Privare toter иментима. Entwurf zu einem Rundbrief Wir brauchen ka für eine Biographie über marie Juchacz noch möglichst viele Informationen,- Berichte von besonderen Veranstaltungen und über besondere Erlebnisse, anekdotische Unterlagen( die im Leben von Marie Juchacz nur spärlich aufzufinden sind), Briefe von und an oder über J, also alles das, was dazu beitragen kann, diese Biographie so vollständig wie nur möglich zu machen. Vielleicht erinnern Sie sich an einige Begebenheiten mögen sie nun erfreulich oder hart gewesen sein, die das Wesen von Marie Juchacz deutlich werden lassen. Oder an das erste Zusammentreffen mit ihr, an gemeinsam Brlebtes, an Formulierungen, die sie bei bestimmten Gelegenheiten fand. wer nach Rücksprache zwischen uns und dem Dietz- Verlag beauftragte Autor, der Neffe von Marie Juchacz, Fritzmichael Roehl, münchen 15, Schubertstrasse 4, legt den grössten Wert auf die informationen, die etwas über den menschen Marie Juchacz aussagen. Er erbittet keine im lobenden Ton formulierten Sympathie-- rklärungen, sondern hat sich an uns gewendet, ihm dabei behilflich zu sein, wirklich konkrete menscl liche Dinge auszugraben, mögen diese kleinen Dinge auf den ersten Blick auch cheinbar nebensächlich oder überflüssig erscheinen. Wir möchten die von fritzmichael Roehl an uns gerichtete Bitte, ihm zu helfen, mit der gleichen Herzlichkeit und pringlichkeit an Sie weitergeben. Falls Sie Unterlagen besitzen, können Sie diese an uns oder direkt an Fritzmichael Roehl übersenden. Es geht nichts verloren, und Originaldokumente werden in jedem Falle ofort nach abschrift oder Fotokopierung zurückgegeben. Der berufliche und politische Weg von Marie Juchacz ist in grossen Zügen mit Unterlagenmaterial belegt. Was dem Autor fehlt, ist die Fülle jener sinzelheiten aus der privaten, oder privateren Atmosphäre, die das Charakterbild eines jeden Menschen erst richtig/ abrundet. Wenn Sie uns mit Ihrem Wissen und auch mit Unterlagen beim zusammentragen dieser Dinge helfen können, machen Sie uns allen eine grosse Freude. Die AW, der Verlag und auch der Autor sind Ihnen für alles dankbar, was Sie an vetails aus ihrer brinnerung oder aus irgendwelchen unbeachteten Schubladen herausholen. An den Hauptausschuss für arbeiterwohlfahrt 2.Hd.v.Frau Lotte Lemke Dottendorfer Strasse 168 Bonn 26. August 1957. Sehr geehrte Frau Lemke, aus formal juristischen Gründen und der Ordnung halber möchte ich Ihnen hiermit bestätigen, dass die AW mir monatlich den Betrag von DM 200.00 zur Verfügung stellen wird, um mir die Möglichkeit zu geben, finanzieller unbelastet die Arbeit für die Biographie von Marie Juchacz zu leisten. Mit Herrn Schmidt- Küster/ Hannover ist abgesprochen worden, dass meine späteren laufenden Honorarzahlungen zwar mit mir verrechnet, aber so lange an die AW überwiesen werden, bis der AW- Vorschuss abgegolten ist. Mit dieser Regelung bin ich durchaus einverstanden. Ich hoffe, dass diese zu Ihren Akten zu nehmende Erklärung alle späteren Fragen klärt. Mit besten Grüssen Frau Kreuzler Sekretariat Lotte Lemke im Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt Dottendorfer Strasse 168 Bonn 26. August 1957. Sehr geehrte, liebe Frau Kreuzler, Frau Lemke ist auf Urlaub und bat mich, Ihnen das Rundschreiben zu schicken, damit es abgezogen werden und herausgehen kann. Den Text lege ich bei, man müsste auf die Abzüge nur noch die Anrede schreiben, damit es nicht gar so nüchtern und nach Geschäftsdrucksache aussieht. Die Adressen haben Sie ja. An Paul Löbe braucht nicht geschrieben werden, ich habe schon Unterlagen von ihm, und sehe ihn ausserdem Anfang September in Berlin. Desgleichen füge ich eine Erklärung bei, um die mich Frau Lemke gebeten hat. Auch die Kopie meines Briefes an Herrn Schmidt- Küster kann ihr nach Rückkehr aus dem Urlaub vorgelegt werden. Wegen der etwas merkwürdigen Verlegung meiner Schwiegermutter aus einem AW- Heim in ein BRK- Heim werde ich Anfang September direkt an Frau Lemke schreiben. Mit freundlichen Grüssen ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E. V. AP Herrn Fritzmichael Roehl _ BONN, den 15. August 1957 DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 231 84-87 München 15 Schubertstr. 4 Le/ Kr. USTI ne Akt.- Zch.: Bitte bei Rückantwort anzugeben Lieber Fritz Roehl! Bevor Sie in Hannover eintrafen, hatte ich ein Gespräch mit dem Genossen Schnidt- Küster, der, wie ich aus langer Erfahrung weiß, ein sehr hartnäckiger Herr ist, der vor allen Dingen rechnet. Als ich merkte, daß er sehr schwer zu einer laufenden Zahlung zu bewegen war, habe ich ihm gesagt, daß wir, weil wir an dem Herauskommen des Buches interessiert seien, eintreten würden. Bitte, schreiben Sie uns, ob ein Betrag von 200,- DM monatlich für 6- 7 Monate es Ihnen erleichtern wird, die Arbeit durchzuführen. Ich weise. heute unsere Kasse vorsorglich an, 200,-- DM an Sie abzuschicken. Wie ich Ihnen schon sagte, lieber Fritz Roehl, gehe ich ab morgen für 14 Tage in Urlaub%; B ich bitte Sie deshalb, mir zu erlauben, mich heute ganz kurz zu fassen. Am 1. September bin ich wieder in Bonn, muß aber am 2. bereits nach Stuttgart fahren. Wenn Sie den Rundschreibenentwurf hierherschicken, wird meine Sekretärin, Frau Kreuzler, dafür sorgen, daß er abgezogen und versandt wird. Wenn Sie noch vor dem September nach Berlin fahren müssen, so erkläre ich jetzt schon unsere Bereitschaft, die Kosten für die Reise zu übernehmen. Geben Sie mir wohl, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, eine Erklärung, daß wir die Beträge, mit denen wir in Vorlage treten, von Ihrem Honorar werden einbehalten dürfen? Die Angelegenheit der Altersheimunterbringung von Frau Neppert interessiert mich sehr. Hat es sich wirklich so zugetragen, daß die alten Menschen ungefragt in ein anderes Heim" verfrachtet" wurden? Darüber würde ich gern ganz konkrete Angaben haben; das schlägt allem ins Gesicht, was wir von Altenpflege denken und fordern. Selbstverständlich bin ich gern bereit, wenn eine Verlegung notwendig werden sollte, zu raten und zu helfen. Aber bitte klären Sie, wie diese Verlegung von Wiesenthau vor sich gegangen ist; B ich weiß nicht, ob Sie verstehen, wie mich ein solcher Vorgang empört. Ich hoffe immer Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 130 61 b.w. reef noch, daß er sich nicht in der Arbeiterwohlfahrt so zugetragen haben möchte. Mit herzlichen Grüßen, auch an Frau Maria ரசு N.S. I do tm Ihre ! Ideo ad Iredell hole bucke ма 19 i eded / Ich glaube, daß die beiden anliegenden Briefe für Sie noch recht wichtig sind; B ich habe sie zuhause ausgegraben. Ine .I I W SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS DER PARTEIVORSTAND Herrn Fritz Röhl München 15 Schubertstr. 4 BONN, 16. August 1957 Go/ Bn. FRIEDRICH- EBERT- ALLEE 170 Fernsprecher 21901-07 Fernschreiber- Nr. 0886 890 Telegr.- Adr. Sopade Bonn Lieber Fritz! Schönen Dank für Deinen Brief vom 14.8. Ich freue mich, dass unsere ersten Versuche bereits geholfen haben. Ich habe auch den" Vorwärts" gebeten, der es in der letzten Nummer gebracht hat und will auch in die" Neuen Gesellschaft" einen solchen Aufruf hineinbringen lassen, ebenso in eine Reihe von anderen Partei- und parteinahen Publikationen, die sicher eine ganze Reihe Leute erreichen. Ausserdem will ich auch noch einige Leute speziell anschreiben, wie z. B. Anna Nemitz und Helene Kaisen. Ich hoffe, die finanziellen Dinge sind zu Deiner Zufriedenheit geregelt worden, wenn nicht, lass es mich wissen, dann spreche ich mal mit dem Kassierer der Arbeiterwohlfahrt, Alfred Nau. Mit sehr herzlichen Grüssen, auch an Deine Frau ( Herta Gotthelf) Postscheckkonto: 113684 Köln, Erich Ollenhauer und Alfred Nau - Bankhaus v. Schulz, Tegtmeyer& Co, Bonn, Nr. 1401, Erich Ollenhauer 30.8.57 Herrn Fritz Röhl. Bündler 15, Wintertzbr. 1 Verehrter Genosse Röhl. Ich las Ihre Kauffforderung im Vorwärts und möchte sie nun krazen, sind Sie der Haim von Elisabeth Köhl, meiner früheren Kollegin im Pr. Landtag Ich ein Lüna Vge, 30.1.79 geboren in Schlebuch a/Thöln ich vertrat die Prod. Hessen Wassen im Landtag Ich habe mit Marie Tucharz in vielen Ausschüssen gearbeitet, auch im großen Kindes tagsäumtliche wo ich über die einzelnen angenommenen Gesetze aus dem Landtag referierte. Auch im Hauptausschuß der Herb. Wohlfahrten war ich mit bei den Gründern. Wir haben alle 16. Tuchharz werdet und ich wächste bei meinen Kollegimmer niemand, der ihr wieder- sprochen hätte. Als ich 39 nicht wieder gewühlt wurde waren Marie u. Elisabeth mit noch anderen Kolleginnen bei mir zum Tee. Wir besprachen die sagte Wahl mit ihren Folgen und da meinte Marie Iubach zu mir im strengsten Ton: Das verstehe ich nicht, war der Dicke eine Canditatur wert, sie werden das noch bereuen, ich hatte sie gewasnt, Tatsächlich war es die Urgache meiner Niederloge Und 16. J. hatte Recht behalten. M. J., hatte einen guten Blick, sie konnte ihre Pappenheimer. Aber wir Frauen wußten alle, daß B. J. unnachbar war, und oft fragten wir uns, ob 16. Lucharz lieben konnte Ganz glücklich sah sie auch nicht aus ein Bureis, daß auch Ihr bei aller Arbeit etwas fehlte. Die Anerkennung allein macht nicht glücklich. Ich glaube sie nahm es gar ihrer Schwester übel, daß sie sich mit F. Röhl verheiratete. Ich bin so sehr vergeßlich geworden, die vielen Schicksalsschläge die, ich erlitten sind wohl schuld aber meine noch ältere Schwester im Köln wie wohnte damals in der Straße, wo die beiden Schwestern zusammen. Akten u. kennt deren Entwicklung Ich werde sie mal fragen, ob sie etwas beitragen kann zu ihrem Punkt. Nun bin ich gespannt ob Sie der kann von Liäbeth Röhl sind. Ich bin 34 von Berlin nach hier zu meiner Tochter, Es war in Berlin nicht mehr möglich für mich. Hier nahm ich den Namen von R Rösch an u. 1. Ehe bin, mein Frau L. Ege Rösch München 27. Lokengrinpl. ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E. V. Herrn Fritz Röhl München 15 Schubertstr. 4 619 BONN, den 18.September 1957 DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 231 84-87 Akt.- Zch.: Bl Bitte bei Rückantwort anzugeben Sehr geehrter Herr Röhl! In der Anlage erhalten Sie folgende Werke: AWZ II 4 AWIII 2 AW II 52 AW II 51 AW III13 AW II 4 AW II 43 AW I 43 AW I 8 AWZ I 6 II 870 II 1115 Der Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt im Geschäftsjahr 1926. 10 Jahre Arbeiterwohlfahrt Ostwestfalen- Lippe Arbeiterwohlfahrt Reichssitzung, Berlin 6.12.1925 Sozialismus und Bevölkerungspolitik Juchacz: Arbeiterwohlfahrt: Gründung u. Richtlinien Juchacz: Die Arbeiterwohlfahrt. Voraussetzungen und Entwicklung Lehrbuch der Wohlfahrtspflege Arbeiterwohlfahrt 1919- 1949 Zweite Reichskonferenz des Hauptausschusses 12.9.1924 Jahrbuch der Arbeiterwohlfahrt 1954/55 Der Frauen Hausschatz Jugendwohlfahrt Jahrbuch der Arbeiterwohlfahrt 1930 Jahrbuch der Arbeiterwohlfahrt 1931 Arbeiterwohlfahrt 1927 Arbeiterwohlfahrt 1928 Arbeiterwohlfahrt 1931 Arbeiterwohlfahrt 1933 Arbeiterwohlfahrt 1929 Arbeiterwohlfahrt 1930( 2 Ex.) Arbeiterwohlfahrt 1932 und Zeitungsmaterial Mit freundlichen Grüssen Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuß e. V. i. A. Schreck Arbeiterwonirari. Hauptausschuß e.V. Bücherei Bonn Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 130 61 DR. G. M. POLLZIEN Rechtsanwalt Postscheckkonto: München 43067 Bankverbindung Bayer. Vereinsbank München Konto Nr. 32 47 39 MÜNCHEN 2, Dienerstraße 20 Telefon 294613 1.10.1957 Dr.P/ ma. Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstrasse 4. Sehr geehrter Herr Roehl! In der Anlage übersende ich Verrechnungsscheck über DM 1.492.09. Dieser Betrag errechnet sich wie folgt: Hauptsache betrag abzuziehen sind: bereits überwiesener Betrag mein Honorar gemäß Vereinbarung DM 3.200.-DM 1.700.-DM 300.-Rest: DM 1,200.-DM 252.09 hinzuzuzählen sind: Zahlung Lavies für Gerichts- und Anwaltskosten( ohne Berücksichtigung der von mir verauslagten Zustellungskosten des Vollstreckungsbefehls). Ihre Anzahlung für Gerichtskosten vom 19.6.1957 DM 40.-Endbetrag: DM 1.492.09 Mit freundlichen Grüssen foot Poulse ( Dr. Götz Pollzien) Rechtsanwalt Frau Marie L amm Behaimstrasse 30 Berlin- Weissensee 26. august 1957 Liebe Marie Lamm, vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Da ich noch nicht weiss, wann ich nach Berlin komme, wäre es vielleicht gut, wenn Du schon etwas" Vorarbeit leisten" könntest. Dazu kann ich vielleicht dadurch helfen, dass ich Fragen stelle, an deren Beantwortung ich interessiert bin. 1. 22 2. Wann ist Unkel Otto geboren? Und wo? Und wann? Wer und was waren die Eltern von Unkel Otto? Warum siedelte sein vater nach Landsberg über? Wieviele Kinder hatten Unkel Uttos Eltern insgesamt?( Otto, Marie, Lisbeth und...?) 3. 4. 5. 6. 7. Auf welche Schule ging marie Juchacz? Und wie lange? Wie oder was spielte Marie mit Freundinnen? Wie waren die beruflichen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu Hause in Landsberg? 8. Welche Erlebnisse hatte Marie in ihrer Kinderzeit? 9. Hat Marie als kleines Mädchen im Haushalt geholfen? 10. Wie stand Marie zu Vater und mutter? 11. Hatte Marie als reiferes mädchen( sagen wir einmal ab 16. Lebensjahr) Freunde? 12. Wann hat Marie geheiratet, und wer war ihr mann?( Beruflich, menschlich, usw.) 13. Wie hat Marie mit diesem mann zusammengelebt? 14. Wie war die Situation der Familie Juchacz bei a) der Geburt von Lotte, b) der Geburt von Paul?( Sowohl beruflich, als auch menschlich, finanziell usw.) 15. Was machte Marie( sie war damals 9 Jahre alt), als am 22.8.1888 Lisbeth geboren wurde? 16. Wie hat sich das Verhältnis von marie J. und Lisbeth entwickelt? 17. Wann ging Marie J. aus Landsberg fort, wohin ging sie, und was machte sie beruflich? 18. ist der Mann von Marie J. gestorben, verunglückt, oder lebt er evtl noch, oder leben möglicherweise auch noch verwandte? 19. Wann hat Lisbeth geheiratet? Wer war ihr mann( also mein Vater!)? 20. Warum hat sich Lisbeth von Gustav Röhl getrennt, und wann? 21. Wann trat Emil Kirschmann zum ersten Mal in Erscheinung? 22. Welche Erlebnisse gibt es, die Onkel Otto noch aus der Kindheit von Marie J. weiss? Es können auch die kleinsten Dinge sein, Streitigkeiten wgen zerbrochenen Geschirrs mit den Eltern, kleine Jungmädchen- Streiche oder Torheiten, kleine Eitelkeiten, Ausflüge mit Freundinnen, mit der Schule usw. Ich kann auf diesem Gebiet je de Information gebrauchen!!!! Das wäre erst einmal ganz schnell das, was mir im Augenblick einfällt. Es ist vielleicht ganz gut, wenn Du diese Dinge einmal herausfragst und aufschreibst, dann habe ich eine Unterlage, aus der sich weitere Fragen ergeben. Ich möchte mich aber auf jeden Fall selbst noch mit Vater und Mutter unterhalten, weil ich dann die persönliche Formulierung erhalte, die mir die athmosphärische Farbe gibt. Ich melde mich rechtzeitig, wann ich kommen kann, werde Euch also nicht überraschen. Entschuldige die Eile, liebe Marie, aber ich schreibe jeden Tag viele Briefe an viele Leute, die mir Details aus dem ganzen Leben von Marie sagen müssen, und das macht sehr, sehr viel Arbeit. Viele herzliche Grüsse an Euch alle, und auf Wiedersehen, Dein und Euer Frau death Lotte Lemke cobb Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrteou Dottendorfer Strasse 168 Bonn Rhein 03 30.9.57. Liebe Lotte Lemke, als Ihr Brief vom 18.9. hier eintraf, war ich gerade in Berlin. Zuerst einmal herzlichen Dank für die schon vorher erfolgte Uberweisung der DM 200,00. C Der Besuch bei Maries letzten lebenden Bruder war, wie ich jetzt sagen kann, das Wichtigste. Ich habe eine derartige Fülle von Informationen mens chlichster art aus M.J.'s Jugend erhalten, dass ich glaube, den Schlüssel zu ihrer verschlossenen Art gefunden zu haben. Allerdings brauchte ich drei volle Tage im Ostsektor, um aus meinem Onkel Otto mit viel Geduld und Gedächtnishilfe alles heraus zufragen. Die vielköpfige Verwandtschaft leistete dabei grosse Hilfe, so weit sie noch Erinnerungen besass. Ich habe die ganze Jugend von M.J. mit vielen interessanten Einzelheiten, kenne die Namen der Mensc hen, denen sie in ihrer Jugend begegnete, und was sich aus diesen Begegnungen entwickelte,- weiss genau den Ausbildungsweg, was und wie sie arbeitete, lebte, wie es zu Hause aussah, warum und wie sie heiratete, und sich von ihrem Mann trennte.- Vieles, was ich schon jetzt als Hohfassung niedergeschrieben habe, liest sich anders, als man es sich vielleicht in AW- oder Parteikreisen vorstellt, aber das ist gut so. Pesto klarer wird das Bild von M.J. als politisch interessierte Persönlichkeit. Auch die Zusammenarbeit mit Hans Hirschfeld geht weiter, wenn auch langsamer, als mir lieb ist. Er hatte durch die verschiedenen Anhäufungen erfreulicher und unliebsamer Eréégnisse mehr als genug zu tun( Interbau, Industrieausstellung, Wahlvorbereitung, Besuche von Kommunalverwaltungen aus dem In- und Ausland, der Tod von Otto Suhr, die etwas gespannte Situation um Neumann- Brandt, usw.). Die Adresse von Hanna Juchacz Wwe. werde ich mir von Lotte Juchacz erfragen, ohne sie zu unterrichten, aus welcher Absicht. Ich möchte verhindern, dass Lotte J. schon jetzt querschiesst. Es wird sowieso einige auseinandersetzungen geben, vor denen ich mich aber nicht fürchte. Das Buchmaterial ist noch nicht angekommen, d.h. ich war jetzt einige Tage nicht in München, bin aber übermorgen wieder dort. Ich werde den Erhalt auf jeden Fall bestätigen. Wie wollen wir es mit der Abrechnung der Berlin- Fahrt machen? Soll ich eine Vetailaufstellung machen?( Fahrt München- Berlin- München mit dem 一 Bayern- Bepress, 4 mal Tagesspesen, Nebenkosten durch allerlei Hinund Herfajrerei in Berlin). Anfang Dezember werde ich Ihnen Kopie der Rohfassung des ersten Buchteils übersenden, möchte Ihnen aber schon vorher ein Jugendkapitel schicken, um Ihre Meinung über Anlage und Auffassung des Themas zu hören. Die Wahlentscheidung der Bundesdeutschen hat mich zuerst enttäuscht, aber heute möchte ich sagen, dass es so vielleicht besser ist, um viele Wirtschaftswunderanhänger zu überzeugen, dass demokratische Volksentscheide nicht nur nach trügerischen materiellen Gesichtspunkten, sondern vielmehr nach politischen erfordernissen getroffen werden müssen. Es wäre ein e undankbare Aufgabe für die Partei gewesen, die Suppe auszulöffeln, die nonrad der einmalige eindeutig nicht nur den Deutschen, sondern auch den Europäern und rrans ozeanern eingebrockt hat. In spätestens zwei Jahren wird sich die CSU/ CDU selbs den Magen daran verderben. Es ist schade um die verlorene Zeit und um den Scherbenhaufen, dxxx der dann noch grösser sein wird. Aber der deutsche Durchschnittsbürger scheint nun einmal- das zeigt der Lauf der deutschen Geschichte nur zu deutlich eine Neigung zu politischer Engstirnigkeit zu haben. G9 Meine Frau lässt herzlich grüssen, ihnen selbst schöne Grüsse, e Ihr DON E ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E. V. Herrn FritzMichael Roehl München Schubertstr. 4 15 Lieber Fritz Ro e h 1! BONN, den AD 18.September 1957 DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 2 31 84-87 Akt.- Zch.: Bitte bei Rückantwort anzugeben Haben Sie herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 13.9.1957, das leider einige Zeit bei mir liegen geblieben ist. Heute sind Sie nun in Berlin und ich hoffe, daß Ihnen der Besuch dort, besonders der bei Otto Go h 1 k e, weitere Anregungen geben wird. Ich kann mir vorstellen, wie lebendig Ihnen Marie nachträglich besonders in den Perioden ihres Lebens wird, an denen Sie noch nicht bewusst teilgenommen haben. Leider weiss ich die Adresse von Paul Jucha e Wilar auch nicht. Unser Archiv wird Ihnen das Buchmaterial, das Sie sich bei Ihrem letzten Besuch aussuchten, als Paket übersenden. Auch die Ausgrabungen aus den Reichstagssprecherlisten liegen der Sendung bei. Mit herzlichen Grüßen -auch an Ihre FrauIhre home haruch Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 13061 Herrn Dr. Hans Hirschfeld Altenburger Allee 19 Berlin- Charlottenburg 9 13.9.57. Lieber Hans, ich kam zurück, als Du nicht mehr im Haus Krull in Bad Wiessee warst. Deine Bayerische Wald- Anschrift konnte man mir nicht sagen. So habe ich gewartet, bis meine nächste Berlin- Reise fällig ist. Ich werde am 18.9. ankommen und drei Tage brauchen, um alles zu erledigen. Bin bei dem 85 Jahre alten Bruder Otto Gohlke, der sehr viel aus Maries Jugend zu erzählen weiss. Er hat schon seit einigen Wochen 30 klarformulierte Fragen. Die noch lebende Verwandtschaft hilft mit, Erinnerungen lebendig werden zu lassen. Ich werde sehr viel aus einem Lebensabschnitt von Marie erfahren, der uns allen so gut wie nicht bekannt ist.- Ferner habe ich mich bei Paul Löbe angesagt, der mir bereits Unterlagen schickte. Leider bist Du nach Deinen Urlaub in ene völlig veränderte Berlin- Situation gekommen. Bei aller Trauer hatte ich die Freude, zu sehen, dass der Westen genau weiss, was er an Otto Suhr hatte. Selbst der einfache Mann auf der Strasse war sich klar über die Bedeutung dieses Mannes und den plötzlichen Verlust. Schade, dass Gefühle der zugehörigkeit des Westens zu Berlin( und umgekehrt) erst durch traurige Anlässe neu geweckt werden. Dorle habe ich ebenfalls noch nicht anrufen können, ich war am 5.8. zwei Tage in München und lann wieder unterwegs, kam jetzt zurück, fahre mit Maria( die in Mailand auf der Triennale war, mit Schülerinnen) nachNaila, und am kommenden Mittwoch mit ihr nach Berlin. Hattest Du Zeit, Dich ein wenig mit ame rikanischen Reminiszenzen zu befassen? Es wäre schön, wenn ich einen kleinen Packen Notizzettel bekommen könnte. Käthe muss mir dann helfen, Lücken zu ergänzen. Wie, wann und wo das geschieht, ist mir noch nicht klar. Eine neise nach Norderney ist im BuchEtat nicht vorhanden. Vielleicht geht! s im Notfall per Post, aber da fehlt die" persönliche Farbe". Ich werde versuchen, Uich im nathaus oder zu Hause telefonisch zu erreichen. Und freue mich auf das Wiedersehen. Ganz herzliche Grüsse an Euch alle, Dein ¿Qué cómo? . Bat dieme 22 sinne do 8629 o) 15 1874 kink 3 7/8.51 W. Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuß e. V. BONN Doffendorfer Straße 168 Herrn Fritzmichael Roehl Nachla Obfr. MEN 15 Sehnbertstr. 4 Stenzelstr 25 — Herrn Paul Löbe Bismarckplatz 1 Berlin- Grunewald 13. 9. 57. Sehr verehrter, lieber Genosse Löbe, vielen herzlichen Dank für das übersandte Material für die Biographie über Marie Juchacz. Einiges kann ich gebrauchen, schreibe es z.Zt. ab bzw. lasse es fotokopieren. Schön wäre es, wenn Sie noch Maries Briefe aus New York finden würden. Ich komme am 17. oder 18. September nach Berlin, möchte Ihnen dann die Unterlagen selbst wieder zurückgeben, und mich sehr, sehr gerne einige Minuten mit Ihnen unterhalten. Ist das mög– lich? Ich bleibe nur drei Tage.- Ihr Briefbogen hat keine Telefonnummer, aber ich mache mich bemerkbar und hoffe, Sie anzutreffen. Mit herzlichen Grüsse PAUL LÖBE Herr Fritz Röhl München 15 Schubertstraße 4 BERLIN- GRUNEWALD BISMARCKPLATZ 1 21.8. 1957 Werter Genosse Röhl! Beim Ordnen von Briefen von und an Louise Schroeder finde ich auch einige Sachen, die für Ihr geplantes Buch über Marie Ju chacz von Interesse sein könnten. Es handelt sich in der Hauptsache um Briefe aus den Jahren 1951- 1956, es sind aber auch einige aus dem Jahre 1947 dabei. Sehen Sie die Sachen doch einmal durch und senden Sie mir bitte das nicht zu Verwendende, aber auch das Brauchbare in Abschrift - zurück. - - dies In meinem Besitz dürften sich auch ein paar Briefe von Marie Juchacz aus New York befinden, ich muß aber erst mal nachsehen. Durch Einschreiben bitte auf diesem Wege auch wieder zurück. Mit freundlichen Grüßen Paul Love Herrn Gerhard Kuhrts Kameruner Strasse 40/ II Berlin N 65 13.9.57. Lieber Gerhard, ganz schhell in Eile: ich werde voraussichtlich am 18. oder 19. September nach Berlin kommen und drei Tage- also bis zum 21. etwa- bleiben. In diesen 3 Tagen werde ich mich bemerkbar machen,- wenn's recht ist. Herzlichen Gruss, Euer Wählerkarte Herrn Frau Frl. Roehl Maria, Direktorin Schubertstr.4/ 0 München 15 Gebühr bezahlt beim Postamt München 48 1056 62. Wahlbez.- Wahlraum Theresiengymn. Kaiser- Ludwigs- Platz 3 B 9 Landeshauptstadt München. Wahlamt München 2, Herzog- Wilhelm- Str. 6 München, im August 1957 Bundestagswahl am Sonntag, den 15. September 1957 von 8 bis 18 Uhr Sehr geehrte Wählerin, sehr geehrter Wähler! Nach den Unterlagen des Wahlamtes sind Sie an der Wahl zum Bundestag teilnahmeberechtigt und in der für Ihre Wohnung maßgebenden Wählerliste eingetragen. Die Wählerkarte berechtigt nur zur Stimmabgabe in dem auf der Vorderseite bezeichneten Wahllokal; zur Abstimmung in einem anderen Wahllokal des Wahlkreises sowie zur Briefwahl ist ein Wahlschein nötig. Eine notwendige Berichtigung Ihrer Eintragung( Wohnungswechsel, Berufsänderung, Schreibversehen) kann in der Zeit vom 25. 8. mit 1. 9. 1957, die Ausstellung eines Wahlscheines in der Zeit vom 2. 9. mit 14. 9. 1957 bei der für Ihre Wohnung zuständigen Bezirksinspektion beantragt werden. ( Amtsstunden: An den Sonntagen von 9-12 Uhr, Montag mit Samstag von 11-18 Uhr, Samstag, den 14. 9. 1957, von 8-12 Uhr). Die Wählerkarte ist bei der Abstimmung dem Wahlvorsteher vorzuzeigen und soll nach der Wahl aufbewahrt werden. Bringen Sie bitte Ihren Personalausweis mit. Wahlamt Wählerkarte Herrn Frau Frl. Roehl Fritz, Schriftleiter Schubertstr.4/ 0 München 15 Gebühr bezahlt beim Postamt München 48 1055 62.Wahlbez.- Wahlraum Theresiengymn. Kaiser- Ludwigs- Platz 3 B 9 Landeshauptstadt München. Wahlamt München 2, Herzog- Wilhelm- Str. 6 München, im August 1957 Bundestagswahl am Sonntag, den 15. September 1957 von 8 bis 18 Uhr Sehr geehrte Wählerin, sehr geehrter Wähler! Nach den Unterlagen des Wahlamtes sind Sie an der Wahl zum Bundestag teilnahmeberechtigt und in der für Ihre Wohnung maßgebenden Wählerliste eingetragen. Die Wählerkarte berechtigt nur zur Stimmabgabe in dem auf der Vorderseite bezeichneten Wahllokal; zur Abstimmung in einem anderen Wahllokal des Wahlkreises sowie zur Briefwahl ist ein Wahlschein nötig. Eine notwendige Berichtigung Ihrer Eintragung( Wohnungswechsel, Berufsänderung, Schreibversehen) kann in der Zeit vom 25. 8. mit 1. 9. 1957, die Ausstellung eines Wahlscheines in der Zeit vom 2. 9. mit 14. 9. 1957 bei der für Ihre Wohnung zuständigen Bezirksinspektion beantragt werden. ( Amtsstunden: An den Sonntagen von 9-12 Uhr, Montag mit Samstag von 11-18 Uhr, Samstag, den 14. 9. 1957, von 8-12 Uhr). Die Wählerkarte ist bei der Abstimmung dem Wahlvorsteher vorzuzeigen und soll nach der Wahl aufbewahrt werden. Bringen Sie bitte Ihren Personalausweis mit. Wahlamt Herrn Fritz Michael Zocht: München B Schubertstr. 1 Vaila /Oberfr. Ampelstr. 25. E. Rubels. Berlin N. 65. Kammerimmer Nr. 40" Berlin, den 29.8.57 hritz Lieber hatten schon wir Brief. lieben Dank für Denien Quht herzlichen größer war jetzt. ŭm si antgenommen, Du antwortest uns nicht unsre Freude. wenn Du mir um den 15.9 Das wäre furchtbar nett von Dir, besuchen würdest, Gerhard hat noch bis zum 23.9. Urlaub. Wie Du schreibst, kannst Du Dich nur ein bissel an uns Dir zerr. Das sind ja wohl ca. 20 Jahre erinnern, das glauben wir Mal sahen. Wie weil ist in dieser her, als wir uns das letzte Zeit passiert. Hilde Richter, lebt seiner mehr Von gönnlic Behnert heute Frau Gloetenmeÿer, du kennst sie sicher noch, hat ihre Eltern auch während des Krieges verloren. Gerhard's Eltern leben wicht mehr und sein Bruder Hans ist auch tot. Wir selbst hatten 2 Kinder. Evelijn, die Jüngste, Ingrid Heute wäre sie 21 J. starb mit 7 Jahren. ist 23 Jahre. Ich könnte Dir noch so viel schreiben, aber dazu würde das Papier nicht ausreichen, ausserdem weiß ich nicht, was Dich davon interessiert. Vielleicht klappt es doch am 15.9. mit Deinem Besuch Dann könnten wir uns mündlich darüber unterhalten, Aber bitte gebe uns vorher. was bestimmt netter wäre. Beschied. komnist Du auch nus Telefonisch erreichen. unter Wr. 466240. Wir seine uns schon auf Deinen nächsten Brief. Recht Grüße und herzliche alho Gute senden. und Gerhard, Erika Intzrid Gerhard macht. auszublicklich. miser Schlafzimmer hätte sonst er Dir selbst geantwortet. der Frau Lotte e mke Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt Dottendorfer Strasse 168 Bonn/ Rhein 13. 9. 57. Liebe Lotte Lemke, obwohl wir politisch in einer entscheidenden und aufregenden Phase sind, in der es um ein wichtiges Stückchen Zukunft für Deutschland geht, möchte ich mich in unserer Angelegenheit melden. Dank für den Brief vom 4.9.- Wir sind wirklich sehr viel weitergekommen. Ich fahre nun ein letztes Mal am 18. September nach Berlin, habe mich angesagt bei dem Bruder von Marie, dem 85 Jahre alten Otto Gohlke, der mit seinen Angehörigen schon seit drei Wochen daran sitzt, etwa 30 von mir formulierte klare Fragen so ausführlich wie möglich zu beantworten. In der mündlichen Unterhaltung hcffe ich, die" Farbe" zu bekommen, die Maries erster Lebensabschnitt wirklich hatte. Ich bin guten Mutes. Ferner bin ich bei Hans Hirschfeld, mit dem ich gemeinsam den amerika- Teil in Stichworten zusammentrage. Bei Paul Löbe habe ich mich ebenfalls angemeldet( er hatte mir einige Dinge geschickt!), und bei einigen anderen guten ehemaligen Freunden von Marie. Berlin wird mich drei Tage in anspruch nehmen. ab 22.9. werde ich die letzten Sortierungen machen, um dann ab 1.lo. ausschliesslich an der Formulierung zu arbeiten. Ich freue mich auf diese Arbeit, weil mir Marie durch das Anhäufen der vielen Details ******* von so vielen Seiten neu begegnet, dass ich immer wieder überrascht bin. Ich komme mir vor wie ein Archäologe, der eine versunkene Stadt ausgräbt und jeden Tag eine neue Kammer mit grossen und kleinen Keichtümern- aber auch mit rührenden Alltäglichkeiten- freilegt. Eine Frage: haben Sie die adresse von Paul Juchacz' Frau, Hanna J.? Sie besitzt aus Pauls Nachlass viele Briefe von Marie nach Weissenthuum. Ich möchte versuchen, diese Briefe zu bekommen. An Lotte J. möchte ich wegen deranschrift nicht schreiben. Und eine Bitte: kann ich jetzt das ganze Buchmaterial bekommen, das ich mir bei meinem letzten Besuch aussuchte?- War es möglich, aus den Bundestagssprecherlisten von damals etwas auszugraben? Vorerst herzliche Grüsse, Ihr ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E.V. Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 AL BONN, den 4.9.1957 Dottendorfer Straße 168 Fernruf 23184-87 Le/ Kr. Akt.- Zch.: Bitte bel Rückantwortanzugeben Lieber Fritz Roehl! Herzlichen Dank für Ihren Brief vom 26. August%; B ich habe den Eindruck, daß wir ein großes Stück weitergekommen sind. Das Rundschreiben ist abgesandt, und ich bin nun auf das Ergebnis sehr gespannt. Mit herzlichen Grüßen an Sie und Ihre Frau Ihre brown bruka Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 13061 Frau Lina Ege- Rösch Lohengrinplatz 1 München 27 26. August 1957. Sehr verehrte, liebe Genossin Ege- Rösch, über Ihren Brief habe ich mich sehr gefreut. Um gleich etwas richtig zu stellen: Elisabeth Kirschmann- Roehl war meine Mutter, demnach war Marie Juchacz meine Tante. Die Kinder von Marie( ich яække nannte sie" grosse Mutti", und meine Mutter" kleine Mutti") und ich lebten im gemeinsamen Haushalt. Als meine Mutter Lisbeth Kirschmann- Roehl 1930 starb, war Marie J. wieder meine Ersatzmutter, aber nur kurze Zeit. 1933 emigrierte sie mit meinem Stiefvater, Emil Kirschmann, erst ins Saargebiet, dann nach Frankreich, und erst 1940 nach Amerika. Emil Kirschmann, mein Stiefvater, ist vor drei Jahren drüben gestorben. Da ich ja auch in München lebe, allerdings sehr viel unterwegs bin, was mein Beruf als Journalist, Schriftsteller und Fotograf mit sich bringt, wird es wohl das Beste sein, wenn ich mich einmal bei Ihnen direkt melde, um in einer mündlichen Unterhaltung vielleicht doch noch Anregungen zu erhalten, die ich für die Biographie über Marie Juchacz brauche. Im Augenblick bin ich gerade wieder einmal unterwegs, komme aber Anfang September zurück, fahre am 6.9. aber wieder nach Mailand, von wo ich am 12.9. zurück bin. Ich werde mich nun entweder zwischen de 2. und 5. September, bestimmt aber nach dem 12. September melden, denn ab Oktober sitze ich intensiv über der Biographie in München. Ich freue mich auf die Begegnung mit Ihnen, und bin mit herzlichem Gruss, Ihr sehr ergebener DIE WERKFORM zeigt in der HANDWERKSKAMMER FÜR OBERBAYERN München 2, Max- Joseph- Straße 8 HEUSS- INTERNATIONALER EINBANDWETTBEWERB Geöffnet bis 7. September 1957 Montag bis Freitag 9-18 Uhr Samstag 9-12 Uhr Der Bund Deutscher Buchbinder- Innungen hat die Buchbindermeister des In- und Auslandes zu einem Einbandwettbewerb für 4 Bücher von Prof. Theodor Heuss eingeladen. Diese Einbandschau wurde von Herrn Bundespräsident Prof. Theodor Heuss anläßlich der Buchbinder- Tagung in Bonn am 21. Juli persönlich eröffnet. Alle diese größtenteils hervorragenden Arbeiten aus der Bundesrepublik, der DDR, Belgien, England, Frankreich, Schweiz, Spanien und den USA werden in dieser Ausstellung gezeigt. Gestaltung der Ausstellung: Die Handwerkspflege in Bayern Zu der am Montag, dem 19. August 1957, 18 Uhr, in der Handwerkskammer stattfindenden Eröffnung durch Herrn Stadtrat Josef Kiefer, stellv. Bundesinnungmeister der Buchbinder, werden Sie ergebenst eingeladen. Juli 1957 Bulletin des ,, Fränkischen Kreises" Freie Vereinigung von Angehörigen geistiger Berufe in der Bundesrepublik Sekretär: Universitätsprofessor Dr. Franz Paul Schneider, Würzburg Nr. 1 Der„ Fränkische Kreis" hat seit 1954 regelmäßig zu wichtigen aktuellen Fragen, die den Frieden der Welt und das Schicksal unserer Nation berührten, Stellung genommen. Er hat versucht, die öffentliche Meinung und die parlamentarische Opposition im Sinne einer konsequenten Politik der Entspannung, der Koexistenz und der allgemeinen kontrollierten Abrüstung zu beeinflussen. Die im„ Fränkischen Kreis" vereinigten Wissenschaftler, Künstler und Pädagogen sind von der Ueberzeugung durchdrungen, daß im Atomzeitalter neue Maßstäbe und neue Formen zur Lösung der internationalen Spannungen gefunden werden müssen. Sie sind der Meinung, daß die Bundesregierung mit ihrer bisherigen Außenpolitik dem allgemeinen weltpolitischen Trend entgegenarbeitet und die ,, Welt aufhält". Der„ Fränkische Kreis" wurde als Petitionsbewegung ins Leben gerufen, und er betrachtet die„, Petition" noch immer als die wirksamste Form der politischen Einflußnahme. In diesem Jahre war es das„, Göttinger Manifest" der 18 Atomforscher, die das deutsche Volk eindringlich auf die Gefahren hinwiesen, die mit der atomaren Aufrüstung der Bundesrepublik und der Lagerung atomarer Sprengkörper auf deutschem Boden verbunden sind. Der„ Fränkische Kreis" wäre seiner Aufgabe untreu geworden, wenn er sich nicht sofort in die Front der entschlossenen Gegner der atomaren Aufrüstung eingereiht hätte. Er wandte sich zunächst mit einem„ Offenen Brief" an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland. Der„ Offene Brief" fand die Zustimmung zahlreicher prominenter Vertreter des deutschen Kulturlebens. Den zweiten Schritt bildete eine„ Petition" an den Bundestag, die zusammen mit einer vielbeachteten Atombroschüre an einen kleineren Kreis versandt und von 245 Persönlichkeiten unterzeichnet wurde. In der zweiten Etappe wurde die Unterschriftenwerbung auf wesentlich breiterer Basis fortgesetzt. Bis zum 20. Juli ist die Zahl der Unterzeichner auf 700 angestiegen. Es ist uns heute ein Bedürfnis, allen Unterzeichnern für Ihre wertvolle Unterstützung aufrichtig zu danken. Besonders verpflichtet fühlen wir uns auch allen Freunden, die uns durch teilweise erhebliche Geldzuwendungen in die Lage versetzt haben, die Druckkosten der Atombroschüre zu bezahlen. Diese freundschaftliche Hilfe ist um so höher zu veranschlagen, als durchaus nicht alle Vertreter des kulturellen Lebens vom deutschen„ Wirtschaftswunder" erfaßt wurden. Der„ Fränkische Kreis" ist auf die materielle Hilfe seiner Freunde und Förderer angewiesen, und die Reichweite seiner Aktionen wird jeweils durch den Umfang freiwilliger Zuwendungen bestimmt. Da wir über kein Büro verfügen, war es uns leider nicht möglich, jedem einzelnen Spender, wie es sich gehört hätte, persönlich zu danken. Aus dem gleichen Grunde konnten wir auch nicht auf die zahlreichen beachtenswerten Vorschläge und kritischen Einwende eingehen. Wir bitten aber alle Unterzeichner, davon überzeugt zu sein, daß wir die uns übermittelten Anregungen und kritischen Hinweise in unserer künftigen Arbeit berücksichtigen werden. Nicht zuletzt fühlen wir uns jenen Empfängern der Petition verbunden, die sie nicht unterzeichnet haben, aber sich die Mühe machten, ihren ablehnenden Standpunkt zu begründen. Diese Dokumente konstruktiver Kritik und Polemik werden uns veranlassen, unsere Positionen immer wieder sorgfältig zu überprüfen. Wir bitten, uns auch in Zukunft Anregungen und kritische Bedenken nicht vorzuenthalten. Schließlich bitten wir um Verständnis dafür, daß wir Unterschriften, die unter Vorbehalt abgegeben wurden, nicht berücksichtigt haben. Wir möchten uns in keinem Falle eines Vertrauensmißbrauchs schuldig machen. Ferner bitten wir um Verständnis dafür, daß wir nur Unterschiften von Angehörigen der geistigen Berufe veröffentlichen. Wir sind gewiß nicht der Meinung, daß die Unterschrift eines Schlossers oder einer Hausgehilfin geringeres Gewicht hätte als die eines Akademieprofessors. Wir müssen uns aber im Interesse der vollen Wirksamkeit unserer Arbeit und Arbeitsmethoden und auch mit Rücksicht auf unsere schmale finanzielle Basis auf die Angehörigen geistiger Berufe beschränken. Je mehr es dem„ Fränkischen Kreise" gelingt, die verantwortungsbewußte Intelligenz der Bundesrepublik zur tatkräftigen Mitwirkung an der Gestaltung unseres politischen Lebens wachzurufen, desto mehr kann er dazu beitragen, daß ernsthafe Gefahren von unserem Volk abgewendet und die Voraussetzungen für die deutsche Wiedervereinigung verbessert werden. Am 19. Juni 1957 sandten wir unsere Petition mit den ersten 245 Unterschriften an den Bundestagspräsidenten, Herrn Dr. D. Eugen Gerstenmaier, mit der Bitte, sie dem Plenum des Bundestages zur Beratung vorzulegen. Unsere Bemühungen hatten keinen Erfolg. Deshalb übermittelten wir dem Herrn Bundestagspräsidenten am 23. Juli 1957 folgenden Brief mit den neu eingegangenen Unterschriften: An den Bundestagspräsidenten Dr. D. Eugen Gerstenmaier Bonn Betrifft: Petition des„ Fränkischen Kreises". Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident! In Ihrer Eigenschaft als Präsident des Bundestages sandten wir Ihnen am 19. Juni 1957 eine von 245 Vertretern der geistigen Berufe unterzeichnete Petition. Wir baten Sie, die Petition dem zuständigen Ausschuß des Bundestages und dem Plenum zur Beratung und Beschlußfassung zuzuleiten. Die Petition hat in der Presse und im Rundfunk starke Beach tung gefunden. Wir haben bis zum 20. Juli 1957 700 Unterschriften erhalten, die Sie aus der Anlage ersehen. Täglich gehen uns weitere Zustimmungserklärungen zu. Wir verstehen daher nicht, daß der Bundestag in die Ferien gehen konnte, ohne über unsere Petition zu beraten, obwohl ein weiterer Aufschub der Entscheidung über eine für das deutsche Volk lebenswichtige Frage nicht verantwortet werden kann. Wir erwarten, daß der Bundestag in seiner letzten Sitzungsperiode auf jeden Fall auch über unsere Petition berät. 1 Anlage Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener ( Franz Paul Schneider) Petition an den Deutschen Bundestag Die Unterzeichneten sind tief enttäuscht über die Erklärungen der Regierung in der Bundestagsdebatte über die atomare Ausrüstung der Bundeswehr und die Stellungnahme der führenden Männer der CDU/ CSU in dieser Frage auf dem Parteitag in Hamburg. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die Bundesregierung und die CDU nach eindeutigen Äußerungen ihrer Führung an der Ausrüstung der Bundeswehr mit atomaren Waffen festhalten und nach ihrer bisherigen Haltung auch keine ernsthaften Schritte unternehmen werden, die Lagerung atomarer Waffen durch fremde Truppen auf dem Gebiet der Bundesrepublik abzuwenden. Aus der Warnung der Unterzeichner des Göttinger Manifestes und der Mahnung Albert Schweitzers hat die Bundesregierung trotz der Zustimmung weitester Kreise der Bevölkerung nicht die notwendigen Schlußfolgerungen gezogen, auch nicht aus den immer wiederholten Beschwörungen des Papstes Pius XII. - Die Unterzeichneten halten die von der Bundesregierung und der Führung der CDU vertretene Auffassung, daß es ohne atomare Rüstung der Bundesrepublik keine Sicherheit für das deutsche Volk geben könne, für verhängnisvoll. Sie stellen daher an den Bundestag den Antrag: Der Bundestag möge beschließen: 1. Die Bundesrepublik Deutschland verzichtet, um einen Beitrag zur allgemeinen Abrüstung zu leisten, schon jetzt auf die atomare Ausrüstung der Bundeswehr und auf die Herstellung von Teilen atomarer Waffen. 2. Die Bundesregierung wird verpflichtet, die Lagerung atomarer Waffen durch NATO- Einheiten auf dem Gebiet der Bundesrepublik grundsätzlich abzulehnen und die mit offener oder stillschweigender Duldung bereits erfolgte Lagerung rückgängig zu machen. 3. Die Bundesregierung wird verpflichtet, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen, die der allgemeinen Abrüstung und Entspannung dienen, um dadurch auch günstigere Voraussetzungen für die Lösung der deutschen Frage zu schaffen. Die Unterzeichneten appellieren an die Einsicht und das Gewissen aller Bundestagsabgeordneten und erwarten, daß diese Petition noch vor den Parlamentsferien behandelt und angenommen wird. gezeichnet: Prof. Dr. Wolfgang Abendroth, Marburg/ Lahn Dr. Bruno Bernels, Physikochemiker, Wiesbaden Prof. Walter Brudi, Stuttgart Prof. Armando Busi, Frankfurt/ Main Prof. Dr. Heinrich Düker, Marburg/ Lahn Prof. F. H. Ehmcke, Widdersberg/ Obb. Prof. Dr. Ernst Fraenkel, Frankfurt/ Main Dietrich Frindte, Pfarrer, Kassel Dr. med. Edith Frindte, Fachärztin für Kinderkrankheiten, Kassel Prof. Dr. Dr. August Gallinger, München Albert Gasch, Stadtrat, Offenbach/ Main Prof. Dr. Paul Geissler, Garmisch- Partenkirchen Dr. Erwin Gmelin, Chemiker, Erling/ Andechs Walter A. Gmelin, Dipl.- Ing., Erling/ Andechs Prof. D. Helmut Gollwitzer, ord. Prof. f. evang. Theologie, Bonn Prof. Dr. Fritz Goos, Hamburg Eugen Grehn, Assessor, Würzburg Prof. Dr. med. Franz Groebbels, Mölln in Lauenburg Dr. H. K. Gspann, Chefredakteur, Lübeck Prof. Dr. habil. Curt Hagen, Hamburg Prof. Dr. Richard Hamann- Mac Lean, Marburg/ Lahn Prof. Johannes Harder, Wuppertal- Barmen Prof. Dr. Erich Hückel, Prof. für theoretische Physik, Marburg/ Lahn Dr. med. Grete Jensen, Altena( Westf.) Dr. med. Rudolf Jensen, Chefarzt der chir. Abt. des Städt. Krankenhauses Altena/ Westf. Prof. Dr.- Ing. Karl Kammüller, Karlsruhe Prof. Dr. Dr. Helmut Kanter, Marburg/ Lahn Dr. med. Fritz Katz, Iserlohn Prof. Dr. Oskar Kaul, Unterwössen/ Obb. H. Kempter, Dir. d. Bayr. Landesgewerbeanstalt, Nürnberg Prof. Dr.- Ing. Werner Kluge, Stuttgart Prof. Dr.- Ing. Adolf Koenig, Karlsruhe Dr.- Ing. Walter Kramer, Physiker, Schömberg/ Schwarzwald Prof. Dr. H. J. Kraus, Hamburg Prof. Dr.- Ing. Heinrich Kuttner, Kassel Dr. med. Fritz Lackner, Miesbach/ Obb. Arnold Leetz, Publizist, Frankfurt/ Main Prof. Friedrich Löwenhaupt, Offenburg Prof. Dr. Dr. G. Mall, Med. Dir. der Pfälzischen Nervenklinik, Klingenmünster/ Pfalz Prof. Dr. Dr. Ernst Meler, Hassfurt Dr. Friedrich Müller, Verw.- Gerichtspräs. i. R., Wiesbaden Herbert Mochalski, Studentenpfarrer, Darmstadt Dr. Anneliese Peters, Historikerin, Säckingen Dr. Arno Peters, Historiker, Säckingen Lora Platiel, Mitgl. d. Hess. Landtags, Landgerichtsdirektorin, Kassel Prof. Dr. Erich H. Reinau, Lörrach/ Baden Prof. Dr. Hans Rheinfelder, Hochschulreferent i. Bayr. Staatsmin., München Prof. Dr. Franz Paul Schneider, Würzburg Prof. Dr. Eberhard Schomburg, Hannover Prof. Levin Schücking, Farchant b. Garmisch Prof. Dr. H. Starke, Köln Prof. Dr. H. Strathmann, Erlangen Dr. med. Helmuth Stolze, München Yugol Trede, Student, Hamburg Prof. Dr. Paul Wichmann, Hamburg Prof. D. Ernst Wolf, Göttingen Dr. Karlt Zechentmayer, Chemiker, Erling/ Andechs Eduard Adelmann, Oberlehrer, Lörrach Josef Becker, Oberstudienrat a. D. Nürnberg Studienprofessor Franz Denk, Erlangen Dr. Maria Fassbinder, Realschullehrerin a. D., Horrem/ Köln Prof. Dr. Klara Maria Fassbinder, Duisdorf b. Bonn August Fricke, Stadtschulrat i. R., Kassel Prof. Dr. Julius Gebhard, Hamburg Gerhard Groos, Studienrat, Hamburg Adam Guckenberger, Studienprof. i. R., Würzburg Dr. W. Hammetrath, Oberhausen Dr. Eduard Hapke, Prof. a. d. Pädagogischen Hochschule, Lüneburg Mathilde Hartmann, Lehrerin, Marktbreit/ Main Dr. Gustav Heckmann, Prof. a. d. Pädagogischen Hochschule, Hannover Dr. Fritz Helling, Oberstudiendirektor i. R., Schwelm/ Westf. Prof. Artur Hennig, Studiendir. i. R., Ebersteinberg Dr. Alfred Herrenbruch, Mittelschuldir., Marktbreit/ M. Ernst Heywang, Schulrat a. D., Marktbreit/ M. Frieda Heywang, Hauptlehrerin, Marktbreit/ M. Arnold Hilmer, Studienrat, Hamburg Dr. Ernst Hierl, Oberstudienrat u. Dozent a. D., Augustdorf b. Detmold Ernst Hue, Rektor, Dortmund Elisabeth Kellner, Studienrätin, Gauting b. München Albert Kramer, Berufsschuldir., Lüneburg Rudolf Kreppner, Studienrat, Marktbreit/ M. Rudolf Kruse, Erzieher, Marktbreit/ M.. Fritz Hartmann, Lehrer, Marktbreit/ Main Dr. Josef Müller, Oberlehrer, Retzbach Dr. Charlotte Niederhommert, Oberstudienrätin, Bad Salzuflen Dr. Heinrich Otto, Mittelschulrektor, Kassel Rudolf Pikola, Lehrer, Miesbach/ Obb. Otto Pröpper, Oberschulrat, Nürnberg Josef Pflanz, Rektor, München Heinrich Reintjes, Studienrat i. R., Gschwend Dr. Hans Reichwage, Oberstudiendirektor i. R., Rotenburg/ Han. Prof. Dr. Riemek, Prof. a. d. Päd. Akad., Wuppertal Gabriele Schenk, Mittelschulehrerin, Marktbreit/ M. Rudolf Scherer, Mittelschulleiter, Marktbreit/ M. Prof. Dr. Bernhard Schulz, Lüneburg Ernst Schwab, Oberlehrer, Marktbreit/ M. Karl Sperling, Stadtjugendpfleger, Hannover Dr. Eduard Thorn, Studienrat, Hamburg Heinrich Tiedtke, Realschuldirektor, Meinerzhagen/ Westf. R. Vaßen, Gewerbeoberlehrer, Münster/ Westf. Dr. Karl Wörle, Studienprof. i. R., Ansbach Fita Benkhoff, Schauspielerin, Berg am Starnberger See Günter Bensch, Bühnenbildner, Berlin- Haselhorst Albert Bessler, Chefdramaturg, Berlin Hans Borgstädt, Filmregisseur, Hamburg Friedrich Brandenburg, Intendant, Gießen Hertha Buren, Pianistin, Nürnberg Adolf Dell, Schauspieler, Düsseldorf Werner Egk, Komponist, Lochham b. München Ida Ehre, Theaterleiterin u. Schauspielerin, Hamburg Erich Engel, Regisseur, Berlin- Charlottenburg Ulrich Erfurth, Regisseur, Hörnum/ Sylt August Ernst, Dramaturg, Göttingen Ernst Fritz Fürbringer, Schauspieler, München Elisabeth Gmelin, Klavierpäd., Erling/ Andechs Alexander Golling, Schauspieler, Rottach- Egern Dr. Falk Harnack, Regisseur, Berlin- Grunewald Helmut Henrichs, Generalintendant, Wuppertal Heinz Hilpert, Theaterleiter, Göttingen Karin Jacobsen, Schauspielerin und Autorin, Hamburg Hans Hermann Joest, Oberspielleiter, Krefeld Victor de Kowa, Intendant u. Schauspieler, BerlinCharlottenburg Peter Lühr, Schauspieler, München Siegfried Nürnberger, Intendant, Mainz Kurt Peters, Ballettmeister, Hamburg Else Reuss, Schauspielerin, Berlin Edel von Rothe, Primaballerina, Düsseldorf Ernst Sladeck, Spielleiter, Baden- Baden Michi Tanaka( Hiroshima), Sängerin, Berlin- Charlottenburg Olga Tschechowa, Schauspielerin, München Luis Trenker, Regisseur, Bozen Hans- Jörg Utzerath, Regisseur, Düsseldorf Prof. Bernhard Wosien, Chefchoreograf a. d. Städt. Bühnen, Nürnberg Prof. Bele Bachem, Malerin, München Carl Barth, Kunstmaler, Düsseldorf Prof. Otto Baum, Abteilungsl. d. Bildhauerei a. d. Staatl. Akademie d. b. Künste, Stuttgart Fritz Behn, Akademieprof. i. R.,. München Mathilde Hörmann, Architektin, Gauting b. München Günter Bieling, Kunstmaler, Hannover Werner Bley, Maler, Graphiker und Kunsterzieher, Hamburg Rolf Böhlig, Maler, Hamburg Prof. Eduard Brill, Dir. a. D. d. chem. Staatsschule f. angew. Kunst, Nürnberg Dr. Fritz Bürger, Bildhauer, Hamburg Gerd Burtchen, Maler u. Graphiker, Braunschweig Willy Cramer, Maler u. Studienprof., Nürnberg Eugen Croissant, Maler, Breitbrunn/ Chiemsee Elisabeth Croissant, Malerin, Breitbrunn/ Chiemsee Prof. Dr. Hermann Dienz, Maler, Hilberath Prof. Otto Dix, Maler, Hemmenhofen Prof. Franz Doll, Kunstmaler, München Fritz Düsing, Kunstmaler, Hamburg Walter Eck, Maler, München Leonhard Eckertsperger, Akad. Kunstmaler, Oberstdorf/ Allg. Prof. Kurt Edzard, Lehrstuhl f. Modellieren a. d. T. H., Braunschweig Max Eichim, Kunstmaler, Karlsruhe Josef Ernst, Dir. d. Staatl. Werkkunstschule, Kassel Josef Fassbender, Maler, Köln Arnold Fiedler, Maler u. Graphiker, Hamburg Prof. Otto Fischer- Trachau, Maler und Architekt, Hamburg Fritz Flinte, Kunstmaler, Hamburg Herbert Fuß, Kunstmaler, Tutzing/ Obb. Maria Fuß, Bildhauerin, Düsseldorf Prof. Josua L. Gampp, Karlsruhe Ernst Geitlinger, Studienprof. a. d. Akademie d. b. Künste, München Hans Gött, Akademieprof. a. D., München Prof. Gerhard Gollwitzer, Stuttgart Dora Grabosch, Malerin, Hamburg Hans Graef, Bildhauer, Karlsruhe Artur Graf, Kunstmaler, Karlsruhe Hans Greilinger, Kunstmaler, München Prof. Fritz Griebel, Nürnberg Olaf A. Gulbransson, Architekt BDA, München Wilhelm A. Haerlin, Maler, Hamburg Oskar Hagemann, Kunstmaler, Karlsruhe Richard Haizmann, Maler und Bildhauer, Niebüll Erich Hartmann, Kunstmaler, Hamburg Curt Heigl, Architekt, Nürnberg Albert Heinzinger, Kunstmaler, München Prof. Manfred Henninger, Staatl. Akad. d. b. Künste, Stuttgart Volker Detlef Heydorn, Maler u. Graphiker, Hamburg Prof. Friedrich Heubner, Maler, München Prof. Max Hoene, Bildhauer, München Prof. Karl Hubbuch, Karlsruhe Prof. Wilhelm Hübotter, Gartenarchitekt, Hannover Fritz Husmann, Maler u. Graphiker, Hamburg F. M. Jansen, Kunstmaler, Büchel- Siegkreis Hermann Junker, Maler u. Graphiker, Hamburg Gertrud Kaufmann, Malerin, Karlsruhe Willy Kiwitz, Maler, Karlsruhe Carl- Heinz Kliemann, Maler und Graphiker, BerlinZehlendorf Albert Knoke, Maler, Hannover Prof. Max Körner, Nürnberg Eugen Kühlewein, Kunstmaler, Karlsruhe Willi Kümpel, Maler, Karlsruhe Anton Lamprecht, Kunstmaler, München Prof. Kurt Lehmann, Prof. a. d. T. H., Hannover Alfred Leithäuser, Kunstmaler, Gauting Prof. Ernst Liebermann, Maler, Beuerberg b. München Herbert List, Photograph, München Prof. Friedr. Lommel, Bildhauer, Otterkring/ Chiemsee Josef Luca, Dipl.- Architekt a. d. Staatl. Werkkunstschule, Kassel Max Mahlmann, Maler, Hamburg Prof. Hans Meyboden, Kunstakademie, Freiburg i. B. Karl August Ohrt, Bildhauer, Hamburg Prof. Theo Ortner, Maler, Hamburg Prof. Otto Pankok, Düsseldorf Prof. Dr. Hans Purrmann, Maler, Montagnola- Lugano Adolf Rentschler, Graphiker, Karlsruhe Karl Röhrig, Bildhauer, München Friedrich Karl Roth, Porträtmaler, München Harald Roth, Architekt BDA, Leiter der Kerschensteiner Gewerbeschule, München H. W. Ruwoldt, Bildhauer, Hamburg Wett Wilhelm- Scharg, Kunsthandwerkerin, Nürnberg Emil Scheibe, Maler, München Prof. Alfred Schmidt, Kunstmaler, Gräfelfing b. Münch. Prof. W. Schnarrenberger, Maler, Karlsruhe Prof. Hans Schreiber, Graphiker, Wuppertal Hans Schröer, Maler, Düsseldorf Prof. Dr. Hans Secker, Kunsthistoriker, Honnef Prof. Kurt Sohns, Maler, Hannover Prof. Hermann Wilhelm, Nürnberg Karl Bunje, Schriftsteller, Sandkrug/ Oldenb. Paul Distelbarth, Schriftsteller u. Verleger, Rittelhof, Württemberg Siegfried Einstein, Schriftsteller u. Journalist, Lampertheim Dr. Hans Martin Elster, Schriftsteller und Verleger, Düsseldorf Johann Fladung, Verleger, Düsseldorf Leonhard Frank, Schriftsteller, München Albrecht Goes, Schriftsteller, Stuttgart Hans Henny Jahnn, Schriftsteller, Hamburg Wolfgang Koeppen, Schriftsteller, München Peter Martin Lampel, Schriftsteller, Hamburg Gerhard Lüdtke, Schriftsteller, Hamburg Dr. Eberhard Meckel, Schriftsteller, Freiburg i. B. Dr. Hanna Meuter, Schriftstellerin u. Oberregierungsrätin i. R., Lobberich Dr. Hans Rehfisch, Schriftsteller, Ehrenpräs. d. Vereinig. Dt. Schriftstellerverbände, Hamburg Harry Reuss- Löwenstein, Schriftsteller, Hamburg Kurt Römer, Schriftsteller, Hamburg Ernst Rowohlt, Verleger, Hamburg Ernst von Salomon, Schriftsteller, Stöckte/ Winsen/ Luhe Ruth Schaumann, Schriftstellerin u. bildende Künstlerin, München Paul Schurek, Schriftsteller, Hamburg Georg Schwarz, Schriftsteller, München Fritz von Unruh, Schriftsteller, Hof Oranien, Diez/ L. Werner Warsinsky, Schriftsteller, Lünen/ Westf. Konrad Winkler, Schriftsteller, Neckargemünd Inzwischen erreichten uns noch folgende Unterschriften: Dr. Heinz Althöfer, Kunsthistoriker, München Dr. R. Andreesen, Chefarzt, Hamm Prof. Philipp Bamberger, Univ.- Prof., Heidelberg Dr. Hartmut Berlet, Wiesbaden Dr. Otto Böhne, Arzt, Karlsruhe Dr. Otto Bramm, Kunsthistoriker, Bad Hersfeld Prof. D. Herbert Braun, Univ. Mainz Eva von Bredow, München Prof. Dr. W. Brenner, Chefarzt, Gelsenkirchen- Buer Emil Dieterle, Zahnarzt, Sigmaringen Prof. Dr. Anton Eitel, Univ.- Prof., Münster Prof. Dr. G. Franz, Karlsruhe Dr. Marcel Frenkel, Ministerialdirigent, Düsseldorf Dr. Regula Frisch, Ärztin, Schwarmstedt/ Hann. Prof. R. Genschel, Hannover Prof. Dr. F. Gottschalk, München Prof. Dr. Graffmann, Herborn Prof. Dr. Kurt Gröbe, Arzt, Hamburg Dr. Hans Grupe, Professor, Lüneburg Prof. Dr. Kurt Gutzeit, ord. Prof., Bad Wildungen Dr. Karl Hagedorn, Arzt, Düsseldorf A. Haerter, Stadtrat, Frankfurt/ Main Prof. Dr. Fr. Hahn, Dozent, Darmstadt Dr. Gustav Heinzmann, Dozent, Karlsruhe Prof. Dr. Will Hermanns, Dir. i. R. d. Zeitungsmuseums, Aachen Prof. Dr. D. Johannes Hessen, Univ.- Prof., Köln Karl Heymann, Museumsleiter, Weilburg/ Lahn Prof. Lothar Hock, Univ.- Prof., Krodorf/ Gießen Dr. Heinz- Joachim Heydorn, Dozent, Darmstadt Hans Hublocher, Arbeitsgerichtsdirektor, Regensburg Dr. Charlotte Hülße, Kinderärztin, Kassel Th. Hüpeden, Reg.- Dir., Kassel Prof. Dr. Walter Jacobi, Univ.- Prof., Tübingen Prof. Dr. Hermann Keller, Dir. i. R. d. Stl. Hochschule f. Musik, Stuttgart Dr. Marie Kaulhausen, Univ.- Lektorin, Göttingen Käthe Klare- Kickhefel, Sprechbildnerin, Frankfurt/ M. Prof. Dr. Johannes Klein, Univ.- Prof., Marburg Dr. Otto Koch, Staatssekretär a. D., Meinerzhagen/ W. Dr. A. Kovacs, Ärztin, Hannover Dr. Gottfried Kühn, Arzt, Reit i. Winkel Dr. Dr. Walter Kühn, Ministerialrat a. D., Wiesbaden Prof. Dr. Friedr. Wilh. Lehmann, Stadtkämmerer i. R., Frankfurt/ Main Dr. Fritz Lungmuss, Arzt, Hamm Prof. Dr. Dr. Maier- Leibnitz, Stuttgart Prof. Dr. Alfred von Martin, München Willy Mooritz, Arbeitsgerichtsrat a. D., Neumünster Dr. Paul Mies, Prof. a. D., Köln Prof. Dr. Nestle, Stuttgart Dr. Fritz Netzel, Worpswede Dr. Ilse Nonnenmann, Ärztin, Frankfurt/ Main Prof. Dr. Felix Oberborbeck, Univ.- Prof, Vechta Prof. Dr. Ernst Ochs, Freiburg i. Br. Dr. Max Orlovius, Arzt, Dortmund Prof. Mara Pringsheim- Duré, München Gerda Perleberg, Ärztin, Hamburg Prof. Dr. Franz Rauhut, Univ.- Prof., Würzburg Dr. Julius Renning, Chemiker, München Dr. Siegfried Rentrop, Bad Godesberg Dr. W. R. Rickmer, Asienforscher, München Dr. Hans Konrad Röthel, Museumsdirektor, München Dr. August Scheidt, Dir. der Chem. Untersuchungsanstalt, Kassel Prof. Dr. K. H. Scheumann, Meckenheim b. Bonn Prof. Dr. C. Schmieder, Univ.- Prof., Darmstadt Hermann Schulz, Dir. d. Botan. Gartens, Kassel Philipp Schwab, Stadtrat, Neustadt/ Weinstr. Prof. Dr. Michael Seidlmayer, Univ.- Prof., Würzburg Dr. Heinrich Sievers, Musikwissenschaftler, Hannover Dr. Helmut Simon, Landgerichtsrat, Düsseldorf Prof. Max Graf Solms, Univ.- Prof., Marburg Dr. Hubert von Sonnenburg, München Werner Sörgel, Student, Frankfurt/ Main Prof. Dr. Hermann Stephani, Universitätsmusikdirektor i. R., Marburg Dr. Theihs, Stadtrat, Kassel Werner Thönnessen, Student, Frankfurt/ Main Elisabeth Tornow, Dipl.- Chemikerin, München Dr. Th. Valentiner, Bremen Prof. H. Virl, München Oskar Vollhardt, Rechtsanwalt, Nürnberg Dietrich Wasser, Gerichtsreferendar, GelsenkirchenBuer Dr. Th. Wilhelm, Arzt, Neu- Isenburg Dr. Wilhelm Zimpelmann, Arzt, Dortmund Dr. Wilhelm Zinke, Arzt, Offenbach Dr. H. Zwirner, Zahnarzt, Mönchen- Gladbach Dr. Elisabet Albert, Dipl.- Hdl. a. D., Düsseldorf, Oberkassel Gertrud Anacker, Studienrätin, Wiesbaden Dr. Theodor, Oberstudienrat a. D., Echternacherbrück, Bez. Trier Margarete Baum, Gesanglehrerin, Kassel Eugen Bautz, Rektor, Hannover Maria Luise Böttner, Studienrätin, Eschwege Stephan Eusemann, Studienrat, Münchberg Hedwig Fauser, Jugendleiterin, Stuttgart Barbara Gees, Gesangspädagogin, Nürnberg Frieda Geßner, Lehrerin, Stuttgart- Rohr Willi Haas, Rektor, Georgensgmünd ü. Roth b. Nürnberg R. Hammeran, Studienrätin, Eschwege Prof. Dr. Eduard Happke, Päd. Hochschule, Lüneburg Dr. Dorothea Hillmann, Oberstud.- Direktorin, Marburg Konrad Hoos, Oberstudienrat, Aschaffenburg Friedrich Läubin, Oberstudienrat a. D., Lörrach/ Baden Ph. Lehner, Oberstudiendirektorin, Aschaffenburg Mich. Mittermaier, Studienrat, Hanau/ Main Dr. Phil. Paula Meyer, Studienrätin i. R., Oberursel/ Ts. Franz Rupp, Dolmetscher, Lörrach Karl Schilling, Geistl. Studienrat, Lippstadt/ Westf. Gerlinde Schmidt, Lehrerin, Stuttgart- W Hermann Schöhl, Pr. Oberstudiendirektor, Bad Homburg v. d. H. Oskar Schroeder, Studienrat, Duisburg- Buchholz Herbert Sokolowski, Studienassessor, Gelsenkirchen Dr. Karlaugust Strate, Oberstudiendirektor a. D., Minden/ Westf. Meta Weiss, Oberschullehrerin, Eschwege C. Li Weyand, Musiklehrerin, Düsseldorf Joh. Josef Bernartz, Prediger, Wiesbaden Hermann Dornfeld, Pfarrer i. R., Stuttgart Karl Dross, Pfarrer, Dortmund Dr. Dr. Prof. Hans Ehrenberg, Pfarrer Arnold Falkenroth, Studentenpfarrer, Wuppertal Lic. Theol. Wilhelm Fresenius, Pfarrer i. R., Frankfurt a. Main Robert Frick, Pfarrer, Düsseldorf Heinrich Grisshammer, Pfarrer, Hitzkirchen/ Büdingen Karl Handrich, Pfarrer, Speyerdorf P. Lic. Karl Immer, Pfarrer, Duisburg Karl Krämer, Pfarrer, Mülheim/ Ruhr H. L. Kulp, Pfarrer, Dortmund Manfred Linz, Vikar, Düsseldorf Graf Siegfried Lüttichau, Pastor i. R., Düsseldorf D. Martin Niemöller, Kirchenpräsident, Wiesbaden Wilhelm Niemöller, Pfarrer, Bielefeld D. Wilhelm Niesel, Prof. a. d. Kirchlichen Hochschule, Wuppertal Philipp Reich, Landeskirchenmusikwart, Offenbach a. Main Lic. Helmut Scheler, Pfarrer, Aachen Wolfgang Scherffig, Pfarrer, Düsseldorf Ernst E. Wittekind, Pfarrer, Hanau/ Main Heinz Bennent, Schauspieler, Hannover Werner Berndt, Schauspieler, Karlsruhe Willy Bitterling, Opernsänger, München Bollmann, Sängerin, Karlsruhe Anneliese Dielfenbach, Schauspielerin und Schriftstellerin, Ruhpolding, Obb. Fritz Fleck, Schauspieler, Mainz Herbert Fleischmann, Regisseur, Baden- Baden Gunter Freundlich, Musiker, Wiesbaden Fried Gärtner, Schauspieler, Karlsruhe Eberhard von Gagern, Schauspieler, Bremen Alfred Gillessen, Chefdirigent, Wuppertal Ernst Grathwol, Opernsänger, Köln Hilde Grebner- Nettwall, Filmcutterin, München Cara Gyl, Schauspielerin, Kassel Eugen Hammler, Dramaturg, Remscheid Lore Hansen, Schauspielerin, Karlsruhe Karl Amadeus Hartmann, Komponist, München W. Hartung, Schauspieler, Karlsruhe Adolf Heil, Spielleiter, Eẞlingen Josef Heim, Schauspieler, Karlsruhe Fritz Heimsch, Bundesvors. d. Württ. Sängerbundes, Stuttgart Herbert Heinz, Regisseur, Schloß Stöckach Asta Herkendell, Pianistin, Düsseldorf Peter Höfer, Schauspieler, Stuttgart Georg Huber, Kapellmeister, Heidelberg Manfred Hübner, Kapellmeister, Koblenz Lena Hutter, Schauspielerin, Schloß Stöckach Aga Joesten, Opernsängerin, Frankfurt/ Main Kurt Joos, Ballettdirektor, Düsseldorf Ludwig Kaufmann, Musikdirektor, Wiesbaden Ludwig Kepper, Schauspieler, Wiesbaden Otto Kindler, Oberspielleiter, Feuchtwangen August Kirch, 1. Vors. d. Volksbühne, Hamburg Carla Klaiber- Henius, Opernsängerin, Mannheim Ernst K. von Klipstein, Schauspieler, Hamburg Gustav König, Gen.- Musikdirektor, Essen Hans- Joachim Krätke, Schauspieler, Dortmund Prof. Wilhelm Krauss, Musikhochschule, Karlsruhe Prof. August Leopolder, Pianist, Frankfurt/ Main Hans Martin Linde, Musiker, Iserlohn Hermann Lindemann, Schauspieler, Karlsruhe Gustav Linnartz, Konzertmeister, Köln Wolfgang Marzluff, Musikdirektor, Tübingen Olga Moll, Kammersängerin, Stuttgart Karl Ludwig Müller, Komponist, München Prof. Dr. Carl Orff, Komponist, Diessen/ Ammersee Hans Werner Peschties, Schauspieler, Karlsruhe Prof. Karl Hermann Pillney, Konzertpianist, Köln Lilo von Plüskow, Schauspielerin, Marburg Xenia Pörtner, Schauspielerin, Baden- Baden Antonie Portzehl, Schauspielerin, Wiesbaden Else Revol, Schauspielerin, Karlsruhe Thea Riedel, Ballettmeisterin, Bad Kreuznach Marga Rudolph, Sängerin, Oberhausen Schadelach, Schauspieler, Karlsruhe Gudrun Schmidt, Schauspielerin, Karlsruhe Elisabeth Schoedler- Urbaniak, Sängerin, Köln Alexander Schoedler, Opernsänger, Köln Frank Scholze, Schauspieler, Karlsruhe Kurt Schönebeck, Kapellenleiter, Marburg C. D. Schumann, Komponist, Oberwinter Gudrun Schwabe- Defoy, Tänzerin, Bad Kreuznach Waltraud Seibert, Opernsängerin, Freiburg i. Br. Dr. Siegmund Skraup, Regisseur, Darmstadt Ulrich Sommerlatte, Komponist, Schliersee Franz Spelz, Kapellmeister, Frankfurt/ Main Willy Spriestersbach, Kapellenleiter, Wiesbaden Emmerich Smolar, Kapellmeister, Kaiserslautern Heino Starck, Opernsänger, Koblenz Christian Stalling, Kapellmeister, Karlsruhe Karl Stein, Regisseur, Oberhausen Herbert Steinmetz, Schauspieler, Bremen Siegfried Strohbach, Komponist, Hannover Marianne Vehlau, Schauspielerin, Hamburg Werner Veppen, Schauspieler, Karlsruhe Willy Viebahn, Kapellmeister, Düsseldorf Herbert Walter, Regisseur, Darmstadt Hans Vogt, Komponist, Neckargemünd Richard Walter, Musikdirektor, Reutlingen Toni Weidner, Schauspielerin, Karlsruhe Carl Wery, Schauspieler, München Ferdinand Wirsing, Konzertmeister, München Franz Zöller, Kapellmeister, Kaiserslautern Helmut Ammann, Kunstmaler, München Eugenie Berner- Lange, Bildhauerin, Emmering bei München Prof. Arnold Bode, Maler, Kassel Hermann Böcker, Kunstmaler, München Fred Bühler, Bildhauer, Brackenheim/ Bad.- Württ. Hanna Cauer, Bildhauerin, Bad Kreuznach Rolf Christiansen, Bühnenbildner, Kiel Ulrich Elsässer, Bühnenbildner, Pforzheim Egon Eppich, Maler, Nürnberg Alois Erbach, Maler, Wiesbaden- Sonnenberg Hennes Frisch, Maler, Schwarmstedt/ Han. Helmuth Gebhardt, Bildhauer, Münster/ Westf. Theo Gebürsch, Maler, Mainz Hermann Geissler, Maler, München Lore Friedrich- Gronau, Plastikerin, Bad Kissingen Claus Groth, Graphiker, Wiesbaden- Sonnenberg Prof. P. O. Heim, Bildhauer, Stuttgart Hermann Junker, Graphiker, Hamburg Walter M. Kersting, Akad.- Prof., Waging a. See/ Obb. Hans P. Koelmann, Direktor, Dortmund Heinz Köttel, Bühnenbildner, Ulm Oskar Koller, Kunstmaler, Nürnberg Karl Kriete, Maler, Bremen- Lesum Carlheinz Krug, Maler, München Sibylle Krug, Graphikerin, München Hermann Landefeld, Graphiker, Hagen/ Westf. Karl Leller, Maler, Wiesbaden Franz Lenk, Maler, Fellbach/ Stuttgart Kaspar- Thomas Lenk, Bildhauer, Fellbach b, Stuttgart Prof. S. Mages, Kunstakademiker, Düsseldorf Günther Maneke, Bildhauer, Weißenseiten, Kreis Prüm/ Eifel Wilhelm Martini, Kunstbildhauer, Düsseldorf- Stockum Otto Meier, Kunsttöpfer, Worpswede Prof. Franz Radziwill, Maler, Nordseebad Danyast über Varel/ Old. Martin Ritter, Maler, Neustadt/ Weinstr. Prof. Ernst Röttger, Staatl. Werkakademiker, Kassel A. M. Rommerskirchen, Bildhauerin, Mönch.- Gladbach Prof. Franz Rotter, Bildhauer, Cuxhaven Prof. Hermann Schardt, Graphiker, Essen Herta Setslemmer, Kunsthandwerkerin, Lahr/ Schwarzwald Schneider, Industriegraphiker, Nürnberg Fritz Schwarzbeck, Bildhauer, Darmstadt Karl Staudinger, Graphiker, Stuttgart Konrad Volkert, Graphiker, Nürnberg Franz Vornberger, Maler, Nürnberg Fritz Winter, Maler, Kassel Johannes Wilhelm von Arbter, Verleger, München Dr. Richard Baum, Verlagsleiter, Kassel Bertmeitinger, Journalist, Lörrach Ernst Bezner, Verlagsleiter, Heilbronn Bissinger, Verlagsleiter, München Juliane Böcker, Schriftstellerin, München Anton Dörfler, Schriftsteller, Seeshaupt, Starnberger See Günter Ebert, Schriftsteller, Karlsruhe Dr. Carl H. Eickert, Bibliothekar, Düsseldorf Erna Fensch- Wery, Autorin, München Hans Fitz, Schriftsteller, Krailling/ München Helena von Fortenbach, Schriftstellerin, München Ludwig E. Fuchs, Kunstschriftsteller, München Heinz J. Furian, Filmhistoriker, Göttingen Franziska Gebürsch, Schriftstellerin, Mainz Theodora Glagla, Schriftstellerin, Hamburg Boris Grams, Schriftsteller, Hamburg Lothar- Günther Euchheim, Verleger, Feldafing Heinz Hartmann, Schriftsteller, Immekeppel, Köln. Friedrich Henning, Schriftsteller, Horba Heinrich Höninger, Schriftsteller, Düsseldorf Ernst Hoferichter, Schriftsteller, München Hans Jonen, Schriftsteller, Köln Jakob Kneip, Schriftsteller, Pesch/ Euskirchen Hans Köster, Verlagsbuchhändler, Königstein/ Ts. Ludwig Kusche, Schriftsteller, Gauting/ München Fritz Lempp, Buchhändler, München Robert Lubahn, Schriftsteller, Eschwege Dr. Margarete Nespital, Verlagsherstellerin, München Alfred Oesterheld, Schriftsteller, Göttingen Hulda Pankok, Schriftstellerin, Oberkassel Dr. Heinz Pringsheim, Musikschriftsteller, München Ingeborg Radziwill, Schriftstellerin, Dangast Dr. Friedrich M. Reifferscheidt, Schriftsteller, München Luise Rinser, Schriftstellerin, Diessen/ Ammersee Julius F. Schieke, Journalist, Karlsruhe Stefan Walter Schloßer, Redakteur, Tegernsee Ant. F. Schmitt, Schriftsteller, Düsseldorf Dr. Ernst Stimmel, Schriftsteller, Bad Pyrmont Arno Sommerfeld, Schriftsteller, München Herbert Tjadens, Schriftsteller, Baden- Baden Brunhilde Tornow, Schriftstellerin, München Adolf Uzarski, Schriftsteller, Düsseldorf Karl Vetter, Verlagsdirektor, Berlin- Charl. Wilhelm Vogel, Verlagsleiter, Neustadt/ Weinstr. Fritz Warncke, Schriftsteller, Herrsching/ Ammersee Prof. Dr. Leo Weismantel, Schriftsteller, Obersinn/ Hess. Josef Wernthaler, Schriftsteller, München Hans Wirtz, Schriftsteller, Freiburg i. B. Hans- Peter Woile, Journalist, Ottenhöfen/ Baden Dipl.- Ing. H. G. Atzenbeck, Architekt, München Dipl.- Ing. Erich Auras, Architekt BDA, Völkershausen/ Eschwege G. Bachmann, Oberreg.- und Baurat, Bayreuth Hans Bartolmes, Architekt BDA. Frankfurt/ Main Ernst Bast, Architekt BDA, Remscheid Ulrich Bast, Ing., Remscheid Richard Batz, Architekt BDA, Düsseldorf Willy Becker, Architekt BDA, Kerpen/ Erft Prof. Max Benirschke, Architekt, Düsseldorf Dipl.- Ing. Ottmar Besenfelder, Architekt, Stuttgart Dr. Beuker, Architekt BDA, Düsseldorf P. W. Brieger, Architekt BDA, Walsrode Wilhelm Brink, Architekt, Düsseldorf Hellmut Brummack, Architekt BDA, Duisburg Dipl.- Ing. Carl Artur Bühring, Architekt BDA, Stuttgart Clemens, Architekt BDA, Witten Theodor Clesius, Architekt, Trier Dipl.- Ing. Thilo von Czettritz, Architekt BDA, Fronhausen/ Lahn W. Daniels, Architekt BDA, Büderich bei Düsseldorf Hermann Degel, Regierungsbaurat, Bayreuth Werner Denning, Architekt BDA, Memmingen/ Allg. Hermann Dirksmöller, Architekt BDA, Gießen Prof. Dr. Richard Döcker, Architekt, Stuttgart Albrecht Doering, Architekt BDA, Urfeld bei Bonn Gustav Driemeyer, Architekt BDA, Lengerich i. W. Dr. Kurt Eckert, Bezirksplaner, Bayreuth H. Jo Elfers, Architekt BDA, Köln Aloys Esser, Architekt BDA, Köln Selmer Feichtinger, Architekt BDA, Nürnberg Heinz Feldmann, Architekt BDA, Düsseldorf Peter von Fellner- Feldegg, Architekt BDA, Düsseldorf Dipl.- Ing. Werner Gaebel, Architekt BDA, KölnBraunsfeld Dirk Gascard, Architekt BDA, Hildesheim Ing. Gessner, Oberreg.- und-baurat, Stuttgart Hermann Goecke, Reg.- Baurat a. D., Bad Kreuznach Dipl.- Ing. Hartwig Gragert, Architekt BDA, Lüdenscheid Dipl.- Ing Bodo Gsedl, Architekt BDA, Köln- Braunsfeld Helmut Hahn, Bauingenieur, Sürth b. Köln Franz Harborth, Architekt BDA, Lamspringe/ Hann. Dipl.- Ing. Gerhard Helgen, Architekt BDA, Siegen Wilhelm Hempel, Architekt BDA, Minden Jörg Herkommer, Architekt BDA, Stuttgart Hugo Hinkel, Architekt BDA, Koblenz Prof. Dr. Stephan Hirzel, Architekt, Kassel E. Hoffmann, Architekt BDA, Bad Sooden- Allendorf Willy Holtgreve, Architekt BDA, Düsseldorf Dipl.- Ing. Heinz Ibrügger, Architekt BDA, Minden Werner Issel, Architekt BDA, Bad Sachsa Karl Joesten, Oberingenieur a. D., Köln Hans Junghans, Dipl.- Architekt BDA, Düsseldorf Hans Kaufmann, Reg.- Baumeister, Kehl/ Rhein Dr. Keller, Architekt BDA, Bayreuth H. Kiderlen, Architekt, Crailsheim Manfred Kiemle, Cand. Arch., Stuttgart B. Kiesewetter, Architekt BDA, Essen Walter Gottfr. Koch, Architekt, Stuttgart Karl Koester, Architekt BDA, Koblenz Hans Kolb, Architekt BDA, München Theodor Kovács, Konstrukteur, Hannover Dipl.- Ing. Immanuel Kroeke, Architekt, München Dipl.- Ing. Carl Krug, Bonsheim/ Rh. Ernst Kukler, Ing., Hannover Prof. Dipl.- Ing. Heinrich Lauterbach, Architekt, Kassel Jac. Lehner, Architekt, BDA, München Ferdinand Lindenberg, Architekt BDA, Aschaffenburg Rolf Lindlau, Architekt, Köln Hans Lohnes, Architekt BDA, Budenheim/ Rh. Erich Mäntzler, Architekt BDA, Wuppertal Paul Mahlberg, Architekt, Düsseldorf Karl Meurer, Architekt, Lahr/ Baden Eduard Meyer, Architekt BDA, Mülheim/ Ruhr Hanns Mühlfeld, Architekt BDA, Lippstadt Arthur Müller, Architekt BDA, Stuttgart Ferdinand Mündel, Architekt BDA, Mannheim Hans Nalbach, Architekt BDA, Köln Irvin M. Nettwall, Architekt, München Paul Olzem, Architekt BDA, Krefeld Fridolin Oser, Hochbauingenieur, Mülheim/ Ruhr Ernst Panzer, Architekt, Köln Lotte Pfau, Innenarchitektin, Düsseldorf Reinhold Prell, Baudirektor i. R., Nürnberg Ernst Raschauer, Architekt, Baden- Baden Carl Reinhards, Architekt, Köln Fritz Renner, Gartenarchitekt, Bayreuth Wolfgang Ring, Architekt, Berlin Dipl.- Ing. Josef Ringel, Architekt, Düsseldorf Dipl.- Ing. Arnold I. Röseler, freier Architekt, Stuttgart Willy Rottmann, Architekt BDA, Kassel A. Sator, Architekt BDA, Mannheim Schilling, Architekt, Rottenburg/ Neckar Dipl.- Ing. Felicitas Schilling, Architektin, Köln Hans Schilling, Architekt BDA, Köln Dipl.- Ing. Hermann Schlepper, Architekt BDA, Münster/ Westf. Hermann Schneider, Architekt, Kandel/ Pfalz Werner Schürmann, Architekt BDA, Sürth/ Köln Wilhelm Schweinfurth, Architekt BDA, Heidelberg Dipl.- Ing. Joachim Sommer, Architekt BDA, Melsungen Reinhardt Wasser, Architekt, Gelsenkirchen Heinrich Webler, Architekt BDA, Neustadt/ Weinstr. Georg Weilhausen, Architekt BDA, Hamburg Klaus C. A. Westphalen, cand. arch., Köln Stefan Wewerka, Architekt BDA, Köln Konrad Windisch, Architekt BDA, Lauf/ Pegn. Georg A. Wunschel, Architekt BDA, Fürth Dipl.- Ing. Heinrich Wurm, Architekt BDA, Ravensburg Um unserem Anliegen, von dem wir glauben, daß es auch das Ihre ist, noch größeren Nachdruck zu verleihen, bitten wir Sie, falls Sie noch nicht unterzeichnet haben, die Petition, mit Ihrer Unterschrift versehen, an unsere Adresse, Dr. F. P. Schneider, Würzburg, Seinsheimstraße 13, zurückzusenden. Unterschrift genaue Anschrift Berufsbezeichnung Erklärung in eigener Sache Den Freunden des„, Fränkischen Kreises" dürfte bekannt sein, daß ich neben anderen unabhängigen Persönlichkeiten als Mitglied des Vorbereitenden Internationalen Komitees der VI. Weltfestspiele", die vom 28. Juli bis 11. August in Moskau stattfinden, an der Zusammenstellung einer Reisegruppe von 1300 Jugendlichen aus der Bundesrepublik mitwirkte. Diese Tätigkeit stand in keiner organisatorischen oder sonstigen Verbindung mit dem„ Fränkischen Kreis". Der„ Rheinische Merkur", der mit seinem Artikel„ Die geprellten Intouristen" ( Nr. 28/12. Jhrg. vom 12. 7. 1957) die Kampagne gegen die Moskauer Weltfestspiele einleitete, unterstellt völlig wahrheitswidrig einen Zusammenhang zwischen den Mitgliedern des Internationalen Komitees und dem„ Fränkischen Kreis". Der„ Fränkische Kreis" ist auch nicht erst ,, bei dieser Gelegenheit" ,, ans Tageslicht" gekommen. Ich bin allerdings der Ueberzeugung, daß meine Tätigkeit als Sekretär des Fränkischen Kreises" und die davon reinlich getrennte Mitwirkung im Internationalen Komitee sachlich in keinem Gegensatz stehen. Der„ Fränkische Kreis" bekennt sich zum Gedanken der Koexistenz, d. h. zur Einsicht, daß die Weltgegensätze nicht durch Krieg überwunden werden können. Er wendet sich entschieden gegen die einseitige Westorientierung der bisherigen Außenpolitik und er setzt sich im Interesse der deutschen Wiedervereinigung für gute Beziehungen sowohl zu den USA als auch zu der UdSSR ein. Was ist aber das Festival anderes als ein Beitrag zur internationalen Entspannung und eine symbolische Vorwegnahme der Möglichkeiten, die in dem entwicklungsfähigen Begriff der Koexistenz liegen!? Der„ Fränkische Kreis" vereinigt in sich Persönlichkeiten der verschiedensten politischen, religiösen und weltanschaulichen Standorte. Es würde dem Geist der Toleranz, der die Zusammenarbeit im„ Fränkischen Kreis" beherrscht, widersprechen, von jedem unserer Freunde zu verlangen, daß er sich mit den außerhalb des„ Fränkischen Kreises" verfolgten politischen Bestrebungen einzelner Mitglieder identifiziert. Es muß aber auch erwartet werden, daß diese Bestrebungen nicht im Widerspruch stehen zu den programmatischen Erklärungen des„ Fränkischen Kreises". Da der Herr Oberbundesanwalt gegen mich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, halte ich es für notwendig, festzustellen, daß dieser Schritt auf falschen Voraussetzungen beruht. Im einzelnen bemerke ich: 1. Die unterstellte Unterstützung einer illegalen Tätigkeit der verbotenen FDJ durch meine Mitwirkung im Internationalen Komitee ist eine absurde Konstruktion. Ich habe bis zum heutigen Tage keinerlei Beziehungen zur FDJ unterhalten. 2. Die Weltfestspiele in Moskau werden nicht vom ,, Weltbund der Demokratischen Jugend", sondern ausschließlich vom Internationalen Komitee veranstaltet, dem 126 Delegierte aus über 50 Ländern angehören. Der„ Weltbund" ist im Komitee nur mit drei Mitgliedern vertreten. 3. Die Mitglieder des Internationalen Komitees aus der Bundesrepublik waren in der Auswahl der Teilnehmer völlig frei. Es wurde eine Reisegruppe zusammengestellt, die einen repräsentativen Querschnitt durch die berufliche, soziale, politische, religiöse und weltanschauliche Gliederung der Bundesrepublik darstellt. 4. Die Weltfestspiele können ihrer Natur nach weder eine„ kommunistische" noch auch eine„ anti- kommunistische" Veranstaltung sein, wenn sie sich nicht selbst aufheben wollen. Nur im Sinne der notwendigen Polarität wurde die Idee des Festivals in der Bundesrepublik besonders von Hermann Hesse, Thomas Mann und Dr. h. c. Hugo Eckener wärmstens befürwortet. Würzburg, den 22. Juli 1957 Seinsheimstr. 13 Prof. Dr. Franz Paul Schneider Herrn Schmidt- Küster Verlag nach J.H.W.Dietz GmbH. Odeonstrasse 12 Hannover 26. August 1957. Sehr geehrter Herr Schmidt- Küster, entschuldigen Sie die Verspätung meiner Antwort auf Ihren Brief vom 13.8.57. Ich erhielt von Ihnen einen pauschalen Unkostenbetrag als Rückerstattung für gehabte Auslagen zur Materialbeschaffung in Höhe von DM 300.00. Damit sind zwei Fahrten München- BonnMünchen, die zweite über Hannover, und eine Fahrt MünchenBerlin- München abgegolten. Eine noch einmal notwendige Fahrt nach Berlin wird unkostenmässig von der AW übernommen. Ich habe in Berlin feste Termine mit Dr. Hirschfeld( Amerika- Zeit von MJ), mit einem noch lebenden 85- jährigen Bruder von MJ( Kindheit von MJ), und mit Paul Löbe, der mit in diesen Tagen bereits Material aus der jüngeren Vergangenheit übersandte. Zu diesen Abmachungen kommen noch einige Termine hinzu. Frau Lotte Lemke hat mir inzwischen bestätigt, dass die AW nicht nur die nächste( und letzte) Berlin- Reise übernimmt, sondern mir monatlich DM 200.00 zur Verfügung stellt. Der Gesamtbetrag gilt als Vorschuss auf mine später laufenden Honorarzahlungen. Ich bin damit einverstanden, dass das anfallende Honorar mit mir verrechnet, aber so lange an die AW überwiesen wird, bis der Vorschuss abgedeckt ist. Ferner möchte ich bestätigen, dass ich mich verpflichtet habe, das Buchmanuskript in zwei Etappen zu liefern: die erste Hälfte bis Weihnachten 1957, die zweite Hälfte bis Frühjahr 1958. Sieben Monate brauche ich unbedingt für die schriftstellerische Arbeit, die sowieso nicht kontinuierlich ist, da ich laufend Materialstudien treiben muss. Von der AW werde ich für die weitere Materialbeschaffung bestens unterstützt, und auch Herta Gotthelf vom Frauenbüro der SPD in Bonn hat sich bereits tatkräftig und mit Erfolg eingeschaltet. Się baten darum, Sie über den Fortgang der Arbeiten zu unterrichten. Ich hoffe, dass das mit diesem Brief geschehen ist. Weitere werden folgen. Mit besten Grüssen, Ihr VERLAG NACH J. H. W. DIETZ GMBH Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 Ihre Zeichen Ihre Nachricht vom BERLIN UND HANNOVER Unser Zeichen Ro./v.Gr. HANNOVER Odeonstraße 12 Fernsprecher 16471 POSTSCHECKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 760 00 Postscheckamt Hannover BANKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 8322 bei der Bank für Wirtschaft und Arbeit AG., Hannover Tag 13. August 1957 Sehr geehrter Herr Roehl, ich möchte Ihnen heute unsere Absprachen, die als Ergänzung zu dem zwischen Ihnen und uns geschlossenen Verlagsvertrag über ein Erinnerungsbuch an Frau Marie Juchacz aufzufassen sind, wie folgt bestätigen: 1.) Sie erhielten einen Unkostenbeitrag in Höhe von 300,-- DM. Die Unkosten entstanden durch Reisen, die unbedingt notwendig waren, um fehlende oder mangelhafte Angaben zu ergänzen. 2.) Ich ließ Sie wissen, daß Frau Lemke in Bonn mir gesagt habe, Ihnen bis zur Fertigstellung des Manuskriptes einen monatlichen Honorarvorschuß von 200,-- DM zu zahlen. Diese Vereinbarung ist auf die Zeit von sechs Monaten begrenzt. Der Vorschuß ist aus den laufenden Honorarzahlungen zu tilgen. Praktisch wird das dann so aussehen: Wir rechnen mit Ihnen- wie vertraglich vereinbart- ab, überweisen aber das anfallende Honorar so lange der AWO, bis der Vorschuß restlos abgedeckt ist. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich über den Fortgang Ihrer Arbeiten auf dem laufenden halten würden. Mit bestem Gruß Ihr Ahmet Menetes Frau Marie Lamm Behaimstrasse 30 Berlin- Weissensee 13. 9. 57. Liebe Marie Lamm meinen letzten Brief vom 26.8. mit den vielen Fragen werdet Ihr ja bekommen haben. Vielleicht war es möglich, mit dieser Hilfe schon vorzuarbeiten. Ich komme wahrscheinlich am 18. oder 19. September nach Berlin, bleibe bis zum 21. Innerhalb dieser drei Tage werde ich mich bei Euch melden! Ist das recht? Ich freue mich, Euch zu sehen, grüsse Euch alle ganz herzlich, Euer Herrn Fritzmishael Röhl. München 15) Naila Kfr. Schubertstraße 4 Einzelst is Weissensee, den 19. Aug. 1557. Berlin Lieber Fritz Röhl So nach und nach haben wir erhalten. Brief Deinen man aus Vater und Mutter mansherbi über kann Marie Jushacz herausbekommen, wenn es auch manchmal schon etwas durcheinander und nicht immer der Reihe nach geht. Briefe oder Dokumente haben wir nicht und Du wirst ja am besten wissen, was Du für Deine Aufseisheim. gen, brauchst. Wenn Du nun willst, dann verzuske ich mir mansherlei erzählen zu lassen und notiere es mir dann für Dich. Sonst ist es uns natürlich auch recht, wenn Du Dir die Mühe machen willst und zu uns kommst. Du bist uns jederzeit willkommen. Herzliche Grüße Eltern meinen. auch von Marie Lamm Herrn Gerhard Kuhrts Kamerunerstrasse 40/ II Berlin N 65 26. 8. 57. Lieber Gerhard, Erika und Ingrid, vor 6 Wochen fuhr ich in Berlin durch die Kamerunerstrasse. So ein Pech, nicht Eure Adressge gewusst zu haben! Vielleicht kann ich einen Besuch Anfang September nachholen. Ich muss noch einmal- wahrscheinlich am 15.9.- nach Berlin, um mich nach Material für mein Buch umzusehen. Vorher melde ich mich aber noch schriftlich, damit Ihr nicht überrascht werdet. Ich erinnere mich an Euch, aber wenn ich ganz ehrlich sein soll- vorerst nur ein bissel. Helft mir mit Eurem nächsten Brief, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt, ein wenig auf die Sprünge. Was haben wir denn so gemeinsam ausgeheckt, damals, als wir noch in der Blüte unseres Lebens standen? Hoffentlich höre ich bald von Euch. Herzliche Grüsse an Euch alle, Euer den Berlin 19.8.57 Lieber Fritz. Du diesen Die wirst erstaunt. gen, wenn Seit liest. Brief Jahren Deine Adresse ausfindig. zu machen, versuchen wir schon Tagen aber immer ohne derfolg. las Gerhard vor einigen Jetzt wie er sich du glaubst mitet, Dein Adresse im Félegraf darüber gefreut hatte. wenig an uns. Wenn Du Dich noch ein selber erinnern. uns würde. solltest, dann schreibe doch bitte mal, Mor riesig darüber freuen. Dich vorgleichste das grüßte dorika und Gerhard tutzeit Herrn hritz Rötil. . Munheer 15 Schubertstr. 4. Nasla Olisfraufa Stençiest 25. d. Kührts, Berlin N. 65 Kamerungen Nr. 40 II 1957 NCHNER 25.8.57.-20 TSPIELE FE P Herrn III 10 D 1•VIII-10·0 Fritz Kohl Vaila Oberfra München 15 Lshubertstr. 7 zendelijk Klara Maas, München 8, Rosenheimerstr 126 Altersheim. München, 25. August, 57 Herrn Fritz Röhl München Herta Gotthelf schrieb mir, falls ich etwas an Briefen, Zerichten er besäße, was für die in vorbereitung befindliche Biographie von Marie Juchacz zu verwenden wäre, sollte ich es Ihnen übermitteln. Ich hätte dies sehr gerne getan, kann aber zu meinem großen Bedauern in dieser Sache mit gar nichts dienen. Hochachtungsvoll. Klara Maas geb. Weich. Herrn Rosenbach Verlag nach J.H.W.Dietz GmbH Odeonstrasse 12 Hannover 8. Juni 1957. Sehr geehrter Herr Rosenbach, vielen Dank für Ihre beiden Karten. Mit der ersten schrieben Sie mir, dass Frau Lotte Lemke mit Ihren Vorschlägen einverstanden ist. Haben Sie ihr Dinge vorgeschlagen, die über unseren Vertrag hinausgehen? Wenn ja, hätten mich Einzelheiten. interessiert. Bei unserer mündlichen Unterhaltung schnitt ich Details an, die im Vertrag nicht enthalten sind, so z.B. die Finanzierung der ganzen Vorbereitungsarbeit, die nach Ihrer Meinung zu meinen Lasten gehen muss. Diese Vorbereitungsarbeit ist aber wichtig, und ihr Umfang bestimmt auch den Reichtum des Unterlagenmaterials. Ich werde mich deshalb an Lotte Lemke wenden, die mir vor einigen Monaten in Bonn sagte, dass der Hauptausschuss selbstverständlich in irgend einer Form Hilfestellung leisten wird. Die Art dieser Hilfe werde ich mit Lotte Lemke klären. Sie erhält Kopie dieses Briefes. Eine zweite Fahrt nach Bonn wird sich nicht vermeiden lassen. Mit Ihrer zweiten Karte fragen Sie an, wie weit ich mit meinen Vorarbeiten bin. Ich habe das gesamte Material chronologisch geordnet und dabei festgestellt, wo Lücken sind, die geschlossen werden müssen. Über diese Material ordnung werde ich eine Aufstellung machen, von der Sie eine Kopie erhalten. Ich mache gerade- auf dem weg nach Berlin- in Naila bei Hof in Oberfranken Station. In Berlin werde ich mit Dr. Hans Hirschfeld zusammensitzen. Er ist- ausser Käthe Kirschmann- wichtigster Informator über die Amerikazeit von Marie Juchacz. Luise Schröder, die zum Leben von M.J. gehörte, ist leider gestorben. Vielleicht gelingt es mir doch, in ihrem Nachlass Unterlagen zu finden, die bestimmt vorhanden sind. Des weiteren will ich versuchen, in Berlin weitere Menschen zu sprechen, die wichtig sind, wie z. B. Paul Löbe, Hertha Gotthelf usw. In diesen Komplex des Material- Zusammentragens möchte ich gerne Lotte Lemke und die AW einschalten. Von Bonn aus läuft das als Routine- Arbeit, von mir in München aus würde das sehr viel Zeit und Mühe kosten. In welcher Form die Biographie zu halten ist, besprachen wir ja in München. Grundsätzlich möchte ich Dokumente- Briefe, Berichte usw. zu Wort kommen lassen, die mit durch meine Texte zu einem Ganzen zusammengefasst werden, wobei ich ausschliesslich Tatsachen verarbeite. Diese Tatsachen muss ich aus der Parteiliteratur und aus anderen politischen Schriften herausklauben. Auch dafür muss ich die AW um Unterstützung bitten. Am 15. Juni muss ich wieder in München sein. Wenn Sie glauben, mir etwas zu diesem Brief noch sagen zu müssen, würde ich mich freuen, etwas von Ihnen bei meiner Rückkehr vorzufinden. Ich hoffe, dann auch eine Zwischenantwort von Lotte Lemke vorzufinden. Mit freundlichen Grüssen, Ihr ( FM.Roehl) VERLAG NACH J.H.W. DIETZ GmbH. Berlin und Hannover HANNOVER Georgstraße 52% Fernruf 16471 Odeonstr.12 POSTKARTE Herrn BUNDESPOST HA 20al H OVER 5.6570) 10 BPA DEUTSCHE 16 Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 Herrn Fritzmichael Roehl, München 15, Schubertstr. 4 Sehr geehrter Herr Roehl, leider habe ich von Ihnen bisher nichts gehört. Bitte, lassen Sie mich doch wissen, wieweit Ihre Vorarbeiten gediehen sind. Hann., den 5.6.1957 Ro./v.Gr. Mit freundlichem Gruß Verlag nach J.H.W.Dietz G.m.bl Frau Lotte Lemke Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt Bonn/ Rhein 8. Juni 1957. Liebe Lotte Lemke, zu der beigefügten Kopie meines Briefes an Herrn Rosenbach brauche ich nichts mehr zu sagen. Wichtig ist, dass ich noch einmal nach fester Terminabsprache zu Ihnen nach Bonn komme. Nachdem ich schon einmal in Bonn war und jetzt auch auf eigene Kosten nach Berlin fahre, und nachdem der Dietz- Verlag diese Kosten nicht übernimmt, wäre zu klären, ob die AW die grundsätzlichen Kosten trägt, also auch meine nächste Fahrt nach Bonn. Zu dieser Besprechung in Bonn würde ich alles an Unterlagen mitbringen, was für die Material- Zusammentragung wichtig ist. Ihr Büro müsste eingeschaltet werden, damit einige Rundbriefe herausgehen. Ausserdem brauche ich Literatur- Unterlagen. Vielleicht erübrigt sich auch eine Fahrt nach Bonn, und wir können alles per Post erledigen, was mir auch recht ist. Ich bin bis Donnerstag Mittag in Berlin. Sollten Sie glauben, mir für Berlin einige Tips geben zu können, würde mich Post( da ich nicht weiss, wo ich wohne) erreichen; c/ o Johannes Boehland, Berlin- Steglitz, Dietrich- Schäfer- weg 36, Tel. 72 82 19. Herzlichen Gruss Thr 14. August 1957. Liebe Käthe, - soeben komme ich von meiner zweiten Fahrt aus Bonn zurück. Ich musste über Hannover fahren, um mit dem Verleger der Biographie wegen der Unkosten zu reden. Das Ganze ist für mich eine ziemliche finanzielle Quälerei. Unter diesen Umständen sehe ich auch keine Möglichkeit, in absehbarer Zeit nach Norderney zu kommen. Dank der tatkräftigen Mithilfe von Herta Gotthelf habe ich jetzt den letzten lebenden Bruder von Marie, den 85 Jahre alten Otto Gohlke im Ostsektor Berlins ausfindig gemacht, und einige seiner Kinder. Ich muss also in der nächsten Zeit unbedingt zu Onkel Otto fahren, der zwar sehr krank war, aber sich wieder so weit erholt hat, dass er mir aus Maries Jugend alles das erzählen kann, was ich für die Biographie sehr, sehr wichtig halte, denn wir alle wissen viel zu wenig davon. Bei dieser Gelegenheit sitze ich dann noch einmal mit Hans Hirschfeld zusammen, der mir versprochen hatte, einige Dinge mit Notizen festzuhalten. Diese Hirschfeld- Unterlagen müssten wir beide, Du und ich, dann einmal gemeinsam durchgehen, damit Du von Dir aus noch die bestimmt vorhandenen Lücken schliessen und ergänzende Dinge sagen kannst. Können wir das nicht in München machen? Du kannst bei mir wohnen, wir werden in der kleinen, aber netten Münchener Wohnung schon miteinander auskommen. Ausserdem kannst Du etwas Urlaub gebrauchen, musst einmal etwas anderes sehen, und da wäre München gerade das Richtige. Ausserdem kann es nichts schaden, wenn wir zwei uns mal wieder zusammenfinden. Als Zeit käme nach meiner Meinung ab Mitte September in Frage, denn ab 1. Oktober will ich ununterbrochen an der Biographie schreiben, und dazu brauche ich mindestens sechs Monate.- Wenn Du in München bist, können wir auch einmal zu Maria nach Naila fahren, wo Du Dir die Schule ansiehst. Schreibe jetzt nicht, dass es nicht geht. Ich habe bereits heute an Lotte Lemke geschrieben, dass Du nach München kommen musst. Und der Spätsommer und Herbst sind hier sehr reizvoll. Gib mir bitte sehr bald Deine Nachricht.- - Mich hatte es inzwischen mal wieder erwischt, mit böser Angina, MandelOperation( die nicht ganz einfach war), Polyarthritis Rheumatica mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen usw.,- aber das liegt hinter mir. Und von dem fürstlichen Schriftsteller- Honorar bezahle ich dann endlich bei Dir meine Schulden! Lass bald von Dir hören, Käthe! Herzlichst! Dein NORDSEEHEILBAD NORDERNEY Ganzjähriger Kurbetrieb BRONCHITIS- ALLERGIE FUNKTIONELLE STÖRUNGEN NORDSE ( 23) 11.2 NORDERNES DEUTSCHE Herrn Fritzmichael Röhl Schubertstrasse 4 Naila/ 04. Hengelsh 25 BUNDESPOST Kirschmann, Norderney, Vinterstrasse 23 ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E. V. Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 AP BONN, den 11. Juli 1957 DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 231 84-87 Akt.- Zch.:. Bitte bei Rückantwort anzugeben Le/ Kr. Lieber Fritz Roehl! Vielen Dank für Ihren Brief vom 2.ds.Mts., den ich nach einer Reise erst heute vorfinde. Mein Terminkalender ist schon wieder sehr besetzt% 3B da ich aber am 26.7. in München sein muß, wo ich als Zeuge vor Gericht aufzutreten habe, so könnten wir uns an diesem Tage nachmittags treffen. Ich nehme an, daß ich mittags frei sein werde. Wäre Ihnen dieser Termin recht? Das Aktenpaket, das wir hier haben, geht Ihnen per Post zu. Von einer Reihe der von Ihnen genannten Persönlichkeiten haben wir leider keine Adressen; das gilt insbesondere für die in Amerika lebenden Freunde. Vielleicht könnten Sie Käte Kirschmann veranlassen, uns von allen die Anschrift zu schicken, damit ich die entsprechende Umfrage loslassen kann. Mit herzlichen Grüßen Thre have banka Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 130 61 Norderney, den 11.7.57 Lieber Fritz, es ist schon richtiger, wenn Hans Hirschfeld erst aufzeichnet. Er weiss mehr über das alles als ich, weil er an den Unterhaltungen, der Arbeitsgemeinschaft in den Jahren teilgenommen hat. Was an Papier da war, hast Du auch schon. Du schreibst von einem kurzen Urlaub hier. Ich bin wohl hier, denn jetzt haben wir im Kinderheim und auch mit dem Zeltlager allerhand um die Ohren. Ob aber so zwei Minuten vor Saisonbeginn( d.h. Hauptsaison, da Ende Juli in Nordrhein- Westfalen die Ferien erst beginnen) noch eine Unterkunft zu finden ist, das kann ich heute nicht sagen. Das wird sich dann aber auch noch irgendwie machen lassen. Hoffentlich ist dann das Wetter noch so wie im Augenblick, die grosse Hitze ist vorbei und jetzt ist es ganz annehm in der Sonne, Den Durchschlag schicke ich zurück. Hoffentlich kriegst Du die Hilfe vom Hauptausschuss, wie Du sie Dir gedacht hast. Herzliche Grüsse Käthe Frau Lotte Lemke Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt Dottendorferstrasse 168 Bonn/ Rhein 27. Juli 1957. Liebe Lotte Lemke, es wird nun doch nichts anderes übrigbleiben, als dass ich nach Bonn komme. Als einzigen Termin, den ich jetzt zwischenschalten kann, könnte ich den 7. August vorschlagen. Am Freitag, 9.8., muss ich unbedingt wieder in München sein. Und vor dem 7.8. geht es nicht. Hans Hirschfeld ist z.Zt. in Bad Wiessee zur Kur, wir setzen uns nachdem wir in Berlin klärten, worauf es mir ankommt am 3.8. noch einmal zusammen. Er wollte die Kur- Zeit benutzen, um sich an Betails zu erinnern. Dann muss ich mich noch einmal mit Käthe zusammentun, um die Amerika- Zeit von MJ materialmässig vollständig zu haben. Unter diesen Umständen ist es natürlich ausgeschlossen, dass ich bis zum Herbst das fertige Manuskript abliefern kann. Ich möchte mir in Bonn die gesamte Literatur holen, die ich noch brauche, also alles, was die Entwicklung der AW seit Gründung bis heute betrifft, und die politische Literatur mit besonderer Berücksichtigung der Skakkung Politik der SPD. Je mehr ich finde, desto besser. Mit Herrn Rosenbach muss ich mich verständigen, dass der HerbstTermin vertagt wird. Um dieses Buch zu schreiben, brauche ich( vorausgesetzt, dass ich das gesamte Material erhalten und eingeordnet habe) ein halbes Jahr. Ich muss diese Zeit haben, denn ich möchte ein gutes Buch schreiben. Mich würde interessieren, welche Haltung der PV diesem Objekt gegenüber einnimmt. Geben Sie mir bitte Bescheid, ob der 7.8., nachmittags, oder 8.8. vormittags in Frage kommen. Von Bonn aus müsste- wie schon vorgeschlagen und auch akzeptiert eine Rundschreiben- Aktion gestartet werden, um zusätzlich privatex betontere Unterlagen zu erhalten. Auf diese Dinge kann man nicht verzichten. Einige Adressen gab ich schon an, und werde versuchen, noch mehr zusammenzutragen. Herzliche Grüsse, Ihr Frau Lotte Lem e Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuss Dottendorfer Strasse 168 B on nn/ Rhein 08 2. Juli 1957. Liebe Lotte Lemke, Dank für Ihren Brief vom 25.6.- Ich war in Berkin bei Hansa Hirschfeld, der die Amerikazeit von MJ intensiv miterlebte. Er stellt mir einen( von ihm noch zu diktierenden) rohen, zusammengedrängten Überblick über die USA- Zeit zur Verfügung. Die informative Ergänzung muss ich mir von Käthe Kirschmann besorgen. Auf Grund meiner ausführlichen Unterhaltung mit Hans Hirschfeld müsste versucht werden, zusätzlich Material zusammenzutragen, sei es in Form von vorhandenen Briefen von MJ, sei es in kurzen Résumés, die von den in Frage kommenden Personen formuliert werden, wobei es nicht auf journalistische oder schriftstellerische Vollendung ankommt, sondern auf die Substanz. In Fräge kämen für die USA-" eit die nach Deutschland Zurückgekehrten, wie Paul Hertz, Herta Lewinski( lebt sie noch in Kassel?) Helmut Wickel, Eugen und Lise Albrecht in Hannover, Erna Blenke und andere. Viele der Freunde donde von MJ leben ja noch in den Staaten, so Dr. Karl Frank, Eva Fister, Dr. Hirschfeld( der Bruder von Hans H.), der Emil Kirschmann und MJ ja behandelt hat, Dr. Minna Flake usw. Käthe Kirschmann könnte diese kleine Liste wahrscheinlich noch sehr wesentlich ergänzen. MJ als Gründerin der AW New York stand ausserdem mit einer Reihe von deutsch- amerikanischen Organisationen in Verbindung. Auch aus diesem " Raum" wären unbedingt Informationen einzuholen, wenn möglich mit dokumentarischen Unterlagen. Wenn mir der Hauptausschuss dafür seine Hilfe gibt, ist mir auch wegen des damit verbundenen xxxk gewichtigen Hintergrundes- sehr viel geholfen. Da ich ja das bei der AW in Bonn zusammengetragene( im wesentlichen von Käthe Kirschmann abgelieferte) Material in München bereits durchgearbeitet habe, wäre es zweckmässig, auch das Korrespondenzpaket auszuhändigen, das Sie inzwischen noch gefunden haben. Wenn ich nach Bonn komme, werde ich kaum die Zeit haben mich so intensiv damit zu beschäftigen, dass ich gleich sondieren und sortieren kann. Dazu braucht man Zeit. Vielleicht wäre es möglich, de umseitig erwähnten Informationen in Form eines Rundschreibens der AW an die in Frage kommenden Personen zu erbitten. Alle Unterlagen werden nach Durchsicht und Auswertung selbstverständlich wieder zurückgegeben. Wertvolle Dokumente lassen sich abschreiben oder fotokopieren. Das bezieht sich nicht nur auf die USA- Zeit, sondern af die ganze politische Lebenszeit von MJ. Vielleicht überlegen Sie sich inzwischen einmal, ob man in dieser Form vorgehen kann und soll. Ich selbst halte es für notwendig, denn je mehr Material der Biograph erhält, desto vollständiger wird das Bild des Menschen. Diese Vorbereitungszeit ist mühselig, mir macht sie trotzdem Freude,- auch wenn ich dabei feststelle, dass es auf Kosten einer Zeit geht, die eigentlich vertraglich für die endgültige Formulierung vorgesehen ist. Aber ich möchte dem Verlag keine halbe Arbeit abliefern, und will verhindern, dass nachher viele Menschen sagen:" Ja, wenn Ihr uns infomiert hättet!"- Ausserdem soll das Script das einstimmige placet der AW und des PV finden. Darüberhinaus muss ich mir aus den Bibliotheken der AW und des PV die Literatur heraussuchen und ausleihen, die ich unbedingt noch brauche, denn die Biographie soll ja zugleich die Synopsis der Zeit werden, die sich im Leben und Erlebten von MJ spiegelt. Zu vielen Dingen der Zeit hatte MJ ja keine direkte, persönliche Beziehung. Aber die Entwicklung dieser Dinge beeinflusste eindeutig den Weg von MJ. Auch mir ist die Zeit nach dem 15. Juli sympathisch, auch wenn dadurch wieder ungenutzte Forschungswochen ins Land gehen. Nach dem 15.7. könnte ich mich nach Ihren Terminen richten. 010 Wegen der Vorbereitungskosten schieb mir Herr Rosenbach einen positiven Brief. Ich würde vorschlagen, dass Sie," otte Lemke, sich direkt und nicht auf dem Umweg über mich mit Herrn Rosenbach verständigen, der mir sehrieb, dass der Verlag sich seinen Verpflichtungen nicht entziehen will, dass man einen Autor nicht zumuten kann, alle Vorbereitungskosten selbst zu tragen, dass er es aber durchaus begrüsst, wenn die AW einen Weg sieht, den Verlag dabei zu unterstützen. Nennen Sie mir in Ihrer baldigen Antwort einen Termin? erhält zweckmässigerweise eine Kopie dieses Briefes an Sie.. Mit herzlichen Grüssen, Herr Rosenbach Hoy nodobfus Ihr dadiondoabu aub no fos drozoa pe totdes Bay 08 odbow in noon to eates Dash thota doon doleamod toga obied dees 14. August 1957. sosifoot stilt aneb telor noasis cia tecrebns staat beb -I95A eboldo ni Frau Lotte Lemke rent ne BIG SAU Hauptausschuss für -806 Arbeiter- Wohlfahrt fed iftars Bonn Rhein / Dottendorfer Strasse 168 Liebe Lotte Lemke, dotinais dole sta afeg abarteleton ash at sme pr And einliegend Kopie meines heutigen Dank- Briefes an Herta Gotthelf.- Ich muss also in nächster Zeit nach einmal nach Berlin, um mir von dem 85 Jahre alten Bruder von Marie J. alles das erzählen zu lassen, was aus der Jugendzeit fehlt.- Jal tiedoel bisba Most by nort -devs bir de nejjed n Aber wer finanziert diese Reise?- Der Umweg nach Hannover verlief wie das Hornberger Schiessen, zumindest für mich. Schmidt- Küster erklärte sich bereit, von den bisher von mir gemachten Vorlagen( eine Fahrt nach Berlin und zwei Fahrten nach Bonn, die letzte mit Umweg über Hannover) insgesamt DM 300.00' pauschal ein- und letztmalig abzufinden. Weitere Kosten übernimmt er nicht mehr, denn er ist- so sagte er zwar Idealist, der bereit ist, an einem biographischen And Nov Denkmal mitzuarbeiten, aber auchso weit Geschäftsmann, um nicht zu viel in ein Unternehmen zu investieren, von den er nicht weiss, wie es geschäftlich ausgeht. Er sagte mir, dass Die AW sich bereiterklärt hat, in die Bresche zu springen, und nannte mir einen monatlichen Fixbetrag von DM 200.00, der später mit dem Autoren- Honorar verrechnet werden soll. Ich finde diesen Vorschlag gut, denn ich möchte noch einmal betonen, dass ich die Arbeit an dieser Biographie nicht als Geldschinderei betrachte, sondern sehr ernst und wichtig nehme. Nur: ich werde in den nächsten sieben bis acht Monaten an nichts anderem arbeiten können und bin dann sowieso auf die finanzielle Assistenz meiner Frau angewiesen, denn mit 200.00 monatlich beglethhe ich meine laufenden Unkosten für Miete und Licht. Wenn ich ein vermögender Mann wäre, hätte ich diese Dinge niemals erwähnt. Aber ich arbeite freiberuflich, und bin deshalb als einer der wenigen in der Lage, die Biographie von MJ zu schreiben. Wer hätte denn sonst die Kraft, Zeit und Ausdauer- und auch die Liebe- dafür? Unter diesen Umständen werde ich nicht nach Norderney zu Käthe Kirschneben Otto Gohlke noch mann fahren können. In Berlin werde ich- die Arbeit mit Hans Hirschfeld zu einem guten Ende bringen, und dann Käthe Kirschmann bitten, einige Tage Urlaub in München zu machen. Sie kann bei mir wohnen und leben,- und etwas Urlaub in München täte ihr gut.Mit ihrer Hilfe bekäme ich die Amerika- Zeit so zusammen, wie ich sie für das Buch brauche. Ich habe Schmidt- Küster und Rosenbach zugesagt, den ersten halben Teil der Biographie bis Ende des Jahres abzuliefern. Die zweite Hälfte folgt im Frühjahr 1958. Vor Ablieferung des Scripts bekommen Sie Kopien, um Kontrolle zu lesen und lesen zu lassen. Einige Korrekturen werden sich nicht vermeiden lassen.- Den Text für das Rundschreiben setze ich noch in dieser Woche auf und schicke es sofort nach Bonn. In diesen beiden Tagen komme ich noch nicht dazu. Und jetzt etwas anderes: Sie wissen vielleicht, dass Marie Juchacz sich seinerzeit dafür einsetzte, dass die Mutter meiner Frau, Adelheid N eppert, 80 Jahre alt, einen Platz im AW- Altersheim in Schloss Wiesenthau bei Forchheim ixx* x** k fand. Da sie eine verhältnismässig gute Pension bezieht, hat sie ihren entsprechenden finanziellen Beitrag geleistet. Vor kurzem wurde sie- ohne dass uns die Leiterin von Schloss Wiesenthau, Marie Wohlfahrt, davon unterrichtete ganz plötzlich ausquartiert und per Omnibus nach Ermreuth bei Raxxkkxix in ein Altersheim des Bayerischen Roten Kreuzes verfrachtet, wo sie sehr schlecht untergebracht ist. Die Zustände sollen reichlich primitiv sein.- Marie Wohlfahrt hatte uns zwar mehrere Male zugesagt, dass sie sich persönlich darum kümmern würde, dass unsere alte Dame in das neue AW- Heim in Forchheim kommen würde, aber es wurden scheinbar dort nur 50" kreiseigene" Insassen untergebracht, nov denn ausser Adelheid Neopert kamen auch sämtliche anderen Flüchtlinge ssed in andere Gegenden. Nürnberg Adelheid Neppert ist asthma- anfällig, braucht immer etwas Bflege, und ist auch bereit, dafür zu zahlen. Aber was kann man jetzt unternehTereby by men? Ich will mir zum Wochenende unbedingt die Zeit nehmen und nach enise Ermreuth bei Nürnberg fahren, um mir die Verhältnisse selbst anzusehen. Vielleicht kann ich die Dinge dort so regeln, dass die Probleme sich lösen. Wenn nicht, brauche ich wahrscheinlich Ihren Rat und even0- tuell auch Ihre Hilfe, vorausgesetzt, dass ich Sie darum bitten asdot darf. F IS Vielleicht habe ich bis zum Wochenende einen kleinen Brief von Ihnen. Ich werde mich auf jeden Fall in den nächsten Tagen mit dem Text für das Rundschreiben melden. sinti dal Ioa Hot Babe Mit herzlichen Grüssen, rate dann edd ddon- 30 maden Ihr bta do sorat bajst as szabadbaseb drenie us foot and the ab od 934 ensed xx 燒 Frau Herta Gotthelf P V der SPD Dottendorfer Strasse 166 Bonn Rhein 14. August 1957. Liebe Herta Gotthelf, ganz schnell meinen Dank für Deine Hilfe: der Aufruf in der Berliner Stimme und im Telegraf hatten den ersten Erfolg. Ich habe dadurch den letzten lebenden Bruder von Marie Juchacz, den 85- jährigen Otto Gohlke in Berlin- Ost, und einige seiner Kinder, die ebenfalls in Berlin West und Ost leben, ausfindig machen können. Otto Gohlke, mit 85 Jahren nicht mehr rüstig, aber trotz einer kürzlichen Krankheit noch wach an Geist und Erinnerung, ist der letzte lebende Zeuge, der die Jugend von Marie J. genau kennt. Sobald ich Antwort aus Berlin habe, werde ich mich dorthin auf den Weg machen. Was ich von ihm hören werde, wird die menschliche Ergänzung zu dem sein, was wir von der sachlich arbeitenden Marie J. wissen. Für die Biographie ist Elternhaus, Jugend, Ehe, Scheidung, Liebe, Verlassenheit von Marie J. der Schlüssel für alles, was später kam. Ich hoffe, dass sich noch andere Freunde von Marie J. melden werden. Vielleicht bekomme ich direkt Zuschriften. Andernfalls werden die Dinge sicher an mich weitergeleitet. Noch einmal herzlichen Dank, liebe Hertha, und alle guten Grüsse, Dein Escy doo has Herrn Otto Gohlke und Frau Marie Lamm Behaimstrasse 30 Berlin- Weissensee 14. August 1957. FRITZMICHAEL ROEHL MUNCHEN 15 SCHUBERTSTRASSE 4 TELEFON: 52451 Lieber Onkel Otto, liebe Marie Lamm, aus dem beigefügten Durchschlag meines Briefes an Elfriede Holz werdet Ihr sehen, woher ich Eure Adresse habe. Nehmt es mir nicht übel, wenn ich keine persönlichen Erinnerungen erwähne, sondern gleich mit der Bitte komme, die mir am Herzen liegt: ich soll eine Art Biographie über Marie Juchacz schreiben, habe auch schon sehr viel Material zusammengetragen, aber was mir am meisten fehlt, sind genauere Daten aus Maries Jugend. Onkel Otto, Du bist der einzige, der mir da helfen kann. Du weisst noch etwas aus Eurem Elternhaus in Landsberg, und da Du 9 Jahre alt warst, als Marie geboren wurde, hast Du sicher noch sehr viel in Erinnerung. Ich weiss z. B. sehr wenig über Eure Eltern, über Deinen Vater Theo Gohlke, der damals in Landsberg in der Küstrinerstrasse Nr. 50 wohnte, Ich weiss, dass die Hebamme Minna Freymark mithalf, dass Deine Schwester Marie geboren wurde. Aus persönlichen Aufzeichnungen von Marie weiss ich auch ein wenig, a wie es im Elternhaus aussah. Aber dann folgt eine grosse Lücke. Ich weiss nicht, wer der Mann von Marie Juchacz war, wann sie ihn geheiratet hat, wann und warum sie sich von ihm trennte, welche Freunde Marie in ihrer Jugend hatte. Ich habe keine einzige schriftliche Aufzeichnung von Marie finden können über Erlebnisse, die sie in ihrer Jugend hatte. Dokumente wie Geburtsurkunden, Heiratsurkunden usw. sind ebenfalls nicht vorhanden. Kannst Du mir dabei helfen? Hast Du selbst noch irgendwelche Dokumente? Könntest Du mir nicht noch eine Menge erzählen? Ich komme sofort nach Berlin, sobald ich eine Antwort von Euch habe, und bin bereit, mit aller Rücksicht auf Dein hohes Alter mich mit Dir zusammenzusetzen, und mich ganz ruhig mit Dir zu unterhalten und alles aufzuschreiben, was Du mir sagen kannst. Ich will Dich nicht anstrengen und aufregen, ich will alles tun, was Marie Lamm und Du für richtig haltet. Aber, bitte, gebt mir recht bald eine Antwort!- Und Du, Marie, hast noch einige Briefe von Marie J. Kann ich sie einmal lesen? Vielleicht entnehme ich daraus dohh einiges, was ich gebrauchen kann. Worauf es mir bei der Biographie ankommt, ist der Mensch Marie Juchacz, von dem ich so gut wie kaum etwas weiss. Es klingt vielleicht merkwürdig, aber: war Marie J. in ihrer Jugend menschenscheu, stand sie jungen Männern abweisend gegenüber? War sie einmal verliebt und hat aus diesem Gefühl heraus auch Briefe geschrieben? Gibt es solche Briefe? Je mehr informationen und Unterlagen ich bekomme, desto besser. Auch das, was vielen vielleicht nebensächlich erscheint, ist für mich uner hött wichtig!- Ich weiss nicht, ob das Erzählen für Dich, Onkel Otto, nicht doch sehr anstrengend ist. Vielleicht gehen Dir- wenn Du weisst, woraum es sich handelt- aus Deiner Jugend noch viele Dinge durch den Kopf, und Du wirst Dich an manches erinnern, was Tinzwischen vergraben ist. Lasst mich bitte nicht zu lange warten. HONUM 222A T Ganz herzliche Grüsse, und alle guten Wünsche, Euer ron and site as an 4:01 01 19467 Bogo di fos dok 19h daid b0330 -I main we doon fosfow nerodey six alexsy Is siete .. Baie Month Ibi met eller brim ebatante 35 badged bad laudet se doen etors ud faed Blamb rob do od rodov sonicted 0 el gine doe baie nesh die done not astew oftall nov nes 933012 eta naway Boscontatav na ob new doingastew dol.soll. enolow and midi cov dote sto miris Saut one redes mi basgi xoxt at sirak0500! Eta novina solD 61a 18 minder redil nombr abrasie nebo si ov fibi ellsinsde bate.wel fed isds are fotos of SAFESTS nei erisoon join sim of thed Jiered med boodando act outer ente dab bisdonne donn ipada dot ban doch dasdotis b- 130 said oss tim dey did abgiats doob apsi doi emoc tansi naifanerd Je, moins side -fely and el.galow nerde si dum os riat mob novoadopt singh -Boa -10 30 00196 015/12 dous avert modelit atm Jan BEL Set tadrado de god ade65 -19 doim 10 dal JI moed dot nystard on denolss St sely desi as ab 14. August 1957. Frau Elfriede Holz Lauterbegger Strasse 36 Berlin- Britz FRITZMICHAEL ROEHL MUNCHEN 15 SCHUBERTSTRASSE 4 TELEFON: 52451 Liebe Elfriede, vielen herzlichen Dank für Deine Schnelle Antwort. Ich bin überzeugt, dass weder Onkel Otto noch Deine Schwester Marie Lamm den Aufruf gelesen haben. Aber Deine Hinweise haben mir bereits sehr geholfen. Schade, dass ich Deine Anschrift nicht früher hatte, denn vor sechs Wochen war ich in Berlin, auch im Ost- Sektor, und hätte bei dieser Gelegenheit auch Onkel Otto aufsuchen können. Ich werde versuchen, das so schnell wie möglich nachzuholen. Vorher werde ich aber an Marie Lamm und Onkel Otto schreiben. Ich habe Deinen Rat befolgt und noch heute an Deine Schwester und an Onkel Otto geschrieben. Damit Du siehst, worauf es mir ankommt, lege ich Dir die Kopie des Briefes bei. Entschuldige die Kürze des Briefes. Wenn ich nach Berlin komme, werde ich Dich auf jeden Fall aufsuchen. Ich gebe Dir aber vorher noch Bescheid wegen des Termins. Ganz herzliche Grüsse, Dein Berlin-Ifritz. den 10. 57 Str. Lauterperger 56 Ròhl! Lieber Fritz Auf Deine Zeitungsnotizen in der Berling Itimme únd dem Telegraf. habe ich Đir folgendes zu sagen: Mein Vater Otto Bohlke. jetzt 85 Jahre olen alse Rpnder. unserer verehrten Tante harie Júchacz, ist noch am Leben. Er wird betreut von meiner Schwester Marie Lamm(geb. Gohlke), die als junges Mädchen in der"Arvo" bei Tante Marie gearbeitet hat. Sie wohnen un sowy. Tektor von Býerlin und werden Deine Zeitungsnotizen nicht lesen und würden vermütlich, selbst wenn sie die Zeitungen zu Gesicht bekämen. auf die bloße Berliner totiz in ciner. et est Zeitung hier nicht an Dich schreiben. Ich selbst hatte vor Jahren auf einer Délegierten- lagûng der“Awo” in Gjerlin“Belegenheit Tante Marie zu sprechen. Ich hatte ihr seinerzeit erzählt, daß ihr Bìrnder(mein Vater), und auch meine Schwester(Marie Lamm) Mitglieder. der SED geworden sind. Tante Marie das sehr bedauert. Gerade nasse ihre Nichte, charie wurde von ihr Idealistin geschätzt. als Mir “Gelingen Deines liegt, das gute unterher sehr am Herzen. Es ist mit Worten. mir nicht möglich. auszuobrücken, wie sehr ich Tante. nabe Marie stets verehrt. Wir dürften unserem Vater im vorigen Jahr mit Rücksicht auf seinen Gesundheitsanstand erst sehr viel später sagen, daß seine Schwester verstorben ist. Ich würde "Dìr nùn raten Schreibe au meinen Fater. oder Marie au Dir Lamm und bitte sie beim Matersals. Zusammentragen des” für Dein sterk behieflich zu sein. Vater wird aus den Jngendjahren seiner Schwester manches be. Du richten ist wissen und Marie wahrscheinlich noch im Býesitz einiger. Bhriefe ans New York Mit freundlichen brüpen. Elfriede Holz. geb. wohlke. Die Adresse: Otto Gohlke/ Marie Lamm. Berlin- Weißensee Bjehaimstr. 30 ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E. V. AP Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 BONN, den 2. August 1957 DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 231 84-87 Akt.- Zch.: Le/ Kr. Lieber Fritz Roehl! Bitte bei Rückantwort anzugeben Vielen Dank für Ihren Brief vom 27. Juli; mir würde es sehr lieb sein, wenn Sie am 7. August kommen könnten. Wir würden Ihnen dann schon die Literatur der Arbeiterwohlfahrt zurecht gelegt haben und ich hoffe auch, daß wir aus dem Archiv des Parteivorstandes das schon ausgewählt haben werden, was Sie für die Behandlung der politischen, sozialpolitischen und Frauenfragen benötigen. Ich bin auch der Meinung, daß Sie mehr Zeit brauchen, um das Manuskript fertigzustellen; B ich denke, daß der Verlag das einsehen wird. Mit herzlichen Grüßen bis zum Wiedersehen am 7. August Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 130 61 Ihre hoke hawke VERLAGSBUCHHANDLUNG J. H.W. DIETZ NACHF. Schmidt- Küster GmbH Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 HANNOVER Georgstraße 52 Fernsprecher 270 01-08 Postscheckkonto: Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 760 00 Postscheckamt Hannover Bankkonto: Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 83 22 bei der Bank für Wirtschaft und Arbeit AG., Hannover Ihre Zeichen Ihre Nachricht vom Unser Zeichen Tag - Ro/ a 4. 5. 57 Sehr geehrter Herr Roehl, bitte, entschuldigen Sie, daß ich Ihnen erst heute Ihr Exemplar des Verlagsvertrages überreiche, aber die Arbeit hat sich nach meiner Rückkehr so gehäuft, daß einiges unerledigt liegen bleiben mußte. Ich habe mich heute mit Frau Lemke in Verbindung gesetzt und ihr unsere Gedankengänge übermittelt. Sobald ich Nachricht aus Bonn habe, werde ich mich wieder mit Ihnen in Verbindung setzen. Anlage 1 Verlagsvertrag Mit bestem Gruß Ihr ནས་ ཅན་ དགའ་ མ་ ནང་ VERLAG NACH J. H. W. DIETZ GMBH BERLIN UND HANNOVER Verlags- Vertrag HANNOVER Georgstraße 52 Fernsprecher 164 71 POSTSCHECKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 760 00 Postscheckamt Hannover BANKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 83 22 bei der Bank für Wirtschaft und Arbeit AG., Hannover Tag Ihre Zeichen Ihre Nachricht vom Unser Zeichen § 1 Zwischen und dem Verlag nach J.H.W. Dietz G.m.b.H., Hannover, Odeonstr. 12 Herrn Fritzmichael Roehl, München 15, Schubertstr. 4 ( als Verlag) ( nachstehend als Verfasser bezeichnet) wird folgender Verlagsvertrag geschlossen: §2 Der Verfasser überträgt dem Verleger für alle Ausgaben und Auflagen das alleinige Verlagsrecht an seinem Werk mit dem ArbeitsTitel Biographic M. Juchacz Er steht dafür ein, daß er allein berechtigt ist, über das Urheberrecht zu verfügen und daß er dieses weder ganz noch teilweise vergeben hat. § 3 Der Verfasser überträgt dem Verleger gleichfalls das Recht des Nachdruckes in Zeitungen und Zeitschriften, des Nachdruckes in Buchform( z. B. Lizenzausgaben in Buchgemeinschaften), der Übersetzung, Verfilmung, Verwertung durch Fernsehsendungen und des eventuellen Vorabdrucks in Zeitungen und Zeitschriften. In allen Fällen der Verwertung der Rechte in anderer Form als der, auf die sich der vorliegende Verlagsvertrag bezieht, sind grundsätzlich beide Parteien zur Hälfte am Gewinn beteiligt. § 4 Die endgültige Festsetzung des Titels wird in beiderseitigem Einvernehmen erfolgen. Die Ausstattung des Buches ist Sache des Verlegers; er hat die Wünsche des Verfassers angemessen zu berücksichtigen. Die Auflagenhöhe bestimmt der Verleger, er hat den Ladenpreis, Ermäßigung und Erhöhung des Ladenpreises nach pflichtmäßigem Ermessen festzusetzen. - 2- Seite 2 zum Verlagsvertrag Verlag nach J.H.W. Dietz G.m.b.H., Hannover Herrn Fritzmichael Roehl, München - Der Verfasser verpflichtet sich, das druckreife Manuskript bis spätestens zum 15. 10. 57 vorzulegen; den Erscheinungstermin bestimmt der Verleger. § 5 Der Verleger ist zur Berichtigung der gewöhnlichen Satzfehler verpflichtet. Der Verfasser hat auf Wunsch den Korrektor anzuhören. Er hat das Recht und die Pflicht, die Fahnenkorrektur und Bogenrevision ohne besondere Vergütung vorzunehmen. Für Manuskriptänderungen, die auf Wunsch des Verfassers nachträglich im Satz vorgenommen werden, haftet der Verleger nur bis zu einem Betrage von 10% des gesamten Satzpreises. Etwaige Mehrkosten hat der Verfasser zu tragen. Die von dem Verfasser erteilte Druckerlaubnis gilt als Genehmigung etwa erfolgter Manuskriptänderungen. Der Verleger hat das Recht, Textänderungen durch einen Fachlektoren vornehmen zu lassen, wenn ihm dieses notwendig erscheint. § 6 Der Verleger ist verpflichtet, das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten. Er muß es in geeigneter Weise fördern. §7 Das Honorar des Verfassers beträgt vom 1. bis 4. Tausend 7 1/2%- weitere Exemplare 10% vom Ladenpreis der verkauften Stücke. Die Honorarabrechnung erfolgt halbjährlich. § 8 Der Verfasser erhält von der ersten Auflage 10 Freiexemplare. Darüber hinaus ist der Verfasser zum Bezug der Stücke zum niedrigsten Preise berechtigt, für den der Verleger sie im Betriebe seines schäftes abgibt. Er darf die Stücke nicht verkaufen. § 9 VerlagsgeSinkt der Bestand der verkaufsfähigen Stücke unter hundert, so hat der Verleger in angemessener Frist dem Verfasser zu erklären, ob er eine Neuauflage zu veranstalten beabsichtigt. Er hat dem Verfasser Gelegenheit zur Neubearbeitung des Werkes zu geben. Auf Ersuchen des Verlegers ist der Verfasser binnen acht Wochen zur Neubearbeitung verpflichtet. § 10 Wenn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren durchschnittlich weniger als 800 Stück abgesetzt werden, so kann der Verleger dem Verfasser durch eingeschriebenen Brief eine angemessene Frist setzen, die Restbestände zu erwerben. Äußert sich dieser nicht innerhalb einer Frist von 14 Tagen oder lehnt er den Erwerb ab, so ist der Verleger berechtigt, die Restbestände einzustampfen oder unter Aufhebung des Ladenpreises in angemessener Frist einen Ausverkauf zu veranstalten. Das Verlagsrecht fällt damit an den Verfasser zurück. -3 Seite 3 zum Verlagsvertrag Verlag nach J.H.W. Dietz G.m.b.H., Hannover- Herrn Fritzmichael Roehl, München § 11 Der Verleger soll das amerikanische Copyright nach pflichtmäßigem Ermessen erwerben. $ 12 Für diesen Vertrag gelten ergänzend die Bestimmungen des Urheberund Verlagsrechts. § 13 Etwaige Änderungen dieses Vertrages bedürfen der Schriftform. § 14 Der Vertrag ist in zwei gleichlautenden Ausfertigungen unterschrieben, von denen jede Partei eine erhalten hat. Hannover, den 19. April 1957 für den Verlag nach J.H.W. Dietz G.m.b. H. München, den Mchent luster ( Schmidt- Küster) . Доля Fritzmichael Roehl (98 bicht zu kommen, liefen wäre. Ich Ihnen sehr dankbar. uit freund. lichen Grüßen lese Erika Elsainer Sehr geehrte Frau Dir hochl. Seit einigen Tagen besuche, ich Gären Mann in einer sehr dringenden Angelegenheit zu spre- dien. Sein Telefon ist aber auf Auftragschenst gestellt u. so vermute ich, dass Herr Nacht ver- reist ist. Könnten Sie nur nun mittelen, wann er nach Mün- chen Zürich kommt, oder von ich ihn erreichen könnte. Dann lie mir eine Nach PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DES LANDES BERLIN DER DIREKTOR GeschZ.: Dr.Hi./Sei. - 7468 ( Angabe bei Antwort erbeten) SK zl. 31 Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstrasse 4 ①BERLIN- SCHONEBERG 10.7.1957 RUDOLPH- WILDE- PLATZ FERNRUF: 71 02 61, HAUSANSCHLUSS NR. 32 20 Lieber Fritz, schönen Dank für Deine Zeilen vom 2. Juli, die ich noch schnell vor Antritt meines Urlaubs beantworten möchte. Ich fahre am 12. Juli nach Bad Wiessee, um dort eine vom Arzt mir verordnete Kur, wie in den Vorjahren, zu nehmen, da das Herz einer Aufbesserung bedarf. Da ich Deine Adresse mitnehme, werde ich unter Umständen von Wiessee aus Dir noch schreiben, so dass Du mit mir auch dort in Verbindung treten kannst. Der Tegernsee liegt ja nur eine Stunde Autofahrt von München entfernt. Wir sind also im ganzen Juli nicht hier, da ich anschliessend an Wiessee noch eine Woche Nachurlaub vielleicht im Bayerischen Wald nehmen werde. Mitte August bin ich dann wieder in Berlin. Mat. 15 104. Din A 4. 1500. 4. 56 E Mit herzlichen Grüssen an Maria und Dich Dein Handeltürfels ( Dr. Hans E. Hirschfeld) PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DES LANDES BERLIN DER DIREKTOR GeschZ.: Dr.Hi./Sei. - ( Angabe bei Antwort erbeten) Herrn 7219 Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstrasse 4 Lieber Fritz, ①BERLIN- SCHONEBERG 27.6.1957 RUDOLPH- WILDE- PLATZ FERNRUF: 71 02 61, HAUSANSCHLUSS NR. 32 20 Han Roser hach. Va las 1.HV. is Nachi. Sohn ict- buster GT. Georgstie sa 52 annove 1) Deine Zeilen vom 14.d.M. haben uns erfreut als ein Zeichen dafür, dass Ihr nach Euerer Wirbelwind- Reise München- Berlin- Berlin- Naila gut zurückgekommen seid. Wir denken, dass Ihr nun bei häufigerem Kommen nach Berlin den Weg schneller und leichter zu uns finden werdet. Zu Deinen Fragen. Sicher haben wir noch Briefe von Marie, obwohl der grösste Teil unserer Korrespondenz- erst in Deutschland, dann in Frankreich- zurückgeblieben oder vernichtet worden ist und wir dann auch in USA vor unserer Rückkehr nach Europa wieder aufgeräumt haben, um nicht all zu belastet hier wieder anzufangen. Ich werde recht bald einmal das, was geblieben ist, durchsehen, um Dir dann genauere Mitteilung zu machen, ob dieses oder jenes für die Zwecke der Biographie zu verwenden wäre. Was nun den USA- Zeitraum anlangt, so werde ich versuchen, einen rohen, zusammengedrängten Überblick über Maries USA- Aufenthalt einmal zu diktieren. Dieser Überblick kann aber nur lückenhaft sein, da ich tatsächlich die Daten und Zeitabschnitte vergessen habe. Seit Jahr und Tag zerbreche ich mir zum Beispiel den Kopf wann Marie und Emil von Martinique in USA angekommen sind. Ich habe sie selbst vom Schiff abgeholt und weiss nur, dass es ungefähr April Mai 1941 war. Aber das muss ich mir überlegen und gebe Dir dann noch Bescheid. SKzl. 31 Mat. 15 104. Din A 4. 1500. 4. 56 - - 2- - -- - - Du willst eine Liste der Amerikaner, die mit Marie in mehr oder weniger engem Kontakt waren. Zurückgekehrt sind davon ja auch eine Menge, so zum Beispiel Paul Hertz, meine Wenigkeit, der verstorbene Erich Lewinski, dessen Frau Herta wohl noch in Kassel lebt, Helmut Wickel, Eugen und Lise Albrecht in Hannover, Erna Blenke und andere mehr. Jo Lang in Frankfurt nicht zu vergessen. Manche unserer Freunde leben natürlich nach wie vor in USA, so Dr. Karl Frank, Eva Fister, mein Bruder Arzt, der Emil und Marie behandelt hat, Dr. Minna Flake Ärztin- Dazu kommt sicher noch eine Reihe von anderen Namen, über die Käthe vielleicht eine bessere Übersicht hat als ich. Die Namen, die ich eben angegeben habe, sind mir so beim Durchdenken eingefallen. Je mehr ich mich damit bealte wie neue Freunde fallen fasse, desto mehr Menschen mir ein. Aber es kommt ja nicht auf eine umfassende Zahl von Menschen an, sondern wohl mehr darauf, dass diese Menschen auch etwas aussagen können. Nicht alle werden dazu in der Lage sein. Lieber Fritz, ich werde mich mit dem Gedanken befassen, ihn auch mit meiner Frau durchsprechen, um dann noch einmal auf Deine Zeilen einzugehen. Betrachte dies heute nur als einen Zwischenbescheid. Wenn Du willst, dass ich mich direkt mit Lotto Lemke in Verbindung setze, will ich das gerne tun. Ich nehme an, dass Lotto auch noch einige andere Namen in den Akten hat, da Marie als Gründerin der Arbeiterwohlfahrt New York mit einer Reihe von deutsch amerikanischen Organisationen und deren Leitern in enger, sagen wir mal sachlicher Verbindung stand. So erinnere ich mich einer Organisation in New York und Umgegend" Der Liederkranz", des Verbandes deutschamerikanischer Sänger, komme aber jetzt nicht auf den Namen des mir gut bekannten langjährigen Vorsitzenden, der Marie bei der sachlichen Hilfsarbeit für die notleidenden Menschen in Deutschland nach 1945 kennenlernte und immer mit grosser Wärme und Hochachtung von ihr sprach. Das wird Lotto Lemke vielleicht aus der Korrespondenz feststellen können. Genug für heute- bald mehr. End beite - Mit herzlichen Grüssen Dein lines. HOTEL DREI MOHREN Tel.-Adr.: Dreimohrenhotel Fernsprecher: 55 07 28 München 15, Schubertstr. 4-6 Postscheck: München 96787 594583 Gg. u. M. Weinzierl RECHNUNG für Zimmer-Nr. Herm til Hochwohlgeb. Frau Frl. Summe A 5.67 111 5b Vind Logis Telefon W it N3 Bäder Frühstück . Speisen u. ä. Getränke Kaffee u. ä. Teuer.-Zuschlag für Heizung u. Warmw. Garage Bier, Milch etc. + 15% Bedienung für Logis. t 10% Bedienung für Sonstiges Auslagen Getränkesteuer. Summe Betrag dankend erhalten ab Anzahlung München, den. .195 Gesamtbetrag E Men kohl 1 d begnak 7/12.56 1 boos t d bognat, 1 bons 1 Bln 3/12 30/12 1 Fl. utw. Peter ist z. Bier 1 87 Bin ℔ 2 Z 29 2 2 8 bigenthe. 14 2 Ein 2 18.2 der Sarfr. 3 nicht. Wie Portr. 7 Bn 2 $ 2 11.3 160 50 1.60 50 60 7.50 -20 6 60 17 1.20 1.20 1.20 2 140 120 1.20 20 2670 20/5 1 Bern 13,60 Chur b 3 Zì Dò 90 26 60 2250 Herrn Direktor Dr. Hans Hirschfeld Presse- und Informationsamt des Landes Berlin Rudolph- Wilde- Platz Berlin- Schöneberg 2.7.57. Lieber Hans, ganz schnell einen eiligen Dank für Deinen ausführlichen Brief! Ich danke Dir ausserdem schon jetzt für Deine Mithilfe. Vielleicht findet sich in der vorhandenen Korrespondenz doch noch etwas, was ich gebrauchen kann, wozu ich sagen möchte, dass mich auch scheinbar unwichtige Details interessieren. Ein Biograph kann nie genug Material erhalten! Wenn Du den roh zusammengefassten USA- Überblick diktierst, brauchst Du Dich bitte nicht an Zeit- Daten zu quälen. Die äusseren Zeitpunkte habe ich ja in dem gesamten Material, das ich von Lotte Lemke erhielt, gefunden. Natürlich sind Zeit- Hinweise immer wichtig, aber Du sollst bitte darüber nicht grübeln. Was Deine Erinnerung noch ausgräbt, wird genügen. Ich will dann Deine Daten mit Käthe K. durcharbeiten, Die von Dir angegebenen Namen habe ich bereits an Lotte Lemke, mit der ich in ständiger Verbindung stehe, weitergeschrieben. Nach dem 15.7. werde ich mich in Bonn mit ihr verabreden, um noch eine Aktion zu starten, vielleicht in Form eines Rundschreibens, das wir an alle in Frage kommenden Personen schicken. Ausserdem will ich mir aus den Bibliotheken der AW und des PV noch die Literatur ausleihen, die ich unbedingt brauche, denn- so schrieb ich an den Verleger die Biographie MJ soll ja zugleich eine Synopsis der Zeit sein, die das Leben und Erleben von MJ teils beeinflusste, teils direkt lenkte, auch wenn sie zu vielen Dingen, die sich in ihrer Lebenszeit ereigneten, keine direkte oder persönliche Beziehung hatte. Vorerst werden Maria und ich nicht nach Berlin kommen, frühestens Ende Juli. Es ist selbstverständlich, dass wir uns dann rechtzeitig ankündigen, sodass Du disponieren kannst und Frau und Tochter Evi uns genau so viel Freude machen wie das letzte Mal. Grüsse beide bitte ganz herzlich von uns, Dir selbst schönste Grüsse von uns beiden, Dein Frau Käthe Kirschmann Winterstrasse Norderney 2.7.57. Liebe Käthe, entschuldige die Kürze dieses Briefes. Zwischen den Zeilen denke ich desto herzlicher. Einliegend zur Information Kopie eines Briefes, den ich heute an Lotte Lemke schrieb. Du ersiehst daraus, was zur Debatte steht. Da es meine letzte Kopie ist, gib sie mir bitte mit Deiner baldigen Antwort zurück. Wollen wir uns nicht wenn es so weit ist doch noch einmal direkt für einige Tage zusammensetzen? Unabhängig davon könntest Du vie leicht schon( falls Du Zeit dafür hast) in Stichworten, und von mir aus so, wie Du Dickerinnerst, festhalten, was Dir wichtig erscheint und wovon Du glaubst, dass es mir weiterhilft? Wenn Hans Hirschfeld mir seine Daten gegeben hat, möchte ich sie Dir schicken, damit Du sie ergänzen kannst. Maria und ich können wahrscheinlich nur einen ganz kurzen Urlaub machen, vielleicht sogar in Norderney, vorausgesetzt, dass Du in der Zeit, in der wir können, oben bist. Wann diese Zeit genau sein wird, wissen wir noch nicht. Wahrscheinlich irgendwann im August. Höre ich bald von Dir? Ganz herzliche Grüsse, auch von Maria, Dein Frau Lotte Lemke Hauptauschuss für Arbeiterwohlfahrt~ Dottendorfer Strasse 168 onn/ Rhein 22. 7. 57. Liebe Lotte Lemke, in Eile und deshalb nur kurz: ich bin ab Mittwoch wieder in München und bleibe bis zum Samstag Nachmittag oder Sonntag. Wir können uns sprechen. Rufen Sie mich an? Oder schreiben Sie mir ein Wort, wo Sie ab wann wie lange wohnen, dann melde ich mich bei Ihnen. Herzlichen Gruss, Ihr ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E. V. AD Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 BONN, den 25. Juni 1957 DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 231 84-87 Le/ Kr. Akt.- Zch.:. Bitte bei Rückantwort anzugeben Lieber Fritz Roehl! Sie haben ewig lange nichts von mir gehört und es wird Zeit, daß ich mich endlich melde. In Ihrem letzten Brief vom 8. Juni stellen Sie die Frage nach einer Besprechung in Bonn. Selbstverständlich stehe ich gern dafür zur Verfügung, wir müßten nur einen Termin verabreden; infrage käme die Zeit nach dem 15. Juli. Natürlich, lieber Fritz Roehl, würden wir die Kosten für Ihre Reise tragen, falls nicht der Verlag sie übernimmt. Auf keinen Fall kann man Ihnen diese Kosten zumuten. Ich habe übrigens hier noch ein dickes Paket mit Korrespondenz gefunden, die Marie noch aus Amerika in der Frage ihrer Hilfssendungen geführt hat. Vielleicht werfen Sie, wenn Sie hier sind, einmal einen Blick hinein und entscheiden, ob wir es Ihnen schikken sollen. Mit herzlichen Grüßen Ihre hotte hartle вили Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 130 61 14. Juni 1957. Herrn Dr. Hans Hirschfeld Altenburger Allee 19 Berlin- Charlottenburg de dood el, ex foul on v Lieber Hans, Maria und ich möchten uns nach guter Rückkehr nach Naila ganz herzlich für die schöne Aufnahme bei Euch und für Eure Gastfreundschaft bedanken. Gib diesen Dank bitte an Deine Frau und an Tochter Eva weiter. Uns hat der Abend bei Euch sehr gut getan. Um Dorle kann ich mich erst kümmern, wenn ich wieder in München bin. Das wird am kommenden Dienstag der Fall sein. Ich berichte Dir von meinem Erfolg. Zur Biographie möchte ich noch etwas sagen: besitzt Du Briefe? Ich habe mir in München einen grossen Ordner angelegt, mit Sachregister, in den alles hineinkommt, was mir leihweise an Dokumenten zur Verfügung gestellt wird. Meistens schreibe ich die Briefstellen, die wichtig sind, mit entsprechenden Angaben ab und gebe die Dokumente gleich zurück. Einige behalte ich allerdings, um sie gelegentlich en bloc fotokopieren zu lassen, da sie wahrscheinlich als facsimile gedruckt werden. Das wird aber erst später mit dem Verleger im letzten Detail entschieden. Unabhängig davon, dass Käthe mir die chronologischen Daten geben wird, habe ich eine Bitte an Dich: kannst Du nicht Deiner Sekretärin einmal ganz schnell etwas diktieren, was den USA- Zeitraum umspannt? Je mehr ich aus USA bekomme, desto besser. Ausserdem möchte ich Lotte Lemke eine Adressenliste der " Amerikaner" geben, auch derjenigen, die wieder in Deutschland und Europa sind, damit Lotte L. mit einem Rundschreiben an diesen Personenkreis herantreten kann. Könntest Du mir dabei behilflich sein? Wenn Du mir einen Zwischenbescheid gibst, dass Du das machen wirst, kann ich auf die Unterlagen selbst gerne noch warten, aber mit Lotte L. bereits verhandeln. Aud Wir haben am Donnerstag, eine Stunde, bevor wir losfahren wollten, doch noch den Dr. Brich Böckler erreicht, der uns sagte, dass für die Bereitstellung der Mittel für das Ernst ReuterHaus zur Vervollkommnung der Innengestaltung Dr. Hauss zuständig sei. Dr. Böckler hat sich an einige Berliner Künstler gewendet, u.a. auch an Maria, die als Berlinerin gilt, auch wenn sie z.Zt. nicht in Berlin wohnt, weil das Haus restlos zerstört ist und sie ihren Nailaer Aufgabenkreis nicht so gals über ropf aufgeben kann, um nach Berlin zurückzukehren, weil man ihr nichts Ebenbürtiges als Aufgabengebiet anbieten kann.( Vielleicht ist das irgendwann einmal möglich).-Wir haben uns den Raum, in dem sich die zu gestaltende Wand befindet, angesehen, und Dr. Böckler meint schon jetzt, dass die Idee der Wand- Lösung, die Maria hat, jede Aussicht auf Verwirklichung hat. Es kommt also jetzt nur noch darauf an, dass Dr. Böckler die Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden. Das wäre das Wichtigste in Eile, lieber Hans.- Wir werden uns ja doch recht bald wiedersehen. Ganz herzliche Grüsse, auch von Maria, an Euch alle, BIL 100goed at Dein Good escribe te buod ret Ni tebal do Arter tage dot faded egi 21dad 2565 Gastr 30 mei no axed d Low new id talidated mesecu and 01 . Herrn Dr. Hans Hirschfela Altenburger Allee 19 Berlin- Charlottenburg 21.5.57. Lieber Hans, in Eile: Marias Temmine haben sich vor- verschoben. Sie fährt alleine am Sonntag mit dem Interzonen bus von Hof nach Berlin. Ich kann nicht mitkommen, weil ich von Montag bis Mittwoch gebunden bin. Schade. Maria wird Dich nach ihrer Ankunft anrufen, wahrscheinlich nicht im Senat( wo wie ich annehme- Du Dein Büro hast), sondern zu Hause. Du stehst sicher im Telefon- Buch. - Wegen des Buches über Marie müssenwir uns brieflich verständigen, leider. Anders wär's besser. Ganz herzliche Grüsse, Dein Herrn Dr. Hans Hirschfeld Altenburger Allee 19 Berlin Charlottenburg 19. Mai 1957. Lieber Hans, es wäre nun so weit: am Donnerstag, 30.5., fahre ich mit meiner Maria nach Berlin. Maria hat mit irgendwelchen Leuten zu verhandeln wegen eines Buches, das sie für den Verlag Bruckmann machen muss, und mit einigen Interbau- Architekten zu sprechen. Ich selbst möchte xxxx mit Dir über die Biographie von Marie sprechen. Mit dem Dietz- Verlag habe ich einen Vertrag gemacht. Bis zum Spätherbst müsste ich mit dem Manuskript fertig werden. Möglicherweise brauche ich Briefe, die Du von Marie bekommen hast. Ausserdem wärst Du für die USA- Zeit der wichtigste Zuständige. Ganz abgesehen davon, dass ich sehr, sehr gerne Deinen Rat hätte, und Deine Meinung über die Art, wie diese Biographie anzulegen sei. Bis jetzt ist alles mir überlassen, aber ich will da nicht alleine entscheiden, ohne Dich gehört zu haben. Da wir mit dem Wagen am Donnerstag Vormittag von Naila losfahren, werden wir am Spätnachmittag in Berlin sein. Kannst Du uns empfehlen, wo wir nicht zu teuer wohnen können? Maria bekommt von Bruckmann Reisespesen, ich dagegen von Dietz nicht. Wir teilen also die Bruckmann- Spesen. Zurückfahren müssten wir wahrscheinlich am Sonntag, 2. Juni, spätestens aber am Montag, 3.6. Kannst Du so gut sein und mir einen kurzen Bescheid geben? Ich hatte mir Mitte Februar eine sehr böse Mandelvereiterung und Angina zugelegt, die mir als Polyarthritis rheumatica auf sämtliche Gelenke schlug. Der ganze Spass- einschliesslich Krankenhaus- dauerte 11 Wochen, aber im Krankenhaus schrieb ich an Fernsehsendungen, die auch" über die Röhre" gingen, sodass der Groschen weiterrollte. Manchmal ist es ganz gut, wenn man im freien Beruf ein bissel vielseitiger ist. Seit 14 Tagen bin ich wieder( mit Zurückhaltung) mobil, und habe mich auf 137 Pfund Nacktgewicht hinaufgegessen, bin also körperlich gut wie noch nie" beieinand", wie man in München sagt. Quasi ein G'wamperter. Du wirst ja meinen Speck sehen. Höre ich von Dir?- Grüsse Deine Familie,- Dir selbst alle guten Grüsse, auch von Maria, Dein VERLAG NACH J. H. W. DIETZ GMBH Herrn Fritzmichael Roehl München Schubertstr. 4 Ihre Zeichen 15 Ihre Nachricht vom BERLIN UND HANNOVER Unser Zeichen HANNOVER Georgstraße 52 Fernsprecher 164 71 POSTSCHECKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 760 00 Postscheckamt Hannover BANKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 8322 bei der Bank für Wirtschaft und Arbeit AG., Hannover Tag 16. 2. 57 Ro/ a 26. 2. 57 Sehr geehrter Herr Roehl, herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 16. Februar. Natürlich ist noch sehr viel Arbeit zu leisten, um ein vernünftiges Buch, das wirklich allen Ansprüchen der Öffentlichkeit gerecht wird, zu gestalten. Sicher ist Ihnen das Buch von Frau Maria Juchacz " Sie lebten für eine bessere Welt" bekannt; ich dachte, daß wir das gleiche Format wählen sollen. Ladenpreis DM 9,80. Der Umfang wird wesentlich von der Papierwahl beeinflußt- ich denke, wir sollten uns aber hier noch nicht so festlegen, bevor wir einen endgültigen Überblick über das vorhandene Material bekommen haben. Natürlich müssen wir uns über all diese Dinge persönlich unterhalten. Sobald das Wetter etwas besser ist, werde ich nach Süddeutschland kommen, um dort mit einigen weiteren Autoren ähnliche Besprechungen zu führen. Bitte, haben Sie Verständnis dafür, wenn ich Ihnen ganz offen sage: Zu dieser Arbeit gehört auch eine entsprechende Atmosphäre, und ich mag nun einmal keinen Schneematsch. Wären Sie einverstanden, wenn ich Ende März/ Anfang April zu Ihnen kommen würde? Ich würde mich freuen, wenn ich bald von Ihnen hören würde. Vor allen Dingen möchte ich Sie darum bitten, doch inzwischen schon die Vorarbeiten so weit wie möglich voranzutreiben. Mit bestem Gruß basks Verlag med Hannover, Georgstraße 52 Herrn Rosenbach Verlag nach J.H.W.Dietz GmbH. Georgstrasse 52 Hannover 16. Februar 1957. Betrifft: Erinnerungsbuch Marie Juchacz. Sehr geehrter Herr Rosenbach, vielen Dank für Ihren Brief vom 15. Februar. Frau Lotte Lemke hatte mich bereits von ihrer Unterredung mit Herrn Schmidt- Küster kurz unterrichtet und mir auch angekündigt, dass Sie selbst in der Buch- Angelegenheit Verbindung mit mir aufnehmen würden. Kurz vor Weihnachten holte ichmir aus Bonn bei der AW das bisher roh zusammengetragene Material nach München, das inzwischen von mir schon sehr gründlich durchgesehen wurde. Es ist natürlich sehr lükkenhaft, und aus der Klärung der Frage, wie und mit welchen ( historischen und partei- und ganz allgemein- geschichtlichen) Unterlagen ergänzt werden soll, ergibt sich wahrscheinlich zwangsläufig dann auch die Form, in die dieses Erinnerungsbuch gegossen werden soll. So und so ist noch sehr viel Arbeit zu leisten, wobei mir aber sowohl die AW als auch die SPD mit ihren Bibliotheken zur Verfügung stehen. Ausserdem werden wahrscheinlich eine Reihe von Menschen angeschrieben und z.gr.T. wohl auch besucht werden müssen, Menschen, die Marie Juchacz von früheren Situationen her gut kennen, und Menschen, die sehr viel mit ihr zusammen waren und zusammen arbeiteten. Ausserdem werden aus Staatsarchiven Dokumente zusammengetragen werden bzw. herauskopiert werden müssen. Ich habe insofern eine klare Vorstellung, als sich am Leben von Marie Buchacz alles" antragen" lässt, was mit der Entwicklung der Arbeiterbewegung, der sozialistischen Bewegung, der Wohlfahrtsbewegung und der allgemeinen geschichtlich- politischen Strömungen zusammenhängt. In Briefen, Dokumenten, Berichten, Äussenngen anderer allein dürfte sich dieses Erinnerungsbuch nicht erschöpfen. Um es lebendig und über AW- und Parteikreise hinaus interessant zu machen, bedarf es der schriftstellerischen Schmiede- Arbeit, um diese Dinge so zusammenzuschweissen, dass nicht nur das Lebensbild dieser Frau entsteht, sondern das Bild einer Zeitepoche, die von 1879 bis 1956 reicnt. Für Sie als Verleger ist- nachdem das Problem einer breiten AbsatzGarantie geklärt ist in erster Linie die Kalkulation wichtig: wie stark das Buch werden soll, mit wievielen Abbildungen zu rechnen ist, welche Einband- und Umschlaggestaltung gewählt wird, und an welche Auflage gedacht wird. Eine solche Vor- Kalkulation könnte nach meiner Meinung unabhängig von der zu wählenden stilistischen Form des Buches sofort dann aufgestellt werden, wenn eine etwas detailierte Besprechung zwischen Ihnen und mir stattgefunden hat. Ich halte deshalb Ihren Vorschlag, sich demnächst mit mir hier in München zu treffen und zu besprechen, als den nächst wichtigen Weg, der zu gehen ist, wenn wir weiterkommen wollen. Können Sie mich aber einige Tage vorher von Ihrem eventuellen Besuch verständigen? Ich bin des öfteren unterwegs, und bin in diesem wichtigen Falle für eine konkrete Termin- Absprache. Mit freundlichen Grüssen ( FM.Roehl) VERLAG NACH J. H. W. DIETZ GMBH BERLIN UND HANNOVER Herrn Fritz- Michael Roehl München Schuberstr. 4 15 HANNOVER Georgstraße 52 Fernsprecher 16471 POSTSCHECKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 760 00 Postscheckamt Hannover BANKKONTO Gustav Schmidt- Küster Verlags- Sonderkonto Nr. 83 22 bei der Bank für Wirtschaft und Arbeit AG., Hannover Ihre Zeichen Ihre Nachricht vom Unser Zeichen Tag Ro./v.Gr. 15. Februar 1957 Sehr geehrter Herr Roehl, mit Frau Lemke und der Arbeiter- Wohlfahrt haben wir die Herausgabe eines Erinnerungsbuches an Frau Marie Juchacz abgesprochen. Wie wir erfahren, haben Sie einen großen Packen Material bekommen, das Sie zur Zeit durcharbeiten. Bitte, schreiben Sie uns doch einiges über Ihren Plan- es wird wohl das beste sein, wenn ich Sie bei einem meiner nächsten Aufenthalte in München- ich bin sehr oft dort unten- aufsuchen würde, um mit Ihnen einmal die Angelegenheit durchzusprechen. Mit freundlichen Grüßen Verlag nach J. V. Dietz O.m.b. H Derlin und Hannover, Georgstraße 52 gez. Rosenbach i.A. V. Grünhagen ARBEITERWOHLFAHRT HAUPTAUSSCHUSS E. V. AD Herrn Fritzmichael Roehl München 15 Schubertstr. 4 7. Februar 1957 BONN, den DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 231 84-87 Le/ Kr. Akt.- Zch.: Bitte bei Rückantwort anzugeben Lieber Fritz Roehl! Meine Besprechung mit dem Genossen Schmidt- Küster vom Dietz- Verlag hat erst am 4. Februar stattgefunden. Der Genosse Schmidt- Küster ist grundsätzlich bereit, die Biographie herauszubringen. Er wird seinen Mitarbeiter, den Genossen Rosenbach, beauftragen, sich mit Ihnen zu treffen, um alle Einzelheiten zu besprechen. Wahrscheinlich wird Herr Rosenbach nach München kommen, es ist aber nicht ausgeschlossen, daß Sie auch gebeten werden, nach Hannover zu fahren; ich denke, daß die Dinge nun in Fluß kommen werden. Nach der Besprechung mit Herrn Rosenbach wird es möglich sein, eine erste Kalkulation zu erstellen, die es uns dann erlaubt, die Höhe der von uns zu garantierenden Abnahme festzusetzen und andere Stellen ebenfalls zu einer Abnahmegarantie zu veranlassen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich weiter auf dem Laufenden halten wollten. Mit herzlichen Grüßen Ihre Crotte Cameka Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn, Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112 Postscheck: Köln, Konto- Nr. 130 61 Ideo fondo Imst TI TOH S minuzio Duden E ! Ideofsti del 19 19 BefreV- stota mov staux- bindo aeasoned mob mandored oni retaUX- 5 trio aaone e nebula raude.As Jare 2 98 btw ogniusausted edgeroldib tiered dotista bang ja, Jim Em dole nestused dodnes nebettedisti nento -дiedoardsW nedosiqued us netted feant effe muellert us ne Join rods tal anomenonUM dosa dosdeeoff TTеH briw d -det us revonnaH dosa obrow netede dous eta asb neaзodoaegad reb HosИ mеbrow nommox auf at unentd bab 19 staxe ententea otgöm as briw dadлeaя H tim gaudoorqa neffeta exebas bau neadeausteet emdend A nebnensis . Us eltag .19 V 9 emriend A xente us affstrede -Led nebmetus mob tus rejiew doim ei8 new newer doim ebxüw dol .mot[ Low not endolisted JIM STAT 2 Briefe vom 37/5/46 aus N.Y. mut Mierendorff- Broschüre, NY- MAP, Zeitungsausscent und diesem Artikal Und die Arbeiter- Wohlfahrt? von Marie Juchacz Ich kann jetzt nicht direkt zu Euch, den sozialdemokratischen Frauen und den Mitarbeitern der Arbeiter- Wohlfahrt sprechen, Vielleicht ist mir deshalb aus der Ferne ein Wort gestattet. Und ich weiss, ich sage es nicht fuer mich allein.- Waren wir nicht und sind wir nicht auch heute noch durch eine Gesinnungsgemeinschaft verbunden? Wir glauben um die physische, die geistige, die seelische, die materielle Not zu wissen unter der der groesste Teil des deutschen Volkes, unsere Genossinnen und Genossen, unsere Kinder leiden. Seid gewiss, dass viele hier die ganze Pein mit Euch empfunden haben und sie immer noch fuehlen. Ihr werdet sagen: Es ist ein ander Ding etwas wirklich zu erleben, ertragen zu muessen oder es von aussen her nur anzusehen. Das ist richtig. Darueber gibt es keinen Streit zwischen uns. Aber ich will versuchen, meine unzerreissbare Verbundenheit mit der deutschen Arbeiter- Bewegung zu zeigen, in dem ich zu Euch von den praktischen Dingen des Tages spreche, die im Leben jedes Menschen eine so grosse Rolle spielen. Das ist prosaisch, Aber wissend um die Notwendigkeiten des taeglichen Lebens doch auch richtig und gut. Ich habe zu meiner grossen Freude gelesen, dass neben Partei und Gewerkschaften auch die Arbeiter- Wohlfahrt sich regt. Das zeigt mir, dass eine Idee, hat sie erst einmal Wurzel geschlagen, immer wieder aufsteht und nach Verwirklichung draengt, moegen die Maechte der Unterdrueckung noch so grausam und noch so gruendlich gewesen. sein. Was man hier im Auslande ueber die ersten Schritte der wieder erstandenen Arbeiter- Wohlfahrt hoert, zeigt Anfaenge nach langem erzwungenem Stilliegen. Dass die Organisation nicht tot war, habe ich bis zum Ausbruch des Krieges oefter wahrnehmen koennen, z. B. wenn ich hoerte, dass Frauen aus unseren Reihen, die sich mutig selber aufs Spiel setzten, den Genossen im KZ und ihren Familien halfen. Die Frauen zeigten viel Mut und es waren nicht wenige, die so ihrer Pflicht genuegten. Vielleicht kann ich von hier aus doch ein wenig am Aufbau mithelfen, wenn ich an die Vergangenheit anknuepfe, an eine Vergangenheit, die bei vielen durch das boese Erlebnis und die Not der Gegenwart aus dem Gedaechtnis gedraengt ist, und die naturgemaess von den Juengeren, die heute vor der grossen Aufgabe des Wiederaufbaues stehen, nicht so miterlebt wurde, Es war gegen Ende des Jahres 1919, Die Not- als Folge des verlorenen Krieges war gross. Wir glaubten damals, dass unser Elend, das seelische, moralische und das materielle, in seiner Ausdehnung und Tiefe einzigartig dastehe. Die Arbeiter, ihre Frauen und Kinder litten unter Hunger, Kaelte und Wohnungsnot, unter Mangel an Kleidung -2und Hausrat. Heute wissen wir, dass das damals eine kleine Sache war, gemessen an dem, was das deutsche Volk heute als Folge eines verbrecherisch ueber die ganze Welt heraufbeschworenen Krieges erdulden muss. Damals, 1919, drangen die sozialen Folgen des Krieges und der wirtschaftlichen Entwicklung nach dem Krieg, taeglich mehr in unser Bewusstsein ein, beschaeftigten unser Denken. Wir dachten auch ueber Moeglichkeiten der Selbsthilfe der Arbeiterschaft nach. Das verdichtete sich zu ganz bestimmtem Wollen. Es war gegen Ende des Jahres 1919, als sich eine Anzahl sozialdemokratischer Maenner und Frauen zusammen fanden. Sie berieten darueber, ob es nicht zweckmaessig sei, eine eigene Wohlfahrts- Organisation der Arbeiterschaft zu schaffen, um den leidenden Schichten des Volkes eine wirkliche Vertretung in den zentralen und lokalen Hilfsstellen zu sichern. Wohl hatten das die Vertreter der ArbeiterBewegung immer versucht. Aber bei den entscheidenden Fragen stiessen sie stets auf den Widerstand der Kreise, die ihnen da sagten: Ja, ihr seid Ratgeber, aber die Fachvertretung sind wir, die Ausfuehrung der Beschluesse liegt in unserer Hand. So gruendeten wir am Ende des Jahres 1919 den" Hauptausschuss fuer Arbeiter- Wohlfahrt" und schalteten die Vertretungen der Arbeiterschaft in den grossen Hilfsapparat ein. Zuerst geschah es zentral. Aber unser Appell an die Genossinen und Genossen im Land hatte einen schnellen Erfolg. Die Ortsausschuesse fuer Arbeiter- Wohlfahrt schossen wie Pilze nach einem warmen Sommerregen aus dem Boden, d.h. Bald waren es so viele, aus dem Mutterboden der Arbeiter- Bewegung. dass wir sie bezirksweise und nach Laendern zusammenfassen mussten. " Durch das Vorhandensein einer leitenden zentralen Stelle waren vom Beginn an bei aller Vielfalt der Arbeit bestimmte Richtlinien gueltig, was vielen Genossen im Land den Anfang ihrer Arbeit wesentlich erleichterte. Die junge Arbeiter- Wohlfahrt setzte mit ihrem Wachstum Es zeigte sich und ihrem Arbeitseifer weite Kreise in Erstaunen. bald, wie viel brachliegende Kraft in der organisierten Arbeiterschaft vorhanden war, die durch das Aufkommen einer eigenen Wohlfahrtsorganisation aktiviert wurde. Die jahrzehnte lange Erziehung zu gegenseiHeute, so tiger menschlicher Achtung trug ihre schoensten Fruechte. scheint mir, ist die organisatorische Entwicklung der A.W. umgekehrt; Das ist gut. Ich bin ueberzeugt, dass sie entsteht von unten auf. Das ist gut. die Entwicklung dahingehen wird, die taetigen Kraefte auch zentral zu erfassen, um der Arbeit ein einheitliches Wollen nach bestimmten Grundlinfen zu bilden. Aber erst muesst ihr die Basis schaffen. spaetere Zentralisierung bedeutet nicht eine Schablonisierung der Arbeit, aber ist notwendig zur Durchdringung aller Aktivitaet mit bestimmten sozialistischen Gedanken. Die Damals schlug die neu erstandene A.W, eine Bresche in die geistige Struktur der Wohlfahrtspflege ueberhaupt. Viele alte, in der" Armen -3Pflege- Praxis" vorhandenen gewesenen Vorurteile wurden ausser Kurs gesetzt. Zum ersten Mal fanden moderne Gedanken, von vielen schon. Jahrzehnte vorher gedacht und auch gelehrt, ihre Verfechter in den Parlamenten. In der Praxis sorgten unsere A, W.- Funktionaere dafuer, dass mit der alten, unmodernen Idee, der" Armenpflege" aufgeraeumt wurde. Sie ueberwanden das alte Vorurteil, dass eine Armut, die den Menschen zwingt, Unterstuetzung anzunehmen, ihn moralisch und sozial degradiert. Wir kaempften gemeinsam gegen das grosse Kinderelend als Folge des Krieges, fuer die physische Gesundung der Kinder, gegen Wir versuchten Kindersterblichkeit, gegen moralisches Kinderelend. Wir arbeider sozialen Folgen der Arbeitslosigkeit Herr zu werden. teten gegen Krankheit und haeuslichen Jammer, in dem wir Hilfe von Mensch zu Mensch organisierten.( Nachbarschaftshilfe). Zur gleichen Zeit untersuetzten uns unsere Vertreter in den Parlamenten durch schoepferische Arbeit an dem Zustandekommen eines guten" JugendWohlfahrts- Gesetzes". Und unsere Idee einer gesunden, gesetzlichen Wohlfahrtspflege fand ihren ersten Niederschlag in der" FuersorgePflicht Verordnung". Gewiss nur Verordnung, aber doch eine mit Gesetzeskraft in der vieles von dem neuen Geist einer WohlfahrtsArbeit enthalten war. Nicht nur in den Parlamenten fanden wir Unterstuetzung fuer unsere Pionierarbeit. Viele geistige Arbeiter aus den verschiedensten Gebieten des wissenschaftlichen und sozialen Lebens stellten sich uns zur Verfuegung. Auh das gehoert zu dem Kapitel" Aktivierung brachliegender Kraefte". Diese Genossinnen und Genossen lehrten an unserer Wohlfahrtsschule, in der wir Fuersorger- und Fuersorgerinnen fuer die berufsmaessige Arbeit in der Wohlfahrtspflege ausbildeten. Sie lehrten auch in Kursen, die wir fuer die Allgemein- Ausbildung in der Sie setzten sich in unserer anerWohlfahrtsarbeit veranstalteten. kannt hochwertigen Zeitschrift" Arbeiter- Wohlfahrt" mit dem Problem an sich auseinander und sie lieferten manchen wertvollen Beitrag zur Klaerung der damaligen sozialen Aufgaben. Als die Faschisten ueber das Land kamen und das Volk unterdrueckten, stahlen sie nicht nur die Vermoegen der Arbeiterbewegung und zertruemmerten ihre Organisationen, sie verfaelschten auch die Ideen, die jahrzehntelang lebendig und heilig gehalten worden waren. Und die Organisation der Arbeiter- Wohlfahrt war ein wichtiger Teil dieser Bewegung geworden, sie erlitt das gleiche Schicksal. Und dann stand das ganze Land zwoelf Jahre unter geistigem Albdruck und koerperlichem Terror. Form. -4Wir wussten, was da kommen musste, wenn die Waffen nach der unvermeidlichen Niederlage endlich schweigen wuerden. Wir sahen es kommen, dieses Elend von 1918-19 in seiner so grausig vervielfachten Aber wir horchten auf auf die ersten Zeichen wiedererwachenden Lebens unter den Truemmern. Und wir hofften nicht vergebens. Ich verbeuge mich vor dem grossen Mut und dem eisernen Willen zum Wiederaufbau, dessen Konturen sich heute fuer uns erst im Schatten abzeichnen. Wir wissen, dass Optimismus und Zuversicht dazu gehoert, das Werk zu beginnen und dass es eine riesenhafte Anstrengung sein wird, es weiterzu fuehren, einem guten Ziel entgegen. Koennen wir hier etwas tun, um Euch zu helfen? Sicher, wir koennen es und viele, wenn nicht alle, wollen es. Doch darueber das naechste Mal etwas und mehr. Inzwischen wollen wir schon mit dieser Arbeit beginnen. Fuer heute nur die Versicherung, dass jeder Emigrant, nicht nur in U.S.A., der die boesen Jahre in relativer Sicherheit- wenn auch nicht frei von wirtschaftlichen Sorgen- verbracht hat, die grosse innere Verpflichtung fuehlen wird, den Kameraden in ihrer grossen Not zu helfen. please for Fritz Michael Roehl thanks a lot Sonnabend, den 13. April 1946 Die Arbeiter- Wohlfahrt- ― NEUE VOLKSZEITUNG einst und jetzt Die organisatorische Voraussetzung für die Ausübung praktischer Solidarität Von MARIE JUCHACZ besteht wieder Die Gründerin und langjährige Vorsitzende der deutschen Arbeiterwohlfahrt, frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz hat vor der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft einen Vortrag gehalten, den wir, mit geringen Kürzungen, um seiner Bedeutung willen, nachstehend wiedergeben. Redaktion der" Neuen Volkszeitung." Manchen von uns ist die deutsche Not des ersten Weltkrieges noch in lebendiger Erinnerung. Wir haben sie auch am eigenen Leibe studieren müssen. Sie begann bald nach Ausbruch des Krieges und setzte sich fort durch die Inflationsperiode bis Ende 1923. Auch damals hatte Deutschland in einem unseligen Kriege alles hergegeben, was in seinem Volke an physischer, moralischer und wirtschaftlicher Kraft vorhanden gewesen war. - Wird nicht alles wieder lebendig vor den Augen derer, die das schon einmal erlebten? Ich sehe heute noch die Elendsbilder der Kinder, halbverhungert, mit dünnen Gliedern und dicken Gelenken, die ganz abnorm aussahen, weil die Kinderkörper keine Rundungen hatten. Wir haben sie photographiert schrecklich aber wir mussten es tun, um ihnen und den anderen zu helfen. - Ich will nicht unvergleichbares vergleichen. Aber wir können uns vorstellen, dass es jetzt viel schlimmer ist als damals. Noch eines müssen wir uns ebenfalls vorstellen: Kinder, die bei Ausbruch des Krieges fünf Jahre alt waren, die die ganze Ernährungsnot als Kind miterlebten, waren 1939 ganze 30 Jahre alt. Sie hatten im Kindesalter und nun in der Zeit der Reife die Entbehrungen des Krieges durchzumachen, und nun die Strapazen und die ruchlose Hitlerei dazu, mit KZ und Verfolgungen. Für den zweiten Weltkrieg hatLebensmittelPakete nach ÖSTERREICH Ungarn, Tschechoslovakei und allen anderen zugelassenen Ländern Versand ab Kopenhagen per Flugpost. Garantierte Ankunft. Voll versichert. PAKET NO. 9 für nur 3 lbs. Speck 3 lbs. Salami 1 lb. Butter 1 lb. Zucker und $ 8.25 Malt Syrup 1 lb. Ovomaltine( Cocoa, Egg, Milkpowder) Verlangen Sie Preisliste von STANDARD EXCHANGE CO. 147 East 86. Strasse 1. Stock, Room 6, N.Y.C. ( über Zigarrenladen im 1. Stock) Tel. AT 9-9090 ten Hitler und seine Bande in puncto Ernährung besser vorgesorft. Man hatte erfahren, wie wichtig die Ernährungsfrage für einen Krieg ist. Auch der deutsche Generalstab wusste es. Inzwischen war auch die Konservierungstechnik für Lebensmittel fortgeschritten. Und man wusste, wie man ein ganzes Volk langsam an" weniger Essen" gewöhnen konnte( verschleierte Rationierung durch Verknappung und Kundenlisten). sche und psychiche Aufrüstung, und es war praktisch, sehr, sehr praktisch, und möglich durch eine skrupellose Diktatur. Das war physiEin Brunnen schöpft sich bei zu starker Beanspruchung aus. Für die Berechnungen der Nazis dauerte der Krieg zu lange. Schliesslich wurden sie auch noch aus den ergiebigen Ländern vertrieben. Und die Luftwaffe machte nicht Halt vor den wertvollen Lebensmittelspeichern. Und wenn bis zum Volkssturm alles aufgeboten ist, dann gibt es kaum noch eine Produktion von Lebensmitteln und wichtigen Gebrauchsgütern. nennenswerte In einer Berliner Denkschrift ( sie ist aus ganz zuverlässiger Hand) wird bestätigt, dass durch das Weiterführen des Krieges bis in das Herz Berlins hinein gewaltige Vorräte von Lebensmitteln zerstört wurden. Dazu erschwerten unmittelbar nach dem Niederbruch die katastrophale Zerstörung der Verkehrswege das Heranbringen von Lebensmitteln. Dadurch sei die allgemeine Ernährung noch weiter zurückgegangen. Durch die Beschäftigung der unterernährten, abgemgaerten Frauen mit Wiederherstellung zerstörter Wohnungen, Herstellung der Untergrund- und Strassenbahnen, Aufräumung von ( alStrassen-" Enttrümmerung" les bei ungenügender Ernährung) sei, besonders unter den Frauen, der Gesundheitszustand katastrophal gesunken. Nach der Denkschrift erhalten die nicht in einem Berufe stehenden Personen Hausfrauen( mit zwei Kindern), Arbeitslose, Kranke, Schwache, Machen Sie ein GUTES PAKET! Suchen Sie Butter in tincans? Eipulver in cans, Oel in cans, Fett in cans, und viele andere Nahrungsmittel, welche nötig sind, um ein GUTES PAKET zu machen? WIR HABEN diese Artikel zum Verkauf. Kommen Sie zu uns und suchen Sie die feinsten Lebensmittel für Ihre Pakete aus. 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Augenzeugen sagten, dass die Qualität des Brotes schlecht sei. Um Winterkartoffeln( beim Handel und in Wohnungen) pfleglich zu behandeln, fehlt es an allen Vorbedingungen. Werdende Mütter erhalten je zwei Monate vor und nach der Entbindung 40 g Fleisch und 20 g Fett, dazu einen halten Liter Milch. Sonst erhalten nur die Säuglige( 0-1 Jahr) 4 Liter Milch, die Kleinkinder( 1-6 Jahr) 12 Liter, Kinder von 6-9 Jahr 1 Liter Milch. * Wie man daraus sieht, es wird aber noch einmal betont, fehlte es an kalorienhaltigen Lebensmitteln wie Milch, Fett, Fleich, Zucker, Hülsenfrüchten, Nährmitteln wie Reis, Gries, Haferpräparate, Es fehlt aber auch an vitaminhaltigen Nahrungsmitteln, an Obst und Gemüsen. Man möchte Schulspeisungen machen( diese Klagen kommen aus dem ganzen Reich), es sind aber dafür keine besonderen Mit tel vorhanden. Man müsste den Kindern die Marken dafür abnehmen. Aber die Mütter schreiben den Lehrern ohnehin:" ich kann mein Kind nicht in die Schule schicken, ich kann ihm kein Stück Brot und auch sonst nichts mitgeben". Das ist neben den fehlenden Schuhen die häufigste Klage der Mütter. Das Gewicht der Frauen mittlerer Grösse ist weit unter 50 Kilo gesunken, manche Frauen zwischen 25 und 40 wiegen 30 bis 40 Kilo, zahlreiche Totgeburten sind die Folge. Aehnliches haben wir gehört aus Dortmund und Essen, aus Köln und Düsseldorf, aus Mainz und Frankfurt. Und es sind nicht nur die Grosstädte, in der Provinz ist es vielfach noch schlimmer, sind die Rationen noch kleiner, die Arbeit noch schwerer. Aerzte sprechen von schlimmen Mangelerkrankungen wie Skrofulose, Furunkulose, bösartigen Vereiterungen. Sie hätten, gegenüber normaler Zeit, das zwanzigfache an Kokkenerkrankungen zu behandeln. Oft wäre Verlust von Gliedern zu beklagen. Medikamente und Heilnahrung seien in den Apotheken zusammengeschmolzen wie Schnee an der Sonne. Tröstlich ist es dabei noch, dass nach den Berichten die zuerst gefürchteten Seuchen auf thren Herd beschränkt bleiben konnten, aber die Gefahr war riesengross, auch für die Besatzungen. Aber mit dem Mangel auf pharmazeutischem Gebiet beschäftigt man sich noch immer ernstlich, wie aus Berichten deutlich hervorgeht. In einem Berliner Säuglingsheim( es hat nur 60 Betten) starben in 5 Monaten 13 Kinder allein an tuberkulöser Genickstarre! * Das Elend der Ostflüchtlinge überschattet alles, sagte uns ein Berichterstatter, der es mit eigenen Augen gesehen hat. Eine Genossin aus dem Ruhrgebiet schreibt uns: Wochen- und monatelang unterwegs, notdürftig bekleidet, völlig unterernährt, strömen sie täglich in unser Gebiet, von uns Hilfe und Obdach ersehnend. Die Familien haben sich auf dem Transport zum Teil aufgelöst. Alte Leute und Kinder sind den Strapazen unterlegen. Vor den übrigen Opfern stehen wir oft ratlos da.' Wir lesen: Das muss man gesehen haben, am es zu glauben, Essen, eine Stadt, die 4 Millionen Menschen beherbergte, ist nahezu vollständig viele, viele Quadratmeilen in Trümmern. Dreissig Jahre sollen nach fachmännischer Schätzung nötig sein, um nur die Tümmer wegzuräumen. Aber 365,000 Menschen leben dort, wenn man diese Art der Existenz Leben nennen kann. Kälte und Regen dringen in die Höhlen- Schlupfwinkel. Eine Freundin, die ihre Verwandten dort gesucht und gefunden hat, schreibt:" Essen ist zu 95 Prozent zerstört. Die Menschen wohnen dicht gedrängt und abends strahlt aus jedem Fenster der beschädigten, aber stehen gebliebener Häuser das Licht, jeder Raum ist; eine Unterkunft für viele. Sie hausen auch in Trümmern und Erdlöchern. Ich sah ein Ofenrohr, rauchend aus einem Steinhaufen ragen. Ich stieg immer wieder um den Trümmerhaufen herum, um den Eingang zu finden, ich habe ihn nicht gefunden. Aber aus dem Bericht der Arbeiter Wohlfahrt Essens geht eine so unbeugsame Energie und ein so grosser Wille zum moralischen Wiederaufbau hervor, dass man sich beugen muss vor soviel grosser Menschlichkeit. - - von Alarmierend waren vor wenigen Tagen die Nachrichten aus Hamburg. Diese lebendige Stadt, die nach Augenzeugen einem unbeugsamen Wiederaufbauwillen und von starker moralischer Kraft beseelt war, leidet so grossen Hunger, dass es amtlich zugegeben werden muss, dass sich dort" die ersten Anzeichen von' Starvation' zeigen". Wir wissen, dass die Arbeiter in den staatlichen Maschinenfabriken zusammenbrachen, dass Selbstmorde aus Verzweiflung passierten, dass Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien geplündert wurden, dass die Schaufenster mit Brettern verschalt werden mussten( auf behördliche Anordnung) und dass Männer, Frauen und Jugendliche an den Plünderungen beteiligt waren. Wer denkt nicht an die Drei- Groschen- Oper:" Erst kommt das Fressen und dann die Moral"? Es ist uns bekannt, dass eine Welthungersnot da ist. Präsident Truman hat recht, wenn er meint, dass seine" Emergency"-Konferenz die wichtigste sei, die er während seiner Amtszeit abgehalten habe. Die Vereinigten Staaten werden von der Konferenz, ganz Amerika von den Herren Hoover, Direktor Lehman, dem neuen Direktor der UNNRA, und anderen aufgefordert, Weizen, Fett und andere Dinge einzusparen. Ich hoffe, dass dieser Appell den vollsten Erfolg hat, ich hoffe es für die hungernde Welt und für Deutschland. Niemand aber kann uns verdenken, wenn wir täglich und mit Schmerzen an unsere hungernden Freunde in Deutschland denken und an ihre Kinder. Sie, die unter der Hitler- Zeit so unsäglich gelitten haben, verdienen nicht, dass sie Festigkeit ihrer Gesinnung mit Verzweiflung an der ganzen Menschheit und mit Untergang bezahlen sollen. Wie entstand die ArbeiterWohlfahrt in Deutschland? Die ersten Liebesgabensendungen aus der USA, waren im Jahre 1919 angemeldet. Die Regierung der Republik rief einen beratenden Ausschuss zusammen. Wie sollte man das Erwartete am besten, am wirksamsten, am gerechtesten verteilen? Es waren dort vertreten: die Karitas, die evangelische Kirche, der Städtetag, der LandesLandgemeindetag, die regierungen, Vertreter verschiedner Reichsämter. In welcher Eigenschaft war ich eigentlich da? Man wollte wohl in einer breiten Basis den demokratischen Charakter zum Ausdruck bringen, so war ich als Einzelpersönlichkeit geladen. Unter den Regierungsmännern waren auch Sozialdemokraten. Ich wusste nicht, ob es die erste Versammlung dieser Art sei. Wir sollten uns nur äussern über die Art der Verteilung. Die Vertreter der Kirchen plädierten für Verteilung durch die privaten( kirchlichen) Wohlfahrtsorganisationen. Ich sprach für die Verteilung durch die Gemeinden, die, so schien mir, am besten in der Lage sein würden, jeden Bedürftigen zu erfassen. Ich bekam aber nur von ganz wenigen Beamten etwas Beistand. Andere, die ebenfalls, wie sie sagten, die Verteilung durch die kirchlichen Organisationen nicht gern sahen, machten mich( privat) auf die Rückständigkeit der alten Armenpflege aufmerksam. Dann, als ich den Sieg für die private Wohlfahrtspflege kommen sah, erhob ich für die von mir vertretene Kategorie ( die organisierte Arbeiterschaft) ebenfalls Anspruch. Dieser Anspruch wurde von den kirchlichen Vertretern sehr heftig bestritten. Man dürfe die politischen Parteien nicht mit einer solchen Aufgabe belasten. Uebrigens, was der Sozialdemokratie recht sei, sei allen anderen Parteien billig, das ginge dann ins Uferlose, das könne ich unmöglich wollen. Ich erklärte den Herren, sie seien im Irrtum, die Arbeiterschaft hätte in ihrer Mitte wohl einer Organisation kamerad-. schaftlicher Hilfe, es käme nur darauf an, diese Organisation mit einer solchen Aufgabe zu betrauen. Ich würde ihnen in ganz kurzer Zeit diese Tatsache beweisen. Jetzt stand das Schwerste bevor. Ich musste die massgebenden Instanzen gewinnen, dann eine Anzahl Persönlichkeiten, die in der Durchführung mit mir gehen sollten. Nach der Bildung der Spitze musste die Organisation in der breiten Arbeiterbewegung geschaffen werden. Es gab vorübergehend Fehlschläge. Der Ausschuss für Arbeiter- Wohlfahrt war angemeldet, aber meine Helfer und ich hatten immer noch damit zu tun, die Genossen mit der Idee vertraut zu machen. Wir haben mehr geschafft, als wir damals glaubten. Die Zeit, in der es sich nur um die Verteilung von Kleidern und Lebensmitteln handelte, ging vorüber, die AW aber blieb und erfüllte Aufgaben, die die Zeit ihr stellte. Sie veranstaltete Kurse zur Ausblidung von Fürsorgepersonal, gründete später eine Schule, durch die die Teilnehmer staatlich anerkannte Fürsorger wurden. Sie gab eine hoch wertige Zeitschrift" Die ArbeiterWohlfahrt" heraus. Sie richtete England ohne Europa " Und siehe da, es war sehr schlecht" Von Dr. HANS von HENTIG, Gold Hill, Colorado In einem schottischen Märchen:" Das Mädchen und der tote Mann", ziehen drei Töchter aus, das Glück zu suchen. Sie werden von der Mutter gefragt, ob sie ein grosses Stück Kuchen mit ihrem Fluche oder ein kleines mit ihrem Segen haben wollen. Nur die Jüngste will den kleinen Bissen und den Segen haben, und sie ist es, der alles gut gelingt. Aber das ist der romantische Realismus vergangener märchenhafter Zeiten. Nur in der Politik sehen wir bisweilen, dass sich ein Land für ein kleines Stück Kuchen mit einem dicken Fluche darauf entscheidet. Was früher Fluch war, nennen wir heute Konsequenzen. England hat viele kontinentale Feinde gehabt: Frankreich durch viele Jahrhunderte, Spanien, Holland, schliesslich Deutschland. Nach den Napoleonischen Kriegen drang russischer Einfluss in Westeuropa und im Mittelmeer vor; er wurde im Krimkrieg gebrochen. Dem Ausdehnungsdrang des Zarismus am Pazifik gebot ein Verbündeter, Japan, Einhalt. Niemals brauchte das reiche und seegewaltige Inselreich einen kontinentalen Gegner allein anzunehmen. Es konnte unter dem halben Dutzend europäischer Grossmächte den Feind seiner Feinde auswählen. Friedens, die grösser sind als die Drohungen des Krieges. England erkannte zum ersten Male in den Jahren 1914-1916, dass europäische Helfer und das Empire zum Siege nicht ausreichten. Erst ging Japan, dann gingen die Vereinigten Staaten ins Feuer. Es war Englands letzter grosser Sieg, obschon bereits Wilsons Flottenprogramm an den britischen Nerven zerrte. Wichtig war die Erledigung des deutschen Konkurrenten auf dem Weltmarkt und zur See; viel wichtiger war die Liquidierung des politischen Wettbewerbers Russland. Russlands Zerfall schien kurzsichtigen Politikern die Zerstückelung der Donaumonarchie, eines alten Verbündeten, auszugleichen. Am Indus und in Nordchina hielt Japan über den englischen Interessen Wache. Die Vereinigten Staaten zogen sich In die westliche Hemisphäre zurück. Die Schwächung Europas schien England nicht zu berühren. Nur Toren werden diese Politik tadeln wollen. Die grosse Seemacht konnte gar nicht anders handeln. Diese Zwangsläufigkeit verkannt zu haben, war Wenn heute denkende Engländer schwere Fehler der deutschen der die Weltlage, kühl und offen, Staatsmänner in den Jahren, die betrachten, so kann sich auch der dem ersten Weltkrieg vorangin- Optimistischste schwerer Gedangen. Briand hat im Jahre 1916 ken nicht erwehren. Es ist richder Verwunderung Ausdruck ge- tig, dass die grösste See- und geben, dass Deutschland die Tor- Luftmacht der Erde, die Verheit des Krieges begangen habe. einigten Staaten, hinter der äusOhne Krieg, meinte er, hätte es seren Existenz Englands steht. in 20 Jahren friedlich die Welt Aber ein starker Freund ist starerobert. Es gibt Gefahren des ke Abhängigkeit. Wenn England Frankreich im Krimkrieg und im ersten Weltkrieg verwandte, so bestanden zwischen den beiden Ländern gewisse fundamentale europäische Interessen. Eine Mehrzahl intakter Grossmächte bot damals Auswechselbarkeit und die Möglichkeit von hilfreichen Neukombinationen. Alles das hat die Zermalmung Europas zu Ende gebracht. Noch hat England den mächtigen Rückhalt eines anderen Kontinents; aber es ist eine andere Hemisphäre mit anderen Absichten und Zielen, und es ist unausbleiblich, dass die zwangsweise politische Monogamie, die mit der neuen Weltlage verbunden ist, Opfer verlangt, Freiheit und Selbständigkeit einengt. Bei weiser Nachgiebigkeit wird es eine glückliche Ehe sein. Es ist begreiflich, dass Erkenntnisse dieser Art langsam dämmern und dass die Versuche einer Korrektur unsicher und tastend sind. Von arglosen Marschällen ist keine tiefere Einsicht und keine Aenderung zu erwarten. Die britischen Staatsmänner aber, gegenwärtige und zukünftige, werden Europa als Voraussetzung britischer Unabhängigkeit entdecken, ehe das neue serbische Pulverfass platzt, ehe Norditalien die Brücke nach Spanien bildet und die Kontinentalsperre, politisch wie wirtschaftlich, fertig ist. Um Triest stehen ein Dutzend Divisionen, ausgerüstet mit Lend- Lease- Material, den Westmächten gegenüber. Will England das Dynamit eines chaotisch zerrütteten Europas als Lend- Lease dazugeben, oder hat das Land, das Pitt und Palmerston erzeugte, ein europäisches, ein englisches Programni? ser Heime ein, schaffte andere Einrichtungen, zentral und lokal. In den Ortsgruppen war ein reges Leben. Nähstuben, Kochkurse, theoretische Kurse, Erholungseinrichtungen für Kinder und für Mütter wurden betrieben. In der Tat löste das Vorhandensein dieOrganisation viele Kräfte aus. Aus den nicht richtig in der Organisation beschäftigten( be-sonders Frauen) wurden begeisterte Helfer, die den Sinn der Organisation( auch der Arbeiterdadurch bewegung) erfassten, dass sie ein Tätigkeitsgebiet gefunden hatten. Wir haben die Gesetzgebung stark beeinflusst. Das Jugendwohlfahrtsgesetz, die Fürsorgepflichtverordnung, das Gezur Bekämpfung der GeAusschlechtskrankheiten, die führungsgesetze in den meisten Ländern zeugten davon. Wenn in der Republik ein modernes Jugendwohlfahrtgesetz geschaffen wurde, wenn pflege in eine moderne Wohlfahrtspflege verwandelt wurde, wenn mit einem Wust von alten Vorurteilen aufgeräumt wurde, dann hat die Arbeiter- Wohlfahrt, ihr Freund und Förderer einen starken Anteil daran. setz die alte ArmenUnd heute steht die ArbeiterWohlfahrt in Deutschland wieder. da! Damals entstand sie ziemlich plötzlich von oben nach unten. Heute wächst sie organisch von unten nach oben. In beiden Fällen folgte sie der äusseren und inneren Notwendigkeilt. unsere Und wir hier in diesem Lande folgen der Treue für Freunde und Genossen drüben. Für uns ist es selbstverständliche Pflicht, unser Teil aus dem Ueberfluss des Landes, in dem wir Gastfreundschaft geniessen, zu geben. Wir wollen es geben aus eigenen Mitteln, soweit das nur möglich ist. Aber auch mit der Hilfe derer, die uns verstehen und die deshalb mit uns geben wollen, damit ein modernes Deutschland der Demokratie und des Sozialismus werden kann und der Friede der Welt auch von diesem Punkt her gefördert wird! Beiträge, Zusendungen, Spen3 den, Schecks usw. werden an die Adresse:" Arbeiter Wohlfahrt New York, P. O. Box 50, Station K., New York 28, N. Y." erbeten. Indien: Hunger, Aufstand In der halben Welt herrscht heute Hunger, und es werden verschiedene Anstrengungen gemacht, ihn zu bekämpfen. Auch Indien gehört zu den Ländern, in denen gehungert wird, heute wieder wie schon so oft, Jawaharlal Nehru hat sich zu dieser Lage geäussert und erklärt, dass das indische Volk den Hunger nicht dulden werde. Wenn das Problem so einfach zu lösen wäre, müssten bald alle Menschen der Erde satt werden, denn niemand würde den Hunger dulden. Die Nehrusche Intoleranz sieht so aus, dass das Volk sich gegen die Regierung erheben soll. Auf diese Weise würde es wahrscheinlich einige Hungernde weniger geben, aber der Hunger selber bestünde weiter. Denn auch England hungert heute. HANSEATIC TRAVEL & SHIPPING AGENCY 164 OST 86. STR., N.Y. 28 AT 9-5220 Bürostd.: 10 vorm. bis 6 abds. STEUERN PHOTOSTATS BÜRGER- PAPIERE NOTARIAT American Express- Geldüberweisung Cable oder Check durch uns SORGFÄLTIG. Spezial: LIEBESGABEN- PAKETE VERSAND AUS DÄNEMARK nach ÖSTERREICH " HANSEAT" No. 05.$ 11.75 DOPPEL- PAKET$ 23.00 enthaltend: 0 Nette 1 lb. 14 oz. Steak( tinned) 1 lb. Butter in Dose 1 lb. 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Y.- Tel.: REgent 4-7771-7772 ARNOLD SCHROEDER, President ERNST CONRADT, Treasurer Die" Neue Volkszeitung" kostet: per Einzelnummer ...... 10 Cents per Jahr für die Vereinigten Staaten.....$ 3.00 ( halbjährlich$ 1.50; vierteljährlich 75 Cents) per Jahr für Canada $ 3.50 per Jahr für das übrige Ausland..........$ 4.50 Für den Inseratenteil ist die Redaktion uicht verantwortlich. Briefe und Geldsendungen( Geschäftsleitung und Redaktion) bitte zu adressieren " NEUE VOLKSZEITUNG" P. O. Box 50, Station" K", New York 28, N. Y. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr. Rücksendungen derartiger Zuschriften kann nur erfolgen, wenn genügendes Rückporto beigefügt worden ist. 119 BÜRO- STUNDEN: MONTAGS bis FREITAGS von 9 bis 5 Uhr. Dass in Europa Millionen Menschen vor der Gefahr des Hungertodes stehen, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, dass trotz dieses Zustands gewaltige Massen von Lebensmitteln einfach verfaulen, weil es an einer Organisation fehlt, die sie annimmt und weitergibt. Es handelt sich um Dänemark. In der dänischen Presse werden jetzt darüber abenteuerliche Dinge erzählt. Danach hat Dänemark Fische im Wert von mehr als zwei Millionen Dollar und Fleisch von zehntausend Pferden zur Verfügung gestellt. Es hat sich auch bereit erklärt, mit eigenen Waggons die Lebensmittel bis nach Süddeutschland zu transportieren. Der Plan scheiterte aber an dem Umstand, dass keine Stelle zu finden war, die bereit gewesen wäre, jene Vorräte, sei es auch gratis, anzunehmen. Während nach einer solchen Stelle gesucht wurde, verfaulten die Fische, so dass sie nur noch zu Dünger zu verwenden waren. Was Verteidigung oder Propaganda? aus dem Pferdefleisch geworden ist, wissen wir nicht; das sich auszumalen, müssen wir der Phantasie der Leser überlassen. Der Wert der gesamten Lebensmittel, die bei dieser steckengebliebenen Hilfsaktion zugrunde gegangen sind, wird in der dänischen Presse auf vier Millionen Dollar geschätzt. Eine bescheidene Bemerkung sei dazu gestattet: Gäbe es in Deutschland statt einer russisch amerikanisch- englisch- französischen Militärregierung eine deutsche Zivilregierung, so wären die Fische und das Fleisch höchstwahrscheinlich sehr schnell nach Deutschland importiert und frisch gegessen worden. Der Chef der amerikanischen Staatsanwaltschaft bei Nürnberger Prozess, Bundesrichter Robert Jackson, hat beim Gericht gegen den groben Unfug protestiert, den sich die Verteidigung der Angeklagten erlaubt. Niemand wünscht, dass es der Verteidigung unmöglich gemacht wird, ihre Klienten zu vertreten, aber da diese Angeklagten ganz bestimmter Verbrechen beschuldigt werden und die Anklagevertreter ihre Anklage mit Tausenden von Dokumenten belegt haben, so wäre es die Aufgabe der Verteidigung, entweder die Dokumente und die sonstigen Beweise zu widerlegen, wenn sie das kann, oder die Verteidigung auf den persönlichen Anteil der einzelnen Angeklagten abzustellen. Statt dessen bringt die Verteidigung ganze Propagandabroschüren an, die sie als" Dokumente" dem Gericht vorlegt und die auf Kosten des Gerichts in vier Sprachen übersetzt bange Sorge so manches suchenden Vaters, und vervielfältigt werden. Robert Jackson hat mit Recht erklärt, er wehre sich dagegen, dass das Gericht die antisemitischen Hetzschriften, die z. B. der Verteidiger Alfred Rosenbergs als" Beweismaterial" vorgelegt hat, in Druck gibt und sich so zu einer Presseagentur für Nazi- Propaganda herabwürdigt. Das Gericht beschloss, in Zukunft alle solche von der Verteidigung vorgelegten " Dokumente" erst zu prüfen, ehe sie übersetzt und gedruckt werden. Sie werden schon wieder frech Nach der überaus gut besuchten Versammlung, die die Ortsgruppe Chicago des " German American Congress for Democracy" mit Gerhart H. Seger als Redner am 8. März abgehalten hatte, erhielt die" Freisinnige Gemeinde" in Chicago einen endlosen, in den unflätigsten Beschimpfungen sich ergehenden Brief eines Herrn Rudolf Viehweg. Der Mann tobt sich in einem wahren Paroxysmus des Hasses aus:" Seger ist ein Haderlump ersten Ranges"," eine der elendesten Kreaturen, die sich hier auf unserem Planeten bewegen";" ein grösseres Scheusal in Menschengestalt habe ich noch nie gesehen, wie meinen Landsmann Seger", und so geht das weiter. Dieser Brief, auf den zu antworten sich natürlich nicht lohnt, denn wer schimpft, hat Unrecht, würde hier nicht einmal erwähnt werden, wenn nicht der Name Viehweg woanders aufgetaucht wäre. Eines der vom Emil Leicht- Verlag der " National Weeklies" in Winona, Minnesota, herausgegebenen Wochenblätter, der" America Herold", enthält in seiner Ausgabe vom 3. April 1946 einen gross aufgemachten Artikel unter der Ueberschrift" Schweigt doch!" von demselben Herrn Rudolf Viehweg, in dem er sich in ähnlichen Beschimpfungen, wenn auch aus Gründen vorsichtiger Tapferkeit nicht ganz so krass, gegen zahlreiche Politiker der Vereinigten Staaten austobt. Die Nazis werden schon wieder frech. Während des Krieges mussten sie sich still verhalten, wenn sie nicht interniert werden wollten, aber nachdem der Krieg vorbei ist, kommen sie aus ihren Schlupfwinkeln wieder hervor. Hoffentlich finden sich im Mittelwesten einige aufrechte, demokratisch gesinnte Deutschamerikaner, die dem Verlag dieser Zeitung klar machen, dass die Zeiten der Nazi- Propaganda vorbei sind! Der erste Schritt Viele Offiziere und Beamte der Okkupationsbehörden in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands haben gelernt, sich auf erprobte Sozialdemokraten zu verlassen, wenn es sich um die Beurteilung politischer Vorgänge, Tendenzen und Massnahmen handelt. Aber in der abgelaufenen Woche wurde bekannt, dass der erste Schritt für eine wirklich repräsentative Verbindung zwischen Siegern und Besiegten getan wird: der leitende Funktionär der deutschen Sozialdemokratie in den drei westlichen Zonen, Dr. Kurt Schuhmacher, ist vom englischen Premierminister Clement Attlee nach London eingeladen worden, um die Situation in Deutschland zu besprechen. Der Führer der grössten Arbeiterpartei des Siegerlandes und der Führer der grössten Arbeiterpartei des besiegten Landes kommen zusammen, beide internationale Sozialisten, beide Bürger ihres Landes im besten Sinne des Wortes, und wollen versuchen, einen Weg der Zusammenarbeit im Interesse eines vernünftigen Friedens zu finden. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese erste Unterredung nicht alle optimistischen Erwartungen erfüllen kann; dazu sind die Probleme zu zahlreich und zu schwierig. Aber die politische Bedeutung dieses ersten Schrittes kann garnicht hoch genug eingeschätzt werden. Wenn der englische Premierminister den leitenden Beauftragten einer politischen Partei des besiegten Deutschland zu sich einlädt, so ist das eine Geste des beginnenden Friedens, mit dem sich Attlee selbst ebenso ehrt, wie sie ein schwer verdienter persönlicher Erfolg für unseren Freund Kurt Schumacher ist, der die Treue seiner politischen Ueberzeugung im Feuer einer zehnjährigen Konzentrationslagerhaft bewiesen hat. Unnötig zu sagen, dass ihn unsere besten Wünsche begleiten! Wie' ordentlich'! Wie' human'! In bayerischen Zeitungen erzählt eine Rote Kreuz- Schwester: " Als Frau und Mutter habe ich mich in die so mancher umherirrenden Mutter hineinversetzen können. Kam da eine Mutter, eine Schlesierin, die ihre fünf Kinder auf der Flucht verloren hatte. Monatelang reiste sie umher, in der amerikanischen und englischen Zone, fand auch ihre Kinder, alle fünf, aber alle an verschiedenen Orten. Solche und ähnliche Fälle, die ich zu Hunderten anführen könnte, bewogen uns, eine eigene" Kinderkartei" zu schaffen, die sowohl die gesuchten wie die suchenden Kinder unter 10 Jahren zusammenfasst. Nicht selten erlebten wir Fälle, dass 10- und 12jährige Jungen wochenlang unterwegs waren, in allen möglichen Lagern und Sammelstellen nachfragten, um ihre Eltern zu finden. " So haben wir bereits 5000Karten von Kindern, die ihre Eltern suchen und 3500 weiteren Kindern, die von ihren Eltern gesucht werden. Schwer ist die Suche besonders dann, wenn die Namen der Kinder nicht bekannt sind. So brachten die Amerikaner aus der Gegend von Marienbad vor kurzem 120 Kinder sudetendeutscher Flüchtlinge, die sie auf Strassen und Bahnhöfen aufgelesen hatten. Sie waren sämtlich unter vier Jahren und wussten nicht einmal mehr ihre Vornamen." Amerika pro- kommunistisch? Aus Frankfurt a. M. hört man folgende seltsame Kunde: Einer der schlimmsten politischen Fehler, den die amerikanische Presseverwaltung im Okkupationsgebiet begangen hat, ist die Einrichtung der" Frankfurter Rundschau", der einzigen Zeitung für Frankfurt a. M. und Umgebung. Die vier Lizenz- Inhaber dieser Zeitung sind sämtlich bedenkliche Gestalten. Drei sind Kommunisten, der vierte, ein gewisser Herr Gerst, versucht sich als Katholik auszugeben, ist aber in Wahrheit auch ein " Fellow Traveler". Im übrigen hat er auch einen Haufen Nazi- Dreck am Stecken. Die beiden bisher dort tätig gewesenen sozialdemokratischen Redakteure haben nach längeren inneren Auseinandersetzungen dort nistische Agitation des Redaktionsstabes ihren Posten niedergelegt, da sie die kommunicht länger mit ihrem Namen decken wollen. kappte Moskau- Publikation unter offizieller Diese" Frankfurter Rundschau", eine veramerikanischer Lizenz, ist also nichts anderes als eine anti- amerikanische Publikation. Das ganze ist eine schwere Schädigung des amerikanischen Prestiges. Es wird in Frankfurt als ein schlimmer Skandal empfunden. In Frankfurt mag es vielleicht 5 Prozent deutscher Kommunisten geben. Die anderen 95 Prozent der Bevölkerung teilen die Haltung der Zeitung nicht. Sie können sich nicht erklären, wie so etwas möglich ist. Die Aufsichtsbehörden sind informiert worden. Bisher aber sind sie noch nicht in der erforderlichen Weise eingeschritten. Ueber diesen Unfug hat neulich sogar eine lange Debatte in einer öffentlichen Sitzung des Frankfurter Stadtrats stattgefunden. Offenbar hat die amerikanische Presse- Aufsichtsbehörde jetzt nur noch Angst davor, ihre eigene Blamage einzugestehen und zugeben zu müssen, dass sie sich von den Kommunisten hat reinlegen lassen. Es wird jetzt in der Tat höchste Zeit, dass sich die verantwortlichen Stellen in Washington einmal um diese Sache kümmern. Oder will man in Washington aus Dummheit noch für die Sache Moskaus Propaganda treiben? Internationale Harmonie Die" Schweizerische Sänger- Zeitung" vom 25. Februar d. J. brachte auf der vierten Seite die Mitteilung, Genosse Formanek- Prag habe im Namen des dortigen tschechischen Buchdrucker- Männerchors" Typographia" angefragt, ob der Chor am Schweizerischen Arbeiter- Sängerfest 1948 teilnehmen könnte. Unabhängig davon findet man auf der ersten Seite einen anderen Bericht. Er beschäftigt sich mit dem Schicksal des früheren Präsidenten der Internationale der Arbeitersänger, des Genossen Wondrejz. Dieser wohnt in Bodenbach. Was ist mit ihm? Er erwartet jetzt seine Ausweisung aus der Tschechoslowakei. Denn Wondrejz ist, trotz seines slawisch klingenden Namens, ein sozialdemokratischer Sudetendeutscher. NEUE VOLKSZEITUNG Ein Fels im Meer Sonnabend, den 13. April 1946 Berlins Sozialdemokratie bleibt den alten Idealen treu. Scharfe Resolutionen gegen die kommunistische Gleichschaltungs- Politik. Von RUDOLF KATZ New York, 9. April 1946. - Grotewohl, Fechner und Liedtke ihrer Berliner Parteifunktionen enthoben Programms wurde angenommen, das sich unter anderem für demokratische Schulreform, ländliches Siedlungswesen, zweckmässige Aufteilung des Grossgrundbesitzes, Sozialisierung der Banken und des Bauwesens ausspricht. Die politische Entwicklung im russisch- besetzten Deutschland und in Berlin nimmt seinen Fortgang in der zu erwartenden Weise. In allen Provinzgebieten dort üben jetzt die neuen deutschen kommunistischen Quislinge die höchste und unumschränkte Macht aus. Sie sind damit befasst, gestützt auf die russischen Bajonette, die Befehle Moskaus in Bezug auf die NeuOrganisierung des politischen Lebens in der deutschen Ostzone durchzuführen Die Moskauer Befehle laufen bekanntlich darauf hinaus, in Deutschland die" russische Demokratie", das heisst ein dem russischen ähnliches politisches System einzurichten. Als Kernstück bei dieser Operation hat die bis zum 1. Mai zu errichtende" Sozialistische Einheitspartei" zu dienen. Dieses Fusionsgebilde, auf Kommando von oben aus den jetzigen Kommunistischen und Sozialdemokratischen Parteien der Zone zusammengeschmolzen, wird selbstverständlich in Zukunft unter kommunistischem Kommando stehen. Die dort vertretenen deutschen Kommunisten wiederum sind ebenso selbstverständlich nur Befehlsempfänger Moskaus. Die neue" Einheitspartei" kann naturgemäss nicht das sein, was man im Westen unter einer freien politischen Partei versteht. Sie wird vielmehr etwas ganz anderes, sie wird eine von Moskau gelenkte" Staatspartei" werden. Im totalen Staat ist bekanntlich die Funktion der" Partei" der Monopolpartei wesensmässig völlig verschieden von der innerhalb einer Demokratie. Dort ist sie eines der Organe der Tyrannei. Dort dient sie dem bestimmten Zweck, eme gewisse Massenbasis für die Diktatur abzugeben. Das, und nichts anders war auch die Funktion der Nazipartei im Hitlerreich( die Hitler ja auch erst dem Moskauer System abgeguckt hatte) und das ist die Funktion der kommunistischen Partei in Russland noch heute. In der Osthälfte Deutschlands wird sich also vermittels dieses Schemas die eiserne Fessel des totalen Staates bald wieder über das gesamte öffentliche Leben legen. Die Anhänger der Demokratie, der Opposition, werden zum Verstummen gebracht. Sie haben nicht einmal die Möglichkeit mehr, sich zu äussern. Wer nicht bereit ist, mitzumachen, kann nur noch schweigen. Nach der Westhälfte Deutschlands zu emigrieähnlich wie nach 1933 wird nur noch wenigen möglich sein. So vollzieht sich jetzt in Deutschland Osthälfte ein trübseliger Prozess, die Aufeinanderfolge zweier Diktaturen. Der Sowjetstern tritt an die Stelle des Hakenkreuzes die eine Diktaren - tur und der eine totale Staat wird durch eine ähnliche Diktatur und einen ähnlichen totalen Staat abgelöst. * Anders in der Stadt Berlin. In der Reichshauptstadt ist, dank der Besetzung auch durch die drei Westmachte, zu drei Vierteln wenigstens, die Einführung einer derartigen Regelung durch die Sowjetgewalt nicht möglich. Berlin ist eine Insel im Sowjetmeer. Dort ist daher, nach wie vor, die Möglichkeit von demokratischen Prozeduren im politischen Leben gegeben. In den amerikanisch-, britisch- und französisch- besetzten Zonen der Stadt Berlin kann sich die kommunistische Totalgewalt nicht ungehemmt entfalten. Dort können sich die Bürger durch ihre demokratischen Parteien relativ frei äussern. Das haben sie jetzt auch getan. Von diesem Beispiel kann man auch Rückschlüsse darauf ziehen, wie sich das deutsche Volk vermutlich in der ganzen Ostzone äussern würde wenn man ihm dort freie demokratische Meinungsäusserung gestatten würde. In Berlin ist am 7. April eine Parteikonferenz der Sozialdemokratischen Vereinigung der Stadt Berlin-nur dieser zusammengetreten. Achtzehn Bezirke von den zwanzig waren vertreten; nur zwei Distrikte, die zur ruspublik. Er führte aus, wie es um jene" Demokratie" bestellt sei, die man von den Führern der Kommunistischen Partei zu erwarten hätte. Diese jetzt von Russland zurückbeorderten deutschen Kommunisten hätten doch die letzten zwölf Jahre in Moskau verbracht. Was sie dort getan hätten, sei nicht ganz klar. Aber eines sei klar. Dass sie dort nicht die geringste Möglichkeit gehabt, sich mit dem Studium demokratischer Staatseinrichtungen mit neuem demokratischén Denken zu befassen. und Nachdem sie jetzt wieder in Deutschland aufgetaucht seien, hofften sie, mit ihrer hemmungslosen Demagogie nun die Volksmassen zu ihrer Diktatur- Anbetung hinüberreissen zu können. Aber die ersten freien Wahlen, wie sie jetzt in Hessen, in Bayern und auch in Oesterreich das für sie katastrophale Ergebnis von 3 bis 4 Prozent kommunistischer Stimmen ergaben, hätten das gerade Gegenteil ihrer Theorie erwiesen. So hätten sie sich jetzt entschlossen, den Weg des Zwanges und der Gewalt zu gehen. - Aber die Berliner Sozialdemokratie werde nun einmal nicht durch diese Gestalten repräsentiert und auch nicht durch jene wenigen Sozialdemokratischen Führer, die sich jetzt in deren Schlepptau hätten nehmen lassen und mit ihnen gemeinsame Sache machten. Die Berliner Soialdemokratie werde vielmehr ausschliessdurch diese ordnungsgemäss gewählte Delegierten- Versammlung repräsentiert, die jetzt autonom ihre Beschlüsse zu fassen habe. * Wie die Berliner Sozialdemokratie nun wirklich politisch denkt, und was sie von den mit den Kommunisten jetzt gemeinsame von Sache machenden Grotewohl und Konsorten hält denen übrigens keiner in der Versammlung erschienen war erweisen ihre dann mit überwältigender Mehrheit, 464 gegen 1, gefassten Beschlüsse. Sie lauten: Erstens: Neuwahl des dreiköpfigen Vorstands der S.P.D. der Stadt Berlin. Gewählt wurden: Dr. Franz Neumann, zur Zeit Bezirks- Bürgermeister von Reinickendorf, Karl Germer( der kürzlich als Fusions- Gegner von der Grotewohl- Gruppe aus dem Zentral Vorstand rechtswidrig ausgeschlossen war) und Kurt Swolinsky. Zweitens: Die drei Parteimitglieder Otto Grotewohl, Max Fechner und Karl Liedke werden all ihrer Berliner Partei- Aemter enthoben.( Dies sind die drei Haupttreiber der" Fusion" im sogenannten" Zentralkomitee" der S.P.D., das bekanntlich bisher nicht etwa von der Mitgliedschaft gewählt ist, sondern sich selbst konstituiert hat. Es ist daher nicht zu erwarten, dass diese drei dort zurücktreten werden. Man darf vielmehr annehmen, dass sie, gestützt auf die rusrussische Okkupationsmacht und auf die Kommunisten, ihre" Fusions"-Pläne in der übrigen Ostzone ausserhalb Berlins konsequent fortführen werden.). " Das Drittens: Das alte Zentralorgan der Partei, der" Vorwärts", soll wieder zum Erscheinen gebracht werden.( Das jetzige angeblich" sozialdemokratische" Berliner Partei- Organ Volk" steht ausschliesslich unter der Kontrolle der Fusionisten und ist pro- kommunistisch; die Stimme der überwiegenden Mehrheit wird dort nicht zugelassen; es wird in der russischen Zone redigiert und gedruckt.) Viertens: Eine Reihe von Punkten eines grösseren politischen Soweit diese bedeutungsvolle Tagung der Berliner Sozialdemokratie. Sie legt ein weithin sichtbares Zeugnis dafür ab, dass der alte Geist der deutschen Sozialdemokratie dort, wo man der Demokratie eine Lebenschance gibt, stark und ungebrochen geblieben ist. Aber das politische Schicksal Deutschlands liegt heute nicht so sehr in den Händen des deutschen Volkes. Es liegt in erster Linie in den Händen der Besatzungsmächte. Was man in dieser Beziehung von der Moskauer Diktatur zu erwarten hat, zeigt das heutige Schicksal der Ostzone. Soll das so weitergehen? Die einzigen Hoffnungen für ein künftiges demokratisches Deutschland sind auf einen künftigen Wandel der Politik Englands und Denn Amerikas gestützt. von Frankreich, selbst schwer gelähmt, uneinig und schwach, das heute kurzsichtig und hypnotisiert auf nichts anderes als auf die Abtrennung von Rhein und Ruhr zu blicken vermag, ist für die nächste Zeit kaum eine positive Aktion zu erwarten. Wenn aber England und Amerika sich nicht bald zu einer energischeren, konstruktiveren und intelligenteren DeutschlandPolitik aufraffen, so sieht es um die Zukunft Mittel- Europas trübe aus. Die Deklaration von Potsdam besagt im Artikel III, dass das besetzte Deutschland so verwaltet werden solle, dass durch die Okkupation seine Rückwandlung in einen friedlichen und demokratischen Staat möglich werde; dass die deutsche Bevölkerung nach einheitlichen Prinzipien behandelt werden, dass bis zum Wiedererstehen einer deutschen Regierung der Interalliierte Kontrollrat in sämtlichen Zonen einheitlich und nach gemeinschaftlichen Grundsätzen die Regierungskontrolle ausüben solle. Das alles ist bisher zum grössten Teil unerfüllt geblieben. England und Amerika hätten im eigenen Interesse alle Ursache, darauf zu bestehen, dass diese Bestimmungen auch Anwendung finden. Geschieht das nicht, so muss der Prozess des Absinkens und des Verrotten- LasDeutschlands seinen sens verhängnisvollen Fortgang nehmen. Von einem verrotteten Deutschland aus werden sich im Laufe der Zeit, wie unschwer vorauszusehen, Infektionskeime über ganz Europa verbreiten. Videant consules Der geplatzte Koffer Aus Frankreich kommt eine interessante Mitteilung, die vielleicht einen Schlüssel dafür liefert, woher die kommunistischen Parteien der Welt, ausserhalb der Einflussphäre der Sowjets, laufend ihre so reichlich vorhandene finanzielle Munition beziehen. Man hat festgestellt, dass auf dem Flugplatz in Le Bourget bei Paris seit einiger Zeit ständig mit russischen Flugzeugen aus Berlin grössere Sendungen von Gold und ausländischen Banknoten eintreffen, von russischen Emissären gebracht. Die betreffenden russischen Beamten reisen auf Diplomaten- Pässen, geniessen also für sich und für ihr gesamtes Gepäck das Privileg der Freiheit vor Zollkontrollen. Nur durch Zufall als einer der Be1 - hälter platzte wurde festgestellt, dass er Gold und Banknoten enthielt. Wie die französische Regierung verlauten lässt, ist es ausgeschlossen, dass diese. Beträge etwa zu regulären Zahlungen an französische Gläubiger bestimmt sein könnten. Denn solche Hansischen Stadtzone gehörigen Be- Progressive Publish- delsschulden existieren zur Zeit zirke Treptow und Köpenick blie- ing Association, Inc. ben unvertreten. 465 Delegierte repräsentierten dort ihre über 47.000 Parteimitglieder. Die gefassten Beschlüsse waren klar, bedeutsam und, mutig. Denn die Delegierten wussten, welchen Folgen sie sich damit auch von Seiten der sie überall umbrandenden Moskauer Terrornicht. Es bleibt daher nur die Erklärung, dass das Geld für kommuGENERAL- VERSAMMLUNG nistische Propagandazwecke geam Mittwoch, 24. April 1946 abends 8:30 Uhr in der RAND SCHOOL 7 East 15th St. New York City welle aussetzten. Daher ist ihnen Das Erscheinen aller Mitglieder ist ihre kompromisslose Haltung in wichtig und dringend erwünscht. dieser denkwürdigen historischen Sitzung umso höher anzurechnen. TAGESORDNUNG: 1. Wahl des 1. und 2. Vorsitzenden 2. Verlesen des Protokolls. b) Redaktion. Das Hauptreferat hielt der alte 3. Berichte: a) Geschäftsführung, Gewerkschaftler 4. Komitee- Berichte. verdienstvolle 5. Unerledigte Geschäfte. 7. Zum Wohl und Besten. 6. Neue Geschäfte. Rudolf Wissel, heute 76 Jahre alt, früher der langjährige Reichsarbeitsminister der Weimarer ReDer Sekretär. 1. MAI ANZEIGEN von Organisationen müssen bis spätestens Dienstag, 23. April, in unserem Besitz sein! braucht wird, in Frankreich und anderswo. In Frankreich finden bekanntlich binnen kurzem neue Kammerwahlen statt. Dies allein kann das neue Rollen des Goldrubels erklären Die kommende Spirale Die Zauberformel, mit der den Wirtschaftskämpfen in den Vereinigten Staaten ein Ende bereitet werden soll, ist nun vom Prä[ sidenten Truman und seinen Hilfsmagiern fertiggestellt worden. Sie sieht nach dem, was bisher darüber bekannt gegeben wurde, genau so aus, wie man erwartet hatte. Man gewährt die Lohnerhöhungen und erlaubt das entsprechende Ansteigen der Preise. Wird die Tonne Stahl um fünf Dollars teurer, so dürfte diese Erhöhung, wenn sie die Reihe der Stahlprodukte durchlaufen hat, bei einer Amerikanische Streiflichter * Vorbesprechung der " Grossen Vier" über die Friedensverträge mit den " Kleinen" beginnt am 25. April in Paris. ⭑ Grausame Behandlung im amerikanischen MilitärGefängnis in Lichfield, England, hat gerichtliches Nachspiel. Von MICHAEL KUEHL Am 25. April beginnt eine wichtige Konferenz der Aussenminister der" Grossen Vier" in Paris. Teilnehmer werden die Aussenminister Byrnes, Bevin, Molotoff und Bidault sein. Die Aussprache will, wenn möglich, eine gewisse Einigkeit unter den " Grossen Vier" in Bezug auf die Friedens- Konferenz erreichen, die nach früheren Abmachungen am 1. Mai in Paris beginnen sollte. Ob diese sechs Tage darauf auch wirklich zusammentreten wird, steht aber noch nicht fest. Es handelt sich lediglich um die Friedensverträge der Sieger mit den" Kleinen Nationen", also I noch nicht um Deutschland. Gegenstand der Verhandlungen werden vielmehr nur die Probleme betreffend Italien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Finnland sein. Die Hauptschwierigkeiten in allen Fällen entstehen aus den weitgehenden Forderungen Russlands. Bekanntlich ist daran schon die erste derartige Aussenminister- Konferenz im Oktober vorigen Jahres in London gescheitert. Ein Teil der Schwierigkeiten ist inzwischen durch Nachge ben Washingtons und Londons bereinigt. So haben die Westmächte inzwischen die Regierung Groza in Rumänien anerkannt; Frankreich wird nur an dem Friedensschluss mit Italien teilnehmen, nicht aber an dem mit den anderen kleinen Nationen; China ist als Teilnehmer russischem Widerspruch ausgeschlossen worden. - - auf ganz Aber ob sich in Paris trotzdem eine völlige oder auch nur teilweise Einigung wird erzielen lassen, ist sehr fraglich. Russland verlangt das ausschliessliche Mandat über Tripolitanien. Es hat sich faktisch, schon vor den Verhandlungen, die gesamte Macht über Rumänien, Bulgarien und Ungarn angeeignet und dort weitgehende entsprechende Massnahmen unter seiner Besetzung durchgeführt. Gleichzeitig hat die französische Regierung bekanntgegeben, dass sie in der Minister- Konferenz auch das Saar-, Rhein- und Ruhr- Thema anzuschneiden gedenkt. Hier wird die Frage der in der Potsdamer Deklaration vorgesehenen zentralen Deutschland- Regierung aufkommen. Frankreich, das die Potsdamer Protokolle nicht mitunterzeichnet hat, sträubt sich bekanntlich dagegen. Es will unbedingt das Rhein-, Ruhr- und Saargebiet von der vereinbarten Deutschen Zentralverwaltung ausgeschlossen wissen, während Washington, London und Moskau wiederum mit einer derartigen glatten Abtrennung nicht ohne weiteres einverstanden zu sein scheinen. So wird es in Paris eine Fülle grosser Meinungsverschiedenheiten geben. Vor einem amerikanischen Kriegsgericht in London finden zur Zeit eine Reihe von Strafprozessen gegen amerikanische Offi ziere und Mannschaften statt. Gegenstand dieses Prozesses sind angebliche Grausamkeiten, die sich diese amerikanischen Militärpersonen gegen amerikanische Untersuchungs- und Strafgefangene im amerikanischen HaftLager von Lichfield in England haben zuschulden kommen lassen. In einer der letzten Ausgaben der" Newsweek" hat einer der Verletzten über die grausige Behandlung der amerikanischen Häftlinge eine erschütternde Darstellung gegeben. Die Häftlinge wurden geschlagen, gemartert, gequält, geschunden und in einer Weise misshandelt, die allem menschlichen Empfinden ebenso wie den amerikanischen Vorschriften Hohn spricht. Viele Opfer sind an den Verletzungen gestorben. Der Einsender bemerkt, dass die Wachmannschaf der Gestapo in den deutschen Konzentrationslagern durchaus gleichwertig gewesen sei. von eine Was vor der Oeffentlichkeit besonders unliebsam auffällt, ist die Tatsache, dass hier offenbar oberen Militärkreisen her Art Vertuschungs- Politik betrieben wird. Die amerikanische Oeffentlichkeit hat den Eindruck gewonnen, dass die verantwortlichen Offiziere, besonders die oberen, irgendwie gedeckt werden sollen. Das hat bereits zu lauten Protesten in der amerikanischen Presse geführt. Man wird den Gang des Verfahrens abwarten müssen. Stahlfeder etwa schon eine Preis- Adresse geändert? steigerung von 30 Prozent ausNeue Volkszeitung, New York 28, N.Y. machen. P. O. Box 50, Sta. K Die alte Spirale kommt in Gang, die Lebenshaltung wird teurer, und neue Lohnforderungen und Streiks folgen. Vergessen Sie nicht, ans mit der neuen AUCH DIE ALTE Adresse anzugeben. Sonst er. leidet die Zustellung Ihrer Zeitung unnötige Verzögerung!