Nachlass Mari Juchacz 4 Mannskriph und Material für Biographien und Quxure Beiträge zur audere Geschichte chichte der Frauenbeweging valendet am Gertrud Bäumer Sepember ihr achtzigstes Lebensjahr.Will man die Vergangenhei der deutschen Frauenbewegung gelten lassen, so kann man an der Persönlichkeit und Lebensleistung einer Frau nicht vorüber gehen, die in der Kampf- und Entwicklungszeit auf ausschlaggebenden Plätzen gestanden hat. Pflichtschuldige Anerkennung XXXXXXXXXXXXX/ von Leistungen soll nicht von Weltanschauung und politischem Bekenntnis abhängig sein. Gertrud Bäumer ist die Tochter eines Theologen, sein Beruf war schon Tradition in der Familie. Es wehte im Preussen der siebziger Jahre sehr vorübergehend in Schulfragen ein etwas freierer Wind. So wurde der liberale Pfarrer hauptamtlicher Schulinspektor in Pommern.G.B. war noch im westfälischen Sauer( nach Pemme on d, in Hohenlimburggeboren, verlebte aber durch die Berufung des Vaters) ihre dord erste, bewusste Kindheit in Pommern. Die Ablösung der liberalen, durch eine reaktionärere Schulpolitik führte den Vater XXX ins Rheinland zurück. In Spitex nalim Pommern hatte G.B. die Schulbank mit den Kindern des Dorfes geteilt. Das Rheindie land nahm die Neunjährige in die höhere Töchterschule auf.--Der Vater hattedin Vater nicht allzuviel Lebenskraft, mit zehn Jahren verlor, sie den Vater. Die Mutter Halle ging mit ihr und den Geschwistern nach XXXXXXXXX, in das Haus der Grossmutter and zurück. Die starke geistige nd körperliche Lebenskraft scheint G.B. von dieser Grossmutter erhalten zu haben, die eine Frau mit starken geistigen und CharakLichen teranlagen gewesen sein soll und die auf XXX die Erziehung des Kindes einen ( entscheidende Sr bestimmenden Einfluss gehabt hat. So verlebte sie ihre weitere Kindheit und Jugend in einer grossen und alten Familie, aus der im Laufe der Zeit hohe Staats- und Gemein beamte, Wirtschaftsführer, Juristen, Arzte und Geistliche hervorgegangen waren. Dieses Haus hatte- bei familiär- spartanischer Lebensführung, doch einen reichen Zuschnitt, seine Bewohner waren Träger einer alten Ctraditionellen Kultur, sie waren aber auch durchdrungen von einer Religiosität und Frömmigkeit, die ebenfalls traditionell man. Betont soll noch werden, dassdem heranwachsenden Mädchen die überaus reiche Familienbibliothek unkontrolliert Za offen stand. Dieser reiche und weite Lebensraum wurde fühlbar enger, als die Mutter Bruders/ im den Klinikhaushalt ihres ärztlichen Bruders( im Magdeburg übernahm. 2. ' Für G.B., fünfzehn Jahre alt sie hatte die Töchterschule hinter sich entstand sich entstand die Berufsfrage. Sie wollte Lehrerin werden, das war der Mädchenberuf von damals, wenn sie aus der bürgerlichen Schicht kamen.Zum Eintritt in die zweistufige Ausbildung am Ort war sie zu jung, das Examen konnte mit achtzehn Jahren abgelegt werden. Das Jahr wurde durch den nochmaligen Besuch der oberen Mädchenklasse überbrttekt.. Schliesslich- nach dem in Halberstadt abgelegten Examen fand sie die erste Stelle als Lehrerin durch einen- der Familie verwandten Pfarrer in der westfälischen Gemeinde Kamen. Bauern, Handwerker und Bergleute sandten ihre Kinder in diese Schule." Die proletarische Daseinsform hatteschon sie Terrain erobert", sagt Gertrud Bäumer selber in ihren Erinnerungen. Und weiter: " Der Lehrer einer pädagogischen Akademie von heute wird den Vorbeeitungszustand, in dem eine neunzehnjährige Lehrerin eine grosse Klasse mit zwei Jahrgängen des 3.und 4.Schuljahres- etwas siebzig Kinder- mit dem gesamten Unterricht, auch Gesnag, Zeichnen und Handarbeit, übernahm, einfach frevelhaft finden......"# 3( Fussnote) In Kamen waren unter dem Lehrpersonal vier Kolleginnen, von denen eine G.B. von der Existenz von Helene Lange, der grossen Pionierin XXXXXXX für Frauenschulung unterrichtete, ihr auch die Zeitschrift" Die Lehrerin" gab.Helene 1890) Lange hatte damals schm eine Etappe ihrer Pionierzeit hinter sich, die Lehrerinnen hatte ihre bereits bestehenden Vereine in Friedrichroda zum" Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenverein" zusammen geschlossen- Nach einem Jahr. War G.B. schon an einer Vorstadtschule in Magdeburgdie( im Gegensatz zu Kamen) einen rein- proletarischen Charakter hatte. Hier hatte die, im schnellen Wachstum befindliche Stadt ihre Industrieanlagen weit ins Land hinein geschoben. Hier war nun die junge Lehrerin allenta unter den männlichen Kollegen, fühlte sich auch allein. Die Zeitschrift" Die Lehrerin" war ihre einzige Begegnung mit den Strömungen der Zeit und mit der Frauenbewegung. Es gab in Magdeburg keinen #Lebensweg durch eine Zeitenwende Gertrud Baumer, Rainer Wunderlich- Verlag Tübingen. Und Frauenverein, der sich mit irgend einem Zeitproblem befasste. Den männlichen Kollegen lag es weltenfern, etwa ihre Kollegin zum Beitritt in ihren Lehrerverein aufzufordern. Die Lektüre der" Lehrerin" vermittelte ihr, neben anderem, auch die Kenntnis bisher unbekannter Möglichkeiten für eine weitere Ausbildung. Sie erfuhr, dass man in Berlin- nach einem Studium von zwei Jahren- eine Prüfung als Oberlehrerin machen konnte, wenn man vorher zwei Jahre an einer höheren Mädchenschule unterrichtet hatte. hatte.f So wurde die Volksschule verlassen, *** es gelang ihr, an einer Privatschule für höhere Töchter anzukommen. Durch es diesen Uebergang ergab sich sogar in der Folge- mit den Lehrerinnen dieser zu können Schule und städtischen Lehrerinnen zusammen einen Verein zu gründen, wodurch hergestellt wu vole es gelang der Kontakt mit der Frauenbewegung zu finden. Der neue Verein machte Arbeitsgemeinschaften fu Fröbel und Pestalozzi, veranstaltete Kurse für schulelassene Volksschülerinnen, bildete eine Kinderschutzkommission u.a.m. Einmal kam Helene Lange zu einem Vortrag nach Magdeburg, es war um die Zeit, als die erste Abiturientenprüfung der Schülerinnen der Langeschen Gymnasialkurse in Berlin bevorstand.( 1896) Diese Kurse waren unter Widerständen, Gelächter und Verhöhnung der Parlamente und der Presse zustande gekommen. Nach dem ersten, überaus glänzenden Examen wurde es bedeutend stiller. Die Frau, die solche Kämpfe gegen Vorurteile und männliche Borniertheit führte, musste furchtlos sein, sehr W wissend und wollend, sie musste" über den Dingen" stehen. zur 1897 konnte G.B. als Delegierte zur Generalversammlung des" Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins" nach Leipzig gehen. Der Eindruck war gross, sie begegnete Ꮷ 1 d 9 det den Veteranninnen der Frauenbewegung.Susah sie dort auch Auguste Schmidt, Mitbegründerin des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins und Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, er war der Vorläufer des späteren " Bund Deutscher Frauenvereine".( Auguste Schmidt war übrigens die Lehrerin von Clara Zetkin, die- bei scharfer politischer Gemerschaft- dieser Frau immer dankbar blieb, was sie noch an ihrem Grabe pietatvoll aussprach) Seit Leipzig schwamm dann G.B. im Strom der sich immer weiter entwickelnden Frauenbewegung.Stadliam Das bald folgende Sudium in Berlingab ihrem Wissensdrang) und ihrer scharfen Intelligenz reiche Nahrung. Latein und Griechisch- als Verstufe für bestimmte Fächer der Theologie- Germanistik, Philologie, Philosophie und vornehmlich Sozialwissenschaften, es wurde alles studiert, was nur erreichbar war und alles 4. spade neben der Vorbereitung zur Oberlehrerin und nach dem Examen. In dieser reichen Zeit entstand eine Arbeitsgemeinschaft mit Helene Lange, die an einem chronischen Augenleiden erkrankt war und Hilfe brauchte, um ihre Mission erfüllen zu können. Daraus entstand eine grosse Freundschaft und Lebensgemeinschaft der beiden Frauen, die sich bis zum Tode von Helene Lange behie inneren/ inneren] währte. In engster Gemeinschaft an der weiteren Entwicklung der Frauenbewegung und an ihren vielen Konflikten teil.Tätig und führend erlebten sie die Kämpfe zwischen den" Radikalen" und" Gemässigten" /.G.B. wurde 1899 in den Vorstand des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins gewählt, sie arbeitete verantwortlich an der von Helene Lange gegründeten Zeitschrif" Die Frau", zusamme Handbuch gaben sie das vierbändige Standardwerk" Hanbuch der Frauenbewegung" heraus( 1901) Eine gemeinsame Studienreise nach England war dazu notwendig geworden. 1904 dvierte is war machte G.B.thre Docktorprüfung, eine Glanzleistung, bei aller Arbeit. Die Frauenbewegung hatte sie in engen Kontakt mit allen führenden Frauen der damaligenZeit gebracht, im In- und Ausland. breiteren Umrissen Das alles war mitbestimmend für die Ausformung ihrer Persönlichkeit, aber ebenso war es dabei ihr besonderes Verhältnis zum Christentum und ihre von dah daher kommende Einstellung zu einer- damals erst in XXXXXXXXXXXXXXXXX entstehenden- sozialen Frauenarbeit. Zu allem kam aber auch ein besonders stark betontes, etwas einseitiges Nationalgefühl. Aus diesen Elementen wurde wohl auch des Materie, die ihr Nicht verstehenkönnen der Sozialdemokratie und dem, was sie selber unter Begriff" Marxismus" brachte, geboren. Die heute Achtzigjährige, deren grosser Lebensleistung wir hier Anerkennung zollen, verübelt es uns sicher nicht, wenn-um der Wahrheit willen-- gesagt wird, dass sie es wohl niemals verstanden hat, wie sich in der Arbeiterklasse durch die starke Leistung der Selbstbefrei- ung ein Kulturwille Bahn gebrochen hat, der ohne diese Anwendung der eigenen Kraft niemals zum Zuge gekommen wäre. Die Form des Kampfes wurde in Deutschland der Arbeiterklasse durch die Haltung der wirtschaftlich herrschenden Schicht aufgezwungen. Eine starke Freundschaft verband 6.B.) Mit Friedrich Naumann verband Gertrud Baumer eine sarke Freundschaft. In seiner Zetschrift" Die Hilfe" hatten sich zwei geistig verwandte Menschen zusammen gefunden. Naumanns Ziel 3 Er wollte( nach G.B.) die politische Organi. 5/ sation der Arbeiterschaft innerhalb eines" Vaterländischen Sozialismug auf christlicher Grundlage". So, wie sie es niederschrieb, war es auch ihre Auffassung. Er sei zu spät gekommen, um den Sieg des Marxismus noch aufhalten zu können, sagt sie. 1910 wurde G.B. Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine. Marie Strittlegte ihr Amt nieder, weil ein Antrag des" Bund für Mutterschutz"( VorIt legte sitzende Helene Stöcker) auf Aufnahme in den Bund keine Mehrheit fand. Ihr Gefühl für Gerechtigkeit und ihre Wahrheitsliebebestimmte sie zu ihrer XXXXXXX Haltung. Die Frage einer" Doppelten Moral" in der Gewellschaft, unter der die Frauen alle litten, sollte eine ehrliche Stellungnahme finden.- Man erkannte an, dass der Bund für Mutterschutz" teilweise" eine segensreiche Tätigkeit augeübt habe, aber man wollte nicht in den Verdacht kommen, etwa durch seine fnahme auch seine Sexualethik zu bejahen. Dieser Vorfall zeigt nur einen der vielen Konflikte, die als ständiger Sprengstoff drohten, wie z. B. die Fragen des gleichen Stimmrechtes, die z. B. Frauen wie Minna Cauer abgetrieben haben. Seit 1908 war es auch die von vielen Frauen erwünschte Mitgliedschaft in politischen Parteien, die gefahrdrohend und stark störend emfunden wurde. Sehr bemerkbar machten sich die sozialen Probleme, täglich neu durch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung entstehend und wachsend..Das Rote Kreu der Frauen/ wollte ein obligatorisches Dienstjahr für den Kriegsdienst haben. In der Frauenbewegung diskuterte man das weibliche Pflichtjahr als Lehrzeit für für einen ehrenamtlichen, sozialen Dienst. Man könne schliesslich doch damit auch bei der Forderung nach Gleichberechtigung( angefangen beim Gemeindwahlrecht) dem, den Frauen immer als Sonderleistung der Männer vorgehaltenen Militärdiemst, etwas gleichwertiges entgesellen.Das war eine der Begündungsfømeln--- wie lang ist das her!.G.Balte nurvier Jahre Vesitzende des Bundes mutvie bleiben& bruch " es Duchden Ausundes Krieges( 1914) kk blieb sie es bis weiter diesen allgemein aber auch Krieg hinaus, fürden die Frauen nun garnicht vorbereitet waren und durch den do dodh doh so unendlich viel von ihnen verlangt wurde: wirtschaftlich, seelisch und an sozialer Anteilnahme. Damals wurde auch Gertrud Bäumer zu allem gerufen, ( 6, was die Männer in Regierung und Verwaltung ohne Frauenhilde nicht schaffen konnten. Und das war sehr viel, viet. Die Kriegsfürsorge, die bald akut werdendenden Schwierigkeiten der Ernährung, die Versorgung mit notwendigen Verbrauchsgütern, das Schicksal der Jugend, die individuellen Schwierigkeiten der Mütter, an die man von oben her für einen freiwilligen Hilfsdienst appellierte, das alles war ein breiter, sozialer Kmplex mit dem eine Männerregierung ohne Frauenhilfe nicht fertig werden konnte. Das sahen sogar die Vertreter der und. Reichs XXXXXXXX der Länderregierungen, sowie der Kommunen ein. ar for Wir bestaunen die Arbeitskraft dieser Frau: Certrud Räumen Verantwort it che Mitarbeit an den Zeitschriften" Die Frau" und" Die Hilfe" ,, Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine( Der Bund hielt während des Krieges, 1916 ee Tagung in Weimar aborganisierende Arbeit in der zentralen Leitung des Nationalen Frauendienstes, dazu die Herausgabe zusammenfassender Schriften, Veranstaltung von Kursen und Tagungen, deren Notwendigkeiten aus den Arbeiten des Tages entstaden. Zu all dem übersiedelte sie( 1917) zusammen mit der siebzigjährigen Helene Lange nach Hamburg, um dort Aufbau und Leitung einer Sozialen Frauenschule zu übernehmen..--Nach dem schmerzlich erlebten Zusammenbruch 571 finden wire( 1919) G.B.in der Nationalversammlung zu Weimar als Abgeordnete der * Demokratischen Partei. Ihr christliches, National- soziales Bewusstsein hatte sich mit der Gegebenheit, einer" Partei" anzugehören, abgefunden. Ein wenig spättisch sehr kühl, ein wenig hochmütig darüber shend, so erschien sie manchen von uns, die ebenfalle den parlamentarischen Boden als Neulinge betraen. Dieser exquisiten Bildungs- und Geistesschulung egenüber, haben wir uns auf unsere eigenen, so schwer Land Kenntnisse erworbenen Bildungswerte) besonnen.--1920 wurde G.B. Ministerialrat in der Kulturabteilung des Reisministeriums des Inneren. Die Schulfrage und Jugendwohlfahrt war ihr Ressort. Die Hamburger Arbeit an der Sozialen Akademie war dam damit abgeschlossen. In der Internationalen Frauenbewegung hat man es ihr in dieser Zeit übel genommen, dass die deutschen Frauen nicht an einer Tagung des Inernationalen Frauenbundes in Kristiania teilgenommen haben. Das Auswärtige Amt hatte diese Teilnahme dringend gewünscht, jede Bresche, die in die X allgemeine Aechtung Deutschlands gebrochen würde, wäre erwünscht, so hiess es. G.B. selber sagt dazu:" Solche Entscheidungen sind niemalsrein tationaler Art. Brein Sie sind- das macht es Sache des Gefühls". So schwer Die Zeitschrift, 7, " Die Frau" durfte noch einige Jahre in der Zeit nach 1933 erscheinen, dann fiel auch sie dem allgemeinen Zeitungssterben zum Opfer. Es sind noch eine sehv Certrud Bäumers der Frau Anzahl beachter Bucher aus der Feder dieser Frau erschienen, die aus dem Aufstieg der deutschen Frauen zu gleichberechtigten Staatsbürgern nicht wegzudenken ist. Bei allen Verschiedenheiten der Anschauungen und Einstellung zu den Fragen der XXXX Politik des Tages und der Zukunft, ziemt es sich für uns dieser Anerkennung auszuprechen und der Jubilarin unsere Glückwünsche zu sagen. Marie Juchacz Gertrags Heimat. Heute wollen wir einer iran unsere besten Geburtstags= aus, so wollen wuͤnsche darbkingen, die zwar Gegnerin der Sozialdemokradie gewesen ist, aber: m Dasein der deutschen Frauen in unserer unserer gemeinsam erlebten zwischen und entscheidensten Zeit einen denn wichtigsten Platte ausgefüllt hat. Gerechte: Udts Anerkennung und dankbark Anerkenntung für eine Lebensleistung soll ist nicht von einer Weltanschau“nne, ist von keinem politischen Bekenntnis a 6h a xp. September, ihre Gertrud Bäumer, die am 80. Lebensjahr vollendet, war die Trotter eines der Jahren nach evangelischen Pfarrers, x Er stand in einer weil 1870, An der in Preussen unter der Regierungstätig . keit des kultusministers Falk ein etwas freierer in den Reiten der P'dniere für Wind weht bérie prexiosisolie die in neuesschulpolitik. Gertrud Baumer wurde 1873 in Hohenlimburg im westfälischen Sauerland geboren verlebte aber ihte erste Kindheit in Ammin, s'a Pommern, wohin der Vater als hauptamtlicher Kreis schulinspektor Gerufen wurde. Dieser Vater hatte – nach der eigenen Schilderung von Bertrud beifeinem Leiter Bäumer— πολl nicht allzuviel Lebenskraft, er inteolies die das GährigeMädchen mit seiner Mutter und Geschwistern. Eurer hatte ernach dem schmerzlichen Wechsel der Ablösung mePreussi ohulpolitik und seine Versetzung derneṅ als schal, uspökter rins Rheinland. In Pommern hatte sie die schalbank mit den Dorfkindern geteilt. Das Rheinland um nahm die Gjährige in die höheren Föchterschule auf, die Fremdsprachen, besseren Deutschunterricht Wissen vermittelte. Auch wie gesichtbare sterke geistige Kraft und körperliche Gesundheit geachtet. scheint Gertrud immer aus der mütterlichen Familie erhalten zu haben. Besonders die Grossmutter sog eine Frau von bedeutender Kraft des Charakter. uret. des Geistes gewesen sein, die auch ein hohes Einfluss und die möchten. Alter erreichte ohne je ihren bei selbst zuwischen 1 in der avassen Familie aufzugeben. Bei dieser Grossmutter verlebte nun Gertrud(mit der Mutter und den Geschistern) ihre weitere Kindheit in Halle a.d. saalé. Es war eine Familie mit alter Kultur aus der Burgermeister hohc und andere Staats- und Gemeinde beanste Wirtschaftsführer, Juristen und Officiere hervorgegangen sind.* So ist es kein Wunder seiner dahl dass Mädoken, der Leben´s. ausserdem aus junge besonders weg mit einem weichen Kulturellen, ausgestattet wurde, alle Vorbedingungen ihres Werdens mihi XEin gutes Teil von Besundheit. Geist und Lebenskraft scheint von der Grossmutter es 24 auf Gertrud Baumer übertragen werden, Bewerken wäre noch dass dem Kind diereiche Haus- biſciot dok offen stund, da Jüns Arbeit und śpiel dar, kinder dieſes Eimman wählt abend Das Haus der Grossmutter einem sehr reichen, und weiter ausseren köhnen, aber es wurde, in deiner familiaren Lebensform spartanisch einfach und sparsam geführte hatte aber einer reichen auss Und es war erfüllt von einer Reliciositäd und Frommigkeit, die falls traditionell war. Dieser aussere Rahmen wurde enger und einfacher als die Mutter Gertrud Baumes sich entschloss in Magdeburg den hauswirtschaftlichen Betrieb in einer Privat- Klinik eines Bruders in Magdebure an übernehmen. Die 15jährige hatte die 10 Klassige Hallt höhere Mädchen schule Ein Mälheim absolviert damals Als einziger Beruf kanweder einer Lehrerin in Frage, wofür sie aber noch zu, ung war. Die Zeit bis zum 18. Jahr musste überblückt werden zum Examen wurde man nach zweijakriger Ausbildungsreit erst mit 18 Jahren ingelassen. Nach Besuch des Seminars in Magdebure nicht ganz vollendet. treichen, wurden 3/4 Jahr Selbstvorbereitung- iḿ/Hause der Grossmutter- eingeschoben. bestand die 18jährige das Examen in Halberstadt. Die erste Stelle als Lehrerinb- dar einen eigen. angeboten die 19 jahr; ‖’ge Familie verwandten Pfarrerk fand sie in der westfälischen Gemeinde kamen. Da sie auch im Pfarrhaus wohnte, kam sie aus der evange lisch-kirchlichen Atmosphäre nicht hinaus Eswaren Bauern, Handwerker und Bergleute die ihre Kinder dort zur Schule schickt er, "Déc proletarisolle Daseinsformi hatte schon Terrain erobert“ u. sagt 6. B. selber Und weiter: † Der Lehrer einer padae ogischen Akademie von heute wird den Vorbereitungs- zustand in dem eine 19jährige Lehrerin eine grosse Klasse mit iwei Jahrgängen des S. F. 4, Sohuljahres- etwa Zd Kinder mit dem gesamten Unterricht, auch Gesang zeichnen und Handarbeit, übernahm einfach I kamen es, l’hvek †‘s waren wieder Truvelhaft finden... sonder. Lehrerinnen unter dem Lehrpersonal, von denen eine ältere sie mit den Strömungen am Helene Lange bekannt machte und ihr die Zeitschrift“Die Lehrerin” gab. Helene Lange 1893 hatte damalsɪɔs̭chər. war'hre schwerste Pionier-eit hinter sich(der Wahre von 1778) hinter sie. Die 41/12/19 die Lehrerinnen hatten süde 1870 ihre bestehenden Vereine in Friedrichrode zusammen geschlossen. Lebensweg durde eine Leitenwerke vor vertrud Baumer keiner wundertich Verlag, Tübim f. Ein Jahr später war sie schon a’n einer Schule vorstadt schule in Magdebure, die aber schon einen rein,»Mefarischen Charakter hatte. Die entsetzende Industrie und Grossstadt hatte ihr Industrie anlagen bereits) (ns Land hinein) Sie wardort die Kollegen. schoben. Wolle dem allein unter tauter mannlichen Lehrer. XIII Auch in M die Zeit schrift war für be-B. einrige die i eigentliche Begegnung mit der Frauen. es gab in Magdebure zur Stunde bewegung" noch keinen Verein Frauen= oder Berufs= verein, den man ihr hatte zurechnen. verbei entfernt Augli betracht. die männlichen Katterla dachten nicht Vdaran. dass die Koller in ach ih ihm Vereinszeitsobrigt mitglied werden musste bisher ungekamter vermittelte auch Kenntnis durch Möglichkeiten für weitere Bildung. 2.13. konnte man mit in Berlin mit einem Studium von 2 Jahren die Prüfung als Oberlehreim machen, um dann an einer Oberstufe einer häheren Mädchen. Je oldok mussa schule unterrichten zukönnen. Hatte dort zwei Jahre unterricht veidairt ˩˧ ˧aɔ- uɔɨ dort engelassen zu werden, von einer höheren Mäddenschule unterrichtet haben. Ein etwas umständlicher Weg, aber anders war es nicht möglich. So landete G.B. Bekliesslich, auf diesem etwas umständlichen Weg en dier Von Berlin Diese Tätigkeit wurde gefunden. Die Volkschule wurde Verlassen, die neue Tätigkeit wurde an einer höheren Privatschule vulde g ergale siok. Hier fand sìok rugleich Gelegenheit, mit zusammen mit diesem weiblischen Kollegium und stadtischen lehrerinnen eines"Berufsvereini" zu bilden und c3 z2 l3, l4, l3 cʼest quʼil y a dʼvne quie 24 3/so de wirkl. kontakt mit der Frauenbewegung "finden."Vereinigung" nannte man es statt Verein, weil die Bestrebungen von der vorge- setzten Behörde knüvrig und misstraxisch betrachtet wurden. Was tat man? Man veran- staltete Arbeitsgemeinschaften für Fräbe(und For Pestalozzi, endungskurse für Volksschülerinnen g bildete eine kinderschutz kommission usw. Einmal kam Helene Lange zu einem Vortrag, ein geladen von einem Haus die ersten Maal an, der ein. Es war just die Zeit, also ihre" býmnasialkurse ihre erste Abiturienten prüfung ablegen sollten [1896] Es sie waren unter Widerständen und viel Oclachter und Verhöhnung zustand es im der Parlament und in den Zeituneen ihstande gekommen. Man die Frau, die diese Kampfe,"gegen" vorurteil und mannliche Borniertheit führte, musste sehr wissend und klar sehr stark und wollend sein um über den D'ingen" stehen zu können. 1897 ging b. B. als Belegierte zur Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins nach Leipzig, wo sie und empfing einen grossen unvergesslichen. cindruok. Sie sah dort auch Auguste Schmidt a. e. Veteranin der Frauenbewegung, Mitbegründe derin des A. D. L. V. und Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins aus verlaufes. dert dem kenn des spaten(1+4) entstehenden Anoli Bunde Dent soh e. nakennereine war-tulare. die sokarse politische Gegnerin, Zetk in zwar schwierig. n. hvem Lehrerinnen. seminar gewesen und hat später ihrend ssen Dankbarkeid noch an ihrem Grubl Abs. druck gesprochen. Seit dieser zeit schwamm 6.B. im Strom der sich immer weiter entwickelnden Spatare Frauenbewegung. Und das Studium in Berlin gale ihrem grossem- Wissensdrane und ihrer Intelligenz reichte Nahrung. Geschäftsführer aufgegeben werden. thate, n, Griechisch-als Vorstufe für Facher der Theologie Germanistik x Neben und nach dem Abschluss als Oberlehrerin: und so viel wissenschaft X Philologie und Philosophie wurde alles studiert was nur erreichbar war. Endie ser reichen Zeit entstand zuerst eine "Arbeitsgemeinschaft mit Helene hänge, die an seinem chronischen Augenleiden erkrankt. Auf žbranghte, um ihre Mission voll zu erfüllen. Daraus entstand eine grosse Freundschaft und Lebensgemeinschaft, die bis zum Ton von Helene Lange dauerte. In engster Gemein- schaft mit ihr Onahm s. e. an konflikten; streit- ψέλάνεναν deßEntwicklung und an den konflikten der Frauenbewegung teil, der Bründung des Bandes Deutscher Frauenvereine den Strömmungen zwischen den"Radikalen" und"Gemässigten". Sie wurde, in den Verstand des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereine veranwertlich. gewähld(1829) sie arbeitete massgeberd a der von Helene Lange gegründeten Zeitschrift "Die Frau" mit sie gaben zusammen das 4bandige Werk“Handbuch der Frauenbewegung neraus,(1901) Eine Studienreise nach England nötwendig. Die praktische Arbe, datür wird in der Frauenbewegung braohte sie in ganz einen kantakt mit allen älteren und jüngeren führendes Frauen der damaligen Zeit, und mit ihren Strömungen und Aufgaben, nicht nur in Berlin, auch in München Hamburg u. a. Grossstedten Ihr Verhältnis zum christlichen Glauben in Verbindung mit und ihrer Einstellung nur damals erst breiter und Ihr erklaren Unwissen en Pstehenden, mit moderneren Anschauungen fussenden socialen Arbeit war bestimmend für die Entwicklung ihrer Daru kam ein gesonders, Persönlichkeit, war es, nur starkes nationalDas ist ein seitiges aber gefühl. Aus diesen drei Elementen wurde wahrscheinlich ihre Abneigung una ihr Nichtverstehenkönnen gegenüber der so ialdemokratie und dem, was sie"Marmas" nannde, genahvt. Sie had niemals S siok der ṣa sesgnaeren, den, wie stark die, ein dem durch die schmstande in Deutschland grade in dieser Kampffform erzwungenen Haltung der erganisierten Arbeiterschaft e.n. Kulturwille anwiderstehlicher Bahn gebrochen hat. seine selbst. der ohne diese geistige Stütze niemals dahin gelangen gelangt wäre, wohin erzwollte und auch gelangt ist. Nationalsocial nannten sich die Ver- unter ihrer Richtung, die sich um die Idem von Friedrich Naanden Scharten am dessen Zeitschrift"Hilfe" sie mit- arbeitete und mit dem sie-bis zu seinem Tode eine starke Freundschaft verband. 1904 tagte der Frauenweltbund in Berlin. 6.B. und H. h. arbeiteten massgebend mit. Wir wollen ans ihrer Erinnerung etwas charan- terisdisches festhalten: "Er(der Frauenweltbund) hatte für seine dritte Generalversammlung eine Einle von Berlin angenommen, nachdem dune erst die Bedenken überwunden werden mussten die an das preuss. Vereinsrecht anknüpften Danach war damals Vereinen, denen Frauen angehörten, die Erörterung pelidischer Fragen verboden, und da in der Prag's des Vereinsrecht als politische Fragen solchen gelten die Gesetz- gebung und Verwaltung beruhren, sökonnten so ziemlich alle Gegenstände einer solchen Tagung: Bildung, Arbeiter. und verschutz, ziKompynung der Prostitution – vom Stimmrecht garniokt" an reden, um als politisch definiert werden. Aber das Gesetz, trotzdem es noc inkraft war, hatte man dem Bund Bentsoher Frauenvereine gegenüber niemals in diesem 11 sinne angewendet... hielten 1906 trat Friedrich Naumann und Gertrud Baumert auf dem Evangelisch-sdzialen koneress in Jena ein Referat und Korrefe- rad zur Frauenfrage. „Von einer besonderen Seite per ist mir in dieser Leid die innere Leere, aus der sich in unserem Volk der leichte Sieg, ob es Marc gismus erklärte bewusst geworden. Im sammer 1910 fand in Berlin... ein Weltkongress für freies Christentum statt... Eine besondere Sektion, die ich geleitet habe, galt dem Gevenstand:"Die Frau und die Religion." U. a. wollte man den kirchenfernen Massen in einer ihnen zugänge Ich mußte als geistig-seelisch. licher Frau, das Chriasshausen Macht nahebringe nnkelreisse socialisten wirkten daže mi 3 1910 wurde 6.B. Vorsitzende des Bandes Deutscher Frauenvereine nachdem Marie der Stritt wegenrundsätzlichen Frage zur Ehe und zur sequellen Frage zurücktrab. sie vertrad den radikaleren Standpunkt, wollt die Frauerbewegung aus dem Lustard der"doppelten Moral" hertens an dem die Frauen eemeinsam litten, neben in öffentlicher Stellungnahme die Konsequenz durch die Traumbewegung gezogen sehen worin ihr die Mehrheit nicht fragte. Anlas´s war ein Antrag des"Bundes für Mutterschutz wir Aufnahme in den Bund, der abgelehnt wurde. Weil der Der Bund für Mutterschutz hatte eine stgensreiche Tätigkeit für aussereheliche kinder entfaltet, aber da seiner Segualethik wolte der Bund Deutscher Frauenrereine nicht folgen. Auch bei der sich machtvoll anbahnenden politische Gliederung und Anteilnahme an palischen Parteien, sollte die sich nach 1908 nach sichtbar anbahnte, nehm unter der neuen Führung der B. B. Fr. V. eine vorsichtig zurückhaltende Stellung ein, diese Zur politischen Stellungnahme wurde als gefahrdrohend und störend für die Frauen. bewegung empfunden.- Sehr bemerkbar tan- maakten sich die sozialen Probleme, die durch die wirtschaftliche und soziale, wissen Ent- wicklung entstanden waren und wuohsen. obligatorische Das Rate Kreuz wollte e der Frauen Dienstjahr zur Ausbildung für den Kriegsdicke auf der anderen Seite wollte man die gewisse Ansätze für einen socialen Friedensdienst" durch ein weibliches Pflichtjahr ausbauen, ein auch, weil der Frauenbewegung in ihrem Bestre- M sslippere gleichbebere nach In Ihrer Brüssen rechtigungsvielgach interven gehalten, ‖//| wurde dass sie nicht die glei dem“Dienst am Vaterland" nicht die gleiche Leistung entgegen setzten. Solche Argumente heute in der offentlichen Meinung weitgeuend überholt, wieen damals noch recht schwer. G.B. wollte mir giehre Voreitzende des bei Aen wadurch dass 1914 der Krieg ausbrach, behiele sie 6. B.(inzwischen auch im Frauenweltbund, also international bekannt geworden) der den Vorsitz paru kamen” weit gespannte Pflichten durch den Krieg, für den die Frauen nicht vorbereitet warin der aber Kriegsfürsorge, Arbeitslosigkeit der Frauen im ersten Kriegsjahr verschiebung der Arbeitsmarktlage bis zur endlichen Anpassung der Wirtschaft an die Kriegerfordernisch belot terschöner steigetüder diewakad werdenden, sich immer w Ernährungsschwierigkeiten, daß soktoksal der individuellen Ingend, und die schwierigkeiten die Matteil für Frauen, entstanden an die man für den freiwilligen Hilfsdienst appellierte, das waren aber aufgaben, die ohne Mitarbeit der nicht zu bewältigen waren was sogar Frauen Vertreter der die Ypreussischen una der Reichsregierung Beschlüsse. Wir bestaunen die immense Arbeitskraft dieser Ohre Frau: Mitarbeit an der"Hilfe", MitArbeit an der Zeitschrift“Die Frau”, Vorsitzende im wohl Bund Deutscher Frauenvereinet Organisierung Arbeit in"Nationalen Frauendienstes", zuund Vorträge und Tagungen aus derzentrale des sammenfassende Schriften der Bekenntung auf Problemen der Zeit entstehend. Da all dem übersiedelte sie – zusammen mit oder X Der Band hielt 1916 mitten im Krieg eine Tagung i ˩˧ raimar ab b. übersiedelte sie mit der zejahrigen Helene lan: naoh Hamburg, ˩ɒ ʔɒ dord Aufbau und Leitung einer socialen Frauenschule zu übernehmen. Nach dem zusammenbruch, sohmerzlich vielleicht. 1919 fand C.B. in der N.V. in Weimar als Abuor der Demokratischen Partei. Ihr gebranct Friedrich Baumanns Christlich. national-sortiges Bewusstsein hatte sich mit der Tatsache"in einer Partei" mitruarsebt beiten abgefunden. Ein wenig spättisch, kuhl klein/ ein wenig hsch hochmütig erschien sie uns er exquisiten Bildung und Geistes- anderen, Dies und Kultertrath von Schulungshatten wir nichts gleichwertiges ent- haben gegen zu setzen, wir mussten uns auf unsere eigenen schwer erworbenen Lebens- und Bil- langswerte besonnen, aber die Verständigung auf Gemeinsames war nicht sehr leicht gemacht, C. B. wurde welches war das Ziel Naumanns? Er wollte die(nach G. B.) die politische Organisation der Arbeiterschaft innerhalb eines"vater- candisohen sozialismus auf christlicher "Grundlage" so wie sie es niederschrieb war es wohl auch ihre Auffasseine. Aber er sei, so meinte sie zu spät gekommen, um den Sieg des"Margismus" nach aufhalten zu können. 1920 wurde 6. B Ministerialrat in der Kultur. abteilung des Reichsministerium des Innern schulfragen und Jugend wohlfahrt, war ihr Ressort. Die Hamburgen Arbeit war damit ab geschlosse." In der Welt hat man es G. B. verübelt, aass- Die:„Die 1920 an einer Tagung des Inte (deutsche Frawenleerregung in Kristiæric Frauenbundes nicht teilgenommen hat. Das auswärtige mit der Reichsregierung hatte die Teilnahme dringend gewunsoht, Sie jede Bresche, die in die allgemeine Ächtung Deutschlands gebrachen wurde, ware wertvoll 6.B. selbst sagt dann:"Solche Entscheidungen sind niemals rein rationaler Art, sie sind- das macht es so schwer- sache de 6ef S Gertrud Baumer vollendet am September, hv achtzigstes Lebensjahr. Wollen wir die Vergangenheit der deutschen Frauenbewegung gelden lassen würde wollen wir an der Persönlich: keit und Lebensleistung einer Frau nicht vorüber gehen, die in der Kampf= und Entwicklungsreit auf hervorragender Plätzen gestanden hat. Pflichtschuldige Anerkennung der Tatsachen soll nicht von Oeltanschauung und politischem Bekennt- n. s. abhängig sein. Gertrud Baumes ich ist die Tochter eines evangelischen Theologen sein Beruf war schon tradition in Professor in der Familie. Es wehtevaamals- in den siebziger Jahren – vorübergehend ein etwas freierer Wind in schulfragen so wurde vom Ministerium Falk der Oberale Pfarrer hauptamtlicher Schul- inspektor in Camin."Pommern. G. B. wurde mit 1873 in Hohenlimburg im westfälischen Sauerland geboren ver- lebte aber die erste bewasste Jugend in Pommern. Die Ablösung der libe= ralen Schulpolitik durch eine Maktionärere Vater Richtung fahrte den Schulinspektor Bäume ins Rheinland zuruok. In Pommern hatte G. B. die Schulbank mit den Kindern des Dorfes geteilt. Das Rhein 2/ Land nahm die Neanjahrige, in die höher Töchterschule auf. Medoldt, Der Vater hatte nicht allzuviel Lebenskraft er hinterliess Vittag bald mit zehn Jahren etwas das die Mutter die zehnjährigen Gertrud und ihren Ge- Obliezen, 4tes. schwistern als für die Stärke geistige kraft und ihre immer sichtbare körperliche Gesundheid scheint G.B. aus der mutterlichen Familie erhalten zu haben. Besonders die sterkler. Grossmutter soll eine Frau mit bedenenden gistigen Anlagen und einer bedeutenden kraft des Charakters gewesen sein. Sie erreichte ein hohes Alter ohne jemals ihre Pflichten und ihren bestim- mendem Einfluss in der grossen Familie in Halle. aufzugeben. Bei dieser gross mutter) ver- lebte G.B. ihre weitere Kindheit und Jugend in einer Familie, aus der im Laufe der Zeit hohe Staats= und Ge= meindebeamte Wirtschaftsführer Juristen waren. Ärzte und Geistliche hervorgegangen sind. xapiliär içös Darst Hans hatte – bei spartanischer Lebensführung- einen reichen Zuschrift ware" seine Bewohner tragen Trager einer alten Kultur, sie waren aber auch durchdrungen von einer Religiosität und Frommigkeit die ebenfalls traditionell war. Betont soll noch werden, dass dem heranwachsenden Man Mädchen die überaus reiche Familienbibliothek unkontrolliert offen stand. und reite Dieser reicheflebens rahmen wurde immer engen als die Mutter den Klinikhaushalt eines Bruders in Magdeburg übernahm. Für 6.B., fünfzehn Jahre alt, die Töchterschule hinter sich entstand die Berufsfrage, sie wollte Lehrerin werden, es war der Mädchen beruf von damals. Zum Eindritt in die am Ort zweiklassige Ausbildung zu jung(mit achtzehn Jahren konnte warte- man das Eçamen machen. warde die zeit noch mit Schulbesuch überzuckt. Schliesslich, nach bestandenem Examen im Halberstadt fand sie die erste Stelle durch einen, der Familie verwandten Pfarrer,"der west- fälischen Gemeinde kamen. Bauern, Handwerker und Bergleute schickten ihre Kinder zur xxxx schule."Die præleturische Daseinsform hatte schon terrain erobert“ sagt G.B. selber in ihren Erinnerungen. Und weiter: "Der Lehrer einer padagagischen Akademie 6 C von heute wird den Vorbereitungszustand 6 5 indem eine neunzehnjährige Lehrerin eine [M] grosse Klasse mit zwei Jahrganien des . e 3. und 4. Schuljahres – etwa 70 K. noher e. S. mit dem gesamten Unterricht auch Gesang § 25 N 3 3 zeichnen und Handarbeit übernahm, einfach 3 Königl. frevelhaft finden..."K Fussnote In kamen aber waren unter dem Lehrpersonat Ist rier Kolleginnen, von denen eine sie mir der damaligen Stromnn Egistenz von Helene Lange der Pionierin für Frauenschalung unterrichtete 3 4 ihr auch die Zeitschrift. Die Lehrevin gab 1) Helene Lunge hatte damals schon eine Etappe ihrer Pionierzeit hinter sich. Die Lehrerinnen hatten ihre bereits bestehenden Verei 1890 Allgemeinen Dorfschen Lehrerinnehrerin in Friedrichroda zum einem Bund vorkommt zusammen geschlossen. Ein Jahr später war 6. B. schon an einer Vore stadtschule in Magdeburg, die einen reinproletarischen Charakter hatte. Die im schnellen Wachstum befindliche Stadt hatte ihre Industrie anlagen schon weid ins Land hinein geschoben. Die junge Lehrerin war hier allein unter den männlichen Kolleren, fühlte sich auch allein die Zeitschrift"Die Lehrerin" war ihre einzige Begegnung mit den Strämmungen der Zeit und mir der Frauenbewegung. Es gab keinen weiblichen Berufsäumen, auch keinen Frauenverein, der sich mit irgend einem Leid problem befasste. Und den mähnlichen Schweiz. hat es vollkommen fern etwa ihre kò Die Staatsanlage Mitarbenkomm um Beitritt in ihren Man Berufswein anzugehen. Alss die Lektêre der"Lehrerin" vermittelte ihr neben anderem auch die Kenntnis bisher unbekannter Möglichkeiten für weitere Ausbildung, sie erfuhr, dass man in Berlin nach"einem Stadium von zwei Jahren die Prüfung als Oberlehrerin machen konnte, um dann an der Oberstafe einer höheren Mädchenschule dorf unterrichten zu können. Umzugelassen za werden, masste man aber an einer (2 Jahre höheren Mädchenschule unterrichtet haben. So wurde die Volksschule verlassen. Es geganz an einer Privatschule für höhere, richter ann kommen. Durch diesen Übergang ergab sich sogar die Möglichkeid, zusammen mit dem weiblichen Kollegium und ein städt. Lehrerinnen, einen Berufswein zu bil- den, um den ersehnten Kontakt mit der Frauenbewegung zu bekommen. gezeitete Schütterkärde wahr muss hauschsah- der neue Verein machte Arbeitsgemeinschaften für Fräbel und Pestalozzi, veranstaltete Kurse für entlassene Volksschülerinnen, bildete eine Kinderschutz kommission usw. Einmal kam Helene Lange zu einem Vortrag nach Magde= burg, just um die Zeit in den die erste Abiturientenprüfung für die Schülerinnen ihrer GymnasialKurse bevorstand. Kurse (596) Biese warum unter Widerständen unter Gelächter und Verhöhnung in den Parlamenten und der Presse zustande gebracht worden. Nach dem glanzenden Evannen wurde es etwas stiller. Die Frau 0,44 die solche Kämpfe gegen Vorurteile und mannliche Borniertheid führte, musste s.'C musste sein furchtlose, sehr wissend und wollend, über den Dingen stehen. 1897 konnte G.B. als Delegierte= ar Gene= ralversammlung des"Allgemeinen Deutschen nach Leipzig gehen. der Eindruck war gruss, sie begegnete darc auch einigen Veteraninnen der Frauenbewegung. So sah sie auch Auguste Schmidt Mitbegründerin des A.D.L.V. und Vor- sit-ende des Allgemeinen Deutschen Frau= envereins er war der Vorläufer des späteren Bundes Deutscher Frauenvereine. (Auguste Schmidt war übrigens die Lehrer in von Clara Zetkin, die bei scharfer politischer Gegnerschaft, dieser Frau immer dankbar blieb, was sie noch an ihrem Grabe pietätvoll aussprach.) Seit Leipzig schwamm dann b.B. im Ström der sich immer weiter entwickelnden Frauenbewegung. Das bald folgende Studium in Berlin gab ihrem grossen Wissensdrang und ihrer scharfe. Intelligenz reiche Nahrung, latein briechisch – als Vorstufe für estimmte Fächer der Theologie ger- manistik Philologie, Philosophie und vernehmlich Socialwissenschaften es wurde alles studiert, was nur er- reichbar war, alles neben dem Abschlass als Oberlehrerin und in den Jahren hinterher. In dieser reichen Leid entstand eine Arbeitsgemeinschaft mir Helene Lange, die an einem chronischen Hilfe genleiden erkrankt war, und A" brauchte, um ihre Mission erfallen zu können. Daraus entstand eine grosse Freundschaft und Lebensgemeinschaft der sich, beiden Frauen, die für zum Tode von Helene Lange bewährte. In engster Gemein- schaft nahmen sie an der weiteren Ent- wicklung und an den vielen inneren konflikten der Frauenbewegung teil. tätig und führend erlebten sie die Kämpfe zwischen den"Radikalen" und"Gema- sigten. G. B. warde in den Vorstand des "Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins gewählt(1899) sie arbeitete verantwort. lich an der von H.L. gegründeten Zeit schrift"Die Frau", m. a., sie gabenzusammen das vierbandige Standardwerk. "Handbuch der Frauenbewegung heraus (1901) Eine gemeinsame Andienreise nach England wurde dafür notwendig 1904 machde G. B. ihre Doktorprüfung, eine Glanzleistung bei aller Arbeit. Die"Frauenbewegung" brachte 6.B. in engen Kontakt mit allen führenden Frauen der damaligen Zeit, nicht nur, u Berlin sondern auch im Reich und im Ausland Das alles zusammen war bestimmenol für die Ausformune ihrer Persönlichkeit. Aber mitbestimmend war dabei ihr Ver 8) haltnis cum Christentum und ihre an/ daher bestimmte Einstellung a einer damals erst in breiteren und klareren Umwissen entstehende soziale Frauenarbeid. Zu allem kann ein besonders stark betäntes, etwas einseitiges Nationalgefühl. Aus diesem "Elemendem wurde wohl auch ihre Ab- neigung, besser ihr Nichtverstehenkönnen. oder Sozialdemokratie und auch dem dem Begriff Das sie selber unter Marçismus" übereichnete, genährt. Die heute Achtzige sicher ⸗jährige X verübelt es unsmickt, wehn und um der Wahrheit willen gesagt. wird, dass sie es wahl niemals verin der Arbeiterklasse will standen hat dass sion, nur durch die starke und bewusste Leistung der Selbst- Befreiung ein kultarwille Bahn gebrochen. (eistur) hat, der ohne diese Eigenam miennals zum Zuse gekommen wäre. Diese Form des Kampfes wurde in Deutsch land der Arbeiterklasse aufgew. durch die Haltung der wirtschaftlich und geistig herrschennen Schicht aufgewungen. Mit Friedrich Naumann verband C.B. eine starke Freundschaft. In seiner 9/ “Die Hilfe hatten sich. Zeitschrift. Merscher Zichli dels geistig Verwandten ausgehren zusamm- gefunden. Naumanns Ziel? Er wollte – nach G.B.- die politische Organisation der Arbeiterschaft innerhalle eines "Vaterlandischen Sozialismus auf christlicher Grundlage". So wie sie es niederschrieb, war es auch ihre Auf- fassang. Er sei zu späd gekommen, und den Sieg des Marcçismus noch aufhalten Ou konnent Für einer besonderen Seite her ist mir die innere Leere aus der sich in unserem Volke derleichte sieg des Mar- gismus erklärte, berüsst geworden. Im Sommer 1910 fand in Berlin ein Weltkongress für freies Christentum statt am Eine besondere Sektion, die ich leitete, galt dem Gegenstand;"Die Frau und die Religion. N. a. W wollte man den Kirchenformen Masson in einer ihnen zugänglichen Form das Christentum als geistig seelische Macht nähe bringen. Nankafte religiose sozialisten Ein wirkten bei diesem Kongress m. v. Der Erpa war nicht zu sehen. 1910 wurde G.B. Vorsitzende des"Bundes Marie Stritt Deutscher Frauenvereine. Ist legte ihr Amt nieder weil ein Antrag des (Vorsitzende Helene Stöcker) "Bund für Mutterschutz auf Aufnahme den B.B.Frit keine Mehrheit fand. Das Gefühl für Gerechtigkeit und ihre Wahrheits- M. St. Liebe bestimmte sich zu ihrer radikaleren Haltung. Die Frage einer"doppeltendloral" in der Gesellschaft, machte unter der die Frauen litten sollte eine ehrliche Stellung nahme finden. Man erkannte an, dass der Bund für Mutterschutz"teilweise" eine segensreiche Tätigkeit ausgeübt habe, aber seiner Sequalethik wollte vollt. uelt gen. icht folgen, wurde diese Aufnahme In die Fraue zusammengeschlossen midd in a/er. Frauenbewegung auch Verdaollt geraten dieses Einstellung zu begaben. Dieser Vorfall zeigt nur Einen der Konflikte auf, die der al ständiger Sprengstadt bild drohten, wie gleichen 2. B, die Frage des ψSt. mir rechtes die von 1908 als auch die Mitgliedschaft im politischen Parteien und andere Das wurde als gefahrdrokend und stark störend empfunden. Sehr bemerkbar machten sich die socialen II Probleme x die täglich neu durch die wirdschaftlicher und soziale Entwicklung entstanden und wuchsen. Das Rote Kreuz wollte damals ein obligatorisches Dienstjahr für den Kriegsdienst der iranen. Auf In der Frauenbeitigung diskutierte man das weibliche Pflichtjahr als Lehreid für ehren- amtlichen sozialen Dienst. Man känne auch bei chliesslich doch dam, der Forderung nach vor- Oleichbechtigung dem, den Frauen immer entgege- gehaltenen Militärdienst eine gleichwertige Leistung entgegen stellen, war eine der Rei- grundungsformeln, sie ist heute weitgehender überholt? G.B. wollte nur vier Jahre Vorsitzende des Bundes bleiben. Durch den Ausbruch des Grieges(1914) blieb sie es bis weit über daß sie sie auch auch ein gewisser diesen Kries hinaus, für den die Frauen garnicht vorbereitet waren und durch den auch so unendlich viel von ihnen verlangt wurde. wirtschaftlich, seelisch und sozial.# Damals anol. G. B.) wurde) an allem gerufen, was die Männer in Regierung und Verwaltung ohne Frauen hilfe nicht schaffen kannten. Die Frauen waren im ersten Kriegsjahr zum grössten Teil arbeitslos geworden, bis sich durch Ampassung der Wirtschaft die Arbeitsmarkt. 12) Tage unter Krampfen eingereukt hatte. Die Kriesslävsorze, die bald akad werdende schwierig Leiden der Ernährung und der Ver- sorgnab mit notwendigem Gebrauchsgud das Sohicksal der Jucend die individu- allen Schwierigkeiten arbeitender Mötter an die man von oben her für den freiwilligen Hilfsdienst appellierte, das alles war ein breider soziaier kompleg, mit dem eine Mannerrecierung ohne Frauenhilft nicht fertig werden konnte. Das sahen A gar die Vertreter der Reichs= und der Landesregierungen sowie der Kommunen cíd. Arbeitskraft dieser Wir bestaaren die Verantwortliche ein=eln im Frau: vollisarbeid an den Zollfall zeitschriften"Die Hilfe", Mitarbeit und Die Frau” Vorsitzende des"Bandes Beatscher Frauenvereine(der Bund hielt 1916, mitten Om Krieg, eine Tagung in Weimar ab Zinder zentralen Leitung. Organis.erende Arbe. Ndas Nationalen Frauendienstes, dazu die Herausgabe zusammenfassender Schriften. Veranstalten deren Wirkendigkeit von Kursen und Tagungen aus dem Problemen des Tages entstanden waren (1917.) Zu all dem übersiedelte sie damals;- zusammen mit der siebrigjährigen Helene Laage nach Hamburg, um dorf Aufbau und Leitung einer sozialen Frauenschule zu übernehmen. 3/4[Nach dem schmeurlich erlebten zusammen= bruch finden wir 1919 G. B. in der Nationalversammlung als Abgeordnete der Demokratisch in Parte. Ihr christlich national-soziales Bewusstsein hatte sich mit der Gegebenheit in einer Partei amzugehören, abgefunden. Ein wenig spo"H:sch sehr kühl ein klein wenig hoch mütig drüber stehend so erschien sie uns anderen, die den parlamentarischen Oden als Neulinge betraten. Dieser exquisiten Bildungs- und Geistesschulung gegenüber, haben wir uns auf unsere eigenen so schwer erworbenen Lebens= und Bildungswerte besonnen. 1920 wurde 6. B. Ministerialrat in der Kulturabteilung des Reichsministe riums des Inneren. Die Schulfrage Ond Jugendwohlfahrt wa hu'd'r sóiváláttudémi Ressort. Die Hamburger Arbeitswar damit abgeschlossen. In der internationalen Frauenwelt hat man esihs damals verübelt, dass die deutschen Frauen zu Anna Blos ( 1866-1933) In der Reihe der Frauen, die wir an uns vorüber ziehen lassen, soll Anna Blos nicht fehlen. Sie wurde am 4.August zu Liegnitz in Schlesien, als Tochter des Oberstabsarztes Tomaczewska und seiner Gattin geboren. Spater( wahrscheinlich nach dem Tode des Vaters) lebten Mutter und Tochter in Karlsruhe, wo Anna in der Viktoriapension und im Prinzess- Wilhelm- Stift ihre Schulbildung empfing, um dann eine Zeitlang an der Berliner UniverDie sität zu studieren. Sie wurde Lehrerin und Oberlehrerin Neununddreissig1905 jährige wurde dann die Gattin des Schriftstellers und XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX Reichstagsabgeordneten Wilhelm Blos, der- ebenfalls Sohn eines Arztes- mit der Sozialdemokratie bereits durch Tradition verbunden war. Er war schon 1877, unter den damals zwölf Sozialdemokraten des Reichstags, an dem ersten grossen Arbeiterschutzantrag beteiligt, der auch Forderungen für Frauen und Jugendliche enthielt. Als Anna Blos in die Nationalversammlung gewählt worden war, war Wilhelm Blos Wirtembergischer Ministerpräsident. Er hatte schon ein Leben angestrengten Kampfes hinter sich. Bevor er sich in den Ruhestand zurückzog, amtierte er noch ein Jahr als Staatspräsident des Landes Würtemberg. Uns Frauen aber war er bekannt, als Geschichtsschreiber der Deutschen Revolution des XIX. Jahrhunderts, wir hatten viel von ihm gelernt. In Braunschweig, wo er früher kandidiert hatte und in Würtemberg und Baden wurde er sehr verehrt. haben vie Es hiess immer, dass Anna Blos aus der bürgerlichen Frauenbewegung zu uns gestossen sei, was bei Herkunft und XXXXXXXberuflichem Werdegang nicht XXXXXXX/ verwunderlich wäre, XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX Im" Jahrbuch Deutscher von 1918/ sonst Frauenvereine" Yist registriert, dass Anna Blos: im Rahmen Deutscher XXX Hausfrauenvereine Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Hausfrauenvereine Würtembergs sei. Daraus ist zu ersehen, dass sie in diesem Zweig der bürgerlichen Frauenbewegung mitarbeitete, aber XXXXXXXXX kann sie nicht in vorderster Front der Bewegung gestanden haben, es ist kein Hinweis darauf zu finden. Sie selber schreibt im Handbuch der Nationalversammlung dass sie Mitglied des Ortsschulrates in Stuttgart gewesen sei. Dazu war sie tätig in: K XXXNXXXXXXX Anna Blos 1866-1933 In der Reihe der Frauen ,, die wir an uns vorbeiziehen lassen, soll auch Anna Blos nicht fehlen. Als sie in die Nationalversammlung gewählt. wurde, war sie die Gatiin des Wurtembergischen Ministerpräsidenten Wilhelm Blos, mit dem sie 1905, als er ¿Qué cómo? c4 Kriegsfürsorge, Kriegerheimstätten schwäbisches Burgerheim Vorsitzende Haus= des Verbandes Stattgarter Eduëk francoi, Mitelied des rungsbeirates u.a.m. Sie arbei= tete seit 1905 an der"Bleichheit" mit, schrieb auch sonst politische und literarische Artikel. An Broschüren aennt sie selber: „Kriegsarbeid der Frauen in der Gemeinde"-"Die Lage der Volksschullehrerinnen –"Krieg und Schule". Sie gehörte dem Landesvorstand der Sozialdend Kratischem Partei Wartenberg. a a i einrücken Ein Freund schriebe mid: Sie fand nach ihrer Verheiratung mit Wilhelm Blos schnell geistigen Anschluss an die Partei und entwickelte XXXXX** X* XXXXXXXXX dank ihrer guten Allgevielseitiger rethodische und schriftsteller, soke meinbildung sehr schnell ihre gute Begabung. Sie auch ausserhalb bis zu ihrer schweren Erkrankung nahm **- auch der Partei im öffentlichen Leben eine beachtliche RXXXXXXXX M Stellung ein. Anna Blos wat eifrige Mitarbeiter in Nach eigener Angabe arbeitete sie seit 1905) an der Gleichheit(*#te he sab dous elw.aqueaded asdef aeb etw.3g Sie sagt dazu! Aus persönlicher Erfahrung kann ich betonen, ente eb stb. Heaalid us easibnur dolls bess sale us dass die Arbeit mit Elara Zetkin als Schriftleiterin sehr angenehm war. Isa elb mu dous dola Isbnada.jd troligatne nous Sau ne nedolws Бл BM Als sie mich aufforderte( 1905) für die" Gleichheit" zu schreiben, brachte SOUTеbnеA elb aux at neusted rob leaf bade sie meine ersten Arbeiten mit Korrekturen. Als ich ihr darauf erklärte, Teb dous uneet eb saudal dob see Korrekturen dürften an Artikeln, die ich mit meinem Namen zeichnete, nur dogs neomeV emsantemes sab ledow, tadoantemestatwegunetanenegos mit meinem Einverständnis gemacht werden, erhielt ich einen sehr freund- meb ne et dostal odotels eller ebted bau tai netfowiev us mean meg lichen Entschuldigungsbrief. Von da an vollzog sich unsere gemeinschaftemsantemes mu dole Iebmad se bqU посва появите пеластоктоmреntеm liche Arbeit ganz reibungslos. Ich habe eine ganze Reihe Briefe voller alletmedi ebled dozub tlawed nedollete 10b 60A Anerkennung von ihr, trotzdem wir zuweilen verschiedener Meinung waren... AusbruchAle sie nach Kriegs die Haltung meines Mannes hoftig angriff, stellte a asm bau noiel B 1 nov a el In vielen zerrütteten Ehen kommt/ es dann zur Anwendung dieser bösen, der Frau so nachteiligen Bestimmungen, die ihr sowohl ihr eingebrachtes Gut, wie auch die in der Ehe miterworbeben Mittel nehmen. Un in den Beschlüssen über die Kinder wirken sich die Konflikte der gestörten The oft tragisch aus. man/ A Etwas anderes.Seit Jahreehnten diskutiere I über die Notwendigkeit einer selbständigen Staatsbürgerschaft, die die deutsche Frau nicht steht/ hat. Wenn sie einen Auslander heiratet, wird sie Ausländerin.und.ht, das s die Menschen im Laufe des Zusammenlebens selber schaffen, das aber auch abhängig ist von der allgemeinen Aenderung der Anschauungen sich als mächtiger Meinungsgestalter. Aber ein solches moralisches Recht hat keine juristische Kraft. H zur Anwendung dieser/ ' erweist In vielen zerrütteten Ehen kommt es dann*** bösen, der Frau so nachteiligen Bestimmungen, die ihr sowohl ihr Familiengut, wie auch die in der Ehe erworbenen Mittel nehmen.Und in den Beschlüssen über die Kinder wirken sich die Konflikte der gestörten Ehe oft tragisch aus. zehnten Eine andere Frage: Seit Jahren diskutieren Frauen über die Notwendigkeit einer salbat Ich möchte hierzu sagen: In wirklich guten, von anständiger Gesinnung beherrschten Ehen, gibt es kaum Konflikte. Da wird der Mann das eingebrachte Gut der Frau, sowie das von ihr in der Ehe Erworbene respektieren und man wird sich im Bedarfsfall immer عسم Anna Blos 3- 3 Tob te So wurde die intelligente und gebildete Frau intelligente und gebildete Frau, die sich Wilhelm Blos wurde zur Lebensgefähtin gewählt hatte, in der Sozialdemokratischen Frauenbewegung Würtembergs warm begrüsst, zumal sie XXX glänzende Fähigkeiten den mitbrachte.Sie fand einen Wirkungskreis, der ihnen entsprach. ся kirchlichen Lebens waren bei der Entscheidung von Bedeutung. Aber, so here ich fragen: Brauehen wir denn heute noch eine Frauenbew nun en Theen siandien ludere unte fremdem Recht. Der Mann dagegen wird in seiner Staatszugehörigkeit nicht berührt, wenn er sich mit einer Ausländerin ehelich verbindest über per stalickien Aa elinenwachsen. Menschen gleicher Gründ abe Nur das schü D y Sn Wir müss8 F Dass man Tenere Bindun Vid dienen dir einer en haben mi 200 den urs da P Isolierun dazes en formvollendet/ keit ihre Gedanken zu entwickelm, sie auszusprechen, sie auch niederzuschreiben Daraus entstand ihr Arbeit für die BeweCaudAnerkennung und/ 2 wa gung und Allgemeinheit mit Resultaten, die auch das, was man Ehrgeiz nennt, vollauf befriedigen konnten. Das konnte es eigentlich a nicht sein, was sie oft so unglücklich erscheinen liess. Aber irgendwie muss sie sich doch verlassen und fremd gefühlt haben in der Arbeiterbewegung, die sie doch so sehr gelibt hat und der sie bis zu ihrem Tode treu geblieben ist. Sehr oft erinnerte sie sich an das Schicksal von Lily Braun und bezog es auf sich selbst. Die Frau, die sich( so erkannte Anna Blos es selbst) zwar genial genugg, aber gemäss ihrer starken Individualität, doch nicht hatte einreihen könLiess der/ sie nen. Dieser Vergleich,/ selber aach den Ursachen suchend von ihr war gezogen wurde, at such nicht richtig, weil man diese beiden Frauen Man muss wohl den Menschen, genicht miteinander vergleichen konnte. in einer grossen Bewegung, ganz vorbehaltlos gegenüber stehen; man darf das, was man tut,( was man auch für diese Menschen tut oder zu glaubt) niemals als ein Opfer empfinden, ein Opfer, das man " den Anderen" bringt. Man muss sich wohl ganz und ohne jeden inneren Vorbehalt zugehörig fühlen können und immer wissen, dass uns mit der Hingabe an eine Bewegung Werte zurückfliessen, die das Leben unendlich bereichern. F Konnte Anna Blos es wohl so sehen? Wer: sd revmes sen genag vollkommenheid zu verlangen a 3. die un" Wit de was in der letzten LAL Dem Brief eines Freundes entnehme ich, dass Anna Blos qualvoll nun Lebensze, f an einer unheilbaren Krankheit gestorben ist. Sie war dabelywirklich und den Tod/ einsam und allein, denn sie musste diese Leidenszeit/ durchstehen, als so schrecklich es wat, so war es add zeit bedingt. L Hitler in seiner vollen Herrschaft stand Nur wenige Freunde sah sie Auch/ noch. an ihrem Grabe fanden sich nur einige wenige von den Freuneinige solche den ein, die sich nicht fürchteten sich neben 12 jungen Männer in Den Frauen, die aufbauend Naziuniformen zu stellen. 111 Uns, die wir weiter arbeiten wollen, für die Befreiung der Frau, für den sozialismus hat * XXX Anna Blos durch ihr Wirken- ein Beispiel mit auf den Weg gegeben zur Befreiung der Frau- zum Besten der Menschheit. vder verwaltung. - 12 Es wird hoffentlich dahin kommen, dass man mit demselben Bedauern, welches man Kindern zollt, die ihre Mutter verlieren, von den Gemeinden spricht, die in ihren Vertretungen- und Verwaltungskörperschaften, keine weiblichen Mitglieder haben, sei der wirtes in Schul- Armen- oder Waisenrate. AP Die Geschichte schaftlichen Entwicklung, von der Eigenwirtschaft bis zur konzentrerten Produktion, das ist die Geschichte des weiblichen Geschlechts. X Niemand te von der Freunden Trug Sokuld darax. a Es handelt sich darum, im Bundestag das gesamte herecht, einschliessMich des echtes de Engeschliessung, wie auch einer eventuellen Soleidung, auf eine gesetzliche Grundlage zu bringen, die der Gleichberechtigung Zwischen Männern und Frauen entspricht. Es handelt sich dabei auch um die elbständigkeit der Ehefrauen im Rechtsverkehr, um die Aenderung des ehelichen Guterrechtes, auch der sogenannten zugewinnstgemeinschaft, wobei das gemeinsame Vermögen auch gemeinsam zu verwalten ist und beide Teile gle Anrechte an den gemeinsam eprorbenen Vermögen haben.-- Und es handelt sick um die gemeinsame Ausübung der elterlichen Gewalt durah beide Elterntelle. ob lo Dazu ist zu sagen: n wirklich guten von anständiger Gesinnung beherrschten Ehen, gibt es aum grössere Konflikte. Da wird der Mann des eingebrachte Gut der Frau, sowie das von ihr in der Ehe Ertorene respek ieren und man wir sich im Bedarfsfall immer auf einer yennftigen Basis treffen. So wird es auch bei der Erziehung der Kinder sein. Und garnicht selten wird die rau der dusselaggebende Teil sein, wenn sie die Argumente der Vernunft und des Herzens zusammen anwenden kann.-- Das Gewohnheits recht, das sich die enschen im Laufe des samenleben selber schaffen, -- das aber aus hängig ist von der eile einen Aenierung der Anschauungen-- erweist sich als michtiger Zeinungogestalter et von Allgeinen als ei Aber ein solches Recht hat keine uristische Kraft, Jal esb In vielen zerratteten Eher kommt es dann zur Anwendung dieser bösen, der Frau so nachteiligenden Bestimmungen, die ihr sowohl ihr eingebrachtes Gut, wie auch die in der The miterworleben Mitel nehmen. Un in den Beschlussen über die Kinder wirken sich die Konflikte der gestorten The oft tragisch aus. odgy man/ Etwas anderes.Seit Jahraahnten diskutiere/ EX aber die Notwen digkeit einer selbständigen Staatsbürgerschaft, die die deutsche Frau nicht 19 steht/ has.Wenn sie einen Auslander heiratet, wird sie Ausländerin und unter fremden Recht. Der Mann dagegen wird in seiner Staatszugehörigkeit nicht .noff Vor ihnen steht der Wille zur Anteilnahme am Leben Aller und zur gemeinsamen Selbsthilfe oft erwachsend aus der Initiative Einzelner. sachliche/ 9 Unser Kampf soll den starren, alle/ Prüfung hindernden Vorurteilen gelten. Das Wortchen" grundsätzlich"( ich meine das in seiner fatalen Bedeutung" mit Vorbehalt") spukt noch immer--- ungeschrieben--- in Verstand und Herz von Männern und Frauen. Ja, auch bei den Frauen. Vielfach ist es bei uns Bequemlichkeit, wenn wir uns solchen Vorbehalten 1912 finden wir in der" Kommunalen Praxis" einen Leitartikel:" Die Tätigkeit der Frau in der Gemeinde" von Anna Blos. Es macht es uns in seiner SachJadies sofdag Houe ele Jel ed UBT UATI lichkeit deutlich, dass die Schreiberin sich mit der Frage der GleichbeJeal 19 rechtigung der Frau schon langet intensiv beschäftigt haben muss. Dieser fA, VII Is Jalbelte elmeb Artikel ist auch heute noch als eine der wenigen Quellen, die uns aus Tentee us atd fotofd doo etsteaesind stbad C 1673 der Zeit des langsamen Eindringens der Frau in die Gemeindearbeit tion de те Kunde geben, wertvoll und aufschlussreich. Wir erfahren daraus z.B., dass Würtemus atd els e berg der erste Bundesstaat des Deutschen Reiches der Kaiserreichs gewesen ist, der am 1.April 1910 durch sein eben beschlossenes Volksschulgesetz Frauen als Mitglieder des Ortsschulrates zugelassen hat. Man gab den Lehrerinnen das aktive und passive Wahlrecht( das Recht zu wählen und gewählt z zu werden) und ausserdem wurden( durch Gemeinderatsbeschluss) Frauen aus Jei der Bürgerschaft als Mitglieder des Ortsschulrates berufen. Die Stadt Stutte gart aber ging noch in besonderer Art voran, sie berief neben einer bürgerlichen Frau auch eine Sozialdemokratin( Anna Blos) in den Ortsschulrat/ und -zwar einstimmig. Nachdem in den vorhergehenden Jahrzehnten der Ortsschulrat nur von der Geistlichkeit besetzt gewesen war, hatten sich diese Körperschaften im Laufe der Zeit anders entwickelt. Neben dem Geistlichen war nun die Lehrerschaft, die Bürgerschaft, die Frauen und der Schularzt vertreten. Anna Blos sagt: et " Als man mich zur Wahl vorschlug, ging man von der VoraussetJeas 10b zung aus, dass die Interessen der Volksschulkinder am besten von einer Frau wahrgenommen würden, die politisch und sozial der Arbeiterklasse nahestent." des Abs * Zeitschrift der Sozialdemokratischen Frauen Deutschlands, redigiert von Clara Zetkin.( Verlag J.H.W.Dietz, Stuttgart) Die Angaben sind dem Buch " Die Frauenfrage im Lichte des Sozialismus, Heraugeberin Anna Blos, Verlag Kaden und Co, Dresden 1930, entnommen tisef mebmer 19 *** Kommunale Praxis, Nr 15 vom 13.April 1912. 12. Jahrgang. Verlag Vorwärts 19b box nexII8v Teb 1.9bw -9 Toledo ate sbitw, od 195 al cennamen BT Tob sabionist ob todo mom mob .bte saunaq at b Berlin Untersuchen wir. Im Grundgesetz vom Mai 1949 ist die volle Gleichberech- tigung der Frau bejaht. Ist sie auch restlos gelöst Artikel 3, Absatz 2 heisst:" Männer und Frauen sind gleichberechtigt!" Ist damit alles erledigt? Beachten Sie bitte Artikel 117, Absatz 1.:" Das dem Artikel 3, Absatz 2 entgegengesetzte Recht bleibt bis zu seiner 666----Anpassung an diese Bestimmung des Grundgesetzes in Kraft, jedoch nicht länger als bis zum 31. März 1953." 119299 z.B./ Danach hat dieser Bundestag/ die Pflicht der Umgestaltung des Familien rechtes. Es handelt sich dabei um eine äusserst komplizierte Arbeit. Es besteht durchaus die Gefahr, dass sich wieder verhängnisvolle Fehler einschleichen. Wir vermissen noch das allgemeine Interesse der Frauen an dieser Frage. Die Frauen des Bundestages sind natürlich werden interessiert, und ich nehme an, dass Sie sicher den guten Willen haben für ihre Geschlechtsgenossinnen im Lande nach bestem Wissen zu handeln. Wie weit zahlenmässigen/ sie da selbständig sein werden, wie weit sie sich im/ Abhängigkeitsverhältnis zu Kompromissen bereit finden werden, wie weit sie sich selber -( nicht Bevorim Interesse der vollen Gleichberechtigung der Frauen rechtung gegen männliche Voreingenommenheit durchsetzen werden, müsse - wir abwarten. Demokratie heisst aber nicht nur Debatte und Abstimmung in der gesetzgebenden Körperschaft/.Es müssen sich auch die Menschen, die es angeht, in der Oeffentlichkeit rühren, ihre Meinung deutlich sagen. Z.B. hat das jetzt der Rat der" Evangelischen Kirche in Deutschland" sehr deutlich getan. In einem Schreiben an den Bundes justizminister widerrat er nachdrücklich einer Reform, die die Letztentscheidung des Familienvaters in Erziehungsfragen aufheben würde.Mit der völligen Streichung der Entscheidungsgewalt des Ehemannes in der Ehe, würde eine Rechtsform geschaffen, die" dem neutestamentlichen Gebot der Unterordnung der Frau unter dem Mann, in Spannung stunde. Anna Blos Anna Blos war für dieses wichtige Amt wohl besonders XX geeignet, Zund Sozialistin L weil sie auch als ehemalige Lehrerin die/ wausche der Arbeitereltern und die Bedürfnisse der Kinder Endok gewinnt man besonders gut kannte. Das geht auch aus ihrem ausführlichen Artikel, hervor. en Anna Blos war eine gewandte Rednerin. Sie hat sich erst in ihrer politischen Tätigkeit dazu entwickelt. Sie schildert, wie sie öfter von Clara Zetkin zu m Sprecher referieters Cermuntert worden sei, sich aber niemals getraute, öffentlich sprechen. Reichstags-/ 1912/)/ damals Mat. Soziale/ Za der Als sie XXXX( in der/ Wahlbewegung ihrem Mann( der in Braunschweig kandi( in einer überfüllten dersammlung dierte) helfen wollte, fasste sie sich ein Herz. Nachdem sie die ersten Worte gesprochen hatte, sei ihre Angst weg gewesen. Von da an war der Bann hat uns besonders ihre/ ** gebrochen. 1917 Während des Krieges XXXXXXXXXXXXX Broschüren: cfür die Kriegsarbeit/ " Kommunale Frauenarbeit im Kriege" wertvolle Fingerzeige gegeben. Sie zeigte eine Fülle von Arbeitsmöglichkeiten auf, die erst durch den Krieg erschlossen worden waren. Sie berichtete aber auch über ältere Versuche XXX Frauenbewegung über die Armen- und Waisenpflege in X das kommunale Arbeitsgebiet einzudringen, wober die Frauen der Arbeiterklasse nahezu ganz ausgeschlassen waren. Sie verkannte aber auch nicht die Erschwerungen, die der Ausübung dieser Tätigkeit, besonders für die proletarischen Hausfrauen im Wege standen. Ihre Schlussfolgerungen gipfelten immer wieder in der Forderung nach beruflicher, d.h.bezahlter Frauenarbeit in der Gemeinde. Wertvolles sagte sie uns auch in der Broschüre:" Der Krieg und die Schule", wo ihre Sachkenntnis auf diesem Gebiet uns viel vermittelte. Die Not der Schulkinder war gross, die Ernährungsschwierigkeiten, und der Lehrermangel, arie die Umwandlung der Schulgebäude in Lazarette griffen tief in das Schulwesen hinein.--- Auf dem Kriegsparteitag der Sozialdemokratie 1917 in Würzburg begründet Anna Blos ihren Antrag, die" Frausie tates x enfrage" XXXXXX auf dem nächsten Parteitag zur Debatte zu stellen, mit dem grassen Hinweis auf die ungeheuren Frauenleistungen und ihre Bedeutung für die Ge samtheit, auf das Erwachen grosser Frauenscharen zu selbständigem Denken und Handeln. Sie forderte Erziehung der Frauen zu Sozialistinnen und mehr sozialistischen Geist in der Familie.: D: D: D: D: DJRC/ C mehr wir uns dem Kriegsende Je der/ Näherten, um so entschiedener wurden die Forderungen nach Demokratiesierung unseres Staatslebens. Die Arbeiter und die Frauen- wollten nicht * Anna Blog, Franim Light des sozialismus, Kaden a. Cd. Dresden 1930 und*** Verlag für Sozialwissenschaft, Berlin 1917 ** *** Seite 6 Frauenbewegung im Rehmen politischer Parteien? Auf dem Gebiet der allgemeinen Willensbildung und Einsicht ST Chätte eine modernej starke Fragenbewegung ein sehr grosses, fast nooh todos unbeackertes Feld, as umso grossere Erträge bringen würde, je geschickter und kluger die Aufgabe angefasst wurde.---- Abh allgemein sind die Frauen in ihrer Kehrheit noch zur Erkenntnis hrer Staatsbürgerrechte und-pflichten zu frühren. Die deutsche Demokratie ist noch jung. Die Möglichkeit der weiblichen Anteilnahme ist noon viel jünger. Die Männer hatten immerhin ij den Jahrhunderten der Vergangenheit ein wenig zu sagen.Und si wurden in ihrer Sozialen Fosition höher gewertet. Die Frauen aber waren- als Mitmenschen und als soziale Wesen- ganz rechtlos und wurden entsprechend gewertet. Nimmt es uns Wunder, dass sie dem wirklichen, -nous politischen Mitlopen noch so angewandt sind? nser Empfinden sagt uns doch wohl richtig dass vom Gebrauch des Stimmzettels( der sehr wichtig 1st) bis zum Bewusstsein volle Staatsbürgerschaft mit entsprechender Men soll hierbei Mitwirkung, noch ein grosser Schritt zu gehen ist.-- nicht an platte Propaganda denken, sondern an eine demokratisch- staatsbürgerliche Erziehungsarbeit mit gutem sachlichen Gehalt. obnioneUnd wenn und Frauen die Arbeit innerhalb der Parteien nicht restlos odas Gefühl des geistig- seelischen Auslebenkönners gibt( die Grenzen liegen in den Möglichkeiten, die angedeutet wurdes) so gibt es entweder unter dem Semeinden" Trauenbewegung" oder auch im Anschluss en ge/ oder soziale/ Το пе eid mischte kulturelle/ Organisationen Gelegenheiten und Möglichkeiten der Mitarbeit, der Persönlichkeitsbildung und zur Erfüllung schöner staatsbürgerlicher und menschlicher Pflichten. Demokratie und bewusstes Staatbürgertum bergen grosse Möglichkeiten genschlicher Entwicklung. Was aber vor allem notwendig ist, das ist Ueberkommen und Ueberwinden alter Vorurteile und Voreingenommenheiten. Wir wollen kein Paschatum, keinen Herrengeist, aber auch kein Weibchentum sinnung. Was sein soll ist der von fortschrittund keinen UntertanengeIXIT lichen Geist erfullte männliche und weibliche Staatsbürger. Anna Blos 6 wieder in diese politische Rechtlosigkeit zurück, nachdem sie Leib und Leben, Gesundheit, XXX wirtschaftliches Fundament und Familienleben geopfert tused janju" Vorwärts" hatten. Nachdem der***** am 7.Oktober 1918 meldete, dass sich" die sozialdemokratischen Forderungen für gleiches Wahlrecht in Reich und Staat sowoon 00siteten" Anna Blos/ der restlosen Erfüllung nähern", stellte xx/ am 20.Oktober XXXXXX ebenfalls im" Vorwärts") die Frage:" Und die Frauen?" Sie schloss mit den Worten: Ins nee rents at bau nebro " Urdammt sie nicht länger zur Rechtlosigkeit, gebt ihnen politische Rechte!" saunewedne Wir begegnen Anna Blos auf dem Parteitag zu Weimar( 1919) wo sie mit \ war Mut und Leidenschaft gegen Eduard Bernstein polemisiert; er X in den -Istso8 der Vertreter des/ Jahrzehnten vor dem Kriege A revisionistischen Flügels der Partei, XXX hatte -dBw.nei IBT 19 sich aber während des Krieges zu den Verweigerern der Kriegskredite gesellt. em riantu tebi( ano) nele Isiv Zurückgekehrt zur*********** SPD, verteidigte er seine Stellungnahme während des Krieges.Sie stellt ihm die Frage, wie denn seine Abstimmung am 4.August 1914 in der Fraktion gewesen sei? Vorherrschenden/ Auf der Frauenkonferenz in Weimar( 1919) war bei aller/ Bachlickeit/ doch eine gewisse, nervöse Strömung fühlbar. Das nun perfekt gewordene Frau-3082 emis enie BI- MIQI Of agei neb nt enwahlrecht eröffnete Perspektiven, die sich die kühnste Phantasie nicht vornet Wir standen dem ziemlich underbereitet gegenübede gestellt hatte. Wir hatten uns* XXXXк in den Jahrzehnten vorher und nov v obzuw bau salow reje auch während des Krieges darauf beschränken müssen, die aus der FrauenerwerbsJBJiv nee arbeit und aus der kapitalistischen Entwicklung erwachsenden Schäden, für die Familie und speziell für Mutter und Kind, aufzuzeigen und Forderungen zur Abamanenie ni on. J lfe aufzustellen; daneben die weibliche Gleichberechtigung zu fordern/ und Teb aus tiegl brew e1dl dola Mebstort. zu propagieren. Der Krieg hatte diese sozialen Zusammenhänge und die vielen Ungerechtigkeiten für die Arbeiterklasse und ihre Frauen noch deutlicher gemacht. Diese Zeit aber hatte auch vielen Frauen von uns die Möglichkeit egeben, sich an der sozialen und kommunalen Arbeit tatkräftig zu beteiligen. Diese Erfahrungen zeigten uns aber auch den Unterschied in den vorhandenen ( öffentliche/ Möglichkeiten des Eindringens in die mitverantwortliche/ Tätigkeit. Schulen und Zeitungen der bürgerlichen Frauenbewegung hatten ein Frauenheer für diese Arbeit vorgebildet. Man war mit einer anderen Einstellung an die Frauenfrage heran gegangen. 271 Man konnte aber die Vorarbeit auch mit durchschnittlich besserer Vorbildung, mit reicheren materiellen Mitteln in Angriff nehmen. Das Resultat erschien uns dementsprechend. Diese Erkenntnis war für manche der Teilnehmerinnen erschütternd, aber auch durchaus noch td ne nicht ganz durchdacht. So setzt sich auch Anna Blos auf dieser Frauenkonfet2 eleisoa, e renz-unter dem Einfluss dieser Strömungen für eine grössere Anzahl besoldeaeb net neb S. as ter Frauenkräfte in den wichtigsten Aemtern- der Partei ein. Sie ist der be 2018 A Die deutschen Frauen erhielten Ende 1918--- sehr plötzlich--- durch eine Verordnung der Volksbeauftragten--- in den Revolutionstagen--das allgemeine Wahlrecht. Wir hatten 1919 in Deutschland eine geistig gut fundierte Frauenbewegung, wie es sich im Rückblick immer wieder feststellen lässt. - Die Frauen waren in den Stimmrechtsverbänden und in einer grossen Zahl von Zweckverbänden organisiert. Diese zähiten sich, soweit sie nicht rein caritativ tätig waren, mit Recht zur Frauenbewegung. Natürlich waren Frauen auch in politischen Parteien Mitglieder, seit 1908 in der Sozialdemokratie.Nach und nach auch in den linken bürgerlichen Parteien, wahrend die Rechtsstehenden Parteien( konsequenter Weise) in der Aufnahme weiblicher Mitglieder viel zurückhaltender waren. asb bne B Die kaiserliche Regierung und die bürgerlichen Parteien hatten sich bis Tamie bis November 1918 der Forderung des Frauenwahlrechts gegenüber** strikt Hoob ablehnend verhalten.Trotzdem in den Kriegsjahren 1914-18 eine umfangbreiche, auch vollkommen anerkannte, öffentliche Mitarbeit der Frauen vorhanden war. Sie vollzog sich in der ruhigsten Weise und wurde von dead tus der Regierung und den Behörden gerne angenommen. Ja, die Aktivität der Frauen wurde in diesen Jahren unterstützt und gefördert. bru ΠΟΙ BUB Dieselbe Frauenarbeit war vorher sehr erschwert, nur in kleinen Ausmassen widerwillig zugelassen worden, trotzdem sich ihre Notwendigkeit aus der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung erwiesen hatte. Es musste erst zu einem Krieg kommen, um alte Anschauungen etwas aufzulockern. Und dieser verhängnisvolle Krieg brachte schwere Störungen der allgemeinen Versorgung und auch in der nun veränderten Produktion. Und em starken Teil die I die freiwillig dargebrachte er altung das Gefüge A A Jouеpuеrounz Bae op sung PRIR * TTTM чOI* ps to me od gosto 1910 Bage 20tu TTTM or• se zang aqy---летци мечот чтем зур--To pu * eges Bun Bungeun e te * adaptemes pun- sepure mop uỊ OTTATO weare request or to Tew OT OST request unu stellung zum Beruf, zur Wirtschaft, zur sozialen Frage, zu den Dingen des Anna Blos ✓ Ansicht, dass es für viele Frauen zu schwer sei, die notwendige Zeit für Ihr Ausgangspunkt für eine, an sich richtige Forderung war dennoch nicht gan die zu leistende Arbeit aufzubringen // Sie hatte wohl noch nicht die orrichtig. ganz richtig ganisatorische Erfahrung gemacht, dass( so sehr es auch immer erwünscht ist, wirtschaftlich freigestellte Kräfte XXXXXXXX in eine grosse geistige und politische/ Bewegung einzubauen, I XXX diese Bewegung trotzdem von einer grossen Zahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern die sich ebenfalls intensiv betätigen müs* empfand/ es sen getragen werden muss. Sie schmerzlich, dass die bürgerliche Frauenbewegung sich soviele Zeitungen und Berufsschulen geschaffen K hatte, die ihr nun, bei dem stärkeren Bedarf an administrativen, sozial Sah und fachlich geschulten Kräften zur Verfügung standen. Sie sieht die grossen von 1919 der Aufgaben der Gegenwart und Zukunft und fühlte turde solsschmerzMS WAT it er a lich den Bildungsvorsprung, den die bürgerliche Frauenbewegung vor der man konnte aber 48. Vor sozialistischen hatte, Zum Beispiel sagt sie: bild g .... was die sozialen Frauenschulen angeht, so hätte ich den Wunsch, ars dis dass unseren Genossinnen viel mehr Gelegenheit gegeben wird, dort hinzugehen Man sollte ihnen staatliche Mittel dazu zur Verfügung stellen. Aber auch die Art der Prüfung muss eine andere werden%; B denn es wird dort den Schülerinnen ein ungeheurer Balles aufgebürdet. Man braucht sie doch nur für XXXXXXXX das eine Fach auszubilden in dem sie tätig sein wollen, und zwar mehr AKISE praktisch als theoretisch... weiblichen/ Wir haben dann später andere Wege gefunden, um Bildungsmöglichkeiten dieser Art für Frauen der Arbeiterschaft zu schaffen, auch Lücken auszugullen. und Können/ Wir brauchten dazu die Ansprüche an notwendiges Wissen/ nicht herabzusetzen. Aber wir können noch heute den Frauen-wie Anna Blos- dankbar dafür sein, dass sie 1919 aufgezeigt haben, wo es bei uns fehlte. Auch sonst gab sie uns auf dieser Frauenkonferenz noch manches mit auf den Weg. Sie plädierte für den stakeren/ Besuch der Volkshochschulen, кк die den Zweck hätten, die von der Volksschule offen gelassenen Bildungslücken zu ergänzen. In Stuttgart war sie an einer" Pädagogischen Gesellschaft für Schul- und Erziehungsfragen beteiligt.Dorthine in gehörten-nach ihrer Meinung- auch die Mutter, um mit einer solchen Schulung auch Einfluss auf alle Schul- und Erziehungsfragen gewinnen zu können.--- Sie forderte auch mehr leichtfassliche, leichtдав verkäufliche Broschüren vom Frauenbüro, gibt auch sonst eine Menge Anregungen, die gut und nützlich sind. waren. Wertvoll ist ihr später- nach dem Tode ihres Mannes- herausgegebene Blatt 5 Frauenbewegung im Rahmen politischer Farteien? Auf ihre Kameradschaftlichkeit sind wir nämlich auch angewiesen.Ich will nur feststellen-- und nach glichkeiten suchen. Wir machen-in Deutschlandmit diesen Ziffern auch nicht etwa eine grosse Ausnahme. Trotzdem müssen wir uns nach den Grunden fragen, wenn wir die Frage nach der weiteren Notwendigkeit einer Frauenbewegung positiv beantworten wollen. vielleicht Liegt die zahlenmässig geringe vertretung der Frauen nicht schon in der ebenso geringen feteiligung in den politischen Parteien? Das ist doch vollkommen frei und unabhängig- oder nicht? Oder liegt es vielleicht auch an einon angel an weiblich- politischer aktivitat innerhalb des Parteilebens? Z.B.bei der Stellungnahme zu den politischen Tagesfragen wie: Remilitarisieran, Europafrage, Krieg und Friedensteuern, Teurun sv.? Oder- fublen die Freuen sich etwa niet ruhig zur selbständigen b6litischen Stellungnahme? Zu einer persönlichen Entscheidung in diesen Lebensfragen? stehen ihnen auch hierbei noch alte Vorurteile im Wege, die vielleicht nur mit einer gewissen/ peyekologischen Robustheit u berspringen sind? oder oder/-- wirken an der Zuytochaltung nicht vielleicht auch noch Hemmungen mit, die aus der biologischen/ sonderstellung der Frau herfahren und sie an / ihres Willens/ der Entwicklung/ zur anteilnahme hindern Remmungen, de vielleicht auch dort, soles nicht sein sollte, durch Vorurteile, hergebrachte Meinungen, und-entsprechende Unterlassungen unterstützt werden?-- Wohlgeterkt: Ich spreche nicht von parlamentarischer bait, sondern von staatsbürgerlicher Anteilnahme/-- ioh danke dabei auch an the kraftvolle Frauenbewegung. Und an ihre Mellohkeiten.--- Aber lassen Sie mich auch hier in eines Deispiel sprechen: Es gilt heute als selbstverständlich, dass, wenn man als utter erwerbstätig sein muss dass man seine utterpflichten mit seiner Tatigkeit in Einklang zu bringen hat. Das ist oft sehr schwer. Und in Notfall springt der utter dann auch wohl ein männliches Familienmitglied helfend _bei, sei es Mann oder Sohn. Meine Frage ist: Gilt es als ebenso selbstverständlich für den Familienpartner der Mutter zu helfen, wenn sie staatsbürgerliche Pflichten erfüllen will 7 In einzelnen Fallen geschieht es wohl schon.Aber generell kennen wir diese schöne Selbstverständlichkeit, die mit zur Gleicberechtigung gehört, wohl noch nicht. Ist das nicht Gedankenlosigkeit, gepaart mit so bequemen" Vorurteilen? Anna Blos -6Buch" Frauen der Deutschen Revolution 1948", das zehn Frauenbilder diedazu ser Zeit enthält. Sie sagte, dass sie den Plan dazu noch mit Wilhelm Blos besprochen habe. Ein besonderes Verdienst hat sie sich mit der Herausgabe des Buches:" Die Fraue im Lichte des Sozialismus"** erworben. Watema ten neben der Herausgeberin Es ist eine Kollektivarbeit.Mitarbeiterinnen sind Adele Schreiber, Louise es überedu me n einen) neben Schröder und Anna Geyer. Anna Blos hatte der Herausgabe den geschichtdem werden lichen Abriss aus der Geschichte der Frauenbew zugeben während sich die Mitarbeiterinnen auf die Fragen der Staatsbürgerschaft, der Hausfrau und Mutter und der berufstätigen Frau, konzentrierten. Initiative und Durchführung für dieses Buch lag in durchaus bei XXXX der Herausgeberein EXXX die damit bewies, wie sehr ihr die Frauenfrage am Herzen lag. häufiger Anna Blos war eine gesundheitlich zarte, sehr nervöse Frau, sehr viel von Kopfschmerzen und****** Migräne geplagt. Ihre leidende Konstitution und ihre starke Sensibilität machten den Umgang mit ihr manchmal schwierig. Sie stand fast immer unter dem Eindruck, zurückgesetzt, nicht genügend anerkannt zu sein. Das kam in ihren Briefen- oft auch in schriftlichen Arbeiten und dort, wo sie das Wort nahm, immer wieder zum Ausdruck. Sie kämpfte sichtlich mit zwei Strömungen in sich selber. Selbst ein Mensch mit einem gut grossen BildungsXXXXX trat sie überall für die Vermittlung grösserer Bildungsmöglichkeiten für Angehörige der arbeitenden Schichten ein. Das durch die Tat befante sie immer eine ihr fühlbare kluft. haltsie/ bewiesen War Anna Blos besonders ehrgeizig? So sagte man. Aber und Sin Und doch in berechtigter Ehrgeiz ist durchaus anzuerkennen, er ist eine treibende Kraft und hat dann seine Berechtigung, wenn dahinter das entsprechende Können steht. Und Anna Blos konnte viel, sie wusste sehr viel, sie hatte die Fähig* Verlag Kaden und Co., Dresden 1928. ** Verlag Kaden und Co. Dresden 1930 Bold A Seite 4 Frauenbewegung im Rahmen politischer Parteien? Auf dem wirtschaftlichen Sektor unseres Lebens ist die Gleichberechtigung ebenfalls noch hart unkämpft. Der Ehefrau kann die Berufsausübung unmöglich gemacht werden, sie ist nicht selbständig. algo Aber die Frauenberufsarbeit durchzieht, heute unser ganzes gesellschaftliches Leben." Gleicher Lohn für gleiche Leistung." und" Die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten für Mann und Fraud." Das sind alte fewerkschaftFraud." liche Forderungen. Das sind auch seit jeher Forderungen der Frauenbewegung. - Sehen wir uns um.Die Frauenlöhne betragen 2/3 bis 3/4 der Mennerlöhne. Frauen Shys Noch immer verweist man die Frau in die ungelernten und angelernten Berufe. Und in die Hauswirtschaft, Das Letztere ist eine sehr schöne, sehr interessante und verantwor tungsvolle Berufsaufgabe, die viel Nachdenken und die Anwendung von Vernunft erfordert, wenn sie volwirtschaftlich und privatwirtschaftlich vernünftig getan werden kann. Bei dem heutigen Stand unseres sozialen Zu/ es/ sammenlebens sollten/ sich Männer und Frauen zur Pflicht machen, auf diesem Gebiet so vollkommen wie möglich zu werden und so kameradschaftlich wie nur möglich zusammen zu arbeiten.Besonders innerhalb der Ehe.Um die Lasten gerecht zu verteilen und die geistigeseelischen Frauenkräfte zur vollen Entfaltung zu bringen.----- Hat hier nicht die Frauenbewegung Oder glitten wir eine grosse und schöne sozialpädagogische Aufgabe? damit hinaus aus der heutigen Fragestellung in die private phare hine? Ich glaube night, es hängt doch alles sehr ete zusammen.b Schauen wir einmal ins Parlament. Ist dort Gleichberechtigung? Das heisst: Sind die Frauen gleich starken Einfluss? Und in den Möglichkeiten ihrer Wirksamkeit? In Bundestag stehen 37, weibliche, 383 männlichen Abgeordneten gegenüber. Also: 10 mal ein mannliches Hirn gegenüber einem weiblichen/. In den Landes- und Gemeindeparlamenten ist es ähnlich. Wenn wir uns die Besetzung in der Uffentlichen höheren Verwaltung ansehen, ist das Verhältnis noch ungünstiger. Aber die weiblichen Wahler sind in der Mehrzahl. Aber Seherz beiseite. Ich will nicht etwa frauenrechtlerisch polemisieren/. Das hätte weder Zweck noch Sinn. Ich will mir auch nicht aXxx die Gunst der etwa zuhörenden Männer verscherzen. 11 "" Ils Liefern nicht mit soll die Gen, geben dann reihemfolge am. M. J. Berützte Literatur: 1. Parte: tags protokolle und Frauen konferenzen 1917 Umd. Wurzburg (Vorwärts-Verlag, Berlin, 1919 Weimar Praxis Nr. 15 vom 17. April 1912 2. Kommunale 6(Buchhandlung vorwärts, Berlin Frauenfrage im Lichte 30 Anna Blos. de s Sdzial's mu's (Buchverlas kaden a.s.z. Bresdere) 4. Anna Blos: Frauen der deut-den Revolution 1948 5. Anna Blos; Kommunale Forrer Osm Krdogt, soziel Testes sind 43 A Briefe von Freunde" 4/1.37 14 6, Krie und Schul. (Verlag für Sozialwissenschaften) Berlin! X Buch von Tag Kaden u. Ca. Overdorf du einige Jakte Clara Bohm- Schuch ( X8 XXXXXXXXXXX ( 1879-1936) Levate Es war 1908 is ich Clara Bohm- Schuch kennen lernte. Mein Lebensweg hatte mich in den Arbeitervorort Berlins geführt, in dem sie wohnte- und in // dem sie mit tätiger Anteilnahme/ Rixdorf, so hiess das heutige Neukölln in der Arbeiterbewegung stand damals noch, hatte eine besonders lebendige, aufstrebende Arbeiterbewegung, auch oppositionell und doch realpolitisch, hatten diese Arbeiter zugleich einen starken ausgesprochenen, kulturellen Auftrieb, wie es sich in ihren mustergültigen Vorträge, Veranstaltungen: Konzerte, Theater, Kindervorstellungen, Ausstellungen u.a. zeigte. кк × žä ¥ ‡ ¤¤¤XXXXXXXк Eine zart und fein wirkende Frau trat mir entgegen, mit werkwürdig klaren, durchdringenden Augen, die auf den Grund der Seele zu sehen schienen. Ich fühlte bald, dass wir uns verLund standen, wir haben Freundschaft gehalten die Jahre hindurch. Wir haben uns Cauch all an ole über vieles unterhalten und viel gemeinsame Arbeit getan. Aus Stechow im Havelland, in der Nähe der Stadt Rathenow in der Mark war sie, sehr jung noch, nach Berlin gekommen. Die Eltern besassen eine kleine Budnerstelle, sechs Kinder bevölkerten das kleine Haus, wollten satt gemacht und bekleidet werden, es ging knapp her.- Aber beide Eltern waren demokratisch gesonnen und machten daraus kein Hehl. Beide diessen es ihre Umwelt auch wissen, dass sie Pazifisten wären und den Krieg verabscheuten. Grund genug für den Herrn Amtsvorsteher den armen Büdnersleuten durch allerhand Schikane, für die sich reich chachim lich Gelegenheit bot, das schwere Leben noch schwieriger zu machen. An der gradlinigen Gesinnung der gesamten Familie Bohm in Stechow hat das nicht das geringste geändert. Dorf Clara hatte die XXXXXschule besucht. Bald ging Sie, nach Berlin, um sich dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aus den Arbeiten irgend welcher Art, die iedem primitiven Zweck der" Erhaltung des Lebens" diemte, strebte sie Sie wollte mehr. war sich bewusst, dass sie bewusst und mit ganzer Kraft heraus. Sie wollte sich zuerst einmal die MögMills se L Мартах lichkeiten der inneren Befreiung schaffen Sie fühlte, dass die Arbeit in eietwas Kraft und Zoid Das Mädchen aus der Darf schule nem Büro ihr dafür mehr übrig lassen wurde. Sbrachte sie es fertig eine Nur der erste. Handelsschule zu besuchen, damit schien ihr der erste Schritt getan. Ihre Beihr bald/ fähigung machte es möglich sich als kaufmännische Korrespondentin zu betäti( und geschätzten gen und aus den Anfängen zu einer fabrafen aufzusteigen. Wir haben uns 21ferase de darüber in einem weiteren Zusammenhangt, der Berufsbildung junger Mädchen und die geistigen und kulturellen Möglichkeiten, die ein Beruf dem eigenen aufstrebenden jungen Menschen lässt) unterhalten. Die Hinweise auf ihren Le( zielsicher und freudig bensweg und seine Begleitumstände liessen mich einen jungen aufs tregeistig benden Menschen sehen, der sich ganz bewusst seinen Weg in eine freiere Arbeitsatmossphäre sucht, nicht, um dann an einem ganz bestimmten Punkt darin stecken zu bleiben, sondern als neue Vorstufe zur weiteren Entfaltung. Pie Thre, Neigung zum literarischen Ausdruck ihres Denkens hatte Clara sicher von ihrer Mutter mitbekommen. Ich habe die alte Frau noch kennen gelernt, die X** X* nach dem Tode des Vaters** X* X* bei Clara, die nun schon längst Lund selber alla Her Diese Matter Bohm- Schuch diess ihre letzten Lebensjahre verbrachte. She versuchte bogar noch ihre Gefühle in einem kleinen kleinen Gelegenheits gedicht n diesen Jahren manchmal, einen literarischen Ausdruck für ihre Gedanken zu en 24 lassen. sproken finden. In der Stechower Familie war sie als Gelegenheitsdichterin bekannt. Hatte sie- weil sie von Armut, Arbeit und Sorgen niedergehalten worden wart, ihren Geist nicht ungehindert entfalten können, so hat sich mir doch ihr heller Verstand, das gütige Herz und der seelische Ausdruck ihrer Persönlichkeit ins Gedächtnis geprägt. Wie Clara selbst ihre Mutter sah, zeigt das vor qus einem Gedicht, dass sie ihr 24 ihrem Tode widmete; allem હવા " Meine Mutter ist tot: Es erlosch ein Stern, Ein gütiges klares Himmelslicht, Ein warmer, ruhig leichtender Schein,- Wie, wenn durch die Wolken die Sonne brichtSo war mein liebes Mutterlein. Meine Mutter ist tot! Nie sehe ich mehr wie sie- nimmer müde- das Tagwerk schafft. Die lieben Hände so rissig und hart, Der Rücken gebeugt; Die Augen so hell, So ganz aller Liebe und Güte Quell. Leben und Wirken, Segen und Kraft. zwei Verse all Teinem gewissen Clara war mitfünfundzwanzig Jahren bereits durch ihre Feder im Umkreis durch ihre Gedichte, durch kleine Skizzen und Betrachtungen/ der Arbeiterbewegung/ bekannt geworden. Der Sozialismus und die Frauenbewegung zogen sie an. Mit der sozialistischen Literatur war sie bald bekannt. Es war ein grosses- und auch bewusst empfundenes- Glück für sie, dass der Mann ihrer Wahl zugleich der gute Kamerad war, der immer fördernd, niemals hemmend an ihrer Seite stand, mit dem sie über Welt und Menschen sprechen konnte sie der auch immer verstand. Hand in Hand mit ihrem geistigen Wachstum, mit dem Aufblühen einer beglückenden Produktivität ging ihr Interesse und ihre Anteilnahme an der Arbeiterbewegung viele/ Sie lernt Menschen darin kennen und schätzen"" Menschen, voll des glühendsten bereitschaft." Idealismus und unerschütterlicher OpferMXXXXX , so sagt sie es ihrem Lebenskameraden. Solche Menschen entdeckt sie überall in der Arbeiterbeweggung, sie findet sie in der Partei, in der Gewerkschaft, sie freut sich ihrer in der Jugend und stellt sie beglückt im" Verein für Frauen und Mädchen der Ar( immer beiterklasse", der damals noch die( gefändete) Heimat der sozialdemokratischen Frauen sein musste. So kommt es von selber, dass sie bald bekannt ist und sozialen überall dort hineingewählt und berufen wird, wo sie mit ihrem gä§ä¯ãƒƒë¤ëк kan wad. Sinn, mit ihrer Aufgeschlossenheit, ihrem mütterlichen Ernst nutzen kannte. Dieses" sich nützlich fühlen" macht: ht inzige Frende. 41903, ein bewegtes Jahr für die Arbeiterklasse. In diesem Jahr war auch endlich ein Kinderschutzgesetz angenommen wurden, das einen Fortschritt beLohn-/ deutete. Dadurch, dass es überhaupt einmal/ Arbeit schulpflichtiger Kinder bösartige/ unter ein Verbot stellte. Es hatte viele Lücken und war garnicht leicht zu überschauen. Sollte es da, wo es wirklich helfen wollte, nicht in tausenden von Fällen unwirksam bleiben, mussten aus der Arbeiterklasse heraus Kinderschutzkommissionen tätig sein. Die Arbeit war schwer und verantwortungsvoll. nder Wohngemeinde Clara übernahm in Rixdorf( spater Neukölln diese Leitung dieser Arbeit.Sie wurde in den" Jugendausschuss" gewählt und sie war massgebend tätig im" Verein der Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse".Am liebsten arbeitete sie sich dort, wo sie für das Glück und das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen mit ihrer initiativen Hilfe und zwihrer Erencie einsetzen konnte. Aus kleinsten Beträgen entstand in der Zusammenarbeit mit dem Stadtverordneten Emil Wutzki das erste Berliner Heim/ für die arbeitende Jugend. Die Arbeiderschaft und ihre audi die sen vergangenen Die denkenden Frauen wurden in derselben Zeit sehr von den Ereignissen in Adv Crimmitschau aufgewühlt. So auch Clara Sie kannte ja so gut Gerhardt Hauptmann Weberdrama.Gehörte das Elend dieser Zeit nun auch schon einer war durch die maschinelle Entwicklung/ Epoche an, so stand es doch jetzt-к in anderen Formen da. thr. grauenvoll lebendig ver кKX Wie gönnte es Clara diesen armen, streikenden die Nerven spannenden Wochen/ XXXXX doch auch MAX einmal Weberinnen, dass sie in diesen langen den mit ihrem Kind auf dem Schoss in der Sonne sitzen konnten. So doch 4. Clara war eine gern gehörte Rednerin, ja- sie wurde- und ich spreche es zögernd aus, weil wir in der Sozialdemokratie mit diesem Attribut überall dort/ sehr sparsam sind- geliebt, nicht nur in Berlin, sondern wohin sie ihr Weg im freiwilligen Dienst an der Arbeiterbewegung führte.Was war es? Die beseelte Art ihres Sprechens? Die ungewollte Kunst, sich in die Herzen und Hirne der Zuhörer einzufühlen, für ihre Sorgen und kümmernisse, für ihr Hoffen und Wollen den Ausdruck zu finden, von dem sie meinten, dass er ihnen selbst aus dem Herzen käme? Clara war sehr intuitiv, sie erfasste leicht die Gedanken und Gefühle anderer. Dabei war sie aber unbestechlich in den Schlussfolgerungen ihres verstandesmässigen Denkens war sie allen Kompromissen abhold. --Ich denke an eine Versammlung zurück, die mir einen tiefen Eindruck hinterliess.Es war 1911, im Herbst oder Winter. Die besondere Hitze des vergangenen Sommers hatte die allgemein in Deutschland noch hohe Säuglingssterblichkeit auf eine ganz erschreckende Höhe hingetrieben, die sich besonders auf die Arbeiterquartiere konzentriert hatte.Clara sprach über dieses jammervolle Säuglingssterben. Sie formulierte mit grosser Sachlichkeit und sprach dabei mit grosser mensehlicher Wärme von dem wundervollen Sommer voll Licht und Sonne, dass Lebens-/ die Menschen darin hätten aufblühen können, wenn die Wohnungs- und Arbeitsbedingungen der Mutter das zugelassen hätten.Berliner Aerzte, unser Neuköllner Genosse Dr.Silberstein stand in dieser Bewegung im Vordergrund/ gründeten damals" Kommunale Mutterberatungsstellen Stillbeihilfen, das war ein wertvoller Anfang in der Bekämpfung der Finmal/ Ve+ sack der Seelen Säuglingssterblichkeit/ durch die praktische, Losung einer Aufgabe, dutchi aber accol " mit a dann, durch Schulung der Mutter und grosszügige Aufklärung der Oeffentlichdutch die öffentlichen/ keit und Schärfung des/ Gewissens über den Wert geborenen Lebens und de Pflichten der Allgemeinheit zu seiner Erhaltung. Das war so beider verständnisvoll/ recht ein Arbeitsfeld für Clara sie ging кx und freudig mitg, ng. So vergingen die Jahre in unermüdlicher, dankbar als schön empfundenen Kleinarbeit und in immerwährendem Wachstum ihrer Persönlichkeit. Eine Genossin, die einige Jahre ihre Helferin im Haushalt gewesen war( Clara war ja meistens beruflich und ehrenamtlich tätig, schrieb in . 5 Sie der Erinnerung an Clara Bohm Schuch unter anderem:"...... sie liebte die Blumen, die Tiere und- unendlich- die Kinder..... Ihr grossmütiges Herz befahl ihr immer zu helfen. Zu ihr kam die Arbeiter frau in ihrer Sorge um Mann und Kind, kam der Mann in der Not seiner Arbeitslosigkeit. Die Werkstudentin brauchte finanzielle Hilfe und tröstlichen Zuspruch für ihren Existenzkampf, der jugendliche Arbeiter hatte kaum überbrückbare Berufssorgen. Und dort, wo sie nicht helfen konnte, trug sie selber schwer an der Not ihrer Mitmenschen/........" 1908 hatte uns Frauen die grössere Entfaltungsmöglichkeit gebracht, Reichs-/ als durch das Vereinsrecht wesentliche Schranken gefallen waren. Und im Kriege( 1914-18)-- der Lebenskamerad war als Pionier draussen-hatte sie viel, sehr viel Gelegenheit, aus dem Born ihrer unerschöpflichen Liebe zum Menschen und zu helfen. Und sie hatte leidervielzuviel Gelegenheit das Versagen des Staates gegenüber seinen durch den Krieg in bittere Not geratenen Menschen festzustellen." Die Kinder im Weltkrieg" heisst eine kleine Broschüre, die damals entstanden ist, sie gibt uns noch heute einen lebhaften Eindruck von der Kindernot Berlins -schon vor dem Kriege und dann bei Ausbruch und Dauer des Krieges. Sie sieht diese Not mit den Augen der verstehenden mütterlichen Frau. Sie erfässt sie zugleich mit der Erkenntnis eines sich mitverantwortlich fühlenden Mitgliedes des Staates und der menschlichen Gesellsschaft. Lassen wir es durch Clara selber sagen, wie sie( 1916) am Schluss schrift ihrer Darstellung über die" Kindernot im Kriege" die Aufgabe sah: " Eine der vornehmsten Aufgaben aber wird die Erziehung des heranwachsenden Geschlechts zu denkenden, gerechten und dadurch freien Menschen sein. Die Vorbedingung dazu muss das Gesetz schaffen. Dann arbeiten wir für den Frieden, dann errichten wir das Bollwerk gegen den Krieg...... ..Arbeiten wollen wir für den Frieden, und wenn uns dieser Friede heilig ist, dann müssen wir uns die Hände reichen, über alle missverstadnisse hinweg, und dann finden wir auch den Weg der zum gemeinsamen Ziele führt." Dass Clara es besonders verstand zum jungen, halberwachsenen Menschen die geistige Brücke( Eu schlagen, haben wir oft genug feststellen können, Besonders in Schulentlassenenfeiern und ähnlichen Veranstaltungen Einen schriftlichen Beweis dafür finden wir noch in einem schmalen Heft chen mit dem Titel:" Willst Du mich hören?", in dem sie sich an das schulentlassene junge Mädchen wendet; sie ist in vielen tausenden von 6. Exemplaren gelesen worden. 1917. Nach der unseligen Parteispaltung trat zur notwendigen Zusammenfassung der Kräfte für eine neue Arbeit in der Lindenstr in Berlin eine ausserordentliche Frauenkonferenz zusammen. Clara gehörte mit zu denen, die tätig daran teilnahm und sich von ganzem Herzen verpflichtet fühlte, beim Neuaufbau tatkräftig mit zu helfen. Sie gab Mitarbeit und Namen her, als -aus Leistung und Reife heraus- die bewussten Frauen immer dringender ihr Recht als Staatsbürgerinnen verlangten. Und am 26.Oktober 1818 erschien mit der Unterschrift mehrerer Frauen: Clara Bohm- Schuch, Elfriede Ryneck und Wally Zepler, eine Kundgebung:" Die Frauen und der Friede." Dort hiess/ X* XXXX es: " Die Arbeiterschaft wird heute zum grössten Teil durch Frauen repräsentiert. Wir fordern den Frieden und werden uns jedem Versuch ihn hinauszuzögern, entgegensetzen." CFrauen/ Als uns/ dann mit dem Ende des Krieges der Wahlrecht gegeben wurde, schickten die Berliner Wähler Clara Bohm- Schuch in die Nationalversammlung. Die Arbeitsgrundlage war nun breiter geworden.Bald danach nahm sie als neue ausserolenn Arbeitsbürde die Redaktion der" Gleichheit" auf sich. Sie gehörte damals 30/10 auch dem" Reichsausschuss für sozialistische Bildungsazheit" an und wirkte dann spated Sie auch im" Sozialistischen Kulturbund" mit. Das Alles hiess für Glare in jeentwickeln und vertreten ,, dem Fall, Ideen haben, sie XXXXXXXXX ½ sehr, sehr aktiv zu sein. Redaktion del zu übernelimen, wat eine besonder matige Handler nog. Die" Gleichheit hatte zahlenmässig sehr unter der Spaltung und KriegsDie Leif solidift? neben der zeit gelitten. Die hohe Abonnentenziffer von ehemals, an der auch GewerkClic schaften und( Parteiorganisationen beteiligt gewesen waren, war bis auf einen Rest zusammen geschmolzen. Das konnte so leicht nicht wieder aufgeholt werden. Daran konnte auch der hohe, geistige Standart der Zeitschrift nichts ändern. Auf der Frauenkonferenz und dem Parteitag zu MaXX Magdeburg( 1920) begründete Clara die Wichtigkeit einer solchen Lektüre um die Frauenbewegung und die Gesamtpartei fähig zu machen, nunmehr- nach der vollendeten Tatsache der politischen Gleichberechtigung allen Anforderungen gerecht zu werden. Sie war mit jeder Art und Weise einverstanden, die technisch und finanziell durchführbar war, um die Frauen-und Männer- für die Aufgaben der neuen SXXX* Zeitepoche zu schulen. Hinter Sall ihren klugen und warmen Worten sieht man deutlich die Persönlichkeit, 7. дожда der es dabei nicht um sich, sondern nur um die Sache geht. Und die auch furchtlos sagt was sie denkt, auch wenn sie weiss, dass es den Hörern nicht alles genehm sein mag. ( So absolut leicht hatten auch wir sozialdemokratischen Frauen dieser Zeit es nicht, jede Neue Zeit ist auch zugleich eine Lehrzeit/. Clara sieht für die Arbeiterbewegung/ auch/ die Veränderung der allgemeinen politischen Aufgaben und ihrer Lösungsmöglichkeiten, sie sieht das Primat des Wirtschaftlichen und Sozialen und dies nicht nur national sondern auch international. Vom Frühjahr 1919 bis zum Herbst 1922 hat sie die Zeitschrift vorbildlich redigiert, dann machte der Parteivorstand( auf dasjahrelanges Drängen hin) einen Versuch mit einer anderen Zeitungsform, an dem sich Clara nicht beteiligte. un fangreick Ihre parlamentarische Tätigkeit war Husserst beachtlich.xxxati Im/ Sozialdemokratischen/ ¤¤¤¤¤¤¤XXX.Mai wurde sie von der/ Fraktion der Nationalversammlung grossenSitzung der Nationalversammlung, in der Aula dere Bewlines bestimmt, in der-XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX zu sprechen Universita Der Friedensvertrag sollte Unterzeichnet, werden Neben den**** Lag 241 342 Männern, die hier in feierlicher Weise die Meinung des deutschen Volkes auch Frauen zum Ausdruck brachten, sollten* X** XXXXXXX gehört werden. Clara Bohm- Schuch sagte:" " Die Frauen aller Länder haben während des Krieges Unsagbares gelitten.Alle, welche Sprache wir auch sprechen, trugen die schwere Sorge um das Leben unserer Lieben, die im Felde standen Alle trugen wir das bittere Weh, dass Menschen von Menschen getötet wurden, und sie waren doch alle Söhne von Muttern, und alle von Frauen geboren. Das Leid der Frauen war international, solange der Krieg tobte........... Ich weiss nicht, ob unsere Schwestern jenseits der Grenzen jemals begriffen haben, welche Unmenschlichkeit in der Hungerblockade it liegt. Wir deutschen Frauen und Mütter haben gehungert während des Krieges! Wir haben es sehen müssen, wie die Kinder hungerten und verhungerte ....... Wenn die Entente- Regierungen eine Rechnung aufmachen wollen von den Leiden von Frauen und Kindern in ihren Ländern, dann... haben wir eine Gegenrechnung zu präsentieren, die.. Schuldposten enthält, die... nie im Leben wieder beglichen werden kann. Von 1920 bis 1933 gehörte Clara dem Präsidium des deutschen Reichstages an. Sie war Mitglied des parlamentarischen Ausschusses" Zur Erforschung der Kriegsschuld, von 1928-1930 hatte sie dort den Vorsitz inne. Seit 1924 widmete sie einen grossen Teil ihrer Zeit und Kraft dem Beratungen des Hauptausschuss, der den Etat und wichtigste Fragen der Gesetzgebung beriet. Sie war dort das einzige weibliche Mitglied. Sie fand nebenbei noch Zeit im Ausschuss für Sozialpolitik, für Kultur, für Bevölkerungspolitik, für Jugendwohlfahrt bei den speziellen, sie besonders interessierenden Fragen mitzuarbeiten, z.BYGesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, wo es um die \ bein Frage:" Bordellierung oder soziale Massnahmen" ging oder Jugendwohlfahrtsgesetz, oder auch im Sozialpolitischen Ausschuss die Fragen des besonderen Schutzes der Mutter. bei 8. 1933.Hitler war Reichskanzler geworden. Der Reichstagsbrand hatte- eine mate Matie Ihrer lohende Fackel- dem deutschen Volke die Stunde angezeigt.Hatten es Alle erkannt? Leider Nein. Der Terror, der längst tobte, verstärkte sich.15Unter den nächtlichen Opfern/ hatte sich auch eine Frau befunden, Fan Jankowski aus Köpenick. Sie war als Stadtverordnete bekannt, wurde so zerQualen bis zu schlagen, dass sie im Morgengrauen nur unter grössten XXX Wohnung kam. Dort hatte sie noch soviel Kraft ihre Kinder auszuschicken, um die Menschen zu warnen, deren Namen bei der Exekution gefannen waren. nadi Dann erst schickte sie um dem Arzt. Sie kam einige Tage später in ein ten dard Krankenhaus, dann brachten tapfere Menschen sie zur Genesung an einen vorläufig noch sicher scheinenden Ort. Einige Zeit später starb sie,( vielleicht an der schweren Verletzung der Nieren? Als sich der Reichstag im Plenarsaal der Krolloper unter bewaffneter Besatzung der Reichstags xxx py シル durch SS und SA- zusammenfand, hatten sich einige Frauen der Fraktion 2.11 verständigt. Sie schrieben- jede für sich- Protokoll der Darstellung über 2. die Misshandlung der Frau und einen persönlichen Brief, in dem darum ersucht und an \ 714611 had. wurde diese zerschlagene Frau( die sich jeden Abend an einer bestimmten Stelle melden sollte( sonst würde sie geholt!!!) in Ruhe zu lassen. Diese Briefe gingen an Hindenburg, Göring, Diehls, dem damaligen Polizeigewaltigen des a Naziregimes.andere. Clara hatte es übernommen, das Protokoll an Göring zu geben.".... Janwohl Frau Kollegin, es wird eingeschritten werden." Eingeschritten? Im Juli 1933 wurde Clara nach langer Haussuchung verhaftet. Fünfzehn Tage nazistische Haft hatten vollends genügt ihre zarte Gesundheit so sehr zu erschüttern, dass ihr nur noch wenige Jahre blieben./ Ihre kleine Familie und der enge Kreis derer Freunde mit denen sie noch zusammen kommen konnte, denken mit Liebe und Bewunderung sie/ an diese Zeit zurück, in der noch soviel Menschlichkeit und Gute ausstrahlte ge Anfang Mai 1936 erschien in einer Berliner Zeitung ein schlichtes Inserat, das den Tod von Clara Bohm- Schuch meldete. War sie xxx von der Gestapo vergessen worden? Fast schien es so.Zu der Totenfeier im Krematorium des Friedhofes in Baumschulenweg in XXXXX Write kamen ungezählte Geglücklichen/ Fünfzehnnossen aus der Zeit e/ Zusammenarbeitens. Waren es zehntausend? XXKKtausend? Man wisste es nicht. Es wurde die grösste antfaschistische Demonauschnitt/ deren zu/ stration dieser Zeit. Aus einem Zeitungs, an ihrem 10 jährigen die Todestag viele erschienen, nehme ich eine Erinnerung eines Teilnehmers: " Als Clara Bohm- Schuch vor zehn Jahren beigesetzt wurde, spielte sieh ein ergreifender Vorgang ab.Tausende von Arbeiterfrauen standen amf Vorplatz der Kapelle, die geöffneten Türen stelleten den Kontakt zwischen drinnen und draussen her. Plötzlich hob eine Frau einen Strauss roter Nelken empor und bat, ihn nach vorn zu reichen. Dieser spontanen Eingebung folgten alle; im Augenblick wurden tausende roter Nelken über die Köpfe der Teilnehmer hinweg gereicht, den Sarg der toten Frau zu schmücken, die ein so warmes Herz für ihre Mitmenschen gehabt hatte." dem der Mann mit der Nat seiner Arbeidslosigkeit. Die Werkstadentin brauchte finanzielle Hilfe und tröstlichen . ¿Qué cómo? ¿Qué cómo? ¿Qué cómo? 14 e "Nous étant pas était de 1908 hatte. die Möglichkeit gebrecht, als die schranken für die politisch interessierten Frauen gefallen. war. waren. Im Krieg 1919-18+(der Lebenskamerad ist als Pismier draussem)... hatte s. c. viel Gelegenheid aus dem Born ihrer unerschspflichen Liebe zum ellenschen zu schöpfen und – viel leider zuviel belegenheid das Versagen des Haates gegenüber seinen Menschen festrasiellen."Die Kinder im Welfkrieg" heis: d eine kleine Bauschaue, die d. w. mals in standen ist, sie gibt uns noch heute einem lebendi lebhaften Eindruck von der Kindernat Berlins schon dann vor dem Kriege und von Ausbruch und Dauer des Weltkriegs. Sie sieht diese Not mit dem Augender verstekenden liebendem Wütterlichem Frau, und zugleich mir sie einer erfässt s. e. zugleich mit der Erkenntnis, der sich nig czerantwortlich fählenden Mitgliedes der menschlichen Gesellschaft. Lassen wir Clara selber sagen, wie s. c. 1916 fast am Sohluss ihrer Darstellung über Kindernach sambt er." die Angegabe der Frau sie es verändert verstand ausgangen halber. wachsenem Menschentum die geistige Brücke zu D bissaders in Schulentlassungs schlagen, haben wir ist genug können, einen Beweis dafür gibt es noch in einem kleinen schmalen Acht oh e n, du s a "Willst Du mich 4 örere?" in dem sie sic. Dass die Gestapo XXX diese Beteiligung an der Toten- s feier in Ihrer Abwesenheit als Schlappe empfand, ist wohl zu versteしししし しい hen, man wollte sie auswetzen. Zur Stunde der Urnenbeisetzung.alseinem letzten Wunsch der Toten entsprechend- nur Mann und Tochter Und anwesend waren, wimmelte der Friedhof von- als harmlose Friedhofsbesucher verkleidete- Gestapo- Agenten. Es war wirklich niemand weiter da als Mann und Tochter der toten Frau. 56 Jahre alt, war Clara Bohm- Schuch, als der Tod sie rief.Sie hat den zweiten Weltkrieg nicht erlebt, nicht das entsetzliche Grauen, das mit Worten nicht geschildert werden kann, nicht das Schicksal ihrer geliebten Stadt Berlin und seiner Kinder.War es Gnade? Ihre Persönlichkeit leuchtet noch einmal vor mir auf, als ich das schmale grüne Bändchen mit Gedichten durchblättere, um ein paar ihrer eigenen Worte an den einigen ihrer/ Schluss zu setzen. Sie hat es ihren Angehörigen und/ engeren Freunde hinterlassen. Vorfrühlingsahnen " Wie der Sturmwind die Bäume schüttelt, Wie er das Alte und Morsche zerschlägt, Wie er in jubelnden Siegesliedern Lebenskraft durch die Lüfte trägt. Wo ist Raum und wo ist das Ende wo sind die Grenzen dieser Kraft, die nach ehernen, ew'gen Gesetzen aus dem Alten das Neue schafft?" und Weist gerecht zu werden. Sie war mit jedem Weg zufrieden die technisch und gémunziell durchführbar war, um die Frauen – und Männer – für die Aufgaben der neuen Staatsepoche zu schulen. Worten/ .... Hinter ihrer Klagen und Turmen auf dem Parteitung, sieht man ganz deutlich diese weibliche Persönlichkeit, der es nicht um sich sondern um die Sache geht und die auch faschtlos sagt, was sie denkt auch wenn sie weiss dass es den Hörern nicht alles genehm sein mag. x dom Frühjahr 1919 bis Herbst 1922 hat sie die Redaktion Zeitung in vorbildlicher Weise vedigiert Dann machte die Partei einen anderen Versuch einer anderen Zeitung, an dem sich diese nicht beteiligte. Ihre parlamentussische Tätigkeit ist ausserst x x beachtlich. Sie gehörte im 22 Mai 1919 wurde sie von should dazu der Fraktion bestimmt(in der Reichstags. Sitzung, die Der Nationalversammlung nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages stattfand. 1920 zu sprechen. (Seide 114 in Anna Blös)"Van Eerstein Reichstag um bis 1933 gehörte Clara dem Präsidium desetrgeben Reichstages an. Sie war Mitglied forschüne. des Ausschusses zur Unterstützung der Kriegsschulung von 1928-1930 partie sie dort, den Vorsitz inne. Seit 1924 vidmete sie einen grossen Teil ihrer 2c. den Beratungen des Hauptausschusses dessen einzig weiblides Mitglied sie gewesen ist. Im socialpolitisollen Ausschuss, im Kulturausschuß, im bevölkerungspolitischen Ansschuss und im Ausschuss für Jugend wohlfahrt hatte Auf der Frauenkonfrenz, u Weimar 1919 schd sich Clara besonders tür die politische Aufklärung unter dem Landarbeiterinnen eingesetzt u. XXX Die Nationalversammlung war um 21. Mai geschlossen worden geſaheŋ  daʒ deɞ geſeheſſen ſeſchteŋ · sò, p paa μευειδις: ες χαυρηγημας δαρ ρρος ἐγειμαένεις ὑμενεναιν Maa sjęhd si siz anďi čté veranadennž dez pæltdiɛ alhýgzgemeſnıśn Abschrift Clara Bohm- Schuch zum Gedächtnis, zum Dank. > im Elternhaus/ Wirtschaftliche Not/ zwang mich sofort nach der Schulentlassung mein eigenes Brot zu verdienen. Die nächsten Jahre waren hart für mich, und fast unentwirrbar erschien mir die Problematik des Erwachsenen Lebens. Gross war in mir das Verlangen, einen Menschen zu finden, der mir helfen sollte, das Rechte zu tun und das Wahre zu lieben. Clara Bohm- Schich wurde mir diese mütterliche Freundin. Ihre grosse Menschenliebe, ihre Herzensgüte und starke Gläubigkeit an die gerechte Sache des Sozialismus wurden richtunggeben für meine weitere Entwicklung. Ihr danke ich alles, was ich bin. In einer Frauenfeierstunde, in der sie die Ansprache gehalten hatte, lernte ich sie kennen. Mein Herz war schwer; wieder einmal hatte ich Brotsorgen, diesmal sollte ich sogar wegen meiner Zugehörigkeit( gewerkschaftlichen) die Stellung verlieren. Da bat mich die Genossin Bohm- Schuch die Betreuung ihres Hauswesens zu übernehmen und bot mir das Heimrecht in ihrer Familie an. Fast vier Jahre lebte ich dann in ihrem Haus, es war eine glückliche Zeit. Aus kleinen Verhältnissen eines kleinen märkischen Dorfes stammend, ausgerüstet nur mit dem Wissen einer Dorfsschule wurde mit Clara Bohm- Sch. zum Vorbild für einen Menschen, der mit viel Fleiss und viel Arbeit an sich selbst sich zu einer starken Persönlichkeit entfaltet. Ihr hohes Arbeitsethos, ihre unermüdliche Schaffenslust bezwang auch mich und gab mir den Ansporn das Grossmöglichste aus meinem Beruf zu machen. Sie liebte die Blumen, die Tiere und unendlich die Kinder. Um sie war immer der Stromkreis einer ausgeglichenen Harmonie, und ihr grossmütiges Herz befahl immer zu helfen. Zu ihr kam die Arbeiterfrau in ihrer Sorge um Mann und Kind, kam der Mann mit der Not seiner Arbeitslosigkeit. Die Werkstdentin brauchte finzielle Hilfe und tröstlichen Zuspruch für ihren Existenzkampf, der jugendliche Arbeiter hatte kaum überbrückbare Berufssorgen. Dort, wo Clara Bohm- Schuch nicht helfen konnte, trig sie schwer an der Not ihrer Mitmenschen. Die Arbeiterfrauen, sowie die Arbeiterjugend verdanken ihr viel.Als Reichstagsabgeordnete der sozialdemokratischen Partei kämpfte sie auf breitester Plattform in Wort und Schrift um Mutterschutz, um Jugendschutz, um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die arbeitende Klasse, für die Verwirklichung des Sozialismus. Dem Arbeitervolk schenkte Clara Bohm- Schuch so manches Lied, so manches Gedicht. Der Arbeiter jugend gestaltete sie die ersten Jugendweihen, den Arbeiterfrauen wurde sie die nie rastende Ruferin im Kampf um Gleichberechtigung, doch den Arbeiterkindern schenkte sie in ihrer grossen Mütterlichkeit ihr ganzes Herz. Und dann kam das Jahr 1933.Der Nationalsozialismus verschonte auch diese Frau nicht. Krank an Leib und Seele warf man sie ins Gefängnis, entlassen, zwang man sie lange zur täglichen Polizeikontrolle. Doch beugte sie sich nicht.Nie zweifelte sie an der Zukunftsverpflichtung unserer sozialistischen Weltanschauung, gebunden an die Arbeiter- Internationale der Welt, und war uns Jungen damit stets Mahnerin im Kampf.Nie verlor sie den Glauben an unsere gerechte Sache. Umso schwerer traf uns im Mai 1936 die Kunde von ihrem Tod.So bitter und schmerzlich uns auch der Tod dieser wahrhaften Sozialistin traf, so blieben doch der Genossin Bohm- Schuch die furchtbaren Jahre des erneuten Völkermordens, mit alle dem Jammer des Bombenkrieges und den millionenfachen Todesschreien aus den Konzentrationslagern erspart. Schon im Weltkrieg 1914/18 stand sie in vorderster Reihe im Kampf gegen den Krieg, im Dienst für Frieden und Völkerversöhnung. Und nun ist das Jahr 1946. Der Nationalsozialismus hat Krieg und Tod, unendliches Elend und tausendfache Not über Deutschland gebracht. Er forderte von den sozialistischen Parteien das Herzblut seiner tapfersten Kämpfer und besten Menschen, einte aber auch die getrennt Marschierenden zu einem grossen Block im Ringen um die gemeinsame Zukunft.(???) Den Frauen aber erwächst die Aufgabe und hohe Verpflichtung und der besonderen Lage als Mutter und Frauen der toten Söhne und Männer bewusst zu sein. Gleich unserer toten Genossin Bohm- Schuch muss uns die Sache des Sozialismus zu einer Herzenssache unseres alltäglichen Lebens werden. Hermine Wachan. Emma Döltz ( 1866-1950) Hier gedenken wir einer Frau, die in der nur ihr eigenen Weisean der Entwicklung der sozialistischen Frauenbewegung mitgewirkt hat. seltenen Stunde erzählt. In einer a In einem Nachruf für die ehemals zweite Vorsitzende und so begeisterte Mitarbeiterin der Grossberliner Arbeiterwohlfahrt sagt Minna Todenhagen, wie ihr Emma Döltz einmal aus ihrer Jugend erzählt habe:".... wir lebten im Armenhause in Steglitz.Meine Mutter nähte Pantoffel.Der( lange schwer krank gewesene) Vater war früh gestorben. Oft mussten wir Kinder bis in die tiefe Nacht hinein helfen. Dann erzählte meine Mutter uns Märchen, damit wir munter blieben.....". Das ist ein kleiner, aber beLehmann, zeichnender Ausschnitt aus der Kindheit von Emma XXXX die später den Schlosser XXIX heiratete und die sehr geliebte Mutter ihrer gemeinsamen Döltz drei Kinder wurde. Vor dieser Ehe lag viel Arbeit und Entbehrung. MAAH Aber auch später, als sie ihre eigenen Kinder mit viel Liebe und VerständThe mach der in ihr neues Leben nis erzog, folgte entbehrungsreichen Jugend die Armut nach, und es felte gab viel, viel harte Arbeit um das tägliche Brot.-- In ihren eigenen, kurzen AufDältz zeichnungen aus ihrem Leben erwähnt Emma so ganz nebenher- ihre und ihres Bruders harte Kindheit. wie sie geworden wate Wollen wir einmal versuchen uns vorzustellen, was für ein Mensch die jugendliche Emma Lehmann hätte werden können, wenn ihr alle geistigen und seelischen Entfaltungsmöglichkeiten gegeben worden wären, auf die junge glicht Menschen einen moralischen Anspruch haben wenn sie in dieser grossen Armut hätte aufwachsen müssen? Von frohem Gemüt, aufgeschlossen für alles Schöne, mit gesunder und klarer Intelligenz ausgestattet, begnadet mit einer -von der Mutter ererbten-lyrischen Begabung war sie ganz dazu geschaffen, glücklich zu sein und Glück weiter zu geben. So aber trug sie ein ähnein wenig/ liches Los wie ihre Mutter, das der Armut.Wohl schon gemildert; augh and das Licht der sozialistischen Erkenntnis XXX schon in dieses Leben und machte es heller, gab ihrem Leben Werte und Erfüllung. Emmas Ehe-. gefährte, der Schlosser Delts, war wohl ein guter Mensch. Dass er zu wenig verdiente, um die Frau vor materiellen Sorgen zu schützen, war nicht seine Schuld.Dass auch den Kindern aus dieser Ehe viele wertvolle Bildungsmögschien Emma Döltz-2lichkeiten und andere Schönheiten des Lebens vorenthalten waren, empfanden wohl beide Eltern, aber sie konnten es nicht ändern. Dem Vater fehlte auch wohl die innere Stärken die Phantasie, er war auch nicht die Frohnatur, die der Mutter in so reichlicher Fülle gegeben war, mit der sie den jungen Kindern wie es schon ihre Mutter getan hatte, nur reicher und schöner3 2 einen Ersatz bat für das, was ihnen durch die Armut versagt blieb. Vielleicht war es das Gefühl einer Schuld die ja keine war- das den Vater oft zu Zund mit falschen Mitteln/ " Freunden" trieb, mit denen er dieses irrige Gefühl zu vergessen suchte? Als guter, organisierter Arbeiter wusste er wohl um den Lebensanspruch der weil Arbeiterschaft und ihrer Kinder. Und wenn er auch manchmal brummte, wenn die Mutter soviel unterwegs war, so war er doch stolz auf seine geistig so bewegliche Frau, auf die* brave und tüchtige Lebenskameradin, die ihre Pflicht für die Allgemeinheit der Frauen EX erfüllte und dabei eine so gute Mutter der Kinder war. Schon der ganz jungen Arbeiterin waren viele Ungerechtigkeiten aufgefallen. Warum erhielten die arbeitenden Frauen soviel weniger Lohn als die Männer? War ihre Arbeit soviel weniger wert als die der Männer, auch Warum wirde damn, wenn sie gleichwertig war? die ausserhalb des Hauses arbeitende Frau wurde um XX vieles besser bezahlt, als z.Beispiel die Heimarbeiterin, das trotzdem diese Nagarn, die Maschine, Licht, Heizung und ihren engen Wohnraum hergeben musste? Warum musste man um eine, noch so unzureichende Gewerbeaufsicht erst so bitter kämpfen und warum waren die Heimarbeiterinnen ganz davon ausgeschlossen? Diese Fragen und noch viele andere beschäftigten schon das junge Mädchen ohne dass sie darauf eine Antwort finden konnte. - 2 ersten ma aly ' Sie wurde ihr gegeben als sie in eine Versammlung geriet, in der Paul Singer( ein sehr bekannter Vorkämpfer der Sozialdemokratie) den anwesenden Frauen ihre Situation in der menschlichen Gesellschaft klug und geschickt klar machte. Es geschah zur Verzweiflung der überwachenden Polizei, die keine Handhabe zum Einschreiten fand Das war der Wendepunkt im Leben va Mutter der jungen Frau. Doch bevor wir dazu etwas sagen, wollen wir uns doch noch mit der Emma Döltz ein wenig beschäftigen. Auch ihre Kinder halfen ihr, z.B. in der Hauswirtschaft, das war schon eine grosse Hilfe für die heimarbeitende Mutter. Dann nach getaner Hausarbeit- fassten Emma Döltz -3auch bei der Heimarbeit mit zu. Das liess sie gewiss nicht sehr gerne geschehen, wusste sie doch aus eigener Erfahrung um die Not der Kinder, die frühzeitig mitverdienen mussten. Aber doch war es in diesem Haus anders, als sonstwo. Hören wir, wie es die Tochter Erna im Gedächtnis hat: .... Die schönste Erinnerung aus unserer Kinderzeit: besteht darin, Pflichten Wenn wir Kinder unsere Schulaufgaben oder die häuslichen erledigt hatten, sassen wir bei der Mutter, die uns sehr lange und schöne Geschichten erzählte.Wir Grösseren halfen ihr dann bei der Arbeit, sie nähte Posamenten....... Erst heute weiss ich ganz, was unsere Mutter an uns tat, dass wir trotz Not und bitterer Armut eine so schöne Kindheit hatten." ( richtig Born der Freude Wer denkt da nicht unwillkürlich an Pestalozzi's Lienhard und Gertrud? hier- Wir sehen: In ganz besonderen Fällen, wenn die Mutter- wie in diesem Fall eine solche Frohnatu und starke, bewusste Persönlichkeit war, konnte so gar einmal die so schlecht bezahlte Heimarbeit zu einem und zu einem pädagogischen Mittel werden. Emma beschränkte sich aber nicht darauf ihren Kindern das selbsterschaffene Märchenland zu zeigen, sie führte sie auch mit behutsamer, pädagogischer Ueberlegung in ihre soziale Umwelt ein, lehrte die Kinderyzu sehen, öffnete ihre Sinne und führte sie so zwanglos auf Gipfelpunkte, von denen sie, frotz ihrer Jugend, von denen sie, trotz ihrer Jugend, einen Ueberblick über Menschen und Dinge bekamen. Das war nicht das Uebermitteln von fertigen Dingen und Tatsachen, sie lehrte die Kinder, wie sie sich selber Urteilsfähigkeit erwerben könnten. Die Kinder dieser Frau erinnern sich heute als reife Menschen- noch immer dankbar daran, dass Schläge und harte Strafen nicht im Programm ihrer Mutter standen, dafür aber hatte sie die wertvolle Tugend pädagogischer Konsequenz % Hatte sie z.B.einem Kind einen nicht ausgeführten oder unwillig überruhig/ nommenen Auftrag/ wieder abgenommen, dann half kein noch so inständiges dann Bitten um Zurücknahme ihrer Entscheidung, sie führte diese Arbeit selber aus.Grenzenlos war das Vertrauen dieser Kinder in diese gütige, gerechte, rohe, märchenerzählende Mutter, die ihnen eine so gute Kameradin war. Mit allem, sie was früher und später ihr Herz bewegte, kamen sie zu ihr. Emma Döltz war die geborene Dichterin. Nicht, dass die Welt widerhallte von dem, was sie niederschrieb, diese Welt bekam es ja garnicht Sie erhob auch keinen Anspruch auf das Prädikat: kunst. zu sehen Sie schrieb was sie fühlte in ihren Gedichten Sie schriebes für ihre Kinder Hinder nieder, die wollte sie teilnehmen lassen an der inneren Schonheit ihrer - Emma Döltz -4ihrer eigenen Welt. Einmal, als sie schon länger in der sozialistischen emmat Frauenbewegung stand, las sie dann doch im kleinen Kreis Freundin/ ihrer/ einige/ Gedichte vor. Margarete Wengels, die temperamentvolle gab ihr den dringenden Rat etwas davon an Clara Zetkin zu schicken. Sie tat es und von dieser Zeit an lasen wir öfter das ehe oder andere soziale Gedicht und fanden auch manches Märchen und manche Erzählung in der Kinderbeilage der das Gleichheit. Und dann-- war viel, viel später-- erschien eines Tagesfim Selbstverlag des Verfasserintein schmales Bändchen mit einer Auswahl ihrer Gedichte und einigen Kostproben ihrer Märchen. In einem vergilbten Zeitungsausschnitt( ohne Datum und ohne Namen der Zeitung) fand ich charakteristische Besprechung des Büchleins. Dort heisst es: eine "..... Wie es möglich war, dass diese Verse in die Welt hinaus XXXII flatteren? Auch das ist ein Märchen. Kommt da ein Menschenfreund, ein richtiger warmherziger Menschenfreund, der das kranke Kind der Frau gesund machen soll. Und er lernt am Krankenbett die tapfere Mutter kennen, die, gebeugt von der Last des Lebens, doch ihrer Seele Frische sich bewahrt hatte. Ihn interessiert diese Frau, ihn fesseln die Aufzeichnungen, die sie ihm bescheiden, widerwillig fast, aИXXX ausliefert. Vielleicht, so denkt der Menschfreund, würde ihr Lebensabend ein wenig froh, wenn diese Verse mehr Freunde fänden." Aber der. Dieser Lebensabend der Mutter Emma Doltz war lang und er war schön, Nehmt alles nur in allem. Sie konnte ihren Enkeln und vielen, vielen fremden Kindern noch Märchen erzählen, als sie nicht mehr-bei den sommerlichen Ferienwanderungen der Proletarierkinder- mit ihnen tollen und sprin_später/ gen konnte. Emma liess sich auch/ von Hitler nicht unterkriegen. Ihr - -- Innenleben war so reich, dass sie diese Zeit überbrücken konnte. Ich zides schwiegersohnes anmich 1/ M tiere aus einem Brief, der die Atmosphäre des Hauses zeigt:".... 1937 1937 starb mein Schwiegervater und wir wurden gewahr, wie sehr Emma jetzt frei wurde.Endlich konnte sie sich jetzt- ohne Einrede- unserem schönen Garten, ihren Gedichten, der Schaffung zahlreicher Stücke für unser Puppentheater und dem Anhören von Radiohörspielen, besonders auch klassischer Werke widemen.Konnte sie doch um diese Zeit noch beinahe den ganzen XXXXX* " Wallenstein" auswendig! Es waren-so glaube ich- für sie, ja für die ganze Familie die glücklichsten Jahre. Wenn auch die politische Arbeit allsonnnach aussen fehlte, der Kontakt mit gleichgesinnten Freunden- täglich blieb erhalten. Auch ihr Humor blieb erhalten, 1941 verfasste sie sich selber zum 75.Geburtstag ein launiges Gedicht....... замра einrücken So Swar schön, dieses Altern, trotz Hitler, trotz des grausigen zweiten Weltkriegs, trotz schliesslicher Evakuierung, trotz eines bösen Augenleidens, dass sie nahezu blind gemacht hat. Sie hatte schliesslich noch das Glück wieder mit ihren Lieben vereint sein zu können, wenn auch Emma Döltz -5Berlin.) ( sich in/ nicht in der engsten Heimat, Und sie konnte bis ins hohe Alter/ ihren Gedichten aussprechen, en Märchen ersinnen und erzählen, sie konnte noch immer an ihrer geliebten" Bewegung" teilhaben, wenn sie auch nicht mehr aktiv sein konnte. Das war die Frau und Mutter Emma Döltz, sie war zugleich die Kapferin. Sie würde mir nicht widersprechen, wenn ich bei dieser Betrachtung ihres Lebens und ihrer menschlichen Persönlichkeit zu dem Schluss komme, dass die stärksten Wurzeln ihrer Kraft in ihrer starken Mütterlichkeit lagen und dass dies, grade durch die Familie, trotz mancher Hemmung, ausgelöst und frei gemacht wurden. Diese Mütterlichkeit war in einen grossen Rahmen ihrem eingespannt. Sie umfasste wohl- in an engeren Kreis- ihre Kinder und Kindeskinder. Ihre Schwiegersöhne waren selbstverständlich darin einbezogen. Sowie sie einst ihre drei Kinder unmerklich aber zielsicher zu Sozialisten erzogen hatte, so nahm sie auch diese neugewordenen Glieder ihrer Familie in ihren Lebensrythmus mit auf. Und einen dieser Söhne-er wusste vom Sozialismus noch wenig, als er sich der Tochter Emma's bereits eng verbunden fühlte zog sie nicht nur als Sohn in den Bannkreis ihrer mutterlichen Liebe; ehe er es sich selber richtig versah, hatte sie ihn schon als begeisterten Mitstreiter gewonnen.-- Es war Krieg im Lande gewesen, der erste Weltkrieg, der hatte auch damals seine bösen Linien in das soziale Gesicht unserer Zeit gezeichnet. Die grosse Wohnungsnot zwang die verheirateten mütterlichen/ Kinder aus dem/ Hause heraus. Jedoch strebten die getrennten Teile immer wieder nach der Vereinigung. Als ein Siedlungshäuschen in Mahlsdorf bei viele Jalite Berlin dazu die Möglichkeit bot, gaben die Alten und die Jungen ein Musterbeispiel guten Zusammenlebens in geistiger und ideeller Gemeinschaft, ab. in Zu diesem Zeitpunkt hatte Emma Döltz schon ihre Lebensleistung der sozialistischen Frauenbewegung vollbracht. Mit 61 Jahren ging sie mit geliebte in das Mahlsdorfer Häuschen. Noch zu jung, um ihre elimite Arbeit am Kreuzberg zu verlassen, nicht mehr elastisch gehug, um diese Arbeit trotz des ganz/ weiten Weges/ beizubehalten. Nach und nach wurde es daher weniger, aber es blieb genug an zentraler Berliner Arbeit bestehen, wie z.B. in der Arbeiwo sie a(§ 2. Vorsitzende tut de ge etwas terwohlfahrt, die sie dringend brauchte sie dringend brauchte(. Es wurde vorher schon der entschei dende Augenblick erwähnt, der auf ihre Fragen nach dem Urgrund aller Ungerechtigkeit im Leben der Arbeiter und ihrer Frauen manche Antwort gab, Emma Döltz-6was auch manche Hoffnung, aber auch die Pflichterfüllung- dem Ganzen gegenüberDas verlangte. De war, als sie zum ersten mal einen Sozialdemokraten sprechen danach/ hörte. Und bald/ stand sie mitten drin in diesem Streben, kostete nicht nur die Genugtuung des Kampfes und der Erfolge, sie lernte auch alle SchwieBigkeiten kennen, die Polizei und Gesetzgebung diesem reinen und berechtigten Streben entgegen stellten. Wir wollen nicht an anderen Stellen Gesagtes wiederholen, die Namen der Frauen, in deren Kreis sich Emma Döltz bewegte, sagen uns genug. Wollen wir noch einmal Margarete Wengels nennen, dazu Louise Zietz und Ottilie Baader, mit denen sie in engster Gemeinschaft arbeitete. Später waren es auch Mathilde Wurm, Clara Bohm- Schuch, noch später Minna Todenhagen und viele, viele andere, die sie- wie es ganz ihrer Natur entsprach- auch ihren Kindern nahe brachte.Wo sie liebte und Freundschaft fühlte, wollte sie auch ihre Kinder, ihre jungen Kameraden teilhaben lassen. Was gab es damals nicht alles zu tun.Da waren Flugblätter auszuteilen, Versammlungseinladungen zu bestellen, es war der grosse Solidaritätsboykott bei der Firma Jandorf, der die Frauen in eine lebhafte Aktion brachte, es waren die Wahlrechtsdemonstrationen gegen das Preussische ihren Dreiklassenwahlrecht, ein Kampf, in den sich die Frauen mit eigenen Forderungen mit einschalteten. Verschiedene Lohnbewegungen, Teurung swellen u.a. erforderten die tätige und aufklärende Hifsstellung der Frauen. Und Emma schwamm mit in dem grossen Stromkreis der Arbeiterbewegung von damals. Wie bei vielen Frauen, die zur Arbeiterbewegung stiessen, so war es auch bei Emma der soziale MXXX Impuls, der sie trieb. So war sie ganz dabei, als nach dem Inkrafttreten des Kinderschutzgesetzes von 1903 die Kinderschutzkommissionen gegründet wurden, ebenso bei den später einsetzenden Kinderferienwanderungen. So war sie später in Berlin mit ganzer Seele bei der Arbeiterwohlfahrt, deren Arbeitsbereich nun schon mit Republik und Frauenwahlrecht sehr viel weiter gesteckt werden konnte.-- Dazwischen aber lag der erste Weltkrieg und das Auseinander fallen der Sozialdemokratie in zwei Hälften. An diesem Weltgeschehen, an der Grausamkeit des Krieges glaubte Emma zerbrechen zu müssen. Blutenden Herzens fand sie sich in dieser Zeit bei der Unabhängigen Sozialdemokratie, bis sich beide Teile in Arbeit und Verantwortung wieder zusammen fanden und auch wieder zusammen wuchsen. -7- Emma Döltz Ergreifend ist aus dieser Zeit ein Gedicht:" Der Mutter Klage", das sie nach dem Ende des Krieges den toten Söhnen des Volkes widmete: " Dann traf es mich wie XXX Keulenschlag, Dass Du in fremder Erde ruhst, Nie wieder Mutter zu mir sagst, Nie wieder mir was Liebes tust, Und über allem rollt die Zeit, Die uns ins Land der Zukunft trägt, Jedoch mein Sohn ich denke Dein, Solang das Mutterherz noch schlägt," dan" des Hauses/ Und im zweiten Weltkrieg trieb die Zerstörung/ n, ein geschwächtes Herz und die Sorge der Kinder die achtundsiebzigjährige Frau in die Fremde, nach Riezlern im kleinen Walsertal.Hat sie die Schönheit der Berge und die ganz besondere Figenart des dortigen Volkslebens nicht mehr erfassen können? Fast scheint es so. Aus einem ergreifenden Gedicht" Heimat" xXxXxh spricht nur die Sehnsucht nach dem Frühling in der Heimat, nach dem Häuschen und dem Garten dort. " Nun bin ich allein und in fremder Umgebung, Die Berge stehn drohend und finster der Wald, Der lange Abend ist ohne BelebungVom Schwarzwassertal weht der Sturmwind so kalt. Werd' ich die Heimat je wiedersehen? Sie liegt nun schon jetzt halb zerstört und zerfetzt... In Träumen nur lass ich sie auferstehen, Wie schön sie war, das weiss ich erst jetzt: Die engere Heimat hat Emma Döltz nicht wieder gesehen. Ihre Kinder holten sie nach Fulda, ins Weserland, wo es sehr verschieden ist, gegenüber Berlin, d. h, dem Berlin, in dem sie gelebt und dereinst Pionierarbeit geleistet hatte wav 2011 Auch dort in Fulda ist noch heute harte Arbeit zu tun, anderer Art als damals. Aber Emma konnte nicht mehr aktiv daran teilnehmen, sie konnte sich nur noch von den Kindern berichten lassen. Trotzdem: Die Dreiundachtzigjährige gab der Partei von Fulda zu ihrem achtzigjährigen Bestehen noch ihren Glückwunsch in Versen mit auf den Weg. Und dass sie sich nach dem tiefen Schmerz, den sie allein und in der Fremde erlitten hat, wieder ge funeinigen den hat, bekundet sie mit den Worten an die Genossinnen, die sie zur tätigen Teilnahme aufmuntern will: .... Einst hat mich die Sonne der Jugend durchglüht, Jetzt drückt mich des Alters Last, Doch hab ich die Freude des Schaffens gefühlt, Und das Glück der Arbeit erfasst." i Materia Briefe von Erna Döltz-Hosemann/ Falda von Franz Aosemanu f Fulda bedichte und Lebenserinnerun. von Emma Döltz einige Zeitungs ausschritte. Helene Grünberg 1874-1928) die erste Arbeiter sekretärin. in Deutschland, Sie war eine nur mittelgrosse Frau mit dunklem Haar, sehr einfach, meistens dunkel gekleidet, aber mit Sorgfalt und sehr gutem Geschmack, Sie wirkte ausgesprochen weich und weiblich- anmutig, hatte eine angenehme Stimme. auch Helene Grünberg ist in Berlin geboren, es heisst, sie habe als gelernteSchneiderin bei der Firma Gerson gearbeitet. Das lässt darauf schliessen, dass sie vom Elternhaus gefördert werden konnte. Sonst wissen wir von ihrer frühen Jugend und Kindheit nichts, nicht wer und wie ihre Eltern gewesen sind, was für eine Schule sie besucht hat und welche Einflüsse auf ihren Werdegang gewirkt haben. Ein Lebenslauf, den sie mit ihrer Bewerbung nach Nürnberg gegeben hat, ist einer Zerstörung durch Nazihorden am 9/ März 1933 zum Opfer gefallen, zusammen mit der ganzen Einrichtung und d und den materiellen Westen geschichtlichem Material des seit 1894 bestehenden Arbeitersekretariats. Es war das erste Sekretariat dieser Art in Deutschland, das von der früh aufstrebenden Arbeiterbewegung Nürnbergs eingerichtet wurde und das sich Ige auch als Beispiel auswirkte hatte. aud Es spricht ebenfalls für die fortschrittliche Einstellung der Nürnberger Arbeiterschaft und ihrer Frauen, dass sie schon in den neunziger Jahren mehrfach die Organisierung von Arbeiterinnen versucht hatten. Das bayrische Vereinsgesetz- bösartig, aber auch kautschuckartig anwendbar- hat aber jedes Aufkommen einer stetigen Frauenbewegung der Arbeiterklasse verhindert. Schon 1875 wollten sich Frauen organisieren, vergeblich. Während des Sozialistengesetzes( 1878-1890) wurden Nürnberger Frauen wegen ihrer Tätigkeit unter Anklage gestellt. 1891 sprach Emma Ihrer in Nürnberg über Frauenarbeit. Aber die gutgemeinte Anregung eines Genossen, dass die Frauen für eine spätere Versammlung sich auch einmal ein politisches Thema wählen sollten, führte zur Auflösung dieser Versammlung. 1892 gründete man, nach Berliner Muster, einen Bildungsverein für Frauen und Mädchen, 1894 wurde er schon wieder aufgelöst. Was war der Grund? Man wollte damals eine Frau für den Parteitag in Frankfurt( 1894) wählen.60 Frauen bekamen Strafmandate. So wurde jeder Beginn einer organisierten Frauenbewegung im Keim erstickt. Als 1895 wieder eine Frauenversammlung einberufen wurde, war die sehr bekannte Laus Hamburg und temperamentvolle Sozialdemokratin Helma Steinbach als Rednerin angemel Sie wollte zum Thema:" Die Arbeiterin in ihrem Kampf um ihre wirtschaftliche, Sie kam von der Wasserkante. Die Versammlung wurde verboten. * Existenz" sprechen. 2 --2-Das schicken wir voraus, um das Arbeitsgebiet aufzuzeigen, das Helene Grünberg, als erste Arbeitersekretärin in Deutschland, bei ihrem Amtsantritt vorfand. Es war wares noch angeschulde Wir sehen eine bereits erwachte und aufgeschlossene weibliche Bevölkerung, ( Soweit sie zur Arbeiterklasse gezählt werden konnte)) die aber durch reaktionäre Gesetze und einen ebensolchen behördlichen Willen gehindert worden war. hat ste Arbeider Helene Grünberg war schon als Zweiundzwanzigjährige zur Frauenbewegung gestossen und hatte sich im" Verband der Schneider und Schneiderinnen" organiNürnbergeron Helene siert, sehr bald auch als Rednerin betätigt. Ein früherer Kollege schreibt: "... Für den Schneider- und Schneiderinnen- Verband hatt sie schon a viele Versammlungen für uns abgehalten, war auch wochenlang auf Versammlungstouren in den Orten der Konfektionindustrie...."- Ihre Anstellung als Arbeitersekretärin ist ebenfalls ein Zeqgnis für das moderne Denken der Nürnberger Arbeiter. Die Arbeitersekretäre konnten ihre ständig wachsende Arbeit nicht mehr bewältigen. Die Anstellung einer weiteren Kraft schien notwendig. Aber entgegen einem Antrag der/ XXX Aufsichtskommission des Arbeitersekretariats* X* XXXXXXXXXкä wurde der dringende Wunsch nach einer weiblichen Kraft laut. Zur Begründung dafür wurde darauf hingewiesen, dass eine allgemeine Agitation unter den Arbeiterinnen dringend notwendig sei. Das Gewerkschaftskartell beschloss entsprechend. Die Stellung wurde ausgeschrieben im:" Korrespondenzblatt der Generalkommission", in der" Fränkischen Tagespost", im" Vorwärts" und in der " Gleichheit". Unter den eingelaufenen Bewerbungen wurde die von Nex Helene als die beste ausgewählt. Am 1. Juli 1905 trat Sie erste Arbeitersekretärin Deutschlands ihre Stellung an. Der nach dreimonatiger Probezeit abgeschlossenen Vertrag wurde dem der Sekretäre angepasst.( also Hier galt damals schon:" Gleiche Entlohnung für die gleiche Leistung") Im nächsten Bericht heisst es dann: ... Diese Neuerung in unserem Sekretariat hat ein weiteres" spezifisfisches Arbeitsfeld" geschaffen, wodurch die Arbeitskraft einer Sekretärin nicht nur vollständig in Anspruch genommen wird, sondern auch zeitweise nicht ausreicht, sodass die Sekretäre nach wie vor mit Arbeit überlastet sind.' (:) und Wie sah dieses spezifische Arbeitsgebiet aus? Die gesteigerte Agitation unter den Arbeiterinnen fand ihren Ausdruck in zahlreichen Fabrik- Werkstätten- und Geschäftsversammlungen, ebence in allgemeinen Arbeiterinnenversamm✗lungen in allen Stadtteilen Nürnbergs. In den letzteren verteilte man Flug --3-solla blätter" Arbeiterinnen aufgewacht".Adressen wкй von 20 Organisationen audi waren angefügt,( Heben Aufnahme scheinen). Es wurden besondere Nachtversammlungen für Kellnerinnen abgehalten, sie waren gut besucht und führten ein/ zur Bildung einer besonderen Sektion.-- Weiter soll au hier gefügt werden, dass sich die neue Sekretärin auch der Jugendbewegung warm angenommen hat. Eine Freundin schreibt:"... In der Arbeiterjugendbewegung habe ich mit Helene Grünberg viele Jahre zusammen gearbeitet und ihre talent- und temperamentvolle Persönlichkeit sehr schätzen gelernt." 1907 wurden gewerkschaftliche Unterrichtskurse, die von Helene Grünberg geleitet wurden, vom Magistrat der Stadt Nürnberg zu hintertreiben gesucht. Er erklärte die Kurse für eine" konzessionspflichtige Lehranstalt". Sie weigerte sich, um diese Konzession nachzusuchen und wurde zur Anzeige gebracht, jedoch vom Schöffengericht freigesprochen. Aber ein Haupta beitsgebiet wurde eine Bewegung zur Organisierung einer bis dahin garnicht erfassten Kategorie von Arbeitskräften, die ziemliche Wellen schlug/ und schon jam 18.März 1906 zur Gründung des" Vereins der Nurnberger Dienstmädchen, Waschfrauen und Putzfrauen" führte, dem sofort Lerst als/ 200 Dienstmädchen( Hausangestellte sagte man später) beitraten. Es war der erste derartige Verein in Deutschland, der nach dem Prinzip der Gewerkschaftsbewegung gebildet wurde. Bisher hatten sich in den verschiedensten Grosssich/ städten wohl Vereine etabliert, in denen/ die" Herrschaften"( Hausfrauen, die Arbeitgeber waren) neben den Dienstmädchen Mitglieder führen liessen. Dass dadurch keine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Hausangestellten zu erreichen war, hatte die Entwicklung längst bewiesen. Lassen wir die Freundin noch einmal sprechen: " Meine Erinnerung an Helene Grünberg stützt sich auf ihre temperamentvolle Tätigkeit in der Dienstbotenfrage. Die Versammlungen waren überfüllt und brachten viele Hausfrauengemuter in Aufregung. Es wurde mancher" Herrschaft" klargemacht, dass Hausangestellte anständig behandelt und entlohnt werden müssen." Der Verein erreicht im ersten Jahr 549 Mitglieder. Kinderkrankheiten der geschickte und konsequende gute ersten Zeit wurden schnell durch eine werkschaftliche Schulung der Mitglieder überwunden, sodass bald über eine gute Stetigkeit in der Mitgliederzahl und einen fortlaufend guten Besuch der Versammlungen berichtet werden konnte. Die kostenlose Arbeitsvermittlung des Vereins florierte gut. Die Nachfrage durch Hausfrauen, die sich dieser Vermittlung bedienten, war erstaunlicherweise bald grösser als die Angebote. Die Vereinsgründung machte Schule; in München, Köln, Hamburg, Frankfurt a.Main und in anderen Städten wurden gleiche Organisationen gegründet. Viele Gewerkschaftskartelle im Lande liessen sich Statuten und anderes Material des Nürnberger Vereins schicken Sozialdemokratische Partei Deutschlands Der Parteivorstand Frauenbüro- Rundschreiben Nr. 31/ 52. An die Bezirkssekretariate und die Genos sinnen in den Bezirken Liebe Genossinnen und Genossen! Bonn, 23. 10. 1952 Friedrich Ebert- Allee 170 Anbei die Pressenotizen, die wir heute über die Mailänder Konferenz herausgeschickt haben, zu Eurer vorläufigen Information. Ein ausführliches Protokoll folgt in einigen Tagen. Ebenfalls in der Anlage das Programm des Frauenfunks im SüdwestFunk. Mit freundlichen Grüssen Hera Gotthelf ( Herta Gotthelf) <-- 4-und baten um Auskünfte. Die Anregung zur Bildung gleicher Organisationen w war von der" Generalkommission der Gewerkschaften 11 an die Gewerkschaftsilder kartelle gegeben worden.Helene Grünberg hatte an die Zentrale berichtet und hatte den Bericht mit der Anregung begleitet, eine allgemeine Agitation dafür einzuleiten. Dem war die Generalkommission nachgekommen, von dem Erfolg der Berichterstatterin des Versuchs wollte man abwarten, ehe man der weiteren Anregung, einen Zentralverband zu gründen, nachkam. Wie war es gekommen? Vor Weihnacht kamen plötzlich mehrere Mädchen ins Arbeitersekretariat. Die" Gnädige" sei jetzt, vor dem Fest, besonders unCibeli olene gnädig. Es sei das Weihnachtsgeschenk- eigentlich ein Teil des die Lanne verderbe annon Lohnes, das ihnen im Magen Miege.Man bittet um einen Artikel in der" Fränkischen Tagespost"! Der Vorschlag einer Versammlung fand begeisterte Zustimbei den Be&" offeneri mung. Das Sekretariat ruft eine Versammlung ein, man denkt an eine kleine Zusammenkunft, hat 100 Einladungen ausgegeben, es kommen erk.1000 Frauen/ fanden menes 5 Versammlungen dieser Art- Sonntagsnachmittags- finden statt, 200 Mitglieder waren sofort eingetreten, der Verein wuchs. Auf den Teenachmittagen der runeaof Hausfrauen stand ein Thema:" Die Revolution in der Küche".Es fehlte nicht an Versuchen, die Mädchen aus dem Verein zu locken." Lieber wollen wir eine zeitlang aus der Stellung sein..." sagten viele. ( auch auf anderen, bebiet Das war zu Beginn des Jahres 1906. Inzwischen war Helene Grünberg aber weiter sehr aktiv. In einem Bericht heisst es: 38zialdemokratischen " Die politische Frauenbewegung wurde am 18.Sept.1906 mit einer Frauenversammlung im Burgersaal eingeleitet, die als Delegierte zur Mannheimer Frauenkonferenz( 22.und 23.Sept.1906) die Arbeitersekretärin Helene Grünberg wählte.Als sie dann in einer späteren Versammlung Bericht erstattete, wurde sie als Vertrauensperson gewählt. Von der Gründung eines Vereins musste Abstand genommen werden( Vereinsgesetz) dafür aber wurde das System der freiwilligen Parteibeiträge eingeführt. Die Bewegung machte bald gute Fortschritte die Zahl der freiwilligen Beitragzahler stieg bald auf 500," zu Mannheim 1906. Aber in der Amar Frauenkonferenz hatte Helene Grünberg Gelegenheit einen ausführlichen Bericht über ihre Dienstbotenbewegung zu geben. Es war eine sehr gute Ergänzung zu dem Referat von Louise Zietz über die" Landarbeiterfrage".Beide Arbeiterkategorien standen noch unter drakonischem Ausnahme recht. Das Referat von Louise Zietz war brilliant, ausgearbeitet, entwicklungsgeschichtlich, ökonomisch und sozial fundiert, fleissige Arbeit einer klugen Frau, die aus der Arbeiterklasse aufgestiegen war. die JIGU GTU IT im schönen roten Ganzleinenband nur посп kartoniert mit Schutzumschlag A4 DM 3.-. Bei Sammelbestellungen von mehr als 5 Exemplaren können 10% für Unkosten abgezogen werden. Und nun bitte ich Euch, Umschau zu halten und wo immer sich eine Möglichkeit bietet, sich für die Verbreitung einzusetzen, Bestellzettel füge ich bei. Weihnachtsbestellungen oder andere Datumbestellungen bitte rechtzeitig aufgeben! Auch für Adressen von Interessenten bin ich dankbar. In der Hoffnung, bald von Euch zu hören mit bestem Gruß 5. Der Reiz des Wertrags von Helene Grünberg liegt in seiner Unmittelbarkeit/ zu den Fragen des Tages.esmen Hier konnte man sehem, wie Menschen zu geschlossenem Willen- ihre Lage zu verbessern, geführt worden waren.Hier hörten die Teilnehmer an der Konferenz Frauen-/ dass man nicht nur wissen muss, wie die Lage der schicht, der man selber angehört, beschaffen ist, sondern dass es auch möglich ist eine grosse Anzahl dieser Frauen zum Bewusstsein ihres Menschentums und zum gewad, schlossenen Selbsthilfe zu führen. Es ist die praktische Arbeit und ihre Erfolge, die die Zuhörerinnen so begeistert. Bayern, Preussen, Braunschweig, Meklenburg XXX und die anderen: Jedes Land hatte seine Gesinde ordnung, wie seine Bestimmungen für Landarbeiter( innen). Es gab keine Versicherung auf gesetztlicher Grundlage, nicht für" Dienstboten" auch nicht für Wasch- und Putzfrauen. Bei Krankheit sind sie vollkommen hatte waren. schutzlos. Der Dienstbote hat( laut gesetzlicher Bestimmung) im Hause des Dienstwurde herren, auch Kranke zu pflegen, auch ansteckende, aber wenn er selber krank wirdy kanner entlassen werden. Und er wurde entlassen. Dafür konnten sich die ihnen/ Dienstboten, wenn sie/ hübsch genug waren, auch oft der Gunst des Hausherren auch die alden oder des Sohnes" erfreuen"( Hierüber sind heute noch Statistiken sehr/ verschiedener Art) aufschlussreicht. Nur eins hatte der Gesetzgeber vergessen, die Festsetzung der Kündigungsfrist. In der Stadt konnten die Mädchen kursfristig kunein- bis fünf digen, wenn es ihnen nicht gefiel.Auf dem Lande waren jährige Kontrakte üblich, beim" Kontrak bruch führte der Gendarm das Mädchen zurück, im WiederZüchtigungs etla abd holungsfall gab es Gefängnis, auch die Prugerstrafe war noch blich. Die Auch in der Stadt war es durchaus noch möglich, in kleineren Orten sogar noch üblich," entlaufene Dienstboten" durch die Polizei zurück zu führen. Die Gesindeordnung bezog sich auf" Dinstboten vom 7.Lebensjahre" an. Die Konferenz forderte da in einer Entschliessung die Abschaffung der Gesinde ordnungen und Gesindedienstbücher, verlangte die Anwendung der Ge( gesetzlichen, sozialpolitischen Schutzes/ werbeordnung und die Ausdehnung des xxxxxgaze/ auf diese ka in Haushaltungen arbeitenden Menschen, die Befreiung von der Pflicht, bei ansteckenden Krankheiten die Pflege zu übernehmen, eine gesetzlich geregelte Arbeitsund Freizeit, Fortbildungsschulunterricht bis zum 18. Jahre und die Aufnahme der Stellenvermittlung in die paritätischen Arbeitsnachweise. - மம் Werte Freunde, ich möchte hierdurch mitteilen, daß ich den Vertrieb der von Paul Frölich verfaßten Biographie ROSA LUXEMBURG Gedanke und Tat übernommen habe. Der Absatz dieses Buches war seit einiger Zeit beim Verlag völlig ins Stocken geraten, sodaß sich der Autor gezwungen sah, die Restauflage zu übernehmen. In der Annahme, daß auch Ihr der Meinung seid, daß die einzige historisch getreue Biographie Rosa Luxemburgs von möglichst Vielen gelesen werden sollte, wende ich mich an Euch mit der Bitte, mich beim Vertrieb zu unterstützen. Immer noch besteht ein reges Interesse für die Persönlichkeit dieser Vorkämpferin. Es sind sicher auch Käufer für ein solches Werk vorhanden. Um auch jenen, die mit jedem Pfennig rechnen müssen, den Kauf zu erleichtern, wurde der Preis nochmals drastisch herabgesetzt. Das 360 Seiten umfassende Buch kostet jetzt einschl. Porto о 2h Div A , лs exstanedel. V mov ne oddaneta tus dota gosed sunbroebaie Seid 1906 war sie stan- diger Besucker der Partei tage teils als Decegierte einige Jahre auch als Mitglied der kontroll= n kann, 55, 8 6 Die Dienstbotenfrage brachte in der Folge sehr viel Geschäftigkeit in die sozialdemokratische Frauenbewegung. Die Zentralvertrauensperson( Ottilie berief im November 1907, Baader) A eine ausserordentliche Frauenkonferenz nach Berlin ein, die diesen kamplee sich noch einmal ganz speziell mit anfrage beschäftigte. Neben etwa 25 weiblichen Delegierten( meistens Leiterinnen der jungen Vereine) nahmen auch Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes und der Generalkommission der Gewerkschaften daran teil. Es zeigte sich in der Debatte ganz klar, dass die Bewegung nur dort Erfolge haben konnte, wo die sozialistische Frauenbewegung bereits eine gewisse Höhe erklommen hatte. Die Zentralesierung Zusammenfassung den dazu gehörenden allgemeinen Cder Organisationen mit ihren Aufgaben, z.B.eines zentralen Dienstvertrages, der Errichtung eigener Stellennachweise( in Ermangelung amtlicher) die Schaffung eines Informationsorgans u.a. waren nach Ansicht der Frauen sehr akut. Eine fünfgliedrige Kommission( Sitz Hamburg) sollte diesen Anschluss an die Generalkommission einleiten.--- Im April 1908 wandte sich diese Kommission an diese Zentrale Stelle der Gewerkschaften mit dem Ersuchen mit ihr in dieser Frage zu verhandeln. Am 8.Mai fand eine entsprechende Sitzung statt. Teilnehmer Mitglieder der General kommission, die in Berlin gewählte Frauenkommission, ккя das I der General kommission schon früher angegliederte dazu Arbeiterinnenkomitee, und einige, an der Frage der Dienstbotenorganisation interessierte Genossinnen. Das Resultat war dann, dass Helene Grünberg auf ( Gewerkschafts, dem Kongress in Hamburg( 1908) ein ausführliches Referat erstattete und dort dass eine***-- alles erschöpfende-- Resolution angenommen wurde, die die für die Selbsthilfe der Dienenden/ Bahn für alle organisatorischen Arbeiten, und für die Forderungen nach gesetz licher Regelung des ganzen Gebiets der Dienstbotenfrage freimachte. Arbeids 1907 Besonders darci das Vertrauen ihrer Nätaget get Helene Grünberg hatte XXXXXauch die Freude an der Internationalen sozialistischen Frauenkonferenz in Stuttgart teilzunehmen, wo eine internationale Zentralstelle( Sitz Stuttgart, Clata Zetkin) geschaffen wurde, XXX Auf der Frauenkonferenz( 1908 in Nürnberg) wo sie Schriftführerin war, gab sie in ihrer Begrüssung einen Abriss der indent Nürnberger Kate Frauenbewegung, mit ihren schwierigen Versuchen und jandrokntelangen. идет endlicher Festigung. Dort warde auch eine Resolution angenommen verlangt. die die Abschaffung der Gesindeordnungen Dann gehörte sie der deutschen Nationalversammlung vornehmlich an, wo ihr Interesse deny/ sozialpolitischen Fragen für Frauen galt. Die Frauenkonferenz kam zu folgenden Forderungen in der Dienstbotenfrage: 1.Abschaffung der Gesinde ordnungen und Gesindedienstbücher 2.Unterstellung der Dienenden unter die Gewerbeordnun. Ausdehnung aller Versicherungsgesetze auf sie. Gewährung eines gesetzlich gesicherten Koalittionsrechtes und Aufhebung der Verpflichtung, Hausangehörige, mit ansteckenden Krankheiten behaftet, zu pflegen. 3.Sinngemässe Anwendung der Bestimmungen über Arbeitszeit und Arbeitsdauer Sonntags- und Nachtarbeit usw. auf die Dienenden; im besonderen und als Mindestmass an gesetzlichem Schutz: Einführung eines gesetzlich geregelten Arbeitstages, eines vollen, freien Sonntagnachmittags in jeder Wocheund alle 14 Tage einen vollen, freien Tag. Für aussrgewöhnliche Arbeiten sind Hilfskräfte anzustellen. 5.Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichtes auch für die XXX Dienenden bis zum 18.Lebensjahr. 6.Abschaffung der privaten Stellenvermittlung und Einführung von partätischen Arbeitsnachweisen. --7-Kassel - Auf dem Parteitag und auf der Frauenkonferenz in Magdeburg( 1920) wandte sie sich leidenschaftlich gegen die Anwendung der Verordnung des Demobilmachungsamtes, nach der die verheirateten Fabrikarbeiterinnen zu tausenden aus der für sie so bitter notwendigen Erwerbsarbeit gedrängt wurden. Sie plädiert für endliche Zulassung der Frauen zu den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten, wogegen sich die bürgerlichen Vertreter in der Nationalversammlung( mit vorNach ihrer Meinung waren die Frauen darauf noch nicht vorbereitet. Helene/ läufigem Erfolg) ausgesprochen hatten. Nie berichtet über das Nurnberger Schiedsgericht für Hausangestellte,( es war mit dem Gewerbegericht verbunden) das nur weiblich besetzt war. Unter dem Vorsitz desam Gewerbegericht in gleicher Funktion amtierenden Richters fällten dort Hausfrauen und Hausangestellte sehr Entscheidungen. sachlich ihre W* XXXX Weiter plädierte Helene fur ein einheitliches Hausangestelltenrecht. / auf freigewerkschaftlicher Grundlage/ Heute gibt es keine Organisation der Hausangestellten/ mehr. Schon nach dem ersten Weltkrieg war kein Boden mehr dafür vorhanden. Die wirtschaftlichen und zu/ soziologischen Strukturveränderungen waren XXX gross, um mit Erfolg Anstrengungen für eine Neuorganisierung zu machen. Für das grosse Heer des nach Stunden arbeitenden Personals sind inzwischen andere Organisationsmöglichkeiten in den Gewerkschaften gegeben. Dann wurde es merkwürdig still um Helene Grünberg.1923 und 24 zeigten sich Symptome einer Nervenerkrankung, die man f anfänglich für Ermüdung hielt. Leiden, das Aber es war eine ernste sie 1924 in den Ruhestand zwang. Am 7/. Juli 1928 setzte sie diesem Leiden selber durch Freitod ein Ende. Es muss Kranken was die Aussichtslosigkeit ihres Zustandes gewesen sein, NE sie zu dem verhängnisvollen Sprung aus dem Fenster ihrer Wohnung trieb.Existenz sorgen hatte sie nicht, ihre Ruhebezüge aus den verschiedensten Quellen sicherten ihre Bedürfnisse vollkommen. Aus einem der verschiedenen, warmen Nachrufe sollen ein paar Worte hierher gesetzt werden: "... Den Frauen und Mädchen war sie in zahllosen Fällen ein helfender Berater, viele Frauenschicksale wurden ihr offenbart, sie hat immer Mittel und Wege gefunden ihnen hilfreich zur Seite zu stehen..... So hat sie selbst die Flamme aufgezehrt, die meistens lodernd brannte, und die in tausend Herzen neue Flammen entfachte..... Helene Grünberg Beilage 1. Auszug aus dem 11. Jahresbericht des Arbeitersekretariats Nürnberg für 1905. Kapitel: Gewerkscaftskartell, Seite 97. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass eine allgemeine Agitation unter den hier beschäftigten Arbeiterinnen durch eine Referentin vorzunehmen eine dringende Notwendigkeit wäre, und sich die Anstellung einer geeigneten Person empfehlen dürfte. Die Aufsichtsstelle des Arbeitersekretarisats, die zuerst beschlossen hatte, einen weiteren Sekretär anzustellen, entsprach dem Wunsche des Gewerkschaftskartells und wurde nach vorhergegangener Ausschreibung Frl. Helene Grünberg aus Berlin angestellt. Die Hauptaufgabe derselben soll eine umfangreic Agitation unter den Arbeiterinnen sein, ferner hat die Seketärin die Kassengeschäfte des Kartells mit zu erledigen. Frl. Grünberg hat am 1. Juli ihre Tätigkeit begonnen und hoffen wir, dass es derselben geliggen wird, recht viele Arbeiterinnen den einzelnen Organisationen zuzuführen. Gleiche Stelle. Bericht der Aufsichtsstelle, Seite 103. he -Durch die sich fortwährend mehrende Arbeit wurde die Anstellung einer weiteren Arbeitskraft notwendig. In einer fitzung der Aufsichtsstelle stellten die Sekretäre den Antrag, einen weiteren Sekretär anzustellen, weil ste nicht mehr in der Lage sind, die anfallenden Arbeiten in zweckentsprechender Weise zu erledigen. Dieerr Antrag wurde in einer Sitzung des Gewerkschaftskartells behandelt und entgegen dem Antrag der Aufsichtsstelle beschlossen, eine Sekretärin amzustellen. Dieser anzustellenden Sekretärin soll hauptsächlich die Agitation unter den Arbeiterinnen, sowie die Erledigung der Kassengeschäfte des Gewerkscaftskartells obliegen. Die Aufsichtsstelle führte in Verbindun mit der Vorstandschaft des Gewerkschaftskrtells diesen Beschluss aus und schrieb die Besetzung in der Fränkischen Tagespost" im Vorwärts" im Correspondenzblatt der feneralkommmission" und in der" Gleichheit aus. Auf die Ausschreibung sind 7 Bewerbzngeh eingegangen. Von den Bewerberinnen wurde Frl. Grünberg als Sekretärin ausgewählt und angeatellt. Die Anstellung erfolgte ab 1. Juli mit dreimonatlicher Probezeit, nach deren Ablauf die Anstellung auf Grund eines Dientsvertrages erfolgt, der den für die Sekretäre geltenden Verträgen angepasst ist. Diese Heuerung in unsrem Sekretariat hat ein weiteres Spezifisches Arbeitsfeld geschaffen, wodurch die Arbeitskraft einer Sekretärin nich nur vollständig in Anspruch genommen wird, sondern auch seitweise nich ausreicht, so dass die Sekretäre nach wie vor mit Arbeit überlasstet sind. # # Beilage 2 Auszug aus dem 12. Jahresbericht des Arbeitersekretariats Nürnberg für das Jahr 1906. Kapitel: Berichte der Gewerkschaften( Dienstbotenverein) Seite 96. Dienstbotenverein. Am 18. Februar setzte in Nürnberg eine Dienstbotenbwegung ein, die starken Zulauf fand. Am 18. März konnte der Verein gegründet werden, dem sofort 200 Dienstmädchen als Mitglieder beitraten, und wurde somit eine bis dahin organisationslose Arbeiterinnenkategorie der Organisation zugeführt. Der Nürnberger Verein der Dienstmädchen, Waschfrauen, Putzfrauen usw. der am 18. März gegründet wurde, war somit der erste derartige Verein in Deutschland, der auf dem Boden der freien Gewerkschaften aufgebaut ist. Zugeführt wurdem dem Ver. ein in den 10 Monaten seines Bestehens 549 Mitglieder. Die Fluktuation war in den ersten drei Monaten eine starke, da die Mädchen noch nicht so geschult waren, sofort nach Antreten einer neuen Stelle die neue Adresse anzugeben oder selber die Beiträge zu entrichten. Auch musste sich ein Teil der Mitglieder streichen lassen der Herrschaft wegen. Im letzten halben Jahr ist eine grössere Stetigkeit des Mitgliederbestandes zu verzeichnen. Waten in den ersten vier Monaten 156 Abmeldungen und Streichungen vorzunehmen, so verlor der Verein in dem andren 6 Monaten nur 47 Mitglieder. Der Verein hatte am Jahresschluss 346 zahlende Mitglieder. Die kostenlose Stellenvermittlung, welche vom Verein aus gegründet wurde und unterhalten wird, fkoriert ausserordentlich gut. Die Nachfrage der Herrschaften nach Mädchen ist grösser als das Stellenangebot. Nach Gründung des Nürnberger Dienstbotenvereins sind in Deutsc land auf Nürnberger Grundlage Dienstbotenvereine gegründet worden u. a. in München, Köln, Hamburg und Frankfurt a. M. Ferner wurden von 30 Orten um Zusendung von Material und Statuten ersucht zur Gründung von Dienstbotenorganisationen. Demnächst werden auch in der Schweiz und Oesterreich Dienstbotenorgaisationen auf der Grundlage der freien Gewerkschaften und des Nürnberger Vereins gegründet werden. Gleiche Quelle. Kapitel: Agitation unterv den Arbeiterinnen. Seite 98. Die Agitation unter den Arbeiterinnen wurde zu Anfang des Jahres neben anderen einer Kategorie von Arbeiterinnen zugewandt, die bisher organi sationslos war. Die Agitation galt den Dinesntmädchen, Waschfrauen, Putzfrauen uws. und setzte mit gutem Erfolg ein, auch waren im Laufe de Jahres gute Fortschritte zu verzeichnen, wie aus den Berichten der Dinestboten zu ersehen ist. statt Ferner fanden Fabrik- Werkstätten- und Geschäftsversammlungen für alle Berufe, in denen Arbeiterinnen in Betracht kommen, desgleicher allgemeine Arbeiterinnen- Versammlungen in allen Stadtteilen. Zu den allgemeinen Arbeiterinnenversammlungen sind Flugblätter: Arbeiterinnen aufgewacht" in mehreren tausend Exemplaren verteilt 4 worden. Beilage 2 Auszug aus dem 12. Jahresbericht des Arbeitersekretariats Nürnberg für das Jahr 1906. Kapitel: Berichte der Gewerkschaften( Dienstbotenverein) Seite 96. Dienstbotenverein. Am 18. Februar setzte in Nürnberg eine Dienstbotenbwegung ein, die starken Zulauf fand. Am 18. März konnte der Verein gegründet werden, dem sofort 200 Dienstmädchen als Mitglieder beitraten, und wurde somit eine bis dahin organisationsiose Arbeiterinnenkategorie der Organisation datehgeführt zugeführt. Der Nürnberger Verein der Dienstmädchen, Waschfrauen, Putzfrauen usw. der am 18. März gegründet wurde, war somit der erste derartige Verein in Deutschland, der auf dem Boden der freien Gewerkschaften aufgebaut ist. Zugeführt wurdem dem Ver ein in den 10 Monaten seines Bestehens 549 Mitglieder. Die Fluktuation war in den ersten drei Monaten eine starke, da die Mädchen noch nicht so geschult waren, sofort nach Antreten einer neuen Stelle die neue Adresse anzugeben oder selber die Beiträge zu entrichten. Auch musste sich ein Teil der Mitglieder streichen lassen der Herrschaft wegen. Im letzten halben Jahr ist eine grössere Stetigkeit des Mitgliederbestandes zu verzeichnen. Waten in den ersten vier Monaten 156 Abmeldungen und Streichungen vorzunehmen, so verlor der Verein in den andren 6 Monaten nur 47 Mitglieder. Der Verein hatte am Jahresschluss 346 zahlende Mitglieder. Die kostenlose Stellenvermittlung, welche vom Verein aus gegründet wurde und unterhalten wird, floriert ausserordentlich gut. Die Nachfrage der Herrschaften nach Mädchen ist grösser als das Stellenangebot. Nach Gründung des Nürnberger Dienstbotenvereins sind in Deutsc land auf Nürnberger Grundlage Dienstbotenvereine gegründet worden u. a. in München, Köln, Hamburg und Frankfurta. M. Ferner wurden von 30 Otten um Zusendung von Material und Statuten ersucht zur Gründung von Dienstbotenorganisationen. Demnächst werden auch in der Schweiz und Oesterreich Dienstbotenorgaisationen auf der Grundlage der freien Gewerkschaften und des Nürnbergerg Vereins gegründet werden. Gleiche Quelle. Kapitel: Agitation unterv den Arbeiterinnen. Seite 98. Die Agitation unter den Arbeiterinnen wurde zu Anfang des Jahres neben anderen einer Kategorie von Arbeiterinnen zugewandt, die bisher organisationslos war. Die Agitation galt den Dinesntmädchen, Waschfrauen, Putzfrauen uws. und setzte mit gutem Erfolg ein, auch waren im Laufe de Jahres gute Fortschritte zu verzeichnen, wie aus den Berichten der Dinestboten zu ersehen ist. Ferner fanden Fabrik- Werkstätten- und Geschäftsversammlungen statt für alle Berufe, in denen Arbeiterinnen in Betracht kommen, desgleichen allgemeine Arbeiterinnen- Versammlungen in allen Stadtteilen. Zu den allgemeinen Arbeiterinnenversammlungen sind Flugblätter: Arbeiterinnen aufgewacht" in mehreren tausend Exemplaren verteilt worden. Beilge 2. Auf den Flugblättern waren nebst Beitrittserklärungen die Adressen der Vorsitzenden der 20 Organisationen bekanntgegeben, in denen Arbeiterinnen aufgenommen wurden. NachtverFür diec Kellnerinnen fanden während der landesausstellung sammlungen statt, die sehr gut besucht waren. Ende des Jahres ist für die Kellnerinnen eine besondre Sektion gegründet worden. keilage 2. Auf den Flugblättern waren nebst Beitrittserklärungen die Adressen der Vorsitzenden der 20 Organisationen bekanntgegeben, in denen Arbeiterinnen aufgenommen wurden. Für die Kellnerinnen fanden während der Landesausstellung Nachtversammlungen statt, die sehr gut besucht waren. Ende des Jahres ist für die Kellnerinnen eine besondre Sektion gegründet worden. Beilige 3 Auszug aus Die Nürnberger Arbeiterbewegung" 1868-1908 von Georg Gärtne Kapitel: 23. Im neuen Jahrhundert: Seite 193. a Die politische Frauenbewegung wurde am 18. September 1906 mit einer Frauenversammlung im Bürgersaal eingeleitet, die als Delegierte zur Mannheimer Frauenkonferenz die Arbeitersekretärin Grünberg wählte. Als Grünberg in einer spa teren Frauenversammlung Bericht über diese Konferenz erstattete, wurde sie als Vertrauensperson aufgestellt. Von der Gründung eines Vereins musste Abstand genommen werden, dafür wurde das System der freiwilligen Parteibeiträge eingeführt. Die Bewegung machte sehr gute Fortschritte, die Zahl der freiwilligen Beitragszahlerinnen stirg bis auf 500. Zur internationalen Frauenkonferenz wurde die Genoss in Grünberg entsendet. Kapitel 24. Wiedererweckung und Aufschwung der Gewerkschaftsbewegung. Seite 207 Die gewerkschaftliche Bewegung der Arbeiterinnen kam nur langsam vorwärts. Erst als in den letzten Jahren in der Person der Genossin Grünberg eine Arbeitersekretärin angestellt und ihr dieses Gebiet zugewiesen wurde, nahm die Bewegung ein etwas rascheres Tempo an. Von den 22 000 Arbeiterinnen, die in Nürnberg Lohnarbeit verrichten, sind Ende des Jahres 1907 5264 gewerkschaftlich Organisiert gewesen. Um die Aufklärung der Arbeiterinnen durch Berufskolleginnen selbst erfolgen zu lassen, würde im vorigen Jahre der Versuch gemacht, Arbeieter innen für die Agitation heranzubilden durch die Errichtung gewerkschaftlicher Unterrichtskurse, die von der Genossin Grünberg geleitet wurden. Diese Aufklärungsarbeit suchte der Magistrat zu hintertreiben, indem er die Kurse für eine Lehranstalt" erklärte, die konzessionspflichtig sei. Als die Leiterin der Kurse sich weigerte, um die Konzession nachzusuchen, wurde sie zur Anzeige gebracht. Die grosse Aktion endete mit einer Blamage des Magistrats, die Genossin Grünberg wurde vom Schöffengericht freigesprochen. Kapitel 24. Sihe oben. Seite 212/213.------ erst von 1903 ab ist wieder ein erheblicher Aufschwung zu verzeichnen, in 48 Organisationen waren 13 286 männliche und 1 182 weibliche Arbeiter organisiert. Die nächsten Jahre brachten ein sprunghaftes Emporsonellen der Mitgliederzahlen. 1904 53 Organisationen 1 589 weibliche Mitglieder 17 805männliche 24 107 27 650 ,, 1905 52 1906 46 1907 47 >> 32 618 2 582 4 779 5 264 " Beilage 3 Auszug aus Die Nürnberger Arbeiterbewegung" 1868-1908 von Georg Gärtne Kapitel: 23. Im neuen Jahrhundert: Seite 193. Die politische Frauenbewegung wurde am 18. September 1906 mit einer Frauenversammlung im Bürgersaal eingeleitet, die als Delegierte zur Mannheimer Frauenkonferenz die Arbeitersekretärin Grünberg wählte. Als Grünberg in einer sp teren Frauenversammlung Bericht über diese Konferenz erstattete, wurde sie als Vertrauensperson aufgestellt. Von der Gründung eines Vereins musste Abstand genommen werden, dafür wurde das System der freiwilligen Parteibeiträge eingeführt. Die Bewegung machte sehr gute Fortschritte, die Zahl der freiwilligen Beitragszahlerinnen sting bis auf 500. Zur internationalen Frauenkonferenz wurde die Genossin Grünberg entsendet. Kapitel 24. Wiedererweckung und Aufschwung der Gewerkschaftsbewegung. Seite 207 Die gewerkschaftliche Bewegung der Arbeiterinnen kam nur langsam vorwärts. Erst als in den letzten Jahren in der Person der Genossin Grünberg eine Arbeitersekretärin angestellt und ihr dieses Gebiet zugewiesen wurde, nahm die Bewegung ein etwas rascheres Tempo an. Von den 22 000 Arbeiterinnen, die in Nürnberg Lohnarbeit verrichten, sind Ende des Jahres 1907 5264 gewerkschaftlich Organisiert gewesen. Um die Aufklärung der Arbeiterinnen durch Berufskolleginnen selbst erfolgen zu lassen, würde im vorigen Jahre der Versuch gemacht, Arbeieterinnen für die Agitation heranzubilden durch die Errichtung gewerkschaftlicher Unterrichtskurse, die von der Genossin Grünberg geleitet wurden. Diese Aufklärungsarbeit suchte der Magistrat zu hintertreiben, indem er die Kurse für eine Lehranstalt" erklärte, die konzessionspflichtig sei. Ald die Leiterin der Kurse sich weigerte, um die Konzession nachzusuchen, wurde sie zur Anzeige gebracht. Die grosse Aktion endete mit einer Blamage des Magistrats, die Genossin Grünberg wurde vom Schöffengericht freigesprochen. Kapitel 24. Sihe oben. Seite 212/213.- erst von 1903 ab ist wieder ein erheblicher Aufschwung zu verzeichnen, in 48 Organisationen waren 13 286 männliche und 1 182 weibliche Arbeiter organisiert. Die nächsten Janse brachten ein sprunghaftes Emporsonellen der Mitgliederzahlen. 1904 53 Organisationen 17 805männliche 1 589 weibliche Mitglieder 1905 52 " 1906 46 1907 47 24 107, 2 582 27 650 ,, 4 779 32 618 ,, 5 264 " Beilige 3 Auszug aus dem Jahresberichtdes Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes 1921-1926. Kapitel Mitgliederbewegung, Seite 66. Unsere Genossin Helene Grünberg musste im Jahre 1924 wegen a Krankheit in Ruhestand treten. Beilage 1. Auszug aus dem 11. Jahresbericht des Arbeitersekretariats Nürnberg für 1905. Kapitel: Gewerkscaftskartell, Seite 97. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass eine allgemeine Agitation unter den hier beschäftigten Arbeiterinnen durch eine Referentin vorzunehmen eine dringende Notwendigkeit wäre, und sich die AnStellung einer geeigneten Person empfehlen dürfte. Die Aufsichtsstelle des Arbeitersekretarisats, die zuerst beschlossen hatte, einen weiteren Sekretär anzustellen, entsprach dem Wunsche des Gewerkschaftskartells und wurde nach vorhergegangener Ausschreibung Frl. Helene Grünberg aus Berlin angestellt. Die Hauptaufgabe derselben soll eine umfangreich Agitation unter den Arbeiterinnen sein, ferner hat die Seketärin die Kassengeschäfte des Kartells mit zu erledigen. Frl. Grünberg hat am 1. Juli ihre Tätigkeit begonnen und hoffen wir, dass es derselben geliggen wird, recht viele Arbeiterinnen den einzelnen Organisationen zuzuführen. Gleiche Stelle. Bericht der Aufsichtsstelle, Seite 103. ------ Durch die sich fortwährend mehrende Arbeit wurde die Anstellung einer weiteren Arbeitskraft notwendig. In einer gi Sitzung nb der Aufsichtsstelle stellten die Sekretäre den Antrag, einen weiteren Sekretär anzustellen, weil sie nicht mehr in der Lage sind, die anfallenden Arbeiten in zweckentsprechender Weise zu erledigen. Dieser Antrag wurde in einer Sitzung des Gewerkschaftskartells behandelt und entgegen dem Antrag der Aufsichtsstelle beschlossen, eine Sekretärin anzustellen. Dieser anzustellenden Sekretärin soll hauptsächlich die Agitation unter den Arbeiterinnen, sowie die Erledigung der Kassengeschäfte des Gewerkscaftskartells obliegen. Die Aufsichtsstelle führte in Verbindung mit der Vorstandschaft des Gewerkschaftskrtells diesen Beschluss aus und schrieb die Besetzung in der Fränkischen Tagespost" im Vorwärts" im Correspondenzblatt der Generalkommmission" und in der Gleichheit" aus. Auf die Ausschreibung sind 7 Bewerbzngeh eingegangen. Von den Bewerberinnen wurde Frl. Grünberg als Sekretärin ausgewählt und angeatellt. Die Anstellung erfolgte ab 1. Juli mit dreimonatlicher Probezeit, nach deren Ablauf die Anstellung auf Grund eines Dientsvertrages erfolgt, der den für die Sekretäre geltenden Verträgen angepasst ist. Diese Neuerung in unsrem Sekretariat hat ein weiteres Spezifisches Arbeitsfeld geschaffen, wodurch die Arbeitskraft einer Sekretärin nicht nur vollständig in Anspruch genommen wird, sondern auch zeitweise nicht ausreicht, so dass die Sekretäre nach wie vor mit Arbeit überlasstet sind. 動 XXXXXXXXXXXX Gertrud Hanna ( 1876 - 1944) Im" Internationalen Handbuch des Gewerkschaftswesens" ist zu lesen: Hanna, Gertrud, Mitglied des Preussischen Landtages, Leiterin des " Zentral- Arbeiterinnen- Sekretariats" im" Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund", wurde am 22. Juni 1876 in Berlin geboren.Sie wurde nach dem Schulbesuch Buchdruckereihilfsarbeiterin und schloss sich dem freigewerkschaftlichen Verband dieser Arbeiterinnen an, der sie bereits als" Einundzwanzigjährige" in seinen Hauptvorstand wählte. 1907 wurde sie dann die erste besoldete" Sekretärin des Arbeiterinnenkomitee's", das von den Gewerkschaften ins Leben gerufen worden war. Als solche berichtet sie auf vielen Gewerkschaftskongressen. Stets fand sie durch die anmutige Sachlichkeit ihres Auftre tens die Aufmerksamkeit der weit überwiegend aus Männern bestehenden Spitzenverbandstagungen. Seit 1916 war ihr die Schriftleitung der" Gewerkschaftlichen Frauenzeitung" übertragen und nach dem Kriege wurde sie Preussische Landtagsabgeordnete der" Sozialdemokratischen Partei. von menschlichem Verkehr Was für ein Mensch war Gertrud Hanna? Sie neigte zur Schwermut, war stets in Gefahr sich an die Einsamkeit zu te abzu sonderne verkriechem Die Arbeit für die Allgemeinheit brachte sie in dauernden, ununterbrochenen Kontakt mit geistig lebhaften Menschen und bewahrte sie lange vor diesem Versinken in die Dabei konnte sie aber auch vor der Gefahr in die Einsamkeit, zu versinker. recht( eberstroh sein, wobei sie eing the in tert stobe: sie einen ✓ ✓ Die moderne psychologische Wissenfeinen, klugen Humor entwickelte. schaft lehrt ung, dass sentimme, beunruhigende Erlebnisse der Kindheit, ein ganzes Menschleben beschatten können. Das wurde mir bei Gertrud Hanna iband Middet recht deutlich bewusst. Nicht jeder Beobachter konnte das wek sehen. Aber- wenn sie einmal in einer vertrauten Stunde einen Blick ✓ tief/ in ihr Inneres gestattete, war Max/ erschuttern. Bei der Zurückhaltung und Sprödigkeit ihrer Natur war das ein sehr seltener Vorgang, der aber dadesto durch nur umso, stärker und nachhaltiger wirkte.Man vergass es nie wieder. Die Mutter von Gertrud war unter einem bösen und harten Schicksal in Armut und Sorge- selber sehr hart geworden, viel zu hart für ein besonders weiches und liebebedürftiges Kind, dass die Lieblosigkeit viel stärker noch als den leiblichen Hunger empfand, unter dem die Familie ständig litt. Die Mutter liess die Kinder entgelten, was das Schicksal ihr auferlegt hatte. Vom Vater sprach Gertrud wenig, ihr Erinnerungsbild schien von ihm nicht viel bewahrt zu haben. Es scheint aber auch nichts dagewesen zu sein, was sich dem Kindergemut als besonderes Unrecht eingeprägt hatte. - Früh, sehr früh geht es in die Erwerbsarbeit, mit 14 Jahren ist Gertrud Buchdruckereihilfsarbeiterin. Und sehr bald wird sie auch von dem gewaltigen Strom erfasst, der die Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse dieser Zeit 2 so stark (* XX**** anzog. Das Wort" Sozialismus" SO wirkte wie ein strahlendes Licht und die Bestrebungen der Gewerkschaften, die sich so bewusst der am meisten ausgebeuteten Schichten der arbeitenden Bevölkerung anjungen Mädchen ༠༡ ་ nahm, stiessen bei dem ernsthaften und intelligenten panen auf grösste Empfänglichkeit. Das Charakteristikum von Gertrud Hanna war: Klugheit, Zurückhaltung, Fleiss, ( eingangs ( bei Frauen nicht zu häufig zu findende eine grosse Sachlichkeit neben Bescheidenheit und Gründlichkeit. Das erwähnte" Arbeiterinnenkomitee" war schon frühzeitig von der" Generalkommission der Gewerkschaften" bestätigt worden. Es war aus der Initiative von bewussten Berliner Arbeiterinnen hervor gegangen. Der vierte Kongress der wonach Gewerkschaften in Stuttgart( 1902) hatte einen Antrag angenommen, die Bildung einer besonderen, aus Frauen bestehenden Agitationskommission gewünscht wurde, die unter der Aufsicht und Förderung der Generalkommission arbeiten sollte. In seinem Rechenschaftsbericht an den nächsten Kongress 1905 in Köln, konnte der Vorsitzende der Generalkommission der Gewrkschaften, Carl Legien, berichten: wir haben an habe die Agitation unter den Arbeiterinnen dadurch zu fördern geglaubt, dass wat einem" Frauenagitationskomitee", dass sich in Berlin aus- seit vielen Jahren in der gewerkschaftlichen Agitation tätigen Frauen gebildet hate- einen Raum in den Büroräumen der Generalkommission zur Verfügung stellten " Dieses Komitee, sozusagen in der Stille wirkend, machte sich aber doch schon auf diesem Kongress und in der Folge kräftig bemerkbar. Seine Anregungen wurden stets berücksichtigt. Dass ihm seine Existenz in dieser dunklen Zeit, unter den Fittichen der Gewerkschaften ermöglicht wurde, ist ein gutes Zeugnnis für den fortschrittlichen Geist und die Einsicht der leitenden Männer. 1907 So konnte Gertrud bei der Uebernahme des Sekretariats schon an eine Tradition anknüpfen, als die Zeit für eine freigestellte, besoldete Kraft, die sich ; der Arbeit widmen konnte, gekommen war. Ihr kam auch tast eines Jahrzehnt praktischer Arbeit und Erfahrung zugute, die sie an der Spitze des" Verbandes der Buchdruckereihilfsarbeiterinnen" hatte sammeln können. So war sie von frühester Jugend her in diese Arbeit hineingewachsen.- Wenn wir ihr so oft auf den sozialdemokratischen Parteitagen und Frauenkonferenzen begegnen, so lag das-neben der grossen Anerkennung, die sie überall genossauch an der Eigenart der proletarischen Frauenbewegung in ihrer Frühzeit. ( Von der Mitte der sechziger Jahre bis zum Beginn des XX. Jahrhunderts.) Die nun ganz 3. Frauen der Arbeiterklasse lernten es zwar bald zwischen Partei und Gewerkschaften zu unterscheiden, aber es wurde aus der Sache heraus- selbstver( standig wachsende ständlich, dass man" Hand in Hand" miteinander arbeitete.Die) Frauenerwerbsadie Ursache und aber auch arbeit war der treibende Motor für die Frauenbewegung.Aus ihr erwuchsen die umfangreichen, sozialen Probleme, mit denen die Gewerkschaften täglich in Berührung kamen, die aber auch der Sozialdemokratie die starken Motive für ihre Forderungen an die Gesetzgebung gaben und sie auch veranlasste das politische Bewusstsein der Frauen dauernd zu stärken und zu schulen. Die Notwendigkeit zur Verständigung beider Flügel der Arbeiterbewegung-besonders auf dem sozialpolitischen Gebiet- ergab sich von selbst. Durch diese ( auch später immer Schule war Gertrud Hanna gegangen, ihre Tradition war deutlich an ihr bei allem was sie tat und s spürbar, So war es selbstverständlich, dass sie sich niemals besagte. sonnen hat, wenn sie gebeten wurde, der sozialdemokratischen Frauenbewegung mit ihrem Wissen, mit ihrer Erfahrung, mit ihrem Einfluss zu nutzen. Und wir vergassen niemals sie um Rat und Hilfe zu bitten, wenn es galt der Frauenbewegung auf breiter Ebene zu dienen. So standen wir kurz vor dem Ende des Krieges( 1914-18) zusammen in den Sophiensälen in Berlin, in jener, viel zu wenig im Bewusstsein gebliebenen Kundgebung der Frauen aller Richtungen, in der sie alle- endlich ganz entschlossen und infolgedessen geschlossen- für die volle, politische Gleichberechtigung eintraten. Das Gewicht der Vertreterin des Arbeiterinnensekretariats, mit dem Generalkommission der freien deutschen Gewerkschaften im Rücken, wurde von den Vertreterinnen der bürgerlichen Verbände sichtlich stark empfunden und sehr begrüsst. Dieser Kundgebung vor der Oeffentlichkeit war einige Tage vorher ein Brief dieser Frauen aller Richtungen an den Reichskanzer und seinen Vertreter voraufgegangen, an dem auch Gertrud für das Frauensekretariat mitgearbeitet und den sie unterzeichnet hatte. Darin wurde die Notwendigkeit des allgemeinen und gleichen Frauenstimmrechtes begründet und um eine Unterredung nachgesucht. ▪ ༡ ང zeit während des Krieges( gewesen. Sie Reichhaltig war die Arbeit Gertruds ( bei der Vorbereitung der Arbeit sozialdemokratischer Frauen und i" de bewerkschaften mit wirkte in dieser im" Ausschuss für Frauenarbeit während des Krieges". Sowie .Als es der damaligen Reichsregierung klar wurde, dass ein starker Fraueneinsatz in der Kriegsindustrie nicht so einfach möglich war, war Dr.Marie hatte man eine Frau Frau, ( Elisabeth Luders war det vom Kriegsamt als Referentin für diese Fragen berufen worden. Bei aller akademischen Bildung hätte sie ohne die sachkundige Hilfe Soloken von Frauen wie Gertrud, ihre Aufgabe nicht lösen können. Die Arbeit in der Kriegsindustrie zwang ja die Frauen nicht in der Nacht and nur tagsübertam gleichen Ort aus ihrem Hause heraus.Sie mussten zum Teil am dritten Ort arbeiten, diese Möglichkeiten waren nur durch umfassende soziale Massnahmen zu schaffen. Die Familien( Kinder, Alte) mussten versorgt werden, die Frage des Schutzes keimenden Lebens und die Sorge für die Mutter / in der Regierung/ rückte den Herren, denen die Notwendigkeit der Lösung dieser Fragen bisher / witterte/ so weltenfern laget, bedenklich nahe. Ihr reaktionärer Instinkt 1 hinter den Augenblicksmassnahmen sehr wohl die sozialpolitische Forderung der Zukunft, gegen die sie sich- ach so gern- abschliessen wollten. - 1916, als die politischen Meinungsverschiedenheiten zur Frage der Kriegskredamalize dite auch die Frauen stark ergriffen hatten und die" Gleichheit" von vielen Frauen nicht mehr akzeptiert wurde, wurde die" Gewerkschaftliche Frauenzeitung" gegründet. Bis dahin war das Blatt der sozialistischen Frauenbewegung, dass die vielseitigen Erscheinungen der Frauenerwerbsarbeit geschickt und ständig behandelt hatte, von den gewerkschaftlich organisierten Frauen gern gelesen worden. Nun aber wurde der Ruf nach einer" eigenen" Frauenzeitung recht dringend. - dazu beauftragt – Gertrud Vredigierte diese neue Zeitung. Jede Nummer war eine gedigene Leistung A brachte eine Fülle von Nachrichten, von Betrachtungen über alle, mit der Frauenerwerbsarbeit zusammenhängenden Probleme und kam zu Schlussfolgerungen, die sich auch zu Forderungen verdichteten oder doch den Weg dahin wiesen. Alles war hieb- und stichfest, sodass man sich immer darauf verlassen konnte. 1917, als in den Räumen des Parteivorstandes in Berlin eine ausserordentliche Frauenkonferens tagte, sprach Gertrud Hanna zu den fünfzig, aus allen Teilen des Reiches kommenden Frauen über" Frauenarbeit und Krieg". Der Weltkrieg tobte noch, sein Ende war noch nicht zu sehen. Es galt in dieser Konferenz, die durcheinander- 2 geschüttelte, sozialdemokratische Frauenbewegung wieder zusammen zu fassen, sich auf einem sachlichen Boden stand behandelte. zu finden und die Weiterarbeit zu organisieren. Kurz vorher war im Verlag für Sozialwissenschaft eine kleine, gediegene Broschüre von Gertrud Hanna erschienen, die den gleichen GegenFriedrich Ebert, damals Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei, hat mir- bei der Vorbesprechung über die Abhaltung einer Frauenkonferenz, geraten hat, Gertrud um dieses Referat zu bitten. Ihre sachlich gute Betrachtung aller Realitäten des damaligen Frauenlebens, so ruhig und en bestimmten auch Sn sverordnun Und die Demobil machuu. die a s su 12 Zweiblicher Arbe ( klar vorgetragen, trug sehr viel zum Gelingen unserer Absichten bei.- So war es selbstverständlich, dass der Parteivorstand später gerne unseren Vorersten schlag akzeptierte, auch auf der Frauenkonferenz, nach dem Kriege( 1919 in Weimar) , Gertrud über" Frauenarbeit und Frauenschutz" sprechen zu lassen. Wie ich auch in diesem Zusammenhang betonen will, dass sich Gertrud bei den Mitgliedern des Sozialdemokratischen Parteivorstandes uneingeschränkter Achtung und Anerkennung erfreuen konnte. Ob ihr das jemals so ganz zum tür Bewusstsein gekommen ist? Ich weiss es nicht. Doch das, worum es uns auf dieser Frauenkonferenz ging, war Gertrud die rechte Persönlichkeit: Die Situation der Frauen, die auf Erwerb angewiesen waren, war in der Demobilisierungspehatte riode sehr kompliziert und verwicket. Hatte man während des Krieges die hinein gezogen, hatte Frauen mit allen Mitteln in die Erwerbsarbeit Man ihnen die Arbeit gewissermassen zur vaterländischen Pflicht gemacht. Nun wurde es ihnen, als im allgemeinen Interesse liegend, dringend empfohlen, den Arbeitsplatz wieder zu verlassen, um den heimkehrenden Männern Platz zu natürlich viele eigenen machen. Soweit sich das mit den Möglichkeiten deckte, waren die Frauen auch froh, sich endlich wieder ihrem Zuhause widmen zu können, sie hatten unter Nielen Frauens der dreifachen Belastung schwer genug gelitten. Aber kee Have Lage ihre wirtschaftlidie Lage erlaubte es vielen Frauen nicht, vom Arbeitsmarkt zurückzutreten. Die allgemeine Verarmung war zu gross, naturgemäss strebteh die Familien wieder in den Status des Lebens zurück, der vor dem Kriege da war, ganz abgesehen von den Kriegerwittwen, den Frauen der Invaliden und Kranken, den unverheirateten Frauen, die alle auf Arbeit angewiesen waren. Bei vielen Frauen waren auch die jahrelangen/ psychologischen Wirkungen der/ wirtschaftlichen Selbständigkeit nicht ausgeblieben.-- Die aufgeblasene Kriegswirtschaft aber war nun plötzlich zusammen geschrumpft, der Neuaufbau der Wirtschaft konnte nicht so schnell folgen, die Kriegsteilnehmer waren zurück geströmt und verlangten- mit Recht- ihre viele མལ alten Arbeitsplätze, kurzum, die Frauentaus inneren und Ausseren Gründen дедек auf Arbeit angewiesen, standen mitten im Konkurrenz kampf und fühlten sich wie auf einem Schachbrett als Figuren hin- und hergeschoben. Der Begriff des Zu all dem " Rechtes auf Arbeit" war allgemein noch nicht so anerkannt. Dazu kam die dringende Notwendigkeit, den Schutz der Arbeit für die Frauen auszubauen und gesetzlich zu befestigen.--Das alles war Grund genug, grade Gertrud Hanna 6₁ um dieses Referat zu bitten. Was an Klarheit zu gewinnen möglich war, das hat sie uns gegeben, wir konnten mit ihr und untereinander diskutieren und das schwierige Problem mit neuer Kraft angehen. ( 1922)/ In Hamburg( Internationaler Sozialistischer Arbeiterkongress) fanden sich auch die Frauen wieder auf der Internationalen Basis zusammen. Wir baten Gertrud, dem Komitee beizutreten.- Im Sommer 1927 hatte ich die / gewerkschaftlichen Freude als Gast an einer internationalen/ Frauenkoferenz in Paris teilnehmen zu können, sie war der Vorläufer des grossen Int.Gewerkschaftskongresses.Gertrud hielt das Referat über:" Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Frauenerwerbsarbeit." Klar, sachlich, beleuchtete sie das Inzwischen hatten sich manches gedanklich geklärt und Ideen befestigt. ganze Problem. Sie fürchtete sich nicht auch Dinge zu sagen, die der eine oder andere nicht so gerne hören mochte Weil sie es in ihrer klugen, Hanna auch sachlichen Art sagte, nahm niemand daran Anstoss, und es war unwiderlegbay. Meisterhaft abgefasste Leitsätze lagen dem Referat zugrunde. Die dazu gehörende Resolution wurde später vom Kongress zu seinem Beschluss gemacht. Wir müssen wissen, dass hinter so einem gediegenen Referat schon eine Lebensleistung stand. Nicht nur die fleissige Arbeit von ein paar Stunden, nicht eines Tages, nicht einer Nacht. Man fühlte dass dahinter ein Leben stand, in dem, neben der natürlichen Klugheit, der Fleiss, die Erfahrung, die ständige Selbstüberprüfung dauernd zusammen gewirkt hatten. Ueberall stossen wir beim Nachlesen von Gertruds Vorträgen und Artikeln auf die Spuren dieser Intensität. Das Problem der" Doppelverdiener" RRE. machte ebenso/ den Gewerkschaften, und/ der Partei bei ihrem parlamentarischen Arbeiten aber auch in der Presse viel zu schaffen. Der Begriff wurde-oft vollkommen falsch- Überall dort angewendet, wo es den Gegnern, den Ministerien den anderen amtlichen Stellen in ihr Rezept passte. In der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes" Die Arbeit" und an anderen Stellen, führte Gertrud alles auf den richtigen Nenner zurück. Sie wurde den Frauen volkswirtschaftlich, sozial und auch psychologisch gerecht. Wir schrieben das Jahr 1931. Die Wirtschaftskrise wütete und warf die arbeitenden Menschen aufs Pflaster. Gertrud schreibt: 4 ... Es ist selbstverständlich, dass in einer Zeit, in der etwa 16 von 100 der 1925 als erwerbstätig gezählten Menschen arbeitslos sind und ein anderer, erheblicher Teil nicht voll beschäftigt ist, nach 7. Mitteln und Wegen gesucht wird, um die Arbeitslosigkeit enzuschränken......' In sorgfältiger Sucharbeit ging sie dann allen Aeusserungen von Personen und Organisationen aller Schattierungen zu dieser Frage nach, befasste sich nachdenklich und kritisch damit, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass die Menschen sich von solcher Art Kampf gegen eine Personengruppe( nämlich die verheirateten Frauen) deren Mitglie- der von wenigen Ausnahmen abgesehen, zwangsläufig erwerbstätig Beien sind, endlich freimachen sollten. Sie sagte: " Der Kampf gegen die Erwerbsarbeit der verheirateten Frau ist undurchdacht, unzweckmässig und unsozial. Es muss bei allen, die ihn objektiv verfolgen, das bedrückende Gefühl auslösen, dass hier Energie verschwendet wird, die einer besseren Sache würdig wäre" wiecler einma al Es beschäftigt sie( 1927) die" Open Door- Bewegung". Es sind- von wenigen Ausnahmen abgesehen- Frauen aus höherer Lebens- und Bildungsschicht, die aber Einfluss haben, die, ihrer persönlichen Situation entsprechend und dem Zuge der Zeit folgend, sich im öffentlichen Leben und im Beruf die eine Position und auch einen Lebensinhalt suchten. Was für sie- im freien standen, das Variationer. geistigen Beruf- damals nicht akut war( der gesetzliche Ausbau des Arbeiterinnenschutzes) werallgemeinerten sie und übertrugen diesen Ansicht auf die gesamte Frauenerwerbsarbeit:" Kein besonderer sozialpoltischer Schutz für Frauen, weil dass den Anspruch auf Gleichberechtigung vermindert oder zerstört"! So lautete es in allen Tonarten. So wurde es mit der ganzen Kraft einer geschulten Dialektik vertreten. Und es war ein Ver-gnügen zu beobachten und nachzulesen, wie Gertrud, die aus den armsten Wissen/ Schichten hervorgegangene Frau, die sich alles/ autodidaktisch hatte erwerben müssen, mit dieser ganzen Argumentation fertig ward nicht demagogisch, sondern in ernstem Arbeiten und Durchdenken des Problems. Sachlich würdigt sie auch die Arbeit Anderer, wenn sie z. B. ein Buch von Helene Simon über" Kinderarbeit auf dem Lande" bespricht, Man merkt, dass ein sachkundiger Mensch dieser Arbeit gerecht wird. So kann es nur jemand tun, der um die Dingen weiss mit Liebe und Sachkunde urteilt. Oder es ist das damals akute Thema der" Fabrikpflege" wir sind erstaunt über den klaren Blick, die Unbestechlichkeit und die Nüchternheit, die sie sich in ihrer Arbeit und Verantwortlichkeit erworben hat. und - 8. In der Zeitschrift" Die Arbeiterwohlfahrt" hat sich Gertrud über die sozialen Probleme der verschiedensten Art sachkundig geäussert. Auf einer / bevölkerungspolitischen/ Tagung der" Arbeiterwohlfahrt",( September 1926) teilte sich Gertrud mit Dr. Julius Moses in der Behandlung des Themas:" Schutz der schwangeren Arbeiterin im Betriebe". Sie gab dort als Gewerkschaftlerin, als Berufsfrau für ihre Schwestern die Ergänzung zu dem, was der Arzt über diese Frage sagen konnte: " Aber selbst die Aussicht, dass tatsächlich den Frauen die Gelegenheiten zur Erwerbung des Lebensunterhalts durch besondere Schutzbestimmungen für Frauen beschränkt werden, darf uns nicht abhalten, für wirksameren Frauenschutz, als wir ihn heute haben, einzutreten. Unsere Bestrebungen... müssen Hand in Hand gehen mit der Propaganda auf andere Bewertung der Mutterschaftsleistung durch Staat und Gesellschaft.... Versprechen Sie sich aber nichts von den Forderungen auf Verbot der Arbeit von Frauen an Maschinen... die Gesundheitsstörungen erwarten lassen, die jetzt so oft laut werden..... Die Forderung" Befreit die schwangere Frau von der Erwerbsarbeit", die von Aerzten ausgesprochen worden ist, darf bei der Uebertragung auf die Praxis nicht lauten:" Nehmt den verheirateten oder auch nur den schwangeren Frauen, die auf Erwerbsarbeit angewiesen sind, die Gelegenheit hierzu in den Betrieben, ohne ihr ein angemessenes Existenzminimum zu sichern". Gertrud Hanna gekannt zu haben, ist, neben der glückhaften, eine sehr schmerzschien bis vor kurzer Zeit liche Erinnerung. Niemand scheint um ihre letzte Lebenszeit, um ihre letzte ( ganz Stunde etwas Sicheres zu wissen. Der Nationalsozialismus nahm ihr die Möglichkeit zu arbeiten. Nahm ihr die Existenz. Ein Menschenleben, das so wenig für sich, immer für Andere da war, soll für uns, die wir sie liebten und Nack Langen Nag schätzten, so spurlos untergegangen sein? Es heisst dass ste in den Freitod gegangen sei Das kehrt in allen, sonst vägen und ungenauen Angaben mit aller Bestimmtheit wieder. Sie habe sich mühselig mit Flickarbeit durchgeschlagen, so heisst es.Ob sie mit" Verhören" gequält wurde, wie so viele unserer Freunde, wir wissen es nicht. Auch nicht das Jahr und die Art ihres Todes.Die unselige Teilung Berlins macht uns nicht einmal die Eintragungen des Einwohnermeldeamtes zugänglich. Uns bleibt das quälende Bewusstsein, dass diese- schon an sich zur Einsamkeit hingezogene- Frau in ihrer letzten Lebensnot entsetzlich Am Die van Gertrud Hanna, einsam und verlassen gewesen sein muss ihre Lebensleistung ar trägt der M heutigen und künftigen Frauengeneration die goldenen Früchte. 8a Nachlangen muhevollen Nachforschungen ist es dem Freunden gelungen, fest zustellen, dass Gertrud, zusammen mit ihrer schwester: Andernie am 26.2.44. den Freitod gesachet und gefunden hat. Es netten war Hitter noch zwei Schwester von Gertrud Haana egistiert. Sie hatten zu Be- ginn der Hitlerreich in ihrer Wohnung einer Selbst nordversach anderer men, wobei eine der Schwesiern starb. Mit der überlebenden Schwester lebte nur Gertrud zusammen in Berlin Haselhorst. Sie schlugen sich mühselt und Flickarbeiden durch. Wie es scheinig hat man Gertruf auch noch mit "Verhören" gewaald, jedenfalls hat man sie auch von gezwunen im der"Nationalsovialistischen Vollkommen" (N3g) zu arbeidem. Das alles scheind sie reit gemacht zu haben, und ihrem nach mehr dafür prädestinierung schwester Antonie diesen letzten Schritt zu tun. z"dück ʒ" Seite 8 L'idéritateur Interessationales Basis des Gewerkschafts- Wesen St Verla, das benanntlich, wiss ich noch bewerkschaften Deutschlands Emma I hier:"Die Arbeiterin im Klass von Haap;"Verlas der Gouverneurung miss, daß das G. B. wird schächten Deutschland. Haselung Paul Bartel: Haadbuch des deutschem Gewerk schädtskongresse, Verlag Rudem und Ca, Dresden! Paul Umbreid, 25 Jahre Deutscher Gewerk schaftsbewegung, Verlag der General- kommission Neutscher Gerichtschaften Berlin 191 Karl Zwing, Geschichte der deutschen bewerkschaften Verlagstückhandlung Jema Anna Blas! Die Frauenfrai im lichte das Sarialismus Verlag Kadem und Ca, Drisder Pedrückler Antrag von Eistrud Haaua, gehalden auf der Iad, Frauen kaufweg 1927, in Paris des ArbeiteswohlzeichProtokoll der Tagung; Sozialismus und Bevolkerungspolitik. 1926 in (Haaptausschuss für Arbeiterweil) Jena. gehoben Abschrift VIII- LK. 23. Juni 1952. Internationales Handwörterbuch des Gewerkschaftswesens G- K. IHRER, Emma, war die erste Führerin der freigewerkschaftlichen Arbeiterinnen. Sie gehörte der General kommission der Gewerkschaften von deren Gründung bis zum Halberstädter Kongreß an( 1890 bis 1892) und starb 1911 in Berlin. Emma Ihrer genoß das persönliche Vertrauen von Carl Legien( vgl. diesen Art.) in einem bei dessen zurückhaltender Natur seltenen Maße und übte dadurch auf die deutsche Gewerkschaftsbewegung großen Einfluß aus, der ebenso auf ihrer Klugheit wie ihrem Eifer für die gewerkschaftliche Sache und auf der Wärme ihres ganzen Wesens beruhte. Redaktion -1.Vortrag über Emma Ihrer À von Marie Juchacz Emma Ihrer, 1857geboren, kam aus Schlesien, aus kleinburgedichem Milieu. Klug, Man, bildungshungrig, warmherzig, kam die 24 jahrige als junge Frau nach Berlin. Zwei Jahre vorher war das Sozialistengesetz in Kraft getreten, es galt der Bekämpfung der Sozialdemokratie. Dieses Ausnahmegesetz brachte in zwölf Jahren für die Verfolgten viele Jahre Gefängnis, Ausweisungen, menschliche Aechtung.Man setzte Arbeiter auf die schwarzen Listen, machte sie brotlos, wenn sie sozialistische Ideen zeigten. Es ist nicht anzunehmen, dass Emma Ihrer das 1880 schon so gewusst hat.XXXXX Erfahren hat sie es bald.-- Und das preussische Vereinsrecht() verbot " Frauenspersonen" das Recht des politischen Zusammenschlusses.Was Politik M bestimmte jeweils die Polizei. war, Es Es war eine gärende Zeit. Die Erwerbsarbeit der Frauen wuchs.Dadurch entstanden Zeitprobleme, die zu verstehen die Menschen erst lernen mussten. Wir können an Emma Ihrer nicht vorbei gehen.Auch nicht am Siegeszug der mechanisch arbeitenden Maschine, die erst die Anwendung williger- leider auch billiger- Frauen- und Kinderhände möglich machte.Von einer Gewerbezählung zur anderen wuchs die Zahl der Fabrikarbeiterinnen. Für die aufmerksamen Frauen bedurfte es nicht erst statistischer Beweise, um die Lage der Frauen zu erfassen.Emma Ihrer gehörte zu dieser Frauenschicht.Mit ihrem Wachsein für Zeiterscheinungen und Menschennot, mit ihrem Verständnis für Arbeiter- und Frauenfragen, aktiv, einfallsreich-- ohne persönlichen Ehrgeiz-stand sie bald im Mittelpunkt eines wichtigen Teiles der Frauenbewegung. Sie erregte auch A die Aufmerksamkeit führender, gewerkschaftlicher Kreise. Aber zuerst einmal beteiligte sie sich-1881- an der Gründung eines Frauenvereins, der noch die Zeichen eines dilettierenden Versuchs aufwies.Ehrliche, kämpferische Demokratinnen, die auch die Entwicklung der Frauenlohnarbeit beobachtet hatten, veröffentlichten statistisches Material über krasse Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft, erlissen Aufrufe an Frauen, veranstalteten Versammlungen.Es kam- in Berlin- zur Vereinsgründung.Man nannte sich: " Frauenhilfsverein für Handarbeiterinnen". Emma Ihrer gehörte zum Vorstand. Bezeichnend ist, dass schon im Namen ausgedrückt wurde, dass man keine Amma Ihrer -2Fabrikarbeiterinnen aufnehmen wollte.Grund? Die allgemeine Meinung, auch wohlwollender Menschen- war, dass Fabrikarbeit für Frauen eigentlich verboten werden müsste. Man hatte die innere Gesetzmässigkeit der Entwicklung noch nicht begriffen. Das Programm des Vereins versprach den Mitgliedern: materielle und geistige Förderung, Wahrnehmung der Berufsinteressen, Darlehen in Notfallen, Unterstützung bei Erwerbsunfähigkeit, einen unentgeltlichen Arbeitsnachweis die Errichtung einer Bücherei und Lesehalle, Arbeitsstuben und ein Speisehaus mit einer Kochschule. Man beschloss die Aufnahme ausserordentlicher Um den Frauen den Besuch öffentMitglieder mit höherem Jahresbeitrag. licher Lokale zu ersparen, bemühte man sich um Schulräume.Der zuständige Schulrat antwortete:" Für solche Frauenzimmer sind die Räume nicht da!" Der Verein wurde nicht stark. Die Arbeiterinnen waren misstrauisch.Es roch nach Wohltätigkeit. Es war gut gemeint.Aber die Atmosphäre liess nicht zu, dass sich die Anteilnahme der Mitglieder an den Aufgaben entwickelte. Von diesem gescheiterten Versuch blieb- als Gewinn- ein Hauflein unentwegter Frauen, die an den Erfahrungen gelernt hatten. Es fanden sich eine Anzahl tatkräftiger/ XANAX Frauen dazu, mit Erfahrungen aller Art, sie kannten das bösartige Vereinsgesetz.Kein Wunder, dass sich die kritische Emma Ihrer, in der sich ein Bild der möglichen Arbeit unter Frauen und mit Frauen- geformt hatte, sich bald mit diesen Frauen zusammen fand. Hier erst noch eine Episode. 1883 hielt der Deutsche Kulturbund", nach dem Muster des englischen Bundes zur Hebung der Sittlichkeit Sffentliche Versammlungen ab. Das Thema?: Wie kann man die Sittlichkeit der Arbeiterinnen heben. Da hat die besagte Frauengruppe die gut besuchten Versammlungen dazu benutzt, um von den Hungerlöhnen der Arbeiterinnen- als Ursache der Prostitution- zu sprechen und dabei das Verhalten mancher Arbeitgeber zu geisseln, die die wirtschaftliche Abhängigkeit der Arbeiterinnen ausnutzten. Man sagte in den Versammlungen, dass die Arbeiterinnen durch organisierte Selbsthilfe ་ ་ ་་་ ཕལ ihre Situation verbessern Sie müssten in der Lage sein, sich gegen Zumutungen im Betrieb zur Wehr setzen zu können, ohne den Verlust ihrer Arbeit befürchten zu müssen. Die Prostitution sei eine Begleiterscheinung ungesunder Emma Ihrer -3-Zustände des Wirtschaftslebens. Wo es krank sei, solle man den Hebel zur Besserung ansetzen. Und Wenn Frauen wirtschaftlich selbständig sein müssten, könnten sie auch verlangen, vor dem Gesetz als selbständige Persönlichkeiten anerkannt zu werden. Es war das erste mal, dass eine Zahl bekannter Persönlichkeiten aus allen Parteirichtungen in der Oeffentlichkeit mit Frauen ernsthaft und sachlich diskutierten.--- Es wurden auch Witze gerissen. Manche Zeitungen machten sich darüber lustig, dass die Frauen sogar wählen wollten.Womöglich wollten sie nun bald in den Reichstag gewählt werden. Aber da wären doch schon" Scheuerfrauen" drin. / trat durch die Initiative Tem/__ 1885 WAXXXXXXXXXXXXXXXIEK von Emma Ihrer ein" Verein zur Vertretung der Interessn der Arbeiterinnen" ins Leben. Die erwähnten Erlebnisse hatten die Frauen so wach gemacht, dass die Mitgliederzahl in kurzer Zeit auf mehrere Tausend stieg. Als Aufgabe stellte man sich: Hebung der geistigen und materiellen Interessen der Mitglieder, Besserung der Lohnverhältnisse, gegenseitige Unterstützung bei Lohnstreitigkeiten, Aufklärung durch fachgewerbliche und wissenschaftliche Vorträge, Gründung XXXXX einer Bibliothek, Pflege der Kollegialität durch gesellige Zusammenkünfte, Errichtung eines Arbeitsnachweises. In anderen grösseren Städten entstanden gleichfalls Vereine. Der Hauptverein in Berlin entwickelte sich besonders gut.Da sauste das Fallbeil des preussischen Vereinsgesetzes herunter.Der Verein de ren wurde aufgelöst, die leitenden Frauen unter Anklage gestellt und bestraft. Waren Sie me so gefährlich geworden? Sie hatten mit einigen verständigen Arbeitgebern gute Vereinbarungen über Löhne getroffen. Sie wollten saubere Werkstätten, Waschvorrichtungen, andere hygienische Einrichtungen und hatten einiges erreicht.Sie wollten Schutz vor Schmutz, Staub und gewerblichen Giften. Deshalb forderten sie weibliche Fabriinspektion. Diese sollte sich aus den eigenen Reihen entwickeln, die Frauen wollten an der Auswahl beteiligt sein. Sie wollten den Schutz schulpflichtiger Kinder vor gewerblicher Ausbeutung.Sie bemühten sich- mit Erfolgin einer Petition( gegen den geplanten Garnzoll) zugunsten der Heimarbeiterinnen. Die Regierung kam sogar dem Wunsch nach einer Enquete nach, in der die Lott und Arbeitsbedingungen in der Afy Emma Ihrer -4-die Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Wäsche fabrikation und Konfektion untersucht wurden. Die Frauen machten dies- und viel mehr- in einer sachlichen und ruhigen Weise. Die Vereine in der Provinz wurden auch aufgelöst. Inzwischen wuchsen die Gewerkschaften XXX trotz Ausnahmegesetz. 1889 besuchte Emma Ihrer den Internationalen Arbeiterkongress in Paris, denselben, der den 1.Mai die Arbeitsruhe als würdigste Feier der Arbeiterbewegung beschloss.Hinterher machte Emma Ihrer den Vorschlag, die Frauen versuchsweise, wenn auch in losester Form wieder zu organisieren. Man wählte eine Agitationskommission, wenige Frauen, die aber nach einiger Zeit auch wieder der Auflösung verfiel. Vor Gericht wurde festgestellt, dass die Frauen " nichts Boses" getan hätten.Bestraft wurden sie doch. Bei der beklagten Emma Ihrer hatte man- bei einer Haussuchung- aus ihrer Korrespondenz festgesllt, dass sie die Bewegung der Frauen persönlich gefördert habe. L890 nach dem Fall des Sozialistengesetzes, wurde Emma Ihrer auf dem Gewerkschaftskongress in Berlin in die" Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands" gewählt, der sie bis zu ihrem Tode angehörte. Das war die Anerkennung für ihre Pionierarbeit. In der Folge besuchte sie alle Gewerkschafts- und viele Sozialistenkongresse.Ueberall wusste sie Kluges zu sagen, ihre Vorschläge wurden befolgt.Sie gründete 1890- unter persönlichen Opfern- eine Frauenzeitschrift:" Die Arbeiterin". Sie wusste die Männer von der Notwendigkeit zu überzeugen. Es wurde zweckmässig, die Zeitschift in Stuttgart herzustellen. Der Name wurde in" Gleichheit" umgeändert und sięgab die Redaktion an Frau Klara Zetkin ab. Sie selbst war an Berlin gebunden. Aber sie arbeitete weiter daran mit. Emma Ihrer starb 1911 mit 54 Jahren. Sie hat es noch erlebt, dass das rückständige Vereinsrecht durch das Reichsgesetz von 1908 abgelöst wurde. Das Frauenwahlrecht zu erleben, hat ihr das Schicksal versagt.-- Wenn Emma Ihrer eine Gegnerin des Zusammengehens aller Frauen gewesen ist sie hat das immer bekundet- so erklärt sich das aus dem geschichtlichen Werden der Arbeiterbewegung Deutschlands, aus ihrer harten Verfolgung, aus der Mentalixx die/ tät bestimmter Frauenschichten, e durch den Ablauf der Dinge geformt wurde. Die sozialistische Frauenbewegung hatte in dieser Entwicklung ihre besonderen Aufgaben.Die konnte sie am besten in der Anlehnung an die moderne Arbeiterbewegung erfüllen, deren Stärken Einsicht und guter Wille sie am besten als dée tatkräftigen Helfer auswies, die auch die Frauenfrage zur Menschheitsfrage erhoben. Marie Juchacz, Düsseldorf- Oberkassel, San Remostr.3 SUED WESTFUNK Frauenfunk Baden- Baden, Moltkestr.5 den 4.Dez.1951 Ihr Zeichen Wy/ La Zu Ihrem Brief vom 26.11.51 und meiner vorläufigen Antwort v.30.11.51 Sehr geehrte Frau van den Weyenbergh, ich sehe soeben, dass die Erfüllung Ihrer Bitte doch ein wenig schwierig ist, weil ich nicht weiss, wo Sie mit der Sendereihe beginnen wollen, d.h. wie weit Sie zurückgehen wollen. Bringen Sie unter den" Porträts z.B. Helene Lange, die( bürgerliche) Pionierin auf dem Gebiet der Frauenbildung und des Mädchenschulwesens( womit eigentlich die Frauenbewegung be- gann) so stehen Sie mitten in der Zeit, in der A1 der Kampf um Frauenrechte anfing, eine grössere Beachtung und Bedeutung zu gewinnen. Von sozialistischer Seite kämen aus dieser Zeit Klara Zetkin, Lily BraunGiżycki, Emma Ihrer, Ottilie Baader in Frage.( Noch einige andere, aber ich beschränke mich- bis Sie etwa einen weitergehenden Wunsch ässern würden. 3. Jan Emma Ihrer wurde 1857 in Gratz geboren. Sie gründete, z.T.mit eigenen Mitteln die erste sozialdemokratische Frauenzeitschrift,( 1890) sie erschien unter dem Namen" Die Arbeiterin". Sie selber stand vornehmlich in der Gewerkschaftsbewegung, wurde etwas später auch Mitglied der" Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands( damaliger Name der Spitzenorganisation der Gewerkschaften) 1891 übergab Emma Ihrer( weil man eine Arbeitsteilung vornehmen wollte, die Redaktion der Zeitung an Klara Zetkin. Von da ab erschien die Zeitung unter dem Namen" Gleichheit" Emma Ihrer arbeitete weiter jahrelang daran mit. 1898 gab sie eine grösse Broschüre heraus," Die Arbeiterin im Klassenkampf".Darin schildert sie u die vielen Bemühungen die Arbeiterfrauen in Vereinen zu organisieren, ein Bemühen, das unzählige male durch polizeiliche Verbote vereitelt wurde. Weiter verbreitet sie sich über die Gründe, die zu einer besonderen Orgaa. -2nisation der Arbeiter frauen führte, auch zu einer Gegnerschaft zu der" burgerlichen" Frauenbewegung. weiblichen Klara Zetkin redigierte die" Gleichheit" von 1891 bis 1915/16(?) Inzwischen war wegen der Kriegskreditfrage die Spaltung der Sozialdemokratischen Partei eingetreten. Klara Zetkin wurde schon um die Jahrhundertwende in eine Körperschaft der SPD gewählt( Kontrolkommissi was nur bei/ Binzelpersönlichkeiten möglich war.( Vereinsgesetze in den einzelnen Ländern, wie Preussen usw.) Sie war eine leidenschaftliche Kämpferin und geistreiche Frau. Klara Zetkin ging zu den Kommunisten war jahrelang( auf der Reichsliste gewähltes) Mitglied des deutschen Reichstages, einigemale Alterspräsidentin, lebte in den Zwischenzeiten meisten in Moskau. Lily Braun, geborene von Kretschmar, dann in erster Ehe mit dem Prof. Georg v.Gizicki verheiratet( er war Führer der Organisation" Ethische ( als Frau v.G.)/ Kultur", gegründet 1892 in Berlin) Lily Braun wirkte/ zuerst in der bürgerlichen Frauenbewegung mit.Als Lily Braun( in zweiter Ehe mit dem Schriftsteller Heinrich Braun verbunden) war sie in der Sozialistischen Frauenbewegung tätig auch in der Partei. Ihre Enttäuschungen über ihre Erfahrungen innerhalb der soz.Frauenbewegung legte sie in Romanform in" Memoiren einer Sozialistin nieder. Alle Namen darin sind fiktiv. Ihr bedeutendstes Buch ist( abgesehen von ihren Romanen und geschichtlich- kulturellen Schriften, die hier nicht interessieren) " Die Frauenfrage"( 1901, Leipzig, Verlag S.Hirzel) Lily Braun stand in Zentral-/ Gegensatz zu Klara Zetkin, Emma Ihrer, Ottilie Baader( damals Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands) Dieser Gegensatz bezog sich auf verschiedene sozialpoltische Forderungen( z.B.zum Mutterschutz) und auch auf die Zusammenarbeit mit den bürgerl.Frauenorganisationen, Ottilie Baader, wie schon erwähnt Zentralvertrauensperson der Genossinne Deutschlands. Diese Stellung ergab sich aus der vereinsgesetzlichen Regelung in Deutschland, dae i über Emma Ihrerauch einiges in" Gleichheit" Nr.5,1950 durch Frau Gotthelf zu haben. 3. die es den Frauen( allgemein) unmöglich machte, sich politisch zu organnisieren, sei es unter Frauen, sei es in pol.Parteien. Fie Polizeiliche Aufsicht über Vereine und ihre Tendenz, warkИ gegenüber den Arbeiterinner bedeutend strenger und rücksichtsloser, als bei den bürgerlichen Vereinen.( Mehrfach von bürgerl.Frauen bestätigt. Aus der Nationalversammlung nenne ich Ihnen von den 22 Sozialdemokratin nen( 3 davon bei der" Unabhängigen Sozialdemokratie) die folgenden: Anna Blos, Antonie Pfulf, Johanna Retze, Elisabeth Röhl, Elfriede Ryneck, Klara Bohm Schuch, Louise Zietz( USPD) und Lore Agnes, damals ebenseit der Vereinigung/ falls USPD, MAXXE/ wieder in der Sozialdemokratie Von den später in den Reichtag gewählten Frauen möchte ich Ihnen noch Anna Siemsen nennen. Hinweise auf Material /" Die Arbeiterin im Klassenk Emma Ihrer schrieb die auf Seite 1.erwähnte Broschüre/ die noch als ganz vergilbtes und brüchiges Exemplar in der Bücherei der SPD von Gross- Hamburg vorhanden ist. Ich selber habe mir einen Auszug daraus gemacht. Die Zeitschrift( Band 1.Die Arbeiterin, ist leider nicht mehr zu finden. Nach Ottilie Baader wurde Emma Ihrer 1890 in die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands gewählt, der sie bis zu ihrem Tode angehörte. 1904 berief die se Generalkommission( auf Initiative Ihrer) einen Heimarbeiterkongress nach Berlin ein, mit anschiessender Ausstellung. Die niedrigen Löhne erregten die Offentlichkeit. ( Forderungen XXX Heimarbeiterschutz.Usw. Sowohl Emma Ihrer, wie später Ottilie Baader berichten über ungezählte Versuche die Frauen in Berufsund Bildungsorganisationen zusammen zu fassen.( Ottile Baader:" Ein steiniger Weg."( 1921 und 1931 im Verlag J.H.W.Dietz, Berlin) Ueber Ottil Baader siehe auch Gleichheit Nr.8,1950, bestimmt durch Frau Herta Gotthel Bonn, zu haben.Ueber Klara Zetkin und Ottilie Baader findet man manches: nach Ausserdem von Anna Blos: Frauen in der deutschen Revolution 19, zehn Lebensbilder. Verlag Kaden u.Co.Dresden A.1928 4. in den diversen" Protokollen sozialdemokratischer Parteitage und Frauen konferenzen" Letztere Protokolle sind gewöhnlich zusammen erschienen. Wieweit diese Protokolle in Bonn, im Archiv des SPD- Vorstandes vorhanden sind, entzieht sich( im Augenblick noch) meiner Kenntnis.( Man ist eifrig dabei wieder ein Parteiarchiv aufzubauen.Ich weise darauf hin, dass die Schriften der SPD in grossem Umfang-1933-1945) verhichtet wurden.) XX ( Hirzel, Leipzig 1901)/ Verlagsanstalt Hermann Klemm, Ber Von Lily Braun, die Frauenfrage und Memoiren einer Sozialistin.Ueber Lily Braun das Buch von Julie Vogelstein" Lebensbild" 1922. Anna Blos gab ein Buch:" Die Frauenfrage in Lichte des Sozialismus" heraus, Buchverlag Kaden u.Comp.Dreden 1930, in dem sie, Louise Schröder, Adele Schreiber und Anna Geyer manches über die Arbeit der Frauen sreibt, Wichtig ist der Abriss über die Geschichte der sozialistischen Frauenbewegung( Anna Blos) und die Frau als Staatsbürgerin von Adele Schreiber. Toni Pfulf. Eine der begabtesten Frauen des Parlaments von Weimar. Tutete sich selbst unmittelbar nach der 2. Reichstagssitzung( 1933 unter Hitler.) Aus einer Offiziersfamilie.Eltern standen dem Frauenihrer Töchter/ beruf feindlich gegenüber, trotzdem Vermögen aufgezehrt usw. Toni wurde Volksschullehrein, gegen den Willen der Eltern. Typisches Schicksal geist aus sochen Familien/ erwachter Frauen/ zu Anfang des Jahrhunderts. Soviel ich weiss, hat Herr Paul Löbe( Bundestag) den geistigen Nachlass von Toni Pfulf in der Hand. Wieweit er darüber verfügen kann, weiss ich nicht.Aber er, wie Frau Louis Schröder, wie auch ich, konnen manches von der Persönlichkeit Toni Pfulf ( Auch Reichstagsreden, Reden auf Parteitagen während der Weimare Republick, Artikel in Vorwärts( wo, wann?) Manches auch in Erinnerunger eines Reichstagspräsidenten, Paul Löbe, arani, Verlagsges.GmbH, Berlin 1949 Kapitel: Die weiblichen Abgeordneten.Seite 51 u.f. sagen. f L.Z.hat schon die Parteitage der SPD. in Hamburg 1897,* in Stuttgart 1898, in Hannover 1899 als D gierte besucht. 1916, nach vollzogener Spaltung) wurde sie in den Vorstand der USPD gewählt. Parteitag der USPD zu Gotha. 5 Johanna Reitze war Hamburgerin, dort, in Sekretariat der SPD dürfte man- auf Befragen- manches über sie erfahren können. Elisabeth Röhl, später Kirschmann Röhl( zufällig meine Schwester, hat zeitlich und örtlich mit mir den gleichen Entwicklungsgang.Reichlich 9 Jahre junger als ich, starb sie bereits 1930.Sie war Mitglied der Netionalversammlung und dann Abgeordnete im Preussischen Landtag für das Rheinland. Ich bin bereit aber alles nähere Auskunft zu geben. gerne Elfriede Ryneck, geb.Dez 1872, gest.Jan.1951 hat Tradition in der soz. Frauenbewegung. Ihre Mutter: Pauline Stegemann wirkte z.Z. Emma Ihrers und Ottilie Baaders dabei mit.Siehe Ottilie Baader und Emma Ihrer, auch Paul Lobe, Erinnerungen. Ausserdem: Gleichheit Nr 2,1951 und" Neues Begin nen" Nr 2.1951.Ersteres bei Frau Gotthelf, das zweite durch Frau Lotte Lemke, Arbeiter- Wohlfahrt, Hauptausschuss, Hannover, Maschstr.7 zu haben. Clara Bohm- Schuch. Siehe Paul Löbe.Auch bei Herta Gotthelf wird etwas zu haben sein. Der Mann von Clara Bohm Schuch lebt noch in Berlin- Osten. Empfiehlt sich über Frau Ida Wolf, Arbeiter- Wohlfahrt, Berlin SW 61, Möckernstr.69 zu korrespondieren. Er durfte noch ihre Gedichte und andere Erinnerungen an ihre lange Tätigkeit in der Frauenbewegung haben und sicher gerne zur Verfügung stellen.Ich will gerne aus meiner Erinnerung an die Persönlichkeit Clara Bohm- Schuch zur Abrundung beisteuern, wenn da notwendig ist. Louise Zietz, Kämpferin für das Frauenwahlrecht und den Sozialismus seit ihrer Jugend, also schon zur Zeit Klara Zetkins usw.Sie trat dann 19 in den Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ein. Es war insofern ein geschichtlicher Augenblick, als 1908 die verschiedensten Landesvereinsgesetze durch das Reichsvereinsgesetz abgelöst wurden, das den Frauen die Möglichkeit gab sich politisch zu organisieren.Sie löste Ottilie Baader in ihrem Amt als Vertreterin der soz.Frauen ab, nur mit dem Unterschied, dass die Frau NUNMEHR als offizielle Vertreterin in 6 in der Gesamtpartei galt und in gleicherweise verantwortlich war. Auch andere, weitgehendere Möglichkeiten für ihre Frauenarbeit hatte. Louise Zietz hat unendlich viele Zeitungsartikel in" Vorwärts"" " Gleichheit"" Hamburger Echo" usw geschrieben, auch Flugblätter und Broschüren, wovon vielleich(:) noch einiges in dem erwähnten Hamburger Archiv zu finden wäre. Siehe auch Paul Löbe und eventuell bei Herta Gotthelf. Lore Agenes, in Düsseldorf wohnhaft, 75 Jahre.über sie dürfte der Bundestagsabgeordnete Hermann Runge vieles sagen können. sich/ Generell ist zu sagen, dass X man in den Reichstags- und LandtagsHandbüchern der Weimarer Zeit über Alter und Werdegang informieren XXXX kann.( Selbstgeschriebene Angaben der Abgeordneten.Dürfte in der Bibliothek des Bundestages zu finden sein. In der Reichstagsbibliothek konnte man früher auch sämtliche grösseren Tageszeitungen und alle Zeitschriften von einiger Bedeutung finden. Soweit es möglich ist, dürfte man dort wieder zusammen getragen haben. Bleibt noch: Prof.Anna Siemsen. Eine der klugsten Frauen des Reichtags der Vorhitlerzeit.Bruder Rechtsanwalt Karl Siemsen, Düsseldorf, Büro: Königsallee 22 Wohnung: Uerdingerstr.23. Ein anerer Bruder, August Siemsen hat jetzt ein Buch über sie herausgebracht.Siehe Anlage vom Europäischen Verlag. Von Anna Siemsen sind viele Beiträge in der Gleichheit( Herta Gotthelf) anlässlich ihres erschienen, XXXXXX Todes auch über sie. Die Familie wird auch über ihre schriftlichen Arbeiten Auskunft geben. Im Handbuch der deutschen Frauenbewegung( Helene Lange, Gertrud Baumer 1.Teil, 1901, Möserbuchhandlung, Berlin S. findet man auch einen Abriss über die Arbeiterinnenbewegung, relativ objektiv. Ich bitte Sie das mixtum- compositum von Brief, Namen, Angaben und Material quellen zu entschuldigen. Da ich ohne Sekretärin arbeite und mich gleich 7. zu Beginn an die Maschine setzte, werden Sie verstehen, dass ich das Ganze nun so abschicke, in der Hoffnung, dass Sie sich das, was Sie brauchen können, schon herausfinden werden. Dank für Ihr Schreiben vom 4.12.51. Herrn Dieter Menniger erwarte ich, ich denke, er wird sich anmelden. Ich mache mich bereit. Das Vortragsmanuskript erhalten Sie wunschgemäss, ich denke im Februar. Ihre Weihnachts- und Neujahrswünsche erwiedere ich herzlich mit freundlichem Gruss Ihre Marie Juchacz Luise Kautsky ( 1864-1944) Wenn Männer wegen ihrer Lebensleistung anerkannt, manchmal auch gefeieert werden, pflegen sie oft zu antwortten, dass ihre Arbeit nur mit dem Beistand und der Kameradschaft ihrer Lebensgefährtin getan werden konnte. So schrieb es Karl Marx an Wilhelm Liebknecht, so hörten wir es an seinem siebzigsten Geburtstag von August Bebel, als er von seiner Julie sprach. So wissen wir es von XXXXXXXXXXXXXX dem Interpret der Lehre von Karl Marx, dem sozialistischen Wissenschaftler und Schriftsteller Karl Kautsky, der uns jungen von damals erst Karl Marx und den Sozialismus SO nahe brachte, dass wir ihn verstehen konnten. Alle, die wir uns zuende des neunzehnten und in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts abmühten, um in die sozialistische Ideenwelt einzudringen, standen auf den Schultern von Karl Kautsky. Auch die, die ihn nicht oder nicht in allem anerkennen wollten, hatte sich zuerst einmal mit dem vertraut zu machen, was er uns berichtete. Wir wollen feststellen, dass die Frau des so intensiv arbeitenden, so oft angegriffenen eozialistischen und politischen Schriftstellers, der noch dazu nicht von robuster Gesundheit war, schon sehr viel geleistet hätte, wenn sie nur um diesen Mann herum eine ruhige und ungestörte, harmonische Atmosphäre geschaffen hätte, in der allein er so hätte arbeiten die können, wie es geschah. Das allein hätte Frau von Karl Kautsky um die Arbeiterbewegung verdient gemacht. Aber sie beschräkte sich durch aus nicht darauf ihrem Mann eine gute, besorgte Hausfrau und die gute geliebte und liebende Mutter ihrer beider Söhne zu sein. Sie war für ihm Karl Kautsky die kameradschaftliche Mitarbeiterin. Mit ihr konnte er seine Ideen und Pläne besprechen. Friedrich Adler sagte von ihr: " Auf theoretischem und literarischem Gebiet fühlte Luise sich stets als Sekundantin Karl Kautsky's- und sie war wirklich eine brillante Sekundantin.Er schätzte ihr Urteil überaus hoch, sie war stets die erste, an der er die Ueberzeugungskraft seiner Artikel, Broschüren und Bücher erprobte." Um das ganz zu verstehen, müssen wir wissen, dass es sich jahrzehntelang -bis zu Hitler- keine deutsche Universitätsbibliothek hätte leisten alsd können, ein Werk von Karl Kautsky etwa nicht anzuschaffen. Es waren, wie man hier sicht keine ganz geringen geistigen Anforderungen, die auch Kautsky -2an den weiblichen Kameraden gestellt wurden. uns My salade, Luise Ronsperger, m August 1864 in Wien geboren, war schon zur bewyssten Sozialistin erwacht, ehe sie Karl Kautsky kennen lernte. Es ist be dauern dass sie niemals ihre Autobiographie geschrieben hat. Nach den wenigen Anfangsblättern die ihr Sohn Benedikt un-zusammen mit den zusamm 1 Briefen Rosa Luxemburgs an Freunde- zugänglich gemacht hat/ wäre es sicher ein besonders reizvolles Buch geworden, zu dem die Freundin Rosa Luxemburg die Anregung gegeben hatte. Sie hatte die Absicht gehabt, sich ratgebend daran zu beteiligen. Das Schicksal wollte es anders. Luise Kautsky sagt selber von ihr:" In ihrem Wesen lag es, auch von dem, was ( der Welt kunde zu g eben. für sie nach ernster Arbeit" Lust und Spiel" bedeutete, Und sie lässt Rosa sagen:" Aus nichts schöpfen die Menschen so reiche Belehrung, zuggleich mit Menschenkenntnis, nichts macht ihnen soviel Vergnügen, als die Lebensschicksale anderer studieren zu können." Luise Kautsky spricht von einer guten Kindheit, von einem schönen, alten Wiener Haus," Mit dicken Mauern und gewölbten Zimmern" sie erzählt Höfen von Hen, Kellerwinkeln und einem wundervollen parkartigen Garten, den die Kinder den zweiten Hof nannten, alles zusammen, das Verbotene und das Erlaubte, sei das Paradies für die Kinder gewesen. Sie standen mit dem pulsierenden Leben in innigem Kontakt. Da war ein grosser Kuhstall, die Freundschaft der Kinder mit den schönen Töchtern des Milchhändlers, man half bei der Arbeit, um seine" Baseinsberechtigung" zu erweisen, d.h.um vom Hausmeister nicht aus dem Paradies vertrieben zu werden. Da waren die Arbeiterinnen der Korkfabrik, deren Sortiertische im Freien standen und die zu den Kindern freundlich waren. In einer Strohhutbleicherei konnten man die Arbeit beobachten; es kamen Lastwagen mit Waren und Fuhrleute auf den Hof, das Leben war für die Kinder unterhaltsam und lebensnahe. Luise Rospergers Eltern führten eine Konditorei, es muss ein grosser und wohlhabender Haushalt gewesen sein, in dem sie mit drei Brüdern zusammen aufwuchs. Eine neue Kinderfrau kam ins Haus als die kleine Luise noch besonderent nicht vier Jahre gewesen sein kann. Diese Kinderfrau muss in ihrer Art , in eine starke Persönlichkeit gewesen sein, Luise sagt om hr: Kautsky -3" Trotzdem sie sich als Provinzlerin in unserem, etwa dreissig Köpfe zählenden Haushalt anfangs recht einsam XXXXXXXXXXXXX und verloren gefühlt haben mochte, trotzdem die städtische Gottlosigkeit der bis zur Bigotterie gläubigen Katholikin ein Greuel gewesen sein muss, trotzdem das städtische Milieu an die vom Lande kommende die grössten Anforderungen stellte, überwand ihre zähe Energie und ihre Intelligenz in kürzester Zeit alle diese Schwierigkeiten. Für ung Kinder war der Tag ihres Eintritts in unser Haus ein Glückstag.Meisterhaft verstand sie es, den Eifer, das Pflichtbewusstsein, den Wissensdurst, die Arbeitsfreude, die sie selbst beseelten, uns mitzuteilen, uns zu unermüdlichem Fleiss anzuspornen, uns beizubringen, dass jede Art der Arbeit eine Lust sei.Spielend brachte sie uns alles bei, sodass ich noch vor Vollendung meines vierten Jahres lesen konnte und nicht müde wurde, von meiner neuen Wissenschaft Gebrauch zu machen.Sie war eine geborene Pädagogin." Wie stark muss der Einfluss dieser Kinderfrau gewesen sein, dass ihm Luise . im Alter Kautsky als reifer Monech noch soviel Bedeutung beimisst. Oda Olberg, die geistvolle sozialistische Schriftstellerin sagt, dass sie( Luise) aus wohlneben abendem, jüdischen Hause gekommen sei.Einziges Mädchen er drei Brüdern sei sie in der Kultur und Vielseitigkeit des Wiener Bürgertums aufgewachsen, sich bis sie später im Betrieb ihrer Eltern nützlich machte, wo sie dann die ROmanschriftstellerin und glühende Sozialistin Minna Kautsky, die Mutter von Karl Kausky kennen lernte.Sie ahnte es damals nicht, in welch enges, verwandschaftliches Verhältnis sie zu der Frau treten würde, zu der sie ein grosse Freundschaft hinzog, die sie mit der sozialistischen Ideenwelt bekannt gemacht hatte. Dann wurde die sechsundzwanzigjährige die Frau des um zehn Jahre älteren brachte ganz besonders glückliche Eigenschaften Karl Kautsky. Und sie XXXXXĕõĕē Gefährdin dafür mit, um die eines sozialistischen Gelehrten, Grüblers und Kämpfers zu sein, sich ganz hinter seine Arbeit zu stellen und ihm- still und unbemerktdabei zu helfen. Schicksalhaft war dieser Lebensbund für sie, denn XX von dieser Stunde an waren nicht nur zwei Menschen für das Leben verbunden, sonLebens dern gleichzeitig das Schicksal der Frau mit der Arbeiterbewegung, mit ihren Kämpfen, mit ihrem" Auf und Nieder", mit dem Internationalen Soziageistige/ lismus, dessen/ Träger aus aller Welt sie fast alle kennen lernte. Was immer Kautsky -4in der Arbeiterbewegung geschah, was daraus erwuchs, das war auch für ihr Va Leben, für ihr Denken mitbestimmend. Denn sie war die IA Lebensgefährtin und Mitarbeiterin des in der internationalen Arbeiterbewegung bekwar. jewodden Et. wad kannten und anerkannten Karl KautskybyBeide konnten dankbar dafür sein, dass sie die geistigen Fähigkeiten und die menschlichen Eigenschaften Tht zugefallenen) besass, um dieser Aufgabe gerecht zu werden, die ihr XXXXXXXXXXX zugedacht XXXXXX Eine ganz besonders wertvolle Fähigkeit war ihr dafür eigen, sie fand leicht die Verbindung zum anderen Menschen. Ihre Intelligenz, verbunden mit einem feinen Einfühlungsvermögen, die wie es schiebesonders leichte Art mit Menschen plaudern zu können und nicht zuletzt das Fehlen aller persönlichen Ambitionen, schlug die Brücke zu allen Menschen, die politisch- wissen solight Cichon ellaterie ihr begegneten. Die Kenntnis des Staffes, auf den es antem/ und ihre grosse Sprachfähigkeit liessen sie ohne Schwierigkeiten Gespräche führen, die den Partner beglückten. Können wir wohl ermessen, was diese Fähigkeiten für den Wissenschaftler Karl Kautsky, dessen Gedanken immer um seine Arbeit kreisten, bedeuteten? Vom Beginn dieser XXXäkkääXxXĕ\ XX\ IšĕXKášky am 23.April 1890 geschlossenen Ehe an hatte sich Luise Kautsky mit dem vertraut gemacht, woran ihr Mann ständig und intensiv studierte, was er verarbeitete und niederschrieb.Die Jahreszahl sagt uns schon, unter welchen Umständen der Politiker Karl Kautsky und Luise ihre Ehe begannen. Die junge Arbeiterbewegung führte in Oesterreich ein schweres Dasein, Memoria Damals wurde von dem Einzelnen noch sehr viel Heroismus für die sozialistische Idee gebraucht und auch aufgebracht. Und auf Deutschland hatte bis dahin noch das Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie-mit seinen Verfolgungen, Strafen und Ausweisungen gelastet. Karl Kautsky, der 1883 die" Neue Zeit", eine sozialistisch- wissenschaftliche Monatsschrift gegründet hatte, wollte nun mit seiner jungen Frau nach London gehen, um von dort aus die Zeitschrift zu redigieren. Aber just in diesem Augen Kautsky -5blick fiel in Deutschland das Sozialistengesetz.Bismark hatte im Reichsdafür. tag keine Mehrheit mehr gefunden und er selber war bei dem jungen Kaiser in Ungnade gefallen. Die Deutsche Sozialdemokratie, nun vor einer anderen Situation stehend, fasste den Beschluss, nun die" Neue Zeit" in Stuttgart herauszubringen. So gingen die Kautsky's nicht nach Londen, sondern nach über. Stuttgart, wo ihnen auch ihre drei Söhne geboren wurden Dann siedel/ Frau Luise/ ten sie nach Berlin ,. Es war für XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX für sie eine besondere Aufgabe-und eine reizvolle dazu- für die zahlreichen Besucher aus aller Welt, die sich im Laufe der Jahre bei ihnen einfanden immer die liebenswürdige, geistvolle Gastgeberin zu sein. Als sie schon in Berlin lebten, war August Bebel An fast jeden Sonntag der gern gesehene XXX Abendgast. Kein, nach Deutschland kommender, Träger des Internationalen Sozialismus versäumte es, dem geistigen Nestor des Sozialismus seinen Besuch zu machen. Sie fanden dann neben Karl Kautsky seine Frau, Luise mit ihrer so ganz besonders glücklichen Befähigung Kontakte herstellen zu können, geistige Brücken zu schlagen und dabei auch eine wohltuend herzliche Gastfreundschaft zu üben. Sie kamen aus England, Frankreich Italienaus den nordischen Ländern, aus Russland, aus allen Ländern, in denen der Sozialismus Fuss gefasst hatte und XIX geistig hochstehende Menschen sich damit beschäftigten. Bei solchen Gelegenheiten ergab sich oft genug neben den/ Gesprächen und der Gastfreundschaft die Gelegenheit, einen persönlich wertvollen Rat, eine Auskunft zu geben oder eine Gefälligkeit maacht zu erweisen. Wir wollen noch einmal Oda Olberg zitieren, um das Milieu politischen/ des Hauses Kautsky sichtbar, zu machen.: + " Luise, die Vielsprachige, die" Dame von Welt" war der Diplomat, der Minister des Auswärtigen, die liebenswürdige Hausfrau, die All- Helferin, die sich zum Niedrigsten herunter beugte, und der Zerberus, die ihrem Mann die Ruhe zur Arbeit sicherte, die Kritikerin, auf die er vertraute, wirklich der Mittelpunkt: Gattin, Mutter, Freundin und Genossin.Niemand, der je in diesen Kreis eintreten durfte, wird ohne innige Dankbarkeit daran zurückdenken." tiefe, Begreift man doch so recht, dass diese Art der Gastfreundschaft und des Verkehrs eine Notwendigkeit war, die durch diese XXXX menschlichen der Fran seltenen, Fähigkeiten in so glücklicher Art gelöst wurde? Kautsky <-6Luise Kautsky war eine lebensbe jahende Frau. Sie wuchs bei dem lebhaften Umgang mit klugen Menschen, den sie in ihrem Haus und auf den gemeinsamen Reisen fand, immer mehr in jene menschliche Grösse hinein, die so erstaunlich war. Bei ihrer Freudigkeit, von den Gaben, die eine gütige Natur ihr gegeben hatte, reichlich und verschwenderisch mitzuteilen, wurde sie immer reicher. Noch einmal Oda Olberg: " Ich habe nie einen Menschen gekannt, der mehr dem Leben erschlossen gewesen wäre als Luise Kautsky.Alles fand in ihr Widerhall. Natur und Kunst, die grossen Fragen der Menschheit und die kleinen Schicksale der Menschen. Sie hatte eine festgegründete sozialistische Bildung, aber sie war eigentlich Sozialistin von Geburt. Wer könnte sie sich als Nichtsozialistin vorstellem? Sie brauchte nur sie selbst zu sein und XXXX ihrem inneren Gesetz zu folgen." Es passt ganz zu dem Bild der geistig so vielseitigen XXXX und temperamentXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXgxxx XXXXXXXXXX vollen Frau, dass sie sich auch selber literarisch betätigte. Ihr Interesse" am Menschen" führte sie auf das biographische Gebiet. Im Handbuch der Frauenarbert in Oesterreich" hat sie* Lebensskizzen von Frauen aus der Internationale geschrieben, dann auch irgendwo eine Skizze Uber Eleonore Marx- Aveling, der Tochter von Karl Marx und Erinnerungen an Sie liegen uns leider nicht von I lite Paul Levy. Uns ist bekannt, dass sie Die" Briefe Rosa Luxemburgs an Karl und Luise Kautsky" herausgegeben hat, die eine sehr weite Verbreitung gefunUnd sie haben den, haben, und zu ihrer innigen Freude auch das stark verzeichnete Bild dieser Frau in der öffentlichen Meinung um vieles veränderte. Und schliss( nach Friedrioli Adler) lich wollen wir noch die streng- sachliche biographische Skizze erwähnen, die sie über ihren Masin " Arbeiter fülivers 1930 don Lipinski, geschrieben hat. Dass sie in Aunde bet die Problematik des wissenschaftlichen Seria= lismus ganz eingedrangen war, hat sie durch eine Reihe, wertvoller und schwieriger Übersetzungen bewiesen, 2, B. 1909 des grassen amerikanischen Werkes des Sozialis alls Kautsky -7sohen Maxisten Louis Boudin:" Das theoretische System von Karl Marx" Ihre über sehram Zur gleichen Zeit auch( aus dem Französischen ins Deutsche eine Studie von Paul Lafargue:" Ursprung und Entwicklung des Begriffes der Seele". Fähigkeit auf diesem Gebiet wurde anerkannt, man beauftragte sie mit der historisch/ wichtige bessetia Uebersetzung von/ Artikel von Marx und Engels aus den Jahren 1852-1862, die in englischer Sprache erschienen waren. Und sie war, die erste XXX wirklich gute und vollständige Uebersetzung der Inauguraladresse der hat der Frau/ Ersten Internationale von 1864 gemeistert h Aber das alles erschöpft die Individualitat XXXXXXXXXXXX/ noch nicht. Auf ( in New York/ der Gedenkfeier am 6. Juli 1945 die zu Ehren der im Konzentrationslager Auschwitz verstorbenen Luise Kautsky gehalten wurde, hielt ihr Friedrich Adler die Gedächtnisrede.( Ihre entnahmen wir auch die vorher gehenden Angaben über die wertvollen Uebersetzungsarbeiten) Dort prägte Friedrich XXX bestimmte Adler so bedeutsame Sätze für ihre ganz besondere, menschliche Eigenart, seinen Spedie line dass man sie nur in der Ausgeprägheit wiedergeben kann: " Der politische Gegensatz zerreist oft menschliche Bande. Viele von uns haben dieses harte Schicksal erlebt. Vielleicht niemand öfter und intensiver als Karl Kautsky.Für ihn war die politische Ueberzeugung der unabänderliche Leitstern, dem alles andere untergeordnet werden musste.So hat er sich von dem intimsten Freund seiner Jugend, von Eduard Bernstein, mit dem er in engster Kameradschaft schon seit ihrer Zuricher Zeit zusammengewirkt hatte, trennen müssen, als Bernstein zuende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zum Wortführer des Revisionismus wurde. Der innigen Freundschaft folgte auch persönAbsah lich starke Entfremdung. Und dieses Erlebnis hat er später noch ein-[ mal gehabt, als seine Wege sich von denen Rosa Luxemburgs trennten. XX Auch von Rosa, mit der er durch Jahre in intimster, politischer Kampfgen meinschaft verbunden war, die ständig im Hause Kautsky verkehrte, trennte er sich auch persönlich, nachdem der politische Gegensatz, beginnend 1910 mit der Dikussion über den Massenstreik, immer schärAbsa fere Formen angenommen hatte. ✓ Dasselbe Schicksal erlebte er mit Lenin, aus Freundschaft wurde Feindschaft, dasselbe mit Franz Mehring, mit dem er Jahrzehnte in der" Neuen Zeit" zusammen gearbeitet. Alle diese Tragödien lebte Luise mit, wurde von jeder auf das schwerste betroffen, aber ihr gelang es in weit höherem Grade, dem tragischen Zusammenstoss von politischer Härte und menschlicher Verbundenheit auszuweichen. Ihr, die nicht im öffentlichen Vordertreffen des politischen Kampfes stand, gelang es, menschliche Beziehungen trotz politischer Gegensätze aufrecht zu erhalten. Sichtbar für alle Welt wurde dies in ihrer Beziehung zu Rosa Luxemburg. Mit ihr war sie auf das innigste befreundet; wie tief diese Freundschaft ging, wissen wir aus dem Briefwechsel der beiden Frauen. Luise Kautsky war politisch fast immer an der Seite von Karl, sie wurde von seinen Argumenten immer wieder bezwungen, aber in den acht Jahren von 1910-1918, in denen der Gegensatz zwischen Karl Kautsky und Rosa Luxemburg immer schärfere Konturen annahm, hat sie an der persönlichen Freundschaft mit Rosa unverbrüchlich festgehalten, hat sie es niemals zugelassen, dass der politische Gegensatz ihre menschliche Verbundenheit zerreisse.. Kautsky -8Und das ist der Punkt, in dem wir heute, wo so tiefe und scharfe Gegegsätze alte Kampfgenossen voneinander trennen, von Luise Kautsky zu lernen haben. Wir sollen verstehen, dass in den notwendigen Härten des politischen Kampfes die persönliche Verbundenheit nicht unterzugehen braucht, ja dass wir uns bemühen sollen, und nicht durch potische Leidenschaft verleiten zu lassen, die menschlichen Werte der Freundschaft zu vernichten." Der Krieg( 1914-1918) der Aк die Deutsche Arbeiterbewegung zerriss, zerstörte auch die" Neue Zeit", die Zeitschrift, die durch Jahrzehnte das Spaachrohr für Karl Kautsky gewesen war. Das waren schmerzliche Erlebnisse.Nicht, er/ dass/ nun Ka* XXXXXX hätte verstummen müssen. Ja, vielleicht gewann er sogar durch diese Loslösung von der regelmässigen Pflicht noch mehr an innerer Freiheit für andere Aufgaben. Seine geachtete Stellung im Internationalen Sozialismus blieb ihm, trotz zerstörter Arbeiterinternationale. Die Deutsche Revolution betraute ihn dann später in den Archiven der Republik; doch war das aus vielen, hier nicht zu erörternden Gründen nur kurzfristig. Ihn und seine Frau Luise zog es jetzt nach Wien. Die ruhige Arbeit des Forschens und sich/ Schreibens konnte er überall tun, warum nicht in Wien, wo dieganze --nun vergrösserte Familie vereinen konnte. Von dort aus hat er uns und der Welt noch manches geben können bis Hitler kam. Bis der Nazismus auch@ esterreich und Wien" eroberte". Es gelang, die beiden Menschen nach Prag zu dann/ bringen, XXXXX sie/ nach Amsterdam zu fliegen. Hier starb am 17.Oktober 1938, gerade, als die Kriegsgefahr einmal wieder in ein akutes Stadium getreten war, der greise, nun vierundachtzigjährige Karl Kautsky. Er starb in Lagcheinmal Sicherheit( der Krieg XXX hatte sich um ein Jahr verschoben) - umsorgt und gepflegt von seiner Luise. Weit weg waren die beiden ältesten Söhne, der Jüngste aber, Benedikt, befand sich in den Konzentrationslagern Hitlers. Luise Kautsky war allein mit der Frau und den Kindern dieses Sohnes in einer nun inzwischen mehr als zweifelhaft gewordenen Sicherheit. Es ist verbürgt, dass die Freunde in England sehr gerne bereit waren sie aufzunehmen, alles war geregelt. Aber sie zog es vor in Holland zu bleiben. Warum? Von dort aus konnte sie hin und wieder einen Brief an ihren Sohn richten, was von Kautsky -8England aus nicht möglich war, denn England befand sich im Krieg mit Hitlerdeutschland, während Holland- ab 1940- nur" besetzt" war.Sie brachte es nicht über sich Europa zu verlassen, wissend, dass für ihren Sohn ein liebevoller und Verständnis zeigender Zuruf der Frau und der Mutter eine grosse seelDon Sihn wäre es troben gesen, A lische Hilfe war. Dieses freiwillige, mütterliche Opfer hat Luise Kautsky bezahlen müssen. Am 11.August 1944 wurde sie achtzig Jahre alt. Freunde hatten dafür gesorgt, dass sie sich an diesem Tage nicht verlassen vorkommen Kinder in USA sollte.Sie berichtete darüber noch an ihre Familie. Wenige Tage später befand sie sich noch einmal in einem kleinen Freundeskreis- im Hause von Frau Adama van Scheltema.Zwei Tage später wurde sie verhaftet und abgeführt. Dabei hatte sich eine Kette von kleinen Zufällen und Ungeschicklichkeiten ereignet, zu denen sie( der Lüge und Verstellung fern) selber beigetragen hatte. Die deutsche Besatzung spürte schon stark das Nahen der AlliiertenĕXк, ein Grund mehr für den schnellen Abtransport der vergafteten jüdischen Menschen XXXXXXK in andere Gebiete. So blieben die sofort unternommenen Versuche der Freunde, sie aus den Händen der Häscher zu befreien, ohne schrieben Chatte Erfolg. Die Freunde dort XXXX später, dass Luise Kautsky bei allem ✓✓ Schmerz und den Verlust des Gatten und Freundes, der grossen Sorge und den Sohn, der Unsicherheit der Nazibesetzung und den auch ihr damit auferlegten Entbehrungen in dieser für das hotändische Volk so bitterbösen Zeit, ihre grosse menschliche Liebenswürdigkeit und ihre geistige Lebendigkeit nicht eingebüsst, hatte. Bis ins tiefste erschütternd ist dann ein Bericht der Dr.Lucio Adelsberger- Berlin/ in Polen/ Aerztin/ des Teillagers Birkenau, das zu dem Lager Auschwitz/ gehörte, Sie schreibt, dass Auschwitz die" Hölle in tausendfacher Potenz" gewesen sei. Durch die Bemühungen von zwel/ interessierten Aerztinnen- Dr Mosberg aus® unol Zusammenarbeit von Arzne Amsterdam und Dr.Lingens aus Wien kam die Luise Kautsky als eine Kranken in inte abteilung. Die Aufregung der Verhaftung, die bestimmt nicht komfortable Art des sehr langen Transports von Holland nach Polen, der Aufenthalt in einem stark überbelegten Block, das ständige Zusammensein mit zu vielen Menschen-ohne Lagerstätte in überfüllten Kojen- und nicht zuletzt die Lagerkost, hatten die achtzigjährige un den Rest der körperlichen Kraft gebracht. Diese drer selbst internierten Aerztinnen des weit ausgedehnten Lagers haben zusammen gewirkt, um das das Möglichste an Erleichterungen für Kautsky -9sie zu schaffen. Sie kam in die Krankenstation, es wurden; ein Bett, Decken, ein kleines Kopfkissen und etwas Wäsche" organisiert".Sie bekam Diät.Aber ( so Nilss es auch diese Krankenkost, sei unterwertig und viel zu kalorienarm gewesen, dazu in der Zubereitung lieblos und fade, geschmacklos. Es heisst: " Man muss sich vergegenwärtigen, was es für einen kranken und alten Menschen bedeutet, jeden Tag dieselbe geschmacklose Suppe und ein paar Scheiben Brot zu essen: kein Gewürz, kein Gemüse, kein Obst, kein Gedanke an Fleisch und kein Hauch von Süssigkeit, nichts, was den Gaumen reizte.Luise Kautsky, die wie sie erzählte, nie eine grosse Esserin XXX war, und leckere kleine Happen bevorzugt hatte, konnte trotz ihrer Energie nicht einmal die winzigen Lagerportionen meistern." Ein wenig Milch, die der Lagerarzt genehmigte, etwas selbstbereites Essen von einer der Aerztinnen, die Pakete von draussen bekam, Medikamente und Injektionen, die beschafft werden konnten, halfen tatsächlich so weit, dass man Luise Kautsky an einigen sonnigen Oktobertagen noch auf einem Stuhl draussen in die Sonne setzen konnte. Ergriffen liest man, welche erstaunliche geistige Elastizität noch in dem schachen Körper vorhanden war. " Manchmal erwischten wir Zeitungen. Dann sassen wir an ihrem Bett- sie duzte uns und wir hatten sie als Mutter adoptiert- XX die Kriegslage. wurde durchgehechelt und jede Zeile auf ihren wahren Gehalt geprüft. Mit Scharfsinn und politisch geschultem Verstand erörterte Luise Kautsky alle einschlägigen Probleme.......... Sie war- darin lag ihre Anziehungskraft- in ihrer ganzen Haltung ein Beweis dafür, dass die Persönlichkeit auch im Konzentrationslager noch durchdrang und selbst unter diesen schaurigen Verhältnissen ihre volle Wirkung ausübte." Das Los des Sohnes, den sie aber nicht sehen konnte(".... der Stacheldraht trennt strenger als die grösste Entfernung")* hat sie sehr bekümmert, wie auch umgekehrt das XXXXXXXXX Schicksal der Mutter eine seelische Belastung für den Sohn gewesen ist, was sie auch wusste. Er hatte es sie früher wissen lassen, dass er I Mutter, Frau und Kinder mit seinen Gedanken Luises Betreuerin hatte. viel lieber in Amerika suchen würde. hatte Gelegenheit gesucht und gefunden ihm Botschaft und Zettelchen von der Mutter zu bringen ".... ich bekam von ihrer Hand XXXXX ein paar armselige Zettelchen, mühselig im Bett, im Halbdunkel geschrieben- und doch, welche Tapferkeit sprach aus ihnen.Sie zeigten mit, dass sie ihre wunderbare Fähigkeit, sich Freunde zu erwerben, auch in dieser Zeit bewahrt hatte. Die Mutte Luise sorgte sich, dass sie seinem fünfzigsten Geburtstag nicht verschönern konnte und er, der Sohn konnte ihr ein paar kleine Dinge schicken, die er von * Benedikt Kautky in einem späteren Brief, an seinen Bruder. u Kautsky-10draussen erhalten hatte.Aber auch dieser armselige Trost war bald zuende, der Krankenbau, in dem Luise Kautsky Unterkunft gefunden hatte, wurde um zwei Kilometer verlegt, in ein früheres Zigeunerlager: A im " Der Rummel und die Unruhe haben ihr, trotzdem sie vorsichtig Krankenwagen transportiert wurde, den letzten Schock gebracht.... An einem Tage im Anfang Dezember 1944, gegen Mittag, schlief Luise Kautsky ein, so friedlich, dass ich kaum die genaue Zeit auf dem Totenschein vermerken konnte.Sie lag noch einen Tag aufgebahrt auf ihrem Lager.... Den endgiltigen Untergang eines verrotteten Systems hat sie nicht mehr erlebt, aber das Wissen um bessere Menschen und bessere Zeiten hat sie mit ins Grab genommen. Fast kommt man beim Niederschreiben der Arbeit für Luise Kautsky XXXXX dazu, auch mehr von diesen tapferen Frauen zu schreiben, die unter Missachtung eigener Gefahr so menschlich handelten, wenn nicht der Zweck des Buches berücksichtigt werden müsste. Das wäre sicher auch im Sinne der toten Frau, der diese Blätter gewidmet sind, deren starke menschliche Seite, Menschen für sich zu gewinnen, XXX bis zu ihrem Tode erhalten blieb. Dafür noch ein Beispiel, das uns zeigt, dass diese ihr so sehr eigene Gabe sie ihr Maal -vielleicht sogar vor dem Gastod gerettet hat. Die Aeratinnen hatte die Identität Luise Kautsky's solange als irgend möglich geheim gehalten. Es Man phatteyen pleine ganz bestimmte Haltung und Praxis herausgebildet, um sich nicht zu Handlangern machen zu lassen, wenn Menschen für dieser die Gaskammern ausgewählt wurden. In einem salohen XIIHK Falle war der Effekt ein Riesenkrach. Der Lagerarzt kontrollierte an Hand der Listen sämtliche Patientinnen persönlich. So kam er auch zu Luise Kautsky. " Und nun geschah etwas ganz Unerwartetes.Der Lagerarzt, SS Hauptsturmführer, lehnte sie, die Verkörperung einer konträren Idee, nicht ab, sondern sprudelte gleichsam von Interesse für sie über und unterhieltt sich mit ihr in so persönlicher Form wie kaum je zuvor mit jemandem. Er erkundigte sich nach ihrem Lebensgang, nach ihrer Mitarbeit an dem Werk ihres Mannes, speziell an dem Buch über den Weltkrieg und war sichtlich im Bilde über die Details... Nicht nur für die Familie Kaus ist es- trotz allem Bitteren, was KNX nicht immer wieder hochsteigt ein Trost, dass dieser seltone Monsch Luise Kautsky, wie leider so viele, in der Gaskammer endete- für die sie zweimal vorge1 auf merkt gewesen sein soll- aber af höheren Befehl" wieder gestrichen wurde. ihr. eined Niemand weiss Luise Kautsky's Grab.Kein Stein mit der Inschrift ebend ༼ htehendeig Menschen ka ihr gews Kautsky -11gewidmet stellte Cvon denen, die sie liebten, zeugt von ihrem Dasein. Karl Kautsky XXXXX XX seinem abschliessenden Werk über" Die materialistische Geschichtsauffassung" im Jahre 1927 die Worte voran: Dieses Buch widme ich meiner teuren LUISE der Mutter meiner Söhne, dem treuen Kameraden, der unermüdlichen und verständnisvollen Heferin bei meiner Arbeit, der begeisterten und tapferen XXXXXXXXXX Verfechterin unserer gemeinsamen Ideale." Literatur: Luise Kautsky zum Gedenken. Nachrufe, von Friedrich Adler, XXX Herausgegeben von Paul Hertz und/ HXXXXXXXXX / Oda Lerda- 01berg Berichte aus Birkenau Dr med Lucie Adelsaus Amsterdan Annie van Soheltema -berger. aus und über Buchenwald von Benedikt Kautsky Willard Publishing Copeny, New York 11, N.Y. Rosa Luxemburg. Briefe an Freunde. Nach dem von Luise Kautsky fertig XXX stellten Manuskript, herausgegeben von Benedikt Kautsky.Anhang:: Bruchstück einer Autobiographie von Luise Kautsky. Lipinski, Arbet elterr Ihrer 1950 Karl Kautsky Aus der Frühzeit des Me xismus: Minna Kautsky( Die Neue Welt) Nr.23 1907) ( Illustriertes Unterhaltungblatt) Zum siebzigstenGeburtstag von Marie Kunert Es dürfte kaum eine sozialdemokratische Familie geben, der der Name Minnad Kautsky nicht wohl vertraut wäre. Man kennt sie allerorten, wo sozialdemo kratische Tageszeitungen, wo die" Neue Zeit" und die" Neue Welt" gelesen werden, als die fesselnde Erzählerin einer stattlichen Zahl von Romanen, Novellen und Skizzen, als die Verfasserin von interssanten literarischen und sozialen Studien. Sie nimmt unter den Romanschriftstellerinnen der Gegenwart insofern eine Sonderstellung ein, als sie die Weltanschauung des Sizialismus in sich aufgenommen hat, ihr ganzes Wesen gleichsam darin verankerte. Von diesem festen Ankergrund aus gewann sie eine 7 tiefere Einsicht in die grossen realen Zusammenhänge der Gesellschaft, vermochte sie die Kämpfe und Leiden des Volkes in der richtigen Perspektive zu erfassen und künstlerisch zu gestalten. Darin ruht die nachhaltige und eigenartige Wirkung ihrer Arbeiten, die durchweg moderne Probleme behandeln. Am 11. Juni 1837 wurde Minna Kautsky in Graz, in der schönen Steiermark geboren. Sie war das älteste von sieben Kindern eines nicht eben begüterten Theatermalers, der seine zahlreiche Familie nur unter schweren materiellen Sorgen zu erhalten vermochte. 1845 siedelte die Familie nach Prag über wo der Vater am deutschen Landestheater als Dekorationsmaler angestellt worden war. Als die Revolution von 1948 auch nach Prag hinübergriff, stand die elfjährige Minna, ein temperamentvolles und gewecktes Kind, mit ihrem ganzen Herzen auf Seiten der Revolution. Eine Barrikade war in unmittelbarer Nähe ihres Elternhauses erbaut worden, und in kindlichem Uebermut kletterte Minna, so oft es nut irgrnd gi anging, über sie hinweg, um bei dem jenseits der Barrikade wohnenden Krämer kleine Einkäufe für den Hausbedarf zu machen. Doch dieses seltene Vergnügen fand schnell ein jähes Ende. Wütende Strassenkämpfe durchtobten die Stadt, die Barrikade fielXXh vielen anderen und Fürst Windischgrätz, der mit seiner Soldateska des Aufstandes nicht Herr werden konnte, liess schliesslich Prag von den die Stadt beherrschenden Höhen in Brand schiessen. Da floh Minnas Mutter, die unmittelbar vor ihrer Niederkunft stand, mit den Kindern in das Kellergeschoss des Hauses, während der Vater in den Reihen der Bürgerwehr kämpfte.--- Man plante eine Flucht aus der Stadt, die aber nicht mehr zur Ausführung kam, da die Barrikadenkämpfer sich, als der Zuzug des tschechischen Landsturmes ausblieb- nicht zu halten vermochten und der tapfer geführte Aufstand damit sein Ende erreichte. Um diese Zeit bekam Minna für ungefähr zwei Jahre den ersten geregelten Unterricht, RXXXXXXXX in einer zweiklassigen Volksschule. Bis dahin hatte sie von dem Vater eine mehr anregende als grünliche Unterweisung in einigen Wissensgegenständen erhalten. Sie selber hat die Dürftigkeit ihrer Schulkenntnisse später oft schmerzIich empfunden. Damals genoss sie dafür die Seligkeit der Kinderzeit doppelt und fasste schon früh ein leidenschaftliches Interesse für die Welt des Theaters, die ihr ja so leicht zugänglich war. Diese ständigen Beziehungen zum Theater regten die in dem XXXXXк phantasievollen Kinde vorhandene künstlerische Begabung an, die sich in allerlei mimischen Versuchen und in der Aufführung kleiner, selbstersonnerner Soloszenen äusserte. Minna wuchs heran und sah, wie der teure Vater schwer um seine und der Seinen Existenz zu ringen hatte. Diese Erkenntnis-- zusammen mit dem immer stärker hervortretenden, XXXXX schauspielerischen Talent weckte den Wunsch in ihr, sich auf eigene Füsse zustellen und zur Bühne zu gehen. MIXXX4XX Mit 14 Jahren debutierte sie bereits in einer Knabenrolle und fand vielen Beifall.Sie war damals Mitglied einer Pravatbühne, des Prager Niclas- Theaters, das die Vorschule für eine Anzahl tüchtiger Künstler wurde. Hier lernte sie später den Landschaftsmaler Johann Kautsky kennen, der die schzehnjährige Minna als Gattin heimführte. Es ging ihnen nicht grade glänzend.Kautsky war zwar talentvoll, aber noch jung und wenig bekannt. Was lag näher, als dass die junge Frau danach trachtete ihre reichen Fähigkeiten an einer öffentlichen Bühne möglichst vorteilhaft zu verwerten. Sie erhielt auch- wenige Monate nach ihrer Verheiratung ein Engagement als Darstellerin jugendlicher Liebhaberinnen am Stdttheater in Olmutz. Dort wurde sie nur in ersten Rollen beschäftigt, gegen eine Anfangsgage von ganzen 35 Gulden monatlich. Man stellte damals noch keine grossen Anforderungen an Toiletten auf der Bühne. Trotzdem kann man sich leicht vorstellen, welche Selbstentäusserung für eine junge Künstlerin dazu gehörte, sich mit einer so bescheidenen Summe einzurichten. Dabei wurden ihr gradezu ungeheure Anstrengungen zugemutet.Grosse und schwierige Rollen hatte sie in Zeit von drei Tagen zu memorieren und auf die Bühne zu bringen. Sie war guter Hoffnung und musste sich bemühen, ihren Zustand zu verbergen, was unter Qualen gelang! Es bedurfte grosser Energie, um auszuharren, hatte die Drektion ihr doch eine Erhöhung der Gage in Aussicht gestellt!!! Nur zu gut zu gebrauchen. Kolleginnen erzählten tröstend von Schauspielerinne, die am Abend noch gespielt hatten, in der Nacht niederkamen und nach 10 Tagen wieder aufgetreten waren.. Die zarte, noch nicht siebzehnjährige wollte diesen Kolleginnen nichr nachstehen da machte die Direktion dem Martyrium ein Ende und entliess sie ohne Kündigung bis zu ihrer Wiederherstellung. Sie ging mit ihrem Gatten nach Prag. Dort hatte sie für die kommende Entbindung ihre Mutter zur Seite.--- Kautsky hatte damals zwei Bilder verkauft.Er konnte sich häuslich einrichten. Kaum кXXXXXX sechs Wochen nach ihrem letzten Auftreten kam Minnas Erstgeborener Karl zur Welt. 16.10. 1854Die Sorge für das schwächliche Kind nahm sie zuerst ganz in Anspuch. Ihm zu- liebe schlug sie ein sehr vorteilhaftes Engagement an das Hamburger Thaliatheater aus. Sie mochte sich nicht von ihrem Kinde trennen. Bald darauf wurde sie für das deutesch Landestheater in Prag gewonnen; ihre künstlerische Entwicklung berechtigte zu hohen Erwartungen, als sie von neuem Mutter wurde. Sie bekam im Januar 1856 eine T Tochter und im Dezember 1857 noch einen Sohn. Die Anstrengungen der Berufstätigkeit im Verein mit dem starken physischen Kraftverbrauch, rachten sich jetzt. Minna Kautsky war noch nicht 20 Jahre alt, als ein schweres Lungenleiden sie befiel. Lungenblutingen traten nach heftigen Anstrengungen auf und wiederholten sich oft so lange, bis Erschöpfung eintrat. Die Aerzte wünschten vollste Ruhe und äusserste Schonung des schwer angegriffenen Organismus. Befolgte sie diese Verordnung, so erholte sie sich immer verhältnismässig rasch, jede Uebertretung brachte schlimme Rückfälle. Von einer Bühnentätigkeit konnte so vorderhand nicht die Rede sein. Minna Kautsky wäre trostlos gewesen, wenn sie nicht ihre Kinder gehabt hätte. Vordem hatte sie sich in einem beständigen Konflikt zwischen den unausweichlichen Pflichten ihres Berufs und den nicht minder dringenden ihren Kindern gegenüber befunden. Jetzt konnte sie sich diesen ungeteilt widmen, soweit es ihr Gesundheitszustand gestattete. Sie waren die Wesen, die sie am zärtlichsten liebte, deren Entwicklung sie mehr als alles andere auf der Welt interessierte und die sie--- nach ihren eigenen Worten--- sittlich beeinflussten, denn sie wollte ihrer würdig sein. 3 Ihr Mann gab damals die Staffeleimalerei auf und wandte sich der Dekorationsmalerei zu, für die er ganz besonders befähigt war. Er schlug auf diesem bisher vernachlässigten Gebiet neue Bahnen ein und hatte bald den Erfolg, dass er an das" Wiener Theater in der Josefstadt" zur. Ausstattung von Richard Wagners" Tannhäuser" berufen wurde. Leider blieb ihm das Glück nicht treu. Ein Zerwürfnis mit dem Direktor bewirkte dass Kautsky mit seiner Familie nach Prag zurückkehrte, wo in jener Zeit eine arge Wohnungsnot herrschte, von der natürlich alle armen Teufel am schwersten betroffen wurden. Zu diesen gehörte auch Kautsky, der damals für sich und die Seinen keine andere Wohnung zu finden vermochte, als einen grossen, saalartigen, fast unheizbaren Raum in einem Gasthause.---In diesem einen Gemach wurde gegessen, geschlafen, gewaschen, gemalt, hier studierte Minna Kautsky ihre Rollen vor den erstaunten Augen ihrer Kinder, die sich indes bald daran gewöhnten, ihre Mutter deklamieren, weinen, schluchzen, rasen zu sehen und zu hören. Sie hatte sich entschlossen zur Bühne zurückzukehren, obgleich ihr Lungenleiden noch keine erhebliche Besserung zeigte. Es war auch hier die Not, die kein Gebot duldete. Minna Kautsky wollte es jetzt als Tragödin versuchen. Sie erhielt einen Ruf an das damals gut geleitete Hoftheater in Sondershausen, wo sie mit ihren Antrittsrollen als Adrienne Lecouvreur, Deborah/ und Philippine Welser grossen Erfolg hatte. Ihre Kinder hatte sie in Prag zurücklassen müssen. Da sie die dauernde Trennung von ihrer Familie nicht zu ertragen vermochte, kehrte sie am Schluss der Theatersaison nach Prag zurück. Man wünschte sie in Berlin zu guten Bedingungenzu engagieren, aber die Liebe zu den Ihrigen entschied: sie blieb mit ihnen vereint und fand Beschäftigung an dem Prager tschechischen Theater. Mit der ihr eigenen Energie überwand sie die Schwierigkeiten die sich der künstlerischen Wiedergabe in einer Sprache, die nicht die Muttersprache ist, entgegenstellen. Schon in ihrer Antrittsrolle als Gretchen im" Faust" riss sie die Zuschauer zu hellem Enthusiasmus hin, Noch heute-- nach fast einem halben Jahrhundert-- vermag sie nicht ohne tiefe Bewegung von dem Triumpf jenes Abends zu sprechen. Sie spielte nun in rascher Folge-- immer in tschechischer Sprache-- die Jungfrau von Orleans, Portia, Thekla, im Wallenstein) Maria Stuart. Begeisterte Anerkennung wurde ihr zuteil, da machte XXXX ein schwerer Rückfall ihres Leidens XXX die weitere schauspielerische Entwicklung dieser begnadeten Künstlerin für immer zunichte. 24 Jahre alt musste sie der Bühne entsagen. Zum Glück fand ihr Mann jetzt endlich eine seiner Begabung entsprechende Stellung am Burgtheater in Wien, wohin er von Laube berufen wurde. Später gründete er ein eigenes Atelier, das sich bald eines t grossen, wohlverdienten Rufes erfreute. Minna Kautsky bedurfte nun viele Jahre lang aller ihrer Geduld, um ihre schweren, körperlichen Leiden zu ertragen, die sich nach der Geburt noch eines Knaben in einem Grade steigerten, dass ihr Zustand von den Aerzten als nahezu hoffnungslos angesehen wurde. Sie hatte indes eines, das sie immer wieder aufrichtete, die Freude an ihren sich prächtig entwickelnden Kindern, deren Erziehung der Gegenstand ihrer zärtlichsten Sorge war. Doch darüber hinaus verlangte ihr reger Geist nach Nahrung, nach Wissen, nach Kenntnissen, die die Ungunst der Verhältnisse ihr lange Zeit vorenthalten hatte. Sie lernte im Wetteifer mit ihren, die Schule besuchenden Söhnen, um die grossen Lücken in den Fundamenten ihrer Bildung auszufüllen. Dann las und studierte sie geschichtliche und philosophische Werke, darunter Kant, Schopenhauer, Feuerbach. Durch die Lektüre von Stuart Mill wurde sie zu eingehendem Studium der Frauenfrage angeregt. Ihr Wissens- und Bildungdrang konnte sich nicht gehug tun. Alles, was ihrer innerst en Natur gemäss war, griff sie begiering auf, um es---- von einem ungewöhnliche scharfen Verstand gut beraten---- in sich zu verarbeiten. 4. Diesen Wissensdrang teilte ihr--- inzwischen zum Junglig herangereifter Sohn Karl---- nachmals der bekannte sozialistische Theoretiker, der eine ausserordentlich schnelle geistige Entwicklung genommem hatte. Ihm schloss sie sich besonders innig an, mit ihm interessierte sie sich für Fragen der Politik und des öffentlichen Lebens. Als der Kommuneaufstand in Paris ausbrach, konnte niemand begeisterter mit den todesmutigen Kommune kämpfern fühlen und leiden, als der gunge Karl Kautsky(??? wann???) und seine, mit ihren Kindern jung gebliebene Mutter. Damals wurde zuerst ihr Interesse für sozialistische Ideen geweckt, und beide ruhten nun nicht eher, als bis sie sich die Hauptwerke der sozialistischen Literatur, die Schriften von Lassalle, Marx, Engels usw beschafft MaxXXX und gemeinsam gelesen hatten. Auch sozialistische Broschüren, eine kleine sozialdemokratische Zeitung, die" Gleichheit", die in Wien erschien, fanden ihren Weg in das Kautskysche Haus und trugen dazu bei dass" Mutter und Sohn" die brennenden Fragen der Zeit unter ganz neuen Gesichtspunkten betrachten lernten. Bald waren Minna und Karl Kautsky enthusiastische Anhänger der spzialistischen Lehre. Karl Bezog die Universität und seine Mutter nahm nun auch an seinen Studien teil, soweit sie ihrer Eigenart zusagten. In jener Zeit beschäftigte der Darwinismus die Geister, der gebildeten Welt und auch im Hause Kautsky wandte man ihm bald starkes Interesse zu/ Durch ihre Studien war Minna Kautsky wohl vorbereitet für das Verständnis der Darwinistischen Lehre. Dieses Fortschreiten wissenschaftlicher Erkenntnis gewährte ihr eine so hohe Befriedigung, einen so reinen Genuss, dass sie zeitweise alle Beschwerden ihrer kranken Lunge darüber vergass.. Mutterglück und Mutterstolz waren auf das innigste mit ihrem hochgesteigerten, geistigen Leben verwebt, dass Minna Kautsky früh gereiften Sohn in idealer Gemeinsamkeit lebte. " Er war mein Führer, mein Lehrer, mein Freund."--, mit ihrem so hat sie selber ihr Verhältnis zueinander- schön und treffend--charakterisiert.--- So intensiv hatte sie die Wonne des Lebens kaum in den Zeiten ihrer schauspielerischen Triumpfe empfunden, wie damals, als sie zum ersten- malé das Leben der Gesamtheit von einer höheren Warte überschauen lernte. Dieses innerliche Gehobensein war zudem von günstigem Einfluss auf ihren Gesundheitszustand. Sie wollte gesund werden und allmählig trat auch wirklich eine anhaltende Besserung ihres Befindens ein. Ein längerer Aufenthalt in den Alpen vollendete den Heilungsprozess in der z.T.zerstörten Lunge, sodass die Genesene bald von sich sagen konnte:" Ich fühle mich wieder vollkräftig und frisch und jung, alles in mir war in Bewegung gekommen."( und in XXXX) Der künstlerisch gestaltende Trieb war durch lange Jahre Fluss) zurückgedrängt worden; jetzt erwachte er wieder, aber er suchte sich ein neues Feld der Betätigung: Minna Kautsky griff zur Feder! Zunächst lag ihr jeder schriftstellerische Ehrgeiz fern. Sie hatte nur das Bedürfnis, alles, was sie in den letzten Jahren innerlich erlebt und was ihr ganzes Denken revolutioniert hatte, sich von der Seele zu schreiben. Ihr getreuer Karl musste natürlich ihre erst en tastenden Versuche begutachten. Sein Beifall ermunterte sie fortzufahren.--- Inzwischen hatte Karl Kautsky seine Universitätsstudien beendet und war bereits seit 1875 eifriger Mitarbeiter verschiedener sozialdemokratischer Zeitungen. Er schickte die erste grössere Erzählung seiner Mutter " Ein Proletarierkind" an Liebknecht, der in jener Zeit die eben begründete" Neue Welt" redigierte. Liebknecht nahm die schlichte Erzählung an in der sein geübtes Auge ein starkes, ursprüngliches Talent erkannte und forderte die Verfasserin zur ständigen Mitarbeit auf. Das war mehr, als sie je geträumt hatte. Sie war überglücklich und der erste freundliche Erfolg befeuerte sie zu weiterm Schaffen. 1877 schrieb sie die Erzählung:" Eine gute Partie" für die" Neue Welt". 1878 verfasste sie ein fünfaktiges Trauerspiel" Madame Roland" eine der interessantesten Frauengestalten Frauengestalten der grossen französischen Revolution zur Heldin hat.--- Man muss es der Verfasserin zugestehen, dass ihr der Kühne Wurf gelungen ist. Das Drama ist reich an packenden Szenen aus der Revolution, vor allem der dritte Akt, den eine Konventsdas 5, sitzung ausfüllt, in der das Schicksal der Girondisten entschieden wird. Manon Roland sehen wir in ihrem beherrschenden Einfluss auf die Führer der Gironde, aber auch in dem Widerstreit zwischen Pflicht und Liebe, der ihr Inneres zerstört, aus dem Gefängnishaft und Tod auf dem Schaffott als die einzige Rettung erschien. Kein geringerer als Laube erkannte die Bühnenwirksamkeit des Stückes. Er wollte es aufführen und leitete zu diesem Zweck Unterhandlungen mit dem Autor M.Kautsky ein/ in dem er schliesslich eine Dame kennen lernte. Zu seiner Ueberraschung. Die Verhandlungen zerschlugen sich, weil die Verfasserin die gewaltsamen Streichungen nicht zulassen konnte. Später fand sich keine Bühne mehr, die den Mut hatte, ein derartiges Revolutionsdrama auf die Bühne zu bringen. Im Sommer 1879 ging Minna Kautsky zu einem längeren Aufenthalt nach Hallstatt im Salzkammergut wo sie Gelegenheit warnahm, die Lage der Salzarbeiter zu studieren. Es war ein besonders intelligenter Schlag von Arbeitern, die hier unter x entwürdigenden Bedingungen eine aufreibende und gefährliche Arbeit zu verrichten hatten. Damals war Hallstatt noch ein weltabgeschiedener Gebirgswinkel. Trotzdem hatten sich hier schon freiheitliche Ideen auf religiösem und politisch- sozialem Gebiet eingenistet und ausgebreitet. Sie waren in den vierziger und fünfziger Jahren durch den berühmten Bauernphilosophen Konrad Deubler angeregt worden, der sich eifrig bemühte, unter seinen Landsleuten Bildung und Aufklärung zu verbreiten. In der Zeit der schwärzesten Reaktion vertrieb er die damals verbotenen materialistischen und naturphilosophischen Schriften unter der Arbeiterschaft eine Kühnheit, die der freie Sohn der Berge mit vier Jahren schweren Kerkers bussen musste. Diesem orginellen, materialistisch gesinnten Bauern und Volksmann Freund von Feuerbach und David Strauss, lernte Minna Kautsky in dem nahen Goisern kennen und hochschätzen den Sie hat ihm später ein literarisches Denkmal gesetzt in einer sehr fleissigen Arbeit über die Verhäдnisse der Staatsarbeiter im Salskammergut, sowie in einer austführlichen Besprechung des Dodelschen Buches über Konrad Deubler Einer grossen Zahl der prächtigen Arbeitertypen, die sie in Hallstatt kennen gelernt hat, begegneb wir in ihren späteren Romanen wieder, besonders in:" Die Alten und die Neuen" XXXX 1881 erschien in der" Neuen Welt" Minna Kautskys erster grosser Roman" Stefan vom Grillenhof" den viele für ihr bestes Werk halten!!! In der Tat strömt hier die Erfindung besonders reich und prächtig. Scharfe Streiflicher fallen auf die Entartung der oberen Gesellschaftsschichten. Was aber ausserdem dem Roman dauernden Wert verleiht, ist die kraftvolle realistische Schilderung der Greuel des Krieges von 1866 die niemand ohne nachhaltige Erschütterung zu lesen vermag. In ihrer strengen Sachlichkeit ist diese Leistung so erstaunlich, dass vor Minna Kautsky keine Frau auf diesem Gebiet etwas annähernd Gleichwertiges geschrieben haben dürfte. Von dem nächtigen Dunkel dieser Kapitel heben sich um so heller diejenigen ab, in denen die Verfasserin die Lichter ihres schalkhaften Humors über Menschen und Situationen spielen lässt. 1882 folgt der zweibändige Roman:" Herrschen oder Dienen". dessen Kern ein Stück der Frauenfrage bildet: herausgeschn is geschnitten M. J. 1884 erschien der( schon erwähnte) Roman:" Die Alten und die Neuen." 6. Minna Kautsky war nach der Verheiratung ihrer Kinder Grossmutter geworden. Ihr häuslicher Pflichtenkreis verkleinerte sich. Sie unternahm nun wiederholt Reisen in das Ausland, teils zu Erholungs- und StudienZwecken teils um mit ihrem ältesten Sohne, der nacheinander in: Zürich 2 2 Stuttgart und London lebte, zusammen zu sein. Mehrmals war sie in Italien. Sie hatte das Sehen zu einer Kunst aus- g gebildet--- und was gab es auf diesen Reisen für ihren immer regen Sinn nicht alles zu schauen und zu geniessen! Kunst und Natur begeister ten ihr empfängliches Gemüt gleichermassen. Das inhaltlose Leben und Treiben der oberen Schichten der Gesellschaft beobachtete sie daheim und drauessen gründlich und scharf. Das liebevollste Studium aber XXX widmete sie nach wie vor der AKKA der Rolle der Arbeiterklasse im modernen Wirtschaftsleben der Gedanken- und Empfindungswelt des Proletariats. Sein Ringen und Leiden behandelt sie mit Vorliebe in ihren späteren Werken, von denen:" Viktoria" 1888 und" Helene", 1895 erschien. In Viktoria bildet der Untergang des Kleinhandwerks und der Siegeszug der Grossindustrie den sozialen Hintergrund, von dem sich eine der anmutigsten Mädchengestalten unserer Erzählerin wirkungsvoll abhebt. " Helene" gibt in reichem, dichterischen Gewande ein Stück Parteigeschichte und eine Reihe trefflich gezeichneter Charakterköpfe aus der Internationalen Arbeiterbewegung unserer Tage. 1896 verlor Minna Kautsky den Gefährten ihres Lebens durch den Tod. Sie blieb zunächst in Wien, wo ihre Tochter verheiratet war und wo die beiden jüngeren Söhne das zu Weltruf gediehene Unternehmen des Vaters in erweitertem Massstabe fortführten..-- --- Mit den bürgerlichen Wienet Gesellschaftskreisen unterhielt Minna Kautsky nur insoweit Verkehr, als die Stellung ihres Mannes dies erfordert hatte. Sie war freilich jahrelang Präsidentin des Wiener Künstlerinnenund Schriftstellerinnenvereins gewesen, aber auch diese Beziehungen hatten sich sehr gelockert. Nichts hinderte sie nun, dauernd dort Wohnung zu nehmen, wo sie wahre Interessengemeinschaft und Sympathien in einem grösseren Kreis zu finden hoffte; in Berlin Hier brandete das Leben der Sozialdemokratie am stärksten, hier wirkte ihr Sohn Karl, der einen Freundeskreis hatte, zu dem auch sie sich hingezogen fühlte. So lebt Minna Kautsky nun seit fast einem jahrzehnt in Friedenau bei Berlin. Auch hier liess sie ihre Feder nicht rasten. Sie schrieb den grossen Roman" Im Vaterhause" der in Wien spielt und vorwiegend kleinbürgerliche Verhältnisse schildert. die sie ja aus ihren Jugend jahren so gut kannte. Sie verlegt die Handlung in die Zeit der höchsten Blüte des Wiener Antisimetismus, dem in der immer mächtiger ihr Haupt emporreckenden Sozialdemokratie ein tödlicher Gegner entsteht. Im Vordergrund des Interesses stehen hier Gestalten aus der Kunstwelt, scharf erfasst und lebensvoll wiedergegeben. Ausser einer grossen Zahl von echt volkstümlichen kleineren Erzählungen, die in der Parteipresse und in den/ XXXXXkalendern( Partei/) Deutschlands und Oesterreichs verstreut sind, schrieb sie im Laufe der Jahre auch einige Theaterstücke, unter denen hier genannt seien: das Schauspiel, " Albrecht Dürer" die kleinen Lustspiele:" Die Eder- Mizzi"( eine Dramatisierung ihrer ersten Novelle:" Ein Proletarierkind") ferner" Die DoktorBäuerin" und das vom Volkstheater in Wien preisgekrönte Lustspiel: " Sie schützt sich selbst". Ihre wertvollen literarischen Studien über Hebbel, über" Das Gemeindekind" der Ebner Eschenbach u.a. Essays legen Zeugnis ab. von ihrem feinen Verständnis und sicheren Urteil in literarischen Dingen. XXXXXXX@@ XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX Hebbel steht ihr am nächsten, unter den Dichtern des vergangenen Jahrhunderts Das Emporwachsen dieser mächtigen Dichterindividualität aus äusserster Niedrigkeit und Verwahrlosung zu studieren, ist ihr bis in die letzte Zeit hinein ein mit ehrfürchtiger Bewunderung gemischter, ästhetischer Genuss gewesen. So hoch man nun auch die Schriftstellerin Minna Kautsky schätzen mag, deren gesunde realistische Lebensauffassung von einem köstlichen Humor( der echt frauenhaft ist) durchsonnt wird und sich in keinem ihrer Werke verleugnet, so steht denen, die sie kennen und lieben---- und es lieben sie alle die sie kennen---- ihre ganze rein menschliche Persönlichkeit doch noch höher als die bedeutende Erzählerin. Gemütvoll, weise, und energisch, ist sie eine jener seltenen harmonischen Naturen, die einen Zauber ausüben, dem die Jahre nichts anzuhaben vermögen. Ihre ganze ungebrochene Persönlichkeit stömt noch heute ein ungewöhnliches Mass von Lebenskraft und Lebend freuede, von tiefquellender Herzenensheiterkeit aus. Und fragten wir sie, staunend über das Wunder dieser frischen Anmut und unverwüstlichen Jugend mit den Worten Goethes: " Sprich, wie Du Dich immer und immer erneust?" so dürfte sie mit demselben Dichter antworten: " Kannst's auch, wenn Du immer am Grossen Dich freust. Das Grosse bleibt frisch, erwärmend, belebend; Im Kleinlichen fröstelt der Kleinliche bebend." Nicht nur in der Jugende hat sie es so gehalten, sondern weit mehr noch später, als ihre langen Leidensjahre für sie Lehr jahre der Lebenskunst geworden XXXX waren. Nun kann sie im siebzigsten Jahre ihres Lebens von sich sagen: " Was man in der Jugend sich wünscht, hat man im Alter die Fulle. Die spät errungene Gesundheit des Ka Körpers ist ihr erhalten geblieben. Sie geniesst nicht nur im beneidenswerten Masse die Liebe ihrer Kinder und Enkelkinder, sie findet auch herzliche Zuneigung und verständnisvolle V Verehrung in einem gleichsam erweiterten Familienkreise von alten und jungen Freunden und Freundinnen, dessen Seele der moderne Sozialismus ist. Sie alle schöpfen Anregung, Ermutigung oder Erheiterung aus dem Umgang mit der temperamentvollen Frau, die soviel behaglichen Frohsinn um sich her zu verbreiten weiss. Mag sie nun den Freunden aus dem reichen Schatz ihrer Lebenserfahrungen mitteilen, von ihrer Künstlerinnenzeit in der Erinnerung schwärmen, oder mit feinstem Kunstempfinden von den Eindrücken sprechen, welche dieses oder jehes Meisterwerk auf ihr enthusiastische Gemüt ausgeübt oder mag sie im vertrauten Kreise die ernstesten Parteifragen erörtern, stets geht von dieser Frau mit den silberweissen Haaren und den jugendlich blitzenden dunklen Augen der unvergängliche Reiz vollen Mensche tums aus, der ihr alle Herzen zu eigen gibt, und niemand scheidet von ihr, ohne sich innerlich bereichert zu fühlen. Wenn wir uns der herzlichen und herzhaften Art unserer Minna Kautsky immer von neuem erfreuen, so sei eines nicht vergessen; Erst die bewusste Pflege aller ihrer reichen Anlagen, das unablässige Streben nach harmonischer Entfaltung, haben sie zu dem erhoben, worin sie uns Jüngeren vorbildlich ist: das ist ihr Wissensdrang, ihre Liebe zu allem was Fortschritt heisst, was natürlich, stark und gesund ist, und die ebenso entschiedene Abneigung gegen alles Philiströse und Dekadente. Möge sie noch lange in sonnigem Humor und künstlerischer Kraft, sich selbst und der Partei zur Freude, unter uns leben und wirken! fait . Die Neue Zeit 1.Band Nr.13 Ausgegeben am 27.Dezember 1912 31. Jahrgang I Minna K a utzky. In die alte Garde der Mitarbeiter, die einst die" Neue Zeit" aus der Taufe gehoben haben, hat der Tod eine neue Lücke gerissen: Minna Kautzky ist im sechsundsiebzigsten Lebensjahr sanft entschlafen. In den ersten Jahrgängen dieses Blattes ist sie oft vertreten: mit Avfsätzen über das deutsche Theater der Neuzeit, über Spiritismus, über Vogelschutz, über Wassili Weretschtschagin und Friedrich Hebbel: es war vielerlei und doch viel, denn immer war sie mit ihrem ganzen Herzen dabei. Die schönste dieser Arbeiten ist vielleicht der Aufsatz über die Staatsarbeiter und die Havsindustrie im Salzkammergut. Er schildert den verheerenden Einbruch des Kapitalismus in die herrlichen Alpentäler zm den Hallstätter See; an der Hand der Urkunden tritt das Sonst und das Jetzt vor die Augen der Leser, aber nicht als farbloses Abbild, sondern als ein lebendiges Gemälde, das mit wahrhaftigen Augen geschaut und mit künstlerischer Hand ausgeführt ist. So auch ist der Eindruck der Romane, die Minna Kautsky verfasst hat und die viele unserer Leser aus den Feuilletons der Parteizeitungen kennen werden. Gewiss lässt sich vom ästhetischen Standpunkt aus manches an ihnen aussetzen: das mitunter schablonenhafte Gerüste der Handlung, oder die allzu fleckenlose Herrlichkeit des Liebespaars oder andere konventionelle Behelfe. Aber wahrlich- in einer Zeit, wo die ästhetische Bildung sich mehr und mehr den grossen Kulturinteressen der Mensch heit entfremdet, wo ein aufgeblasener und leerer Hochmut die knabenhafte Weisheit predigt, dass ein Dichter■** k* kein Politiker sein dürfe,- in einer solchen Zeit soll uns wenig kümmern, was unserer verewigten Freundin an einer echten Dichterin fehlte, wenn wir uns des getrösten durren, dass sie eine echte Kämpferin war. Und eine echte Kämpferin war Minna Kautsky. Wenn es das traurige Schick sal manches Dichters ist, mit himmelstürmenden Anläufen zu beginnen, um sich schliesslich im Sumpfe des As the tentums behaglich zu betten, so war ihr das glücklichere Los beschieden, sich aus der rein künstlerischen Umwelt, darin sie gross geworden war, noch in späten Jahren zum Verständnis des proletarischen Emanzipationskampfes durchzuarbeiten und ihn mit der ganzen Glut ihrer leidenschaftlichen Natur zu erfassen. Nicht nur das Herz, sondern auch der Zorn machte diese Dichterin. Und mochte ihr die Tendenz einmal den künstlerischen Rahmen sprengen, so doch nur durch anregende Gedanken, die sie- eine gescheite Frau, die das Leben in Süss und Saver durchgekostet hatte= aus dem Schatze einer reichen Erfahrung zu spenden wüsste. Die stählende Kraft eines grossen Kampfes bewährte sich auch an ihr; sie blieb frisch und klar bis in ihre hohen Jahre. Sie hatte ihr Lebtag in Österreich gelebt, aber als sie sich, schon an der Schwelle des Greisenalters, zur Übersiedlung nach Berlin entschloss, brauchte sie nicht auf das warnende Wort zu hören, dass man alte Bäume nicht verpflanzen solle. Sie schlug noch tiefe Wurzeln in dem neuen Boden. Den Gewinnen folgten dann freilich auch die Verluste; Natalie Liebknecht und Julie Bebel, mit denen sie nahe befreundet war, wanderten vor ihr ins unbekannte Land. Aber ihr blieb noch ein grosser Kreis von Freunden. ihr blieb ein reicher Kranz von Kindern, Enkeln und Urenkeln, ihr blieb die Freude am Dasein und jene heitere Ruhe, die der verdiente Lohn eines wohl vollbrachten Lebens ist. Das Alter hatte keine Schrecken für sie; wenn es einmal leise anklopfte in leichten Vergesslichkeiten ung Verwechslungen, so lachte sie selbst am herzhaftesten über die ferng Wirrnis, die etwa dadurch entstand. Wie sie denen"nvergesslich bleiben wird, die ihr nahegestanden haben so werden die Hunderttarsende, die sich an ihren Dichtungen erhoben "nd erq"ickt haben, ihr ein Wort herzlichen Dankes nachrufen. Und auch ihre Werke werden davern, nicht zwar im Kleinodienschrein klas- sischer Literatur, aber in dem grossen Schätzhaus, das die menschli- chen ze“gnisse des Befrei"ngskampfes birgt, den mitz"kämpfen ihre Freüde und ihr Stolz war. . Dez. 1912 76 1837 nicht zu lassen. nicht zu wollen. Blatt zu Arbeiterwohlfahrt, Bezirk westliches Westfalen, Dortmund v. Minna Kautsky. Abschrift aus:" Vorwärts", 21.12.1912. Nach schweren, mit bewundernswerter Fassung ertragenen Leiden hat Minna Kautsky am Morgen des 20. Dezember die Augen für immer geschlossen. Sie war am 11. Juni 1837 in Graz in der Steiermark geboren. Aus der kleinbürgerlichen Enge, in der sie aufwuchs, trachtete sie sich zu befreien, indem sie sich frühzeitig dem Schauspielberuf zuwandte. Ein Lungenleiden vernichtete nach erfolgreicher, kurzer Bühnentätigkeit alle die hochfliegenden Erwartungen, die sie mit ihrer glänzenden Begabung zu hegen berechtigt war und verwies sie ganz auf das Walten im Familienkreise. Nach vielen Jahren erblühte ihr ein neues Feld beglückenden Wirkens, als sie mit ihrem ältesten Sohne Karl in die Ideenwelt des Sozialismus hineinwuchs, aus der auch der künstlerisch gestaltende Trieb, den sie so lange zurückgedrängt, einen neuen, mächtigen Impuls empfing. Seit ihre erste kleine Erzählung" Ein Proletarierkind" 1876 in der" Neuen Welt" erschien, die damals von Wilhelm Liebknecht redigiert wurde, veröffentlichte sie in der Parteipresse Deutschlands und Oesterreichs eine lange Reihe von Erzählungen und sozialen Romanen, die der Verfasserin besonders unter dem älteren Parteigenossen einen grossen Kreis von Verehrern ihrer schlichten Erzählkunst verschafften. Ihre lebenswahre Schilderung proletarischer und kleinbürgerlicher Verhältnisse, ihre kerngesunde, lebensbejahende Weltanschauung, ihr nie ermattender inbrünstiger Glaube an die sieghafte Kraft des sozialistischen Gedankens und nicht zuletzt ihr frischer Humor sind die Elemente ihrer Kunst, die Minna Kautskys Werken im Proletariat, für das sie geschaffen wurden, dauernde Wirkung sichern. Auch nachdem unsere Genossin das biblische Alter überschritten,**** blieben ihr die Freude am Schaffen und ihr sonniges Temperament erhalten. Es ist noch nicht lange her, da überraschte sie ihre Freunde mit der Vorlesung eines Lustspiels, dem von einem Nachlassen der gestaltenden Kraft nichts anzumerken war. Für die" Neue Welt" hatte sie noch in den letzten Jahren eine wertvolle Gabe," Die Leute von St. Bonifaz", und schliesslich ging sie an die Niederschrift ihrer Lebenserinnerungen, die, ursprünglich nur für die nächsten Angehörigen bestimmt, hoffentlich noch einem grösseren Leserkreis zugänglich gemacht werden. Einen vollen Lorbeerkranz legt das Proletariat auf dem Sarg seiner Dichterin nieder." ( Ein weiterer Artikel mit bibliographischen Angaben ist im" Vorwärts", Dezember 1912 nicht enthalten). TEBI Rosa Luxemburg ( 25.Dezember 1870-15. Januar 1919) Sie war eine( de am meisten genannten Frauen Gis 1919 2 # der Arbeiterbewegung. ( Den speziellen Kampf um Frauenrechte hatte sie nicht zu ihrem Arbeitsgebiet für gil gamacht. Ihr ganzes Tun setzte voraus, dass es sich XXX um eine Selbstverständlichkeit handele den Frauen die Gleichberechtigung zu geben. Aber el.e Frauenbueguas, spezielles/ Arbeits делия 20 es( war ein/ Kempigebiet, dass sie anderen Kräften uberliss. Uns heutigen gebührt es, der Frau Anerkennung und Würdigung zu zollen, die Aussergewöhnliches vollbrachte oder in ihrer Persönlichkeit darstellte; und die dankRosalagember) wofür sie stritt, bare Feststellung, dass sie,** XXXXXXXX, auch für uns, für die freiheitsHound Frauen/ schon durstigen MAX/ erstrebte, dürfen wir Rosa Luxemburg am wenigsten vorenthalten. Als sie sich- noch sehr jung, aber auch sehr bewussta für ihre Teilnahme und Wirksamkeit im politischen Leben entschied, wählte neben natadirissenschaftlichen Fäckern, sie das Studium der Volkswirtschaft und Jurisprudenz, weil ihr diese к* XXXX mit Recht/ für die Politik Kenntniss/ als das beste Rüstzeug erschien. Es ist nicht der Zweck dieser kleinen Abhandlung über Rosa Luxemburg, in die Ideen Meinungs- und Richtungskämpfe einer vergangenen Zeite poche einzudringen; andere, Freunde von ihr, haben es getan. Es ist immer wieder reizvoll к sich mit diesen interessanten MKX Frau, der Politikerin, der Stil Rednerin, der Schriftstellerin zu beschäftigen. Uassel heute die Frau, der Mensch, sein Werden sein schliessliches Schicksal im Vordergrund stehen. besonders geliebte/ Rosa war das kind einer kulturell hochstehenden, jüdischen FaLand-/ ehemaligen/ ilie in Polen. Der Geburtsort, ein kleines XXXXstädtchen an der жXXXй polstand mRE nisch- russischen Grenze, Zamosc im Gouvernement Lublin, MкXXXX unter zaristischen Herrschaft. Ihr Vater war Kaufmann die Familie siedelte mit der inzwischen dreifährigen Rosa nach Warschau über. Neben den Eltern sorgten sich um das zarte und besonders intelligente Kind auch sieben Brüder, deren kleines Schwesterlein durch ein-ärztlich nicht genau erkanntes- Hüftkonnte leiden daran gehindert war, mit anderen Kindern herumzutollen. Sie hata affe mit fünf Jahren, sozusagen als Ersatz für natürliches kindliches Spiel, gelernt schon lesen und schreiben. Die Lehrerin erwachte früh in ihr. Sie versuchte ihre Kunst am Personal des Hauses, das ja meistens analphabetisch war. Auch onen Istlichen Kultur ebenfalls. ent ze z Ewenn auch her libedale dar en brachte Z Rosa -2korrespondiete sie, von Zimmer zu Zimmer, mit Eltern und Geschwistern, wobei sie punktliche Antworten verlangte. Die Familie Luxemburg gehörte zu der sehr schmalen Schicht jüdischer Grosskaufleute und Intellektueller, die sich aus dem allgemeinen, jüdischen Elend dieser Zeitepoche herauszuheben ver\\ dev Farte mochte. Ihre geistig- kulturellen Interessen waren an mhach Deutschland ausgerichtet. Die zaristische Fremdherrschaft lastete schwer auf der Gesamtheit der Bevölkerung. Rosa Luxemburg besuchte in Warschau das Gymnasium Es wird angenommen, dass das sehr junge Mädchen schon in dieser Zeit mit den revolutionären Strömungen Fühlung hatte. Es entsprach dem Zuge der Zeit und den politischen Verhältnissen, dass die polnische Jugend im Zare ptum den nationalen Unterdrücker sah und sich revolutionären Strömungen zuwandte. Wahrscheinlich war es der erziehliche Einfluss iher kulturell so stark nach Deutschland tendierenden Familie, dass die so früh geweckten revelutionären Neigungen Rosas sich niemals steht auf die polnisch- nationale Sicht verengte. Ihr gaXXXX früher Anschluss an polnische Aktion retolutionate Beweg Kas and hatte bald eine so starke Gefährdung ihrer Person zur Folge, dass das" Revolutionäre Komitee" beschloss, Rosa habe zu ihrer eigenen Sicherheit den Boden Russlands zu verlassen. XXXXXXXte. Sie hatte grade das Gymnasium mit Erfolg absolviert und war 19 Jahre alt. So gelangte sie nach einer romantisch- abenteuerlichen Flucht nach Zürich, ein unerfahre( als körperlich/ wird sie beschrieben nes Kind, dazu klein/ unansehnliche Folgen ihres früheren Huftleidens zwangen sie tragend, das sie zwang lahm zu gehen. Und doch erwang sie sich dort Kraft und ihres Willens ihrer Intelligenz und ihrer bewussten Persönlichkeit sehr ebense Kawires Maintena die bald die Achtung der Studentenschaft und auch der dort lebenden politischen ( politischen/ Emigration. Ihrer Energie und/ Zielsicherheit verdankte sie sehr bald einen nickt angesehenen Platz innerhalb der polnisch- revolutionären Bewegung. Dabei blieb sie keineswegs stehen, die deutsche und französische Arbeiterbewegung hatte es ihr angetan. Ihre Doktorarbeit machte sie über:" Die industrielle Entwicklung Polens". 188,** x Schon auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Zuch 1893 hatte die junge Revolutionärin allgemeines Aufsehen erted. Aus den vielfältigen Wandlungen der polnischen Arbeiterbewegung war s schliesslich wieder eine neul politische Organisation hervorgegangen. Rosa hatte in Zürich inzwischen die Geschichte Polens, seine nationalrevolutionären und sozialistischen Bewegungen studiert, ohne dabei die theoretischen Grundlagen der internationalen Arbeiterbewegung zu vernachläsin enger sigen. Das Resultat dieses Studiums, zugleich Zusammenarbeit mit der Führung dieser neuen polnischen ParteiкXXX deren führenden zu 8pfen sie selber gehörte, war ein umfangreiches Dokument, ein Bericht an Internationalen/ diesen/ Sozialistischen Arbeiterkongress in Zürich. Rosa -3-( assa Luxemburgs делей dif über. The sorgfältige Erziehung der Aufenthalt im Ausland hatten sprachliche entstehen erspart Schwierigkeiten überhaupt nicht XXXXX/ Lassen Vor allem war es die deutsche Sprache, die sie bis zur Meisterschaft beherrschte. Die deutsche und französische Arbeiterbewegung interssierte sie ungemein. Sie hatte auch nicht viel Gefallen am Emigrantendasein; z.B.blieben doch viele Russen ständig in der Schweiz, кXXXXXXXXXXX wo sie sich nur mit vom russischen Standpunkt aus mit den politischen Fragen beschäftigten Sie strebte nach der Unabhängigkeit von der nativ Dieses Feld der Wirksamkeit war Rosa Luxemburg zu eng. Nach einem kurzen kommt sie 1897 nadi Deutschland. 1898 Coualen Frage Aufenthalt in Paris( begegnen wir ihr zum ersten mal in Deutschland, wo sie " auf dem Pardeides in Stuttgart lebragt und entschiede?... an der Debatte beteisich 1898, wo sie sich Emtapattrek rtant sit maoll f ligte. Damals war die Auseinandersetzung zwischen den beiden Richtungen: " Radikalismus und Revisionismus" schon in vollem Schwung. Sie haben die geistigen Träger der Arbeiterbewegung viele Jahre stark beschäftigt. Von London her wollte Eduard Bernstein, der XXXXXXXXXXк noch immer im Exil leben musste und im Ausland stark" umgelernt" hatte den Marxismus revidieren. Er hatte auch in Deutschland Anhänger gefunden und die Richtungskämpfe wurden iste mit dem Heftigkeit geführt.-- Diese kurze infuging warzom XXXTK Verständnis des Nachfolgenden notwendig Wenn 28421 CAn diesen Kämpfen beteiligte sich Rosa Luxemburg sehr intensiv in Wort und Schrift, sie entwickelte dabei einen erstaunlichen Ideenreichtum und eine grosse Fähigkeit die sozialen und psychologischen Probleme der modernen In der in der Arbeiterbewegung zu durchdringen. Ia" Neuen Zeit" und zuweilen auch Tages( von uns damals presse darüber zu zu lesen, war für viele hochinteressant. Die Sohreiberin dieser Abhandlung hat Rosa Luxemberg et sprechen hören, auf einem idge vel einer Parteitag, auf einer Berliner Generalversammlung, and in öffentlichen Versammwad man immersing beeindruckt. lunge, Jedesmal dar der Eindrack den diese kluge mutige temperamentvolle Frau, binterites, ausserordention stank. Sie may vielleicht bei diesen Auseinandersetzungen manchmal geirrt, manchmal recht haben. Der Gang der Weltgeschichte hat manchem von uns pentahla zum" Umlernen" gezwungen, wenn sich dieser Prozess auch bei den meisten von uns in der Stille vollzogen hat, * Heue Zeit, redigiest von Karl Kautsky, Verlag J.Hl. W. Dietz denen sie dent heaven Manne egenargementen der politisch streit csgesetzt sind. un リール * Rosa -4Es ist etwas anderes, ob sich jemand#ffentlich am Widerstreit der Meinungen beteiligt und zu behaupten sucht oder ob er daran nur als Leser und Zuhörer beteiligt ist. Worauf es mir hier, in diesem Lebensbild, ankommt ist dies Wir sehen eine kluge Frauxa mutig und unerschrocken um die Durchsetzung ihrer Meinung**** kämpfen weil sie sie für richtig hält, weil nach ihrer den bang des Geschiede und Meinung davon für das Schicksal der Arbeiterklasse sehr viel abhängt. Sie fuhrt diesen Kampf zu einer Zeit, in der die weitaus meisten Frauen, soweit sie schon in der sozialistischen Bewegung stehen, sich auf Gebiete bekeine schränken, in denen sie sich mehr zuhause fühlen und in denem sich kaum prinキ Rosa aber kämpfte zipielle Angriffsflächen von solcher Bedeutung bieten. Damprys pubketagegen eine Anzahl von Männern, die bei aller theoretischen Erkenntnis( auch von der Frauenfrage und Gleichberechtigung) es noch nicht gewohnt waren, mit Frauen auf diesem Gebiet öffentlich die Klinge zu theoretischen/ sie wurden kreuzen. Und diese XXX/ Auseinandersetzungen waren hart nicht von Männern geführt, die durch eine diplomatische Schule gegangen waren Hier berühren wir ein Gebiet der Geschlechterpsychologie, das auch heute ausserde noch nicht ausgeschöpft XXX und restlos geklärt ist, dass aber damals noch kaum durchdacht war. Rosa Luxemburg hatte sich nach ihrer Uebersiedelung nach Deutschland is die Anerkennung eines grossen Teils der führenden / Clara Zetkin, auch mit/ Genossen erworben: August Bebel, Paul Singer, Mehring u.a. Mit XXIXй/ Karl Kautsky und seiner Frau Luise verband sie Freundschaft, zu Karl Kautsky hatte sie schon von der Schweiz her literarische Verbindungen gepflegt. später zerbrucken diese Beziehungen zu karl, während die Freundschaft der beiden Frauen hie( t Der Schriftstellerin hatte sich der Weg in die Parteipresse geöffnet, der guten Rednerin wurde die Tribüne der Versammlungen gerne zur Verfügung ge stellt. Aber auch ete Enttäuschungen musste sie erleben, кXXXXXX** XXX Sie Abwehr, fand auch Misstrauen und Verschlossenheit/ wo es sich nicht um Gegner ihrer Wir Meinungen handelte. Ich zitiere, Frölich: A .... als sie grade wieder eine böse Erfahrung... gemacht hatte, schrieb sie an Bebel, sie sei von Anfang an in der deutschen Sozialdemokratie einer" merkwürdigen Aufnahme" begegnet, nicht nur bei den Gegnern ihrer Anschauungen. Sie suchte den Grund darin, dass sie Ausländerin XXX... sei. Wahrscheinlich war es böser. Der Frau galt vor allem der Widerstand, der Frau, die es wagte sich in das Männerhandwerk der Politik einzumischen, dabei nicht bescheiden nach der Meinung der" Praktiker" fragte, sondern" frech" eigene Anschauungen entwickelte und was das schlimmste war Argumente brachte, vor denen man grollend kapitulieren musste..... 11 ** sione benutzte Literatu * Darüber noch en einiges bei bei Luise K. Rosa 5- Eine dieser Enttäuschungen war, als sie( unerhört in der damaligen Zeit) 1898 die redaktionelle Leitung der" Sächsischen Arbeiterzeitung" übernommen hatte. Zwei bekannte Redakteure waren aus Sachsen ausgewiesen worden und hatten ( als Bedingung für weitere Mitarbeit an dem Blatt) verlangt, dass Rosa Kuxemburg die Leitung des Blattes übernähme. Es kam dann in der Folge zu einem grossen kollegialen Meinungsstreit, einer Art von " Rebellion gegen den unbequemen Chef". " Die Parteiinstanz, die über die Zeitung zu bestimmen hatte, stellte die Leiterin der Redaktion unter die Zensur ihrer Kollegen und verweigerte ihr... das Recht, sich unter eigenem Namen .../ gegen Angriffe zu verteidigen. Sie waren verwundert, als Rosa Luxemburg ihnen den Bettel vor die Füsse warf." 1899 wurde sie aufgefordert, in die Redaktion des" Vorwärts" einzutreten. Sie lehnte ab. Sie wollte nicht mit Wilhelm Liebknecht, vor dem sie, bei einiger politischer Gegnerschaft eine sehr grosse Achtung empfand, nicht in Konflikte geraten. 1902 wurde sie( zum hellen Entsetzen der bürgerlichen ( redaktionelle Presse) als Leiterin an die" Leipziger Volkszeitung" berufen, doch legte sie wieder/ auch diese Cheftätigkeit bald/ nieder/ Grund: Man wollte" der Frau" nicht die gleichen Befugnisse einräumen wie es bei ihrem verstorbenen Vogänger geschehen war. Rosa Luxemburg wohnte in Berlin und arbeitete als freier Schriftsteller Ihre Verbindungen mit den polnischen Sozialdemokraten hatte sie niemals aufgegeben, sie fühlte sich in starkem Masse als Interpret der Erkenntnisse und Anschauungen, die( in Zusammenarbeit mit ihr) von dort kamen. Auch ihr X* XX** X Kampf mit dem Revisionismus ging durch die Jahre gleichmässig weigter, er brachte sie auch teilweise in eine starke Gemerschaft zu den Gewerkschaften, spielte doch in diesem grossen theoretischen KAMI Streit die Frage des" politischen Massenstreiks" eine grosse Rolle. aber meisterhaften Benedikt Kautsky sagt in seiner kurzen, aber mei biographischen Skizze über Rosa Luegen Kautsky Seite 212/213:"..in ihren Artikeln sind gleichzeitig die Vorzüge und die Begrenzheit ihrer Fähigkeiten zu erkennen....... Keiner ihrer Gegner konnte ihr Scharfsinn und Wissen absprechen; dazu führte sie eine geschickte, wenn auch meist zu scharfe Feder. Die Rücksichtslosigkeit, mit der russische Revolutionäre ihre politischen Streitfragen auszutragen pflegten, findet sich auch bei ihr, und man wird nicht behaupten können, dass dies eine Bereicherung der deutschen Parteipolitik gewesen wäre. Aber empfindlicher noch war der Mangel an Verständnis für manche Seiten der europäischen Arbeiterbewegung, von der sie eben doch nur Teile kannte. Das Wesen tief verwurzelter Demokratien blieb blieb ihr stets fremd. XXXXк Die Bedingungen, etwa der englischen Arbeiterbewegung schätzte sie daher falsch ein und versperrte sich damit den Weg zur richtigen Beurteilung der Aufgaben und der Tätigkeit der Gewerkschaften überhaupt.. okem 6. Absatz 3 Rosa Luxem-E FR burg war- als politische und als öffentlich auftretende Frau- im kaiserlichen Deutschland natürlich gefährdet.Als Ausländerin wäre sie von vornherein vollkommen schutzlos gewesen. Darum hatte sie, um die Rechte und den Schutz einer deutschen Staatsbürgerin zu haben, schon in der Schweiz mit dem deutschen Sozialdemokraten Gustav Lübeck eine Ehe geschlossen. Er lebte in der rosa 1847. Schweiz als freier Schriftsteller. Rosa hatte als Studentin bei seinen Eltern in Zurich gewohnt. Die russische Revolution von 1905, an der die . inzwischen erstarkte, polnische Sozialdemokratie stark beteiligt war, hatte Rosa veranlasst, unter fremdem Namen nach Warschau zu gehen. Sie wurde dort verhaftet, ihre Identität bald aufgedeckt. War der Name L Lübeck ihr nun ein Schutz? Die Weisheit der polnisch- russischen Juristen sagte: Die Ehe mit Lübeck sei zwar nach deutschem Recht gültig, aber, da sie nicht von einem Rabbiner vollzogen sei, gelte sie in Russland nicht. Aber ein bischen scheint sie doch gegolten zu haben, auch vermutete man Rosa wurde känк noch andere, politische Strömungen im Lande selbst bunaobh nach mehrmonatiger Haft, die unter sehr widrigen Begleitumgegen Kaution ständen vollzogen worden war, wegen ärztlich festgestellter Krankheit entlassen, doch durfte sie Warschau nicht sofort verlassen. Schliesslich wurde auch das gestattet und Rosa ging dann, nachdem sie noch einige-nicht ( aber im Sinne inver politischen Wirksamkeit wichtige ungefährliche Besuche XXX en Genossen an verschiedenen Plätzen in Russland gemacht hatte nach Mannheim zum Parteitag.( 1906) Diese Zeit in Russland diente zugleich der Produkdeв unfreiwilligen Aufenthaltes tion von Artikeln und Streitschriften, wie z.B.der Broschüre:" Massenstreik, Partei und Gewerkschaften." Ihr Geist war durch die oft tuckische und widerwärtige Behandlung während der Haft nicht gebrochen worden. Wohl aber verlangte ihre Konstitution nach eine Zeit der Erholung, die sie in Italien suchte und fand. von, hv 1906 wurde von der deutschen Sozialdemokratie eine Parteischule ins Leben gerufen, an der ab 1907 Rosa Luxemburg als Lehrerin mitwirkte. Es wurde immer gesagt, dass sie eine hervorragende Lehrkraft gewesen sei, die den schweren Stoff mühelos beherrschte und es verstand, ihn den Schülern in meisterhafter Weise sa nahe zu bringen, dass sie sich die Resutate selhatte sie mit/ ber erarbeiten konnten. Ihre Kunst Menschen umzugehen, soll dort under Bereis gestellt. Triumpfe gefeiert haben. So ging es die ganzen Jahre, durch die verschiedenen politischen Probleme und Tätigkeiten hindurch, bis sich der Kampf der Meinungen, durch die Ereignisse von 1914, die die Welt erschütterten, auf eine ganz andere Ebene verschob und schliesslich X** zur Zerdeutschen splitterung der stolzen Arbeiterbewegung führte. In dieser Zeit des blu eindu ücke Rosa+ H 8. tigen Krieges und der schmerzhaftesten Auseinandersetzungen innerhalb Kennen 1913 der Arbeiterbewegung, lernte Rosa Luxemburg das Gefängnis in seiner vervor dem Krieg( 1914-18) schiedensten Gestalt/.Es bagann eigentlich schon, XXX. Ein Wort in einer Versammlung wurde ihr als" Aufforderung an Soldaten zum Ungehorsam" ausgelegt. Deshalb wurde sie angeklagt und 1914 in Frankfurt zu einem Jahr Ge6040+ fängnis verurteilt, aber nicht gleich verhaftet, wie der Staatsanwalt es gefordert hatte. Sil Rasa antwortete dem Staatsanwalt:" Zum Schluss noch ein Wort, das auf seinen Urheber zurückfällt. Der Staatsanwalt hat wörtlich gesagt....: es wäre ja unbegreiflich, wenn die Angeklagte nicht die Flucht ergreifen würde. Das heisst mit anderen Worten: wenn ich, der Staatsanwalt, ein Jahr Gefängnis abzubüssen hätte, dann würde ich die Flucht ergreifen.Herr Staatsanwalt, ich glaube Ihnen, Sie würden fliehen. Ein Sozialdemokrat flieht nicht.Er steht zu seinen Taten und lacht Ihrer Strafen. Und nun verurteilen Sie mich." , Sie sprach dann in der Folge dieser Verhandlung und Verurteilung in vielen überfüllten Versammlungen, wo sie, genau wie vor dem Gericht zu dem stand, was sie einmal gesagt hatte. Diese Versammlungen, zusammen mit den scharfen Artikeln, fullte bei der Justiz das Mass gegen sie. Wegen eines Artikels, in aйaй dem sie Soldatenmisshandlungen enthüllte und anprangerte, erhob der Kriegsminister Anklage wegen Beleidigung der Armee. Es meldeten sich aber cirka 30 000 Opfer und Zeugen von Soldatenmisshandlungen sodass schliesslich der Vertreter des Ministers um Vertagung bitten musste. So wurde dann dieser X Monsterprozess begraben. Noch im Juni 1914 wurde wegen einer Generalstreiresolution gegen sie und sämtliche Unterzeichner Anklage erhoben, IX anfang August unterbrach der Krieg die Fahndung nach den Versammlungsteilnehmern, die 11 an stellen dafür gestimmt hatten, auch sie wollte unter Anklage gestellt werden. Damals verband sie schon eine-aus gleichem politischen Temperament entstandene- Freundschaft mit Karl Liebknecht, einem der Söhne X von Wilhelm Liebknecht, des geschätzten und verehrten Veteranen der KäXXXXX internaLouise Zietz tionalen Sozialdemokratie.( gest. ) Beide, dazu Clara Zetkin, und X eine Anzahl männlicher й Gesinnungsfreunde arbeiteten vom 4.Aug. an gegen den Krieg Kr1e6y Rosa q Im Vordergrund stand die Frage der Kriegskredite. d.h. damit auch gegen der Sozialdemokratische Partel Deutschlands, Verden Bestand, the det ständigungsmöglichkeiten waren nicht mehr vorhanden, zu tief war die Kluft. Sobald Menschen, die bisher einer Bewegung angehörten an einem Punkt angelangt sind, an dem, der eine den anderen nicht mehr verstehen kann, wenn man sich gegenseitig Motive des Handelns unterschiebt, die nur in der AbWillen zum/ wegigkeit des Denkens zu suchen sind und ihre tiefste Ursache im Verrat des anderen suchen hört jedex X** XX* XXXX Verständigungsmöglichkeit au tauf. Nicht, dass es ganz am guten Willen. any gefehlt hätte. Aben auch jeder Wille, den anderen zu verstehen. Und alles, was damit verbunden auf beiden Seiten/ um war, die Bemühungen/ Verständnis, die Mittel, die man dazu nötig waren stark geschl mälest hatte, um seine Meinung bekannt zu machen, nahm feindliche Formen an. Das soll/ nämlich/ Höchste, was es in einer demokratischen Partei geben/ KKKK/ die Meinungsverschiedenheiten offen und kameradschaftlich miteinander auszutragen, schriftlich und mündlich, war in dieser Zeit des Krieges, der militärischen Diktatur, _der_ des Eingriffs militärischen Macht durch Dezimierung der Mitgliederzahl, ( Binziehungen) durch die X* XX* rücksichtslos ausgeübte Militärzensur, stark Scho viel. unterbunden. Das durchaus nicht freie Versammlungsrecht war noch unganz einer soldier freier geworden. Und XXX das alles bei dieser psychologischen Zerdie Misstrauen und Missdentangen and Folge sprach sich klüftung, in der Sozialdemokratie, XXXX Man hatte Willen und die Ehrlichkeit der Gesinnung ab. Vorläufig -damals noch alles innerhalb einer Partei ab. der. Luxemburs gegenseitig den guten Das alles Und doch spielte sich das Zu Beginn 1915 musste Rosa die ihr in Frankfurt zudiktierte Strafe*** X** X* XX von einem Jahr Gefängnis antreten.Sie verbüsste sie im" Weibersies gefängnis", Berlin Barnimstrasse. Sie hatte Vorher) eine Zeitlang im Krankenhaus verbringen müssen, daher war ihr eine Frist bis zum 31.März bewilligt 2 Vorke and es worden. Dooh Sie wollte, mit Clara Zetkin nach Holland fahren, um die letzten Vorbereitungen für eine" Internationale Frauenkonferenz"( gegen den Krieg) konferenz hat ist abzuschliessen die auch stattgefunden hat aber ohne sichtbare Wirkung gedeshalb Sie blieben, ist. Aber Rose musste deshalb ihre Strafe schon zu Beginn des Jahres antreten. Sie organisierte und schrieb ihre Artikel und Anweisungen aus dem ent stand Gefängnis. So entstand. Unter ihrem Einfluss am 1. Jan.1916 der" Spartakusdersidrabet dessen Mitglieder aber in der Partei blieben. bund, Ende Januar aus dem Gefängnis entlassen, fand sie ne Broschüre ( 1916) Die nun bald die erste Fracht ihrer Gefängniszeit noch ungedruckt vor. Sie erschien unter dem Pseudonym" Junius" und erregte grosses Ausehen. Auch 1916 * ed zokien Junius, Verteidiger der englischen Verfassung gegen König Georg III von England wird an einem xxx xxx immer, Freude hat... sondern säckligen. Men es, einässigkeit im meine Marina. d. Parl. Briefe veranten was will, ich werden falle. doch allen saãn wol eiŋ Ist man und den sittlichen Kiese. named, and an's crifstion yeares En l'un d'eau, mais je vous aussi dig an bleiben. Kaufsk. 2/2/21. . Rosa- 10 Wette Lu fem burz noch wandte sich Rosa gegen eine eigene Parteigründung : man dürfe die Mitgliedschaft KK der Sozialdemokratie nicht ihren abtrunnigen unter der Hand in den Betrieben/ Führern überlassen. 1916 Am 1.Mai wurde von" Spartakus"/ eine Demonstration I X organisiert, worden. XIXXXXXXXX Morgens XXXXXX um 8 Uhr fanden sich auf dem Potsdamer Platz in Berlin die Demonstranten befanden sich ein. Unter ihnen Karl Liebknecht in der Uniform des Arbeitssoldaten und Rosa 1 Luxemburg. Plötzlich erscholl aus seinem Mund der helle Ruf:" Nieder mit dem Krieg.Nieder mit der Regierung" Tumult, Verhaftung durch berittene Podes Rufers zuerst/ natted. lizei.Liebknecht wurde/ zu zweiunde inhalb XXX* XX** X Jahren, schliesslich, Im EAK Zuchthaus zu Luckau musste er Schuhe flicken./ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 10.Juli würde auch Rosa wieder verLebens ( Lutemours Leo Jogishes, ein russischer Revolutionär war ihr( Kamerad für das ganze mit dem sil Leben. Sie war mit ihm INEXdaax¯æXXXXXX bis zu ihrem gegewesen ist waltsamen Ende verbunden übernahm die Leitung des" Spartakus. bundes im Befängni Er wurde( bald nach dem Mord an Miner Polizeipräsidiums ermordet ebenfalls) Rosa Luxemburg war nicht verurteilt man nannte es" Schutzhaft, wurde es war MX in die immer von drei zu drei Monaten verlängert. Es war eine" Ehrenhaft" war/ mit Ausnahme der Politik/ keine Strafe, der Gefangenen Selbstbeschäftigung erlaubt und sie durfte die Kosten ihres Aufenthalts selber bezahlen. Ihre erste Station war wieder das Weibergefängnis in der Barnimstr, doch wurde sie schon im September 1916, Berliner/ zwecks besserer Ueberwachung, in das Gefängnis des/ Polizeipräsidiums überPas führt. hatte alle Merkmale einer Durchgangsstation, das heisst ungepflegt, verwahrlost, verwanzt, schmutzig, im höchsten Grade primitiv, ohne Licht, sodass die Zelle ab 5 Uhr schon in Dunkel X gehüllt war. Dazu der Nacht das Mirren der Schlüssel, das Hallen der Schritte auf den langen Korridoren, das Schlagen der eisernen Türen, verbunden mit dem Vorbeidonnern der Stadbahnzüge, von denen die Zelle erbebte. Rosa, die niemals Klagelieder Spade sang und kein Mitleid vertragen konnte, sagt selber:" Der anderthalbmononatige Aufenthalt dort hat auf meinem Kopf graue Haare und in meinen Nerven zurückge/ Risse XXXXXXlassen, die ich nie verwinden werde. Ende Oktober 1916 kommt sie in die Festung Wronke in Posen. Hier ist es erträglicher.Die Zellen sind über Tag geöffnet, Rosa hat sogar ein paar Blumenbeete zum pflegen Im Juli 1917 ist es mit dieser Herrlichkeit aus sie kommt nach Breslau # cken. Rosa Das war ins Gefängnis. Es ist ein düsterer Bau, sie ist den ganzen Tag eingeschlossen, sie streift der tägliche Spaziergang vollzieht sich in einem sehr engen Hof. Rose, steift entlang/ immer dicht an der Mauer XXXXк, weil nur dort ein wenig Sonne hinkommt. HII Hier aus Frelich //// farbenhungriges Auge sucht ein wenig Grün./ Wir zitieren noch einmal Paul Frölich: Ihr Fröleh/ Draussen stand die Welt in Flammen. In Rosa's Innerm XXX loderte der leidenschaftliche Wille zu wirken, zu lehren, zum Handeln anzutreiben, um im Chaos dieser Götterdämmerung den Grund für eine neue, soziale Welt zu legen; und sie war auf diese Toteninsel geworfen. Sie lebte wie unter einer Glasglocke in verdünnter Luft, in drückender Einsamkeit und in einem Schweigen in dem sie wochenlang die eigene Stimme nicht hörte.Mit grauenhafter Deutlichkeit sah sie die zerfesten Leiber in den Schützengräben, das Schicksal von Millionen.Sie empfand das wachsende Elend der Massen, das Sterben der Kinder, das Verkümmern einer ganzen Generation, die allgemeine Verrohung und die Zertrümmerung der Kultur./' Drei Jahre und vier Monate der Kriegszeit hat Rosa Luxemburg so hinter Kerkermauern verbracht, davon war nur das eine Jahr 1915 durch eine Verurteilung begründet. Inzwischen vorhandent Trennun hatte sich die längst college der beister - au oli nach aussen 2 ssen. Die Unabhängige Sozialdemokratie konstituierte 1917 in Halle. Der Spartagkus da rol sich A M and with te lebten weider im Dunkeln. Liebknecht wurde am 1.Oktober 1918 frei, Rosa Luxemburg erst nach drei Wochen, XXX die Revolution öffnete ihr die Tore des Kerkers. Und Das XXX tragische Ende dieses Frauenlebens naht mit Riesenschritten. Ob sie es wohl gefühlt hat? Ihre Tapferkeit and Ehrlichkeit lässt es nicht zu sich aus diesem Revolutionsgetummel in Sicherheit zu bringen. In einer meisterhaften Schilderung der Persönlichkeit Rosa Luxemburgs kommt Benedikt Kaustky, der Sohn des Altmeisters, zu dem Schluss, dass sie nach ihrer ganzen Einstellung und nach jeder von ihr aus dieser Zeit vorliegenden Aeusserung KIAKI wohl kaum KAXXX an der Provozierung der Januarkämpfe 1919 beteiligt gewesen sein kann. zusammen die 贛 Aber, st sagt ev; .... sie hat jegliche innere Verbindung mit den anderen sozialistischen Richtungen in Deutschland verloren, und als ihr im Oktober 1918 die Freiheit geschenkt wird, da sucht sie keinen Anschluss bei den beiden proletarischen Parteien, sondern betreibt ihre eigene Politik.. Obwohl sie, ebenso wie Karl Liebknecht formell der Unabhagigen Sozialdaistischen Partei angehört, verweigern beide ihr die Gefolgschaft, als sie mit der Mehrheitssozialdemokratie Regiernug bildet, und die Parole der beiden ist das" Weitertreiben der Revolution" bis zur XXXXA/ Konsequenzäussersten/ mclid sell u ( digen wird der Kapida entrant und spatere) Admiral Canaris genarut. TALS Wie weit Rosa Luxemburg, die aus der Abgeschlossenheit ihrer Zelle unmittelbar in den Strudel der Ereignisse gestürzt wurde, aktiv an 12. den einzelnen Entschlüssen ihrer engeren Parteigenossen mitgewirkt hat, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Wir können nur konstatieren, dass sie in einzelnen wichtigen Punkten von der Meinung ihrer Freunde abwich, so z.B. in der Frage der Beteiligung an den auf Wahlen zur Nationalversammlung. Vergebens bemühte sie sich dem Gründungskongress der Kommunistischen Partei Deutschlands, der Ende Dezember 1918 stattfand ihren Parteigenossen auseinanderzu- setzen dass die Wahlbeteiligung eines der wichtigsten Mittel zur propagandistischen Mittelur Durchdringung der Arbeitermassen sei- die echten Bolschwiken, als deren Vertreter Karl Radeck auf dem Kongress erschienen war, hatten sich innerlich schon so weit von dem Gedanken der Parteidemokratie entfernt, dass sie den Luxemburgischen Borschlag ablehnten." " Benedikt Raudsky kommt zu dem Schluss, class Rosa Lugamburg wohl kaum an der Provozierung der Janua+ kanpfe 1919 beteiligt дей ewesen se kann. The Mat und Ehsgefühl häben es in de wohl nicht gestattet, in dieser Zeit anders zu handeln, es häfte bedeutet sich selbst in Sicherheit und die kameraden zabringen und die 1x bitte wend en xq zu verlassen, 2" Am 11. Januar 1919, die Linkszeitungen, darunter der" Vorwarts waren besetzt, ind in der sogenannten Spartakuswoche, hatte Rosa Luxemburg noch eine Zusammenkunft mit Freunden in der Nähe des Halleschen Tores, Liebknecht wurde dazu geholt. Da man sie a beide , soweit das möglich schien, sie nach. auch dorthin in Sicherheit wissen wollte, brachte man beide in Neukölln, in eine Arbeiterfamilie, unter. Am 13. Januar aber wurde Gefahr*********** gemeldet, man verI wan utetete später, dass es falscher Alarm' gewesen sei. Beide wurden daraufhin zu Freunden in Wilmersdorf gebracht. Rosa Luxemburg wusste, dass die Revolution für diesmal verloren war. Ihr letzter Aufsatz, dort in Wilmersdorf gewarde Je beide -Am 15. Januar* Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in aufgespürt und wurden verhaftet. Man brachte -Kavallerie- 1 ihrer letzten Zufluchtsstätte sie ins Edenhotel wo sich die Garde Schützen- Division Waldemar installiert hatte. Hauptmann Pabst soll sie" vernommen" haben. Karl Liebknecht wurde schon beim Abführen vor dem Hotel mit Kolbenhieben niedergeschlagen. Man fuhr mit and, ihm in den Tiergarten, In einer Berliner Rettungsstation wurde die Leiche eines" unbekannten Mannes" eingeliefert. Rosa nadi der/" Vernehmer z wurde bein Abführung aus draussen. Der ( dem Hotel der Kopf durch Kolbenhiebe zertrümmert, dann schoss man ihr eine Kugel durch den Kopf. Am 19.Mai, trieb eine Frauenleiche, die monatelang im Wasser gelegen hatte, ans Land. Leo Jogiches, der Freund und Lebensgefährte Rosa Luxemburgs XXX ihrer Studienzeit her wurde am 10.März 1919 im Gefängnis des Berliner Polizeipräsidiums" auf der Flucht" erschossen. von/ Sie woll X Das Gefüllt den Kameradschaft und yar är hauberkeit auch aussen, zwan zum Ausharren in dem Augerblich als das Resultat ihres politischen Wiskens andere Form ea angenommen hate tie sig is en 84relt had. Die Frau, die( nach sk in ihrer Kritischen Schrift übe " Die Jussi so the Resolution" den Satz gopound that:" Freihoidist( commer дарт Freiheit des anders Denken dem" jt die hätte wohl kaum so gegen die brand. atie Kandel ge det De X 43 Esgar andeve Da ist aber noch eine andere Rosa Luxemburg Wil sie die wir in der Sturm- und Drangperiode noch nicht kannten. Wir hätten sie auch nicht kennen gelernt, wenn nicht Freunde von ihr sie uns näher gebracht hätten. Ein tied em poin dender und em samer ellen sch, mit einem Ianenleben, Diese Seite ihres Wesens war es Empolind das sie schon in der Jugend zum Studium der Sie hatte ZA Natus tissea schaften get sieben hatte. Häte die Liebelzu aller lebendigen Kreatur zur Natur und ( damit zur Natur, hatte sie auch zum Studium der Naturwissenschaften getrieben. Wenn nicht XXXXXXXXXXX der fesselnde Reiz, den die geschichtliche XXXX WXXXXKKE und gegenwärtige Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und sigkeit auf sie ausübte, und wenn nicht damit eng verbunden er revolutionäre Drang in ihr nicht das starke Uebegewicht bekommen hätten, den ollen so hätte sie sicher trotzdem auf dem einen oder anderen Ebene, éhrer Umwelt die Erzeugnisse ihrer schöpferischen Kraft/ X gegeben. Rosa Luxemburg konnte auch Freundschaften schliessen, Jeberge Gebied und halten. Und < hiet war sie nicht dirschwen XXXXXXXXXXXXX as waren ihrer nicht zu viele, aber diesen Freunden war sie treu ergeben. Sie suchte immer auf Menschen einzuwirken, Suclide Cdas, was sie in ihnen erspürte auch zu formen, das Beste aus ihnen herauszu Was sie als Schriftstellerin, Rednerin, Lehrerin aus ihrem Inneren heraus entwickelte, Hier ubede siej das war auch Wesensbestandteit ihrer Freundschaften, hier am einzelnen Menbersetzte das, was sie in einer grasseden 4ad helen. Es war das, was sich in dem Kinde schon gezeigt hatte schen et und ins Intime M******* der Gemeinschaft mit Freunden übersie such formen, zu gestalten, das Beste im Freunde zu ersie suckdey setzt, das Bestreben zu wecken und zur Entfaltung zu bringen. Das verraten uns die Briefe, die von isch ihren Freunden veröffentlicht wurden, mit denen sie sich ja nicht einer die/ grossen Oeffentlichkeit*** XXXX zu zeigen glaubte, AIAX aber grade in Innis Reit. ihrer unverhüllten Intimität einen sonnensehnsüchtigen Menschen zeigen, eingesperrt in Kerkermauern/ der/ die Schönheit liebt und danach durstet, der in der Einsamkeit einer trostlesen Gefängniszelle noch an einem Käfer, an einem Grashalm seine innige sie zeigen uns Freude haben kann 0, diese Briefe verraten uns viel die liebende Seele, der geleided wird vom dev isc einem den Menschen mit einer starken sittlichen Kraft, und ausgestattet mit dem immer und aus tiefstem Grund im Denken und Handeln Willen den in anständiger starker Mensch zu bleiben. - Sie war ein & du Grand 141 auf künstlerischer Mensch. In der Malerei, in der Musik kannte sie sich aus. Ihr Leben lang hat sie gezeichnet, sie versuchte auch zu malen und erzwang sich durch Ausdauer, Fleiss und Energie die Technik für diese Kunst. In den Buch" Briefe an Freunde finden wir so ein Portrait ihres Freundes Hans ( Ausdruck had Diefenbach, eines Berliner Arztes, das zweifellos Salent vezet. . Paul Frölich and erwany sagt: l جند T Rosa liebte die Musik, sie sang gern, besonders die Lieder von Hugo Worf und Arien von Mozart. // 1929 schreibt Luise Kautsky von ihr in den Jungsozialistischen Blättern: " Rosa Luxemburg war der Typus der sich für ihr Ideal opfernden Heldin. Sie war Schwert und Flamme zugleich.Ebenso schonungslos, wie sie den Kapitalismus geisselte, wendete sie sich gegen Andersødenkende in den eigenen Reihen, bei denen sie Verrat an Prinzipien witterte.Ihre Kritik machte vor niemand halt, beugte sich keiner Autorität. Zuhause und ihren Freunden gegenüber war sie rücksichtsvoll, zartfühlend, voll Mitleid mit jeder Kreatur.Schwärmerisch begeistert für alle KKK Künste, Musik und Malerei, AKA in der schönen Literatur ebenso zuhause wie in der Wissenschaft." Einen tiefen Einblick in ihres Wesens Art geben ihre Briefe: an Karl und Luise Kautsky, an" Sonja Liebknecht," und" Briefe an Freunde. Zur Einsicht und als Gedächtnisstütze steht uns-im Augenblick- nur das letztere allein/ zur Verfügung. Aber welch eine Schatzgrube ist das XXX, um etwas von dem alteren Menschen Rosa Luxemburg zu erfahren. So schreibt gehend( im Gefängnis zu Wronke)".... Es war schoh tiefe Dämmerung, doch am Horizont/ sie, einer Erinnerung nach****** brannte noch ein düsterer Purpurstreif, der sich in der Havel spiegelte nd die Wassertafel in ein grosses Rosenblatt verwandelte. Eine leichte Be kräuselte strich darüber hin und an dunkle Schuppen auf dem Wasser, das von schwarzer/ in die Dem mit sich einem Schwarm XXX Punkte besprenkelt war.Es waren Wildenten, die auf ihrem Zug in der Havel Rast hielten und ihren gedämpften Schrei, in dem zoviel Sehnsucht und Weite klingt, zu uns hinüber sandten...."/ Dann Gegenwart( den Gefängnismauern) zurückkehrend heisste es: heisste es:"... Gestern Abend gab es wunderschöne rosige Wolken über meiner Festungsmauer.Ich stand vor meinem vergitterten Fenster und rezitierte für mich mein Lieblingsgedicht Wieder von Möricke..... Dann an einen vertrauten Freund:"...... Sie wissen, ich fühle und leide mit jeglicher Kreatur, eine Wespe, die mir ins Tintenfass rutscht, spule ich dreimal in lauwarmem Wasser und trockne sie auf dem Balkon in der Sonne, um ihr das Bischen Leben zurückzugeben..... selber ingen in der schrecklichen Einsamkeit des Gefängnisses ringenden Menschen stelt sie ein Zeugnis aus und verbindet es mit der Bitte um Freunde shilfe:....... Uebrigens wäre alles viel leichter zu ertragen, wenn ich blos nicht das Grundgebot vergessen würde, das ich mir für's Leben gemacht habe: Gut sein ist Hauptsache! Einfach und schlicht gut sein, das löst und bindet alles und ist besser als alle Klugheit und Rechthaberei. Aber wer soll mich hier daran erinnern, wenn nicht einmal die( Katze) Mimi da ist? Die wusste mich zuhause manches Mal durch ihren schweigenden, langen Blick auf den richtigen Weg zu führen. Und dann spricht der Mensch, ..Kennen Sie die Christusbilder zeigt 11 der sich an Bildern innig erbauen kann:" on Hans Thoma? So werden Sie in diesem Buche die Vision des Cristus erleben, wie er schlank und von rötlichem Licht umflossen durch reife Kornfelder geht und um seine dunkle Gestalt rechts und links weiche Lilawogen um die silbernen Aehren fliessn.... Bitte wenden Achdua g. _iteratur arbeber. sagé Unter der Ueberschrift"Die Frau" aus Frölich Seite 218 usw. ...).so ward jede Unterhaltung mit ihr zu einem Geschenk, Aber sie war nicht verschwenderisch mit diesen Geschenken.(Für Kinder war, sie ganz aufgeschlossen; den Kindern in ihrer Strasse war sie ein verträueter Freund, und mit Kautsky's Jungen konnte sie herumtollen und sich mit heiligem Ernst und Eifer ihren Spielen hingeben. dieses Frauenleben Achtundvierzig Jahre war Rosa Luxemburg alt, als sie von einer wüsten Sol- 11 0 5. UEd. agen xxxxxxx und nach einem dateśka еЖжжижххдахк ԁигов-Kalbenkieb "Gnadenschuss"?) im Tiergarten Berlins, von der Lichtensteibrücke in den auf Natürner ausschließlich ist. Landwehrkanal geworfe: sigerna g.s. Beiteil und Leboph. Fhkfurzt. Will[be]-[kam] an their, - d'y était I Aue den Krieg und die Aufreiheit nasste und die ihr Leben hin= gab für die Edel des - Sdrìdlı's ṗi s. Rasa Lie ꝗs ʔ beier Literatur! Diense Parteilage Paul Frölich i Rosa Luegsanburg verlag: Friedrich Oetingen. Hamburg Rosahagombrie, Briefe am Freunde zasamengéstill. bei dia huise kaalsky. ausgegeben von Benedikt Europäische Ver- raudsky. Cagsanstalt Gollt.H, Hambog. Clara Wohl hat ihre Freundin zetkin manch en Leitartike( von ihr in der"Gleichheide" abgedruckt doch handelte es sich dabei immer um. B — Fach. S. tungen aus dem allg Behandlung pol. tischer Tageswagen. - 2- 1 Mi.25.3. 17.00-17.30 Hbg. UKW" 30 Minuten für Sie":" Mit meinen Kindern' Do.26.3. 8.45-8.55 11 MW 17.35-17.45 Bln." Fr.27.3. 8.45-8.55 Hbg." So, 28.3. 8.45-8.55 Mo.30.3. 8.45-8.55 17.35-17.45 Di.31.3. 8.45-8.55 #" Bln." werde ich's anders machen!" was unsere H- rer aus ihrer Kindheit erzählten Sprechstunde für Eltern, Wir stellen Ihnen die Hamburger Erziehungsberatungsstellen vor. Die Frau in unserer Zeit:" Das Paradies der Frauen", Man.: Olga Manstaedt " Nie hat man Zeit...", Geschichten ohne Kommentar von Hans jürgen Weidlich Für die Frau Was halten Sie als Frau von den Frauen? fragt Heilwig v.d.Mehden Die Frau in unserer Zeit:" Wie kann die Hat frau am öffentlichen Leben teilnehmen?( II) Praktische Vorschläge für die Arbeitsweise der Frauenorganisationen von Dr.W.v.Baeyer Erziehungsrat: Strafe muss sein! Man. Annette Baudert 1883 Anna Nemitz, 80 Jahre alt Ein kleines, besonders zartes Proleterierkind schleppt früh um 5 Uhr einen mit frischem Gebäck gefüllten Korb, der fast grösser ist als Proletaried Das sie, durch die Strassen Brombergs.Das ist die Arbeit der Kinder in der damaliger Zeit.Ss gibt ein paar Pfennige und Brot für die Familie. Dann geht es in die Schule, die dem ermüdeten Kind vieles schuldig Splulentlassene dann/ bleibt. Die vierzehnjährige hat/ drei Aufwartestellen, d.h.in drei gröbste Haushaltungen die Kate Arbeit zu tun, um nachher noch ihre jüngeren Geschwister zu versorgen. Unglaublich ist der Auftrieb, der in geschickte diesem zarten Ding steckt.Mit 19 Jahren finden wir sie als Schneiderin, wie sie das nur fertig gebracht hat? Der Marmorschleifer Nemitz tut gut daran, sich diese kleine Frau zur Gefährtin zu wählen. Er ist überzeugter Sozialdemokrat und Anna saugt seine Ueberzeugungen Sohon 1903 ganz in sich hinein bald wirkt sie in der Stille als" Vertrauens frau 8905 politischen/ der Gleichheitleserinnen". Aber dann als einmal die/ Wogen hochsteigen, steht sie bei einer Kundgebung auf der Rednertribüne- es ist Begeisterung für den Sozialismus und zugleich Zorn über Polizeiwillkür. Was war die Folge? Der Mann verliert die Arbeit und findet keine neue. Hunger und Verelendung sollte die Rache dafür sein, dass eine kleine, zarte Frau es gewagt hatte, gegen den Stachel zu löcken. So rettet sich die Familie nach Bochum, in Ruhrgebiet, wo es Anna noch sinnvoller und fruchtbarer fand für den Sozialismus zu arbeiten. Dass sie sich bald Reichs-/ Vertrauen erwarb, beweist uns ihre Wahl zur/ frauenkonferenz in diesen Bald stand sie im Lebenskampt mit dei Jahren, wo sie mutig von ihrer Arbeit berichtete Als sie 1911 Bochum Kinder Biakumer verliessum in Berlin ihr Domizil aufzuschlagen, hat ihr das Volksblatt" aus ehrlichster Ueberzeugung attestiert, dass sie" in ihren schlichten, XXXXXXXXX kommenden Art" die Herzen der Frauen gewonnen habe und dass sie er als Vorstandsmitglied des Kreisvereins und als Rednerin eine Lücke hinterlassen werde. 1 So geht es weiter. In Berlin und im Reich ist sie bald bekannt. Der 1.Weltkrieg traf sie ins innerste ihres warmen ihd Herzens, Krieg war etwas nausdenkbares, für sie. Sie sprach in Riesenversammlungen unter freiem Himmel für die Beendigung des Krieges. Eine Anklage wegen Hoch- und Landesverrat schwebte noch, als die Revolution vom November 1918 diesem und ähnlichen Verfahren ein Ende machte. Sozialdemokratische Partei Deutschlands Der Parteivorstand Frauenbüro Rundschreiben Nr. 30/51 An die Bezirkssekretariate und die Genossinnen in den Bezirken Bonn, 11.12.1951 Friedr.Ebert- Allee 170 des bodgeme . Wichtig Material Liebe Genossinnen und Genossen! 1.) In der Anlage das Protokoll unserer FrauenausschussSitzung vom 8. 12. In der Frauenausschuss- Sitzung sind folgende für die Bezirke besonders wichtige Beschlüsse gefasst worden: a) Das Datum für den Internationalen Frauentag 1952 soll der 30. März bis 6. April sein. Alle Einzelheiten über den Internationalen Frauentag teile ich Euch nach der Aussprache in Brüssel noch mit. b) Es wäre gut, wenn von Bezirks- und Unterbezirkssekretariaten die zuständigen Genossinnen und Genossen in den verschiedenen Orten noch einmal darauf hingewiesen werden, dass sie schon jetzt dafür geeignete Genossinnen als Kandidatinnen für die Gemeindewahlen bestimmen und besonders schulen lassen. c) Es ist unbedingt notwendig, dass wir alle sogenannten Friedensaktionen sorgfältig be chten, da es sich in der Hauptsache um kommunistische Tarnorganisationen handelt und dass das Frauenbüro umgehend benachrichtigt wird, wenn in Eurem Arbeitsbereich so etwas geplant wird. C) Wir bitten Euch, uns mitzuteilen, ob die Frauenliga für Frieden une Freiheit und die Organisation WOMAN in Eurem Bezirk kommunistische oder krypto- kommunistische Tendenzen zeigen. 2.) Referenten- Material," Der Verbraucher in Wirtschaft und Politik. Von dem anliegenden, von Käthe Strobel vorbereiteten Referentenmaterial haben wir noch eine beschränkte Anzahl vorrätig und können den Bezirken auf Anforderung noch einige Exemplare zur Verfügung stellen. Wir bitten, das Material aber wirklich nur an die Genossen und Genossinnen weiterzugeben, die draussen referieren oder in der Hausagitation eingesetzt sind. 3.) Stellungnahme über die Arbeitsverpflichtung in der Hauswirtschaft. Diese Anlage soll insbesondere unseren Genossen bei den Arbeitsämtern und in den Jugendbehörden zur Kenntnis gebracht werden, da es wahrscheinlich ist, dass auch in anderen Ländern versucht werden wird, Mädchen in den hauswirtschaftlichen Grundausbildungskursen zu hauswirtschaftlicher Arbeit zu verpflichten. 4.) Briefwechsel Rudolf Heiland Industrie- und Handelskammer, Wir bitten Euch, von diesem Briefwechsel und von der Tatsache, dass sich ein sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter auch auf diesem Sektor für die Gleichberechtigung der Frau eingesetzt hat, auch in Euror Lokalpresse zu verwenden. / Recklinghausen Mit freundlichen Grüssen! trate youthe Godther ( Herta Gotthelf) 2. Sie 1919, als die Frauen zum ersten mal wählen und gewählt werden konnten, finden wir sie als Stadtverordnete in Berlin- Charlottenburg. 1920 schickten sie die Wähler von Liegnitz- Görlitzin den Reichstag, dessen Mitglied sie X bis zur Machtergreifung durch die Nazis blieb. Schon in der USPD gehörte sie zum Parteivorstand, nach der Vereinigung beider Flügel wurde sie in den Vorstand der SPD gewählt.Selbstverständlich gehörte sie zur Arbeiterwohlfahrt, war dies doch ein Arbeitsgebiet, ganz nach ihrem Herzen Wo sie nur Gelegenheit hatte, sagte sie, was sie dachte. In Jena, auf der bevölkerungspolitischen Tagung der Arbeiterwohlfahrt, rief sie den Teilnehmern zu, man solle über den körperlichen Leiden der Frauen xxx auch ja an das seelische Leid denken, das sie durchzustehen hätten. Oemchen, wie ihre Kinder sie nannten, hat das Martyrium der Mutter ganz auskosten müssen. Es war schon eine beispielhafte Lebensleistung dieser zarten Frau, ihre drei Kinder zu ernähren und zu guten Menschen zu erziehen. Man muss unwillkürlich an ein Bibelwort denken"" Es wird ein Schwert durch Deine Seele gehen....." Im und nach dem ersten Weltkrieg war ihr Aeltester lange in englischer Gefangenschaft und dann, als er wieder da war, bangte sie um seine verwundete Seele.Als Hitler antrat, erschoss er sich. Der zweite Sohn ist durch Hitler und seinen Krieg hilflos und krank, Oemchens Trost ist die beispiellos treue Frau, Zugleich die ihn pflegt. Die geliebte Tochter Kameradin, mit der sie gein tiefster Zurante gezagenheid mensam die schwere Zeit durchgestanden hat, verlor im Grauen der Hitlerzeit den jüdischen Lebens kameraden, Oemchens ganzer Trost ist ihr Enkel, der in der Arbeiterbewegung zur hoffnungsvollen jungen Garde gehört. Ihr Häuschen im Osten Berlins lag in Trümmern, als der Hitlerspuk zuende war, nur die Küche war leidlich bewohnbar, Sie bezog sie und bewies von 1945 ab aufs neue ihre Treue und Ueberzeugung. Trotz östlicher Wohnzone alletlei und Versprechungen blieb sie bei der Sozialdemokratie. Sie wirkte als Stadtverordnete und später- nach der unheilvollen Trennung in zwei Teile arbeitete sie weiter im westlichen Berlin, blieb aber in Kölädierten/ penick in ihrem/ Häuschen wohnen. Auf dem Parteitag in Dortmund der Partei/ hatten wir die Freude sie als Ehrengast unter uns zu haben. Wir wünschen der Jubilarin noch sorgenfreie Tage Sozialdemokratische Partei Deutschlands Der Parteivorstand - Frauenbüro- Bonn, 20. 12. 1951 Friedr. Ebert- Allee 170 い Rundschreiben Nr. 31/ 51 Liebe Genossinnen und Genossen! Anbei die Pressenotizen über unsere internationale Frauenkomitee- Sitzung in Brüssel. Ein ausführliches Protokoll geht Euch in Kürze zu. Eine Anzahl von Bezirken hat ausser dem von uns zur Verfügung gestellten einen Exemplar des Jahresberichtsfragebogen noch keine weiteren Kopien angefordert. Da wir dieses Mal den Jahresbericht wirklich pünktlich fertig machen wollen, d.h., von Euch die Fragebogen bis zum 1.2.52 zurückerbitten, möchte ich noch einmal daran erinnern, dass wir gern bereit sind, den Bezirken noch einige Fragebogen für ihre Unterbezirke zur Verfügung zu stellen. Ich wünsche Euch allen ein recht schönes Weihnachtsfest und ein gutes und erfreuliches neues Jahr. Ich danke Euch für Eure kameradschaftliche Hilfe und Mitarbeit 1951. Das neue Jahr wird uns noch grössere und schwierigere Aufgaben stellen, und wir wollen versuchen, auch diese in gemeinsamer Arbeit zu meistern. Mit herzlichen Grüssen! Huda Gottlielef -( Herta Gotthelf) Wahrscheinlich ist es die Schweizer Arbeiterinnenzeitung Handschriftliche Randbemerkung von Anna Nemitz:" Es war in der Zeit, als man von Deutschland sehr unversöhnlich sprach also wahrschinlich nach 1945 Aus dem" anderen Deutschland" von Marie Kunert Es war vor mehr als vier Jahrzehnten, als eine einfache Proletarierin Xxau mit sehr geringer Schulbildung in ihrem sorgen- und kummervollen Leben Trost suchte und fand in der Hingabe an die sozialistische Weltanschauung, die sie ihr Einzelschicksal verstehen lehrte im XKC Zusammenhang mit dem Los ihrer Klasse. Schliesslich fühlte diese Frau die Berufung in sich, ihren Leidensgefährtinnen den Weg aus Nacht und Not in eine lichtere Zukunft zu zeigen. Unermüdlich arbeitete sie an sich, um das Beste ihres Wesens ausstrahlen zu können auf andere. Es gelang ihr, Vertrauen und Verstadnis zu wecken. In den Reihen der 1917 entstandenen Unabhängigen sozialdemokratischen Partei( USPD) warb sie in den letzten Jahren des/ Weltkrieges unter Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit für einen Frieden der Verständigung ohne Annexionen.Anfang 1918 demonstrierten die Berliner Munitionsarbeiter in Riesenversammlungen unter freiem Himmel Unter den Rednern befand für eine rasche Beendigung des Krieges. sich auch die kleine, zarte Anna Nemitz. Eine Anklage wegen Hoch- und Landesverrat war die Antwort der Justiz. / ersten/ Nur durch die Novemberrevolution entging Anna Nemitz dem Schicksal der Verurteilung zu schwerer Strafe. Sie hat dann als Parlamentarierin im Reichstag gewirkt und in den Jahren des Naziterrors allen persönlichen Gefahren Trotz geboten. Aus einem Brief Annas an die Schreiberin( im Artikel zitiert) " Meine Liebe, Deine Karte vom 6. Juni 1946 war eine grosse, freudige Ueberraschung für mich. Ja, Freude kann man brauchen. Nach vielen, vielen, sehr traurigen Jahren von lieben Menschen zu hören, das ist wahre Freude. Meinen Kindern Paul und Friede, meinem Enkel Kurt habe ich auch etwas von dieser Freude abgegeben und auch Deinem lieben Bruder, der mein Nachbar war. Es soll für Dich ein Ansporn sein, meine liebe Marie, jetzt öfters etwas hören zu lassen; deshalb schreibe ich Dir so ausführlich, wie schon ein Kärtchen heilen wirken kann. Ich bin noch einigermassen auf Deck. Manchmal glaubte ich mich am Ende meiner Kraft, aber immer wieder habe ich Mut gefasst, und so ging es weiter. Nun möchtest Du einiges wissen: Unser guter Dr. Julius Moses ist nicht mehr. war der ( Dr Moses, der hochgeachtete Arzt und Parlamentarier Lebensgefährte der einzigen Tochte von Anna Nemitz! Er ist in Theresienstadt geblieben wo er zwei Jahre war, das sagt alles! Er war bis zuletzt sehr tapfer; die schweren Jahre, als er noch in" Freiheit" war, waren keine Freiheit. Es war für Friede, Kurt, Wir haben als für uns alle sehr hart, als er Abschied nahm. Entschädigung seinen Jungen, den er über alles geliebt hat. Kurt ist sehr begabt, Redakteur am" Telegraph", schon allerlei, er ist doch erst 21 Jahre alt. Aber die schlimme Zeit, die er mit uns durchlebte, hat ihn sehr gereift...... Friede hat ein kleines Geschäft für Stickerei, Knopflöcher, chemische Reinigung und dergl. Gemeinsam haben wir gearbeitet, um das Geschäftchen aufzubauen, bis es 1944 durch Bombenangriff vernichtet wurde. Nun fing Friede von neuem an und ich habe fleissig mitgeholfen. Nur wird es mir jetzt etwas schwer, und ich kann nicht mehr alle Tage zu ihr fahren. Meine Lage erfordert aber, dass ich noch arbeiten muss, was ich Neulich sahen wir auch gern tue, soweit meine Kraft es zulässt. Ledebours Bild in der Zeitung_, dass er noch so frisch ist, mit 96 Jahren machte uns grosse Freude. Ich bin bei meiner alten Partei, der SPD, nachdem sie für Berlin zugelassen wurde. 9 Mein guter Sohn Arthur wurde von den Nazis in den Tod getrieben. wenden Er nahm sich das Leben. Ich konnte es nicht fassen, und noch heute vermag ich es nicht zu glauben und es ist doch wahr.! Seine Frau lebt in Hamburg. Mein guter Junge hat uns verlassen die furchtbare Zeit hat ihn zerbrochen. Auch Du, meine liebe M. hättest es nicht für möglich gehalten. Und Paul ist ein ganz armer Mensch. Ein Bein wurde bis über Knie abgenommen, das linke Bein ist steif geblieben. Er muss im Wagen gefahren werden. Mein Junge kann nicht mehr laufen! Auch er ist sehr tapfer und hat eine so liebe Frau und gute Kameradin, die ihm treu zur Seite steht. So tragen wir alles Schwere gemeinsam....... ich klage nicht, aber Du wolltest doch alles wissen. Mein Häuschen ist, wie auch Deins- Weihnachten 1943 ein Opfer der Flammen geworden. Durch sehr schnelles Eingreifen konnte noch manches gerettet werden, von lieben Menschen sodass es sich lohnte ein Dach zu machen, aber alles andere liegt noch so. Ich hause nur in meiner Küche. Trotzdem bin ich froh, dass mir das bischen geblieben ist und ich hoffe, es noch einmal in Ordnung zu bekommen, und wenn Du einmal zu Besuch kommst, kannst Du bei mir wohnen. Nur nicht zu schnell! Es ist alles noch sehr er schwer, aber vieles ist schon überw den, und wir werden noch mehr schaffen. Der Schaden, der von den Nazi in der ganzen Welt angerichtet wurde, kann in so kurzer Zeit Aber die Anfänge sind da Vor allem nicht beseitigt werden. gilt es, das Vertrauen des Auslandes zu erwerben. Wir, als Sozialisten werden alles dazu tun, damit man sieht, wir sind noch des Vertrauens wert. Ich habe neulich gelesen, dass die Schweiz uns helfen will, so gibt es immer wieder einen Lichtblick." Nach einem langen Leben voller harter Arbeit und furchtbarer Schicksalsschläge noch soviel Tatkraft und Lebenswille, das ist wahrlich höchster Bewunderung wert und der Nacheiferung durch alle, die glauben, schon am Alltagsdasein verzagen zu müssen. Marie Kunert. wenden Toni Pfulf ( 1877-1933) fionar in zierliches Figürchen, wie Filigran erschien sie manchem von uns, als sie, als Abgeordnete für den Wahlkreis Oberbayern und Schaben in der Nationalversammlung zu Weimar erschien. Es sei gleich gesagt, dass bis zu dem Zeitpunkt wo sie auch später dem Reichstag angehörte, bis 1933, al Hitler und die, die seiner dieser Gewaltherrschaft dienten, dem demokratischen Deutschland für länTül gere Zeit ein Ende machten. Dieser zierliche Mensch Toni trug einen, von scharfer Gedankenarbeit durchgezeichneten Kopf, mit klugem Gesicht, mit, manchmal ein klein wenig spöttischen, Xй aber immer gütigen Augen. Wer sie erkannte, gewann sie lieb. Ihrem Gedankenflug, ihrer reifen Beurteilung von Menschen und Dingen, traute man unwillkürlich mehr als die vierzig Jahre zu, die sie damals zählte. Das Leben hatte es ihr nicht leicht gemacht.Toni stammte von der väterlichen wie mütterlichen Seite her aus Kreisen, in denen höhere Offiziere, Juristen und Vertreter der hohen, katholischen Geistlichkeit zu finden waren. Ihr Vater war Major gewesen, die Familie war einmal recht wohlhabend; dann teilte sie das Schicksal einer Schicht, die zuende ( grossen) des vorigen Jahrhunderts von der Verarmung betroffen WAX wurden. Das war kein menschliches Schuldkonto, lag vielmehr im Zuge der Entwick( bei einigen Weitsichtigkeit, mil hatte/ Chatte aufgelung, das vielleicht durch etwas kluge+ Vorsicht noch ein wenig XXXXXX von manoliem gehalten werden können, wenn man weitsichtig gewesen wite. Tragisch war nur, dass die Lebensanschauungen in diesen so betroffenen Kreisen nicht mit dieser Entwicklung Schritt sitt hielten. Man schloss die Augen vor dem wirtschaftlichen Niedergang und zug in seinem Verhalten nicht die Konsequenzen daraus. Die Opfer dieser Rückständigkeit des Denkens waren die Kinder, vor allem die Töchter, denen man nicht ernach wie vor lauben wollte, mit ihrer Zeit zu gehen. Man erzog sie/ für die zukünftige Verheiratung, ohne aber die materielle Voraussetzung für die, als notwendig angesehene" standesgemässe" Ehe schaffen zu können. Die Frauenbewegung kämpfte in dieser Zeit um das Recht auf Bildung und Berufsausübung. Nun, eine gute Schulbildung gestand man in den achtziger- und neunziger Jahren mittlerweile den Töchtern schon zu, weil speziellen/ auch das- standesgemäss- war. Um aber, wie hier, im/ Falle von Toni Pfulf, Ⅰ₶ M D fait Kiligim. Pl. Ausfah. Af. 21 . Ich haben das . . K.A. hat 21/21 S M. S. de 12.30 1- Warum heute noch Frauenbewegung im Rahmen der politischen Parteien? ( Marie Juchacz Ich gehe von der Feststellung aus, dass die Frauen heute gleichberechtigte Staatsbürger sind.Lege mir aber zugleich die Frage vor, im Bewusstsein jeder Fraue ob diese Tatsache 690 Bedeutung und Konsequenz lebendig ist.(?) Wahlrecht zum Bundestag in ihrer ganzen 032 32 are UT Die Verfassung des Bundes gibt den Frauen das aktive und passive für alle Landtage, Kreis- und Gemeindeparlament Das aktive Wahrecht bedeutet, dass sie als vollberechtigte Burger wählen dürfen, das passive, dass sie auch gewählt werden können. Diese Rechte wurden den Frauen nach dem Kriege 1914/18 gegeben/ In der Zeit von 1933- 45 wurde ihnen das passive Wahlrecht vorenthalten. ( In dieser Zeit gehörte keine Frau einem Parlament an.) Zugleich aber waren auch die Parlamente ihrer ursprünglichen Wirkungsmöglichkeiten entkleidet.Einen freien und fruchtbaren Meinungsaustausch gab es in jener Zeit nicht. Ich wollte nur zeigen, dass die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Frauen noch jung ist. Durch die erwähnte Unterbrechung des demokratischen Staatslebens sind wir erst nach 1945 wieder in den Besitz der Bürgerrechte gekommen. Und die eingangs gestellte Frage nach dem n/ Steatslebens Bewusstsein unserer Verantwortung hat ihre Berechtigung. Auch die Demokratie und ihr richtiger Gebrauch für das Allgemeinwohl mussen gelernt werden. Die Aelteren von uns haben noch an den Kämpfen der Frauen um ihre Gleichberechtigung teilgenommen.- Ich erinnere mich noch gerne und besonders deutlich an eine Versammlung kurz vor der Erfüllung unserer Wünsche. Es war am 4. November 1918. Wir Frauen waren sehr hellhörig geworden. Der gross.lange andauernde Krieg hatte schon- sichtbar und fuhlbar- eine Umwälzung auf staatsrechtlichem Gebiet in Sicht gebracht. Niemand wusste, was sich aus den Strömungen endgültig heraus kristallisieren würde. Pfulf-2eigenem Wunsch und innerer Einsicht entsprechend, Volksschullehrein werden zu können, musste sie es auf einen Bruch mit der Familie ankommen lassen. Die Eltern erklärten sich nicht mit solchen" obskuren" Wünschen der Tochter. einverstanden. Dabei hätten sie die den Wunsch nach einer Berufs solved of th sprich wirtschaftliche, Sebständigkeit der Tsonged Vermögens vetufte lungen unter dem Zusammenschmelzen des Sie einsehen müssen konnten doch die Zukunft Jedoch ihrer Töchter in keiner Weise sicher stellen. Die Scheuklappen des Standesbewusstseins erlaubten ihnen diese Einsicht nicht. So machte sich Toni, inzwischen gross jährig geworden, schliesslich ganz von der Familie frei, um mit geborgtem Geld die Lehrerinnenbildungsanstalt in München besuchen zu können. XXXXXXX Dieser Bruch mit der Familie ist ihr nicht etwa leicht geworden, es waren doch viele, gute, menschliche Binviel dungen da und Toni sowohl wie ihre Eltern haben später- auch die familiären Fäden auch wieder geknüpft. Vorläufig aber hiess es, auf Jahre hinaus, die Zähne fest zusammenzubeissen, durchzuhalten. Ihre ersten Stelals junge Dorfschullehrerin absolvierte sie im schönen Oberammergau im bayrischen Hochgebirge und in Lechhausen( von 1902-1907) dann ging sie dies Jahre nach München, wo sie bis 1915 ebenfalls unterrichtete. Aber es ging nicht vträbet ohne Störungen ab. In einem der beiden Dörfer wurde ihr die nichtdesineiner/ als Diensts fizierte Wohnung a/ an Tuberkulose verstorbenen Kollegin X wobout angewiesen. Die vorhergehenden Entbehrungen hatten sie nicht widerstandsfähig gegen den Krankheitsherd gemacht, in den man sie mitten hinein gesetzt hatte. Die Folge war ein längerer Aufenthalt im Sanatozuriel wurde. rium. Bis das der ungeduldigen Toni komisch torkan. Kurzentschlossen setzte sie sich hoch oben im Gebirge in eine Sennhütte, die ihr billig überlassen wurde und lebte dort in der Einsamkeit sehr vernünftig, bis sie wieder arbeitsfähig war. Ein Riese an Gesundheit ist sie nie mehr geworden, aber sie hatte in ihrer Eigenwilligkeit schon das Richtige spätes getan. Auch nach musste sie zeitweilig noch ihre Tätigkeit krankheits/ ***** halber unterbrechen. Aber niemals hat das Kranksein sie daran gehindert ihren Geist intensiv und planmässig weiter zu schulen, sich für Politik und öffentliches Leben zu interessieren, wobei sie sich von Beginn an, zur Sozialdemokratie bekannte. Der Krieg( 1914-18) Pfulf -3gab ihr die Möglichkeit in München als Armen- und Waisenrätin zu arNov. 1918 beiten. So fand das Ende die Revolution sie auch als Mitglied des Landesarbeiterrates, als Vorsitzende des Ortslehrerrates und des Bundes sozialistischer Frauen. Toni war ein treuer Freund; wenn sie sich jemandem angeschlossen hatte, hielt ihre Freundschaft allen Stürmen, stand. Ihr Grundsatz- aus dem Herzen kommend- wardass man nicht aufhören dürfe eine einmal geknüpfte Freundschaft festzuhalten. Wenn man an dem anderen etwas entdecke, was einem als menschliche Schwäche erscheine. dan müsse ihn dann nur umso lieber haben. Diese Liebe, die sie für Menschen aufbrachte( inimbesonderen dividuell und allgemein) hatte sie auch für die Sozialdemokratische and helenschen artei. Ihr stets nach vorwärts gerichteter Geist sah auch hier manhatte/ immed ches, was sie anders wünschte, weк sie dafür eine geschichtliche, in der Entwicklung Xažēkē oder in der Erziehung liegende Erklärung. Sie handelte hier nach dem Mangeln gleichen Gefühl Sie liebte und verstand diese grosse Bewegung und ihre Menschen. Kein Wunder, dass dieses Denken und Fühlen sich in ihres Wesens Art ausprägte und ihr die Herzen gewann. Sachlich war ihre Partei- und Parlamentsarbeit von allergrösstem 1920 Wert. Adolf Brann führt seinen Auftrag zur Vorbe reitung eines er Aufsätze マル 24 Paste: programms einre en 2 기 den Problemen all S 2 index еж sammelte unol Sozial. zu einem torbereidenden Büchlein" Das Prograwnder Stri demokratie,( Vorschläge erkennd, beauftragte zu seiner Exner neuerung) Tonis Begebun er sie mit dem Kapitel:" Dic Frauenfrage." sie löste diese Aufgabe glänzen schloss mit folgenden Sätzen: glänzend und 17 Unser ganzes Tun in dieser Zeit, lässt sich nachträgden zweiten Teil lich unter des Mottes des heutigen Tages stellen: " Für ein Leben frei von Not und Furcht" einer wirklich Nach diese fruchtbaren, parlamentarischen Zeit der Frauen am Hitler- mit seienr Entrechtung, seiner Diktatur, seiner vollkommenen Verneinung der FrauenDas war in dem Ganzen eine nebenschliche rechte. ( Da Letztere Erscheinung :) Ja ir können noch froh darüber sein, dass Frauen nicht an dieser Verantwortung mitgetragen haben. abes Was nicht bedeutet, dass sich keine Frau mitschuldig gemacht hat bei diesem Raub an Menschenrecht und -Freiheit an der Würde des Menschen. " Wobei ich gleich noch auf die Legende komme, dass Ohne Unterschied der brunol anschauung Frauen, wenn sie nur zusammenhalten irgendwelche grossen Taten vollbringen könnten 2. B. gemeinsam den Ausschlag in der Friedensfrage geben könnten. Erstens stellen sich diese Fragen niemals so einfach und simpel. Wenn sie so gestellt würde, würden auch die Männer einig sein.d, h, keiner würde den Mut haben = Ja zum Kriege zu sagen. Es ist komplizierter. Zu einem Kriege führen bestimmte politischer Art, die scheinb nien und Honaz 1. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. 2.Manner und Frauen sind gleichberechtigt. 3.Niemand darf wegen seines Geschlechts, 123 seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen und politischen Anschauungen benachteilugt werden. Das ist( unter 146) der einzige Artikel, in dem die Frauen erwähnt sind. Er ist aber auch absolut erschöpfend.Mit ihm sind die Frauen unter die Millionen von Staatsbürgern eingereiht-und- vollkommen gleichberechtigt. Mit allen Rechten und Pflichten. Nun höre ich fragen: Ja, warum denn überhaupt noch Frauenbewegung? Darüber haben kluge Frauen sehr viel nachgedacht. Sie kommen immer wieder laufend über alle Probleme, die das Leben des weiblichen Bevölkerungsteiles zu dem Schluss, dass es doch noch notwendig ist, sich im Frauenkreise berühren, zu unterrichten und daran geistigen Anteil zu nehmen. Das Erfurter Programm verlangt" Abschaffung alles besetze, die die Fran in offentlicher oder privatrechtliches Beziehung gegenüber dem ollunné benachteilig, Es ist selbstverständlich, dass diese Forderung, deven Erfüllung eine Aufgabe der nächsten Zukunft ist, aufrecht erhalten bleiben MELESS. Aber neben dieser sein negativen besetzes urbeit Reihe positiver Forderungen, deren stehen eine nicht nur die wirtschaftliche Umsetzung in die Tet nicht und soziale Gleichberechtigung der Frau herbeiführt und mit einer grassen aus dem seinen Männerstand aufgeräumt, sondern welcke geeignet erscheinen, das bludleeve Cebilde des. Zahl ungeschriebener Rechte Standes in eine von reichem bemeinschaftsleben durch pulsde Gesellschaft um zu wandeln. чи " Er hatte Aussicht es trotz seines Alders zur Her& schaft gelang. gewesen. дро Toni Pfults Name nook zu erleben wäre. wenn der Nazismas nicht. benfalls mit diesem Werk verbunden te Taxi In der Nationalversammlung interessierte sie sich vornehmlich für das neuentstehende Verfassungswerk.Sie war von Beginn an ein ständiger Besucher im Verfassungsausschuss. Sie hat( sofort erkannt, dass es auf Fleiss und Ausdauer ankommt, wenn man im Parlament etwas leisten, vor sich selber bestehen wollte. Sie hatte eine angeborene Begabung für juristisches Denken und juristische Formulierungen. So arbeitete sie auch später- im Reichstag- ununterbrochen im Justizausschuss mit. Sie war dort die rechte Hand des alten Strafrechtslehrers Wilhelm Kahl. Er hatte den Vorsitz im Ausschuss, war Professor an der Universität Berlin, wo er über Strafrecht las.Politisch geörte er der Deutschen Volkspartei an. Der Traum seines Lebens war, noch ein neues Strafrecht in Deutschland fundieren zu können. F Herr Kahl wurde sichtlich nervös, wenn die Frau Abgeordnete PfulfXXXXX als SchriftCetkovene führerin und seine Assistentin nicht gleich zur Stelle war. Ganz gefehlt aber hat sie kaum einmal in einer Sitzung des Rechtsausschusses. Galt parlamentarische doch ihren Arbeit der" Vermenschlichung des Strafvollzugs." Soweit Cauch 600 gab es in Deutschland keinen Boden. Die sich jetzt neu formierenden Part en-auch solche, deren Vorläufer/ vordem entschiedene fofliche Gegner des Frauenstimmrechts gewesen waren oft wenig öffneten sich nun, 5 So hat es der Sozialismus auch gehalten.--Es war ( dabei aber auch Klugheit, Eine alte Erfahrungssagt uns, dass die niedergedrückte Schicht immer ein Hemmschuh Wenn die Zeit reift für einen für den Fortschritt ist. -Fortschritt, mass kommen. Dann heisst es, dass das Frauenwahlrecht nicht die grossen geistige Refolution ins parlamentarische Gebiet gebracht habe.--Es liegt mir fern, inhere imons des zu bescheiden 기 sein zwollen-- ich meine in den Erwartungen, de" Anforderungen Frauen. die Leistung, Ich denke zurück an eine Frauenkonferenz, es war in Kassel 19 20. Dort stellte unsere Freundin Toni Pfuif die Frage: ob sich durch das Frauenwahlrecht wie viele Leute sagten,) nur eine Vermehrung // der Stimmen und dadurch vielleicht eine Verschiebung der Stärke verhältnisse ergaben---- oder-- ob die Politisierung der Frau nicht doch wohl langsam und sicher eine andlung der Politik nach Inhalt and Geist ergeben könne? könne? Es sei, so sagte sie, behauptet worden dass die Teilnahme der Frau an der Politik nicht in politisches Neuland zeige. Ihre Antwort, dem Sinne nach, war; Selbst dann, wenn die Verleihung des Stimmrechtes an die Frauen nur als eine Grosstat der Sozialdemokratie, zu buchen ist, wäre sie ein Akt der noch einmal ok 71 2 11 111 и IL 71 S 5. ve Ma hema einige d Politik Recht für Mann und Frau Verfass Rel 189 assun and Frauen aber grund sädz( ok en B Reolte and S Pflockden Grund gesetz 3 d un d sa ; und Frauen sind. leichbeckt igé Ard. 117 Pfüly Achtung Hier ist eine grossere Läcke. zulassen, um etwas aus Reichstagsreden zu ritieren. Achtung Hier eine grossere Luche lassen um Spezielles über ReichsIch ist jeder ein zufügen. Pfulf 6 und vielen Soweit es ihr aber irgend möglich war, arbeitete sie an anderen Vorlagen und Plänen mit, die Schulgesetzgebung, das Familienrecht, die Jugendfrage, und andere Materien hatten ihn ganzes Interesse. Teilnahme. Similler Der Reichstag, Sozialdemokratische Parteitage, zentrale und regionale Frauenkonferenzen, die schriftliche Mitarbeit an Zeitschriften und an der Tagespresse gaben ihr die Möglichkeit der Meinungsäusserung zu allen Fragen, mit denen sie sich intensiv beschäftigte und für die sie Interesse voraussetzte und auch erwecken wollte. Alles was sie sagte oder schrieb, war ernsthaft erarbeitet. Dabei war sie fähig, sich" Uber die Dinge zu stellen", auch an der Partei und an der Frauenbewegungüben. Reichs/ immer dort, wo der rechte Platz dafür war r) treffende Kritik zu So z.B. sagte sie in der/ Frauenkonferenz zu Weimar 1919: " Es ist soviel von der Gleichberechtigung der Frauen gesprochen worden, dass ich hier auch einmal über die Gleichberechtigung der Genossinnen untereinander sprechen möchte.Die grosse Hemmung in unserem Wirken ist nicht die mangelnde Anerkennung der Frau durch die Genossen, sondern die mangelnde Anerkennung der Genossinnen untereinander.( Der Bericht verzeichnet lebhafte Zustimmung) Die Frauen müssen den Grad von Selbstbewusstsein bekommen, der für die Menschenwürde notwendig ist. Das ist ja allerdings sehr schwer; denn wer lange Sklave gewesen ist, wird nicht auf einmal ein freier Mensch. Eine unserer höchsten Aufgaben wird sein, die Menschenwürde in uns selbst zu pflegen, damit wir uns gegenseitig erkennen und uns die Arbeit erleichtern. Der Parteitag in Magdeburg( 1920) gab Toni Gelegenheit ihre grosse Kenntnis des Schulwesens und der allgemeinen Schulbedürfnisse unter Beweis zu stellen und ihre Ansicht zu vertreten. Ein unter dem Namen Pfulf laufender Antrag nimmt Bezug auf die Verfassung, wonach die Vorlage eines Reichsschulgesetzes zu erwarten war. Ihr Antrag verlangte aus o ruck lich die Weltlichkeit des Schulwesens. Er betonte dass die Forderung nicht einer Feindseligkeit gegen religiöse Erziehung entspringe. Durch die Uebertragung des Religionsunterrichtes auf die kirchlichen Gemeinschaften würde der Weg für die Einheitsschule frei und so ergäbe sich die Möglichkeit der Zusammenfassung der Kinder und die Gliederung der Schulen ( schultechnisch und pädagogisch) unbeschadet der konfessionellen und weltanschaulichen Gegensätze...... In diesem Sinne begründete sie auch den Antin vor dem Parteitag, sachlich, mit Wärme und Toleranz; Im Lassallischen Sinn, wonach Verfassungsfragen Machtfragen sind, wissend, dass wichtige gesetzliche 2 Bestimmungen einer Verfassung nur mit Hilfe einer, im öffentlichen Be 4--0 Demokratie, das soll auch sein: Die Teilnahme des Einzelnen am Leben des Staates an der grossen Politik,( die unsere Lebensgestaltung mitbestimmt)) an der Arbeit auf der kommunalen Ebene (( der eigentlichen Keimzelle der Demokratie)) aber auch an der Formung des gesamten sozialen Lebens. Telch grosse Feld!!! Der Anteil der Frauen am Wirtschaftsleben wächst dauernd.Das heisst Die Zahl der Frauen, die für Lohn oder Gehalt arbeiten, nimmt standig zu. Wieviele von diesen Millionen ledig sind, wieviele verheiratet, verwittwet, geschieden, wieviele Hausfrauen und Mutter sind, ist wohl zur Stunde aus der Zählung des Statistischen Bundesamtes von 1950 noch nicht veröffentlicht. Aber dass ihre Zahl gross ist und ständig steigt, wissen wir.Aus dieser Tatsache allein tauchen XM täglich nee gesellschaftliche Probleme auf, die der Lösung durch unsere Mitarbeit warten. Jedem 9 Wir Frauen wünschen die gleiche Entlohnung für die gleiche Arbeitoder die gleichwertige Leistung. Das Ringen darum ist auf der ganzen Linie im Gange. Aber in jedem Falle sind die Möglichkeiten eines Vergleichens nicht gegeben, weil die verschiedenen technischen und sonstigen Arbeitsbedingungen den vollgültigen Vergleich nicht zulassen. Mit den biologischen Verschiedenheiten wird ebenfalls argumentiert. Wir leugnen sie nicht, wir sind ja an ihnen nicht schuld. Aber man stelle doch einmal einen Mann mit ausgesprochener intellektueller Begabung, bei manuellem Ungeschick, in einem technischen Betrieb neben eine Frau, die mit starker manueller Fähigkeit ausgestattet ist( Oder denken Sie es sich umgekehrt, das gibt es alles) Einer von beiden musste dabei schlecht abschneiden. wie ist es zB. mit der sich so zögernd entwickelnden Einstellung von Frauen in der öffentlichen Verwaltung, ich meine da, wo es un mehr als um das rein technische geht? Sprechen nicht auch dort noch Vorurteile sehr stark mit? -Und Es ist auch durch die Zähigkeit der Frauen 1951 gelungen, ein Gesetz mit wesentlichen und guten Bestimmungen fur Mutterschutz zu bekommen, womit sich schon kluge und warmherzige Frauen innerhalb und ausserhalb des Parlamentes dauernd beschäftigt hatten.Jahrelang. Pfulf 7 wusstsein verankerten Meinung durchzuführen sind, sagt sie: .... Draussen im Lande aber muss Vorarbeit für dieses Gesetz geleistet werden. Der Reichstag wird nur dann ein fortschrittliches Schulgesetz zustande bringen, wenn durch eine entschiedene Stimmung im Lande ein Zwang auf den Reichstag ausgeübt wird. Ich halte es für eine grosse Unterlassungsstände der Parteiorganisation draussen im Lande, dass sie sich den Einfluss auf die Elternorganisationen hat entgehen lassen. Was in dieser Beziehung noch nachgeholt werden kann, muss in der kurzen Zeit, bis das Gesetz zur Beratung kommt, noch geschehen. Dann wird mit Hilfe der Elternbeiräte und der Gesamtpartei hoffentlich ein fortschrittliches Schulgesetz zur Verabschiedung ** й gelangen. Wir sehen, das ist jene Kritik gegen die Gesamtpartei, die einer wohlwollenden geistigen Haltung entspricht, die die Selbsterkenntnis und das Verantwortungsgefühl wecken und den Fortschritt herbeiführen will. So auch 1920 auf der Frauenkonferenz in Kassel, sie teilt sich dort mit Max Elisabeth Kirschmann- Röhl in die Beantwortung der Frage nach der politischen und organisatorischen Wirksamkeit der Frauen in der Partei. Sie stellt dort eingangs ihres Referats die wichtige Frage, ob sich durch das Frauenwahlrecht nur eine Vermehrung der Stimmen und eventuell dadu Verschiebungen im Stärke verhältnis( unter den Parteien) ergäben oder ob die Politisie rung der Bauen nicht doch wohl langsam eine Wandlung der Politik nach Inhalt und Geist ergeben könne ✓ Sie streift die verschiedentlich aufgestellte Behauptung, dass die Mitarbeit der Frauen nicht in" politisches Neuland" zeige und sagt dem Sinne nach: Selbst dann wäre die Verleihung als zu buchex des Stimmrechtes an die Frauen eine Grosstat der Sozialdemokratie als Akt der Gerechtigkeit an dem bisher rechtlosen Teil der Staatsbürger. Aber- st fährt sie ford durch die Tatsache der Gleichberechtigung würde auch das Persönlichkeitsbewusstsein der Frau gehoben. Damit sei der wichtigste Antrieb für ihre individuelle Entwicklung gegeben. Das sei aber eine Wirkung, die nicht an der Oberfläche zu suchen sei. Sie bedrohe im Effekt die schöne Fabel vom höheren Wert des männlichen Geschlechts und damit das Monopol auf die HerrMannes buf die schaft des xa haft in der Familie und im Staat. Sie stellt Und nun die kritische Frage an die sozialdemokratische Männerwelt: " Wie steht es innerhalb der Sozialdemokratie? " Intellektuell treten die Sozialdemokraten natürlich für die individuelle Entwicklung der Frauen ein, für ihre wirtschaftliche und soziale Befreiung, denn sie wissen, welche Gefahr für die sozialistische Entwicklung das Gegenteil bedeuten würde.Aber die grosse Masse der organisierten Arbeiterschaft ist in ihrem Herzen nicht für die Befreiung der Frau und man mag über Gefühlsmomente noch so verächtlich denken, im letzten Ende sind sie doch immer die stärkeren..... Der Ge 5- • Wir wünschen die immer noch bestehende Neigung zur geringeren Ein schätzung der weiblichen Arbeitskraft zu beseitigen Und wir wünschen eine zweck- und sinnvolle Umgestaltung des Familienrechtes, das die Frau MOEXIMMY so stark benachteiligt das auf längst überholten gesellschaftlichen Zuständen aufgebaut ist. Wie kann das geschehen? Dass unsere Wünsche erfüllt werden? Im Vordergrund aller politischen gez Arbeit stehen heute sehr wichtige Fragen: Wie: Krieg oder Frieden? Internationale Beziehungen zwischen den Völkern und ihren Regierungen. Die Wehr- und Verteidigungsfrage. Die Mittelbeschaffung dafür, also Steuern. Es besteht dabei immer die Gefahr, dass diese Fragen und ihre erstrebte Lösung alles andere überschattet. Es bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit der Kreise, die von den( dem menschlichen Auge oft noch nicht sichtbaren) Ausläufern der sich ständig vollziehenden sozialen Umgestaltung oftmals schmerzhaft betroffen werden. ihre Aber der Anschluss der Frauen an/ politischen Parteien gibt ihnen die Gelegenheit, sich dort mit den von mir erwähnten und mit vielen anderen Fragen des heutigen politischen Lebens auseinander zu politischen Lebens auseinander zu setzen und auf eine gesunde Fortentwicklung/ hinzuwirken. Entwick/ w Es liegt mir vollkommen fern den Frauen schlechthin bestimmte Aufgaben zuweisen zu wollen. Die Entwicklung unseres öffentlichen Lebens birgt viele Möglichkeiten/ Eins aher scheint mir gegenwärtig doch folgerichtig zu sein: Wir haben die unausweichliche Pflicht dafür zu sorgen, dass in den sich drängenden Aufgaben des Tages die Fragen der menschlichen Entwicklung nicht vergessen werden. Jua Aus der Aufnahmebereitschaft, gegenüber allen menschlichen Problemen, erhalt der demokratisehs, der staatsbürgerliche Sinn seine Tägliche Nahrung. der intensiven Anteilnahme daran erwachst uns die Spannkraft, die uns befähigt unseren Pflichten als Staatsbürger nachzukommen. Nicht nur der Parlamentarismus ist Demokratic Nicht nur aus dem Wahlakt formt sich das Leben des Staates.-Und des Volkes.* les sich Sondern alles zusammen alles zusammen- mit der lebendigen Anteilnahme am bunten Leben ergibt ein Ganzes. Lu.a. 618 93 -198 020 -1/ 1/16 Pfulf8 schlechtsstolz trägt eben nur zu gern den Sieg über die Prinzipien. Die Erkenntnis, dass die Befreiung der Frau nur durch die Frau selbst erkämpft werden kann, zeigt uns bereits, dass es in der Tat besondere Arbeitsgebiete für Frauen gibt. XXXKI..... \ ablehnend Toni spricht auch von den Bestrebungen nach einer eigenen Frauenpartei, die selbständige Listen zu den Parlamenten aufstellen will. Das sei schon deshalb unmöglich weil se, Bei den Frauen aber sei gar keine Geschlechtssolidaritat vorhanden Aber davon abgesehen, wie könnten der verschiedensten Anschauungen So 4.25 unterschiedliche sich zu einer Partei vereinen Sie erinnert van die ganz verschiedenen den Einstellung der Frauen zum Ehe- und Ehescheidungsrecht, zum Rechten der unehelichen Mutter, wie z.B.die Post- und Telegraphenbeamtinnen $ 2.1.8 auf ihrem 9.Verbandstag in Hamburg, mit 220 gegen eine Stimme beschlossen. " Das Wesen des Beamtentums bedingt, im Gegensatz zu den freien Berufen, die Unterordnung der vollen Persönlichkeit unter Gesetz und Sitte, die in der unehelichen Mutterschaft einen Makel sieht." Led ties 20 dola bid Besb ISWS 98ain tw Man könnte in Versuchung geraten dauernd grosse Stücke aus dem Referat zu zitieren, um die Geistigkeit und den persönlichen Mut dieser Frau aufzuzeigen, ebenso die Lauterkeit ihres Denkens, wenn es nicht den Rahmen der Arbeit sprengen würde. 1924 half sie unserer Sache sehr viel damit, dass sie das neue Jugendrecht in Zeitschriften interpredogs tierte.* 1927 beteiligte sich Toni an der Diskussion über einen 4 boin aonde mi read amma edi Vortrag von Dr Walter Friedländer über" Fürsorge für die schulentlassene Jugend unter besonderer Berücksichtigung der Hilfe für erwerbslose Jugendliche)** 3 Das Problem der erwerbslosen Jugend brannte uns damals schon auf den Nägeln. Zu welchem Problem sie sich aber auch äussern mochte, sie wusste es zu gestalten, schöpfte aus einem grossen Vorrat eines ernst verarbeiteten Wissens, das zur Erkenntnis geworden war. ht In der Arbeiterwohlfahrt****, schreibt sie über" Die Reform ihre/ des Eherechts". Sie stellt die Rechtslage dar, zeigt Stellung im dazu auf, hat Verständnis für die Tragig x Lebens der Kinder aus zerrütteten Ehen, kommt bei allem Für und Wider zu klaren Lösungen *** Zeitschrift der Organisation Arbeiterwohlfahrt, Jahrgang 3, Januar_1928 ** Reichstagung der Arbeiterwohlfahrt in Kiel, 1927. ** Gemeinde" 1. Juliheft 1924 Verlag Vorwärts, Berlin.Kommunale Praxis ebenda SUD WESTFUNK ANSTALT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS -001 mentenis Hosh itsgudsdel nov do Abt.: Frauenfunk SÜDWESTFUNK, BADEN- BADEN, MOLT KESTRASSE 5 Frau Marie Juchacz 144 Düsseldorf Oberkassel San- RemoStr. 3 ZENTRALSTUDIO BADEN- BADEN Moltkestraße 5 Fernsprecher 6 07 14-17 Fernschreib- Nr. 04758 Landeszentralbank Baden- Baden Oberrheische Bank Baden- Badej Postseckkonto Freiburg 34 18 doeragnubbede mus treuse Ihre Zeichen Ihre Nachricht vom Unsere Zeichen Dr. Bu/ La. Tag 16.1.52 Causapparat 653 S Sehr geehrte Frau Juchacz, wir wissen zwar, dass Sie sich zur Zeit bei einem Kuraufenthalt albefinden und müssen deshalb gleich um Entschuldigung bitten, dass wir Sie trotzdem mit dienstlichen Dingen belästigen. Sie sind ja durch Frau van den Wyenbergh ausführlich über unsere Reine" Wer war( ist) eigentlich unterrichtet und haben uns Cob doin ja freundlicherweise auch zugesagt, das Manuskript über" Warum heute noch parteipolitische Frauenbewegung?" zu übernehmen. Auf Grund Ihres Schreibens vom 4.12.51 haben wir auch eine Sendung über Emma Ihrer im Rahmen dieser Reihe geplant und möchten heute bei Ihnen anfragen, ob Sie auch dieses Manuskript( Länge 130 Zeilen zu je 18 Silben) für uns ausarbeiten werden. Wir hätten auch diese Arbeit gerne bis spätestens 20.3. hier vorliegen und wär Ihnen äusserst dankbar, wenn Sie uns möglichst bald, sagen wir bis 25.1., ganz kurz mitteilen könnten, ob Sie diesen Vortrag übernehmen möchten. Für Ihren Kuraufenthalt wünschen wir Ihnen alles Gute und verbleiben mit herzlichen Grüssen Thre AMA zugesagt ida dussello, Düsseldorf im Februar. Dr. Benfert- Grkin Alle Zuschriften sind ausschließlich an den ,, Südwestfunk" und nicht an Einzelpersonen zu richten. Pfulf XXXX und sagt zum Schluss: ILS " Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass derartige Aenderungen im von/ Eherecht nicht.... eine Verwilderung/ der Auffassung der Ehe herbei führen, sondern die Geschlechts- und Gesinnungsgemeinschaft der Ehe auf eine reinere Höhe zu führen in der Lage sind und das Schicksal der Kinder, die aus Ehen stammen, die eine Irrung gewesen sind, ihrer grössten Härte entkleiden." Auf dem Parteitag in Kiel sprach sie kritisch und Klug über die Taktik der Parte: in der Frage des" talks entscheid über die Fürsten abfindung". Auf diesem Parteitag wurde auch die Frage der Überorganisation" diskutiert, wie es Partei wohl von Zeit zu Zeit. Haltun nodwend dig eine so grosse hat wobei auch die und Ausdrucks form der" Jung sozialisten" einer scharfen Kritik unterzogen wurde. Toni, der Pädagogin und wer ад * unbeden herzigen Freundin der Jugend, we volte sich gegen en Vossi temperamentvollen Vorsitzenden und Otto Wels: “ Verla» Ihr wirklich von den Ju n agen, and Referenten dass sie alle ald über. sein sollen? Sollen sich wirklich diese jungen Menschen hre Probleme gärt, die sich nicht in denen e s klar sind, mit der abgeklärten Ruhe unserer alden Genossen Dingen einstellen? 24 olen hre Attacke änderte nichts Wertschätz10 20 1 echten & dev " grass Тежрелажеч rsönlichen person die sie für den temperamentvollen Vorsitzenden und Reichstags kollegen Otto Wels, te, ned #yike diesen Sohn des Volkes und Urberliner hezte. Und umgekehitt, behielt auch er seine dieser Frau, er brachte poke ollein un 19 Ausdruck. zum ze dn Klugen es ste off en konfrenz, die im Anschluss Auch von der Kieler Frauen konfrenz, andiesen Parteita and liess Toni nicht un Pardeitag statt f beschenkt nachhause gehen. Teilnehmerinnen hatten. einen Antrag eingebracht, der den Frauen eine stärkere Vertretung in offentlichen Äntern dre anisation lintu chen sichern Der Einfluss der und in der Parte: Toni sagte dazu sollte. Toni sa Frau in der Partei Fragen der Polidik, kann nicht allein dadurch mentlich in den 211711 Ausdruck ge= a Is wad es ansie e ht goistisch an national, nationa acht dachte eufe lickt ap da s узор Tendenz werden - die ~ ファル inter nach Ma spruch eines Krieges& roksimmed hat Wethrüsten ok terweise hier ad סטר Ollenhauer ézte, ausführliche Ref a e sse " steen L разда корен изно einen Weht macht stellen e U der Andesver etwa поро setzen. dernationa Rüstungsbestreben フォル wad 23 172 1 die A tun haben. 4. Aufnahme der Idee und Durchführung waren in den verschiedenen Ländern verschieden. Am eindruckvollsten war wohl die Beteiligung und Begeisterung in Dänemark, Oesterreich, in der Schweiz und in Deutschland. 71 Waren In Deutschland VXR auch die am meisten treibenden A Persönlichkeiten Handen. - für eine solche Aktivität vorDa war z.B.Ciara Zetkin. Sie war Redakteurin der Gleichheit der deutschen, sozialistischen Frauenzeitschrift. 7 бо Sie hatte XXXXXXXXX Dank einer sehr guten Schule ein umfangreiches Wissen, dazu kam ein feuriges Temperament und ein grosser Drang zur wirtschaftlichen Selbständigkeit. Ihr unabhängiger Geist hatte sie schon während des Sozialistengesetzen( 1878-1890) nach Parie geführt. Dort fand sie Anschluss an die Arbeiterinternationale.1889 hielt sie auf dem Internationalen Kongress in Paris ein Referat, das die Zuhörer bezwang und zu einer Resolution führte, in der Frauenrechte gefordert wurden. ( Ehemann oder Sohn Meine Frage ist: Gilt ihre Tätigkeit mit ihren Mutterpflichten in Einklang zu bringen hat. Das ist oft schwer.Und im Notfall springt ihr auch wohl ein männliches Familienmitglied helfend bei es als ebenso selbstverständlich für den Familienpartner, ihr zu helfen, wenn sie staatsbürgerliche Pflichten erfüllen will? In einzelnen Fällen Pfülf 10 10 nt w die Frauen besonders diejenigen nächsten betreffen. Wenn wir sein wünschen, ist Voraussetzung bracht werden, dass pinge beraden, die sie am entsprechend vertreten. dafür dass 2 CC dort, id es sich die rd grassen, Fragen sozialistischer Politik handelt, die Frauen " allgemeinen nicht schweigen. Wir müssen das... Minderwertigkeitsgefühl aberwinden, uns in die grassen politischen und wirtschaftlichen Fragen ein= Schalten, die in der Arbeiter bestegung eine Rolle spielen. [ Sie begründete weiter die Notwendigkeit der all= gemeinen ellitarbeid der Frauen in der Publizistik. " Niemals habe ich gehört, dass Toni in der Partei oder Frauenbewegung als Fremdkörperempfunden wurde, auch habe ich nicht erlebt, dass sie mit ihrer Kritik auf Uebelnehmen, XXXXXK gestossen wäre. Ganz eindeutig und unbezweifelbar stand die saubere Gesinnung hinter ihren Worten und ihrem Wollen. Niemals hat sie das opre selber sich etwa beklagt dass sie sich fremd und unwillkommen fühle, as ge PTOTO I war wohl до 63 DIG stand bei ihr ausserhalb jeder Erwägung. Auch war die Frauenbewegung nun endlich aus diesem Stadiun fer wohl auch darüber hinausgewachsen. eixem Aber etwas anderes machte ihr in ihrem letzten Lebensjahrzehnt grossen Kummer. In diesen Jahren der intensivsten Arbeit im öffentlichen alle. Dienst überfielen uns daohend die Schatten des Kommenden. Toni gehörte zu der Schar der Wissenden, die sich bald keine Illusionen über die Zukunft mehr machten. In ihr verband sich die weibliche Intuition mit threm grossen Wissens fundus, und mit ihrer menschlichen Reife zu einer Urteilsfähigkeit, vor der man oft stumm werden musste. Als nach dem sogenannten" Umbruch" die zweite Reichstagssitzung unter Hitler stattfinden sollte, fuhr sie noch einmal nach Berlin. Nicht, um an der Sitzung teilzunehmen, sondern um die sozialdemokratische Rumpffraktion davon abzuraten. Als das nicht gelang, machte sie auf der Rückfahrt von Berlin nach München den ersten Versuch, aus eigenem Willen für immer einzuschlafen. Die Zeit hatte wohl nicht ausgereicht, um es gelingen zu lassen. Nach einigen Wochen Krankenhaus wurde sie nachhause entlassen, wo sie jetzt bessere Vorsorge treffen konnte, um ungestört den letzten Weg gegen zu können Ihre nächsten Freu Ihre nächsten Freunde haben es immer gewusst, dass diese Frau einen einmal mit Ueberlegung gefassten Entschluss auch durchführen würde. lehaben [ Der Tod ist nicht das letzte Word, das über das Leben gesprochen wird. де # Aber Scherz beiseite. Ich will ja nicht frauenrechtlerisch polemisieren. Das hätte weder Zweck noch Sinn.Ich will mir auch nicht die Gunst der etwa zuhörenden Männer vescherzen. Auf ihr vernünftiges Mitarbeiten sind wir nämlich auch angewiesen. Ich will nur feststellen und nach Möglichkeiten keiten suchen. Wir machen in Deutschland garnicht eine so grosse Ausnahme. - diesen mit unseren Ziffern auch Trotzdem müssen wir uns nach den allweiteren gemeinen Gründen fragen, wenn wir die Frage nach der Notwendigkeit einer Frauenbewegung positiv beantworten wollen. zahlenmässig geringe/ Liegt die/ Vertretung der Frauen nicht schon an der zahlenmässig geringen Beteiligung in den politischen Parteien? Das ist doch vollkommen freiwillig und unabhängig, oder nicht? Oder liegt es vielleicht auch an dem weiblich-/ Mangel an politischer Aktivität innerhalb des Parteilebens? Z.B.bei der Stellungnahme zu den politischen Tagesfragen, die heute- auch für uns Frauen Europafrage, Krieg und Frieden, von so grosser Bedeutung sind? Remilitarisierung, Verteidigung, Steuern, fühlen sich/ Teurung? Oder die Frauen etwa nicht fähig zur selbständigen, politischen Entscheidung in diesen Lebensfragen? Sind sie daran nicht interessiert oder stehen ihnen vielleicht auch hierbei noch alte Vorurteile im Wege, die vielleicht nur mit einer gewissen psychologischen Robustheit AGI nicht an der Oberfläche die Tatsache der Gleichberechtigung wird das Persönlichkeitsbewusstsein der Frau gehoben. Damit ist der wichtigste Antrieb für ihre individuelle Entwicklung gegeben. Diese Wirkung Gerechtigkeit gegenüber dem bisher rechten Teil der Staatsbürger.--Aber-- so führt sie fort, durch zu suchen. Sie bedroht in Effekt die so schöne Fabel von dem höheren Wert des männlichen Geschlechts und damitdas Monopol auf die Herrschaft des Mannes in Familie und Staat ( das Wenn wir heute vor unserem inneren Auge vorbeiziehen. Und ich füge ruck schauend hin zue the lassen, was Nationalversammlung und Reichstag unter intensiver Mitwirkung der Frauen geleistet haben, dann brauchen fir Frauen uns nicht zu schämen. Die sozialen Gesetze trugen ein Gesicht, das ganz unVerkennbar von neuem Denken gezeichnet war. Es würde wenn ich alles charakterisieren würde, was an Gesetzen dieses Charakters geschaffen zu weit führen worden ist. Nur ein Ignorant kann sagen, dass es kein Blick in Neuland gewesen sei.--- Es ist ein Verhängnis dass so vieles mit einem Federstrich - mit einer Hitlerschen Verfügung ausgelöscht wurde, Toni Pfulf Zeitschrift Arbeiterwohlfahrt,( 1928) Jahrgang 3. Toni schreibt dort über" Reform des Ehescheidungsrechtes" Seite 14( Jahrgang ) schreibt Toni Pfulf über: " Die Diziplin der Fürsorge erziehungsanstalt" AD Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuss e. V. Bonna. Rh., Dottendorfer Straße 168 Fernsprecher 23184-87 An alle Bezirks und Landesausschüsse der Arbeiterwohlfahrt Rundschreiben Nr. 13/53 Betr.: Grunderwerbssteuer Bonn, 26. Januar 1953 Ri/ Ha 085-32/ 1 Zur Kenntnisnahme übersandt Liebe Genossen! Wir können heute mitteilen, dass es in einzelnen Fällen schon gelungen ist, Befreiung yon der Zahlung der Grunderwerbssteuer zu erwir ken. Voraussetzung hierzu ist zunächst die satzungsmässige Erfüllung der Bestimmungen der Gemeinnützigkeitsverordnung. Ebenso muss die tatsächliche Geschäftsführung der Einrichtung, für die die Befreiung erwirkt werden soll, mit dieser Verordnung übereinstimmen. Wir werden in einem gesonderten Rundschreiben die hierzu notwendigen Satzungsbestimmungen mitteilen. Ein Antrag auf Erlass der Grund erwerbssteuer unter den genannten Voraussetzungen, kann gestützt werden unter Berufung auf§ 131 Abs.( 1) und( 2) der Reichsabgabenordnung Da die Erhebung dieser Steuer für die Rechnung des Landes geschieht, in dem sie fällig wird, hat eine Berufung auf ein anderes Land keinen Zweck und dient auch nicht dem Interesse der Sache. Wir vermeiden aus diesem Grunde die Nennung von Ländern, in denen hier ein Erfolg erzielt werden konnte, Trotzdem hoffen wir, Ihnen einen Anhaltspunkt für zukünftige Verhandlungen gegeben zu haben. haben. Mit sozialistischem Gruss i.A.: Fr. Ripp In den Reichstagsprotokollen auch Natio malversammlung nachsehen wann eine namentliche Abstimmung zur Verfassungsdebatte?) aber die Todesstrafe war stattfand. Wann sprack Toni zum Schulgesetz zur Todesstrafe. Exeppd Zum Rathenau mora beim Gesetz zum Schutz der Republik. Unser Antrag:"In Anbetracht" dass die Mitglieder landes herrlicher Familien uns nicht Dank dafür gewusst haben. dass nach dem November 1918 auch nicht einem von ihnen ein Haar ge- Krümmt worden ist stellen wir ernennt den Antrag, die Stellen des Reichspräsidenten, der Staatspräsikenten, der Minister und der Reichswehr von denen Freischalden die heute eine Gefahr füd die Ruhe der deutschen Republik sind. - 2 Was innerhalb der gesamten Frauenstimmrechtsbewegung niemals zustande gekommen war- nämlich ein gemeinsames Auftreten von Frauenverbänden aller Richtungen- mit der einheitlichen Forderung nach dem Frauenwahlrecht- setzte sich jetzt plötzlich- wie von selber- durch. Es sprachen in dieser Versammlung Marie Stritt und Minna Cauer die greise und gradlinige Kämpferein für alles Recht. Beide galten seit Jahren als Gegnerinnen. Marie Stritt war der Meinung gewesen, dass man - von der kaiserlichen Regierung- auch Abschlagszahlungen auf die Gleichberechtigung fordern und annehmen solle. Z.B.das Gemeindewahlrecht mit dem Dreiklassenwahlrecht der damaligen Zeit. Minna Cauer aber blieb konsequent bei ihrer Forderung nach dem allgemeinen und gleichen Recht zu allen Körperschaften.- An dieser und anderen Meinungsversch denheiten hatte sich die" bürgerliche" Frauenbewegung in zwei Teile gespalten. Wir Sozialistinnen fühlten uns mit unseren Forderungen schon deshalb auf sicherem Boden, weil die Sozialdemokratie uns dabei den Rücken steifte. Das--- schon Jahrzehnte vorher Aufsehen erregende Buch von August Bebel und andere Schriften- wie auch das Programm der Sozialdemokratie gaben uns diese Stutze. Ich war eine der Einberuferinnen dieser Versammlung und sprach neben unserer feinsinnigen Klara Bohm- Schuch. Bekannte, männliche Parl mentarier fortschrittlicher Richtungen nahmen teil und hielten Ansprachen. Hermann Muller( Sozialdemokrat und eine Zeitlang Reichskanzler) beschränkte sich darauf zu sagen:" Es werden wenige hier in diesem Saale sein, die den Sieg des Frauenstimmrechtes nicht erleben werden . Ich höre noch Minna Cauer sagen: Das waren Worte der Hoffnung." Und wie sie wehmütig hinzu fügte:" aber ich weiss nicht.ob ich das noch erleben werde Sie erlebte wenige Tage später die Proklamation der Volksbeaufyragten, die das Frauenstimmrecht ankündigte seine/ und nach wenigen Wochen XXX Einführung XXXXXXXX. Für eine etwaige Frauenpartei( wozu hier und da eine geringe Neigung zu spüren war, Seite Das ist nicht mehr kommt, so ist es sich nicht auf Ein Gärtiger Seite 120 Schulfrägen fanden in Ton. eine sachkundige Mitarbeiterin Freiheit der Schule vom Zwang des Religionsunterriebtes für staats bürgerlichen UnterriM Zwar: Staatsbärgerlicher Unterricht schafft noch keine Staatskürzeit lære. Ihr Religionsunterrieben hat leider auch keine Christen " Geschaffen. 1922 wurde das Reichsschul= gesetz von der Regierung dem Reichstag vorgelegt So auch Ehescheidungs- oder vergebliches Ringen/Kasen. Seife 129. mit Kolleginnen) Wegen drohende Resierungsfrist mehr statt vor 1831. Seite 6 Frauenbewegung im Rahmen politischer Parteien? Auf dem Gebiet der allgemeinen Willensbildung und Einsicht hätte eine moderne, starke Frauenbewegung ein sehr grosses, fast noch unbeackertes Feld, das umso grössere Erträge bringen würde, je geschickter und kluger die Angabe angefasst wurde.--- Auch allgemein sind die Frauen in ihrer Mehrheit noch zur Erkenntnis ihrer Staatsbürgerrechte und-pflichten zu führen. Die deutsche Demokratie ist noch jung. Die Möglichkeit der weiblichen Anteilnahme ist noch viel junger. Die Männer hatten/ immerhin in den Jahrhunderten der Vergangenheit ein wenig zu sagen.Und si wurden in ihrer sozialen Position höher gewertet. Die Frauen aber waren- als Mitmenschen und als soziale Wesen ganz rechtlos und wurden entsprechend gewertet. Nimmt es uns under, das sie dem wirklichen, politischen Mitleben noch so abgewandt sind Unser Empfinden sagt un doch wohl richtig, dass vom Gebrauch des Stimmzettels( der sehr wichtig ist) bis zum Bewusstsein voller Staatsbürgerschaft mit entsprechender Mitwirkung, noch ein grosser Schritt zu gehen ist.-- Man soll hierbei nicht an platte Propaganda denken, sondern an eine demokratisch- staatsbürgerliche Erziehungsarbeit mit gutem sachlichen Gehalt. Erziehe gearb innerhalb Und wenn ns Frauen die Arbeit innerhalb der Parteien nicht restlos das Geful des geistig- seelischen Auslebenkönnens gibt( die Grenzen liegen in den Möglichkeiten, die angedeutet wurden, so gibt es entweder unter dem Sammelnamen" Frauenbewegung" oder auch im Anschluss an ge/ oder soziale) mischte kulturelle/ Organisationen Gelegenheiten und Möglichkeiten der Mitarbeit, der Persönlichkeitsbildung und zur Erfüllung schöner staatsbürgerlicher und menschlicher Pflichten. Demokratie und bewusstes Staatbürgertum bergen grosse Möglichkeiten menschlicher Entwicklung. Was aber Was aber vor allem notwendig ist, das ist Ueberkommen und Ueberwinden alter Vorurteile und Voreingenommenheiten. Wir wollen kein Paschatum, keinen Herrengeist, aber auch kein Weibchentum sinnung und keinen Untertanenge1* XX Was sein soll ist der von fortschrittlichem Geist erfüllte männliche und weibliche Staatsburger. bleiches Schicksal 218 a. f. Milderung der Strade setzte sich d’eau bénérial et aucun durch gestellt in besonders leichten. Fällen von Strafe abzusehen. durchaus nicht Gesamtheit der Frauen. partei gebunden Schund= und Schmal+ gesetz (seite) Lioktspielgesetz 1241 “Mit Recht stellte Ton: die pase tiren Massnahmen für die In- gend weit über alle Verbote Beir einem Gesetz zum Schutz der jagead be: Lustbarkeiten ebenso tichtspielecsede Pfülf: für Jahr. ge Grundschule Mindestforderung – Wünschenswert Einheitliche Aufbenschule für Alle. Blatt 5 Frauenbewegung im Rahmen politischer Parteien? Auf ihre Kameradschaftlichkeit sind wir nämlich auch angewiesen.Ich will nur feststellen/-- und nach Möglichkeiten suchen wir machen in Deutschlandmit diesen Ziffern auch nicht etwa eine grosse Ausnahme. Trotzdem mussen wir uns nach den Gründen fragen, wenn wir die Frage nach der weiteren Notwendigkeit einer Frauenbewegung positi beantworten wollen. Liegt die zahlenmässig geringe vertretung der Frauen nicht schon in der ebenso geringen Beteiligung in den politischen Parteien Das ist doch vollkommen frei und unabhängig- oder nicht? Oder liegt es vielleicht auch an einem Mangel an weiblich- politischer Aktivita innerhalb des Parteilebens? Z.B.bei der Stellungnahme zu den politischen Tagesfragen wie: Remilitarisierung, Europafrage, Krieg und Frieden, Steuern, Teurun usw.? Oder- fühlen die Frauen sich etwa nicht fähig zur selbständigen politischen Stellungnahme? Zu einer persönlichen Entscheidung in diesen Lebensfragen? Oder stehen ihnen auch hierbei noch alte Vorurteile im Wege, die vielleicht nur mit einer gewissen, psychologischen Robustheit zu überspringen sind? Oder- wirken an der Zurickhaltung nicht vielleicht auch noch Hemmungen mit, die aus der biologischen Sonderstellung der Frau herrühren und sie an / iares Willens/ der Entwicklung zur Anteilnahme hindern hindern? Hemmungen, die vielleicht auch dort, wo es nicht sein solite, durch Vorurteile, hergebrachte Meinungen, und-entsprechende Unterlassungen unterstützt werden? Wohlgemerkt! Ich spreche nicht von parlamentarischer Arbett, sondern von staatsbürgerlicher Anteilnahme--ich denke dabei auch eine kraftvolle Frauenbewegung. Und a an ihre Möglichkeiten. Aber lassen Sie mich auch hier in einem Beispiel sprechen: Es gilt heute als selbstverständlich, dass, wenn man als Mutter erwerbstätig sein muss, dass man seine Mutterpflichten mit seiner Tatigkeit in Einklang/ zu bringen hat. Das ist oft sehr schwer. Und im Notfall springt der Mutter dann auch wohl ein männliches Familienmitglied helfend bei, sei es Mann oder Sohn. Meine Frage ist: Gilt es als ebenso selbstverständlich für den Familienpartner der Mutter zu helfen, wenn sie staatsbürgerliche Pflichten erfüllen will? In einzelnen Fällen geschieht es wohl schon.Aber generell kennen wir diese schöne Selbstverständlichkeit, die mit zur Gleicberechtigung gehört, wohl noch nicht. Ist das nicht Gedankenlosigkeit, gepaart mit so bequemen" Vorurteilen? 6. Fortsetzung Pfülf von Seite Schüll ru schaffam, su dass sieh auf die schale(acht bis 9 Jahre) erst die mittlere und höhere schule aufbaut. Enträge der SPD. beständet: begelden Schulkindern Ausbildung auf Staatskosten ermöglichen Bedauert dass Frauen andrer Parteien dem Staatspunkt sozialer Gerechtigkeit so werde Verstaadnis entgegen — bringen. begen Argument! Staelliche Forderung der Bezahlen aiment den Eltern die Verantwortung Selbst für ihre Kinder 96 einzutreten. Seite 126 Reichsdag 1928 Ehescheidung;"energesch mit Einfrum auseinander gesetzt"Unbeschadet aller Toleranz tür kath. Auschauungen, geht es nicht an, das Wollill unter 62 ½ ihre sehr Überzeugung zum Gesetz erheben. 1926 122 336 kath. Ehe soktussungen ſiſſe geſamt, unter 483/98 Seite 4 Frauenbewegung im Rahmen politischer Parteien? Auf dem wirtschaftlichen Sektor unseres Lebens ist die Gleichberechtigung ebenfalls noch hart umkämpft. Der Ehefrau kann die Berufsausübung unmöglich gemacht werden, sie ist nicht selbständig. Aber die Frauenberufsarbeit durchzieht heute unser ganzes gesellschaftliches Leben." Gleicher Lohn für gleiche Leistung."-und-" Die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten für Mann und Fraue. Das sind alte gewerkschaftliche Forderungen. Das sind auch seit jeher Forderungen der Frauenbewegung. Sehen wir uns um.Die Frauenlöhne betragen 2/3 bis 3/4 der Mannerlohne. Noch immer verweist man die Frau in die ungelernten und angelernten Berufe. Und in die Hauswirtschaft. Das Letztere ist eine sehr schöne, sehr interessante und verantwortungsvolle Berufsaufgabe, die viel Nachdenken und die Anwendung von Vernunft erfordert, wenn sie volswirtschaftlich und privatwirtschaftlich vernünftig getan werden kann. Bei dem heutigen Stand unseres sozialen Zu/ es/ sammenlebens sollten/ sich Manner und Frauen zur Pflicht machen, auf diesem Gebiet so vollkommen wie möglich zu werden und so kameradschaftlich wie nur möglich zusammen zu arbeiten.Besonders innerhalb der Ehe.Um die Lasten gerecht zu verteilen und die geistig- seelischen Frauenkräfte zur vollen Entfaltung zu bringen.----- Hat hier nicht die Frauenbewegung eine grosse und schöne sozialpädagogische Aufgabe?-- Oder glitten wir damit inaus aus der heutigen Fragestellung in die private sphäre hine? Ich glaube nicht, es hängt doch alles sehr eng zusammen. Schauen wir einmal ins Parlament. Ist dort Gleichberechtigung? Das heisst sind die Frauen gleich stark an Einfluss? Und in den Möglichkeiten ihrer Wirksamkeit? In Bundestag stehen 37 weibliche, 383 mannlichen Abgeordneten gegenüber. Also: 10 mal ein männliches Hirn gegenüber einem weiblichen/. In den Landes- und Gemeindeparlamenten ist es ähnlich. Wenn wir uns die Besetzung in der offentlichen höheren Verwaltung ansehen, ist das Verhältnis noch ungünstiger.--- Aber--- die weiblichen Wähler sind in der Mehrzahl.---- Aber Scherz beiseite. Ich will nicht etwa frauenrechtlerisch polemisieren/. Das hatte weder Zweck noch sinn. Ich will mir auch nicht an die Gunst der etwa zuhörenden Männer verscherzen. Poul Läbe e. Die aus Bayern stammende Ton. schälf eine derklügsten und tapfer sten Vertreterinnen ein Görie alist in der Tat von sprudelnder Lebendigkeit und warmer Ich ist ein Männern: Menschenliebe. Ausschuss die rechte Handl Kannte dańa Prof. Kall die Fransamkeiten der Nozis aber auch die Haltung der eigenen Fraktion in diesen Tagen – nicht verwinden Ja, 1933 freiwillig an. dem Leben, nachdem sie ihre submale Habe und ihre Bächer sorreich unter die Freunde verteilt und von allen in Herzl. Briefen Abschied gens nimom hať. Seite 1. Warum heute noch Frauenbewegung im Rahmen der Politischen Parteien? Die deutschen Frauen hielten Ende 1916-- ach plotslich-- durch eine Verordnung der Volksbeauftragten--in den Revolutionstagen-- das allgemeine Wahlrecht. Wir hatten 1916 in Deutschland ne geistig gut fundierte Frauenbewegung. Wie es sich- im Rückblick Immer wieder feststellen lässt. Die Fragen waren in den Stimmrechtsverbanden und in einer grossen Zahl von Zweckverbänden organisiert. Diese zählten sich, soweit sie nicht rein caritaty tätig waren, mit Recht zur Frauenbewegung.Naturlich waren Frauen auch in politischen Parteion Mitglieder, seit 1908 in der Sozialdemokratie, hach und nach auch in den linken bürgerlichen Partelen, währen die rechtsstehenden Parteien- konsecuenterweise- in der Aufnahme weiblicher Mitglieder viel zurückhal sender waren. die kaiserliche Regierung und die bürgerlichen Parteien hatten sich bis November 1918 zum Frauenwahlrecht strikt ablehnend verhalten. Trotzdem in den Kriegsjahren 1914-18 eine umfangreiche, anch anerkannte, offentliche Mitarbeit der Frauen vorhanden war. Sie vollzog sich in der selbstverständlichsten Weise und wurde von den Behörden gerne angenommen. Ja, die Aktivität der Frauen wurde in diesen fahren unterstützt und gefördert. Sa musste also erst zu einem Krieg kommen, um alte verkrampfte Anschauungen etwas aufzuloekern.- Und dieser verhängnisvolle Krieg brachte schwere Störungen der allgemeinen Versorgung und in der nun veränderten Produktion.-Und es war zu einem starken Teil die Mitarbeit der Frauen, mit der Regierung und selbstverwaltung das Gefuge des Staates vier Jahre lang in leidlicher Ordnung hielt. Natürlich stimmten 1919 die Wahlerinnen fur die Parteien, zu denen sie sich aus weltanschaulichen Beweggründen hingezogen fühlten.Nationale und internationale Ansichten, Erziehung, ferkunft, soziale Stellung, Einstellung zum Beruf, zur Wirtschaft, zur sozialen Frage, zu den Dingen des kirchlichen Lebens waren bei der Entscheidung von Bedeutung. Adelheid Tapp ist am 9. II 1939 1949 Adelheid Popp Datum? Zeitung? Am 9.März gestorven. sind es zehn Jahre, dass in Wien Adelheid Popp gestorben ist. 70 Jahre alt Ihr Begräbnis war Anlass zum ersten grossen Zusammentreffen der Arbeiterschaft Wiens ein Jahr nach der Besetzung durch Hitler Adelheid Popp war im Jahre 1869 als Proletarierkind in einem Elend quartier zur Welt gekommen. Sie wuchs in truben Verhältnissen auf, musste als achtjähriges Kind schon verdienen helfen. Mit zehn Jahren musste sie die Schule verlassen- sie durfte Aber sie benützte auch als Fanicht mehr lernen, sie musste arbeiten. brikmädchen jede Gelegenheit, um zu lesen und zu lernen. Früh fand sie sich als Ausgebeutete zur Arbeiterbewegung. wo sie durch Intelligenz und Unerschrockenheit auffiel.---- Unter dem Einfluss von Viktor Adler wuchs sie zu ihrer grossen Aufgabe heran. Er verstand es die rechten Leute an den rechten Platz zu stellen. Die oesterreichische, sozialistisce Frauenbewegung wuchs mit ihr, sie wurde deren Vorsitzende, Mitglied des Parteivorstandes, Redakteurin der sozialistischen Frauenzeitung: XXXXXXXXXXX " Die Arbeiterin". Nach dem ersten Weltkrieg nach dem Umsturz von 1918, wurde sie Gemeinderätin, dann Nationalrätin. Sie wurde später Vorsitzende des Internationalen sozialistischen Frauenkomitees, bis zu den blutigen IX von 1934 mit der Zerschlagung der oesterreichischen Partei. Februartagen " Es wurde still um sie.Krank und vereinsamt verbrachte sie die letzten Jahre ihres Lebens. Der Tod kam als Befreier. Ihr reiches Leben war voller Hingabe an die Arbeiterbewegung. Wir sind ihr als einer unermüdlichen Vorkämpferin Dank schuldig. ((( scheint die Schweizer Arbeiterinnenzeitung zu sein))) Aus Gedenktage: 12.21.1934: Der Februarkampf der oesterreischen Sozialdemokratie gegen die Dollfuss- Diktatur beginnt. Nº 4. Adelheid Popp Adelheid den ärmsten Schichten des Volkes entstammend, wurde die Erweckerin der österreichischen Arbeiterinnen. Am 11. Februar 1869 in Inzersdorf bei Wien dem Ehepaar Dworak in einer Elendswohnung geboren, lernte sie schon im frühesten Kindes alter die Not des Lebens kennen. In eine Zeit hineingeboren in der die Masse des industriellen Proletariats in tiefster Not lebte, in der die Kinder der Armut in den Fabriken und bei Heimarbeit in zehn- bis zwölfstündiger Arbeitszeit schrankenlos ausgebeutet wurden, gab es auch für Adelheid nicht die Freuden einer sorglosen Kindheit, Der Vater war ein Trinker und hatte für seine Familie wenig Herz. Die Mutter war eine brave fleissige hein Frau, aber sie war abgerackert und hatte wenig Verständnis für das Streben ihrer Tochter. Adelheid war ausserordentlich begabt und lernbegierig, nur war es ihr nicht vergönnt zu lernen. Oftmals musste sie die Schule versäumen, weil die Mutter sie zur Arbeit brauchte und auf den kargen Verdienst des Kindes bicht verzichten konnte. Zwölf Stunden täglich arbeitete das schwächliche Kind und sie verdiente trotz fleissigster Arbeit nur 20 bis 25 Kreuzer täglich.( Der Zins für eine lichtund luftlose Zimmer- und Küchenwohnung betrug damals 10 bis 12 Gulden monatlich). Lehrerin wollte die kleine Adelheid werden, es war ihr versagt, denn kaum der Schule entwachsen wurde sie Dienstmädel und so erlebte sie am eigenen Leibe die Rechtlosigkeit der Haussklavinnen. von 5 Uhr morgens bis spät in die Nacht hinein musste sie fur wenig Essen und noch weniger Lohn schwer arbeiten. Mit 16 Jahren kam sie dann in die Fabrik. Und hier dieselben Zustande. Die Fabriksarbeiterin war der Willkur des Unternehmers ausgeliefert. Niedrige Löhne, von denen man nicht satt werden konnte, eine endlos lange Arbeitszeit. Stumpf und dumpf lebten die Arbeiterinnen dahin. Es kam ihnen nicht zum Bewusstsein, dass es anders sein könnte, wenn sie zusammenhalten würden. In dieser Atmosphäre verbrachte Adelheid ihre erste Zeit in der Fabrik. Noch ahnte niemand, dass gerade sie zu Grossem berufen war. Aber bald regte sich in ihr die Auflehnung gegen die Ausbeutung, gegen die Ungerechtigkeit und sie erkannte, dass nur der Zusammenschluss aller, Abhilfe schaffen kann. Sie wurde die Wortführerin ihrer Kolleginnen und noch in ganz jungen Jahren schloss sie sich der spzialistischen Arbeiterbewegung an. 1892 erschien zum erstenmale die" Arbeiterinnen Zeitung", Adelheid Popp die nur 4 Klassen Volksschule besuchte hatte, wurde die Redakteurin. - 2- Mit ungeheurem Fleiss bemühte sie sich ihre Kenntnisse zu erweitern, die Lücken ihrer Bildung zu schliessen. Emma Adler die Frau Victor Adlers wurde ihre Lehrerin und bald war Adelheid nicht nur eine glanzende Radяяxix, blendende Rednerin, die es verstand die Frauen mitzureissen, sondern auch eine gute Schriftstellerin. Einige Broschüren und kleine Büchlein aus ihrer Feder zeigen uns dies. Im Jahre 1896 kakxmaxxAdelheidxalxxxxparin wurde im Parlament eine Enquete über die Lage der Fabriksarbeiterinnen durchgeführt. Adelheit hat, als Expertin befragt, ungescheut die Verhaltnisse unter denen die Fabriksarbeiterin tätig war, aufgezeigt. Die Gewerbeinspektion die daruafhin die Schokoladefabrik" Kufferle" aufsuchte um sich selbst uber die Arbeitsbedingungen zu unterrichten, fragte die reikia dort beschäftigten Arbeiterinnen über Löhne und Arbeitszeit aus. Niemand wollte die Wahrheit sagen, niemand wollte bestätigen, dass die * x* x* x nach einer zehnstündigen Arbeitszeit noch Heimarbeit übernehmen mussten und bft bis 2 Uhr früh hindurch arbeiteten. Erst als ein Mitglied der Kommission unwillig sagte:" Dann hat uns Fraulein Dworak angelogen"************** Arheikaxixxxяяяяxdiя brachte eine Arbeiterin den Mut aufyaasagan** x* x* X***@ gxxx***********@***** Adelheid die Wahrheit gesagt hatte. Die Verhaltnisse verbesserten sich in diesem Betrieb, aber die Arbeiterinnen mussten unterschreiben, dass sie nie mehr eine Versammlung von Adelheid Dworak besuchen werden.... agendass So ist sie unermüdlich fur die Rechte der arbeitenden Frauen einihe getreten, Kampf war erfolgreich. 1918 als in Österreich die Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhielten, wurde Adelheid zuerst in den Wiener Gemeinderat entsendet, im Februar 1919 aber zog sie als Abgeordnete ins Parlament, wo sie bis zur Niederwerfung der österreichischen Arbeiterbewegung durch den Heimwehrfaschismus im Jahre 1934 tätig war. In der Sozialistischen Arbeiterinternationale war Adelheid Popp die Vertreterin Österreichs. Sie wurde als Klara Zetkin zur Kommunistischen Partei übertrat, die Vorsitzende des Internationalen Frauenkomitees. Mehr als anderthalb Millionen Frauen in vierundzwanzig Ländern waren in den sozialistischen Parteien organisiert, Österreich stand in der Mitgliederschaft an dritter Stelle. Dem Wirken dieser hervorragenden Frau und Genoss in war es zu danken, dass die österreichischen Arbeiterinnen in ihrer überwiegenden Zahl in den Reihen der Sozialdemokratischen Partei standen. Persönlich wurde die geliebte und verehrte Führerin der österreichischen Sozialistinnen von schweren Schicksalsschlägen nicht verschont. Nach neunjähriger Ehe verlor sie den Gatten, der älteste Sohn - 3 Jultschi blieb im Krieg, der jüngere Sohn Felix starb 23 jährig an einer Angina. Nie hat sie den Tod ihrer beiden säя Kinder ganz verwunden. ' Der Februar 1934 hat sie wohl am schwersten getroffen. Die Partei verboten, alles was in einem jahrzehntelangen Kampf erworben wurde, zerschlagen, die Arbeiterschaft geknebelt und akaakiak unfrei, das war zuviel für Adelheid Popp. Schon kränklich, konnte sie sich nie mehr ganz erholen. Jahre hindurch verbrachte sie ihr Leben zwischen Krankenhaus und Rekonvaliszentenheim. Den Einbruch Hitlers in Österreich erlebte sie noch, am 7.März 1939 schloss sie aber für immer die Augen. Die tapfere Kämpferin für Freiheit und Recht, die wunderbare Freundin und Helferin aller Notleidenden ist in dem Augenblick geschieden, als fx bf nie xx tiefstex Erniedrigung durch den Nationalsozialismus erleiden mussten. Adelheid Popp ist nicht mehr- geblieben aber ist der Geist in dem sie die junge Generation erzogen hatte. Und heute wird das Erbe dieser einzigartigen Sozialistin an die Jungen weitergegeben- und so ist sie unsterbliche geworden.... An die Gesamtarbeiterschaft Augsburgs! Der Parteitag der deutschen Sozialdemotratie findet in der Woche vom 17.- 23. September in Augsburg statt. Die Tagung wird am Sonntag, den 17. September, abends 6 Uhr mit einer Eröffnungs- Feier in der Sängerhalle ( Eing. Stadtgarten) mit Begrüßungsansprache, Konftituierung des Parteitages u. Ansprachen der ausländischen Gäste, sowie unter Mitwirkung der Jugendtapelle des Deutschen Tegfilarbeiter- Verbandes, unter Leitung des Herrn Obermusikmeister Keck, u. des Arbeiter- Sängertartells Augsburg eingeleitet. Die Berhandlungen des Parteitages finden ab Montag vormittag im„ Ludwigsbau" statt und werden voraussichtlich die ganze Woche in Anspruch nehmen. Die Verhandlungen sind öffentlich; zur Teilnahme können Dauerkarten, die zugleich für die Eröffnungsfeier gelten, oder auch Tageskarten gelöst werden. Außerdem ist zu Ehren der Delegierten vorgesehen: Sonntag, den 17. September: Führung durch die Stadt, Treffpunkt am Rathaus vormittags 10 Uhr. Dienstag, den 19. September: Abends 8 Uhr im„, Ludwigsbau": Kommers mit künstlerischen Darbietungen. Donnerstag, den 21. September: Bei günstiger Witterung gemeinsamer Ausflug nach dem Hochablaß; Treffpunkt nachmittags 3 Uhr am südlichen Königsplay. Freitag, den 22. September: Parteigenossen und Genossinnen, Gewerkschaftskollegen! Zum erstenmal tagt das Parlament der Arbeit in Augsburg; diese Gelegenheit wird sich in absehbarer Zeit kaum wieder bieten. Es darf deshalb erwartet werden, daß die Genossen und Gewerkschaftskollegen mit ihren Angehörigen diese Veranstaltungen zahlreich besuchen und so die Arbeiterschaft Augsburgs würdig vertreten werden. Karten zu den Veranstaltungen sind zu haben im Parteisekretariat, Unteres Kreuz F 280, und in der Expedition der„ Schwäbischen Boltszeitung", Schmiedberg C 160. Rechtzeitige Sicherung der Karten ist dringend zu empfehlen. Die Vertrauensleute werden aufgefordert, die Vermittlung und den Vertrieb der Eintrittsfarten eifrig zu betreiben. Geselliges Zusammensein der Genossen die Parteileitung der Sozialdemokratischen " in der Brauerei zum Goldenen Löwen" ( Inhaber Aler Stötter), Jakoberstraße. Bartel Augsburgs. Mittwoch, den 20. September, abends 7 Uhr im Saalbau Herrle, Singerstraße Oeffentliche Bolts- Versammlung. 1122 Referent: Genosse Scheidemann, Oberbürgermeister in Kassel. Thema: Die politische Lage. Donnerstag, den 21. September, abends 7 Uhr Zwei öffentliche Frauenversammlungen in der„ Schwedenlinde", Wolfgangstraße, Vorstadt rechts der Wertach, und im„ Eisernen Kreuz", Lechhausen, Friedbergerstraße. Referentinnen: Maria Juchacz, Berlin und Hanna Reiße, Hamburg, Mitglieder des Reichstages. Arbeiter, Arbeiterinnen! Sorgt für Massenbesuch! Wahljahr 1920/1 1919 1912 1907 1903 6% 11 10 -10 20 20 30 40 50 Sogratified 8280 60 00 Abgegeb. Stimmen: 27 654 854 Wahlberechtigte: 35 538 763 Einwohnerzahl zirka 62,4 mil. Wahlbeteiligung: 77,8% Wahl1920/1 0600 jahr 1920/1 Abgegebene Stimmen Zahl der Wahlberechtigten 1919 30 260 273 88 103 692 68 000 000 Einwohnerzahl Wahlbe im Reiche telligung in% 1912 12 206 808 14 441 777 65 800 000 1907 11 262 754 13 247 870 62 400 000 1903 9 495 587 12 581 248 58 820 000 1898 1898 7 752 693 11 441 094 54 660 000 1893 1893 7 673-973 10 628 282 51 080 000 1890 1890 7 228 542 10 145 877 49 400 000 79,6 84,5 84,7 75,8 67,8 72,2 71,2 1887 1887 7 540 938 9 769 802 47 840 000 77,2 1884 1884 5 662 957 9 388 074 46 480 000 60,4 1881 1881 5 097 760 9 090 381 45 520 000 56,1 1878 1878 5 760 947 9124 311 44 200 000 63,1 1877 1877 5 401 021 8 943 028 43 700 000 60,4 1874 1874 5 190 254 8 523 446 42 320 000 www tatträftige Hilfe zu leisten. In der kurzen Bett jetnes stehens hat er denn auch nach dieser Richtung hin scho segensreich gewirkt. Möge ihm und allen auf dem Gebiete des gemeinnüßige Wohnungsbaues Tätigen auch in Zukunft Erfolg beschiede sein! Die Arbeiterfänger- Bewegung in Augsburg. Jm Herbst des Jahres 1875 gründeten 20 Genossen de Verein ,, Arbeiter- Sängerbund Augsburg". Aber m Beginn der Sozialistenhezze setzte auch prompt die polizeilich Ueberwachung des Sängerbundes ein. Die polizeilichen Spür najen erschnüffelten die Namen der Mitglieder und überbrachter sie den Arbeitgebern mit der Aufforderung, die Arbeiter auf Pflaster zu sehen. Durch solche schändliche Wachenschaften wurde der Verein gezwungen, seinen Namen zu ändern. Er verschwand jogar auf einige Zeit von der Oberfläche und erschien dann als Gefangverein Liederhalle". Das Experiment wurde aber durch schaut und die polizeilichen Schikanen sezten aufs neue ein. 1883 mußten die Uebungsstunden eingestellt werden und zwei Jafyre später( 1885) wurde der Verein polizeilich aufgelöst. Kaum war aber das Sozialistengesetz gefallen, so fanden sich bie Arbeiterfänger aufs neue zusammen und gründeten in No vember 1891 den ,, Arbeiter- Sängerbund". Die Sänger und die Lieder waren zum größten Teil noch die aus der Zeit der Not. Große Verdienste in dieser harten Zeit der ersten Aterfängerbewegung Augsburg erwarb sich, trotz eigener Familiennot, unser unvergeßlicher Sangesbruder Karl Weishaupt. 1896 gründete sich in den Wert achborstädten ein zweiter Arbeiter gesangverein Wach auf 14 Zwei Jahre später verschmolz sich bieser mit dem ,, Arbeiter- Sängerbund", um im größeren Chor bie vorwärts- und aufwärtsstrebenden Ziele der Arbeitersänger bewegung zu verwirklichen. Trotz des großen Wechsels der Mitglieder entwickelte sich der Verein zur Freude der politischen und der gewerkschaftlichen Betvegung, zu jeder Zeit bereit, Schulter an Schulter das freie Lied als Waffe mit ben beiden politischy wirtschaftlichen Bewegungen zu kämpfen. Im Jahre 1907 machte sich auch bei unseren Frauen und Mädchen - In reicher Auswahl - cent 1871 102020 30 40Olg 60 09 70770 8080 Musikhaus Jos. Durner, Telephon 3978 Augsburg Telephon 3978 Berlachberg C 18 und Karolinenstraße D 41 Beste Bezugsquelle für alle Arten Streich und Supfinstrumente in nur erstklassigen Qualitäten Grammophone Blatten Nadeln • Musikalien für alle Inßrumente in großer Auswahl 9060,9 stb 1871 3 884 803 7656 273 41 180 000 50,7 90 100 Die Augsburger Baugenossenschaften. Wie im allgemeinen das Genossenschaftswesen in Bayern erst biel später Wurzel faßte, als im Norden des Retches, 10 auch auf dem Gebiete des gemeinnütigen Wohnungsbaues. Augsburg macht davon keine Ausnahme. Erst im Jahre 1900 entstand hier bie erste derartige Bereinigung, die Baugenossenschaft Augsburg, eine von liberaler Seite ge schaffene und gepflegte Gründung. Ste erstellte bis zum Beginn des Krieges etwa 250 Kleinwohnungen auf der laudewiese. Da sie aber bei der Aufnahme neuer Mit glieder ziemlich engherzige Tendenzen zeigte, indem sie alles, was ihr nicht ganz ordnungsliebend" ordnungsliebend im politischen Sirne erschien, abzuweisen beliebte, er griffen freigewerkschaftlich organisierte Arbeiter die Initiative zur Gründung einer neuen Genossenschaft, zu der grund= fäßlich jeder Arbeiter zugelassen werden sollte, gleichgültig welch religiöfen oder politischen Glaubenshekenntnisses er Haus- und Küchengeräte Galanterie-, Lederund Luxuswaren Geschenkartikel Simon Einstoss Karlstraße Lisbeth Kirschmann- Röhl ein Leben voll Opfer und Begeisterung. Nicht selten wird die Feststellung gemacht, dass unsere jetztige Generation von den Kämpfern und Kämpferinnen, die vor uns am Aufbau unserer Gewegung im Interesse der Bedrängten sich mühten, nicht viel weiss. Es lohnt sich die Erinnerung an die Vergessenen wieder wach zu rufen. Sie soll uns Begeisterung geben für die Arbeit unserer Tage. Eine dieser Kapferinnen war Lisbeth Kirschmann- Röhl. Sie wäre, wenn sie noch lebte, in diesem Jahre 60 Jahre alt geworden. Früh riss der Tod sie aus ihrer erfolgreichen Arbeit. In kleinbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen, begegnete sie sehr jung sozialistischen ideen, die sie begeisterten. Die Kleinstatt Landsberg a.d.W. war ihr zu eng für die neugewonnene Idee. Mit 16 Jahren ging sie nach Berlin, um sich ihre neu gewonnene Anschauung zu erarbeiten. Die sozialistische Frauenbewegung, die damals auf Grund des bestehenden Vereinsrechtes für Frauen zwar verboten war, aber in Frauenbildungsvereinen arbeitete, bot ihr Gelegenheit hierzu. Es eröffnete sich ihr dort eine neue Welt, der sie sich voll und ganz ergab. Lernend und lehrend begann sie sich zu entfalten. Noch 19 jährig war Lisbeth Röhl- danals noch Lisbeth Gohlke geheissen- schon in die führenden Kreise unserer Partei aufgerückt. Von hier aus trug sie ihr Teil zur Verbreitung und Vertiefung sozialistischen Gedankengutes, besonders unter den Frauen, bei. Das Jahr 1913 brachte sie in! s Rheinland. Am Oberrhein war das politische Interesse der Frauen noch wenig wach, noch weniger aber das für sozialistische Ideen. Lisbeth Kirschmann- Höhl bekümmerte dies wenig. sie machte sich an die Arbeit und fand ein reiches Betätigungsfeld. Ihre innere Heiterkeit und Ausgeglichenheit im Umgang mit Menschen halfen ihr viel dabei. Bald konnte durch ihre entscheidende Mitarbeit die& Lage der Heimarbeiterinnen im Schneiderhandwerk wesentlich verbessert werden, sehr bald Frauen für unsere Partei interessiert werden. Sie arbeitete in der Sozialdemokratischen Partei, Gewerkschaft, der Presse. Sie gab eine Frauenbeilage der Rheinischen Zeitung heraus, war Mitarbeiterin an der" Gleichheit", machte für diese eine Modeund Haushaltbeilage und schrieb Tagebuchblätter für sie. Die Grindung der Arbeiter- Wohlfahrt im Jahre 1919 liess xien Lisbeth Kirschmann- Röhl sich besonders entfalten. Hier war sie mit agaierungz Begeisterung dabei und war ihre wärmste verfechterin. Intensiv und - 2- dpferisch, voller neuer Ideen, die sie selber auf ihre Durchführung prifte, setzte sie sich für ihre pracktische Durchführung ein. Diese Arbeit entsprach so ganz ihrer menschlich warmen Art und sozialen Einstellung. Sie leitete von Beginn an die Anstalts- kommission, und war bei der Gründung vieler Heime beteiligt. Den ganzen Fragenkomplex, der sich durch diese ihre Arbeit für Organisation und ihren Helferkreis aufschloss, übersah sie, und half ihn zu meistern. Es geht nicht an, hier die Entstehung und die Arbeit der A.-W. zu schildern. Man muss sich aber die Pionierarbeit der damaligen Zeit noch einmal vergegenwärtigen, will man die damaligen Leistungen der Genossin Lisbeth Kirschmann- Rchl verstehen. Im Jahre 1919 wählte man sie in die Nationaversammlung. Später kam sie in den Preussischen Landtag. Hier wirkte sie insbesondere bei der parlamentarischen Fürsorge gesetzgebung. Die Werbungstage für die Wahl zum Landtage 1930 setzten dem wirken von L. Kirschmann ein Ende. Von einer versammlungstour krank zurück gekehrt, kam sie am wahltag in's Krankenhaus und war 8 Tage später, am 20. September 1930, erst 42 jährig, tot. Sie starb wirklich in den vielen. Der Bezirk. Koblenz hat nach ihrem Tode im Wiedtal ein Heim errichtet, das der Kindererholung gewidmet war, und den Nanen:" Lisbeth KirschmannHeim bekam. Der Bezirk Niederrhein" baute ein schönes-Haus für Kinder in Wiesdorf, das ebenfalls den Namen Lisbeth Kirschmann trug. Jetzt nach der Hitlerzeit hat der Bezirk Hannover ein sntbindungsheim der .- W. geschaffen, das in Bad Grund im Harz liegt, und" Elisabeth Kirschmann- liaus heisst. So ehrte man ihre Arbeit. Wäre sie nicht tot, sie hätte sich wanrscheinlich gegen diese Ehrungen gewehrt, denn ihr menschliches Charakteristikum war: bescheiden zu bleiben, nie überheblich werden. L. Kirschmann- Röhl liegt in Köln begraben. Eine Bombe hatte sie in ihrer Ruhe gestört, als sollte es heissen: komm, stehe auf, hilf wieder mit. Allein das wiederhergestellte Denkmal schützt wieder ihre Ruhestätte. Stolz mahnt es uns ihr nachzueifern. Rimouski Ortsausschuß Köln- Zollstock BURO: VORGEBIRGSTRASSE 147 Frau Marie Juchacz 339 East 173rd Street New York 57, N.Y. Liebe Genessin Juchacz! de 1.13 Köln- Zollstock, den 17, 5. 1948 Die Pfingstfeiertage gaben mir Gelegenheit den béiliegenden kurzen Aufsatz über unsere Genossin Kirschmann- Röhl für unsere" Genossin" zu schrei ben. Ich tat dies nicht früher, weil eine ganze Zeit die" Genessin" infolge rapiermangel nicht erscheinen konnte. Die jetztige Zeit passt aber sehr gut dafür, weil in den nächsten Wochen sich der 60. Geburtstag von L. jährt. Ich bat die Genessin Gotthelf, trotz dem mangelnden Raum, der ihr in unserer Zeitschrift zur Verfügung steht, den aufsatz unterzubringen. Eine Abschrift davon bekommt die Genossin Lisa albrecht, München, die einen Frauen- Jahreskalender für 1949 verfertigt. Hierzu lege ich auch die mir s, Z. von Emil Kirschmann übergebene Fotografie von L. bei. Wir wurden aufgefordert der Genossin Albrecht entsprechendes Matrial zur Verfügung zu stellen. Mit weiteren Mitteilungen will ich Sie bei Ihrer reichen Arbeit nicht belästigen. Wie Sie und Emil arbeiten auch wir, mein Mann und ich fleissig für die Bedrängten und unsere Bewegung. Manchmal könnte man dessen müde und durch das mangelfafte Vorwärtsschreiten missmutig werden. Aber wir haben uns ja einer Idee verschrieben, der wir mit allen mitteln zum Durchbruch verhelfen wollen. Und da bleibt nichts anderes übrig, als pflichtgemäss im Tritt zu bleiben. Bei uns in Deutschland geht es nur langsam vorwärts, sowohl in Partei als auch in der allgemeinen Politik. Wir haben uns ja auf eine neue Taktik eingestellt, d.h., dass wirdas Mitstreiten um die neue Welt nicht nur auf unser eigenes Vorrecht beschränken. Christliche Kreise sind uns dabei sehr willkommen. Wir finden aber, dass diese christlichen Kreisen vom Ausland so protegiert werden, dass uns dadurch die Arbeit nicht erleichtert, sondern sogar noch erschwert wird. Das trifft in der Haupt- sache auf die Caritas zu. Besonders in der Arbeit der A.W. macht sich das sehr bemerkbar. Aber wie gesagt, wir wollen ja nicht missmutig werden, und schreiten daher unbekümmert unseren Weg weiter. Viele Grüsse an Emil und Sie von mir und meinem Mann Ihre 1 Anlage. Annonsti. 28. Juni 48 gedankt. Emils Brief. Handschriftliche Mitteilungen. Rheinische Zeitung, Dienstag 1.April 1919 Die Zeitung und die Frauen. Was ist uns Frauen die Rheinische Zeitung und was soll sie uns noch werden? genau so " Der Festtag unserer Zeitung( 25jähriges Bestehen der Rh.Z.) darf nicht vorüber gehen, ohne dass wir Frauen nicht gesagt haben, welche Werte uns die Zeitung gegeben hat und hoffentlich viel und mehr weiter geben wird. Die sozialistische Presse hat Erzihungsarbeit an Männern und Frauen geleistet. Unser gemeinsames Ziel bringt es mit sich, dass jeder Leitartikel, jede Korrespondenz, jeder Aufsatz und besonders der lokale Teil die Wünsche der Frau behande; t wie auch die Wünsche der Männer. Und ganz besonders während der Kriegsjahre hat die" Rheinische" wertvolle Arbeit für die Frauen im lokalen Teil geleistet, Arbeit, die wir nicht vergessen, der wir stets gedenken werden. Es galt Front zu machen gegen den Geist, der die Unterstützung empfangenden Kriegerfrauen wie Ortsarme behandeln wollte Wenn es sich durchgesetzt hat, dass hier in Köln sehr bald die beleidigenden Bemerkungen über die grossartige Lage, Genuss- und Vergnügungssucht der Krieger frauen verschwanden, dann wissen wir, dass das ein Verdienst unserer Zeitung war. Wenn andere Blätter unserer Richtung sich oftmals befehdeten über die Unterschiede in der politischen Auffassung, dann fanden wir Frauen in der" Rheinischen" die schneidigsten und wirksamsten Artikel * gegen Lebensmittelwucher, Ausbeutung und Entrechtung. Den besonderen " Frauenfragen" 8ffenet sie ihre Spalten und sie sorgt mit dafür dass die Spezialbehandlung( notwendige) Spezialbehandlung wichtiger Dinge zugute kommt. uns Frauen Wenn wir unserer Zeitung ferneres Wachsen und Gedeihen wünschen, dah geschieht das zum Besten von uns Frauen. Wir wünschen zum Schluss recht viel Papier und täglich einige oder mehrere Artikel für die Frauen. Wir knüpfen die Hoffnung an, dass bald gelingen möge, die Zeitung so auszubauen, dass es eine grosse sozialistische Tageszeitung mit zweimaliger Ausgabe wird, die auf allen Gebieten sozialistischen und kulturellen Lebens tonangebend wird. Elisabeth Röhl. Kleines Feuilleton Die Schufferlinde Bon Elifabeth Kirschmann- Röhl Wenn alle andern Linden verblüht sind, dann entfaltet die Schusterfinde ihre Millionen Blüten. Dann duftet der kleine Friedhof in Plön von Mitte August bis in den September hinein von all ben fleinen füßen Lindenblüten, auch der Schusterlinde. Was hat's für eine Bewandtnis mit der Schusterlinde? Ste heißt eigentlich nur so bei einigen Freunden und mir. Wir tauften fie fo, als wir sie das erste Mal sahen. Ich glaube, die braven Möner dort drunten in Holstein sind baß erstaunt, menn sie erfahren. was wir auf ihrem Friedhof entdeckten, der so idyllisch am großen Blöner See liegt. Vielleicht wundern sie sich sehr, an welch einfältigen Dingen manche Sommergäste Freude haben. Denn die guten Plöner, die alle so, faifertreu, so ludendorfftreu sind, haben wahrscheinlich mit ihrer glorreichen Vergangenheit zu tun, so daß the Gemüt da mit reichlich versorgt ist. Ihnen lohnt es gewiß, von Den Erinnerungen an Brinzen und spätern Generalen zu leben, die alle einmal in der Stadettenanstalt zu Plön mit großen Erfolgen" erzogen wurden. Auch Erich Ludendorff! Aber ich will ja von der schönen Linde sprechen: Mitten aus einem Grab wächst sie heraus. Rund und ebenmäßig, hochgewachsen ist Ihr Stamm. Als wenn sie mit hundert Armen müde Menschen umfungen und einhüllen wollte, hängen ihre Aeste herab. Es ist ein Trauern und Trösten zugleich bei dieser Hängelinde. Ein schmales, fchmuckloses Eisenaitter hält den Erdhügel zusammen, auf dem ein fchlichter grauer Stein lehnt, der auf der einen Seite folgende Inrift trägt: Ich bin wieber wandern gegangen, zurück zu meinem ersten Meister. Denn dahin stand sa doch stets mein Sinn. Die andre Fläche des Steines aber gibt uns Runde von dem Schläfer, aus dessen Grab heraus der wundervolle Baum seine Kraft fog: Hier ruht der Schustergeselle Rieloff, geb. 1786 in Rostod, geft. 1843 in Blön: Der Dichtkunst und Pflanzenfunde eng befreundet, der Menjhentiebe tief vertraut. Wer ihm den Stein sehte, die Linde pflanzte, steht nicht gefchrieben, ist auch nicht nötig. Aber treue Freundeshände find's gemiß gewesen, bie für einen gütigen Menschen die Erinnerung Ipflegten. Ein Kriegerdenkmal gegen den Krieg In Deutsch Wagram wird seit zwei Jahren von einem gro Ben Teil der Bevölkerung der Wunsch nach einem Kriegerdenkmal geäußert. Da die sozialdemokratische Gemeinderatsmehrheit ein Kriegerdenkmal nicht für besonders dringlich hielt, verstand ste es, wirtschaftspolitischer Instrumente gilt daher nach wie vor die al te Schillersche Forderung:' Bei dem, der( mit Vollzugsverbindlichkeit) planen will, hat die Beweislast dafür zu liegen, dass die Kräfte des Wettbewerbs in einem bestimmten Fall nicht ausreichen!' 1 - " Jene Tagungsteilnehmer, die zwischen Schiller und Erhard Übereinstimmung festzustellen suchten- teils, um der SPD ein Kompliment zu machen; teils, um die SPD erst recht als unglaubwürdig betrachten zu können-, hatten es bei Schillers Absage an die Planifikation natürlich am leichtesten. Aber es fehlte selbst in diesem Zusammenhang nicht an bezeichnenden Unterschieden, zumindest, soweit der Wirtschaftsminister und nicht der Ideologe Erhard berührt war. Schiller bekannte sich nämlich eindeutig zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und zum National budget als Mittel vorausschauender Erfssung aller grossen Posten im Kreislauf der Volkswirtschaft, zu Mitteln also, deren Wert der Wirtschaftsminister Erhard bisher offensichtlich nicht hoch einschätzte." " Dass der SPD auf diesem Gang Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, zeigte sich auch daran, dass der ehemalige Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Professor Hettlage, mit Erfolg veranlasst werden konnte, seine bereits angekündigte Mitwirkung als Referent kurzfristig abzusagen. In ähnlicher Weise war der Erste Präsident der Deutschen Bundesbahn, Professor Oeftering, daran gehindert worden, im Februar bei der Verkehrspolitischen Konferenz der SPD zu sprechen... ( Zitate aus" Von Godesberg über Essen nach Bonn?" von HansUlrich Spree in" Der Volkswirt" Nr. 41, 11. Oktober 1963, S. 2332 ff) *** " Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands sucht das Gespräch ' mit allen Schichten unseres Volkes'. Im Städtischen Saalbau zu Essen war nun' die Wirtschaft dran', wie der SPD- Pressedienst schrieb. Vor prominenten Vertretern aus Industrie und Handel entwickelten die wirtschafts- und finanzpolitischen Experten der Partei ihr Programm, wobei das Referat von Professor Karl Schiller Aufsehen erregte.' SPD- Wirtschaftspolitik in Erhards Gleisen', so lauteten die Presseschlagzeilen. Oder:' SPD- die beste CDU, die es je gab. Tatsächlich sind die Ausführungen des Berliner Wirtschaftssenators, der neben Dr. Deist zu den profiliertesten wirtschaftspolitischen Köpfen der SPD zählt, vielfach als geradezu sensationell empfunden worden. Insbesondere seine Absagen an die französische Planifikation und sein Bekenntnis zur Wettbewerbswirtschaft sind als ein kompromissloses Einschwenken der Sozialdemokraten auf die Linie Erhardscher Wirtschaftspolitik gewertet worden. Dass sich Professor Schiller ebenso entschieden für monetäre und fiskalische' Globalsteuerung' sowie für eine' Wohlfahrtspolitik' einsetzte, ist in diesem Zusammenhang übersehen worden. Sein Plädoyer für die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung hat überdies 13 Revolutionsnummer der Rheinischen Zeitung vom 9.Nov.1921 Die Befreiung der Frau Das ist das ewige Gebot Von Elisabeth Röhl des ungestörten Weiterwebens Eine neue Form des Lebens ist jeder Tod. Klara Muller- Jahnke. Die endliche Gleichberechtigung der Frau durch Verleihung des Wahlrechtes in jenen Revolutionstagen ist eine Ueberraschung für viele gewesen. In Wirklichkeit war sie eine grosse Selbstverständlichkeit und fügte sich benahe naturnotwendig in die Kette des Geschehens..Denn die Zeit war reif, überreif auch hierfür.Der jahrzehntelang währende Emanzipationskampf der Frauen war bedingt durch die Revolutionierung des gesamten Wirtschaftslebens. Diese wirtschaftlichen Umwälzungen wiederum revolutionierten Sitten Sitten und Gebräuche, stürzten gesellschaftliche und familiäre Vorurteile über den Haufen.Die Entwicklung gibt wieder den Sozialisten recht, die aus der Erkenntnis dieser gleich Naturgesetzen unaufhaltsamen Entwicklung ihre Lehren ziehen und den Gehalt dieser Lehren im praktischen Tageskampf verwerten.Aus dieser tiefen Erkenntnis ist auch die Tatsache erwachsen, dass die Sozialdemokratie die einzige Partei in Deutschland war, die den Kampf um die Befreiung der Frau in ihrem Programm als Forderung enthielt, die Vorstösse in den Patlamenten machte und Anträge stellte, die stets von allen anderen Parteien abgelehnt wurden. Wir unterschätzen in diesen Tagen des Erinnerns keineswegs die Arbeit mutiger IFAX bürgerlicher Frauen die Vorkämpferinnen des Frauenstimmrechts waren.Wenigen, die jahrzehntelang Pionierarbeit leisteten, ist es vergönnt, die Tage der Erfüllung zu erleben. Unter diesen wenigen nimmt Minna Cauer, die jetzt 80 jährige, den ersten Platz ein, und es geziemt auch der Sozialistin ehrerbietig zu danken für ihr Lebenswerk. In den Tagen des Erinnerns aber sollten wir auch wieder des Mannes gedenken, der Tausenden von Frauen das Rüstzeug geliefert hat der wie kein Mann bavor und gegenwärtig, die Sache der Frau so zu seiner eigenen machte August Bebel: Sein von Wissenschaftern der bürgerlichen Denkmethode scharf angegriffenes" durchaus unwissenschaftliche" Buch" Die Frau und der Sozialismus" erlebte 50 Auflagen und war für ungezählte Frauen führend, tröstend und belehrend. Ja, man geht nicht zu weit, wenn man von diesem Buch behauptet, dass es die Revolutionierung des Benkens so unterstützte, dass daraus die Kraft zurTat, zur grösseren, gesteigerten Aktivität bei bürgerlichen und sozialistischen Frauen entstand. Wie neu, wie ganz in unsere Tage passend, liest sich z.B. folgende, dem Vorwort der 50.Auflage entnommene Stelle:" Dass die Agitation der führenden Frauen ihr gutes Teil zu dieser Entwicklung(( dass bis in die höchsten K Kreise die Erwerbstätigkeit und Berufsausbildung der Töchter vorgeschritten ist und beinahe selbstverständlich angesehen wird II beigetragen hat, versteht sich von selbst.--- Ihre Erfolge waren aber nur möglich, weil unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ihnen in die Hände arbeitete, genau wie der Sozialdemakratie. Selbst Engelszungen haben nur Erfolg, wenn der Resonanzboden für das, was sie predigen, vorhanden ist. Und kein Zweifel, dieser Resonanzboden wird immer günstiger, und das sichert weitere Erfolge. Wir leben bereits mitten drin in der sozialen Revolution, aber die meisten merken es nicht." Das schrieb Bebel im Jahre 1909 Eines zweiten Werkes aber wollen wir bei der Erinnerung an die Novembertage 1919 gedenken, eines Buches, das leider nicht so bekannt und gelesen wurde, und einer Frau, Lily Braun, die dieses Buch schrieb. In Lily Brauns Leben haben manche Begebenheiten Schatten geworfen. Sie selbst hat manches getan, das Aussenstehende nicht verstanden haben. Aber die Schatten auf ihrem Lebenswege brauchen uns die klare und gründliche Arbeit nicht zu Elisabeth Röhl/ Rh/ Zeitung/ 9.Nov.21 -2.allein/ ihrem/ verdunkeln, die sie für die Frauenenwelt mit/ Buch XXIIк geleistet hat. Sie hat dem umfangreichen Werk mit Recht den Titel gegeben: " Die Frauenfrage", ihre geschichtliche Entwicklung und ihre wirtschaftliche Seite. Es ist ihr gelungen an Hand der zerstreuten und umfanreichen Literatur uns durch die Jahrhunderte zu führen und das gesellschaft. liche Wesen und Wirken der Frauen darzustellen. Am Jahrestage der deutschen Revolution sollten alle die Armen im Geiste, denen der Begriff der Revolution der tiefe Sinn für gesellschaftliche Umwälzungen nicht aufgegangen ist, die Kapitel in Lily Brauns Buch nachlesen: die Frau in der Französischen Revolution. Vielleicht dammerte ihnen lutionen immer auf Fehler der Regierenden, der Herrschenden zurückzudass" Revofuhren seien", wie Goethe XXX einstmals ganz richtig zu Eckermann sagte. Die Französische Revolution fan keine Organisation der Frauen vor, die sich mit Freiheits- und Gleichheitsfragen und dem Problem der unveräusserlichen Menschenrechte für die Frau beschäftigten, Gewiss Frauen der Gesellschaft brachten den Ideen eines Rousseau, eines Voltaire die das grösste Verständnis entgegen. Diese Frauen sehnten sich aus dem geistreichelnden Schmuss des Hoflebens den Pikanterien der Salons heraus, sie wollten wieder Mutter und wahre Gefährtinnen der Männer werden. Was wussten sie vom Hunger und von der Not der Massen?! Hatten sie je einen Blick in das Elend des vierten Standes getan? Sie fühlten nur ihre eigene Not die eben eine ganz andere war, als die Not der Frauen, die für ihre Kinder kein Brot hatten. Denn die Lage dieser Frauen war eine entsetzliche zu jener Zeit. Die französische Industrie fabrizierte nicht; hunderttausende von Webern und Spitzenarbeitern und- arbeiterinnen waren brotlos, Lebensmittelteurung, Wucher und Ausbeutung trieben die Menschen an den Rand des Verhungerns und Verzweifelns. Eine impulsive Tat aus Not und Verzweiflung war der brühmte Zug der Frauen nach Versailles am am 9.0ktober 1889( 1889) diese Tat, die einen Eingriff von nie dagewesener Wucht bedeutete durch die Arbeiterfrauen handelnde Menschen wurden. Die Geschichte kennt keinen Vergleich Von dieser Zeit her stammt das Erwachen der Frau, die aus stumpfem Vegetieren aufgerüttelt wurde Rechte erhielt sie noch nicht, dazu musste erst ein Jahrhundert vergehen. • Handelnd, in dem Sinne wie die Frauen von Paris, haben die Frauen in die Frauen in die deutsche Revolution nicht eingegriffen! Die Zeit hatte ihre Aufgaben gewandelt. Aber auf dem Plan sind sie gewesen, und mit einer Selbstverständlichkeit haben sie die ihnen zufallenden Aufgaben übernommen. Sie gaben nicht den Husseren Anstoss zum" Losschlagen". Als jedoch der Tag der Revolution an die Frauen die Forderung der Mitarbeit richtete, waren sie da und bewiesen, dass der lange Leidensweg des Krieges sie zu einem treuen Kampfgefährten des Mannes hatte werden lassen. Erobert aber haben die Frauen auch heute noch nicht alle Rechte, die ihnen zustehen, Der in jahrhundertelanger Entwicklung aufgebaute Männerstaat ist noch nicht überwunden, das Ziel, das Lily Braun als Ausklang ihres Buches wählte, ist noch nicht erreicht: " So wirkt bewusst und unbewusst, alles zusammen, um an Stelle der alten Welt, die die Menschheit in zwei feindliche Lager spaltete, eine neue aufzubauen.in der die Lohnsklaverei der oekonomischen Unabhägigkeit Platz machen, in der die Arbeit der Frau sie nicht schädigen und schänden, sondern zur freien Genossin des Mannes erheben wird, in der sie ihre höchste Bestimmung erfüllen kann, wie nie zuvor, und ein starkes und frohes Geschlecht dafür zeugen wird, dass ihm die Mutter niemals fehlte." Uns hemmt und hindert heute noch wie damals, dass der soziale Staat noch n Elisabeth Kirschmann, Rheinische Zeitung -3nicht errichtet ist, der die Mutterschaft befreit und zur Leistung erhebt, uns hemmt und hindert in der fortzuführenden Entwicklung, dass der Entfaltung der Frau hier eine Bedrückung, dort eine Schranke im Wege steht. Da liegen Steine, und Bevormundung Unterordnung und dergleichen sind noch die kleinsten. Auf die Einsicht des Mannes kommts aber nicht so sehr an wie auf die Erkenntnis der Frau die sich am Jahrestage der Revolution selbst und eindringlich sagen soll Die Befreiung der Frau kann nur das Werk der Frau selbst sein. EJT39pe F Kap Du Lichtag der Revolution, Du hobst die Freiheit auf den Thron, Du brachtest Furcht den Finsterlingen, Und Licht und Freude den Geringen.Ist hart das Leben auch auf Erden, Nie wiesder woll'n wir Sklaven werden! gile asetated, samost dedaali gendalal zus baulerted thedected sl5 tsb dal Jedds dois 19b seab, golwin sobrettus3101 reb ni xebnid ha Junted Ba .dote ezek at eines eis dicb, alaffbed als 10td 1 18b mudeltas bals aedoleIgreb bau SAUDIOTURU Submiored batu, nije megelf ad Idea os dois reds ad amma aob testexts ois Jenteix sib deos noliulove sb egateenist ma dola stb, HETI zab anjanes et is six s Iloa 9388 Mollgat bale bar Jadise .isa Jadlee us web de Beb TUR AES al teb aufeited atd MY TE Rollove zef gediplI wa , mox!#ab tus letter atb Jadol G Rosallistani neb do dados po -.# 3# ixed ob obuet bas dot.I bnU nebra tus dous asded aob fred JaI ! Hebrew aevale is allow 15baelw p Herkunft Elfriede Ryneck ( 1872-1951) Herkunft und Kindheit war auch für das Leben dieser Frau nicht ohne Bedeutung. Fast alle reifen Menschen sprechen gerne über die Eltern, die Kindheit, Erlebnisse und Eindrücke der Jugend, sie zeigen- oft ungewolltdamit an, was den grössten Einfluss auf ihr Werden hatte. Auch Elfriede erinnerte sich gerne. Wer sich das heranwachsende Kind und die Einflüsse auf sein Lehen vorstellen will, sollte sich das Lebensbild der Mutter, immer Pauline Staegemann, ansehen. Es muss durchaus nicht/ so sein, wie in diesem Fall, dass Kinder auch später den politischen oder weltanschaulichen Anschauungen derer folgen, die ihnen Erzieher und Beispiel waren. So ist es hier auch nicht gemeint. Aber die Tapferkeit, die Stärke und die Lauterkeit des Charakters dieser Mutter waren, als Vorbildl als Vorbild bestimmt nicht auszu18schen. Bei Elfriede aber kam hinzu, dass sie von ganzem Herzen bejahte, wofür ihre Mutter so tapfer eingestanden war. Auch dass Mutter und Tochter ein so inniges Band der Liebe umschloss und dass diese schöne menschliche wird. Gemeinschaft von so langer Dauer war, se mitgewirkt haben. Elfriede war schon eine reife Frau, als ihre Mutter die Augen für immer schloss. Auch der Lebenskamerad, den sie gefunden hatte, war Sozialdemokrat. Es war in der kleinen Familie von Mann, Frau und Sohn niemals eine Streitfrage, ob die Frau und Mutter ihre Zeit und Kraft der Arbeiterbewegung und der sozialen Arbeit schenken solle oder nicht. Im Gegenteil, wo es möglich war ihr diese Zu esleichges Arbeit durch Hilfe mich zu machen, da geschah es. Hier zeigte sich in menschlich schöner Form der Wert einer Gesinnungsgemeinschaft innerhalb der Familie. Bei Elfriede Ryneck hat man es so recht sehen können, wie wertvoll es ihr war, von Jugend auf so viele-- bedeutende- Menschen der Arbeiterbewegung näher zu kennen. Ihr waren diese Bekanntschaften- von der Mutter her- selbstverständlich und lieb. Sie gaben so oft freundliche Anknüpfungspunkte. Nicht etwa so, dass ihr schlichter Sinn ihr eingegeben hätte, zu ihrem Vorteil von diesen Bekanntschaften Gebrauch zu machen. Davon war sie weit entfernt. Was sie innerhalb der Arbeiterbewegung an Vertrauen genoss, das hat sie sich redlich selber- durch Arbeit und Treueerworben. Aber rein menschlich war es für sie von/ Wert, wenn sich führende grossem/ 2 Genossen gelegentlich gerne an ihre Mutter erinnerten, sie freute sich da rüber und war dann in guter Stimmung. Emma Ihrer, Clara Zetkin wurden von marche der Mutter sehr verehrt, Louise Zietz, Lily Braun, Eduard Bernstein, Berliner Lokalgrössen, auch Waldeck- Manasse auch Waldeck- Manasse u.a. waren ihr aus den Jugendeindrücken lebendig geblieben, sie hatte sie eben schon als Kind miterlebt. 1890 Die Berliner Arbeiterschaft feierte zum ersten mal ihren ersten auf/ Mai, entsprechend dem Beschluss/ dem ersten Internationalen Arbeiterkongress 1889 in Paris. Es war nach dem Fall des Sozialistengesetzes, die Wogen der noch nicht/ Begeisterung gingen hoch. Elfriede, dieyachtzehnjährige, feierte mit.Es war ein grosses Erlebnis, an das sie sich immer gerne erinnerte. Im ersten Jahrzehnt ihrer Ehe verbot Krankheit ihr, sich mit ganzer örtliche/ Person der Parteiarbeit zu widmen. Die/ Arbeit an ihrem Wohnbezirk: Baumschulenweg bei Berlin, dazu der Besuch der Arbeiterbildungsschule, füllten sie in diesen Jahren aus. Die Genossen am Ort wussten, was sie ihnen als Funktionärin wert war.Keine Kleinarbeit war ihr zuviel. Durch die Teilnahme an einem Schulungskurs für Rednerinnen( 1910) wurden dann aber alle Hemmungen beseitigt. Sie stellte sich danach( trotz eines bösen Basedowle idens, das ihr zeitlebens zu schaffen machte) nun ganz in den Dienst der Arbeiter bewegung. Es waren vor allen Dingen die praktischen sozialen Aufgaben, die sie stark anzogen. In der Kinderschutzkommission fand sie das Arbeitsgebiet das sie fesselte, das sie aber auch bald über die örtliche Arbeit hinaus führte. 1912 würde sie dann- als Vertreterin der Frauen demokratischen Vorstand des Wahlkreises" Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg" gewählt. Es war ein Riesenwahlkreis, gemessen an der Wählerzahl anderer Kreise, mit einem riesigen und interessanten Hinterland, wo es viel zu lernen gab. grossen - in den sozialDer erste Weltkrieg fand Elfriede bereit, sich mit ihrer ganzen Person in die so notwendige soziale Arbeit dieser Zeit zu stellen. Diese Zeit war die Schule, die uns Frauen- auch Elfriede- für die Ausübung des passiven Wahlrechtes beif machte. Nur wussten wir es damals alle nicht, dass dieses Ereignis schon so dicht vor uns stand. Elfriede tat einfach das, wozu ihr Herz sie trieb. Im Jahr 1917 fanden wir sie im Parteivorstand von Grossdem Jahr der Parteispaltung berlin, als Vertreterin der Frauen, d.h.beauftragt, die Frauenbewegung nach 3. Wit sehen das as sie illnem politischem Stande and ge while had. besten Kräften zu fördern. Es war keine leichte Aufgabe, die Verheerung, die die Kriegszeit auch in der sozialdemokratischen Frauenbewegung angerichtet hatte, wieder zu heilen. Mit vereinten Kräften ist gelungen, was Die Genoss waren bald wieder handlungsfähig. manchmal kaum möglich erschien. Aber Vereinter Wille vermag viel. " Wir Frauen fordern den Frieden und werden uns jedem Versuch ihn hinauszuzögern, entgegensetzen. So hiess es in einem Aufruf im Oktober 1918, den auch Elfriede mitunterschrieben hatte.-- Mit hellen, unbestechlichen Augen schaute sie sich in der Welt um, es entging ihr so leicht nichts. Und sie fürchtete sich nicht, im Gegenteil, sie hielt es für ihre Pflicht über Dinge zu sprechen, die ihre Kritik herausgefordert hatten. Intuition und sicheres Gefühl gaben ihr die Richtung an, in der sie niemals schwankte. HH- 1919, das Frauenwahlrecht war da. Es war ein Geschenk der führenden Sozialdemokraten dieser stürmischen Zeitperiode an die deutschen Frauen.--- Gewiss, eine bestimmte Schicht von Frauen hatte dafür gekämpft. Elfriede hatte mit zu denen gehört, die den Kampf der vorhergehenden Generation bewusst und tapfer weiter geführt hatten. Das wussten die Berliher und die Genossen des Bezirks Brandenburg sehr gut. Kein Wunder, dass Elfriede 1919 mit zu den sozialdemokratischen Frauen gehörte, die in die Nationalversammlung gewählt worden waren. Und im gleichen Jahr noch, auf dem Parteitag zu Weimar, wurde sie auch als Beisitzerin in den Zentralvorstand der** X* X* X deutschen Sozialdemokratie gewählt. Ja, diese Weimarer Zeit war schon etwas besonderes für uns Frauen. Wir fühlten die Verantwortung, die uns plötzlich übertragen worden war. Sie machte uns ernst und veranlasste uns zur Selbstkritik. Aber- wer will es leugnen, wir waren auch froh im Bewusstsein unseres neuen Menschentums, das uns aus dem Gefühl der Gleichberechtigung erwuchs. Und Elfriede war mit eine der lebhaftesten unter uns, auch in ihrem Wesen drückte sich dieses neue menschliche Wertbewusstsein aus, machte sie fröhlich und beschwingt.War sie doch von Natur aus ein heiterer Mensch, der dankbar des Lebens Schönheiten geniessen konnte. Aber das Wochenende verbrachte sie regelmässig in ihrem grossen Wahlkreis. Sie musste doch ihren Wählern über die Arbeit, über die Zweifelsfragen, die sie bedrängten, sprechen. Sie verteidigte die Politik der Partei.Sie sprach Z# 5400 200 4. 1925 auch zu den Frauen des Wahlkreises über Hoffnungen, Befürchtungen und noch ausstehende Forderungen, die das weibliche Leben so stark berührten. Nach der Nationalversammlung gehörte sie dem Reichstag bis 1924 an, wurde sie in den Preussischen Landtag gewählt, dem sie dann bis 1933 angehört hat. Im engeren Bezirk Treptow aber arbeitete sie ehrenamtlich in t. Im engeren Bezirk Tre der Jugend- und Wohlfahrtspflege. So war es nur ihren Neigungen zur sozialen Arbeit entsprechend und folgerichtig, dass sie 1919 auch bei der Gründung de Arbeiterwohlfahrt mitwirkte. Sie wurde die zweite Vorsitzende im Hauptausschuss und übernahm verschiedene Funktionen, in denen sie sich mit ihrem gesunden und garnicht und menschlichen/ sentimentalen, aber immer treffenden/ Urteil jederzeit als wertvolle Mitarbeiterin erwies. Wer Elfriede aus der engeren Zusammenarbeit kannte, vergegenwärtigt sich noch immer gerne eine Gebärde, die nur ihr eigen gewesen ist. Wie sie mit den Fingern ihrer rundlichen Rechten auf den Rücken der linken Hand klopfte und im Takt dazu sagte:" Darüber muss gesprochen werden". Aug dem immer aufnahmebereiten Brillenfutteral kamen-- bei der passenden Gelegenheit-die Zettelchen, die als Gedächtnisstützen dort hineingewandert waren, zum y Vorschein. Dann wurde darüber gesprochen. Nicht so, dass sie nun selber in unseren vielen Sitzungen und Besprechungen lange Reden gehalten hätte. Sie schnitt nur das Thema an, stellte ihre Beobachtungen und ihre Kritik zur Debatte. Dabei spürte man dann an der Körperhaltung, dem Gesichtsausdruck und gelegentlichen Zwischenbemerkungen ihre Ansicht und ihr Urteil. Gelegentlich kam ein Ausdruck, der den schaffen Mutterwitz der Berlinerin und die mütterliche Reife der immer lebensnahen Frau blitzartig aufleuchten liess. F Wir alle sahen damals das Unglück der Hitlerzeit auf uns zukommen. Wir schlossen die Augen nicht davor.Es wäre aber falsch zu sagen, dass wir ohne gan 2 Hoffnung gewesen wären. Wir taten weiter gemeinsam das, was wir für unsere Pflicht hielten, es waren ja Pflichten, die uns lieb geworden waren. Ein Jahr, bevor dann das Verhängnis" Hitler" en da war, verlor Elfriede ihren Lebenskameraden. Wie doppelt schwer war es death, so allein zu sein. Wohl hatte sie ihren Sohn, an dem ihr Herz hing.Aber Kinder wachsen heran. Der Lebenfalls Sohn hatte inzwischen Familie und dann gehörte er sofort zu denen, die aus 4a Rynech 7 a I a Preussischen Landtag gehörte sie dem sozialpoti= tischen und bevölkerungs= Polidischem Ausschuss am Nach dem Todem vom Elisa= "c. 46 Kirschmann-Rähl Übergemassen sie im ersten erre. dem Vossitz. g leurde man Elfried. Recht. erst im eigenen Heim kennen Wenn sie als heitere, liebens non da würdige Wirklich sich ganz de Behagen und Wohlergeben ihrer Gaste Kümmerte. . 5. Aber dieses Jalin 1932 zeigte uns auch Elfriede in ihred genre m menschliche Stärke. politischen Gründen aus der Stellung mussten./Alle, die Elfriede in der waren Nazizeit erlebt haben, waren des Lobes voll über ihre Tapferkeit und ihre menschliche Haltung während dieser schwarzen Periode. Anders war es Diese/ aber auch von dem schlichten, graden Menschen nicht zu erwarten. Zwölf Jahre *** eine lange Zeit. Die Freunde, die sie des öfteren sahen, fürchteten sehr, dass sie, die so sichtbar unter ihrer Krankheit litt, das heissersehnte Ende dieser Zeit nicht erleben würde. Dabei scheute sie keine Anstrengung, wenn sie sich irgendwo mit Freunden aus alter Zeit sehen konnte. Arbeitsfähig war sie nicht mehr, als die Hitlerei endlich vorbei war. Nur die Hoffnung hatte sie am Leben gehalten und Schwerstes ertragen lassen. Der Sohn hatte kurz vor dem Ende dieser Epoche- doch noch überreden können, Berlin während der schlimmsten Zeit zu verlassen. Aber bei dem ersten Zeichen der Sammlung sozialdemokratischer Freunde war sie in dem Schlupfwinkel nicht mehr zu halten. Auf einem Kohlenwagen kam sie in Berlin an. Und dann gab ihr die Erfüllung ihrer Hoffenungen doch noch einige Lebensjahre, die Musi sie- zwar körperlich leidend- aber in geistiger Frische erlebte Wie erlebte Elfriede wohnte im Ostsektor.Sie blieb in dieser Wohnung bis zum Schluss. - zur Mutig hielt sie Sozialdemokratie in allen Wirren und Komplikationen der" Einigungszeit" und später, die Jahre hindurch, tapfer, ehrlich, instinktAuc östlichen sicher, bis zur letzten Stunde.ie lockendsten Angebote konnten sie nicht verleiten von ihrer Linie abzugehen. Wie stark die Seele dieser Frau war, können wir daran ermessen, dass sie es im Kampf der letzten Lebenstage bewusst und klaglos ertragen hat, den geliebten Sohn nicht um sich zu fühlen. Sie wusste, ihm gefährdet, wäre er zu ihr gekommen. Deshalb war es ihr dringender Wunsch, ja ihr letzter Befehl, dass er ihr fernblieb. Er hatte diesen Wunsch zu respektieren. er wan " Darüber durfte nicht gesprochen werden". ( Neben der eigenen Erine Sohn Etick Rynech aufgefüllt.) rinnerung hat dent bedacht, is lucken Anna Siemsen ( 1882-1951) Man kann nur mit eine gewissen Zaghaftigkeit an den Versuch in seiner/ grossen/ heran gehen, aus diesem geistiger Leistung so vielseitigem Z Seite der/ von Anna Siomson weiblichen Leben die Persönlichkeit herauszustellen, die wir unseren die für Ford schnitt und Sozialismus wirkende Leserinnen zeigen möchten; Frau, den I ollenschen Anna Siemsen schliessendes its infe fersönlichkeit zu geben, sondern, um aufzuzei Ai Muss dentions seinem ル dass hier auch nach ihren Tode- noch immer lebendige Geistesquellen lässt fliessen, an denen die heutige Frauengeneration lernen, an denen sie sich stärken laben und geistig wachsen kann. Herkunft und Kindheit haben wohl in starkem Masse das Wachsen und Reifen stark mit konservative dieser Frau bestimmt. Sie war das zweite Kind des Pfarrers Siemsen, de r in der westfälischen Gemeinde Mark 11s amtierte. Neben der um zwei Jahre älteren Schwester waren es noch drei Brüder, mit denen Anna zeitlebensin inniger Liebe und in gegenseitiger Wertschätzung verbunden blieb. Frühzeitig zeigte sich die wohl in fast jedem Kind in mehr oder weniger wat sie gestaltungs faki's starkem Masse vorhandene Phantasie, bei Anna stark produktiv. Der Bruder August erinnert sich noch immer der selbsterfundenen Märchen, mit denen sie den Jüngeren beglückte. Nachdem Anna sich die elementaren Grundbegriffe der Volksschule angeeignet hatte, durfte sie sich durch ihre Schwester Paula in die" höhere dann Mädchenschule" nach Hamm kutschieren lassen, wo sie aber wegen ihrer grossen kasperlich und zum Entsetzen ihre Grass nutted za Kränklichkeit viel vom Unterricht versäumte, sodass sie das Ziel der Schule nicht erreichte. und aus der dritten Klasse abgehen musste. Danach die Vorkenntnisse #FF nenegamen ex die notwendige waren zum Lehrerin zu ( 1801 in allensted hat sich Anna aina P durch Selbststudium erworben. Bei fortschreitender, körperlicher Gesundung und durch intensives Lesen war es ihr bei ihrer lebhaften Phantasie - besonders/ möglich/ a die geschichtliche Ereignisse, die den Lakture zugrunde lagen ( geistige/ intensiv mitzuerleben. Es war aber auch die Atmossphäre des Elternhauses, die geistige Ausrichtung aller Familienmitglieder, die de lebhaften und befruchtenden Debatten über Sagen und Geschichte des Altertums/ und der späteren Zeiten, über klassische Dichtung und das Schrifttum der neudie befindlitend wirkten eren Zeit auslösten. So ging es in der Familie zu bis aus dem Dorfschul" eicht fähigen kind und der höheren Tochter das" Junge Mädchen" geworden war. Der Vater der damaligen Zeit/ 2 las Shakeseare oder Goethe vor, die Kinder lasen klassische und moderne Werke mit verteilten Rollen und waren an dem Ganzen innig beteiligt. Dieses intensive geistige Klima brachte es wie von selbst mit sich, dass auch die grossen Zeitereignisse, wie z.B. Dreyfusaffäre in Frankreich, der und dass Anna auch die strielen Spannungen Burenkrieg.anteilnehmend miterlebt wurden. H/ Alle fünf Kinder dieses dit begeretard positiv gläubigen, protestantischen Pfarrers sind glühende Sozialisten Die outlet entwickelte sich nach dem Tode des guters ebenfalls geworden. 2 serialistin, trad sogar aus Prodest gegen der evangelischen Kirche aus der kiroklichen be me,' nschaft aus. die Krie es gshaldung Wil anze Familie er überhaupt das Kriegserlebnis gewesen zu sein scheint, das auf die devolutioniered gewirkt hat. ✓ 9 Jedoch wollen wir hier nur von Anna Siemsen sprechen, von dem Selbert was sie war, was sie uns Frauen auch weiterhin sein soll: ein menschlichweibliches Vorbild, das uns zeigt wie der Mensch durch Arbeit an seinem Geist, zu einer( in seinen individuellen Grenzen liegenden möglichst hohen Entfaltung seiner Geisteskräfte und Charakterstärke, gelangen kann,- ૭૩૮૮ ૨૧૫ < wenn auch aus Schmerz haften damit aber auch zu dem persönlich- menschlichen Glück gelangen kann, das mit einer solchen Entwicklung verbunden ist. 1902 Nicht ganz zwanzig Jahre alt war Anna, als ihr Vater schon in den Ruhestand treten musste. Aus dem Westfalenland ging die Familie nach Osnabrück, das Pfarrhaus mit seinem grossen Garten wurde mit einer Mietwohnung in Osnabrück vertauscht. Aber eine andere Welt mit landschaftlichen Schönauf/ kulturell/ heiten, mit neuen Reizen und Bildungsmöglichkeiten, mit einem stark verHintergrund Vor Anna/ schiedenen K**** tat sich auf. Das Elternhaus, die westfälische und nicht zuletzt Heimat ✓ da dieses Familienleben hatten ihr vieles für ihr werden gegeben. allandios Die neue Heimat gab noch vieles dazu. Hören wir den Bruder über diese Art des Lebens: A Schwestern, " Am üblichen gesellschaftlichen Leben nahmen die T als Töchter eines Pfarrers, der das Tanzen verwarf, nicht teil. Anna hat das wohl keinen Augenblick bedauert. Sie war ausreichend damit beschäftigt, die neue Umwelt zu verstehen, sowie ausserdem mit ihrem Studium und ausgiebiger Lektüre. // Dieser Satz charakterisiert zugleich daa jungen weiblichen Menschen und seinen Interessenkreis. -- Anna Natürlich drängte es auch nach Berufserdidem Egan fahrungen, sie wollte XXXX ihre Kräfte als Lehrerin, als Menschbildnerin erproben. Wir gehen auch wohl nicht fehl in der Annahme, dass Sie den audi elem elterlichen Haushalt materiell etwas entlasten, wollte Auch, dass ihr Selbstbewusstsein sie dem Beruf zustreten, Liess. So wurde sie Prvatlehrein einen, rin in einem Pfarrhaus, Es war die von konservativem Geist geformte, und Umgebun's bestimmte Grafschaft Ravensberg, wo sie unter der dortigen Verwandschaft auch allerhand menschliche Curiosita erlebte, die nett nachzulesen, sind. enneboim bu edaleesix で Man kunn Ver 20861 Per Ze. de Anna Ji'e usen 8891951 ( 1882 ( 1951) 1900 91 mit einiger Zagkafirke 山 αχ desi Leistung. die. 21 Cliessenz 2 LC ge se Jarwa ok's en kannen ch nach yaellen ew wine Herkunft und kindheid bestimmten in Sacken Masse Don Anna Siemsen, 2719 das Wachsen und Reifen Don Anna 2. Kind des Pfarrers Silesen westfälischen Ort Gemeinde Mark, neben es Wad e 6 e da s ( Zdalne Haven es ediälteren Schwester a. mit denen Arka meb zeitlebens. 1. 4 West solating verbunden blick. E Sie sei jünger even Bates niger Liebe und soft aute fouth zeigte sich Frühzeitig zeigte sich die wohl slijeden kind mehr oder eeniger an wohnerde Phantasie bei Anna produktir. der Bruder erinnert sich noch immer des selbstmit denen sie ihn beglückte. erfundenen Märchen Nadidem Anna die brand begriffe der Volksschule sick durch Paula ungeeignet hatte, durfte sie soll wester in die" Hökere Töchterschuld" nach Honim kad schieren lassen, wo sie aber wegen ührer Kränklichkeit. по van Unident August Siol vie red sau men 711 elementaren S 1 or musste, Schliesslich verliess sie das Ziel der Schule Hrundnisse hat sick. die Schule sodass sie das aicht erreichte rund Einla Teil der i die notwendi Arra duwd inden waren, um Lehrerin zu werden had sich Anna durch intenc bei fortschreitenden Körperlicher Gesundun #nd en worben b Lesen durch intensives worben, wobei ihr auch hier wieder sunde, und lebhafte Phantasie half, ihre gesunde. 3. awal hind Man bedenke, dass es um die Jahrhundertwende war./ in Erlebnis sei festgehalten?/ In irgend einer Dorfgemeinde sollte eine sozialdemokratische Versammlung stattfinden. Der Herr Pfarrer des Ortes ergriff zu Beginn der Versammlung das Wort und schlug vor, dass man dass man gemeinsam" Heil Dir im Siegerkranz" singen und dann nachhaue gehen wolle. So geschah es. Auch Der Pfarrer, in dessen Haus Anna als Lehwar con Natura( wollte Hasil have rerin tätig war, war wohl eine kuriose Figur Naturlich wollte sie sich den if that taum, in dem sie wohnte und zugleich den Unterricht gab) ein wenig nach ihrem Geschmack einrichten. Ihr dort aufgehängtes Madonnen Bild erregte Anstoss, die Madonna reichte darauf dem Jesuskind die Brust!" Das Bild zeigt, wovon es schon schändlich ist, zu reden"(!) sagte der Herr Pfarrer, der sieben Kinder gezeugt hatte. Dafür aber glaubte er an Hexen und den Wehrwolf, " den er selbst gesehen hatte". Nachdem sich Anna als Lehrerin, aber auch geabe latte in Geduld und Diplomatie im Umgang mit allerlei Menschen, schaffte sie es in zwei Jahren intensiven Selbststudiums( als Aussenseiter) ihr Abituam humanistischen rientenexamen кXX Gymnasium in Hameln zu machen. Sie studierte dann Kein Sommersemester zusätzlich in Münster. in München und Bonn, sie machte ein besonderes Examen in Deutsch, Philosophie 1909 und Latein, nachdem sie schon ihren Dr.Phil.mit Auszeichnung gemacht hatte. in Detmold/ dem Den fügte sie ein Jahr später , r noch ein Examen in" Religion für die Oberstufe" and རིགས་ པ་ བ་ བདས་ པ་ པར་ ད་ བར་ ང་ ག་ ལ་ བ་ དེ་ མ་ ཁག་ ལ་ ཤེར་ བ་ ་་་+44, private Nach einem Jaha og als Lehrerin an eine Mädchenschule Disseld+ Sien sen wo ihr dann die dort gemachte Erfahrung gebot, Sich für höhere Gehälter 92 ungemein/ danach des ausgebeuteten Lehrpersonals einzusetzen, и auch war sie XX** X gegen Privatschulen. Auch hier müssen wir uns wieder in die Zeit zurückversetzen, um das Revolutionäre des Vorgehens richtig zu sehen. Die Zeit des Studium war zugleich eine solche der Entbehrung und#ussersten Eing wie Oper, Theater oder Fahrten ins Gebirge/ schränkung, die geliebten Kulturgenusse/ mussten auf billigste befriedigt Sparsamkeit und/- und trotzdem mit/ grössten Einschränkungen erkauft werden. Das aber machte ihr gernichts aus. 1910 starb der Vater Anna sie lebte einige Jahre sau in de Folge geliebten mütterlichen Freundin in Bremen und später- soviel es möglich war mit der gelebten Mutter zusammen, Thr/ Cimmer 1918/ ** Familiensinn war stark ausgeprägt Den Ausbruch des Krieges XXX nach Düsseldort, wo sie ok. Corvigen überraschte sie in der Schweiz, so schnell wie nur möglich zurückkehrend, erlebte sie noch genügend von dem erschütternden Aufflackern eines sinnMädchen дуж berr: oldere. 2 die es über möglich machte die geschickt- lichen Geschehnisse intensiv mitzuerleben. Es war aber auch die Atmosphäre des elterlichen Hauses, die geistige Ausrichtung aller, die die segen und lebhaften Bebatten über geschicktlende Dinge aus dem Altertunig und der späteren Zeit über klassische Dichtung und Schrifftum der neueren Zeit auslasten. So gine das in der Familie zu von der frühesten K Ich habt an, bis langen Dorfschuhkind und der"höheren Tochter aus dem Kindraus"günge Mädohlen" geworden. war. Der Vater las Shakes speare oder Goet vor, die Kinder lasen mit verdeilten Rolle und waren am Ganzen innig beteiligt. Diese intensive geistige Klima brachte es von selbst mid sìch, dass auch die grossen Leitereigni- wie Dreyfusaffäre, Burenkrieg intensiv anteilnehmend miterlebt wurden. e. besser vorifir gläubigen Alle fünf Kinder dieses Gewerrauses sind Jedoc glichende sozialisten geworden, trotzdem, die- sprechen wir nur von dem, was Anna gar damit siensen war und was sie uns sozialde kradischen Frauen auch weiderhin sein soll, ein menschliches Vorbild das uns zeigt wie man durch Arbeid an seinem Geise (in unseren Grenzen liegenden) zu einermöglichst hohen Entfaltung und wäfte serer Geistest= und Charakterstärke persönlich. ein und damit auch in dem menschlichen Glück zu gelangen kann, das mit einer solchen Entwicklung verbunden ist. Er Es ist 2t Jahre alt war Anna, als Vicht garz * In eine Schablone liess sich die Indi- tidkalistin nicht pressen. 4 zuerst positiv in Falsbo. losen" furor teutonicus", der so viele Menschen erschütterte. xxx erkannte balch sie auch diesen Krieg als das, was Kriege immer sind. Die Wahrheitsliebende und Idealgesinnte empfand schmerzlich die Lügenpropaganda und die Erobe- N. rungsforderungen der"Patrioten", wir alle erlebte, damals das schamlosee Kriegsgewinnlertum und die ebenso schamlese Ausbeutung der arbeitenden Be- völkerung, was sich bis nach dem Friedensschluss, über die Inflation fortsetzte. Aus diesen Erlebnissen erwuchs ihre entschiedene Kriegsgegner schaft, XIX der sie einen grossen Teil ihrer Begehung und Kraft widmete. Die 35jährige finden wir als streitbare Schriftstellerin, wie sie sich gemit einem sehr respektierten Professor über dessen Kriegsphilosophie auseinander setzt. Sie wird in dieser Zeit Mitglied des"Bund Neues Vaterland", aus dem sich später die"iga für Menschenrecht" entwickelt, Dort gehört sie-- bis zu Hitler-- dem Vorstand an, was ihr bis zum Schluss des Krieges(1914-18)polizeiliche Ueberwachung eintrug. Sie kam auch in war ganz, dieser Zeit zum Sozialismus? Es xxx/ihrem Wesen entsprechend, dass sie in die sozialistische Idee ganz von der Wissenschaft her, eindrang. Zugleich war es ihren inneren Kriegserlebnissen gemäss, dass sie später Mitglied der Unabhäigen Sozialdemokratie wurde, die sich vornehmlich wegen der Bewilligung der Kriegskredite von der Mehrheit der Partei abgesondert also hatte. Man darf sich/die Frau, mit dem Hirn einer Gelehrten, nicht trocken schlug ein% Herz exakten und gefühllos vorstellen. In der Geistesarbeiterin xxxxxxxxxxx (mitfühlendes und pulsierte ΜΗζΟΤΑΑλΙ νανμαι warmes Leben, wenn sie a das auch nach aussen nicht sie sehr sichtbar zeigte. Dafür war ihr Denken viel zu stark auf die grossen all- gemeinen Linien eingestellt. sie trat in die"Frauenlisa für Frieden und Freiheit. ...jésieur. 41 aug "Arbe," Herrer X Und es war ganz kriegserlehnissen gewass wohl etwas später anabhängige Faktaldemokratie war dass espar- Verena die sion wegen der Bewilligung der Kriegskredite von der Mehrheit abgeordnet hatte, zu der sich Anna Siemsen dann fand. 3 der Vater in den Ruhestand trat. Der die Familie. wirkliche Aus dem Westfelenland ging es nach Osnabrück, eine andere Welt mit ihren Reizen und Bildungsmöglichkeiten tat sich auf. Anna hatte schon, nach privater Vorbereitung, spielend (zitat ans Anges.): Seite 22) ihre Prüfung als LehrerinbeXX Aber standen. (auch der Ernst des Lebens Am XX Das Elternhaus, die Familie und die tär ihr werden westfälische Heimal hatten, ihr r. D't ce. mit ihren landschaftlichen Reise, in geben. Die neue Heimat, mit ihrem Kalral och rellem Hintergrand haben: Er vieles dazu Èmpfand es wokl als opflicht, Anna den elterlichen Haushalt wirt schaftlich zu entlasten. Sie wurde Privatlehrerin(um ihre Kräfte zu üben sehr konserativun in einem Pfarrkaup widersbraxsokaft Rarensberg, wo sie unter ihrer dortigen Verwandt sohaft auch allerhand Curiosità Ein Beispipl. aus Beisp. I"r Arbeitgeber" kennen lernte. August Sienisen seide 23. sozialdem. Versammlung wollte natürlich. aber (Signer) Anna musste aus ihrem Nimmer, daß auch Unterrichtsraum war dort aufge eine eigene Geschmackspode geben. Was ich aufgehändete Madønnerbild entsprach nicht dem pfarr. redolte heurlichten Geschmack, die Madonna gab dort dem Jesus kind die Brust."Das Bild zeige), wovon es schon schändlich ist, zu reden. "1 Sieben Kinder hatte dieser Herr Pastor gezeugt. Dafür aber glaubte Die Zeit der schmerzhaften Spaltung der Sozialdemokratie in zwei Lager 1K aufzurollen, ist xxx indem Rahmen XXXXXXXXXXX in den wir Anne Siemsens Persönlichkeit stellen wollen, ist hier nicht möglich.* Ana S. wurde dutch war nicht der Mensch kleinlicher Gefühle.Hat sie auch manches enttäuscht, so sehen wir doch aus ihrem ganzen Werdegang- bis zum Schluss, dass sie im dev Sozialismus die grosse, bewegende geistige Kraft erkannt hat, sie diente ihr diente mit der ihr eigenen Wahrheitsliebe, die sie zwang, das, was sie für richtig durch die Tat zu hielt, auch ZX zeigen. Ich bin sicher, dass sie denen, die sich ehrlich eine andere Erkenntnis erworben hatten, diese nichts nachtrug. Ihr Besatzungszeit der/ Bekennermut hat sie in den zwanziger Jahren öfter in unangenehme SituatiAs illustrierende XXXXXXX Zeiterscheinung sei onen gebracht. War doch diese ganze Zeit aufregend genug.XXX die Ermordung von Liebknecht und Rosa Luxemburg erwähnt, ebenso wie die Wirren und schrecklichen Ereignisse in Bayern, XXX** Thüringen, Berlin, Mitteldeutschland und der Separatistenbewegung im Rheinland, die die nationalistischen Anna S. Leidenschaften aufstachelten, das alles empfand sie als Vorboten der kommenden Entwicklung. Sie Anna Siemsen war mit ganzer Seele Pädagogin und fand das ihr gemässe Arbeitsfeld eine Zeitlang auf dem Gebiet des Volkshochschulwesens. Der Wissensdrang der Arbeiter gefiel ihr und interessierte sie, es ist schade, dass büround erlaubten, ihren Gestaltungswillen kratische Hindernisse ihr nicht xxxxxxxxxxxxxxx auf diesich sem Gebiet ganz frei entfalten zu können, ich bin überzeugt, die hätte sich selbst dabei glücklich gepriesen. Sie wollte durch Sprachunterricht zum Denken führen. Hören wir sie hier einmal selbst: 1016 " Wie der Stoff des Denkens, Welt und Menschen, ein unendlicher ist, so ist auch die Art des rechten Denkens eine unendlich geistige Bewegung. Wer damit beginnt, der wird in Frage und Antwort, in Satz und Gegensatz, im Verneinen und Bejahen, im Zustimmen und wieder In- Zweifel- Ziehen kein Ende finden. Und gerade in dieser Arbeit wird er in Rede und Gegen rede die Sprachbeherrschung lernen, die er sucht, indem er seine Gedanken meistern lernt. Und ein solcher Sprachunterricht wird mitten hinein führen in die eigentliche Arbeit der Volkshochschule, die ja auch zum Nachdenken, zum Suchen und fortschreitenden Erkennen führen will." Unmittelbar nach der Revolution war Anna Siemsen Stadtverordnete in Düsseldorf.1919 wurde sie ins Preussische Volksbildungsministerium nach Berlin berufen. Trotz ihrer ganz linke gerichteten Einstellung hape sie sich se dand heisst es der Achtung für ihre Leistung und persönlicher Wertschätzung erXXNNXX freuen ko nnen. Der Kapp- Pudsch на гл el a . - 7 wtie sah sie ihn später. " Es hat nie einen Putsch gegeben, der so rasch, so vollständig, so friedlich zu einem Ende gebracht wurde, wie der Kapp- Putsch. Und niemals hat sich die Macht einer geeinten und entschlossenen Arbeiterschaft so wirksam und zugleich so anspruchslos gezeigt." wählte may Nach dem Rapp- Putsch bersiedelte Anna Siemsen wieder nach Dusseldorf, wo man sie zur Leiterin des Fache und Berufsschulwesens gewählt hatte und we ( nach der Rheinischen Städteordnung) hattes sie/ als Beigeordnete in ihrem Ressort als Stellvertreterin des Oberbürger dort meisters grosse Handlungsfreiheit, hatte. eine X* XX** X* XX** X* XX* thr grosses fachliches Können und thre innere Sicherheit liessen es zu ihre Kräfte in schönster Weise zu entfalten, aber auch manche Fehde hatte sie zu bestehen. Das Fach- und Berufsschulwesen war damals noch ein Feld für Pioniersei es gesagt/ naturen. Bald ging sie in gleicher Mission nach Berlin, wo sich nebenbei) durch glückliche Umstade begünstigt, die Familie wieder einmal zusammenfandwas ihr sehr zusagte- wir erwähnten schon ihren starken Familiensinn- nur hre ganze Kraft Hess in das Amt und die zu leistende Reformarbeit wenig Musse. serbs un obte Xxx Die Bürokratie, die sie aus ihrer amtlichen Arbeit nicht ausschalten konnte, hatte es ihr angetan. Der Bruder August Siemsen zitiert aus ihrem ungedruckten Manuskript" Erinnerungen" die geistvollen Sätze: ihre 2004 erregt. " Preussisch- deutsche Bürokratie hat eine Bedeutung für Leben und Politik, die in anderen Ländern schwer zu begreifen ist. Kurt Tucholsky hat einmal gesagt, das deutsche Volk zerfalle in zwei Hälften, die eine sitze hinter dem Schalter, die andere stehe davor. Man kann indessen hinzufügen, dass noch eine dritte Schicht vorhanden ist, welche sich bemüht hinter die Schalter zu dringen.Gerade diese ist für Entstehen und Erfolg des Nationalsozialismus entscheidend. Beinahe ganz fehlen dagegen die, welche die Schalter zu beseitigen suchen. Die Ereignisse führten mich. ohne mein Zutun hinter die Schalter und gaben mir Gelegenheit, Wesen und Wirksamkeit der Bürokratie zu studieren und ihren entscheidenden Einfluss auf den Gang der Dinge kennen_zu_lernen.".. Menschliche Umgangsformen im Verkehr mit Untergebenen würden als Schwäche ausgelegt Als ich meinen Berliner Beamten untersagte, mich in der dritten Person anzureden, glaubten sie, mir auf der Nase tanzen zu können. Ich musste mich dazu überwinden, sie einige male sehr nachdrücklich herunter zu machen. Als sie gelernt hatten, dass man auch unter höflichen Formen einen festen Willen haben könne, ging die Sache recht ordentlich." Ich erinnere mich gerne daran, wie ich Anna Siemsen einmal kennen lernte, Es war zu irgend einer uns wichtigen Beratung in der Zentrale der Arbeiterwohlfahrt, zu der eine Reihe von sachkundigen Menschen zusammen gerufen waren. Sie fiel mir durch ihre verstadigen und sachkundigen Ratschläge auf und ich hatte das Gefühl, dass diese kluge Frau unsere Arbeit voll und ganz bejahte. Sie kam mir dann- wahrscheinlich durch ihren Wechsel des Wohnsitzes und der Tätigkeit wieder aus dem XX Blickfeld, 1928 1923- die Inflation s na ha Siemsen ihr Tatigkeitsfeld A in Berlin absch Sa folgte sie einem Ruf na Thüringen. Sie hoffte dort auf ein fruchtbares**** damals 8. Arbeitsfeld in der noch sozialistischen Regierung, die eine Schulreform den Licke vorbereitet hatte. Diese sie so erfreuende Arbeit wurde wiederum durch politische Ereignisse unterbrochen. Man nahm Kommunisten in die Regierung politischeny auf, was dann in ideologischer Verbindung mit Ereignissen in Bayern zu einem miltitärischen Einmarsch und/ einer katastrophalen, reaktionären Entwicklung führte. Die nachfolgende Wahl des Land zu/ t 828 geschnitt ( 1923) einschliesslich Landtags im Februar 1924 ergab eine Einheitsfront bis zu den Nationalsozialisten gegen die Sozialdemokratie. Anna Siemsen musste ihr Amt aufgeben. Regierung für Die ihr durch die Universität Jena verliehene Professur konnte man ihr- trotz Sie übte ihr Ant dort bis 1932 aus aller Bemühungen dazu- nicht nehmen. Sie hatte nun Zeit, neben den Vorlesungen, eit für ihre literarischen Arbeiten, für RX Kurse in Deutschland - 1932 Mitglied dos und Europa. 1928 war Anna Siemsen in den Reichstagsgewählt worden. Ihre D.'e inter Erscheinung fatern kame Eigenwilligkeit liess sie immer ein wenig als Fremdkörper in der Partei wirken, trotzdem sie und ihr Wollen gut und echt way. Aber dadurch kam ihr grosses Wissen und ihre Sprachkenntnisse sicher nicht in dem Umfange zur Verwendung, wie es wünschenswert A gewesen wäre. Ihre persönliche Stärke und das Versöhnende an ihr, war ihre grosse Sachlichkeit, die es ihr nicht erlaubte, irgend eine Empfindlichkeit zu zeigen. Jedoch stellte sie sich 1932 mah' nicht erneut zur Wahl, es hiess, dass ihre nicht sehr feste Gesundheit sie aran hinderte. Im März 1933 ging Anna Siemsen in die Schweiz.Es ging thr, wie so vielen von für/ uns Sozialdemokraten. Diese wissenschaftliche Arbeit prädestinierte Frau, deren ganzes Leben darauf aufgebaut war, Erkenntnisse, die sie sich erarbeitete, anderen Menschen schriftlich oder mündlich mitzuteilen, sollte sich nun in der Schweiz dem für Ausländer geltenden Arbeitsverbot fügen? Sie war dort keine Fremde, a, im Kreis religiöser Sozialisten und in der Sozialdemokratie der Schweiz war sie bekannt und anerkannt und zur Mitarbeit hochwillkommen. Der Jugend sekretär Walter Vollenweider bot ihr an, der gesetzlichen/ Form nach eine Ehe zu schliessen und sich dadurch die ungestörte ArbeitsCan't han möglichkeit zu sichern. So geschah es. Nun konnte sie als Rednerin und Schriftstellerin wirken, konnte die Redaktion der sozialistischen Frauenzeitschrift" Die Frau in Leben und Arbeit" übernehmen, konnte in der Bil dungszentrale mitwirken und vieles andere tun. Die Schweizer Freunde warensind ndo immed des Lobes voll über die Zusammenarbeit und die fruchtbate Tatikeit die mit ihrer Pol. Heival gesel Aus der Schweiz XXX wurde mit in diesem Zusammenhang geschrieben: " Einige intellektuelle Frauen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, gegen das erheiratete Schweizer Bürgerrecht zu agitieren. Der Verband der Frauenverseigesagt, dass 2nd Ente des es eine aber hatte damit nichts zu tun. In jener Zeit haben manche Ausländerinnen ha He Schweizer Bürgerrecht erworben, hierbei spielte auch politische/ sich durch Heirat ein Loft/ den Kaufpreis/ eine Rolle Die/ Ehe von Anna Siemsen • war damit garnicht in einem Atemzug zu nennen. Wir alle waren dem Genossen dankbar, dass er, auf diese Th Weise Anna Siemsen in das Arbeiten ermöglicht hat, das unserer Bewegung) zugite Bekommen ist." So sehr Einigezander sei zitiert! Aus der Schweiz:" Als Anna Siemsen im Frühling 1933, um der drohenden Ge fangennahme zu entgehen, zu uns kam, war sie vielen von uns keine Fremde mehr. Sie hatte sich schon vorher durch ihr Wirken einen Heimatboden bei uns gesschaffen." " Sie hat in zahllosen Versammlungen gesprochen und an vielen Kursen mitgewirkt. Es war erstaunlich, wie sehr sie sich in unsere besonderen Schweizer Verhältnisse einzufühlen vermochte. " Ein vielfachéges Blumengärtlein, immer wieder anregend, nannte sie unser Land. Ihr Sozialismus war Humanität. Sie verstand es politische, wirtschaftliche, kulturelle, Erziehungs- Probleme so klar und durchsichtig, so warm und eindringlich darzulegen.Recht schwierige Dinge wurden durch ihre Erklärung einfach, anschaulich, jeder hörte gerne zu, konnte folgen. Auch die Männer hörten gerne zu. Der Präsident eines Bildungsausschusses:" Sie ist einfach eine sehr kluge Frau, die bedeutende Politikerin, die Lehrerin, deren geistige Ueberlegenheit wir vielleicht nicht so neidlos anerkennen würden, wäre sie nicht zugleich die mutterliche Frau. Wir müssen sie achten und wir anerkennen ihre Leistung. dart Sole weiz An Der" Kinderfreunde bewegung galt ihre ganze Liebe, sie hat ihr viel zu verdanken." wende 387 D 10 Ilov aed el dont sh " Als im Sommer 1934 unsere erste Redakteurin unserer sozialistischen Frauenzeitung zurücktrat, war es selbstverständlich, dass Anna Siemsen diese Tätigkeit übertragen wurde. Wir empfanden unsere Isoliertheit sehr.Wir hatten immer von der deutschen und oesterreichischen Bewegung viel Anregung empfangen. Die Propagandaeinflüsse des dritten Reiches waren sehr spürbar, Anna Siemsen war in schwieriger Zeit für und der Fels im Meer, die Ruferin und Mahnerin. In Artikeln und Vorträgen führte sie den Kampf gegen Diktatur und Unmenschlichkeit, gegen den drohenden Krieg. // Der zweite Weltkrieg kam. Anna Siemsèn trat nun erst recht in der Frauenzeitschrift ein für: Gerechtigkeit, Freiheit, Internationale Verantwortung. Sie ist auch manchmal missverstanden worden, musste Verdächtigungen" als Deutsche" erfahren. Aber sie liebte die Schweiz, unsere Grundsätze waren ihr teuer, wir durften ihr mit gutem Gewissen unser Vertrauen schenken." Anna Siemsen war für sich sehr anspruchlos. Sie führte einen harten Kampf um ihre Existenz, sie war immer bereit Ihren Geschwistern, Freunden, EmigranHilfesuchenden aller Art mit ihrem Rat und mit tatkräftiger Hilfe bei zustehen.|| / Sie litt masslos unter dem, was in Deutschland und unter deutschem Namen geschah, Sie litt unter dem tragischen Schicksal der deutschen Jugend und ihrem Missbrauch/." Veir mi fedele, edeld een sft as agedaue 119 1 10 Anna Siemsen in der Zeit von 1933 - COG aus abec 1946.Da kehrte sie wieder in die zerschundene Heimat zurück, erlitt Hunger und Kälte mit** einigen ihrerGeschwister und mit allen, die ihr lieb waren. Sie hatte sich bereits in den Schweizer Jahren eine Vorstellung der körperlichen, geistigen und charakterlichen Verwüstung des deutschen Menschengutes gemacht und hatte ihre pädagogischen Aufbaupläne vorbereitet/ Sie machte Pläne für die Wegräumung der Trümmer, für das Erwecken neuen Lebs. Sie bereitete Unterrichts- und Lesematerial vor, machte Lehrpläne für die Jugend, wollte die Tore öffne für ein neues Leben im neuen Deutschland in dem Menschenwürde und Gerechtigkeit zuhause sein sollten. 211 V aber steigen anschickt, was sie sicher erfahren müssem. Un s.tuebauern Die Frauenfrage war für sie bis zu letzt selbstverstanatiches kampfeln davon κευρει κίρ τιλενείαν, die sie uns zurückl.'s s. & dach bah sie sie von hoher wurde Anna Simser auf einer internationalen Lekverkonferinz, "Ich habe gelernt Europa als Heimat zu empfinden. Unsere Ausgabe ist es, Europa und die ganze Welt zu um- lassen. Schriftenverein's Man sagte an ihrem Grabe Anna Siemsens eigenes Wort: Sozialismus ist Gerechtigkeit im Zusammenleben der Menschen."Wer ein Jahr wirken will, säe ein Korn, wer 10 Jahre wirke will,pflanze einen Baum, wer 100 Jahre wirken will, erziehe einen Menschen. Auoh das Deutschlana macu 1946 had ihr nicht gewährt, was sie sich ge- wünscht hatte. Die geistig-seelischen verwüstungen waren unvorstellbar gross. auch Das hatte s. e. nicht anders erwartige+ in einem kurses konzentriere sicil- in Hamburg- darauf, Menschen mit Lebenserjahrang und gutem Willen zu Lehrkrÿsten in schalen. U Ihre Ans.phé war, dass mit Menschenbild ner euch xxxx aus Leben& in ihrer Welsentigkeit nach Verflichtung überschauen müssen: Geistiges Leben und Kultur, wirtschaft und Politik sah sie also eins an. Sie, and auch bald das Ver- trauen sei den Téilnehmern des Kursus. Dock geviert sie, Vauch hier wieder bach am Bruder August mit der Burckratie abikonglikt geratenvoedentalls konnten wir aus, aen Furne geséstellen, nase Anna unermüdbar ihren alden I und Erkenntnissen zeigte, sie war bis ruletzt ehenschenbildner in einmal, ein Una Kampden! er Mändern. Nand einem geeinten Europa, dem Frischen, wass es rende auch r schwierig, țür eine, Frau und ihre soveranen Geist ist, die manulie Kamera'den za çínden, dass sie sìoù, au d'e sous guerisme aux même Ödʔʔiŋ sìl Barrierez, der Bürkkeit hold! S10. t. Berliner Arbeides bibliothek, 3. Heefd) CLARA ZETKIN ( 1857 bis 1933) Sozialdemokratischer Parteitag, abgehalten zu Berlin im November 1892 Es ist die dritte Jahrstagung der Partei nach dem Fall des Sozialistengesetzes. Hier begegnet uns zum ersten male eine Frau, die gleicherweise durch ihre Intelligenz, wie durch ihr Temperament auffält. Es ist Clara Zetkin. Sie ist aber kein unbeschriebenes Blatt mehr.Auf dem" Internationalen XXXкongress zu Paris"( 1889) hat sie ein Referat über: XXX" Die Frage der Frauenarbeit" gehalten. Ihr Vortrag hat zu dem folgenden Beschluss geführt: Arbeiter " Der Kongress erklärt, dass es die Pflicht der Arbeiter ist, die Arbeiterinnen als gleichberechtigt in ihre Reihen aufzunehmen, und fordert prinzipiell gleiche Löhne für die gleiche Arbeit für die Arbeiter beiderlei Geschlechts und ohne Unte Schied der Nationalität." Das Pariser Referat ist enter dem Titel: Die Arbeiterin und die 1889 eine t Frauenfrage der Gegenwart" ass( Broschüre herausgekommen, sie hat grosses Aufsehen erregt und ist wahrscheinlich das erste handfeste Material international gewesen, das der Frauenbewegung, in den beteiligten Ländern zur Verfügung gestellt wurde. [ clare Clara Eissner( so war ihr Mädchenname) wurde am 5. Juli 1857 in Wiederau in Sachsen geboren. Wat Das industrielle Sachsen ist ein klassisches Land für den Fortschritt, a bene gewesen, nicht nur für den Sozialismus, sondern auch eine bedeutendes Versuchsfeld für die allgemeine Frauenbewegung. Aus bürgerlichen Kreisen geistiger und/ wuchs ein starkes Begehren nach/ wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Der" Allgemeine Deutashe Frauenverein" war 1865 in Leipzig gegründet worden, als Clara noch ein Kind war. Zu den Gründerinnen gehörte( neben Lauch Luise Otto) auch die Lehrerin Aususte Schmidt, die mit Helene Lange für eine gediegenere Mädchenschulbildung wirkte.Auguste Schmidt war die Vorsitzende des" Allgemeinen Deutschen Frauenvereins"( von 1865-1900) der in dieser zentralen Organisation sehr bald alles umschloss, was " die Frauen bewegte" Das war die Lehrerin, die es nicht versäumte, -2, modernen das Interesse ihrer Schülerinnen auf die Zeitströmungen hinzulenken. Clara Eissner, die dem Lehrerinnenberuf zustrebte, besuchte das von Augste Schmidt geleitete Steybergsche Lehrerinnenseminar zu Leipzig. Wir gehen sicher nicht fehl in der Annahme dass auch ihr von Augas Schmidt weit mehr als nur ein gutes Allgemein- und Berufswissen vermittelt wurde. Jedenfalls hat Clara des Unterrichtes und der Förderung ihrer Persönlichkeit immer in grosser Dankbarkeit gedacht, trotzdem sie mit der" bürgerlichen Frauenbewegung" während der ganzen Zeit Öffentlichen/ ihres selbständigen/ Wirkens in bitterer Fehde lebte. Sie hat es nicht dieser Lehrerin versäumt den Namen sogar in ihren Aufzeichnungen für das ReichstagsSo traten die Frauenfragen frühzeitig in das handbuch zu erwähnen. Blickfeld der jungen Clara. SB1 XXXXX XXXXXXX XXXX XXXXXXX@ XpXXXKin bëkänkään sein. Ihr glühendes Temperament und ihre Freiheitssie/ liebe trieb XXǎxa/ frühzeitig zum Sozialismus, der als Lehre und als kraftvolle, geistig- revolutionäre Bewegung seine Anziehungskraft auf das junge temperamentvolle Mädchen ausübte. Wer- von diesem Geist und Temperament, dazu jung- fühlte sich in den achtziger Jahren wohl in Deutschland?( Sozialistengesetz 1878-1890) Clara ging nach Paris, studierte an der Sarbonne, heiratete Ossip Zetkin, den sie schon von Leipzig eintassischen Revolutionär her kannte, und führte das typische Emigrantenleben, mit vielen Anregungen und ebensoviel materiellem Entbehrungen. Sie verlor den Mann, der ein Opfer der Tuberkulose wurde und ernährte und erzog tapfer ihre zwei Söhne. 1890 fiel das Sozialistengesetz, Clara Zetkin kam nach Deutschland zurück.Auf dem Parteitag zu Berlin 1892 ist sie zum ersten mal als Delegierte. Sie war gewählt von der Parteiorganisation Mannheim/ Weinheim und von den Frauen Würtembergs. Sie hatte in Stuttgart Wohnung genommen. Ja, diese Frau ging bewusst und mit dem Willen mitzuschaffen, aber auch Einfluss auszuüben, ihren Weg durch die Zeitgeschichte. Es ist unsere Pflicht, die der Heutigen diesem Lebensweg nachzusetzen und das festzu✓ Pfl 4 2 3 gelem halten was darin für die Entwicklung der sozialistischen Frauenbewegung wichtig war und was- im engen Zusammenhang damit, für diese starke Frauenpersönlichkeit chrakteristisch gewesen ist. 3. Ihr Aufstieg WX in der Deutschen Sozialdemokratie war einem Meteor sozialdemokratischen/ Sozialdemokratisch ein wichtiges Referat. gleich. Nach 1892 hat es keinen/ Parteitag, keinen Internationalen Sozialistenkongress, keine SK. Frauenko ferenz mehr gegeben- ohne die tätige Gegenwart Clara Zetkins, bis 1913, dem letzten Parteitag vor Ausbruch des Weltkrieges, 1914/18. Und auf keiner dieser Tagungen versäumte sie es, mehrfach das Wort zu nehmen.( Auf den Frauenkonferenzen hat sie immer die Leitung in der Hand, auch hält sie stets XXXXXXXXX Refer Und auf den Parteitagen beschränkt sie sich nicht etwa auf die sogenannten Frauenfragen. Furchtlos, und tapfer geistig unabhängig nimmt sie an den oft hitzigen Debatten teil. Und sie kämpft, z. B. finden wir sie auf dem Parteitag zu Stuttgart 1898 wie sie leidenschaftlich an einer redaktion) grossen Debatte gegen der Vorwärts beteiligt ist. Diese Beispiele liessen sich beliebig vermehren, wenn Platz und Gelegenheit es erlauben würden. \ der Gleichheit, Ihre Tätigkeit als Redakteurin des von Emma Ihrer unter dem Titel " Die Arbeiterin" gegründeten Frauenblattes, das sie( von 1892 bis 1916) machte es ihr möglich ausübte, XXXXXXXXXXXX ihren reichen Geist zu entfalten. Aber auch- weithin hörbay- manches zu sagen, wozu sie ohne dieses Frauenblatt sonst doch nicht immer die Gelegenheit gefunden hätte, trotzdem Ler als manchem anderen/ sich eder begabten Schriftstellerin sich leicht die Parteizeitungen und 1895 erfolgte Wahl in die Kontrollkommission Zeitschriften öffneten. Die der Partei gab ihr Anerkennung und verstärkte noch ihre schon gefestigte Stellung innerhalb der Bewegung. Neben dem darin ausgesprochenen Ver trauen hatte sie nun eine noch engere Fühlung mit den Parteiorganen und in der Folge que mehr Informationsmöglichkeiten.--- Aber wichtiger dass der war noch, dass derselbe Parteitag einstimmig den Antrag annahm, XXX* ¤¤¤¤¤¤nächsten Parteitags den Punkt" Frauenagitation" behandeln solle. Als Referent wurde Clara Zetkin bestimmt. . 9 Klara Zetkin stand auf der Seite derer, die die Kriegspolitik der Sozialdemokratie nicht verstehen konnten. So setzte sich auch ihr praktisches Handeln mit dieser Politik in Gegensatz.t Diese Angaben habe Chachfolgenden ich von Freunden, die es wissen. Andere Unterlagen standen mir nicht zur Verfügung) internationalen/ к Sie versuchte die durch den Krieg abgerissenen Verbindungen neu zu knüpfen. Zweck dieses Tuns die Frauen( international) als Kriegsgegner zu aktivieren. 1915 berief Klara nach Sie Bern eine internationale Frauenkonferenz ein, die ein Manifest" An Alle Frauen der kriegführenden Länder" erliess, in dem zum Eintreten für den Frieden aufgefordert wurde. Wegen dieses Manifestes sass sie- des HochverAusserdem wurde sie/ rates angeklagt, 3/4 Jahre in Untersuchungshaft./Zusammen mit ihrer Freundin Rosa Luxemburg und Franz Mehring wurde sie wegen der gemeinsamen Herausgabe einer Zeitschrift" Internationale" in Anklagzustand versetzt 1917 schloss sie sich bei ihrer Gründung in Gotha 1917 der Unabhängigen Kar Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit an. Sie warmte vor einer Gründung der Kommunistischen Partei ( die Zeit erschien ihr noch zu früh) aber nach der Gründung trat sie dann dieser bei, ebenso der Kommunistischen Internationale, Sie konnte, aufgrund ihres Namens sowohl in der Kommunistischen Partei, wie in der Komm/ Internationale und dank der Merhältnismässigen Meinungsfreiheit, die ungefähr bis zu Lenins Tode bestand( zumindest für die nichtrussischen Parteileute) ihre persönlichen Auffassungen vertreten, auch dann, wenn sie von der Parteilinie abwich. So opponierte sie z.B. gegen die Frauenthesen, die der zweite Kongress der KI beschlossen hatte, die rein auf die russische Bewegung zugeschnitten waren. Von den Grundlagen, die sie für die Intern.Komm.Frauenbewegung geschaffen hat, ist heute kein Buchstabe mehr vorhanden. Sie galt deshalb später durchaus am 20. Juli 1933 nicht mehr als zuverlässig. Der Tod hat sie erlöst.Sonst hätte sie- ( das solioksal en- wahrscheinlich vieler Kommunisten geteilt, nach Meinung von Freunden- leio de en d.h. sie hätte wie manche Kommunisten, die im Vaterland der Werktätigen" Schutz vor dem Faschismus suchten, Verbannung und Tod durch die GPU was hiess das& Was Clava 4. r den Be daraus maolite, sie war " Agitation" wurde die die ganze ProbleFragen Frage auf. Geschichtliches renfrage matik der Gesamtsituation verstanden. In diesem Fall 3B HXXXXXXX, Soziologisches, Oekonomisches, alles was an sozialen Schäden Proletariat und seinen Fren da war und den Arbeiterbewegung zu schaffen machte, wurde darunter behandelt. hielt sie denn auch/ So fasste auch Clara ihre Aufgabe auf und so XXX* XXXXXXXXX am 1896 Titel 16.Oktober auf dem Parteitag zu Gotha unter den Namen: Frauenagitation, ihr grosse Referat, das dann, als Broschüre herausgebracht, ein Stück geistiges Fundament für die Frauenbewegung geworden ist. Sie ist heute noch aufschlussreich. Eine Resolution, die Quintessenz des Vortrags, wurHerausgabe de vom Parteitag einstimmig angenommen, der auch die XXX des -hier nur in knappem Auszug wieder gegebent. Referats als Broschüre beschloss. Die Resolution stellt fest: rücke. en en it as dass die moderne Frauenfrage das Ergebnis wirtschaftlicher UmwälDie Rednerin zungen ist... unterscheidet nach drei Klassen.1. Die Frauen der " Oberen Zehntausend" mit eigenem Vermögen.Hier wächst die Frauenfrage nur aus der Rechtsstellung heraus. Die Frau will das Verfügungsrecht über ihr Vermögen.2. Die Frauen der" mittleren und kleinen Bougoisie" und der" bürgerlichen Intelligenz".Hier wächst die Zahl der ehelosen Frauen, die auf eigenen Verdienst angewiesen sind und der Familien, in denen der Verdienst des Mannes nicht genügt. Die Frauen drängen in" liberale" Berufe, die Folge ist die Konkurrenz diesen Franta die zwischen Mann und Frau, gefordert wird gleiche Berufsausbildung und Möglichkeiten der Berufsausübung. Das ist wirtschaftlicher Interessenkampf zwischen den Geschlechtern. Aber- jeder Interssenkampf wird zu einem politischen; nach Gleichstellung, der Geschlechter. 3Die Proletarierin": Das Ausbeutungsbedürfnis des Kapitals zwingt die Frau in die Erwerbsarbeit hinein. Das führt zur wirtschaftlichen Gleichstellung mit dem Mann ihrer Klasse. Aber Die Ausbeutung der Frau ist härter, doch ergibt sich keine Konkurrenz gegen den Mann. < die Notwendigkeit der/ Gemeinsam ist ihnen dan/ Aufrichtung dem Schranken gegen die Ausbeutung. Die Frau bedarf aber auch der politischen Gleichstellung ded Ldem mit dem Mann. Ebenso bedarf sie rechtlichen Gleichstellung, z. B. des Verfügungsrechtes über den Lohn usw. Trots dieser Berührungspunkte in den Forderungen hat die Proletarierin nichts Gemeinsames mit den 5. bürgerlichen Frauenschichten. Ihre Emanzipation( sprich Befreiung) muss gemeinsames Werk des gesamten Proletariats sein. Daher muss die Agitation unter den Frauen sozialistische Agitation sein.Frauen müssen durch sie zum Klassenbewusstsein erweckt werden. Frauenbewegung muss sich streng im Rahmen der allgemeinen Arbeiterbewegung halten. Aber die Gesamtbewegung muss auch im Interesse der Arbeiterin und Frau wirken. Es werden noch praktische Massnahmen für die mündliche und schriftTiche Agitation präzisiert. Hier, in diesem Referat, und in der Folge auf allen Frauenkonferenzen und in der Gleichwurde die heit, auf Parteitagen, und wo immer sich die Gelegenheit bot, Linie gegen die bürgerliche Frauenbewegung gezogen. Natürlich nicht ganz ohne Widerspruch, je nachdem mehr oder weniger geschickt, dem autoritären Geist und der scharfen Dialektik von Clara Zetkin war so leicht auf dem sie nicht gegen niemand gewachsen. Es verging kein Parteitag, MXXXXXXXXXXXX Anträge zu kämpfen hatte, die sich mit den Popularisierungswünschen für 6. weni's ein such en die Gleichheit befasten. Sie vertrat ihren Standpunkt geschickt und mit and sichtliched grosser Leidenschaft ich meine auch mit grosser Freude, zu kämpfen war ihr innerstes Bedürfnis. Viele Genossinnensagten uns( im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts) dass sie die Leitartikel der" Gleichheit" garnicht erst zu lesen versuchten- sie seien ihnen" zu hoch", sehr wertvoll aber sei ihnen der übrige Inhalt: Sozialpolitik, Berichte, Kulturfragen, Erziehung -und- die Kinderbeilage. Andere wieder freuten sich an der leidenschaftlichen, geschliffenen Sprache der Leitartikel und an ihrem Inhalt. So blieb aber das Interesse an dem Blatt immer жXи lebendig. Anna Blos sagt 1930( Die Frauenfrage im Lichte des Sozialismus", Verlag Kaden u.Co.) " Diese sozialistische Zeitung war zweifellos eine der besten, wenn nicht die beste Frauenzeitung in Deutschland überhaupt. Es war gewiss nicht leicht, die Zeitung auf diese Höhe zu bringen und auf ihr zu halten. cinnen/ Es war schwer, einen Stab von geeigneten Mitarbeiter/ zu finden, lange Zeit war die Mitarbeit unentgeltlich. Der Vorwurf, die Zeitung sei nicht populär genug, ist immer wieder gemacht worden. Clara Zetkin hat sie begewicht/ zu schaff wusst nicht populär gehalten. Ihr Wille war ein Gegen K XXXX fen gegen die Xie damals so beliebten Frauenzeitschriften, XXXXadie heute noch so gern gelesen werden.- Selbst die Unterhaltungsbeilage sollte möglichst wenig Romane, keine Modeberichte, keine Rezepte bringen, sondern dem Wissen dienen. HEN Die Frage der-wenn auch nur gelegentlichen- Zusammenarbeit( etwa durch die Teilnahme an Kongressen, Kundgebungen usw) mit der bürgerlichen Frauenbewegung zog sich wie ein roter Faden durch die Jahre hindurch, weil sich immer wieder- auch ernsthafte, erwägenswerte- Gelegenheiten dazu ergaben.( Diese biographischen Skizzen bieten jedoch nicht den Platz zur Abhandlung früherer Streitfragen. Sie registrieren nur.) Hier war der Die Mehrzahl/ Wille von Clara Zetkin dominierend.XXXXXXX/ der Genossinnen, soweit sie an internen Verhandlungen teilnahmen, stand stets hinter ihr.Es gab natürlich auch Opposition, Clara war stärker. Ein Beispiel bietet der" Inter nationale Kongress für Frauenwerke und Frauenbestrebungen"( 19.- 26.Sept. in Berlin.Lily Braun hatte sich als Referentin für die" Arbeiterinnenfrage" verpflichten lassen. Sie zog auf Wunsch der Genossinnen ihre Zusage 1896) F eingeraumd hatte. 7 zurück.Auf dem Kongress motivierte sie das damit, dass ihr die Redezeit zu kurz sei. Dagegen sprachen aber Clara Zetkin und Lily Braun als Gäste in der Debatte, erstere absolut polemisch. Diese Frage der Nichtbeteiligung führte gelegentlich zu kleineren Auseinandersetzungen auf den Parteiund Frauenkonferenzen/ tagen/ wo auch männliche Genossen diese Abstinenz nicht guthiessen. Clara benützte ihre Autorität in der Gleichheit, berief sich dabei auch auf Emma Ihrer und ihre Broschüre( Emma Ihrer, Die Arbeiterin im KlassenDort hat wohl aus ihrer kampf) NKXXXXXXXXXXXX**** ausgesprochen, ✓ nat Erfahrung heraus, sich gegen ein ständiges Zusammengehen XXX hat sich aber für ihre Person und von Fall zu Fall- öfter entschieden,*** XXXXXXXXXX/ einem gelegentlich an bei/ sie herantretende RXXXXX Aufforderung,*** bürgerliche nicht versagt. sie Frauenen mit der proletarischen Frauenfrage bekannt zu machen. Das sah sie als Pflicht es/ siedas, an und tat 1. Sie hatte die starke gok Stütze der beneva( kommission gewerk den Gewerkschaften hinter sich, die einem Frauen komitke Raum und Einfluss F Der Initiative und zähen XXX Energie von Clara Zetkin verdanken wir es, dass die sozialistischen Frauen internationale Beziehungen knüpften und pflegten. Ihr grosses historisches Wissen, ihre Kenntnis des sozialen Zusammenhänge, der damaligen Gegenwart, nicht zuletzt ihre reichen Sprachkenntnisse befähigten siedas, was auf den internationalen Konferenzen bearbeitet und beschlossen wurde, auch durchzuführen. Sie war der treibende Motor und- im Theoretischen und Schriftlichen- die ausführende Kraft. Als sich in Stuttgart( 1907) das internationale Frauenkomitee konstituierte, und die Gleichheit zur" Zentralstelle der Internationalen Frauenwurde Klara zur int. Sekretärin bestimmt. So ging das Frauenmaterial aus ging organisation den beteiligten Ländern durch ihre Hände, wurde von ihr verarbeitet und erhielt ihre Interpretation. In Kopenhagen( 1910) beschloss die int.Konferenz durch Zetkins Initiative den Internationalen Frauentag. Die Gleichheit gab ihr die Möglichkeit-in Deutschland- ständig dafür zu wirken, diesem dem Tag immer neuen Inhalt zu geben, Begeisterung dafür zu wecken und das Feuer ständig zu schüren. Durch das Wachstum der internationalen, sozialistischen Frauenarbeit bekam die Gleichheit X wachsende Begelesen and deutung. Ihre Auflage wuchs ständig, sie wurde im Ausland ebenfalls sehr beachtet. Wurde aus diese Frau Clara Zetkin geliebt? Diese Frage ist nicht mit einem glatten Ja zu beantworten. Hierzu müsste man die Syntese ziehen konnen, 8 zwischen der menschlichen Klugkeit und Intelligenz, die sich mit jener menschlich- reifen Weisheit paart, die immer" über den Dingen" steht und die immer gütig ist. Die auch andere, kluge Menschen neben sich erträgt, sie toleriert, sie zu verstehen sucht und sie fördert. Die es gelernt hat und auch ständig übt, den Anderen, den Ebenbürtigen, wenn auch Anderartigen auf der gleichen Ebene gelten zu lassen und sich gegebenenfalls in der Aufgabe mit ihm zu teilen. Von dieser Art war Clara nicht, ihrem Temperament nach musste sie herrschen.Herrschertum Aber, d.h.der Hang zum Herrschen und diese- eben gezeichnete Weisheit schliessen soloker einander aus und die von Leidenschaft beherrschte Intelligenz kommt dann ofd manchmal auf Kosten letzter Sachlichkeit zum Ziel.-- Bei der engen, sachlicher Zusammenarbeit mit Männer,( auch wenn sie die Frauenfrage verstandesmässig naturgemäss bejahten) kam es aus einer geschichtlich gewachsenen, psychologisch verständlichen Befangenheit, der Frau gegenüber, leicht zu Spannungen, besonders bei einer Frau wie Clara Zetkin. Bei den unvermeidlichen Debatten bildete Spans Kampf- und sich oft auf beiden Seiten eine/ Abwehrstellung heraus. Das ist beim Durchblättern der Parteitagsprotokolle für den Kundigen leicht sichtbar. Und die Frauen? Manche liebten und verehrten sie.Alle anerkannten ihren scharfen Verstand, ihren Ideenreichtum, sie beugten sich ihrer Energie und Dialektik. Jahrzehntelang hat sie mit ihrem Geist und Temperament die Frauenkonferenzen beherrscht. Anregungen, die von ihr ausgingen und solche, die sie aufgriff, fanden ihren Niederschlag in der Bewegung durch die reichen Möglichkeiten, die ihr offen standen. ✓ Clara Zetkin interessierte sich stark für kulturpolitische, besonders für Erziehungsfragen. Auf der Frauenkonferenz in Bremen 1904, die sie auch als Vorsitzende leitete, hielt sie ein gross angelegtes, R* X* x* x* mit Material gut unterbautes Referat über" Schule und Erziehung. Sie geisselte die Volksschule als Armenschule und sagte manches, was heute noch in der modernen Pädagogig Gültigkeit hat. Von einer Debatte und Beschlüssen wurde abgesehen, weil es nicht beabsichtigt war, einem späteren Parteitag vorzugreifen. Auf dem Parteitag in Mannheim 1906 teilte sie sich mit Schul- und/ Heirich Schulz in die Erziehungsfrage. Clara Zetkin übernahm die- in Leitsätzen niedergelegte Grundsätze auf das proletarische Elternhaus die Selbsterziehung und die praktischen Bildungsaufgaben der Partei. 122 9. ( geistroll Sie war unglücklicherweise nicht wohl. Trotzdem sprach siel u.1/ 2 Stunde, Der Vorsitzende Genosse bis zur Erschöpfung.( Singer sagte dann:"... ich bin überzeugt, dass der Zething letzte Teil des Referats der Genossin.das gleiche Interesse finden würde...... Unsere Pflicht ist, sie zu schonen.... Ich schlage vor, dass wir sie ersuchen ihr Referat und den noch fehlenden Text im Druck zu veröf" fentlichen. Clara velässt unter tosendem Beifall das Rednerpult. Beschluss: -in Massenauflage/- Beide Referate werden/ als Broschüre herausgegeben. In dem Bericht/ an den/ Klara blieb bis 1916 Redakteurin der Gleichheitkan( wegen des Krieges HEJ 1914 nicht abgehaltenen) Parteitags, der Mx in Würzburg vorgesehen war, wurde die Auflage die die Gleichheit erreicht hatte, mit 125 000 angegeben. Jon 1914*** und später/ X* X* XX* XpXXXXX stand auf der Seite derer, die die KriegsClara Zetk.'") politik der Sozialdemokratie nicht verstehen konnten. Sie setzte, XXXX als Redakteurin der Gleichheit, ihr praktisches Handeln mit dieser Politik in Gegensatz.( Die nachfolgenden Angaben habe ich von Freunden, die es wissen.) Sie versuchte die durch den Kriegsausbruch abgerissenen Fäden wieder Der verfolgte/ neu zu knüpfen Zweck war, die Frauen( international) als Kriegsgegner zu aktivieren.1915 brachte sie in Bern eine internationale Frauensitzung zustande. Von dort ging ein Manifest" An alle Frauen der kriegführenden Länder" heraus, in dem zum Eintreten für den Frieden aufgefordert wurde. Wegen dieses Manifestes sass Clara, unter der Anschuldigung des Hochverrats, dreiviertel Jahr in Untersuchungshaft. Ausserdem wurde sie wegen der Herausgabe der Zeitschrift" Internationale", zusammen mit ihrer Freundin Rosa Luxemburg und mit Franz Mehring, in Anklage zustand versetzt. Diese Zeit ist heute Geschichte geworden, й wir haben Abstand davon gewonnen. Es ging natürlich nicht an, dass XXXXXXXXXXк****-in einem Kampf der Geister, der auf Leben und Tad ging- die Sozialdemokratie eine von ihr getragene ж* Einrichtung einfach der Opposition überliss. So wurde 1916 Clara ihres Amtes als Redakteur in der Gleichheit enthoben. 1917 schloss sie sich( bei der Gründung in Gotha) der" Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" mit an. Sie warnte damals vor einer Gründung der Kommunistischen Partei, ( die Zeit erschien ihr noch zu früh) aber nach der Gründung trat sie dann dieser bei, ebenso der Kommunistischen Internationale. Sie konnte, aufgrund ihres Namens, sowohl in der KPD wie in KI-und dank der verhältnismässigen Meinungsfreiheit, die ungefähr bis zu Lenins Tode bestand zumindest für die nichtrussischen Parteileute ihre persönliche Meinung vertreten, auch dann, wenn diese von der Parteilinie abwich. So opponierte sie z. B. gegen die Frauenthesen, die der zweite Kongress der KI beschlossen hatte, und die 9942 rein auf die russische Bewegung zugeschnitten waren. Von den Grundlagen, sie/ 10, die für die IK- Frauenbewegung geschaffen hat, ist heute kein Buchstabe mehr vorhanden. Clara galt später durchaus nicht mehr als" zuverlässig". Der Tod, am 20. Juli 1933, hat sie erlöst. Sonst hätte sie- nach der Meinung ihrer Freunde- wahrscheinlich das Schicksal vieler Kommunisten geteilt.D.h. sie hätte, gleich denen, die im" Vaterland der Werktätigen" Schutz vor dem Faschismus suchten, Verbannung und Tod durch die KPU erleiden müssen, Dem deutschen Reichtage gehörte Clara Zetkin-als Kommunistin- von 1920 bis 1933 an. Zu den Sitzungen kam sie meistens aus Moskau, wo sie sich viel ufhielt. Ihr Wohnsitz war immer noch Stuttgart. Ihre Reden im Reichstag anden stets die achtungsvolle Aufmerksamkeit, wie es die Persönlichkeit dieser Frau auch verdiente. Im Jahre 1939 beim Zusammentritt des neugewählten Reichstags, fungierte die 75jährige mit Geschick als Alterspräsidentin- sowie das nach Neukale bliahman- bis der gewählte Präsident sein Wan Amt von ihr übernahm. Dieser Präsident aber war nicht Paul Löbe, sondern Hermann Göring. Der Abstieg der Republik hatte begonnen, der" Umbruch" folgte. Die Sozialdemokratischen Frauen haben Clara Zetkin sehr viel zu danken. D* XX Daran darf die Tatsache nichts andern, dass sie den Weg, den sie uns XNXXXX nichts andern. bahnte und führte, nicht bis zum Schluss mit uns gegangen ist Sie handelte in der Ueberzeugung auf diese Weise der Arbeiterbewegung am besten zu dieen. Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen, das sind die Weisen. Literatur Sämtliche Protokolle der Parteitage and Frauenkonferenzen 1892-1913 Mitteilungen Freunden Luise Zietz 1865-1922 Luise Zietz, geb. Körner, Sekretärin in Berlin.Dritter Wahlkreis Berlin. Unabhägige Sozialdemokratische Partei.- Geboren am 25. März 1865 zu Bargteheide/ Schleswig- Holstein, evengelisch. Besuchte die Volksschule später die Fröbelschule zur Ausbildung als Kindergärtnerin. Seit dem Jahre 1892 innerhalb der Sozialdemokratie agitatorisch, organisatorisch und schriftstellerisch, XXXXXX auf politischem und sozialpolitischen Gebiet tätig. Verfasserin der Schriften:" Zur Frage der Frauenerwerbsarbet"-" Zur Frage des Mutter- und Säuglingsschutzes"- " Die Frauen und der politische Kampf"" Wie gewinnen wir die Frauen für das politische Leben?"-" Die Sozialdemokratie und die Landarbeiteru.a.m. - So hat Luise Zietz es selber für das Handbuch der Nationalversammlung, in die sie( 1919) einzog, geschrieben. Nach Ablauf der NationalversammXXX lung wurde sie in den 1.Reichstag der Republik gewählt. Am 26.Januar 1922 erlitt Luise Zietz in der Reichstagssitzung, XXXNNXNXX XXXX nicht ganz siebenund fünfzig Jahre alt, einen Schlaganfall.Am Tage gewiddarauf starb sie in ihrer Wohnung in Berlin- Hasenheide. Ein opfervolles, nur dem Wohl der XXX männlichen und weiblichen Arbeiterschaft metes Frauenleben hatte damit plötzlich aufgehört zu sein. nahm 1897 XXX Luise Zietz zum ersten mal als Delegierte an einem sozial( es wat demokratischen Parteitag teil, in Hamburg. Sie war schon als Rednerin bekannt geworden. Die Hamburger Parteileitung und die Gewerkschaften haben XXXK der jungen, temperamentvollen und mutigen Frau ihre Aufmerksamkeit geschenkt. So war es nicht ausgeblieben, dass ihr Ruf XXXX auch über die heimatlichen Grenzen XXX hinaus drang und andere Orte sie baten, auch zu ihnen zu kommen. Auf dem Parteitag merkt XXX man ebenfalls Zwar hidoll Anfängerin, aber spracki dass sie kein absoluter Neuling mehr ist, denn sie spricht 189 32 а ara el de m access cli ich vo ich hierſet was einfügen ell inmal dla s Protokoll eingesehen habe M. J. 7/172 2. 1898 hält die Sozialdemokratie ihre jährliche Heerschau in Stutt- wieder gelegen werden gart ab. Luise Zietz�spricht dort zu einem Antrag. Sie bittet die A.Q.A.H.M. Reichstagsfraktion vor dem Reichstage Beschwerde darüber zu führen, dass der Paragraph 153 der damaligen Gewerbeordnung eine missbräuch- bräuchliche Anwendung fände. machsehen im Protokoll Acht Dann spricht sie für die Beteiligung an den Preussischen Landtagswah- len,### zu einer Frage, die damals in der Partei/strittig war, xxxxxxxx Nr. angesichts der vollkommenen Aussichtslosigkeit, die das Dreiklassenwahl recht den Wählern Dritter Klasse(den Arbeitern)bot. Schliesslich H nimmt sie noch einmal das Wort, um zur Frauenagitation zu etwas . Da sagen. mämlich. Es lag(ein Antrag der anwesenden Frauen vor. 25) wurde! Darin an den Parteitagsbeschluss von Gotha /976 erinnert, wonach überall dort, ,,seien, eir de t, weibliche Vertrauenspersonen zu wählen xxxx s. wo ihre Tätigkeit zur Förderung einer planmässigen Agitation unter notwendig und möglich dem weiblichen Proletariat XXXXXX erscheint. So spricht Luise Zietz sus begründet Sie s’gte den Antrag sagen,dass sich das"System der Vertrauenspersonen" wohl bewähre,- nur-manche die- ser"Vertrauenspersonen" erfüllten noch nicht die ihr gestellten Auf- gaben. Sie verkenne nicht die grossen Schwierigkeiten, aber es lohne K. A. 24 Fum sich; wie der Hamburger Hafenarbeiterstreik bewiesen habe. Die Gewerk- schaften hätten sich dort zum erstenmal an die Frauen gewandt. Nicht Ee zum geringsten Teil sei es dem Eifer und der Hilfe der Hamburger Ar- Beschlagen. beiterfrauen zu danken, dass die(bisher nicht organisierten) Hafenar- Man 3 4/12. beiter treu zusammen hielten, solange der X Streik wührte.) Sie Frauen könnten-auch ohne das Stimmrecht zu haben-Einfluss ausüben und ebenso alle ondel, efter Arbeiter für geschäftliche Funktionen innerhalb der/Bewegung zur Verfügung stehen.(Luise Zietz war es gewesen, die die Hamburger Freund angefeuert und mitgerissen hatte) 11.4 Uwe präce sei, eine Ehe ist. Dies ist die Gewicht keine politigäbe tragen, d.h. wird der (eine Person kann An soll ich mich nicht anfecht, werden * obtinuiten. 4 Hamburger Parteitag 1897 III 119,205,219, L 4.5.75 7 Bitte um kurzen S. ebenso Stuttgart(§ 98 Seite 260.4.17 Zie42 3. f Hast alles Unter dem Begriff der" Agitation" wurde damals vieles zusammengefasst, was zur politischen und gewerkschaftlichen Aufklärung der Frauen diente, * und womit man sie für irgend eine der im Bereich des Möglichen liegenden suchte. der oder/ zu Organisansderung gewinnen KöкX Agitation bedeutete also auch, dass/ die Agitierende XXX sich mit den Materie, um die es ging, genau vertraut zu " machen hatte. Wer aufklären wollte, musste selber etwas wissen, wer weibliche wissen, Mitglieder gewinnen wollte, musste die Bedingungen kennen, unter denen die - damalsFrauen lebten, Humals/ warum es so war und worin die Möglichkeiten XX einer Ab-hilfe/ bestanden. XX Wenn die Frauen der neunziger Jahre sich XXXX Sehr ab7125 mühen nussten, um in die Gedankengänge des Sozialistischen Denkens hineind oft/ zukommen, so bedeutete es für sie, die/ nur eine geringe Schulbidung hatten, im Selbsdsduolium Lund heisses Bemühen harte Arbeit. Oft war es so je naiver man den Dingen gegenKande ber stand, je weniger man von dem Tatsächlichen wusste, umso leichter a man dazu ein Urteil fällen. Erst, Wenn den Eifrigen ein Licht darüber aufging, nicht alles so ein gadi, dass doch noch viel zu lernen sei, um die schwierigen Probleme der Zeit zu für eine Weile Wen dann beurteilen zu können, fiel ihnen das Sprechen schwerer, fühlten sie die Ver-stärker. antwortung schwerer. Bins müssen wir bestimmt hier inbezug auf Luise Zietz müssen did Cfeststellen: zu den Leichtfertigen des Wortes gehörte sie bestt nicht, selit sie verlangte von sich selber sehr viel, aber sie verkangte es auch von den Chr Leben anderen. XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX Ch lang Zietz-4 ( Körner) Doch woher kam Luise Zietz? Sie war die Tochter des Wollwirkers Yaus Schleswig/ Holstein. Wer nur ein wenig Ahnung hat von dem hoffnungslose Icherneralem indieser Zeit mach and Kampf der vom Webstuhl aus gegen die mechanisch getriebene Maschine der Rückständigkeit des Denkens geführt wurde, kann sich eine Vorstellung von dem Elend in diesen Weberfamilien machen. Der" Webermeister" war ja noch immer stolz auf seine // wirtschaftliche Selbständigkeit", als die Maschine sich längst auf ihrem XIX wirtschaftlichen Siegeszug befand.Er wehrte sich noch immer und vollkommen hoffnungslos ein" Fabrikarbeiter zu werden und opferte dieser Längst Ne zu einem Phantom gewordenen Selbständigkeit nicht nur seine eigene Arbeitskraft und Gesundheit. Die Fraux musste ebenso über ihre Kraft Körner-/ arbeiten und den vier Kindern XX* XX** bis zum kleinsten herunter, wurde un betragen ebenfalls Gesundheit und Jugendglück geraubt. Die Wollweber brauchte 2, 3, / zur Vorbereitung der Rohwolle/ die Kratzmaschine zu deren Antrieb gewöhnlich zwei Hunde gebraucht wura be a ciell Und den.Gelegentlich mussten das die kleinen Kinder tun. Aber regelmässig mussten sie das Spulrad treiben, bis zur Uebermudung der zarten Glieder, von ganz zu schweigen an dem Raub an kindlicher Lebensfreude. Diese Grausamkeit der Eltern war nicht gewollt. Unfähigkeit, die grosse wirtschaftliche durch die technische Entwicklung nackte Umwälzung, in die sie hinein gezungen waren, zu überschauen, wurden sie unje dochanerbittlichgewollt, grausam und hart zu ihren Kindern. Es war der Hunger, und der dazu trieb Hunger ihrer Kinder, der sie den Kampf der menschlichen Arbeitskraft gegen den Mechanismus# der- das Vielfache leistenden- Maschine zu führen. Die neunjährige Luise wurde mit dem Liefern der schweren Fertigware betraut. Auch das ging weit über die Kraft des Kindes. Aber wenn sie etwa gat das so glücklich war Geld für die abgelieferte Ware nachhause zu bringen, gab und reichlicheres/ es an diesem Abend besseres/ Essen und als besondere Belohnung die ErlaubCO, dieses Gluck ja st nis lesen zu dürfen. Die Schulbibliothek lieh gute Bücher aus. Wieviel diesem kimde Luise und den besohwistern lachendes, seliges Kinderglück ist verloren gegangen? Diese Kinderjahre immer waren der Schatten über dem Leben Luises Laber aber auch der Stachel, der sie vorwärts trieb. Das Grosse an ihr war, dass sie fähig wurde, sich raus dem grossen, wirtschaftlichen Entwicklungsprodiese Jugenderlebnisse XXXXXXXX XXX d.h.he Bitterkeit ins sachliche zu sublinieren. マル ( neb zess heraus zu erkären. Diese Erkenntnis aber verdankt sie wieder neben hver beispiellagen Fergie ihrer natürlichen Intelligenz ihrem rastlosen Fleiss, mit dem sie die Lücken ihrer Schulbildung schloss, und mehr- mit dem sie ihr Leben hindurch rats rasolas Zietz 5 und inver Weiterbildungs Das Lange aladchen los an sich arbeitete.Luise wurde, nachdem es die Volksschule verlassen einma hatte, Zuerst wurde sie Dienstmädchen. Es waren Verwandte, zu denen sie gegeben wurde. Aber welcher hartherzigen Ausbeutung begegnete sie dort%; B eswar war unbegrenze te Arbeitszeit bei schwerer Arbeit. Ein Buch zu lesen, blieb weder Zeit noch Kraft übrig, es hatte auch niemand Verständnis für diesen Drang in ihr. Jugendfreude? Ein unfassbarer Begriff. Luise versuchte es mit anderer Arbeit, nach vielem Mühen gelang an kindergärbehrin en werden. ihr/ in Hamburg der Eintritt in die Fröbelschule Bewusster, reifer geworden, viele sah sie in der Grossstadt war ihr rast lases strebe Möglichkeiten der Weiterbildung, Sich Wissen anzueignen Eine Ehe mit einem Hamburger Hafenarbeiter war kurz, gewesen 21 se'n Luca'se Sie war wie es scheint ohne Glück. Aber kam mit der Hamburger Arin h hier sein beiterbewegung in Berührung. Alles, was sich an Bitterkeit des Gefühls aufgestaut hatte, fand hier seine wohltätige Auslösung. Hier waren Menschen ihrer Art und ihres Denkens, hier fand sie Verständnis für ihr Streben nach Wissen und Erkenntnis, hier fand sie auch den Weg zu den Bildungsmöglichkeiten zu Vorträgen, Unterricht und Büchern. Es waren nicht mehr die Helden ihrer Jugendbücher, die sie begeisterten, es war der Sozialisder soviel willkommene Anforderungen an ihr selbständiges Denken XXXXXXX an ihren Bildungstrieb, an ihr Wissenwollen stellte. Sie fühlte, auch, wie die Menschen der Partei ihr Vertrauen entgegen brachten. Man übermus, die trug ihr Aufgaben, die in ihr schon vorhandenen organisatorischen 9 und rednerische Befähigung zur Entfaltung kommen liess. Wie lohnte es sich nun ganze Nächte hindurch über den Büchern zu sitzen, erschlossen nun, sie doch in ihr eine ganze Welt! Lu Zietz Luise war eine von den Frauen, die mit Intelligemz, mit einer unerschöpfsich/ lichen Energie, mit zielklarem Wollen alle Hemmnisse überwand, die/ durch die grosse Armut ihres elterlichen Hauses, durch eine trübe Kindheit und für ihre Begabung durch grosse eine/ unzureichende Schule, und die Ausbeutung ihrer Jugendzeit vor ihr Arbeiterschaft und die Frauen aufgebaut hatten.---- Die Hamburger Sozialdemokratie delegierte sie in diesen Jahren ihres Wachsens und Werdens zu jedem Parteitag. Es war zu sehen, wie sie von Jahr zu Jahr mehr in die sozialistische Erkenntwuoks nis hineingewachsen war, wie/ auch ihre Persönlichkeit sich entwickelte. 1899 XXX****** auf dem Parteitag in Hannover tritt sie temperamentvoll ( für den sie auch zur schrichtführerin gewählt werde Zietz 5 dem Revisioniston Eduard Bernstein entgegen. Neigt doch der Grundzug ihres Wesens zum Radikalen und An den Erkenntnissen, die sie sich erworben hatte, liess sie so leicht nicht rütteln. Und wie es sich aus ihrem ernsthaften Nachdenken ergab, musste sie es sagen. Einsatz opterfähig Luise war zu jedem persönlichen Opfer bereit. " Agitationstouren" a und zu machen, das war in der damaligen Zeit ungeheuer anstrengend mit sehr vielen Unbequemlichkeiten verbunden. So kam sie oft in einen kleinen Ort und stellte fest, dass ihre Versammlung noch garnicht bekannt eben Dann gemacht war. Wie oft trug sie dann selber noch die Handzettel dafür XXXXX von Haus zu Haus und lud zu ihrer Versammlung ein. Wie oft blieb keine andere Möglichkeit übrig, als in einer kinderreichen, dafür desto ärmeren Familie in der Nacht irgendwo und irgendwie mit unterzuschlüpfen. Irgendwann und-wo KASAAAwurden einmal ihre Versammlungen poliauoll zeilich verboten. Es war ihr dort nicht einmal gestattet in der Diskussion zu sprechen. Ein andermal aber konnte sie berichten, XXX wie sie nach einer Zehnminutenrede des Vorsitzenden XXXXXXXXXXX einundeinehalbe Stunde in der Debatte sprechen konnte. In einem Fall, wo man ihr und einer anderen Genossin das Nachtquartier verweigert hatte, gab ihnen die Wirtin heimlich- gegen Wissen und Willen des Gastwirtes/ und der Dorfbewohner einen Notunterschlupf, aber sie mussten im Morgengrauen, ehe das Dorf wach geworden war, den Bahnhof erreicht haben. Das waren die Erlebnisse der Frauen, die sich der Agitation für den Sozialismus verschrieben hatten. Unter ihnen war Luise Zietz bestimmt eine der erfolgreichsten, bestimmt auch klugsten, sprachlich besonders gewandtesten. Wie manchen Strauss gab es mit der Polizei zu bestehen. Das Vereinsrecht unterschied sich in den einzelnen deutschen Ländern von einander und Cörtlichen/ in Preussen/ ausserdem differierten/ die Auslegungen der Polizeibehörden, voneinander. Wir schreiben 1900. Am 15.November fand die erste XXXXXsozaldemokratische Frauenkonferenz Deutschlands in Mainz statt. Luise Zietz wurde als Schriftführerin in das Paäsidium gewählt und beteiligte sich. lebhaft an den Arbeiten der Konferenz. Das schon bestehende System der Vertrauenspersonen wurde nach einem Vortrag von Clara Zetkin, untermauert. Mutig Zietz 6 diese angreifend sagt si".... in der Theorie sind die Genossinnen( innerhalb der Partei) schon gleichberechtigt. In der Praxis aber hängt der Philisterzopf den männlichen Genossen noch ebenso im Nacken, wie dem ersten besten Spiessburger." Der auf die Konferenz folgende Parteitag stimmte ganz rückhaltlos den Anträgen der Frauenkonferenz zu und machte sie dadurch zu seinen Beschlüssen, eigenen damit auch die Gesamtpartei verpflichtend. - In die Kommission zur Durchführung des Organisationsstatuts wählte man neben Emma Ihrer und Clara Zetkin auch Luise Zietz.Wir sehen, dass auch die zentrale Anerkennung dieser Frau und ihrer Leistung durch die sozialdemokratische Partei blieb. Viele Jahre stand Luise Zietz in der Agitationsarbeit. Es war müheDie sozialdemokratische Frauenbewegung racks an stärke zahlen massig x voll und aufreibend Nir ihre Persönlichkeitsentwicklung und für die Sache, und an geistigem shalt belief.) Laise ebenst nicht ausder sie mit ganzer Hingabe diente, war es fruchtbar. Ihre organisatorischen, schriftstellerischen und rednerischen Fähigkeiten konnten sich dabei entwickeln. Nach ihrem Gefühl lohnte es sich, die Nächte hindurch über Büchern zu sitzen, erschlossen sie ihr doch eine ganze Welt. Sie, die die" Kärnersoglu hind arbeit" hasste, arbeitete aus freiem Entschluss noch sehr viel länger und härter, wobei auch keine goldenen Früchte zu pflücken waren, keine Ehren h in/ und keine Mandate winkten, das war etwas, was/ kuhnsten Träumen nicht erdacht wurde. คะ แ Auf der Frauenkonferenz in München 1902 setzte sich Luise Zietz nun mit den inzwischen reicher gewordenen Erfahrungen und mit ihrer ganzen feurigen Beredsamkeit für" methodisch geleitete Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen" ein, sie empfahl diese für kleine Kreise. Mit seiner Losung" Wissen ist Macht" hatte Wilhelm Liebknecht( fassen, in der Arbeiterschaft Brücken zur notwendigen Bildungsarbeit geschlagen. Auch die Frauenbewegung machte von dieser Devise freudig Gebrauch. Wir w wollen hier gleich einschalten, dass im Laufe der langen Jahre, in denen Luise Zietz agitatorisch, lehrend und schriftstellerisch arbeitete sehr viele junge Genossinnen von ihr gefördert worden sind. Mit der ihr eigenen de in denen sie Fähigkeiten entdeckte Energie erzwang sie auch von den Anderen, dass sie XXX Befangenheit Hemmungen fahren liessen, sich auf Parteitagen und Konferenzen zum Wort meldeten, in Diskussionsveranstaltungen ihre Meinung formten und aussprachen. So manche Genossin hat durch ihre etwas strenge- Aufmunterung Selbstverund Zietz 7 trauen bekommen m 1903 war das Kinderschutzgesetz im Reichstage angenommen worden, es trat mit Beginn 1904 in Kraft. Die Frauenkonferenz, die 1904 in Bremen stattfand, befasste sich mit der Gesamtmaterie des Kinderschutzes. Es erwies sich dass die Referentin 1 Luise Zietz, XXXXXXXXXXXXXXXXXXX sich mit dem Stoff innig vertraut gemacht hatte. Ihr Referat wurde-zur Broschüre verarbeitet- und hat ein Jahrzehnt lang als wertvolles Material für Lehrende und Lernende gedient. Ueberhaupt war Luise Zietz eine der anSchriftstellerinnen./ Wenn man sich literarisch streiten wollte, regendsten X* XX** X* K kam/ Crielleicht XXX mancher zu anderen Urteilen. Die sachliche Verarbeitung des Materials und seine Anordnung aber war es, die den Frauen, die ihre Broschüren und Ar tikel benützten, zusagten. Sie waren genau das, was die sozialistische Frauenbewegung von damals notwendig hatte. Wenn man z.B. heute ihre Broschüre:" Die Frau und der Politische Kampf" durchsieht, so staunt man pur über die plastische, gemeinverständliche Darstellung der Zeiterscheinung: " Frauenerwerbsarbeit". Sie zeichnet dort die Wandlungen der Anschauungen auf, die sich-in Verbindung damit- vollzieht, vollziehen muss. Sie benutzt die Statistik der verschiedenen Volks- und Berufszählungen und zeigt daran die daraus erwachsenden sozialen Umwälzungen in der menschlichen Gesellschaft und speziell im Leben der Frauen. Sie führt den Leser hindurch zu dén sózialpolitischen Missständen und hin zu den Forderungen, die sich von selbst daraus ergeben. So führt sie weiter, bis in die grosse Politik hinein, an der die Frauen Anteil nehmen sollen, sie zeigt ihnen wie sie zum Objekt einer Entwicklung aber zum schliesslichen Mithandeln berufen sind." Die Frau gehört ins Haus" rufen dieselben Leute, die die Frauen wissentlich und unwissentlich aus dem Haus heraus zwingen, weil sie oder die Angehörigen ihrer sozialen Schicht die billige Frauenkraft gebrauchen können und weil( wie ein Keil den anderen treibt) die Frauen aus ihrer Lage heraus zur Erwerbsarbeit gezwungen sind. Durch diese und ähnliche Schriften- und nur dadurch- konntendie proletarischen Frauen von damals das Selbstbewusstsein und damit die sittliche Kraft entwickeln, sich sehend und fordernd aus ihrer Lage zu erheben. wurden 1908.Buchhandlung XXX Vorwärts, Paul Singer, Berlin S.W. And diese Konferenz stischen Frau wurde. nicht beschickt. von den 5o2 i= ĦA 8 In ihrer politischen Haltung begegnete sich Luise Zietz mit Clara Zetkin. Dafür mag ein Beispiel dienen: Frauen/( bürgerlich)/ 1 1904 hatte auch der InternaXXXX/ Weltbund/ in Berlin eine Tagung abgehalten. Schon nach dem internationalen Kongress von 1896 hatte es in der sozialistischen Frauenbewegung eine Kontroverse к, wegen Beteiligung oder Nichtbeteiligung, gegeben. Das war nicht vergessen. Luise Zietz stand in diesen Fragen immer heben Clara Zetkin. In der Frauenk Frenz in Bremen wurde von einem männlichen Teilnehmer die Frage******* aufgeworfen. Er Beschlüsse fand, dass zur Verhütung mancher Dinge die Teilnahme sozialistischer ratsam Frauen gewesen wäre. Leidenschaftlich gegen ihn polemisierend sagt Luise Zietz schliesslich:" Wir haben Wichtigeres zu tun, als auf Kongressen bürgerliche Frauen vor ihren Dummheiten zu MXXXXX bewahren." Für die Frauenkonferenz 1906 in Mannheim war Luise Zietz die Behandlung der" Lage der Landarbeiterinnen" übertragen worden. Das Referat war wieder eine Glanzleistung in der Bewältigung einer schwierigen Materia. Ausserdem beteiligte sie sich mit Eifer und Geschick an der von Helene Grunberg in A Angriff genommenen Dienstbotenorganisation. XXXX Der Vortrag über die Landarbeiterinnen wurde in 10 000 Exemplaren systematisch verbreitet. Die später ausgebaute Broschüre gehörte dann ebenfalls zum wertvollen Hilfsmittel XXXXXX für die Frauen, die in der Arbeit standen. XXX Es ist wohl kein Wunder, dass diese aktive Frau, als das für die Fra nbewegung so wichtige Jahr 1908 herangekommen war, ganz im Vordergrund Bien des Armanums aus der S. in Verbinden. Da ist vollzieht die bemütet die Statist ist über d. d. wird er Benedam Befugsera un und zeigt die daraus ist noch seine soz, als ein Unterhaltung, a vorbeide Gesellschall Aar 411 e.m. 5 oblichte. M.§. 6.11 al ein Liss. I Stritte hindurch zu Remopalistischen bei. de vivre l’on vouloir de vous. Je vous die führt weißen die in die Heimel wurde und weist den waren wie sie das Güter Ihrer Entwicklung sind aber zum Hand schliesslichen Mitglichtung sagten. Die Frau wurde das Haus. Das paßt die selben heute die mir von one from/ wchs einlidah/ much and is aus Kem/Haus herauszwingen, weil sich auf die Anzehltsein ihnen, sozielen schicht die billige Frauenkraft gewinnen kompere. Und wenn vor Urlaub geht, das ist ja das geprochetet ist, nicht erköhten soll, er wissen der Witte. Bukan(e)n.n. können kann, wenn ich mit Port. Zietz stand. Auf der Frauenkonferenz in Nürnberg 1908 hielt sie das Referat das organisatorischen Eingliederung der Frauen in die Partei- Organisation behandelte. Wir sehen deutlich, dass sich die Referentin der Frauenkonferenz und der Berichterstatter dieses Punktes an den Parteitag es war det jange (Hermann Müller) aufeinander abgestimmt waren. Er weist auf die Vortrefflichen Ausführungen der Genossin Luise Zietz, die ja schon durch die Presse Resolution bekannt geworden seien, hin und empfiehlt die xxxxxxx der Frauen konf- einstimmigen renz zur Annahme. Es waren Grundsätze; die statutenmüssige Eingliederung 1909 im Leipzige geschah auf dem nächsten Parteftag,) Aber Luise Zietz wurde die erste Frau, die auf einem Parteitag offiziell in den Parteivorstand gewählt wurde. Und im Leipzig hielt sie auf dem Parteitag e.m. Referat über: Hier muss ich och zur Frauweil das Protokoll 909 Leipzig anforder. M. Ziedz 9 ' ( verhed waren Die Zeitspanne von 1908-1914( Ausbruch des 1. Weltkrieges MXX wohl die fruchtiliten saselt aus barsten, unter den mit Arbeit angefüllten Jahren. Dann wurde der Krieg zur unabänderlichen harten Tatsache. Er brachte den grossen Konflickt, in das auch/ Leben der Frau, hinter deren etwas hatt erscheinendem Wesen ein so warmes Herz schlug. Politisch stand sie auf der Seite der Genossen, die später ( USP)/ ( bei diesem politischen Erdbeben. die Unabhängige Sozialdemokratie/ gründeten. Dass sie den Frauen und Kindern fühlte, bewies sie durch ihr Handeln in den ersten Kriegs jahren, auch mit in denen sich in der sozialdemokratischen Frauenbewegung XXX Tätigkeiten abwickelten, an deren Möglichkeit man nicht im entferntesten gedacht hatte. Die Frauen mussten nun- in der ihnen eigenen Weise- mit den Zeitproblemon neuen Cute duzu fertig zu werden suchen, die sich dauernd änderten Der Parteivorstand und die Generalkommission der Gewerkschaften erliessen Aufrufe an die Frauen, in denen sie sie zur allgemeinen Hilfsaktion aufforderten. MXXXX Mit der Unterschrift von Luise Zietzging am 24.August 1914 ein XXX Schreiben heraus, in dem den Genossinnen im Lande Anweisungen gegeben wurden, wie sie- in dieser Zeit arbeiten sollten. Sie zeichnete darin die unsägliche Not, die der Krieg über das Volk gebracht habe, dass man den verzweifelten Frauen den Arbeitslosen, den Kindern beistehen müsse, den Kranken und Leidenden. Maxxe XXXXXXXXXXXXXXXXX Man solle die Auskunfterteilung organisieren, ebenso die kommunale Mitarbeit, eine Kinder fürsorge und eine Kranken- und Wöchnerinnenhilfe. Die Arbeiter- und Parteisekretariate wurden angewiesen, bei den Auskünften und der Anfertigung von Schriftstücken für die Rat- und Hilfe suchenden in stärkerem Masse/ zur Verfügung zu stehen/ wobei den Frauen/ die seelische Betreuung zugewiesen wurde. Die von der Regierung in Aussicht genommenen Unterstützungen der Kriegerfamilien stunden nicht von vornherein fest, waren schliesslich XX grossen/ set/ auch nur schematisch und XXXXXWwe zum Teil unzureichend In der Kommune enly würde es Arbeit geben, die sich in den Unterstützungskommissionen abspielen würden, in denen sich unsere Genossinnen Eingang und Einfluss zu suchen haben würden. Die Notwendigkeit einer ausgedehnten Beaufsichtigung schul✓ pflichtiger und vorschulpflichtiger Kinder läge angesichts der allgemeinen ime za soli Ceclidem) Zustände, die sich noch entwickelten auf der Hand. Die Beschaffung der würden Zietz 10 216411 Zusammenführen der Kinder, notwendigen Räume würde schwierig sein, wenn Schulen und andere Häuser für Lazarette gebraucht würden. Die Kommununen mussten veranlasst werden, dabei zu helfen. Für Krankenhilfe wurde auch Haushalthilfe auf freiwilliger Grundlage vorgesehen. Es war ein ganzes Programm der Kame( in diesem Rundschreiben/ radschaftlichen Solidaritat, das entwickelt wurde. Aufgrund dieser Anweisungen und Ratschläge hat sich die Eingliederung der sozialdemokratischen Frauen in den" Nationalen Frauendienst" vollzogen, wodurch sich eine Entwicklung anbahnte, die nicht wieder abgerissen ist, sondern sich folgeDiese Entwicklung richtig fortsetzte.- Das war in dieser Form, damals noch nicht so zu überschauen. Luise Zietz hat dann diese Gedankengäge weiter ausgebaut. * XXX Sie wurden in der" Neuen ZeitXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX niedergelegt. [ Differenzen sehr zugespitzt hattens Sich N und die Schliesslich( 1917) als sich die USP installierte, übernahm Luise Zietz einen Sekretärposten im XXX* X dieser Partei Vorstand. Es waren ihr sicher seelische Wunden geschlagen, die besser hätten ausheilen können, wenn es zu vertrauenvollen Aussprachen hätte kommen können. Das war ihr nicht vergönnt, sie hat das Ende des Bruderstreites nicht nicht anders erlebt, S tarierin war sie das was von ihr Stwar ten gewesen Sache, die sie vertrat him des inbrünstigen Wunsches/ nun XXX Sie war voll IKKXXXXXXXXXXXXXXXX, dass es ihrer Richtung gelingen möge, dem blutigen Ringen ein Ende zu machen. Wir alle, XX XXXX den verschiedenen Parteien angehörend, sehnten wohl gleichmässig dieses Ende herI den Waffen still stunt unel bei. Die geschichtliche Entwicklung wollte, dass die Revolution von Nov.1918 Neue Zeit, Jahrgang 1915, XXXX Ergänzungsheft 21, Vorwärts Verlag, Berlin 11 Zietz zusammentrafen, um das Ende des blutigen, verhängnisvollen Krieges zu besiegeln. Die Revolution brachte den Frauen das Wahlrecht. Es war selbst- verständlich, dass Luise Zietz mit in das Parlament einzog. Sie wollte ur- sprünglich die Wahlhandlung noch hinausgeschoben wissen, jedoch waren die Strömungen für eine Wahlhandlung zum möglichst nahesten Termin stärker. Im Parlament schaltete sie sich mit der ihr eigenen Energie in die Arbeit 1919 sagte sie in einer Statrede u.a. ein. Am muss ich auch nachsehen und ergänzen. M. J. Es gab 1919 viele erwartungsvolle Frauen in Deutschland, die glaubten, Phalanx dass die Frauen der Parlamente in vielen Fragen eine XXXIX bilden würden. Das war jedoch nur sehr selten der Fall und auch nicht so einfach) die politischen Gegensätze zu überbrücken. Wo es möglich war, verschloss sich auch Luise Zietz einem gemeinsamen Vorgehen nicht. Als am 1.März 1919 in der Nationalversammlung eine Interpellation der Frauen gegen die Fort- setzung der Hungerblockade und für die Herausgabe der Kriegsgefangenen ist. eingebracht wurde, stand darunter auch der Name, von Luise Sietz. Leider war ihre parlamentarische Arbeit nur kurz, wurde von Wüfen jähen Tod unter brochen. Die beiden Flügel der Arbeiterbewegung näherten sich bereits sichtlich wieder einander an, die Zeit wirkte heilend, das Verbindende begann das Trennende zu überschatten. Luise hat die Stunde der Vereinigung nicht it. rückungen, die nun sich wähmehr erlebt, Tafezaken Sicher ist es, teren lassen sich zufügt, Elerwunden hatte sie Weid dass sie-solange sie in der Arbeiterbewegung gestanden hat, über ihre Kraft gelebt hat. So konnte dieses Leben wohl nur kurz sein. Paul Löbe Präsident des Reichstags sagte von ihr:"Wer, hr persönlich X 12 Ziekz das? naher Tretca durfte, der weiss * ⸗under dem Harnisch der Kampfer und darum für die Welt drausser verborgen, ein mütterlich-sorgsames Herschlug, das ihr durch die Härte des Kampfes nicht zerstört werden konnte. Die"Fäcileist"* sagde am Soblass eines warmea Nachrufs:"Diese Frau musste mitten im Kampf eingerufft werden, war auf ausserstem Posten konnte der Tod sie treffen – an anderer Stelle zu stellen, war sic nicht genehaf." Der Freiheits nennt die Verstorbenen mit bewunder der Anerkennung oder Types der aufsteigenden Arbeiterin, die unter den schädlichen Unwältnissen zubelos. arbeitete an viel erlaftlichen und kaisern " sellem Fortschritt. selbst der deutschrationale Lokalanreiger sagte:"Sie war nicht ohne Große und gab alles hin für fremde jedes in Not." so versucht ein"jehle" so seiner Art, der menschlichen Ansönlichkeit dieser Frau gerecht zu werden. Die Sozialdemokratie rasgesäät,"d- alle sozialdemokratischen Frauen trauerten von Luise Zietz, die ihre letzte Ruhe stütze auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde, in mitt en bekannter Vorkampfer des Sør, alismus gefunden hat. esgänder USP. . S. Liter: Auer Parteitagspaskelle und Protokolle von sozialdems Kratisdien Frauenkaufweg ein (Verlag Doch 1897 bis 1913 Vorwärts Berlin) [Luise Ziet /z: Die warum auch der politische Kampf.(Verlas Dorwärts, Berlin, Protokoll der National= - der Sammlung zu Wein und 1919 1915 Erganzungs"Neue Leid beft 21.„Neslag J. H. A. Die Stuttgart) /1 Vorwand starke An die Frauen von heute werden grosse Anforderungen gestellt: an ihr verantwortliches, staatsbürgerliches Verhalten, an ihre politische Ur- teilskraft, an ihr gesamtes Handeln und Tun: als Hausfrau, als Mutter, Berufstätige. Alles was Sie tun, hat seine Bedeutung für die Allgemein- heit, für den Fortschritt oder auch--Rückschrifft. Es wirkt weit über den gemeinhin. Tag hinaus, mehr als xxxx erkannt wird. von Diese Mit Das Bewusstseinx dieser Mitverantwortlichkeit konnte sich nicht im kontinuierlichen Aufbau entwickeln. Die Jahre nach 1919 waren zum Teil noch Starm und Drang, die Nachkriegszeit hatte viele Probleme aufgeworfen, eine wirtschaçtliche und soziale Entwicklung war im Gange in die, die man politisch gleichbechtigen Frauen, erst sich hineinzuwachsen bemühten. Diege begonnene Hineinwachsen wurde durch die Bewaltherrschaft des Hitlersystems anterbrochen, das der grossen Mehrzahl der Staatsbürger keine demokratische Mitwirkung auf demokratischer Basis erlaubte. Nach einige Jahre standen dieses demokratischen Vakuunis aussevdem unter lînes dem Zichen alles zerstörenden ausgezüllt Krieges, von Riner Art ctur dir es in der menschlichen beschichte keine Veschleichsmöglichkeiten gibt. Die Niederstere Zeit mit Glück aus eigener nach dem verlorenen Kriege stellte, Manner- und ans alle. Frauen vor niegekannte Aufgaben, die sich täglich in immer neuer Form, wiederholen. Und doch ver- und missen wir mitten im Drange dieser Aufgaben immer wieder wie das Anknüpfungsmöglichkeit wälte an eine Vergangenheit, die die meisten von uns nur ahnen, aber nicht fassen, – die unseres inneren Ich meine es nicht können. Aber im Sinne einer Restauration. Jede Generation hat das Recht und die Pflicht an der Schaffung eines Neuen mitzuwirken. Trotzdem sollen wir – zur Erleichterung bei der Erurbei 2/ eines Neuen, auch von dem Fraheren wissen. tung. sollter. Wir Frauen es wissen, dass-vor uns-mutige und woltschauende Frauen, bewusst und freudig, mit vollem Einsatz ihrer Kräfte und ohne Furcht um ihr Menschen-und Frauenrecht gestritten haben, und damit um das unsere, um das, was wir heute an Recht und Gleichberechtigung besitzen. weibliche Persönlichkeiten Befreiung [Er diesem Buch stellen wir einige Frauen vor, die für die Emanzipation des gesamten Frauengeschlechtes kämpften. Wenn wir uns dabei auf solche dem Frauen beschränken, die zugleich der Sozialismus dienen üicht hätten, so füllen wir damit eine vorhandene Lücke auf in der Li- ihnen teratur über Frauen aus, Von ist bisher nur wenig gesagt worden. Es ist auch nicht die Absicht der Herausgeberin diese Frauen als Hebdinnen zu zeigen. Es waren weibliche Menschen"wie Du und ich," Kinder ihrer Zeit, und durch die wirdschaftliche und sich sociale Entwicklung wurden sie x, hver Entrechtung bewasst und in die Kämpfe ihrer Zeit hineingezogen. sie wachsen daran, wie die allenschen immer si o/ wachsen können, wenn sie ernsthaft mit einer Aufgabe stellen. Werden muss Aber das eins gesagt: Leicht hatten es die IX Frauen des Jahrhunderts und zu Anfang des XX. Jahrhunderts nicht. Zum besseren Verstända e nis sindas dieser früheren Zeit sei Folgende erinnert: In Preussen, dem grössten Bundesstaat des Kaiserreichs, galt das Vereinsgesetz von 1850. Der Paragraph 8 dieses Gesetzes lautete 'Vereine, welche bezwecken, politische Gegenstände in Versammlungen zu erörtern, dürfen keine Frauenspersonen, Schüler oder Lehrlinge als Mitglieder aufnehmen. Feststellung In Verbindung mit einer reichsgerichtlichen Vom 10. November 1878, die besagte, dass alle Angelegenheiten, die Verfassung, Gesetzgebung, Verwaltung auch in sozialpolitischer Beziehung und in wirtschaftlicher des Staates. Richtung- politische Angelegenheiten seien, war es möglich, jede Vereinigung von Frauen zu verbieten. wohl besussen. * Arbeiter und arbeiterinnen das Koalitions-undNach dem Reichsrecht Verein wurde recht.— Aber durch das oben zitierte.) Faragraph 8, und in der Koppelung mit dem angezogenen Reichsgerichtsurteil, war die Ausübung des Koalitionsrech- tes-für Frauen- nahezu unmöglich gemacht. 3 Die Teilnahme an öffentlichen Versammlungen war- nach dem Gesetz- für Frauen nicht verboten. Aber- die Auslegung des Paragrahen 8 durch die Polizeiorgane machte auch hier den weiblichen Besuch öffentlicher Veranstaltungen, zeitweise und regional, unmöglich. der/ geschlossener, Von 1902 an war in Preussen, da XXXX Besuch politischer Veranstaltungen durch Frauen, dadurch geregelt, dass Frauen im" Segment" zugelassen wurden. Das heisst, sie mussten in einem sichtbar abgeteilten Raum sitzen( etwa durch ein Seil abgetrennt) durften sich nicht an den Diskussionen beteiligen oder durch Beifallskundgebungen bemerkbar machen. - Diese war nicht etwa der Allgemeinheit der Frauen zuliebe Einsicht heraus geschaffen worden. Die Frauen wollten au den grassen Locke van lev un g oder aus der devet ostelbischen Gutsbesitzer Agrar kundgebun dgebungen des" Bundes des Landwirt loteilnehmen. Das wurde so oft and land als zweierter thecht ange prangert, class man we g 21 diesem Auswe Cund Meklenburg/ waren/ каж a Ban, Braunschweig MAX/ so reaktionär wie Preussen. In anderen Länder wie Bayern) urde das Versammlungswesen nach dem Ermessen der Behörden und Polizeiorgane geregelt, d.h. zum Teil nicht besser als in Preussen und Braunschweig. einrücken. Gotha Im Königreich Sachsen, in den Herzogtümern Sachsen/ Anhalt, Sachsen/ Koburg/) in Würtemburg, Baden, Hessen und in den Hansastädten gab es diese XXXX einschränkenden Bestimmungen nicht mehr, die Frauen konnten sich politischen Vereinen anschliessen. Dass nach zweierlei Recht verfahren wurde, d. h, die Frauen handeld dev Arbeiderscha ist erwiesen wurden, ist etw ताकि aben fall of ausserdem schledider bez erwiesen. *" Der im März 1894 in Bildung begriffene" Bund Deutscher Frauenvereine" musste M, so hiess in seinem Aufgabengebiet auch solche Fragen aufnehmen, XXX ' die nach dem der Polizeipraxis zugrunde liegenden Anschauungen politische sind. Ertast end Dontscher Fronteret war in Bezug auf seine Existenz, auf die Duldung der Police/ angewiesen, die entgegen dem Buchstaben des Gesetzes, von der Polizei den bürgerlichen Frauen gegenüber geübt wurde. Erter, Bund deutscher Frauenvereine) würde diese Duldung riskiert haben, in dem Augenblick, da er die...... nicht formell nicht formell, XXXXXXXX so doch tatsächlich auf sozialistischer Grundlage beruhenden Arbeiterinnenvereine aufgenommen hätte." Mit der Zeit, das heisst, je mehr man sich dem Jahr 1908 näherte, wurde die Praxis durch den ständigen Zustrom von Frauen in die Versammlungen etwas gelockert. Am 15.Mai 1908 trat das Reichsvereinsgesetz in Kraft.Mit ihm entfielen die einengenden Bestimmungen für die Frauen. Es gab **** den Männern und den Frauen das gleiche Recht der Teilnahme XXX* XX** X* XXX am Vereinsleben, das Wahlrecht erhielten sie mehr. als zehn Jahre spätes, durch die sozialdemokratischen Volks beauftragten dev Revolution dem Vovember 1918. ( Helene Lange und/ XXX* X** X Im Handbuch der Frauenbewegung( Gertrud Baumer) 1901, Moeser Buchhandlung, Berlin, Band I, Seite 132/133. wird klar ausgesprochen, dass das Preuss, Vereinsgesetz auf verschiedene Weise angewendet wird, Was ist die Frauenfrage? In der Summe ist es das Verlangen nach Gleichberechtigung auf dem Gebiet des staatspolitischen Lebens, auf allen wirtschaftlichen Gebieten, im civilen, d.h. bürgerlichen Recht, nicht zuletzt aber auch auf dem grossen_sozialpolitischen Gebiet, in das die arbeitende Frau und Mutter- gemäss ihrer biologischen Eigenart und den daraus erwachsenden sozialen Erfordernissen- eingeordnet werden muss. Staatspolitisch ist das Recht der Frau durch das Wahlrecht gegeben. Es gibt ihr die Mitbestimmung in und zu den gesetzgebenden Körperschaften und den Selbstverwaltungskörpern,( Gemeinden, Kreisen). In dem Masse, wie die Frau sich für die Fragen des öffentlichen Lebens interessiert, sich auch aktiv daran beteiligt, wird ihr Einfluss auf die Gesetzgebung wächst, steigen. So wie das Interesse der Frauen zahlenmässig ME/ aber auch wie die Frau in die Sache eindringt, werden viele- aus der Vergangenheitstammende/ MIXIкKK Vorurteile, die heute noch störend mitwirken, abnehmen und schliesslich verschwinden. Einsichten in das öffentliche Leben werden wachsen, wie schnell oder wie langsam, das hängt wiederum von der Anteilnahme der Frau ab. Ahnlich verhält es sich im Wirtschaftsleben. Entstanden ist die" Frauen frage" durch die sich seit einem Jahrhundert ununterbrochen steigernde Erwerbsarbeit der Frau. Nicht Ubermut oder Abenteuerlust trib die verheiratete Frau, die Mutter aus dem Haus, sondern die Umwandlung der Volkswirtschaft. Die Entwicklung machte nicht Halt vor der Famile. Was früher in der häuslichen Gemeinschaft und durch das Handwerk- unter Mitwirkung der weiblichen Familienmitglieder- hergestellt wurde, wird heute industriell erzeugt. Dieser Entwicklungsprozess steigert sich noch immer ständig, bis in die Lebensmittel- und Bekleidungsherstellung hinein, die vorher ganz die im Domäne der XXXX häuslichen Kreise tätigen Frau gewesen sind. Das Hineinströmen der Frau in die Industrie warf naturgemäss eine Reihe/ **** sozialer Fragen auf, die man früher- in diesem Umfang- nicht gekannt hat. Die Frauenfrage entstand aber auch parallel mit der modernen Arbeiterfrage. Ja, sie wurde, innerhalb der um ihr politisches und soziales Recht kämpfenden Arbeiterklasse zu einem Teil der Arbeiterfrage. Daneben stand eine grosse Schicht von Frauen auf, die, ebenfalls aus der Familie heraus, Frauenfrage -2in die höheren und mittleren Berufe hinein strebten. Auch ihnen war, ohne dass die wirtschaftliche Not als Dränger in so krasser Form sichtbar war, der Familienkreis zu eng geworden, zu sehr mit Vorurteilen und Fesseln ausgenach Bildung,/ stattet. Deshalb ihr Verlangen nach Betätigung/ aber auch nach Brot, auf einer Ebene, die sie aufgrund ihrer Herkunft als die ihnen gegebene betrachteten. Heute finden wir den Anspruch auf den" Beruf aus Berufung" schon in den breiten Volksschichten.-- Die häusliche Gemeinschaft hatte sich in der Arbeiterschaft wie im Bürgertum- geändert/ In bestimmten Schichten des Bürgertums schmolzen die Vermoen zusammen, die Möglichkeiten einer Mitgift und der standesgemässen Heiraten wurden geringer. Das erzeugte bei den Töchtern den rebellischen Zustand, der viele, oft gegen den Willen rückständieger Eltern, in einen Beruf hinein streben liess. In der Arbeiterschaft? Da ging der Vater, der in früherer Zeit während seiner Arbeit unmittelbar auf die Erziehung der Kinder seinen Einfluss ausgeübt hatte, des morgens aus auch/ dem Haus und kam spät am Abend heim.Seine Arbeitszeit war lang, wie/ der Weg zur Arbeit. Sein Einfluss auf die Kinder schwächte sich im gleichen Masse ab. Dir heranwachsenden Kinder( Knaben wie Mädchen) mussten sich Lehrstellen und Erwerbsmöglichkeiten ausser dem Hause suchen. Oft genug waren die Mutter unddie KKIкwachsenden Kinder zur Lohnarbeit gezwungen. So musste die Erziehung der Kinder im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einer staatlichen Angelegenheit werden. uner/ Fragen/ Ebenso wichtig wurden die sozialpolitischen XXXXX/ des Lebens. Es war dem Lohnarbeiter in dieser Situation nicht mehr möglich in genügendder Weise für die Wechselfälle des Lebens vorzusorgen.Krankheit des Vaters, der Mutter, in der Familie warfen das auf den Pfennig gestellte Familienbudget über den Haufen, der Staat musste eingreifen. Die Arbeiterschaft verlangte ihr soziales Recht, wollte keine Almosen.Arbeitslosigkeit, verursacht durch krisenhafte Begleiterscheinungen unserer Wirtschaft, trugak bitteres Elend in die Familien hinein. Wiederum musste der Staat hier für Abhilfe sorgen.( Arbeitslosenversicherung) Die für die arbeitende Frau so wichtige Forderung nach dem gleichen Lohn für gleiche Leistung ist aber noch lange nicht erfüllt. Trotz der Verfassungsbestimmung, die Mannern und Frauen die gelichen Rechte zusichert.Hier müssen die Frauen selber- auch innerhalb 11 -34 der Gewerkschaften, noch ein gutes Stück Arbeit für sich selber und für ihre Schwestern leisten. Die Mutterschaft wurde für die Frau in zunehmendem Masse zu einem komplizierten Problem, die- nur von der Familie her- schon lange nicht mehr zu lösen war. Gesetzliche Besimmungen zum Mutter- und Kindesschutz, die einen Kündigungsschutz, das Recht auf zeitweiliges Aussetzen von der Arbeit vor und nach der Niederkunft enthielt und eine Entschädigung für e entgangenen Arbeitsverdienst vorsieht, sind der Frau heute wieder gegebar nachdem die Hitlerzeit und der Krieg vieles in der sozialen Gesetzgebung zerstört hatte. Es ist noch nicht vollkommen, aber ein guter Anfang ist gemacht. Recht./ vor Und das civile Recht? Hier haben wir noch sehr vieles zu ändern uns, noch vieles durchzuarbeiten und auszumerzen, was nicht mehr in unsere Zeit gehört und die Stellung der Frau in der menschlichen Gemeinschaft benachteiligt. Die Frau, die ledig bleibt, hat die gleichen Rechte in gsschäftlicher Hinsicht wie der Mann. Die Ehefrau untersteht dem patriarchalischem Gesetz Der Mann kann ihre Berufsarbeit für sie kündigen, braucht sie nicht erlauben, wenn es ihm nicht passt, auch entgegen menschlicher Vernunft und Notwendigkeit. Das geschieht nicht oft, aber es ist möglich. Die Frau darf ihre selbsterworbenen Ersparnisse nicht mitnehmen, falls sie die eheliche Gemeinschaft 18sen will oder muss, auch nicht das von ihrem Verdienst erworbene Eigentum, falls sie sich das nicht vorsorglich in einem Vertrag ausbedungen hat, was in seltenen Fällen geschieht.Bei Ehestreitigkeiten in Erziehungsfragen gilt vor dem Gesetz der Wille des Mannes. Aber Hand aufs Herz! Sind die Frauen nicht selber noch in dem Vorurteil befangen, dass" die Frau dem Manne untertan" zu sein hat? Ist es ihnen nicht oft bequem so, weil es sie der Verantwortung zu entheben scheint? In der guten, von echtem Gemeinschaftsgeist getragenen Ehe geht alles gut und schön. Bis eine Störung eintritt. Dann merkt die Frau dass sie beim Streit und gar bei einer unvermeidlichen Lösung der Ehe die total Benachteiligte ist. Eine der wichtigsten Voraussetzungen bei der Lösung der" Frauenfrage" ist eine Gesetzgebung, die die Rechte des Menschen ( das ist Mann und Frau) nach dem Geiste des gleichen Rechtes und der gleichen Verpflichtung sicher stellt. Daran muss die Frau mitwirken. striald zum Mater ( i Geschichte der Frauenbe b e w cg un g Henriette Furth Die Frau. Jahrgang--- 1900/1901 Seite 122: Eine sozialdemokratische Frauenkonferenz hat in Verbindung mit dem Parteitag der Sozialdemokratie in Mainz stattgefunden. ( Der Bericht ist entnommen aus dem Bericht von Henriette Fürth in Heft 13, der" Dokumente der Frauen")" Zu dem neuen Organisationsdem diesstatut, das aufgrund der veränderten Vereinsgesetzgebung jährigen Parteitag vorgelegt werden soll, stellte die Frauenkonferenz folgende Anträge: 1.In den Bundesstaaten, in denen XX den Frauen die Teilnahme an politischen Organisationen verboten ist, ist die bisherige Organisation der Vertrauenspersonen aufrecht zu halten. 2/ Die Vertrauenspersonen der Genossinnen sind überall, wo die Vereinsgesetze es nicht hindern, von den Organen der gemeinsamen Bewegung, zu allen Arbeiten und Sitzungen als gleichberechtigte Mitarbeiter heranzuziehen. Ferner soll die Presse der Frauenfrage eine ständige Rubrik zuweisen und allen sie betreffenden Angelegenheiten ein reges Interesse entgegen bringen. Die Anträge bezwecken, den Frauen, denen in einer Reihe von Bundesstaaten die Teilnahme an politischen Vereinen verboten ist, bei einer eventuellen Reorganisation der Partei nach dem System der Wahlvereine, die Möglichkeit zu geben, offiziell für die Partei tätig zu sein, und mitbestimmenden Einfluss auf die Führung der Geschäfte auszuüben. Die Anträge wurden vom Parteitag angenommen. Ebenso Entschliessungen sozialpolitischen Charakters, z. B. Wöchnerinnenschutz:" vier Wochen vor der Geburt....' Stellungnahme zur bürgerlichen Frauenbewegung " Die Frau" sagt, die Haltung sei prinzipiell wie in Gotha geblieben. Von einem Zusammengehen sei nicht die Rede. Dagegen heisst es:" es soll nicht länger verpönt sein, wenn die EINE ODER ANDERE Genossin hier und dort mitarbeitet, wenn sie es aus sachlichen Gründen für richtig hält, bleibt das dem Takt der Einzelnen überlassen. 11 Frau sagt: Henriette Fürth scheint das für symptomatisch zu halten und sich etwas davon zu versprechen. Zur Geschichte dise Frauenkewegung Henritte Fürth A " Die Frau" Jahrgang 6,1899, Seite 394 / schutzes für H.F.schreibt über" Die Idee des RechtsNXXNXXX Frauen" $ " Die Frau stünde heute auf dem Markt des Lebens. Dadurch sei ein vielfach veränderter Rechtszustand eingetreten. Abgesehen von der politischen Rechtlosigkeit..... bleiben ihre in geringem Masse vorhande nen Rechte ungenutzt Sie haben keine Gesetzeskenntnis, es mangelt ihnen an geschultem Denken. Die Mädchenerziehung ist lückenhaft und vollkommen ungenügend. Sie kennzeichnet die" Verfolgung der politischen Vereine, die sich der Frauen annehmen Aber--- doch seien Frauen in grosser Zahl bereits wach geworden. Private Initiative sucht den Frauen in ihrer Hilflosigkeit zu helfen. Z.B.versuchen das die" Rechtsschutzvereine" an verschiedenen Stellen im Reich. Z.B. Berlin, Hamburg, Augsburg, München, Leizig, Dresden. Dort finden die gesetzesunkundigen und unvermögenden Frauen unentgeltlichen Rat Sie finden Auskunft in Rechtssachen. liche Vertretung Vermittlungs- und Ausgleichsversuche und sogat rechtin Prozessen. Die" Gesellschaft für ethische Kultur" geht in der von ihr unterhaltenen" Rechtsauskunftsstelle noch darüber hinaus. Man sucht den wirtschaftlich- ethischen Untergrund. Das letztere ist nicht so leicht überallhin zu übertragen, wenn es auch wünschenswert wäre. In Frankfurt versuche man auch die Frage des" Ziehkinderwesens" zu reformieren. Der Komplex wurde dargestellt im Auftrage der Frankfurter Rechtsauskunftsstelle In von Henriette Fürth. Frankfurt ist die Rechtsauskunftsstelle für Frauen entstanden aus den Bemühungen von Frau Dessoff( Leiterin der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins) Im Jahre 1897. Jedoch sei sie heute eine selbständige Einrichtung. Die Damen des Vorstandes: Aktive Mitglieder" dazu, erteilen Auskünfte, unter Beteiligung von Rechtsanwälten. Zu Anfang bestand auch eine Zusammenarbeit mit einer" Auskunftsstelle für Arbeiterangelegenheiten" doch sei das nach einem Jahre aufgegeben worden. In der Hauptsache seien es: Ehe-- Alimentations-- und Erziehungsschwierigkeiten, die dort Henriette Furth 2.Blatt Aus:" Die Frau" Jahrgang 6, Seite 394 beraten würden. Die Arbeit in Sachen des" Ziehkinderwesens" sei noch sehr verbesserungsbedürftig. Es geschahe in Zusammenarbeit mit der Polizei, die die Listen der nach auswärts verbrachten Kinder führt und dem Verein zur Verfügung stellt. Die Ueberwachung der " Ziehkinder" könne dann nur mit in Verbindung und mit der Hilfe der örtlichen Organe geschehen. Dort, wo die Kinder untergebracht seien. Das ist die ideale Seite der Rechtsauskunftsstellen. In geduldiger Tage sarbeit sollen sie das Recht schaffen, das Unrecht verhi" ten, Ausgleich und Frieden zu finden suchen. Sollen im kleineren oder grösseren Umkreis ån den an sie herangebrachten Einzelfällen zu helfen suchen. Sie sollen den doppelt rechts- und schutzlosen Frauen, den Verlassenen, den Armen bewusst werden lassen, dass eine Stelle für sie da ist, die sachlich und unparteiisch hilft. Kreis 20 Anträge zum Delegiertentag 1953 Antrag 1 Die Hauptdelegiertenversammlung möge beschliessen, dass der Hauptvorstand Berlin beim Senator für Sozialwesen darauf hinwirken soll, dass die lt.Dienstblatt IV- 13/ 1951 des Senats von Berlin mit dem Senator für Sozialwesen und der KVAB vereinbarten Entgelte für Hauspflegerinnen schnellstens erhöht werden. Antrag 2 Die Hauptdelegiertenversammlung beauftragt den Vorstand der AW Berlin, geeignete Schritte zu unternehmen, die uns die Ausübung der Hauskrankenpflege ermöglichen. Nach den im Dienstblatt IV- 13/ 51 mit dem Senator für Sozialwesen getroffenen Vereinbarungen haben sich u.a. auch die Arbeiterwohlfahrt zur Hauskrankenpflege verpflichtet. Antrag 3 Die Hauptdelegiertenversammlung beauftragt den Hauptvorstand Berlin, Beim Senator für Sozialwesen darauf hinzuwirken, dass Hauspflegen nur von den" Freien Wohlfahrtsverbänden" ausgeübt werden dürfen, die sich gemäss Dienstblatt IV- 13/ 51 des Senators für Sozialwesen dem Senator gegenüber zur Ausübung verpflichtet haben. Antrag 4 Die Hauptdelegiertenversammlung beauftragt den Hauptvorstand Berlin, künftig bei der Einrichtung und dem Betrieb von überbezirklichen Heimen, Lägern, Pflegestätten, Schulen und dergl. den betreffenden Kreisvorstand mitwirken zu lassen, Antrag 5 Die Hauptdelegiertenversammlung beauftragt den Hauptvorstand Berlin, die Auswahl von Teilnehmern aller Ausbildungs- und Bildungskurse künftig im Einvernehmen mit den Kreisvorständen erfolgen zu lassen. Der Hauptvorstand hat den Kreisvorständen Richtlinien zu unterbreiten wonach die Auswahl der von den Kreisvorständen in Vorschlag zu bringenden Kursusteilnehmer zu erfolgen hat. Die Richtlinien müssen die Billigung der Kreise bzw. des neuzubildenden Beirates finden. Antrag 6 Der Hauptvorstand Berlin wird von der Hauptdelegiertenversammlung beauftragt, über unsere Fraktion beim Abgeordnetenhaus auf die Erhöhung der Fürsorgerichtsätze einzuwirken. Antrag 7 Die Hauptdelegie tenversammlung möge beschliessen: Der Hauptvorstand Berlin wird beauftragt, die organisatorische Voraussetzung dafür zu schaffen, dass in der Zeitschrift" Neues Beginnen" ein regelmässiger Beitrag für Berlin erscheint. Auf Seite 138," Die Frauenfrage im Licht des Sozialismus" schreibt Adele Schreiber: Henriette Fürth, Frankfurt/ Main, eine alte Kämpferin, Mutter von sieben Kindern, konnte sich neben jahrzehntelanger, praktischer Arbeit,( in sozialer Fürsorge) neben Vorträgen im In- und Ausland einen geachteten Namen als Schriftstellerin machen. Genossenschaftswesen, Mutterschaftsversicherung und Mutterschutz, Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, Beseitigung von Paragraph 218 sind ihre Hauptgebiete. Sie verfasste u.a. Bücher uber" Fabrikarbeit verheirateter Frauen" Nachkommenschaft" Regelung der SO ALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS DER PARTEIVORSTAND Frau Marie Juchacz Düsseldorf- Oberkassel San Remo- Str. 3 BONN, FRIEDRICH- EBERT- ALLEE 170 Fernsprecher 37654-59 Fernschreiber- Nr. 089 890 Telegr.- Adr. Sopade Bonn Liebe Genossin Juchacz! 12.2.53 p/ r Wir übersenden beifolgend ein Exemplar des stenografischen Protokolls von den Verhandlungen unseres Parteitages in Dort mund. Dank Anlage Mit bestem Gruss! ( Fr. Heine) Postscheckkonto: 113684 Köln, Erich Ollenhauer und Alfred Nau Rhein- Ruhr- Bank, Filiale Bonn, 4524 Erich Ollenhauer Anna Blos: Die Frauenfrage im Licht des Sozialismus. Seite 49 Anna Blos schreibt in ihrem Teil:( Parteitag Gotha, 1896, auf dem Clara Zetkin ihr grosse Referat gehalten hat) Es kam zu Auseinandersetzungen wegen" Bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung. Clara Zetkin wurde der( später oft wiederholte) Vorwurf gemacht, Gleichheit nicht populär genug. Referat zu wissenschaftlich. Henritte Fürth war anwesend. Fürth, wörtlich aus Blos:" Einen scharfen Angriff erfuhr das Referat der Genossin Zetkin von der heute noch lebenden und Tätigen Genossin Henriette Fürth, in Frankfurt am Main, die sich ausdrücklich als Sozialdemokratin bezeichnete. Sie suchte nachzuweisen, dass viele Forderungen auch von dem radikalen, linken Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung vertreten würden. Sie betonte den Standpunkt, dass," nur revolutionär sein" dahin führe, dass man nicht über die engen Schranken des Klassenstandpunktes und der Klasseninteressen hinaus käme. Der Sozialismus müsse sich gegen alle Klassen durchsetzen, müsse versuchen, alle Klassen zu erobern, zu durchdringen, über sie emprorzusteigen. Clara Zetkin stellte sich in ihrer Antwort auf den Standpunkt, den sie nie aufgegeben hat, ein Zusammengehen wäre Harmonieduselei. Die Befreiung der proletarischen Frau müsse das Werk der Proletarierinnen selbst sein. Das grundsätzlich und hauptsächlich Trennende überwiege das Praktische und nebensächlich Gemeinsame. Solche Polemiken finden sich im Laufe der Jahre wiederholt. Henriette Fürth ist heute eine tätige und geschätzte Parteigenossin, die viel praktische Arbeit leistet--- Clara Zetkin hat den Weg zu den Kommunisten genommen, folgerichtig ihrer Natur und ihrer Einstellung gemäss. Aber viele praktische Arbeit, die sie mit ihrer grossen Begabung, ihrem reichen Wissen hätte leisten können, blieb ungetan. Jahresbericht zur Frauenkonferenz in MXXXXXX Munchen 1902: Ottilie Baader hat auch die Broschüre Henriette Fürth:" Fabrikarbeit verheirateter Frauen" verbreitet. 1903 Die Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten hielt ihren ersten Kongress ab. Die Sozialdemokratie verlangte" Eindämmung der Prostitution durch soziale Massnahmen", in der Hauptsache vertreten durch die Genossin Henriette Furth. • Als mit dem deutschen Einmarsch die Gefahr wieder akut wurde, dass Frau Hofmann in bedrohlicher Weise belästigt würde, hielt Herr Hofmann ( und die Hausgemeinschaft mit ihm) es jetzt für das Zweckmässigste dass nun Frau und Kinder sein Schicksal in der Fremde teilten. die/ So lebte also Frau Elfriede Hofmann und I/ drei Kinder des Ehepaares Hofmann mit mir vom Sommer 1937-1941 mit mir in der gleichen Hausgemeinschaft in Mulhausen im Elsass, Rue de Bruebach 43. Beim Durchbruch der deutschen Truppen gelang es uns nach Sudfrankreich zu kommen, wo wir ebenfalls in häulicher Gemeinschaft zusammen blieben. Alles Eigentum, das zur Führung eines grossen Haushaltes von 9 Personen notwendig war, ist in Mulhausen Elsass zurückgeblieben. Die Ausreise nach den Vereinigten Staaten trennte uns, weil wir- durch die Umstände bedingt- verschiedene Transportmöglichkeiten warzunehmen/ hatten. Nach meiner Ankunft in New York USA traf ich, im Sommer 1941, FERU Hofmann und ihre Kinder in New York wieder. Sie schlug sich dort tapfer durch, wobei sie aber, weit über ihre Kräfte arbeiten musste. Nach dem obigen halte ich es noch für notwendig, hich vorzustellen. Ich war von 1917 bis 1933 Mitglied des Vorstandes den Zozialdemokratie Deutschlands, dazu von XXX 1919 bis 1933 Mitglied der Nationalversammlung zu Weimar resp.des Deutschen Reichstags bis 1933/. Die obigen Angaben mache ich nach bestem Wissen und Gewissen. Frau Marie Juchacz Dusseldorf- Oberkassel San Remostr.3 20 Parteitag 1908/ Nürnberg/ 13-19 September 1908 Frauenkonferenz/ Nürnberg/ 1908/ 11.und 12. September 1908 Auf der Tagesordnung des Patteitags XXXX im Rahmen des Geschäftsberichtes des Parteivorstandes steht unter: b 1 Frauenorganisation Berichterstatter Hermann Müller. Wurde akut durch Annahme des Reichsvereinsgesetzes Vorstand Unter den Schriftführern Ottilie Baader. Mandatsprüfung: Louise Zietz Beschwerdekommission Linchen Baumann- Hamburg Gleichheit.Stand der Abonnenten 30. Juni 1907 67 000 30. Juni 1908 848000 Gewinnsaldo: 15 701 Mark Aus Bericht der Vertrauensperson Baader: Aug. 1907 bis Juli 1908 Tagung der ersten Internationalen rauenkonferenz in Stuttgart 1907 Ereignis. Dem Kongress voraufgehend. Dieser 19.August 1907 Bunte Musterkarte verschiedenster Organisationen, verschiedenste Entwicklungsstufen.. London 1897 hatte eine Besprechung versucht. Gewisse Fühlung angestrebt.Vorbeigelungen. Innig Dedtschl.- Oesterreich.Lose Belgien/ Finnland/ Holland/ Schweiz. Jedoch Wunsch ausländischer Genossinnen. Deutsche Initiative- als Gastland. Tatsächlich zu Anfang Unklarheit, ob lohnend. Anmeldungen erst kurz vor der Konferenz. Berichte spät und spärlich. Keine Uebersetzung möglich. Felhte Ueberblick über Charakter und Stan d der Organisation. Umso höher ist Erfolg zu bewerten. 59 Delegierte aus 15 Ländern. Deutsche mit 14 Genossinnen: Gäste Jüdischer Frauenbund Russlands./ Peterburger Sozialdemokratie. Organisierte Weberinnen von Lodz/ eine Indierin aus Bombay. Frauenstimmrecht schafft abgegrenzte Stellungnahme.Boden prinzipiell abgegrenzt/ XXX Für einschlägige Aktion feste Richtlinien. Wichtig, weil Wahlrechtskämpfe der Parteien immer mehr Mittelpunkt. Zunehmende praktische Bedeutung für Fr.Stimmrecht. Zentralstelle eingesetzt, für Austausch. Informationen, Nachrichten, Berichte/ über Ereignisse von Wichtigkeit.Internationale Korrespondentin: zunächst Deutschland, Redaktion der Gleichheit---- Klara Zetkin. Meiste Fühlung.Blatt am meisten im Ausland von Genossinnen gelesen. Bis jetzt Verbindung: Oesterreich, Böhmen, Schweiz, Holand/ Belgien/ England Finnland/ Dänemark/ Vereinigte Staaten/( Organisation deuts u.englisch sprechender Genossinnen.--- In der Gleichheit lassen sich die aus den Ländern einlaufenden Korrespondenzen verfolgen. Nächste Konferenz wieder im Anschluss an int.Kongress. Genossin Zetkin war Vertreterin auf der Frauenkonferenz in Wien Ostern 1908 Wirkung der Konferenz zeigte sich schon auf dem Kongress( in Stuttgart. 2 в отахов кор Die Frauenstimmrechtsfrage stand auf der Tagesordnung. Es erwies sich, dass die Konferenz vorgearbeitet hatte. Der Kongress trat ihrer grundsätzlichen und taktischen Stellungnahme b bei.-Verurteilung des beschränkten Wahlrechtes. I Verpflichtung der Parteien aller Länder bei Wahlrechtskämpfen im Parlament und ausserhalb der Parlamente mit allem Nachdruck für das passive und aktive Wahlrecht einzutreten. Beschluss.Wortlaut: Die sozialistischen Parteien aller Länder sind ve verpflichtet, für die Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts energisch zu kämpfen. Daher sind insbesondere auch ihre Kupfe für die Demokratisierung des Wahlrechts zu den gesetzgebenden Körperschaften in Staat und Gemeinde zugunsten des Proletariats als Kämpfe für das Frauenwahlrecht zu führen, das energisch zu fordern und in der Agitation wie im Parlament mit Nachdruck zu vertreten ist." Wir stellen fest: Beide Tagungen sind von Einfluss auf die Belebung der Frauenbewegung gewesen. Schweiz, Holland, Vereinigte Staaten, Dänemark. Nur die englischen Frauen treten nach wie vor für ein beschränktes Frauenwahlrecht ein. Die deutschen Genossinnen waren zum Kongress mit 12 Teilnehmerinnen vertreten. 2 Genossinnen sind( durch die deutsche Delegation) die die Mandate nicht anerkannt worden.Form der Wahl nicht gebilligt. Das hat aber( erfreulich) zu einem Abkommen geführt, den deutschen Genossinnen auch später für verschiedene grosse Agitationsbezirke Mandate zu sichern, Parteitag in Essen 1907(?) Berichtsjahr. War von Genossinnen gut beschickt. 19 weibliche Delegierte. Reger Anteil an Verhandlungen. Bebel plädierte wieder einmal sehr warm für die proletarische Frauenbewegung. Resolution in Essen: Genossen wurden ausdrücklich verpflichtet ebenso energisch, wie für Parteizeitungen, auch für die" Gleichheit" intensiv zu agitieren. Im Berichtsjahr eine nicht vorgesehene ausserordentliche Beratung. Kam durch Entwicklung der Dienstbotenfrage. Siehe NMXXXXXX Mannheim 1906 Im gleichen Jahr in Nürnberg: Gründung eines Vereins für Hausangestellte. Prinzip der modernen Gewerkschaftsbewegung. Beispiel hatte gewirkt. Genossinnen leisteten Hauptarbeit in den gr.Städten. Gewerkschaftskartelle unterstützten die Arbeit, fast überall. Fragen tauchten auf: Dienstvertrag Stellennachweis, eigenes Vereinsorgan, Anbahnung der Zentralisation. Schon in Essen Ersuchen an die Zentralvertrauensperson nach einer Besprechung 19.Nov.1907 ausserordentliche Frauenkonferenz in Berlin. 25 Delegierte. Gäste.Vertreter des PV.: Bewegung hat nur dort Aussicht auf Erfolg, wo allgemeine Bewegung schon bestimmte Höhe erreicht hat.(" tellenverm.sollte selbst in die Hand genommen werden. Organisation ist Mittel, um Gesinde ordn. Gesindeordnung auszuschalten.Lage der Dienenden zu heben. Zentralisation als notwendig anerkannt. Daher 5gliedrige Kommission zur Vorbereitung. Ebenso für den Anschluss an die Generalkommission. Beschluss: auch einheitl Organ.-- Weder" Gleicheit noch Berliner" Blatt der Berliner Hausangestellter genügt. Kein Fachorgan, das sollte es aber sein. Ueber die Berufsinteressen hinaus, moderne Arbeiterbewegung. Deshalb auch " Gleichheit" darauf einzustellen, Werben.Gewählte Kommission hat sich mit Generalkommission in Verbindung gesetzt. Inzwischen tagte der 6 Kongress der Gewerkschaften Deutschlands in Hamburg 1907 oder 1908? Dort Resolution: Generalkommission beauftragt, den Gewerkschaftskartellen anzuempfehlen, Förderung der Dienstbotenbewegung zu fördern Dienstbotenkonferenz soll einberufen werden.-- Ganz im Sinne der ausserordent, Frauenkonferenz 3 Preussischer Parteitag 1907 Zirkular der Vertrauensperson zum Wahlrechtskampf.Aufruf dazu. Das war auch Schlachtruf für Frauenwahlrecht. 17 Genossinnen delegiert. Ein Antrag verpflichtet Genossineen sich an den Aktionen zu beteiligen. Ein anderer Antrag: Genossen in Gemeinden Kinderkrippen, Kindergärten durch Gemeinden beantragen. Genossinnen wurde Propaganda dafür zur Pflicht gemacht. Bürgerrecht der Frau in Gemeinde.Antrag/ angenommen. Auf Grundlage allgemein usw. Ausdehnung, Festigung, Vertiefung der Frauenorganisation. Grosser Eifer, Frauen untereinander, Frauen mit Partei in enge Verbindung. Stattliche Reihe von Bezirks- und Provinzial- konferenzen. Teils aus eigener Initiative, teils durch Zentrale. Immer im Einvernehmen mit Partei. Baader oft zur Beratung dort. So besonders hervorheben Ruhrgebiet. Frauen-/ Bildungsvereine d.Ruhrg. seit Jahren gegen rigiroses Vorgehen der Polizei Auflösungen, Anklagen, Geldstrafen.ununterbrochene Reihe. Aussprache, Selbst-/ Resultat: Auflösung der Vereine Bildung loser Gruppen.Lese- DiskutierAbende. Guter Erfolg. Bewährt als Erziehungs- u.Aufklärungsmittel. Konferenz der Vertrauenspersonen in Bayern. Dort Ernennung einer Landesvertrauensperson, Marie Greifenberg. Schleswig Holstein bestimmte Linchen Baumann als Provinzialvertrauensperson.--- Für das niederrheinische Gebiet Wilhelmine Kähler. Zahl der Kreivertrauenspersonen ist vermehrt Erfolg: Je nach vereinsrechtlicher Lage in Partei aufgenommen oder freiwillige Beitragszahlerinnen.---- Wachstum und steigendes Ansehen der Fr- Bewegung gezeigt durch Delegationen zu Landes- und Provinzialparteitage. In Sachsen Meiningen refereiderte eine Frau. Rege Rednerinnentätigkeit, Wachstum besonders hervorzuheben. Auch immer für wirtschaftl.Kampf. Rheinland, Königreich Sachsen, Provinz Sachsen, Provinz Hannover, Thüringen, Pommern, Posen, Ost- u.Westpreussen. Würtemberg. Baden, Hessen. Landarbeiterinnen/ Landarheiterfrauen. Touren: Neben Versammlungen Broschüre Zietz. Referat Zietz in Mannheim 10 000 Exp teils unentgeltlich, teils zum Selbstkostenpreis. Auch an Wahlrechtskampf in Preussen. Wenige Tage nach Schluss des Preuss. Parteitags( 20.Nov.1907) ging Preussen- Parlament in Ferien. Wahlrechtskampf setzte ein.Riesige Protest versammlungen, Teilnahme der Frauen. Strassendemonstrationen. Ueberall wurde auch Frauenwahlrecht gefordert, von Genossinnen begründet. Broschüre Zetkin" Zum Frauenstimmrecht" zum Selbstkostenpreis. An Rednerinnen gegeben. 7000 Expl. umgesetzt. 4 Wahlrechtskampf im neuen Jahr( 1908) mit verstärkter Kraft Demonstration am 10. Januar vor dem Landtage, Tag der Wiedereröffnung nach den Weihnachtsferien. Hauende Schutzmannsabel. Pferde/.Genossinnen Demonstration des" Roten Sonntags. Berlin und anderwärts. 18.März.l.Mai Neuwahl des Landtags. Wie im Jahre 1903, entspr. Paragraph 21. des preuss.Vereinsgesetzes. Gründung von Frauenwahlvereinen, sobald Termin durch Behörden bekannt gegeben.( Kurz bevor das Vereinsgesetz eingesargt wurde) Polizeipräsident versagte Genehmigung. Es war der gleiche Herr, der 1903, als Landrat von Teltow Beeskow, den Frauen die Versammlungen unmöglich gemacht hatte. Nun die Genossen gründeten diesmal einen allgemeinen Wahlverein( nur zum Zwecke. der Wahlagitation) Diesem Verein trten ( gesetzlich zulässig) 5000 Frauen als Mitglieder. 800 Mark an Wahlkass 500 Mark an Zentralkasse. In den wenigen Wochen. In Altona der Frauenwahlverein unbeanstandet. Wahlkampf.Regierung erklärt, keine Aenderung, nicht einmal geheime Wahl. Terror gegen Terror.Energische Einwirkung auf kleine Kaufleute durch Konsumenten. Frauen als Einkäferinnen. Stimmenthaltung oder offene Wahl f für Partei.Zirkular mit Anweisungen. Vorbedingung rührige Agitation. Gleichheit/ Flugblatt. ausserdem 100 000 Exempl. Auch noch durch Parteiorganisation zur Verteilung. Ausserdem: Schreibarbeiten, Expedition, Flugblattverteilung. Mit Stimmzetteln vor den Wahllokalen.Wahlburos der Genossen. In amtl.Büros Listenführer, für die Partei. Schlepperdienste. Grössere deutung, weil offene Stimmabgabe. Kampf für ein einheitliches und freies Versammlungsrecht im Berichtsjahr. Entwurf der Regierung enthielt Verbesserung. Gleiches Recht für beide Geund Landarbeiter/ schlechter. Aber-- weder Dienstboten/ aus ihrer Unfreiheit. Noch sichert es Koalitionsrecht der Arbeiter. Ausserdem: Bürgerl. Parteien zeigten Neigung, den Entwurf zu verschlechtern. Scharfer Kampf, immer schärfer je langer Je mehr zu sehen, dass bürgerl noch reaktionärer als reaktionäre Regierung. Uns machte das( in Aussicht stehende) Recht der Frauen nicht blind gegen Mängel des neuen Gesetzes. Protestierend und forderne mit Partei und Gewerkschaft.( Im Jahr vorher hatte die Partei schon einen Entwurf eingebracht Zentrale mehrere Zirkulare. Presse beeinflusst. Gesetz angenommen. Reaktionär Durch Rundschreiben usw.alle Genossinnen ins Bild gesetzt. Sozialpoltischer Gesetzentwurf der Regierung legt nicht einmal den 10stundentag für alle Fabrikarbeiterinnen ohne Ausnahme enthalten. Für die Arbeiterschaft neues Kampfziel.Alle Anträge der Sozialdemokratie auf diesem Gebiet. Und Nachteile des Reg- entwurfs klar gemacht. Wir haben den Willen der Frauen auf Verkürzung der Arbeitszeit zum Ausdruck gebracht 10stundentag nur Etappe zum 8stundentag. Offentl.Versammlungen mit ReFrauen, solution. Wert des gesetzlichen Schutzes klar geworden. Willen zum Trotz.Merkblatt: Frauenschutz, Jugendlichenschutz. Dadurch die geltenden Bestimmungen zur gründlicheren Kenntnis. Was man hat, muss man ausnutzen. In den Leseabenden wurde das wichtige Merkblatt besprochen. Werkstubensitzungen, Besprechun, Verteilung. Zugleich Wert der gewerksch. Organisation Gewerkschaften ersuchen Genossinnen um Referate, Frauen begehrt. Boykott der Jandorfschen Warenhäuser. 146 organisierte Hausdiener waren ausgesperrt. Erfolgreiche Beendigung des Kampfes.. 2 Uebrigens Beschluss des letzten Gewerkschaftskongresses zum Boykott, wurde für Genossinnen interessant. Jederzeit zur Unterstützung bereit. Theoretische Schulung kein Stillstand, Lese, Diskussionsabende. Bildungsvereine. Zahl der Abende im ständigen Steigen begriffen. Genossen wollen sie auch dort, wo Frauen Mitgl.sein können. Auch Teilnehmerzahl wächst st Kenntniss.Gewandtheit, Frauen selber Lehrende.-Unter grundsätzlichen und praktischen Bedingungen, wie in Mainz( Frauenkonferenz) beschlossen. Vereinsgesetz spricht Entrechtung der Jugendlichen( 18) aus Frauen Neue Aufgabe. Vor allem: Bewusstsein der Erziehungsverpflichtung.Eigene Kinder. ( Referat Schulz und Zeitkin in Mannheim 1904) Genossinnen beteiligt an den Arbeiten der Bildungsausschusse. Vortragszyklen.Unterrichtskurse. Anregung von der Zentrale. Kinderschutzkommissionen. Grosses Wachstum. Berlin. Dresden vorbildlich. Soziales Verstehen geschult. Wächst.Hingebungsvolle Energie. Wegweiser. Einwirkung auf Schulämter: Keine Erlaubnis, z.B.zum Christbaumverkauf u.. Weihnachtshandel vielseitig. Eingesetzt für Krippen, Kindergärten. Freisinnige Berliner Mehrheit lehnte ab. Forderungen auf Fürsorge und Pflege für Säuglinge. Säglingssterblichkeit, erschreckend hoch. Durch sie, manche Massnahme in Richtung unserer Forderungen. Wir haben Genossinnen erst Augen geöffnet für Notwendigkeit mancher Massnahmen, sie lernen es nun im vergleichen mit eigenem Leben. 6 Fragebogen über Stand der Bewegung z.T.deshalb unbeantwortet, weil im / 2000. 250/ 20/ Angesicht der neuen gesetzl. Bestimmungen, Augenmerk darauf gerichtet war. Abonnentinnen. Sozialistische Literatur." Gleichheit" jetzt 85 000/ Leserinnen: Doppelt, Textilarbeiter- Verband vorbildlich in Erziehung, Bedient sich Gleichheit Aber auch Eifer der Genossinnen. scheuen keine Mühe.Gl.in bescheidenste Wohnung/, Inhalt: 1.Dient politischer Durchbildung.2.Gewerkschaftlicher 3 kultureller, 4. für Mutter( Erziehung) Hausfrauen.Kinderbeilage. Berichte , aus dem Ausland.Aus der Orgahisation des Inlandes.--- Und sie trägt sich. Hallo Das Buch, 150 verkauft. Broschüren: Frau und Sozialismus, Bebel./Zur Frage des Frauenstimmrechtes 7000/ Zetkin. Welchen Wert hat die Bildung für die Arbeiterin, Zepler./// Landarbeiter und Sozialdemokratie, Zietz, 10 000 //// Von Genf bis Stuttgart Berichte zur Intern.sozialistischen Frauenkonferenz //// 5000, Xк und 1858/ Die Arbeiterin im Klassenkampf, Ihrer //////. Protokolle des Essener Parteitag Der intern.sozial.Kongress zu Stuttgart 50 //// Führer durch die Versiche100/ rungsgesetzgebung, 100 //// Klassenkampf, Parvus //// Die kapitalistische Produktion, 100 ///// Ziele und Wege, 44 //// Preussischer Schulgesetzentwurf, Befreiungskrig, Gegen Volksverdummung, //// Handbuch, Paul Hirsch //// Arons, Landtagswahlen ///// Heine, Führer durch das Vereinsgesetz.///// Kautsky, Die historische Leistung von Karl Marx.//////// Hefte der Gesundheitsbibliothek./////Kautsky u. Schönlank, Grundsätze und Forferungen ///// Es wurden auch Bücher an begabte Genossinnen abgegeben, die durch das Studium der Schriften an sich arbeiteten. Heinrich Schulz:" Die Mutter Erzieherin" Karl Marx Oekonomische Lehren. S Abrechnung, das letzte mal Gesamteinnahme: 8060 Mark. 6538 für Beiträge. 1521 für Literatur. Ausgabe höher als Einnahme. Bebel hatte der Zentralstelle persönlich 5000 Mark überwiesen. Somit konnte man Fehlbetrag decken. Keine Einnahme aus Gleichheit. Scheint im Pressewesen verrechnet zu werden/ Vereinsgesetz neuer Abschnitt. Brauchen keine Sonderorganisation mehr. Wir freuen uns dessen. Einrichtungen- von den Genossinnen geschaffen-die sich bewährt, haben für Schulung, Zusammengehörigkeitsgefühl usw.können erhalten b; eihen.(.Mai Sitzung. Teilgenommen: Genossinnen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, PV.Berliner Genossinnen.Uebereinstimmung. Den Organisationen soll der Entwurf zugehen. Er soll auf der Frauenkonfrenz beraten werden. Das letzte Wort spricht der Parteitag. Resolution 1. Jede Genossin ist verpflichtet, der sozialdemokratischen Parteiorganisation ihres Ortes beizutreten. Politische Sonderorganisationen der Frauen sind nicht gestattet.U eber das Fortbestehen besonderer Frauenbildungsvereine entscheiden die Genossen und Genossinnen der einzelnen Orte. Die Mitgliedschaft in solchen Vereinen enthebt jedoch die Genossinnen nicht der Verpflichtung, den Sozialdemokratischen Parteiorganisationen anzugehören. E Elm& Lipinski Vereins-/ 2.Unabhängig von den RXXXXXAbenden der Manner sind für die weibl. Mitglieder Zusammenkünfte einzurichten, welche ihrer theoretischen wie praktischen Schulung dienen. 3. Die Festsetzung der Beiträge für die weibl. Mitglieder bleibt den einzelnen Organisationen überlassen. Empfehlenswert ist, die Beiträge für die weibl.Mitglieder niedriger zu bemessen, als für die männlichen. 4.Die weiblichen Mitglieder sind im Verhältnis zu ihrer Zahl im Vorstand vertreten. Doch muss diesem mindestens eine Genossin angehören.S.'e he Lipinski 5.Den weiblichen Mitgliedern des Vorstandes liegt es ob, die notwendige Agitation unter dem weibl. Proletariat im Einvernehmen mit dem Gesamtvorstand und unter Mitwirkung der tätigen Genossinnen zu betreiben. 6.Solange betreffs der Beschickung der Parteitage durch die Parteiorganisation noch das gegenwärtige Provisorium gilt, bleiben auch fu die Delegierungen der Genossinnen die jetzigen Bestimmungen des Parteistatuts in Kraft. 0000000000 Das Zentralbureau der Genossinnen bleibt bestehen. Die Vertreterin darin Mille? wird dem Parteivorstand angegliedert./ In diesem Sinne entwickelte sich das Parteileben bereits in den einzelnen Orten. Die Richtlinien sind den Vertrauenspersonen usw zugegangen.Beratung. .usw. Ottilie Baader.( Juli 1908 Zur Teilnahme sind berechtigt: Aus dem Organisationsstatut: Parteitag, Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Wahlkreisen mit der Einschränkung, dass kein Wahlkreis . Reichstags-/ durch mehr als drei Personen vertreten sein darf. Insoweit nicht unter den gewählten Vertretern des Wahlkreises Frauen sich befinden, können weibliche Vertreter in besonderen Frauenversammlungen gewählt werden. Aus dem Bericht von Hermann Müller an den Parteivorstand: Ich komme zu den Vorschlägen über die Frauenorganisation Provisorium.... Endgültig mit Revision des Statuts..... Frauenkonferenz hat bereits dem Vorschlag Zugestimmt. Ausführungen Zietz, durch Press bekannt, vortrefflich. In einer Reihe von Bundesstaaten hatten wir Gelegenheit, Frauen einzugliedern.... Sonst.... haben die Frauen-in loser Form-- getan, was möglich war, auf Vereinsgesetz gepfiffen.!!!!!!!. Es passte den Agrariern nicht- ohne Frauen Zirkus Busch zu besuchen. Zunächst.... Vorschlag: Keine Sonderorganisation gründen. Frauenbildungsvereine dort bestehen bleiben, wo die Genossen und Genossinaen es wunschen Berlin, Haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. 8 Folgt dem Entwurf( siehe oben) Empfiehlt ihn. Im einzelnen..... Kein Beschluss gefasst über Frauenkonferenzen. Ich halte es für selbst verstedlich, dass auch in Zukunft Frauenkonferenzen abgehalten werden. Das Bureau soll bestehen bleiben, es hat bereits Fühlung mit allen Wahlkreisen. Es liegt keine Veranlassung vor, dass der PV sich mit allen Einzelheiten der Frauenarbeit befasst. Wichtige Angelegenheiten erledigt natürlich die Gesamtheit. Für die Zentralstelle ist keine eigene Kasenführung vorgesehen. Bestimmung, dass Vertreterin der Genossinnen dem Gesamtvorstand angegliedert werden soll ist missverstanden worden. Nicht etwa wird aus dem Bureau eine Genossin in die Sitzungen delegiert, 9 Die Frauenkonferenz hat ja beschlossen, dass zwei Genossinnen mit gleichen Rechten in das Zentralbureau der Genossinnen hinein kommen sollen. Sie sollen in Zukunft die Frauenagitation in Deutschland betreiben. Wir wünschen, dass die Genossin vom Parteitag gewählt wird.Sache des Parteitags ist es, selbst zu entscheiden, wen er wählen will.Kein indirekter Wahlmodus. Zu den Frauenkonferenzen Würden sie nicht beibehalten, würde das 9ohne dass Gesamt interesse vorliegt) die Parteitage verlängern Antrag zur Frauenorganisation v.Elm und 23 Genossen Nr.127 Jede Genossin ist verpflichtet der sozild. Parteiorganisation beizutreten. Politische Sonderorganisationen sind nicht gestattet. Zur theoretischen und praktischen Schulung der Genossinnen können jedoch besondere Vereinsabhende, zur Erörterung der die Frauen hauptsächlich interessierenden Fragen Frauenversammlungen veranstaltet werden. Die Festsetzung der Beiträge für die weiblichen Mitglieder bleibt den einzelnen Organisationen überlassen. Empfehlenswert ist, die Beiträge für die weiblichen Mitglieder niedriger zu bemessen als für die männlichen. Zur der Leitung und Verwaltung in den sozialdemokratischen Vereinen und zur Kreisorganisation- sind-- wenn möglich-- Genossinnen heranzuziehen. Ebenfalls zur Leitung der Gesamtpartei. Den weiblichen Mitgliedern der Verwaltung liegt es ob, die notwendige Agitation unter dem weiblichen MXXXXXXX* roletariat im Einvernehmen und unter der Mitwirkung der tätigen Genossen und Genossinnen zu betreihen. Von Elm zur Begründung seines Antrags. Antrag PV ist zu zwingend. Trägt praktischen Bedürfnissen nicht Rechnung.Mein Standpunkt: Zusammenwirken der Frauen und Männer. Männer gleiches Interesse daran. Natürlich besondere Schulung notwendig. Auch Versammlungen für besondere Interessen. Auch wenn notwendig- Frauenkonferenzen. Nur keine Vorschrift darüber. Bei Undurchführbarkeit würde Zank und Streit entstehen.--- Frauenkonferenz Antrag: Bildungsvereine ganz zu streichen. Nur mit 38 gegen 26 Stimmen gefallen. Bezüglich der Delegatioonen hat man( auf der Frauenkonferenz) gesagt: Delegationen sind notwendig, weil Parteitag Gelegenheit zum Lernen sei. Aber-u.U.Lebensfragen der Partei entschieden. Genossen am Ort sollXXXXXXXX man die Delegation überlassen. Gleichberechtigung- keine Sonderrechte. Frauen verlangen: Komm den Frauen zart entgegen. Sie haben gegen uns Misstrauen. Das schliesst gedeihliches Zusammenarbeiten aus. Fehler: in zwingender Form zu reden.??? Z.B. Pflicht der Genossen ist es, ihre weibl Angehörigen der Parteiorganisation zuzuführen. So, als ob Männer ihre Frauen zu kommandieren haben! Schon um die Frauen nicht zu beleidigen, müssen wir das ablehnen... Wenn es heisst, jede Genossin ist verpflichtet, dann genügt das. Die Nichtgenossin können wir nicht brauchen. Lipinski ist mit Elm einverstanden. Es ist aber nur ein Provisorium von eiTrem Jahr. Zweiter Satz von Punkt vier streichen. Muss keine Genossin sein Beispiel: wir haben in Leizig 3000 zerstreute Ortschaften, in 119 sind Frauen organisiert. Zietz erwidert Lipinski und v.Elm Verwundert sich, dass v.Elm einen neuen Entwurf vorlegt.Alle Instanzen. Auch pv.gesprochen.V.Elm hat der Frauenkonferenz begewohnt. Ich habe es verstanden, dass v.E.der Frauenkonferenz Anträge unterbreitet hat. Ich verstehe nicht den Grund für einen neuen Entwurf( Widerspruch) Gewiss, formales Recht.Merkwürdige Praxis.Diskussionsgrundlage verschoben. Ueberall ein Zwang? In einem 0* Statut muss doch bestimmt werden, was sein soll.-- Nicht überall Kräfte? Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.---- Organisationsentwurf: Nur Kreisorganisation möglich, wo Genossen sind. Statut gibt Grundlagen. Bisher Vertrauensperson Agitationspflicht. Jetzt Vorstandsmitglied. Name und Stellung anders.Funktion die gleiche. Das heisst, das historisch gewordene entsprechen den neuen Verhältnissen anwenden. Unterschied.Vorher eigene Initiative. Jetzt: im Einverständnis mit dem Gesamtvorstand. Das ist kein Sonderrecht. Kein Ehrenamt, sondern schwere Verpflichtung. Mal Interesse als Mutter, Männlichen Vorstandsmal als Erwerbstätige, mal als Hausfrau wecken. mitglieder ohnehin mit Arbeit überlastet. Arbeitsteilung. Sie bestand bisher. Weibl. Zusammenkünfte: ihr Zweck: nicht nur zu zahlenden, sondern zu aufgeklärten, überzeugten, grundsätzlich gefestigten Mitgliedern machen. Bezirksabende der Männer? Frauen können in meisten Fallen nicht hingehen weil sie Hausfrau, erwerbstätig, Mutterpflichten hat. In der Zeit,( altersmässig, wo Frauen am regsqmsten sind.( ier ist ein Bruch) im Denken) 10 für drei Lipinski sachsen kannte den Ausnahmenastand nicht. Vor Jahren Sonderorganisation aufgehoben. 4000 organisiert- statt 200-500 in Bildangsvereinen. Theoretische Aufklärung nicht wollen? Wir wollen nur nicht Sonderorganisation, neben Partei. zu Nutzen der Frauen. Früher 15-20 Frauenz dele. gierten zum Parteitag. Jetzt ist die Frau in überfüllter Versamml. gewählt. Resonantboden. gewähnte Delegierte Berta Pallender, Leipzig zietz gütig genug formales Recht inangesteken Fam Elm gegen Beschlüsse- Frevenkorpreuz. Eigenen Antrag. gebundenes Mandat? Soll das die Entwicklung sein? Dann bin ich gegen Frauenkonfrenzen. Erlebhaft erspannt ver meinen Mal gegen Stachel zalöcken, das bleikäl Mein Antrag will den Frauensgiben, nur ist die Form gemildert Auf mich Frauenkonferenz, eine Frau sagte: Wir Frauens sind geboren Terroristinnen. Will man die ganze Partei unter den Pantoffel der Frau Stellen? Zietz. Habe nicht erklärt: Weil r. Elm ander Fr.- K. teilgenommen, hat er zwar formelles Recht Anträge za stellen, eigente. Müsste er für dort gefasste Beschlasse eintreten. Sondern: "Nachdem der P.V. und bisherige Vertretung der Genoss selbst einen Organisationsentwurf vorgelegt haben Der auf der Konferenz auch entschussion gestanden hat, halte ich es für eigenartig, wenn er einem ganz neuen Organisationsentrurk einbringt. Ich hätte Abänderungsvorschläge verstanden. So wie er es auf der Fr. Konferenz gemacht hat. das Entwurf Eim schafft ganz neue Basis über eine Diskussion. Müller Schlusswort zur Frauenorganisation. Diskussion wies nicht genügend darauf hin, dass Vorschlag P.V. Provisorium für ein Jahr. Statut. soll Muss hann-Verschrift. Nur Grundsatz festgelegt. Frau inkonferenz hat Lietz+ Baader vorge- schlagen. Aber Partectag is souveran, statut§ 18: P. V. 2 tärsitzende, ein Kassierer, den Schrift führern, drei Beisitzer unter denen eine Gendssin sein muss. 22 4/54 immer 91 zietz wurde als Beisitzerin, Vorsitzender Bebel 359 St. in den P.P. gewählt. Singer 297" Frl. Grünbert 128 Ebert 331 sekretäre nicht gewählt. Molkenbuhr 356 Baader 1.[Aug. Schulze! Müller 357 ɔ fammkuch 299 Baader zur Geschäftsordnung: verkere Es ist mir bekannt geworden, dass ich mit auf die Vor- schlagsliste, Bitte Abstand! Gründe schon Frauenkonfr. Eigner Entschluss. Überlegt. Mein lebhafter Wunsch mit jüngeren Genossin(die gewählt werden wir in schwesterl. Gemeinschaft arbeitem Bewezung fördern. Liebe zur Bewegung veranlasst. Hoffmann-Hamburg im Sinne d. Elm. Gesehen Schranken gefallen. Bei uns: Dem aus le Personen dess. Parteir. Aus ein bemossin angeh. Statut. – In jedem der wei Vorstände seit Jahren eine Frau. – Hamburg nahezu 4000 weist. Mitgl. Aber wir wissen geeignete Frauen schwer zu bekommen, Deshalb status kein ollass sonderm kann, wie es (das statut) durchçührbar zu machen Haberland Barmen für Resolution Beschuss zietz Frauen, Müller, P.U. Aber Elm sympathisch weil auch H. Auflösung der Bildungsvereine gewünsche Rättl. Son redr- Bielefald. E im beste ob euch, jedoch nur"Winc." Sinn des Frauenantrags, Eigenisationsarbeiten d. Franzen, jetzt nach Ainderung verschwunden schnell durchführe zuruchgebriebene wegenden. Genossen: Bequemlichkeit und Ruhebedarfnis wirkennen es. Singer Resolution des Frauentags”: man muss es die Aufgabe der Genussensein ihre weibl. Angehörigen aufzuklären, damit solche Mitglieder der Partei werden. Frauenkonkrenz Baador-Begrussung Unsere diesmalige Konfrenz wichtige – nicht umfang, reiche Tagesordnung. Papp und Pölzer für Österreich Vorsitzende Zetkin und Zietz. Schriftführeinnen, Grunberg und Steinkopf-Berlin. Wagner-Chemnitz und Niendorf-Kiel Reitze-Vegesack Beisitzerin und Greifenberg-Augsburg, Wengels-Berlin, Baumann-Altha zur Mandatsprüfung. Betk. in begrüsst, Dank für Vertrauen. teiert Pölzer, Pösterreich, eine jener Typen derkampgenden Proletarierinnen, wie sie die Arbeiterklasse, die sich um das Banner des sozialismus geschert hat mehr und mehr im allen Ländern erzeugt. Typen von jener Ziel- bewusstheit von jener Opferfreurigkeit, von jener Kragt, die lebendige Beispiele für die Erweckung der wertvollsten, geistigen u. sittl. Kräfte sind, die der Sorialismus in der Arbeiseerkl. das Werde u. Wirke zurüft alte Pagnitzstadt. Grunberg- Nürnberg. umfangierche erwerbs stolze Parteigeschichte. Die Frauenterbeit Nur nicht alte sozialistische Frauenbewegung. Vereinsgesetze verhindert. 1875 wollte man Fr. organisieren. Während Socialistengesetz, einige Frauen unter Anklage. 1885 Frauentenspoliceinisch verbotten. Verein in Fär74 1889 Arbeiterinnender. 1891 in Nürnberg Emma Ihred sprach zur Frauenarbeit. Genosse Ärge Oertel forderte fers, auf – einmal Fr.- Pers. mit pol. Thema im machen. - Wegen dieser Anregung: Auflösung 12/ Bildungs-terein, Berl. Muster 1842 aufgelöst 1894 Grund? nun wollte eine Frau zum Parteitag in Frankfurt delegieren. 60 Frauen bekommen Strafmandate Alles im Keim erstickt. 1906 setzte erfolgt. Frauenbewegungen 450 Mitglieder bis 1908 bewerksaftforderung immer nebenbei 1844 erstes Arbeiter sekresariat. Dazu Grundungsversammlung, Weil Frauen+ Minderjährige teilnahmen. Anflösung, von 1876m Arbeiterinnenbewegung "waren 1584". langsam anfwars, 1919. Arbeiterinnen organisiert. 52" 1905 1905 Sekretärin(Gränberg) Franco Gewerksch Moderne Dienstvoten organisation Ungeheure Arbeit vor aus: Die rückstan- dige Gemeindekrankenkasse zahlt keine wochnerinnenunterstützung. Freisinnsurbeir in stadtparlament. Tagesordnung a 1. Bericht der 2. Verbrauensperson Zietz! Die Neuer anisierung sociatische Jugenderziehung. a Dancker Erziehung im Hause b. Zexkin: Die Jugendorganisation Beader Mannheim Aufgabe: B) scantz, Linderschatz, Dienstbotenfrage Danrischen: Auflösung des Reichstags, willkommt Agitation Täöhsis egen Flettempolitik+ kronialgreuel Viel Versammlungen. Wenn wir hier zahlreich sind, dann sicher Wirkung. Geist des Widerstandes aufgerättelt erweckt. Frauen hartnackig in Festhausen, wenn erkannt. Wahlresultat: Weniger Abgeordnete mehr Agitatoren. Frauen erwiesen: so istische Fähigkeiten Nicien(beite en Seite) sur son alismus Joré wd. Bewegung bestand, Versud der Dienstbotenorganisation. Staathagens dienstreven 1907, 5000 organisiert. Gesliegend Hamburg allein 4000. Sons+ Enazasi anran binneen – im einzelnen – ds cedessern Raokgrat steifen und zurückständerung nach immer nicht geschrieb(§§###ag 2) die Flugblätter zur Wahl. Gleichheit Gross. Anfrage nach Redmerinnen. Deshalb Biskussionsabend weiter ausgebaut was wurde. aus scheuen, gedruchten, Frauen Weiter Polizeischikare Fortschritt der Mittelaufbringung Terré noch selòse Interv. Kongress in Stattgart Damit verbunden Frauenkonfrenz 14. Über Erwarten gut besucht. Löwenanteil dem Zetkin sprachschwieri. keiten„Wir lernten aber‘ auch aus Fehlern für zukunft. 2. Wertvolle Ergebnisse I. Kampft ums Frauenwahlrecht untern in richtige Bahn gelenkt. 2. Intern. Zentrausselle, in der die Konçieren? Korrespondenten una die Bericht zusammen langen— und verügenauend werden. Zetkin und"Bleichheit." Landtazswak-1907 zum ersten mal genügen: Abgeordnete siehe schriftl. Bericht Tervor, Wilhelmine Kahler-Düsseldorf. I a Anbetracht Schwierigkeit Erfolge anerkennen. Berichtet Katholikentag. Prof. Zahn Strassburg: Soc. verhetze Frauen trägt Unglaube ins Haus, Skandal Frauen ins öffentl Leben zu drangen. Aufgabe der Frau im Hause- Einflass auf Manner- Gebrauch des Stimmrittels. Vereinsgesetz nicht deshalb gegeben, damit Frauer Wahlurne stürmen. Zie mit sich nicht. Aber Antrag des"katholischen Deutschland" Vollberechtigte in Paraden des Eine Frau verlangte Wort. Zeytruͦnig. 15. Bùro nevod's. Graf Praſchnia: Nichtsitte, "Frawen" auf Katholikentagen sprechen. Aber – esse, geschlossene S. Arung. Daber Ausnahme. Francus Rheinland. Befassté sich mit Herstellung kirchl. Gewänder, Bat darum, Ausbau k. vohl. Kunst fördern. Dr. Pieper: notwendig, sich mit dem Wohle dienender Personen abgeben. Das habe die Sord. Leider notwendig gemacht. Dienstbotenvereine. Damen Vorsitz. Berechtigte Forderungen wohlwollend prüfen. So, Eindringen Gord. in Familien hintertreiben. Politische Gleichberechtigung Frauen nicht verlangen Aufgabe: Christliche Charitas. Nicht einmal"Germania" mit Behandlung der Fr. zufrieden(auf dem Kath.-Tag) "Endlich, der kath. Frau geben, was ihr gebührte bevor es za spät sei." Marie Greiffen Greifenberg: in Bayern Versuok. Frauen Beeinflussung der Männer benützen Aber auch polizeiliche Eingriffe gegen unsere Arbeit. Erschwert. Vereinegesetz Aber war nicht besser als Preussen, kautschukartiger Willkur der Polizei. trotzdem Fortschritte Okt. Zusammenkunft Vertrauenspersonen. 18 oder 19 Teilnehmer:nnen. Frauen studieren Programm. Zahlenmässiger Nachweis der Fortschritte. Baader Freude über Terror. 16/von Elm. Erfolg. Nicht betont, dass wir Terror grund- sätzlich verwerfen. Nicht Anwendung wirtschaftl. Macht zum Zwang gegen Überzeugung zustimmen. Aus nahmsweise gleiches Spiel der Oegner gegen uns. Doch um dieses spiel und das ganze Landtagserahlrech ad absurdum zu führen Widersinnigkeit beweisen. Ich habe(in meinem Wahlkreis) betont: kein Rachesefuhl, nur grundsätzlich Interessen des Proletariats. Wenn Terrorismus auf Kleinbürger wirken soll setzt voraus, dass wir dauernd Zersplitterung auf wirtsch. der Gebiet. Aber: Dauernde schädigung. machen Arb. Klasse. Deshalb Unabhängig auch Genossenschaften. Darum sollen sich Berlin die Frauen kümmern. Hier Möglichkeit der Leistung. Damit dauernd Erfolg- nicht mit Tervovis mus. Beßer suchen(mit Erfolg) andere Mittel gegen uns. Anna Verm.’t 2- Bachcini. Letze Jahre Kampf selbst Frauen köpfe revolutioniert. I n diesem Jahr zur Mitstreiterin geworden. Ka Davok Erlebnisse. Kampfjahr 1906 Man glaubte, die Arb. wurden in geschliffne Polizeisäbel laufen. Verhinder die Diriplin der organisierten Arb. Frauen taten Schuldigkeit Schikane d. Polizei, Druck der schwarz. 17) Garde auf Arbeiterfrauen. Landtagswahlen stimme zettelverteilerinnen fortgewiesen. Aber sic einem nicht. Lehrer versuchten Kinder zu beeinflussen auf Eltern einzu- wirken. Den Genossinnen zugerufen: strümpfe stopfen."Wenn schulehrer zerrissen habe, salle er sie bringen. Versuch, aus jeder Besprechung Versammlung zu machen, 1249 Frauen der"losen Organisation" beigetreten. 928 Leser der Gleichheit. Stundenweite Wege nicht gescheut. Jetzt Gelegenheit, Männer zur Verantwortung ziehen, wenn Frauen nicht zur Parteikommen Jugend herarziehen. Waokwitz-Dresden. In Saolisen i’n einzelnen grossen Tequilbetrieben 10 Std. Arbeit eingeführt. Jedoch bewerbeinspektion. berichte im Durchschnitt 13-15 stunden. Ofür Frauen. Dann Hausarbeit? Kinderausbeutung furchtbar Heimindustrie Sächsisches Ergebirge u. Vögtland seit 7/9 Monaten grosse Arbeits Cosigkeit. Hier werden Frauen+ Kinder in Heiminolusche gewungen noch billiger zu arbeiten. Tervovismus. Genossenschaft Ausbreitung wenn wir kl. Geschäftsmann zwingen offen für uns zu stimmen, wird er unser wühlarbeit. gekeiner Feind. Preist den intern. Erfolg Burgerl Frauen, in Dresden(mit Erlaubnider Fabrikanten) Mittagspause Vorträge Der Arbeiterinnen. in grossen Fabriken sogar angestellt. zweck: Aufklärung durch Gew. durch und verhüten. Wagner – Chemnit. Es sprechen Zietr- Hambard Ênŋi teɱɑdʔi's ʔ˩i ˩ḥ? Käthe Schley-Ludwigshafen Frau Steinkopf- Berlin. Charlotte Hausmann, Tochter, Klupsch-Dordmund. Lachemayer- Manchen(u. a ebenso von Elm- Hamburg Linchen Baumann— Altona. Else Sokloner- La"beck i Debatte Dann behandelt Zietz Presse Gleichheit Tagespresse, Mitarbeit, Tänger aus Vortrag Debatte: Greifenberg-Aagsburg, Gruzberg-Nurzberg Johannes Anna in wir Kähler- Düsseldorf, Zetkin, Wackwitz, Nemitz Punkt 2 der Tagesordnung Die Neuorganisation der Genossinnen Refere et in Louise Zietz dHilie Baader Sohlusswort 181 wegen meine Tätigkeit keine Einwendungen Aufmerksamkeit der Frauen Konsumbewegung Genossen schaften unterstützen. Bejahre von Elm. Hinweis: keine Wahl der Vertrauensperson. Die zukunftige Leiterin unserer Bewegung hat der Parteitag zu wählen. und sie wird dem P.V. angehören. Joh trete mit dem neutigen Tage Zuwück." dene Grundlage war Bes Vereinbarung Frauen u. P. V. 30000 weibl. Mitgl. bereits vorhanden. 240. daʒa stossen nan(Vereingesetz)(180 Referat Zietz ist mit Müllers Ausführungen saohlòk abgestimmt. Bebatte Minna Ballmann-Halberstadt Nettgart Wackwitz- Dresden, Käthe Dankers Ottilie Baader, Zetkin, Papp-Wien, aus Schlomer Lübeck, Zirchen Baumann- Altona, Ietkin, Gem Singer Müller-Berlin, d. Elm, Marg. Wengels-Berlis, Hanna Reitze-Bremerharen, Granberg, kahler von Elm hatte Widerspruch erhoben. Bedeutung dieser Konfrenz unterstrischen durch(Perspatete) Begrüssung v. Paul Singer Für P. J. – Teilnahme an Debatte durch Herm. Müller, den Referenten des P. V. Audieser Frage auf dem Parteitag Vereinbarungen Grundlage Zietr. Jahrelanges kirzem Belohnung. trotzdem: Jugend§§ ein engend, gegen ſpalmisch e Arb. sprachen§. und Sanktion der Polizeiherrschaft mit 60'sen Ausle e ungsmöglichkeiten. Nun aber: Quentchen Rexarm ausnatien. Frauen wirtschaftl ungünstiger gestellt. Desh. niedrigere Beiträge. Minna Bollmann halt Bildungsvereine noch für wirktig. 20 2 kätte M Dunker die eine aussevordentl. intensive Bildungsarbeit geleistet hat. i Frauenvers, weiterhin notwendig. Matterschutz, Kinderschutz-Erziehung Konsumentenfr. Haushalt. baru. Beide oft nicht zugleich aus dem Haus. B. Auch Fragen wie Talltarif, Einwirkung auf Fattermittel von Frau vor Frauen anders behandeln. Bruckenschlag an Theorie. Baader Zukumpt do Zentralstelle. Menge mechanischer Arbeiten nun Entlastung? In vielen. Aber Frauen werden sich intensiver beteiligen, Aufgaben werden vielseitiger werde. Mindestens zwei Gexossinnen müsse”. P.V. angehören. 2. Person, vollwertige Kraft in Deutschl. bekannt. Kurz, Eigenschaffen wie nur im L.Z. verkorperd. Also: wir verlangen Zwei nur wirklichkeit. Wenn sich Bewegung ausdehnt denselben Anspruch wie Männer, retkin unterstätet, sachlich gerechtfertigt. Am nachm. Baader: Voreilig ausgedrückt Sache des Parteitags. Nur Wunsch ausgedrückt, Pæpp. Wir stehen noch im Kampf um das Vereinsrecht Popp ¿Qué cómo? 2) w. wissen uns zu helfen. stark Frauenkonfr. brennende Frage. wir verzichten nicht darauf. Zetkin bei uns, viel geholfen. Frauen gehen nicht Klägrer in Vereinsabendet. Haben keine Kindern gärtnerinnen zuhause. Mann muss ihr Amt für Stunden übernehmen. Unterrichtete wissende Mutter banze reaktionare Horde heult, wenn Fr.-Wahlrecht gefordert wird. Lasten der direkten u. indirekten Steuern gemeinsam. Singer Begrüssung P.V. weiss Fr. Arbeit zu schätzen. Zeugen des Wachstums, der Erfolge Unsumme von Eifer, Arbeid, Reden, Kameradschaft Flugblattverteilun, Hausagitation, Hinzabe Opferfreudigkeit In Opposition gegen Vereins gesetz Frauen verstehen uns,- Oppositionbleibt Sind aber keine Narren, natien trotzden. Vorteile aus. Erleichterungen zur Frauen im Intresse- der Bürgerl. erlassen bhüöklicherweise sind wir sohen so stark dass man keine Aasnahme best, für proli Frauen machen kann, Prinzipielle Festigkeit unserer Er. 22 Singer Beseitigung burgerl. Gesellschaft. Mâllew stellt fest, dass ziet ganz im Sinne P. V. gesprochen. Es werden- trotzdem in Vereinbarung Frauenkonfr. stattfür. — nicht erwähnt. natürlich nicht bindende Beschlüsse Parteitag oberste Instanz. Beide Genossinnen sind ans lieb. Mit Baader lange Kameradschaft rietz Begabung, Hingabe im Land bekannt Parteitae souverän- Lassen sie die Vorschriften, zerspättern sie Dsich nicht Reitze, Frauen abende beibehalten. Aber Teilnahme an allgem. Veranstaltungen versammlungen, Kursen Bildungsveranst. mass besser werden dafür arbeiten 1. Teil 3. Parkt Referat Dunker sariastische Erziehung im Hause Sehr gutes Referat. 2 Teil zetkin: Die Jugenddrearisation Leitsatte S. 518 d. Protokoll keine Debatte. Aber zur Geschäfts- ordnung. Ob Abstimmung für Resolution ʔepk'n. — Ja Zum Zusendfrage. Seite 520 Les Protokolls 23 Auf dem Parteitag augen. "Wahl einer Organisationskommision" zur Revision des statuts. Vereinbarung mit Genossinneri- 2. Seite 547. Zur Gesindeordnung Das ist nicht mehr auf einmal, daß sie Minna Bollmann Love Agnes. Anna Nemitz. Anna Matschke(2) Johanna Reitze Else Schlammer Fv. Steinkopf Frida Wulff-Berlin Auf dem Parteitag sprachen Nur Parter'schule 230 Nach dem Zusammenbürg. 267 Maifeier " Budgetbewilligung. 368 363 Zetkim zar. Bildungsfrage. 237 Bad g ex de batte. Zur Kriegsnetze. Zietz bei Organisationsdebatte gegen Zur Badeetfrage im Namen“ Hamburger Oen. v. Elm 245 a. 24 J 410/411 Klaaise Zietz: Die Frauen und der palitische Kampf. Buchhandlung Vorwärts Paul Singer 6. m. b. H. Berlin I nhald Nach 19081 Wandlung in den Anschauungen der Frau 2. Umfang und Hauptarsachen der Frauen erwerbsarbeid. P. Frauen interessen u. Politik a.) Koalitionsrecht u. Arbeiterinnen schut: b.) Arbeiterversicherung voll+ steuerpolitischen c. Diebesgaben d. e) Militarismus u. Marinismus Frauenwahlrecht 4. Politische Parteien u. Frauen 6) Die Pflichten der Fr. im pol. Kamp4 Abwehr der Reaktionäre gegen Anteil= nahme der Frauen. Frau gehört ins Haus. Hans ist Welt der Frau. Vorwittzige sollten abge- sohreckt werden. Grosser wird der Zug der Frauen! Zerbrachen morsche Gitter. Offen der Weg ins Land der Politik. Warungstafeln verwittere. 2/ Eron, sohes Laokeln der Vorabereichenden Welches war das Zaubermittel. Waffenlose bewegensich auf fremdem Gebiet – wie heimatlichen Boden Wdher Energie+ Begeisterung zur Eroberung politischer Waffen? um das Wahlrecht? Antwort: Revolutionierende Frauenarbeid als Folge wirtschaftstechnischer Entwicklung. Maschinelle Gross industrie Zertrümmerte hauswirtschaftl. Eigenproduktion "Frau war"Familien handwerker" Jetzt Entfaltete dabei Körper+ Geistesko- Jetzt? Durch Wandlung innere+ aussere Lebensnöte wieben sie in Dienst des Kapitals Arbeitsteilung durch Werkzeuge kraft maschinen schufen technischeche für Verwendung. Forbedingung. der Frauenkraft. — . 5541517 1882 G. B.§ 578, 550. 1895 9.492 881 1907 weitere Statistik(Seite 7) recht nur junges Madchen. verh. Fr.+ Mutter Illusion verstört. ge mehr Kinder, je grässer Notwendigk. Das Verdiessers 14 Kaalitionsrecht. kapitalism: betreiende+ knechdende Mach v. statt Abhängigkeit vom Mann jetzt von Kapital+ Arbeit. Kampf verlangt: gesichertes kaalitionsrecht. Diens t baten untersteten Gesindeordnung mit Geld staft bedroht, wer ohne Innehaltung der Kündigung der Dienst verlässt. im alten Preussen sogar Gendarm. zwaagsweise. Profitgier nutzte diese Maglichkeit 1910 Nach geschrieben. rauenkraft billiger, williger. Extwicklung der menschl. und wirtschaftlichen Beziehungen in der ganzen Welt. Riesenhafter Austausch von Produkzen, der Welt. Beziehungen+ Abhängigkeit der Völker der Welt: Wo ist kleinburgerliches und Kleinbäuerliches Familienidele Welt ist jetzt Haus der Frau Andere Aufgaben. Anders geartete Arbeid. Andere Um- gebung mit anderen Einflüssen Gesichtskreis weitet sich heben Intellekd E+kenntnis, dass Arbeit im Prod. Process daru mutterliches Walden(andere Wertung Anspruch auf pol. Rechte Preuss handarb.(innen) Ausnahmagesetz Personen, die gemeinsamte 1854 höheren Lohn fordern, oder Arbeit wiederlegen, befängnis bis zu 1 Ihr Fabrikarbeiterin. Kaalisionsrecht Jedoch: Polizeirevord nungen können von der Streikposten vertreiben Niederkehr strafmandate möglich streikbrecher organisationen wurden geschützig. Geschrei der Unternehmer nach Zachthaus vorlogen. Erwerbsarbeit Gefreide nicht (also verlangerter) von Hansarbeid v arbeitstag. Die typische Proletarierin. und von dem Rücken, Runzeln terstörter besundheit, überla'stet gehemmter Entwicklung das Innenleben verstorbes Familienleben. zertretenes Weibtum. seshalb Forderungen nach Arbeiterinkenschut. bewerbe inspektion für Frauen. und Kinderschütz Iuspektoren Weibl. Das ist nicht mehr geschlossen ist. 6. (a 2 06 1908 Heutiger Schute sind 10. St für Frauen+ Jägendliche Regelung von Peuse Verbot der Nachtarbeit. in garren Agstwochenverbach für Wochevinieren sechstandentas far kinder anter 14 renn sie nicht mehr volksschulpflicht. si noch Sanitere Einrichtungen(haben Bestimmun- 10 Stunden Tag wird durchlöchert. d’avoir ausnabriiere Recht der Unternehmer(Antrage) Alles nur für Betriebe vor 10 an Heimindustrie Kleinbetrier, nausl. Dienste, Landw. 13,16,17 StundenRegel ist schüttlö? Kinder in Landwirtschaft Nach dem Zusammenhältnissen wurde. Hütekinder Rübenverziehen, Kartoffel) Erste Korr. intelektuelle Entwicklung? Brosohure später anfördern, " Zietz, Luise, geb. Körner.( Nationalvers.) Sekretärin in Berlin. Wahlkr. 3( Berlin) Unabhängige sozialdemokratische Partei.Geboren am 25. März 1865 zu Bargteheide, Holst evangelisch. Besuchte die Volksschule, später die Fröbelschule zur Ausbildung als Kindergärtnerin] seit dem Jahre 1892 innerhalb der Sozialdemokratie agitatorisch und organisatorisch und schriftstellerisch auf politischem und sozialpolitischem Gebiete tätig. Verfasserin der Schriften: Zur Frage der Frauenerwerbsarbeit"," Zur Frage des Mu ter- u. Säuglingsschutzes"," Die Frauen und der politischr Kampf"," Wie gewinnen wir die Frauen für das politische Leben?"," Die+ Sozialdemokratie und die Landarbeiter" u.a.m. in So steht es ( Aus Handbuch der verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung 1919). Vorwärts ( zu Beginn des Jahres 1952) Vorkämpferin des Friedens( Auszug) z.30.Todestag von Louise Zietz am 27.Jan. 1952( sie starb am 27. Jan.1922 im Reichstag) Die bedeutendste Vorkämpferin der proletarischen Frauenbewegung, já ihre eigentliche Schöpferin,??? war Louise Zietz, geb. Körner..... ...... Am 25. März 1865 in einem kleinen holsteinschen Ort unweit Hamburg geboren. Vater kinderreicher Vater kinderreicher Tuchwirker. Die kümmerlichen Verhältnisse haben sie frühzeitig--- Bannkreis der modernen Arbeiterbewegung. Beginn ab 1892( also 27 Jahre alt) Agitatorin, Vers. Partei) damals unerhört.---- Feinde der Bewegung Entrüstung, Spott. Anhänger meistens Skepsis.---- Ihr war es ernst.---- Schonungslose Anklage gegen Herrschaftssystem.----- Leidenschaftlicher Appell an die Frauen. Sie sollen durch ihre Emanzipation die Voraussetzungen schaffen für die Befreiung aus Lohn- und Geschlechtssklaverei.---- 1896 war der Hamburger Hafenarbeiterstreik.--- Louise sehr aktiv.---- Ihr Name in aller Mund( in Hamburg) Der Hamburger Wahlkreis( Hamburg I) delegierte sie regelmässig zu den Parteitagen. Sie beteiligte sich an den Debatten. 1908 Vereinsgesetz. Louise wurde in den PV gewählt. bis zur Spaltung. Viele Broschüren. Reiste in jeden der 45 Agitationsbezirke. Unzählige öffentliche Versammlungen in Stadt und im Dorf. Verbesserung Sozialer Fortschritt" Wenngleich sie der Auffassung war, dass eine ideale Sozialfürsorge erst in einer sozialistischen Gesellschaft durchzusetzen sei, so hat sie sich doch zielbewusst für eine der sozialen Lage der arbeitenden Klassen in der bürgerlichen Gesellschaft eingesetzt. Unsere heutige Sozialfürsorge weist viele Spuren ihres Wirkens auf. Ein gewisser Radikalismus war ihrer Natur gemäss und so erscheint es verstdlich, dass sie unter den Gegnern des Revisionismus zu finden und sich während des ersten Weltkrieges auf die Seite der" Kreditverweigerer im Reichstag stellte. war Sie war an der Gründung der USPD beteiligt und übernahm in deren Vorstand die Funktion einer geschäftsführenden Sekretärin.( 1917) Auf der Liste der USPD wurde sie auch 1919 in die Nationalversammlung und 1920 in den Reichstag gewählt.( 3. Berliner Wahlkreis) Im Parlament war sie unter den weiblichen Abgeordneten die markanteste Figur. Die gleiche Härte und Ausdauer, die gleiche Unerschrockenheit, die sie bei der Agitation ausgezeichnet hatte, bewies sie im Parlament.. Sie ging in ihrer Aufgabe völlig auf ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit, die den Strapazen einer so bewegten Zeit nicht mehr gewachsen war. Am 26. Jan.brach sie im Hause zusammen, Schlaganfall, am 27.Jan. 18schte ihr Leben aus. Damals noch nicht Einigung--- aber noch im gleichen Jahr.---- Auch die SPD( Mehrheitspartei) beklagte den schweren Verlust für die gesamte Arb- Bewegung. Beteiligte sich an der Einäscherung im Krematorium der Berliner Gerichtstrasse. Die sozialdemokratische Frauenkonferenz 1924( Die erste nach der Wiedervereinigung) beschloss eine würdige Ausgestaltung ihrer Grabstätte. Selbstlos- glühende Liebe- Begeistrung für Menschenrecht- für Frau und Sozialismus--- Andenken sollte lebendig bleiben. Nº 4. . wahrscheinlich aus der Arbeiterinnenzeitng der Schweiz( ohne Datum) Vorkämpferinnen: Luise Zietz Als zu Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in Reih und Glied der deutschen Sozialdemokratie trat, hatte sie bereits ein unsagbar hartes leben hinter sich. Ich war zugegen, als sie an einem Frauenabend in Berlin davon erzählte. Sie war Schleswig/ Holsteinerin und ihre ganze Jugend war erfüllt von XXXX dem Verzweiflungskampf der untergehenden Handweberei gegen die rasch hochkommende kapitalkräftige Textilindustrie. Luises Vater leistete den hartnäckigsten Widerstand gegen ein Herabsinken vom vermeintlichen selbständigen Kleinmeister ins abhängige Industrieproletariat und opferte diesem Kampf rücksichtslos nicht nur die eigene Kraft und Gesundheit, sondern auch die seiner Frau und seiner vier Kinder. Schon die Kleinen mussten gelegentlich die gewöhnlich von zwei Hunden bewegte Kratzmaschine für die rohe Wolle antreiben, regelmässig aber, jeden Tag, das Spulrad--mochten die zarten Glieder auch noch so weh tun und die Winterkälte die Arbeit erst recht zur Qual machen In Hamburg kam Luise in erste Berührung mit Sozialdemokraten und schloss sich, 27 jährig, der starken Hamburger Sozialdemokratie an.Alle Bitterkeit, die s sich in den Elends jahren ihrer Jugend in ihr aufgestaut hatte, wandelte sich in heissen Kampfeswillen für eine bessere Zukunft aller Armen und Ausgeuteten. Sie heiratete einen Hafenarbeiter aber ihre Ehe hatte keinen Bestand. Mit wachsendem Vertrauen wie die Hamburger sozialdemokratische Partei ihr agitatorische und organisatorische Aufgaben zu, an denen Luises ausserordentliche Fähigkeiten sich entfalten konnten.Niemals verliss sie der leidenschaftliche Bildungsdrang ihrer Jugend und oft genug sass sie ganze Nächte hindurch über den Büchern, die ihr die Welt des wissenschaftlichen Sozialismus erschlossen und ihre politische Ueberzeugung immer mehr festigten. Aufwärts ging Luises Weg in der Partei. Eine so temperamentvolle Kampfalle natur mit einem so starken sozialen Empfinden siegte schliesslich über Widerstände. Sie sprach als Delegierte auf den sozialdemokratischen Parteitagen Hamburg 1897- Stuttgart 1898-- immer als zutiefst überzeugte Sozialistin, der Halbheit und Schwanken verhasst war.----- So trat sie auf dem Parteitag Hannover 1899 dem von Zweifeln am sozialistischen Endziel angekränkelten" Revisionisten" Eduard Bernstein entgegen mit den Worten: " Auf allen Gebieten kämpfen wir, um die Arbeiterschaft auf eine höhere Stufe zu heben. Sorgen wir, dass möglichst die Revolutionierung der Köpfe mit der Revolutionierung der Verhältnisse Schritt hält und der Sieg, wird unser sein". f jedem Parteitag trat-allen sichtbar- die Persönlichkeit dieser aus dem ärmsten Proletariat stammenden Frau stärker hervor, der kein gebahnter Weg offen gestanden hatte, die sich alles, was sie geworden, mühsam hatte erringen müssen. Luise Zietz scheute keine Anstrengung, um Aufklärung über die Ziele des Sozialismus hineinzutragen in die Reihen der noch ungeweckten Frauen, die nicht wussten, wie sie aus ihrer elenden, wirtschaftlichen und sozialen Lage jemals herauskommen könnten. Luise trug nicht selten selbst die Handzettel für ihre Versammlungen aus und klebte sie an. Sie erzählte, wie manches mal sie bei sehr armen Familien auf dem Fussboden genächtigt hätte, ja es kam vor, dass sie kein Nachtquartier fand. Die sächsische Genossin Wackwitz berichtete, wie sie einmal irgendwo in Schlesien mit Luise zusammentraf, deren Versammlung XXX verboten worden war. Es wurde Luise sogar verboten, in der Versammlung der Genossin Wackwitz in der Diskussion das Wort zu nehmen. Die Versammlung war zuende, draussen tobte ein dichtes Schneegestöber. Die beiden Frauen baten um ein Zimmer. Der Wirt lachte ihnen ins Gesicht, er habe keins. Aus der Gaststube hörten sie ihn auf dem Flur sagen:" Lasst doch die roten Menschen erfrieren."-- Gerade wollten sie sich zum Weiterwandern fertig machen, da winkte ihnen eine Magd um die Hauecke. Dort stand die Wirtin und bot den beiden Frauen heimlich zwei Feldbetten auf der Saalgalerie an mit den Worten: " Mein Mann fährt um füf Uhr weg, dann kommen sie herunter". Denn ehe das Dorf erwachte, mussten sie den Gasthof verlassen haben. Im fürchterlichen Schnee sturm gingen sie am Morgen eine Stunde zur Bahnstation. Manchmal mussten sie froh sein, wenn sie keine Läuse aufgefangen hatten. Aufreibend waren die Agitationsfahrten jener alten Genossinnen in einer Zeit, da man Sozialdemokraten oft genug mit Räubern und Landstreichern auf eine Stufe stellte---- EXXX erst allmählig besserten sich die Verhältnisse. Und doch mochten die alten Kupferinnen diese schweren Kampfzeiten in ihrem Leben nicht missen. Mochte es noch so strub hergenehen, immer wieder begeisterten sie sich für die grosse geschichtliche Aufgabe der Sozialdemokratie. Im Jahre 1908 als endlich die gesetzliche Möglichkeit dazu bestand, wurde XXXXXX Louise Zietz als erstes weibliches Mitglied in den Vorstand der Deutschen Sozialdemokratie gewählt, dessen Sekretärin sie wurde. Ihrem unermüdlichen Fleiss verdankt die Sozialdemokratie eine Fulle von Broschüren und kleinen Agitationsschriften. Bei der Spaltung der SPD, 1917 trat Louise Zietz der Unabhägigen Sozialdemokratie bei( USP) Es gab für Louise als internationale Sozialistin keinen anderen Ausweg aus den schmerzlichen Konflikten, die sich für alle Kriegsgegner aus der Burgfriedens- und Durchhaltepolitik der Parteimehrheit ergaben, die allen diesbezüglichen Beschlüssen XXX imternationaler Parteitage straks zuwiderlief. Als dann während des Weltkrieges über dem Getümmel noch schwach, aber doch dem Feinhörigen noch vernehmbar, die ersten Stimmen ertönten, die der Friedenssehnsucht aller Völker Ausdruck gaben, schöpfte Louise neuen Mut und neuen XXX Kampfeswillen auf den internationalen Zusammenkünften in Zimmerwald Stockholm. Dann kam der Zusammenbruch Deutschlands am 9. Nov. 1918. Die Frauen bekamen das Stimmrecht, für das Louise in Wort und Schrift stets geworben hatte. Es war selbstverständlich, dass sie unter den ersten Frauen war, die ins Parlament einzogen. Sie gehörte der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung und später dem Reichstag an, als Mitglied der USPD. Immer hatte sie Raubbau mit ihren Kräften getrieben, die nun zu versagen begannen, als ein schweres Nierenleiden sie erfasste. Aber noch immer zwang sie Körper und Geist das Aeusserste an Anstrengungen ab, bis sie AXZX am 27. Januar 1922 d im Plenarsaal des Reichstages zusammen brach. Es war ein Schlaganfall dem sie wenige Stunden später erlag. So endete ein Leben, das bis zum letzten Hauch der Arbeiterbewegung geweiht war. wird, daß derselbe auch auf eine solche ¿Qué cómo? I Aus Kleinberg--Fanny Blatny Das Denkmal der unbekannten Proletarierin Die Sudetendeutsche Arbeiterinnenbewgung bis zum Weltkrieg Karlsbad 1937 Druck- und Verlagsanstalt GRAPHIA, Karlsbad Verlag des Parteivorstandes der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterparte in der Tschechoslovakischen Republik • Ueber Adelheid Popp, Seite 132 und folgende: Um 1890 waren auch im alten Oesterreich die notwendigen objektiven Voraussetzungen für die Entstehung einer sozialistischen Arbeiterinnenbewegung vorhanden--- es bedurfte nur noch der Frau, die genug Zuversicht, Zähigkeit und mitreissende Kraft besass, um die der Erweckung harrenden Klassengenossinnen zu sammeln, ihrem unklaren Murren Willen und Richting zu geben und sie der grossen allgemeinen Bewegung am rechten Platz einzuordnen. Sie tauchte, als die Zeit schon förmlich nach ihr schrie, plötzlich aus dem Nichts dunkelster Namenlosigkeit auf, war ein blühendfrisches und bildhübsches Arbeitermädel Arbeitermädel in den ersten zwanziger Jahren und hiess Adelheid Dworak. Sie konnte und wusste just XIX soviel, als man damals bei Versammlungen im neugegründeten Wiener" Arbeiterinnenbildungsverein" und aus Zeitungs- und Broschürenlektüre lernen konnte; dem Augenblick an da sie zu Pfingsten 1891 als Gast des zweiten A Oesterreichischen Parteitages aufstand, um aber von den versammelten Männern den besonderen materiellen und geistigen Notstand der Arbeiterinnen zum Bewusstsein zu bringen, galt sie, was für ihre angeborene Führersendung zeugt, als die berufene Sprecherin der sozialistischen Frauen. Sie gab sofort ihr Bestes her, um sich dieser Einschätzung würdig zu erweisen,--- um Zoll für Zoll--- mit der Grösse ihres Wirkungskreises zu wachsen.- Beweis und Denkmal dessen ihr ureigenstes Werk, die oesterreichische Frauenbewegung Als Adelheid Popp, wie sie seit ihrer Vermählung mit dem Parteikassier Julius Popp- in den Dienst der Bewegung eintrat, war noch so gut wie alles zu tun. In grösseren Industrie orten hatten sich Frauen den Bildungs- und Gewerkschaftsvereinen angeschlossen. Hier und dort gabe es eine eigene Frauengruppe(--- Seite 99---) Doch war die Zahl der" Organisierten" gering. Sie standen in keiner Verbindung zueinander.---- Sie hatten noch keine klare Vorstellung über die besonderen Notwendigkeiten und Aufgaben der Frau im Klassenkampf.--- Die männlichen Schicksalsgenossen tappten ebenfalls noch im Dunkel. Adelheid: erste Notwendigkeit ist Stätte der Aussprache.---über Note, Bedrängnisse, Kämpfe.Fortschritte-- über sich selber ins reine kommen.--- Aufgaben und Ziele stellen und abgrenzen.---Aufruf zur 2.Oktober XXXXX 1891--- Aufruf in Arbeiterzeitung Gründung einer" Arbeiterinnenzeitung"--- 1. Januar 1892( zunächst als Beilage der" Arbeiterzeitung) folgte bald die Halbmonatsschrift. Das war Geburtsstunde der Arbeiterinnenbewegung/ Die grundsätzlichen Artikel des Blattes( Forderungen der Frauen in Gesellschaft, ( Wirtschaft, Staat) wurden angemeldet. Tastend ging man den Problemen nach:" Frau und Sozialismus" Frau und Partei" Frau und Gewerkschaft". Dadurch Richtung in die Bewegung. zeitkritische Aufsätze haben denkende Frauen sehen gelehrt------ Berichte haben ihnen gezeigt, wie furchtbar sie ausgebeutet wurden------- Blick auf Gesamtheit gerichtet---Arbeiterinnenzeitung zuerst harter Kampf---- nach aussen und innen--keine eingearbeiteten Frauen---- MN Männer musste redigieren.---- . دو Trafen im Ton vorbei----- Oktober 1902 Adelheid Popp Leitung, diese Schwierigkeit überwunden.---- Auf dem Parteitag wurde die Arbeite1892 rinnenzeitung von der Arbeiterzeitung unabhängig gemacht ---- anerkannt als" Parteiorgan".--- 1894 zum Unternehmen der Gesamtpartei erklärt.---- Auflagenziffer 2500-3000- mehr nicht, vorläufig. mit geteiltem Gefühl. Budget passiv--- Schlimm, massgebliche Genossen Auf Parteitagen wurde Rückverwandlung zur Beilage verlangt. wenige Genossinnen nahmen an den Parteitagen teil---- ja völlig abwesend mangelnde Einsicht, mangelnder guter Wille der Männer. Organisationsstatut machte keinen Unterschied, zwischen Geschlechtern Laue und Gegner: Sache der Frauen, sich durchsetzen. Liberales Wort: Arme und Reiche haben das gleiche Recht im Asyl zu schlafen------ prinzipienfest und einleuchtend. gedrückteste, am schwers Die Frauen Kaйкaк waren der rückständigste sten organisierbare Teil des Proletariats. Doppelte Fürsorge, verdoppelte intensive Agitation lag im Interesse der Gesamtheit. Die Arbeiterinnenzeitung wurden nicht müde. Viktor Adler, Wilhelm Ellenbogen erkannten das.Sprachen von Burokratismus, Philisteransicht. 1897: Dr Czech und Krapka Antrag: Der Parteitag möge erklären, notwendig, dass Parteigenossen allerorts der Frauenfrage rege Aufmerksamkeit zuzuwenden und unter den Frauen eine rege Agitation zu entfalten.--- Parteitag verpflichtet die Parteivertretung die geeigneten Massnahmen zur Ausführung des Beschlusses zu treffen und über die erzielten Resultate dem nächsten Parteitag Bericht zu geben. 1898 Czech drängte auf diesen Bericht. Es kamm zum Zusammenprall der Meinungen. Parteisekretär Schumeier:" Auf mich macht es immer fragen: einen eigentümlichen Eindruck, wenn ledige Genossen " Was habt Ihr für die Frauenorganisation getan?"--- Zwei verschiedene Ansicheten über Frauenogganisation: Gen.Czech schon voriges Jahr so liebenswürdig die Frage aufzurollen. Heute wieder. Ich bin in der angenehmen Lage mitteilen zu können, die Parteivertretung hat in der Wir haben Tat in der Frage der Frauenotganisation etwas gemacht: für die Organisation der Sozialdemokraten agitiert, also auch für die Organisation der sozialdemokratischen Frauen... Vorwurf der geringen Aufmerksamkeit? Fie Ledigen urteilen anders und die Verheirateten wieder anders---- Lediger Mensch hat von Familienleben keinen Begriff, kann leicht für die Organisierung der Frauen schwärmen------ ein Verheurateter urteilt von einem anderen Gesichtspunkt aus.------ Will nicht sagen, dass sie Orgnisierung nicht wünschen--- urteilen eben kühler.----Darauf Viktor Adler: Ansichten Schmeiers seien nicht die der nicht gehugend Parteivertretung------- Es sei wahr, dass PV bisher Aufmerksamkeit geschenkt.--- Auch in diesem Jahr nicht--- Sache hätte es verdient----- Wir hatten soviel mit Männern zu tun---- es ist sehr schwer, grade die Angelegenheiten der Frauen anzufassen.----Aber nicht Meinung entstehen lassen, als wollte Parteileitung nicht. ---- Unterschied in Anschauung zwischen Ledigen ind Verh. sin Flausen Anschauungen über Taktik abhängig vom Civilstand??? Schuhmeier wollte wahrscheinlich sagen, verheiratete Frauen schwerer in Organisation einzubeziehen als ledige???????? Und--- Männer wohl nicht geneigt--- auf Arbeiterfrau im Hause soweit zu verzichten, um es möglich zu machen, Organisationsarbeit zu tun --- Wir/ är Dürfen uns von diesem Hindernis nicht befangen lassen.------- Wir wollen nicht philiströs sein, nicht kleinburgerlich---- nicht reaktion/ --- Nicht meinen, dass Proletarierin auch weiter zurückbleiben soll----nicht im Ideenkreis aus Sklavenverhältnis gegenüber Unternehmer---auch aus dem häuslichen Sklavenverhältnis herauskommen--- Tut Frau nicht Pflicht, ist der Mann schuld---- Grade der verheiratete Mann hat die Pflicht der Aufklärung im Hause Protokoll Linz 1898, Seite 41/3 3. • Zu dieser Debatte trugen Adelheid Popp und Glas temperamentvoll bei----das ihrige sehr ein Mann von Format Fanny Blatny will nicht Schumeier etwas. er sei gewesen---- Er hat sich auch später von diesen Anschauungen vollkommen freigemacht.--- Es lag ihr nur daran, die geladene Atmosphäre wieder zugeben. /// Ein Jahr später 1893 XXX der Internationale Kongress in Zürich Anfang August,( Dorthin waren zwei Frauen aus Oesterreich delegiert) haben die Delegierten Oesterreichs das allgemeine Wahlrecht auch für die Frauen gefordert. /// Aber-- sagt F Bl.: bei so geballten Stimmungsunterschieden konnten keine raschen und gewaltigen Fortschritte gemacht werden.--- Gegen die Frauenbewegung wirkte sich auch die Haltung aus, die den" Arbeiterbildungsvereinen" so nachteilig war.--- Das Verschwinden war wohl im Intresse des Ausbaus der Partei eine Notwendigkeit.---- Weil grade die undifferenzierten Vereinen Sammelbecken für Indifferente ---- Auch der Männerhochmut gegen die" rückständigen Weiber" konnte sich hier am besten abschleifen. Es war schon viel" 2500 Arbeiterinnenzeitun eitung diesen Umständen. waren. in die Provinz-- unter Die Frauen nahmen in vielen Tausenden an Wahlrechtsdemonstrationen und Maifeiern teil----- diese Bewegung steigerte sich grade in den Jahren nach 1893---- Das gab Gelegenheit zu grossen Agitationsfahrten Anfang 1893 zu den Textil- Tabak und Porzellanarbeiterinnen. Mährisch- Schönberg/ Mährisch- Sternberg/ Brunn/ Reichenberg/ Karlsbad/ Bautsch usw, usw. gut besuchte und aufregende Versammlungen. Behörden aus dem Häuschen/ Böse Rote--- lammfromme Arbeiterschicht eindrangen. Versammlungsverbote/ Auflösungen/ Sabotage der angemeldeten Vereinsgründungen/ gerichtliche Verfolgungen/ auch der Rednerinnen wegen Ruhestörug /// Relionsbeleidigungen/ Majstätsbeleidigungen/--- Wie erlebten diese Zuhörerinnen das? Es war aufwühlend.//// Da stand eine ihresgleich und redete frank und frei über die Ungerechtigkeit in der bürgerlichen Gesellschaft über das doppelt gedrückte Dasein der weibl Proletarier über die frohe Botschaft des Sozialismus / en Auch für die Rednerinnen von damals etwas Ausserordentliches---selbst kaum erweckt--- dann auf ungepflugten Boden---- es war junge Saat, die sie in lauschende, harrende Seelen gaben. Ueber neues/ denkendes Welterleben /// lohnte es sich----- eine Ewigkeit in klappernden Bummelzugen---- von einem Bertchen ins andere pilgern--- stundenlang in engen, raucherfüllten Gaststuben sprechen---- in armseligen Gastbeitten kinderreicher Familien nächtigen---- von Gendarmerie Bezirkshauptleuten gehetzt ---- Fast keine Reisediäten-- notdürftig zwischendurch Hunger stillen--Fahrtkosten aus Tellersammlungen. ( Im" Gedenkbuch" dargestellt von Anna Boscheck/ Lotte Glas- Pohl/ und Sophie Jost //// Seite 17) Bald traten die" erweckten Frauen" aus den neuen Lokalvereinen in die gleichen Fussstapfen. Mitglieder kamen in 7-14 Tagen zusammen. Regel: viele Männer und wenig Frauen--- aber aktive Frauen als Rednerinnen. Gemeindevater sagt: Es ist immer interessant und man kann viel lernem aber was wir wissen wollen, das sagen sie nur in ihren" separaten Zusammenkünften".( Er u.a.hatte Auftrag zu berichten, nach oben) Böhmisch- Mähren mit viel Industrie in der Frauen beschäftigt waren. Es gab gelegentlich Lohnbewegungen und Streiks, auch Solidaritätsaktionen, Aufblühen und Zusammenfallen der Vereine( Personenfrage. Wenn eine Frau erkrankte, fie alles zusammen usw. 4 Es kam oft auch darauf an, ob die Frauen als wertvolle Mitarbeiter empfunden würden oder als lästiger- womöglich anspruchsvoller BallasVerantwortliche Sozialistinnen Es wurde gebraucht: mühten sich um neue Mittel und Wege. 1.der lokale Verein für die Frauen, deren Organisationsformen der weibl. Eigenart entgegenkamen. Sammel- u. Stützpunkt 2/ Zentrale Körperschaften, um die die kleinen Gebilde betreuten. 1896 trat Adelheid Popp dafür ein. Parteitag " Freie Frauenorganisation" Arbeiterinnenzeitung vom 6. Jan.1898 rief Adelheid Popp in der Arbeite rinnenzeitung zur Reichsfrauenkoferenz auf Beides fand in der Partei- und Gewerkschaftsbürokratie wenig Gegenliebe Frauenverbände würden bald ihr Eigenleben behaupten.Expansionsdrang Allgemeinziele( höher) schädigen. Kompromisse hin und her. Schliesslich: Die Gewerkschaftskommission schaltete sich ein, um fördernd oder bremsend einzugreifen. 9.und 10.April 1898 erste Frauenreichskonferenz. Räume des Gumpendorfer Bildungsvereins( Wo?) 44 Delegierte/ 20 aus der Provinz.: um Heerschau zu halten um sich über das Heute klar zu werden über das Morgen schlüssig 11. 寶 Man sagte sich selber und den Genossen bittere Wahrheiten. Männer f indolent, borniert, reaktionär, Frauen Überempfindlich/ falsch erzoger / sträflich bescheiden/ nicht fortgeschritten genug um mit den Männern arbeiten zu können. Organisatorische Beschlüsse unter Zustimmung von Partei u.Gewerhaft: 1.es sollten bei den Fach- Gewerkschafts- und Bildungsorganisationen Frauensektionen gebildet werden. Diese sollten sich der erwerbstätigen und der Hausfrauen annehmen. 2.In den wichtigeren Orten sollten Agitationskomitees gebildet werden. 3. In Wien würde ein 12gliedriges Frauenreichskomitee geschaffen. Auf die Zusammensetzung sollte Gewerkschaftskommission Einfluss nehmen Warum? Die Frauen sollten nich konkurrierend auftreten.- Aus gleichem Grund keine neuen Frauenbildungsvereine. Das Frauenkomitee sollte Ziel und Richtung geben. Zweckmässige Verbindung sein und einheitliches Vorgehen der örtlichen Körperschaften bewerkstelligen. Oesterreich war ein Nationalitätenstaat, Ungarn Tschechen, Deutschböhmen das Deutschsprachige Oesterreich, Schlesien/ Polen. Mähren Besondere Kämpfe, besondere Entwicklung. 1898 erste Reichsfrauenkonferenz-- Elan. festeinordnen.-- notwendiges Glied- nicht anspruchsvoller Mitläufer--- oder überflüssiges Anhägsel. Von Einsicht der Notwendigkeit bis zur Herausbildung jener Werbe- und Ausbauform-um Frauen wirklich zu gewinnen,- festzuhalten,-politisch durchzubilden ein langer Weg, schwer- es dauerte noch ein Jahrzehnt, ehe es Bewegung warr.-Die Leiterinnen wurden dabei zäh, gewandt, durchgebildet. Adelheid Popp anerkannte Führerin machte sich Theorie und Praxis zu eigen. Konnte in Wort und Schrift näher bringen. mitteilen. mit Rat und Tat beispringer Ihr zur Seite Anna Boschek. warmfühlend.unbestechlicher Verstand. Organisatorin. Genannt werden Lotte Pohl- Glas, schneidige Polemik- mutig- aus der burgerlich intellektuellen Welt Therese Schlesinger und Emmy Freundlich. Sie brachten die Freude an der soliden geistigen Arbeit mit---und den anmutigen Intellektuellemtypus. Amalie Pölzer zusammen mit Schlesinger Verfechterin der Politisierung des Frauenkampfes und der bedingungslosen Gleichberechtigung der Geschlechter-ohne Wenn und Aber-( ein Unterfangen, das damals in der Partei viel zähen Widerstand und unaus rottbarem Mannerhochmut begegnete Emmi Freundlich bildete sich- indem sie den Boden Mährens buchstBlich umackerte, zur genauesten Kennerin der sozialen Verhältnisse der Arbeiterinnen, zur ideenreichsten Amregerinnen sozialpolitischer Einrichtungen aus. Gabriele Proft, spätere Parteisekretärin, machte um 1900 noch die ersten Gehversuche im Heimarbeiterinnenverein in Ottakring.. Nach dieser ersten Reichs frauenkonferenz waren die objektiven Voraussetzungen noch nicht geändert.Arbeitszeit 11 Stunden. Heimarbeit, Wochenverdienst 4010 Kronen, Stumfheit natürlich. Der Organisation fehlte es an Geldmitteln. Entschlossene Frauen die r reden konnten standen wenige zur Verfügung. Die meisten Parteileute glaubten( nicht ohne Grund) nähere Sorgen zu haben, als die mühselige Förderung der Frauen. Nur die starken Impulse( Frauenkonferenz ausgehend) 1899 u.1900 Auflageerhöhung der Arbeiterinnenzeitung. und Die Zahl der Frauen in Gewerkschafts- und Bildungsvereinen stieg. Neue X* X** I******* Frauenaktionskomitees, Frauensektionen weibliche Vertrauenpersonen meldeten sich, beim Reichskomitee.( 170) Arbeiterinnen der Textilbranche kämpften für Zehnstundentag Anmerkung: 1899 ereigneten sich 17, und 1900 vierzehn% aller Streiks in Betrieben mit vorwiegend weiblicher Belegschaft. Maifeiern, Demonstrationen gegen den Zollwucher, Zuckersteuer, Paragraph 14 XXX Regimes(?) Militarismus, fanden in Frauen starke Stütze. Mitglieder des Reichskomitees fuhren werbend, anfeuernd durch das Land Regionale Arbeiterinnenkoferenzen. bahnten überlokalen Zusammenschluss Bezirkskomitees und ein Netz von Korrespondentinnen. Bildungskurse krönten alle mühselige Organisationsarbeit. Im Oktober 1899 Adelheid Popp Turnee durch Bezirk Turn/ Probstau/ Isergebirge mit vielen Orten. Dabei aber Rückschläge. Reichssekretär Skaret an den Parteitag: " Die Frauenorganisation windet sich schlecht und recht durch" 1900 Januar Ein Jahr später alles zusammengeschmolzen, bis auf die Hälfte. 1902 im Isargebirge keine organisierte Glasarbeiterin mehr. Eine gewerkschaftl.Arbeiterinnenkonferenz in Nordhöhmen glich der Heerschau" der Schau über ein geschlagenes Heer." Der Bericht des Frauenreichskomitees an den Parteitag 1903 klang in den SOS- Ruf aus:" Wo die vielversprechendsten Ansätze vorhanden waren, ja selbst, wo die ganze Organisations- und Agitationsarbeit in ein festes System gebracht war, liegt heute alles darnieder. Wo 5-600 organisierte Arbeiterinnen waren, sind heute kaum 100 Nur noch die Tabak- oder Heimarbeiterinnen bestehen. Krise bei den Porzellanarbeitern? Sysiphusarbeit 3 War-nach der Agitation- den Genossen überlassen------ Siend dieser Sysiphusarbeit nicht gewachsen, können nur Frauen tun. 8.November 1903 zweite Reichs frauenkonferenz. Bericht Böhmen betrüblich. Tabak, Porzellan, Glasarbeiterinnen. Zusammengeschmolzen Zwei Wiener Neugründungen jener Tage: Verein sozialdemokratischer Frauen und Mädchen( 1903) Verein der Heimarbeiterinnen( 1903) Zum ersten mal wurde politisches und gewerkschaftliches Wollen/ sauber getrennt. Frauenkonferenz( 8.Nov.1903) kehrte immer wieder zu der Tatsache zurück, dass der einzige Rahmen bisher die Gewerkschaft war. Die Gewerkschaften aber seien ungeeignet die Frauen zu erfassen und zu halten, die ausserhalb des kapitalistischen Produktionsprozesses zu stehen und sich doch vom weckenden Hauch der Zeit angewehht fühlen Das heisst: über diese Grenzen hinaus müssen die Frauen politisch erfasst werden. Das Oesterreichische Vereinsgesetz hatte auch seine Tücken Möglich war nur die locker aufgebaute freie politische Organisation. Aber auch die Partei hatte die angemessene Organisierungsform noch nicht gefunden. Befürchtung: Konnten nicht die" freien Frauenorganisationen" selbständige Körper werden, statt sich als" Hilfsorganisationen zu bescheiden? Durfte man zu den Frauen, die bisher ihren Weg so gut und richtig gegangen waren, kein Vertrauen haben? Die entschiedene Vorkämpferin der Politisierung war Therese Schlesinger Kompromis: der Einfluss der Gewerkschaftskommission auf das Frauenreichskomitee wurde eingeschräkt. Die gewerkschaftlichen F Frauensektionen sollten den Arbeiterinnen dadurch unentbehrlich gemacht werden, dass sie die Auszahlung von Entbindungsund Krankheitsunterstützungen in ihren Aufgabenbereich einbezogen!!! Nach der politischen Seite behielt man aber die nebelhaft- unsicheren" Frauenagitationskomitees" und der " Korrespondentimmen" bei Man verankerte sie aber nicht organisatorisch.--- Und die Geldmittel? Sie sollte wie bisher aus Zuwendungen der Parteivertretung und der Gewerkschaftskommission( dazu aus anderen Subventionen) kommen. Blatny Und doch konnte sich die Bewegung nach ihren eigenen Gesetzen nur entwickeln, wenn sie über sichere Einnahmen aus eigenen unabhängigen Quellen verfügte. Frauenbewegung kam aber wieder hoch. wirtschaftliche und politische Erneuerung. Konjunktur. Wahlrechtskampf. Russische Revolution. Ferdinand Skaret Parteitag 1907:" Es ist nicht zu unterschätzen, welcher Dienst unserer Bewegung die Frauen leisten, klären andere Frauen auf, schwächen den Widerstand( und beseitigen ihn) den sonst Frauen der Tätigkeit ihrer Männer entgegen setzen. Mehr Parteigenossen arbeiten würden, wenn sie zuhause aufgeklärte Frauen hätten..... Im Wahlkampf haben wir gesehen, wie dringend notwendig die Frauenorganisation ist. Auf diesem Parteitag wurde den FжAкк Bezirks- und Kreisorganisationen der Partei das Recht eingeräumt" zu den Parteitagen( ausser der ihnen F zustehenden Zahl männlicher--- auch einen weiblichen Delegierten zu entsenden( wenn eine Frauenorganisation bestand) Das Frauenreichskomitee, die Frauenreichskonferenz, und die weiblichen Vertrauenspersonen wurden im Parteistatut verankert Ein Regulativ für die Gründung freier, politischer Frauenorganisationen wurde beschlossen. Es wurde vom Frauenreichskomitee- in Verbindung mit Partei- und Gewerkschaftsleitung ausgearbeitet, Anmerkung: Freie politische Frauenorganisation, eine, die nicht vereins mässig( mit Statuten usw) aufgebaut, sondern deren gesetzliche Grundlage der Paragrph 2 des Vereinsgesetzes war.( Aber Mitgliedsbeiträge.MJ) Frühere Anmerkung: Aus der tschechischen Parteigeschichte sei berichtet dass die Partei um jene Zeit( 1903) die rührigen Frauenkomitees in Prag und Pilsen kurzerhand auflöste und der Arbeiterinnenbewegung schweren Schaden zufügte. Man sieht, die Arbeiterbewegung aller Zungen stand damals im Verständnis dafür, was die Politisierung der Frauen bedeutete, und wie sie praktisch in die Wege geleitet werden konnte, hinter den Klerikalen und den Chauvinister beträchtlich zurück.---- Aber 1908 haben sie dann Karoline Mach in den böhmischen Landtag kandidiert. in einem ResoDie wichtigsten Sätze des Regulativs wurden lutionsentwurf der dritten Frauenkonferenz zugeleitet Text: ! Frauen/ " Die Konferenz macht es den Genossen zur Pflicht, dahin zu wirken, dass gemäss dem Beschluss des Reichsparteitages von X 1907 überall weibliche Vertrauenspersonen gewählt werden. Die weibl. Vertrauenspersonen haben die Verpflichtung, überall für politische Organisierung der Frauen zu XXX wirken und überall dort, wo noch keine andere sozialdemokratische Frauenorganisation besteht, eine" freie Organisation" zu schaffen. Die Mitglieder der politisch- freien Frauenorganisation hahen einen Monatsbeitrag von dreissig Hellern zu entrichten.( Er wurde später bis 40 Heller erhöht) wobei zwei Heller pro Mitglied und Monat dem Reichskomitee abzuführen sind. Die der freien Organisation angehörenden Genossinnen erhalten die " Arbeiterinnenzeitung" obligatorisch.Gewerkschaftlich organisierte Arbeiterinnen zahlen einen Monatsbeitrag vo 10 Hellern ohne Bezug der" Arbeiterinnenzeitung". Mit besonderem Nachdruck heben wir hervor, dass die freie politische Frauenorganisation kein Ersatz für die gewerkschaftliche Organisation der Arbeiterinnen sein kann. Die Leitung der freien politischen/ Organisation hat gleichzeitig als Agitationskommission zu fungieren, und es sollen Genossinnen von am Ort befindlichen Gewerkschaften dem Komitee angehören. Das war die Geburtsurkunde der Frauenbewegung in Oesterreich. Wobei zu sagen ist, dass es in Wien schon früher besser war, hier wird vornehmlich vom Sudetenland berichtet.( aber Reichsparteitag) 1907) In Wien hatte der Verein sozialdemokratischer Mädchen und Frauen das Eis bereits gebrochen. Dritte Frauenreichskonferenz am 19. und 20.April( Ostern 1908 in Wien Was folgte, war die beste Antwort auf die jahrelang vorgebrachten Bedenken über Mangel an geeigneten Kräften. Ueber die zu vielfältige Bindung der Frauen an Beruf, Haushalt und Kinder. über weibliche Eigenbrötei, Gefährdung des schon bestehenden usw. Die Frauenbewegung erhielt den sicheren Bestand, um den sie unter Entmutigungen 1 1/2 Jahrzehnt gerungen hatte.---- Das Neue, ging von dieser Frauenreichskonferenz aus: ein wohlaufgebauter, sich immer neue Afgabenkreise eingliedernder Organisationsapparat. Man hatte mit vorbildlicher Selbstlosigkeit geholfen, den Männern das Wahlrecht zu erkämpfen. Nun konnte 8₁ man auch erwarten, dass die Genossen sich( mit ganzer Kraft) gegen die Schande des/ Paraphen/ 30 des Vereinsrechtes wenden würden der die Frauen wie Schwachsinnige und Unmundige vom politischen Vereinsleben ausschloss und dass sich die Partei auch des allgemeinen Frauenwahlrechtes anne hemen würde----- die theoretische Anerkennung im Parteiprogramm war da. Ohne Frauenwahlrecht konnte es keinen gesellschaftlichen Fortschritt geben. Referate И von Adelheid Popp und Emmi Freundlich zu dieser Frage brachten das zum Bewusstsein Wo??? Parteitag? 1911 und 1913 waren die vierte und die XNXX fünfte Reichsfrauenkonferenz MXXXXX** X* X** X** X Nationalistischer Lärm, militärische und kapitallistische Scharfmacherei übertönten die Forderungen der Frauen. September 1906 hat sich Viktor Adler im par; amentarischen Wahlreformausschuss entschieden zum Frauenwahlrecht bekannt. Nachdem haben die Abgeordneten der Partei im Reichstag und den Landtagen Vorstässe unternommen. Zweimal war es gelungen eine Aenderung des Paragraph 30 durchzubringen, einmal wurde es annuliert durch vorzeitigen Sessionsschluss, das andere mal brachte das" Herrenhaus" den Beschluss zu Fall. Sie erzielten eine Menge sozialpolitischer Erleichterungen für die arbeitenden Frauen auf gesetzlichem Wege. Das rapide Wachtum der Frauenorganisation und ihre Stetigkeit bewies seit 1909 Reichenberger Parteitag dass feste Formen, feste Beitragsleistungen, feste Rechte und Pflichten keineswegs ein Hindernis, sondern durchaus ein Ansporn zum Anschluss bedeuten und dass sich neue Aufgabenkreise und feinere Differenzierungen mit Vorliebe sich grade aus dieser Grundlage ergeben. Die dreissig oder vierzig Heller Monatsbeitrag, die einheitlichen Frauen marken und-legitimationen die seit 1909 die Frauen zu vollwertigen Parteimitgliedern machten, und Landesvertretungen abführten die zwei Heller die Reichsfür jeder Organisierte an die Frauenkomitees das 1909 errichtete, von Gabriele Proft geleitete Frauensekretariat waren Klammern und Nieten, die das Einzelmitglied fest ans Ganze banden Anmerkung: Aus diesem Grund sprach sich auch die FrauenReichskonferenz von 1911, als die Aufhebung des Paragraphen dreissig und damit die Eingliederung der" Freien Frauenorganisationen" in die allgemeinen Wahlvereine unmittelbat bevorzustehen schien, in ihrer überwiegenden Mehrheit für eine separate Kassaführung der Frauen aus; nur sie gewährleistete eben jene saubere Abgrenzung der Arbeitsgebiete, die nun einmal für deren gründliche Beackerung notwendig ist. Eben noch unfähig, sich vom Mutterboden der Gewerkschaften loszureissen, schaltete sich die Frauenbewegung( 1907) energisch in die Internationale ein. Stuttgart 1907/ Kopenhagen 1910/ Kongress. Sehr aktive Mitarbeit.--- Schafte im Lande ein politisches, gewerkschaftliches und genossenschaftliches Komitee. Emmi Freundlich 5. Frauenkonferenz 1913 Therese Schlesinger und Emmy Freundlich legten ein umfassendes Bildungsprogramm vor( Mit Danneberg und Luitpold Stern . Nº 4 1912 Gedenkbuch: Zwanzig Jahre Arbeiterinnenbewegung Frauen hatten daran gearbeitet. Neunzehn Frauenbewegung bemühte sich dann um Lehreinnen, Angestellte, Dienstboten Lehrmädchen, Handwerksgehilfinnen, 19.März 1911, erster Internationaler Frauentag, beschlossen in Kopenhagen Burgelle Edaven be w Als sich 1894--auf amerikanische Anregung hin, der" Bund Deutscher Frauenvereine" zusammenschloss, verweigerte er den sozialdemokratischen Verbänden die Aufnahme " Da się gesetzlich nicht zulässig seien." Mochte die- von Auguste Schmidt gegebene Begründung formal- juridisch immerhin etwas für sich haben,-sie wäre nicht gesucht und nicht gefunden worden, wenn KIK man sich nicht hätte" burgerlicherseits" abgrenzen. wollen. Anmerkung: So empfand es auch die Bundesminderheit unter Führung von Minna Cauer Zum Protest gründete sie 1899 den " Verband fortschrittlicher Frauenvereine und gab ihm u.a. die Parole:" Für die Arbeiterinnen mit den Arbeiterinnen". Eine weitere fortschrittlich- radikale Gründung war der " Deutsche Verein für Frauenstimmrecht." 1902 DAS WEISSE BAND Für Gott und das Heim ,, Persönliche Initiative und aufopferungsvolle Hingabe Einzelner wird stets die Triebkraft sozialer Reform sein."( Ottilie Hoffmann) Am 17. Januar 1954 starb in New York unsere geliebte Bundesschwester Frau Gisella Teleky, die bis 1933 unsere Ortsgruppe Düsseldorf führte. Fern von der Heimat, als Bürgerin der neuen Welt war und blieb sie uns in deutscher Treue verbunden. Unsere Dankbarkeit folgt ihr über das Grab hinaus. Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur Anna Klara Fischer, Bundesvorsitzende Ein Nachruf aus der Feder ihres Gatten kann bei uns erbeten werden. " Möge Gott die drei großen Bewegungen mit Erfolg krönen, die unser Zeitalter beherrschen: die Nüchternheitsbewegung, die Frauenbewegung und alle Bestrebungen zur Gesundung der Arbeitsverhältnisse. Diese drei sind ja nur verschiedene Seiten der einen großen Frage: der Menschheitsfrage." ( Frances Willard, um 1883) 1 Fromme Wünsche Von einem abstinenten Juristen Die nachstehenden Ausführungen sollen keine unmittelbar zu verwirklichenden Vorschläge enthalten, sondern sie sollen nur darlegen, welche grundsätzliche Einstellung zu den Problemen der Alkoholfrage unser Kreis bei den maßgebenden Stellen der Gesetzgebung und der Verwaltung muß zur Geltung zu bringen suchen. Gegen manche Miẞstände und Ungehörigkeiten, deren Schädlichkeit offen zu Tage liegt, wird schon jetzt mehr oder weniger energisch vorgegangen. Gegenüber Ausschreitungen wie Gefährdung des öffentlichen Verkehrs infolge von Alkoholgenuß, Schädigung der Jugend durch Verabreichung geistiger Getränke, Animierunwesen, Ärgernis erregende Trunkenheit und Ähnliches erscheinen Verbots- und Strafgesetze am Platze. Wir können bisher nicht erwarten, daß die Staatsgewalt darüber hinausgehend die Auffassung von der Nachteiligkeit auch des mäßigen, als Gewohnheit geübten Alkoholgenusses sich zu eigen macht und uns bei unserem hiergegen eingesetzten Bemühen tätige Unterstützung leistet. Verlangen müssen und können wir indessen schon jetzt, daß der Staat in dem von uns geführten Kampfe nicht gegen uns Partei ergreift, nicht selbst dem Alkoholgenuẞ Vorschub leistet. Eindringlich muß betont werden, daß Herstellung und Vertrieb geistiger Getränke keine volkswirtschaftlich wertvolle Leistung ist, daß für die Volksgemeinschaft kein Interesse und somit kein Anlaß besteht, diesen Geschäftszweig zu fördern. Folgerichtig durchgeführt, würde dieser Grundsatz sich dahin auswirken, daß der Staat für den Betrieb der Alkoholgewerbe nicht die von ihm geschaffenen und unterhaltenen öffentlichen Einrichtungen, beispielsweise seine Transportwege und Transportmittel, auch nicht seinen Rechtsverfolgungs- und Vollstreckungsapparat, zur Verfügung stellt. Einer solchen rigorosen Versagung steht der Satz des Grundgesetzes für die Bundesrepublik, daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, nicht entgegen, denn es würde dadurch nur ein bestimmter Kreis von Geschäften unter Ausnahmerecht gestellt, nicht eine Personenklasse zurückgesetzt werden. Daß aber die Segnungen des Staates für alle verschiedenen Interessen in gleichem Maße müßten in Anspruch genommen werden können, ist aus der angeführten Verfassungsbestimmung nicht zu entnehmen. Jene Behandlung verstößt auch nicht gegen eine allgemeine Idee der Gerechtigkeit. Denn ein allgemeiner Anspruch auf die Benutzung staatlicher Wohlfahrts- Einrichtungen und Anstalten ohne Rücksicht auf die damit verfolgten Zwecke läßt sich naturrechtlich nicht begründen, es gibt auch kein naturrechtliches Gebot, daß alle nicht verbotenen Rechtsgeschäfte ohne Ansehung ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung klagbar und die Ansprüche daraus vollstreckbar sein müßten; in dieser Hinsicht mag auf 2 - die Behandlung von Spiel und Wette im geltenden Recht hingewiesen werden. Trotzdem kann eine derartig ablehnende Haltung gegenüber den Belangen der Alkoholgewerbe nicht empfohlen werden. Denn eine dahingehende Vorschrift würde abgesehen davon, daß sie in weiten Volkskreisen heute noch keinem Verständnis begegnen und als unbillig empfunden werden würde voraussichtlich in einem solchen Umfang der Übertretung und Umgehung unterliegen, daß ein wesentlicher Erfolg davon nicht zu erwarten wäre. - Immerhin aber dürfte die Staatsgewalt berechtigt und verpflichtet sein, wenn durch volkswirtschaftlich unproduktive Gewerbe eine Schädigung der Volkskraft oder ein das Wohl der Gesamtheit beeinträchtigender Verbrauch von menschlicher Arbeitskraft oder von Sachgütern, insbesondere Rohstoffen verursacht wird, hier mit ihrer Un interessiertheit am Gedeihen solcher Erwerbszweige Ernst zu machen und die geeignete Vorsorge zu treffen. Der Satz, daß alle vor dem Gesetz gleich sind, bedeutet nicht, daß der Staat gehalten sei, allen Gewerben in gleicher Weise Förderung zu gewähren. Hier muß vielmehr durchaus eine Wertbetrachtung zu Raum kommen, die einem Erwerbszweige oder Berufe einen Anspruch auf positive Förderung seitens des Staates nur nach dem Maße des von ihm geleisteten Nutzens für die Volksgemeinschaft zuerkennen kann. Die bloße Unterlassung solch positiver Fürsorge gegenüber Erwerbszweigen, die keine Begünstigung verdienen, ist etwas ganz anderes als eine Vorenthaltung des Gebrauchs der für alle bestehenden staatlichen Einrichtungen, die auch wir nicht gutheißen. Vor allem erscheint es unangemessen, daß der Staat selbst unmittelbar oder mittelbar( durch Verpachtung von Schankstellen) sich an dem Vertriebe geistiger Getränke beteiligt. Ebenso, daß er durch Unterhaltung von Fachschulen, durch Zulassung zu einer von ihm veranstalteten oder unter seiner Protektion stattfindenden Ausstellung der Erzeugung oder Verbreitung solcher Getränke eine Pflege angedeihen läßt. Verwerflich ist es auch, wenn Staat oder Gemeinden ihre Einrichtungen zur Reklame für den Absatz solcher Getränke zur Verfügung stellen. Doch erscheint das gekennzeichnete rein negative Verhalten zur Herbeiführung eines erstrebenswerten Zustandes nicht genügend, vielmehr bedarf es auch tätiger Gegenmaßregeln, die auf die Einschränkung des Alkoholgenusses abzielen. Zulässig sind zweifellos steuerliche Maßregeln gegenüber dem Überhandnehmen des Alkoholgenusses, die allerdings, ebenso wie das staatliche Branntweinmonopol, die Gefahr mit sich bringen, daß der Staat finanziell an dem Gedeihen eines Gewerbes interessiert ist, das er aus volkswirtschaftlichen und kulturellen Gründen nicht begünstigen darf. Der unerwünschten Vermehrung der Schankstätten und der Gelegenheiten zum Kauf von Spirituosen sei es in offener Form, 3 sei es versteckt in Süßigkeiten - konnte nach dem Gaststättengesetz vom 28. April 1930 durch Versagung der Konzession bei mangelndem Bedürfnis entgegengewirkt werden. Leider hat aber das Bundesverwaltungsgericht durch Urteil vom 15. Dezember 1953 entschieden, daß jene Vorschrift mit dem inzwischen in Kraft getretenen Grundgesetz nicht vereinbar, also eine Bedürfnisprüfung nicht mehr angängig sei. Hoffentlich ist damit noch nicht das letzte Wort in dieser Frage gesprochen. Die vorstehenden Ausführungen wollen zur Klärung der Frage dienen, ob und auf welche Weise selbst innerhalb der von dem Grundgesetz gesteckten Grenzen die Möglichkeit besteht, daß unsere Bestrebungen im Bereiche des Staats- und Rechtslebens Verwirklichung finden. Voraussetzung ist neben einer rührigen Propaganda unseres Bundes und anderer gleichgesinnter Verbände ein verantwortungsbewußtes und verständnisvolles Verhalten der öffentlichen Stellen. Gewiß besteht kein Anlaẞ zu optimistischer Betrachtung, es darf aber auch keine Entmutigung aufkommen. Jugendarbeit im Weißen Band Von Grete Blickle Ist sie wirklich notwendig bei uns? Ist nicht jede Jugendarbeit schlechthin auf alkohol- und tabakfreie Lebenshaltung ausgerichtet? Gibt es nicht der jugendpflegerischen und scheinbar jugendbewegten Gruppen und Grüppchen genug? Warum sollen wir noch ein neues Glied in diese Kette reihen? Ist das nicht fehlgeleitete Arbeit in einer ausgesprochenen Frauenorganisation, der es zur Bewältigung ihrer groBen Aufgaben ohnehin an Arbeitskräften mangelt? So wird sich manche Bundesschwester in stiller Stunde fragen. Besonders unsere Ortsgruppenvorsitzenden werden sorgenvoll in die Zukunft schauen, weil sie den Menschen suchen für diesen neuen Aufgabenbereich. Ich kann sie gut verstehen, denn ich teile ihre Fragen, und sorgenvoll schaue ich mit ihnen aus nach den helfenden Händen, Herzen und Köpfen. - Und doch! Das Zusammenleben mit den Kindern in der Schule, der Einblick in ihre einsamen Herzen, das Ahnen ihrer inneren Verlassenheit bei gewisser äußerer wirtschaftlicher Sicherheit, das Beobachten der Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit im Stadtbild oder in den Randgebieten der Siedlungen, das furchtbare Erkennen ihrer noch nie in solchem Ausmaße dagewesenen körperlichen und seelischen Anfälligkeit haben immer stärker in mir die Auffassung wachsen lassen, daß gerade wir als Frauenbund für alkoholfreie Kultur ganz besondere, unabdingbare Aufgabe haben. -- - hier eine zu lösen - - - - - Diese wie die Psychologen sagen labilen Kinder finden keine echte Hilfe zur Entwicklung ihre Persönlichkeit in bloß jugendgemäßem Lebensstil. Sie bedürfen unserer ganzen mütterlichen Güte und unseres pädagogischen Geschickes, daß sie zwar fast spielend aber doch glasklar erkennen lernen, wo die Gefahren liegen, hinter welchen gleiẞnerisch schimmernden Trugbildern Elend, Not und Verkommenheit sich verbergen. Die Jugend bedarf weiter der Gelegenheiten, nach der gewonnenen Erkenntnis lernen zu können, wie sie ihr Leben nun recht gestalte, wie die Freizeit auszufüllen ist, sinnvoll auszufüllen ist Welche Lesestoffe ihr helfen, Wert und Unwert von Charakteren zu erkennen, einen Einblick zu gewinnen in die verheerenden und zerrüttenden Folgen der Alkoholhörigkeit, daß sie sich selbst ein klares Urteil bilde und am nacherlebten Schicksal das eigene Leben langsam, aber sicher meistern lerne, im Aufblick zu den Vorbildern echten Menschentums, an denen unsere Bewegung so reich ist. Unsere jungen Menschen brauchen uns, weil sie nicht mehr in der Geborgenheit eines Familiennestes aufwachsen können, das ihnen Kraft und Halt genug mit auf den Lebensweg zu geben vermag. Zu diesen beiden Gründen der Labilität und des Ungeborgenseins gesellt sich, je länger je mehr, noch ein dritter, der unser Verantwortungsgefühl auf den Plan rufen und die Verantwortungsbereitschaft auslösen sollte. Niemandem von uns wird entgangen sein, daß in den letzten Wochen und Monaten unsere Zeitungen und Zeitschriften Artikel und Notizen bringen, in denen die Leser auf eine außerordentlich geschickte Weise irregeführt werden. Man versucht, klar zu machen, daß keineswegs der Alkohol und die am Alkoholabsatz so überaus interessierte Alkoholindustrie gefährlich sind, weil sie Gesundheit und Familienglück untergraben, sondern vielmehr will man den Lesern zum Verständnis bringen, daß die ererbte kranke Anlage des Einzelnen diesen zum Trinker werden läßt. Diese neue Propaganda spricht sogar von nur mäßigem Alkoholgenuẞ, sie propagiert die Errichtung von Kliniken zur Einweisung von Alkoholkranken und das erscheint mir im Hinblick auf die Jugend so ganz besonders gefährlich sie verlangt sogar, die Schulbücher zu ändern in dem Sinne, daß die alkoholischen Getränke als Nahrungsmittel anzusprechen seien. Das - Es gilt - so meine ich ruft uns alle auf den Plan! - - in den und gerade weil unsere Schulen in der überwiegenden Zahl keine klare, den Tatsachen entsprechende Stellung beziehen Jugendgemeinschaften diese große Lücke auszufüllen und den jungen Menschen nicht nur das notwendige, einschlägige Wissen, ihrer jeweiligen Altersstufe entsprechend, in angemessener Form zu vermitteln, sondern 5 ( und das scheint mir fast noch wesentlicher) ihnen den inneren Reichtum, das tiefe Frohsein, die charakterliche Geradheit und echte Kameradschaft einer alkoholfreien Kultur vorzuleben. Es gilt, ihnen in den Heimatabenden die Lebensbilder von Männern und Frauen zugänglich zu machen, an denen sie die negative Wirkung des Alkohols und die positive der Abstinenz klar erkennen können. Dazwischen sollen das frische Lied und das frohe Spiel reichlich Raum haben. Die älteren Gruppen sollen die Tagespresse unter der Themastellung: Alkohol und Verkehr, Alkohol und Verbrechen, Rechtsprechung und Alkohol verfolgen, einschlägige Artikel und Notizen mitbringen und sie zum Mittelpunkt von Besprechungen machen. - Das Erarbeiten von Sketchen, ja das Laienspiel wird mit einbegriffen Wanwerden müssen, wenn wir die jungen Menschen fesseln wollen. derungen, überörtliche Treffen und Bundesferienlager sind mit der Zeit unerläßlich. Mögen uns Menschen geschenkt werden, diese Aufgabe anzugreifen! Zum Streit um die Blutalkohol- Probe Von Ernst Grosse Der Kampf um die Blutprobe ist offenbar so weit gediehen, daß sich höchste Spitzen der Regierung und Gesetzgebung damit beschäftigen. Es scheint mir, daß er nicht aus uneigennützigen Motiven entfacht worden ist. Denn wenn man im Geschäftsbericht des Bayrischen Brauerbundes 1951/53 liest: ,, In Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht, den Kfz- Verbänden und der Arbeitsgemeinschaft der Gärungsgewerbe werden wir auch weiterhin gegen die Anwendung der Widmark'schen Blutprobe als forensisches Beweismittel Stellung nehmen", dann sind die Interessenten ja deutlich genannt. Nachdem die Furcht vor schwerer Bestrafung viele Autofahrer veranlaßt hat, keinen Alkohol mehr zu trinken, liegt die Befürchtung nahe, daß Verkehrswacht und Kfz- Verbände vor gewinnsüchtige Interessen gespannt werden sollen, und daß der Kampf um die Blutprobe nur ein neues Mittel zur Umsatzsteigerung sein soll. Gegen die Blutprobe aber lassen sich andere Argumente finden. Deshalb habe ich mir gestattet, meine Meinung dazu niederzulegen. Sie scheint mir logisch zu sein. Eines aber dürfte sicher unbestreitbar sein: Es ist ungerecht, jemanden zur Verantwortung zu ziehen für ein Verschulden, das er gar nicht selbst nachprüfen kann. Wie soll man ständig erkennen, wie hoch der eigene Blutalkoholgehalt pro Mille ist? Schon diese Frage stellen, läßt erkennen, daß da etwas Unmögliches gefordert wird. Selbstverständlich aber muß jemand verantwortlich gemacht werden. Man macht sich heute die Entscheidung über Verantwortung und Haftung bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen ziemlich leicht. Man macht denjenigen, der unter Alkoholwirkung steht, verantwortlich, wenn er dann irgendeinen 6 Schaden anrichtet. Durch Festlegung eines Wertes von 1,5%/ 00 Alkoholgehalt im Blut setzt man eine Grenze, von der ab der Alkoholtrinkende die alkoholischen Getränke falsch angewandt habe. Der Trinkende soll also dieser Auffassung nach wissen, was und wieviel er trinken darf jederzeit der Promille- Alkoholgehalt seines Blutes ist. und wie hoch Abgesehen davon, daß eine Grenze, deren Überschreitung die Gefahr schwerer Bestrafung mit sich bringt, für jedermann erkennbar sein muß, um nicht zur Ungerechtigkeit zu werden, übergeht man bei diesem Schluß eine lange Entwicklung in der Auffassung über Verantwortung und Haftung. Denn für den richtigen Gebrauch einer Ware, die neben den erwünschten guten Eigenschaften auch schädliche haben kann, macht man schon längst nicht mehr nur den Verbraucher, sondern in erster Linie den Erzeuger verantwortlich insofern, als er, der Hersteller, dem Käufer sagen muß, welches der richtige Gebrauch ist. Wer z. B. ein neues Schlafmittel vertreiben will, muß eine zuverlässige Gebrauchsanweisung, eine genaue Dosierung angeben können. Wir würden den Apotheker schön anpfeifen, der uns etwa sagen würde:„ Bei welcher Menge meines Schlafmittels Sie einschlafen und bei welcher Menge meiner Tabletten Sie nicht wieder aufwachen, das müssen Sie selber ausprobieren!" Bei den alkoholischen Getränken aber wendet man nicht einmal die Logik der Quacksalberzeit an, in der man wenigstens den Quacksalber verprügeln konnte, wenn seine marktschreierischen Anpreisungen sich als falsch herausstellten. Heute schiebt man jede Verantwortung, die aus dem Gebrauch der Alkoholika entstehen kann, einfach auf den Käufer ab und bestraft die Opfer der Marktschreier. Die Hersteller und Verteiler dürfen Reklame machen und ihre Umsätze steigern. Sie dürfen alkoholische Getränke mit den werbekräftigsten Worten anpreisen und die angenehmsten Wirkungen versprechen und zum Trinken auffordern ohne Rücksicht auf etwaige Folgen im Verkehr. Nicht einer von ihnen nimmt sich die Mühe, eine Gebrauchsanweisung herauszugeben, die Schädigungen im Verkehr ausschließt. - Der Streit um die Blutalkoholprobe ist also nur sekundär. Erst einmal müssen die Alkoholgewerbe zuverlässige Gebrauchsanweisungen mit genauer Dosierung herausgeben, deren Befolgung Schädigung des Verkehrs ausschließt. Wenn diese wissenschaftlich erprobt und bestätigt sind, wenn man sie allen Verkehrsteilnehmern bekanntgemacht hat und sie immer wieder den Alkoholika beifügt dann erst dürfte man den Verbrauchern die Last der Verantwortung für einen falschen Gebrauch aufladen. - Zuvor aber muß mit absoluter Gewißheit festgestellt werden, daß die angepriesenen und erwünschten guten Eigenschaften der alkoholischen Getränke mit einem großen Sicherheitsabstand vor den unerwünschten, schädlichen Wirkungen eintreten. Bis zur Lösung dieser beiden Fragen aber sind die Alkoholgewerbe verantwortlich für den falschen Gebrauch ihrer Erzeugnisse im Verkehr und müssen für die daraus entstehenden Schäden haftbar gemacht werden. Sollte sich darüberhinaus ergeben, daß der Sicherheitsabstand zwischen schädlichen und angenehmen Wirkungen zu gering ist, daß beide Wirkungen 7 gleichzeitig auftreten, oder daß die angenehmen Wirkungen nach den schädlichen eintreten dann ist jede Werbung für alkoholische Getränke unverantwortlich. - Im übrigen leitet sich die Pflicht zur Haftung schon seit Jahrzehnten nicht mehr nur aus dem Einzelnachweis der Verursachung eines Schadens ab- das Bundesgericht hat einen Gastwirt mitbestraft, der einem Autofahrer zuviel Alkohol ausgeschenkt hatte sondern man macht z. B. bei typischen Berufsschäden und Betriebsunfällen die Gesamtheit der Unternehmer generell den Arbeitnehmern gegenüber verantwortlich. Sie müssen genossenschaftlich sämtliche Kosten der Verhütung und Heilung von Schäden aufbringen, die die Arbeitnehmer in den Betrieben erleiden, obwohl in vielen Fällen die Ursachen in Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit, Leichtsinn, Verstoß gegen Verbote o. ä. liegen. Man sollte dieses Verfahren auch bei den Alkoholgewerben anwenden. Wenn die Alkoholgewerbe nicht mehr nur die Gewinne einstreichen, sondern für die Schäden haften müssen, die entstehen, weil sie zum Trinken auffordern, ohne den richtigen Gebrauch angeben zu können wir brauchten dann bald nicht mehr über das Problem Alkohol im Verkehr zu reden, die alkoholischen Verkehrsunfälle würden ebenso schnell zurückgehen wie seinerzeit die Unfälle in den Betrieben nach Begründung der Berufs- Unfall- Genossenschaften, und die Blutalkoholprobe wäre gar nicht mehr so wichtig. ,, Das Heim kann nur dann zu seiner wahren Würde und Macht kommen, wenn die Frau und Mutter als gleichberechtigter Partner überall da Sitz und Stimme hat, wo es um die heiligen Belange des größeren Heims, nämlich der Gesellschaft und der Regierung geht." ( Frances Willard, um 1883) Bericht von Miss Elsie Gainham über ihre Vortragstätigkeit vom September 1953 bis Ende März 1954 Als ich im September nach Deutschland zurückkehrte, fand ich, daß Frau Anna Klara Fischer für mich in verschiedenen Gebieten Arbeit geplant hatte. 1. Oldenburg: Ich reiste sofort in das Oldenburger Gebiet, wo durch Frau Rahlwes mit einer Reihe von Schulen die Verbindung aufgenommen war. Ich konnte 20 Vorträge halten, nämlich an verschiedenen Mädchen- und Volksschulen in Oldenburg und Umgebung, Handelsschule, einer hauswirtschaftlichen Berufsschule. In einigen Fällen zeigten sowohl der Lehrkörper, als die Schüler erhebliches Interesse, und es wurde beschlossen, eine Anzahl Mädchen von verschiedenen Schulen zur Bundes8 tagung des Deutschen Frauenbundes einzuladen, welche für Oktober in Bad Meinberg geplant war. Alle, die die Tagung besuchten, zeigten weiterhin Interesse und werden vielleicht Mitglieder werden, wenn die Verbindung aufrecht erhalten bleibt. Ich hoffe, Oldenburg im neuen Jahr wieder besuchen zu können, um diese Angelegenheit zu verfolgen und zu versuchen, eine Jugendgruppe zu bilden. Ein sehr interessanter Besuch in Oldenburg war der des Kindergärtnerinnenseminars. Dies war der 1. Vortrag über Alkohol, den sie überhaupt hörten, und er erweckte viel Interesse, obgleich, wie gewöhnlich, der Gedanke der völligen Enthaltsamkeit ihnen sehr neu war. Die einzigen beiden Frauengruppen, an die wir herankamen, waren die Frauen der Methodistenkirche und die Lehrschwestern des evangelischen Krankenhauses. Bei beiden schien der Vortrag lohnend und fand viel Interesse, welches ich auch bei einem anderen Besuch zu ergänzen hoffe. Bad Meinberg: Im Oktober fand die jährliche Bundestagung des Deutschen Frauenbundes für alkoholfreie Kultur in dem kleinen Kurort Bad Meinberg statt. Sie war gut besucht, und darüber hinaus war es eingerichtet, daß Schülerinnen der Oberklasse aus Herford, Detmold und Bad Salzuflen an besonderen Vorträgen teilnehmen konnten. Vertreterinnen von Frauengruppen dieser nahe gelegenen Städte waren ebenfalls eingeladen, einige der Vorträge zu besuchen. Diese Verbindungen werden auch in der Zukunft verfolgt werden. Ein sehr interessanter Widerhall der Meinberger Tagung hat weit und breit Aufsehen erregt. Einige Tage nach Schluß der Veranstaltung trugen Zeitungen in der Umgegend große Schlagzeilen, daß ein abstinenter Arzt, der dieser Tagung beigewohnt und einen Vortrag dort gehalten habe, verhaftet sei, da er betrunken ein Auto gesteuert und sehr gefahrbringend gefahren habe. Diesem Vorfall wurde in der Presse große Bedeutung beigemessen. Es ist überflüssig zu erwähnen, daß es keiner unserer Ärzte war, und wir glauben, es war alles vom Alkoholgewerbe arrangiert, um unseren Bund und die Tagung, welche so erfolgreich gewesen war, in Miẞkredit zu bringen. Natürlich wurde protestiert, aber die Entschuldigungen daraufhin wurden nicht in derselben Weise veröffentlicht, wie die ersten Berichte( d. h. mit so großen Überschriften auf der 1. Seite). Und so ist erheblicher Schaden angerichtet worden, da Berichte des Falles in vielen anderen Zeitungen bis nach Nürnberg hin( fast 1000 Meilen entfernt) veröffentlicht wurden. Anna Klara Fischer verfolgt diese Angelegenheit noch weiter. Salzgitter: Von Bad Meinberg aus fuhr ich nach Salzgitter, um an einer Jugendschutzwoche teilzunehmen. Dies ist ein sehr interessanter Ort und als Jugendstadt Europas bekannt. Von den 100 000 Einwohnern sind 43 000( 43%) unter 21 Jahre alt, jeder 5. ist ein Schulkind, und deshalb gibt es dort viele Jugendprobleme. Hier legte Hitler große Stahlwerke kurz vor dem Kriege an und zwang viele junge Volksdeutsche aus den anstoßenden Ländern( Rumänien, Jugoslawien, Tschechoslowakei etc.) 9 hierher zur Arbeit zu kommen. Diese jungen Leute mit ihren heranwachsenden Familien waren sehr verbittert, daß sie Heimat und Haus verlassen mußten, und ich glaube, diese Verbitterung und Enttäuschung, zudem die Nachkriegsbedingungen und Schwierigkeiten, leisten der Trinksitte Vorschub. Die Stadt Salzgitter hatte diese Jugendwoche eingerichtet, und da eine unserer Bundesschwestern sich im Stadtrat sehr dafür einsetzte, brachte sie es fertig, daß Belehrung über Alkohol in den Schulen in das Programm eingeschlossen wurde. Ich konnte daher in Volksschulen, Haushaltungsschulen und einer Berufsschule Vorträge halten und auch an Elterntreffen teilnehmen. Wir hoffen, daß dies noch mehr Früchte tragen wird, wenn später Wiederholungsbesuche gemacht werden. Berlin: Von Salzgitter wendete ich mich nach Berlin, wo ein Programm für einen vollen Monat vorgesehen war. Ich hielt Vorträge in Oberschulen und verschiedenen Berufsschulen, wo 500 junge Leute, meist Lehrlinge zwischen 16-18 Jahren, in der Aula gleichzeitig versammelt waren. Es wurde großes Interesse gezeigt, hauptsächlich unter den letzteren Gruppen, und meist folgten dem Vortrage lebhafte Diskussionen und Fragen, trotz der großen Hörerschaft. Ich glaube, eine weitere Verfolgung dieser Schularbeit würde sehr gute Erfolge zeitigen. Ich machte verschiedene Besuche in der Schule des orthopädischen Krankenhauses, wo Frau Krohn unterrichtet. Hier konnten wir den Anfang machen, Mitglieder für eine neue Jugendgruppe zu gewinnen. Wir veranstalteten auch ein besonderes Treffen der Jugend, zu welchem Vertreterinnen der verschiedenen besuchten Schulen eingeladen waren. Und ich hoffe, diese Gruppe wird fortfahren, sich regelmäßig zu treffen. Im Ganzen gewannen wir 16 jugendliche Mitglieder und 2 Erwachsene( 1 Schwester und 1 Lehrerin). Im Anschluß an die Schulen konnte ich noch an der Pädagogischen Akademie, auf einer Zusammenkunft Berliner Fürsorgerinnen und auf einer Arbeitsgemeinschaft von Jugendämtern sprechen. Diese letzte Gelegenheit kam als direkte Aufforderung des Jugendringes selbst, da sie merkten, daß die Alkoholfrage unter den Jugendproblemen sehr notwendig erörtert werden muß. In diesen Gruppen wurde das Problem der Gefährdung der Lehrlinge in den Brauereien erörtert, welche jeden Monat eine Kiste Bier erhalten. Die Gefahr dieser Gewohnheit wurde voll erkannt, und es wurde beschlossen, daß ein Vertreter einmal probeweise an eine Brauerei herantreten sollte und sehen, ob das Bier bei den Lehrlingen durch etwas anderes ersetzt werden könnte( z. B. Kleidung oder Milch oder etwas anderes, welches den jungen Leuten nützlicher sein würde). Ich merkte, daß diese beiden Gruppen( Jugendleitungs- und Fürsorgekräfte) Schlüssel- Gruppen waren, und daß es sehr schön war, diese Gelegenheit zur Erörterung des Alkoholproblems gehabt zu haben. Ich konnte auch Konfirmandengruppen besuchen, eine Fachschule zur Ausbildung medizinisch- technischer Assistentinnen( wo eine sehr feine, christlich eingestellte Frau als Gründerin und Leiterin ist), eine Gruppe 10 von Diakonissinnen und ein Kindergärtnerinnenseminar. Fast überall war ein sehr reges und tiefes Interesse, sehr viel mehr, als ich erwartet hatte, und es ist anzunehmen, daß es einige wertvolle Erfolge bringen wird. Wir riefen auch ein Mitgliedertreffen zusammen, um einige der alten Mitglieder wieder zu sammeln und neue Menschen zu interessieren. Im Ganzen fand ich den Besuch in Berlin sehr lohnend, und er könnte viele Früchte tragen, wenn die Verbindungen aufrecht erhalten und weiter entwickelt werden. Bad Salzuflen und Herford: Kurz vor Weihnachten besuchte ich das Gebiet von Bad Salzuflen und Herford, wo ich Versammlungen von Kindern und Jugendlichen abhalten konnte. Eine Jugendversammlung in Verbindung mit der Baptistenkirche in Herford war ein neuer Versuch und erweckte viel Interesse. Trotz mancher Schwierigkeiten will ich versuchen, an mehr kirchliche Jugendgruppen und Frauengruppen heranzukommen, besonders von Freikirchen, da ich merke, daß diese ein offeneres Feld für Mitgliedschaft bieten. Die nächsten 2 Monate habe ich in Düsseldorf- Hagen gearbeitet. Düsseldorf: Die Düsseldorfer Ortsgruppe war durch Kriegs- und Nachkriegszeiten fast erloschen, aber durch Frau Finke- Ehricke waren für mich Möglichkeiten geschaffen, das Gebiet zu besuchen mit der Aussicht, unsere Arbeit dort wieder zu beleben. Zum erstenmal war es möglich, in eine Reihe von kirchlichen Frauenorganisationen Zugang zu finden, was bisher anderen Orts noch nicht möglich gewesen war. Im Ganzen wurden 6 Frauengruppen evangelischer Kirchen besucht und angesprochen, manchmal vereinigten sich 2 oder 3 Kirchen zu einem gemeinsamen Treffen, so daß wir tatsächlich die Frauen von mehr als 6 Kirchen erreichten. Ich fühle, der Zugang zu vielen dieser christlich eingestellten Frauen ist eröffnet, und ich hoffe, dies wird noch zu festeren Erfolgen in der Zukunft führen. Im Anschluß an die Gruppen der evangelischen Kirchen besuchte ich den Pfarrer der Baptistenkirche in Düsseldorf und seine Frau und verabredete mit ihnen, zu ihren Frauen zu sprechen. Auch diese waren interessiert, obgleich wieder der Gedanke der totalen Enthaltsamkeit neu war. Es war jedoch eine Freude, daß einige dieser Frauen sich entschlossen, total abstinent und unsere Mitglieder zu werden. Ich konnte auch eine Gruppe der Siebenten- Tags- Adventisten ansprechen, und die Frau des Pastors, welche früher unser Mitglied gewesen war, versprach, ihre Mitgliedschaft zu erneuern. Die Methodistengemeinde in Düsseldorf ist nur sehr klein und hat kein bestimmtes Kirchengebäude und keine Frauengruppe. Aber ich besuchte den Pastor, welcher mir die Möglichkeit, von unserer Arbeit zu erzählen, versprach, sobald die Frauenarbeit an seiner Kirche beginnen würde. 11 Im Anschluß an Düsseldorf konnte ich Kaiserswerth besuchen, wo eine große berühmte Diakonissenanstalt ist, verbunden mit Schulen, Krankenhäusern, Mädchenheimen usw. Ich sprach zu den Oberklassen der Höheren Mädchenschule, in der hauswirtschaftlichen Oberschule und in dreien der Mädchenheime( zudem in einem weiteren in Düsseldorf), überall wurde Literatur verteilt. Außerdem sprach ich auf einer Zusammenkunft aller Fürsorgerinnen in Düsseldorf, wo sich auch eine bemerkenswerte Diskussion entwickelte. Hier, wie unter den Fürsorgerinnen anderer Städte, fühlte man sehr stark, daß etwas in der Alkoholfrage geschehen müsse, und daß die augenblicklichen Gesetze geändert werden müßten. Gewöhnlich wird bei solchen Gelegenheiten die Feststellung gemacht ,,, daß wir es den Amerikanern verdanken, daß unser Alkohol- Problem so groß ist und daß die Gesetze so locker sind, da sie auf der Gewerbefreiheit bestehen, wodurch jedermann zu jeder Zeit und fast an jedem Platz Alkohol verkaufen darf". Aus dieser Zusammenkunft heraus hatte ich eine Besprechung mit der Oberfürsorgerin, welche einwilligte, daß unsere Literatur in den Mütterberatungsstellen verteilt wird. Die Soziale Frauenschule in diesem Gebiet liegt in Düsseldorf, und ich bekam die Erlaubnis, zu den Schülerinnen des letzten Jahres zu sprechen. Sie sind natürlich junge Frauen mit starkem Sinn für soziale Arbeit, und in Verbindung mit ihrem hohen Grad der Ausbildung haben sie schon eine beträchtliche Menge praktischer Arbeit geleistet. So zeigte es sich in der Diskussion, daß jede von ihnen der Trunksucht in ihrer praktischen Arbeit begegnet war. Wiederum war der Gedanke, persönlich das Trinken aufzugeben, ihnen noch nicht gekommen. Aber ich glaube, sie werden dieser Seite in ihrer Einstellung jetzt mehr Beachtung schenken. Eine Höhere Mädchenschule wurde aufgesucht, wo eine Gruppe junger Mädchen besonders interessiert war, und hoffentlich wird es möglich sein, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Auch erhielt ich Erlaubnis, zu Gruppen in Lehrlings- und Jugendheimen zu sprechen, auch in einem Heim für berufstätige Mädchen. Überall fanden lebhafte Diskussionen statt, die starkes Interesse am Alkoholproblem im allgemeinen zeigten, aber schwierig ist dabei, daß die meisten dieser Jugendheime Alkohol verkaufen, nämlich Bier. Die Leitungen hatten die Ansicht, daß es für die Jungen besser wäre, ihr Bier im Heim unter ihrer Aufsicht zu trinken, als sie zu zwingen, in die Restaurants und die Kneipen zu gehen. Von Weihnachten bis Ostern besuchen die Jugendlichen, welche die Schulen verlassen werden und Protestanten sind, den Konfirmandenunterricht, und ich war froh, Gelegenheit zu haben, in 4 verschiedenen Konfirmanden- Klassen zu sprechen. Ich finde es sehr wichtig, daß unser Kampf gegen den Alkohol entschieden verbunden ist mit christlicher Arbeit und Kampf gegen das Böse. Diese Gelegenheit, zu Jugendlichen zu 12 sprechen, die in der Vorbereitung zur Aufnahme in die Kirche sind, finde ich besonders wichtig. Ich kam auch in Berührung mit einer Reihe früherer Mitglieder der Ortsgruppe, obgleich viele das Gebiet verlassen haben und nicht zurückgekehrt sind, andere gestorben sind und andere nicht auffindbar. Jedoch fanden wir uns mit einer Anzahl neu gewonnener Frauen zusammen und erneuerten die Ortsgruppe. Hagen und Umgebung: Von Düsseldorf fuhr ich nach Hagen, wo Frl. Blickle ein sehr reichhaltiges und anspruchsvolles Programm vorbereitet hatte, welches trotz Krankheit und schrecklichen Wetters durchgeführt wurde. Grete Blickle hatte Vorbereitungen nicht nur für Hagen, sondern auch für die weitere Umgebung getroffen, so daß Vorarbeit geschaffen werden konnte, die später fortgesetzt werden müßte. Schulen Pläne waren gemacht, um möglichst viele Knaben und Mädchen, die Ostern die Schule verlassen würden, zu erreichen, und folglich wurden 26 Schulen besucht. Die Jugendlichen zeigten erhebliches Interesse an der Alkoholfrage und nahmen in einigen Fällen an lebhaften Diskussionen teil. Fräulein Blickle meint, und das mit Recht, daß es gut und notwendig ist, daß diese jungen Menschen Einiges von den Gefahren und Wirkungen des Alkohols hören, bevor sie ihr neues Leben im Beruf beginnen, wo sie sofort als Männer und Frauen eingereiht werden und bestimmt in die Versuchung des Trinkens geraten. Die Schulleiter, obgleich meist nicht abstinent, kennen sehr wohl die Gefahr und Versuchung des Alkohols im zukünftigen Leben dieser jungen Leute, die ihre Obhut verlassen, und haben meinen Besuch an ihren Schulen begrüßt, wobei sie besonders lobend hervorhoben, sie fänden es gut, daß eine Ausländerin gekommen wäre, um hierüber zu sprechen. Sie finden, es mache den jungen Leuten mehr Eindruck, besonders in ihren letzten Schultagen, als wenn ihr gewöhnlicher Lehrer über dieselben Dinge mit ihnen spricht; und außerdem wird ihnen gezeigt, daß die Alkoholgefahr keine Grenzen hat und überall denselben Schaden anrichtet, sei es in Deutschland, Schweden, Amerika oder jedem anderen Land. Eine wichtige Unterredung fand mit dem Schulrat von Hagen statt, und eine sehr fruchtbare Diskussion ging vor sich. Er drückte ganz besonders seine Billigung meiner Besuche und Arbeit in den Schulen aus und will uns bei jeder weiteren Arbeit in dieser Richtung unterstützen. Frauengruppen: Von Hagen als Mittelpunkt reiste ich nach Hamm, Dortmund, Wetter, Hattingen, Bochum, Herdecke, um Frauengruppen in diesen Städten zu besuchen. Meistens waren diese Frauen im größeren Umkreis aus verschiedenen Gebieten oder Städten zusammengerufen. Fräulein Blickle reiste mit mir, da wir es nötig fanden, daß sie diese Frauen an den verschiedenen Orten kennen lernen sollte, da dies helfen würde bei der Arbeit, die meinem Besuch folgen muß, wenn die Frauen interessiert bleiben sollen. 13 Im Anschluß an den Besuch der Frauengruppen an den vorerwähnten Orten wurden auch solche in Hagen besucht, entweder in kirchlichen oder anderen Organisationen. Etwa 10 Gruppen wurden besucht und 9 Mitglieder gewonnen, auch eine ganze Anzahl Frauen zum erstenmal an unserer Arbeit interessiert, und ich glaube sicher, daß einige von ihnen sich uns später anschließen werden. Mangels Räumlichkeiten trafen sich einige Frauenorganisationen in einem Restaurant oder einer Gastwirtschaft, und mehr als einmal hielt ich meine Ansprache in einem Raum voll von Frauen, von denen viele ein Glas Bier oder Wein auf dem Tisch vor sich stehen hatten. Ich hatte Gelegenheit, die Suchtgiftstelle in Hagen zu besuchen. Es interessierte sie hauptsächlich, über unsere Arbeit in anderen Ländern und über die Tagung in Vancouver zu hören. Auch in Hamm besuchte ich die Hauptgeschäftsstelle. Die„, Weiße Schleife" ist aktives Mitglied dieser Organisation. Eine andere wichtige Gruppe war die der Fürsorgerinnen in Hagen. Sie stimmten mir auch zu, daß der Alkohol eine große Rolle bei den sozialen Fragen heute spielt, und daß seine Auswirkungen in ihrer Arbeit deutlich werden, aber wiederum sind sie persönlich nicht darauf vorbereitet, ihn aufzugeben. Gerade jetzt waren sie wieder besonders beunruhigt über Alkoholfrage und Jugend, da es dem Höhepunkt der Karnevalszeit zuging, und ,, Karnevalszeit ist eine schreckliche Trinkzeit". Deswegen geben solche Leute wie Fürsorgerinnen, Lehrer und Organe der Stadtverwaltungen eifrig Verwarnungen heraus bezüglich des Trinkens Jugendlicher während der Karnevalszeit, aber anscheinend erkennen sie nicht die zwingende Notwendigkeit zu einer positiven und konkreten Aufrollung der Frage. Obgleich viele von ihnen die Notwendigkeit zugeben, gesetzlich eine bessere Kontrolle des Alkoholtrinkens zu erreichen, scheint doch niemand eine wirkliche Anstrengung zu machen. Auch den Pfarrern wurden Besuche abgestattet, hauptsächlich in Bezug auf ihre Frauengruppen, und eine wertvolle Diskussion fand statt mit der Führerin der evangelischen Mädchenarbeit. Dies entsprang aus meinem Besuch und meiner Besprechung mit den Fürsorgerinnen, und sie meinte, daß die Alkoholfrage vielleicht mehr mit den Diakonissinnen und den Leiterinnen der Mädchengruppen der Kirchen besprochen werden müßte. Sie hat regelmäßige Zusammenkünfte für diese Diakonissinnen und Leiterinnen, und sie lud mich ein, später auf einer solchen zu sprechen. Dieses würde sich als sehr wichtig erweisen, denn es bedeutet, daß wir durch diese Gruppe Zugang zu den Mädchengruppen an verschiedenen Kirchen bekommen, welche Gruppen wir ganz besonders anzusprechen wünschen. Ich setze meine Arbeit in Hagen und Umgebung fort und werde in meinem nächsten Bericht weiteres darüber mitteilen. 14 Afrika Blick t In seinem Buche ,, Mau- Mau un " sagt L. S. B. Leaky, der als Sohn eines Missionars in Kenya aufgewachsen und daher mit den Eingeborenen stark verbunden ist, daß die gefährliche Unzufriedenheit in dieser britischen Kolonie nicht nur auf ökonomische Ursachen zurückgeführt werden muß. Wesentlicher erscheint ihm der Einbruch der westlichen Zivilisation mit ihrem Zynismus und ihrem Materialismus. Äußere Zeichen für den Verfall alter, guter Sitten und innerer Bindungen seien früher unbekannte Erscheinungen: Uneheliche Kinder, verbreitete Trunkenheit, ständig wachsende Abhängigkeit von Zigaretten. Amerika Zwanzig Jahre nach Aufhebung der Prohibition. Am Abend nach der Wahl des Präsidenten, am 4. November 1952, fand ich in einer Zeitschrift eine Alkohol- Anzeige über„ Wie steht es mit den Steuern auf Branntwein?" Es wurde dem Leser gesagt:„ Mehr als die Hälfte jedes Dollars, der für legal erzeugte Spirituosen ausgegeben wird, geht in die Steuern. Allein im letzten Jahr erfaßten die Behörden 20 402 illegale Brennereien mit einer Kapazität, die größer war als die tatsächliche Branntweinerzeugung der gesamten erlaubten Spirituosenindustrie." Mit anderen Worten da die Regierung wahrscheinlich nicht alle verbotenen Brennereien fand und die erfaßten einen größeren Umfang hatten als alle erlaubten-: mehr geschmuggelter als legaler Alkohol unter der Aufhebung der Prohibition!! - In den Verbotszeiten war der einzige Alkohol, der erhältlich war, Schmuggelware. Heute, nach dem Widerruf, haben wir all den legalisierten Alkohol und außerdem Schmuggelalkohol in größerer Menge als den erlaubten. Die Schmuggler gedeihen nach der Aufhebung, und dennoch wurde uns gesagt, daß die Prohibition schuld wäre an dem Schmuggeln, und daß wir durch den Widerruf das Schmuggeln loswerden würden! - Das legale Alkoholgewerbe nahm im letzten Jahre mehr als neun Billionen Dollars aus den Taschen des amerikanischen Volkes was den Konsum erschreckender Mengen alkoholischer Getränke bedeutet. Rechnen wir eine gleiche Menge von Schmuggelalkohol hinzu, der verantwortlich ist für einen großen Teil der Zunahme von Verbrechen, Armut, Krankheit und politischer Korruption, die heute die USA bedrücken, dann können wir in etwa die Verheerung abschätzen, die die Aufhebung der Prohibition unserem Volke gebracht hat. Mamie W. Colvin Verwandelter Dampfer Der amerikanische Vergnügungsdampfer„ Silver Star", der sonst im Karibischen Meer kreuzt, wurde für eine Pilgerfahrt amerikanischer Protestanten nach Palästina eingesetzt. Während der Fahrt wird kein Alkohol ausgeschenkt. Das Schiff hat 12 000 Flaschen Mineralwasser an Bord. Meldung einer Hamburger Zeitung, April 1954. 15 Australien*) Gestern war ich mit e ,, Claridge", dem einzigen Offizier in dem Nachtklub geöffneten, doch alkoholfreien Lokal Melbourne Gute Inneneinrichtung, sehr nette Tanzmusik, matte Beleuchtung, Gäste wie bei uns in den Bars, aber sehr billige, delikate Speisen, getrocknete oysters( in Schalen gebackene Austern!), Lobstermayonnaise( Hummer)- Schottland*) Aus dem Briefe eines deutschen Schiffsarztes vom März 1954. Alle Wirtschaften sind sonntags geschlossen, werktags geöffnet von 11 bis 13.30 und von 17 bis 21.30 Uhr. Dann muß man die Theke verlassen. Nur im Hotel, am offenen Kaminfeuer sitzend, kann man noch bis 22.30 Uhr etwas Trinkbares bestellen. Die Straßen sind um 22 Uhr menschenleer, man kann dann getrost schlafen gehen. Nachtleben wird nicht geboten. Wahrscheinlich sehen deswegen alle Gäste morgens am Frühstückstisch so munter und ausgeschlafen aus. Türkei Aus einem Reisebericht im. ,, Weserkurier" Bremen. Das Unglück für den Kranken( Atatürk) war, daß er jede Nacht zwei Liter Raki, den türkischen Reisschnaps, trank, was man ihm aber in keiner Weise anmerkte. Wegen derselben Krankheit( eines Leberschadens) waren sechzehn Jahre zuvor mein Lehrer Geheimrat Friedrich Kraus und Professor von Romberg aus München nach Konstantinopel gerufen worden. Beide waren sich sofort einig, daß diese Riesenmengen von Schnaps eingeschränkt werden müßten, und sie haben das sehr eindringlich und klar dem Patienten gesagt, was dieser mir selbst lächelnd erzählte. Kemal Pascha hat sich an diese Verordnung überhaupt nicht gehalten, hat also sechzehn Jahre diese Menge sehr konzentrierten Alkohols vertragen, bis nun freilich die alkoholische Leberschrumpfung so weit vorgeschritten war, daß der große, bedeutende Mann, der die Modernisierung der Türkei durchgeführt hat, allerhöchstens noch sechs Monate zu leben hatte. Aus den Memoiren des großen Internisten Gustav von Bergmann. Allabendlich greift ein Staatsomnibus die Betrunkenen von den Straßen Istambuls auf und setzt sie weit draußen ab. Nach ihrer Ernüchterung müssen sie den 40 km weiten Rückweg zu Fuß laufen. Mitteilung des Gouverneurs Prof. Dr. med. Gökay - auf dem Internationalen Kongreß gegen den Alhoholismus, Paris, im September 1952. *) Wem fällt hier nicht der Kampf um das Ladenschlußgesetz in der Bundesrepublik ein? Breiteste Verbrauchermassen sollen am Wochenende auch lebensnotwendige Dinge Nahrungsmittel, Früchte, Blumen usw.- nicht mehr kaufen können, aus geziemender Rücksicht auf die Angestellten des Einzelhandels. Wo aber bleibt die gleiche Rücksicht auf die Kellner und Köche des Gaststättenwesens, die ohnehin durch die späte, oft ganz aufgehobene Polizeistunde zu anstrengendem Nachtdienst gezwungen sind? Muß so nicht die durch Lohnzahlung am Freitag zusammengeballte Kaufkraft in die Vergnügungsstätten gelenkt werden- zur Steigerung des Alkoholgenusses? Herausgeber: Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur E. V., Bremen, Herderstraße 74 ( Mai 1954) 16 O GEDENKBLATT FRAU Gisella Teleky GESTORBEN 17. JÄNNER 1954 Gisella Hoffmann wurde am 21. Juni 1874 in einem kleinen slowakischen Dorfe geboren, in dem ihr Vater als Prokurist einer großen Holzhandelsfirma tätig war. Ihre Erziehung erhielt sie vor allem von einer deutschen Gouvernante, einer Dresdnerin, die die wohlhabenderen Familien des Ortes engagiert hatten. Als sie 15 Jahre alt war, übersiedelte sie mit den Eltern nach Wien. Bald danach lernte sie einen entfernten Verwandten, den um zwei Jahre älteren Ludwig Teleky kennen, und es entwickelte sich zwischen ihnen eine innige Freundschaft. Als sie 17 Jahre alt war und er ein 19jähriger Student der Medizin, stand bei beiden fest, daß sie einander heiraten würden. Dieser Plan war den beiderseitigen Eltern keineswegs erwünscht, insbesondere seinem Vater nicht, weil er für seinen Sohn eine wissenschaftliche Karriere ersehnte und der Meinung war und für diese sprach vielfache Erfahrung daß ein junger Arzt, der heiratet, jedes wissenschaftliche Interesse verliere und nur trachte viel Geld zu verdienen, um den Wünschen seiner Frau nach Toiletten und Geselligkeit entsprechen zu können. Nach Überwindung aller Widerstände heirateten sie im Jahre 1898. - - Der jungen Frau lag nichts an Toiletten und Geselligkeit. Sie wollte mit ihrem Mann leben und arbeiten. Die Redaktionen von Fachblättern beanstandeten bei seinen ersten Arbeiten die kaum leserliche Schrift: so schrieb Frau Teleky die Arbeiten mit ihrer klaren Schrift ins Reine. Später schrieb er seine Arbeiten in Gabelsberger Kurzschrift. Sie erlernte diese Kurzschrift und schrieb dann seine in Kurzschrift geschriebenen Arbeiten auf der Schreibmaschine. Alle seine Arbeiten und Briefe, die nicht rein amtlichen Charakter hatten und deshalb von beamteten Sekretärinnen geschrieben wurden, einige hundert Arbeiten, kleine Aufsätze und Bücher hat Frau Teleky auf der Schreibmaschine geschrieben. Und ebenso war es mit den Briefen. Aber sie war keineswegs nur Abschreiberin, sie war Beraterin und Verbesserin. Bei den Briefen beanstandete ihr feines Taktgefühl manchmal eine Redewendung, bei wissenschaftlichen Arbeiten beanstandete sie Unklarheiten und Längen. Jeder wichtigere Vortrag, den ihr Mann zu halten hatte, wurde zuerst ihr gehalten, dann nach ihren Ratschlägen geändert. Auf seinen ersten größeren Erhebungsreisen zur Erforschung der Phosphornekrose und der Quecksilbervergiftung begleitete sie ihren Mann, half ihm bei den photographischen Aufnahmen. Sie begleitete ihren Mann auch regelmäßig zu den wissenschaftlichen Kongressen. Sie sagte:„ Wir haben nicht so viel Geld, daß ich schöne Toiletten kaufen und mit meinem Mann reisen kann. Da verzichte ich gerne auf schöne Kleider und mache mit ihm Reisen zu Untersuchungen und Kongressen." Aber nicht immer dienten die Reisen wissenschaftlichen Zwecken. Die zarte Frau war eine begeisterte Naturfreundin und Hochtouristin. Wenn nicht Reisen zu wissenschaftlichen Zwecken unternommen werden mußten, dann ging es ins Hochgebirge. Ortler, Sonnblick, Wildspitze, Glockner wurden bestiegen. Frau Teleky hatte auch ihr eigenes Tätigkeitsgebiet, ganz unabhängig von ihrem Mann. Während der Jahre, die sie in Düsseldorf lebte( 1921- 1934) war sie Vorsteherin der Ortsgruppe des Deutschen Frauenbundes für alkoholfreie Kultur". Sie sorgte dafür, daß Wanderlehrerinnen nach Düsseldorf kamen, daß diese Vorträge in Schulen und Vereinen hielten, in der ländlichen Umgebung Kurse über alkoholfreie Früchteverwertung abhielten u. a. m. An den Tagungen des Zentralvereines nahm sie teil. 1934 von Düsseldorf nach Wien zurückgekehrt trat sie wieder in den Verein abstinenter Frauen ein und rettete 1939 nach dem Einmarsch Hitlers den Verein vor der Auflösung durch rasche Umwandlung des Vorstandes und Beitritt zum deutschen Zentralverein. Nach der Einwanderung in USA ( 1939) trat sie der Women's Christian Temperance Union( WCTU) bei und vermittelte den Austausch deutscher und amerikanischer Erfahrungen. All diese Tätigkeit hinderte sie nicht an vollster Erfüllung ihrer Pflichten als Mutter und Hausfrau. Als sie in Düsseldorf lebte, getrennt von den halberwachsenen Töchtern, gab sie stets zwei unbemittelten Schülerinnen der Niederrheinischen Frauenakademie unentgeltlich Wohnung und war einigen derselben mütterliche Beraterin. Zwei von ihnen waren ihr bis in die letzten Tage in Freundschaft und Dankbarkeit verbunden. Persönlich war sie von äußerster Anspruchslosigkeit. In ruhiger Selbstsicherheit verschmähte sie äußere Aufmachung. Nie besaß sie auch nur das geringste Verschönerungsmittel". Sie legte Wert auf nette Kleidung, aber nie auf Eleganz. Nie erlaubte sie ihrem Mann ihr ein Schmuckstück zu schenken. Sie besaß einen höchst einfachen Verlobungsring, den sie an die Hitlerverwaltung abgeben mußte, und den Ehering. Der führende deutsche Gewerbehygieniker Prof. F. Koelsch- München schrieb anlässlich 80. Geburtstages Dr. Teleky's im Zentralblatt für Arbeitsmedizin über Frau Teleky: ,, Sie war die langen Jahre hindurch die getreue Mitarbeiterin ihres Gatten, hat ihn auf den Studienreisen begleitet, an den Erhebungen über die Phosphor- und Quecksilbervergiftung aktiv mitgearbeitet, alle Manuskripte durchgearbeitet; sie war unter Verzicht auf Geselligkeit stets die unermüdliche Mitarbeiterin ihres Gatten. Aus persönlichem Erleben kenne ich diese der Allgemeinheit vielleicht verborgen gebliebene wertvolle Mitarbeit, die stille und vornehme Gastlichkeit, die nimmermüde selbstlose Hilfsbereitschaft dieser Frau." - - Gedruckt und erschienen als Beilagen Fun Zentralblatt für Arbeitsmedizin. und Arbeitsschutz. Märchicht 1954. Sonderabdruck aus„ Arztliche Wochenschrift", 10. Jahrg., Heft 5, 1955 • Springer- Verlag, Berlin Göttingen Heidelberg. Geschichtliches, Biographisches, Autobiographisches. Von Dr. LUDWIG TELEKY. Es ist allgemein üblich, daß, wenn jemand die Geschichte einer Wissenschaft oder einer Einrichtung betrachten will, er möglichst weit zurückgeht, womöglich ins alte Assyrien oder Ägypten, zum mindesten aber bis ins klassische Altertum. Solch eine Betrachtung finden wir auch in HUEPPES ,, Zur Geschichte der Sozialen Hygiene"( Handbuch der sozialen Hygiene, Bd. I). Ich habe solcher Betrachtungsweise nie Geschmack abgewinnen können. Was mir interessant erscheint, ist nicht, ob ein Mann irgendwo und irgendwann Ähnliches gedacht oder geschrieben hat, oder ob irgendwo und irgendwann meist unter ganz andern äußeren Verhältnissen eine ein wenig ähnliche Einrichtung geschaffen wurde. Mir erscheint wichtig und interessant nur der Augenblick, in dem eine große schriftstellerische oder Forschungsarbeit wenigstens in den Hauptzügen die Anschauungen darlegte und die Auffassungen vertrat, die gedanklich der späteren Neuschöpfung -- zugrunde liegen, und weiter dann die ersten Versuche, auf solchen Auffassungen fußend Einrichtungen zu schaffen. In der sozialen Hygiene und Gesundheitsfürsorge müssen wir zu den ersteren rechnen: Die Forschungen VIRCHOWs über den Typhus in Oberschlesien, die Zeitschrift S. NEUMANNS ,, Medizinische Reform" und auch noch die Reform" LENNHOFFS in ihren ersten Jahren. Der erste große ,, Medizinische Theoretiker der sozialen Hygiene in Deutschland war A. GROTJAHN, neben ihm A. GOTTSTEIN. Die Tuberkulose wollte man in Deutschland zunächst von der therapeutischen Seite her bekämpfen. Es wurde 1895 das Deutsche Zentralkomitee zur Errichtung von Heilstätten" gegründet. In Frankreich entwickelte CALMETTE- Lille 1899 seine Pläne einer Fürsorgestelle, schuf 1901 eine Tuberkulosefürsorgestelle in Lille. Erst später nahm das deutsche Zentralkomitee die Fürsorge für Tuberkulöse in sein Programm auf, Jg. 10, Heft 5 4. Februar 1955 TELEKY: Geschichtliches, Biographisches, Autobiographisches. änderte 1906 seinen Namen in ,, Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose". Als Vorgänger der Fürsorgestelle in Deutschland sind bis zu einem gewissen Grade die Polikliniken anzusehen. Die erste Tuberkulosefürsorgestelle wurde von PÜTTER und RHEINEBOTH 1900 in Halle a.d. S. eröffnet. Ihr folgte bald die Fürsorgestelle in Hamburg. 1907 gab es bereits 117 Auskunfts- und Fürsorgestellen für Lungenkranke in Deutschland. 1925 bereits 1901. Die erste Säuglings- Fürsorgestelle wurde 1905 von TUGENDREICH in Berlin gegründet, schon früher hatte durch verschiedene Vereine und Organisationen eine lebhafte Propaganda für natürliche Säuglingsernährung, Selbststillen eingesetzt. 1907 gab es in Deutschland 73 Säuglings- Fürsorgestellen, 1910 303, 1933 in Preußen allein 2676. Es waren zunächst vor allem Vereine, die solche Fürsorgestellen ins Leben riefen. 1909 wurde die ,, Deutsche Vereinigung für Säuglingsschutz" geschaffen; beispielgebend war der ,, Verein für Säuglingsschutz" in Düsseldorf unter Leitung von A. SCHLOSSMANN, MARIA BAUM, GUDULA KALL. Fürsorgetätigkeit aber erwies sich auch anderen Volksleiden gegenüber als notwendig. Schon 1910 betonte TUGENDREICH, daß örtliche Zentralstellen der gesamten Fürsorge notwendig seien, Zusammenfassung aller Fürsorgetätigkeit in einem Kreise oder einer Stadt unter einer Leitung. Allgemein erwies sich ihr Betrieb durch die Kreis- oder Stadtverwaltungen als notwendig und ihre einheitliche Leitung durch einen Arzt, womöglich einen besonders angestellten ,, Kreisfürsorgearzt oder den Kreisarzt. Es ist hier nicht der Ort, diese Entwicklung eingehend zu beschreiben. Der Verfasser, so lange von Deutschland abwesend, würde sich auch hüten, hier auf Grund von Berichten eine Darstellung zu geben oder gar zu verschiedenen Fragen Stellung nehmen zu wollen. Zweierlei aber erwies sich als notwendig: Fachlich geschulte Ärzte, fachlich geschulte Pflegerinnen. Der erste ,, Jahreskurs für soziale Hilfsarbeit" wurde 1899 in Berlin gegründet, aus ihm entstand 1908 die Berliner soziale Frauenschule. Schon 1918 erschienen in Preußen Ministerialvorschriften für die Prüfungsordnung von Sozialfürsorgerinnen, 1924 wurde verlangt: 2jähriger Besuch einer staatlich anerkannten Krankenpflegeschule, jähriger Besuch einer ebensolchen Säuglingspflegeschule, 2jähriger Besuch einer staatlich anerkannten Wohlfahrtsschule. Die Anforderungen an Ausbildung waren also keineswegs gering. Diese Bestimmungen wurden im Lauf der Jahre mehrfach abgeändert. Nach dem ersten Weltkrieg wurde A. GOTTSTEIN, der als Stadtverordneter von Charlottenburg Einrichtungen der sozialen Fürsorge geschaffen hatte, Ministerialdirektor im preuBischen Gesundheitsministerium. Er schuf 1920 die ,, Sozialhygienischen Akademien zur Ausbildung von Kreisärzten, Kreiskommunalärzten, Fürsorgeärzten und Schulärzten", je eine in Berlin, Düsseldorf, Breslau. Sie hatten für die genannten Arztanwärter dreimonatliche Kurse zu halten, die jeder, der zur Kreisarztprüfung zugelassen werden wollte, besucht haben mußte. Außerdem hielt die Düsseldorfer Akademie häufig Spezialkurse ab, z. B. über Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, über Berufskrankheiten u. a. Eine weitere Ausdehnung nach der sozialen Seite hin erhielt die ärztliche Tätigkeit, als durch die Verordnung vom 12. Mai 1925 eine Reihe von Berufskrankheiten rechtlich den Unfällen gleichgestellt, wie diese entschädigt werden sollten. Die Düsseldorfer sozialhygienische Akademie hielt damals über diese Berufskrankheiten kurzfristige Kurse ab, die von mindestens drei Viertel aller preußischen Kreisärzte besucht wurden. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts und Anfang dieses Jahrhunderts beherrschte die Bakteriologie einen großen Teil des öffentlichen Gesundheitswesens, beherrschte fast die ganze wissenschaftliche Hygiene und hielt fast alle Lehrstühle der Universitäten besetzt. Nur in sehr vereinzelten dieser Institute wurde auf andern Gebieten gearbeitet, so von K. B. LEHMANNWürzburg auf gewerbehygienischem und zeitweise auch von KRUSE- Leipzig auf statistischem. Da begannen zunächst außerhalb der Universitäten Stehende andere Wege auf dem Gebiet der Gesundheitspflege zu suchen. ALFRED GROTJAHN, geboren 1869, Sohn und Enkel von im Harz ansässig gewesenen Ärzten, war schon in jungen Jahren und später wieder Sozialdemokrat und lebhaft an sozialen Problemen interessiert. Sehr hübsch schildert er seinen Werdegang und zugleich auch den Werdegang der sozialen Hygiene in ,, Erlebtes und Erstrebtes. Erinnerungen eines sozialistischen Arztes." Berlin 1932. Er schreibt: ,, Das erste Jahrzehnt des 113 20. Jahrhunderts war die Zeitspanne, in der sich die Betonung des sozialen Momentes in Medizin und Hygiene wissenschaftlich verselbständigte." 1902 begründet er zusammen mit F. KRIEGEL, einem Nationalökonomen, die ,, Jahresberichte über Soziale Hygiene und Demographie". 1905 bewarb er sich an der Medizinischen Fakultät der Berliner Universität um die Dozentur für ,, Soziale Hygiene". Aber der Professor der Hygiene, der sehr bedeutende MAX RUBNER, wehrte sich gegen die Bestrebungen, die soziale Hygiene als Sonderfach( neben der experimentellen) zu verselbständigen. GROTJAHN erhielt die Dozentur erst 1912 durch FLÜGGES Einfluß, als RUBNER auf einer Reise in USA abwesend war. 1920 wurde er ordentlicher Professor für soziale Hygiene. GROTJAHN war und blieb der Theoretiker der sozialen Hygiene. Schon 1898 hatte er ein Buch über Alkoholismus erscheinen lassen. Ihm folgte 1902 eines über ,, Wandlungen in der Volksernährung", 1904,, Soziale Hygiene und Entartungsproblem"( 4. Suppl. zu Weyls Handbuch der Hygiene), 1908 ,, Krankenhauswesen und Heilstättenbewegung im Lichte der Sozialen Hygiene"( Leipzig), 1912 A. GROTJAHN und J. KAUP ,, Handwörterbuch der Sozialen Hygiene", 2 Bände, Leipzig, 1914,, Geburtenrückgang und Geburtenregelung im Lichte der individuellen und der Sozialen Hygiene" ,,, Soziale Pathologie", 3 Auflagen, 1912-1929,, Arzt und Patienten", Leipzig 1929. GROTJAHN war unbestritten der geistige Führer der theoretischen Sozialhygiene. Neben ihm seien noch J. KAUP und A. GOTTSTEIN genannt. Aber praktisch hat GROTJAHN auf dem Gebiet der sozialen Hygiene, der Gesundheitsfürsorge kaum gearbeitet. Er war zwar vom 15. September 1915 bis 1. Juli 1920 Vorsteher der Sozialhygienischen Abteilung des Berliner Magistrats, seine Tätigkeit war aber, wie er selbst schreibt, eine im wesentlichen beratende, war aufs stärkste behindert durch die Kriegsverhältnisse, und er selbst fühlte sich als Beamter wenig behaglich. Mit der Ernennung zum ordentlichen Professor gab er die Stelle auf. Auch in Wien war es der Sohn einer alten Arztfamilie und so von jeher zum Arzt bestimmt, der, von lebhaftem Interesse für soziale Probleme ergriffen, Sozialdemokrat wurde, auch einen Augenblick schwankte, ob er nicht von der Medizin zur Nationalökonomie umsatteln solle. Da war aber für ihn, LUDWIG TELEKY( geboren in Wien 1872), ein Hindernis: Schon im letzten Gymnasialjahr war er innig befreundet mit einem um zwei Jahre jüngeren Mädchen, GISELLA HOFFMANN. Schon in seinen ersten Medizinsemestern stand bei beiden fest, daß sie heiraten würden, sobald sein Berufsstudium beendet und er etwas Boden im Beruf gefaßt haben würde. Das ergab schon beim Mediziner eine langjährige Wartezeit, sie wäre für den Juristen oder Volkswirtschaftler noch viel, viel länger gewesen. So wurde an einen Wechsel des Studiums nicht gedacht, aber das Interesse an sozialen Fragen und sozialen Wissenschaften blieb, wurde gefördert durch den großen studentischen ,, Sozialwissenschaftlichen Bildungsverein" und den Besuch von Universitätsvorlesungen. - 1898 heiratete das Paar, nachdem die Eltern ihren Widerstand aufgegeben und materielle Unterstützung zugesagt hatten. Meine ärztliche Praxis ich will von nun an, wie es in Autobiographien üblich ist, von mir in der ersten Person sprechen füllte doch nur einen kleinen Teil des Tages aus. Auch als ich eine Stelle als Assistent in einer chirurgischen Ambulanz angenommen hatte, war ich doch sehr viel unbeschäftigt. Da war mir peinlich, daß meine junge Frau den größten Teil des Tages mit der Wirtschaft beschäftigt war, ich aber müßig ging. So begann ich mit wissenschaftlich literarischer Arbeit. Nach einigen rein klinischen Arbeiten fand ich den Weg zu Problemen, die medizinische und soziale zugleich waren, ich fand von den beiden mich interessierenden Wissenschaftsgebieten Medizin und Sozialwissenschaften die Synthese in den Problemen der ,, Sozialen Hygiene". Die medizinischen Zeitschriften, vor allem die ,, Wiener klinische Wochenschrift", deren Schriftleiter Prof. ALEXANDER FRAENKEL, der Vorstand der chirurgischen Abteilung, in der ich arbeitete, war, nahmen meine Arbeiten gerne. Es war nur eine Schwierigkeit: meine schwer leserliche Schrift. Da half meine junge Frau: sie schrieb meine Arbeiten ins reine. Auch später, als ich mir angewöhnt hatte, meine Arbeiten in Gabelsberger Kurzschrift zu schreiben, erlernte meine Frau diese Kurzschrift, erlernte Maschineschreiben und besorgte so weiter die Reinschrift. Dabei machte sie auf Unklarheiten, auf Mängel, 114 TELEKY: Geschichtliches, Biographisches, Autobiographisches. auf Lücken, auf Weitschweifigkeiten aufmerksam, die ich dann verbessern mußte. Bei dieser Zusammenarbeit blieb es all die folgenden Jahrzehnte, trotzdem dann Wirtschaft und Kinder meine Frau eine Zeitlang reichlich in Anspruch nahmen. Alle Aufsätze, Bücher, Briefe, soweit sie nicht rein amtlichen Charakter hatten und von beamteten Sekretärinnen geschrieben wurden, schrieb meine Frau ins reine, riet aber vorher Vornahme der notwendigen formalen Verbesserungen an. In Deutschland machte damals( siehe oben) die Tuberkulosebekämpfung den Wandel von der Heilstättenbehandlung zur erweiterten Tätigkeit in Fürsorgestellen durch. Wie dort GROTJAHN und seinem Beispiel folgend, trat ich für Fürsorgetätigkeit ein. Zunächst aber hatte ich einen harten Kampf um die Reform der der Tuberkulosebekämpfung dienenden Zentralorganisation, die nach dem Tode ihres Begründers, A. Löw, in eine schwere Krise geraten war, zu führen. Präsident dieser Organisation war JOHANN GRAF LARISCH- MÖNNICH, und es ist für sein vornehmes Wesen charakteristisch, daß, nachdem der Konflikt in meinem Sinne durch Neugründung der Zentralorganisation beigelegt war, wir jahrelang, er als Präsident, ich als Schriftführer, aufs beste zusammen arbeiteten. Im Gegensatz zu GROTJAHN legte ich Wert auf praktische Mitarbeit in der Gesundheitsfürsorge. Als Schriftführer dieses neugeschaffenen ,, Österreichichischen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose" hatte ich auf den Ausbau des Fürsorgewesens und aller anderen Einrichtungen hinzuwirken. Es wurde nun alljährlich ein ,, Österreichischer Tuberkulosetag" organisiert, auf dem von Ärzten wissenschaftliche Vorträge gehalten wurden, ferner jährlich eine Tagung der Fürsorgerinnen mit für diese bestimmten Vorträgen und Beratungen. Von 1917 an redigierte ich das monatlich erscheinende ,, Tuberkulosefürsorgeblatt". Außer der Tuberkulosebekämpfung eröffnete sich mir ein anderes Spezialgebiet. Die österreichische Arbeiterschaft war unter dem Einfluß ihres politischen Führers Dr. VIKTOR ADLER, der selbst Arzt gewesen war, an allen Fragen des gesundheitlichen Arbeitsschutzes lebhaft interessiert. So gaben mir die Gewerkschaften die Gelegenheit, mit Hilfe anderer Kollegen während Streiks einzelne Arbeitergruppen( Kohlenablader, Perlmutterdrechsler und andere) zu untersuchen und ihre Arbeitsverhältnisse zu studieren. 1905 wurde ich der( einzige) Facharzt für Berufskrankheiten bei dem großen Wiener Krankenkassenverbande, und es wurden mir nun alle vorkommenden Fälle von Berufskrankheiten I mit Ausnahme der Hautkrankheiten zur Behandlung in meine Sprechstunde gesandt- ein ungeheures Material. Um dessen Größe und Art zu kennzeichnen sei erwähnt, daß ich bereits 1909 in der Zeitschrift für Nervenheilkunde über 65 selbst beobachtete Fälle von Bleilähmung berichten konnte. Anfang 1906 kam eine Zündholzarbeiterin mit Phosphornekrose an eine Wiener chirurgische Klinik. Mit dem Mann der Kranken als Führer zog ich mit meiner Frau im Juni 1906. durch die Orte des Böhmerwaldes, in deren Nähe sich Zündholzfabriken befanden. Tagelang ging es bergauf, bergab, überall wurden die Kranken in ihren Wohnungen aufgesucht, die Krankengeschichten erhoben, photographische Aufnahmen gemacht. Von der offiziell als ausgestorben angesehenen Phosphornekrose haben wir 80 Fälle( darunter auch bereits mit Verstümmelung ausgeheilte) selbst untersucht, über 142 andere Berichte erhalten. Ähnliche Untersuchungen machten wir im Sommer 1909 in der Quecksilberbergwerksstadt Idria. Leichter als in Berlin ging es in Wien mit dem Zutritt zur Universität. Ich reichte Ende 1907 unter Vorlegung von über 30 Arbeiten um die Dozentur für soziale Hygiene bei der medizinischen Fakultät ein. Die nächste Folge war die Aufforderung der Fakultät, ich möge dieses Fach definieren und umgrenzen. Ich gab die Definition ,, Die Soziale Hygiene hat die Einwirkung sozialer und beruflicher Verhältnisse auf die Gesundheitsverhältnisse festzustellen und anzugeben, wie durch Maßnahmen sanitärer oder sozialer Natur derartige schädigende Einflüsse verhindert oder ihre Folgen nach Möglichkeit behoben werden können. Ihre Aufgabe ist es auch anzugeben, wie die Errungenschaften der individuellen Hygiene und der klinischen Medizin jenen zugänglich gemacht werden können, die einzeln oder aus eigenen Mitteln nicht imstande sind, sich diese Errungenschaften zunutze zu machen." Sie hat auch den Ärzten das wissenschaftliche Rüstzeug für die Tätigkeit auf diesem Gebiet zu liefern. Der Wiener Professor der Hygiene, SCHATTENFROH, erklärte, ebenso wie sein Berliner Kollege, daß die Hygiene ein einheitÄrztliche Wochenschrift liches Fach sei, das nicht unterteilt werden könne; er müsse sich entschieden gegen die Anerkennung der sozialen Hygiene als eines gesonderten Faches aussprechen. Aber, fügte er hinzu, wenn man das Gebiet ,, Soziale Medizin" nennen wolle, so habe er nichts gegen dieses Fach einzuwenden. Ich stimmte zu, erhielt die Dozentur und wenige Jahre später ein eigenes Universitätsinstitut für dieses Fach. So ging jahrzehntelang in Österreich unter dem Namen Soziale Medizin, was in Deutschland Soziale Hygiene genannt wurde. Aber viele Theoretiker schüttelten über das Problem: Soziale Hygiene Soziale Medizin jahrelang die Köpfe, und es gab viel Streit darüber, welche Bezeichnung die bessere wäre. - Ich hielt Vorlesungen über Soziale Medizin( 2 stündig). Der erste Teil erschien unter dem Titel ,, Vorlesungen über Soziale Medizin. 1. Teil. Die Medizinalstatistischen Grundlagen". G. Fischer, Jena, 2 Wochen vor Ausbruch des ersten Weltkrieges. Ferner hielt ich Vorlesungen über Gewerbekrankheiten und Gewerbehygiene 2 St. wöchentlich, und wöchentlich eine Exkursion in einen Gewerbebetrieb, und zwei Stunden wöchentlich ,, Sozialmedizinisches Seminar". Die Vorlesungen waren gut besucht, die im Seminar durchgeführten Arbeiten wurden in den ,, Wiener Arbeiten aus dem Gebiet der Sozialen Medizin", erstes Heft bei Perles, Wien, die folgenden als Beihefte zu der amtlichen Zeitschrift ,, Das Österreichische Sanitätswesen" erschienen, veröffentlicht. Im Jahre 1917 hatte ich ein kleines, in den letzten Kriegsjahren geschriebenes Büchlein erscheinen lassen: ,, Aufgaben und Probleme der sozialen Fürsorge und der Gesundheitspflege bei Kriegsende", 168 Seiten, Braumüller. Es hat seinen Zweck erfüllt, indem es vielen der ganz in alten Auffassungen versponnenen österreichischen Gesundheitsbeamten die Bestrebungen und Ziele moderner Gesundheitsfürsorge vermittelte. Der erste Weltkrieg hinterließ ein verkleinertes Österreich und ein verarmtes Wien, dessen Industrie stark zurückgegangen war. In Deutschland aber blühte, die Soziale Medizin und Hygiene auf. Darüber ist zum Teil oben berichtet worden. Der preußische Landtag verlangte die Einstellung von Ärzten in die Gewerbeaufsicht, GOTTSTEIN gründete die Sozialhygienischen Akademien. Da erhielt ich die Berufung als ersternannter preußischer Landesgewerbearzt für das Rheinland denn es gab in Deutschland nicht viele Gewerbehygieniker und zugleich als Leiter der in Düsseldorf gegründeten ,, Westdeutschen sozialhygienischen Akademie". Ich nahm die Berufung an und übersiedelte mit meiner Frau nach Düsseldorf ( 1921). Von den beiden Töchtern hatte die eine gerade eine Stellung als Fürsorgerin in Österreich angenommen, die andere beendete in Wien ihr Gymnasialstudium und ging an eine deutsche Universität. - Das erste Jahr in Düsseldorf war nicht leicht; wie überall kam man auch dort dem Nichteingeborenen von manchen Seiten mit Mißtrauen entgegen. Dann ein Arzt als Gewerbeaufsichtsbeamter! da mußte manchem Betriebsleiter erst in aller Höflichkeit klargemacht werden, daß man dem Landesgewerbearzt, obwohl er Arzt sei, nicht technische Märchen aufbinden könne. In der sozialhygienischen Akademie mußte den zahlreichen Vortragenden erst klargemacht werden, was soziale Hygiene sei, so z. B., daß der Internist nicht Therapie der Herzkrankheiten vorzutragen habe, sondern über den Zusammenhang innerer Krankheiten mit der sozialen Umwelt, der Geburtshelfer habe nicht die Technik des künstlichen Abortus vorzutragen, sondern die Entstehung des Abortus durch Einflüsse der Umwelt, eventuell noch etwas über die soziale Indikation des künstlichen Abortus. Dazu kam, daß die Hörer selbst äußerst kritisch waren, sich sofort beschwerten, wenn ein Vortragender durch Übergreifen auf ein anderes Gebiet etwas vortrug, was ein anderer schon vorgetragen hatte. Wenn ein Vortragender sich an ein Lehrbuch hielt, da meinten dann die Hörer: das können wir ja selbst im Buche nachlesen. Das führte schließlich dazu, daß nur solche als Lehrer wirken durften, die auf dem Gebiete praktisch tätig waren. Dadurch wurde die Zahl der Lehrer sehr groß- aber die Vorträge gut. Erstaunlich war, wie wenig die Hörer, Ärzte, die doch schon einige Jahre in der Praxis gestanden waren, von sozialen Verhältnissen und Einrichtungen wußten, wie wenig von dem Einfluß äußerer Verhältnisse auf die Gesundheit, und selbst von der Sozialversicherung nichts, außer dem, was ihnen die Standeszeitungen erzählt hatten. - Abgesehen von dieser meiner Tätigkeit an der sozialhygienischen Akademie beschränkte ich mich ganz auf meine Tätig Jg. 10, Heft 5 4. Februar 1955 TELEKY: Geschichtliches, Biographisches, Autobiographisches. keit als Gewerbearzt, hielt mich fern von allen andern sozialhygienischen Fragen. Hier, wo so viele bedeutende Männer im Fürsorgewesen tätig waren, es geschaffen hatten, wäre es mir unpassend und anmaßend erschienen, in diese Dinge, auch in jene, mit denen ich mich in Österreich beschäftigt hatte, hineinzugreifen. Auch bedarf es gerade in der Fürsorge zur Beurteilung dessen, was notwendig oder angezeigt ist, eingehender Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und des Volkscharakters. Auch als ich mit SCHLOSSMANN und GOTTSTEIN gemeinsam( 1925-1927) das sechsbändige ,, Handbuch der Sozialen Hygiene und Gesundheitsfürsorge"( Verlag Springer) herausgab, das den ganzen Stand unseres damaligen Wissens und der damaligen Einrichtungen wiedergibt, beschränkte ich mich darauf, den Abschnitt ,, Tuberkulose" zu schreiben ich hatte ihn als Teil meiner ,, Vorlesungen" geplant und in großen Zügen bereits fertig, als ich Wien verließ, und bei der Herausgabe des Bandes Gewerbehygiene und bei Abfassung von einzelnen seiner Kapitel tätig zu sein. Von 1930 an gab ich gemeinsam mit ZANGGER- Zürich das ,, Archiv für Gewerbepathologie und Gewerbehygiene"( Verlag Springer) heraus. Es ist jetzt nach mehrjährigem Ruhen wieder auferstanden. - Das Gehalt für gewerbeärztliche Tätigkeit und Leitung der Akademie zusammengenommen wäre laut den bei der Berufung getroffenen Vereinbarungen ein recht gutes gewesen da kam aber die Inflation; es schrumpfte beträchtlich, das Gehalt von seiten der Akademie, für die die Geldmittel kaum aufzubringen waren, wurde sogar gekürzt. Aber dank den bescheidenen Ansprüchen, die meine Frau an äußere Verhältnisse stellte, kam man doch durch, konnte sogar anderen, denen es schlimmer ging, helfen. Diese Bescheidenheit meiner Frau ermöglichte es mir auch, mich, als die Versicherung der Berufskrankheiten eingeführt wurde, auf den Standpunkt zu stellen, daß ich nur Gutachten für die höheren Instanzen abgebe. Wer solle für die höheren Stellen Gutachten abgeben, wenn ich die für die unteren abgebe? Ich überließ diese, wofür ich auch bei den Beratungen im Ministerium eingetreten war, den Kreisärzten und einzelnen ausgewählten Fachärzten. Der Verzicht auf diese sehr zahlreichen kleineren Gutachten bedeutete den Verzicht auf eine keineswegs unbedeutende Summe Geldes jährlich, aber er gewann mir Freunde und, vor allem!- ließ mir Zeit, mich großen wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen. Da das Preußische Ministerium mir für Forschungszwecke stets die gewünschten notwendigen Geldmittel( für Laborantinnen, Bürokräfte usw.) zur Verfügung stellte, so konnte ich viele Untersuchungen durchführen. So sind z. B. die ersten Arbeiten auf dem europäischen Festlande über Silikose von mir zusammen mit LOCHTKEMPER durchgeführt worden und zahlreiche weitere Silikoseuntersuchungen von uns beiden folgten, insgesamt 515 Druckseiten. Meine Frau freute sich über die rege Tätigkeit ihres Mannes, seine wissenschaftlichen Leistungen und half mit, wo sie konnte. Weiter schrieb sie alle meine Arbeiten und alle meine privaten Briefe auf der Schreibmaschine, weiter beriet sie mich bei der äußeren Form von Arbeiten und Vorträgen, manchmal auch bezüglich des Inhaltes. Aber sie hatte auch ihr eigenes Tätigkeitsgebiet, ganz unabhängig von ihrem Manne: Schon in Wien war sie in dem von Frau Professor KASSOWITZ geführten ,, Verein abstinenter Frauen" tätig gewesen, hatte Verbindungen mit allen andern Abstinentenvereinen und war auch in ihnen mannigfach tätig. In Düsseldorf war sie Leiterin der Ortsgruppe Düsseldorf des ,, Deutschen Frauenvereines für alkoholfreie Kultur". Sie veranlaßte, daß Wanderlehrerinnen nach Düsseldorf kamen, in Schulen und Vereinen Vorträge hielten, in der ländlichen Umgebung die Erzeugung alkoholfreier Fruchtsäfte lehrten. Geselligkeit hatten wir wenig. Wir hatten unsere Arbeit und wir hatten einander. Wir waren fast unser ganzes Leben lang wie wir es nannten- ,, einsame Spatzen" und dabei glücklich. Aber das Geld war doch etwas knapp. Da ersuchte ich in einer Kuratoriumssitzung der Akademie, Vorsitzender der Regierungspräsident, mir mein Gehalt wieder in der ursprünglich abgemachten Höhe zu geben. Das sei nicht möglich, hieß es, denn Gehaltserhöhungen für öffentliche Angestellte seien gesetzlich verboten, und das Geld der Akademie ströme ausschließlich aus öffentlichen Geldern. Aber, meinte der Regierungspräsident, er werde sich bemühen, mir den Professortitel zu verschaffen; das sei nicht ganz einfach, denn diesen Titel verleihe der Unterrichtsminister, die sozialhygienische Akademie aber unterstehe dem Wohlfahrtsministerium. Da mir an dem Titel gar nichts lag, schwieg ich. Bei der nächst115 jährigen Kuratoriumssitzung wurde vom Regierungspräsidenten bedauert, daß er seinen Vorsatz wegen des Professortitels noch nicht habe ausführen können, er werde es jetzt tun. Ich schwieg abermals. Aber zwei Tage später wurde ich zum Regierungsvizepräsidenten, einem jovialen jüngeren Mann, gerufen, der sagte: ,, Wie kommt es denn man sagt mir auf der Post( des Regierungsgebäudes), daß alle Briefe an Sie an , Professor Teleky' adressiert sind?" Ich war über das Ganze schon etwas ärgerlich und erwiderte: ,, Eigentlich ist es für mich viel ehrenvoller, wenn jeder Fachkollege mir den Professortitel gibt, als wenn das einmal ein preußischer Minister tut." Wir beide lachten. Aber wenige Wochen später kam Hitler zur Herrschaft. Meine Tätigkeit in Deutschland fand, da ich jüdischer Abstammung bin, ein Ende. - Wir gingen zunächst( 1934) nach Wien zurück, wo ich Stellungen bei einer großen Krankenkasse und beim Verband der Lebensversicherungsgesellschaften fand und meine schriftstellerische wissenschaftliche Tätigkeit fortsetzte. Meine Frau trat wieder in den ,, Verein abstinenter Frauen" ein und konnte nach dem Einmarsch Hitlers mit Hilfe ihrer deutschen Erfahrungen durch rasche Umwandlung des Vorstandes und Beitritt zum deutschen Zentralverein den Verein, der eine Gaststätte besaß, vor der Auflösung bewahren. 1939 gingen wir nach USA. Zu praktischer Tätigkeit gelangte ich nicht mehr, weiter aber veröffentlichte ich wissenschaftliche Arbeiten, weiter half dabei meine Frau. Ein Buch in englischer Sprache erschien: ,, History of Factory and Mine Hygiene", Columbia University Press 1948. Ferner ,, Die Entwicklung der Gesundheitsfürsorge. Deutschland, England, USA." Springer- Verlag 1950. Die ,, Gewerblichen Vergiftungen" im Handbuch der inneren Medizin, Springer- Verlag, sind im Druck. Der Weltkrieg hatte alle unsere Verbindungen mit den deutschen und österreichischen Freunden abgebrochen. Nach Beendigung des Krieges wurde der Briefwechsel mit ihnen, sobald es möglich war, wiederaufgenommen. Da erhielt ich im Jahre 1952 vom Komitee der 2. österreichischen Tagung für Arbeitsmedizin, Vorsitzender Sectionschef Dr. A. KHAUм, die Einladung, auf dieser Tagung, Oktober 1952, einen Vortrag zu halten, meine Reisekosten würden ersetzt werden. Das war eine liebenswürdige, echt österreichische Geste. Ende September fuhren meine Frau und ich von New York ab, besuchten die Tochter in London und kamen dann nach Wien, wo unsere andere Tochter als Fürsorgerin lebt. Welch großes Glück, unser letztes Glück diese Reise bedeutete, läßt sich kaum sagen. Welch Glück für uns, all das, woran wir in den frühesten Anfängen mitgeholfen, nun so gewaltig entwickelt zu sehen! Meine Frau und ich hatten 1904-1912 an vier Tagungen der ,, Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz" teilgenommen; meine Frau war eine der wenigen an den wissenschaftlichen Sitzungen teilnehmenden Frauen gewesen. Die Gesamtteilnehmerzahl hatte immer nur 100-150 Personen betragen. 1906 fand in Mailand, einberufen vor allem von L. DEVOTO, der dort die erste Klinik für Berufskrankheiten geschaffen hatte, der erste ,, Internationale Kongreß für Arbeiterkrankheiten" statt. Auf diesem ,, internationalen" Kongreß waren anwesend rund 300 Italiener, 3 Österreicher ( wir und H. SCHRÖTTER), 2 Reichsdeutsche, 1 Schweizer. Nun auf der Tagung für Arbeitsmedizin des so klein gewordenen Österreich waren rund 400 Österreicher und rund 30 Gäste aus andern Ländern anwesend. Ich hatte mit den Gewerkschaften zu Beginn des Jahrhunderts eine Berufsberatungsstelle eingerichtet, einmal wöchentlich, besucht von meist 3-5 Jugendlichen, begleitet von ihren Eltern. Heute ist für einen großen Teil der Jugendlichen bei Eintritt in den Beruf die ärztliche Untersuchung vorgeschrieben; 1951 wurden so 25530 Jugendliche in Wien untersucht. Darüber hinaus aber wird der weitaus größte Teil der einen Beruf ergreifenden Jugendlichen ärztlich untersucht. Krankenkasse( Wiener Gebietskrankenkasse, Chefarzt Dr. TUCHMANN), Arbeiterkammer und Gewerkschaften arbeiten zusammen, um für die kranken und erholungsbedürftigen Jugendlichen Sorge zu tragen. Als Begutachtungsarzt der Niederösterreichischen Arbeiterunfallversicherungsanstalt hatte ich deren Direktor immer wieder auf die schlechte Behandlung Verunfallter durch praktische Ärzte hingewiesen, hatte auch über die mangelhafte Nachbehandlung Verletzter in den Ambulatorien der Wiener 116 TELEKY: Geschichtliches, Biographisches, Autobiographisches. Krankenanstalten Klage geführt. Nach dem ersten Weltkrieg kam der geniale LORENZ BÖHLER, der im Kriegsdienst neue Methoden chirurgischer Nachbehandlung entwickelt hatte, nach Wien. Er fand vielfach Widerstand bei seinen Fachkollegen, schließlich aber richtete die Arbeiterunfallversicherungsanstalt in ihrem Hause für ihn eine kleine chirurgische Abteilung ein. Heute hat das Unfallkrankenhaus in Wien 140 Betten, und zu ihm gehört eine Sonderstätte in Klosterneuburg mit 90 Betten. Außerdem bestehen in Österreich vier Unfallkrankenhäuser mit zusammen 640 Betten und zwei neue mit zusammen 320 Betten sind im Bau begriffen. Alle werden von Schülern BÖHLERS geführt. Die Tuberkulosefürsorge ist weitgehend ausgebaut worden. Die Tuberkulosefürsorgestellen Wiens registrierten 1951 40304 Neuaufnahmen. Auch alle anderen Einrichtungen der sozialen Fürsorge waren, vor allem mit Hilfe der Krankenkasse, großzügig ausgebaut worden. Welche Freude für meine Frau und mich zu sehen, was aus den kleinen Anfängen, an denen wir mitgearbeitet hatten, inzwischen für ein gewaltiger Bau geworden war. Dann ging die Reise weiter nach Deutschland. Zunächst nach Heidelberg, wo der noch immer junge FERDINAND SPRINGER, dessen großzügiger Verlegertätigkeit ich so viel verdanke, seinen gewaltigen Verlag wieder aufgebaut hatte, dann nach Frankfurt, nach Düsseldorf und Hamm, wo eine Straße bei dem von Prof. BAADER geleiteten Krankenhaus nach mir benannt worden war. Auf der Reise überall, mit Ausnahme von Heidelberg, dasselbe Bild furchtbarer Zerstörung, und zwar nicht nur der Zerstörung von vielleicht Kriegszwecken dienenden Fabriken, sondern Zerstörung der Zentren des Großhandels und vieler Bauernhäuser. In Frankfurt und Düsseldorf fanden gerade, veranlaßt durch eine neue Verordnung über Entschädigung der Berufskrankheiten, gewerbemedizinische Tagungen statt, jede besucht von 400-500 Ärzten. Wir erinnerten uns daran, wie stolz man 20-30 Jahre vorher gewesen war, wenn an einer von der Deutschen Gesellschaft für Gewerbehygiene in 1-2jährigen Ärztliche Wochenschrift Zwischenräumen einberufenen Ärzteversammlung 80 bis 100 Ärzte teilnahmen. Überall rege Tätigkeit am Wiederaufbau sowohl der Gebäude als auch aller Einrichtungen. Welche Freude, die gewaltige Entwicklung zu sehen, trotz aller Kriegsnot diese gewaltigen Fortschritte, diese Einrichtungen der Fürsorge, von denen wir vor 40-50 Jahren gar nicht zu träumen gewagt hätten. Worüber wir beide etwas erstaunt waren: Meine Frau mit ihrer ruhigen Sicherheit und ,, nimmermüden selbstlosen Hilfsbereitschaft", wie KÖLSCH- München vor einigen Jahren über sie geschrieben, hatte nie Gegner gehabt. Ich aber hatte stets Wert darauf gelegt, meine Meinung offen und energisch zu sagen und zu schreiben, ohne Rücksicht auf andere. Ein jüngerer, angesehener Fachkollege schrieb mir vor einigen Jahren: ,, Sie waren uns Jüngeren gegenüber immer freundlich und hilfsbereit; Sie konnten aber auch außerordentlich deutlich werden, wenn Sie es für notwendig hielten." Nun: ich war sehr häufig ,, außerordentlich deutlich" geworden. Trotzdem wir wurden überall auf das liebenswürdigste aufgenommen. Bekannte kamen unaufhörlich zu Besuch und breiteten eine Wolke von Liebe und Freundschaft um uns. Diese Reise, was wir auf ihr gesehen und gehört, war für uns das größte Glück, insbesondere auch für meine Frau, die immer, auch in den nicht zu seltenen bösen Zeiten, tapfer mit ausgehalten hatte. Wir waren glücklich, wie wir es nur selten in den letzten Jahren gewesen waren. Als wir in New York unsere Wohnung betraten, fanden wir ein Telegramm des deutschen Generalkonsuls, in dem er mir mitteilte, daß der Bundespräsident mir das ,, Große Verdienstkreuz verliehen hat. Dies ein schönes Zeichen, daß man auch in dem zweiten Lande, in dem wir gearbeitet hatten, sich meiner erinnerte und ein Zeichen dafür, daß das, was wir gearbeitet haben, für die Umwelt von Nutzen gewesen war. Mit dieser Reise war unser Glück zu Ende; meine Frau starb 14 Jahr später. Anschrift des Verfassers: Dr. L. Teleky, 96 Wadsworth Terrace, New York/ USA.