Marie Juchacz Mrs. Marianne Kuehn 38, rue Leon Mignon Bruxelles III New York 57, Febr. 3, 1946 339 East 173rd Street 36 Liebe Genossin, Ihren Brief vom 18. January haben wir vor ein paar Tagen erhalten, in dem Sie uns von der Kinder- Aktion, die Ihr Mann in diesen Tagen fuer die von der Arbeiter- Wohlfahrt betreuten Kinder in Koeln unternimmt, berichten. Unser Committee hat mit Freude davon Kenntnis genommen, dass diese Moeglichkeit sich eroeffnet hat, und hat beschlossen, sich daran zu betel11gen. Nachdem wir einige andere an Hilfe fuer Europa interessierte Gruppen davon informierten und sie aufforderten, sich en dieser Hifls- Aktion zu beteiligen, koennen wir Ihnen heute berichten, dass der Gesamt- Beitrag aus New York sich auf $ 400.- belaeuft. Die Summe setzt sich wie folgt zusammen: $ 100.- aus dem eigenen, durch Solidariaets- Spendn von Genossen aufgebrachten Fonds des workmen Circle; 100.- wurden unserem Beitrag zugelegt vom IRRC, das Euch ja bekannt ist; $ 100.- wurden bewilligt von dem hier in Bildung begriffene Ausschuss der Arbeiter- Wohlfahrt, die ihrerseits $ 100.- erwirkten von dem Solidaritaets- Committee der amerikanischen Socialist Party. Die durch uns aufgebrachten$ 200.- werden Euch inzwischen durch den cenossen Schoemann zugegangen sein; die anderen $ 200.- werden, wie man uns versicherte, direkt geschickt werden. Falls die Gesamtsumme sich fuer diese eine Aktion als zu gross erweisen sollte, in Anbetracht der Rationierung in Belglen, so denken wir, dass der Rest bei einer hoffentlich bald erfolgenden Wiederholung der Aktion verwandt werden kann. Wir wuenschen Euch alles cute fuer das Gelingen Euerer Arbeit, und bitten Euch, unseren Genossen in Koeln unsere waermsten wuensche zu uebermitteln, und ihnen zu versichern, dass ihre Freunde hier sie nicht vergessen. Mit sozialistischen Gruessen Kopie geht, wie gewuenscht, an Hans Schoemann. MARIE JUCHACZ Chairman Aktio. Brussel Copy American Friends of German Freedom etc. Dec. 2, 1942 Lieber Freund, Die" American Friends" haben eine Kommission eingesetzt zum Studium der Friedensziele der deutschen Arbeiterbewegung. Die Kommission soll: 1) die nötigen Dokumente und Materialien sammeln, naemlich die wichtigsten unter den hunderten in Ausarbeitung befindlichen Friedensprojekte amerikanischer Kommissionen, ebenso englischer und anderer europäischen Regierungen und Grupiierungen; vor allem das vorhandene Material der Arbeiterbewegung. 2) Alle Dokumente über einschlägige Galluppolls, Publikumsbriefe/ an die wichtigsten Zeitungen und Materialberichte über das Thema zusammenstellen. 3) Verbindungen zu den wichtigsten Publizisten und Repräsentanten von Gruppierungen, die Rekonstruktions- und Friedensvorschläge arbeiten, herstellen. aus4) Einen eigenen Bericht und Vorschläge für Diskussion in einem Oeffentlichen Forum in einigen Monaten ausarbeiten. zuzuschicken. Wir bitten Euch, uns Anregungen und einschlägiges Material Besten Gruss gez.Paul Dec. 2,1942 Lieber Freund, anbei die Abschrift der im Winter 1939 von unseren Londonery Büro formulierten Richtlinien für Friedensziele der deutschen Arbeiterbewegung. Sie sind natürlich in der heutigen vorliegen den Form heute nicht zu gebrauchen, enthalten aber für eine neue Formulierung manche wichtigen Gesichtspunkte. Wir werden eine Kommission zur Diskussion neuer, zu ver effentlichenden Richtlinien zusammenberufen. Bitte, lies den anliegenden Entwurf und schreibe mir ein paar Zeilen, was nach Deiner Meinung an neuen Gesichtspunkten( z.B. Auseinandersetzung mit der heute bereits in Umrissen sichtbaren******* кtion Form der Intervention; Fragen der Kriegsschuld und der Wiedergutmachung etc.) in dem neuen Entwurf aufgenommen werden soll. Ich erwarte Vorschläge bis spätestens Sonntag- ein- bis zwei Schreibmaschinenseiten. Ded/ Besten Gruss gez.Paul. Dies Exemplar für Dich, Marie und Emil! Lieber Emil, liebe Marie, Obenstehende Abschriften von Briefen nebst Anlage erreichten mich Samstag- ich gebe Buch die Abschriften und den Entwurf weiter. Wir sprechen noch darüberGruss ешь Die Friedensziele der deutschen Arbeiterbewegung Für einen Frieden der freien Vereinbarung! Die deutschwn Sozialisten kämpfen für die Beendigung dieses Eriedurch den Sturz des Hitlersystems. Sie kämpfen dafür, dass das deutsche Volk sich von dem faschistischen Kriegsregime befreit und den Voelkern der anderen kriegsführenden Länder die Hand zu einem Frieden bietet, der aller nationalen Unterdrückung ein Ende macht und den Weg frei macht für die Zusammenarbeit der freien Völker am wirtschaftlichen Europ Aufbau Europas. Der erste Beitrag des deutschen Volkes zu diesem Frieden muss die Wiederherstellung der vollen nationalen Unabhängigkeit der vom Nationalsozialismus unterdrückten fremden Völker sein. Die deutschen Truppen müssen aus der Tschechoslowakei und Polen zurückgezogen, werden die geraubten Produktions- und Transportmittel diesen Völkern zurückgegeben werden. Die Festsetzung der nationalen Grenzen muss auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechtes, die Festsetzung der zurückzugebenden Güter nach Grundsätzen der Billigkeit in direkten Verhandlungen erfolgen, wobei beide Seiten sich, wo die Einigung misskingt, dem Schiedsspruch von Neutralen unterwerfen müssen. Der entscheidende Beitrag der Kriegsgegner Deutschlands zu einem dauerhaften Frieden nach dem Zusammenbruch des Hitlersystems muss die Anerkennung der nationalen Unabhängigkeit Deutschlands der Verzicht auf die Aufzwingung von Annexionen, Reparationen oder einer bestimmten Form des inneren Regimes Deutschlands sein. An die Stelle der gewaltsamen Annexion von Teilen Europas durch Hitler darf nicht wieder die gewaltsame Trennung von Deutschland, sondern muss endlich zum ersten Male die freie Entscheidung über ihr Verhältnis zum deutschen Reich treten. Für den Verzicht auf imperialistische Reservatrechte muss Deutschland die Sicherheit eintauschen, dass keine machtpolitischen Schranken gegen die lebensnotwendige Entwicklung seiner wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit diesen anderen Völkern aufgerichtet werden. Die deutschen Sozialisten sind überzeugt, dass ein freier und dauerhafter Friedensschluss auf der Grundlage der Gleichberechtigung umso eher möglich sein, wird ein von den Siegern diktierter Scheinfriede zur Unterwerfung des deutschen Volkes umso eher vermieden werden wird, je stärker die der Einfluss der sozialistischen Arbeiterbewegung in den kriegführenden Ländern und je stärke r der Einfluss der Neutralen auf die Bestimmungend es Friedensvertrages sein wird. II. Für ein neues Europa Die deutschen Sozialisten sindüberzeugt, dass der Friede in Europa nur dauern wird, wenn er über die Beseitigung vergangenen und die Vermeidung neuen Unrechts hinaus den Grund für die Uebe rwindung der nationalen und wirtschaftlichen Konflikte legt, die immer wieder zum Kriege führen wird. Die Ueberwindung dieses Konflikte kann nur erfolgen, wenn in Europa an die Stelle einer Vielzahl souveräner Nationalstaaten eine freie Foedration der Nationen tritt, wenn anstelle militärischer und zollpolitischer Grenzen blosse Grenzen der Sprache, der nationalen Kultur und Selbstverwaltung treten. Nur in einer solchen Foedration kann das Selbstbestimmungsrecht für alle Völker zugleich verwirklicht werden, ohne dass die kleinen Völker das Uebergewicht der grossen ständig als Bedrohung ohne dass deer Kampf um die Rohstoffgebiete, Absatzmärkte und strategische Sicherheiten die Stabilität der Völkergrenzen ständig bedroht. Die deutschen Sozialisten sind sich bewussst dass der Verwirklichung einer solchen Foedration mächtige Interessen in allen Ländern ( v. Bl. 2) 2) in allen Ländern entgegenstehen..Sie erwarten weder, dass die grossen industriellen Monopole auf die Vorteile grosser zollgesicherter Märkte, noch dass die grossen Militärmächte auf die Vorteile der souveränen Verfügung über die eigene Armee und Flotte freiwillig verzichten werden. Sie erkennen an, dass der Abbau der Zollschranken in jedem Falle nur auf dem Umweg über die regionale Teillösungen undin Etappen möglich wäre, und dass eine allgemeine Durchführung eine gesamteuropäische Planung voraussetzt. Sie schliessen daraus, dass die Ueberwindung der machtpolitischa und wirtschaftlichen Him ernisse und der planmässige Aufbau der pl wirtschaftlichen Zusammenarbeit nur von Kräften durchgeführt werden kann, die an der Aufrechterhaltung dieser Hindernisse nicht interessiert sind, und die die planmässige Ordnung der Produktion ohne Rücksicht auf die Sénderinteressen des Eigentums anstreben, d.h. von Sozialisten. Die volle Verwirklichung der europäischen Fedration, die wir erstreben, ist in der Tat nur sozialistische möglich. III. Für ein freies, sozialistisches Deutschland! Unabhängig davon, wieweit die Voraussetzung für eine europäische Federation in anderen Ländern geschaffen werden, sind die deutschen Sozia listen entschlossen, die besonderen Hindernisse wegzuräumen, die in Deuta Deutschland einer europäischen Zusammenarbeit entgegenstehen. Diese Aufgabe ist umso dringender, als das aggressive Vorgehen des deutschen Im perialismus den unmittelbaren Anlass des gegenwärtigen Krieges bildet, und als der deutsche Kapitalismus nun schon zum zweiten Male in einem Vierteljahrhundert ein System der Gewaltherrschaft nach innen und nach aussen ausgebildet hat. Die deutschen Sozialisten sehen die Ursache der wiederkehrenden Tex enz zum Militarismus und zur aggressiven territorialen Expansion nicht im deutschen Nationalcharakter, sondern in den historischen Besonderheiten der Entwicklung des deutschen Bürgertums und in den ökonomischen Besonderheiten im Aufbau des deutschen Kapitalismus. Sie sehen sie in der Tatsache, dass niemals in der Esekiekte deutschen Geschichte eine demokratische Revolution den vollen Sieg errungen hat, dass die führenden Gruppen der deutschen Bourgeoisie schon zur Zeit der Reichsgründung ein Bündnis mit den preussischen Junkern schlossen, um den politischen und sozialen Aufstieg der Arbeiterschaft aufzuhalten, und dass in der deutschen industriellen Entwicklung die Entwicklung die hochkonzentrierte Schwer- und Rüstungsindustrie unter dem Kaiserreich wie unter dem Hitlerreich eine führa rende Stellung einnahm. Die ökonomische Machtstellung der Schwerindustrie und des preussischen Grossgrundbesitzes und die Sonderstellung der Militärkaste ist auch in der Weimarer Republik nicht gebrochen, der politisch Einfluss dieser Kreise auf déa zivilen Staatsapparat und auf die Masse des deutschen Bürgertums und aufx der deutschen Intelligenz daher auch damals nicht überwunden worden. • sich Die deutschen Sozialisten schliessen aus diesen Tatsachen, dass die Ursachen der traditionellen Schwäche der demokratischen Kräfte und der traditionellen Stärke der aggressiven Tendenzen in Deutschland die gleichen sind und dass die zentrale Aufgabe der deutscle n Revolution gegen Hitler darin besteht, diese Ursachen zu beseitigen. Sie setzen das Ziel, die Militärkaste zusammen mit dem Apparat der Hitlerdiktatur zu zerschlagen, den ostelbischen Grossgrundbesitz zu enteignen, die kriegsindustriellen Trusts zu verstaatlichen, die Schwerindustrie auf den Umfang zurückzuführen, der im Rahmen einer Friedensproduktion für die Bedürfnisse des Volkes erforderlich ist, und den gesamten deutschen Produktionsapparat planmässig auf diesen Friedensbedarf umzustellen. Sie sehen diese Maß nahmen zur Aenderung zur Aenderung der ökonomischen Struktur und der s0zialen Machtverhältnisse in Deutschland als notwendige Bedingungen an, um Deutschlands demokratische Entwicklung im Inne rn und seine friedliche Bl. 3) friedliche Mitarbeit am europäischen Aufbau zu sichern. Died deutschen Sozialisten wissen jedoch, dass Aendeungen des ökonomischen Systems und der sozialen Struktикx Machtverteilung eine demokratische Entwicklung nur gewährleisten können, wenn sie mit der Sicherung der Freiheitsrechte der demokratischen Kontrolle und der lebendigen Selbstverwaltung für das deutsche Volk berbunden sind. An erster Stelle steht hier der Wiederaufbau der gewerkschaftlichen und betrieblichen Selbstverwaltung der deutschen Arbeiterschaft, die nicht nur die zahlreichste Klasse bildet, sondern allein unter allen Volkschichten eine lebendige Tradition des Kampfes für die Demokratie besitzt. Die Bauernschaft wird, von der Bevormundung durch den Reichsnährstand befreit, ihre kommunalen und genossenschaftlichen g Selbstverwaltungsorgane neu beleben. Und auch das deutsche Bürgertum würde, wenn es nicht mehr zu seiner traditionellen raktionären Führung aufblicken kann, zum ersten Male seit 1848 die Möglichkeit haben, sich zu einer aufrichtigen Bejahung der Demokratie durchzuringen. Wenn die demokratische Revolution gegen Hitler diese ökonomischen, sozialen und politischen Ziele verwirklicht, dann und nur dann wird sie auch der Ausgangspunkt für den Aufbau eines freiheitlichen Sozialismus in Deutschland sein. IV. Deutschlands europäische Aufgabe. Die deutschen Sozialisten müssen mit der Möglichkeit rech n, dass der Sturz des Hitlerregimes und die demokratische Revolution zu weitgehenden sozialen Umwälzungen in Deutschland führt, ohne dass ähnlich weitgehenden Umwälzungen in den übrigen europäischen Ländern erfolgen. Sie müssen also damit rechnen, dass ein sozialist isches Deutschland sich einer kapitalistischen Umwelt gegenübersieht. Die deutschen Sozialisten sind überzeugt, dass Deutschland auch in diesem Fall auf europäische Zusammenarbeit angewiesen bleibt. Di e Erfahrung des Hitlersystems hat die Selbstverständlichkeit erneut bewiesen, dass für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland die Autarkie unmöglich ist- Die Zusammenarbeit der Stalinschen Diktatur mit Hitler und der Beginn ihrer gewaltsamen territorialen Ausdehnung hat überdies gezeigt, dass für demokratische Sozialisten trotz der planwirtschaftlichen Grundlagen des russischen Aufbaues keine Möglichkeiten der eins eitigen Anlehnung an das heutige russische Regime besteht. In einem Europa, wo verbleibende kapitalistische und machtpolitische Sonderinteressen die Verwirklichung der vollen Foedration unmöglich machen, die wir erstreben, werden die deutschen Sozialisten jeden Teilschritt zur Foedration begrüssen und fördern, der nicht zu einer Einmischung anderer Mächte in die innere soziale Entwicklung Deutschlands führt, und der nicht die Einreihung Deutschlands in einen machtpolitischen Block gegenüber aussenstehenden Staaten zur Folge hat Sie werden politisch für di Schaffung eines internationalen Schiedsgerichtssystems und eines internationalen Minderheitenrechtes eintreten, dass bindende Entscheidungen ermöglicht. Sie werden ökonomisch den Aufbau regionaler Zolluniénen oder Praeferenzsysteme überall fördern, wo diese konkret mit den wirtschaftlichen Lebensbedingungen Deutschlands vereinbar sind, und werden allgemein für die Uebernahme gesamteuropäischer wirtschaftlicher Aufgaben, wie im Währungs- und Verkehrswesen, durch internationale öffentliche Körperschaften eintreten. Sie werden militärisch jedem Schritt zur internationalen Abrüstung, insbesondere zur internationalen Abschaffung der Offensivwaffen oder zur Monopoli sierung der Luftwaffe für eine internationale Exekutive zustimmen und allgemein die Entwicklung eines internationalen Sicherheitssystems fördern. Sie werden dabei darauf achten, dass die Abrüstung Deutschlands nicht wieder eine Form annimmt, die die Bildung einer priviligierten Militärkaste begünstigt, und dass ein durch den Krieg geschwächtes 4_) durch den Krieg geschwächtes und im Osten exponiertes Deutschland sich nicht zur Teilnahme an Sanktionskriegen verpflichtet, in denen es nicht selbst unmittelbar angegriffen wird. Indem die deutschen Sozialisten die positive europäische Aufgabe des kommenden Deutschlands anerkennen, hoffen die dadurch zur Stärkung all der Kräfte in Europa beizutragen, die die Zusammenarbeit mit den komme nden demokratischen Deutschland wünschen und die die Neuordnung Europas nicht als Mittel zur Schaffung eines machtpolitischen Blockes, sondern als Weg zur Ausschaltung kriegerischer Konflikte und zur Förderung des ökonomischen und sozialen Fortschrittes betrach ten. :Ael!! und grundlegende Vorgänge Grünung der Arbeiterwohl fahrt USA und New York. und ihre Arontlogisle esdu." Gesprächs- Notiz Uhrzeit telefonisch 7 8 9 10 11 12 persönlich Tag mit in Firma Ort Straße Betreff: Unterschrift:. Wie erledigt: BRUNNEN Gesprächs- Notizblock 64 222 Rufnummer 19. 13 14 15 16 17 18 dronologisch ordnen nur nun vorweg abheften. dann ett mir zwischenblatt. 1956 des. Abständung und i. große g. liegänge. XII the Workmen's Urcle-Sal. "Darität" als Vorläufer Sei, lärztänkelähra kost iòr i 945/47- Hilfe for Vòrt. b'r'n t. a. Fau Boch und NÖᶦng Gesprächs- Notiz Uhrzeit telefonisch 7 8 9 10 11 12 persönlich Tag mit in Firma Ort Straße Betreff: Unterschrift: Wie erledigt: BRUNNEN Gesprächs- Notizblock 64 222 Rufnummer 19. 13 14 15 16 17 18 Hannovir, 20. 10. 47. Böttcherstr. 7a. Lieber Emil(Eschang) ich konnte es gemuht nicht fassen, als ich ein Avis auf ein Can-Paket bekam das Deinem Namen als Spindes trug und ganz ein wünschei für mich persönlich Erstimmt war. Hab' herzlichen Dank! Du hast doch ganz anher ville Menschen+ in Deutsch- fand, denen Du hilfst und Das bewegt mich, ach, daß Du auch noch an mich gedacht – Ich habe einen hast Obligisohn und kleineu Stefan(so heißt er), seine Mutter und ich bilden zusammen mit einer älteren Genossen, die uns den Haushalt führt, eine Kleine Familie, für die die Sorge mich schon manchmal recht drückt. Stefans Müller ist eine sehr begabte, aber Grundheitlich aufserst bedrohte, Journalistin und Schriftstellern Ich bin immer noch die Slabilste obwohl ich mich doch gemüht, schönen kann. Das ist wohl das octprußische Erbe. – Dieu Patlet, lieber Emil, wird mit alhr viel Verstand eingehilt. denkbaren Gemüles verzehrt.(Stefen: "Lotte, sind Diese Pflaumenklöße auch von dem Ankel aus Amerika? S. Über unsere Arbeit hier ist Du durch Marie unterrichtet. Ich kann es schwer ausdrücken, welch große moralische Pèlse uns"Alten" von der Aw" Mani's versleidnisvolles varneherziges, alleris Eintreten für uns bedeutet. Wir fühlen uns Dich oft auf fast verlorenem Posten, wissen, daß wir uns verbrauchen, weil wir alle über unsere körperlichen und alli schen kräjle leben, wo eine Kerze, die an beiden Enden zugleich brunt. In dieser Situation ist es schön und höstlich, zu Aus ein, daß Marie, dass Du und alle die anderen Freunde unsere Sache zu der ihren machen. Und ich persönlich bin Marie für die Kameradschaft liche und behutsame Art, mit der sie von"diüben" her auf im asse Arbeit Einfluss nimmt, unendlich verständen. Es ist jetzt schon nicht kalt geworden und die Schreiben, das b) que Viutios dehui biens or aup auf. Alle Menschen sind sehr deponivirt; der unvorlage plan hat das Seine dazu. Von der Londener Konferenz erwacht niemand etwas, dagegen für Not man, daß der Eiscrüe Vnhang endgültig herrunterrasseln wisse. Fu dieser Situation ist es wie auch Wunder, was alles in der Att nach dienk die Act geschicht. Aase is . Muschlichkeit in der Wüch unfünktbaren, geist- und seelen- loren Schein-Esistenz. Die Arbeit in der All, der Umgang mit unsern Weinrichen, läpfern Vaterbeitern setzt vor dem Verzucken in Persimis. nus und Necation Entwurf unfertig 111 1647 Report und Plan der Arbeiter- Wohlfahrt USA Entstehung der Arbeiter- Wohlfahrt USA nicht Hohkeil Die ARBEITER/ WOHLFAHRT USA wurde kurz vor der Niederlage des Hitler- Militarismus gebildet.Einige, mit diesen Dingen vertraute Menschen wussten, dass der Aufbau eines wirklichen demokratischen Gemeinwesens in Deutschland sich in erster Linie auf die Anti- Nazis wuerde stuetzen muassen. Dazu gehoerten in erster Linie die nicht von Hitler infizién ten Teile der Arbeiterschaft.Ihnen musste aus menschlichen und politischen Gruenden, nach den Verwuestungen, die zuerst Hitler und dann der Krieg gebracht hatte, eine helfende Hand gegeben werden. Um dafuer die Vorbedingungen zu schaffen, wendete sich die ARBEITER WOHLFAHRT USA an eine Anzahl von sozialen, Kulturund Sport- Organisationen in den Vereinigten Staaten um Hilfe.( Workmen's Benifit Fund of the USA; Workmen's Benefit and Benevolent Ass't, Inc; Workmen's Mutual Fire Insurance Society, Inc.; Workers Sport League of America; Progressive Publishing Association, Ino; German Branch of the Socialdemocratic Federation; New Y German American Congress for Democracy, Inc.Chicago, Ill.; German American Congress for Democracy, Inc., Detroit, Mich.) Diese Organisationen schickten ihre Delegierten in die neu erstandene Hilfsorganisation, ARBEITER WOHLFAHRT USA. Es zeigte sich auch in der Folge, dass sie die eingegangene Verpflichting, die ARBEITER WOHLFAHE USA in ihrer Hilfsarbeit fuer Deutschland zu unterstuetzen, erfuellt haben. Zweck der ARBEITER WOHLFAHRT USA Der angestrebte Zweck war vom Beginn, Hilfe zu bringen fuer deutsche Arbeiter, die unter der Hitlerzeit besonders gelitten K hatten, und besonders deren Kindern, den Muettern, der Arbeiter- Jugend.Ein Mittel zur Erfuellung dieses Zweckes war die Sammlung materieller Mittel, aber auch die Herstellung einer engen IDE Verbindung und Verstaendigung mit den Vertretern der oben genannten Schicht, das ist die Arbeiter- Wohlfahrt in Deutschland. Die ARBEITER- WOHLFAHRT USA konnte sich nicht etwa zim Ziele setzen, die der deutschen Aurbeiter- Wohlfahrt fehlenden Mittel allein zu beschaffen.Wir haben es sehr begruesst, dass einige Organisationen, 2.B.International Rescue and Relief Committee und Unitarian Church Service ebenfalls die deutsche Arbeiter- Wohlfahrt mit Liebesgaben versehen.Wir erkennen es dankbar an, dass das American Friends Service Committee( Quaker) sich besonders an dieser Hilfeleistung beteiligt habe. Wir moechten an dieser Stelle auch besonders darauf hinweisen, dass die Labor League for Human Rights, AFofL mit starken Leistungen fuer die deutsche Arbeite schaft daneben steht.Trotz all dieser anerkannten Hilfe ist es in den zwei Jahm ren nicht gelungen, der Deutschen Arbeiter- Wohlfahrt auch nur annachernd den Anteil an den Liebesgaben aus den Vereinigten Staaten zu ueberweisen, den sie fuer die an ihre Leistungsfeehigkeit gestellten Ansprueche notwendig haetten. Wir moechten- noch mehr als bisher- durch eigene Anstrengungen dazu beitragen, die Beutsche Arbeiter- Wohlfahrt dazu zu befaehigen den hoechsten Grad ihrer Leistungsfaehigkeit zu entwickeln. Da die Deutsche Arbeiter- Wohlfahrt sich vor- behaltios in den Dienst der allgemeinen Notaufgaben stellt, ist jede Organisa tion in USA, die der deutschen, allgemeinen Not abhelfen will, in der Lage, auch dieser Organisation Mittel zuzufuehren, Die Arbeiter- Wohlfahrt in Deutschland chen Namen, Sie wurde unmittelbar nach dem Ende des Krieges ins Leben geru sie existiert( vor Hitler) unter dem gleifen und entwickelte sich auf dem guenstigen Boden des neuen Staatswesensésam sehr schnell zu einer bedeutenden Wohlfahrtsorganisation, mit vielen eigenen Einrichtungen, einer atsgedehnten praktischen Wohlfahrtsarbeit, die von qualifizierten Kraeften ausgefuehrt wurde, die aus einer intensiven und plan/ maessigen Schulungsarbeit der Organisation hervor gingen.Hitler zerstoerte -2die Deutsche Arbeiter- Wohlfahrt und ihre Arbeit, die Einrichtungen wurden konfiziert und ihre bekannteren Mitarbeiter wurden verfolgt.Nach der Niederlage muss ten sich die Organisationen wieder aus dem Nichts aufbauen. Das Einzige, was niet total zerstoert war, waren die intellektuellen Kraefte und die Ideen, die der fre frusheren Arbeit zugrunde lagen, Die deutsche Arbeiter- Wohlfahrt ist von den Militaer- Regierungen in den drei westlichen Zonen und Berlin anerkannt und zugelassen. Verbindungen zwischen der ARBEITER WOHLFAHRT USA und der Arbeiter- Wohlfahrt in Deutschland. Eine bestimmte Form der Zusammenarbeit ergab sich sehr bald von selbst.In den US lebten eine Anzahl Menschen, die frueher mit der Arbeiter- Wohlfahrt in Deutschland verwachsen waren, weil sie darin gearbeitet hatten, ehe sie aus der Heimat vertrieben wurden.Die Ideen waren auf beiden Seiten in alter e Staerke vorhanden, hatten sich eher im Laufe der Jahre vertieft.Der Austausch von Gedanken und Erfahrungen begann sofort, ala die geringste Moeglichkeit dazu gegeben war.Sohon durch diese moralische Hilfe der allerersten Zeit hat die ARBEITER WOHLFAHRT USA das Neuerstehen der deutschen Arbeiter Wohlfahrt gefoerdert.In der Hilfeleistung haben wir ebenfalls in engsten Einvernehmen mit der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt gehandelt. Anschluss an ORALOG Der Anschluss an das COUNCIL OF RELIEF AGENCIES LICENSED FOR OPERATIONS IN GERMANY CRALOG, konnte mur indirekt geschehen.Entsprechend den Anweisungen des Praesidenten der USA( zu Beginn 1946) hatte die ARBEITER WOHLFAHRT USA als eine der neuerstandenen Organisationen nur die Moeglichkeit, sich einer der schon bestehenden- der CRALOG angehoerenden Organisationen anzu schliessen, das heisst, die Sammlungen und die Verschiffung der Liebesgaben unter der Lizenz einer( zur CRALOG gehoerenden) Organisation durchzufuehren. Die ARBEI* TER WOHLFAHRT USA schloss sich fuer diesen Zweck der Labor League for Human Rights A, Arofi, an, unter deren Lizenz sie sammelte und unter deren Namen sie die Sammlungen dur verschiffte. Materielle Leistungen der ARBEITER WOHLFAHRT USA Die Mittel fuer unsere Hilfsarbeit brachten wir auf: 1.Durch eigene Sammlungen und Veranstaltungon. 2. Durch gelegentliche gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Organisationen.3.Dub die Hilfe unserer Stuetzpunkte und Sponsororganisationen. Die seit der Zeit un res Bestehens vereinnahmte Gesamtsume betraegt cirka 68 000 Dollar. Daneben ging dauernd eine Sammlung von getragener Kleidung, die durch diese Zigfer nids erfasst ist. ir arbeiten mit einem Stab von ehrenamtlichen Kraeften. Nur eine Hilfskraft wird beschaeftigt, um die anfallenden Buromaessigen Notwendigkeiten xxxfax auszufuehren. Einige Streiflichter ueber die Entwicklung Geschah ganz zuerst die Hilfsarbeit in derin der primitiveren Form des schnellen Einkaufs und der Verschickung von Liebesgaben irgend welcher Art, die allgemein gebraucht wurden, so ergab sie- h sehr bald aus dem erwaehnten Erfahrungsaustausch eine staerkere Spezialisierung Mehr und mehr richteten wir die Einkaufe nach den Beduerfnissen der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt ein. In den drei westlichen Zonen und in Berlin waren die Nachstuben und Schusterwerkstaetten sehr bald der Kern einer spezialisierten Arbeit.Die Nachstuben sind meistens zugleich die Ausgabestellen der Kleider an Hilfsbeduerftige, Hier werden die aus dem Auslande kommenden Kleider passend gemacht, aus Altem wird Netes hergestellt, aus kleinsten Stoffresten noch nusta 11che Dinge gemacht.Hier werden Frauen und Maodohen fachmaennisch angelernt, sich ihre eigene und die Familiengardrobe instand zu setzen, und zu halten. Hier erhalten auch Fluechtlinge und Kegagatangana entlassene Kriegsgefangene ihre erste Ausstattung und hier werden ihnen auch die etwa noch gebrauchs -3fashigen, eigenen Stuecke gesauebert und ausgebessert.- In den Nachatuben wird A die Arbeit ohne Entgelt geleistet, ebenso arbeiten die Schusterwerkstaetten vollkommen gemeinnuetzig..--- Zum Bestiel spricht das Arbeiter- Hilfswerk Bremen ( Arbeiter- Wolfahrt) in einem Bericht aus dem vergangenen Jahr allein von 30 dortigen Nachstuben, in denen viele Tausende von Bekleidungsstuecken hergestellt und ausgegeben wurdon.Mehr als 1000 solcher Nachstuben sind in der britischen und der amerikanischen Zone vorhanden, dazt eine grosse Anzahl von Schsterwerkataetten, von denen wieder ein Teil ausgesprochene Fluechtlingswerkstaeeten sind. Jede Aussenarbeit der Arbeiter- Wohlfahrt ist von einer gut funktionierendenNachstube oder Schusterverkstatt abhaengig, so zum Bespiel die gut ausgebauten Spezialeinrichtungen: Nachbarschaftshilfe, Familienfuersorge Beratungsstellen, Gesundheitsfuersorge NO MAN HEISTENS NICHT NUR MIT Lebensmitteln, sondern auch durch Zuweisungen von von Saueglingssachen, Waesche, Kleidung und Schuhzeug fuer die/ Familie helfen muss.Da auch die amtlichen Syellen meistens nicht in der Lage sind zu helfen, muss durch die Nachstuben der Arbeiter- Wohlfahrt oftmals das unbedingt Notwendige herbeigeschafft werden. Aus diesem Grunde hat die ARBEITER WOHLFAHRT USAWerte darauf gelegt, grade die Nachstuben der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt mit Material zu versehen: Kleidung, Stoffe, Utensilien fuer die Nacherei, Wolle zum Stricken usw, aber auch gut erhaltene Schuhe und saemtliches Zubehoer fuer die Reparaturen. Diese Art der Hilfo wurde besonders gewuenscht und die Zuweisungen sind sehr begruesst worden. Im engaten Kontakt mit diesen Einrichtungen stehen die Beratungsstellen de deutschen Arbeiter- Wohlfahrt, Sie sind so notwendig geworden, dass man dazu ueber gegangen ist, in laendlichen Gegenden" fliegende Beratungsstellen einzurichten. Hier gibt es die erste Beratung in Berufs- und Wirtschaftsfragen, in der FuerSorge fuer Jugendliche Deliquenten, fuer Eltern und Familien, fuer alleinstehende Personen, Alte, Kranke, Fluechtlinge und besonders auch fuer Heimkehrer A( Ent lassene Kriegsgefangene) In diesen genannten vier Arbeitszweigen beschaeftigt die deutsche ArbeiterWohlfahrt einen sehr grossen Stab von beruflichen Fuersorgerinnen und Schwestern mit guter Ausbildung und sehr vielen geschulten, ehrenamtlichen Helfeern.Einen breiten Raum nimmt die Kindererholungsfuersorge der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt ein.in Sommer 1947 hat man allein in Wuertemb berg/ Baden unter groessten Schwierigkeiten eine Ferienerholung fuer 12500 Kinder durchgefuehrt.( Woran wir z.T.an der Verpflegung beteiligt gewesen sind) Und zwar wurden davon erfasst: 1. Kinder, die an der Hooverspeisung nicht ttigt teilnehmen konnten. Das war die Altersgruppe von 4-6 Jahren. Und 2. solche Kinder und Jugendliche, die durch eine besondere Untergewichtigkeit und andere Symptome starker Unterernaehrung noch etwas zusaetzliches getan werden musste.-- In Hamburg, Bremen, Hannover, in ganzen noerdlichen Cebiet, im Industriegebiet der Ruhr, wie auch in Berlin ist die Arbeiter- Wohlfahrt in gleicher Staeske in der Kindererholung fuersorge tastig und die ARBEITER WOHFAHRT USA beteiligt.Ebenso stark sind wir intressiert an der Kindererholung in den nunmehr schon recht zahlreichen Gebirgs- Land- und See- Heimen der deutschen ArbeierWohlfahrt, die sich in allen de Gegenden der drei westlichen Zonen und Berlins befinden. In das Cebiet der Erholungsfuersorge fuer Kinder und Jugendliche gehoeren auch die Jung- Falken- Camps, die im Zusammenwirken mit Kinderfreunden und Arbeiter- Jugend eingerichtet sind und die Ferienkurse fuer Lehrlinge und Junge Arbeiter, bei denen vornehmlich die Gewerkschaften fuehrend sind. Der Ville zur Selbsthilfe der deutschen Arbeiterschaft der in den ganzen vorliegenden Report gekennzeichnet werden soll, drueckt sich auch in der grossen freiwilligen Helferschar der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt aus. Fuer die Kundigen sprechen die Anzeichen dafuer, dass sich aus den starken moralisohen Kraeften dieser nach vielen Tausenden zaehlenden freiwilligen Helfer der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt starke Kraefte fuer eine demokratische -4Entwicklung zum Wohle des Ganzen herausbilden koennen, sofern diesen vorhande nen guten Willen die notwendige Hilfe zuteil wird. Aber auch fuer die Schulung der Helfer muss die notwendige Unterstuetzung geschaffen werden, Die deutsche ArbeiterWohlfahrt muss besonderen Wert auf die dauernde Durchschulung ihrer ehrenamtlichen, aber auch der bruflichen Helfer Wert legen. Die vollstaendige Zer stoerung der Organisation und die Verhinderung jeder geregelten Taetigkeit waehrend der Hitlerzeit, hatte naturgemaess eine grosse Luecke gerissen, die durch eine ganz intensive Bildungsarbeit wieder aufgefuellt werden muss. Des halb ist es besonders notwendig, durch eine zweckmaessige Bereitstellung von Lebensmitteln Lehrgaenga fuer freiwillige Helfer moeglich zu machen.-- Auch eine Berufsschule fuer soziale Arbeiter ist bereits wieder in Verden. Man geht hier erfreulich vorsichtig vor.Man will aunaechst einen ein jaehrigen Kurzkursus von entsprechend geeigneten Kriegsbeschaedigten vornehmen und dabei Erfahrungen sammeln und die Fortsetzung der Schule nach diesen ProbeJahr vorbereiten. Doch ist auch zur Durchfuehrung dieses ersten Jahres planvolle Vorbereitung notwendig. Es soll noch erwaehnt werden, dass im Einvernehmen mit den Gewerkschaften Versuche mit Erholungsfuersorge fuer Arbeiter und Arbeiterinnen gemacht wurden, wobei die Fabriken gerne den Lohn zahlen, weil sie damit wieder arbeitsfachige Kraefte bekommen.Diese Versuche sind- trotz der Kuerze der Erholungszeiten- ueber Erwarten gut ausgefallen, sodass sie fortgesetzt und ausgebaut werden sollen.3ie gehoeren zu dem grossen Gebiet der bereits frueher durchgefuehrten Erholungsfuersorge fuer webliche Arbeiter und kinderreiche Nuetter, das der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt nicht fremd ist und dessen Note wendigkeit heute ebenfalls sehr be jaht werden muss. DIE ARBEITER WOHLFAHRT USA ist sicher, ihre Hilfsorganisation noch sehr ausbauen und entwickeln zu koennen.Sie will im laufenden Jahr besonders unterstuetzen: 1.Die Nachstuben und Schusterwerkstaetten 2.Die Arbeit der Nachbarschaftshilfe, der Familienfuersorge, der Gesundheitsfuersorge 5.Die Kindererholungsfuersorge( offen und geschlossen) einschliesslich der Falkenlager 4.Die Kurse und Erholung fuer Lehrlinge und junge Arbeiter 5.Die Schulungsarbeit fuer ehrenamtliche und berufliche Helfer der Arbeiter- Wohlfahrt 6.Die Gesundheitsfuersorge fuer Arbeitor( maennlich und weiblich) Marianne Kühn 38, rue Léon Mignon Mrs.Marie Juchacz 339 East, 173 Str. New York 57, N.Y. Liebe Genossin Juchacz, Brussels III, den 15.April 1946. heute kann ich Ihnen endlich den lange fälligen Abschlussbericht nebst Rechnungslegung über die erhaltenen und verwendeten Gelder für die beiden ersten Aktionen senden.( Die Originale dieser Abrechnungen sowie die Unterlagen dazu gab ich nach einigem Ueberlegen an die AW Köln, da dort am besten die Uebereinstimmung von Lieferungen und Aufstellungen festgestellt werden kann, und wir uns ausserdem nicht klarwerden konnten, an wen diese, falls sie nach dort gesandt worden wären, zu behändigen seien, an das IRRC," The Workmen's Circle" oder Euren AW- Ausschuss. Um auch diesen evtl. Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, war m. E. die erste Lösung in jeder Hinsicht die Beste.) Die Abrechnungen wurden von mir aufgestellt und sind von dem Genossen Hans Schoemann, dem für Belgien zuständigen Vertrauensmann des wie ebenfalls IRRC, geprüft, für richtig befunden und in diesem Sinne dieser Bericht. gegengezeichnet. Je ein Durchschlag der Abrechnungen gehen auch dem IRRC nebst einem Bericht durch H.Schoemann zu.- Damit wären diese beiden Aktionen auch buchungsmässig klargestellt und abgeschlossen.- - Den Bericht über die erste Aktion enthielt bereits mein Brief vom 2.März, so dass ein nochmaliges Eingehen darauf nicht nötig ist.Die Abrechnung der Aktion I ergab einen nicht verwendeten Saldo von Frs.13.015.55, der bis auf Frs.1.575.75 restlos für die zweite Aktion verwendet wurde. Dabei ergibt die Uebersicht über diese Kassenabrechnung nun klar, dass nur Dank Eurer Hilfe die zweite Aktion so kurz nach der ersten ein Erfolg wurde, da die Genossen und Freunde hier vom ersten Male her noch zu sehr in ihren Mitteln erschöpft waren, um gleich wieder aufs Neue geben zu können.Das praktische Ergebnis der zweiten Aktion geht aus der so bezeichneten Unterlage hervor und ist in Anbetracht der hiesigen Verhältnisse und Möglichkeiten sehr schön zu nennen, vor allem, was die unter a) aufgeführten eingekauften Lebensmittel betrifft, die wir Dank der Hilfe der sozialistischen Cooperative teils sogar unter Selbstkostenpreis erhalten konnten( so zeigte z.B. ein Vergleich von Lieferschein und Rechnung eine Differenz von Frs.2.400.-- zu unseren Gunsten!). Die Haltung der Cooperative stellt einen schönen Solidaritätsbeweis der belgischen Genossen gegenüber den deutschen Naziopfern dar, der umso höher zu bewerten ist, als die Angestellten der Cooperative selbst die Lebensmittelmarken aufgebracht haben, um hierdurch die rationierten Lebensmittel liefern zu können, und es sich um solche Kreise handelt, die während der deutschen Besatzungszeit den grössten Verfolgungen seitens der Gestapo und ihrer Helfer ausgesetzt waren. Aus begreiflichen Gründen legen wir jedoch Wert darauf, dass hiervon im gegenwärtigen Augenblick nach aussen hin noch kein Gebrauch gemacht wird. Das Gegengewicht dazu stellen die 91 Paar Kinderschuhe, wovon 75 Paar von der Leiterin eines jüdischen Kinderheims hier gespendet -2 wurden -3sämtlich gut erhalten, teils sogar frisch gesohlt. Die restlichen 16 Paar stammen aus Amerika- Paketen und Einzelspenden hier. Im allgemeinen ist zu sagen, dass die Kreise und Einzelpersonen, an die wir wegen Hilfe für unsere AW- Kinder und Genossen in der britischen Zone herantreten können, im Rahmen ihrer Gebe- Möglichkeiten äusserst solidarisch reagieren. Da sind z. B. die Arbeiter und Angestellten der Volks- Gazette( soz.Zeitung). Bares Geld spenden können sie nicht dazu sind Löhne und Gehälter zu klein; aber sie tragen zusammen und bringen in die Aktion, was sie entbehren können von ihren Lebensmittelrationen. Da sind weiter die jungen Genossen um die " Cahiers Socialistes"; fast alle sind arm, aber sie alle geben Geld wie Sachspenden viel mehr als ihre materielle Lage erlaubt. Wir haben auch" gutbemittelte" Spender, drei oder vier,- leider aber sind diese, wie verständlich, von allen Seiten belagert und stecken so in übernommenen Verpflichtungen, dass für uns, als Zuletztgekommene nur noch wenig abfällt. - - an Ueber die jetzt laufende dritte Aktion hoffe ich Ihnen noch kurz nach ihrem Abschluss berichten zu können. Sollte ich damit zeitlich nicht mehr zurechtkommen- heute in 14 Tagen werde ich gleichzeitig mit dem Aktions- Transport in die Heimat zurückfahren-, wird es Gen. Schoemann tun, an den auch ab jetzt alle Korrespondenz diesbezüglich zu richten ist; seine Adresse gab ich Ihnen ja schon. Unsere Heimatadresse ist vorläufig:" H.u.M.Kühn, Köln- Mauenheim lksrh. Friedrich- Karlstr.l." Aber auch sonst können Sie mit uns immer Verbindung erhalten über die Adresse der Kölner Arbeiter- Wohlfahrt, deren Anschrift See ja nun ebenfalls haben. Wenn wir Ihnen aus der Heimat aus unseren Erfahrungen und unserer Arbeit Berichtenswertes und für Eure Tätigkeit dort Nützliches schreiben können, werden wir das selbstverständlich gerne tun. 3 Anlagen. Mit sozialistischen Grüssen Ihre Шатание Marianne Kühne Домассивим -Mrs Marie Juchacz 339 East, 173 Street New York 57, N.Y. 36 den 18.April 1946 Lieber Genosse Schoemann, ich schreibe Ihnen heute diesen Privatbrief, weil ich hoffe, dass er noch so zeitig dort sein wird, dass Sieder Genossin Kuehn die Botschaft mit auf den Weg geben können. Es ist den vereinten Bemuehungen von Eva Lewinsky und mir gelungen, noch einmal 100 Dollar von der Arbeiter- Wohlfahrt zu bekommen.Fuer die Zukunft kann ich leider nichts versprechen.Ich nehme an, dass die Genossin Kuehn Sie unterrichtet hat, darueber naemlich, dass wir durch behoerdliche Bindungen verhindert sind, besondere Mittel fuer individuellere Zwecke abzugeben.MAM Durch Schaffung der CRALOG, das sind die 11 amerikanischen Organisationen die die Lizenz zum Sammeln fuer Deutschland erhalten haben( die Erlaubniss zum Verschiffen ist auch damit verbunden) sind wir endlich in die lange gewuenschte Lage gekommen, auch oeffentlich sammeln zu duerfen( wenn wir uns einer der 11 Organisationen als Hilfskommttee anschliessen, was wir getan haben) aber zugleich ist damit die weniger angenehme Bindung entstanden, dass wir zwar die von uns gesammelten XXX Mittel im allgemeinen der Arbeiter- Wohlfahrt in Deutschland dezidieren durfen( es auch tun) aber sonst keine Wuensche aeussern koennen, die die Verteilung beeinflussen sollen.----- Diese bewilligten $ 100-- nun, sind der Restbestand aus den Sammlungen, die wir vorher unter direkt und auf der Hand gemacht haben.----- Das Weitere hoeren Sie noch dem geschaeftlichen Weg.Es ist auch noch jemand" auf dem Trap" der versuchen soll, die Summe wieder zu erhoehen, in der Weise, wie es bei dem Fall vorher geschehen ist.Ueber den etwaigen Erfolg enthalte ich mich jeder Vermutung, mach nur die Mitteilung. Sagen Sie doch bitte der Genossin Kuehn meinen Dank fuer Brief und Bericht aus Koeln. Die Mitteilungen werden fuer die beteiligten Brganisationen und fuer die Propaganda abgeschrieben und ausgenuetzt.Sie wirken in ihrer Unmittelbarkeit-vielleicht grade, weil die Schreiber nicht an die Veroeffentlichung gedacht haben, sehr stark--- Um auch der allgemeinen Sache zu dienen, waeren mir persoenlich solche Stimmungsbilder und Tatsachenberichte sehr angenehm, ich will es mir gerne angelegen sein lassen, die Sachen an die richtigen Stellen weiter zu geben. Inliegend ein Artikel, der fuer Deutschland bestimmt war und auch dort verwendet wurde und der Bericht einer Versammlung, den wir hier ebenfalls aus Propagandagruenden grosser aufmachtten, als es sonst ueblich ist. Mit sozialistischen Gruessen Ihre Abschrift Marianne Kuehn 38, rue Léon Mignon Bruxelles, Belgium Bruessels III den 8. April 1946 339 East, 173 Street Mrs Marie Juchacz New York 57, N.Y. Liebe Genossin Juchacz, Siehe au oli Berichte AW. aus den Reich, Presse vielen Dank fuer Ihren ausfuehrlichen Brief vom 26.Maerz.Wenn er auch nicht das brachte, was wir erhofften, sondern im Gegenteil eine grosse Enttaeuschung war, so gibt er uhs doch durch seine eingehende und verstaendliche Begtuendung den Mut, den Genossen in der Heimat die schlechte Nachricht weiter zu vermitteln, denn ich bin sicher, dass sie sie kaum begreifen werden, waeren die Gruende fuer Euer Nichtmehrhelfenkoennanweniger einleuchtend gegeben worden.( Es ist ein Ding mit solcher Not und solchem Elend mittelbar- wie wir hier es und Ihr druebenund ein anderes, damit unmittelbar- wie die Genossen in der Heimat-, zu tun zu haben: so erscheint dies auch dem vernuenftigsten Menschen, wenn er inmitten dådaer unvorstellbaren Misere lebt und arbeitet, von der grade die britische Zone am meisten betroffen ist.Mein Mann schreibt u.a.zu letzterem in einem seiner juengsten Briefe:.." Die Lebensmittellage hier ist verzweifelt... Bei diesen Hungerrationen werden, wenn der Wetterumschwung kommt und mit ihm im Gefolge die Epidemien, Millionen Menschen sterben.." Sie koennen sich vorstellen, dass in solcher Lage der der Hunger staerker raesoniert als der Verstand und leicht aheer allàs auf mangelnde Solidaritaetsbereitschaft als auf ein Nichthelfenkoennen ausgelegt wird- die Menschen sind so empfindlich geworden-.Dehalb bin ich so" froh"-oder so feige- Ihren Brief und die ihm beigegebenen klaren Gegebenheitsberichte zu haben, die ich nun dem Bericht an die Koelner AW als authentische Unterlage anfuegen kann.----An Sie schicke ich nun, wie Sie sehen, die Kopie eines Dank- und" Wunsch" briefes der AW Koeln. Das Original sandte ich mit gleicher Post an Eva Lewinsky, da die Anrede an sie lautet. Vielleicht tauschen Sie die beiden Expl. zu den darin erwaehnten Zwecken miteinander aus. Dabei gebe ich mich der leisen Hoffnung hin, dass es vielleicht doch moeglich waere, von Ihnen dort noch fuer einmal und zwar fuer die Kinderschuhe, Hilfe" a part" zu bekommen, Es waere dies wirklich eine grosse Sache, wenn Sie dazu noparéinmal ihren Einfluss geltend machen koennten.Natuerlich muessen wir es Ihnen anheimstellen zu uebersehen, wie das moeglich ist; wir verstehen hier, dass bei Ihnen alle vorhandenen Kraefte angespannt werden muessen, die neuen Moeglichkeiten auszunuetzen,-was gewiss auch mehr Mittel erfordert als zur Verfuegung sein moegen.--- Ich haette Ihnen mit diesem Brief gerne gleichzeitig Abschlussbericht nebst Rechnungslegung ueber die von den vier Organisationen erhaltenen und und verwendeten Gelder fuer die beiden ersten Aktionen geschickt( die im uebrigen der Genosse Schoemann pruefen und gegenzeichnen wird) Krankheitshalber bin ich dazu noch nicht in der Lage, hoffe aber in einer Woche dazu zu kommen.Augenblicklich muss ich mich darauf beschraenken, die dringendste Post zu erledigen.--- Zur zweiten Aktion jetzt nur soviel, dass sie u.E.wirklich als ein guter Erfolg angesehen werden kann; wir konnten sogar 91 paar Schuhe( fuer Kinder)-nicht neu- aber stabil und gut erhalten- zusammen bekommen, dazu 1 1/2 To.Lebensmittel, 1/4 To. Kleidung.---- Die dritte Aktion laeuft, wird am 20.IV.abgeschlossen und ihr Ergebnis- fuer das wir hart kaempfen muessen, da Eure Hilfe wegfaellt, Ende des Monats abgeholt.Mit dem Camion, das die Savhen nach Koeln bringt-- mein Mann kommt einige Tage frueher-- fahren auch wir zurueck. Damit ist dann unsere Emigration definitiv zuende- endlich und beinahe unausdenkbar!-- Fuer die weiteren Aktionen will der Genosse Hans Schoemann, der Ihnen zumindest dem Namen nach bekannt ist, er ist der hiesige Vertrauensmann der IRRC, sorgen. Adresse: Mons.Hans Schoemann, 50 Avenue Eugène Plasky, Bruxelles III Ich soll Sie herzlich von meinem Mann gruessen, der sich Ihrer gut erinnert, Ihre Gruesse an Robert Goerlinger wird er inzwischen ausgerichtet haben. Seien Sie vielmals gegrusst. gez.Marianne Kuehn. den 25.Juli 1947 Lieber Genosse Schoemann, Trotz sehr knapper Zeit schreibe ich Ihnen noch einmal ein paar Zeilen. Der Genosse Sollmann schrieb mir zwischen zwei Reisen( er ist im Sommer sehr gehetzt und muss viel arbeiten) dass er Ihnen hoffentlich noch schreiben koenne, bevor er sich auf die Tour begibt. Ich habe den Bericht ueber den Parteitag verfolgt. Die Internationale Anteilnahme war bemerkenswert. Je mehr ich ueber meine Anregung, eine Einfuehrung bei dem Genossen Broukêre von deutscher Seite her zu erbitten, umso sicherer bin ich, dass dies der richtigere Weg ist. Die deutschen Genossen sind durch den lebendigen Kontakt, der geknuepft worden ist, wieder zu einem Begriff geworden. In der Anlage zwei kleine Sachen, die ich grade uebrig behallte, bei meiner Arbeit. Die Quakersache legt Zeugnis davon ab, dass Beharrlichkeit endlich zum Ziel fuehrt.Es sind jetzt zwei Jahre, dass die Qu.sich die erste kategorische Nein von der Militaerverwaltung holten, als sie ihre eigne Arbeit aufziehen wollten, fuer die sie mehr als zwei Jahre trainiert hatten. So ging es weiter, sie mussten( wie wir auch)-wir allerdings noch dazu als kleines Anhaengsel der AFofL- durch die CRALOG arbeiten. Das andere Blatt sind die Verteilungsziffern, die mein und Lotte Lemkes-- unser aller-- grosser Kummer sind.Sehen Sie sich diese Ziffern genau an und Sie werden manches verstehen. Das ist esals ganzer Komplex, was mir Kummer macht.--- Der Genosse Kirschmann rief mir eben zu, dass ich Ihnen einen Gruss bestellen moechte. Es ist schon spaet abends und ich sitze noch an der Maschine. Freundlichen Gruss Ihre H. SCHOEMANN 3. Maerz 1947. BRUXELLES, LE 50, AVENUE EUGÈNE PLASKY TÉLÉPH. 34.22.63 Mrs. Marie Juchhacz 339 East 173rd Street New York 57 N.Y. Liebe Genossin Juchhacz, Vielen Dank fuer Ihre Zeilen v. 27. Januar nebst Anlagen. Unsere Aktion fuer die AW Koeln geht weiter und vor einigen Tagen konnten wir einem Lastwagen der Quaker, der fuer eine katholische Organisation nach hier gekommen war, 16 Ballen Kleidungsstuecke fuer die AW hinzufuegen. Naechsten Monat hoffe ich wieder einige 100 kg Nahrungsmittel schicken zu koennen, aber wie bereits erwaehnt mit einer Hilfe von dort, koennte unsere Sendung eine bedeutend groessere Ausdehnung erfahren. Das International Rescue and Relief Committee, das ich in Belgien vertrete, hat ab 1. Januar sein Budget fuer Belgien gestrichen. Ich bin noch in Verhandlungen, um wenigstens einen kleinen Teil der bisher fuer Belgien reservierten Summe zu erhalten; das erschwert natuerlich auch die Situation hier, da einige Faelle hier existieren, in denen unter allen Umstaenden geholfen werden muss und das fehlt dann andererseits fuer den Kauf von Lebensmitteln fuer die AW Koeln. Wenn ich von dort einen Betrag erhalten wuerde, koennte ich z.B. auch bestimmte Textilien zu guenstigen Bedingungen kaufen, wie Kinderstruempfe, usw. usw. Blankschar sandte mir einige Fotos, die ich Ihnen einliegend zukommen lassen. Es handelt sich um die Weihnachts veranstaltungen der AW Koeln, wo mehr als 3000 Kinder beschenkt und bewirtet wurden. Ein sudetendeutscher sozialistischer Genos aus Bussel es sehr dreckig geht, hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz Krankheit mehrere Wochen Spielzeuge fuer die Kinder zu fabrizieren, die natuerlich einen grossen Erfolg hatten.BL. schreibt mir soeben: " Abgesehen von dem Bericht ueber die Weihnachtsbescherungen, der Dir in naechster Zeit noch zugesandt wird, moechten wir heute schon sagen, dass es eine Freude war, die leuchtenden und lachenden Kinderaugen zu sehen, als sie die Geschenke und Liebesgaben aus Belgien in Empfang nahmen. Wir haetten es den Spendern gerne gegoennt, diese Freude persoenlich mitzuerleben." Seit mehreren Monaten habe ich ein Permit beantragt nach Koeln auf ein paar Tage zu gehen, um persoenlich die Weiterfuehrung unserer Taetigkeit hier zu besprechen und zu foerdern. dem Fuer heute verbleibe ich, freundlichem Gruss ми PS. Hans Dohrenbusch ist infolge einer Differenz als Geschaeftsfuehrer der AW Koeln ausgeschieden. Es ist mir von hier nicht moeglich diese Angelegenheit zu beurteilen. Ich bedauere persoenlich wenn ein Genosse, den ich immer als einen aufrechten Menschen gekannt habe, der Solidaritaetsarbeit entzogen wuerde, insbesondere da der Kraeftemangel doch sehr gross ist. THE WORKMEN'S CIRCLE BRANCH 424E" SOLIDARITAET" Chairman: Marie Juchacz Liebe Freunde! Secretary: Martha Schmidl May 25, 1945 Im Einvernehmen mit dem City Committee der English Speaking Division des Workmen's Circle hat unsere deutschsprachige Branch beschlossen, ein ueberparteiliches HILFSWERK FUER DIE FREUNDE IN FRANKREICH durchzufuehren. Mit der Organisierung wurden die unterzeichneten Freunde beauftragt. Unsere Freunde in Frankreich leiden Hunger und Not! Wir wollen ihnen Lebensmittel und Kleider senden. Wir haben viel bittere Nachrichten erhalten, von Verschleppungen, Tod und Verfolgungen durch die Gestapo waehrend der Zeit der Besetzung. Aber auch erhebende Mitteilungen von Freunden, die in den Reihen der Maquis kaempften, von anderen, die am illegalen Aufbau der Franzoesischen Sozialistischen Partei beteiligt waren und von Frauen, die mutig das Werk ihrer Maenner fortsetzten. Wir haben jetzt bessere Hilfsmoeglichkeiten, u.a. koennen wir durch Anschluss an die Aktionen des Jewish Labor Committees grosse Lebensmittelpakete mit einem Netto- Inhalt von 17 Pfund abschicken. Helfen Sie uns, diese wichtige Aufgabe zu erfuellen! Lassen Sie uns, bitte, durch anhaengende Erklaerung wissen, in welchem Umfang wir mit Ihrem Beitrag rechnen koennen, um moeglichst regelmaessig Paketsendungen zum Durchschnittspreis von$ 6.00 zu sichern und geben Sie uns auch die Namen anderer Freunde bekannt, an die wir uns mit diesem Appell wenden koennen. Mit solidarischen Gruessen Marie Juchaz Chairman Marvin Stelman Treasurer Manfred Ackermann - Frieda Albrecht Karl Braeuning - Otto Kadmon - Emil Kirschmann - Joseph Lang - Peter Gluck- Eva Lewinski. Zuschriften und Checks erbeten an: Marvin Stelman, The Workmen's Circle English Speaking Division 175 East Broadway, New York, N.Y. - Mr. Marvin Stelman, The Workmen's Circle, 175 East Broadway, New York, N.Y. I herewith pledge to contribute for food parcels for friends in France and send you enclosed my check monthly gift. - money order-$ as a one time weekly- Date: ( signature and address) Sower 1945 2 Chairman: Marie Juchacz THE WORK MEN'S CIRCLE BRANCH 424E" SOLIDARITAET" Betr.: Hilfswerk fuer die Freunde in Frankreich, Liebe Freunde! Secretary: Martha Schmidl Der Appell, uns fuer die Solidaritaets- Aktion fuer die in Frankreich zurueckgebliebenen Freunde zu helfen, hat einen groesseren Erfolg gehabt, als wir je zu hoffen wagten. Bis Ende Juli haben wir etwa$ 10001- eingenommen. Wir danken allen, die an diesem Resultat beteiligt sind, denen, die sich zu einem regelmaessigen Beitrag verpflichtet haben, wie auch denen, die jede Spende von ihrer augenblicklichen Lage abhaengig machen muessen. Wir wissen, dass die meisten von uns ausser ihrer Teilnahme an dieser allgemeinen Aktion durch Hilfe an Freunde und Verwandte stark in Anspruch genommen sind. Umso hoeher schaetzen wir ein, dass sie sich dem Ruf nach solidarischer Hilfe fuer diejenigen, die keinerlei Beziehungen nach Amerika haben, nicht versagt haben! Die von unserer Branch finanzierten ersten groesseren Sendungen sind unterwegs; die erste Sendung von 80 Paketen( groesser als die von der Post zugelassenen) ist von unseren Vertrauensleuten in Paris bereits bestaetigt worden. Gleichzeitig kam aber die Mitteilung, dass der Beduerftigen viel mehr sind, als wir vermuteten und hier bekannt waren. Diese Woche ist die erste Sendung von Einzelpaketen nach Belgien und Holland abgegangen; wir haben Meldungen von Freunden aus Daenemark, die uns veranlassen muessen, unsere Aktion auch dorthin auszudehnen. Zum Winter hoffen wir, neben regelmaessigen Paketen mit Lebensmitteln, auch Waesche und Kleider schicken zu koennen. Betrachten Sie dies als einen vorlaeufigen Bericht. Wir werden im September uns an einen weiteren Kreis wenden und dann einen ausfuehrlichen Nachweis in Verbindung mit einigem weiteren Material liefern. Inzwischen bitten wir Sie, in Ihrer Unterstuetzung unseres Hilfswerkes nicht zu erlahmen. Geben Sie uns Ihre Unterstuetzung nicht nur in der Zuwendung von Geldmitteln entsprechend Ihrer Leistungsfaehigkeit, bitte helfen Sie auch durch Propaganda in Ihnen nahe stehenden Kreisen und nennen Sie uns Adressen, an die wir uns um Hilfe wenden koennen. Auch dafuer danken wir im Voraus. Mit solidarischen Gruessen 1.A. Marie Juchacz, Chairman Anlage: Quittung Zuschriften und Checks erbeten an: Marvin Stelman, The Workman's Circle, English speaking Division, 175 East Broadway, New York, N.Y. Mr. Marvin Stelman, The Workman's Circle, 175 East Broadway, New York, N.Y. I herewith pledge to contribute for parcels for friends in France and send enclosed my check- money order- postal note-$ as a one time- weeklymonthly gift. Date ( signature and address Januar 1946 THE WORKMEN'S CIRCLE BRANCH 424E" SOLIDARITAET" Chairman: Marie Juchacz Liebe Freunde, Secretary: M.Schmidl unser Solidaritaets- Ausschuss erhielt in den letsten Wochen mehrmals die dringende Aufforderung, sich an Hilfs- Aktionen fuer Kameraden in Deutschland zu beteiligen. Es waren: 1. Durch das" Schweizer- Arbeiter- Hilfswerk" sollen monatlich 500 Pakete in das Englisch und Amerikanisch besetzte Gebiet gebracht werden.( Es duerfen auch mehr sein, wenn genuegend Mittel vorhanden sind.) Die erste Sendung, an der wir uns beteiligt haben, wurde am 15. Jan. gestartet. Die Sendungen gehen ins Rhein- und Ruhrgebiet. 2. Eine Hilfs- Aktion wird ueber Freunde in Schweden ausgefuehrt. Auch hier haben wir uns bereits beteiligt. Davon wird Norddeutschland erfasst. 3. Einer Paketsendung, die diesmal noch fuer Frankreich bestimmt war, wurden 40 grosse Pakete a 17 Pfund mit wertvollen Lebensmitteln beigegeben. Sie gehen in die franzoesisch bestzte Zone Deutschlands. 4. Schliesslich beteiligten wir uns in den letzten Tagen noch an einer Hilfsaktion fuer Koelner Kinder antifaschistischer Eltern, die von Belgien aus gestartet wird, All diese Anforderungen kamen sehr ploetzlich und waren sehr dringend. Sie sind sicher mit uns froh, dass es unseren Freunden drueben endlich gelungen ist, die Erlaubnis der Militaerbehoerden fuer die Einfuhr zu bewirken. Kommen jetzt aber erneut solche ploetzlichen Ansprueche an uns heran, so sind wir aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage, den Bitten- und seien sie noch so dringend- zu entsprechen. Auch die Fortsetzung unserer Hilfsaktion ueber das" Schweizer Arbeiter- Hilfswerk" und ueber Schweden ist dann nicht mehr moeglich, aber bereits wieder faellig. In allen Faellen handelt es sich um Hilfe fuer sozialistische und gewerkschaftliche Kaempfer( Opfer des Hitler- Terrors) oder deren Kinder. In allen Faellen geschieht die Durchfuehrung durch Genossen der Arbeiter- Wohlfahrt. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Mit solidarischen Gruessen i.A. Marie Juchacz Zuschriften und Checks erbeten an: Marvin Stelman, The Workmen's Circle, English speaking Division, 175 East Broadway.N.Y. Mr. Marvin Stelman, The Workmen's Circle, 175 East Broadway, New York, N.Y. I herewith pledge to contribute for parcels for friends in Europe and send enclosed my check- money orderpostal note-$ as a one time- weekly- monthly gift. Date ( signature and address) Chairman: Marie Juchacz Liebe Freunde, THE WORKMEN'S CIRCLE BRANCH 424E" SOLIDARITAET" Secretary: Martha Schmidl 15. Oktober 1945. heute kommen wir zu Ihnen mit einem neuen Rundbrief. Wir sind es unseren Freunden hier im Lande schuldig zu berichten, welchen Erfolg wir seither hatten, was mit den eingegangenen Geldern bisher geschehen ist und was weiter geschehen soll. In den Monaten Juni bis September liefen von rund 150 Spendern etwas ueber $ 1200,- ein, gewiss ein erfreuliches Ergebnis fuer unsere kleine Organisation. Wir waren bisher in der Lage allein in Frankreich ca. 160 Pakete mit einem Netto- Inhalt von je 17 Pfd. Lebensmitteln zur Verteilung zu bringen. Diese Sendungen konnten wir mit Hilfe des Jewish Labor Committees durchfuehren, das unsere Aktion auch in freundschaftlicher Weise unterstuetzte. Ausserdem haben wir noch den wiederauf gefundenen Freunden in Belgien, Holland und Daenemark Pakete von hier aus uebermittelt. Keiner unserer Spender ist auf" Rosen gebettet". Jeder von ihnen hat noch reichlich Verpflichtungen privater Art fuer Verwandte, Freunde und Kameraden zu erfuellen. Aber sie fuehlen sich prinzipiell verpflichtet, sich an einer Aktion zu beteiligen, von der sie wissen, dass sie Luecken ausfuellt, die bei einer individuellen Hilfe- und sei sie noch so umfangreich immer offen bleiben muessen. Liebe Freunde! Wir wollen den Gedanken der Solidaritaet der Arbeiterklasse nicht aussterben lassen. Es ist wichtig in unserer verworrenen Zeit dass wenigstens auf einem Gebiete ein gemeinsames Wirken ohne Hader und Streit vorhanden ist: bei der solidarischen Hilfe zwischen Menschen der gleichen Grundge sinnung! Nachdem wir anfaenglich eine Liste der Empfaenger hier durchprueften und endgueltig feststellten, hat es sich durch die eifrigen und sachlichen Berichte unserer Vertrauen smaenner in Frankreich( Guenter Nelke und Guenter Markscheffel) als zweckmaessig herausgestellt, dass man den beiden Freunden freie Hand fuer notwendige Aenderungen lassen muss. Es kommt vor, dass der oder jener in der Zeit, in der die Sendungen unterwegs sind, bereits in die Heimat zurueck gegangen ist. Dadurch entsteht nicht etwa ein Abgang in der Zahl der Beduerftigen, weil dauernd neue Faelle gemeldet werden, in denen wir mit unserer zusaetzlichen Hilfe mehr als willkommen sind. Wir koennen aus den Berichten feststellen, dass die Not unserer Freunde in Europa leider noch nicht zuende ist. Wieviel Freude wir drueben ausgeloest haben, wie gut es tut zu wissen, dass man nicht vergessen ist und daraus Mut zur neuen Arbeit schoepft, verraten die Briefe unserer Freunde, von denen wir Ihnen im Anhang einige Auszuege bringen. Sie geben eine Illustration zu der vorhandenen Not, die Hilfe, die auch durch das Bescheidenste gebracht wird, die seelische Wirkung, die kameradschaftliche Hilfeleistung bringt. Duerfen wir Sie deshalb bitten unsere Solidaritaets- Aktion nicht zu vergessen. Seien Sie mit uns davon ueberzeugt, dass wir damit ein dringendes Erfordernis solidarischer Art erfuellen. Sie alle haben sicher mit uns den Wunsch diese Arbeit so bald als irgend moeglich auf die Freunde in Deutschland auszudehnen. Wir moechten auch dort in dem Land, das unsere Heimat ist, helfen, wo unsere ueberzeugungstreuen Kameraden so viel gelitten haben, dass es menschliche Vorstellungskraft und Ausdrucksfaehigkeit uebersteigt. Wir sprechen Ihnen unseren Dank fuer die bisherige Hilfe aus und wir haben die Hoffnung, dass Sie durch Werbung in Freundeskreisen unsere Aktion verbreitern helfen. Mit solidarischen Gruessen Marie Juchacz Chairman Marvin Stelman Treasurer Manfred Ackermann- Frieda Albrecht Karl Braeuning - Peter Glueck Paul Hertz- Otto Kadmon- Emil Kirschmann- Joseph Lang- Eva Lewinski. Zuschriften und Checks erbeten an: Marvin Stelman, The Workmen's Circle -English Speaking Division- 175 East Broadway, New York, N.Y. Mr. Marvin Stelman, The Workmen's Circle, 175 East Broadway, New York, N.Y. I herewith pledge to contribute for food parcels for friends in Europe and send you enclosed my check- money order-$ as a one time weekly- monthly gift. 1 Date: ( signature and address) -2Auszuege aus Briefen von Freunden aus Europa. Sie sind alle waehrend des Sommers 1945 geschrieben. Wir bemuehten uns aus der Fuelle des Eingegangenen, die Aesserungen verschiedenster Art festzuhalten, soweit es der schmale Raum gestattet. "... der Krieg hat ein solches Elend ueber uns gebracht, wie Ihr es Euch gluecklicherweise kaum vorstellen koennt. Es geht soweit, dass wir die Existens von Dingen, die frueher eine Selbstversta endlichkeit waren, vergessen haben..." "... ich brauche Euch nicht zu sagen, wie willkommen Eure Pakete sind, was sie an Freude und Genues sen darstellen..." "... Auch dieses Paket hat uns grosse Freude gemacht, da die Speisekammer bei uns selten" Vorraete" enthaelt, ist solch eine Sendung immer eine Erleichterung fuer ein paar Tage... Als ich uns voller Freude einen richtigen Kaffee gemacht hatte, stand ploetzlich H. vor mir...( aus Bergen- Belsen zurueck..." "... Die gezuckerten Mandeln waren die Freude der Maedels in der Schule, den Kaffee und die Schokolade habe ich meinen Eltern mitgenommen... grosse Freude..., den Tee habe ich behalten. Es kommt mir ganz unwahrscheinlich vor, so viele uns so kostbare Dinge zu besitzen, von denen wir fasst vergessen hatten, wie sie schmecken und riechen..." "... Das Gefuehl, wieder einmal Seife im Haus zu haben, um meine Dreckspatzen und die Wae sche ordentlich zu waschen.. Der Kaffee ist natuerlich reiner Luxus und ich habe ueberlegt, ob ich ihn nicht besser fuer 500 Frs. verkloppen sollte und etwas nuetzliches dafuer kaufen. Der gute Kaffegeruch aber war staerker als meine Vorsaetze." "... Die 13 Jaehrige Ninette schrieb:" Als ich aus der Schule nachhause kam, sah ich gleich, dass Mama so anders dranblickte. Und als ich fragte: was gibt es denn? antwortet sie mit halber Stimme:" Uch, schau mal, was da auf dem Tisch liegt..." Oh, ich glaubte zu traeumen: Seife- Vorkriegsseife! Da liegen drei Stuecke, das eine weiss wie Schnee, die anderen zartgruen, wie junges Gras. Waehrend ich wie angenagelt diesen Schatz anstaune, legt mir Mama die unglaublichsten Dinge auf den Arm: Pullover, Rock und Struempfe... Toll vor Freude schlage ich Rad, dann stuerze ich in den Garten und tobe mich aus. Als ich atemlos wieder herein komme, was sehe ich da auf dem Tisch? Schokolade! Schnell, schnell ist das rote Papier zerrissen, ich knabbere ein Stueckchen.. Den Geschmack hatte ich schon ganz vergessen. Wie das gut ist... Und es gibt noch mehr schoene Sachen, die Sardinen, die wir heute abend essen sollen, Mama hatte sich schon den Kopf zerbrochen, was sie uns heute abend geben sollte. O, ich weiss nicht, wie ich Euch danken soll... Und die Mutter fuegt diesem Brief an:" Ninette mit ihren Luftspruengen brachte das Haus beinahe zum Einstuerzen. Seit der" liberetion" hat es einmal 125 gr. Schokolade gegeben. Ich teile die Freude ueber all die schoenen Sachen von Herzen. Ihr solltet sehen, wie ich die Seife liebko se, denn die, die wir bekommen ist unsagbar schlecht. Ich habe mich aber nur getraut sie fuer Dany( Baby von 6 Monaten, ein Maquis- Kind) zu gebrauchen, es waere mir wie ein Sakrileg vorgekommen, sie allgemein zu benutzen.." Und der Mann schrieb:"... wie sollen wir nur danken fuer die Pakete, aus denen soviel Liebe, Freundschaft und Solidaritaet spricht..." "... Ich moechte Euch das herrliche Paket bestaetigen. Ihr koennt Euch garnicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Butter, Schokolade und die anderen wunderbaren Sachen haben wir seit langen, langen Zeiten und nach qual vollen Hungerjahren nicht mehr gesehen. Ich wagte kaum davon zu essen, habe die schoenen Sachen immer wieder angeschaut, bis ich mir sagte ,, dass sie ja doch zum essen da sind. Vor einiger Zeit gab mir W. ein Stueck Seife ab, aus einem Paket, so weiss, so rein, so wohlriechend. Ich haette hinein beissen moegen und fand es fasst zu schade mich damit zu waschen.." "... nach 5jaehriger Abwesenheit wieder in Paris. Wie ist hier alles so anders geworden. Und doch, ich bin froh der drueckenden Einsamkeit entronnen und wieder unter Freunden zu sein. Sie ueberlebten die furchtbaren Jahre wie ich. Aber mancher fehlt... Durch Vermittlung von B. untersuchte mich ein tuechtiger Arzt... Unterernaehrung, ich wiege 52 Kilo. Koennt Ihr Euch vorstellen wie ich aussehe? Der Arzt verschrieb mir doppelte Fleisch- und Fettrationen... Aber-- am gleichen Tag bekam ich ein grosses Paket von dem Freundeskreis des" Workmen- Circle", New York. Was ich dabei emppfand kann ich kaum in Worten ausdruecken. Wie schoen zu wissen, dass noch Gleichgesinnte jenseits des grossen Wassers an uns denken. Deshalb glaube ich, dass der Gedanke der Internationalen Solidaritaet doch nicht ganz vor die Hunde gegangen ist. Sage allen meinen Dank..." "... Das Paket, von Eurer Hilfsaktion stammend, war ganz wunderbar, und noch jetzt, nach fasst zwei Monaten zehre ich davon. Ohne solche Hilfe waere es kaum moeglich hier ehrlich zu leben und zum unehrlich leben reicht es auch nicht..." "... Das erste Paket hat uns gut getan, wie freue ich mich auf das Naechste. Hauptsaechlich auf die Seife. Ach, wenn es Euch doch moeglich waere an Sp...( folgt Adresse) ein Coli zu schicken. Denen ist ganz besonders schlimm mitgespielt worden. Daran gemessen, sind wir noch lange nicht die Aermsten..." "... Eben lese ich in der Zeitung, dass gewisse Lebensmittel bei Euch rationiert sind. So habe ich ein etwas schlechtes Gewissen. Bitte schickt nur, was es bei Euch ausreichend gibt... Wir haben uns mit Eurer Hilfe schon wieder hochgerappelt und das Herz funktioniert auch wieder besser..." Aus dem Brief eines Genossen, der Gelegenheit hatte das franzoesisch besetzte -3Gebiet zu besuchen:"..... Grauenhaft.... Wie gut tut es aber mit den Genossen zu sprechen, die ihren Kopf hochtragen und einem in die Augen sehen koennen. Und was haben sie durchgemacht. Mein 70jaehriger Vater gehoert zu den Tapferen, denen Eure Pakete eigentlich zugute kommen muessten.... "... Ja, ich bin seit dem 18. Mai nach Frankreich zurueck gekehrt, nachdem ich 26 Monate im Zuchthaus Ulm von den Nazis eingesperrt war. Befreit wurde ich am 26. April von der ersten franz. Armee und am 7. Mai bin ich dann zu meiner Familie nach Frankreich transportiert worden. Meiner Gesundheit ist der Aufenthalt im Zuchthaus nicht gut bekommen.... habe mir dort ein Magenleiden zugezogen.... Und die Frau schreibt dazu: Und nun will ich Euch allgemein Lob sagen fuer die liebevolle Sorge. Ihr helft uns damit ueber die boesen, wirtschaftlichen Schwierigkeiten und den schimmsten Hunger hinweg. Wir werden mit doppelter Kraft weiter arbeiten..." "... haben die beiden pakete erhalten. Danken von ganzem Herzen. Das Kleidchen hat meine kleine Tochter am Sonntag schon angehabt... Trotz unserer grossen Not fuehlen wir uns doch wieder als freie Menschen. Es war eine schwere Zeit fuer alle Emigranten. Viele unserer Leidensgenossen haben ihr Leben lassen muessen, bei der Menschenjagd. Monatelang haben wir uns in den Waeldern versteckt, sind herum geirrt, mit der Angst doch noch den Nazis in die Haende zu fallen. Wir haben alles dabei verloren und sind jetzt nur. noch in Lumpen gehuellt. Meine Frau und die Kleine mit ihren 13 Jahren arbeiten schwer beim Bauern nur um das Essen- und bringen auch mal ein paar Eier mit oder getrocknete Bohnen. Die Preise fuer Lebensmittel sind ungeheuer gestiegen, das meiste gibt es nur auf dem schwarzen Markt, das koennen wir nicht bezahlen..." "... Ihr koennt Euch nicht vorstellen, was Ihr uns mit dem so liebevoll zusammengestellten Paket fuer eine Freude gemacht habt. Wir freuen uns ueber jedes Lebenszeichen von Euch, sitzen hier mutterseelen allein in unserem winzig kleinen Landort, sehen von ferne die Pyrenaen, leben unser kleines Leben, wissen aber manchmal nicht wozu es nuetzlich ist. Wir schleppen unser Wasser in Eimern heran, sammeln das Holz im Walde, der H. muss es abends und Sonntags hacken..." "... Na, das war aber ein Ereigniss, als Euer wunderbares Paket ankam. Herzlichen Dank. Ihr habt wirklich das geschickt, was wir so gut gebrauchen koennen.... Was wir haben sind nur noch Fetzen, da die Preise fuer Stoffe und Waesche( schlechte) unerschwinglich sind. Die kleine prangt nachts im himmelblauen Schlafanzug und tags im Pulloever chen... das Stopfgarn ist auch sehr nuetzlich... und der Kamm, sowas gibt es hier garnicht mehr..." "... und heute kam ein grosses herrliches Fresspaket, in dem wohl das Schoenste ein grosses Glas Orangen confituere war. Wir fruehstueckten wie amerikanische Multimillionaere. Wie ruehrend Ihr alle an uns denkt. Herzlichen Dark dafuer..." "... heute kann ich Dir den Empfang eines grossen Fresspaketes aus Eurer Solidaritaetsaktion- bestaetigen. Ich will nicht uebertreiben, aber es war das schoenste Lebensmittelpaket, das ich bis jetzt bekommen habe. Das ist nicht nur mein persoenlicher Eindruck, auch andere Freunde die dasselbe bekommen haben- finden das. Wir koennen alles so gut gebrauchen.... 1 "... Als wir das erste Paket auspackten, war es wie eine Scene unter dem Weihnachtsbaum. Alles, entspricht unseren Wunschtraeumen. Ich weiss nicht was schoener war: als ich am Sonntag frueh ein paar neue Struempfe anziehen konnte oder am Abend ein paar uralte mit richtigem Stopfgarn ausbessern konnte.( Seit Jahren mache ich naemlich mein Stopfgarn aus den oberen Raendern alter Struempfe, probiert es mal) Unser Textilbesitz lebte seit Jahren in steter Metamorphose. Aus Mantelfutter machte ich Kleider und aus abgelegten Kleidern wieder Mantelfutter. Vorhaenge wurden zu Handtuechern und Kopfkissen und aus den Resten von Kopfkissen zauberte ich Taschentuecher... aber kaum umgewandelt, ging alles gleich kaputt... Eure Sorgen fuer uns stimmen uns recht froh, habt Dank fuer alles. Wir sind halt Balkan- Europa geworden, haben aber noch westeuropaeische Ambitionen, darum freuen wir uns z.B. ueber ein paar Schuhe aus Leder mehr als ueber die Kombination aus Holz und Bast.... 1 Marie Juchacz: I may want to follow up on your Brussels suggestion in various ways, but I need the address of Hans Schoemann. Is he the right person to approach if we should be interested in placing orders in Brussels, for instance, for the benefit of Aw, Cologne? One of our workers may wish to make a personal contact with him. What is his position? Is he working with the Belgian Cooperatives? HK 1/17/47 II. II. 1. Sicht: H t wird. Mrs Marie Juchacz, 339 East, 173 Street, New York 57, N.Y. Markscheffel, Paris 22.Febr.46 Liebe Grete eigentlich ist die Zeit noch nicht reif, um einen ganz orientierenden Brief zun zu schreiben. Es fehlen noch ein paar Tage.Aber da Du schriebst, dass Du anfang Maerz wieder rueber gehst, moechte ich nicht zu spaet kommen.-- Dank Dir fuer Deine Berichte, die ich gut verwenden konnte. Ueber das Historische Werden der AW sagt Dir ein klein Bischen der noch einmal anliegende Artikel, sehr wenig, aber doch etwas.Heute muss man ja drueben von den Tatsachen ausgehen, die durch die Umstaende gegeben sind. So hoerte ich jetzt aus einwm Bericht, dass in den letzten Tagen oder Wochen die AW im amerikanischen Gebiet anerkannt worden ist. Das heisst: sie exis lokal, arbeitete fleissig und mit Ideen, wurde aber vielfach ignoriert, stierte von den Besatzungsbehoerden, teils aus Unkenntniss, teils aus Bequemlichkeit, teils aus anderen Gruenden. Von der" Charitas" und der" Inneren Mission"-auch " evangelisches Hilfswerk" genannt aus sehr durchsichtigen Gruenden.Mindestens fuehlten sich die Leute nicht verpflichtet die AW fuer die Beratungen mit den Behoerden zu nennen, wozu sollten sie sich eine Konkurenz aufladen, zumal sie nach ihrer Meinung doch dazu da sind, auch fuer die" Suender" mitzusorgen. --- Im englisch besetzten Gebiet soll, wie ich aus der gleichen Quelle erfuhr, die AW( um anerkannt zu werden und zur Beratung mit herangezogen zu werden) weniger Schwierigkeiten haben. In diesen beiden Zonen bereitet sich auch eine Zentralisierung vor- wie es ja auch notwendig ist, was Dir noch klar werden wird, wenn Du weiter liest.--- In der franzoesischen Zone weiss der Guenther wohl besser Bescheid als ich.Aber der Berichterstatter ist von der Atmossphaere an sich, dort nicht sehr erbaut( ich meine von der allgemeinpolitischen) die natuerlich auf dieses Gebiet abfaerbt, wenn auch nicht gesagt werden kann, dass die AW ignoriert wird.---- In der Russischen Zone gibt es keine AW, aber ein sozialdemokratisches Wohlfahrts- Sekretariat, das aber notgedrungen seine sehr wertvolle und sachkundige Arbeit auf das Weichbild von Berlin konzentrieren muss, das andere ist verschlossen.Was noch draus wird, muss uns die Entwicklung lehren, auch dies haengt mit dem Politischen zusammen.------ Seit einigen Tagen haben die Amerikanischen Hilfsorganisationen die seit langem nachgesuchte Erlaubnis nach D.zu gehen. Nur eine kleine Vertretung, acht Personen fuer etwa ein Dutzend Brganisationen. Analog dieser Vetretung wird sich( in der Amerikanischen Zone) ein Ausschuss bilden, in dem neben neben Charitas und Innere Mission auch die AW vertreten ist, als zentrale Vertretung dieses Bezirks.Ob sich etwas aehnliches in der engl. Zone vorbereitet, kann ich nicht sagen, ich weiss nur, dass fit/ die Englaende ihre Organisationen( wahrscheinlich in einem viel groesseren Umfang zugelassen haben, sie sind schon taetig. Aber die Englaender haben nicht die Mittel, wie sie hier fluessig gemacht werden koennen und es werden wahrscheinlich noch Verhandlungen gefuehrt von hoeherer Stelle, auf die von uns kleinen Leuten niemand einen Einfluss hat.---- Soweit ich unterrichtet bin, ist man -na sagen wir mal- bei Euch, nicht der Meinung, dass Transportmittel da sind, um vom Westen her in XXXXX Hilfsmittel heranzubringen.Wohl sei es- wie mir gesagt wurde, moeglich ueber die Grenzen der Am.Zone etwas herueber zu bringen, aber das geht dann von der Quote ab, die von hier aus fuer die Am.Zone erlaubt wurde herueber zu bringen. Dies ist aber dann eine Sache von drueben, auf die wir wieder keinen Einfluss mehr haben.---- Hier sind erlaubt, durch die Hilfsorganisationen monatlich 2000 Tonnen an Fett- Milch- und Fleisch produkten, Kleidern, Schuhzeug und Medikamenten herueber zu schaffen.Mit diese generellen Erlaubniss ist jetzt- wie es scheint- auch fuer die verschiedenen Organisatio nen, wie sie sich im Laufe der Monate seit dem engueltigen Siegestag herausgebildet haben, die Bahn frei fuer Sammlungen.Bisher konnten z.B.Organisationen unserer Art nur" unter der Hand" sammeln.Bisher ist jeder- ausserhalb der alten amerikanischen Wohlfahrtsorganisationen jede Erlaubniss versagt worden.-- Bitte, das soll auch der Guenther zur Kenntniss nehmen, das wird ihm den Schluessel fuer manches geben, was ihm vielleicht nicht ganz verstaendlich war.--- Zurueck zur Sammlung: Wenn wir das jetzt Blatt 2. 22.Febr.1946 tun wollen, muessen wir bei jeder oeffentlichen Aufforderung bekanntgeben, fuer welche der Amerikanischen Organisationen wir sammeln. Das heisst, nicht a als Organisation, aber in dieser Sammelaktion, muessen wir uns fuer das Zusam mengehen mit einer der Organisationen entscheiden.-- Diese Entscheidung ist noch nicht endgueltig gefallen, ist aber fuer diesen Brief nicht interessant. ----- Wenn wir uns z.B.dem IRRC anschliessen sollten, dann koennen wir das was wir sammeln, fuer die AW designieren lassen. Auf Örte oder Personen haben wir dabei keinen Einfluss.---- Das alles ist fuer die Am.Zone gesagt, wie es in der englichen Z.MAX vereinbar wurde oder ausgefuehrt wird moechte ich sehr gerne wissen, aber Du wirst wohl kaum jemand finden, der mir das organisatorische Bild zeichnen kann.---- Wenn Du nun mit den Genossen in MAXX Essen oder sonstwo sprichst, dann sage ihnen, dass sie unterscheiden muessen, zwischen der generellen Hilfsaktion, die jetzt erst gestartet wird, und der Adressen- Aktion, ueber die ich soviel zusammengeschrieben habe, unterscheiden muessen.Bei der generellen Aktion kommt es ganz, aber wirklich ganz darauf an, was sie selber daraus machen, wie sie sich selber den kirchlichen Organisationen gegenueber durchsetzen und behaupten, bei der Vorbereitung und bei der Durchfuehrung. Unser Teil kann hier nur getan werden bei der Sammlung und das soll geschehen.-------- Jetzt fuer Deine und Guenthers Information noch etwas ueber das" Innerorganisatorische".Darueber soll er A aber von sich aus nicht zum Genossen Weissmann oder Fabian oder sonst jemand sprechen. Es wird dorthin ordnungsgemaess mitgeteilt, nachdem hier noch einige Modalitaeten erledigt sind.: Der Solidaritaetsausschuss hat-nach Verhandlungen- beschlossen, sich dem Ausschuss" Relief for German Victims of Nazism"( Hilfsausschuss fuer deutsche Opfer des Nazismus( Arbeiter- Wohlfahrt) anzuschliessen. Damit trete ich in dânsen Ausschuss ein- nicht ich allein, natuerlich.Es wird noch manches wegzurauemen sein, aber die Zersplitterung und ihre Gefahren fuer des Erstrebte Resultat unsrer Arbeit duerfte beseitigt sein.------ Noch ein paar Worte zu der Adressenfuægge.Die Genossen in Essen und sonstwo, auch Guenther, haben ganz recht, wenn sie sagen, dass man auf der allgemeinen Basis arbeiten muss. Das wir hier danach gestrebt haben und es fuer das vordringliche halten, siehst Du und sieht G.aus dem vorangehenden. Im Augenblick ist das Strohfeuer fuer die individuelle Halfe dieser Art, soweit Frankreich, Belgien Holland in Frage kommt, auch niedergebrannt und wir werden Muehe haben da- unserem Versprechen gemaess- noch etwas herauszuholen. Daran soll es nicht fehlen.--- Nun folgt eine kleine Geschichte, die ich nicht erzaehle- um bei einzelnen( aus denen viele werden koennen) himmelhohe Hoffnungen zu erwecken, die sich vielleicht nicht erfuellen lassen, zu erwecken sondern ich will nur illustrieren: Hier bahnt sich muehsam eine internationale Organisation der Emigranten aus allen Laendern Europas an.Die By- Laws und Rules( Statuten und Regeln) sind bereits beschlossen. Wenn diese Organisation funktionieren soll, Braucht sie Adressen. Die Russen! Sie haben ihre Emigranten- Kollegen in der ganzen Welt verstreut. Jede Gruppe steht mit ihren Freunden irgendwo in Verbindung.Die Spanier im Auslande zaehlen nach vielen TausendenDie Polen haben ihre Freunde in Polen und ausserhalb-- Ich konnte mehr aufzaehlen. Man denkt dort nur an alte Kaempfer und Familien, auch zurueckgebliebene Ww usw.Wie es mit uns Deutschen steht, brauche ich nicht zu sagen. Zweck soll grade sein, auch an die zu schicken, die heute vielleicht als Mitverteiler leer ausgehen- aus irgend welchen Gruenden mit knurrendem Magen mitverteilen helfen und selbst nichts zu nehmen- auch um sich vor uebeler Nachrede zu schuetzen usw. Macht Euch einen Vers.Gestern rief der Manager des Ganzen- ein sehr feiner und kluger russischer Genosse bei mir an: Bitte schicke mir Deine Adressen, sie sollen die Unterlage abgeben fuer die Summen, die von unseren Spendern ausgeworfen werden. Die Post fuer Deutschland ist zwar noch niet auf, aber man kann darauf nicht warten, wir wollen bereit sein, wenn Sie geoeffnet wird.--- Daneben bleibt alles fuer eine spaetere, ploetzlich kommende Entwicklung bestehen, was ich in frueheren Briefen zur Begruendung gesagt habe. Damit will ich meinen Bericht schliessen. Schoene Gruesse von uns zu Euch Eure den 30 Jan.1947 36 Liebe Hertha Kraus, Hans Schoemann ist der Vertreter des" International Rescue and Relief Committees" IRRC. fuer Belgien. Adresse: Hans Schoemann, Bruxelles, 50 Avenue Eugene Plasky. Die Adresse der Arbeiter- Wohlfahrt fuer den Stadtkreis Koeln ist: Paul Blankschar, Grafenwerthstr.4, I. Angefangen wurde die ganze Hilfsarbeit von Heins Kuehn und seiner Frau, als Kuehn( Sollmann gut bekannt) noch in Bruessel war.Kuehn ging dann nach Koeln als Redakteur.---- Schoemann hat der Marianne Kuehn bei der Durchfuehrung geholfen.----- Als Frau Kuehn dann nach Koeln ging, hat er es uebernommen( neben seiner sonstigen Arbeit) die Sache weiter zu machen. Ich habe noch einige Schriftstuecke, die einiges aufzeigen. Die ordnungsgemaessen Abrechnungen habe ich immer an die beteiligten Organisationen weiter gegeben, die Abrechnungen waren stets geprueft und gegengezeichnet, sodass man stets einen guten Eindruck bekam. Bitte wollen Sie mir die Anlagen nach Kenntnisnahme wieder zuleiten? Wie aus dem Brief vom 3. Juni ersichtlich, sind die" Friends" schon in irgend einer Form, vielleicht nur durch den regelmaessig gestellten Lastwagen, beteiligt. Ich habe Frau Kuehn und spaeter Schoemann niemals einen Zweifel darueber gelassen, dass die Mittel der AW viel zu klein sind, um sie fuer Spezialaufgaben dieser Art zu verbrauchen, wir wuerden in den anderen Teilen der AW drueben kein Verstaendnis dafuer finden. Es wuerde mich sehr intressieren etwas darueber zu erfahren, wenn es gelingen sollte die" Bruesseler Aktion" zu unterstuetzen, in irgend einer zweckmaessigen Form. In den Berichten wurde immer sehr warm hervor gehoben, dass sowohl die KOOPRATIVE wie auch Kreise der Arbeiter- Bewegung sehr hilfsbereit gewesen seien. Herzlichen Dank fuer Adressen, selbstverstaendlich folge ich den Direktiven. Dank ebenso fuer das uebrige Material.---- Die inliegenden Briefauszuege ( Kirschmann- Oberstein und Lemke- Hannover) werden sie intressieren. Der Brief Lemke kam durch eine Kette von widrigen Umstaenden erst jetzt zu mir. Er ist ueberholt. Freundlichen Gruss und Dank Ihre Ich war einige Tage unterwegs, deshalb ist meine Antwort verzoegert, bitte um Entschuldigung. Arlage 4 Schriftstücke Brasse(-Kol beld. 36 den 27. Jan.1947 Lieber Genosse Schoemann, herzlichen Dank fuer Ihren Brief vom 23.Dezember. Ich habe ihn mit grossem Intresse gelesen und habe noch veschiedenes versucht. Auch Aadt mit Hilfe von Eva.Es wird sehr schwer sein, fast unmoeglich, etwas speziell fuer die Koelner Kinder zu erreichen. Den Erfolg unserer Bemuehungen mussen wir noch abwarten. Nur fuerchte ich mich immer davor Hoffnungen zu erwecken, die sich dann nicht erfuellen.Seien Sie sicher, dass wir an Ihre Aktion denken. Der Genosse Blankschar, den ich gut von frueher her kenne, hat mir in der Zwischenzeit selbst geschrieben, er stellt mir" Berichtendes in Aussicht.--- Es ist ja nicht so, dass wir es aus Selbstgefaelligkeit und aehnlichen Gruenden haben wollen, sondern um es zu benuetzen.Manchmal wuenschte ich, dass es b= XXXXXXк moeglich sein moechte, nur fuer einen Ort oder kleinen Bezirk zu arbeiten, damit man deutlicher saehe, was es fuer eine Wirkung hat, aber das ist aus sehr vielen Gruenden unmoeglich/.... Ich lege Ihnen einen Bericht der Geschaeftsfuehrerin der Arbeiter- Wohlfahrt( Lotte Lemke) mit ein. Wir hatten das Glueck ihn in der Staats- Zeitung und Herold ungekuerzt veroeffentlicht zu bekommen, so habe ich einen Stass Zeitungen gekauft, um dem einen oder anderen der Freunde immer ein Expl.beilegen zu konnen.---- Weiter den Bericht einer Berliner Lehrerin, den mir Louise Schroeder zugesandt hat.Er wurde leider nicht abgedruckt, aber wir werden ihn wahrscheinlich in unserem engl.Bulletin verwenden. Mit freundlichen Gruessen Ihre CLIPPER M ORAQUE Marianne Kühn 38, rue Léon Mignon Mr.Marvin Stelman The Workmen's Circle 175 East Broadway, New York, N.Y./USA. Liebe Genossen, Bruxelles III, den 18.Januar 1946. JAN 25 1946 Ihre Adresse erhielt ich durch den Genossen Hans Schoemann, den hiesigen Vertrauensmann des International Rescue and Relief Committee, der mir auch von Ihrem Rundbrief vom 15.10.1945 Kenntnis gegeben hat. Weshalb ich mich an Sie wende, ist kurz folgendes: Wir brauchen eilige materielle Hilfe zur Durchführung einer hier startenden Solidaritäts- Aktion, deren Ergebnis sofort und unmittelbar notleidenden Kindern unserer Kameraden in der Heimat zugeführt werden kann. Es ist dies eine grosse Chance, und die Sache verhält sich folgendermassen: - - Wie Sie inzwischen vielleicht wissen, ist mein Mann, Heinz Kühn, vor 4 Wochen nach Deutschland( Köln) zurückgekehrt. Soeben erhalte ich von ihm einen ausführlichen Bericht, in dem er die Not und das Elend unserer Genossen drüben schildert und ankündigt, dass er in aller Kürze und das kann jeden Tag sein für 14 Tage wieder nach hier kommen wird, um die obige Aktion für deutsche Kinder, und zwar als Delegierter der Arbeiter- Wohlfahrt, durchzuführen; d.h. er will versuchen, in einer 14- Tage- Aktion soviel wie möglich an Nahrung, Kinderkleidung etc. für die 2000 Kinder antinazistischer Opfer, die sie drüben betreuen, zu sammeln. Er wird mit allen Papieren und Ausweisen versehen sein, so dass er auch Geld sammeln kann- was vonnöten sein wird, um etwas zu kaufen. Wir fangen nun hier schon mit der Vorarbeit an, um keine Zeit zu verlieren, da ein ganzer Lastwagen( von den Quäkern gestellt) rentabel gefüllt sein muss und jedes zu ergatternde Bekleidungsstück, jedes Paket Nudeln etc. von grosser Wichtigkeit ist." Es herrschen viel Not und Elend hier unter den Genossen... Die Nazis haben die Keller voll Fressen, die anderen aber können verrecken! Und jedes Paket Nudeln findet hier hungrige Münder...", schreibt Heinz.- Wir tun hier jetzt, was wir können, und jeder unserer Freunde gibt, was er nur irgendwie entbehren kann. Aber das genügt nicht; und was die Möglichkeiten, hier Gelder aufzutreiben, angeht, so sind diese, wie Sie selbst wissen werden, sehr gering, da ein grosser Teil der noch hier befindlichen wenigen Genossen selbst von Unterstützungen lebt. Was die Hilfe seitens der belgischen Sozialisten angeht, so machen wir uns hierüber sehr wenig Illusionen: die PSB( Sozialistische Partei Belgiens) ist arm und jeder Sous, den sie bei ihren Mitgliedern herausholen kann, wird für den bevorstehenden Wahlkampf, der ungewöhnlich heftig sein wird, dringendst gebraucht.- Was tun? Wir beratschlagten und fanden, dass eine Hilfsmöglichkeit bei Euch liege, um an Bargeld zu kommen, und zwar folgendermassen: - 2- Bitte, teilen Sie mir umgehend mit, ob Sie damit einverstanden sind, dass Genosse Schoemann mir aus dem Fonds des International Rescue and Relief Committee einen bestimmten Betrag, der von Ihnen festzusetzen bleibt, zur Verfügung stellt und dessen Verrechnung von Ihnen dort mit dem IRRC vorzunehmen wäre!( Eine Copie Ihrer diesbezüglichen Antwort bitte ich an den Gen. Schoemann zu senden.) 2 Mit diesem Geld könnten wir dann hier das kaufen, was am Notwendigsten und Rationellsten wäre. Falls Sie so helfen können, wäre der vorgeschlagene Weg der einfachste, um keine Zeit zu verlieren, sodass wir bald mit dem Einkauf und der Verpackung der Sachen beginnen könnten und auch sonst noch eine enorme Arbeit in der zur Verfügung stehenden kurzen Frist zu leisten ist.Sobald Ihre Antwort hier vorliegt, wird eine genaue, ausführlichere Berichterstattung von uns folgen. Ich brauche Ihnen sicher nicht zu sagen, dass die Möglichkeit dieser Aktion unter den heute noch waltenden Umständen eine ausserordentliche Chance ist und was sie, wenn sie gelingt, für die Kinder unserer Genossen und Freunde in der Heimat in diesem Winter bedeutet.- Und in diesem Sinne hoffen wir, dass Sie die Unterstützung der Aktion ermöglichen können. In Erwartung Ihres Bescheids, für den ich Ihnen in jedem Falle im voraus bestens danke, verbleibe ich mit sozialistischen Grüssen Ihre Marianne Küche P.S. Einen persönlichen Dank habe ich Ihnen noch abzustatten, und zwar von ganzem Herzen: für die grossartigen Paketsendungen, die inzwischen sämtlich angekommen sind und als Absender die Anschrift der Gen.Frieda Albrecht, die Ihrem Freundes- Circle angehört, tragen. Ihr Inhalt sind märchenhafte Dinge für uns und insbesondere für unser Bübchen, wie z.B. Honig und Seife. Wir können alles gut gebrauchen, und den Kaffee jeder zweiten Sendung habe ich bisher, da wir ihn als höchsten Luxus empfinden, andererseits aber Löcher notwendig zu stopfen sind, verkauft und dem Kind dafür Strümpfchen, Hemdchen und Höschen angeschaffte, an denen er rasenden Verschleiss hat in seinem Alter.- Die Pakete sind für uns eine bedeutende Beihilfe nicht zuletzt auch in dem Bewusstsein, dass der Gedanke der Solidarität noch lebt, und das verstärkt unseren Mut für den Einsatz unserer Arbeit für und in der Heimat.Nehmen Sie es nicht übel, dass ich unseren Dank als PS obigem Brief anhänge; aber ein weiterer Brief würde doppeltes Porto bedeuten( Frs.10.50), d.h. 4 Pakete Nudeln kämen der Aktion weniger zugute, darum heisst es jetzt geizen mit jedem Franc! Ihre M.K. Marianne Kühn 38, rue Léon Mignon März Bruxelles III, den 2.Rak 1946. Mrs. Marie Juchacz 339 East 173rd Street New York 57, N.Y. Liebe Genossin, wir danken Ihnen sehr für die herzliche und praktische Anteilnahme, die Sie und die auf Grund der Initiative des Workmen- Circle noch ausserdem beteiligten anderen Committees an unserer Hilfsaktion genommen haben; und wir bitten Sie, diesen Dank in unserem und im Namen der Kölner Genossen der AW an die anderen Organisationen dort weiterzuleiten.- Die Aktion, die mit dem Eintreffen meines Mannes, der mit den notwendigen Ausweisen und Zeichnungslisten für Geld- und Sachspenden ausgerüstet war, am 2. Februar begann, wurde am 14.Februar abgeschlossen und kann wohl wegen der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit als ein guter Anfangserfolg angesehen werden, wenn man berücksichtigt, dass alles nur von kurzer Hand vorbereitet werden konnte, d.h. in der Hauptsache improvisiert werden musste; dazu die belg. Wahlen, die die zeitlichen, finanziellen und sachspendlichen Möglichkeiten unserer belg.Genossen stark zu Gunsten der Wahlkampagne der soz.Partei beeinträchtigten. Ferner kam hinzu, dass Ihr Avis über die gespendeten Beträge den Gen.Schoemann erst am 12.Februar erreichte, so dass wir erst am 13.2., also am vorletzten Tag, über das Geld verfügen konnten. Leider war das zu spät, um die sofort im Grosseinkauf bestellten Lebensmittel noch rechtzeitig geliefert zu bekommen, so dass letztere nun mit dem nächsten Transport der gegen Ende März stattfindet- gehen werden, vorausgesetzt, dass nach dieser Zeit des Anlaufens und Einspielens genügend Mittel, sei es zum Einkaufen von Waren, sei es durch Sammlung von Sachspenden, zusammengekommen sind, die 3-4 To. ergeben, d.h. das Zur- Verfügungstellen eines Lastautos durch die Quaker rechtfertigen. aus: Das Aktionsergebnis sieht zahlenmässig folgendermassen Geld- Einnahmen:# 400.-Geld- Ausgaben: = Frs. 17.462.25 4.350.--= 21.812.25 Sammlung in Belgien= f.Lebensmittel u.Unkosten= 8.796.70 ( verbleiben: Frs. 13.015.55). Der Ausgabenbetrag setzt sich, umgerechnet in Kilo, in auf gesammelte Marken gekaufte Lebensmittel von ca.400 Kilo um, so dass wir mit den gesammelten Lebensmitteln von ca.600 Kilo insgesamt also. auf 1.000 Kilo od. 1 To. gekommen sind( bestehend hauptsächlich aus: Erbsen, Bohnen, Trockenei, Trockenmilch, Maccaroni, Kindermehle, Maizena, Haferflocken). Hinzu kommt die Kleider- Sammlung( in der Hauptsache aus gutgepflegten warmen Wintersachen für Babys, Kinder und Erwachsene bestehend, mit ca. 200 Kilo. -2 - 2- Die vorstehenden Mengen waren für die direkte Verteilung durch die AW bestimmt und das eigentliche Aktionsergebnis. - Ferner kamen dann noch zusammen an von der hiesigen Emigration für Freunde und Genossen in Deutschland( britische Zone) aufgebrachte, namentlich bestimmte Lebensmittelpakete von ca. 1 To., die gleichfalls mitgingen.Man kann danach sagen, dass die belgischen und wenigen deutschen Genossen hier unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände ihr Möglichstes zu einem Gelingen der Aktion beigetragen haben, wobei allerdings zu bemerken ist, dass mit einem solchen Sammelerfolg für die zweite Aktion aus privaten Mitteln nicht mehr zu rechnen sein wird, de" der Rahm abgeschöpft" ist. So sind wir froh, noch über einen Bestand von rd.Frs.13.000.zu verfügen, d.h. in Waren ausgedrückt, über 1 To.( Erbsen u.Maccaroni von zusammen ca.Frs.12.000.--). Frs.1.000.Frs.1.000.- möchte ich unter allen Umständen jedoch zurückbehalten für die Erfüllung von Spezielwünschen der Kölner AW wie z.B. Werkzeug, elektr.Draht, Lampen etc., und insbesondere zur Einlösung von Kleiderpaketen, die der Londoner AW- Ausschuss aus Sammlungen zusammengestellt hat und, mangels anderer Möglichkeiten, nach hier zur Weiterleitung durch uns an die Kölner AW schicken wird. was an Geldsammlung hier noch einkommen wird, ist nicht abzuschätzen und muss daher vorläufig ausserhalb der Kalkulation bleiben. Denn Wir hätten nätürlich gerne Ihre gespendeten 400.- ganz für die erste Aktion verwendet und ohne Schwierigkeiten auch gut verwenden können, wenn sie nur 2- oder 3 Tage früher eingetroffen wären. Ihre Befürchtungen, dass der zusammengekommene Dollarbetrag für einmal in Anbetracht der hiesigen Rationierungslage vielleicht zu gross sei, sind glücklicherweise nicht zutreffend, obwohl Ihre Ansicht grundsätzlich natürlich richtig ist. Aber wie immer, wenn man einem Problem ernstlich zu Leibe rückt, findet sich auch ein Ausweg zumindest hier in Belgien - und so ist nun das Lebensmittelbeschaffungsproblem in grösserem Masse für uns keins mehr; alle Welt sammelt die dazu nötigen Marken, und die inzwischen mit der hiesigen Cooperative und anderen kleineren Firmen getroffenen Vereinbarungen bieten in diesem Sinne günstige Einkaufsmöglichkeiten, falls wir eben die nötigen finanziellen Mittel dazu haben. Wir können die Waren teils sogar zu Einkaufspreisen oder zu Preisen nur wenig darüber bekommen.( Zur Verdeutlichung der Preislagen der verschiedenen Waren: 1 kg. Erbsen kostet hier zwischen Frs.5.-- u.5.25%; 1 kg.Maccaroni Frs.13.--; 1 Päck. Trockenei à 140 gr. Frs.15.--; 1 kg. Trockenmilch Frs.17.--; 1 kg.weisse Bohnen Frs.17.--; 1 kg.Büchsengemüse zw. 11. u.13.- Frs.; also kostet z.B. eine Tonne Erbsen Frs.5.250.-u.s.f.). ca. Es ist zwar wohl zu erwarten, dass in Anbetracht des Ernstes der Ernährungslage in D. die Grenzen für Paketsendungen etc. aus dem Ausland, d.h. vor allem Uebersee, nun früher geöffnet werden. Leider kommt es nun nicht mehr darauf an, dass Lebensmittelsendungen gestattet werden, sondern dass sie schnell erfolgen. In Bezug hierauf wird dies von dort aus aber Wochen, ja Monate mehr dauern als dies von hier aus geschehen kann. Die dringendst gebrauchten Nahrungsmittel aber sind in D. in Anbetracht der dort fehlenden Gemüse, Kartoffeln und Mehlwaren ( Brot!): Hülsenfrüchte, Nudeln, Büchsengemüse Mehl u.Trockenei, Geben Sie bitte Avis an mich( mit gleichzeitiger Kopie an Gen. Schoemann) damit ich rechtzeitig informiert bin und disponieren kann. Gleichzeitig möchte ich dann um Ihre Wünsche bezüglich Berichterstattung u.Abrechnung bitten, ob in' details' oder ' en gros', damit die Arbeit von vorneherein so rationell wie möglich gestaltet wird, da sehr wenig Hilfskräfte da sind und die Hauptarbeit auf mir liegt. 2003 Wir hoffen nun bald von Ihnen zu hören. Mit sozialistischen Grüssen PS. Ihre Wünsche und Grüsse an die Kölner Genossen werden von meinem Mann ausgerichtet. Ihre Marianne Külue J -3was sich hier auftreiben lässt; vor allem Erbsen.- Würden wir nun über die nötigen Geldmittel verfügen, könnten wir in entsprechendem Umfange einkaufen. Die Transportmittel stehen uns dafür jetzt falls sich - die Transportmengen lohnen zu jeder Zeit zur Verfügung. Die Leber mittel können also auf schnellstem Wege, hinübergebracht werden und zur Verteilung gelangen. - Ich möchte Ihnen dies zu erwägen geben, falls Sie an eine weitere Beteiligung finanzieller Art an den Hilfsaktionen für die Kinder und Kameraden in der Heimat von dort aus denken können. Es ist gewiss nicht nötig zu betonen, was eine solche Hilfe bedeutet, ach mit unseren im Grossen gesehen kleinen Möglichkeiten. Die Not ist inzwischen riesengross geworden, und, um nur eines, das Schlimmste, herauszugreifen; man braucht sich nur die armen kleinen Kindergesichter mit den grossen, grossen Augen tief in den Höhlen wie wir sie hier auf Fotos sehen und von denen mein Men aus eigener Anschauung berichtete vorzustellen, un alles in den Kräften stehende zur Linderung zu tun. Von mancher Seite wird geholfen, tun aber alle das Ihre wird aus dem viel Wenigen ein Viel, dann können wir einigermassen hoffen, den Kampf um das nackte Leben zu gewinnen.Wenn Sie also Ihre Hilfsmöglichkeiten für die nächste Zeit hierauf konzentrieren könnten, wäre viel getan; denn wir allein hier sind zu schwach. Natürlich wären auch Paketsendungen mit Lebensmitteln die hier nicht zu haben sind oder nur zu Ueberpreisen, nach hier zur Weiterleitung in die Heimat bis zur Bröffnung der direkten Versandmöglichkeit nach D., um keine Zeit zu verlieren, gerne gesehen. Mei Mann hat bei seinem Hiersein diesbezüglich bereits an das IRRC. appelliert und als Empfänger den Gen. Schoemann vorgeschlagen. Diese Pakete müssten aber besonders gekennzeichnet sein, vielleicht am besten mit dem Wort" action" aussen auf der Verpackung und innen noch einmal mit einem Zettel, um Verwechslungen auszuschliessen; dazu vorherige schriftliche Ankündigung, wieviele Pakete abgesandt wurden( die Einlösung beim Zoll hier beträgt jetzt für jedes Paket Frs.16.--). Doch sei gesagt, dass solche Paketsendungen erst, an zweiter Stelle rangieren; direkte Geldüberweisungen nach hier bedeuten eine grössere und schnellere Hilfe für die Heimat im Augenblick. - Senden Sie aber bitte alle Gelder, von welcher Seite sie auch kommen, vorläufig an den Gen.Schoemann bis zur Mitteilung der Adresse eines belg.Genossen, an den diese Beträge dann gehen können. Denn wir Ausländer, wenn auch" staatenlos" und" non- enemie", aber doch " d'origine allemand" haben ständig gewisse Schwierigkeiten, um an uns überwiesene Beträge von mehr als monatlich Frs.6.000.- von den Banken ausgezahlt zu erhalten. Auch für die zukünftige Weiterführung der Hilfsaktionen sind wir genötigt, einen zuverlässigen belgischen Genessen zu finden, da auch ich spätestens im April nach Deutschland zurück gehen werde. Andere deutsche Genossen oder Freunde kommen für diese Sache leider nicht in Betracht, und Gen.Schoemann ist schon so gänz lich mit zusätzlichen Arbeiten in Committees usw. überlastet, dass sich unmöglich noch damit befassen kann. Allerdings würde der belg. Genosse eng mit Gen. Schoemann zusammenarbeiten müssen und ihm verantwortlich sein. Aber das sind Fragen, die erst nach der zweiten Aktion akut und bis dahin auch geklärt sein werden. Für jetzt nur noch: b. 4. Mrs Marie Juchacz 339 East, 173 Str. New York 57, NY den 26.Maerz 1946 Mme Marianne Kuehn 38 rue Leon Mignon Bruxelles, Belgium Liebe Genossin Kuehn, Dank fuer Ihren Brief vom 2.Maerz. Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen nicht die Antwort darauf geben kann, die Sie gerne haben moechten und die ich Ihnen auch von Herzen gerne geben moechte. Aber ich habe aus Ihrem Brief gesehen, wie sachlich Sie sind und ich weiss, dass sie alles verstehen werden, was sich aus der jetzigen Sachlage ergibt. Die Aenderung, die uns zu einem anderen Handeln zwingt, hat sich in der letzten Zeit vollzogen. Am 20.Februar gab der Prasident der USA bekannt, dass er das" Council of Relief Agencies for Operation in Germany" genannt CRALOG mun anerkennt. Es ist die Verbindung von elf amerikanischen Organisationen, die mit einer Lizenz ausgestattet sind, die sie zum Sammeln fuer Deutschland berechtigt und ebenso zur Verschiffung von monatlich 2000 Tonnen von Waren, die aus dem Sammelergebnis erzielt werden. Damit wurde ein Zustand beseitigt, der in der Hauptsache deutsch- amerikanische Kreise( u.a. dazu stark bewegt hatte. Die entsprechenden Zeitungen forderten, Vereine wurden gegruendet zum Zweck der Hilfeleistung fuer Deutschland, sie beantragten in Washington die Lizenz usw. Dieser Situation wurde durch den Regierungsakt ein Ende bereitet, es waren und sind alte, seit langem anerkannte amerikanische Organisationen, die diese besondere Erlaubnis bekommen haben.--- Zu diesen Organisationen gehoeren die IHRC die" Labor Lige of Human Rights" das ist ein Teil der" American Federation of Labor"( A F of L) und das" National CIO Community Service Committee" das ist ein Teil des" Congress of Industrial Organisatin's"( CIO) die hier als weiter linksstehend angesehene Gewerkschaft.--- Die Organisationen, die keine Lizenz haben, aber mittun wollen, koennen sich bei einer der elf Organisationen( die kirchlichen habe ich nicht aufgezaehlt) die Erlaubniss erbitten, sich ihr zum Zweck der Sammlung anschliessen zu duerfen, wenn sie einig werden, bedienen sie sich bei Aufrufen usw der Lizenznummer dieser Organisation. Cehen sie diesen Weg nicht, durfen sie nicht sammeln. Die Organisation, der man sich angeschlossen hat, hat die Verpflichtung zu pruefen, und die Verantwortung, dass die gesammelten Mittel im Rahmen der Verordnng verwandt werden. Sie sehen aus dem Vorstehenden, dass wir seit dem 20.Febr.nicht mehr frei sind in unseren Handlungen.--- Es ist Ihnen wahl auch klar geworden beim Lesen, dass wir bisher, aus unserem Gewissen heraus, aber doch nur in sehr zurueckhaltender Weise, die Mittel fuer Einzelaktionen aufbringen konnten. Deshalb konnte es niemals viel sein. Jetzt ist das, wie sie sehen, ganz vorbei,-- nicht unsere Taetigkeit als solche, aber die Form hat sich grundlegend geaendert. Ich moechte Ihnen in diesem Zusammenhang noch eine andere Mitteilung machen, die Sie wahrscheinlich intressiert. Die" Solidaritaetsgruppe des Workmen's- Circle hat am 19.Februar beschlossen, sich dem" Relief the German Victims For Cof Nazism" anzuschliessen, richtiger gesagt, <-Blatt 2- 26Merz 1946 sich zu vereinigen.Eva Lewinski, ich und Karl Breuning arbeiten im verwaltenden Ausschuss mit, die Mitarbeit unserer Freunde wird nach und nach geregelt, es wird viel zu tun geben.--- Ich lege Ihnen noch einen Zeitunsausschnitt bei. Anlage I. SSS Siehe Bemerkung unten. Ich habe dem Arbeiter- Wohlfahrtsausschuss New York, das ist der deutsche Name fuer das" Relief" Ihren Briet zur Kenntniss gebracht, habe natuerlich auch zur Erwaegung gestellt, ob man Ihrer dortigen Aktion nicht doch noch einmal helfen koenne.Man haette es auch gerne getan, aber es war wirklich nicht moeglich. Auch den Freunden von der" Solidaritaet habe ich den Brief zur Kenntniss gebracht.Wir werden noch eine Schlussitzung haben, wo noch einmal ueber diese Aktion gesprochen wird.-- Aber Sie werden sich fuer Ihre Maerzaktion wohl schon ohne uns eingerichtet haben und muessen wahrscheinlich nun entscheiden, ob Sie noch einmal in der Lage sind etwas derartiges zu tun, was wir unseren Koelner Kindern wohl wuenschen moechten, das es geschehen koennte. SSS. Ich hatte oben noch etwas vergessen anzufuegen, naemlich den Grund unserer Vereinigung. In unserem Beschluss heisst es" In Anbetracht der aeussersten Dringlichkeit der schleunigen Zusammenfassung aller Kraefte fuer dieHilfsarbeit fuer Deutschland spricht der Ausschuss des Workmen's- Circle" Solidaritaet" seine Bereitschaft aus, sich auf diesen Gebiet mit der" Relief for the German Victims of Nazism" zu vereinigen, um ein Maximum an Erfolg zu sichern. Wenn Sie sich dabei vorstellen, dass sich zwei Organisationen an die gleichen Kreise gewendet haetten, wenden mussten, wenn die Arbeit auf eine breitere Grundlage gestellt werden musste, ist Ihnen diese Notwendigkeit sicher ganz klar, Ich brauche Ihnen wohl kaum die Versicherung abgeben, dass ich- und Eva Lewinski mit mir, natuerlich auch andere Freunde- aufpassen werden, ob sich nicht doch noch irgend eine Moeglichkeit ergibt, die eine oder die andere gesunde Einzelaktion oder eine individuelle Hilfeleistung mit Mitteln zu versehen. Wir muessten deshalb in Verbindung bleiben, auch dann, wenn Sie nach Koeln gegangen sind. Darf ich Ihnen noch sagen, dass ich Ihren Mann von Saarbruecken her im Gedaechtnis habe, wo ich meine erste Emigration von Mai 33 bis zur Abstimmung verlebte.An Emil Kirschmann- meinen Schwager- wird sich Ihr Mann von Koeln und von Saarbruecken her erinnern.-- Ich habe von 19131916 in Koeln gelebt, meine Kinder sind dann dort bis zum Schluss in die Schule gegangen und haben dort ihre Heimat gefunden, wenigstens gefuehlsmaessig, wenn sie auch spaeter vom Schicksal an eine andere Stelle plaziert wurden.-- Ich schreibe Ihnen das eigentlich mur, um zu sagen, dass mir das ehemals so schoene Koeln und vor allem seine Menschen wirklich am Herzen liegen. Deshalb wurde mir der Brief doch reichlich schwer.---- Bitte beachten Sie die Anlage II, vielleicht koennen Sie oder Ihr Mann nach der zweiten Aktion und auch sonst ueber seine Arbeit etwas schreiben? Mit sozialistischen Gruessen Ihre Mrs Marie Juchacz 339 East, 173 Str. New York 57, NY den 26.Maerz 1946 Mme Marianne Kuehn 38 rue Leon Mignon Bruxelles, Belgium Liebe Genossin Kuehn, Dank fuer Ihren Brief vom 2.Maerz. Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen nicht die Antwort darauf geben kann, die Sie gerne haben moechten und die ich Ihnen auch von Herzen gerne geben moechte. Aber ich habe aus Ihrem Brief gesehen, wie sachlich Sie sind und ich weiss, dass Sie alles verstehen werden, was sich aus der jetzigen Sachlage ergibt. nannt Die Aenderung, die uns zu einem anderen Handeln zwingt, hat sich in der letzten Zeit vollzogen.Am 20.Februar gab der Prasident der USA bekannt, dass er das" Council of Relief Agencies for Operation in Germany" geCRALOG nun anerkennt. Es ist die Verbindung von elf amerikanischen Organisationen, die mit einer Lizenz ausgestattet sind, die sie zum Sammeln fuer Deutschland berechtigt und ebenso zur Verschiffung von monatlich 2000 Tonnen von Waren, die aus dem Sammelergebnis erzielt werden. Damit wurde ein Zustand beseitigt, der in der Hauptsache deutsch- amerikanische Kreise( u.a. dazu stark bewegt hatte.Die entsprechenden Zeitungen forderten, Vereine wurden gegruendet zum Zweck der Hilfeleistung fuer Deutschland, sie beantragten in Washington die Lizenz usw. Dieser Situation wurde durch den Regierungsakt ein Ende bereitet, es waren und sind alte, seit langem anerkannte amerikanische Organisationen, die diese besondere Erlaubnis bekommen haben.--- Zu diesen Organisationen gehoeren die IBRC die" Labor Lige of Human Rights" das ist ein Teil der" American Federation of Labor( A F of L) und das" National CIO Community Service Committee", das ist ein Teil des" Congress of Industrial Organisatin's"( CIO) die hier als weiter linksstehend angesehene Gewerkschaft.--- Die Organisationen, die keine Lizenz haben, aber mittun wollen, koennen sich bei einer der elf Organisationen( die kirchlichen habe ich nicht aufgezaehlt) die Erlaubniss erbitten, sich ihr zum Zweck der Sammlung anschliessen zu duerfen, wenn sie einig werden, bedienen sie sich bei Aufrufen usw der Lizenznummer dieser Organisation. Gehen sie diesen Weg nicht, durfen sie nicht sammeln. Die Organisation, der man sich angeschlossen hat, hat die Verpflichtung zu pruefen, und die Verantwortung, dass die gesammelten Mittel im Rahmen der Verordnng verwandt werden. Sie sehen aus dem Vorstehenden, dass wir seit dem 20, Febr.nicht mehr frei sind in unseren ilandlungen.--- Es ist Ihnen wahl auch klar geworden beim Lesen, dass wir bisher, aus unserem Gewissen heraus, aber doch nur in sehr zurueckhaltender Weise, die Mittel fuer Einzelaktionen aufbringen konnten. Deshalb konnte es niemals viel sein. Jetzt ist das, wie sie sehen, ganz vorbei,--- nicht unsere Taetigkeit als solche, aber die Form hat sich grundlegend geaendert. Ich moechte Ihnen in diesem Zusammenhang noch eine andere Mitteilung machen, die Sie wahrscheinlich intressiert. Die" Solidaritaetsgruppe des Workmen's- Circle hat am 19.Februar beschlossen, sich dem" Relief the German Victims for of Nazism" anzuschliessen, richtiger gesagt, -Blatt 2- 26Merz 1946 sich zu vereinigen.Eva Lewinski, ich und Karl Breuning arbeiten im verwaltenden Ausschuss mit, die Mitarbeit unserer Freunde wird nach und nach geregelt, es wird viel zu tun geben.--- Ich lege Ihnen noch einen Zeitunsausschnitt bei. Anlage I. SSS Siehe Bemerkung unten. x Ich habe dem Arbeiter- Wohlfahrtsausschuss New York, das ist der deutsche Name fuer das" Relief" Ihren Brief zur Kenntniss gebracht, habe natuerlich auch zur Erwaegung gestellt, ob man Ihrer dortigen Aktion nicht doch noch einmal helfen koenne.Man haette es auch gerne getan, aber es war wirklich nicht moeglich. Auch den Freunden von der" Solidaritaet habe ich den Brief zur Kenntniss gebracht.Wir werden noch eine Schlussitzung haben, wo noch einmal ueber diese Aktion gesprochen wird.-- Aber Sie werden sich fuer Ihre Maerzaktion wohl schon ohne uns eingerichtet haben und muessen wahrscheinlich nun entscheiden, ob Sie noch einmal in der Lage sind etwas derartiges zu tun, was wir unseren Koelner Kindern wohl wuenschen moechten, das es geschehen koennte. SSS. Ich hatte oben noch etwas vergessen anzufuegen, naemlich den Grund unserer Vereinigung.In unserem Beschluss heisst es" In Anbetracht der aeussersten Dringlichkeit der schleunigen Zusammenfassung aller Kraefte fuer dieHilfsarbeit fuer Deutschland spricht der Ausschuss des Workmen's- Circle" Solidaritaet" seine Bereitschaft aus, sich auf diesen Gebiet mit der" Relief for the German Victims of Nazism" zu vereinigen, um ein Maximum an Erfolg zu sichern. Wenn Sie sich dabei vorstellen, dass sich zwei Organisationen an die gleichen Kreise gewendet haetten, wenden mussten, wenn die Arbeit auf eine breitere Grundlage gestellt werden musste, ist Ihnen diese Notwendigkeit sicher ganz klar. Ich brauche Ihnen wohl kaum die Versicherung abgeben, dass ich- und Eva Lewinski mit mir, natuerlich auch andere Freunde- aufpassen werden, ob sich nicht doch noch irgend eine Moeglichkeit ergibt, die eine oder die andere gesunde Einzelaktion oder eine individuelle Hilfeleistung mit Mitteln zu versehen. Wir muessten deshalb in Verbindung bleiben, auch dann, wenn Sie nach Koeln gegangen sind. Darf ich Ihnen noch sagen, dass ich Ihren Mann von Saarbruecken her im Gedaechtnis habe, wo ich meine erste Emigration von Mai 33 bis zur Abstimmung verlebte.An Emil Kirschmann- meinen Schwager- wird sich Ihr Mann von Koeln und von Saarbruecken her erinnern.-- Ich habe von 19131916 in Koeln gelebt, meine Kinder sind dann dort bis zum Schluss in die Schule gegangen und haben dort ihre Heimat gefunden, wenigstens gefuehlsmaessig, wenn sie auch spaeter vom Schicksal an eine andere Stelle plaziert wurden.-- Ich schreibe Ihnen das eigentlich nur, um zu sagen, dass mir das ehemals so schoene Koeln und vor allem seine Menschen wirklich am Herzen liegen.Deshalb wurde mir der Brief doch reichlich schwer,---- Bitte beachten Sie die Anlage II, vielleicht koennen Sie oder Ihr Mann nach der zweiten Aktion und auch sonst ueber seine Arbeit etwas schreiben? Mit sozialistischen Gruessen Ihre H. SCHOEMANN BRUXELLES, LE 3. Juni 1946. 50, AVENUE EUGENE PLASKY TELEPH. 34.22.63 Mrs. Marie Juchacz 339 East, 173 Street New York 57, N.Y. Liebe Genossin Juchacz, Ich erhielt Ihr Schreiben v. 14.5. noch rechtzeitig genug, um die Genossin Kuehn von seinem Inhalt in Kenntnis zu setzen. Sie kehrt nun endgueltig uebermorgen nach Koeln zurueck. Sie erhalten von ihr-via René Bertholet- einen détaillierten Bericht ueber den dritten Transport, der nun vor drei Tagen abgegangen ist. Wie Sie sicher wissen, sind es die Quaker, die von drueben einen Lastwagen nach hier schicken und die alle" Autorisations" besitzen, um derartige Transporte durchzufuehren. Der letzte Transport war der groesste, der bisher abgegangen is und Sie werden aus dem Bericht der Genossin Kuehn ersehen, dass wir uns auch sehr viel Muehe hier gegeben haben, um Geldmittel fuer den Kauf von Lebensmitteln aufzubringen. Was die leuzthin an die Genossin Kuehn gesand en$ 100,- angeht, so finden Sie einliegend Quittung fuer das " International Solidarity Committee". Der Betrag erscheint inder Ihnen von Koeln zugehenden Abrechnung und wurde hier in Eipulver und Kindernahrung umgewandelt. Vor einigen Tagen erhieltich ein Schreiben von Heinz Kuehn; nachstehend einen Auszug: " Es is hier mehr als tros los, vor allem in der Ernaehrung. Wenn das so weiter geht, dann wird von Entnazifizierung keine Rede mehr sein koennen, sondern nur noch von Renazifizierung! Wir stehen auf sehr schwerem Badяx Posten, und dabei haben wir stets Hunger. Ich bin ueber haupt nur noch ein Ghandi.Von einer Versammlung zur anderen, von einer Sitzung zur anderen. Es wuerde Spass machen, wenn man anstaendig ernaehrt waere. Ihr muesst uns von draussen materiell unterstue zen 1. mit Lebensmitteln 2.mit Zeitungen und Zeitschriften.Nachdem ich am letzten Sonn ag ohne Essen in zwei Versammlungen gesprochen hatte, wurde es mir in der driven blau und gruen vor den Augen, mitten im Referat Wir haben Genossen, die koennen nicht mehr bei icht lesen. Vitaminmangel. Anderen fallen die Zaehne reilenweise aus.Wir haben heute K.Z. Rationen, wie sie enst in der" normalen Zeit" waren. Das sagen alle, die Jahre drin waren.4 ziemlich duenne Scheiben Brot pro ag. Keine Kartoffel, kein Gemuese!" Jeder Kommentar hierzu ist ueberfluessig. Ich bin auch bereit trotz aller anderen Inanspruchnahme die" Lastwagenaktion" fuer die" Arbeiterwohlfahrt" Koeln von hier fortzusetzen, unter der Voraussetzung, dass Ihr von dort uns hierbei unterstuetzen koennt.Praktisch heisst das zwischen 200 und 300 fuer jeden Transport. Die Sammlung hier geht weiter und wird insbesondere durch diejenigen gespeist, die ein Interesse haben, ein Paket an ihre Lieben nach drueben zu senden. Hierbei handelt es sich um die deutsch- juedischen Fluechtlinge-insbesondere" Mischehen" Ich sehe keinen Grund anderes zu handeln; da ein Grossteil dieser Lautehen nur" geben" wenn man ihnen einen" Diens" erweist. Sie bezahlen also gewissermassen den transport und helfen so denen, die keinen im" Ausland" haben. 2.BLATT H. SCHOEMANN 2.BLATT BRUXELLES, LE 3. JUNI 1946. 50, AVENUE EUGENE PLASKY TELEPH. 34.22.63 Ich hoffe also recht bald von Ihnen hierueber zu hoeren, um rechtzeitig meinen Dispositionen treffen zu koennen. Im Falle einer positiven Antwort, koennte der naechste Transport schon im Juli abgehen. Und das sind immer- wenn wir und auf den letzten Transport basierenetwa fuenftausend Mahlzeiten, die den Magen fuellen, wenn leider von hier aus" des matières grasses" nicht geschickt werden koennen. Vielleicht appellieren Sie fuer diese Aktion, da es sich insbesondere um Koeln und das Rheinland handelt, an die frueheren Abgeordneten von die ihrerseits doch viele Beziehungen Koeln, Sollmann und Kirschmann 9 dort haben und an andere Kreise sich noch richten koennen. Politische Differenzen" mir hier zu helfen, werden bestimmt heute kein Hinderungs -grund mehr sein, denn bis 28 gehoerte ich zur KP und spae er zur SAP Wir sind uns alle einig, dass es hier um Etwas geht, das ueber alle " Barteifragen" herausgeht! Dass die" Pastoren" und" Abbés" xxx einen Vorsprung haben, is nicht verwunderlich. Ihre internationalen Chefs sind ohne Zweifel in einer Frage viel klueger, als die der" Sozialistischen Inernationale." Die deutschen Bischoefe gehen nach Rom, die Tootestan en nehmen an den internationalen Kirxchenkonferenzen teil, und die deutschen" Sozialiste sind von den internationalen Konferenzen ausgeschlossen Traurig festzus ellen, wo sich die" Internationalisten" befinden. Was den letzten Sa z meines Schreibens v. 6.Mai angeht, so duerf e es sich hier um einen der Falle handeln, dass die betreffenden" Kannibale zu denjenigen gehoeren, die vollkommen jedes Gleichgewicht verloren haben und deren dueffte es manche in Deutschand geben, nach allem, was passiert ist. In Bezug auf die gewuensch en Informationen habe ich das Noetige ver-anlasst und hoeren Sie von mir in der Folge. Ich moechte noch darum bitten, dass die Transporte von Belgien nicht in der Oeffentlichkeit erwaehnt werden, da" streng genommen" fuer jedes Sendung" des" licences d'exportation angefordert werden muessten, was praktisch jedoch nibht moeglich ist. Eine Kopie dieses Schreibens sende ich unserer Genossin Eva so grosses Verstaendnis Pfister, die unserer Arbeit in Belgien stels und Hilfsbereitschaft bewiesen hat. Freundliche Gruesse von Ihren Das habe ich in meined. Antwort an Sch. ziemlich scharf richtig gestellt. Abschrift einer Quittung des Genossen Schoemann, Bruessel, LE 50 Avenue Eugene Plasky Vertrauensmann des IRRC fuer Belgien Quittung ueber den Empfang von USA Dollars 100,--( i.. Hundert) gesandtan Marianne Kuehn, Bruxelles, seitens des " Internationel Solidarity Committee New York" Der Gegenwert wurde dazu verwandt, Lebensmittel fuer die" ArbeiterWohlfahrt, Koeln/ Rhein" zu beschaffen, die inzwischen durch QuaekerTransport abgegangen sind. Die Verwendung des Betrages wurde von mir kontrolliert. Bruxelles, den 3. Juni 1946. gezeichnet von Hans Schoemann boooks 3 arda not0utilobit A2U30AM Hans Schoemann 50 Avenue Eugène Plasky Chère Camarade, Par avion Bruxelles, le 14/2/46 Madame Marie Juchacz 339 East 173rd Street. New- York 57 Je suis en possession de la copie de votre lettre du 9 Crt adressée à Marianne Kuehn. Je tiens à vous signaler que j'ai mis une somme de 200.- soit Frs belges: 8.750.- à la disposition du camarade Heinz Kuehn pour lui permettre la réalisation de l'action qu'il a entreprise. J'ai prélevé cette somme sur les fonds de l'International Rescue& Relief Committee. Etant donné que ce Comité participe à cette action pour une somme de $ 100.- il reste une somme de 100.- à décompter entre lui et le Workmens Circle. fous. Bien à vous. Abschrift Brief von Schoenemann Bruessel an Juchacz 13.Oktober 1946 Original und die Anlagen( Berichte, franzoesisch) gingen an Wickel, ebenso Durchschlag meiner Antwort., an Schoenemann Liebe Genossin Juchacz, ich komme heute zurueck auf Ihr Schreiben vom 20. Juli und meinen Brief vom 10.8. Einliegend sende ich Ihnen eine Copie meines Berichtes an den IRRC, N.Y. ueber den am 11,9.nach Koeln abgegangenen Lastwagen des Quaker- Reliefs, der mit 3 Tonnen Lebensmitteln und Kleidundstuecken beladen war.Wir erwarten noch in den naechsten Tagen erneut die Ankunft des Quakerlastwagens, der wieder volbeladen nach Koeln zurueckkehrt und zwar ausser den Einzelpaketen, mit 500 Kilgram Makkaroni fuer die AW.Köln, die ich zu sehr guenstigen KK Bedingungen bei der soz.Kooperative gekauft habe und etwa 1000 kg Kleidungsstuecken, die ebenfalls der AW zugute kommen.Fuer meine Arbeit bin ich schon hundertfach bezahlt durch die Briefe der Genossen, die Einzelpakete von hier erhalten haben und die mir schreiben, in wie vorbildlicher Weise unser Freund Dohrenbusch die AW- Arbeit in Koeln durchfuehrt.-- Wenn mir selbst aus der letzten Aktion noch ein Betrag von Frs.2758,50 uebrig bleibt, ueber den bereits fuer die n.Oktoberaktion disponiert ist, so besagt das nicht, dass ich mich nicht sehr darueber freuen wuerde, wenn Ihr von dort zu unsérer Arbeit finanziell noch beitragen wuerdet, umso mehr als wir hier dank un serer Beziehungen so gute Einkaufsmoeglichkeiten haben und der Effekt sicher nicht kleiner ist, als bei der Hilfe, die von dort kommet und die mit nicht unwesentlichen Transportspesen usw belastet ist die bei uns vollkommen in Fortfall kommen.Ich moechte noch betonen, dass alle Arbeit hier unentgeldlich geleistet wird und dass die eingehenden Betraege der Aktion zu 100% ohne irgendwelche Verwaltungsspesen zugute kommen, Ich nehme an, dass Sie auch ueber die Aktion im Bilde sind, die unser Freund Karl Voelkerin Amsterdam gegenwaertig durchfuehrt und die ebenfalls durch die AW Koeln laufen wird. Der Quakerlastwagen wird in Amsterdam gegen den 22.ds erwartet--Ich moechte noch bemerken, dass ich von London die Sondernummer ueber die Lage in D.erhielt. Einliegend noch verschiedene Zeitungsausschnitte aus Koeln, die jedoch zeitlich ueberholt sind. Ich verbleibe mit freundl.Gruessen Ihr.... gez.H.Schoenemann 9 Abschrift der Antwort auf obigen Brief Juchacz an Schoenemann.26.Okt.46 L.G.Sch., herzl.Dank fuer Ihren Brief vom 13.0kt.mit den Anlagen( Berichte an IRRC) Ich freue mich, dass es Ihrer Zaehigkeit und Ihrem Fleiss wieder gelungen ist, einen Lastwagen mit Hilfsmitteln nach Koeln zu senden. Und wir wissen es auch zu wuerdigen, dass die belgische KOOPERATIVE durch freundl. Entgegenkommen bei der Preis festsetzung ihre intern.Solidaritaet bekundet.--- Sie sagen mit Recht, dass Sie fuer Ihre Arbeit reichlich belohnt wurden durch die Briefe, die Ihnen von den Empfaengern von Einzelpaketen zugingen und durch die Zeugnisse ueber die vorbildliche Arbeit des Gen.D.Ich kann ermessen, wie schwer und verantwortungsvoll die Arbeit des Gen, D. ist.Es ist leicht, Dank einzuheimsen, wenn man einer grossen Notlage in grossem Umfange abhelfen kann. Es ist fast unmoeglich Anerkennung fuer die groesste Arbeitsleistung und Hingabe an die Aufgabe des Helfens zu finden, wenn die zur Verfuegung stehenden Mittel nicht hin und her reichen. In dieser Lage sind heute alle unsere Helfer der Arbeiter- Wohlfahrt. Umso staerker schlaegt es moralisch zu Buch, wenn dem Gen.D.Anerkennung gezollt wird.--- Es waere uns auch einmal sehr damit gedient gewesen, wenn der Gen.D.einen Augenblick Zeit gefunden haette, als Genosse, den Genosse hier in diesem Lande einen kleinen Stimmungsbericht ueber die Wirkung der Sendunge die von Bruessel aus mit solcher Geschicklichkeit und ausdauerndem Fleiss zusammengestellt und befoerdert wurden, zugehen zu lassen. Nicht als Dank oder als Anerkennung fuer unsere Beteiligung, sondern, weil wir zur Weiterarbeit solches Material brauchen und weil auch die Spender hier in diesem Land von Zeit zu Zeit und in vielfaeltiger weise ueber die Verwendung der von ihnen gegebenen Mittel unterrich werden moechten.--- Die von Ihnen dort angefuehrten Prinzipien, sind auch die unrigen. Ich freue mich, dass wir ueberall mit den Freunden und Genossen uebereinWenden! stimmen.--- Ueber die Aktion, die der Genosse Karl Voelkerin- Amsterdam, jetzt durchfuehrt, hoere ich das erste mal,.--- Danke sehr fuer die Zeitungsauschnitte, aus Koeln.Die Sondernummer aus London haben wir auch hier erhalten.---- Wir sind ziemlich bedrueckt, dass der allgemeine Prozentsatz der hier in Amerika gesammelten Mittel fuer die Arbeiter- Wohlfahrt in D.einen so geringen Prozentsatz ausmachtdie kirchlichen Organisationen dort heimsen den Loewen- anteil davon ein. Wir sind an diesen CRALOG- sendungen beteiligt und muessen unsere ganze Kraft anspannen, um diesen Anteil der AW zu erhoehen, das ist fuer uns die brennede Frage des Moments. Das, was uns von aussen an Verantwortung aufgezwungen ist, ist viel staerker als unser guter Wille und unsere Neigung.--- Ich hoffe von Ihnen, der Sie. ja auch organisatorisch und in groesseren Zusammenhaengen denken muessen, verstanden zu werden. Ich will mich sehr freuen, von Ihnen wieder etwas zu hoeren und bin mit freundl.Gruss Ihre... gez.M.J. H. SCHOEMANN Madame 23. 12. 46. BRUXELLES, LE 50, AVENUE EUGENE PLASKY TÉLÉPH. 34.22.63 Marie J u chacz 339 East 173rd Street New York 57 N.Y. Liebe Genossin Juchhacz, Ich muss Sie um Entschuldigung bitten, wenn ich erst heute auf The Schreiben v. 26.10. reagiere. Wir haben inzwischen zwei w. Aktionen zu Gunsten der AW Koeln durchgeführt und da ich auch beruflich ziemlich in Anspruch genommen bin, ist dadurch die nicht ganz dringende Korrespondenz ins Hintertreffen gekommen. Fuer die Freunde und Genossen in USA wird es fast unvorstellbar sein, dass wir hier in Europa noch jeden Tag um unser Recht auf Arbeit und Aufenthalt kaempfen muessen; trotz aller kommunistischen und sozialistischen Minister sind die Fluechtlinge deutscher Herkunft noch der Beimmer allen moeglichen und unmoeglichen" tracasseries" hoerden ausgesetzt und vergeht fast kein Tag, dass es nicht erforderlich ist, dass wir fuer den einen oder anderen intervenieren, wobei wir immer auf das Verstaendnis und die Hilfe unserer belgischen Genossen rechnen koennen. Nach einem Kampfe von fast zwei Jahren ist es uns hetzt erst gelungen, endgueltig zu verhindern, dass das, was die Nazis uns nicht genommen haben, nicht als" bien ennemi" in den gleichen Topf, wie die" biens nazis" geworfen wurde. Wenn man die kostbaere Zeit, die man fuer diese Laufereien aufhi erum wenden muss, der AW Aktion widman koennte, dann würde es noch besser bestellt sein. Also ganz kurz: Am 19.11; sandten wir von hier durch das Quakerrelief e wa 600 kg Nudeln, 100 kg Brot ( die Brotmarken haben wir gesammelt) 700 bis 800 kg getragene Kleidungsstuecke, die ich von einem anderen Comité zur Verfuegung gestellt bekam.Am 18. ds. ist ein weiterer Transport abgegangen ( s.einliegende Aufstellung) Mit diesem Transport hat es folgende Bewandnis. Bei uns war die Kasse sozusagen ganz leer. Ich arbeite freundschaftlich mit dem Sekretaer des katholischen Fluechtlingskomités( einem Links katholiken) zusammen und der hatte etwa 15.000 Francs und eine Menge Gaben aus seinen Kreisen zusammengaxxkgebracht.Er hat uns davon etwa 1/3 zu Gunsten der AW zediert, sodass ich mich ueber diese" Koalitionspolitik"( im Allgemeinen bin ich kein Freund dieser" Politik") ich wirklich nicht beklagen kann. Ich bekomme natuerlich Briefe aus verschienen Teilen Westdeutschlands, warum ich" nur" en Koeln denke. Da aber unsere Moeglichkeiten so beschraenkt sind, hat es keinen Sinn die Aktion zu zersplittern. Ende Januar ist ein weiterer Transport vorgesehen, fuer den ich an etwa 25 Ballen Kleidungsstuecke schon zusammen habe. Leider koennen wir keine" Einzelpakete" mehr mitgeben, weil die Militaerbehoerde, das nicht mehr zulassen will. Ich stehe hierueber mit den Quakern in Koeln in Korrespondenz, da diese Einzelpakate es uns erlauben, mit den" dons", die wir Zign Absendern abverlangt haben, die Kaeufe fuer die AW zu finandie ihrerseits die Verteilung dieser Einzelpakete vorgen 2BLATT H. SCHOEMANN BRUXELLES, LE 23. 12. 46. 50, AVENUE EUGENE PLASKY TELEPH. 34.22.63 2.BLATT genommen hat. Es scheint nicht viel Aussicht zu bestehen, dass die engl. " Kommissstiebbels" ihren ablehnenden Standpunkt aendern. Als Vertreter des IRRC stehe ich auch mit der Delegation des Internationalen Roten Kreuzes aus Genf in Verbindung, die ihrerseits versucht, den Versand von Paketen nach Deutschland auf eine ganz legale Basis zu stellen, wie es jetzt auch in England erlaubt ist. Jedenfalls werde ich nicht versaeunen Sie ueber das Ergebnis unserer Bemuehungen auf dem Laufenden zu halten. Was die AW Koeln angeht, so hoere ich, dass Dohrenbusch die beitung niedergelegt und durch den Genossen Blankschar ersetzt worden 1ste mir aus meiner frueheren gewerkschaftlichen Taetigkeit gut bekannt ist. Er versprach mit" Stimmungsberichte" mit Fotoaufnahmen von den verschiedensten Veranstaltungen zukommen zu lassen und hoffe ich auf Grund der Versprechungen Blankschars Ihnen nach Neujahr dieses Material zusenden zu koennen. Sie sehen also, dass wir hier unentwegt weitermachen trotz der sehr beschraenkten Mittel, die uns zur Verfuegung stehen! Aber andererseits sind wir oertlich so nahe: 200 km Lastwagen sind eine Angelegenheit von drei Stunden, dass es zu schoen waere um wahr zu sein, wenn Sie doch dort es noch fertigbringen wuerden, fuer Ihnen schon unsere Koeln Aktion einige 100 Dollars loszueisen: Ich sagte frueher, dass die Kooperative uns zu Selbstkostenpreis bedient. Was wir schicken ist mit weniger Transportspesen belastet, als wenn es von dort kommt. Kommen die Gelder von unseren Freunden, so geht Alles zu 100% an die AW. Kaeme das Geld z.B. von der" Cralog" so verstaendige ich mich mit Herrn Heinrich Mueller vom katholischen Hilfskomité und Alles wird verteilt unter die verschiedenen Organisationennach einem Schluessel, den Ihr uns angibt.Alles, was ich unternehme, geschieht unter Namen des IRRC der von mir fuer jede Aktion Abrechnung und genauen Bericht erhaelt.Aller Gelder fliessen zu 100% der Hilfsaktion zu, da keinerlei Verwaltungsspesen vorhanden sind und alle Arbeiten ehrenamtlich durchgeführt wurden und werden! Ich mache mir keine Illusionen, dass es fuer Sie schwer, wenn nicht unmoeglich ist, von der zentralen Aktion, die Sie dort durchfuehren, fuer eine" lokale Aktion" Etwas abzuzweigen. Dennoch moechte ich an Sie appelieren, weil Sie vielleicht doch Etwas auf Grund Ihrer vielen Beziehungen ermoeglichen koennen! Einliegend noch einen Zeitungsartikel, den Sie als" Stimmungsbericht" verwenden koennen. Ich werde, wenn ich ein wenig mehr Zeit habe, das Paket von Briefen, das ich in den letzten Wochen und Monaten von drueben erhalten habe, sichten und das zusammenstellen, was fuer Ihre Arbeit von Wert ist Ich hoffe recht bald von Ihnen zu hoeren undverbleibe inzwischen mit den besten Wuenschen zum bevorstehenden Jahreswechsel Thr Weihnachtssendung. ARBEITER- WOHLFAHRT für des Stadt- u. Landkreis Köln. Köln I Schliesskorb: 60 Weihnachtspäckchen für kinder, 2 Schachteln Weihnachtskerzen, 5 Pakete von Stiftern. I Schliesskorb: 5 klg.Toffee- Bonbons, 2 Büchsen Vollmilchpuder à 5 engl.Pf. I Dose Fisch in Oel, 5 klg Mehl, I Sack Erbsen, 5 Dosen Lebertran, I Pak Rauchwaren. I Karton: 21 klg. Speculatius I" Krachmandeln, I 4 " Mandeln, Cacao. I Karton: IO Puppen neu, IO Bauspiele, IO Eisenbähnen, 3 Spiele, 5 Holztiere, 3 Wachstuchtiere, Sülz. Div. Kindernährmittel, Lebensmittel, 11 8 Kerzen, Div.Kleidungsstücke, 3 Pakete von Stiftern. Die beiden Körbe Können dort verwandt werden. 9 Stofftiere, 6 Herde, I Karton: 3 1/2 klg.Cacao. 2. Bären, I Affe, Div, kleinere Sachen. I Karton( Stifting Weinert): 26 Puppensessel, I3 11 tische, 2 kindermäntel, II Paar Kindermehl, IQ Dosen Kindermehl, 2 11 Malzextrakt, I Paket Kind Kühn. I Karton: 10 Puppenbetten, IO 11 20 tische, 11 sessel, 7 Holz- Pinguine. 3 Kartons: je 48 Pakete Haferflocken. I Karton enthaltend: Kindermehl, Sollte das Mehl feucht geworden sein, so ist es zu trocknen u. zu sieben. I, Blechdose: getr.Erbsen. 2 grosse weisse Säcke, 6 Pakete, I Koffer Div. Sachen von versch. Stiftern. 3 Holzkratten: je 25 klg.Aepfel. 2 Holzkisten, 2 Säcke: Stiftung für ehem.Kontent rationaere in Düsseldorf( siehe schreiben). I Jutesack: Schuhe. H. SCHOEMANN bitte zurück zuchacz BRUXELLES, LE 11. Mai 1947. 50, AVENUE EUGENE PLASKY TELEPH. 34.22.63 Liebe Genossin Juchhacz, Zurueckkommend auf mein Schreiben v. 3. Maerz sende ich Ihnen heute durch Einschreibebrief eine Menge Material, das ich in diesen Tagen durch die AW Koeln erhielt. Ich bemerkte schon in meinem Begleitschreiben dass ich mich dazu entschlossen habe, Ihnen dieses Material bestehend aus Berichten, Photos, Kinderbriefen usw. geschlossen zukommen zu lassen, da Sie dort mehr Auswertungsmoeglichkeiten wie ich hierfuer haben, da wir ja schliesslich in Bruessel nur ganz wenige Personen sind, die sich fuer unsere Solidaritaetsaktion interessieren. Wenn einige unserer belgischen Genossen unserer Arbeit mit grosser Sympathie gegenueberstehen, so habe ich doch sehr wenig Hoffnung, eine offizielle Hilfe der PSB fuer unsere Aktion zu erhalten, da die finanzielle Lage der Partei sehr schlecht ist und von dieser Seite also sehr wenig zu eTREN erwarten sein duerfte. Selbst der Unterstuetzungsfonds der PSB, der Fonds Mattéotti verfuegt ueber keine Mittel und die Hilfen, die er ausgezahlt hat, stammen aus dem Budget, dass der IRRC ir fuer Belgien bis Ende vorigen Jahres ausgesetzt hatte. Andererseits sehe ich, dass die hiesigen katholischen Blemente dem deutschen katholischen Fluechtlingskomité, mit dem wir viel aktiver uebrigens freundschaftlich zusammenarbeiten 9 helfen, als das fuer uns der Fall ist. Einliegend sende ich Ihnen einen Artikel aus der Bruesseler bedeutenden Tageszeitung " Le Soir" der Ihnen von dieser" katholischen Solidaritaet" ein gutes Beispiel liefert. Vor kurzen ist wieder ein, Quakertransport nach Koeln abegangen und ich konnte immerhin einige 100 kg Haferflocken und Erbsen hinzufuegen, xawxixx( in Ganzen etwa 500 kg), sowie einige Saecke von Kleidungsstuecken, die ich von dem kath. Comité fuer die AW erhalten konnte.u Ich wuerde gerne Ihre Meinung wissen, ob ich nicht einmal versuchen soll, mich offiziell an die Fuehrer der PSB zu wenden, un evtl. doch eine Hilfe fuer die AW zu erhalten. In diesem Falle moechte ich jedoch hieriuer durch die Auslandsorganisation der AW ernaechtigt sein und eine entsprechende Vollmacht erhalten. Ich werde dann zusehen, eine Unterredung mit Louis de Brouckère zu haben, der immerhin noch einen sehr grossen Einfluss ausuebt. Ich bekomme auch eine Einfuehrung bei de Brouckère durch den Gen. Jules Messines, den ehemaligen Sekretaer und Cabinetschef von Vandervelde, mit dem ich sehr befreundet bin und mit dem ich waehrend der Besatzungsjahre zusammengearbeitet habe. istie Ich wuerde gerne ueber diese Fragen Ihre Meinung wissen, denn wenn ich auch recht skeptisch bin, glaube ich doch, dass man einen Versuch machen muesste, zu einem positiven Ergebnis zu kommen. 2.BLATT H SCHOEMANN BRUXELLES, LE 11. Mai 1947. 50, AVENUE EUGENE PLASKY TELEPH. 34.22.63 Ich moechte noch erwaehnen, dass ich vor einigen Wochen in Amsterdem war und mit der Genossen Karl Voelker zusammengetroffen bin. Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie dieser fast blinde Genosse die Solidaritaetsarbeit fuer drueben organisiert und brauche ich, wohl nicht zu betonen, was das heisst ohne Hilfsmittel, Sekretariat, Raeumlichkeiten usw. Die Transporte von Holland nach Deutschland werden durch die Heilsarmee durchgefuehrt, aber jeder Transport macht sehr viel Arbeit, da hierfuer jeweils eine Exporterlaubnis eingeholt werden muss, worueber wir uns bis jetzt in Belgien hinweggesetzt haben, da die Lastwagen, als" Miltaertransporte" durchgehen konnten. Ich fuege noch einen Brief fuer den Gen. Sollmann bei. Ich kann mir gut vorstellen, wie er in Anspruch genommen ist, dennnoch wird er vielleicht bereit sein mir fuer einen der n. Transporte fuer die AW Keln zu helfen, denn schliesslich handelt es sich fuer ihn, wie fuer mich um" Koelle"! Ich verbleibe fuer heute Mit freundschaftliGruss! Килении MRS. MARIE JUCHACZ 339 EAST 173rd STREET NEW YORK 57, N. Y. Lieber Genosse Schoemann, den 14 Juli 1947 Ihr Brief vom 11.Mai ist bei mir liegen geblieben.Bitte seien Sie mir nicht boese.Aber ich arbeite unter nicht sehr guenstigen Umstaenden. Die Post aus Deutschland häuft sich bei mir an.Manchmal entstehen, ausser der notwendiegen Antwort aus einem Brief noch 3-4 andere, Laufereien, die in einer Stadt wie NY fuer eine 68 jaehrige keine Kleinigkeit sind, manchmal auch noch einige Telephonate, Ausarbeitungen, um es in Sitzungen vortragen zu koennen, Verwertung fuer Werbung usw. Dazu mache ich die Dinge, die uns von drueben zugehen, alle allein, ohne jede Hilfe.Der Genosse Emil Kirschmann- selber ein XXX ziemlich leidender Mann, tut alles, was in seinen Kraeften steht, um mir diese ehrenamtliche und in jeder Beziehung freiwillige Arbeit fuer unsere Freunde drueben moeglich zu machen.Den Haushalt muss ich natuerlich auch noch versehen, bei aller Bescheidenheit der Lebens fuehrung und trotzdem uns die Dinge des taeglichen Lebens( soweit wir selber infrage kommen) recht gleichgueltig sind, muss man doch ein wenig Zeit auch noch darauf verwenden.---- Warum ich Ihnen das schreibe? Um Ihnen zugleich zu sagen, dass es kein boeser Wille ist, ich habe es einfach nicht schaffen koennen.Uebrigens weiss Jola, dem Sie geschrieben haben, ganz genau, wie es bei uns ist. Haette ich Ihnen etwas Positives, Erfreuliche mitteilen koennen, dann haette das ganz kurz sein koennen und ich haette auch die Zeit dazu gefunden. In der Regel bleiben immer die Dinge liegen, bei denen man keine erfreuliche Antwort weiss.----- Der Genosse Sollmann ist den ganzen Sommer auf sehr gehetzten Reisen, hat in den verschiedensten Sommerinstituten zu lehren und hat sich schon durch kleine Zettelchen bei mir entschuldigt, dass er auf nichts, um was ich ihn im Laufe der Zeit gebeten hatte, im Augenblick eingehen koenne. Als Ihre vorletzte Bitte an mich heran kam, habe ich mir alle nur denkbare Muehe gegeben.Wir haben den Komplex in der Arbeiter- Wohlfahrt durchgesprochen, wobei wir automatisch zu einem verneinenden Resutat kommen mussten.Das brauche ich nicht weiter zu begruenden. Denn wer in der Arbeit steht, weiss auch, dass jeder Beschluss, der von einer bestimmten Linie abweicht, seine Konsequenzen hat.--- Im uebrigen kann ich Ihnen als ein Vernunftbeispiel anfuehren: Vor einiger Zeit haben wir 2000 paar Schuhe gekauft, bei denen nur die Sohlen durchgetragen waren( ohne dass sie je besohlt waren; d.i.amerikanisch) Das Paar kostete mit Gummisohlen, Absaetzen und notwendigem Material, das paar 56 oder 57 cent.Sie werden in den Werkstaesten der AW in Deutschland repariert, man schreibt uns fuer solche Sendungen hochbefriedigt.-- Ahlnlich so ist es mit Schmalz je groesser unser Einkauf sein kann, umso billiger sind die Preise, umso groesser ist der Nutzeffekt des Geldes. Aehnlich so ist es mit Trockenmitch.---- Dabei ist das Zusammenbringen der Mittel hier in Amerika ungeheuer schwer, ich will keine Abhandlung darueber schreiben.-- Ich weiss genau, es ist fuer die Menschen in einer Organisation sehr viel befriedigender, wenn Sie gewissermassen sehen koennen, was mit dem Ertrag ihres muehseligen Schaffens geschieht.Wenn sie die Hilfe z.B.auf einen Ort konzentrieren koennen. Man kann aber nicht alles haben, die Pflicht ( und hoehere Gewalt, worueber ich fruher ausfuehlich schrieb) schreibt uns den Weg vor-.----- Ich habe mich dann, auch an Sollmann gewandt und in Verbindung mit ihm und durch seine freundliche Vermittlung an eine Quakerin.Sie hat mir zugesagt, dass sie alles durchpruefen wuerde, ob es nicht doch eine Moeglichkeit zu einer besonderen Hilfe gaebe.Sie hat mir dann mehrfach geschrieben, dass sie sich erinnere, aber wirklich noch keinen Weg gefundene habe, bis sie mir dann endgueltig schrieb, dass es ihr nicht moeglich sei.Ich hatte ihre Aufmerksamkeit dadurch - 2 erweckt, dass ich darauf hinwies, dass die Quaker dort in Belgien wohl unterrichtet seien, sie stellten sogar den Wagen zur Verfuegung usw. Ich habe auch Eva Lewinski Ihre Bitte unterbreitet( ich spreche noch immer von Ihrem vorleten Anliegen.Sie hat das Material durch ihren ganzen Freundeskreis passieren lassen und sandte es mir dann nach einiger Zeit mit einem negativen Ergebnis zurueck. Damit waren meine Moeglichkeiten erschoepft.Ich habe Ihnen das damals( aus Zeitmangel und aus anderen Gruenden) nicht so ausfuehrlich geschrieben. Aber nun musste ich es ja wohl doch tun. Nun zu Ihrem Schreiben vom 11.Mai. Zuerst danke ich fuer die Bilder und Berichte.Ich habe die Bilder sofort an anseren Vorsitzenden gegeben, der eine transportable, kleine Austellung( sehr praktisch) gebaut hat und jede Gelegenheit wahrnimmt, um die Tafeln bei Veranstaltungen aufzustellen. Es war grade hier eine Konvention der Krankenkassen( freiwillige Hilfskassen der Arbeiter) fuer das ganze Land.Sie findet nur alle 4 Jahre statt.So war es eine grosse Gelegenheit, mit der Ausstellung 14 Tage zu werben.Wenn es auch hier keinen grossen Effekt hatte, so sind wir doch den" branches" im Lande noch vertrauter geworden und wir versprechen uns etwas davon. Ich habe inzwischen die Bilder noch einmal ueber London bekommen und schicke Ihnen diese zu, mit einer Ausnahme, der einzelne Junge, den ich noch hoffe in einen Arbeit verwerten zu koennen.Sobald ich die dazu gehoerenden Berichte wieder bekomme, schicke ich Ihnen diese ebenfalls zu, ich habe sie im Augenblick noch nicht zur Hand. Ich danke Ihnen fuer die Zusendung ganz herzlich. Nun wollten Sie meinen Rat, wegen des Herantretens an PSB und an den Genossen Louis de Broucere persoenlich. Gegen einen derartigen Versuch bin ich natuerlich nicht, im Gegenteil.Auch ich bin der Ansicht wie Sie, dass man nichts unversucht lassen soll.-- Aber-- als Auslandsvertretung der AW Deutschlands haben wir uns noch nie aufgetan.Natuerlich wuerde man mir auf eine solche Bitte hin- diese Vollmacht gegeben haben.Unsere Autoritaet als Arbeiter- Wohlfahrt in USA ist ja niemals angezweifelt worden und weiter haben wir nichts gewollt. Wenn wir das machen wollten, dann muessten wir natuerlich erst in Hannover anfragen. Denn korrekt muss man doch bleiben. Da waere es doch viel richtiger, Sie schrieben selber an: Frau Lotte Lemke, Hannover, Friedrichstr.15 und baeten Sie Ihnen zu bescheinigen dass Sie usw.Der Genosse Robert Goerlinger ist in Kassel auf der ersten interzonalen Konferenz der AW wieder als Vorsitzender gewählt worden. Wenn Sie ihm eine Abschrift von dem Brief an die Geschaeftsfuehrerin und ein paar Begleitzeilen schicken, haben Sie eine Einfuehrung, wie Sie sie wuenschen viel schneller.--- Ich koennte Ihnen fuer den Genossen Br.hoechstens ein persoenliches Schreiben schicken,-in der Hoffnung, dass er sich ueberhaupt noch auf mich besinnen kann. Doch darueber warte ich Ihre Antwort ab, aber noch einmal, viel richtiger ist es, einen Empfehlungsbrief aus Deutschland selber zu haben- auch schneller. Indem ich fuer die lange Pause in der Beantwortung dieses Briefes um Entschuldigung bitte bin ich mit freundlichen Fruessen Ihre M. J.