grüssen Ihre Dorothea Hirschfeld LUISE und Minna Kautsky = Luid OTTO- MOBES- SCHULE GRAZ- STIFTING VOLKSWIRTSCHAFTLICHE SCHULE DER ARBEITERKAMMER IN GRAZ LEITER: DR. BENEDIKT KAUTSKY L L Frau Marie J uchacz Düsseldorf- Obe rkassel San- Remo- Straße 3 Deutschland ד Graz- Stifting, den 16.2.1953 Liebe Genossin Juchacz, ich danke Ihnen herzlich für Ihren Brief vom 13., den ich gleich beantworten will. Es freut mich natürlich besonders, wenn sich jemand für meine Vorfahren interessiert, die leide allzufrüh in Vergessenheit geraten sind. Ich muß allerdings um Entschuldigung bitten, wenn ich heute Ihnen mit sachlichen Angaben nur in geringstem Umfang dienen kann. Sie können sich vorstellen, dass bei meinem Leben in den letzten zwanzig Jahren manches verbrannt worden ist oder auch sonst verschant, was ich heute bitter vermisse. Ich werde mich gleich mit meinem Bruder Karl, der in New York lebt und wahrscheinlich mehr auufheben hat können, in Verbindung setzen, um festzustellen, wo etwas Material für eine Biographie meiner Großmutter zu finden ist. 9 Ich weiß nur so viel, dass sie am 11. Juni 1837 in Graz geboren ist und als Mädchen Jaich hieß. Sie starb Anfang Dezember 1912 in Berlin; ich weiß im Augenblick den Tag nicht genau anzuge ben doch wird sich das wahrscheinlich feststellen lassen. Wenn Sie ein Exemplar des " Vorwärts" aus dieser Zeit haben, so wäre es wahrscheinlich am besten, dort nachschauen zu lassen; es stand damals eine ziemlich ausführliche Biographie von ihr drin. Ein vollständiges Verzeichnis der Bücher, die sie geschrieben hat, besitze ich leider ebenfalls nicht. Der Nürnberger Parteiverlag hat kurz vor dem ersten Weltkrieg damit begonnen, eine Gesamtausgabe herauszugeben, doch ist diese stecken geblieben; so viel ich weiß, dürften nicht mehr als zwei Bände erschienen sein. So liegen die Bücher nur in alten Drucken vor, die wahrscheinlich heute höchstens noch in Bibliotheken aufzutreiben sein werden. Ihr bekanntester Roman war" Stephan von Grillenhof"; auch wurde seinerzeit" Die Alten und die Neuen" gern gelesen. Eine ihrer kürzeren, ziemlich häufig nachgedruckter Arbeiten war" Der Pariser Garten". Ich werde mich aber, wie gesagt, gerne erkundigen, ob es ein komplettes Verzeichnis ihrer Schriften gibt. Das ist im Augenblick alles, was ich Ihnen schreiben kann; wenn ich mehr in Erfahrung bringe, teile ich es Ihnen mit. Inzwischen begrüße ich Sie herzlichst Ihr 7. Каллу wenden 35 Frau Marie Juchacz, Düsseldorf- Oberkassel, San Remostr.3 HD2 2380 COTTO Herrn Benedikt Kautsky Leiter der Otto Möbes- Schule Grazstiftung, Schule der Arbeiterkammer in Graz 3.3.53 Lieber Genosse Kautsky, ich danke Ihnen herzlich für Ihr Schreiben vom 16,2. und sehe dem Weiteren, um das Sie sich freundlich bemüht haben, entgegen. Ich hoffe in Bonn, im Archiv des Parteivorstandes, den" Vorwärts" von 1912 zu finden. Im Augenblick ist alles in Kisten verpackt, weil man anbauen musste und vor dem Umzug( im eigenen Hause) steht. Dieser Artikel wird m mir sicher eine grosse Hilfe sein. Es ist-im Ganzen- schwer, an Unte gen überhaupt heran zu kommen, man ist in den bösen Jahren mit dem g schriebenen Kulturgut fast so umgegangen, wie mit seinen Trägern und Bewahrern. Wenn ich die Arbeit über Luise Kautsky im Manuskript fertig habe, darf ich Sie Ihnen vielleicht zur Ueberprüfung nach Irrtümern, die sich leicht einschleichen konnten, zusenden? Ich möchte noch bemerken, dass es eine- im Umfang- sparsame Arbeit wird, weil sie einer ganzen Reihe kleiner biographischer Arbeiten eingefügt wird. Mit herzlichem Gruss und Dank Ihre 800EH Γ L ARBEITERWOHLFAHRT BEZIRK WESTLICHES WESTLICHES WESTFALEN Bank: Bankverein Westdeutschland 26742 Dortmund . Fernruf 30503 und 338 48 . Postscheck: Dortmund 17271 7 DORTMUND, den 30.3.53 Schmiedingstr. 25/27 Sehr verehrte Frau Juchacz! Frau Sattler hatte mich beauftragt, Ihnen den Artikel über Minna Kautsky herauszusuchen. Die anliegende Abschrift ist zwar der erwähnte Nachruf( einen Tag nach ihrem Tod), doch wird es Sie wohl nicht ganz befriedigen, da Sie ja genauere bibliographische Angaben brauchen. Ich habe dann die restlichen Tage bis Ende Dez. 1912 noch genau durchgesehen, aber nichts anderes mehr gefunden. Das Suchen ist ein wenig erschwert, da das Institut für Zeitungsforschung seine alten Bände in einem Bunker lagert, in den man nicht gelassen wird. Man muss am Tag vorher den Jahrgang der Zeitung bestellen und bekommt ihn dann in der Bibliothek vorgelegt, sonst nichts. Der Jahrgang 1912 des" Vorwärts" ist im übrigen nicht ganz komplett, einige Monate fehlen. Allerdings ist der Dezember vollständig. Sollen wir noch weiter suchen? Falls ja, können Sie uns dann noch irgendeinen Anhaltspunkt geben? вобр Part print Thrine thin Jaime Mit besten Grüssen! E. Prope 19/2 1837 -75 . Minna Lubitz Liebe Genessin Juchacz! isbeia ecer Abs fam Se Bad Grund den 15. 1. 47 im nov 2EwJs noon tu dat gediend 1909 nosk on no sb edad bad Wer hätte das gedacht, udass ich noch mal an Sie schrei= 911 20 220 3.9disid endo galego ba ben könnte. Und gleich nach Amerika! Das Drumm und Drann wollen wir erst garnicgt erwähnen, ich freue mich nur, dass Sie noch IN CEW BBW Nous Hoi edes antrinio. 9.1991 da sind un ich mich mal bei Ihnen melden kann. On 19 Ai neaasi eu o Noi iliw nUM Da ich nie ein Freund langer Vorreden war, fange ich gleich Fe Ism 912 in der Mitte an. Durch unsere Genossen in der A. W. hörte ich zuerst von Ihnen, nur konnte mir Niemand was über Lotte und Paul sagen. Ich hoffe, IANICOdds 92еbд 919M sie sind auch wohlauf und machen Ihnen Freude. Durch Gäste aus 19VONGI , aus Saarbrücken, die in meinem Hause auf Rügen wohnten hörte mal von Ihnen, und mein Brief, den ich den Leuten für Sie mit= gab, blieb ohne Antwort. Ich habe oft an Sie gedacht und an Liesbeth, der ich ietzt indirekt einen Liebesdienst erweise. Seit 8 Wochen bin ich in Bad Grund eingesetzt, um das Ent= bindungsheim, das Liesbeths Namen tragen soll, startbereit zu machen. Sie können sich denken, wie oft meine Gedanken um die drei Menschen kreisen, die mir in einer schweren Zeit viel Halt gagen; Sie, Liesbeth und Else Meerfeld. Am 8 Februar wird das Heim eingeweiht, erhält den Namen Eliesabeth- Kerschmann- Haus und soll im Sinne Ihrer Schwester geleitet werden. Ich hätte gern die Leitung behalten, eine andere Aufgabe wartet aber auf mich und fahnenflucht giebt es in der A. W! nicht. Von der anderen Aufgabe muss ich Ihnen noch erzählen; Die A! W! hatte im Sommer 1946 fast 1000 Kinder auf der In= sel Langeoog und Minna Lubitz hat die ganze Gesellschaft betreut. Nun übernehme ich in diesem Jahr wieder die Arbeit dort und so== mit heisst es Abschied nehmen von dem Heim, das mir in der kurzen Zeit ans Herz gewachsen ist. Oft stelle ich Vergleichetan, zwischen diesem behaglich ein= gerichteten und dem so primitiven in Kölln, das in einem Zimmer so viele Kinder barg und doch ein Seegen für die unehelichen Mütter war. Wie oft wünschte sich Liesbeth ein in dem Raum, Behaglichkeit und Liebe sein sollten. Nun ist es da, und auch der Mensch, der in unserem Sinne darin waltet. Die Genossin Müller, Tochter des Gen. Husemann aus Bochum, übernimmt am 1 Februar das Heim. Heim, PCI 9b MY bs4 Nun noch etwas von mir. Nach meiner Scheidung im Jahre 1939 siedelte ich nanhannover um und habe da den ganzen Rummel mitgemacht; 2 mal ausgebomtund # f9foa of me Ism food fo each und monatelang ohne Bleibe. Na, das liegt hinter mir und da= 092 DIN DESUIT MOTTSU 6)£ 19, TGHT ex bism and fed sm doim nu bata ned rüber wird nichto mehr gejammert. Ich habe Arbeit und bin Zu noom 1 3380 wun noin sueltas frieden. Eine Wohnung habe ich auch, was will ich mehr es w Nun will ich für heute schliessen in der Hoffnung, dasss baie sb Sie mal Zeit für einen Brief an ich habens bernie stm not su 9JJim Teb f In alter Treue элит asini nov veios ei etion JGH JOIIG? 33 0 Minna Lubitz LCE NU2016 6002260 13 CI 1968 INST DIU JO ISQU Hannover Meine Adresse ab 15 Februar Linden Kirchstrasse Nr. 6 SUB 93260 doxonei neml nedos bad snow hous baia sia P 9JION ADOW 90s Gaus monism ni si = Jim 912 9b doi neleid nisur bat exon 20 nsadi nov Ism As by riosbog sic s Jio 90sd nol Jown some deild.dey .98f9w9*& neib29dstu honte Jetion Jstel doi ob djedast = est magnis bust of noi mid nenoo 8 JI93 JI919dJste iloa no em anteda aso rodagrubrid mu mensbed eniem Jio eiw na nota nennox eid.n JIGS ASTOWNE YOmie of IM SID 092191 nedoane Isab eiu 9 AST IST: Esper PIG TITGEDGE 30 T86 MGGLIGT sms. 91) Jide Jnisweypis mis asb briw side 8 m CUB-sm- Jedscsila EGTGTIGT MG10G TULGIRCUM62161 sia mi iloa bu edium oxabits snieдis tied sib og 9JEN 19b at es deig thou1eans bag noim Tue 1908 JEJI doon mearil noi cam eden eens reb nov.Join nl 190 The Tebu ocel Jasi Actomi sad!! A sid 0910 Jisroeff9a9ex sib Jd sidus bmw gooegas Isa # 08 b Job Jie Siebel meestb af not emnered xeb o im aew Dien meb cov nemmen beinoadA as Jaaien Jim Lг эретте тор лест топорет REIJOU GIGU ug com 20 DEJT TACO TO KOTTI as senofelge do elese uc читаорен стезом репосттор стоYLAGU TOT 2 618 ROMPcgee Jap 99sse mis doo bru 180 rebnih oleiv oa renunt i djedasi doie stoenti dio o IBW TOM Conilenenu .nej floe misa edeid ba texnolfgramu msb ni GTI gew? P en 9am i rob fans on dous bow sb 29 Jai itsme au e asb revifool . fel a 1911 side iacoso eid.39isw disp me Jadi murood aus . . Jean Meerfeld Beste Gruisse: Dr. J. Meerfel A Beigeordneter der Stadt Köln, z. Zt. Gönningen. hr gedenter poli Vergangenheit und Zukunft der Sozialdemokratie. 1. Die alte Partei, wie ich sie erlebt habe. Jm Juni 1893 wurde ich in Köln Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Joh stand in 22. Lebensjahr, hatte katholischen Vereinen angehört und nach den Findrleken meiner Jugend, die bis in den Kul turkampf zurückreichten, auch für mich die Zentrum spartei als die berufene politische Vertretung angesehen. Die Lektüre der sozial demokratischen Presse, noch mehr aber die Buch- und Zeitschriftenliteratur, beeinflussten mich ungemein stark. Hier fand ich endlich eine Belehrung über die sozialen Misstände, auch über die Ursachen des Elends in Kleinbürgertum, das ich aus nächster Nähe kennengelernt hatte, und hier wurden die Wege gezeigt, die aus dem Elend hinausführen sollten. Den Arbeitermassen, den Opfern eines hemmungslosen Kapitalismus, öffnete sich endlich ein Ausblick in eine lichtere Zukunft. Eine schonungslose und tiefschürfende Kritik enthüllte alle Grausamkeiten des kapitalistischen Systems, das den Arbeiter zur Were erniedrigte und das Menschliche in ihm verachtete. Zugleich wurde mit bestechender Logik dangelegt, dass aus der unvermeidlichen Durchgangsstufe des kapitalistischen Systems eine gebensbisch. sozialistische Ordnung hervorgehen müsse, und diese naturgenisse Entwicklung misse planmãesig gefördert und beschleunigt verden durch den Zusammenschluss der Arbeiter zu starken Kamp fverbanden. Die wissenschaftlichen Begründer des Sosialismus standen sehr unter den Binfluss der Hegel sehen dial ek ti sehen Methode( kurs zusammengefasst besagt sie, dass These und An ti these auf einer höheren Stufeder Entwicklung in die Synthese umschlagen). Das Hauptwerk von Karl Marx Das Kapital gab mir harte Nüsse zu knacken. Joh veren chte mich aber immer wieder daran. Jeh wurde begeisterter Sozialdemokrat und ging in der Partei völlig auf. Das starke Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Partei zog mich noch besonders an. Als eine Thre empfand ich es, dass ich, und zwar sehr bald, zum Schriftführer des Sozialdemokratischen Vereins in Köln gewählt ande und ich regelmkasig Be richte für die" Rheinische Zeitung" über die dort gehaltenen Vorträge zu liefern hatte. Meine Begabung für sol che Dinge wurde bald erkannt, ich lieferte in der Folge auch andere Beiträge für das Parteiblatt und ebnete mir durch diese Mitarbeit, und avar ganz ungewollt, den Weg zum Redakteurberuf. ch Jeh kann und will hier keine Geschichte der Sokial demkrati schreiben und ebenso venig meine eigene weiterentwicklung schildern. Die Partei hat sich unvergängliche Verdienste er worben, die in der Geschichte ruhmvoll for theben werden ,. Sie hat aus einer formlosen Masse eine kämpfende Klasse gestaltet, sie hat den Proletarier staatsbürgerliches Bewusstsein ge geben, ihm ein Ethos verliehen und ihn, dessen Lage hoffnungs los und verzweifelt erschien, mit Zuversicht für die Zukunft erfüllt. Sie hat die soziale Gesetzgebung sehr stark besineb flusst, wenn nicht überhaupt erst veranlasst. Gewerkschaften be andienossenschaften sind unter der Obhut der Partei entstanden und haben die Kampfkraft gestärkt und das Lebensniveau geho- ben. Jede objektive Geschichtsschreibung wird feststellen milasen, dass die deutsche Sozialdemokratie in der sozialen Boves gung weitaus an der Spitzenkrechiert ist und ihre Verdienste Mell in die Zukunft 1 en chten Jhr grösster politischer Führer in den Jahrzehten ihres Aufstiegs war August Rebel. Jeh war ungemein stolz, dass er s. Zt., als er in Köln redete, Gast in unserer Wohnung war. Jch habe Bebel stets uneingeschränkt verehrt. Er war ein hochbegabter Mensch, der ganz in seiner Mission aufging, bei völliger Anspruchelosigkeit persönlich sehr sympatisch. Ja August 1 13 habe ich ihn in Zürich mit zu Grabe geleitet. Einige Briefe von ihn, an mich gerichtet, hi te ich als wertvolles Andenken. * 9 Aber auch Parteien stehen in Fluss der geschichtlichen Entwick lung. Sie sind ja keine Gebilde in luftleeren Raum, sie sind abXngs hängig von der Umwelt und verändern sich in dem Masse, vie diese Umwelt sich vandel t. Jm andern Falle wären sie zur Verkümm merung verurteilt. Die Welt von heute ist aber gewa tis ver= schieden von jener vor fünfzig oder noch mehr Jahren, Politisch wirtschaftlich, sozial und kulturell haben sich seitdem Wendungon vollzogen in einen Ausmass, das uns heute nur bei sorgfäl= tiger Rückschau und nur von einem erhöhten Standpunkt aus in sei: ner vollen Bedeutung zum Bewusstsein kommt. Auch die zwölf Jahre Naziherrschaft haben tiefe Spuren hinterlassen. Zu alledem hat sich erwiesen, dass die Entwicklung nicht unbedingt in den von der sozialdemokratischen Theorie vorgeschriebenen Bahnen vorlau fen ist. Der Nachweis dafür würde eine besondere Schrift er fordern, hier muss der blosse Hinweis genügen, Der geniale Kari Marx hat den Kapitalismus nur in seinem ersten stürmischen Aufstieg orleht und daraus allzuschnelle Schlüsse gezogen, und seine Nachfolger haben ihre Beveisführung in der Regel auf die Marx'schen Theorien gegründet. Das L- benswerk von Karl Marx ist im Übrigen von einmaliger Grösse. Jn späteren Jahren hat man namentlich die towel tie Entwicklung der Technik und die dadurch olie bedingten wirtschaftlichen und sozialen Verschiebungen zu wenig borilcksichtigt; das Gleiche gilt von den Wirkungen der sozialen Gesetzgebung. Schom ums Jahr 1903 herum hat Edus d Bernstein, gerade aus dem englischen Exil heimgekehrt, in seiner chrift über Voraussetzungen des Sozialismus auf jenen anderen Verlauf der Entwicklung nachdrücklich hingewiesen und den Schluss ge= zogen, dass das Endziel nichts, die Beverung aber alles sei Den Alten unter uns sind noch die sehr lebhaften und zum Teii auch heftigen Auseinandersetzungen in der Erinnerung, die sich un jene Schrift knüpften und die Partei geradezu in zwei Richtungen spalteten, in die der Radikalen und die der Revisionisten. wenn wir zu jener Zeit in den entscheidenden Stellen der Reichsregierung wirkliche Staatsmänner gehabt hätten, dann wirde wohl die Situation dazu a sgenil tzt worden sein, um die Arbeiterbe wegung etwas näher an den Staat heranzuführen. Jch brauche nur auf des engliche Beispiel zu verweisen. Die regierenden Stümper verharrten jedoch in ihrer Klassen arroganz und sahen in der 30zialdemokratie nach wie vor eine vorwiegend polizeiliche Ange legenheit. Jn der politischen Kartel des Kölner Polizeipräsidiums wurde ich mit dem Vermerk versehen:" Sehr gefährlich" Weiter reichte die behördliche Weisheit nicht. Etwa ein Vierteljahr= hundert später, als ich meinen 60. Geburtstag feierte, überreichte mir der Polizeipräsident diese ehemalige Charakterisierung als sinniges Geschenk. Über die Zukunft der Partei machte auch ich mir Gedanken. Nach meiner Erinnerung war es 1912( ich habe hier, fernab von der Heimat, keinerlei Unterlagen und kann daher nur einem Gedächtnis folgen), als ich in unserer wissenschaft11chen Wochenschrift" Die Neue Zeit" einen kritischen Artikel über eine Politik veröffentlichte, die nach meiner Meinung allzu sehr an alten schablonen hafte und keine konstruktiven Jdeen erzeuge, Der Artikel wurde in der gesamten Parteipresse disku= tiert, unmittelbare Folgen hatte er nicht, er sollte auch nur zum achdenken anregen. Als wir 1918 überraschend die Mitverantwor tung in Reich, Staat und Gemeinde übernehmen mussten, machte -3sich die Einseitigkeit unserer politischen Erziehung mitunter sehr bemerkbar. Daran scheiterte auch der Versuch einer Verbreiterung der Parteibasis, namentlich zu dem ganz gewaltig ange und dem kleinen Mittel stand hin. wachsenen Heer der Angestellten Weite Kreise unserer Anhänger fiel en allzugern in eine wohl feil o Beharrung zurück, die Partei blieb in ihrer erdrückenden Mehrheit auf die Handarbeiter beschränkt, Angestellte und andere " gehobene" Schichten, darunter auch die Kleinbürger, wurden deshalb umso leichter eine Beute der nazistischen Donagogie. 2. Die neue sozialdemokratische Partei Jetzt ist der zweite Weltkrieg über uns gekommen und hat Zustando geschaffen, wie eine noch so ausschweifende Fantasie es sich nicht hätte träumen lassen. Deutschland besteht nicht mehr, seine Städte sind Ruinen, seine landschaften sind zerstört, Viele Millionen Menschen sind tot, unzählige sind Krüppel geworden. Unser Volkskörper blutet aus tausend Wunden. Alle Beziehungen zum Ausland sind zerrissen. Jm Lande selbst hat eine Völkerwanderung sondergleichen eingesetzt. Nicht minder geval tig sind die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaft= 1ichen Wirkungen. Der Kapitalismus als herrschendes Gesellschafts: und Wirtschaftssystem ist verschwunden, auch seinen Festen droht der Untergang. Der liberale Individualismus ist tot, das bürgerliche Zeitalter neigt sich seinem Ende zu. Wir erleben eine beispiellose soziale Revolution. Zur Zeit haben wir noch ein wahres Chaos. Tas daraus hervorgehen wird, können wir umso woniger sagen, als wir zunächst noch keinerlei Entschlussfreiheit haben. Mit Bestimmtheit wissen wir heute nur, dass wir arm und unfrei geworden sind Unter solchen Umständen ist die rindung neuer oder die Vader belebung ter arteien eine doppelt und dreifach ernste Frage. Bine Demokratie braucht jedoch Parteien, denn ohne sie ist ein demo Kratisches Staatswesen nicht denkbar. Die al ten Parteien vaich brauche nur auf das ren überal tert, wenn nicht vergreist, Zentrum und die ehemals liberal on Mittelparteien zu verweisen. Aber auch die Sozialdemokratie kann nur wieder erstehen, wenn sie sich zu einer gründlichen Erneuerung an Haupt und Cliedern, entschliesst. Der theoretische Teil ihres Programmes muss grundlich überholt verden, der praktische ist nicht mehr brauchbar- vor der ungeheuren Umwälzung dieser Zeit besteht weder das eine noch das andere. Venn daher wieder aufgebaut werden soll, kann geschehen, für a eaa Fundas nur auf völlig neuen Fundamenten damente fohlen aber in dem jetzigen Stadium noch die Fausteine. otba errichten. Jn günstigsten Falle kann man einen Wenn des heute an zahlreichen Orten schon geschieht und auch schon wieder interlokale Verbindungen geschaffen werden- gut, abar man sollte gleichzeitig nicht versäumen, sich Rechenschaft Uber die Grenzen des Möglichen zu geben und sich von jeder Jllusionspolitik freihalten. Heute sind die Grensen noch sehr eng gesteckt, Not und Gebot beherrschen uns und diktieren unsere Arbeit. Und diese Arbeit trotz alledem zu versuchen, dazu gehören Mut, Entschlusskraft und überdies Entsagungsfähigkeit. Die Hindernissse werden noch verstärkt durch die allgemeine Ermüdung in Volke und einen starken Hang zum Fatalismus, beide Erschei Aungen verden sich auch in Parteileben bemerkbar machen, was eine nicht zu unterach tzende weitere Gefahr bedeutet( ganz nebenher bemerke ich hier, dass nach meiner Meinung auch das Wahl system einer Nachprüfung bedarf.). * Noch auf ein Anderes nuse hier nachdrücklich hingewiesen werden: Die Partei braucht frisches, junges Blut. Es war bereits der Fluch der Vornazizeit, dass der Nachwuchs in der Partei viel zu gering war und die Jugend ihr in bedenklichem Masse fehlte. Houte Jedoch ist sie zu dauernden Biech tum verurteilt, wenn ihr die Jugend noch weiterhin fernbleibt. Die Partei braucht die Jugend, sie bedarf ihrer frischen Jupul se, ihrer Tatkraft, ihrer Unbeschwert heit und ihrer Gläubigkeit. Schon allein an der Jugend will on müssen wir, von allem Andorn einmal abgesehen, die alten ausge tretenen Predo verlassen und Noul and suchen, und das warden wir wiederum nur finden mit ihrer Hilfe. Die Menschen höheren Alters mögen noch so weise und noch so lebenskundig sein, aber wirklich schop ferisch sind sie nur noch in Ausnahmefälle, Die geval tigen Aufgaben, die vor der neuen Sozial demokratie stehen werden, verlangen jedoch wahrhaft schöpferische Fähigkeiten und eine unverbrauchte geistige und seelische Bereitschaft. Argh. 418 Frauen braucht die Partei, die Mutter der neuen Genera ch selbst habe es erfahren, was eine Frau dem Wanne be denten kann. Die Herzensbildung meiner Frau und ihr starkes demütal eben, dazu ihre Klugheit und ihre Entschlusskraft, haben mir während der ganzen Dauer meiner The unschl tzbar genützt. Vir brauchen die Frauen aber auch in der unmittelbaren politischen Arbeit, wo die besonderen weiblichen Eigenschaften uns wertvolle Dienste leisten können, insbesondere brauchen wir sie für die sozial en Aufgaben, die an Umfang und Bedeu tung noch geval tig wachsen werden. Jn der Politik kann das weibliche Herz nicht 號 entbehrt werden. * Bisher verguss ich zu sagen, dass auch unsere Stellung zu Roligion und Kirche revidiert werden muss. Sie war historisch be greiflich und politisch jahrzehntelang gerechtfertigt, ist aber heu te gleichfalls nicht mehr haltbar. Wir müssen ein friedliches Nebeneinander zu den Religionsgemeinschaften erstreben. Die sittlichen Werte des Christentums zollten ausserhalb Jeder Diskussion Sie werden von den mancherlei Jrrungen und Wirrungen #feffioner einschärfen oder den Bunden Einzelner nicht bechl rührt. Als die Sozialdemokratie sich zu entwickeln begann, feier to der naturwissenschaftliche Materialismus Büchners und der philosophische Materialismus Feuerbachs seine Triumpho. Die SinMrkung auf die damaligen sozialistischen Wortführer var stark und nachhaltig. Beide Wissenschaftler behalten in der Geistesgeschichte ihren Platz, aber auch auf diesen Gebieten sind wir weitergeschritten, die Forschung hat sich vertieft und die Erkentnisse haben sich verfeinert. Die evengelische Kirche war bis 1918 in Staatskirchentum verknöchert von Ausnahmen immer abgesehen- die katholische war stark politisiert. Eine Wandlung begann schon zwischen den beiden Weltkriegen, aber auch die Sozial demokratie wandel te sich allmählich. Die Gruppe religiser Sozialisten wirkte fast wie ein Sauerteig. Jch habe ihr nie angehört, in aber ihrem Bekennermut stets mit grosser Achtung begegnet. Der grausame Läuterungsprozess der Nazizeit trieb die Entwicklung innerhalb der Rligionsgemeinschaften nachtvoll weiter und wenn die Kirchen sich den gebieterischen Forderungen einer neuen Zeit nicht mehr verschliessen, kann sich die Sozialdemokratie in Kirchen- und Religionsfragen erst recht zu ehr11chor Neutralität und völliger Duldsankout bekennen. Wir bedürfen zur Zeit mehr einer inneren Umstellung als einer äusseren. Jch verweise als Musterbeispiel auf die englische Arbeiterpar* toi. Dagegen stehe ich der in Berlin vorgeschlagenen Union mit don Kommunisten sehr s optisch gegenüber. Die Frage ist bei vei tem noch nicht spruchreif. Gerade jetzt, wo für unsere Partei eine > - 5- Zeit neuer Be hrung anbricht und dazu eine Zeit von geschichtli cher Grösse, darf sie sich Jhrer Selbständigkeit unter keinen Umständen begeben. Es wäre eine Vorsündigung gegen ihre runvolle Vergangenheit und ein verhängnisvoll or Fehler für die Zukunft. Von den Kommunisten trennt uns überdies noch ungemein viel, im Programm und ebenso in der Taktik. Wir dürfen auch nicht leichtsor Bertig thre grosse Schuld an dem Machtaufstieg Hitlers vergessen, sie haben ihm durch eine kindische Politik den Weg gebahnt und die Demokratie in latester Weise bekämpft, Und in der äusserst wichtigen Frage der Kriegsschuld stehen wir abermals in sehroffom Gegensatz zu ihnen, weil wir eine Kollektivschuld dos deutschen Volkes nachdrücklich verneinen. Vergessen wir auch nicht, dass ein Bündnis mit den Kommunisten und die Gewinnung anderer starker Wahl erschichten und damit die Entwicklung zu einer wirklichon Volkspartei sehr erschweren, wenn nicht unmöglich machen würde. Der kommunistische Wunsch ist brigens nicht ganz selbstlos. Die Partei fühlt sich unsicher und ist anlehnungsbedürftig. Denn selbst in der russischen Zone sind ihre alten Kampfmethoden nicht mehr möglich, in den anderen Zonen hängt sie völlig in der Luft. Die Frage eines Zusammenschlusses mit den Kommuniston muss mit kühler Sachlichkeit behandelt werden, und mag das Herz zehnmal Ja sagen, der abwägende Verstand sagt umso eindringlicher Nein.x Jch bin am Schluss. Jeh habe hier Bedenken ausgesprochen, Grenzen gezeigt und gleichzeitig sehr nachdrücklich auf neue Erfordernisso verwiesen. Jch habe dargelegt, dass auch die Parteien in leb endigon Pluss der Entwicklung stehen und sich unablässig verandern mussen, wenn ihnen nicht der Untergang drohen soll. Und auch unsere Partei kann nur entwicklungsgeschichtlich betrachtet worden. Die alte sozialdemokratische Partei ist dahin Jhro Hission ist erfüllt, und jetzt muss die Partei ganz neu geschaffen wer dent mit einem neuen Programm, mit dem Zuatron neuer Menschen und auch mit neuen Organisationsformen. Vor dieser neuen Partei serden Aufgaben von grösster geschichtlicher Bedeutung stehen, vor allem wird sie als den einzigen Heilmittel dieser furchtbaren Zeit- allen Erschwernissen und äusseren Hemmungen zum Trotz beharrlich und folgerichtig auf den Sozialismus hinstenern müssen. Dazu gehören Führer mit steatomännischer Begabung und seherischem Blick. Die Aufgabe ist ungeheuer schwer, aber die Zeit verlangt gebieterisch, dass der Weg beschritten wird, und einstens wird die Nachwelt darüber richten, ob die Sozialdemokratie dieser ihrer neuen geschichtlichen Sendung gewachsen gereken ist. Jn den Zeiten grösster Not unseres Volkes schreitet die Partof der Stunde ihrer höchsten Bewährung entgegen. ( Geschrieben Anfang Januar 1946 in Gönningen bei Feutlingen). Dr. J. Me erfeld Beigeordneter der Stadt Köln z.Z. Gönningen. 1. Vergangenheit und Zukunft der Sozialdemokratie Die alte Partei, wie ich sie erlebt habe. Im Juni 1893 wurde ich in Köln Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Ich stand im 22. Lebensjahr, hatte katholischen Vereinen angehört und nach den Eindrücken meiner Jugend, die bis in den Kulturkampf zurückreichten, auch für mich die Zentrumspartei als die berufene politische Vertretung angesehen. Die Lektüre der sozialdemokratischen Presse, noch mehr aber die Buch- und Zeitschriftenliteratur, beeinflussten mich ungemein stark. Hier fand ich endlich eine Belehrung über die sozialen Misstände, auch über die Ursachen des Elends im Kleinbürgertum, das ich aus nächster Nähe kennengelernt hatte, und hier wurden die Wege gezeigt, die aus dem Elend hinausführen sollten. Den Arbeitermassen, den Opfern eines hemmungslosen Kapitalismus, öffnete sich endlich ein Ausblick in eine lichtere Zukunft. Eine schonungslose und tiefschürfende Kritik enthüllte alle Grausamkeiten des kapitalistischen Systems, das den Arbeiter zur Ware erniedrigte und das Menschliche in ihm vernichtete. Zugleich wurde mit bestechender Logik dargelegt, dass aus der unvermeidlichen Durchgangsstufe des kapitalistischen Systems eine sozialistische Ordnung hervorgehen müsste, und diese naturgemässe Entwicklung müsse planmässig gefördert und beschleunigt werden durch den Zusammenschluss der Arbeiter zu starken Kampfverbänded. Bie wissenschaftlichen Begründer des Sozialismus standen sehr unter dem Einfluss der Hegelschen dialektischen Methode( kurz zusammengefasst besagt sie, dass These und Antithese auf einer höheren Stufe der Entwicklung in die Synthese umschlagen). Das Hauptwerk von Karl Marx" Das Kapital" gab mir harte Nüsse zu knacken. Ich versuchte mich aber immer wieder daran. Ich wurde begeisterter Sozialdemokrat und ging in der Partei völlig auf. Das starke Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Partei zog mich noch besonders an. Als eine Ehre empfand ich es, dass ich, und zwar sehr bald, zum Schriftführer des Sozialdemokratischen Vereins im Köln gewählt wurde und ich regelmässig Berichte für die" Rheinische Zeitung" über die dort gehaltenen Vorträge au liefern hatte. Meine Begabung für solche Dinge wurde bald erkannt, ich lieferte in der Folge auch anderer Beiträge für das Parteiblatt und ebnete mir durch diese Mitarbeit, und zwar ganz ungewollt, den Weg zum Redakteurberuf. Ich kann und will hier keine Geschichte der Sozialdemokratie schreiben und ebenso weinig meine eigene weitere Entwicklung schildern. Die Partei hat sich unvergängliche Verdienste erworben, die in der Geschichte ruhmvoll fortleben werden. Sie hat aus einer formlosen Masse eine kämpfende Klasse gestaltet, sie hat dem Proletarier staatsbürgerliches Bewusstsein gegeben, ihm ein Ethos verliehen und ihn, dessen Lage hoffnungslos und verzweifelt erschien, mit Zuversicht für die Zukunft erfüllt. Sie hat die soziale Gesetzgebung sehr stark beGewerkschaften und einflusst, wenn nicht überhaupt erst veranlasst. Genossenschaften sind unter der Obhut der Partei entstanden und haben die Kampfkraft gestärkt und das Lebensniveau gehoben. Jede objektive . -2Geschichtsschreibung wird festsellen müssen, dass die deutsche Sozialdemokratie in der sozialen Bewegung weitaus an der Spitze marschiert ist und ihre Verdienste hell in die Zukunft leuchten. Ihr grösster politischer Führer in den Jahrzehnten ihres Aufstieges war August Bebel. Ich war ungemein stolz, dass er s.2. als er in Köln redete, Gast in unserer Wohnung war. Ich habe Bebel stets uneingeschränkt verehrt. Er war ein hochbegabter Mensch, der ganz in seiner Mission aufging, bei völliger Anspruchslosigkeit persönlich sehr sympathisch. Im August 1913 habe ich ihn in Zürich mit zu Grabe geleitet. Einige Briefe von ihm, an mich gerichtet, hüte ich als wertvolles Andenken. Aber auch Parteien stehen im Fluss der geschichtlichen Entwicklung. Sie sind ja keine Gebilde in luftleeren Raum, sie sind abhängig von der Umwelt und verändern sich in dem Masse, wie diese Umwelt sich wandelt. Im anderen Falle wären sie zur Verkümmerung verurteilt. Die Welt von heute ist aber gewaltig verschieden von jener vor fünfzig oder noch mehr Jahren. Politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell haben sich seitdem Wandlungen vollzogen in einem Ausmass, das uns heute nur bei sorgfältiger Rückschau und nur von einem erhöhten Standpunkt aus in seiner vollen Bedeutung zum Bewusstsein kommt. Auch die zwölf Jahre Naziherrschaft haben tiefe Spuren hinterlassen. Zu alledem hat sich erwiesen, dass die Entwicklung nicht unbedingt in den von der Sozialdemokratischen Theorie vorgeschriebenen Bahnen verlaufen ist. Der Nachweis dafür würde eine besondere Schrift erfordern, hier muss der blosse Hinweis genügen. Der geniale Karl Marx hat den Kapitalismus nur in seinem ersten stürmischen Aufstieg erlebt und daraus allzuschnelle Schlüsse gezogen, und seine Nachfolger haben ihre Beweisführung in der Regel auf die Marx'schen Theorien gegründet. Das Lebenswerk von Karl Marx ist im Übrigen von einmaliger Grösse. In späteren Jahren hat man namentlich die gewaltige Entwicklung der Technik und die dadurch bedingten wirtschaftlichen und sozialen Verschiebungen zu wenig berücksichtigt; das Gleiche gilt von den Wirkungen der sozialen Gesetzgebung. Schon ums Jahr 1903 herum hat Eduard Bernstein, gerade aus dem englischen Exil zurückgekehrt, in seiner Schrift über Voraussetzungen des Sozialismus jenen anderen Verlauf der Entwicklung nachdrücklich hingewiesen und den Schluss gezogen, dass das Endziel nichts, die Bewegung aber alles sei. Den Alten unter uns sind noch die sehr lebhaften und zum Teil auch heftigen Auseinandersetzungen in der Erinnerung, die sich an jene Schrift knüpften und die Partei geradezu in zwei Richtungen spalteten, in die der Radikalen und die ser Revisionisten. Wenn wir zu jener Zeit in den entscheidenden Stellen der Reichsregierung wirkliche Staatsmänner gehabt hätten. dann würde wohl die Situation dazu ausgenutzt worden sein, um die Arbeiterbewegung etwas näher an den Staat heranzuführen. Ich brauche nur auf das englische Beispiel zu verweisen. Die regierenden Stümper verharrten jedoch in ihrer Klassenarroganz und sahen in der Sozialdemokratie nach wie vor eine vorwie gend polizeiliche Angelegenheit. In der politischen Kartei des Kölner Polizeipräsidiums wurde ich mit dem Vermerk versehen:" Sehr gefährlich" weiter reichte die behördliche Weisheit nicht. Vierteljahrhundert später, als ich meinen 60. Geburtstag feierte, überreichte mir der Polizi@ präsident diese ehemalige Charakterisierung als sinniges Geschenk. Über die Zukunft der Partei machte auch ich mir Gedanken. Nach meiner Erinnerung war es 1912( ich habe hier, fernab von der Heimat, keinerlei Unterlagen und kann daher nur meinem Gedächtnis folgen), als ich in unserer wissenschaftlichen Woohenauf Etwa ein . -3schrift" Die Neue Zeit" einen kritischen Artikel über eine Politik veröffentlichte, die nach meiner Meinung allzu sehr an alten Schablonen hafte und keine konstruktiven Ideen erzeuge. Der Artikel wurde in der gesamten Parteipresse diskutiert, unmittelbare Folgen hatte er nicht, er sollte auch nur zum Nachdenken anregen. Als wir 1918 überraschend die Mitverantwortung in Reich, Staat und Gemeinde übernehmen mussten, machte sich die Einseitigkeit unserer politischen Erziehung mitunter sehr bemerkbar. Daran scheiterte auch der Versuch einer Verbreiterung der Parteibasis, namentlich zu dem ganz gewaltig angewachsenen Heer der Angestellten und dem kleinen Mittelstand hin. Weite Kreise unserer Anhänger fielen allzugern in eine wohlfeile Beharrung zurück, die Partei blieb in ihrer erdrückenden Mehrheit auf die Handarbeiter beschränkt, Angestellte und anderer" gehobene" Schichten, darunter auch die Kleinbürger, wurden deshalb umso leichter eine Beute der nazistischen Demogagie. 2. Die neue sozialdemokratische Partei: Jetzt ist der zweite Weltkrieg über uns gekommen und hat Zustände geschaffen, wie eine noch so ausschweifende Fantasie es sich nicht hätte träumen lassen. Deutschland besteht nicht mehr, seine Städte sind Ruinen, seine Landschaften sind zerstört, viele Millionen Menschen sind tot, unzählige sind Krüppel geworden. Unser Volkskörper blutet aus tausend Wunden. Alle Beziehungen zum Ausland sind zerrissen. Im Lande selbst hat eine Völkerwanderung sondergleichen eingesetzt. Nicht minder gewaltig sind die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Wirkungen. Der Kapitalismus als herrschendes Gesellschaftsund Wirtschaftssystem ist verschwunden, auch seinen Resten droht der Untergang. Der liberale Individualismus ist tot. das bürgerliche Zeitalter neigt sich seinem Ende zu. Wir erleben eine beispiellose sociale Revolution. Zur Zeit haben wir noch ein wahres Chaos. Was daraus hervorgehen wird, können wir umso weniger sagen, als wir zunächst noch keinerlei Entschlussfreiheit haben. Mit Bestimmtheit wissen wir nur, dass wir arm und unfrei geworden sind. Unter solchen Umständen ist die Gründung oder die Wiederbelebung alter Parteien eine doppelt und dreifach ernste Frage. Eine Demokratie brauchst jedoch Parteien, denn ohne sie ist ein demokratisches Staatswesen nicht denkbar. Die alten Parteien waren überaltert, wenn nicht vergreist, ich brauche nur auf das Zentrum und die ehemals liberalen Mittelparteien zu verweisen. Aber auch die Sozialdemokratie kann nur wieder erstehen, wenn sie sich zu einer gründlichen Erneuerung an Haupt und Gliedern entschliesst. Der theoretische Teil ihres Programs muss gründlich überholt werden, der praktische ist nicht mehr brauchbar- vor der ungeheuren Umwälzung dieser Zeit besteht weder das eine noch das andere. Wenn daher wieder aufgebaut werden soll, kann das nur auf völlig neuen Fundamenten geschehen, für diese Fundamente fehlen aber in dem jetzigen Stadium noch die Bausteine, Im günstigsten Falle kann man einen N o tba u errichten. Wenn das heute an zahlreichen Orten schon geschieht und auch schon wieder interlokale Verbindungen geschaffen werden- gut, aber man sollte gleichzeitig nicht versäumen, sich Rechenschaft über die Grenzen des Möglichen zu geben und sich von jeder Illusionspolitik freihalten. Heute sind die Grenzen noch sehr eng gesteckt, Not und Gebot beherrschen und und diktieren unsere Arbeit.Und diese Arbeit trotz alledem zu versuchen, dazu gehören Mut, -4Entschlusskraft und überdies Entsagungsfähigkeit. Die Hindernisse werden noch verstärkt durch die allgemeine Ermüdung im Volke und einen starken Hang zum Fatalismus; beide Erscheinungen werden sich auch im Parteileben bemerkbar machen, was eine nicht zu unterschätzende weitere Gefahr bedeutet( ganz nebenher bemerke ich hier, dass nach meiner Meinung auch das Wahlsystem einer Nachprüfung bedarf). Nach auf ein Anderes muss hier nachdrücklich hingewiesen werden: Die Partei braucht frisches, junges Blut. Es war bereits der Fluch der Vornazizeit. dass der Nachwuchs in der Partei viel zu gering war und die Jugend ihr in bedenklichem Masse fehlten. Heute jedoch ist sie zu dauerndem Siechtum verurteilt, wenn ihr die Jugend noch weiterhin fernbleibt. Die Partei braucht die Jugend, sie bedarf ihrer frischen Impulse, ihrer Tatkraft, ihrer Unbeschwertheit und ihrer Gläubigkeit. Schon allein um der Jugend willen müssen wir, von allem Anderem einmal abgesehen, die alten, ausgetretenen Pfade verlassen und Neuland suchen und das werden wir wiederum nur finden mit ihrerrHilfe. Die Menschen höheren Alters mögen noch so weise und noch so lebenskundig sein, aber wirklich schöpferisch sind sie nur noch in Ausnahmefällen. Die gewaltigen Aufgaben, die vor der neuen Sozialdemokratie stehen werden, verlangen jedoch wahrhaft schöpferische Fähigkeiten und eine unverbrauchte geistige und seelisahe Bereitschaft. Auch die Frauen braucht die Partei, die Mütter der neuen Generation. Ich selbst habe es erfahren, was eine Frau dem Manne bedeuten kann. Die Herzensbildung meiner Frau und ihr starkes Gemütsleben, dazu ihre Klugheit und ihre Entschlusskraft, haben mir währendder ganzen Dauer meiner Ehe unschätzbar genützt. Wir brauchen die Frauen aber auch in der unmittelbaren politischen Arbeit, wo die besonderen weiblichen Eigenschaften uns wertvolle Bienste leisten können, insbesondere brauchen wir sie für sozialen Aufgaben, die an Umfang und Bedeutung noch gewaltig wachsen werden. In der Politik kann das weibliche Herz nicht entbehrt werden. Bisher vergass ich zu sagen, dass auch unsere Stellung zu Religion und Kirche revidiert werden muss. Sie war historisch begreiflich und jahrzehntelang politisch gerechtfertigt, ist aber heute gleichfalls nicht mehr haltbar. Wir müssen ein friedliches Nebeneinander zu den Religionsgemeinschaften erstreben. Die sittlichen Werte des Christentums sollten ausserhalb jeder Discussion stehen. Sie werden von den mancherlei Irrungen und Wirrungen Kirchlicher Gemeinschaften oder den Sünden Einzelner nicht berührt. Als die Sozialdemokratie sich zu entwickeln began, feierte der naturwissenschaftliche Materialismus Büchners und der philosophische Materialismus Feuerbachs seine Triumphe. Die Einwirkung auf die damaligen sozialistischen Wortführer war stark und nachhaltig. Beide Wissenschaftler behalten in der Geistesgeschichte ihren Platz, aber auch auf diesen Gebieten sind wir weitergeschritten, die Forschung hat sich vertieft und die Erkenntnisse haben sich verfeinert. Die evangelische Kirche war bis 1918 im Staatskirchentum verknöchert- von Ausnahmen immer abgesehen- die katholische war stark politisiert. Eine Wandlung begann schon zwischen den beiden Weltkriegen,- aber auch die Sozialdemokratie wandelte sich allmählich. Die Gruppe religiöser Sozialisten wirkte fast wie ein Sauerteig. Ich habe ihr nie angehört, bin aber ihrem Bekennermut stets mit grosser Achtung begegnet. Der grausame Läuterungsprozess der Nazizeit trieb die Entwicklung innerhalb der Religionsgemeinschaften machtvoll weiter, und wenn die Kirchen sich den gebieterischen Forderungen einer neuen Zeit nicht mehr verschliessen, kann sich die Sozialdemokratie -5in Kirchen- und Religionsfragen erst recht zu ehrlicher Neutralität und völliger Duldsamkeit bekennen. Wir bedürfen zur Zeit mehr einer inneren als einer äusseren Umstellung. Ich verweise als Musterbeispiel auf die englische Arbeiterpartei. Dagegen stehe ich der in Berlin vorgeschlagenen Union mit den Kommunisten sehr skeptisch gegenüber. Die Frage ist bei weitem noch nicht spruchreif. Gerade jetzt, wo für unserer Partei eine Zeit neuer Bewährung anbricht und dazu eine Zeit von geschichtli cher Grösse, darf sie sich ihrer Selbständigkeit unter keinen Umständen begeben. Es wäre eine Versündigung gegen ihre ruhmvolle Vergangenheit und ein verhängnisvoller Fehler für die Zukunft. Von den Kommunisten trennt uns überdies noch ungemein viel, im Programm und ebenso in der Taktik. Wir dürfen auch nicht leichtherzig ihre grosse Behuld an dem Machtaufstieg Hitlers vergessen, sie haben ihm durch eine kindliche Politik den Weg gehhnt und die Demokratie in wüstester Weise Bekämpft. Und in der äusserst wichtigen Frage der Kriegsschuld stehen wir abermals in schroffem Gegensatz zu ihnen, weil wir eine Kollektivschuld des deutschen Volkes nachdrücklich verneinen, Vergessen wir auch nicht, dass ein Bündnis mit den Kommunisten uns die Gewinnung anderer starker Wählerschichten und damit die Entwicklung zu einer wirklichen Volkspartei sehr erschweren, wenn nicht unmöglich machen würde. Der kommunistische Wunsch ist übrigens nicht ganz selbstlos. Die Partei fühlt sich unsicher und ist anlehnungsbedürftig. Denn selbst in der russischen Zone sind ihre alten Kampfmethoden nicht mehr möglich, in den anderen Zonen hängt sie völlig in der Luft. Die Frage eines Zusammenschlusses mit den Kommunisten muss mit kühler Sachlichkeit behandelt werden, und mag das Herz zehnmal Ja sagen, der abwägende Verstand sagt umso eindringlicher Nein. Ich bin am Schluss. Ich habe hier Bedenken ausgesprochen, Grenzen gezeigt und gleichzeitig sehr nachdrücklich auf neue Erfordernisse verwiesen. Ich habe dargelegt, dass auch die Parteien in lebhaftem Fluss der Entwicklung stehen und sich unablässig verändern müssen, wenn ihnen nicht der Untergang drohen soll. Und auch unsere Partei kann nur entwicklungsgeschichtlich betrachtet werden. Die alte sozialdemokratische Partei ist dahin. Ihre Mission ist erfüllt, und jetzt muss die Partei ganz neu geschaffen werden mit einem neuen Programm, mit dem Zustrom neuer Menschen und auch mit neuen Organisationsformen. Vor dieser neuen Partei werden Aufgaben von grösster geschichtlicher Bedeutung stehen, vor allem wird sieals dem einzigen Heilmittel dieser furchtbaren Zeit allen Erschwernissen und äusseren Hemmungen zum Trotz beharrlich und folgerichtig auf den Sozialismus hinsteuern müssen. Dazu gehören Führer mit staatsmännischer Begabung und seherischem Blick. Die Aufgabe ist ungeheuer schwer, aber die Zeit verlangt gebieterisch, dass der Weg beschritten wird, und einstens wird die Nachwelt darüber richten, ob die Sozialdemokratie dieser ihrer neuen geschichtlichen Sendung gewachsen gewesen ist. In den Zeiten grösster Not unseres Volkes schreitet die Partei der Stunde ihrer höchsten Bewährung entgegen, Geschriegen Anfang Januar 1946 in Gönningen bei Reutlingen). . . . A de lheid Popp 11 V. 17148/52 SOZIALISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS SEKRETARIAT DES FRAUEN- ZENTRALKOMITEES WIENI, LOWELSTRASSE 18/ TELEPHON: A 28 5 20 Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remostrasse 3 Wien, den 25.3.1953 J/ H DOU Liebe Genossin Juchacz! Genossin Herta Gotthelf bittet mich, daß ich Ihnen etwas über die letzten Lebensjahre unserer Adelheid schreiben soll. Genossin Popp war am 12. Februar 1934 im Krankenhaus und entging daher der sicheren Verhaftung. Sie pendelte in den folgenden Jahren zwischen Krankenhaus und Wohnung hin und her und hat sie es eigentlich niemals überwunden, daß die Partei zerschlagen worden ist. Ich war die letzten Jahre immer mit ihr zusammen und weiß daher aus vielen Gesprächen, daß sie eigentlich immer in der Vergangenheit gelebt hat. Da sie an einer Gehirnverkalkung litt, gab es Tage und Wochen wo sie alles was es da an ungeheuerlichem gab, nicht mehr so richtig begriff. Erschütternd waren die Liebesbeweise die ihr von allen Schichten der Bevölkerung, sogar von den Böhmischen Heimarbeiterinnen gezollt worden sind. An Ihrem 70. Geburtstag waren Seitz, Ella Proft, Anna Boschek, Eugenie Brandl, Amalie Seidl und einige Freunde um sie versammelt und hielt. sie da ihre letzte wunderschöne Rede. Von diesem Tag an verfiel sie immer mehr und ist sie am 7. 3. 1939 gestorben. Ihr Begräbnis war das Erschütternste was man sich denken kann, so wie alle Begräbnisse damals war es das Treffen der Wenigen die von der Verhaftung noch übrig geblieben sind. Ich hoffe, daß ich Ihnen damit gedient habe und grüsse Sie Wir haben aus einem Bericht der vor Jahren geschrieben wurde einen Auszug gemacht und legen ihn dem Schreiben bei, vielleicht mit Freundschaft können Sie einige Anhaltspunkte daraus tre wenden. verОстеровит Gustav Radbruch Vorsteher: 6. Heir.... 16.11.46. Heidelberg Hiesenberg ia Liebe Frau Suibenz haben Sie und Sollmann unseren sehr herzlichen Dank für das gross artige CARE – Packet u. für die Freundschaft ihres Gedenken. Es ist ein herzbewegendes Eindrücke, wenn immer wieder alle Freunde aus dem Abgrund der Zeit und des Schicks. als wieder auftauchen und den Faten da wieder ankünischen, wo er vor 12 Jahren abriss. Dass aber man selbst aus so sie len Schicksalsschlägen u. Gefährtungen dennoch einigermassen aktionsfähig wildererstanden ist, dünkt einen immer beinahe ein wunder. Freilich langt die Kraft mir noch für den Beruf, der gerade jetzt grosse dankbare, fast seelsorgerische Aufgaben stellt aber nicht mehr für die grosse Politik. was sollmann über seine politische Entwich lung schrieb, hat mich sehr verwandt ange- sprochen. Auch in der G.P.D. vollziehen sich unter schumachers Führung grosse Waarhin. gen. Louise Schröder schrieb mir ergreifen über das Hilfe Erlebnis der Takteraft, des opfermuts und der Begeisterung bei den wahr- haft historischen Berliner Wahlen. Unterwor- ist es weniger erhebend. Ich habe ein Unter- nehmen eingeleitet, das sie interessieren wird, eine Sammlung keiner Schriften "Amtsche Volksmänner", als deren 3 erste Hefte geplant sind: Friedrich Nauma in von Cuiss, Graf Zahlen v. Prälaten Staricka Friedrich Ebert von mir vellest. Dass Frau übert mit ihrem Sohn Karl hier lebt, der andere in Potskam bei der S.E.D., wissen Sie wohl. Auch von den rechten Toben, Eggerstück täch, Silferding, Breitscheid u. Anberen brau- che ich sie nicht zu unterrichten. grüssen die Kirschmann, Hertz u. Gollmann Herzlichst. in aller Treue uns Verbindenheit Ihr Radbruch FROM THE SUB- DEAN DR. G. SCHWARZENBERGER UNIVERSITY COLLEGE LONDON GOWER STREET, W.C.I. EUSTON 4400 FACULTY OF LAWS as from: 55, Broadfields Avenue, Edgware, Middx. 3 Febr. 1948. Dear Madem. On November 21, 1948 Professor G. Radbruch, Heidelberg, will celebrate his 70th birthday. On the initiative of his friends inside Germany Professor Jespers and Professor Jellinek are preparing a collection of essays as a birthday present. May we ask the many friends and pupils of Professor Radbruch who live outside Germany to help us in preparing a similar gift? We should like to invite you to contribute something to such a collection, either an article on some aspects of your work, or personal reminiscences, a personal letter with photograph if possible, or a poem ete. In order to achieve some kind of uniformity may we ask that all contributions should be on quatto- size paper( the size of this letter paper) so that they can be put together in a xu suitable folder. The contributions should be in English, French, Italian or German. In order to make sure that they will reach Professor Radbruch in time we should be glad if we could have them in hand not later than August 15th. In present conditions there is no certainty that these contributions can be published in a FESTSCHRIFT and therefore contributors should consider themselves free to use these papers for such other purposes which they may have in mind. It would be helpful if you could let us know at your early convenience whether we can expect as we very much hope, your co- operation in this joint effort. Yours sincerely, H. Hemembergy. Suse Schwarzentegen Lieber verehrter Freund Radbruch: Als ich erfuhr, dass Sie am 21. November dieses Jahres 70 Jahre alt wuerden, wurde mir die Zeit wieder einmal lebendig, in der es mir vergoennt gewesen ist, mit Ihnen und neben Ihnen zu arbeiten. Im Alter hinke ich nur um einige Monate hinter Ihnen zurueck. Aber ich habe in den Jahren unseres gelegentlichen Zusammenwirkens immer zu Ihnen aufgeschaut-was ich auch heute noch tue-; Ihr Urteil war mir stets sehr viel wert. Erinnern Sie sich an die Broschuere, die von den Professoren Radbruch und Grotjahn als Folge von lebhaften und ernsten Diskussionen zwischen Ihnen und einer Anzahl Frauen ( Reichstagskolleginnen) erschien? Die Menschen, die man kennt, bleiben in ihres Wesens Kern wohl immer, was sie waren und das zeigt sich in ihrem Tun. Trotz des Erdbutsches, den wir erlebten, und trotz des Schweren, was den Einzelnen geschah, trifft das, wie es scheint, auch auf Sie zu. Von Ihnen hoere ich, dass Sie als einer der beliebtesten Professoren vor einer zahlreichen Hoererschar lesen. Das gehoert zu den wichtigsten Taetigkeiten der Gegenwart, es ist nicht mit Ziffern auszurechnen oder mit Worten auszudruecken, was es heute bedeutet, mit der Jugend zu arbeiten und ihr zu helfen, den Weg zu finden. Und wenn ich sehe, wie Sie zum Beispiel in dem von Wilhelm Keil herausgegebenen Buch 1848/1948 es verstehen, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden, dann bin ich gluecklich zu wissen, dass Menschen wie Sie noch da sind, um der heutigen Generation zu helfen. Ich erhielt dieses Buch von meinem Freunde Jean Meerfeld. Wie Ihnen, so geht es mir, ich bin trotz aller deutlich gespuerten inneren Veraenderung in meiner" line" geblieben. Ich mache in" Arbeiter Wohlfahrt" fuer Deutschland -nur mit dem Unterschied, dass ich meinen Wohnsitz in USA habe. Ich wuensche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie bei Ihrer und durch Ihre Taetigkeit voll und ganz die innere Genugtuung fuehlen, die Ihnen diese Arbeit geben kann. Ich wuensche fuer Deutschland, Europa und die Welt, dass Ihre Arbeit die Frucht tragen moege, die Sie und alle Ihre Freunde wuenschen. Ich hoffe und wuensche, dass Sie und Ihre liebe Lebensgef aehrtin diesen Tag und die spaetere Zeit in Gesundheit und Lebensfrische erleben und geniessen moegen. Mit herzlichen Glueckwuenschen, Ihre ergebene Marie Juchacz 339 East 173rd Street New York 57, N.I. University Colle London Gover Street London W.C.1 Att. Dr.G.Schwarzenberger Dear Sir: In answering your request of February 1948 I herewith send you a personal letter in celebration of the 70th birthday of Professor Gustav Badbruch of which I hope that it is satisfying. Sincerely yours, Marie Juchacz UNIVERSITY COLLEGE LONDON GOWER STREET W.C.I EUSTON 4400 FACULTY OF LAWS FROM THE SUB- DEAN, DR. G. SCHWARZENBERGER 14th May 1948 Dear Madam, This is just to acknowledge the receipt of your letter to Dr. Schwarzenberger. Dr. Schwarzenberger is at present in Germany on a lecture tour but I will put your letter before him on his return on 1st June. Yours faithfully, Faculty Clerk Mrs Marie Juchacz, 339 East 173rd Street, New York 57, N.Y., U.S.A. Saoke Rad bruch Radbruch • Schaff, das Tagwerk meiner Hände, Hohes Glück, daß ich's vollende. Noch ift es Tag, da rühre fich der Mann. Die Nacht tritt ein, wo niemand wirken kann. Der Mensch erfährt, er fei auch wer er mag, Ein letztes Glück und einen letzten Tag. Diele Goethe- Worte- Gebet, Gelübde, Befcheidung- ftehen über meinem Verbundenfein mit unferer Univerfität, das fchon 1904 bis 1914 beftanden hatte, 1926 von neuem begann, 1933 jäh zu enden fchien, 1945 wiederum erneuert wurde und auch nach dem Rücktritt vom Lehramt 1948 fich vielleicht noch in gottgefchenkten Arbeitsjahren in die Zukunft fortfetzen wird. So mögen diefe Worte zum Gruße und zum Danke dienen für Freunde und Schüler, für Mitftrebende und Anteilnehmende, die meines 70. Geburtstages mit Wünschen und Gaben überreich gedacht haben. Heidelberg, im November 1948 Heylicht Hurter Radwand Elfriede Ryneck 11 Nach einem arbeitsreichen Leben und Wirken für soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit verschied am 12. Januar 1951 ELFRIEDE RYNECK geb. Staegemann kurz nach Vollendung ihres 78. Lebensjahres. Im Namen der Hinterbliebenen ERICH RYNECK Berlin- Lichterfelde- West, Gardeschützenweg 18 Berlin NO, Gubitzstraße 16 Die Einäscherung findet am 18. Januar 1951 um 12.15 Uhr im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße statt. geschrieben 28. I. 51 19.1.51 Vorwäre Elfriede Ryneck gestorben E. T. Berlin: Am vergangenen Sonnabend ist Elfriede Ry neck, die Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt und langjährige Parlamentsabgeordnete war, kurz nach ihrem 78. Geburtstag plötzlich gestorben. schon Elfriede Ryneck stammt aus der bekannten sozialistischen Familie Staegemann, die von Eduard Bernstein in seiner " Geschichte der Berliner Sozialdemokratie" erwähnt wird und war seit frühester Jugend mit der SPD verbunden. 1919 wurde sie in die Nationalversammlung und später in den PreuBischen Landtag gewählt. Nach 1933 stand sie unter Polizeiaufsicht, und auch nach 1945 blieben ihr politische Verfolgungen nicht erspart, denn sie wohnte im Ostsektor Berlins und hielt treu zur SPD. Auf allen Parteitagen, die die Berliner SPD seit 1945 veranstaltete, war Elfriede Ryneck anwesend. Nun hat der Tod die treue Sozialistin abberufen. Mit ihren Angehörigen trauert die Berliner SPD um eine der ältesten und besten Kampfgefährtinnen. Der Partei- Vorstand der SPD hat den Angehörigen von Elfriede Ryneck nd dem Landesvorstand der Berliner SPD Beileidstelegramme übersandt. ChigClassen hat, vor dem Zusammentreten einer Viererkonferenz ein Gespräch einzuleiten. Der Inhalt der Erklärung der Bundesregierung beweise erneut, daß die Initiative für die Wiederherstellung der deutschen Einheit in Freiheit bei den legitimierten Organen der deutschen Bundesrepublik, dem Bundestag und der Bundesregierung liegt, nicht aber bei den Vertretern der Sowjetzonenverwaltung. Die Sozialdemokratie unterstreicht bei dieser Gelegenheit noch einmal ihre Entschlossenheit, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln den Kampf für die Einheit Sie ist überDeutschlands fortzusetzen. zeugt, daß die deutsche Bevölkerung in der Bundesrepublik wie in der Sowjetzone sich in diesem Willen völlig einig ist. Meldet Kriegsgefangenenpost! N. V. Hannover: Die Kriegsgefangenender SPD, hilfe des Partei- Vorstandes Hannover, Odeonstraße 15/16, wendet sich mit folgender Bitte an die Angehörigen von Rußland befindlichen Kriegsnoch in gefangenen: Nachdem die mehrere Monate dauernde Briefsperre wieder aufgehoben ist, treffen jetzt wieder Nachrichten der in Rußland deutschen Kriegs SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS DER PARTEIVORSTAND Frau Marie Juchacz HANNOVER ODEONSTRASSE 15/16 FERNRUF 246 46- 49 22. Januar 1951 1 Düsseldorf- Oberkassel San Remostr.3 heine liebe harie, Hab' sehr schönen Dank für den Nachruf auf Elfriede. Inzwischen habe ich gestern mit Louise in Bonn gesprochen, daß Elfriede vor ihrem Tode doch noch hat sehr leiden müssen. Sie hatte ganz furchtbare Anfälle von Atemnot und war sich ziemlich klar darüber, daß es zu Ende gehen würde. Sehr tragisch war, daß ihr Junge, Erich, nicht bei ihr sein konnte, da es für ihn ja nicht ganz ungefährlich war, seine Mutter in ihrer Wohnung im Ostsektor zu besuchen. Er hatte es trotzdem ein paar Mal getan, aber sie regte sich darüber so auf und schließlich mußte er ihr versprechen, nicht zu kommen, was sicher für beide sehr schwer war. Solche Situationen sind auch nur in Deutschland heute möglich! Gerade bekomme ich nun auch noch die Nachricht, daß Anna Siemsen ganz plötzlich gestorben ist. Trotzdem sie ja zu den Leuten gehörte, mit denen ich menschlich nicht so einen guten Kontakt hatte, hat mir ihre Gescheitheit doch sehr imponiert und sie hat wirklich trotz vieler Schwierigkeiten sehr brav und ordentlich gerade in unserer Parteibildungsarbeit mitgearbeitet. Auch sie ist ja schließlich ein Stück Geschichte unserer Bewegung. Leider haben wir hier so gar kein Material, auch kaum alte Handbücher und so werde ich wahrscheinlich die Daten für Deinen Artikel nicht einfügen können. Ich will versuchen, die Sache auch ohne ganz genaue Daten so hinzukriegen. Mit sehr herzlichen Grüßen und guten Wünschen! Veine Herda ( Herta Gotthelf) Postscheck: 941 27 Hannover, Alfred Nau und Herbert Kriedemann/ Bank: 531 42 Niederd Bankgesellschaft, Hannover, Alfred Nau Wilhelm Soll mann 5 Das ist vielleicht alles zu abstrakt, vielleicht auch schon zu anglosaxon, nachdem ich so lange in diesen Kulturkreise gelebt habe, aber Sie als ein alter Kaempfer/ und Student der sozialen Deuckratie werden nich verstehen. Ich weisweil Sie, genau wie ich die soziale Demokratie nie nur gedanklich erfasst, sondern sie erlebt haben. Wenn wir von der Partei" sprachen, deren Nane noch heute die tiefsten seelischen Schwingungen in uns auslcest, war unsere ganze Persoenlichkeit beteiligt. Wir wussten, auch wenn wir es selten formulierten, dass wir viel mehr wollten als eine neue politische Verfassung oder soziale Ordnung. Wir hatten und haben den Glauben an unbegrenzte Mceglichkeiten des geistigen und moralischen Menschen. Nicht allein durch materielle Verbesserungen und Anha eufung von Kenntnissen, sondern durch ein ununterbrochenes Streben nach seelischer Vervollkomnung. Gewiss, das" seelisch" klingt altmedisch, aber ich habe bisher nirgendwo in der Literatur etwa s refunden, was da s Unwa erba re im Menschen so fut und umfassend ausdrueckt wie das altvaeterliche Wort Seele. Natuerlich fuehle ich, dass manchen unserer ungluecklichen Freunde crueben in ihrer bitteren Armut und ihrer Demuetigung meine Ausfuehrungen als weit hergeholt erscheinen moegen. Wohnung und Nahrung sind ihnen wichtiger als alles, und ich begreife das. Immerhin muessen wir uns die Frage verlieren, cb nicht die Weltkrise auf allen Gebieten vorwiegend eine moralische ist? Ob ueberhaupt noch ein Lichtblick und ein Loesungsversuch moeglich ist, bever wir uns international, wenigstens in der westlichen Welt, wieder auf gemeinsame Moralbegriffe einigen werden? Dass wir alle capepon verstossen werden, ist menschlich, aber es muss zum Unmenschlichen und zu Unmenschlichkeiten fuehren, wenn wir jede gemeinsame Meralgrundlage negieren der nur von einen noch unfassenderen Gesellschaftsunsturz er arten. Glauben wir in Grunde nicht alle an eine solche gemeinsame Moralgrundlage? Ging nicht unser Kampf gegen die Naziverbrecher von einer moralischen Haltung aus? Appellieren nicht jetzt wieder die demokratis en Kraefte in Deutschland an das Gewissen der Sieger und nicht nur an ihre Vernunft? Wenn wir in Grunde neralische Handlungen in der nationalen und internationalen Politik verlangen, duerfen wir nicht selbst dem Zynismus und Nihilismus verfallen. In der Peziehung hat die sozialdemokratische Erziehung in Deutschland die schwersten Aufgaben zu bewa eltigen. Sollte da nicht ein Zusa enfinden zwischen jungen Sczialdemokraten und jungen Christen meglich sein? Wo ist ueberhaupt eine Hoffnung fuer ein demokratisches Deutschland, wenn diese Zusammenarbeit unmoeglich sein sollte? Ich habe bisher nur ganz vereinzelte Beziehungen zur christlichen Jugendbewegung in Deutschland. Nach meinen Erfahrungen mit englischen und amerikanischen jungen Christen, habe ich einen gewissen Optimismus. Hierzulande z. P. besteht zwischen der Arbeiterbewegung, und erst recht natuerlich zwischen der Demokratie und dem pressten Teile des crpanisierten Christentums gar kein Gegensatz. Allerdings gibt es in den Vereinigten Staaten keine Staatskirche, sondern nur viele freie Volkskirchen. Wird man ba ld in Deutsch land Kirche und Volk in eine se freie Verbindung bringen kennen, wie sie hier selbstverstaendlich ist? Ich ha be Ihre Geduld und Nachsicht sehr in Anspruch genonDen, lieber alter Kollege. Sie werden mir gewiss nicht in allem zustimmen, aber ich wusste keinen wuerdigeren Adressaten fuer diesen sozialdemokratischen Prief in die alte Heinat als Sie, meinen unmittelbaren Verga enger in der Chefreddaktion des Pla ttes mit dem geschichtlichen Namen" Rheinische Zeitung." Ich war mir immer bewusst, wie sehr unter Ihrer und noch mehr unter einer Leitung unser Blatt abwich von der Gedankenwelt seines ueberra genden Gruenders und Chefredakteurs Karl Marx, Aber schliesslich muss jeder in seiner Zeit sich seine eigene geistige Position erarbeiten, wie kuemmerlich sie auch sein moege. Mit allen guten Wuenschen fuer Sie, fuer" die Partei", fuer unsere Mitkaempfer und das ganze besiegte, verarmte, sicherlich schuldbeladene und doch auch vielfach verkannte Deutschland. Ihr William F. Scllmann Pondle Hill, Wallingford Pa. U. S. A. 4 sich entweder in dem Heimweh nach den guten alten Zeiten abschliessen, oder neues Leben aus den Ruinen zu schaffen versuchen. Das hat mic Menschen zu geschehen, denen beinahe alle Voraussetzungen fuer einen gesunden Wirtschafts- und Staatsa ufbau fehlen. Ich bewundere jeden, der diese Arbeit anfasst und werde mir lange ueberlegen, ehe ich ihn vom sicheren Port zu kritisieren wage. Soviel aber glaube ich sehen zu keennen, dass man an die Menschen der Truemmerstaedte und des ueberfuellten Landes nicht mit vornazistischen Agitationsschlagern, noch mit ehrwuerdigen Theorien, noch mit Anklagen und Kritisieren und auch nicht mit den alten Organisationsformen herankommt. Wir muessen alle, auch diejenigen, die wa ehrend der Hcellenzeit sich in Sicherheit befanden, unseren Anteil am politischen Versagen der deutschen Nation in allen ihren Schichten uebernehmen. Das bedeutet natuerlich nicht, dass wir uns mit politischen Mordern und sozialen Quacksalbern auf einer S ufe zubewegen brauchen. Aber wir haben alle eine Menge neu zu lernen. Vielleicht wird die neue politische Organisation aus gemeinsamer Wiederaufbauarbeit erwachsen. Das meine ich ganz wcertlich, indem ich an die notduerftige Reparatur der Ruinen( Haeuser, Fabriken, Verwaltungsgebaeude und Kirchen und Schulen ver allem) denke. Solche ka mera dschaftliche oder genossenschaftliche sozialistische Arbeit mag durch Praxis mehr lehren als Theorien ueber Arbeit, Lohn und Profi die durchweg aus dem Hochkapitalismus und seinen Triumphen stammen. Deutschland ist ein armer Leute Land und scheint auf Menschengedenken fuer einen Armutssozialismus bestimmt zu sein. Es kann darin in einer weithin verarmten Welt( und wer weiss welche Verwuestungen noch beverstehen moegen) vielleicht ganz neue sozialistische Experimente entwickeln, die vorbildlich sein moegen. Die kapitalistische Welt wird das nicht verhindern koennen, vielleicht nicht einmal wollen. Die rewaltige Zersteerung und Entfernung von Kapital in Deutschland muss antikapita listische Wirkungen haben. Wer kann unter slchen Unstaenden voraussagen, welche Formen der Sozialismus in Deutschland annehmen wird? Fuer viele Jahre-шirnakivakzxxxxxxxx@ mkrxki* XXXX war die deutsche-und internationale-Sozialdemokratie viel zu sehr auf den Staatssozialismus, auf die ekonomische Allgewalt des Staatsapparates ein estellt. Die sozialistische Gemeinscha ftswelt kann aber neben und in Wettbewerb uit de Staatssozialismus aus vielen freien sozialen Gruppierungen erwachsen, die alle Privatprofit a blehnen moegen. In der Beziehung sollten wir sehr aufgeschlossen sein und manchen Verschlag diskutieren, den wir frueher einfach ablehnten, weil er nicht in unsere programmatische Schablone passte. Nichtmarxistische, sopar christliche Sozial- und Wirtschaftsreformer moegen manchen Baustein beizutragen haben, den wir allzu ha stig verworfen hatten. Dass sozialistische Ideen anderseits tief in die christlichen Gemeinschaften, auch die katholische Kirche eindringen, ist unverkennbar. Schliesslich werden uns auch die Erfahrungen in Skandinavien, in Grossbritannien und in Russland positiv und negativ zu Denken anregen. Nur in einen Punkte duerfte es keine Diskussionsnoeglichkeit geben das ist die Frage einer Staats-, Partei-, Klassen- oder Rassendiktatur. Da hat der soziale Demokrat seinen Standort gewaehlt. Er ist gewiss kein Achtundvierziger. Er kennt die Bedeutung der oekonomischen Demokratie und wird fuer neue de kratische Formen offen sein, aber er wird niemals soziale eder nationale Unterdrueckung hinnehmen. Vielleicht haben wir Sozialdemokraten frueher und tiefer als andre eine Revolution geahnt, die jetzt oder nach einer neuen Explosion erst heraufziehen mag die Wiederentdeckung der menschlichen Seele, das geettliche Fecht fuer jeden einzelnen sein eigenes Leben aus seiner besten Erkenntnis selbst zu gestalten. Natuerlich werden seine Entschluesse begrenzt von den Interessen der Gemeinschaft, in der er lebt, aber nicht von der Diktatur einer Partei- der Staats- oder Wirtschaftsua schine der Fer von der Diktatur eines der einiger pressenwahnsinniger Fuehrer. Ver 300 Jahren hat einmal ein revolution: erer Offizier der Cromwellschen Amme den Inhalt der sozialen Den kratie so formuliert:" Ich denke, dass der a eroste Mann in England dasselbe Recht hat sein Leben zu gestalten wie der reichste." Das ist heute s wahr wie damals und fuer alle La ender, und es hat materielle und geistiges Gewicht. Auch der an Macht und Hirn reichste Sezialist hat nicht das Recht andre Menschen in die Formen seiner Denkungsart zu pressen. Das wa ere die Suende wider den Heiligen Geist der Demokratie. Das Wort in Evangelium, dass die Suende wider den Heiligen Geist, das Verbrochen gegen das Beste in Menschen nie vergebenwird, ist eine einfa che natuerliche Erfahrungsweisheit, in Leben des Individuuns wie in dem der Voelker. Menschen, Parteien, Staaten, die das Predigen der Depokratie zu undemokratischen Handlungen benutzen, haben ihren Lehn dahin. Die Weltgeschichte wird sie richten, wie sie andre gerichtet hat. 3 kratie, trotz ihrer glaeubigen internationalen Haltung, in der deutscher und internationalen Politik genau so provinziell, rechthaberisch, ungewandt, steril war wie die herrschenden Schichten. Es ist richtig, dass wir nie einen konstitutionellen Kaiser hatten. Es ist eben so richtig, dass wir nie eine ganz klar entschlossene konstitutionelle Sozialdemokra tie entwickelten. Das wird trotzdem mit tiefer Dankbarkeit und Bewunderung hingeschrieben fuer die aufructtelnde und erzieherische Arbeit, fuer die reformerischen Erfolge, fuer die wegweisende antikapitalistische und antimilitaristische Kritik, die von der deutschen Sozialdemokratie geleistet worden sind. Aber an weiser politischer Taktik, kuehner Strategie und dem politischen Machtwillen fehlte es. Es ist richtig, dass der preussisch- deutsche Halbabsolutismus der Fntwicklung sta atsmaennischer Ideen und Perscenlichkeiten hinderlich war, aber auch in der Sozialdemokratie war die Atmosphaere fuer staatsmaennische Begabungen erstickend.Sc traten denn Fuehrer und Mitglieder-das Wort" Massen" ist allzu charakteristisch fuer die nivellierende Auffassung jener Tage-ganz unvorbereitet an die im Jahre 1918 ploetzlich gestellten Aufgaben heran. Viele waren schwankend nach oben und na ch unten; sie schwankten zwischen rechts und links. Viele ha tten ein schlechtes Gewissen, wenn unwissende Rchlinge" Verr ra t" schrieen. Viele waren unfaehig gewissenlosen Demagogen mit der ganzen Wucht von Tatsa chen zu antworten, die einer grossartigen sozialdemokratischen Reformarbeit zur Verfuegung stand. Wie konnte man die sozialdemokratische Republik aufbauen, entwickeln und mit Koerper und Seele bis zum letzten verteidigen, wenn bei sozialdemokratischen Gruppen, obwohl nicht bei der Mehrheit, die ueblen Schlagworte von" sogenannter Demokratie oder" formaler Demokratie" oder " kapitalistischer Demokratie" ungingen. Die Vision einer Diktatur des Proletariats war niemals ganz ueberwunden. Starke sozialdemokratische Gruppen halfen den faschistischen und den kommunistischen Tedfeinden der Demokratie, indem sie plakatierten:" Republik das ist nicht viel, Sozialismus ist das Ziel." Die einfache Wahrheit ist, dass man das Ziel nie erreicht, wenn einem der Weg zu holprig erscheint und man sein Leben mit den endlosen Suchen nach einem neuen verbringt. Jetzt, so scheint mir aus der Ferne, haben Hitlers Verwuestungskrieg und die allierten Bombengeschwader eine grosse wirtschaftliche und soziale Gleichmachung in Deutschland herbei; efuehrt. Ich will die noch bestehenden und die sich wieder entwickelnden sozialen Unterschiede gewiss nicht verkleinern. Es scheint aber, dass eine sehr grosse Mehrheit der Deutschen fuer viele Jahre eine sehr gedrueckte Lebenshaltung haben wird. Der Aufstiegstrieb der allermeisten wird sich unueberwindlichen Hindernissen gegenueberstehen. Das wird das Interesse an und das Verstaendnis fuer eine sozialistische Wirtschaft heben. Die politische Aufgabe der Sozialdemokratie ist, in geduldiger, duldsamer und doch aufwuehlender Arbeit, die Kriegsverlierer in Deutschland zu einer sozialistischen Volksgemeinschaft zu sammeln. In diesem Volkssezialismus muessen, wie nach dem Evangelium im Christentum, viele Wohnungen sein. Viele sozialistische Richtungen muessen lernen zusammen zu arbeiten. Die alten Sozialdemokraten muessen mit den Neukommenden, zumal den Jungen, ka meradscha ftlich diskutieren und sie nicht, pestuetzt auf Parteisenioritaet abzukanzeln versuchen. Wahrscheinlich ha ben in der Peziehung diejenigen deutschen Emigra nten etwas gelernt, die eine viel hochere Diskussionskunst in Grossbritannien und den Vereinigten Staaten beobachten und praktizieren konnten. Diskussion sollte nicht rechthaaherischer Streit, sondern eine Methode um im Austausch von Gedanken zu neuen Frkenntnissen zu kommen. In einem Vertrage wa ehrend der amerikanischen Lehrerwoche in der Universitaet ven Pennsylvanien, der pedruckt und hierzulande weit verbreitet wurde, habe ich vor Jahr und Tag auf den Mangel politischer Diskussion in Deutschland, und zar unter jedem Regine hingewiesen. Daruber hinaus ha be ich den Mangel an guten Manieren in menschlichen Beziehungen in Deutschland beklagt. Man muss lange in gebildeten Kreisen Grossbritanniens und Amerikas gelebt haben, um zu wissen, was man in dieser Beziehung als Deutscher unzulernen hat. Ich mag z. B. die hier in Diskussionen oft gebrauchte Redewendung " I may be wrong."-" Ich mag mich irren. Solche Wendung nimmt einer Auseinandersetzung die Spitze, die eine totalitacre Rechthaberei provoziert. Die Deutschen verwechseln allzucft Streiterei mit Diskussionen und klaegliche Noergelei mit ufbauender Kritik. Von draussen gesehen scheint in gegenwaertigen Deutschland alles provisorisen zu sein: Von den Reichs- und Laendergrenzen an, ueber die fuehrenden Persoenlichkeiten bis zu den politischen Organisationen, die un Geltung ringen. Alles liegt in Truener, auch die alte Gedankenwelt, die politische sowohl wie die moralische. Man kann 2 Ich glaube beinahe, jetzt muesste ein guter Redakteur und Politiker in Deutschland so etwas wie ein Seelsorger oder Psychiater sein, der mit groessten Schonung, Nachsicht und Geduld ein krankes Volk zu neuen Frkennissen fu fuehren sucht. Dazu ist eine ernste Selbstpruefung notwendig. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die politische Willensbildung in Deutschland, wie sie sich in Parteien formt, auch nur in ihren Anfa engen abgeschlossen wa ere. Uebrigens kann ich von hier aus nicht beurteilen, wie sehr aeussere Umstrende unsere Freunde am Aussprechen dessen hindern was ist. Ich bin sicher, dass die neue Redaktion Ihren " geharnischten Prief genau so beacht t hat, wie die wenigen ermunternden Worte, die ich von der pa zifischen Kueste nach Koeln geschickt ha be, als mir eine Gesinnungsfreundin in New York den Beweis dafuer zusandte, dass Freiligraths" stolze Rebellenleiche wieder einmal ihre Auferstehung gefeiert hat. 11 Es freut mich, dass Sie waehrend des Krieges meine durchgeschmuggelte Zeile erhalten ha ben:" Wir kapitulieren nie.S." Wahrscheinlich haben die Nazizensoren das nicht richtig verstanden. Fine deutschnationale Bekannte erinnerte mich neulich in einem Briefe, dass ich ihr wa ehrend des Krieges auf Umwegen eine Weihna chtskarte gesandt ha be mit dem handschriftlichen Zusatze" Warte nur balde..." 1 Sie ha t sich a muesiert, dass" die Nazinarren und ihre Zensoren da s durchgehen liessen." Es gehoerte fuer uns zu den wenigen politischen Lichtblicken.ab und zu ein paar Na chrichten in das besetzte Deutschland gelangen zu lassen und Antworten zu erlangen. Dabei hat sich meine schon frueher gemachte Erfahrung bestaetigt, dass Parteigrenzen nicht immer gelten. Man fuehlt sich mancher tapferen Seele na he, die in einer anderen Partei oder gar in einer Kirche stand. Unsere Vaeter waren doch eigentlich sehr weise, der Partei den Namen" Soziale Demokratie zu geben. Dieser Name hat gar nichts mit Marxismus oder ueberhaupt einer einengenden Theorie zu tun. Fs ist auch nicht der Name einer Klassenbewegung, die sich auf die industrielle Arbeiterschaft und ihre Nachbargruppen beschra enkt. Sozialdemokratie koennte so recht das Pa nnerwort der groessten Volksbewegung in jeder Nation werden. Fs koennte alle Kraefte sammeln, die fuer eine neue gerechtere Sozialordnung und fuer die Gleichberechtigung jedes Menschen eintreten. Das koennen in philosophischem Sinne Materialisten sein und Idea listen, Freidenker oder Christen oder Juden, Bauern, Arbeiter, Gelehrte oder Geschaeftsleute. Freilich waere dann notwendig, da ss man entschlossen aufgibt, die volks- und weltweiten Ideen des Sozialismus, die uebrigens uraltes Gedankengut sind, durch Klassenkamp fideologien einzuengen. Das stoesst alle ab, die die materialistische Geschichtsdialektik a blehnen oder ihr doch eine viel geringere Bedeutung beilegen als die Marxisten. Karl Marx und Friedrich Engels und Lenin repraesentieren doch nur eine, wenn auch sehr wichtige Linie der sozialistischen Geistesgenealogie. Ps liessen sich vor und na ch Lassalle eine lange Liste von gedankentiefen und weltweisen Sozialisten aufza ehlen, die nicht Marxisten waren: Proudhon, Weitling, Kingsley, Keir Hardie, Jaures und viele andre. Man koennte fra gen, ob einige von ihnen nicht aufgeschlossener waren als Ma rx und Engels und einen gesuenderen demokratischen Instinkt offenbarten, weil sie die totalitaeren Ansprueche vermieden, die seit dem Kommunistischen Manifest die kommende Alleinherrschaft der Marxisten proklamierten. Die einzige sozialistische Partei, die in einer Grossmacht in verhaeltnismaessig kurzer Zeit eine parlamentarische Mehrheit eroberte, ist die British Labor Party, und sie war als ganzes gesehen immer absolut antimarxistisch. Deshalb hat sie stets reiche Kraefte aus der" buergerlichen Intelligenz und grosse Teile von Kirchenchristen angezogen, auch zahlreiche pfa rrer. So wurde der beiden Teilen verhaengnisvolle Kampf zwischen Christen und Sozialisten vermieden. Ohne jede Streiterei uebernahmen die Britischen Sozialisten alte pa rlamentarische und monarchistische, soga r koloniale raditionen. Sie zenkten sich nicht ueber monarchische Repra esenta tionspflichten, nicht ueber" Hofgaengerei" und andre Lappalien, die viele Jahre das deutsche Parteileben vergiftet haben Kleinlichkeit war eine der Charakteristiken der deutschen Sozialdemokratie, wie aus na heliegenden geschichtlichen Ursachen Kleinlichkeit eine Eigenart der meisten Deutschen ist, in allen Klassen, in allen Pa rteien, in allen Kirchen. In der Sozialdemokratie erwuchs a us einer allzu selbstsicheren" wissenscha ftlichen" sozialistischen Haltung eine Art marxistischer Theologie.Diese Geisteshaltung vernachlae sigte aus tie- tem Ernste ueber vielen Disputationen die Entwicklung des politischen Machtwillens und die Vorbereitung demokra tischer Verwaltungsaufgaben und sozialistischer Wirtschaftsplanung.. Allzugruendliche Theoretiiererei macht politisch impotent. Man braucht nur heute die Parteitags deba tten von vor 1918 nachzulesen, um zu sehen, dass di3 Sozialdemo Der Adressat dieses Briefes ist Dr.h.c.Johann Meerfeld. Fr war mein Vorgaenger in der Chefredaktion der Rheinischen Zeitung in Koeln. Ich war mit ihm Mitglied der Verfassunggebenden NationalVersammlung in Weimar. Bald danach wurde Meerfeld einer der Puergermeister der Stadt Koeln und schied aus dem pa rla mentarischen Leben aus. Fr blieb aber ein Mitglied der hoechsten Koerperschaften der rheinischen und deutschen Sozialdemo kratie. Freund und Gegner repektieren Dr. Meerfeld a ls einen selbststaendigen politischen Denker. William F. Sollmann Frueher langjaehriger Chefredakteur der Rheinischen Zeitung und Peichstagsabgeordneter. Seit 1937 an der Fakultaet von Pendle Hill, Zentrale fuer Religioese und Soziale Studien in Wallingford, Pennsylvania, U. S. A. den 11. August 1946 ( Deutscher Verfassungstag) Lieber Meerfeld: Ihr langer freundschaftlicher politischer Brief erwartet eine Antwort. Ich werde sie so fassen, dass ich sie auch an andre Freunde in der alten Heimat senden kann, die mich um meine Meinung bitten. Indem ich an Sie schreibe.an den Mann, der mich vor vielen Jahren in den sozialdemokratischen Journalismus eingefuehrt hat und da mit zum wesentlichen Teil in meine politische Laufbahn, werde ich wohl am Besten dem na heliegenden Verdachte begegnen, dass ich mir a us der Ferne irgendwelche Autoritaet anmassen wollte. Das liegt ganz a usserhalb meiner Absichten. Ob meine Entscheidung richtig war oder falsch , ma dahin gestellt bleiben: als Hitler's Diktatur vier Jahre geda uert hatte und ich, wie viele andre, den zweiten langen Weltkrieg und Deutschlands Niederlage fuer unvermeidlich hielt, wusste ich, dass fuer mich eine fuehrende politische Betaetigung in dem zu erwartenden Nachkriegsdeutschland nicht mehr in Frage kommen koennte. Da her entschloss ich mich in dem Lande William Penns, Fenja min Franklins, Thomas Jeffersons, Abra ham Lincolns und Woodrows Wilsons, die a lle viel zu meinem politischen Denken beigetragen haben, Puerger und Lehrer in Politik zu werden. So glaubte ich mein sozialdemokra tisches Lebenswerk am Besten fortsetzen zu koennen. Ich fuehle das heute mehr denn je.Fs mag wohl sein, dass ich in kommenden Jahren a 1s amerika nischer Buerger und in voller Loyalitaet zu den Vereinigten Staaten mehr fuer die Rettung und den Aufbau der deutschen Demokratie tun kann als drueben, wo mich tausend Dinge hinder wuerden, die hier fortfallen. Ich empfinde tief, dass mein mehr als 13ja ehriges Fernsein von Deutschland und mein-wenn auch bescheidenes- Wohlleben hier mir jede Kritik an den Freunden drueben beinahe unmoeglich machen. So wollen Sie bitte auch verstehen, da ss ich in einem ganz anderen Sinne an die neue Rheinische Zeitung geschrieben habe, als Sie es ta ten. Sie waren keineswegs der einzige, der sich mir gegenueber kritisch ueber das Platt geaeussert hat. Fin fuehrender politischer Gegner der Sozialdemokratie schrieb mir aus Deutschland, da ss die alte" Rheinische" turmhoch ueber der jetzigen gesta nden ha be. Das mag richtig sein oder uebertrieben, jedenfalls halte ich es nicht fuer gerecht, die jetzige Redaktion an den Verhaeltnissen zu messen, unter denen wir zu arbeiten das Glueck hatten, ich dem, was noch mehr als Sie. Vielleicht stehe ich zurzeit auch unter die Englaender" the enchantement of distance" nennen, den Zauber der weiten Entfernung, der Freude, endlich wieder einmal den hundert Jahre alten Kampftitel" Rheinische Zeitung" zu lesen. In einem allerdings glaube ich, dass die neue Rheinische Zeitung sich von der unter Ihrer in dem Masse und meiner Fuehrung unters cheiden muss; sie kann nicht ein. wie frueher eine politische Parteifa hne sein. Ob sie das wieder mal werden wird, weiss ich nicht. Zurzeit in dem Flends-Deutschland, in seinen Truemmerstaedten, mit seinen hungernden apathischen Menschen die a ussenpolitis ch entrechtet und gefesselt sind und innenpolitisch sich in einem unkleren Uebergangsda sein befinden, zurzeit sollte jeder Wort a uf diese kra nken Seelen Ruecksicht nehmen. Clara Bohm- Schuch WILLY SCHUCH den 6. Juli 1952. Berlin- Johannistal, Breiter Weg 22 Liebe Freundin Mieze! Habe vielen Dank für Deinen Brief. Sicherlich gibt es eine Gedankenübertragung! Denn mehrere Tage vorher sagte ich zu meinem Bertel bedauernd, daß man so gar nichts von Dir hört und nicht weiß, wo Du steckst. Deiner Bitte will ich gern entsprechen und ich hoffe, daß ich es auch wunschgemäß tun kann. Ich schicke Dir einige Gedenkartikel einige Besprechungen und eine Niederschrift der bei uns beschäftigt gewesen en Hermine. Diese Belege hätte ich gern nach Erledigung zurück, und schicke sie dann an unsere Bekannte Frau Dinse, Neukölln, Enserstr. 631. Dann lege ich bei: das kleine Gedichtbüchlein und die beiden Broschüren, die Du gern behalten kannst. Solltest Du noch eine bestimmte Angabe benötigen, so schreibe bitte darum. Und nun habe Freude an Deiner Arbeit! Über Gertrud Hanna kann ich leider nichts Authentisches mitteilen. Ich habe hier und dort nachgefragt, aber es waren doch nur unbestimmt Angaben. Wir haben uns so ganz zurückgezogen, auch wir verstehen die Welt nicht mehr. Und bei der lieben Claire würde es wohl nicht anders sein. Dir geht es gesundheitlich hoffentlich gut! Bist Du bei der Lotte und wie geht es den Kindern, auch denen von Lisbeth? Wir beide hatten im ersten Vierteljahr so allerlei, was uns nicht gefiel, ich im Januar eine Bruchoperation, im Februar die Grippe für 3 Wochen, Bertel solche im März. Kläre hatte in ihrer Familie auch manches. Sie selbst offene Füße- 1 Jahr zuvor eine sehr schwere Operation-, ihr Mann wochenlang Stirnhöhlenkatarrh und Annette Scharlach mit 6 Wochen im Krankenhaus. Den beiden Burschen, jett 9 Jahre alt, geht es gut. Stefan ist leider gehör- und sprachbehindert. Ein mehrwöchiger Unterricht bei einer Sprachlehrerin in Kühlings born im April/ Mai hat einige Fortschritte gebracht. Bedauerlicherweise mußte aber durch die Einrichtung der Sperrzone der Junge zurückgeholt werden. Aber vielleicht hat er doch jetzt eine Basis, auf der man aufbauen kann. So hat jeder sein Päckchen! Sei nun lieb von uns beiden gegrüßt! In alter Freundschaft Dein Willy Schench Entwud abgeschick b. Sept. Mein lieber Freund Willi, Schuch ich bin Dir sehr, sehr dankbar dafür, dass Du mit die Erinnerungsstücke du die liebe Wenn 88° an Claire überlassen hast. Und ich danke Dir für den so lieben Brief.Und ganz herzlich für das Gedichtbändchen und die beiden Broschüren, die mir auch persönliche Wertstücke sind. 88 Ich habe es so gut gebrauchen können.Weisst Du, es waren in der Hauptalles wunder va sache die Daten, die ich suchte, aber dann hat das Ganze doch/ dazu beigeund letzten Begebenheiten tragen die gemeinsame Vergangenheit noch einmal zu erleben, aus dem AbJ6| t t+ ཊི ཉིས རི བརྡ\ stand zwar, den die Zwischenzeit und die Ereignisse hingestellt haben, aber doch so plastisch, dass ich 6/ 6/ manches, was versunken war, wieder vor mir sah. Niederschrift im Unreinen Die fertige Arbeit liegt vor mir.Sie ist mit Hindernissen entstanden, weil dann ging es auch nach Bonn als Dr. Schumacked ich einmal davon aufstehen und wegfahren musste. Dann überfiel mich ganz glor einige Tage storben was. plötzlich und ungeahnt ein schmerzhafter Ischiasanfall, der mich ins Bett nich bin ich nooled schmerztve. zwang. Heute ist der erste Arbeitstag danach und Ich benuzte ihn, um das ( i'm Camren werden Angefangene fertig zu schreiben. Es werden etwa 20-25 Biograpien von FrauEs ist eine Arbeit, die nicht leicht ist, aber ich tue en angefangen mit Luise Otto- Peters bis in unsere Generation hinein.# ( in einem Büchlein vereinigt werden, sie gern ich diese Erinnerung an unsere Claire ins Reine geschrieben habe, schicke ich Dir schon immer einen Durchschlag zu.Weil doch die ganze Arbeit nicht im Handumdrehen fertig gestellt werden kann. Und wenn es geschrieben ist, auch dann ist, wie Du aus Erfahrung weisst, das Letzte noch nicht getan. der Hoffentlich finde ich einen Verleger. Dass manche Genossinnen danach greifen werden, glaube ich doch bestimmt. Dann hätte ich doch das Gefühl, noch etwas zu nützen. Ich folge genau Deinem Brief beim Einpacken * dessen, was ich Dir zurückschicken soll. siche Notiz auf Deiner Niedersch Men noch etwas Persönliches. Ich wohne hier in Düsseldorf zusammen mit einer jungen Frau, die noch der War Lebenskamerad von Emil Kirschmann geworden ist, als wir in der Fremde waEmail wurde ren. Wir waren die ganzen Jahre, in denen er noch lebte, zusammen und sind nach seinem Tode/ ganz/ nun auch/ zusammen geblieben. Meine Tochter Lotte wohnt/ in der Nähe, wir sehen uns regelmässig.Sie quält sich ab mit ihrer kleinen RechtsanwaltsPraxis.Sonst geht es ihr nicht schlecht, gesundheitlich gut.Erfullt ist ihr Leben( Dank Hitler) nicht. Daran kann man nichts andern, sie klagt aber auch nicht, es sind nur so meine Gedanken. Mein Paul hat mit seinem Beruf darin als Landwirt eigentlich das Richtige getroffen, wenn jemand so in seinem ++ — 8 arbeitete sie mit soweit es ihr die Zeit erlaubte in i" was oblicht. Es würkheit. Partei Es war 1917. Nach der anseligen Spaltung erat zur Zusammenfassung sammlung haer Kräfte ich mir neue Arbeit in der Lindenst. in Berlin eine ausserordentliche Frauenkapparent zu sammen. Clara gehörte mit zu denem die Stelle heran teil. nahmen and sick von xαλεηῃς Ἀαναν εἱ γευρflichtet tatkant. fühlten am Neuaufbauzen helfen. Sie gab Mitarbeit und Namen her, als aus Leistung und Reife heraus, die Frauen immer dringender ihr Recht als Staatsbürgerinnen verlangten. Am 26. Okt. 1918 erschien, mit der Unterschrift mehrerer Frauen darunter Clara Bohm Schach, Elisiede Ryneck Wallg tafler eine Kundgebung"Die Frauen an der Triebe." Dort hiess es:"Die Arbeitersch. wird heute zum grössten Teil durch Frauen ve- præsentiers. Wir fordern den Frieden und werden ans jedem Hersuch ihm hinausza zogern, entgegen- setzen. [Middem Ende des Krieges wurde uns Frauen das Wahlrecht gegeben. Clara Bohm Schuch warde dóndem Berliner Wählern in die Nationalversammlung gewählt. Die war nur Arbeitsgrandlage wurde weiter. Bald naak dieser Wahl über- nahm sie- als neue Arbeitsbürde- die Redaktion der Gleichheit. Sie gehörte damals schon dem"Reichsausschuss" fuͦr socialistische Bildumesarbeit" an und wirk' dann später im"socialis. schen Kultarbund" mit. Da. Unsere Freunde alles niess für(lara in jedem Fall(aktiv sein) Idem haben, s. e. entwickeln Die"Gleichheit" hatte zahlemmassig unter der Spathung Perfeiörgekisationen gelitten die hohe Abonnentenziffer, an der auch die und Gewerkschaften durch Organisationsabnahme beteiligt gewesen waren war bis auf einem Rest zusammengeschmolzen es letzten gewesen war auch während der Krieges nicht möglich hier etwa aufzakolen. Dara n kommte auch der hohe geistige Standard der gleichheit nichts ändern. Auf der Frauenkomfrenz begründete und dem Parteitag zu Halle 1920 pländerte(lera dafür Die Wichtigkeit der Lekdau Branche, 21 dev na n immer. superlative. führen muss. Beruf aufgeht wie er, dann zählen die Unannehmlichkeiten garnicht so sehr, Arbeid. die man z.B.dadurch hat, dass man diesen geliebten Beruf als Beamter ausMein Wahlsohn Fritz Roehl, Elisabeths Junge lebt in München. Er ist als ( an_ n ✗ Pressemann beim Film tätig. Das sagt eigentlich alles, wenn man die heutige Lage des Films denkt.Er hat" ungeheuer" viel zu tun, ist immer in Hast schwerverdientes/ grade mal und büsst manchmal sein/ Honorar wenn die Gesellschafty pleite geht. DaZein bei ist er eine Frohnatur, hat eine ausgezeicnete Frau, die selber prodzierende Künstlerin ist. Ausserdem ist sie erfolgreiche Leiterin einer staatl. Stickereischule, eine Stellung, die" trotz Erfolg und trotz staatlichihr Wenn und Aber hat. hatter 1957 gut Gesundheitlich ist es mir im vergangenen Jahre nicht ergangen Ich hatte eine Gürtelrose mit Wiederholung und nachfolgenden starken Schmerzen. Davon hatte ich mich aber recht gut erholt, dodass ich an diesem Sommer recht Freude gehabt habe. Ich hoffe auch, dass ich diese schmerzhafte Sache-vom Augenblick- bald wieder überwinden werde, ich hoffe es.Und habe Mut und guten Willen dazu. Wenn ich gut mit meiner Arbeit voran komme und die Verhältnisse es erlauben, komme ich auch wieder mal nach Berlin. Eingeladen bin ich oft und herzlich genug, aber ich liebe das Herumfliegen nicht mehr so.Eine Reise muss mit heute einen greifbaren Zweck erfüllen. Nub, um auf einer Tagung guten Tag und ein paar andere Worte zu sagen, das geht nicht mehr, dazu empfinde ich das Reisen schon zu sehr als Zeit Naoki Berlin- walioh komme gern- dann Mühe und Kraftausgabe. Wenn ich komme, will ich/ in Ruhe zwischendurch in V einer Bibliothek sitzen und stöbern usw. Und es darf kein naher Termin hinter mir stehen, der mich abruft, ehe ich gefunden habe, was ich suchte und ehe ich es festgehalten habe.So entspricht es meiner jetzigen Verfassung und daran kann ich nichts ändern. Du hast allerhand Schicksal von Euch beiden und den Kindern in ein paar Zeilen zusammengepresst, ich kann alles deutlich vor mit sehen. Ich wünsche gesundheitlich/ sehr, dass es/ wieder besser geht. Und dass Clara+ Maria auch noch mit dem kleinen Stefan einen Erfolg zu seinem Besten hat, das arme kleine Kerlchen Ihnen mein Bitte grüss Dein Bertel, Claramaria und ihre Lieben. Sag guten Wünsche. Dir und Frau Bertel ganz herzliche Crusse von Deinen. Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuss e. V. Bonn a. Rh., Dottendorfer Straße 168 Fernsprecher 23184-87 • An alle Bezirksausschüsse der Arbeiterwohlfahrt Rundschreiben Nr. 85/ 52. Bonn, den 2. September 1952 Pa/ Ko. Zur Kenntnisnahme übersandf Betr.: Betreuung der Angehörigen deutscher Gefangener in der Sowjetunion. Liebe Genossen! Wie wir Ihnen mit unserem Rundschreiben Nr. 52/52 mitteilten, hatten wir die Absicht, Ihnen bereits im Juli Listen mit Anschriften der Kriegsgefangenen und ihrer Angehörigen zu übersenden. Infolge von allerhand technischen Schwierigkeiten und Urlaubsvertretungen sind wir leider erst jetzt dazu gekommen, sie fertigzustellen, Wir bitten Sie hierdurch noch einmal, die Namen an die Kreis- und Ortsausschüsse weiterzugeben, damit von dort aus die Angehörigen der Kriegsgefangenen besucht werden können, Wie wir schon ausführten, wird es sich durchaus nicht immer darum handeln, dass den Verwandten und Freunden eine materielle Hilfe gegeben werden muss, sondern lediglich die Anteilnahme, die die Arbeiterwohlfahrt an ihrem schweren Schicksal nimmt, zum Ausdruck kommt. Sie erhalten heute die Listen für die Gefangenen mit dem Anfangsbuchstaben T, U, V und W. Die Iisten mit dem Anfangsbuchstaben S folgen nach. Es ist durchaus möglich, dass der eine oder der andere darin verzeichnete Ort nicht in Ihrem Bezirk liegt. Wir sind aber nicht imstande, anhand der Postleitzahlen einwandfrei festzustellen, in welchem Bezirk sich einzelne Orte befinden zumal Ebenso ist es möglich, dass diese oder jene Anschrift nicht stimmt. Trotz aller Bemühungen, die der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in München und wir für die genaue Aufstellung der Listen anwenden, sind Fehler nicht zu vermeiden, weil vielfach ungenaue oder sogar falsche Angaben gemacht werden. Wir sind laufend mit der Berichtigung beschäftigt und bitten Sie in allen vorkommenden Fällen um Ihre Mitarbeit. Anschriften, die für Ihren Bezirk nicht infrage kommen, wollen Sie uns bitte wieder zurückmelden, soft mehrere gleichen Namens gibt. In dem nächsten Rundschreiben, das wir in diesen Tagen an die Angehörigen der Gefangenen versenden, werden wir sie noch besonders darauf aufmerksam machen, dass sie sich mit allen Anliegen jederzeit an die örtliche Arbeiterwohlfahrt wenden können, die ihnen, soweit es in ihren Kräften steht, Hilfe leisten wird. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung bei der Betreuung der Angehörigen der von uns betreuten Kriegsgefangenen. Mit sozialistischem Gruss Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuss e. V. 1. A. Puaziz Liebe P You fuelracz, Dank für serie zeilen. mein Vater war 5 marrate sehr schuiver krank und kannte leider seine arbeit für Civil Liberties in Dentaland nicht mehr beender Seit august was er bei mir und ich bar frack dass ich im bis zuecht zu Hause k Patient ligen lamente. Bruder ein gross Herzliche frisse priede S. дела? & éfriede 8 Anlässlich unseres grossen Verlustes haben uns so zahlreiche Beweise freundschaftlicher Gesinnung und warmer Teilnahme erreicht, dass wir Wilhelm Sollmann's Freunden in aller Welt nur auf diese Weise unseren tiefgefühlten Dank ausdrücken können. Januar 1951 Käte Sollmann Elfriede M. Sollmann 215 Whitney Ave. new Haven( 11, Cam We are deeply grateful for the loving thoughts of many friends far and wide who have remembered us and shared in our sorrow. January 1951 Käte Sollmann Elfriede M. Sollmann WILLY SCHUCH Berlin- Johannistal, Breiter Weg 22 den 12. Oktober 1952. Liebe Mieze! Habe vielen Dank für die Übersendung Deiner Niederschrift über Clara. Und entschuldige, wenn ich erst heute zu meiner Antwort komne. Bei Erhalt Deiner Zeilen war mein Schwiegersohn auf einige Tage bei uns zu Besuch, und wir hatten gemeinsam so allerlei zu erledigen. Da ich auch das Verlangen hatte, die Enkelkinder mal wieder zu sehen, bin ich mit ihm nach Eversdorf gefahren und habe mich dort 10 Tage aufgehalten. Zu der sachlichen Art Deiner Arbeit habe ich mich sehr gefreut, gleiches kann ich auch von Klara- Maria sagen, der ich sie zum Lesen mitgenommen habe. Einige Unstimmigkeiten sind zu berichten. Auf Seite 4 muß es Wutzky heißen, nicht Wutzki. Auf Seite 7: Klara wurde nicht von den Berlinern in die Nationalversammlung geschickt. Sie wurde für den Kreis Arnsberg i/ Westf. aufgestellt und gewählt. Erst bei der Wahl zum Reichstag wurde sie Abgeordnete für Berlin-. Auf Seite 9: Marie Jankowski starb erst nach dem 2. Weltkriege. Meiner Erinnerung nach war es 1946. Es sind kleine Änderungen, die vorzunehmen Dir wohl keine Schwierigkeiten machen werden. Von Klara- Maria soll ich Dir auch liebe Grüße bestellen. Leider hat sie sehr unter ihren offenen Füßen zu leiden.Januar 1944 evakuierte sie und kann auf dem Dorfe was verständlich ist nicht heimisch werden. Ihr Mann hat in Salzwedel einen kleinen ElektroBetrieb, sie hofft jetzt sehr stark, in absehbarer Zeit wenigstens dort eine Wohnung zu bekommen. Gern möchte sie wieder nach Berlin zurück, aber dafür bestehen zur Zeit gar keine Möglichkeiten. Meinem Bertel und mir geht es gesundheitlich einigermaßen. Mit meinen 75 Jahren stellen sich mal dies und das ein, aber ich wer de noch immer damit fertig. Und sonst müssen wir uns mit den Verhältnissen abfinden, immer in der Hoffnung, daß eines Tages doch die Einheit Deutschlands wieder hergestellt ist und die Menschen diesseits und jenseits der Grenzen sich wieder sehen können.. Für heute von uns beiden liebe Grüße und alle guten Wünsche für die Zukunft. Herrlichsh Grüße bitte auch dein Lieben! Bein Willy Fehimmels Berta Schulz Nach langem, schwerem Leiden entschlief am 21. Dezember meine treue Kameradin, Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Berta Schulz geb. Rüker im 73. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Amandus Schulz Karl Schulz als Sohn Janny Schulz, geb. Teuw Günter Schulz als Enkelkind Berlebeck 198, den 22. Dezember 1950 Berlin, Bochum, Hagen, Herne, Kickenbach( Kr. Altenhundem), Wetter- Ruhr, Rotterdam( Holland) Die Trauerfeier findet statt am Mittwoch, dem 27. Dezember, 11 Uhr, in der Kapelle des Landeskrankenhauses in Detmold, Lagesche Straße. Überführung und Einäscherung auf dem Sennefriedhof Bielefeld am gleichen Tage um 15.10 Uhr. Beisetzung der Urne Sonnabend, 30. Dezember, 15 Uhr, auf dem Friedhof in Herne. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand nehmen zu wollen. . Kurt Schumacher Am Mittwoch, dem 20. August 1952, abends 22.45 Uhr, ist Dr. Kurt Schumacher Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mitglied des Deutschen Bundestags im Alter von 56 Jahren in seiner Bonner Wohnung plötzlich verstorben. Ein hartes Schicksal hat Kurt Schumacher allzufrüh aus einem einzigartigem Leben der Arbeit, des Leidens und des Kampfes gerissen. Kurt Schumacher hat alles, was den Charakter seiner Persönlichkeit bestimmte, seine Menschlichkeit, seinen Mut, seine Kameradschaft, seinen Gerechtigkeitssinn und nicht zuletzt seine überragenden geistigen Fähigkeiten mit einer beispiellosen Schonungslosigkeit gegen sich selbst in den Dienst der Aufgabe gestellt; den Bedrängten zu helfen und Recht und Gerechtigkeit für alle in der nationalen und internationalen Gemeinschaft der Völker zu schaffen. Unsere Partei hat einen unsagbar schweren und unersetzlichen Verlust erlitten und die deutsche und internationale sozialistische Arbeiterbewegung hat in Kurt Schumacher einen der großen Vorkämpfer des demokratischen und freiheitlichen Sozialismus verloren. In tiefer Trauer Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Bonn, am 21. August 1952 Helen Frau Marie Juchacz, Düsseldorf Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bittet um Teilnahme an der Trauerfeier für Dr. Kurt Schumacher am Samstag, dem 23. August 1952, 11.00 Uhr, im Bundeshaus Bonn. U.A. w. g. Parteihaus der SPD, Bonn, Tel. 37654 Herrn Frau Marie Juchacz, Düsseldorf Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bittet um Teilnahme an der Beisetzungsfeier für Dr. Kurt Schumacher am Sonntag, dem 24. August 1952, 14.00 Uhr, in Hannover, Neues Rathaus. Im Anschluß daran Uberführung mit Trauergeleit zum Ricklinger Friedhof. TRAUERFEIER für Dr. Kurt Schumacher im Plenarsaal des Bundeshauses Bonn, am 23. August 1952, 11.00 Uhr Ouvertüre„ Egmont" Ludwig van Beethoven Rheinisches Konzert- Orchester, Köln, Leitung: Fritz Wintermann Ansprachen: Erich Ollenhauer Stellvertretender Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuß Bundestagsvizepräsident Prof. Dr. Carlo Schmid Vizekanzler Franz Blücher Christian Fette Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Julius Braunthal Sekretär der Sozialistischen Internationale, London Trauermarsch aus der 3. Symphonie„ Eroica" Ludwig van Beethoven Rheinisches Konzert- Orchester, Köln, Leitung: Fritz Wintermann Die Trauergäste werden gebeten, nach der Feier auf ihren Plätzen zu verbleiben, bis der Herr Bundespräsident, der Parteivorstand, das Diplomatische Corps und die Minister den Saal verlassen haben. TRAUERFEIER für Dr. Kurt Schumacher im Plenarsaal des Bundeshauses Bonn, am 23. August 1952, 11.00 Uhr Ouvertüre„ Egmont" Ludwig van Beethoven Rheinisches Konzert- Orchester, Köln, Leitung: Fritz Wintermann Ansprachen: Erich Ollenhauer Stellvertretender Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuß Bundestagsvizepräsident Prof. Dr. Carlo Schmid Vizekanzler Franz Blücher Christian Fette Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Julius Braunthal Sekretär der Sozialistischen Internationale, London Trauermarsch aus der 3. Symphonie„ Eroica" Ludwig van Beethoven Rheinisches Konzert- Orchester, Köln, Leitung: Fritz Wintermann Die Trauergäste werden gebeten, nach der Feier auf ihren Plätzen zu verbleiben, bis der Herr Bundespräsident, der Parteivorstand, das Diplomatische Corps und die Minister den Saal verlassen haben. Für die vielen Beweise der Teilnahme beim Scheiden von Kurt Schumacher mit denen Sie noch einmal Ihre Zuneigung und Verehrung zum Ausdruck gebracht haben, danke ich. b. v. Liebe Genossin Juchacz, Sie wollen mir verzeihen, dass ich Ihnen nur einige wenige Zeilen schreiben. Ich möchte Ihnen aber doch sagen, dass gerade Ihr Verstehen mir so wohl getan hat. Herzlichst Ihre Annemarie Renger. ные Anna Siems en Π 112 20 13 14.53 der Schweiz M. Kissel- Brutschy, Rheinfelden Telephon 673 30 beantwortet 13.8.52 um Broschüre Adelheid Popp gebeten. Zentralkommission der soz.- dem. Frauengruppen Rheinfelden, den 25. Juli 1952. Postcheck V 13283 Anna Siemse. Liebe Genossin Juchacz, Es tut mir leid, dass Du umsonst gewartet hast. Ich hoffe, es sei nicht zu spät geworden. Du hattest unter Deine Adresse vermerkt: Anna Siemsen, und ich hatte ergänzt: Adelheid Popp, da ich ja von der Hebensgeschichte gesprochen hatte. Nun habe ich das kleine Büchlein nicht hier, aber es müssen noch einige Exemplare vorhanden sein, sie werden in Zürich liegen. So habe ich das Manuskript vergessen. Ich weiss nicht, ob Du etwas anfangen kannst damit, es sind nur Notizen, die ich mir gemacht hatte. Aber sie umfassen doch die hau sächliche politische Arbeit in der Schweiz. Im Buch von August Siemsen ist ein Fehler enthalten. Es be: heisst dort, ihre Heirat sei vom schweiz. Verband für Frauenstimmrecht bekämpft worden. Das stimmt nicht, es waren aber einige intellektuelle Frauen, die gegen das erheiratete Schweizerbürgerrecht agitierten, der Ve Verband hatte nichts damit zu tun.- In jener Zeit haben viele Ausländerinnen sich ein Schweizerbürürgerrecht erworben, indem sie sich den Mann dazu kauften. Das tat Anna S.nicht, es war eine politische Heirat, und wir waren dem Genossen alle dankbar, dass er ihr auf diese Weise chlap him. die Arbeit ermöglicht hat, auf seiner eigenen Vorschlup A.S. hat auch sehr viel mit der Arbeiterbildungszentrale gearbeitet, ev.könnte ich Dir von dort noch diesbez. Mitteilungen verschaffen, wenn Du es wünschest. Ich habe mich sehr gefreut Dich persönlich kennen zu lernen, und auch ich hoffe, dass wir uns wieder sehen werden. Mit herzlichen Grüssen Deine M. Kinel- Prudzen Nun bin ich ins zu" gekommer, wollen wis mas nicht auch in Zukunft Он гари? ? Es ist 20 viel schönes! ди vuok чили oh kd ge soli Dr. Hildegard Wegscheider Berlin Wilmersdorf Württembergische Str. 14 Telefon: 97 42 61 Berlin, den 1. April 1952 Meine liebe Genossin Juchacz! Ich fühle mich recht schuldig, daß ich Dir so lange nicht auf Deinen geradezu entzückenden Geburtstagsbrief geantwortet habe. Aber der Geburtstag hat mich einfach überwältigt. Wenn eine so strenge und gerechte Richterin wie Du es bist, so liebevoll über mich urteilt, dann weiß ich garnichts zu sagen. Nur eins ist das Resultat meiner Alterserfahrungen: Unsere Generation unter den Sozialisten hatte es besser als die Leute heute. Uns bedeutete der Sozialismus wirklich die Liebe zu den vom Leben vernachlässigten Menschen. Da war nichts von karitativen Bestrebungen dabet, sondern nur die Verpflichtung, ihnen zur selbständigen, eigenen Arbeit zu verhelfen, aus ihnen Träger einer Idee zu machen, die eine Sicherheit fühlten, daß sie auf dem richtigen Wege waren. Es sollte heute noch so sein. Es könnte vielleicht auch heute noch so sein. Wenn ich z. B. im kleinen Kreis bei Luoise Schröder sitze, da ist dieser alte Geist im modernen Gewande vorhanden. Aber Du weißt ja selbst, wie stark die Frage nach eigenem Ansehen, eigenem Weiterkommen, eigener, einflußreicher Tätigkeit für viele von uns im Mittelpunkt steht. Natürlich kannst Du mich auslachen: So eine olle Lehrerin, die durch die Frauenbewegung als erste die akademische Kariere ergreifen konnte, die hat gut reden. Schwerer war es schon für Dich. Du und Deine liebe Schwester, die mußten sich erst inder Partei selbst durchsetzen. Aber wie gut habt Ihr das gemacht. Die Arbeiterwohlfahrt mit allem was drum und dran hängt, ist doch einer der größten Siege unserer Bewegung. Das Du in Düsseldorf bei deinem Kind bist, freut mich immer wenn ich an dich denke. Mein Junge sitzt weit von mir weg, bei Kassel. Er ist ein tüchtiger und erfolgreicher Mann. Sie haben sich sogar einen extra Titel für ihn ausgesucht: Landesmedizinalrat; weil wir Menschen ja nie auslernen in Deutschland. Er hat drei prächtige Söhne, von denen der Ältestet sich sehr anstrengt, um als Volontär bei der AEG so unentbehrlich zu werden, daß er nicht Soldat zu werden braucht. Gott helfe uns Allen. In alter und neuer Liebe Deine alte Holdegard. Minna Todenhagen Aus einem arbeitsreichen, aufopferungsfreudigen Leben entriß uns der Tod völlig unerwartet unsere über alles geliebte, immer sorgende Tante, Großtante und Schwägerin Minna Todenhagen im 71. Lebensjahr. noch die letzte Stunde ihres Lebens war ausgefüllt mit Gedanken und Plänen für die soziale Arbeit, die ihre Lebensaufgabe war. gar o q Im Namen der Angehörigen Gerda Hartz geb. Mark Berlin- Britz, den 16. November 1950 Hanne- Nite- Str. 43-45 Konduliest 15, 12.50 Die Trauerfeier findet statt am Freitag, dem 24. November 1950, um 16.30 Uhr im Krematorium Wilmersdorf( Fahrtverbindung: U- Bahn Fehrbelliner Platz oder S- Bahn Hohenzollerndamm) Hildegard Wegscheider 80 11 Absendet rard[Weggeheige] Ir. Hildegard-5- Berlin-Wilmersdorf Württembergische Str. 14 Mohnort, auch Zuscell- oder Leispester 1.12.51 Syralle, Hausnummer, Gehandel, Sincks osise h lheſſar/ wie nimmer) auch auch Name des Vermisch Meinegute, liegt Marie Juchaca Wie heb von Dich daß Du mir so nett+ ausführlich Von Geburtstag I´N VEȚOINÄSȚN ии кΙΗΤΟ Postkarte DEUTSDIE -22 INDUSTRIEAUSSTELLUNG BERUNISSI Frau Marie Zuchach Dünchtor Oberkassen Jan Remoste 3 e. Haukkemmer, Gehändetell, Stückwerk oder Posterti zu kommener bei Untermiefern auch Name des Vermieters gratuliert hart. Dabei beschämt- es mich, daß Dudich soviel besser von mir denkst, als es den Tatsachen entspricht. Wir sind doch fast alle innere Peter tringeblieben, weil sie die einzige Partei ist, er der Menschen unsrer Art leben können! Ich wollte nur, wie zamen Wären noch etwas visienden& fätigen in der Bekämpfung der drohend hoch gestiegenen Reaktion. Ich fangeschon wieder an, Karterversammlungen abzuhalten SPEZI Am Ostersonnabend starb nach einem segensreich erfüllten Leben meine Mutter Frau Dr. phil. Hildegard Wegscheider geb. Ziegler im Alter von 81 Jahren. Im Namen der Familie und des Freundeskreises Dr. Klaus Wegscheider Merxhausen über Kassel- 7 Berlin- Wilmersdorf, im April 1953 Die Beisetzung hat in Berlin auf dem Alten Wilmersdorfer Friedhof stattgefunden. ARBEITERWOHLFAHRT DER STADT BERLIN E.V. Arbeiterwohlfahrt der Stadt Berlin e. V., Berlin SW 61, Möckernftr. 69 Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remostr. 3 AD ZENTRALE BERLIN SW 61, MOCKERNSTR.69 TELEFON: 66 94 80 UND 89 POSTSCHECK: BERLIN- WEST NR. 13773 BANK: BERLINER BANK A.G., DEP.- KASSE 5 MEHRINGDAMM 20/22 KONTO- NR. 71 685 IHR ZEICHEN IHRE NACHRICHT VOM UNSER ZEICHEN schn TAG 14.4.1953 BETRIFFT: Verehrte Genossin Juchacz! Unter Bezugnahme auf Ihr Schreiben an die Genossin Ida Wolff übersenden wir Ihnen als Anlage drei Zeitungsnachrufe über die Genoss in Wegscheider. Mehr sind unseres Wissens nicht erschienen. Wir haben darüber hinaus die Genossin Louise H ar tung, frühere Bezirksrätin für Jugend im Bezirk Wilmersdorf, jetzt tätig im Hauptjugendamt, gebeten, Ihnen umgehend etwas aus der letzten Lebenszeit der Genossin Wegscheider zu berichten. Genossin Hartung wird das sicher gern tun, da sie sehr gut über die Genossin Wegscheider Bescheid weiss. Im Auftrage der Genossin Ida Wolff möchten wir Sie noch einmal herzlich zu unserer ausserordentlichen Hauptdelegiertentagung am Sonnabend, dem 25.April 1953, 9,30 Uhr, im Abgeordneten Saal des Schöneberger Rathauses einladen. Die schriftliche Einladung geht Ihnen in den allernächsten Tagen zu. Genossin Wolff- sie ist heute den ganzen Tag zu Sitzungen unterwegs sendet Ihnen die herzlichsten Grüsse. 3 Anlagen Mit sozialistischem Gruss Arbeiterwohlfahrt der Stadt Berlin e. V. Im Auftrage: solueider Berlin Wilmwichorg Bundenallee 32. LOUISE HARTUNG K. IV. 53 Liebe verehrte gmann huchacz- Ida Wolf sandte nur Ihre Karte und Ach mich Ihnen ran Kildegard weg. Idheider an schreiben. Leider nur mich der Hand, da ich krar im Kauph jugendand aber angenblichlich im Urlaub bin, da- her ohne Masdiue. Da fin, wie ich annahme, etwas nur Veröffentlichung geeignetes Wunden, fällt es mir ihren schwer, dinnen Wunsch Du erfüllen. Hil kiedegd wejsdich verlor i'n meine alhesche und liebesle Freundin, mit der ich seit 1926 um engen Rantuhl, shehe, der eid 1933 du einer nahm, menschlichenn fmeinschaft redichhebe. Paul lähe lach an seinem Nach mich eine der wesentlichen Eigenschaffen ram fhildegwol wvâhlel, din tùligheil in der Nariheile den jungen Menschen auch im höher Verkauflang noch helfen zu können, diese will sie ùhoshelen. Es landeth sich aller Es liebt, dings weniger, ein- malmüller kiese oder leiblich Nah- rung, sondern nun die geistige Verbundenheit der glück zwischen Nemden denen sie in einem wohl kämme erhännlichen Ausmane seelischen Hilfe stellung einschehe. In denn lehten Zalen i wie Lebens er güllich im Zuhre 1944, wändele nie selbst kilfe und fand nie in Bresse der Pfingstgemeinde, und Lebbe, die religionen Erneuwen austrebl. Olvolle kildejard nad 1945 ihre ganze Kragh dem aufhaup der JPD und den politiellenen Schuen widnicht, mich Euerpse und Klar- beide die Vereinigung und der Kt behämpfte, oderhal Rudmiska und Grohnwahl alles daran sekheim, ein zu überhängen, ohwahl im — allmu in alha farhàmpfonn in LOUISE HARTUNG in seinem Reihen blieb so gehorbe doch in den lebsten Zalren ist denken nicht mehr ausschlimlich der Ta- cn palibile soudenen an einem guten Tisch der Verweihung auf dem Ab- Idied vom Liben. Und hier nahm die Gemeinde von ihr Bink. Ich Ihreihe das mich einer grauen Trauer nieder und mich einem grancen Verbreuen in der Verstanden als gnommen. Erkamlich beide war nie Was Tage vor ihnen Schlaganfall, al- wohl sie im schweren Kügleiden halle, röllig schmerzlos und ging ohne Shoch ein ein junges Mädden. Ich war bei ihr mich einer begründeten Genauen, die nie auch als Archim Ae- handelte dine sah nu diener Merk. würdigen Entrichtung der Krankheit niche wie die finanm Wa predicher, eine vonderen heilung durch dem Glau. vernübliche eine völlige Beädung des Abwehr wieder um körper. Und (dilagan) als nach hin Tagen ein fall Du nimmt einzeitigen Lähnin, fùlole, kann Kildigerich nur noch einmal zur Minuten zum Bonnheim Als ich ein kenigte, nun dann ahme Todenkampf eiost und fried- eich hinüber du dammern, das Leben hielt nie nicht mehr. Was mich an dem Allem so bief buregh, ich das Problum der nicht ausreichenden Gemeinschaft in die St D- ein Mensch, denn lebenslang die Parte und die Arbeit höher Kand als Familie und alle Bin dungum, musche and un seuen eigenen Krisenzeiten von dieser Gemein- schafh gelegen werden. Und nun wissen für, warum ich diese beilen mih so schwerenn thorin idreibe. Es gäter vieles aus ihrem Leben, das gerade zum den änsklang ein III. LOUISE HARTUNG Lebens bewillich ich und wird wäre, auf bewälch zu werden- im Augen leich labe ich nicht die Kraft, den darin nötigen Abstand van geliebten Munden zu gemein, wenn er nicht sofort zum unser späker lin ich gönnen konnten. Nun alles anfanschikne oder hu erstäl- em. mich freundlich oft leiden Grünen. Une Laurice Churleur Hildegards echter Karke am dem Màda eambeha fulpudomanen: Laise, kam wir müssen bösammel alhier, es können Ich viel kühnen. Deinen ähnlichen Mündern W. Louise KMIX Hartung Berlin Wilmersdorf Bundesallee 32 Ida Wolf sandte mit Ihre Karte und bat mich, Ihnen von Hildegard Wegscheider zu schreiben. Leider nur mit der Hand, da ich zwar im Haupt jugendamt, aber auUrlaub genblicklich in a bin, daher ohne Maschine. Da Sie, wie ich annehme, etwas zur Veröffentlichung geeignetes brauchen, fällt es mir sehr schwer, diesen Wunsch zu erfüllen. Mit Hildegard Wegscheider verlor ich meine älteste und liebste Freundin mit der ich seit 1926 in engem Kontakt stehe, det sich seit 1933 zu einer nahen menschlichen Gemeinschaft verdichtete. Paul Löbe hat in seinem Nachruf eine der menschlichen Eigenschaften von Hildegard erwähnt, die Fähigkeit in der Nazizeit dem jungen Menschen auch in tiefster Verzweiflung noch helfen zu XXXXXX können, diese Zeit zu überstehen. Es handelte sich allerdings weniger ( wie er es sieht) um materielle Hilfe oder leibliche Nahrung, sondern um die geistige Verbundenheit der gleich gesinnten Menschen, denen sie in einem wohl kaum erkannten Ausmass seelische Hilfstellung leistete. In dem achten Zentrum ihres Lebens, eigentlich im Jahre Pfingst 1944, brauchte ich selbst Hilfe und fand sie im Kreise der... Gemeinde eine Sekte, die religiöse Erneuerung anstrebt. Obwohl Hildegard nach 1945 ihre ganze Kraft der SPD und dem politischen Leben widmete, mit Energie und Klarheit die Vereinigung mit der EX KP bekämpfte, obwohl .........(?) und Grotewohl alles daransetzten, sie zu überzeugen, sie obwohl sie in allem die alte Vorkämpferin in unseren Reihen blieb, so gehörte doch in den letzten Jahren ihr Denken nicht mehr ausschliessp lich der Tagespolitik, sondern zu einem guten Teil der Vorbereitung auf den Abschied vom Leben. Und hier nahm die Gemeinde von ihr Besitz. Ich schreibe das mit einer grossen Trauen nieder und mit einem grossen Vertrauen der Genossin. Erstaunlicherweise war sie zwei Tage vor ihrem Schlaganfall, obwohl sie ein schweres Hüftleiden hatte, völlig schmerzlos und ging ohne Stock wie ein junges Mädchen. Ich war bei ihr mit einer befreundeten Genossin, die sie auch als Aerztin behandelte, diese sah in der merkwürdigen Entwicklung der Krankheit nicht, wie die Genossin Wegscheider eine Heilung durch den Glauben, sondern vermutete eine völlige Schwächung des Abwehrwillens des Körpers. Und als nach drei Tagen ein Schlaganfall zu einer einseitigen Lähmung führte, kam Hildegard nur noch einmal für Minuten zum Bewusstsein, als ich sie besuchte, um dann ohne Todeskampf, leicht und friedlich hinüberzudämmern, das Leben hielt sie nicht mehr. Was mich an dem allen to tief bewegte, ist das Problem der nicht ausreichenden Gemeinschaft in der SPD- IX ein Mensch, dem lebenslang die Arbeit höher stand als Familie und alle Bindungen musste auch in seinen eigenen Krisenzeiten von dieser Gemeinschaft gebrochen werden. Und nun wissen Sie, warum ich diese Zeilen mit so schwerem Herzen schreibe. Es gäbe vieles aus ihrem Leben, das grade für den Ausklang eines Lebens beachtlich ist und wert wäre, auch bewahrt zu werden im Augenblick habe ich nicht die Kraft, den dazu nötigen Abstand von einem geliebten Menschen zu gewinnen. Wenn es nicht sofort sein muss, später bin ich gern Ihnen alles aufzuschreiben oder zu erzählen. Mit freundschaftlichen Grüssen Ihre Hildegards erste Karte aus dem müssen/ Louise Hartung ... hat geschlossen: " Louise komm, KK wir/ zusammen halten, es kommen schwere Zeiten!" Deine älteste Freundin. W/ 9. April 1953 Ар Dr. Hildegard Wegscheider Berlin, 8. April( AP). Nach einem Schlaganfall ist am Ostersonntag in Berlin im Alter von 82 Jahren Dr. Hildegard Wegscheider gestorben. Sie war die erste Frau, die in Preußen das Abitur machen, und auch die erste Deutsche, die nach Beendigung ihres Universitätsstudiums in Halle promovieren durfte. Nach dem ersten Weltkriege vertrat sie im Preußischen Landtag ihren Heimatbezirk Liegnitz. 3, Sie müssen diese Resolution aus dem Geist und aus den Tatsachen der damaligen Zeit verstehen. Die Frauen der ganzen Welt-- oder fast der ganzen Welt waren noch gleicmässig rechtlos. bis 1910, also bis zum Stattfinden dieser Internationalen Frauenkonferenz hatten die Frauen nur an ganz wenigen Plätzen der Welt etwas zu sagen. Politisch meine ich) In Neu- Seeland Z.B. hatten schon seit 1893 die Frauen über 21 Jahren das Wahlrecht.--- Sudaustralien gab seinen Frauen 1894 dieses Recht.. Westaustralien folgte 1899 tralien folgte 1 dieses Neu- Sud- Wales folgt 1902----- 1906 gab man den Finlanderingen( 24 Jahr) Die engl.Kronkolonie Viktoria folgte 1908 es Waven nook einige i'm em C. Weldreich Das es auch ohne Krieg, möglich war, Frauenrechte accoli einzuführen, bewies( 1913 das Land Norwegen. Danemark und Island folgten 1915( sie waren an den Weltkrieg nicht beteiligt, sie anerkannten damit die Entwicklung. Ich sage noch einmal, dass die Forderung des Frauen wahlrechtes Organisation und Kampfstimmung voraussetzt. Wir danken für die herzliche Teilnahme am Heimgang unserer geliebten Mutter. Ihren Freunden wird es ein Trost sein, um ihr gnädiges Geschick zu wissen, das sie auf dem Wege zu einer Andacht einen Schlaganfall erleiden ließ, von dem sie ohne Qualen erlöst wurde. Klaus und Jrmingard Wegscheider Merxhausen, im Mai 1953 ( über Kassel 7) Clara Zetkin PAUL LÖBE BERLIN- GRUNEWALD BISMARCKPLATZ 1 25.7. 52. Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remo Strasse 3 Liebe Mieze! Deine Erinnerung hat Dich nicht getäuscht, Klara Zetkin ist wirklich einmal Alterspräsidentin des Deutschen Reichstages geweseň. Es war im Jahre 1932, als zum ersten Male die Präsidentschaft an Hermann Göring überging. Es hat mich sehr gefreut, bei dieser Gelegenheit wieder mal ein Lebenszeichen von Dir zu bekommen. Ich hoffe, dass wir uns öfter in Bonn begegnen werden. Mit freundlichen Grüssen Dein Paul Libe 康 stis 9820100983 ! eseill edell doentes doin dotted noen nied -819IA Ismalo dollw Jet ned BSL DI -eg egere does neno balinobia q netere mus ein Seer sidel mt row se sill.e sai100 smell me babies stb set edi -Toolb led Juris idea doim Jod aa US Tid nov nedoloseneded to Iam Tabsiw in ni 1910 and alw aasb pllod dol.romoded 1 19 193.2 1857 75 Liebe Marie: 20. Juni 52 Clara Zethin Leipziger Peursen, ond ging mit dem In sammen Aufuny de 80 ct Jake nach Paris. F Sie lernte in der 20%. Buvegung den russische Erzialisten Oss in Rethin ganz schnell zur Beantwortung Deiner Fragen. So aus dem Kopf kann man auch nur wenig Konkretes sagen über Klara, obgleich wir sie sehr gut kannten und im Großer und Ganzen über sie gut Bescheid wissen. Aber es haben sich so viel Ereignisse dazwischen gedrängt, daß man ohne Studium auch nicht die Einzelheiten zur Hand hat. Wichtig kann aber wohl der Hinweis sein, daß in der Neuen Zeit Jahrgang 25, Bd2 Franz Mehring einene Artikel zu ihrem 50. Geburtstag und in der gl. Zeitschrift Jahrg. 35 Bd2 Mathilde Wurm zu ihrem 60. über sie schrieb. In diesen Artikeln findest Du bestimmt eine ganze Reihe von Material über ihre Herkunft, Jugend und Entwicklung und Leistung. Dies bis 1917. Sollten Dir die Artikel nicht erreichbar sein, dann könnte ich sie sicher hier einsehen und exzerptieren. Wir besitzen sie selbst nicht. Es ist aber Joch anzunehmen, daß entweder der PV oder die rakt id ein kompl. Expl. der N.Zt in Bonn haben. Aus dem Gedächtnis möchten wir nur in Stichworten sagen: Klara wurde 5.7.87 in Wiederau/ Sachsen geborer warde Lehrerin und interessierte sich schon in den 70er Jahren für Frauenfragen und kam dadurch in Kontakt mit der sozialdemokratischen Bewegung, der sie sich frühzeitig anschloß, xxxxx sicher vor dem Sozialist en gesetz. Dieses rieb sie thaté Emigrations Sie ging nach Paris fe lebten dort das typische Emigrantenleben im Kreise der Vertriebenen aller Länder. heiratete Ossip, in, eine user infrankle nu a vratan, Aus der Ehe stammen ihre zwei Söhne, von denen der eine heute in der Ostzone als Professor der Medizin tätig ist, der andere das Brot des Exils vorzieht An der geistigen Formerung der Partel nahm sie regsten Anteil, stand immer in den vordersten Reihen, wenn es galt, den sozialistischen Gedanken aufrecht zu erhalt ten. 1889 erschien ihre erste Brochure über" Die Ardeutschen zozial beiterinnen und Frauenfrage der Gegenwart Aufschen machte. Würde, dock die viel 3 ersten Mal ver sosialiste gedanke auf die Franenfragen anyerumble Nach der Wiяdяx* x* x* x* x* Aufhebung des Sozialiste gesetzes übertrug ihr die Partei die Schaffung einer sozialistischen Frauenzeitung. Sie geründete die" Gleich heit", deren Leiterin sie bis 1916 blieb. Aus der besche: denen sozialdemokratischen Frauenzeitung, die von den meisten Parteigenossen zuerst als ein notwendiges Ue bek angesehen wurde, machte sie das sozialistische Frauenblatt, das bis weit in die Gewerkschaften hinein als das Organ zur Erweckung und Schulung der proletarischen Frau anerkannt wurde und das eine Auflage von über hunderrtau send hatte Es vare auch die sozialistische Frauenze schrift, die international die stärkste Bedeutung hatte, denn jede Zeile vom Leitartikel bis zur Kinderbeilage atmete den internationalen sozialistischen Gaist.kxand ** XX** n Klara Z. war auch die internationale Sekretärin der Zweiten Internationale und die Or-/ Frauen- ganisatorin und Leiterin der internat. Frauenkonferenzen von Stuttgart 1907, Kopenhagen 1910. Nach Ausbruch des Weltkrieges II blieb sie ihrer internationalen Gesinnung treu und sie versuchte die durch die Kriegspolitik zerrissenen Fäden wieder zu knüpfen und die Frauen als die aktivsten Kriesgegnerinnen zuerst in Aktion zu bringen; 1915 berieť sie nach Bern eine internat. soz. Frauenkonferenz, die ein Manifest an alle Frauen der kriegführenden Länder erließ, das sie zum Eintreten für den" rieden aufforderte. Wegen dieses anifestes wurde Klara ein Hoc ferratsverfahren angehängt, xxxxxxxjяdαяxxxк@*@ мxxx X** X sie saß dreiviertel Jahr in Untersuchungshaft und Rxazakxkam. Eebenfalls wurde sie als Herausgeberin Mitarbeiterin der Zeitschrift, die" Internationale" kkagi zusammen mit Rosa Luxemburg und Franz Mehring angeklagt den 1917 schloß sie sich mit der gesamten sozialdemokratische Opposition gegen die Kriegpolitik inxder Unabhängigen Sozialistischen Partei xxxx an und warnte zwar vor der zu frühen Gründung einer kommunistischen Partei, trat ihr aber nach der Gründung bei und gehörte mit zu den geistig formierenden Kräften der ersten Jahre der KPD und der KI. In der kommunistischen Bewegung konnte sie auf Grund ihres großen Namens und der Meinungsfreiheit, die in den ersten Jahren etwa bis Leneins Tod bestand zumindest für die nichtrussischen Parteilente1 ihre Auffassung vertreten, auch, wenn sie von der Partei linie abwich. Sie opponierte gegen manche von der KI befohlenen Aktionen und widersetzte sich ihrer Durchführung, wenn sie sie für unvereinbar mit dem Interessen der Arbeiterbewegung fand. So oponierte sie u.a. gegen die Frauen- Thesen, die der Zweite Kongress der KI beschlossen hatte und die rein auf die russische Bewegang zugeschnitten waren und sie schuf die geistigen Grundlagen für die kommunistische Frauenbewegung, von denen heute auch kein Buchstaben mehr in der kommunisti schen Praxis gilt. Sie galt daher in der stalinistischer Ara nicht mehr als zuverlässig und hätte sie nicht der am 20. Juli 1933 in Moskau erlöst, so hä** exxiex wäre ihr trotz ihres hohen Alters und ihrer Bedeutung in der internationalen Arbeiterbewegung das Schicksal sovieler Kommunisten nicht erspart geblieben, die Schutz vor dem Faschismus im" Vaterland der Werktätigen" suchten und die Verbannung und den Tod durch die GPU erlitten.-Dem deutschen Reichstag gehörte Klara Zetkin als Mitglied der KP Fraktion von 1920 bis zu seiner Sprenung durch Hitler im Jahre 1933 an. Sie war eine bedeutende Rednerin und ihre Reden fanden stets große Beachtung, weil jeder die starke integre Persönlichkeit das außergewöhnliche Wissen und den großen politischen Blick, mit dem sie Stellung nahm, respektierte. ✓ ж********* Neben den яякязяяяякяя Frauenfragen war sie besonders *************************** кx auf dem Gebiet der Kulturpolitik tätig, xix über sozialistische Schulund Erziehungsfragen hielt sie Referate, die zur undlage der sozialdemokratischen Auffassung auf iesen Gebieten wurden.So, liebe Marie, damit hoffe ich Dir eine Skizze gegeben zu haben, die Dir hilft. Aber lies die andern Artikel. Es läßt sich natürlich viel mehr noch sagen, nur nehme ich an, Du willst gerade für die Frauen ein kurzes Porträt geben." Die Gleim heit" habe ich nicht hier und weiß auch leider nicht, wo Du sie bekommen könntest. Meine Bemühungen waren leider auch vergeblich in Suttgart und bei verschiedenen privater Quelen. Es wäre schön, wenn man sich bald mal sehen würde. Wir sind sehr busy. Paul hat viel Kurse, ich hatt alle rlei zu uebersetzen, jetzt ist mal gerade ein Pause, und ich versenke mich auch etwas in die Ver gangenheit, um vielleicht das zu verwerten. Wir fühlen uns ganz gut hier und bejahen unsern Entschluß immer wieder. Hoffen wir nur, daß es keinen Krieg gibt dann hat das Leben vielleicht noch einer Sinn und man kann etwas leisten. Im August will uns Martha Schmidl auf ihrer Rückrei se besuchen. Euch auch, schrieb sie. Wir freuen uns darauf, sie hier zu sehen. An Besuch fehlt es nicht, Immerzu tauchen Leute aus aller Welt auf und r leben hier as international as passible. Dem guten Käthchen die allerbesten Grüße. Von Minna hören wir in sehr großen Abständen. Die Aermste hat es sehr schwer- die Praxis geht zwar etwas besser, ihr groBer Kummer ist aber, daß die Gumbeline so krank ist ( t'alls Ihr es nicht wußtet, es bitte nicht erwähner wenn Ihr nach drüben schreibt) und daß sie als Arzt zwar helfen, abernicht heilen kann. Entschuldige, Marie, daß ich so schmiere. Bei uns wird nämlich gerade die Küche renoviert und ich schreibe in einem entsetzlichen To huwa bohu. Nochmals viel viel beste Grüße und die Hoffnung, daß man sich einmal sieht, hier oder sonstwo. Herzlichst Ron- Pau