Nr. 160. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis prämumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. munimer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Montagsausgabe Vorwärts 5 Pfennig 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pig., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersaninungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes writere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenftraße 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 1983. Das Kesseltreiben der Herren Triarier. Montag, den 15. Juni 1914. schläge wollen wir nicht der Vergessenheit anheimfallen lassen, sondern immer wieder denen zuschreien, die vom heutigen feudalkapitalistischen Staat noch etwas Vorwärtsbewegung erwarten. Expedition: S. 68, Lindenstraße 69. Ferniprecher: Amt Morikplats, Nr. 1984. welches Republikaner wie Godard und Ponsot nicht befriedigte. Gleichwohl hat Viviani nicht den Versuch gemacht, diese beiden weiter als Mitarbeiter zu gewinnen, und er hat sich auch über die Ansicht Combes' leichtsinnigerweise hinweggesetzt. An Stelle dieser erprobten Republikaner sieht man in dem neuen Kabinett gewisse Deputierte, welche für Ribot gestimmt haben. Da durch ist die Lage, die vorgestern sehr klar war, jedenfalls etwas verdunkelt. Wie Dagegen ist ein anderes radikales Blatt, die, Ranterne", mit der Lösung der Krise zufrieden und bereit, sich zunächst mit dem Fortbestehen der dreijährigen Dienstzeit abzufinden. Die gemäßigte und reaktionäre Bresse findet zwar das Ministe einigermaßen versöhnt. Dienstag wird die Entscheidung rium zu radikal, ist aber durch den Nichteintritt von Combes einigermaßen versöhnt. Dienstag wird die Entscheidung in der Kammer fallen. Und ebenso wie die Feinde hier einer unserer Demonstrationen gegen den Klassenstaat erst den rechten, wirksamen Es wird diesen Sommer in Deutschland nicht still werden. Nachdruck gegeben haben, so werden sie es auch durch ihre Die Parlamente zwar sind oder werden in Bälde geschlossen, armseligen Anklagen tun. Manches Wort, das ein. Veraber das politische Leben scheint sich dafür in die Gerichts- trauensmann des Volfes spricht, mancher Artikel, der die Combes erklärt, daß die Kasernendienstzeit, welche Jaurès erzählt in der„ Humanité": Viviani habe zimmer zurückziehen zu wollen. Die Herren Gewalthaber Ansicht der Partei zum Ausdruck bringt, ginge vielleicht allzu ergänzenden militärischen Maßnahmen auch getroffen wirund Scharfmacher haben von den Volksvertretungen in dieser unbeachtet dahin, würden nicht die Reaktion und ihre Schreier den, nicht herabgesett werden könne, solange Session so oft Unrecht bekommen, daß sie jezt vor einem an- nach dem Staatsanwalt rufen! Das wird jedent freien, Deutschland nicht darauf verzichte, seinen Mannschaftsderen Tribunal Recht zu bekommen versuchen wollen. Die mutigen Wort erst den rechten Nachdruck geben, das wird bestand zu vermehren. Wenn dem so ist- fährt Jaurès letzten Wochen ist kein Tag vergangen, ohne daß von irgend- immer und immer wieder darauf hinweisen, wie schmählich fort dann besteht zwischen Viviani und uns eine tiefe einer hochmögenden, staatserhaltenden Seite, vom Kriegs- in Preußen- Deutschland der freie Geist gefnebelt mirs Iuft. Diese Kluft besteht aber auch zwischen ihm und minister bis zum Unteroffizierskorps, von den bayerischen und jede Verurteilung, die einen mannhaften Sprecher treffen tärischen Vorbereitungen der Jugend und die starke Ausgestalden geeinigten Radikalen, welche in Pau den durch die miliReichsräten bis zu strebsamen Staatsanwälten, irgend- soll, wird die Reihen der Freiheitskämpfer verstärken. Es tung der Reserven vervollkommneten Zweijahresdienst als eine Klage gegen die gottverdammte Opposition ist jà unsere beste Hilfe, daß unsere Rückschrittler in so hohem wirksamer als das Dreijahresgejek bezeichnet haben. eingereicht worden wäre. Majestäts- und sonstige Maße die Eigenschaft aller Rückschrittler aufweisen: daß sie kommt es denn, daß Viviani den Beistand Raynauds, Malvys Beleidigung, Gotteslästerung, Verächtlichmachung kirchlicher nichts vergessen und nichts lernen. Sonst müßten sie ja aus und Augagneurs gefunden hat? Einrichtungen, Aufreizung zum Klassenhaß, das ganze Arse- der Geschichte der letzten 40 Jahre allein gelernt haben, daß nal von Strafgesetparagraphen, wie es in den Händen loyaler, jede Verfolgung die Heere der einzigen Volkspartei aufs gefürstentreuer Richter zur Folterfammer werden kann, ist wie waltigste verstärkt hat. Gegen eine geistige Bewegung verder einmal aufgeboten worden, um den teils ehr-, teils vater- sucht nur ein Dummkopf mit dem Büttel vorzugehen. Wer landslosen Gesellen, den Elenden, den Schwarzfehern, den aber keine geistigen Waffen hat, muß eben zur Knute greifen. gottverlassenen Unterwühlern der monarchischen und kapita- Er wird aber nur zu schnell sehen müssen, wie jeder Striemen listischen Gesellschaftsordnung die Hölle heiß zu machen. zur flammenden Anklageschrift anschwillt, aus der Tausende Grober Unfug, wie er zu den unveräußerlichen Rechten wohl- Kraft zur Empörung und zum Widerstand gewinnen. Nur bemittelter Studenten gehört, wird mit Blutstrafen belegt, geklagt, ihr Serren! Nur verurteilt! Nur eingesperrt! Der sobald man ihn als sozialdemokratische Agitation" brand. Staatsanwalt tut alles, was alles, was er kann! Aber dann marfen zu können glaubt, harmlos lachende Satire wundere sich keiner der eigennützigert Schreier, die Die Konföderation der Arbeit, die sich zur alleinigen Leitung gilt als unerhörte Beleidigung und hinter einem die Vaterlandsliebe zunt Geschäft und die Justiz der Streifbewegung für befugt hielt, hat das Ende des Generalwortlosen Ablehnen verfassungsmäßig, nicht festgelegter, ledig zunt Gerichtsvollzieher erniedrigen wollen, wenn auf streits für Witternacht vom 10. zum 11. Juni beschlossen, nachvent lich der knechtischen Devotion entsprossener Fürstenhuldi- einmal für jeden Vergewaltigten tausend neue Kämpfer der Ausstand, soweit er nicht verfrüht proklamiert wurde, 48 Stun gungen, lauert eine einhundertundelffache Majestätsbeleidi- aufstehen! Kampfeszeit war für uns noch immer Erntezeit, den gedauert hatte. Die Tagesordnung, in der der Parteivors gung, wenn nicht gar die Gelegenheit, dens gehaßten Reichs- und die Klageweiber, die heulend zum Kadi laufen, werden tagswahlrecht endlich auf den Leib rücken zu können. nicht um den Sarg der Sozialdemokratie ihr schadenfrohes Altweibergeschrei anstimmen fönnen, sondern sie werden ihre verlogene Trauerkleidung bald genug brauchen, unt all die politischen Leichen mit Gott für König und Vaterland aus den Wahlkämpfen zu tragen, die dem Ansturm des in Not und Verfolgung neu gefestigten und neu befeuerten Volkes haben fallen und weichen müssen. Das Ministerium Viviani. Nachlese zum Generalstreik. Rom, den 11. Juni.( Eig. Ber.) stand diese Tatsache zur Kenntnis nimmt, hat folgenden Wortlaut: „ Der Vorstand der sozialistischen Partei fonstatiert, daß der im Einklang mit der Konföderation der Arbeit proflamierte Generalstreit sich in zweitägiger Dauer als eine großartige und gewaltige Protestfundgebung der Arbeiterschaft gegen die Prole= tariermorde bewährt hat, die das Land noch einmal mit Blut befleckt haben; er fonstatiert ferner, daß die Konföderation der Arbeit die Verantwortlichkeit für das Ende des Generalstreits allein auf sich genommen hat und ihren Organisationen die bc= treffende Beschlußfassung zugehen ließ und fordert, indem er diesen Beschluß zur Kenntnis nimmt, die Parteisektionen und die Parlamentsfraktion auf, im Lande und im Parlament den Einspruch gegen die reattionäre Politik des Ministeriums zu verschärfen und seinen Rücktritt zu beschleunigen." Und das Ziel dieses ganzen Kesseltreibens, das sich hier unter scheinbar gesetzlichen Formen abspielt? Die Zurid dämmung, die Vernichtung, die Ausrottung der Sozialdemofratie, der stärksten und gefährlichsten Partei, der Organisation derer, die bis jetzt so schön rechtlos waren und nun auf cimmal auch mitreden, mitherrschen wollen, die unerhörte Annraßung! den Machtwillen des Volkes, der Masse im Kampf gegen die Herrschenden durchzusetzen sich bestrebt. Da alle Phrasen von nationaler Notwendigkeit und notwendiger Kaisertreue nichts geholfen haben, da die Unbestechlichkeit des Gestern bezeichneten wir bereits die Lösung, die das Aus dem Ton der Tagesordning geht hervor, daß der Parteiallgemeinen und gleichen Wahlrechts trotz aller reaktionären Ministerium Viviani darstellt, als unklar und zwei- borstand einer Fortführung der Bewegung nicht abgeneigt gewesen Durchstechereien sich in immer höherem Maße für die Partei de utiq. der Entrechteten entschieden hat, hofft man nun durch Ver- radikalen und sozialdemokratischen Zeitungen Frankreichs ver- welcher Bewegung wir in der augenblicklichen Lage feine Vorteile wäre. Wir halten dafür, daß der Abbruch des Streits einer Dieselbe Auffassung wird von den entschieden eigentlichen Aufstandsbewegung den Riegel vorgeschoben hat, von folgung und Drangsalierung dazu zu fommen, den Kämpfern treten. Viviani zwar ist über seine ursprüngliche Er- erwarteten, die im Verhältnis zu dem Opfer der Massen gestanden den Mut zu nehmen und die festgefügte Kampfesfront zu flärung, die die Verkürzung der Dienstzeit von einer Aende- hätten. Selbstverständlich kann man darüber anderer Ansicht sein, zerstören. Die Herren, die so den Sinn der Justiz in sein rung der auswärtigen Lage abhängig macht und damit über- was die zu erringenden Vorteile betrifft; darüber, daß es nicht Gegenteil verfehren wollen, wissen genau um den Geistes- haupt völlig in Frage gestellt hätte, einen Schritt hinaus möglich gewesen wäre, den Generalstreif länger in friedlichen Er wird in der Kammer über die dreijährige Bahnen zu halten, scheint uns aber eine Meinungsverschiedenheit Dienstzeit folgendes erklären: Die Regierung wird binnen furzem Gesezentwürfe einbringen über die militärische Vorbereitung der Jugend Was nämlich die diesmalige Generalstreifbeivegung von den und über die Reorganisation der Reserven. Die vorigen unterscheidet, das ist die von den Nationalisten Entwürfe sind bestimmt, die Defenſivkraft der Nation zu erhöhen, unter Beistand der Polizei organisierte Reafdie stets nur daran gedacht hat, Ehre, Freiheit und Heimat zu tion, deren systematische Provokation unfehlbar die Streifenden schüßen. Erst wenn diese Entwürfe, die allen Ergebnissen der Gr- aus der Ruhe bringen mußte. In Rom ist die Polizei so weit fahrung und den Anforderungen der nationalen. Verteidigung Rech- gegangen, um Mittwoch Nachmittag, also am dritten Streiftage, nung tragen, angenommen und in Kraft gesezt sein wer- eine nationalistische Demonstration auf dem Corso zu erlauben, den, wird die Regierung eine Erleichterung der mili- nachdem man an demselben Tage eine Temonstration der Arbeitertärijchen 2a sten vorschlagen können. kammer verboten hatte. Außer von Geheimpolizisten und von zustand unserer Richter Bescheid. Der klagende Minister oder gegangen. der Seine Majestät verteidigende Staatsanwalt wissen aufs beste, daß all diese Richter einer sozialen Schicht entstamment, die mit Abscheu und Angst auf die aus der Tiefe marschierenden Massen sieht, daß viele von ihnen, ohne das Bewußtsein der Rechtsverlegung, ihre eigenen staatserhaltenden Gefühle in die Gesezesparagraphen einschmuggeln und Recht zu sprechen glauben, während sie Klassenurteile sprechen! Es fann feine Frage sein, all diese Anklage- und Klageweiber werden Verurteilung über Verurteilung erzielen und die Gefängnisse werden am Anfang des nächsten Winters die Ehre haben, die Opfer einer umfangreichen Schreckenskampagne zu beherbergen. Wer die Macht hat, der hat im fapitalistischen Staat auch das Recht und kann sich daher nach Belieben Opfer auf Opfer bringen lassen. Aber ebensowenig ist es eine Frage, daß der ganze Feldzug einer geängstigten und in ihrer Angst brutal vergewaltigenden Oberschicht nur und allein zur Stärkung des gehaßten Feindes beitragen fann. Das Sißenbleiben beim Kaiserhoch war eine einfache Konstatierung der Tatsache: das geht uns nichts an und gehört nicht hierher. Das Echo aber, das diese Selbstverständlichfeit ausgelöst hat, kann die sozialdemokratische Partei nicht mit Gold aufwiegen. Denn jegt muß selbst der Blindeste und Vertrauensseligste sehen, wohin die Gegner jeder Freiheit, jeder Berechtigung der Massen streben. Jezt haben sich die Herren in ihrer wahren Gestalt gezeigt und all ihre Vorschläge, man solle die wahren Vertreter des Volfes für eine Seffion ihrem Ehrenamt fernhalten, man solle sie für ihre Ueberzeugung dem Staatsanwalt überliefern, man solle sie durch Ausnahmegeseze kuebeln oder gar die Wurzel alles Uebels, das Reichstagswahlrecht, ausrotten, all diese Vornicht gut möglich. Im selben Sinne äußerte er sich auch einem Berichtungen Nationalisten wurde diese Demonstration, die unter auserstatter gegenüber: giebiger Deckung durch Karabinieri stattfand, von den Ladenbesitzern Wir sind entschlossen, das gegenwärtige Militär- gebildet, die durch die dreitägige Unterbrechung ihrer Geschäfte ganz gejez anzuwenden. Dazu würden wir uns allerdings nicht außer Rand und Band waren. Die Fenster des Corso wurden an eine unabänderliche Formel zu binden haben. Wir werden die während der Demonstration ausgiebig mit Fahnen behängt, woAbänderung des Militärgesebes erst nach seinen Er- durch die Bourgeoisie ihrer begreiflichen Freude über den natiogebnissen und entsprechend den Bedürfnissen der militärischen Ver- nalistischen Radau Ausdruck gab. Je dunkler es wurde, desto mehr teidigung ins Auge fassen. In dieser Hinsicht bin ich mit meinen wuchs den Leutchen der Mut, und schließlich begaben sie sich mit Kollegen einig. ihrem patriotischen Gebrüll ver die Fenster des Quirinals. Ste Und schließlich erklärte auch der neue Unterrichtsminister zu erscheinen, aber Viktor Emanual war vernünftiger als die bebachten, der König würde ihnen den Spaß machen, auf dem Balkon Augagneur: Er jei ein Anhänger der Rüdtehr zum Zwei- Worten ab, daß Trauer im Lande kein Anlaß zu Freudenkundhandschuhten Radaubrüder und lehnte die Zumutung mit den jahrsgeseze; aber dieje Rückkehr könne erst dann erfol- gebungen" sei. Gegen Mitternacht verpufften dann die Natio= gen, wenn alle erforderlichen Maßnahmen getroffen seien, da nalisten ihre lezten Energien durch Anrempelung einzelner Per mit keinerlei Störung und Verwirrung in der nationalen Ver- sönlichkeiten. So wurden der bürgerlich- radikale Abgeordnete teidigung hervorgerufen werde. Lapegna, der wildsozialistische Abgeordnete Alto belli und der Sozialist Giovanni Perda zum Gegenstand einer feindseligen Kundgebung gemacht, wobei die tapferen Herrchen von Handgreiflichkeiten absahen, als den Angegriffenen von Freunden Die vorgeftrige Kammerjihung, welche den Sturz Ribots her- und Parteigenossen Beistand geleistet wurde. Ein von einem beigeführt hat, hätte Viviani in seiner Ansicht bestärken müssen, Nationalisten geschleudertes Glas zertrümmerte einen der großen daß es unmöglich sei, mit einem Programm zu beginnen, Spiegel des Café Aragno, welcher Spaß dem Angreifer etwa Allen diesen Erklärungen fehlt die nötige Entschieden heit. Dieser Empfindung gibt der Radical", das Organ der geeinigten Radikalen, nachdrücklich Ausdrud: 7000 Rire fosten wird. Das„ Giornale d'Italia" hat auch eine| beim Kaiserhoch fikengeblieben waren, freispricht.] Sammlung zum Besten der bei den Konflikten verwundeten Sol- v. Liszt fügt dem hinzu: daten und Karabinieri eröffnet, in der sich der Radaupatriotismus in kleiner sehr kleiner Münze betätigt. Bei einer so großen, sich über den größten Teil des Landes erstreckenden Bewegung ist es natürlich nicht möglich, nachträglich der Situation in den einzelnen Zentren gerecht zu werden. In Ankona selbst, wo der Streik heute noch fortdauert, war die Situation so ernst, daß die Stadt unter das Kommando der Militärbehörde gestellt wurde: also eine Art Belagerungszustand. Auch in Turin, Florenz, Neapel und Bari war die Situation sehr ernst. In Turin wurden mehrere Barri faden gebaut, um die Kavallerie am Vordringen zu verhindern: zwei Demonstranten wurden getötet. Auch ein Cheveaurleger, der vom Pferde gestürzt ist, ist seinen Ver= legungen erlegen. In Florenz fanden beim Kampf um eine Barrikade drei Arbeiter den Tod. Unter den Ver wundeten befinden sich zwei Frauen und ein Kind. In Neapel war auf Seiten der Menge ein Toter und 42 Verwundete. In Bari sind zwei Tote zu beklagen. Sehr ernste Nachrichten kommen aus der Romagna, dem einzigen Teil Italiens, wo der Bahndienst wirklich unterbrochen wurde. Hier dauert die Bewegung fort. In Cesena wurden eine Frau und ein kleines Mädchen getötet. Auch in Ravenna erschossen die Truppen einen Demonstranten, desgleichen in Parma. gelenft. Mildernde Umstände aber ein Jahr Gefängnis. Er Der Musketier Truns von der 1. Kompagnie des Infanteries " Die eingehende und gerade für unseren Fall überaus lehr- Regiments Nr. 45 war am 3. Mai in Arys bis 11 Uhr abends in reiche Begründung dieses Falles möchte ich den Juristen der einer Kneipe geblieben. Eine Patrouille, die ihn hier auffand, befahl Kreuzzeitung" zum Nachlesen besonders empfehlen. Sie werden ihm nach Hause zu gehen. Er kam dieser Aufforderung auch anaus ihr entnehmen, daß gerade durch die Krückmannsche Argumen- fänglich nach, doch von Freunden wurde er zurückgehalten. tierung der strafgerichtlichen Verfolgung auch die letzte Aussicht wurde, als er der Patrouille entwich, später festgenomen und sollie auf Erfolg genommen worden ist. War der Reichstag bereits mit zur Hauptwache geführt werden. Hierbei leistete er Widerstand, und auf der Wachtstube machte er unter dem Einfluß der Alkohols der Verlejung der Allerhöchsten Botschaft geschlossen, so gab es auch Schandal und schlug um sich, wobei er noch einen Unteroffizier vor feinen Präsidenten des Reichstags mehr. Und wenn nun die Brust stieß. Der Mann kam vor das Kriegsgericht zu Insterder Privatmann Kaempf die Anwesenden, die auch nur Privat- burg, das ihm wegen seiner guten Führung mildernde Umstände männer waren wie er selbst, zu einem Hoch auf den Kaiser auf zubilligte, ihn aber trotzdem wegen Beharrens im Ungehorsam und forderte, so war feiner von ihnen rechtlich verwegen Widerstandes zu einem Jahr Gefängnis ver pflichtet, auf diese Aufforderung hin irgend- urteilte. wie zu reagieren. Gine Anklage gegen die Sißenbleibenden wegen Majestätsbeleidigung aber wäre, solange das Reichsgericht seine Ansicht nicht von Grund aus ändert, ein Schlag ins Wasser und damit eine Blamage für die Staatsanwaltschaft sowie für den Justizminister, der für sie verantwortlich ist." Liszt versichert übrigens, daß er selbst nicht auf dem Standpunkt stehe, daß der Reichstag mit der Verlesung der Vertagungsbotschaft geschlossen sei, er ist der Auffassung, daß die Handlungen der Abgeordneten bis nach Ablauf der ganzen Sigung unter die Immunität fallen und somit erst recht jedem gefeßlichen Zugreifen entrückt sind. Sit so juristisch absolut nichts anzufangen, so wird sich auch geseggeberisch fein Kapital aus der Ausübung eines selbstverständlichen Rechts durch die sozialdemokratische Fraktion münzen lassen. Zum Schacher mit lippeschen Titeln. Während so das Land von einer Massenbeivegung erschüttert wurde, über deren Bedeutung man sich wegen Fehlens von Nach richten nicht Rechenschaft ablegen konnte, lieferten unsere Genossen im Verein mit den Abgeordneten der äußersten Linken in der Kammer der Regierung ein Gefecht nach dem anderen. Allein das Mißtrauensvotum gegen die Regierung wurde mit 254 gegen 112 Stimmen abgelehnt. Immerhin hat der Ministerpräsident, der an den beiden ersten Tagen des Generalstreiks nur In einem von der lippeschen Hofverwaltung veranlaßten die schroffste Reaktion herausgekehrt hatte, schließlich etwas ein- Zeitungsartikel wird der Versuch gemacht, die Angaben über Titelschacher zu widerlegen, soweit sie sich auf den Hof diejes Kleinstaates beziehen. Die Hofverwaltung muß aber selber zugeben, daß Irrtümer" vorgekommen sind. Im übrigen handle es Rom, 14. Juni. Aus Ravenna kommt die Nachricht, daß sich bei den veröffentlichten Ankündigungen um„ dreiste Schwindler, der öffentliche Verkehr, der ganz unterbrochen war, allmählich die Dumme suchen". Die lippesche Hof- und Staatsbehörde habe wieder aufgenommen wird. Die Post, die drei Tage lang die Hilfe der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft in Anausgeblieben war, ist gestern zum erstenmal wieder angekommen. spruch genommen. Die Verfahren schwebten zurzeit noch. Die Heute früh ist der bei den Unruhen getötete Polizeiko mt- Mitteilung des Abg. Erzberger( Stiftung von 400 000 M. für missar mit feierlichem Gepränge bestattet worden. In der den lippeschen erblichen Adel) habe die Hofverwaltung veranlaßt, Stadt herrscht vollkommene Ruhe, und auch in der Provinz beginnt Erzberger um die Vorlegung seines Materials zu ersuchen. die Ordnung wiederzukehren. Beruhigung. In Forli haben die Behörden trok der kleinen Garnison, die in der Stadt liegt, die schwierige Lage der letzten Tage überstanden, ohne daß es zu einem blutigen Zusammenstoß gekommen wäre. Jebt ist die Ruhe wiederhergestellt. Der reußische Gemeindewahlrechtsraub. In der Sonnabendsizung des reußischen Landtages wurde die 2. Lesung des Gesezentwurfes einer neuen Gemeindeordnung fortGestern abend haben die Eisenbahnarbeiter in Ankona die gefekt und der Wah Irechtsraub besiegelt. Die RegierungsArbeit wieder aufgenommen, auch die Bevölkerung von Favorlage sah gegenüber dem bisher gleichen Wahlrecht ein Mehr stimmenrecht mit einer Stimmenhäufung bis zu fünf Stimmen vor. Der Neunerausschuß hatte aber noch erhebliche Verschlechterungen vorgeschlagen, insbesondere sollte den Reichs-, briano beginnt, sich zu beruhigen. Die Gemeinderatswahlen. Die griechisch- türkische Spannung. Die griechische Ungeduld. Athen, 14. Jumi.( Meldung der Agence d'Athènes.) Die Regierung hat von einer Antwort der Pforte auf die dieser gestern übermittelte griechische Note noch keine Meldung. Obgleich bis zur Erteilung einer Antwort noch eine gewisse Zeit verstreichen dürfte, sind die griechiſchen amtlichen Kreise auf Grund der offiziösen Mitteilungen der Pforte und der Erklärungen des Großwesirs gegenüber den Botschaftern überzeugt, daß die Pforte ihre bekannte aktif beobachten wird, die in vagen Veri pre chit ngen von Pazifierungsmaßnahmen in Kleinasien besteht. Die öffentliche Meinung verlangt jedoch laut die sofortige Wiedereinsehung der flüchtigen griechischen Familien in ihre Besizungen und unverzüglichen Ersat für die verursachten Schäden. Das Blatt Hestia" schreibt, die Regierung werde auch gen iigende Bürgschaften dafür verlangen, daß ähnliche Ereignisse sich nicht wiederholten. Der kürzlich in Amerika angekaufte Kreuzer, Selli" hat die Reise nach Griechenland angetreten. Türkische Meldungen. Konstantinopel, 14. Juni. Die Pforte veröffentlicht weitere Telegramme des Ministers des Innern Talaat Bey, welche die Gerüchte, daß von Offizieren befehligte Banden sich in der Umgebung von Aiwali befänden, als vollständig falsch bc= zeichnen, wie dies die Untersuchung ergeben habe. Der griechische Konsul selbst habe ihm gegenüber erklärt, daß es sich hier nur um Gerüchte handle. Im Gebiet von Edremit waren vor der Ankunft des Ministers die Einwohner von sechzehn Ortschaften ausgewandert. Sine Anzahl Personen drang in die verlassenen Geschäftsläden und Häuser ein, um zu plündern. Die Behörden haben Maßnahmen zur Sicherung des Eigentums ergriffen. Die Lage ist wieder normal. einigen anderen Städten haben heute die Wahlen für die Ge- Staats- oder Gemeindebeamten, den Privatbeamten, soweit sie Das Parlament der organisierten Rom, 14. Juni. In Rom, Mailand, Genua, Turin und in meindevertretung ohne jeden Zwischenfall stattgefunden. Politische Uebersicht. Der byzantinische Rummel. Konsumenten. dem Privatbeamtengesetz unterstehen, sowie den Höchstbesteuerten eine weitere Zusabstimme gewährt werden. Der agrarische Flügel wollte noch eine agrarische Zusatzstimme in das Gefeß aufge= nommen haben. Die Nationalliberalen waren die eif-( 11. ordentlicher Genossenschaftstag des Zentralrigsten Verfechter der Verschlechterungen. Nach langer Debatte wurden sämtliche Verschlechterungsanträge abgelehnt und§ 29 der Regierungsvorlage angenommen. Der gelbe Landtagsabgeordnete stimmte aus„ Gründen der 3wed mäßig feit" für die Regierungsvorlage. Die weiteren Bestimmungen des Gesetzes find nebensächlicher Natur. Jedenfalls wird die Regierungsvorlage Ende nächster Woche in dritter Lesung angenommen. Während die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bom Reichstag die große Aktion für den Zwang zum Byzantinis mus erwartet, fordert die Kreuzzeitung" unentwegt von der Regierung ein Ausnahmegeset. Demgegenüber legt Professor v. Liszt in der Vossischen Zeitung" die Rechtslage dar. Er zeigt zunächst, daß jeder juristische Vorstoß gegen die sozialDie Herzoglich gothaischen Privatwege. demokratische Fraktion an der durch das Reichsgericht fest- Die Hoffammer in Gotha will die Angelegenheit der Weggelegten Rechtsprechung in Fragen der Majestätsbeleidigung tafeln an den angeblichen Privatwegen in den herzoglichen Besitzunscheitern muß. Liszt zitiert eine Entscheidung des Reichs- gen, über die der Minister Dr. Richter stolperte, einem Schiedsgerichts vom 7. November 1907, also noch vor der Novelle zu dem Majestätsbeleidigungsparagraphen, durch die das Reichsgericht Sozialdemokraten, die in einer Wählerversammlung Wochenfilm. Berlin O., 13. Juni 1914. Sehr geehrte Redaktion! gericht unterbreiten. Der Landtag erklärte am Sonnabend, daß er dem Vorschlage der herzoglichen Hofkammer nicht zustimmen fönne, bebor nicht die Wegtafeln entfernt seien. verbandes Deutscher Konsumvereine.) ( Telegraphischer Bericht des Borwärts".) Bremen, 14. Junf. Die Eröffnung. mit Fahnen und Bannern reich geschmüdten Kongreßlokal, der Der Genossenschaftstag trat heute nach 6 Uhr abends in seinem Zentralhalle, zusammen. Anwesend sind etwa 850 Delegierte. Die ausländischen Genossenschaftsverbände haben eine Reihe von Ber tretern entsandt. Der Zentralverband der österreichischen Konsumt= bereine ist durch den Reichsratsabgeordneten Dr. Karl RennerWien vertreten, der großbritannische Genossenschaftsverband durch Trynne, die englische Großeinkaufsgesellschaft durch Shotten und Hayhurst, der Internationale Genossenschaftsbund durch und Hayhurst. der Internationale Genossenschaftsbund durch Whitehead und Manch, der Zentralverband der finnländischen Konsumvereine und die dortige Großeinkaufsgesellschaft durch Bailly, Richard Rängmann, Toiro Salmio und Vasenius, aus Holland sind erschienen Kristjens und Vanderdem waren doch die Richter sehr milde, wo doch der Staatsanwalt| sehr gute Geschäfte gemacht und das soll auch weiter so bleiben. zwei Jahre Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust beantragt hatte. Darum möchten wir uns solche Demonstrationen im Reichstage ganz Und es war doch das Denkmal vom guten Kaiser Friedrich! Da entschieden verbitten. Das paßt sich nicht und das gehört sich nicht. verstehen wir Liberalen keinen Spaß. Warum sollen sich da unsere Wir wollen in Ruhe und Frieden unsere Geschäfte machen und an Zeitungen aufregen? Wo sie sich doch so wie so immer gegen den der politischen Arbeit teilnehmen. Da bleibe man uns gefälligst mit Vorwurf zu wehren haben, daß die Liberalen die Bundesgenossen republikanischen und revolutionären Geschichten vom Leibe. Ich habe mir sehr gefreut, daß er wieder da ist. Ihr kon- der Roten wären. Davon wollen wir aber ganz und gar nichts Ein hervorragender liberaler Parlamentarier hat das Sizeitservativer August nämlich. Wenn er auch mein politischer Gegner wissen, wenn wir auch dann und wann bei einer Wahl mit den bleiben der Roten beim Kaiserhoch sehr treffend als eine Temonist, so lese ich ihn doch gern. Indem daß er doch in manchen Sozialdemokraten in Geschäftsverbindung treten. Die verurteilten ſtration mit dem A- llerivertesten bezeichnet, woran ich anfnüpfen Dingen mit seine herzerfrischende Derbheit recht hat. Vor allem in Denkmalsbeschmierer können einem ja leid tun, aber Sie können möchte. Indem daß sie kürzlich ein Bild gebracht haben, wo sehr gedas, was er gegen die Sozialdemokratie schreibt, kann ihm mancher daraus sehen, wohin Ihre Bildungsarbeit", mit der Sie immer so schmaclos und unästhetisch war. Ich meine den Diplomautomaten liberale Mann, so wie ich, zustimmen. Und das mit die weißen prozen, führt. Und wie Sie die Urteilsgeschichte aufbauschen, das nämlich, wo man etwas entblößt sah, was sonst von der Hose schamMäuse wird sich wohl auch noch geben. hat Ihnen das„ Berliner Tageblatt" arithmetisch vorgerechnet. haft verhüllt wird. Wie kann man so was nur in ein öffentliches Diesmal habe ich auch wieder eine ganze Menge auf die Pfanne. Na, und auf das rechnen verstehen sich die bei Mosse. Blatt zeichnen. Ich weiß, daß auch von Ihre Leute sich sehr viele Das, was in die letzten Tage von Sie und Ihre Partei geleistet Was Sie da über milde Bestrafung von Studenten, Offizieren usw. darüber entrüstet haben. Wir leben doch jetzt in einer fultivierten worden ist, geht mich denn doch über die Hutschnur. schreiben, hat doch gar nichts mit die Charlottenburger Geschichte zu Zeit. Und wenn Goethe heute lebte, würde er seinen Göz von BerZunächst möchte ich mir aber ganz energisch dagegen verwahren, tur. Die wollen feine politische Demonstration machen, wenn sie lichingen auch anständiger und gebildeter reden lassen. Oberlehrer daß ich mit dem" Rentier Mudicke", wo in der„ Morgenpost" mal ein Denkmal beschmieren oder ein paar Scheiben einhauen oder Knifflich wollte zwar wissen, daß in der Geschichte der Karitatur Sonntags immer seinen Schmus macht, in einen Topf geworfen einen Polypen vertobacken. Bei die ist es jugendlicher Kraftüber- solche Sachen oft gezeichnet worden sind, und daß in den alten deutwerde. Solch alte Weißbiergurken gibt's doch gar nicht mehr. Wir schuß berbunden mit Suff, was doch keine Schande ist. Im Gegen- schen Volksschwänten und in Luthers Schriften noch viel hanemodernen Berliner Bürger, wo was in die Suppe zu brocken haben, teil. Wie sagt doch das alte schöne Volkslied? Wer niemals einen büchenere Sachen vorkommen. Und er sagte auch, daß in den Holzgehen mit die Zeit. Wir fahren Auto, sind politisch interessiert und Rausch gehabt, das ist kein braver Mann." Mein Neffe studiert schnitzereien an alten Häusern und in Kirchen noch viel saftigere wissen, was wir unserem Stande schuldig sind. Und mit die auch Jurapotenz in Jena und Göttingen. Na, wenn der erzählt, Figuren zu sehen wären, wie z. B. die Butterhanne in Goslar, wo Bildung können wir es auch mit Jedem aufnehmen. Ich rechne mir was fie nachts nach der Kneipe für tolle Zicken machen und was da ich auf meiner Harzreise selbst gesehen habe und wovon ich eine Anjedenfalls nicht zu die ausgestorbenen Weißbier- und Sechfer- manchmal in die Brüche geht. Es ist zum Kugeln, wenn man den ſichtspostkarte an meinen Stammtisch schickte. Aber das geht mich rentiers. Ich stehe mit beide Füße ins öffentliche und gesellschaft- so hört. Aber staatsfeindliche Gesinnung ist da niemals nicht dabei. alles nichts an. Weil es eben in Ihrem Blatte steht, ist so etwas liche Leben und halte zu die Parole: Liberal, national und loyal." Jm fongträren Gegenteil. unanständig. Für solch einen Humor habe ich kein Verständnis, Und daß ich ein Mann von gesundem Urteil und politischer wenn wir auch als Kinder über den Dukatensch....., wo uns unser Vater geschenkt hatte, gelacht haben. Ich bin gewiß fein Spielverderber und wir erzählen uns am Stammtische manchen saftigen Wiz. Aber so ein Bild in Ihrem Blatte erregt mein Schamgefühl und ich nehme daran Aergernis, wie es ja wohl in der Gerichtssprache heißt. " Bildung bin, das beweist mein Gegenwärtiges und meine früheren Und damit komme ich auf das andere, die Kaiserhochgeschichte Briefe. Außerdem bin ich auch im Sturszettel und auf dem Hppotheken- im Reichstage. So was ist doch einfach unerhört, bei einem Kaisermarkt zu Hause und weiß als mehrfacher Hausbefizer ins Wirtschafts- hoch fizen zu bleiben. So was bringt ein Liberaler nicht fertig. leben Bescheid. Ich möchte mich also die Sticheleien von meine und wenn er ein noch so voll und ganz und unentivegt freier Mann Freunde und Feinde, daß ich es nicht mit besagtem Rentier Mudicke ist. Oberlehrer Knifflich hat zwar am Stammtisch erzählt, daß in den aufnehmen könne, ganz entschieden verbitten. Ich bin ein ernst zu sechziger Jahren die liberalen Berliner Stadtverordneten auch nicht nehmender liberaler Bürger, der eine gebildete Feder schreibt und gehocht hätten und nicht zum Königsgeburtstag ins Schloß gratulieren nicht eine Sprache spricht, wo heute nur noch auf den Rummel- gegangen find. Aber das glaube ich einfach nicht. Und wenn es wahr plägen geführt wird. Und wenn ich in Ihr Montagbsblatt schreib, ist, so ist das schon sehr lange her, und wir Liberalen find mit der so will ich dort die Stimme des anständigen Bürgertums zu Gehör bringen. Wozu überhaupt die ganze Aufregung über die sogenannten Bestechungen und die angebliche Storruption. Jeder, der im Geschäftsleben steht, weiß, daß man es sich heutzutage etwas fosten lassen muß, wenn man es zu etwas bringen will. Ob das mun Kommerzienrat Zeit fortgeschritten und wissen, was wir dem Träger der Krone schul- oder Hoflieferant oder Professor oder sonst was ist. Umsonst ist eben dig find. Heutzutage kriegen doch auch liberale Abgeordnete und frei nur der Tod. Die liberalen Zeitungen haben ganz recht, wenn sie Doch wovon wollte ich denn heute zuerst schreiben? Ach so sinnige Kommerzienräte und so den Roten Adlerorden vierter Güte über Liebknechts Enthüllungen feinen großen Tamtam machen. Es Sie regen sich mächtig darüber auf, daß in der liberalen Preſſe ſo oder sonst einen Hausorden. Und eine Liebe ist doch schließlich die ist nun schon einmal ein altes wahres Wort: Geld regiert die Welt. gar nichts gegen das Charlottenburger Schreckensurteil, wie Sie es andere wert. Unsere liberalen Zeitungen haben ganz recht, wenn sie nennen, gegen die Denkmalsbemaler geschrieben wird. Ja, haben gegen die rote Taftlosigkeit entschieden vom Leder ziehen. Und es gibt denn die liberalen Blätter da nicht ganz recht, wenn sie mit Euch da nicht in dasselbe Horn tuten? Was gehen denn unsere liberalen - Redakteure die roten Schmierfinken und die rote Woche an? Außer ja Gott sei Dank immer noch einige vernünftige Genossen, die ihnen dabei zur Seite stehen. Mit Eurer republifanischen Gesinnung fönnt Ihr uns Liberalen gestohlen bleiben. Wir haben mit der Monarchie Womit ich verbleibe mit der Ihnen gebührenden Sochachtung Friedrich Wilhelm Schulze, Rentier und Hausbesitzer. Ernst, andere, aus Schweden Dahl. Die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands ist vertreten durch Umbreit und holl, die Zentralverbände der Handlungsgehilfen, der Trans portarbeiter und Bäcker sind gleichfalls vertreten. ( Bravo!) Zwei Kinder von einem Automobil überfahren. - Senn die bürgerliche Presse schweigt bekanntlich die ArEin aufregender Automobilunfall ereignete sich Sonnabend beiterfeste tot, fonnten nun immer und immer wieder hören: Heute ist das Arbeiter Sportfest in abend in der Schloßstraße in Steglik. In der Nähe der Mommienstraße gingen zwei Geschwister im Alter von sechs und acht Jahren Weißensee! Nachdem der Arbeitergesangberein Bremen unter der Leitung In kleinen Trupps marschierten die Tausende an. Hand in Hand über den Fahrdamm, als eine Tarameterdroschte des Dirigenten Böse dem Genossenschaftstag mehrere Chöre außer= Absicht, der Droschte auszuweichen, gegen ein aus der anderen ordentlich wirksam zum Vortrag gebracht hatte, erklärte im Namen Das war Jagows Werf! Aus„ verkehrs-, sicherheits- und nahte. Die Kinder gerieten in Verwirrung und sie liefen in der des Vorstandes und Ausschusses des Zentralvorstandes Konrad ordnungspolizeilichen" Gründen hatte er den Festzug unter- Richtung kommendes Automobil. Sie wurden zu Boden geworfen Barth- München den Genossenschaftstag für eröffnet. Er teilte fagt. Die zehntausend Sportler und Zehntausende von Fest- und beide überfahren. Das jüngere kind, ein Knabe, wurde jo mit, daß der Reichstanzler auf die Einladung geantwortet besuchern sollten möglichst einzeln und unauffällig schwer verletzt, daß er in äußerst bedenklichem Zustand nach dem hat, daß die Geschäfte leider eine Delegation nicht ge fich nach Weißensee begeben, damit niemand etwas davon er- Stubenrauchfrankenhause gebracht werden mußte. Seine Schwester tatteten.( Buruf: Natürlich!) Dagegen hat der Senat von fährt. Die Straße dient nämlich nur dem Verkehr der erlitt stark blutende äußere Verlegungen sowie Quetschungen. Bremen den Syndifus Dr. Kapp zu den Verhandlungen entsandt. Surrapatrioten. Auf dem Alexanderplag stießen aber bereits Ein verhängnisvoller Streit spielte sich gestern mittag in der Thierfelder Bremen hieß dann die Erschienenen im Namen der mehrere Trupps zusammen, so daß nun die Menge schon etwas Konsumgenossenschaft„ Vorwärts" und ihrer Träger, der organi- größer wurde. Da erschien plötzlich die Polizei. In der Pappelallee ab. Der 29 Jahre alte Arbeiter Schwarz aus der jierten Arbeiter Bremens, herzlich willkommen. Der Redner gibt Neuen Königstraße wurde durch eine Kette von Schußleuten Beelower Straße und der 22 Jahre alte Kutscher Hermann Block einen Abriß der sehr interessanten Geschichte der Bremer Konsum der 3ug" abgelenkt, man juchte die Führer des Zuges", aus der Kopenhagener Straße hatten sich gestern morgen als um 9 Uhr eine Schantwirtschaft in der Pappelallee auf. Hier bebereinsbewegung. Noch 1903 scheiterte der Versuch den alten, 5000 nahm auch mehrere Verhaftungen vor, ohne irgend- Markthelfer in der Zentralmarkthalle etwas verdient und suchten Mitglieder zählenden Konsumverein in modernes Fahrwasser zu wie ersichtlichen Grund. Radfahrende Schuhleute jagten hin hauptete Block, Schwarz habe den Verdienst nicht richtig geteilt. Die lenken. Bei den Verhandlungen meinte ein Liberaler:„ Stedt doch beiden Männer gerieten hierüber allmählich heftig aneinander. Als Gure Füße unter Euren eigenen Tisch!" Damit wurden die und her, als sei eine feindliche Armee im Anzuge. Die Fichte"-Turner und-Turnerinnen des Südostens um 11% Uhr Blod seinen Gegner mit dem Messer bedrohte, sprang Optimisten und Konzessionsschulzen furiert, und am 9. November 1906 wurde der Konsumberein Vorwärts" gegründet, und mit und Oftens waren inzwischen im Friedrichshain in mehreren der Lofalinhaber dazwischen und setzte Blod furzerhand vor die ihm ist es bis heute vorwärts gegangen. Einzig und allein die Trupps zusammengestoßen. Als sie dort eine kleine Pause Türe. Schwarz aber folgte ihm auf die Straße. Hier stieß Block organisierte Arbeiterschaft und ihre Presse ist der machten, erschienen sofort Schußleute und ein Polizeileutnant feinem Gegner das Messer in die linke Bauchseite, so daß er auf der Stützpunkt für den Konsumverein„ Vorwärts". und forderten zum Weitergehen auf. Sogar die Bänke im Stelle bewußtlos zusammenbrach. Man brachte den Verletzten, dem Friedrichshain mußten freigemacht werden, in einem Privat- die Gedärme durchschnitten sind, von der Rettungswache in der Gaudystraße nach dem Krankenhause am Friedrichshain, wo er hause wurden zirka 30 Schußleute bemerkt, die jedes Winkes hoffnungslos danieber liegt. Schwarz ist verheiratet und Vater von gewärtig waren. An der Elbinger, Ecke Böbowstraße ver- zwei fleinen Kindern. Blod wurde festgenommen. sperrte eine dichte Schuhmannstette dem Publikum den Weg und lenkte nach einer Seitenstraße ab, dann gab die Polizei aber den weiteren Feldzug auf, so daß die von allen Seiten anströmenden kleinen Trupps schließlich doch nach Schloß Weißensee kamen. Darauf folgen die Aus aller Welt. Einsturzkatastrophe in einem Tunnel. Begrüßungsansprachen Ser ausländischen Delegierten. Sie alle bringen die besten Wünsche ihrer Genossenschaften zum Ausdruck. Besonders bemerkenswert war die Entschiedenheit, mit der die englischen Delegierten betonten, daß die wirtschaftliche Organisation der Arbeiter und ihre internationale Verbindung der Völkerberhebung entgegenwirte. In den Be grüßungsworten der finnländischen Delegation wurde der schwierigen politischen Verhältnisse gedacht, unter denen Finn= Nach diesem kleinen Vorgefecht war die Stimmung im Im Innern des im Bau befindlichen Tunnels der Eisenland seufzt. Trotz allem politischen Druck aber schreitet die finnische Genossenschaftsbewegung unaufhaltsam fort. 1913 be- Festlokal natürlich eine gehobene. Bald war das große standen schon 427 Konsumbereine mit 115 000 Mitgliedern in einem Etablissement dicht gefüllt. Der schöne schattige Garten und bahnlinie von Brieg nach Dissentis stürzte am Sonnabend Lande, das 3 Millionen Einwohner hat. Die finnischen Konsum eine fühle Brise vom See brachten wohltuende Erholung nach ein Stollen ein, gerade in dem Augenblic, als die Arbeit aufbereine hatten 1913 einen Umsatz von 70 Millionen finnischer Mark, der langen Reise durch die Stadt. Die Schwimmer eröffneten genommen wurde. 3 ahlreiche Arbeiter wurden die finnische Großeinkaufsgeſellſchaft einen Umjab von 23 Millionen mit einem eraften Reigen von 120 Teilnehmern und Teil- verschüttet, deren Zahl noch nicht feststeht. Es besteht finnischer Mart. Je schwerer der politische Druck auf den Massen nehmerinnen die Vorführungen. Dann folgten Wassersprünge, feine Hoffnung, auch nur einen lebend aus den Trümmern lajtet, desto lebhafter regen sich die Arbeiter auf ökonomischem diverſe Reigen der Radfahrer, ein Wasserballspiel und ein bergen zu können. Die Rettungsarbeiten wurden sofort in Dr. Karl Renner- Wien bedauerte, diesmal nicht so günstigen Radballspiel in bunter Folge, alles mit lebhaftem Beifall auf die Wege geleitet, sind aber sehr schwierig und gefährlich, da Bericht aus Desterreich geben zu können. Die österreichische Ston- genommen. Auf den Bühnen im Garten- die eben be- man neue Felsstürze befürchtet. Bisher gelang es fumentenbewegung wurde in ihrem Fortschritt gewaltig gehemmt sprochenen Vorführungen erfolgten auf einem Riesenflog auf nur, einen Zoten auszugraben. Gebiet. dem Weißensee walteten. blieben unversehrt. Kleine Notizen. Unfall bei einem Ballonwettfliegen. Bei einem Ballonivettfliegen in Portland( Nordamerika) wurde ein Ballon vom Blis getroffen. Der Führer erlitt schwere Verletzungen, Durch Starkstrom getötet. In Züllichow bei Stettin fant ein in dem dortigen Elektrizitätswert beschäftigter Monteur der elektrischen Leitung zu nahe und wurde durch den starken Strom getötet. Deutsche Einbrecher in Paris. Zwei Deutsche namens Emil wirthig und Hugo Adam, sowie die Geliebte des letteren find gestern abend von der Barijer Polizei wegen fortgesetter Ginbrüche und warendiebstähle verhaftet worden. Adam wird bereits von der deutschen Polizeibehörde gesucht. Eine sofort abgehaltene Haussuchung förderte viele gestohlene Waren zutage, so daß eine Anzahl Wagen requiriert werden mußten, um die gestohlene Beute forttransportieren zu können. zeigten die Turner und Turnerinnen Schwerer Unfall bei einem Schaufliegen. durch die Kriegsgefahr und die Geldkrisis. In dieser Zeit haben wir erfahren, daß der stärkste Schutz der Arbeiterklasse Barren- und Redturnen sowie lebende Bilder:„ Sport im Bei der Einweihung des Flugstützpunktes in Deutsch- Enfant die Genossenschaft ist. Wir sehen unsere ganze Zukunft in dem lebenden Bild", während die Mitglieder des Athletenbundes solidarischen Zusammenwirken von Partei, Gewerkschaft und Genossenschaft. Diese innere Solidarität wieder ist nur ein Teil der Kraftturnen, Gewichtheben und griechisch- römische Ringkämpfe versagte bei einem Fluge an einem Doppeldecker der Motor, als brüderlichen Gemeinschaft, die uns mit dem Proletariat der ganzen vorführten und mit ihren Darbietungen großen Anklang das Flugzeug sich gerade über dem Publikum befand. Der brüderlichen Gemeinschaft, die uns mit dem Proletariat der ganzen anden. Für die zahlreich anwesenden Kinder war ebenfalls apparat fiel zwischen die Menge, der Propeller riz Welt, besonders Deutschlands, verbindet.( Großer Beifall.) Im Namen der Generalkommission der Gewerk- bestens gesorgt durch Spiele auf der kleinen Wiese, die von einem 10 Jahre alten Knaben einen Arm ab und verletzte ihn Ichaften Deutschlands sprach Paul Umbreit: Seit nahezu einem Fichte" Mitgliedern geleitet wurden. Musikalische Dar- schwer am Kopfe. Auch die Frau des Oberbahnhofsvorstehers Jahrzehnt besteht zwischen den Zentralen der deutschen Genoffen- bietungen sowie Gesangsvorträge des„ Männerchors Weißen- Schön wurde erheblich verletzt. Die Insassen des Flugzeuges schaften und Gewerkschaften ein Zusammenwirken, das bereits fee" ergänzten in vorzüglicher Weise den allgemeinen Teil des eine ganze Reihe positiver Erfolge für beide Teile gezeitigt hat. Wir Prograuns. Bemerkt sei noch, daß auch die Arbeiterfamariter haben Vereinbarungen für die Behandlung der uns gleichmäßig wieder in anerkennenswerter Weise ihres mühevollen Amtes intereffierenden Fragen abgeschlossen, die Arbeitsverhältnisse einer ganzen Reihe von Angestellten und Arbeitern der Konsumvereine Einen Glanzpunkt des Festes bildeten die von mehreren und der genossenschaftlichen Eigenproduktion tariflich geregelt, wir haben ein Tarifamt geschaffen und für die Gesundung der Bolts- Tribünen gehaltenen Festreden, in denen die Verweigerung bersicherung die„ Boltsfürsorge" errichtet, die berufen sein des Stadions, das Verbot des Festzuges sowie die unzähligen wird, das Bündnis zwischen Genossenschaften und Gewerkschaften und fortgesetten Schikanen der Behörden treffend gekenn für alle Dauer zu befiegein. Wir hoffen, daß es auf dieser Bahn zeichnet wurden. Der brausende Beifall zeigte, daß die gemeinsamen Wirkens feinen Halt geben wird. Gewerkschaften und Genossenschaften find bem gleichen Boden entsprungen, der Arbeiterschaft feit gewillt ist, den Stampf weiterzuführen. Der Kampf um die Jugend denn um diesen handelt es Ausbeutung des Arbeiters als Produzent und Konsument; beide wird zwar der heftigste, aber wohl Bewegungen werden von den Fabrikanten und Händlern mit Saz, fich in der Hauptsache von den Behörden mit Schikanen, von der Gesetzgebung mit Ent- auch mit der wichtigste Stampf sein, den die organisierte rechtung bedroht. Und doch haben Gewerkschaften und Genossen Arbeiterschaft zu führen hat. In diesem Kampfe wollen auch schaften jo Großes für die Gesellschaft, für die Gesundung und die Arbeitersportler mit als Avantgarde Sebung der Arbeiter als Gütererzeuger und Güterverbraucher, marschieren. als Staatsbürger und Steuerzahler getan, mehr als ihre gesamten Ein Brillant- Feuerwerk beschloß das in allen seinen Gegner zusammen.( Stürmischer Beifall.) Sie haben aus dem Teilen würdig und wirkungsvoll verlaufene Fest. Deutschland als Auswanderungsland ein Deutschland als Werkstatt der Nationen gemacht, sie haben den Arbeitern die Sonne des Baterlandes zurüderobert und sie zur Mitarbeit in der Ge- Der gemaßregelte Mirakelprotestler. meinde und im Staat erzogen; sie haben gesunde LebensbedinDer Direktor der Vertriebsstelle des Verbandes deutscher Dragungen für Millionen geschaffen und der Gesellschaft neue Wege gezeigt, um weitere Millionen der Not zu entreißen. Wenn das maiifer, der in Berlin bei einer Aufführung des Mirakel" mitten unser Verbrechen ist, so tragen wir mit Stolz die gemeinsame in der Vorstellung gegen diese„ Profanierung der Religion" proSchuld, die uns für kommende Geschlechter der schönste Ehrentitel testierte, ist deswegen aus seiner Stellung entlassen worden. fein wird.( Stürmischer Beifall.) Es gibt keinen Gegensatz zwischen Der ganze Vorfall dürfte in einem gerichtlichen Nachspiel noch den Arbeitern als Produzenten und Konsumenten, ich erkläre Die Wirren in Albanien. das auch in bezug auf die Arbeitsverhältnisse in den Konsum- nachgeprüft werden, da Dr. Dinter gegen das Berliner Tageblatt" Durazzo, 14. Juni. Nach Meldungen. aus Elbassan find bereinen und in der Eigenproduktion, die wiederholt Erörterungen Strafantrag gestellt hat wegen der unwahren Behauptung, der ausgelöst haben. Diese Debatten sind aber lediglich aus unge- Verband deutscher Bühnenschriftsteller habe beschlossen, eine Unternügender Regelung der Formen des Zusammenwirkens, aus fuchung seines Gesundheitszustandes zu veranlassen. Ferner wegen die Aufständischen bis in die Nähe von Elbassan vorgedrun Mangel an Klarstellung der Rechte und Pflichten aller Fattoren der unwahren und im Zusammenhange beleidigenden Behauptung, gen und bedrohen die Stadt. Die Bewohner Elbassans in den genossenschaftlichen Arbeitsbetrieben entstanden. Die gegen zwischen Dr. Karl Vollmoeller, dem Verfasser des„ Mirafel", und haben sich mit der dortigen Truppenabteilung zu gemeinsamer Abwehr zusammengeschlossen. Unterdessen sind Hilfstruppen mit wärtigen Tarifverhandlungen, so dramatisch fie sich am Anfang ausnahmen, sind zu beiderseitigem Vorteil friedlich beendigt ihm schwebe ein Prozeß. Eine heillose Blamage ist die Angelegenheit aber jetzt schon Artillerie in Elbaffan angekommen, so daß die Gefahr abgewendet. worden. Ich darf dies als Beweis dafür bezeichnen, daß auf beiden Seiten die Notwendigkeit friedlichen solidarischen Zu- sowohl für die Bühnenschriftsteller wie für die übereifrigen Rein- erscheint. fammenwirtens flar erfannt ist; wo der gute Wille zur Ver- hardtleute, die nicht einmal einen Protest vertragen können, der ständigung vorhanden ist, da findet sich auch allezeit ein Weg. wie die Dinge in Berlin liegen für sie schließlich auch nur eine Sorgen Sie dafür, daß auch in Zukunft immer im rechten Moment Reklame bedeutet. das rechte Wort zur Verständigung erfolgt. Das erfordert das Gesamtwohl des arbeitenden Volkes.( Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Ge- o Ein trauriges Sittenbild Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Dienstag mittag: Jm westlichen Küstengebiet ein wenig fühler, vorwiegend heiter und trocken. In den übrigen Gegenden zunächst sche warm, später vielfach Gewitter und Abkühlung. Letzte Nachrichten. Der gestern in Untersuchungshaft genommene Bürgergierten der Internationalen Kontrollkommission auf freien meister von Durazzo ist auf Intervention des russischen DeleFuß gesetzt worden. Wahlverein Charlottenburg Darauf berichtete Lorenz über den Internationalen Genossenschaftsbund, dem 8 Millionen Mitglieder, also 30 bis 40 Millionen förderte die Verhaftung eines Bodendiebes zutage, der in der lezien Menschen, angeschlossen sind. Der Internationale Genossenschafts- Zeit namentlich im Süden und Westen der Stadt seine Tätigkei bund muß die wichtigen Grundfäße befolgen, wie sie in der Ham- ausübte. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben, daß burger Resolution niedergelegt sind, nämlich er muß anti- jedesmal in dem Hause ein Mann, der früher in der Frankfurter fapitalistisch sein, die Organisationen der Konsumenten um Straße wohnte, gesehen worden war, während ein unscheinbares, fassen, zur Eigenproduktion führen und sein Ziel müß die Hebung aber hübsches Mädchen vor der Tür gestanden hatte. Das Mädchen am des geistigen und materiellen Wohls des arbeitenden Volfes jein. Darauf wurde die Vorversammlung geschlossen. entpuppte sich als die 13 Jahre alte mißratene Tochter achtbarer Eltern, die diesen entlaufen war und sich der Fürsorgeerziehung, Die fachlichen Verhandlungen beginnen Montag früh. in die sie wegen Diebstahls und Unsittlichkeit kommen sollte, entzogen hatte. Der Bodendieb, bei dem sie wohnte, benutzte das Mädchen zum Schmierestehen", bis sie eines Tages auch ihm weglief und sich einem anderen Mann zuwandte. Nach einiger Zeit fand der Bodendiceb, ein Handelsmann, seine junge Helfershelferin wieder und nahm sie von neuem zu sich. Bei seiner Verhaftung ergab sich nun, daß die Dreizehnjährige demnächst Mutter wird. M Aus Groß- Berlin. Unangenehmen Besuch Das zweite Arbeitersportfest in Weißensee. Berhaftet wurde außer dem Bodendieb der Mann, bei dem fich bas Lachender Sonnenschein lag gestern in beinahe überreich- Mädchen in der Zwischenzeit aufgehalten hatte, ein Kaufmann in lichem Maße über dem Häuſermeer. Alles flüchtete in den der Elisabethstraße. Schatten, denn das nach den falten und naisen Tagen so sehnfüchtig herbeigewünschte Sommerwetter meinte es wirklich etwas zu gut. Um so mehr Aufsehen erregte es, als am Vormittag hunderte fieiner Trupps von Turnern, Radfahrern, hatte in der Nacht zum Sonntag der Gastwirt Kröling in Heiligen. Schwimmern usw. aus den Vororten und Arbeitervierteln der fee. Der Mann hatte sich für den Sonntagsverkehr gut vorgesehen, Riesenstadt dem Zentrum Groß- Berlins zuströmten. Ueberall machte aber morgens die unliebsame Entdeckung, daß nächtlicher Die Einbrecher erbeuteten nicht weniger als erfundigte sich das Publikum soweit es nicht als Vor- Besuch ihm einen beträchtlichen Teil seines Vorrates wieder wegwärts"-Reser schon darüber informiert war wohin die 8 gerupfte Gänse, 7 Napffuchen, 5 Büchsen Halberstädter Würstchen, Reise gehe, denn die Sportler sind doch sonst schon am frühen 15 Flaschen Wein, darunter mehrere Flaschen Seft, 9 Flaschen verMorgen als die ersten weit draußen vor den Toren der Stadt. schiedener Liköre und 5 Liter Sherry Brandy in einer großen Flasche. Dud alle, die fonit vielleicht gar nichts davon erfahren hätten Von den Tätern fehlt noch jede Spur. ' genommen hatte. Mitglieder Versammlung Dienstag, den 16. Juni, abends 81, Uhr im Boltshause, Rosinenstr. 3. Tagesordnung: 1. Berichte von der Kreis: und Verbandsgeneralversammlung. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Statt jeder besonderen Meldung. Ant Sonnabend, den 13. Juni verschied nach langem, schwerem Leiden unser inniggeliebter einziger Sohn, Enkel und Neffe Herbert im Alter von 9 Jahren. Die Beerdigung findet Diens. tag, d. 16. Juni, nachm. 5 Uhr, von der Kapelle der Luisengemeinde, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Dies zeigen, um stille Teilnahme bittend, an Die tiefbetrübten Eltern, Bruno und Marie Kupske. NW. 87, Huttenstr. 22. + Der Vorstand. Bruchbandagen Leibbinden, Geradehalter, Irrigateure, Spritzen etc., Suspensorien, sowie alle Artikel z. Krankenpflege. empfiehlt Fabrikant Pollmann, jetzt Berlin N., Lothringer Str. 60. Eigene Werkstatt. Lieferant für Krankenkass. Fachgem. Bedienung. ReutersWerte 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts In der Einheit liegt die Macht! Wehrlos wäre die Arbeiterklasse, gäbe ihr nicht die Zusammenfassung ihrer Kräfte Stärke und Macht. Darum ist es Pflicht jedes Arbeiters, sich seiner politischen und gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen, um aktiv und mit aller Energie teilzunehmen an dem großen Befreiungskampfe seiner Klasse. Tretet ein in die sozialdemokratischen Wahlvereine, werdet Abonnenten des„ Vorwärts". Beitrittserklärungen zu den Wahlvereinen werden entgegengenommen im Berliner Verbandsbureau, Berlin SW 68, Lindenstraße 2 I. Bestellungen auf den„ Vorwärts" nehmen die Hauptexpedition, Berlin SW 68, Lindenstraße 69, sowie alle Filialexpeditionen entgegen. Theater. Montag, den 15. Juni 1914. Anfang 4%, Uhr. Boigt Theater. Das Mitternachtsmädchen. Anfang 5 Uhr. Baffage Theater. Rino- Varieté. Potsdamer Naturtheater. Potsdam. Anfang 7 Uhr. Cines Nollendorf: Theater. Eine tolle Nacht. AltDeutsches Opernhaus. Parsifal Anfang 755 116r. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Anfang 8 Uhr. Urania. Mit dem Imperator nach New York. Deutsches Künstler: Theater. Jeppe vom Berge. Seffing. Das Märchen vom Wolf. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Schiller 0. Jugendfreunde. Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentl. Volksverfammlung am Dienstag, den 16. Juni 1914, abends pünktlich 8 Uhr, in den Germania- Prachtsälen, Chausseestr. 110 Tagesordnung: Aus russischen Kerkern. Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ernst Reuter mit erläuternden Lichtbildern. Schiller Charlottenburg. Ueber zu der Versammlung werden Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. verausgabt, unsere Kraft. 1. Teil. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräger Straße. Mr. Wu. Kleines. Jettchen Gebert. Thalia. Wenn der Frühling kommt. Rose. Zwischen Himmel und Erde. Montis Operetten. Als ich noch in Flügellleide. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palaft- Theater. Varieté und Lichtspiele. Berliner Prater Theater. Grigri. Anfang 8%, Ubr. Theater am Nollendorfplat. Der Jurbaron. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. 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Oberschöneweide: Walter, Zigarrengeschäft, Wilhelminenhofstr.45. Konsumverein C. P. Goerz bei Wilhelm Schmidt. Mitglieder anderer freier Verbände können daran teilnehmen, Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. 120/3 f. Geschlechtskrankheiten, Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: Neanderstraße 12 nahe d. Köpenicker Straße. Sprechst. 5-7, Sonntags 10-11. Potsdamer Str. 117 a. d. Lützowstr., Sprechst. 1,11-2. u. 8-10 U. abds., Sonnt. 11-1. Für Frauen: 11-1 Uhr. Nachweislich vollkommenstes Heilverfahren. Vorzügl. Dauererfolge, auch bei schwersten, veraltetsten Fällen. Keine Berufsstörung. Mäßige Preise. Teilzahlung gestattet. im eigenen Interesse 48 Seiten starke Man verlange Broschüre gratis und franko per Post i. verschloss. Kuvert, auch i. d. Instituten während d. Sprechst. gratis erhältl. Weitere Auskünfte i. d. Sprechstund. kostenlos. vor minderwert. Heilverfahren u. ungeheuerWarnung licher Preisforderung angeblicher Spezialärzte. 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Dann wissen Sie vielleicht auch, was ich Sie gefragt habe: Ob diesem Kerl dort zuzutrauen ist, daß er hier die Krämpfe markiert, daß er also gar keine Krämpse hat, sondern nur so tut?" „Jawohl, Herr Oberstleutnant!" „So? Sie meinen also, daß dieser Mann ganz gesund ist und mich hier zum Narren hält?" � „Nein, Herr Oberstleutnant!" „Sie sind ein— Staatskerl! Sie sollten Vorsänger in der Garnisonkirchc werden, dazu paßten Sie vielleicht, zum Wacht- habenden taugen Sie nicht! Verstanden� „Jawohl, Herr Oberstleutnant!" „So, nun fassen Sie'mal den Mann und tragen Sie ihn in die Wachtftubc; da wollen wir uns ihn'mal bei Licht etwas genauer ansehen," befahl der Oberstleutnant. Hans wurde von vier Leuten gepackt und in die Wachtstube ge- tragen. Ich nahm sein Gewehr und folgte langsam. Drinnen legten sie ihn auf die Pritsche. Der Oberstleutnant sah ihn cin� Weile scharf an, dann ergriff er plötzlich den Wasserkrug und schüttete Hans einen kräftigen Guß ins Gesicht.„Knöpft ihm den Rock auf!" befahl er. Man tat es und der Oberstleutnant goß den Rest des Wassers durch das klaffende Hemd auf die zottclhaarige Brust des bleichen, starren Hans. Wir alle verfolgten den Bor- gang mit toeitgeöffneten Augen. Aber der starre Hans rührte sich nicht. Eine Gipsfigrir hätte sich nicht anders verhalten können. Erst nach einer halben oder ganzen Minute seufzte er dumpf, zugleich fuhr ein Ruck durch die Arme, die sich noch mehr strafften und dann langsam an Spannung verloren. Dann wandte sich der Oberstleutnant ab, trat näher an die Lampe heran und notierte sich etwas. Er befahl dem Unteroffizier, nach Ablösung für den Erkrankten zu tclcphonicrcn und ging dann ohne Gruß fort. Ich bezog den leeren Posten. Draußen sangen die Drosseln dem neuen Tage entgegen, der bleich hinter den dunkeln Kiefern- Wäldern heraufdämmerte. Ich nahni mein Gewehr unter den Arm und schlenderte durch das Gehölz, hörte die Hähne in der Ferne krähen, hin und wieder einen Hund anschlagen und ließ die herbe Morgenfrische meinen heißen Kopf und die übernächtigen Augen kühlen. Als ich nach der Ablösung zur Wachtstube zurückkam, saß HanS halb aufgerichtet und mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt auf der Pritsche. Er sah stumpfsinnig vor sich hin und nahm keine Notiz von mir. Ich fragte ihn nach seinem Besinden, erhielt aber keine Antwort�, nur ein weltfremder, schwermütiger Blick traf mich. Ein verzweifeltes Spiel. Von August W i n n i g. Nein, nicht von mir, sondern von unserem vielgeliebten Freunde Hans, dem Geistertänzer aus Lüneburg, will ich erzählen. Unser Bataillon stellte die Garnisonwachs, und unsere Kom- pagnie erhielt die östlichen Außenposten zugewiesen. Mich traf das Los, die'Schießstände da weit draußen in einem kleinen Gehölz, an einem Nebenflusse der Warthe zu behüten, mich und besagten Hans und noch einige andere Leute. Hans hatte die„erste Nummer", von ein bis drei Uhr, ich die zweite von drei bis fünf Uhr und so fort. Es war in der Zeit der längsten Tage, etwa ausgangs Juni. Im kleinen Eichenwalde summten die Junikäfer und die Gall- Wespen; die Drosseln hatten sich vor der brütenden Sonne zurück- gezogen, die Eichhörnchen saßen still zwischen den schützenden Aesten, und obendrein war es Sonnabendnachmittag; es war sehr einsam da draußen. Wir pflückten bei unseren Gängen in den weniger betretenen Winkeln Blumen und schmückten die kahle Wachtstube damit, legten uns unter die vollbelaubten Büsche und rauchten und schwatzten von der Welt, die wir liebten und die doch so fern von Uns war. Dann wurde es Nacht. Ein paar leichte Wolkensträhnen dämpften das Licht des halbsichtbaren Mondes. Ein silbcrgraucr Glanz schwebte im Walde. Schwebte auch über den südlich liegen- den Wiesen, verdichtete sich über dem Flußlaufe zu weißlichem Dunst und ging weiterhin in ein unbestimmtes Dunkel über, in dem sich der Blick verlor. Der Erdgeruch mischte sich mit dem Duft des jungen Laubes der Eichen und Birken, der Blumen und des Grases. Süß und schmeichelnd war das alles. So eine Nacht kann man nicht wieder vergessen, selbst wenn man ein Gewehr dabei trägt. Auf der Wachtstube wurde es still. Der wachthabende Unter- offizier saß schläfrig an seinem Tische, sah manchmal nach der per- räucherten Wanduhr und griff hin und wieder zu dem zerlesenen „Soldatenhort", jener einfältigen illustrierten Zeitschrift, die die Kriegsartikel und das©jerzierreglement in traktätchenhaste Geschichtchen und Anekdoten auflöst und in allen Kasernen zu finden ist. So oft ein Geräusch an sein Ohr drang, ruckte der Unter- offizier zusammen, griff nach dem Helm und horchte. Die Rtann- schasten lagen aus der Pritsche und„ruhten". Schlafen ist ihnen nach der Wachinstruktion verboten, doch dürfen sie sich hinlegen und „ruhen". Da;es aber für einen gesunden Menschen schwer ist, bei nachtschlafender Zeit zu liegen und nicht zu schlafen, so nimmt man es gewöhnlich mit dieser Vorschrift nicht allzu genau. Die Mannschaften schliefen also. Kurz vor ein Uhr rief der Wachthabende die„erste Nummer" auf. Das war Hans. Ich hatte ihn beim Aufziehen zu begleiten. Hans rieb sich die Augen, rückte das Koppel zurecht, setzte den Helm auf und griff verschlafen zum Gewehr. Als wir draußen in der weichen Luft dieser Nacht waren, meinte er, er sei schändlich müde und werde sich einen Platz suchen, wo er weiterschlafen könne. Es gab natürlich solcher Plätze genug hier draußen. Unter-den Fliederbüschen, die den Zugang umsäumten, standen zwei breite hölzerne Bänke.. Auf die eine davon wollte sich Hans legen, ich sollte ihn um drei Uhr bei der Ablösung.dort treffen. Das Schlafen auf Posten ist zwar bei vierzehntagigem strengen Arrest verboten; aber wie man sich an viele Unbequemlichkeiten ge- wöhnt, so auch an diese Drohung. Es gibt kaum einen Posten, der nicht bei Nacht schläft, wenn er nur einen halbwegs passenden Platz dazu findet. Als ich zur Wachtstube zurückkam, legte ich mich sogleich wieder hin und Ivar auch nach wenigen Minuten eingeschlafen. Das harte Lager auf der Holzpritscho, der Tornister als Kopfkissen, dazu das Koppel mit den Patronentaschen und dem Seitengewehr— dies alles ist freilich so störend, daß der Schlaf nur leicht ist und durch jedes halblaute Geräusch unterbrochen wird. Es war etwa halb drei Uhr, als wir alle durch ein lautes Rufen draußen erwachten. Ter Unteroffizier war sogleich hochgefahren und hieß uns aufstehen. Wir sprangen von unserem Lager und machten uns zum Antreten fertig; das mutzte die Rande sein. Sie war es wirklich. Der Unteroffizier hatte die Tür aufgestoßen und war hinausgetreten, wir drängten hinter ihm her und lauschten.„Es ist doch unglaublich! Es ist doch unglaublich!" rief jemand. Dann näherten sich einige Personen unserer Wachtstube. Es waren der Wachtkommandant, ein Oberstleutnant, und ein paar Begleitleute. Als der Offizier näher gekommen war, rief er dem Unteroffizier zu:„Holen Sie'mal den Mann'rein, der hier draußen liegt!" Wir gingen dem Oberstleutnant entgegen. Er sah furchtbar böse aus, schnauzte uns etwas an und führte uns dann zum Ein- gange, zu der Bank, auf der Hans, der Geistertänzer, bleich und starr lag. Sein Oberkörper hing etwas auf den Armstützen, der Kops war hintenübergefallen, die Füße berührten steif den Boden. Das. Gewehr lehnte an der Armstütze, die Arme waren steif ge- streckt, die Hände zu Fäusten geballt. Man besah ihn von allen Seiten. Ter Unteroffizier rüttelte ihn, schrie ihn an, zerrte ihn in die Höhe— Hans war wie ein Leichnam. „Was hat der Mann?" fragte der Oberstleutnant. Ter Unteroffizier meinte, er habe vielleicht einen Herzschlag bekommen. Man horchte die Brust ab; nein, das war kein Toter, Hans lebte. Aber unbeweglich lag er da, lein Glied zeigte auch nur eine Spur von Leben. Inzwischen hatte man die Laterne von der Wachtstube geholt. Man leuchtete ihn sorgfältig ab. Verletzt war er auch nicht. Wir alle standen vor einem Rätsel. Der Oberst- leutnant kniff ihn in den Oberschenkel, zupfte ihn am Ohr, rüttelte ihn wie einen Pflaumenbaum mit reifen Früchten. Der Körper, der da vor uns lag, reagierte auch nicht im mindesten daraus. Da ging dem Oberstleutnant ein Licht aus:„Ter Mann ist Epileptiker, der hat Krämpfe! Hat man schon einmal etwas davon gemerkt?" Ties« Frage brachte meine Gedanken, die durch die jähe Störung etwas durcheinander geraten waren, wieder in Ordnung und ließ mich den Vorfall in einem anderen Lichte sehen. Natur- lich schwieg ich. Keiner konnte etwas darüber sagen, ob Hans an Krämpfen leide. „Oder der Kerl markiert!" rief der Oberstleutnant.„Das heißt: dann würde ich ihn aber vom Fleck weg einsperren lassen!" Wir standen ratlos umher. „Glauben Sie, daß der Kerl da fähig ist, solch ein Ding zu markieren? so zu. simulisren?". fragte er den Unterpffizicr. /lus 5. Engels Sriefen an loh. PH. öecker. 122 Rcgents Park Noad NW., London, 12. Decbr. 1878. Lieber Alter! Es thut uns Allen sehr leid zu hören, daß es Dir so schlecht geht und ich habe, um Dir wenigstens gleich einige Hilfe zu schaffen, eine Postanweisung für zwei Pfd. St. für Dich herausgenommen, was nach hiesiger Angabe Dir dort mit 50,10 Fr. ausgezahlt werden sollte. Ich bin instruirt, die Anweisung hier zu behalten, da Dir von der Schweizer Post in Basel eine Anweisung zugehen würde, falls dies also nicht geschieht, so reklamire. Ich werde sehen. Dir nächstens noch einiges Geld aufzutreiben. Es wird nach allen meinen Erfahrungen so gut wie unmöglich sein. Dir hiesige Agenturen zu verschaffen. Seit beinahe zehn Jahren aus dem Geschäft, habe ich alle meine kommerziellen Verbindungen allmählich von selbst einschlafen sehen; wenn man nichts mehr zu schachern hat, interessiert man die Herren eben nicht mehr. Jndeß will ich doch sehen, ob ich nicht hier oder da anklopfen kann. Aus- sichten aber kann ich Dir vorläufig keine machen. Was übrigens den Precurseur angeht, so würde ich an Deiner Stelle, wenn das Blatt sich nicht selbst zahlt, keinen Sou dafür aus- geben. Ich sehe nicht ein, warum Du Dich opfern sollst für die Genfer Arbeiter und ihre Genfer Lokalpolitik. Wenn sie ein Blatt haben wollen, so mögen sie auch selbst dafür zahlen. Es ist wahrhaftig schon genug, daß Du die Mühe und Arbeit davon hast. Nach all den Lpfern, die Tu gebracht, hast Du wahrhaftig das Recht, die Leute zusammen zu berufen und ihnen zu erklären. Du könntest nicht weiter zahlen, wenn sie also das Blatt erhalten wünschten, sollten sie selbst die Mittel dafür herbeischaffen. Es wird heute hierher telegraphiert, der Bundesrat wolle des edlen Guillaume„Avant-garde" unterdrücken.") Ich weist nicht, ob das so angeht, wenn aber auf diese oder jene Weise das letzte bakunistische Organ verschwände, so könnte auch der Precurseur, falls die Genfer nicht die Mittel dazu aufbringen wollen, umso eher ein- gehen. Borkheim liegt noch immer in Hastings an der Seeküste, links- seitig gelähmt und wird, wenn überhaupt, nur sehr langsam besser. Er scheint sonst ziemlich fidel zu sein und schreibt von Zeit zu Zeit. Ten Dühring haben mir die Preußen jetzt glücklich auch ver- boten. Es darf nichts mehr in Deutschland verkauft werden, was gegen sozialistisch thuende Krakeeler gerichtet ist. So sind alle gegen die Bakunisten gerichteten Schriften von Greulich, von mir usw. ver- boten worden. Anarchistische und Dühring'sche Klüngclci, rechnet Bismarck, sollen den Zusammenhang unserer Leute lockern und das herbeiführen, wonach er sich vor Allem sehnt— einen Putschversuch, damit er schießen kann. Trotz alledem benehmen sich unsere Ar- beiter in Deutschland ganz famos und ich hoffe, das ganze Deutsche Reich wird an ihnen zu Schanden. Das aber erreicht Herr Bismarck: Wenn der Tanz in Rußland losgeht— und das dauert nicht lange mehr— wird die Sache auch in Deutschland so ziemlich reif sein. Beste Grüße von Marx und seiner Frau, mit Hoffnung auf baldige beffere Nachrichten von Dir, von Deinem alten F. E, London, 30. Jan. 1879, Lieber Alter! ES bedurste kaum Deiner Postkarte, damit ich mich in Deinem Interesse in Bewegung setzte. Von einem Freund in Manchester er- hielt ich ein Pfund zur Verwendung für die Opfer des Sozialisten- gesetzes. Ich kann es nicht besser verwenden als für Dich und füge noch ein zweites hinzu, wofür Du Fr. 50,40 von Basel aus angewiesen erhalten solltest und zwar wohl schon den Tag nach Empfang dieses. Der Schein ist in meiner Hand. Was später mehr geschehen kann, wird auch geschehen. Mit Agenturen ist es Nichts. Das Geschäft ist hier sauschlecht, und kein Mensch will sich auf irgend etwas einlassen. ") Ein Irrtum. Der eigcntlid)e Redakteur der Zeitschrift war der zukünftige Führer der französischen Possibilisten, Brauste. Die letzte Nummer erschien am 2. Dezember 1878. Die Unterdrückung der Zeitung wurde vom Bundesrat am 10. Dezember 1878 be- schloffen. Den Anlaß gab ein Artikel, in dem die politischen Atten- tätcr verherrlicht wurden. Nur die sozialdemokratische Presse pro- testierte gegen diesen Willkürakt. Broussc wurde am 18. April 1879 zu zwei Monaten Gefängnis und zehn Jahren Verbannung ver- urteilt. Was den Precurseur angeht, so würde ich an Deiner Stelle den Leuten in Genf ein für alle Mal erklären, ich sei nicht in der Lage, irgend welche Ausgaben für das Blatt zu machen. Es ist eine wahre Schande. Nicht nur, daß Du all die Mühe und Arbeit umsonst übernimmst, auch noch Kosten sollst Du aufbringen. Aber so sind die Genfer immer gewesen. Seit Calvins Gnadenmahl haben sie sich immer als ein auserwähltes Völklein betrachtet, dem die gc- bratenen Tauben ins Maul fliegen müssen. So bei der Egalite"), wo Utin auch Arbeit und Geld finden mußte. So beim großen Maurer- strike, wo die Internationale das Geld beischaffen mußte, aber wenn anders wo Strike war, konnte sie in Genf vergebens anklopfen. Sehr amüsiert hat uns die Nachricht, daß der große Guillaume sich als Achilles grollend in sein Zelt zurückgezogen hat.") So mußte es kommen. Die Anarchisten waren eben ihres Namens nicht würdig, solange nicht Anarchie unter ihnen selbst ausbrach. Guillaume war doch noch der Nachfolger des großen Bakunin— aber daß ein Laus- bub wie der Brauste die Welt aus den Angeln heben will— das ist doch gar zu possierlich. Hier gibt jetzt Most fiir den kommunistischen Arbeiterverein ein Blättchcn heraus: Freiheit, das soweit guten Absatz findet. Wir wünschen ihm alles Gedeihen, haben aber selbstredend weiter nichts damit zu thun und keinerlei Verantwortlichkeit für den Inhalt. Uebrigens gchts in Deutschland rasch abwärts auf der schiefen Ebene. Arfchprügel für den Reichstag, das ist das Neueste und Beste. Nur so voran und dazu immer mehr Steuern und der brave Bisniarck kann noch etwas erleben an seinen Kleinbürgern, die ohnehin rasch genug zum Teufel zehn. 11ns kann, abgesehen von den unvernieid- lichen Leiden, die dabei auf Einzelne fallen— im Ganzen nichts Nützlicheres passieren als was jetzt geschieht. Was Bismarck uns Böses anthun konnte, hat er gcthan, was er jetzt thut, trifft unsere Gegner, die fortschrittlichen Kleinbürger und mit der Zeit auch die liberalen Großbürgcr. Also nur voran! Und daneben gehen die Sachen in Rußland famos voran, und das ist die Hauptsache. Kracht's da, so kann auch Wilhelm sein Bündel schnüren. Dein E. E. London, 1. Juli 1879. Lieber Alter! DaZ neue halbe Jahr bringt mir Geld und so beeile ich mich, Dir anzuzeigen, daß ich Dir per Postanweisung vier Pfund Sterling gleich hundert Franken 80 Cent, geschickt habe, die Du wohl gleich nach Empfang dieses erhalten wirst. Hoffentlich wird dies genügen, um in Deinem chronischen Pech wenigstens eine kleine Unterbrechung zu machen. Ich wollte, wir könnten mehr thun als so gelegentlich ein- greifen, aber Du weißt, die letzren Zeitläufte haben die Ansprüche nach allen Richtungen gesteigert. Die unzeitige Sanftmuth Liebknechts im Reichstage hat im romanischen Europa begreiflicher Weise sehr unangenehm gewirkt und ist auch unter den Deutschen überall unangenehm empfunden worden.") Wir haben dies auch sofort brieflich ausgesprochen. Die alte gemütliche Brummelagitation mit 6 Wochen bis 8 Monaten ge- legentlichen Brummens ist ein für alle Mal für Deutschlmid zu Ende. Wie auch der jetzige Zustand sein Ende erreichen möge, die neue Be- wegung beginnt auf mehr oder weniger revolutionärer Grundlage und muß daher auch einen viel resoluteren Charakter haben als die vor- flossene erste Bewegungsperiode. Man wird die Phrase von der fried- lichen Erreichung des Ziels entweder nicht mehr nöthig haben oder doch nicht mehr ernsthaft nehmen. Indem Bismarck diese Phrase unmöglich machte und die Bewegung in die revolutionäre Richtung warf, hat er uns einen enormen Dienst getan, der das Bischen Schaden durch Agitationsstockung mehr als überwiegt. Andererseits hat dies zahme Auftreten im Reichstag die Folge gehabt, daß sich die Revolutionsphrasenhelden jetzt wieder dagegen in die Brust werfen und durch Klüngeleien und Jntrigucn die Partei desorganisieren wollen. Das Centrum dieser Umtriebe ist der hiesige Arbeiterverein.... Die Leute hier haben seit Belebung der Be- wegung in Deutschland alle die Bedeutung verloren, die sie 1840— 1862 noch besaßen und sehn jetzt eine Gelegenheit, sich an die Spitze zu drängen. Der junge Weber, ein gelvisser Kaufmann und andere haben schon in den letzten Jahren sich wenigstens sechsmal als Central- komite der europäisch-anicrikanischcn Arbeiterbewegung konstituiert, sind aber von der gottlosen Welt stets hartnäckig ignoriert worden. "> Das bekannte Organ der Internationale in Genf. ") Guillaume verließ die«chweiz schon im Mai 1878. ") Diese Rede, in der Liebknecht stark den friedlichen und gesetzlichen Charakter der sozialdemokratischen Propaganda unter- strich. Jetzt solls nun mit Gewalt durchgesetzt werden und an Most haben sie einen Bundesgenossen gefunden. In der Freiheit wird Revo« lution schwadronirt auf Mord und Brand, was natürlich für den guten Most ein ganz neues Vergnügen ist, das er sich früher nie er« lauben konnte. Dabei die Reichstagsgeschichten kolossal übertriebcH und zum Vorwand genommen, die Partei zu sprengen, und eine neu« Partei zu stiften. Das ist Ausbeutung der in Deutschland herrschenden Zwangslage und Maulsperre zuni Besten einiger Hohlköpfe, deren Ehrgeiz im merkwürdigen Mißverhältnis zu ihren Fähigkeit steht, und wenn, wie wir hören, Most verbreitet hat, wir ständen hinter ihnen, so lügt er.") Er hat sich seit Anfang dieser Rolle nicht mehr sehen lassen. Es ist au lemä gut, daß er sich so demaskiert und sich dadurch für später in Deutschland das Terrain verdirbt, er ist nicht ohne Talent, aber greulich eitel, undisziplinirbar und ehrgeizig, und so ist es besser, er blamirt sich. Uebrigens wird die Freiheit wohl nicht sehr lange mehr leben und dann schläft das Alles wieder hübsch ein. Herzlichen Gruß von Marr und Deinem F. En. Des Reichsspießbürgers hohe Wonne. Die Germanen sollen diesen Namen ihren wuchtigen Speeren verdanken. Dieser Speer verwandelte sich im Laufe der Zeiten bei denen, die sich mit ihrem Germanentum brüsten, in den Spieß, der von Bürger zu Bürger ging, auf daß er mit diesem Instrument bei Nacht die Stadt behüte. Er trat indessen in Wirklichkeit sehr selten in Aktion, denn der Bürger mit dem Spieß zeichnete sich im allgemeinen nicht durch übermäßige Tapferkeit aus. Der Spieß ist nun allgemach verschwunden, aber der Spießbürger ist uns geblieben; er hat auch die Vereinigung der deutschen Lande zu einem mächtigen Reich überdauert und sich nur zum Reichs spießbürger gc- wandelt. Er ist noch weit verbreitet und in wahren Prachtexemplaren vertreten, dieser engherzige Mensch mit dem beschränkten Horizont und der knechtischen Demut nach oben, ge- paart mit herrischem Hochmut nach unten, und in bestän- digcr Furcht vor dem Verlust seiner kleinlichen Güter, die ihm in Er- mangclung höherer alles sind. Er fürchtet zwar heutzutage weniger, daß sie von berufsmäßigen Räubern bedroht seien wie ehedem, son- dern von der Sozialdemokratie. Darum fürchtet und haßt er die Sozialdemokratie, wie seine seligen Vorfahren die Räuber haßten und fürchteten. Darum freut sich der Reichsspietzbürger auch so unbändig, wenn mal ein paar Sozialdemokraten erwischt und wie Räuber ein- gesperrt werden, mögen sie auch nur seine„monarchischen Gefühle'' beleidigt haben. Durch die drakonische Bestraftmg der Männer, die das Kaiser-Friedrich-Dcnkmal»ach ihrer Fasson angestrichen hatten, ist dem Spießer die höchste Befriedigung zuteil geworden. Denen muß es angestrichen werden, schrie der Chor der Rcichsspießer, und ihr Gc- schrei fand Gehör, die Juftitia betrachtete den Streich nicht durch die Binde, sondern sah sich die Tat genau an und verdonnerte sie zu Strafen, wofür sie sich auch einen kleinen Raubanfall hätten leiste» können. Durch das Charlottenburger Urteil ist sogar die Kränkung der Spießer über die vorläufig ablehnende Haltung der Staatsanwalt- schaff gegenüber den beim Kaiserhoch sitzengebliebenen sozialdemo- kratischen Reichstagsabgcordneten einigermaßen wettgemacht. Aber die höchste Wonne hat es allen monarchischen Spießern doch bereitet, als ihr Kaiser und sein Marineminister T i r p i tz jetzt bei der Kaiserregatta in Grünau je ein W i tz ch e n zu mache» geruhten, ein ganz mäßiges nur. aber, aus hohem und höchstem Munde kommend, geht eS durch die ganze byzantinische Presse und bei den Byzantinern von Mund zu Mund. Herr v. Tirpitz soll zu einem akademischen Ruderer aus Berncastel gesagt haben:.„Dann sind Sie also ein richtiger„Berncastler Doclor", und S. Di. soll hinzugefügt haben:„Ich rate Ihnen aber, im Training von dieser Marke nickt zuviel zu genießen." Infolge dieser„Leutseligkeit" und„Witzigkeit" der hohen Herrschaften schwammen die beglückten Ruderer in eitel Wonne, und ihre Gesinnungsgenossen ersterben in Demut ob solcher Herablassung und Geistesblitze. Die hohen Herrschaften mögen also vorsichtig sein mit ihre» Aeußerungcn und die Gerichte nicht minder mit ihren Urteilssprüchen, damit die Reichsspießbürgcr nicht vor lauter Freude wirklich in Wonne zerfließen und tatsächlich sterben. Das wäre die einzige Mög- lichkeit, daß diese Menschenspezies in Deutschland aussterben, ") Vergl. Bebels Memoiren, 3. Teil, S. 44—47. 50—52. Bebel zitiert einen Brief, den Most an einen Züricher Genossen geschickt hatte und in dem er schreibt, daß Engels und Marx mit ihm ein- verstanden seien. nur für die Auserwählten, für die Masse aber ein ferngerücktcr Gegenstand j>er Sehnsucht sei."— Ein ernsthafter und gerechter Verstand kann zu gar keinem andern Resultat kommen, als daß die Milliarden, die jetzt von Wenigen in zum Teil geradezu sinnlosem Luxus vergeudet werden, allen einen gemäßigten Lebensgenuß gestatten würden. Und daß deshalb wahrhaft überragenden, die Menschheit fördernden Persönlich- leiten, seien es Künstler, Erfinder, Gelehrte oder was auch immer, trotzdem noch eine über das Mittel hinausgehende Lebensbequemlich- keit gewährt werden könnte. Hüben und drüben. Ehem, verehrte Zeitgenossen, In Frankreich wird sich nicht geniert! Man liebt dort drüben keine Possen, Weil man sich gerne s e l b st regiert. Kaum tut sich etwas allzu dicke P 0 i n c a r ö durch Herrn R i b 0 t, Packt ihn die Kammer im Genicke Und klatscht ihm unsanft den Popo! Bei ilns erschöpft sich in„Enqueten" Ein Reichstag, der nur quasseln kann; Er quengelt zaghaft um Diäten, Und er bewilligt„jeden Mann". Und falls er wirklich mal ein Potum Des mangelnden Vertrauens fällt, So sinkt er hinterher wie tot um, Wenn Bethmann wild vom Sessel schnellt. Behaglich liest von Frankreichs Kammer Tie Tat der deutsche Bureaukrat, Und lächelt still und sagt:„Was ha'm mer Doch Hierzuland für'n schönen Staat! Ist das, was wir so von uns geben, Auch noch so unverschämt und dumm— Wir können fünfzig Jahre leben! Uns schmeißt kein, Partamente ilm;! So ließ ich ihn in Ruhe. Als daun der Kaffee kam, nötigten wir Hans zu trinken. Er tat es auch, versank aber gleich wieder in seine Melancholie. Gegen acht llhr kamen einige Leute, von denen einer zur Ab- lösung bei uns blieb, die anderen geleiteten Hans zur Kaserne zurück. Er ging langsam und ohne auf- und umzublicken mit ihnen. Sl/s er fort war, redeten wir über den Vorfall, aber alle ganz ernst- hast und gesetzt, denn Hans war unser lieber Freund und keiner mochte ihm etwas zu leide sagen. Wir alle, die wir ihn gut kannten, hatten die gleiche Meinung über seine Krämpfe, aber keiner ließ sich das anmerken und jeder beeilte sich, Sondcrlichkeiten an seinem ganzen Wesen zu entdecken. Der eine wußte, daß er viel im Schlaf rede, der andere hatte bemerkt, da er zuweilen wie geistesabwesend sei, der dritte wußte dies und der vierte das. Acht oder zehn Tage blieb Hans im Lazarcth unter Beob- achtung, dvch wiederholten sich die Krämpfe nicht mehr. Als er dann zur Kompagnie zurückkam, war er munter und wohlauf, wieder der Lebendigsten einer, wie er das immer gewesen war. Der Vorfall lag schon einen Monat oder mehr zurück, da waren wir einmal beide allein zum Aufstellen von Gefechtszielcn im Ge- lande.„Du, Hans," sagte ich zu ihm,„das war damals aber doch eine verflucht gefährliche Geschichte mit Deinen Krämpfen!" Er biß auf seine Shagpfeife, ließ sie ein wenig aus und nieder- tanzen und sagte dann:„Wat kann ick anners dhaun? De Kärl harr mi all scihn, dat ick op de Bank liggen de! Wärr ick op- sprungen, denn härr hei mi sixweg insparrt. Da dacht ick: nu bliw man liggen; bat wull'n wi ers mal feihn, ob de di munter kricg'n kann. Nu jo! Un'tging jo ok ganz gaud!" Dabei verzog er sein langes ledernes Geficht zu einem urfidelen Grinsen. Die �Umftage" über öen„Luxus". Wenn einem Redakteur für irgendeine Festnummer durchaus nichts mehr einfällt, wenn ihn seine„Kanonen" in herkömmlicher Weise entweder im Stich gelassen oder mit hingesudelten Verlegen- heiten abgefunden haben, so greift er mutig und entschlossen zum letzten Mittel und macht eine„Umfrage". Das heißt: er knobelt unter Aufopferung zweier durchgekauter Federhalter eine, Frage aus, die, bei gewissenhafter Behandlung, ein zweibändiges wissenschaftliches Wert erfordern würde, und schickt sie durchgetippt an fünfzig der be- dauerliswÄsteu Leute, his.,ün Vordergründe des Jmerejjed stehen". Asta Nielsen und Friedrich Naumann, der preisgekrönteste Ring- kämpfer, und der nur schwer zu vermeidende Richard Strauß ver- zapfen dann zwischen Frühstück und Mittag eine epochale Antwort, und der Redakteur hat seine vier bis sechs Spalten ebenso billig wie blödsinnig gefüllt.— Aus diese Weise hat die Wiener„Z e i t" im Handumdrehen die soziale Frage„Der Luxus von heute und seine Uebertreibungen" gelöst. Man erschrickt bis ins Mark über den kindischen Idiotismus, mit dem da ernst zu nehmende Menschen und kitschige„Berühmtheiten" sich mit einem Problem „auseinandersetzen". Die anmaßende Oberflächlichkeit schießt immer mehr ins Kraut, und mehr als je drängt sich der Gedanke an eine Götzendämmerung der überreizten und übersättigten Borniert- heit auf. 'Der Luxus, so urteilen im großen und ganzen die Vertreter der überheblichen Beschränktheit, ist eine ästhetisch sehr schöne Notwendig- keit der„Welwrdnung". Er ist eins der Ventile des„sozialen AuS- gleichs". Es fallen dann natürlich noch die sattsam bekannten Schief- heiten, daß der Luxus gerade„Tausenden von Arbeitern Brot gäbe". Ein Herr von Cvitkovich ahnt wohl, umdüsterten Gemüts,„daß eine radikale Besserung vorhandener Schäden ohne Einflußnahme großer Reformatoren, erschütternder Ereignisse, gewaltiger Katastrophen nicht zu denken ist", aber dafür versichert eine k. u. k. Kammersängerin, eS sei„nach dieser Richtung hin noch lange nicht so weit, um uns schon Gedanken an ein katastrophales Ende machen zu müssen". Ein Professor Lorenz aber versteigt sich zu gemeinem Hohn auf alle Armut in der Welt durch die nationalökonomische Weisheit: „Luxus ist eine notwendige Funktion des Reichtums und einer der Kanäle des sozialen Ausgleichs. Er ist eine S e l b st b e st e u e r u n g, die sich der Reichtum bewußt oder unbewußt zum Nutzen der Allgemeinheit auferlegt. Daher erscheint mir jede staatliche Luxus st euer antisozial, also absur d." In dieser Tonart geht es weiter; und mit aufrichtigem Schmerz sieht man neben den eitlen Ahnungslosigkeiten, die die reich- gewordene Kientoppeuse Asta Nielsen neben einem leibhaftigen In- fanten von Spanien, Prinz Loms Ferdinand von Orleans, von sich gibt, auch den Maler Hans Thoma etwas Kindlich-Jdealistischcs schreiben. Bedauerlich ist auch, wenn sogar Ernst v. Wolzogen, dessen lustige Brettlzeit und temperamentboll-ironischen Erzählungen nicht zum Schlechtesten gehören, sich in dem gutgemeinten Kampf gegen den hohlen Massenkitsch so verwirrt, daß er meint:„Das dcmo- kratischc Prinzip„alles für alle" hebt an sich schon die Möglichkeit eines vornehmen, kulturfördernden Luxus auf, denn das Wesen eines io!M» destelst eben tzauo, Ästz sr eis sotuiesdigc; Vefis, erstattete Verbands- Generalversammlung in Groß- Berlin. Geschäftsbericht des Borstandes Eugen Ernst: Mit freudiger Genugtuung können die Kreiswahlvereine auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Damals war es ein kleines Häuflein, das sich in der Organisation ausammenfand. Heute sind im Verband zirka 117 000 Mitglieder organisiert. Im Berichtsjahr war eine der Hauptaufgaben die Vorbereitung und Durchführung der Landtagswahlen. Trotz des jämmer lichen Wahlrechts fonnten einige Erfolge erzielt werden. Zwar sind durch die Eroberung von Schöneberg- Neukölln und Niederbarnim Oberbarnim die Mandate von 5 auf 9 gestiegen. Aber das entspricht durchaus nicht der Stimmenzahl, die in erfreulichem Maße gewachsen ist. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 1908 482 599, 1912 498 363, nahm also um 16 000 zu. Unsere Stimmenzahl war 1908 178 591, 1912 dagegen 345 505, ist mithin um rund 167 000 gewachsen. Trotzdem genügt das Resultat uns durchaus nicht, weil wir nur wenige Bezirke in Berlin zählen konnten, in denen die Wahlbeteiligung nicht unter 50 Proz. geblieben ist. Ein Beweis für die empörende ungerechtigkeit des Wahlrechts liegt in der Tatsache, daß die Liberalen nur 11,67 Proz. der Stimmen, aber 7 Mandate, wir dagegen 71,59 Proz. der Stimmen und nur 5 Mandate in den 12 Berliner Wahlkreisen erhalten haben. Freilich müssen wir der Sammelpolitik der bürgerlichen Parteien unsere größte Beachtung widmen. Nicht Thronreden, nicht Reſolutionen werden uns ein neues, besseres Wahlrecht bringen, sondern nur eine fräftige Organisation kann den endlichen Sieg des freien Wahlrechts herbeiführen. Deshalb gilt es, die Organisation zu stärken. Dem Kampf gegen den dreister als je auftreten den Militarismus mit seinen Auswüchsen und verheerenden Folgen galt ein weiterer wichtiger Teil unserer Tätigkeit. In 60 Versammlungen wendete sich die Perliner Arbeiterschaft gegen die neue ungeheure Belastung und in 36 Versammlungen gegen den Völkerschlachtrummel. Das Erfurter Schreckensurteil und die Vorgänge in Zabern bewiesen, wie wenig Deutschland ein Verfajfungsstaat ist. Wohl hat der Reichskanzler ein Mißtrauensvotum erhalten, aber er blieb. Der Militarismus blieb dank des schmählichen Umfalls der bürgerlichen Parteien Sieger. Deshalb die ungeheuerlichen Urteile der letzten Zeit gegen die Kritiker des Unrechts. Während die Herrschenden Feste feierten, stieg die Not der Arbeiterklasse auf das höchste. 83000 Arbeitslose wurden im vergangenen Herbst gezählt. 3- bis 5monatliche Dauer der Arbeitslosigkeit ist nicht selten. Staat und Gemeinden blieben untätig. Die Berliner Arbeiterschaft legte in dieser Zeit ein schönes Zeichen von Hilfsbereitschaft ab. 263 000 m. wurden gesammelt und an die Arbeitslosen verteilt. Aber, Parteigenossen! Der Arbeiterschaft werden nicht nur neue Lasten aufgebürdet, ihre Not wird kaltlächelnd bestritten, man will ihr auch ihre Rechte weiter beschneiden. Deshalb mußten wir uns gegen die wüste Heze gegen das Koalitionsrecht wenden. gestrebt werden. iverden". bewegung gegen das Urteil in der Denkmalsangelegenheit. Ich Hagen: In der Arbeiterschaft ist Stimmung für eine Protest= beantrage deshalb folgende Resolution: Die Generalversammlung fennzeichnet das in Eachen der Denkmalsbepinselung ergangene Urteil als Ausfluß der Klassenjustiz Sie spricht den Opfern derselben ihr wärmstes Mitgefühl aus. Diese immer schärfer auftretende Klassenjustiz ist ihrerseits nur ein Teil der allgemeinen Reaktion, die heute in Deutschland wütet und die weitgehende Unterstützung durch das liberale Bürgertum findet. Die Versammlung fordert die Berliner Arbeiter auf, die Demonstrationsversammlungen, die in dieser Sache von der Parteileitung veranstaltet werden, zu einent wuchtigen Protest gegen Reaktion und Klassenjuftig gu gestalten. Gestern lagte die ordentliche Generalversammlung bezüglichen Antrag Teltow- Beeskow zu behandeln, wird einstimmig sie werden erstickt durch den Organisationsapparat. Wir erwarten, des Verbandes der Sozialdemokratischen Wahl- angenommen. daß die Leitung die Initiative ergreift und nicht wartet, bis die bereine Berlins und Umgegend in Obiglos Festsälen, Stadthagen: Auf Seite 33 des Geschäftsberichts ist eine Be Initiative aus den Massen kommt. Wenn aber aus den Majsen Koppenstraße. Sie wurde um 9% Uhr eröffnet. Den merkung enthalten, die nicht zutrifft. Ich hatte in der General- eine Aktion geplant wird, dann kann es der Zentralvorstand hinversammlung am 15. Juni auf den Rückgang der Abonnentenzahl dern. Er hat eine von den Neuköllner Genossen beabsichtigte des Vorwärts" hingewiesen und gesagt, es solle untersucht werden, Protestversammlung, wo Genoffin Luxemburg über ihre Verurauf welche Ursachen das zurückzuführen sei, ob Mängel im Verlag, in teifung sprechen sollte, verboten, weil die Versammlung am Sonnder Expedition vorhanden seien, und als mir zugerufen wurde:„ auch tag der Roten Woche stattfinden sollte und der Vorstand glaubte, in der Redaktion", ging ich auf diesen Zuruf ein und bemerkte, daß durch die Versammlung würde die Arbeit der Roten Woche gestört. ein gewiffer Zug nach rechts in der Redaktion auch zu dem Rück- So verhindert man Aktionen aus den Kreisen der Mitglieder. In gang beigetragen haben könne. Der Geschäftsbericht sagt nun in anderen Fällen scheitern Anregungen von unten an dem Inbezug auf diese meine Bemerkung:„ Es fand sich jedoch kein Anhalt, stanzenzug, der ihnen vorgeschrieben wird. Daraus ergibt sich, der die aufgestellten Behauptungen rechtfertigte." Das soll nach daß eine Alenderung unserer Organisation notwendig ist. Wer Angabe des Geschäftsberichts in zwei Sizungen der Wahlvereins- die Massen zu Aktionen auffordert, der wird verdächtigt als ein vorstände und in der Verbandsgeneralversammlung am 3. August Umschmeichler der Massen. Dadurch werden die Massen ſelbſt festgestellt worden sein. Das ist nicht wahr. Nichts ist in dieser beleidigt. Seinen bureaukratischen Geist hat der Zentralvorstand Sinsicht festgestellt. Auch im Bericht der Preßkommission kehrt diese auch durch seine Veröffentlichung bezüglich der Denkmalsanpinseunwahre Behauptung wieder, der ich auf das Entschiedenste wider- lung bekundet. Anstatt sie als dummen Streich hinzustellen, hat sprechen muß. Es ist eine Kommission eingescht worden, welche der Vorstand eine große Staatsaktion daraus gemacht. Das Reden Ursachen des Abonnentenrückganges nachgehen sollte. Sie hat fultat dieser Bemühungen liegt jetzt vor. Der Redner wendet sich sich mit Dingen beschäftigt, die nicht zu ihren Aufgaben gehören. zur Reorganisationsfrage und führt aus, dieselbe sei durch die So empfiehlt sie die Anstellung eines Chefredakteurs, während sich Reorganisationsfommission verschleppt worden. Zur Organiz die Redaktion einstimmig dagegen erklärt hat. Auch eine Erhöhung fationskritik übergehend, muß ich mich gegen den erwähnten Ardes Abonnementspreises empfiehlt die Kommission, während die tikel im„ Mitteilungsblatt" wenden. Da wird gesprochen von Genossen im Intereſſe der Verbreitung des„ Vorwärts" ein" Nörglern, die sich jede Parteiarbeit vom Halse halten". Ich kenne Wochenabonnement zu 25 Pf. verlangen. Wenn wir Abonnenten Genossen in Amt und Würden, die sich, vor jeder Parteiarbeit gewinnen wollen, müssen wir uns darauf befinnen, daß wir eine drücken.( Zuruf: Namen nennen!) Ich werde Namen nennen, demokratische Kampfpartei sind und von diesem Gesichtspunkt unsere wenn sich der Verfasser des Artikels nennt. Diese Bemerkung Parteiarbeit betreiben. Da ist im letzten Mitteilungsblatt" ein des Artikels ist eine Berleumdung der tätigen Parteigenossen. Man Artikel enthalten, auf den ich eingehen muß. Dieser Artikel ist weit hat den Massen gesagt, wir müssen stärker werden, dann werden entfernt von einer sachlichen Kritik. Er enthält persönliche Spizen wir etwas erreichen. Wir sind stark geworden und haben nich: 3 gegen mich. Das Mitteilungsblatt" soll der Aufklärung und Be- erreicht, weil die Aktionen der Masse gehindert werden.( Beifall.) lehrung der neugewonnenen Genossen dienen. Dieser Artikel aber Eugen Ernst erklärt zu einer Bemerkung des Vorredners, daß erfüllt diese Aufgabe nicht. Er verhindert die Kritik. Die Spizen, ja in dem Bericht der Reorganisationstommission im Mitteilungsdie er gegen mich enthält, entbehren jeder Begründung. Es ist blatt" ausdrücklich gesagt wird, die Demokratisierung, der Parteidringend notwendig, daß in Berlin nach dem von mir vertretenen organisation soll in der nächsten Sitzung der Kommission erörtert Grundsatz von unten auf" gearbeitet wird. Gewiß müssen wir wie Genosse Singer in der ersten Generalversammlung des Verbandes sagte Delegationen haben, aber der Wille der Massen muß zum Ausdrud kommen. Die Massen der Parteigenossen Zentralvorstand darin zu, wenn er fagt, wir müssen vorwärts drängen. Aber sehr viele Genossen sind überzeugt, daß der Zentralvorstand diese Devise nicht in die Tat umgeseßt, sondern eher dämpfend gewirkt hat. Um mit Erfolg vorwärts zu dringen, ist es notwendig, daß unsere Organisation den Grundsäßen der Demokratie Rechnung trägt. Um die Organisation nach dieser Richtung aus= zubauen, brauchen wir nicht erst zu tvarten, bis uns der Parteitag eine Extraiurit brät. Solche Artikel, wie der im letzten Mitteilungsblatt, sind geeignet, den Genossen die Mitarbeit zu verekeln.( Zustim= mung.) Es ist hier gesprochen worden von dem Urteil gegen die, die das Denkmal in Charlottenburg angepinselt haben. Mir wäre es lieb gewesen, wenn von vornherein mit Entschiedenheit erklärt worden wäre: wer auch die Täter sein mögen, ob Parteigenossen oder nicht, Theodor Fischer: Düwell hat den Zentralvorstand kritisiert. Er es handelt sich um nichts, als um eine Tat des Uebermuts, wie sie selbst war Mitglied des Zentralvorstandes, aber von Anregungen des Soweit durfte der Genossen Düwell haben wir nichts bemerkt. Daß für die auf die jeder Lebenslustige wohl einmal begangen hat. Zentralvorstand nicht gehen, daß er annahm, Spizzel hätten bei der Haltung des„ Borivärts" bezügliche Aeußerung Stadthagens tein Bei dem maßlosen Wüten der Arbeiterfeinde ist es erst recht Tat ihre Hände im Spiel gehabt. Das Urteil ist nicht deshalb so hart Beweis erbracht ist, trifft zu, es ist also richtig, was hierüber im nötig, treu zur Organisation zu halten. Leider ist die Fluktuation ausgefallen, weil das Denkmal bepinselt wurde, sondern weil man Bericht der Reorganisationsfommission steht. Der hier kritisierte noch sehr groß. Um hier vorzubeugen, muß der größte Wert nicht glaubte, das sind Sozialdemokraten, die dadurch getroffen werden. Artikel im Mitteilungsblatt" ist im Interesse der Arbeiter geschrie nur auf die Beitragskassierung gelegt, sondern auch der Ausgestal- betont werden: dem Justinkt des Klassenbewußtseins, der nie täuscht, haben keinen Anlaß, von dem Inhalt des Artikels etwas zurückzuWas nun die Organisations- und Parteiarbeit betrifft, so muß ben, nicht im Interesse derjenigen, die sich darüber aufregen. Wir tung der Zahlabende zu wirklichen Mitteln der Weiterbildung zu wenn es sich um große Ziele handelt, muß Rechnung getragen werden. nehmen. Wenn man ihn im Zusammenhang liest, dann kommt man Wenn die bürgerliche Presse von Massenflucht der Ar- Die Massen haben zu bestimmen, deshalb muß unsere Organisation zu einer anderen Auffassung als Stadthagen. Wir haben die Pflicht, demokratisch eingerichtet werden. beiter aus der Partei fajeln, dann ist es einfach ungearteten Organisation, als die Beibehaltung der großen Mängel, aufgebaut worden ist, durch eine heberische Kritik zerstört wird. Lieber fleine Mängel in einer so uns dagegen zu wenden, wenn alles, was seit Jahren mit Mühe finn. Auf Grund der abgeführten Beiträge ist allerdings welche unsere Organisation heut hat.( Beifall.) Der Rückgang der Mitgliederzahl kann nicht auf die Organisationsdie Zahl um rund 1900 geringer als im Vorjahre, doch Rosa Luxemburg: Genosse Ernst hat seine Unzufriedenheit form zurückgeführt werden, sondern die wirtschaftlichen Verhältnisse ist zu berücksichigten, daß 36 000 Ausgeschiedenen, Verzogenen, darüber geäußert, daß der Drang der Massen zur Organisation find dafür maßgebend. Auch bei den Gewerkschaften ist ja ein Rüdund Gestorbenen 39 000 Neuaufnahmen gegenüberstehen. nicht den Erwartungen entspricht, die wir an die Tatsache knüpfen, gang eingetreten. Auf die schönen Ausführungen der Genoffin Aber der Erfolg der Roten Woche kommt bei unserer daß die Massen von den Herrschenden mit Storpionen gepeitscht wer- Luxemburg will ich nicht eingehen.( Gelächter und Unruhe.) Wenn Berechnung eben nicht zur Geltung. Wir haben 15 635 neue den. Wir müssen uns leider, anstatt einen frisch- fröhlichen Kampf wir unter den Arbeitern der großen Betriebe, etwa bei Siemens ant Mitglieder und 10 002 Borwärtsabonnenten gewonnen. Sie zu zu führen, mit der Frage beschäftigen, wie wir dem Rückgang der Nonnendamm, eine Urabstimmung vornehmen würden, dann würde überzeugten Anhängern zu machen, ist unsere wichtigste Aufgabe. Abonnentenzahl des„ Vorwärts" und unserer Mitgliederzahlen ent- sich wohl über den Wahlrechtskampf und Massenaktionen eine andere In unserer Freude über den schönen Erfolg fiel als Meltau die gegenwirken können. Worin liegen die Ursachen? Diese Frage ist Stimmung zeigen, als die Genossin Luxemburg bei den Massen Denkmalsbemalung. Wir bedauern die Opfer eines unüberlegten beim Geschäftsbericht unerörtert geblieben. Die wirtschaftliche De- voraussetzt. Streiches auf das tieffte. Uns aber die Verantwortung anhängen pression ist sicher nicht ohne Einfluß geblieben. Aber es fragt sich, Dr. Rosenfeld: Wir haben hier schon manche Verteidigungsrede zu wollen ist genau so, als wollten wir die Ermordung unseres ob nicht die Art und Weise, wie wir den Kampf führen, geeignet des Vorstandes gehört, aber keine, die auf so tiefem Niveau stand österreichischen Genossen Schuhmeier der christlichen Erziehungs- ist, die Massen zu entmutigen. Daß darin gesündigt wurde, dafür wie die, welche Genosse Fischer soeben gehalten hat.( Bei Erfreuliches Interesse auch auf dem flachen Lande ist den haben wir ein klaſſiſches Beispiel im Wahlrechtskampf. 1910 war fall.). Die Berliner Parteigenossen haben ein Recht, zu erfahren, er im schönsten Gange. Es folgten auf Versammlungen Straßen- iver der anonyme Verfasser des beleidigenden Artikels im„ MitGemeindeangelegenheiten entgegengebracht worden. demonstrationen in immer gesteigerter Form. Aber gerade, als wir teilungsblatt" ist. Solche Schreibweise unterbindet die Kritik. Fischer In Berlin sind 2, in Teltow- Beeskow 17, in Nieder- Barnim die glänzendste Demonstration erlebt hatten, erfolgte ein Wint. Wir fagt, er habe von dem Artikel nichts zurückzunehmen. Das ist be18 Mandate neugewonnen worden. Die Frauenleseabende sollten nach Hause gehen, denn die Reichstagswahlen müßten vor- zeichnend für den Genossen Fischer. Wir hätten ihm mildernde erfreuen sich nach wie vor eines guten Besuchs, und wir sind be- bereitet werden. Unser Sieg bei diesen Wahlen war erfreulich, aber Umstände zugebilligt( großes Gelächter), aber nach seiner Rede vermüht, für einen weiteren Ausbau zu sorgen. Am 16. November im Wahlrechtstampf geschah zunächst weiter nichts, bis vor kurzem dient er keine mildernden Umstände. Mit solcher Kritik fördert man wurde eine von 257 Genofsinnen besuchte Frauenkonferenz ab- wieder einmal 17 Bersammlungen stattfanden. Das Zentralorgan die Partei nicht. Man sagt, es ist eine Sette, eine Klique, die Stritif gehalten, die den Beweis lieferte für das lebhafte Interesse, das der deutschen Partei schrieb zwar, die zweite Etappe des Wahl- übt. Ich will dasselbe Wort nicht anwenden auf die Genossen Ernst die Frauen den dort erörterten Fragen entgegenbringen. rechtstampfes sei angebrochen, es gelte die Sturmtolonnen zu for- und Fischer, ich überlasse Ihnen das Urteil. Wenn gesagt wurde, Die 46 Versammlungen vom 8. März wurden besonders infolge mieren, aber ich frage, ist das die zweite Etappe, was wir jekt Düwell habe im Aktionsausschuß keine Anregungen gegeben, so bedes wirksamen Eingreifens unseres Polizeipräsidenten gang be- erleben? Es ist außerordentlich gefährlich, solch schmetternde weist das gar nichts. Ich selbst bin Mitglied des Aktionsausschusses sonders gut besucht. Kampffanfaren zu blasen, wenn man es nicht ernst meint. Ebert und kann deshalb sagen, es kann einem die Lust vergehen, im Auch auf allen sonstigen Gebieten ist eine überaus lebhafte hat den Parteitag mit den Worten geschlossen:„ Wir bekommen Aktionsausschuß Vorschläge zu machen.( Große Unruhe, Bewegung und erfolgreiche Tätigkeit entwickelt worden. Wir sind jedoch nicht entweder das allgemeine Wahlrecht, oder es kommt der Massen- und Widerspruch.) Der Redner kritisiert, daß in der Wahlrechtsfrage, eine Partei der satten Beschaulichkeit, sondern des Kampfes, und ftreit." Die gesamte Internationale blidte voller Erwartung nach sowie gegen die Verurteilung der Genoffin Luxemburg nicht genug müssen an die Arbeiterschaft appellieren, mehr noch als bisher ihre Deutschland. Ueberall glaubte man wirklich, die Aktion von 1910 getan ist. Das jebige Urteil in der Denkmalsangelegenheit muß zu Pflicht zu erfüllen. werde von neuem aufleben. Aber die Enttäuschung war einer Protestbewegung ausgenügt werden. In den Massen ist Infolge des durch Krankheit behinderten Genossen Böste groß. Eine solche Taktik wirkt nicht ermutigend. Ein anderes Bei- Stimmung für Straßendemonstrationen im Wahlrechtskampf vorerstattete Eugen Ernst auch gleich den Kassenbericht. Die Gin- spiel erlebten wir bei dem schmählichen Klassenurteil gegen die Dent- handen. Genosse Fischer sagt, eine Abstimmung bei Siemens am nahmen betragen einschließlich 74 577 M. Kassenbestand 506 793 W.malsünder. Wir sind alle einig in der tiefsten Entrüstung darüber. Nonnendamm würde das Gegenteil ergeben. Das mag sein, aber Die Ausgaben beliefen sich auf 381 071 M. und demnach verblieb Es war aber falsch, zu schreiben: die Tat sei ein Wert von das würde ja eine Abstimmung der Gelben sein, die doch für unsere ein Kassenbestand von 125 722 M. Demnach sind auch die Ein- Spikeln. Wir konnten uns dagegen wenden, daß wir für die Tat Bewegung nicht maßgebend ist. Wenn wir den Massen zeigen, daß nahmen nicht gestiegen, die Ausgaben jedoch ganz erheblich. Aus verantwortlich gemacht werden, durften aber der bürgerlichen Presse wir wollen, dann gehen sie mit.( Lebhafter Beifall.) diesem Grund konnten auch nur 105 000 M. an den Parteivorstand nicht den Vorwand geben, ihre heuchlerische Entrüstung mit unseren Däumig: Der Verfasser des angegriffenen Artikels im„ Mitabgeführt werden. Argumenten zu stüßen. Ich zweifle, ob man schon gegen das Urteil teilungsblatt" bin ich.( Ah- und Bravorufe.) Ich betone: Ich nehme Namens der Revisoren beantragte Dobroslaw Entlastung eine Brotestaktion in die Wege geleitet hat. Genosse Ernst hat auf teine Silbe von dem zurüd, was ich geschrieben habe.( Lebhafter für den Kassierer. der Generalversammlung von Teltow- Beestow wohl gesagt, der Beifall.) Der Artikel ist geschrieben im Interesse unserer Organis Diskussion über den Geschäftsbericht. Vorstand wolle mitmachen, wenn die Masse die Initiative ergreife. fation. Ich stehe mit beiden Füßen auf dem demokratischen Boden Julian Borchardt: In der Generalversammlung von Teltow- Dies Versprechen darf aber nur mit einem Körnchen Salz genossen und bin für die Bewegung von unten auf". Aber die Masse, auch Beeskow vor acht Tagen hat Genoffe Ernst eine Erklärung abgegeben, Artikel aus dem„ Mitteilungsblatt". Nicht unter den Kritikern sind erstenmal in den Zahlabend kommt und hört da, daß die OrganiDas beweist der von Stadthagen schon herangezogene die, die hinter uns steht, ist kein einheitliches Gebilde. Wer zum über deren prinzipielle Bedeutung wir uns klar werden müſſen. die gekennzeichneten Leute zu suchen, die allerdings nicht in die fationsleitung als hemmend bezeichnet wird, so muß das bei allen, Ernst sagte, als der dritte Wahlkreis den Ausschluß gegen mich beantragt hatte, habe es der Zentralvorstand für selbstverständlich Partei gehörten, wenn es solche gäbe. Der Verfasser sollte sagen, die nicht ganz fest zu uns stehen, Parteiverdroffenheit erzeugen. gehalten, daß ich nicht mehr als Redner und Lehrer in der Partei en er meint. Zu einer starken Organisation gehören nicht nur Ich brauche wohl nicht betonen, daß ich zu der Strömung gehöre, beschäftigt werden dürfe, bis das Verfahren gegen mich entschieden gefüllte Kaffen, sondern auch ein zielflarer Kampfgeist. Bezüglich welche sagt:" Immer hübsch ruhig". Ich bin nicht blind gegen die jei. So werde immer verfahren, sagte Genosse Ernst. Ich meine, des Wahlrechtskampfes unterbreite ich Ihnen folgende wenn das die allgemeine Praris ist, müssen schwere Schädigungen der Betroffenen sowie der Partei eintreten. Das Verhalten des Zentralvorstandes steht auch nicht im Einklang mit dem Organisationsstatut der Partei. In meinem Falle verging ein ganzes Jahr, ehe ein Urteil gefällt wurde. Das Urteil ist im Geschäftsbericht veröffentlicht, aber es ist ein falsches Urteil. Ant 24. März wurde das Urteil des Schiedsgerichts festgestellt, sechs Wochen brauchte der Vorsitzende des Schiedsgerichts, Genosse Sindermann, zur Abfassung des Urteils, und als er es dem Parteivorstand übergab, stellte es sich heraus, daß es nicht richtig abgefaßt war. Am 6. Juni erfolgte dann die richtige Feststellung des Urteils. Es geht dahin, daß der Ausschlußantrag einstimmig abgelehnt und die Rüge mit 4 gegen 3 Stimmen beschlossen wurde. Also ich bin ein ganzes Jahr boyfottiert worden. Ich bitte Sie, zu beschließen, daß das Verhalten des Zentralvorstandes hinsichtlich meiner Boykottierung den Parteigrundsägen nicht entspricht. arbeit in die Schuhe schieben. werden. Schäden unserer Berliner Parteiorganisation, aber ich halte es für meine Pflicht, zu verhindern, daß die Parteiverdrossenheit einreißt, Resolution: die das größte Hindernis unserer Bewegung ist. Parteiverdrossen„ Die Erklärung des preußischen Polizeiministers am 18. Mai heit wird erzeugt durch solche Ausführungen, wie sie Düwell gemacht im Abgeordnetenhaus, wie der ganze bisherige Verlauf des Wahl- hat. Ich bin für Organisationskritit, aber sie darf nicht derart sein, rechtstampfes hat flar bewiesen, daß einzig und allein der höchste daß sie unsere Bewegung rückwärts statt vorwärts treibt. Drud des Massenwillens, daß nur der Massenstreit dem gleichen Jch tomme auf den Wahlrechtskampf. Für ihn brauchen Wahlrecht in Preußen die Bahn zu brechen vermag. Jetzt hat mir nicht nur die Massen, welche in die Versammlungen die zweite Etappe der Wahlrechtsbewegung begonnen, die in der Genossin Luxemburg strömen, sondern viel größere Berlin wie in ganz Preußen mit steigender Wucht weitergeführt Massen. Diese müssen wir als Sturmtolonnen formieren. werden muß. Die Verbandsgeneralversammlung fordert die Ge- Noch fönnen wir nicht auf die Hunderttausende zählen, nossen und Genofsinnen von Groß- Berlin auf, mit allen Kräften die wir für einen Massenstreit brauchen. Um sie zu gewinnen, in Werkstätten, Zahlabenden, in allen Zusammenfünften dafür zu müssen wir denen, die zu uns gehören, soviel geistiges Rüstzeug mitagitieren, daß der Wille und die Bereitschaft der Massen zur geben, daß sie auf die Außenstehenden in unserem Sinne einwirken höchsten Machtentfaltung in Preußen sobald wie möglich zur Tat fönnen. Die Kritiker meines Artikels haben einige Worte aus dem wird." Zusammenhang herausgerissen. Ja, ist es denn noch nicht dagewesen, ( Stürmischer Beifall.) daß jemand die Organisation für seine Interessen ausgenußt hat? Daß Genosse Stadthagen den Artikel auf sich bezieht, hat mich in Erstaunen verjeßt. Gegen solchen Verdacht sollte sich doch Stadthagen durch seine ganze Parteitätigkeit geschüßt wiffen. Düwell: Der Vorstand sagt: Wir hindern die Genoffen nicht, Ein Antrag, die Angelegenheit Borchardt nicht beim Ge- Aftionen zu unternehmen. Damit wird den Genossen der Vorschäftsbericht, fondern bei dem vorliegenden, auf diese Angelegenheit wurf gemacht, fie täten nichts. Ja, das können sie gar nicht, denn " Adena: Nur wenn man auf die Kritik ber Genoffin Pugemburg| wendigkeit in Deutschland. Unsere Partei hat große Dimensionen| selbstverständlich. Aber von mir fönnt Ihr nicht verlangen, daß eingeht, fann man die gegenwärtige Situation verstehen. Es ist kein angenommen und nimmt immer größere Dimensionen an. Deshalb ich hier etwas vertrete, was meiner Ueberzeugung nicht entspricht. Zweifel, daß eine gewisse Müdigkeit bei den Massen eingetreten ist, müssen wir zur Lösung großer Fragen zum Massenstreik kommen. Seid Jhr, Parteigenossen, der Meinung, daß wir nicht mehr an aber die Masse ist ja im Wahlrechtskampf zurückgepfiffen worden. Es ist das letzte Kampfmittel der Maffen, wie die Kanonen die letzten unseren Posten gehören, dann wählt uns nicht wieder. Es ist nicht Auch bei anderen Gelegenheiten hat der Zentralvorstand Aktionen Vernunftsgründe" der Könige sind. Wir werden zum Massenstreik wahr, daß wir die Versammlung, von der Süwell sprach, verboten unterlassen. Wir müssen Kundgebungen veranstalten, wenn im kommen, um so mehr, weil uns die parlamentarischen Kampfmittel haben. Wir haben die Genossen mit Rücksicht auf die„ Rote Woche" Parlament wichtige Fragen behandelt werden. Eine so törichte beschränkt sind. Der Massenstreik muß also vorbereitet werden. Es ersucht, die Versammlung ein oder zwei Tage später abzuhalten, Sache wie die Denkmalsanpinselung kann man bedauern, aber ent- kommt nicht darauf an, daß wir zuvor auch die Landarbeiter organi- das ist auch geschehen. Ich habe das vor acht Tagen in Teltowrüsten brauchen wir uns darüber nicht. Gegen das Denkmals- fiert haben. Auf die Industriearbeiter kommt es an. Auf ihnen Beeskow gesagt. Genosse Radtke- Neukölln hat es bestätigt, Düwell urteil müßte eine Protestbewegung veranstaltet werden. Ueber- beruht unsere Kraft. Das hat die Entwickelung in anderen Ländern hat es gehört und trotzdem bringt er dies Geschwäß hier wieder haupt muß der Vorstand bei allen wichtigen Vorkommnissen Aktionen gezeigt; ebenso, daß mit dem Massenstreit Erfolge errungen sind. vor. Wegen des Artikels im Mitteilungsblatt" bitten wir nicht ins Werk sehen.( Beifall.) Wenn wir in Preußen den Massenstreit vorbereiten, so heißt das um mildernde Umstände. Wir sind nicht so feige, daß wir nicht Richard Fischer: Wenn die Debatte über die Organisations- nicht, daß er von einer Instanz kommandiert werden soll, sondern unsere Meinung den, Massen gegenüber vertreten. Die Resolution form in Berlin so weiter geht, wie sie angefangen hat, dann könnte es ist so gemeint, die Massen müssen in die Stimmung versett Luremburg unterschreibe ich Wort für Wort. Wenn auch der bei dem Streit um die Form der Geist, der die Organisation er- werden, daß sie sich mit dem Kampfmittel des Massenstreiks ver- Massenstreit nicht das einzige Mittel im Wahlrechtskampf ist, so füllen muß, verloren gehen. Keiner vor uns ist dagegen, daß bon traut machen, damit sie bereit sind, wenn sich die Gelegenheit bietet, halte ich doch das Wahlrecht für so wertvoll, daß wir deswegen einen unten auf" gearbeitet werden muß. Wenn nur jemand sagen die Massen zum Streik fortzureißen. Vielleicht wird das der Fall Massenstreit führen müssen, wenn die Verhältnisse dafür günstig fönnte, wie es geschehen soll, wie wir unsere Zahlabende geistig sein zur Erringung des preußischen Wahlrechts, vielleicht auch zu- sind. Wir sind bereit, den Kampf mit allen Konsequenzen zu lebendiger gestalten könnten. In der Denkmalsangelegenheit bin nächst im Kampf um das Koalitionsrecht. Das läßt sich nicht vor- führen, sobald wir sehen, daß die Massen den Willen und Opferich der Meinung, daß wir sie nicht gerade brandmarken brauchen, aussehen. Worauf es ankommt, ist, die Massen vorzubereiten. mut dazu haben. Aber läßt sich denn ein Massenstreit machen aber ich verurteile sie, weil das Verhalten der Leute zu dumm ist. Zu dem Artikel im Mitteilungsblatt" muß ich sagen: Das ist ein ohne die Zustimmung der Gewerkschaften? Ein großer Teil von So dumm, daß es nicht mal ein Spizel gemacht haben könnte. Das Mißbrauch der Amtsgewalt, wenn in dem Blatte der Organisation Euch sind Gewerkschaftsmitglieder. Habt Ihr in den Gewerkschaf Urteil in der Denkmalsangelegenheit halte ich für ein entsetzliches. von den dafür verantwortlichen Personen in solcher Weise Partei- ten für den Massenstreik Propaganda gemacht? Nur in den ParteiDer Gedanke eines Klassenurteils kommt darin in krassester Weise genossen verdächtigt werden. Es ist ein demagogischer Kniff des versammlungen tretet Ihr dafür ein. Wir leben jetzt in einer zum Ausdruck. Es ist viel härter als das Frankfurter Urteil. Genossen Däumig, wenn er hier einen Gegensatz zwischen Akademi- gespannten Situation. Der Schlag gegen das Koalitionsrecht in Dennoch glaube ich nicht, daß dieser Fall dazu angetan ist, eine all- fern und Arbeitern gemacht hat. Wir müssen verlangen, daß in der Verbindung mit der Forderung des freien Wahlrechts wird die gemeine Protestversammlung zu entfalten. Einzelne Versamm- Partei, auch im Mitteilungsblatt" nur sachliche Kritik geübt wird. Massen, wie ich glaube, so aufrühren, daß sie zum Kampf bereit lungen, jawohl. Aber daß wir uns mit den Angeklagten solidari- Mit solchen Verdächtigungen, wie in dem angegriffenen Artikel, darf sind. An uns soll es dann nicht fehlen. In der Denkmalsange= sieren, dazu ist ihr Verhalten nicht angetan. Als ich den hier an- unser Parteileben nicht vergiftet werden.( Beifall.) legenheit habe ich ja mit aller Schärfe das Urteil gekennzeichnet. gegriffenen Artikel im Mitteilungsblatt" las, habe ich mir nicht Julian Borchardt: Als hier Genosse Däumig auftrat und Was unsere Erklärung zu der Denkmalsanpinselung betrifft, ſo iſt Senfen können, daß er sich auf den oder den Genossen beziehen solle, sich zu dem Artikel bekannte, war ich erfreut über seine offene Art. es leicht, jetzt darüber zu reden. Hinterher ist es immer leichter und wenn mir jemand gesagt hätte, das beziehe sich auf Stadthagen, Er vergaß aber das Wichtigste, nämlich zu sagen, auf wen sich die über eine Sache zu urteilen, als vorher. Den Antrag des Ges den würde ich für verrückt erklärt haben.( Heiterfeit.) Was Rosa Anschuldigungen beziehen. Die Vermutung lag nahe, daß Stadt- nossen Hoffmann halte ich für bedenklich und bitte, ihn abzulehnen. Luremburg hier gesagt hat, das bezog sich im Grunde genommen hagen gemeint ist. Mir ist zu Ohren gekommen und auch hier Es ist gesagt worden, der Massenstreit kommt, wenn nicht mit nicht auf die Organisationsform, sondern auf die Führung des gesagt worden, daß ein Redakteur im Vorwärts" angestellt wer- dem Willen der Führer, dann gegen sie. Parteigenossen, der Füh= preußischen Wahlrechtskampfes. Es ist sehr bequem, zu sagen, auf den soll, der eben erst in die Partei eingetreten ist. Es wäre in rer, der sich dem Willen der Masse entgegenstellen würde, würde der einen Seite steht der Vorstand, der keinen ernsten Kampf will, der Tat nötig, darüber Aufklärung zu schaffen. Die Worte Däu- einfach hinweggefegt werden. Wir arbeiten nicht gegen den Willen und auf der anderen Seite steht Rosa Luxemburg und ihre Freunde, migs bedeuten, daß auch in den Zahlabenden nichts fritisiert wer- der Massen. Wir tun unsere Pflicht. Seid Ihr anderer Meinung, die den ernsten Kampf wollen. Aber so ist es nicht. Was vom den darf. Das ist die gefährlichste Taktif. Aussprechen, was ist, dann stellt andere Genossen auf unsere Posten. Rückgang der„ Vorwärts"-Leser und der Parteimitglieder gesagt halte ich für das Beste, denn„ Ehrlich währt am längsten". Jede wird, das ist alles leeres Gerede.( Widerspruch.) Es ist ein andere Haltung erzeugt Parteiverdrossenheit. Der Vorwurf, in dummes Gerede, wenn man die Form der Organisation für den bezug auf die Fortführung des Wahlrechtskampfes und der ReorRückgang verantwortlich macht. Nicht weil die Massen entmutigt ganisation seien keine Vorschläge gemacht worden, ist unberechtigt. und verwirrt sind, ist der Rückgang eingetreten, sondern er ist Welche Mittel angewendet werden sollen, hängt aber ab von dem bedingt durch die wirtschaftliche Krise. Rosa Luxemburg hat Willen der Mehrheit und wenn die Mehrheit mit der Leitung uns fein Mittel angegeben, durch das die Organisation gestärkt, nicht zufrieden ist, dann muß eben eine andere gewählt werden. werden könnte. Sie hat nur gesagt, man muß die ganze Baumeister: Gegen die Resolution Luxemburg wende ich mich. Organisation darauf einrichten, daß sie kampffähig ist. Was soll Sie will die Erziehung der Massen zum Massenstreik. Man hat man sich dabei denken? Ich kann mir nichts dabei denken? auf Belgien hingewiesen. Dort handelt es sich um ein einheitliches In der Resolution Luxemburg heißt es, daß nur der Massenstreik Wirtschaftsgebiet, in dem auch die drei Stüßen der Organisationen den Erfolg im Wahlrechtskampf bringen fann. Möglich, daß es so sein gleichmäßig ausgebaut sind. Wo ist aber der Erfolg dort geblieben? fann, aber niemand kann behaupten, daß es so i st. Auch ich bedaure, Der Streif mußte abgebrochen werden und hatte nicht den gedaß wir in Wahlrechtstampf in einer Sackgasse stehen. Ich bin wünschten Erfolg. Auch der Sparfonds hat sich dort nicht bewährt. begierig, zu hören, was vorgeschlagen wird, um den Kampf zu för- Sehen Sie sich die Generalstreits in anderen Ländern an. Auch dern, außer der Redensart, wir müssen auf den Massenstreit hin- in Neuseeland ist innerhalb weniger Tage die Bewegung niederarbeiten.( Zuruf: Vorbereiten!) Ja, wie bereitet man ihn vor? geknüppelt worden. Die Gewerkschaften haben große Fonds, aber Rosa Luxemburg, die den Massenstreit vorbereiten will, ist doch der wenn man erst an wirtschaftlichen Kämpfen teilgenommen hat, Meinung, er kann nicht vorbereitet werden, sondern er muß aus den wird man sehr viel vorsichtiger geworden sein. Die systematische, Verhältnissen, aus der Situation heraus kommen. Die Tattit, aufbauende Arbeit, die wir seit Jahren geleistet haben, ist gestört welche Rosa Luxemburg empfiehlt, ist die: Massenstreit, als Folge worden durch das Phantom, von dem wir uns haben irreführen desselben. Zusammenstoß mit der bewaffneten Macht, dadurch Stär- lassen. Selbst der Demonstrationsstreit von einem Tage wird kung der revolutionären Gesinnung, bis wir soweit sind, daß das geeignet sein, unsere Ohnmacht darzutun. Wenn wir nicht wie tommt, was man Revolution nennt. Ich glaube nicht an den Erfolg andersivo in den Fehler verfallen wollen, große Worte zu ge- gefunden hat.( Widerspruch.) Der Vorwurf, ich hätte im ZentralDüwell: Ich habe ja gesagt, daß die Versammlung später stattdieser Taktik, bei der wir die Existenz der Partei aufs Spiel sehen brauchen, dann müssen wir die Resolution Luxemburg ablehnen. würden. Das preußische Wahlrecht ist nicht soviel wert, um die Adolf Hoffmann: Ich will auf die Streitereien, die hier aus- borstand feine Anregungen gemacht, trifft nicht zu. Ich habe be= ganze Partei aufs Spiel zu sehen.( Starker Widerspruch.) Die Stadthagen: Wer den Artikel im Mitteilungsblatt" liest, muß Kampf gegen den Kapitalismus wirksamer führen zu können. Das der Roten Woche" hat bewiesen, daß durch geschickte Agitation annehmen, daß die schmußigen Verdächtigungen gegen die, welche den Sozialdemokratic will mehr. Sie will das Wahlrecht, um ihren getragen wurden und werden mußten, nicht eingehen. Der Erfolg immie Vorschläge gemacht, die aber nicht Annahme fanden. wiſſen unsere Gegner und die Regierung auch. Deshalb bin ich der auch in der Zeit der Kriſe Fortschritte möglich sind. Die Mit Standpunkt vertreten:„ Von unten auf" auch gegen mich gerichtet Meinung: Wir friegen das freie preußische Wahlrecht erst an dem arbeit im Interesse der Partei soll in allem wachgehalten werden. find. Dagegen habe ich mich gewehrt. Solche verdächtigende Kritik Tage, wo die Sozialdemokratie die Macht hat, die preußische Re- Während des Sozialistengesezes galt es als Ehre, Flugblätter soll nicht geführt werden. gierung zu stürzen und die Herrschaft des Kapitalismus.( Wider- zu verbreiten oder andere Parteiarbeiten zu verrichten. Nach der Ad. Hoffmann: Laumeisters Ansichten über den Zusammenspruch.) Ich würde es für ein Unglück für die Arbeiterbewegung Rede Richard Fischers muß die Resolution Luremburg ange- bruch des belgischen Generalstreiks sind durch die Ausführungen halten, wenn sie auf den Boden gedrängt wird, auf dem Roja erleiden soll, von der wir uns schwer erholen werden. Ob der dürfen nur feine Angst vor der eigenen Courage haben. Den nommen werden, wenn die Berliner Parteibewegung feine Schlappe Anjeeles auf dem Parteitag 1913 schlagend widerlegt. Wir Luremburg den Wahlrechtskampf führen will. Ich glaube, hierin steht die Wiehrheit der Partei auf meiner Seite.( Widerspruch.) Kampf um das Koalitionsrecht in erster Linie steht, ist fraglich, Schlußjah meiner Resolution will ich gern zurüdWenn dies nicht der Fall ist, warum ist denn in den Gewerkschaften denn wir haben doch geſehen, daß sich der Polizeipräsident und der ziehen, denn ich bin überzeugt, daß die Genossen im Reich dem feine Stimmung für den Massenstreit? Wie sollen wir denn einen Minister leichten Herzens über die geltenden Bestimmungen hin- Beispiel der Berliner folgen werden. Massenstreit führen bei dem Geist, der in diesem Punkt in den Ge- weggejezt haben. Haben wir erst dem Riesen Proletariat durch Baumeister: Ich stelle fest, daß zur selben Zeit, als Anseele wertschaften herrscht? Es wurde gesagt, die Masse sei im Wahl- die Anwendung des Massenstreits gezeigt, über welche Straft er auf dem Parteitage seine Darlegungen machte, von anderen belgirechtsfampf zurückgepfiffer. Würde denn die Masse dem Pfiff Folge geleistet haben, wenn sie so tampfbegeistert ist? Was ist der Niederschlag dieser Diskussion? Eine Resolution von Rosa Luremburg, der Genossin, die nicht genug höhnen kann über Resolutionen. Ich sehe schon den preußischen Minister zittern, wenn er die Rejolution Luxemburg steht. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird abgelehnt. verfügt, dann wird er noch ganz andere Dinge zu erreichen vermögen. Sehen wir uns das Beispiel aus den Weihnachtswochen an. Haben nicht innerhalb kürzester Zeit die Berliner Arbeiter eine gewaltige Summe für die Arbeitslosen aufgebracht? Das geschah inmitten tiefster wirtschaftlicher Not. Sollte es nun nicht möglich sein, einen gewaltigen Massenstreitfonds anzusammeln? Die Verbandsgeneralversammlung sollte beim Verlassen des Saales den Grundstock dazu legen. Es empfiehlt sich auch, Sparbücher bei der Konsumgenossenschaft anzulegen, wo die Rückvergütungen aufgespart werden. Ich lege folgenden Antrag vor, dessen Annahme allein schon einen gewaltigen Erfolg darstellen wird. Antrag: Im Hinblick darauf, daß bei der Haltung der preußischen Regierung und der bürgerlichen Parteien in der Frage der Wahlreform die Anwendung des politischen Massenstreits als notwendiges Kampfmittel zur Erringung eines gerechten Wahlrechts unvermeidbar erscheint, beschließt die Verbandsgeneralversammlung durch Sammlung einen Kampffonds zu gründen. Die Parteiinstanzen für Preußen und das Reich werden ersucht, diesen Beschluß auf Preußen und das übrige Reich auszudehnen. ( Lebhafte Zustimmung.) Emil Barth- Neukölln: Ich erachte es für ein nicht zu rechtfertigendes Unternehmen, wenn ein Genosse von der Bedeutung Fischers in der Weise gegen die Genossin Luxemburg polemisiert. Dagegen wende ich mich auch, daß lediglich um des preußischen Wahlrechts willen der Massenstreit inszeniert wird. Mit ein, zwei Wochen Dauer ist bei solchem Kampf wenig getan. Immer und überall müssen wir die Frage propagieren. Wenn man sieht, wie das Koalitionsrecht mit Füßen getreten wird, dann, sage ich mir, wollen wir zunächst in dieser Frage den Massenstreit anwenden. Mit einem Massenstreit ist natürlich wenig zu erreichen. Ihm müssen weitere folgen. Dann dürfen wir aber auch die Waffe nicht beim ersten Hieb zerschmettern, sondern die Möglichkeit zu weiterer Anwendung offen halten. Wenden wir den Massenstreit im Kampf ums Koalitionsrecht zunächst an, dann werden auch die Gewerf= schaften im höchsten Maße daran interessiert sein und auch die Junker werden davon getroffen. Es scheint mir aber auch, als Eichhorn begründet einen Schlußantrag. würde die Anwendung des Massenstreits zur Erringung des Wahl- Sassen wendet sich gegen den Anirag. rechts nicht nötig, wenn wir die geschichtliche Entwickelung des nommen. Das Schlußwort erhält Reiches in Betracht ziehen. Den Partitularismus vor allem müssen Eugen Ernst: Wir haben schon oft erklärt, daß der Ausbau der wir beseitigen. Organisation in der nächsten Sigung der ReorganisationskomLedebour: Ich bin für die Resolution Luxemburg und kann mission beraten werden soll. Unsere Vorschläge werden im Mitdie Einwände des Genossen Richard Fischer nicht billigen. Daß wir teilungsblatt" veröffentlicht. Wenn die Parteigenossen Aenderunzum Massenstreif fommen müssen, ist ein Gebot der historischen Not- gen in der Organisation wollen, muß geändert werden. Das ist Derselbe wird ange Es folgen Erklärungen und persönliche Bemerkungen. Scheidemann erklärt: Ich halte es für meine Pflicht, ohne Auftrag aller übrigen Mitglieder des Parteivorstandes, aber im vollen Einverständnis mit dem Genossen Haase, zu warnen vor der Annahme des Antrags Hoffmann. Wiederholt haben Sie in der Debatte gesagt, aus den Massen müsse die Bewegung kommen. Der Antrag aber fordert von den Parteiinstanzen, zu beschließen, daß ein Fonds angesammelt werden soll. Es wird besser sein, die Massen auch beschließen zu lassen, ob und wann gesammelt werden soll, sonst würden wir sicher schlimme Erfahrungen machen müssen. Es kann hier fein für die Genossen des Reiches bindender Beschluß gefaßt werden. Beil weist den Vorwurf Borchardts zurück, er wäre auf Veranlassung des Zentralvorstandes vom Unterricht an der Arbeiterbildungsschule ausgeschlossen worden. Groger stellt fest, daß auch vom Zentralvorstand niemand einen derartigen Auftrag erhalten habe. Borchardt hält seine Darstellung aufrecht. Radtke bemerkt, die Neuköllner Genossen haben die hier öfter besprochene Versammlung an einem anderen Tage abgehalten, weil sie, dem Hinweis des Zentralvorstandes folgend, nicht die Verant wortung dafür übernehmen wollten, daß durch die Versammlung am Sonntag die Arbeit der Roten Woche gestört werde. Das sei auch dem Genossen Düwell bekannt. schen Genoffen eine andere Darstellung gegeben wurde. Nach weiteren persönlichen Bemerkungen erfolgt die Abstimmung über die vorliegenden Anträge und Resolutionen. Die Resolution Luxemburg wird gegen einzelne Stimmen angenommen.( Beifall.) Die Resolution Hagen findet ebenfalls Annahme. Auch der Antrag Hoffmann wird nach Zurückziehung des letzten Sazes angenommen.( Beifall.) Dem. Kassierer wird einstimmig Entlastung Es wird beschlossen, nur noch die Wahlen vorzunehmen, die übrigen Punkte der Tagesordnung aber mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit zu vertagen. erteilt. In den Geschäftsführenden Ausschuß werden wiedergewählt: Eugen Ernst als Vorsitzender, einstimmig, Theodor Fischer als Schriftführer und Emil Böske als Kassierer, mit großer Mehrheit. Ferner wurden gewählt: Vertreterinnen der Frauen: Mathilde Wurm, Agnes Fahrenwald, Mina Reichert, Elfriede Ryned, Anna Matschke. Kinderschutzkommission: Marta Demmning. Revisoren: Weimann, Burghardt, Dobrohlam, Andrea, Fröhlich. Bezirksbildungsausschuß: Frau Kautsky, Frau Wurm, Däumig, Eichhorn, Dr. Silberstein. Die übrigen, in den Kreisen gewählten Mitglieder des Zentralvorstandes wurden bestätigt. Delegierte zum Internationalen Kongres: Adolf Hoffmann, Eugen Ernst, Artur Stadthagen, Rosa Luxemburg. Um 4% 1hr schloß der Vorsißende Ernst die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. Die erfahrene Hausfrau spart an Fleisch und verbessert die Suppen, Saucen und Gemüse beim Anrichten mit MAGGIS Würze! Berantwortlicher Rebakteur: Alfrey Wielevy, Neukölln. Für den Inseratenteil berantto.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.