ent 29, 40 er 36 tet ter 1/7 2 84 36 me alt 46 pt, 16 art rit de, ert, cen Mr. 161. Abonnements- Bedingungen: is Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt 10 Pig. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungss Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Quremburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. ffion. t: Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. 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Mts. folgende Zuschrift: An die Redaktion des„ Vorwärts, " Berlin, Lindenstr. Am Montagmittag um 12 Uhr trat die Geschäfts- Gegen diesen Antrag wandte sich sehr scharf ein konordnungskommission des Abgeordneten- servativer Redner. Würde man das Verfahren einstellen, hauses zu einer außerordentlichen Sigung zusammen. so bedeutete das nichts anderes als einen ganz unzu- Ich bin Abonnent des Berliner Tageblattes" und habe bis heut Die Sigung war notwendig geworden durch den am Sonn- lässigen Eingriff in ein schwebendes Ver- vergeblich auf eine Besprechung darin gewartet über das Urteil abend gefaßten Beschluß des Hauses, am Dienstag vor der fahren". Man dürfe der Justiz nicht in den Arm fallen. betr. das Beschmieren des Dentmals in Berlin mit roter Schrift offiziellen Bertagungszeremonie noch eine besondere Sizung Es sei ganz unangebracht zu erklären, Liebknecht müsse wegen Nur die alberne Anrempelung des Vorwärts, die sich das freisinnige abzuhalten, auf deren Tagesordnung nichts anderes stehen seiner etwaigen Anteilnahme an den Kommissionsverhand- Blatt aus diesem Anlaß erlaubt, fonnte ich finden... sollte, als die Angelegenheit Liebknecht. In lungen während des Sommers außer Verfolgung bleiben. Ich gehöre nicht der sozialdemokratischen Partei an, aber das aller Kürze sei noch einmal zusammengefaßt, um was es sich im ganzen hätten die Sozialdemokraten in allen diesen Urteil hat mich geradezu erschreckt. Zweifellos ist jedes Bes bei dieser Angelegenheit handelt: Am 23. September 1910 Sommerkommissionen zusammen nur zwei Size; Liebknecht schmieren von Wänden strafbar, es ist eine nichtsnuzige Kinderei. hatte Genosse Liebnecht auf dem Magdeburger Parteitage sei nicht ständiges Mitglied einer dieser Kommissionen, Aber eine bodenlose Roheit wie der Richter diese Unart nannte eine Resolution des Wahlkreises Potsdam- Osthavelland ver- und auch zur etwaigen Stellvertretung brauchten die das ist nicht objektiv. treten, die in scharfen Worten gegen die Anwesenheit des Sozialdemokraten ja nicht ausgerechnet den Abgeordneten Mit Recht hat der Vorwärts" Urteile dagegengehalten, in Blutzaren auf deutschem Boden protestierte. In seiner Be Liebknecht zu delegieren. Im übrigen sei es ganz denen Roheiten nicht nur gegen Stein, sondern gegen Menschen viel gründung dieser Resolution hatte Liebfnecht über den Zaren gleichgültig, ob es sich um ein politisches milder beurteilt werden. Vor kurzem wurde z. B. gemeldet, der und das ganze russische Schreckensregiment ein paar träftige Bergehen oder um ein Kapitalberbrechen handle. aus der Zabernaffäre bekannte Herr Leutnant Schadt sei zu 40 m. aber nur allzu berechtigte Wendungen gebraucht und er hatte Wolle man aber über die rechtliche Seite des Falles Strafe verurteilt worden, weil er einem Bäckerlehrling einen Zahn daran den Wunsch geknüpft, das deutsche Volt möge es ver- wirklich einmal reden, so spräche doch gerade die ausgeschlagen habe und wahrscheinlich fonnte er Butativhindern, daß jener gekrönte Verbrecher" den deutschen Boden Persönlichkeit und Wirksamkeit des Abge- notwehr nicht geltend machen, er wäre doch sonst sicher freilänger durch seine Anwesenheit schände." Indem wir," so ordneten Liebknecht für die Strafverfolgung. Dr. gesprochen worden. mag hier unerörtert bleiben, schloß Liebknecht damals seine Rede, die Resolution an- Liebknecht schmäht alle unsere Einrichtungen der Bäckerlehrling, wenn er umgekehrt dem Leutnant Schadt nehmen, sprechen wir die Aufforderung an das gesamte und beleidigt hochstehende Personen geradezu einen Zahit ausgeschlagen hätte, auch nur zu 40 M. Strafe verdeutsche Volk aus, daß seine Empörung so wachsen möge, gewerbsmäßig." Der russische Zar müsse besonders vor urteilt worden wäre. Aber unwillkürlich hält man solche Urteil daß dieser fluchbeladene Mann hinausgetrieben, hinaus- Beleidigungen geschüßt werden, weil er zu jener Zeit( 1910) gegeneinander schüttelt den Kopf und glaubt nicht mehr gepeitscht werde aus unserem Lande, so daß ihm für alle der Gast unseres Kaisers" gewesen sei. Liebknechts an Recht und Gerechtigkeit. Zeit die Luft vergeht, den deutschen Boden ferner zu befudeln." Magdeburger Rede selbst, die ja der Berichterstatter verlesen Was sind nicht für Urteile ergangen bloß vom Fürst- GulenburgDiese Rede hatte ein Berufskollege Liebknechts, der habe, sei der beste Beweis dafür, wie notwendig eine Prozeß an gerechnet! Für die bedauernswerten fünf Kinder des Kuhl schicke ich an ehrengerichtliche Verfolgung Liebknechts sei. Er beantrage Berliner Rechtsanwalt Schwabe, zum Anlaß ge namens seiner politischen Freunde, dem Verfahren seinen Ihre Adresse eine Post an weisung von 50 Mart nommen, Ende Dftober 1910 beim preußischen Justizminister den Antrag zu stellen, er möge gegen Liebknecht einschreiten. auf zu lassen. " 1 11 &&& об Hochachtungsvoll 3 Name und Adresse des Einsenders find natürlich der Redaktion Die inzwischen eingegangenen 50 M. werden ihrer Be zugeführt werden. Der albanische Aufstand. Der Justizminister gab die Anregung zunächst an den Ober- Der Berichterstattet erwidert, daß man die Perstaatsanwalt am Kanimergericht weifer, der prüfen sollte, ob fönlichkeit Liebknechts ganz aus dem Spiele lassen müsse und ein Anlaß zu einem strafrechtlichen oder ehren- nur nach rein sachlichen Erivägungen entscheiden dürfe. Es bekannt. gerichtlichen Verfahren gegen Liebknecht vorliege. handele sich hier um ein durchaus politisches Verfahren, ftimmung Der Oberstaatsanwalt seinerseits setzte sich sowohl mit dem das man doch nicht, wie der konservative Redner es getan Oberreichsanwalt in Leipzig wie mit dem Oberstaatsanwalt habe, ohne weiteres einem Kriminalverfahren gleichsezen in Naumburg a. d. S. in Verbindung; alle diese Oberjuristen, dürfe. Er billige Liebknechts Magdeburger Rede natürlich durchdie ihrerseits wieder mit dem Ersten Staatsanwalt in aus nicht, man dürfe aber doch nicht verkennen, daß Liebknecht Das tragikomische Hin und Her, das die albanischen Magdeburg verhandelten, waren einmütig der Ansicht, aus seiner politischen Ueberzeugung heraus daß irgendein Anlaß zum strafrechtlichen gehandelt habe. Im Laufe einer Session dürfe auch Wirren bisher kennzeichnete, hat eine sehr ernste Einschreiten gegen Liebknecht nicht gegeben während der Ferien der Wahlkreis teinen Moment ohne Verwendung genommen. Die Aufständischen haben einen sei. Selbst wenn eine Beleidigung des Kaisers von Ruß treter sein darauf habe jeder Wahlkreis ein selbstverständ- energischen Angriff auf Durazzo gemacht und der land in Frage kommen sollte, so sei doch noch keineswegs liches Anrecht. Obendrein sei es, da die Gerichtsferien da- Stampf tobt weiter. Unter den Opfern des Kampfes befindet unzweideutig entschieden, ob in Rußland für die Verfolgung zwischen kommen, keineswegs ausgemacht, daß am 10. November, sich auch der holländische Oberst Thompson. solcher Beleidigungen die für die Einleitung eines Verfahrens beim Wiederzusammentritt des Abgeordnetenhauses, das ehren- Der geschlossene Vorstoß der Aufständischen zeigt, daß alle in Deutschland erforderliche Gegenseitigkeit verbürgt gerichtliche Verfahren bereits erledigt sei. Er halte deshalb Nachrichten der letzten Tage über eine Beruhigung der Besei; außerdem liege gar fein Strafantrag der russischen seinen Antrag aufrecht. Regierung vor.is Der konservative Redner antwortet, daß das Ver- Wilhelm und von Uneinigkeit der Aufständischen erlogen völkerung, von einer Festigung der Stellung des Fürsten Nachdem sich auf diese Weise eine strafrechtliche Verfahren höchstwahrscheinlich bis zum 10. November erledigt sein waren. Jedenfalls tritt die albanische Frage jetzt in eine folgung Liebknechts als aussichtslos erwiesen hatte, versuchte werde. Sollte dies wider alles Erwarten nicht der Fall sein, es der Oberstaatsanwalt beim Kammergericht mit einem so hätten es ja die Sozialdemokraten jeden Augenblick in der Phase, die ernste internationale Verwickelungen im Gefolge ehrengerichtlichen Verfahren. Doch lehnte auch das Hand, im Herbste dann ihren Antrag auf Suspendierung des haben kann. Die Kämpfe vor Durazzo. Ehrengericht der Anwaltskammer in Berlin durch Beschluß Verfahrens von neuem einzubringen. bom 7. Januar 1911 den Antrag auf Eröffnung der Vor- Ein freitonservativer Redner erklärt, das Haus Durazzo, 15. Juni, gegen Mittag. Seit 4 Uhr morgens tobt untersuchung ab. Das Kammergericht eröffnete daraufhin müsse mit einem Brauche, auch wenn er Jahrzehnte hindurch ununterbrochenes Gewehr- und Geschüßfeuer; der Fürst leitet die auf Beschwerde des Oberstaatsanwalts am 27. Februar 1911 bestanden habe, brechen, sobald es ihn als falsch und schädlich Verteidigung der Stadt. Die Angreifer kamen von Raftbul und das ehrengerichtliche Verfahren gegen Liebknecht und zwar erkannt habe. Obendrein habe doch jedenfalls der Abgeordnete Kawaja. selbständig, ohne Voruntersuchung. Liebknecht selbst das lebhafteste Interesse, daran, daß das Rom, 15. Juni. Die Agenzia Stefani" meldet aus Durazzo: Im Mai 1911 hatte sich dann das Abgeordneten einmal zum Abschluß gelange. polis b seit nunmehr über drei Jahre schwebende Verfahren endlich Der Kampf dauert an. Oberst Thompson wurde heute morgen durch mehrere Gewehrschüsse getötet, als er bei den Vorposten weilte. haus zum ersten Male mit dem Antrage unserer Fraktion Der nationalliberale zu beschäftigen, dies ehrengerichtliche Verfahren gegen Lieb- Rommission stimmte ebenso wie der Vorredner dem tonserVorsitzende der Fortdauer des Kampfes. knecht für die Dauer der Session einzustellen. Die Geschäfts- vativen Antrage bedingungslos zu. Man dürfe„ das Wirken Augenblick der Ruhe ein. Indessen sieht man in kurzer Durazzo, 15. Juni. Nach 4 Uhr nachmittags trat ein ordnungskommission beantragte gegen allen parlamentarischen der Justiz nicht sistieren und der Gerechtigkeit nicht in den Entfernung zwei feindliche Massen, die von einem Augenblic Brauch, zur Einstellung des Verfahrens nicht die Zustimmung Arm fallen". In den fünf Monaten der Vertagung könne zum anderen in die Stadt einfallen können, um sie zu des Hauses zu geben. Das Plenum aber desavonierte am 4. Mai das Verfahren ohne jede Schwierigkeit zum Abschluß gebracht plündern. Man befürchtet einen Nacht angriff. Die feine Kommission, indem es gegen die Stimmen der konser werden, so daß Liebknecht im November sich wieder völlig un- 3 a hl der Toten und Verwundeten ist sehr groß. Der bativen Parteien beschloß, das Verfahren für die Dauer der gehindert an den Arbeiten des Abgeordnetenhauses beteiligen är st hat ans Alessio Verstärkungen von den Mirditen herSession einzustellen. Inzwischen hat zwischen den Sessionen die erste beigerufen. Auch der Redner des Zentrums schloß sich dem Instanz gesprochen und Liebknecht ist zu einem Verweise tonservativen Antrage an Der albanisch- italienische Konflikt. und wiederholte dabei alle berurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat sowohl Genosse von den Rednern der Freikonservativen und der National Thompson hatte am 13. Juni fategorisch die nach dem ZwischenRom, 15. Juni. Die Agenzia Stefani" meldet: Oberst Liebknecht selbst wie auch der Oberstaatsanwalt Berufung ein- liberalen vorgebrachten Scheingründe. gelegt und das Verfahren schwebt nunmehr vor der zweiten fall Muricchio- Chinigo von dem italienischen Gesandten in Durazzo, Nur der Vertreter der Polen war für den Antrag auf Baron Aliotti, geforderten Entschuldigungen verweigert. Daraufhin Instanz. Der dem Abgeordnetenhause am Freitag zugegangene Einstellung des Verfahrens, der dann schließlich mit allen begab sich Baron Aliotti am 14. Juni mit dem italienischen Antrag unserer Genossen bezweckt nun, das Verfahren aber gegen nur zwei Stimmen( die des Freisinnigen und des Admiral in den albanesischen Ministerrat und forderte, daß sich entmals für die Dauer der Session einstellen zu lassen. Dieser Polen) abgelehnt wurde. Antrag war es, der am Sonnabend der Geschäftsordnungsweder Thompson gemäß dem schriftlichen Versprechen Turkhan tommission überwiesen worden war und zu dessen Beratung nicht nur der beiden konservativen Gruppen, sondern berufen und der Hauptmann Fabius fofort abberufen Dieser Beschluß, der die erzreaktionäre Gesinnung Paschas entschuldige oder daß Thompson vor dem 3. Juli a b= diese Kommission am Montagmittag zu ihrer außerordentlichen auch des Zentrums und Sigung zusammentrat. der National- werde. Baron Aliotti forderte eine entscheidende Antwort Liberalen wieder einmal im hellsten Lichte er- bor dem 15. Juni mittags, indem er hervorhob, daß Der der Fortschrittlichen Volkspartei an- erstrahlen läßt, bedeutet eine schmähliche Selbst seine Forderung nicht den Charakter eines Ultimatums habe. Baron gehörende Berichterstatter gab zunächst eine längere preisgabe des Parlaments, diftiert von bös Aliotti zeigte sich besonders bemüht, die militärischen Operationen in Darstellung der ganzen eben skizzierten Vorgeschichte des Falles. artigster politischer Verfolgungssucht. Warten Albanien nicht zu stören, indem er für alle Fälle darin einwilligte, Aus der Parlamentsgeschichte wies er nach, daß die Aus- wir ab, ob am Dienstag das Plenum des Dreiklassen- daß Oberst Thompson bis zum 3. Juli bleibe, da der Kriegsminister lieferung Liebknechts zur ehrengerichtlichen Verhandlung parlaments diefem schmachvollen Beschlusse seiner Kommission Nogga ihm erklärt hatte, daß dies notwendig sei, um ihn ohne durchaus ein Novum bedeuten würde; er bean- beitreten und auf diese Weise wird, selbst um den letzten Gefahr für die Stadt zu ersetzen. Turkhan Pascha begab sich am tragte schließlich, dem Antrage Braun und Genossen auf Ein- Rest des Ansehens bringen sich den es etwa hier und dort Abend des 14. Juni um 11 Uhr zu Baron Aliotti, stellung des Verfahrens statt zugeben. um ihm mitzuteilen, daß er feinen Ausweg wisse, da, fönne. im Volfe noch besigen sollte. wenn Thompson Manien verließe, die Expedition gegen die Aufständischen scheitern würde. Er bat den italienischen Gesandten, sich noch einige Stunden zu gedulden, da er dann ver- suchen würde, Thompson zu überreden, das Entschuldigungsschreiben zu unterzeichnen. Auf diese Nachrichten hin hatte der Minister des Aeußern Di San G i u l i a n o dem Baron Aliotti kategorisch Anweisungen telegraphiert, uin eine vollkommene un unverzügliche Genugtuung zu fordern, bis dann die Nachrichten aus Durazzo kamen und die Lage änderten. Die Mastuahmeu der Mächte. Rom, 1ö. Juni. Minister des Aeußeren Di San Giuliano er- klärte in der Kammer, italienische und ö st erreicht sch Matrosen verteidigten das Schloß des Fürsten und die Gesandtschaften. Ein englisches Kriegsschiff müsse heute niorgen vor Durazzo angekommen sein. Da der englische Admiral der älteste sei, so werde er die inter nationalen Streitkräfte befehligen. Man erwarte ein französisches und ein russisches Kriegsschiff. Das italienische Ge s ch w a d e r liege in Ancona bereit, um nach Durazzo oder wo eS notwendig erscheine, abzugehen. Was den Obersten Thompson betreffe, so achte er in diesem einen tapferen Mann, der in Er füllung seiner Pflicht gefallen sei. lBeisall.) Die Regierung sei sicher, die einmütige Ueberzeugung des Parlaments und des Landes auszudrücken und werde dafür sorgen, daß die großen Interessen Italiens nicht gefährdet würden, welches auch immer der Lauf der Ereignisie sein werde. Ein französisches Kriegsschiff unterwegs. Paris, lö. Juni. Der Kreuzer„Edgar Quinct" hat Befehl erhalten, nach Durazzo abzugehen. Polizei unö Mbeiterblut. Nach viertägiger Verhandlung hat am Freitagabend spät die Strafkammer beim kaiserl. Landgericht Mülhausen i. E. unter dein Vorsitz von Landgerichtsrat L ü tz e l e r den ver antivortlichen Redakteur der„Mülhauser Volkszeitung". Ge Nossen Franz Geiler, wegen Beleidigung nach§§ 186 und 200 Str.-G.-B. zu drei Monate« Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt, die in diesem Prozeß in die Tausende gehen Iverden. Die Beleidigung wird entsprechend der Anklage(vgl.„Vorwärts" Nr. 155 vom 10. Juni: Das Nachspiel einer Streikmetzelei) in mehreren Artikeln der„Mülhauser Volkszeitung" erblickt, die im Juni und Juli 1918 das Verhalten des Polizeipräsidenten von R z e w u s k i in Mülhausen i. E. und der ihm untergeordneten Polizeiorgane und Gendarmen aus Anlaß des Bauarbeiter- strcikS am Nordbahnhof in Mülhausen-Dornach und bei den Streikkrawallen kritisierten, die am 7. Juli 1918 zur E r schießung zweier Arbeiter durch berittene Gendarmen geführt hatten. Der Vertreter der Anklagebehörde, Erster Staatsanwalt D a p p e r, der in einem zweistündigen Plaidoyer dem An geklagten mehrere selbständige Handlungen nachzuweisen ver suchte, hatte wegen dreier einleitender Artikel je eine Woche Gefängnis, wegen eines späteren Artikels 2 Monate und wegen einer zusammenfassenden Schlußbetrachtung über die Polizeitatcn 6 Monate, zusammen acht Monate Ge -f.ä-n g ni s beantragt. Wenn das Gericht chinter diesem Antrage um mehr als die Hälfte zurückblieb, so würdigte es daniit mit der Verteidigung, die von ilkechtsanwalt Dr. Lünenbürger- Straß 'bürg in mehr denn zweistündiger vernichtender Anklagerede gegen das herrschende Polizeisystcm geführt wurde, uiehr als der Staatsanwalt das soziale Motiv, den Klassenstand- Punkt des Angeklagten, dem in dem Urteil als mildernd angerechnet wird, daß er„glaubte, für eine gute Sache zu fechten". Die Urteilsbegründung legt das Hauptgewicht auf die Tonart der Artikel, auf die sogenannte Verbalinjurie, obwohl das Gericht zugleich bestrebt ist, die vom Publikum als Provokation empftindenen, in diesem Um fange und mit dieser Schärfe in dem"berclsässischen Arbeiter zcntruin bis dahin unerhörten Abspcrrungsmaßnahmen der Polizei und deren blutiges Vorgehen als gerechtfertigt und unwumeidlich hinzustellen. Nur in einzelnen Fällen sei die Schatzmannschaft über das zulässige Maß hinausgegangen. Jni übrigen sieht das Gericht in den unter Anklage gestellten Artikeln nur eine fortgesetzte Handlung, die es milder beurteilt als der öffentliche Ankläger, dem es auch darin nicht folgte, daß er die Wendung in dem einen Artikel:„Ihr Vorgehen weist auf das eines gewissenlosen und brutalen Menschen hin, der nach Blut lechzt und seine Mordlust befriedigen will! Ihre mörderischen Schandtaten schreien zum Himmel— Worte, die, nach der ganzen Aufmachung des Artikels, logisch und klar gegen die bei der Erschießung der zwei Arbeiter Bohler und Gutknecht beteiligten Gendarmen gerichtet sind— partout auf den Polizeipräsidenten persönlich bezogen haben wollte. Selbst die präzisen Erklärungen des Angeklagten nach dieser Richtung hin konnten den Staatsanwalt von seiner Auslegungskunst, zu deren Unterstützung er sich noch auf die Grammatik berief, nicht abbringen. Materiell wurde mit Bezug auf diese Vernichtung zweier blühender junger Menschenleben durch die Karabinerkugeln der zur Attacke gegen die Mcnge vorreitenden Gendarmerie bei der umfangreichen Beweiserhebung(92 Bclastungs- und-IV-Ent- lastungszcugen) durch mehrere Zivilzcugen, die dem Vorgang anwohnten, unter Eid bekundet, daß die vorgehende Gendarmerie der Mcnge gar keine Zeit ließ, zu flüchten, unter dem Rufe:„L a u f e n, wollt ihr laufen, ihr Hunde!" ritt sie gegen die Menge an und schoß, ohne die dreimalige Aufforderung zum Auseinander- gehen vorangehen zu lassen. Nach der eidlichen Bekundung dieser Zeugen befand sich die Gendarmeric auch nicht in Ge- fahr und ist es durchaus unrichtig, daß vor dieser Attacke aus der Mcnge mit Steinen geworfen oder geschossen wurde. Dem stehen entgegen die gleichfalls eidlichen Aussagen der Gendarmen und Schutzleute, die, unterstützt durch den einen oder anderen Zivilzeugen, den die Staatsanwaltschaft bei- gebracht hatte, mit der gleichen Entschiedenheit behaupten, die Gendarmerie habe nur i n d c r N o t w e h r von der Waffe Gebrauch gemacht, sie sei in der Gefahr gewesen, von der Menge erdrückt zu werden, und es habe vorher Ver- lctzungen durch Steinwürfe bei der bewaffneten Macht ge- geben. Die gleichen Widersprüche zwischen den Bekundungen der Belastungs- und der Entlastungszeugen ergab die Beweis- erhebinlg bezüglich der anderen Krawallabcnde. Nach den Aussagen der Beamten gingen Schutzmannschaft und Gen- darmerie immer erst nach vorausgegangenem„Stein- Hagel"�vor,—»oobei nur merkwürdig ist, daß dieser an- gebliche Steinhagel und die behaupteten einleitenden Schüsse aus der. Menge kei.. einzige ernstere Ver- letzung eines Po i st e n oder Gendarmen zur Folge hatten und'oäß in den zwei mächtigen Akten- bündeln von Belastungsmaterial der Anklagebehörde gegen den angeklagten Redakteur sich kein einziges ärzt- lichcs Attest über die Verletzung eines Beamten befindet. Andererseits wurde in mehreren Fällen durch Beteiligte und Augenzeugen, welche die Verteidigung hatte laden lassen, unter Eid bestätigt, daß harmlose Passanten,— Arbeiter, die von der Fabrik kamen und nach Hause wollten, junge Leute, die in der Nähe des Streikgebietes mit der Trompete geübt hatten,— ja s e l b st Frauen von der vorgehenden Polizei in blinder Wut, ohne Unter- scheidung nach Alter oder Geschlecht, überfallen und mit blanker Waffe zu Boden geschlagen und verletzt wurden. Das Gericht nannte dies in seiner Be- gründung des Urteils„Einzelfälle, in denen die Schutz- Mannschaft über das zulässige Maß hinausgegangen sein mag". Von Interesse für die Beurteilung der nach niancher Richtung hin wunderbar gleichartigen Beamtenaussagen sind die ebenfalls unter Eid gemachten Bekundungen zweier Schutzleute, von denen der eine aus dem Dienst b e- reits ausgeschieden ist, während der andere am kommenden 1. Juli freiwillig aus dem Dienste scheidet. Beide bestätigen, daß der Unternehmer Tiefbau- Aktiengesellschaft J u l. B e r g e r-Berlin— den zur Ueberwachung der Baustelle kommandierten Polizeibeamten Freibier lieferte, soviel man trinken mochte; sie bestätigen, daß jeder trank, soviel er nur Lust hatte, und daß Uebergriffe der Schutzmannschaft gegen das Publikum vorkamen, die bei dem einen dieser zwei Zeugen wie er bezeugte, den Unwillen weckten. Dieser Beamte Schutzmann S en g er, der demnächst auf Grund eigener Kündigung den Polizeidienst verläßt, antwortete auf die Frage des Staatsanwalts, warum er mit seinen! Material erst jetzt herausrücke, während er doch verpflichtet gewesen wäre, die Sachen seiner vorgesetzten Behörde zu melden: er— Zeuge Senger— habe erst geglaubt, er müsse Rücksicht au' die Kreisdirektion nehmen; nachdem er nun aber au Grund von allerhand Denunziattonen gezwungen worden sei seine Kündigung einzureichen, nehme er diese Rücksicht nicht mehr und sage er die volle Wahrheit. Andere Schutzleute hätten dasselbe gesehen wie er; bezeugten sie nicht dasselbe, so sagten sie eben nicht die ganze Wahr hcit.— Die Gegenüberstellung mit mehreren Zeugen in Uni form, die ihm widersprachen, konnte diesen abgehenden Schutz mann nicht dazu bewegen, auch nur das geringste von seinen Aussagen zurückzunehmen. So haben der Polizeisäbel und der Gendarmenkarabiner, wie auf deni„Schlgchtfelde" beim Nordbahnhof, in Mülhausen i. E. auch im Gcrichtssaale äußerlich gesiegt, aber dieser Sieg ist nur ein Scheinsieg, hinter dem sich die tat fächliche Niederlage perbirgt. Nachdem zwei zerschossene Arbeiterleiber mit ihrem Blute den Boden der„Walstatt" in dem Vororte Dornach getränkt hatten, wurde im Sommer 1913 der Kampf abgebrochen, aber nur, als die Berliner Unter nehmerfirma, die zur Ausführung staatlicher Arbeiten im ge lobten Deutschen Reiche sich mit Vorliebe billigerer aus ländischer Arbeiter aus polnischen, böhmischen und italienischen Landstrichen bedient, den um 16 bis 18 Pf. höheren Stundenlohn des in Mülhausen i. E. geltenden Bau- arbeitertarifes zugesagt hatte und zugleich— nachdem der Grund der Lohnunterbietuns�-entfallen war— die billigeren und schlechteren fremden>�hnarbciter durch einheimische Kräfte zu ersetzen begonnen hatte. So floß das Arbeiterblut selbst nach dieser Seite hin nicht umsonst,— es half den Sieg der Ueberlebenden vorbereiten. Und auch dieser Prozeß mit dem' Gefängnisopfer des verurteilten sozialdemokratischen Re dakteurs und mit den damit verknüpften gewaltigen Prozeß- kosten wird nicht umsonst sein. Er hat trotz der trefflichen Regie des zur Beweisführung mobilisierten Polizeiapparates die Blößen des blutigen Unterdrückungssystems im Klassenstaate klar und unvergeßlich erkennen lassen, und er wird so 'ein gut Teil dazu beitragen, daß das Heer der proletarischen Kämpfer und Rächer sich weiter mehrt und weiter erstarkt. Diese Gewißheit macht uns die Opfer erträglich, so schwer sie erscheinen mögen. Wie heißt es im Liebe von Tord Foleson? Der Mann mag sinken, wenn das Banner nur steht, Gleich jenem in NorwegS Feld, wie die Sage geht. Und das ist das Herrliche, Große auf der Welt: Das Banner kann steh», wenn der Mann auch fällt I politische Ueberslcht. «Tie Vorbereitung zur Revolution." Unter diesem Titel behandelt Freiherr v. Zedlitz die Beschlüsse der Generalversammlung der Berliner Wahldereine. Der Mann meint: Von selbst wirft sich die Frage auf. ob nach dem geltenden Rechte die Vorbereitung der Revolution und die Sammlung eines Revolutionsfonds ungestraft öffentlich beschlossen werden darf, und wenn diese Frage nach Lage unserer Strafgesetzgebung aus dem Grunde zu bejahen wäre, weil man zur Zeit ihrer Verabschiedung die neueste Form der Re- volution, des M a s s e n- oder GeneralauS st andeS noch nicht konnte, so reiht sich daran ohne weiteres die Frage, ob es nicht notwendig und dringlich ist, unsere Strafgesetze alsbald durch Bestimmungen zu ergänzen, welche die Aufforde- rung zum politischen MassenauSstand oder zu einer Vorbereitung unter die Strafe des Hoch- Verrats stellen. Wir finden dieses Verlangen recht unvorsichtig. Denn neben dem edlen Oktavio und den übrigen Wahlrechtsfeinden müßten dann die preußischen Minister als erste die Anklage- bank verzieren. Denn ihre Politik ist es, die den Massen- 'treik vorbereitet. Erstklassige Arrestschwärmer. Das Herrenhaus hat sich gestern Montag wieder einmal ausgezeichnet. Mit der vo» dem Graten Behr-Behrenhoff gegebenen Begründung, daß man der geplanten— schon feit vielen Jahren versprochenen— allgemeinen Regelung des„Problems" der Aufhebung der Arreststrafen für Unterbeamte nicht vorgreifen solle, trich daS Herrenhaus einstimmig und ohne Debatte ouS dem Disziplinargesetz für die Krankenkasfenbeamte« die vom Sb- geordnetenhaus auf sozialdemokratischen Antrag beschlossene Be- Wahrung der Krankenkasienbeamten vor dem Disziplinararrest. DaS Gesetz muß nun nochmal« an» DreiklassenhauS zurück und dürfte hier über den Sommer ruhen, falls nicht noch heute sich eine Mehr- heit zum sofortigen Umfall auf HerrenhauSiommando bereit findet. Heute beraten die geborenen und ernannten Gesetzgeber die Besoldungsnovelle. Auch ein Nachspiel von Zaber«. Amtlich wird gemeldet: Auf Grund der Ministerialersatzberteilung 1914 hat vom Herbst d. I. ab die Einstelluug aller in den Reichslanden auszuhebenden Rekruten in Truppenteilen außerhalb von Elsaß--Lothringen zu erfolgen. Diese Verordnung bestand bereits vor 1903 und wurde in diesem Jahre durch die Ministerialersatzverteilung 1903 versuchsweise aufgehoben. Die Elsässer und Lothringer müssen also alle wieder in Regimentern außerhalb ihrer Heimat dienen. Den„Wackes" soll mit der echtpreußischen Fuchtel die vorschriftsmäßige Ge- sinnung beigebracht werden. Diese Maßnahme, die sicher als eine der ersten Taten des neuen Statthalters v. Dallwitz zu buchen ist, wird die Empörung gegen das Pickelhauben- regiment von neuem schüren. Aus der natioualliberalen Partei. Auf dem Vertretertag der nationalliberalen Partei in der Rheinprovinz, der am Sonnabend in Neuwied versammelt war, wurde eine Entschließung„zur Herbeisiihrung der dringend notwendigen inneren Geschlossenheit der Partei" angenommen. Der Generalsekretär Dr. Peter stellte fest, daß die Taktik de» Zentrums gegen die Nationalliberalen sich insofern geändert habe, als das Zentrum offensichtlich die Nationalliberalen schonender behandle und seine ganze Stoßkraft gegen die Sozialdemokratie richte. Diese Beobachtung des nationalliberalcn Generalsekretärs stimmt. Er hätte aber hinzufügen können, daß diese Taktik des Zentrums bei den Liberalen sehr viel Verständnis findet, denn auch die liberale Presse des Rheinlands kämpft fast nur noch gegen die Sozialdemokratie. Im Rheinland hat eben das Sammlungssignal der bürgerlichen Parteien starken Anklang gesunden. Christentum und Gesundheitslehre. An der städtischen Frauenschule zu Stolp in Pommern erteilte der praktische Arzt Dr. Bannier zur allgemeinen Zufriedenheit Unterricht in Gesundheitslehre. Vor einigen Monaten am Beginn des neuen Schuljahres erhielt er plötzlich ein Schreiben des Lyzeal« direktors, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß feine Dienste nicht länger in Anspruch genommen werden könnten, da dem Magistrat wegen seines Austritts aus der Landeskirche lebhafte Bedenken gegen seine weitere Betätigung an der Frauenschule aufgesttegen seien. Als dieSache vor einigen Tagen in der Stolpcr Stadt- verordnetenversammlung zur Sprache kam, stellte sich zunächst heraus, daß, als der Direktor seinen Brief schrieb, der Magistrat nnt der ganzen Angelegenheit überhaupt noch nicht befaßt worden war. Der Ober« bürgermeister hatte sich auf eigene Faust mit dem Lyzealdirektor über die Beseitigung des Dr. Bannier geeinigt. Nachträglich, das heißt vor etwa zwei Wochen, hat dann allerdings der Magistrat die Maß- regeln gebilligt, und nun war der Oberbürgermeister Zielke in der Lage, in der Stadtverordnetenversammlung die Fahne des Christen« tums zu entfalten. Er rühmte zuvor die weitgehende Toleranz der Stadtverwaltung, die dem Arzt seinerzeit den Unterricht übertragen habe, obwohl ihm desien religiös steie und politisch liberale Ge- sinnung wohl bekannt gewesen fei. Aber diese Duldsamkeit habe ihre Grenze finden müssen in dem Moment, wo Dr. Bannier aus der Landeskirche ausgetreten sei und damit einen Schritt getan habe, der von allen,„denen Person und Lehre Jesu Christi etwas gelte", nicht gleichgültig hingenommen werden könne. Es sei begreiflich, daß Ellern den Glaubensstand der Kinder nicht gefährdet wisse« wollten. Der Magistrat habe die Pflicht, den christliche« Charakter der städtischen Schulen und die Schuliniettfie« zu wahren. Der Stadtverordnete, dessen Interpellation den Oberbürgermeister zu seinem christlichen Glaubensbekenntnis veranlagte, hatte auf da» Norddeutsche Bundes« und»achherige Reichsgesetz vom L. Juli 1859 aufmerlfam gemacht, nach dem die Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Aemter vom öffentlichen Bekenntnis unabhängig ist. Er hätte auch noch den Art. 12 der Preußischen Verfassung anführen können, aber rechtlich und faktisch ist mit diesen Hinweisen auf die garantierte Religionsfreiheit schon deshalb wenig zu machen, weil der Dr. Bannier ja nicht als öffentlicher Beamter gelten konnte. Der Mogistrat hat nicht. sowohl gegen Gesetz und Recht als vielmehr gegen die Forde- rungen der Vernunft und der modernen Kultur verstoßen, und die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung deckte ihrn dabei den Rücken, denn sie beschloß, über die Interpellation zur Tagesordnung überzugehen. Der Oberbürgermeister Zielke aber, der sich schirmend vor den chrfftlichen Charakter der städtischen Schulen stellt und den Glaubens« stand der Kinder gefährdet sieht, wenn ein nicht der Landeskirche angehöriger Arzt Unterricht in der Gesundheitspflege erteilt, verdien� in das preußische Kultusministerium berufen zu werden. Erzbischof Nörber und die Integralen. Den Versuch des Zentrums, den Freiburger Erzbischof R ö r b e' für die Politik der Kölner Richtung zu reklamieren, pariert d« integrale„Kölner Korrespondenz" mit dem Abdruck eines offenbar an Roeren gerichteten Briefes des Freiburger ErzbischofS au« dew Jahre 1909. Zum Verständnis diese« Briefes wird mitgeteilt, da« er sich auf die Beschlüsse der sogenannten OsterdienStagSkonferenz vom Jahre 1909 bezieht. Diese Konserenz hatte sich unter Führung RoerenS dahin ausgesprochen: l. daß die Tätigkeit des Zentrum? sich grund« sätzlich im Einklang mit der katholischen Welt« anschauung zu halten habe; 2. daß wegen des großen Einflusses, de« der Volks verein für das katholische Deutschland auf das katholische Leben ausübe, für einen engeren Anschluß an den Episkopat einzutreten sei. Auf Beschluß der Konferenz wurden ditzse beiden Sätze de» Bischöfen mitgeteilt. Als Antwort für die Teilnehmer d-s Konferenz ist am 9. Juni daS nachstehende Schreiben von Erzbischof Dr. Nörber ergangen: .... Schon seit Jahren sehe ich die großen Gefahren für unser kirchliches und religiöses Leben kommen, die in dem tat« sachlich vorhandenen systematischen Bestreben liegen, in dem katholischen Volk die Anschauung zu verbreiten, daß wirt' schaftliche, soziale und politische Fragen losgelöst von den Grundsätzen der katholischen Weltanschauung zu behandeln sind. Der Bolksverein, dessen große Verdienste um die katholische Sache, auch in apologetischer Hinsicht, ich keineswegs verkenne. sondern sehr hoch schätze, hat sich förmlich zu einer kirchliche« Instanz ausgebildet, die anstatt Fühlung mit den von Gott ge« M!?" �ganen der Kirche zu suchen, vielmehr verlangt, daß die Bnchofe von ihr sich orientieren lassen und ihren Rat einhole«. ehe sie eS wagen, in Dingen, welche da» sozialpolitische Gebiet berühren, eine Entscheidung zu treffen. Ich begrüße deshalb das Vorgehen der verehrten Herren, welche der Weiterentwickelung unserer katholischen Organisationen in der beklagten Art und Wesse. einen Damm entgegensetzen wollen, von ganzem Herzen und billtge vollständig die beiden in Kölln fest" gelegten Sätze. Dieselben harmonieren mtt der korrekte« nrchltchen Anschauung und sicher auch— unb ich möchte dies«m» besonderem Nachdruck betonen-- mit den Wünschen innerhalb der Mehrheit deS katholischen Volkes. ... Die Herren werden sich durch ihre Bestrebungen um die Entwicklung des katholischen Lebens in Deutschland und um unser katholisches Volk grohe Verdienste sammeln. Ich beglück- wünsche fie dazu herzlich." Die Integralen haben daher recht, wenn fie nach dem Wort- laut dieses Brieses Rörber für sich beanspruchen. Liberales Landtagswahlabkommen tu Sachsen. Der Landesverband der Fortschrittlichen Voltspartei deS Königs- reichs Sachsen hat am Sonntag nach längerer Debatte mit 132 gegen 8 Stimmen das volksparteilich-nationalliberale Wahlabkommen für die nächstjährigen allgemeinen Landtags- Wahlen genehmigt. Das Abkommen wahrt den gegenwärtigen Besitzstand der beiden Parteien und verpflichtet fie. dahin zu wirken. datz vor der Hauptwahl jede Kundgebung über die Stichwahlen uaterlasien wird._ Ter Mordprinz Prosper von Arenberg. Vor zehn Jahren war der Name des Prinzen Prosper «■ Arenberg in aller Munde. Dieser würdige Sproß eines alten mternationalen Fürstenhauses war, nachdem er sich als Offizier >n Deutschland durch Trunksucht, Soldatenmißhandlungen und der- gleichen hervorgetan hatte, zur Schutz truppe in Süd- w e st a f r i k a gekommen und hat dort die ihm verliehene Macht 'n der Weise ausgeübt, daß er auf eine kannibalisch-scheußliche «rt einen Bastard sMischling) namens Cain ermordete, wobei zur Charakteristik deS tropenkollerigen Sadisten noch hervorgehoben werden muß. daß er dem Sterbenden den Ladestock des Ge- Wehrs ins Gehirn trieb und dort mit teuflischer Freude inehr- Wals umdrehte. Das war selbst der nachsichtigen Kolonial- «rwaltung etwas zu stark, und der edle Prinz wurde in der nolge vor das Kriegsgericht der 1. Gardedivifion in Berlin ge- stellt, das ihn zum Tode verurteilte. Seltsam genug! Damit war aber der Prozeß nicht beendigt, sondern e» erfolgte stör einem anderen Forum die Freisprechung wegen Un- Wrechnungsfähigkeit. Aber kann man einen Prinzen aus einem Hause, das mit sehr hohen Familien versippt und verschwägert ist, 'n ein gewöhnliches Irrenhaus stecken, wie eS für die Geisteskranken, °ie kein Geld haben, bestimmt ist? Nein, der Mordprinz kam in ein wnvatsanatorium, wo der edle Verbrecher luxuriös ausgestattete «aum« bewohnte und seine Dienerschaft hatte. Nach einigen Jahren stiller Aurückgezogenheit und nachdem in unserer raschlebige» Zeit we Erinnerung an den Prozeß etwas verblichen war. entließ man st«n Mörder wieder, der nunmehr in voller Freiheit lebte und zum ««npiel unter anderem Namen in Argentinien ein großes Gut er- warb, das er zeitweise selbst bewirtschaftete. � Noch immer aber schwebte al« Begleiterscheinung des rettenden Irrsinns die Entmündigung über ihm. Er konnte also über sein vermögen usw. nicht frei verfügen und war infolgedeflen in der lluien Gesellschaft nicht ganz vollwertig. Das bekümmerte seine tfrnmde sehr, und sie suchen nun auch die letzten Folgen des Arauenhaflen Verbrechens für den Prinzen aufzuheben. In nächster Sk't soll in Hannover über die Aufhebung der Entmündigung das Gericht entscheiden, und es sind zu dem oweck bereits Zeugenvernehmungen angeordnet worden. Wir nehmen Natürlich an. daß das Gericht lediglich nach den Aussagen der Zeugen wsd der Sachverständigen befinden wird. Aber gerade darum glauben w«, daß dem Prinzen seine Selbständigkeit und Rechtsfähigkeit wiedergegeben wird. Die GeisteSumnachtung währt ja bei einzelnen «Men nur eine kurze Weile, nämlich für die Zeit der Tat und des «teils. Stallwachtfreuden. .. Der Soldat S ch l i e b s vom Schlesischen Train-Ba- �arllon Nr.« in Breslau wurde während der Stallwache ««m Streumachen früh um Uhr von dem Unteroffizier Joseph Maschner mit den Warten:„Tie könnten weiter sein und chaeller machen", einmal leicht geohrfeigt. Später um>/,? Uhr ruh gab der Unteroffizier dem Mann, weil er ein im Stall herum- sinnendes Pferd nicht aufhielt, eine zweite, kräftige Ohrfeige, »ach der chliebs Sausen und Schmerzen im kinken Oh r Ehielt. Der Mann wurde sieben Tage ärztlich revierkrank st.thandelt, eS wurde geronnenes Blut im Ohr und K"« bedeutende Herabsetzung des Hörvermögens festgestellt. Jetzt ist der Mann gesund. Vor dem Kriegsgericht «t 11. Division in Breslau wurde der Unteroffizier angeklagt der stör schriftswidrigen Behandlung(der leichte, erste Schlag) der Mißhandlung sdie kräftige Ohrfeige) eines Untergebenen. Anklagevertreter betonw, die höchsten Vorgesetzten sprechen es oe fri ,„ von der Mißhandlung und für die vorschriftswidriqe ■Behandlung milde Strafe. Der Unteroffizier fei in seinem„Dienst- zu weit gegangen. � Da» qriegsflcricht erkannte auf die vom Ankläger beantragte wtrafe von zwölf Tagen Mittelarreft. . Erkrankung deS Grafen von Tchwerin-Löwitz. Der Präsident stet Abgeordnetenhauses, Graf von Schwerin-Löwitz ist un- ?stt«lbar nach der letzten Sitzung des Hause» am Sonnabend an i'ster Entzündung der Gallenblase heftig erkranft und «rd voraussichtlich einige Zeit dienstunfähig sein. das Ministerium Viviani. Der Kampf um das DreijahreSgefetz. . Pari«, 16. Juni. Die Anhänger de« DreijahreSgefetzeS ■weinpn nunmehr bezüglich der Absichten de« Ministerium« Viviani twrnlich beruhigt zu sein..Petit Journal" schreibt: Alles, w°» die Verteidiger de» dreijähugen Militärdienste» vernünftiger- weife verlangen können, ist, daß� daS Gefetz gegenwärtig zur An- Wendung gelange. Die Gegner des DreijahreSgefetzeS aber können ernünstigerweife nur fordern, daß ihre Anschauungen nicht für alle Lutunft als undurchführbar erklärt werden. Ministerpräsident Viviani �»ftt diesen beiden Gesichtspunkten Rechnung. Gegenwärtig verbürgt ste uns. daß da» Gesetz bleiben soll, und daS mutz genügen.— Da« JL�cho de Paris" meldet. Viviani werde in der Kammer er« r�eeit, daß sich die unter den Fahnen stehende» jungen Soldaten unter gegenwärsigen Verhältnissen einer Selbsttäuschung hingeben würden, wenn sie hoffen sollten, daß ihre Altersklasse vorzeitig ent- ■essen werden könnte. Jaurös schreibt in der„Humanite": Wir werden W der Dienstagssitzung unzweideutig Aufklärung sterlangen, und wir könnten jene Republikaner, welche uns w�pt helfen sollten, volles Licht zu verbreiten, nur bedauern. gegenwärtig am Ruder, befindliche radikale Partei hat stet Wählerschaft ein Programm vorgelegt, welche« für sie Und ihr Ministerium verbtndlich ist. Sie würde sich ent- �h.ren und zu Grunde richten, wenn sie dulden würde, daß dieses Programm verletzt oder eskamotiert würde. Der. Radikal" schreibt: Die Abkürzung der Mi- .■»rdienstzeit ist gegenwärtig die wichtigste der der Lösung � eteitden Fragen. Aber tS muß betont werden, daß der Kongreß S" Pau für die Verwirklichung seine« Programms keine be- -' w» m t e Frist und keine unversöhnliche Formel gesetzt hat. da» hieße dem Dogma de« DreijahreSgesetze» ein "e« Dogma entgegenstellen. Die russische Pression. Der„Petersburger Kurier' berichtet: Nach Einlauf der Nachricht vom Sturze Ribot« eilte General- ftabschef Michnewitfch auf Veranlassung deS KrtegSministerS Suchomlinow zum Ministerpräsidenten, um seine Ansicht zu er- fahren. Goremhkin wie Suchomlichow waren überzeugt, daß Ruß« land auf Aufrechterhaltung der dreijährigen Dien st zeit in Frankreich bestehen müsie, da eS zu seinen neuesten militärischen Maßnahmen von Frankreich bewogen wurde. Gestern beriet Goremhkin mit allen Mitgliedern seines Kabinetts. ES wurde beschlosien, I S w o l s k i zu beauftragen, in fteundschaft- üichcr aber sehr bestimmter Form die französische Regierung daran zu erinern, daß Rußland von Frankreich die Erfüllung der übernommenen Verpflichtung, die dreijährige Dienst- zeit einzuführen, erwarte. Der Gehilfe deS Kriegsministers, Wer- nander, schrieb in gleichem Sinne an den französischen General- stabschef, General Josfre. von üer üänischen verfastungskrists. Kopenhagen, 13. Juni.(Eig. Ber.) Die politischen Kämpfe, die aus Anlaß der Verfassungsrevision in Dänemark ausgebrochen sind, haben sich in den letzten Wochen bedeutend zugespitzt. Die Vorlage, um die gekämpft wird, ist von der altliberalen Regierung des Herrn Berntsen ausgearbeitet worden. Sie hat aber in der parlamentarischen Verhandlung eine Reihe Abänderungen erfahren, die darauf zurückzuführen find, daß in der altliberalen Partei eine nicht unbedeutende Strömung gegen so weitgehende Verfassungsänderungen vorhanden ist. Insbesondere ist die liberale Fraktion der Ersten Kammer konservativer veranlagt als ihre Parteigenossen in der Zweiten, von einem demokratischen Wahlrecht abhängigen Kainmer. Durch das Entgegenkommen der links- liberalen(radikalen) Partei unter dem Ministerpräsidenten Zahle und unsere Parteigenossen ist jedoch eine Einigung mit der alt- liberalen Partei erzielt worden. Sowohl in der Verfassungsfrage selbst wie hinsichtlich des Wahlgesetzes. Als die Hoffnungen der Konservativen auf eine Z e r s p l i t t e- rung der drei verfassungsfreundlichen Parteien sich als trüge- r i s ch erwiesen hatten, versuchten sie aufs neue die parlamentarische Erledigung der Frage zu verschleppen. Auch das ist nur bis zu einem gewissen Grade gelungen, denn der Ministerpräsident erklärte rundweg, daß er eine längere Verschleppung nicht dulden würde. Er verlangte eine klare Entscheidung der Ersten Kammer— in der Zweiten Kammer sind sowohl daS VerfaffungSgesetz als das Wahlgesetz in der von den Verfassungsparteien vereinbarten Form angenommen worden— und drohte mit der Auflösung der Ersten Kammer. Als es schließlich in der letzten Woche zur Abstimmung kam, griffen die Konservativen zur Obstruktion. Die Geschäfts- okdniing schreibt vor, daß zur Annähme eines Gesetzes mindestens die Majorität der Abgeordneten anwesend sein � und ihre Stimme abgeben müsse. Da die Konservativen 33 Mitglieder von 66 haben und den Präsidenten stellen, der nicht stimmberechtigt ist, klammerten sie sich an diese geschäftSordnungsmätzige Bestim- mung. Sie verließen während der Abstimmung über daS Wahlgesetz den Saal, wodurch nur 33 Stimmen der Linken zur Abgäbe gelangen konnten. Die Folge ist, daß das Gesetz nicht geschäftS- ordnungsmäßig zustande kommen konnte. Das Manöver wieder- holten sie einige Tage später bot der Abstimmung über das Ver- fassungSgcsetz mit demselben Resultat wie vorher beim Wahlgvsetz. Die Regierung ist jetzt dabei, ihre Drohung mit der Auf» lö s un g der Kgm m e ,r zu verwirklichen. Aber dabei sind neue Schwierigkeiten entstanden. Der König, der sich bisher loyal an die parlamentarische Regierungsform gehalten hat. jstaubi nicht in die. Auflösung auch der vo-n Könige„auf Lebenszeit" er- nannten Mitglieder der Ersten Kammer einwilligen zu können. Er erklärt, so wird erzählt, daß die von seinen Vorgängern auf dem Throne ernannten Mitglieder„auf Lebenszeit" ernannt sind und da entsteht die verfassungsmäßige Frage, ob diese Kammermitglieder von ihrem Amte suspendiert werden können. Die Regierung er- klärt j a, und mit ihr stimmen die meisten Staatsrechtslehrer über- «in; denn die Verfassung gibt dem König unzweifelhaft das Recht, den ganzen Reichstag oder auch jede einzelne Kammer aufzulösen. Die Formel„auf Lebenszeit" ernannt, hat keiner- lci staatsrechtliche Bedeutung, was ja auch daraus hervorgeht, daß der jetzige König bei der Ernennung eines Mitgliedes der Ersten Kammer die Formel nicht gebraucht hat. Ueber diese Frage finden zurzeit Verhandlungen zwischen der Regierung und dem König statt und wie mitgeteilt wird, hat die Regierung eine vermittelnde Formel gefunden, die dem König eine Brücke über seine verfassungsrechtlichen Bedenken baut. Sie will event. die Kammer auflösen und zunächst die Frage der SuSpendierung der vom König ernannten Mitglieder ausscheiden. Sollten die Neuwahlen auch ohne diese SuSpendierung eine Mehrheit für die VerfaffungSreform bringen, was anzunehmen ist, könnte ja die Frage ganz ausgeschieden werden, da sie«ine zukünftige Bedeutung nicht mehr erlangen kann. ES handelt sich überdies nur um drei königsernannte konservative Mitglieder, die übrigen königsernann- ten sind sämtlich Anhänger der Verfassungsrevision. Eine Ent- scheidung ist jeden Tag zu erwarten. Wenn«ine Einigung zwischen König und Regierung wider Erwarien nicht möglich sein sollte, dürste eine Ministerkrisis zu erwarten sein �möglich ist allerdings auch, daß Herr Zahle zunächst die Kammer auflöst, um das Resultat der Neuwahl abzuwarten,.bevor er weitere Entscheidungen trifft. Auflösung und Vertaguog. Kopenhagei� 15. Juni. Im Fokething wurde heute ein königliches Schreiben verlesen, wodurch der Reichstag auf unbestimmte Zeit vertagt wird. Im Landtag verlas Ministerpräsident Zahle ein Schreiben des Königs, das die Auflösung des Landtags verfügt. Italien. Sozialistischer Wahlsieg iu Mailand. Rom, l 5. Juni. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen der Stadtvcrordnetenwahlen in Mailand haben die 64 sozialistisch«: Kandidaten mit 83 000 Stimmen die Mehrheit, während auf die 16 Konstitutionellen ungefähr 30000 Stimmen entfallen. Bei den Wahlen zum Generalrat siegten die Konstitutionellen in 6 Wahlbezirken und die Sozia- listen in 2 Bezirken. Türkei. Der griechisch-türkische Konflikt. «theu, 16. Juni.(Meldung der Lgence d'Athene«.) Auf einem von zwei Engländern gecharterten Schiffe ist ein Vertreter deS französischen Generalkonsulats in Smyrna namens Belhomme in Mytilene angekommen, diese drei hatten vor dem alten Phokäa ein Segelschiff voll von Flüchtlingen getroffen, die sie gebeten hatten. die Christen in Phokäa vor der Niedermetzelung durch die Türken zu retten. In Phokäa fanden sie eine Anzahl Häuser in Brand und Tote und Verwundete; man berichtet« ihnen von fünfzig Toten. Hie nahmen sechshundert Flüchtlinge, darunter fünfzehn Verwun- det«, an Bord, und brachten fie nach Mytilene, wo auch der englisch« und der amerikanische Vizekonsul aus Smyrna ankamen, um von den Ereignissen Kenntnis zu nehmen. Sie besuchten die Verwun- deten im Hospital und die Kirchen und Schulen, die voll von Flucht- lingen sind. Unruhen in Smyrna. Wir», 15. Juni. Die„Neue Freie Presse" meldet aus.Konstanti- nopel: Der französische Kreuzer„La Touche Treville" in Beirut er- hielt den Befehl, nach Smyrna zu gehen. Der russische Stationär ist gestern von hier ebenfalls nach Smyrna abgegangen, wo Unruhen ausgebrochen sind. In Erwartung eines Kriegsausbruches. Belgrad, 16. Juni. Wie in parlamentarische« Kreisen verlautet, ist die S k u p s ch t i n a, deren Auflösung heute erfolgen sollt«, mit Rücksicht auf die infolge der Spannung zwischen der Türkei und Griechenland gegebene Lage nurvertagtwordeu, Letzte Nachrichten. Der Kampf um Durazzo. Wie», 16. Juni. Die„Neue Freie Presse" erhält auS Durazzo einen Spezialbericht über die Ereignisse des heutigen Tage«, dem wir folgendes entnehmen: Um ,46 Uhr morgens ertönten ganz unerwartet Kanonen- schüsse, denen bald anhallende» Gewehrfeuer folgte. Die Insurgenten, die dieser Tage von vier Seiten angegriffen werden sollten, sind dem Angriff zuvorgekommen. Sie versuchten, über die Brücke ctlva 360 Meter vor der Stadt vorzudringen, andere durch- wateten die daneben liegende Lagune, um in die Stadt zu gelangen. Der Angriff erfolgte anscheinend von zwei Seiten. Verteidiger waren etwa 866 Malifforen, ferner in geringer Zahl albanefische Gendarmen, endlich albanefische und europäische Freiwillig«. Die letzteren wurden besonders zum Dienst bei den Geschützen ver, wendet. Ein Skoda-Schnellfeuergcschütz wurde auf dem Hügel vor der Stadt aufgestellt. ES wurde von einem österreichischen Ingenieur und zwei Reichsdeutschen bedient. Gegen 6 Uhr morgenS wütete, der Kampf am stärksten. Dieser Kampflärm dauerte mehr als eine Stunde Fürst Wilhelm durchritt mst seinem Hofmarschall die Haupt- straße von Durazzo. Er ritt bis zum Ausgang der Stadt und be- obachtete durch Feldstecher das Gefecht an der Brücke. Als er wieder zurückkehrte, begegnete ihm der Ministerpräsident Turkhan Pascha, der mit ihm in den Palast ging. Die Stadt wurde in Verteidigungszustand gesetzt. Am Eingang der Hauptstraße, dem Zugang zum fürstlichen Palais, errichteten italienische Marine- soldaten Barrikaden, hinter denen kleine Geschütze in Position gebracht wurden. Die Hauptstraße ist von der albanefischen Bürger- wehr besetzt, die österreichische Gesandtschaft von östcreichisch-unga- rischen Marinesoldaten bewacht. Zwischen 7 und 8 Uhr morDpuS traf das Gerücht von dem Fall des Obersten Thomson ein, Entsatztruppeu für Durazzo. Sau Giovanni di Medua, 16. Juni.(Meldung der Agenzia Stefani.) Heute Nachmittag sind 1666 Rallssoreu von Alezsio nach Durazzo abgegangen._ Schwere Tage für Diplomaten. Londan, 15. Juni. Der sranzöfische, der russische und der öfter- reichisch-ungarische Botschafter haben heute nachmittag den Staats- sekretär Grcy besucht. Wie verlautet, erfolgte ihr Besuch in Ver- bindung mit den Balkanereignissen.>-- Beendigung der Obstruktion in Ungar«, Budapest, 15. Juni. Der Präsidialrat der Vereinigten Oppo- sition beschloß heute, daß die Opposition von nun an wieder«gel» mäßig zu den Sitzungen des Abgeordnetenhause» erscheinen und sich an den Debatten beteiligen werde. Die Homerule-Bill im englischen Oberhause. Loudon, 15. Juni. In der heutigen Sitzung det Oberhauses teilte Geheimsiegelvewahrer Warqueß of Lord Crewe mit, die Regierung schlag« vor, die zweite Lesung der Homerule-Bill am 36. d. Mt». vorzunehmen. Er hoffe, die AbänderungSbill in der nächsten Woche einbringen zu können und dadurch die Opposition in den Stand zu setzen, sich mit deren Bestimmungen vor dem 36. Juni bekanntzumachen. Er hoffe ferner, daß vor der Einbringung der ZlbänderungSbill Besprechungen zwischen den Parteien stattfinden möchten. Lord L a n« d o w n e erklärte dagegen, er sei nicht sehr entzückt von einem Verfahren durch Besprechungen. (Beifall bei der Opposition.) Jedenfalls hätten die Besprechungen, wenn die Regierung solche wünschte, früher begonnen werden sollen. Die Ereignisse in Irland spielten sich mit beunruhigender Schncllig- keit ab, und die Regierung hätte nichts getan, um die Lage zu mildern. Weder mit Bonar Law noch mit ihm selbst hätten Be- sprechuirgen stattgefunden. Die Frist, die Crew« der Opposition für die Prüfung der AbänderungSbill geben wolle, sei völlig un- angemessen. Die Opposition würde nicht vorbereitet sein, zu einer Beratung über die irische Pohitik der Regierung zu schreiten, wenn sie nicht genügend Zett erhielte, die AbänderungSbill zu prüfen. Die Opposition könne nicht einwilligen, daß sie sich hinsichtlich der Homerule-Bill für Wales übereilen müsse. Unfall eines Wasserflugzeuges. Helgoland, 15. Juni. Gegen 8 Uhr ist heute abend 4—5 Meilen von Helgoland entfernt, ein Wasserflugzeug abgestürzt. Da» Flugzeug befand sich auf dem Wege vpn Wilhelmshaven nach Helga- land. Fischkutter, Lotsenschooncr sowie Schlepper sind zur Hilfe- lcistung abgegangen.___ Ein verwüstendes Unwetter in Paris. Paris, 15. Juni. Ueber Paris ist heute ein furchtbare« Gewitter niedergegangen. Der Blitz hat mehrfach eingeschlagen, jedoch ist kein größerer Schaden angerichtet worden. Auf der Place St. Augustin steht die Baugrube der in der Anlage be» griffenen Untergrundbahn vollständig unter Wasser. In der Rue de la Boetie nnd in der Avenue d'Anlin sind große Er d s e n k u n g e n entstanden, die gleichfalls auf die Untergrundbahnarbeiten zurückzuführen sein dürften. Tie Senkungen sind mit Wasser angefüllt. Es heißt, daß mehrere Per- sonen ertrunken sind. Der Verkehr in diesen Straßen ist verboten- Luch auf dem Place St. Augufttn haben sich zwei tiefe Erdsenkungen gebildet. In der einen steckt ein Wagen, in der anderen eine Automobildroschke, deren Thausseur ebenfalls in der Versenkung bii zum späten Abend gefangen schalten war. Die Feuerwchr ist mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. ES gehen bisher unbe- stättgte Gerüchte, die von außerordentlich zahlreichen Opfer» sprechen. Eine amerikanische Bombengeschichte. New Pork, 18. Juni. Im Gebäude des italienischen Kon- s u l a t» und der Sparkasse ist eine Bombe entdeckt worden. deren Wirkung sich nach Angab« der Polizei außerordentlich gefährlich hättc� gestalten können. Offenbar war ein Anschlag ans das Gebäude beabjichiigl, �. Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentl. Volksverfammlung heute Dienstag, den 16. Juni 1914, abends pünktlich 8 Uhr, in den Germania- Prachtsälen, Chausseestr. 110 011@ OK Tagesordnung: russischen Kerkern. Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ernst Reuter mit erläuternden Lichtbildern. Zu der Versammlung werden Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. verausgabt, die in nachfolgenden Ausgabestellen zu haben sind: Bigarrengeschäft Schröder, Hagelbergerstraße 54/55. Bigarrengeschäft Horsch. Engelufer 15. Zigarrengeschäft Baumann, Rungestraße 30. Bureau des 4. Wahlkreises, Stralauer Blag 10/11. Von 9-1 und 5-7 Uhr. ,, Borwärts"-Spedition, Petersburger Plaz 4. Zigarrengeschäft Schneider, Hufelandstraße 30. Restauration Dieseler, Brunnenstraße 150, im Hof. Restauration Friedrich, Gerichtstr. 19. Restauration von Paersch, Oldenburger Straße 10. Der Ueberschuß wird dem Deutschen Hilfsverein für die politischen Gefangenen Rußlands zugewendet. Der Vortrag wird Dienstag, den 23. Juni, in der Brauerei Königstadt wiederholt. 199/ 17*. Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstraße 2. Servus Schuhputz mit Dosenöffner Ueberall zu haben in großen Dosen a 20 Pf. Fabrik: Chemische Werke Lubszynski& Co., Aktiengesellschaft, Berlin- Lichtenberg. + Oskar Wollburg Trauer Magazin Berlin N., Brunnenstraße 56. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch einz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach Maß in 12 Stunden. Aenderungen sofort. Schuten E öbel M Brunnen str. 120. Damenhüte, schwarz, weiß, Champagne 0.95 an Migge, Schönhauser Allee 146a. 0 Alte Hüte werden zu Schuten gepreẞt. Brams, Humorist, Gesellschaft. 7436* Höchstestraße 21. 292/ 10* Deutscher Metallarbeiter- Verband Elsholz, Komiter, Gropius ftraße 6. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, finientr. 83-85. Steinarbeiter. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Mittwoch, den 17. Juni 1914, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5: Branchen- Versammlung der Autogenfchweißer. Zagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Büntltiches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. d2 120/6 Die Ortsverwaltung. Berlin SO. 16. H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Mittwoch, den 17. Juni, abends 8 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59: Kombinierte Versammlung. Tagesordnung: 172/ 6* 1. Neuregelung der Beiträge. 2. Anpassung der örtlichen Arbeitslosenunterstützung an die zentrale Er3. Berschiedenes. werbslosenunterstügung. Die Kollegen beider Sektionen, insbesondere die Kollegen der Firma Zeidler, sind dringend eingeladen. Um pünktliches Erscheinen- ersucht 2334 Die Ortsverwaltung. Haupt- Wiederlage der K. K. österr. Tabak- Regie: Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zigarren- Zigaretten Rauchtabake. Nur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen, Alleinverkauf der Fabrikate der Firma F. J. Burrus St. Kreuz Größte deutsche Rauchtabakfabrikation. Jahresproduktion über 5 000 000 Pfd. Rauchtabake. Zigaretten- Spezialität: L'Algerienne. Bootswerft Paul Steinbock, Friedrichshagen, Friedrichstr. 5 Zweigverein Berlin. Sektion der Steinholzleger u. Helfer Dienstag, den 16. Juni, abends 81%, Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Wilke, Sebastianstr. 39. empfiehlt fich den werten Arbeiter- Sportgenossen zum Bau von modernen Tagesordnung wird in der Versammlung befannt gemacht. Trokdem Segel- und Studerbooten sowie Motorbootstörpern jeder Art nach eigenen ist es Pflicht aller Mitglieder, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. und gelieferten Zeichnungen. Gebrauchte Boote stehen zum Verkauf. 143/5 Die Sektionsleitung. 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Jeppe vom Berge. Leffing. Das Märchen vom Wolf. Deutsches Opernhaus. Zigeuner baron. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Schiller O. Klein- Eva. Schiller Charlottenburg. unsere Straft. 1. Teil. Ueber Berliner. Wie einst im Mai. Königgräßer Straße. Mr. Mu. Kleines. Jettchen Gebert. Thalia. Wenn der Frühling kommt. Roje. Das Rätsel: Beib. Die Amordragoner. Das Bett Napoleons. Ah da staun' ich. Anfang 8%, Ubr. Neues Volks. Theater. Hans Hudebein. efidenz. Die verfligte Liebe. Admiralspalast. Im Tangoflub. Sternwarte, Invalidenftr. 57-62 Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Täglich 8 Uhr: Jeppe vom Berge. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Anfang 8 Uhr. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Zum Hochfirn der Jungfrau. Metropol- Theater. Abends 7 Uhr 55 präzise: Schiller- Theater O. Die Scheidungs- Ehe. Die Reise um die Erde ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Klein- Eva. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Mein erlauchter Ahnherr. Mein erlauchter Ahnherr. Donnerstag, abends 8 Uhr: Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft( I. Teil). Mittwoch, abends 8 Uhr: Heiligenwald. Donnerstag, abends 8 Uhr: Klein- Eva. Montis Operetten. Als ich noch Theater in der Königgrätzer Straße im Flügelkleide. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palaft- Theater. Varieté und Lichtspiele. Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Berliner Prater- Theater. Grigri. Berliner Theater. Anfang 8 Ubz. Theater am Nollendorfplat. Der 8 Uhr: Wie einft im Mai. DOSE= THEATED Große Frantiurter Str. 132, Das Rätsel: Weib. Anfang 8 Uhr. Auf der Gartenbühne Rund um die Spree. Gr. Revue. Borh: Konzert, Spezialit. Anf. 4, Uhr Folies Caprice. in 40 Tagen. Passage- Panoptikum. Lebend! 106 Die letzten weiblichen Azteken! Caprice. Der unfesselbare Rappo, Täglich 8, Uhr: Die Leibwäscherin. Die Amordragoner. Das Bett Napoleons. Ah- da staun' ich. der König der Ausbrecher. Aga, die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold, 25 Pf. Post Schmöckwitz Voigts Krampenburg Berliner Alpen Fernspr. Amt Köpenick 227 Berlins schönster Ausflugsort und anerkannt bestgeeignetstes Wirtshaus Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Theater am Nollendorfplatz 5. Nen: Täglich Dampfer- Extrafahrten von Neukölln, Friedrich Wilhelmstädtisches. 0 8 Uhr: Die Scheidungsehe. Quisen. Der wilde gelbe Mohn. Der Juxbaron. Berantwo, Rebatt.: Alfred Wielevy, Neukölln. Inseratenteil berant Kaiser- Friedrich- Straße und Wildenbruchbrücke. Ab Berlin jeden Dienstag u. Freitag Brandenburger Ufer Stern- Gesellschaft. ist der schönste Ausflugsort? Immer noch Pichelswerder, an der neuen beim Alten Freund. Heerstraße ZOOLOG ischer Garten Täglich ab 5 Uhr: Großes MilitärDoppel- Konzert. Eintrittspreise: Zoo 1 M., von 6 Uhr ab 50 Pf. Aquar. 1M.v.d.Str. 50Pf. Zoo Kinder unt. 10 Jahr. die Hälfte. Neu! Neu! AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Voigt- Theater Badstraße 58. Heute, sowie täglich: Das Mitternachtsmädchen. ( Gr. Ausstattungsstüd m. Gej. u. Tanz Heute Dienstag: Gänzlich neue Spezialitäten. Kaffeneröffnung 2 Uhr. Anf. 4 Uhr. Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Herr D'rektor Kuhlicke Urkom. Burleske von Mehsel. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7½ Uhr. WINTER CARTEN 65 Neues Programm! Radjah in ihren Tänzen Johnson u. Dean Jeanette Denarber Ragtime- mit ihrem Sextett sowie Ballon 10 hervorragende Kunstkräfte Entreeplatz wochentags M. 0,60. Rauchen gestattet! Admiralspalast. Die Eis- Arena. Novität ,, Im Tangoklub" und das effektvolle Eisballett ,, Die lustige Puppe" Bis 6 Uhr uad ab 10%, Uhr halbe Kassenpreise. Wein- und Bier- Abteilung Berliner umor- Auartett Quartet W. Wutzky Oderberger Str Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. M. 31. Illhrglins. 1. KnlM ks Jpniitlf Kttl« BölbHalt. Dienstag, 16. Juni 1914. Gewerkschaftliches. Rückftänöige Werkmeister. Der„Tag" veröffentlicht eine Zuschrift„aus Kreisen des Deutschen Werkmeisterverbandes". die eine Antwort auf den an dieser Stelle am'27. Mai erschienenen Artikel sein soll. Ter Verfasser bestätigt aber in mehr als einer Beziehung die Richtigkeit dessen, was wir gesagt haben, so-namentlich, wenn er sagt, daß heute in der Regel keine gemeinsame Beziehungen zwischen Werk- meistern und Arbeitern bcsrehcn, weil diese in den Meistern nur den lästigen A u s p a s s e r und Antreiber erkennen. Das ist eben das Produkt, das aus dem Werkmeister von ehedem durch die arbeitsteilige Organisation des kapitalistischen Großbetriebes im Laufe der Jahre geworden ist! Ter Unterschied ist nur, daß wir die Gegensätze, die sich hierdurch zwischen Arbeitern und Meistern in zu- nehmenden Maße herausgebildet haben, nicht für unabänderlich, für etwas notwendig Dauerndes halten, während der Artikel- schreiber im„Tag" sie geradezu als etwas unentbehrliches ansieht und unter allen Umständen aufrechterhalten möchte. Er sagt: Ter Werkmeister kann nicht den geistigen Kontakt mit der Arbeiterschaft und ihren sozialen Organisationsbestrebungen aufrechterhalten,„weil er sich dann der Arbeiterschaft unter- ordnen l!) und von ihr abhängig(l) würde." Das ist natürlich lächerlich. Denn dadurch, daß er mit seinen bisherigen Arbeits- genossen in Fühlung bleibt und an ihren sozialen Bestrebungen ferner Anteil nimmt, gerät ein w i r kl i ch e r M e i st e r noch nicht in irgendeine Abhängigkeit von-der Arbeiterschaft. Im Gegenteil, meistens wird er sogar außerordentlich an Ansehen gewinnen, wenn er durch sein Verhalten den Beweis erbringt, daß er Charakter genug besitzt, um auch in der„gehobenen" Stellung seinen Men Lebensans�chauungen, d. h. den Idealen seiner Klasse treu zu bleiben. Hier zeigt sich eben der Meinungsstreit in seiner ganzen Tiefe: Anstatt den Ehrgeiz zu besitzen, seinen Meistcrposten durch besseres Können und höhere Intelligenz zu einer natürlichen Führer- st e l l u n g zu machen, möchte der Verfasser des„Tag"-Artitels sich in allen Dingen auf die Machtmittel seines Arbeitgebers stützen und eine nur aufAutoritätgegründeteVorg« setzten- st e l l u n g konstruieren. Damit erweist er sich als eine typische Erziehungsfrucht des Düsseldorfer Wcrkmeisterverbandcs und es wundert uns durchaus nicht, wenn er nicht in konsequenter Weiter- führung dieses Hauptgedankens sogar zu der Auffassung gelangt, daß auch die übrigen technischen Angestellten dem Werkmeister höchstens vorgesetzt oder untergeordnet, aber niemals gleichgestellt seien und daß infolgedessen„rein' und klar betrachtet" der Werk- meister keine gemeinsamen Interessen mit irgendeiner anderen An- gestelltengruppe habe. Nach der Auffassung dieses Herrn bilden die Werkmeister also einen Staat für sich. Sonderbarerweise kommt er trotzdem zu der Meinung, daß gewerkschaftliche Kampfmittel für die Werk- meister nicht in Betracht kämen und daß es deshalb keinen Zweck habe, ihre Organisation mit derartigen„undurchführbaren Phrasen" zu belasten. In dieser Auffassung begegnet er sich mit dem gegen- wärtigen Leiter des Verbandes, Dr. Werner, der gerade eben auf dem„Werkmeistertag" in Köln ebenfalls programmatische Er- klärungen über diesen Punkt abgegeben hat. Während aber der Verfasser des.,Tag"-Artikels, der zweifcllbs der angeblich sehr radikal gerichteten Berliner Ortsleitung angehört, die eigentlichen A rbe i tn e hm e ri n t er ess cn der Werkmeister vollständig übergeht, erkennt Dr. Werner wenigstens an, daß zwischen Arbeit- geöern und den Werkmeistern als Angestellten ein Gegensatz bestehe, weil die einen immer den Wunsch haben, möglichst billige Arbeitskräfte zu bekommen, während die anderen„die Pflicht und das Recht haben, ihre Arbeitskraft möglichst teuer zu verkaufen". In den hieraus entspringenden Konflikten wolle der Verband seinen Mitgliedern auch„rückhaltlos zur Seite stehen" und„keine Mittel scheuen, um ihren berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen", aber ein Streik könne für die Werkmeister niemalsinFragc kommen, weil ihrer zu wenig sind. Diese Begründung erinnert.lebhaft an senen„wirtschafts- friedlichen" Agitator, der einen Angcstelllcnstrcik deshalb für un- möglich erklärt, weil er aussichtslos ist. Nun, wir möchten einmal sehen, wie Herr Rathenau die Hände ringen würde, wenn eines Tages sämtliche A. E. G.-Werkmeister solidarisch ihre Kündigung einreichten! Ob er nicht doch schleunigst alles aufbieten würde, um seinen Frieden mit den Meistern zu machen? Aber wenn die klugen Düsseldorfer von diesem wirtsamsten Mittel organisierter Selbsthilfe durchaus keinen Gebrauch machen wollen, sollten sie uns doch wenigstens verraten, mit welchen anderen Mitteln sie nötigenfalls scharfmacherischen Unternehmern gegenüber ihren be- rechtigtcn Forderungen„Nachdruck verleihen" wollen, Serlin unö Umgegend. Die Bewegung der Kraftdroschkenführer. Die im Transportarbciterverband organisierten Kraftdroschken- führer beschäftigten sich gestern Montag in zwei überfüllten Vcr- sammlungen in den„Mu sikersäle n", Kaiser-Wilhelmstratze, mit dem Verhalten der Unternehmer zu dem vom Einigungsamt des Berliner Gcwcrbcgerichts beschlossenen Schiedsspruch. Bekanntlich haben sich die Kraftdroschkenführer in zwei überfüllten Versamm- lungen, die am 1». Juni tagten, mit erdrückender Mehrheit für die Annahme des Schiedsspruchs ausgesprochen. Die Unternehmer haben denselben jedoch— entgegen ihrer ausdrücklichen Zusage— abgelehnt. Den Bericht erstattete Genosse O r t h m a n n. Die Unternehmer wollen am Mittwoch früh allen Chauffeuren einen Revers unter- breiten, durch den sich die Chauffeure verpflichten, fiir 75 Pf. Tage- lohn und 25 Proz. der Einnahme zu fahren, während der Schieds- spruch neben den 25 Proz. der Einnahme 00 Pf. Tagelohn vorsieht. Die Diskussion ließ erkennen, daß die Versammelten mit der Leitung des Verbandes durchaus einverstanden sind und daß die Kraftwagenführer zwar den Frieden wollen, daß sie es aber für eine Ehrenpflicht halten, den Schiedsspruch zur Anerkennung zu ver- helfen. Der Streik wird nicht gewünscht, aber gewiß nicht gefürchtet. Beschlossen wurde, am Mittwoch bei allen Kleinbetrieben nicht nur die Unterschrift des Reverses zu verweigern, sondern die Anerkennung des Tarifes zu fordern. Wo die Anerkennung nicht erfolgt, wird die Arbeit ein gestellt. Schließlich wurde in beiden Versammlungen die nachfolgende Re- solution mit Begeisterung angenommen: Die am 15. Juni in den„Musikcrsälen" ftüh und abends ver- sammelten Kraftdroschkenführer verpflichten sich, den vom Einigungs- amt gefällten Schiedsspruch bei den dem Verband der Kraftdroschken- besitzer angehörenden Mitgliedern— ausschließlich der großen Gesell- schaften— zur Durchführung zu bringen. Ferner lehnen es die Versammelten ab, einen Revers, der dem Schiedsspruch nicht ent- spricht, zu unterschreiben, Innung sgelder für die klagenden Groftbäcker. In der„Bäcker- und Konditor-Fachzeitung". dem Organ der Bäckerinnung zu Berlin, gibt der Vorstand derselben in einen: Pro- tokoll des Vorstandes bekannt, daß in dem Streik in der Bäckerei GoldackerS sowie in den Bäckereien Weidners, Inhaber Hanke u. Co., keine Schädigungen der Geschäftsinhaber eingetreten seien. Weiter aber heißt eS in dem betreffenden Protokoll:„Bei den nun entstehenden Klagen szweifelloS doch Entschädigungsklagen) wird den Firmen noch einmal tatkräftige Unterstützung zugesichert I" Bei der Berliner Bäckerinnung ist doch alles möglich. Die Firmen sind angeblich nicht im miirdesten geschädigt worden, aber den Schaden, den sie gehabt haben, müssen sie nun mit Hilfe von Jnnungsgeldern einklagen. Vor zehn Jahren wurde die Berliner Leitung der Bäckerinnung als großer Berliner Wasserkopf von der Leipziger Bäckerinnung be- zeichnet. Diese Bezeichyung dürfte heute so mancher Kleinmeister noch als durchaus berechtigt betrachten. Nicht genug, daß die heutige Jnnungsleitung zwei Großbäckereien in ihrem Bestreben, ungeheuere Lohnabzüge zu machen und ebenso ungeheuerliche Arbcitszcitver- längerungen durchzuführen, zum Schaden der Konkurrenz, besonders aber zun: Schaden der kleineren Bäckermeister unterstützt, soll das Jnnungsgeld auch noch benutzt werden, um Großkapitalisten wie Goldacker die Jnnungskasse zu nutzlosen Klagen zur Verfügung zu stellen. Dem Verband kam: es recht sein. Hat die Bäckerinnung aus den Klagen Ludes und mehrerer anderer nichts lernen können, so mag sie ruhig weiter mit dem Gelde kleiner Bäckermeister ver- suchen, den Verband tot zu klagen. Der Syndikus der Innung kann sich schmunzelnd die Hände reiben: So lange Leute an der Spitze der Berliner Bäckerinnung stehen wie gegenwärtig, wird auch sein Weizen blühen. Nutzen freilich werden die beiden Firmen auch von Klagen nicht haben. Die Organisation sieht denselben ruhig entgegen. Sowohl über Goldacker wie auch über Weidner, Inhaber der Firma Hanke u. Co., ist die Sperre verhängt. Achtung, Metallarbeiter! Der Streik der Metallschleifer bei der Firma Karl Lindström Aktiengesellschaft, Große Frankfurter Str. 137, ist beendet. Die Sperre über den Betrieb ist hiermit aufgehoben. Die Firnra Stein, Alte Jakobstraße, ist für Zink-, Zinn« und Bleigießer gesperrt. Deutscher Metalarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Bauarbeiter! In dem Lokal von Bartel, Romintener Straße 19, werden jetzt schon fortwährend Maurer. Zimmerer und Hilfsarbeiter ange« worden, die erst in Rostock Beschäftigung finden sollten. Schließlich aber wurden die Betreffenden von Rostock aus nach den mecklen- burgischen Gütern gebracht, wo sie die Stellen der durch den pommerschen Bauherrnverband ausgesperrten Bauarbeiter besetzen sollten. An: gestrigen Montag sind wiederum durch Anzeige in der „Morgenpost" Bauarbeiter nach diesem Lokal bestellt worden, die von zwei Unternehmern für einen Ort in Hannover angeworben werden. Da die Vermutung sehr begründet ist, daß auch jetzt wieder die Angeworbenen als'Ers atz ausgesperrter Bau- arbeiter gebraucht werden sollen, warnen wir alle Maurer, Zimmerer und Hilfsarbeiter vor Annahme solcher Arbeit. Der Vorstand des Deutschen BauarbeiterverbandcS. Zweigverein Berlin. Deutsches Reich. Zum Streik in den Linke-Hofmann-Werken zu Breslau. Seit 21 Wochen tobt dieser gewaltige Kampf, an dem rund 1500 Personen, Metallarbeiter, Holzarbeiter, Fabrikarbeiter, Trans- Portarbeiter, Sattler, Lackierer, Kupferschmiede uud Gewerkvereinler beteiligt sind. Seit drei Wochen haben nun Verhandlungen statt- gefunden und nichts ist unversucht gelassen, einen Frieden zwischen den streitenden Parteien herbeizuführen. Es handelt sich, wie bekannt, keineswegs um Lohn- oder andere Forderungen, sondern der Kampf ist den Arbeitern aufgenötigt worden durch ganz unerhört hohe Abzüge. Aber trotz aller Bemühungen nimmt die Fabrik« leitung auch nicht um einen Pfennig von ihren Abzügen zurück. „Hier wird unter keinen Umständen dran gerüttelt," erklärte am 4. Juni die Direktion dem vermittelnden Gewerbegerichtsvorsitzenden. Sie stellte den Streikenden und Ausgesperrten ein Ultimatum, daß, wenn bis 6. Juni die Arbeit nicht aufgenommen wird, jedes weilere Entgegenkommen abgelehnt wird. Die Streikenden und Ausgesperrten lehnten aber die Arbeits« aufnähme ab, und geht der Kampf daher in verschärfter Weise weiter. Nur drei Mann von den Tausenden stimmten für Aufnahme der Arbeit. Die Firma bemüht sich nun, mit allen Mitteln Streikbrecher heranzuziehen, was ihr auch leider teilweise gelungen ist. Wir richten daher das dringende Ersuchen.an die gesamte deutsche Ar- beiterschaft, uns in dielen: gewaltigen Kampfe zu unterstützen. Sorgt für weiteste Verbreitung dieser Zeilen, damit der Zuzug unterbunden wird. Ferner versucht die Firma, Schmiede- und Gießereiarbeit ander- weitig herstellen zu lassen. Nach allen Teilen Deutschlands, ja selbst bis Belgien sind Modelle versandt worden. Arbeiter Deutschlands, übt Solidarität, helft den Breslauer Kämpfenden den Sieg erringen! Kleines Feuilleton. Im Briefträgersaal. Als der eingeschriebene Brief kam. war ich nicht da. Ich möchte ihn im großen Briefträgersaal auf der Hauptpost abholen, hieß es.„Dort rechts durch die kleine Türe," sagte der Portier. W:e ich eintrat, war ich gebannt. Nicht als wäre mir die Erscheinung erneS Briefträgers nicht vertraut gewesen. Dem letzten Mann im letzten Dorfe ist sie eZ in unseren Tagen. Aber der multiplizierte Briefträger, der mit zwei- hundert multiplizierte Briefträger, überwältigte mich. Denn gut zweihundert waren eS in diesem Saale, kleine, große, dicke, dünne, sitzende, stehende, rufende, forschende.� Ihre Uniformen glänzten, Knöpfe blitzten, die Zwicker der Geldbriefiräger glitzerten, und über allen: stand ein Knistern und ein Rascheln. Die Post der Großstadt wurde sortiert. Zehntausende von Briefen raschelten in: Saal. Nein, sie taten mehr als rascheln— sie redeten:„Wir sind die Post der Großstadt," sagtzen sie,„wir kommen aus der ganzen Welt —- wir durchmaßen Kontinente— wir durchmaßen Meeik— alle Lust, alles Leiden und aller routinierter Gleichmut ist in uns verschlossen— und in einer halben Stunde tropfen unfere Tränen und klingt unser Lachen in der ganzen Stadt umher." So iprachen die Briefe.— Uud der Saal sprach:„Ich bin eingekastet in den Weltverkehr— ich bin ein Prisma— ich sammle Strahlen auS der ganzen Welt in einen Punkt und breche sie und streue sie wieder m der Stadt umher, die Straßen entlang, über die Plätze, ins Zentrun:, in die Vorstadt, treppauf, treppab, hinein durch tausend Türen auf dem Geläut von taufend Klingeln, ü: tausend Herzen, frohe und betrübte." So spkach der Saal. Und die Briefträger, was sprachen die 200 Briefträger? Die sprachen nichts, die waren stumm. Bis auf den einen oder anderen, der vom Sortiertisch aufstand, mit einem ungenügend„adressierten" Briefe in der Hand:„Doktor Emil Lämmermeier! Welches Revier?" „Hier!" kam«ine Stimme auS der anderen Ecke dieses Riesensaales, und dann wanderte der Brief dorthin. Stille wieder. Nur das Knistern, nur das Rascheln der Briefe in den ordnenden Händen, die dem Herrscher Brief dienten. Ja, alle diese gehorsamen Hände standen "n Dienste Seiner Majestät des Briefes. Der Brief regierte. Der Brief hatte weit draußen die unzähligen Federn, die unzähligen Herzen in Bewegung gesetzt, der Brief hatte Druckmaschinen, Schreib- Maschinen klappern lassen, hatte die Papierfabriken angetrieben, hatte Tintenströme fließen lassen und wird in einer halben Stunde neue Herzen in Bewegung setzen, neue Federn. Und dazwischen war dieser Saal gekostet, waren die zweihundert Briefträger ein- gekettet. In eine zwangsläufige Riesenmaschincrie waren sie als leise knisternde Räder eingefügt. Sie ordneten und ordneten und hatten keinen Willen. Sie hielten rhythmisch der Briefe Fluten ab. Ihre Uniformen verschmolzen in meinen: Gesichtsfeld zu einer Riefen- uniform, zu einer Riesengestalt. Und diese Gestalt kam plötzlich auf unch zu:„Sie wünschen?.. Opfer der X-Dtrahlen. Jedermann weiß heute, daß die X- Strahlen an Körperstellen, die ihnen zu lange oder zu oft ausgesetzt werden, Verletzungen der Haut, die gemeiniglich„Brandwunden" genannt werden, verursachen. Zu den Opfern der Strahlen gehörten in erster Linie alle diejenigen, deren Beruf es ist, mit Röntgen- strahlen zu arbeiten. Die Liste dieser Opfer ist leider schon sehr lang, und dieser Tage wurde sie durch einen neuen Namen noch ver- längert: dem Dr. Maxime Msnard. der im Hospital Cochin in Paris der Abteilung für Radiologie und Elektrotherapie vorsteht, mutzte der durch die X-Strahlen verbrannte Zeigesinger der rechten Hand abgenommen werden. Es ist eine grausame Ironie, daß gerade er ein Opfer der Strahlen wurde: verdankt man ihm doch die Er- findung einer Vorrrchtung, die die bösen Wirkungen der Röntgen- Strahlen verhüten sollte. Sein Unfall bedeutet durchaus nicht den Bankrott seines Schutzsystems, denn bei 3500 Anwendungen der X-Strahlen, die allein während des letzten Jahres im Hospital Cochin nötig wurden, wurde nicht ein einziger Operateur, nicht eine Krankenwärterin, nicht ein Patient„verbrannt"; es gab nur ein einziges Opfer, und das ist der Erfiuder des Schutz- mittels. Man darf wohl annehmen, daß er sich persönlich um die Ge- fahr nicht diel gekümmert haben wird, und daß die früher an- gewandten Schutzmittel nicht genügten. Als Schutzmittel hatte man Handschuhe aus mit Blei gemischtem Gummi empfohlen: sie sollten, wie die Fabrikanten behaupteten, bis zu 80 Prozent der X-Strahlen absorbieren. In Wirklichkeit absorbierten diese Handschuhe, die mehr Baryt als Blei enthielten, nur sehr wenig did Strahlen von der gewöhnlich angewandten Art und bildeten geradezu eine Gefahr. Menard benutzt bei seinem Schutzmittel gleichfalls Blei, das bekannt- lich für die X-Strahlen undurchdringlich ist. Eine Art Möbel mit Bleischirm isoliert den Operateur während der ganzen Dauer der Anwendung der Strahlen, und die Handschuhe schützen seine Hände während der kurzen Augenblicke, wo er sie direkt den Röntgen- strahlen aussetzen. Hümme und Satire. Der Streik von Gebensee. In Gebensee in Thüringen streikte der Kirchenchor, well der Magistrat sich weigerte, den frommen Mannen sürderhin sür den Gesang 400 Liter Bier pro Jahr und 4 Morgen Acker zu gewähren. Der Kirchenchor von Gebensee gar hoch bewährt seit dann und je— er sang so laut, er sang so gern für Bier und Grund zum Preis des Herrn; denn e§ gewährt der Rat der Stadt weil es so Brauch, und weil er's hat den frommen Sängern(zwanzig schier), im Jahr vierhundert Liter Bier; dazu vier Morgen guten Grund, da man Kartoffeln bauen kunnt. Und die gerieten, knüppeldick,_ dem Gebenseer Chor zum Glück.-5, „Mit solcher Erdfrucht, solchem Bier wird's Psalmensingen zum Pläsier!" So dachte unser Kirchenchor und lobte Gott den Herrn dafor. Nun kam ein neuer Magistrat. Der brummte:„Meiner Seel', 8' ist schab, die Gottesgaben seit Gedenken dem Kirchenchor„for nix" zu schenken!!" und kam— 0 Schreck— zu dem Beschluß: „Das Singen ist ein Hochgenuß, und wenns zur H ö h r e n Ehr' geschieht,» dann sing' u m s u n st dein frumbes Lied. Drob brausten auf die frumben Brüder: „Gebt Bier uns und Kartoffeln wieder! sonst— weh!— wir streiken mit die Töne! Dann, Magistrat— sing' du alleene!!' Er gab nicht nach— s i« schrien weh l Still war's im Chor von Gebensee. Merk die Moral: In uns'ren Tagen geht selbst das Frommsein durch den Magens Notizen. — Herr Vielgeschrei. Des altdänischen Dichters Ludwig Holberg Meisterkomödie„Herr Villgeschrey" oder„Der Mann, der keine Zeit hat" erlebte im Dresdener kgl. Schauspielhause bei seiner Uraufführung in der neuen Uebersetzung und Bearbeitung Karl Morburgers eine ftöhliche Auferstehung. Die Hauptgestalt mit ihrem ewigen Lärm um nichts, der Mann, der vor lauter unnützem Be- fchäftigtsein zu nichts kommt, dabei aber reichlich Gelegenheit findet, das HauS auf den Kopf zu stellen und das größte Unheil anzu- richten— wäre nicht ein guter Hausgeist da— gehört zu den ganz echten komischen Figuren und führt über alle Zertsatire ins Mensch- liehe hinein. Holberg holt zwar nicht das letzte heraus, aber er läßt diese Figur mit so viel Witz und Laune und glänzender Theater- kunst agieren, daß er auch das moderne Publikum aufS Lustigste zu unterhalten weiß. — Die van Gogh-Ausstellung bei Paul Cassirer ist noch durch mehrere Bilder und Zeichnungen aus deutschem und französischem Besitz ergänzt worden. — Vom Enthusiasmus der Wissenschaft. Eine hübsche Anekdote von dem Erfinder des Nitroglyzerins, dem italienischen Chemiker Askanio Sobrero, dessen hundert« jähriger Geburtstag dieser Tage gefeiert wurde, erzählt ein ehe« maliger Schüler von ihm. In einem Kolleg ereiferte sich der Pro- fessor über die unaufhaltsamen Fortschritte der Chemie und sagte schließlich:„Die Chemie, meine Herren, hat eine unabsehbare Zu« kunft, mit der wird man eines Tages sogar Menschen erzeugen können." Als er aber gewahr wurde, daß sein zahlreiches Publikum stutzte, wurde er verlegen und setzte zur Milderung hinzu:„Natür« lich, die alte Methode wird wohl iinmer den Vorzug haben." dern von den Unternehmern und der Gesetzgebung die Arbeit3| Aengstlichkeit nicht ganz geschwunden. Ueberwinden wir sie eitberfürzung bzw. die gänzliche Schließung völlig dadurch, daß wir die großen Aufgaben lösen, die unserer der Betriebe an Sonnabenden zu fordern und von den harren: Förderung der Eigenproduktion, der Wohnungsfrage und Regierungen eine internationale Regelung der Ar- des Landproblems. Die Ergebnisse unserer Art in den zurüdgelegten zehn Jahren haben die kühnsten Träume unserer Optibeitszeit zu verlangen. misten übertroffen.( Lebhafte Zustimmung.) Schreiten wir mit Selbstvertrauen, mit Mut und Kraft auf unserer Bahn weiter unter dem alten Wahrspruch der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung: Vorwärts, vorwärts und aufwärts.( Lebhafter Beifall.) Eine Diskussion fand nicht statt. Ein Arbeitskampf in Ostelbien. Im Ostseebad Cranz und Umgegend streiten seit einigen Tagen die Bauhilfsarbeiter, weil die Unternehmer es ablehnen, die minimalen tariflichen Forderungen der Arbeiter anzuerkennen. Der Landrat Batocki- Bledau läßt sich ein schönes, neues Schloß bauen. Auch hier kämpfen die Hilfsarbeiter um Anerkennung des Turner und Gill( England) unterstützen den Antrag. Der Tarifs. Ihrem Bezirksleiter war mitgeteilt worden, daß man für lettere hat auf Grund einer Ürabstimmung der englischen Textilsein Kommen umfassende Vorbereitungen getroffen habe. So hat man arbeiter im Unterhause eine Vorlage eingebracht, die die 48stündige den Bau mit zahlreichen Plakaten mit dem bekannten„ Unbefugten.." Arbeitswoche und die Arbeitsruhe am Sonnabend fordert. Er wird bellebt. Weiter aber wurde ihm mitgeteilt, daß man etten für die Vorlage kämpfen, bis sie Gesez wird. Jezi müssen in Engbereitgelegt habe, mit denen er nach seiner Verhaftung gefesselt land die Textilfabriken von Sonnabend 12 Uhr mittags bis Montag werden solle. Die Frau eines auf dem Gute des Landrats beschäftigten morgens geschlossen sein, und die Arbeitswoche beträgt 55% Stun den. Er beglückwünscht die Deutschen zur glüdlichen Abfassung der Freiarbeiters stellte den Maurern in ihrem eigenen Gause die Wohnung zu einer Versammlung zur Verfügung. Die Folge Resolution, die auch den Engländern in ihrem Kampfe gute Dienste war, daß der Arbeiter am anderen Morgen entlassen wurde. leisten wird. Ein Fortschritt auf dem Kontinent würde den Kampf Aber damit begnügte man sich im preußischen Gutsbezirk feines- der Engländer wesentlich unterstüßen. Er konnte es nie verstehen, wegs. Zwei andere Gutsarbeiter haben erwachsene Söhne, die als daß die Arbeiter des Festlandes sich die lange Arbeitszeit am SonnBauhilfsarbeiter am Streit beteiligt sind. Um die Söhne firre zu abend gefallen lassen, wo die englischen Arbeiter so viel Nutzen machen, drückt man nun auf die Eltern, denen gedroht wurde, fie und Erholung aus dem freien Sonnabendnachmittag schöpfen, Die Resolution wird angenommen. müßten sofort die Wohnung räumen, wenn die Söhne bei ihnen im Logis blieben! Die Söhne haben Arbeitslosenunterstügung. daraufhin den Gutsbezirk des Herrn Landrats verlassen. Natürlich wacht auch das Auge des Gesezes in zahlreichen Exemplaren. Eine Anzahl Gendarmen behütet" die öffentliche Ruhe und Sicherheit. Das Schloß des Herrn v. Batocki- Blebau aber wird nicht gebaut, denn mit den streikenden Bauhilfsarbeitern haben sich Sie Maurer folidarisch erklärt. Daß es in Cranz und Umgegend für die Arbeiter kein Versammlungslokal gibt, versteht sich am Rande, wird den Sieg der Arbeiter aber nicht aufhalten, denn diese halten nun ihre Versammlungen in unserem schönen neuen Gewerkschaftshaus in Königsberg ab. " Dachdeckeraussperrung in Coswig. Unfälle und Fabrikhygiene. Ueber die = Bestrebungen zur Revision des Genossenschaftsgefehes Baest lein berichtete das Vorstandsmitglied Ba e stle in Hamburg. Er gas eine eingehende Kritik des Zentrumsantrages auf Revision des Genossenschaftsgesetzes und der ihm beigegebenen Leitsäße, die im März dieses Jahres dem Reichstag vorgelegt worden sind. Er empfahl die Annahme einer Resolution, die den Reichstag ersucht, den Abänderungsvorschlägen nicht zuzustimmen, und es der inneren Kraft des in vollkommener Freiheit sich entwickelnden Genossens schaftswesens zu überlassen, Schäden ohne Hilfe von außen zu überwinden. Die Resolution wurde einstimmig und mit lebhaftem Beis fall angenommen. Den Bericht der Fortbildungskommission Glanzmann( Deutschland) begründet folgende Forderun Seit dem 8. Juni sind die Dachdecker in Coswig( Anhalt) aus- gen: Schuß der Arbeiter gegen Unfälle und vor den Gefahren gesperrt. Ein von den Arbeitern eingereichter Tarif wurde von den gesundheitsschädlicher Substanzen; Reinlichkeit in Unternehmern mit einem Gegentarif beantwortet, der bedeutende den Betrieben und regelmäßige gründliche Reinigung der Verschlechterungen enthielt. Bisher wurde bei Arbeitern außerhalb Arbeitsstätten; Schaffung von Vorrichtungen, die das efel- Ihre Unterrichtskommission hat zunächst die entscheidende Aufgabe wurde, wenn der Arbeiter ein Fahrrad benutte, eine Vergütung von der Stadt der Weg zur Arbeitsstätte als Arbeitszeit gerechnet, auch 25 Bf. täglich gezahlt. Diese Vergütungen sollten jezt in Wegfall tommen, ebenso sollte bei Teerarbeiten, bei denen bisher eine Ver gütung gezahlt wurde, nichts mehr gezahlt werden. Auch sonst bestanden noch Differenzpunkte. Die Arbeiter wurden, weil sie auf die Vorschläge der Unternehmer nicht eingingen, kurzerhand entlassen. Streif am Hauptbahnhof in Gotha. Am Hauptbahnhof in Gotha werden wegen einer Erweiterung der Bahnhofsanlagen und einer Brückenverbreiterung feit Wochen größere Arbeiten von der Firma Rautenberg u. Co. in Leipzig ausgeführt. Die Herren weigern sich, den tarifmäßig festgesezten Ortslohn in Höhe von 45 Pf. pro Stunde zu zahlen, sie zahlen nur 40 Pf. Die Arbeiter erhalten auch fein sogenanntes Wassergeld, feine Wasserstiefel und vor allem auch nicht die 5 Pf. pro Stunde mehr für die Ueberstundenarbeit! Nachdem schon im Laufe der legten Woche nach und nach mehr als 20 Mann die Arbeit eingestellt hatten leider sind viele nicht organisiert- legten am Sonnabend vormittag alle an dem Bau Beschäftigten die Arbeit nieder. Die Firma oder ihre Vertreter lehnen es auch jezt noch ab, den tarifmäßigen Lohn zu bezahlen, obwohl auch der Lohn für diese anstrengenden Arbeiten ein außerordentlich niedriger ist. Die Arbeiten brängen und die Firma sucht deshalb in bürgerlichen Zeitungen Arbeitskräfte. Verbandstag der Schuhmacher. Hamburg, 13. Juni. Lehter Verhandlungstag. Rössel( Deutschland) beantragt eine eingehende Aussprache im Internationalen Komitee über diese Frage, damit Klarheit über die gegenwärtigen Leistungen der Textilarbeitergewerkschaften in den verschiedenen Ländern geschaffen wird, ferner um zu erfahren, welche Erfahrungen in der Schweiz und in England mit der staatIi chen Arbeitslosenunterstützung gemacht worden sind. erstattete A. Rupprecht- Hamburg: Der ersten Periode stürmi Er bittet, den Antrag dem Internationalen Komitee behufs Berichtscher Entwickelung der Konsumvereine ist die Periode der erstattung auf dem nächsten Kongreß zu überweisen, was nach Ronzentration erfolgt. Daraus erwachsen neue Aufgaben kurzer Distujjion angenommen wird. für die Durchbildung der leitenden Kräfte. Die genossenschaftliche Inzucht ist der Entwidelung unserer Einrichtungen durchaus nicht dienlich. Die Möglichkeit, daß die Kräfte mit den Vereinen gewisser maßen selber wachsen, ist heute so gut wie geschwunden. Das Biel einer technisch und taufmännisch vollkommenen Leitung einer großen Sonfumgenossenschaft wird allmählich selbst zu einer Wissenschaft. Kenntnis des Genossenschaftswesens zu schließen. Anschließen sollen erledigt, durch Bildungskurse die leitenden Funktionäre vor zubilden und Lücken in ihrem kaufmännischen Wissen und in der sich kurse für die Filialleiter, für die Lagerhalter, für die Verkäufer und für die Verkäuferinnen. Die richtskommission wird bei der Beschaffung von Lehrmitteln und Revisionsverbände müssen diese Vorträge organisieren. Die Unters Lehrkräften gern an die Hand gehen. Dann gilt es ferner, die Erfahrung zum Allgemeingut zu machen, die sich bei der inneren Organisation der großen Vereine ergeben haben. So stellt sich für die Unterrichtsfommission die Notwendigkeit heraus, die nicht aus reichende Vorbildung der leitenden Kräfte durch Dauerkurse zu ver vollkommnen, ihre Erziehungsarbeit auch auf einen weiteren Personentreis auszudehnen und einzelne Fragen in fürzeren Kursen speziell behandeln zu lassen. Der Privathandel legt heute auf die gründliche Ausbildung seiner Kräfte den höchsten Wert. Staat und Gemeinde lassen sich die Schulung jeder Träger des Privathandels wenden, um auch unsere Leute auf die Höhe zu bringen und auf angelegen sein. Um so mehr haben wir Anlaß, alle Mittel anzus der Höhe zu erhalten. Die fonsumgenossenschaftliche och schule liegt noch in weiter gerne. Aber sie wird kommen, weil sie kommen muß.( Lebhafter Beifall.) des Schußfadens in das Webschiffchen mit dem Munde( Schiff hafte und die Gesundheit der Weber schwer schädigende Einfädeln cheni üssen) beseitigen, sei es durch die Einführung von selbst einfädelnden Webschiffchen, sei es durch die Einführung von automatischen Saugvorrichtungen an den Webstühlen. Glanzmann schilderte die Mißstände, die auf diesen Gebieten in deutschen Textilfabriken bestehen; seine Bemerkung, daß es in Deutschland Fabriken gibt, die viele Jahre hindurch nicht gereinigt würden, wurde von den englischen Delegierten mit Staunen und Entrüftung aufgenommen. Er bemerkte dann, daß er auch in der gestern von den Delegierten besuchten Fabrik in Broston, die gewiß zu den besten gehöre, gewisse gesundheitgefährdende Mißstände beobachtet habe, andererseits aber sah er dort, mit welcher Leichtig feit das Schiffchentüffen durch eine einfache Saugvorrichtung vermieden werden könne. Shaw( England) glaubt, das Schiffchentüffen werde in furger Zeit in England ein überwundenes lebel sein. Gill( England) geht auf die anderen Forderungen der Refolution ein. In bezug auf die Unfallgefahr ist es in englischen Textilfabriken noch schlimm bestellt; 6 Proz. aller durch Unfall verletzten Arbeiter sind Tertilarbeiter. Aber in bezug auf die anderen Mißstände haben die englischen Arbeiter dank unablässiger ener gischer Kämpfe sehr erhebliche Verbesserungen durchgefeßt. Die Resolution wird einstimmig angenommen. 11. Den Bericht der Unterstütungskaffe Genossenschaftstag des Zentral- f8863, trotzdem inzwiſchen das Angeſtelltenberſicherungsgeſetz in verbandes Deutscher Konsumvereine. Die Genoffenſchaften haben hiervon die Hälfte zu tragen. Die Zinſen Bremen, 15. Juni. Die heutige erste. Hauptverhandlung brachte zunächst den Bericht des Vorstandes Bericht des Tarifamtes Die gab v. Elm- Hamburg: Die Zahl der angeschlossenen Bereine ist jeit 1908 von 116 auf 237 gestiegen; die Zahl der Versicherten von 3298 getreten ist. Die Beiträge ergaben 1913 über 812 000 Mt. einnahmen stiegen von 98 000 Mt. auf 125 000 Mt., während die Verwaltungskosten von 23 500 Mt. auf rund 15 000 Mt. sich ers mäßigten. An Witwen- und Waisengeldern wurden 9014 M., and Die Debatte über die Anträge zum Statut wurde wieder Aurbeihilfen 6220 Mt. geleistet. Das Vermögen der Kasse ist auf aufgenommen. Auf Antrag des Hauptvorstandes wird die auf dem 3 767 5000 M. gestiegen. Es ist meist in sicheren Hypothefen ange lebten Verbandstag in Dresden beschlossene Jugendklasse wieder über die Tätigkeit des Vorstandes und über die Entwicklung des legt. Noch gehört eine ganze Reihe von Vereinen der Unterstützungs aufgehoben, weil die Erfolge nicht den Erwartungen entsprachen. Zentralverbandes, den Heinrich Kaufmann erstattete. Der tasse nicht an. Wir halten es aber für die Pflicht eines jeden Ber Beschlossen wurde, daß alle Mitglieder, deren Wochenverdienst 12 M. Redner verwies auf den gebrudt vorliegenden Bericht und erörterte eins, für seine Angestellten und Arbeiter zu sorgen. Keine Ge nicht übersteigt, der ersten Beitragsklasse angehören dürfen. Ein seine Einzelheiten. Was den Bezug landwirtschaftlicher Produkte nossenschaftsbewegung der Welt, außer uns, hat diese segensreiche weitergehender Antrag, der auch für die zweite und dritte Beitrags- durch die Konsumvereine und die Großeinkaufsgesellschaft von ein- und vorbildliche Einrichtung, und deshalb sollten sich an ihr auch tlasse eine Verdienstgrenze festseßen wollte, wurde abgelehnt. Wöch- zelnen Landwirten und von landwirtschaftlichen Genossenschaften alle Genossenschaften beteiligen.( Lebhafter Beifall.) nerinnen, die feine Unterstützung erhalten, weil sie entiveder noch anlangt, so zeigt es sich, daß seit 1904 an die Stelle der landwirt- Den gedrudt vorliegenden nicht unterstüßungsberechtigt oder aber bereits ausgesteuert sind, schaftlichen Genossenschaften mehr und mehr die einzelnen Landfind fernerhin von der Niederkunft bis zur Erwerbsfähigkeit von wirte als Lieferanten getreten sind. Vor allem hätten die Großder Beitragsleistung befreit. Alle Anträge auf Erhöhung der Unter- schlächtereien betreibenden Vereine ihren Viehbedarf nicht bei land- ergänzt Dr. August Müller- Hamburg: In der letzten Tätigkeitsstüßungen fielen unter den Tisch. Eine lebhafte Debatte wurde wirtschaftlichen Genossenschaften decken können. Im ganzen genom periode sind Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung nicht ge durch einige Anträge hervorgerufen, die verlangen, daß auch beim len sei der Bezug landwirtschaftlicher Produkte durch die Konsum- fällt worden. Die Rechtsprechung des Tarifamtes ist neben den Ver Ableben lediger Mitglieder Sterbegeld bezahlt werden solle. vereine direkt vom Produzenten noch eine große Zukunftsaufgabe, bänden der Transportarbeiter und Bäcker zum erstenmal auch vom Der Vorstand wandte sich heftig dagegen, da eine Kontrolle darüber, der sich die Großeinkaufsgesellschaft nicht entziehen wird. Zentralverband der Handlungsgehilfen in Anspruch genommen ob der Verstorbene Dritte unterstützt hat, nicht möglich sei. Die Die Angriffe unserer Gegner, denen der Bericht ein besonderes worden. Er wird mit seinen Erfahrungen zufrieden sein und ge Anträge wurden schließlich abgelehnt. Die Zahlstelle Wiesbaden Kapitel widmet, haben unsere Bewegung nicht gehemmt, sondern sehen haben, daß das Tarifamt unparteiisch und bemüht ist, beiden wollte einen zweiten befoldeten Vorsitzenden angestellt wissen, eher gefördert. Der Zentralverband ist jetzt so start, daß er nicht Seiten gerecht zu werden. Das gilt auch für die Erledigung der die Mehrheit des Verbandstages erklärte sich gegen diesen Antrag. mehr vernichtet werden kann. Wiederholt haben wir uns aber gegen Angelegenheiten der Lagerhalter. Die Reichskonferenz der Lager Zu einer lebhaften Auseinandersetzung fam es wegen eines in ungerechte Sondersteuern wehren müssen, die der Agitation unserer halter hat eine im Ton sehr verfehlte Resolution an den Zentral letter Stunde vom Verbandsausschuß eingebrachten Antrages, wo- Feinde ihren Ursprung verdanken. Der Berichterstatter gab dann verband der Konsumvereine gelangen lassen, die uns die Pflicht auf nach die Revisoren in Zukunft verpflichtet sind, über die Revision eine Uebersicht über die großen genossenschaftlichen Zentralverbände, erlegt, die angeschlossenen Genossenschaften auf die Aufrechterhaltung des Hauptvorstandes an den Ausschuß zu berichten. Simon die neben dem Zentralverband Deutscher Konsumvereine bestehen. des Schiedsgerichtsvertrages hinzuiveisen. Daß Verträge eingehalten bekämpfte die geplante Kompetenzerweiterung; der Ausschuß sei Leider haben sich die Baugenossenschaften, die uns als werden müssen, ist selbstverständlich. Aber der Genossenschaftstag eine Beschwerde-, aber keine Revisionsinstanz. Nach lebhaftem Für Konsumentengenossenschaften am nächsten stehen, noch nicht zu erledigt seine Geschäfte selbständig und lehnt von außenstehender und Wider wurde der Antrag abgelehnt. Dasselbe Schicksal hatte einem selbständigen Verbande zusammengeschlossen. Des weiteren Seite kommende Aufforderungen zur Pflichterfüllung ab. ein Antrag des Vorstandes, ein unbefoldetes Vorstandsmitglied zu hob der Redner u. a. hervor: journalistischen Ingezogenheiten im Organ der Lager den Verbandstagen fünftig zu entsenden. Das Wahlreglement er= Der Wert des deutschen Konsums überhaupt beträgt jährlich halter sind die denkbar ungeeignetste Methode für Organisationen, hielt eine Abänderung dahin, daß fernerhin auf 50 Mitglieder ein 30 000 bis 40 000 Millionen Mart. Der Umjak unserer Konsum- die auf Verhandlungen angewiesen sind. Eine Lösung der Schwierig Delegierter zum Verbandstag, bis 100 zwei Delegierte, für jedes vereine beträgt davon noch nicht 500 Millionen. Wir sind also von keiten wäre vielleicht dann gegeben, wenn man die abgeschlossenen Ta weitere Hundert ebenfalls ein Delegierter kommt; jedoch darf ein unserem Ziel, den Konsum zu organisieren, noch weit entfernt, rife unter die Rechtsprechung des Tarifamtes stellen würde. Soweit Ort nicht mehr als vier Mitglieder delegieren. Das abgeänderte wenn wir auch mit dem, was wir bereits erreicht haben, vollauf dies nicht angängig ist, fönnen vielleicht die örtlichen und bezirksver Statut tritt am 1. Januar 1915 in Wirksamkeit. zufrieden sein können. Eine allzu schnelle überhaftete Entwicklung bändlichen Schiedsgerichte einer dem Tarifamt angepaßten Ver ist mit großen Gefahren verbunden. Sie liegen vor allem auf dem fassungsänderung unterzogen werden. Ich stelle die Frage, ob der Gebiet der Kapitalbeschaffung. Sind wir auch eine soziale Bentralverband der Handlungsgehilfen zu einer Erklärung darüber und antitapitalistische Bewegung, so können wir des bereit ist, das Tarifamt, das jetzt am Abschluß einer fünfjährigen Kapitals nicht entbehren, das allerdings bei uns in den Dienst der Tätigkeit steht und das das schwierige Tarifwert in mustergültiger Gesamtheit tritt. Die Entwicklung des Eigenkapitals( Geschäfts- Weise und im vollsten Maße erfüllt hat, mit der Aufgabe zu be Internationaler Textilarbeiter- Kongreß. anteil und Bausanteile) hat mit der genossenschaftlichen Entwid- trauen. Dann haben wir zugleich damit ein Wert von großer fo lung nicht Schritt gehalten, Den Hauptanteil unseres Rapitals aialer Bedeutung geschaffen. Auch das neu zu bilbende Tarifamt stellen die Spareinlagen dar, die ein Beweis für das Vertrauen wird wertvolle Arbeit zu leisten haben.( Beifall.) der Mitglieder zu ihren Vereinen sind. Das neue Musterstatut BIadpool, 12. Juni. Dähnel Berlin vom Zentralverband der Handlungsgehilfen nennt sie nicht ohne Grund Konsum- und Spargenossenschaften. rechtfertigt das Verhalten seiner Organisation und erklärt, daß der Die Spareinlagen haben aber den Nachteil, nur zu einem Teil Resolution der Reichskonferenz der Lagerhalter, die eine Geftion festgelegt werden zu können. Ein erheblicher Teil von ihnen muß des Zentralverbandes ist, Angriffe der Konsumvereine voraus beständig flüssig gehalten werden. Bei dem Zustrom der Kapitalien gegangen find. Der Zentralverband der Konsumbereine hat sich aus den Händen der sparenden Konsumvereinsmitglieder wurde die nicht genügend um die Einhaltung der Tarifverträge gefümmert. Steigerung des Eigenkapitals von den Vereinen wenig beachtet. Die von Müller gestellte Frage an die Handlungsgehilfenorganisa Im Vergleich zum Umfaß ist der Betrag der genossenschaftlichen tion fann bejaht werden. Das Schiedsgerichtsverfahren ist fürzer der Umkreis des Betätigungsgebietes und der Umfang des BetriebsAnteile und Reserven gefallen. Dabei muß beachtet werden, daß und billiger und daher vorzuziehen. Hierauf werden die Mitglieder des bisherigen Tarifamts von inventars vor allem durch die Entwicklung der Eigenproduktion Im, Kaufmann, Rieger, Lorenz und Dr. Müller gestiegen ist. Immer mehr Kapital muß darin dauernd festgelegt einstimmig wiedergewählt. werden. Gemessen am Eigenkapital hat sich unsere Bilanz um Die weiteren Verhandlungen werden auf Dienstag vertagt. 2,9 Proz. des Umfazes verschlechtert. Die Organisierung des Geldverkehrs der Konsumbereine ist eine der größten Aufgaben der nächsten Zukunft. Die Bantabteilung der Großeinkaufs gesellschaft wird der weiteren Entividlung durch ihre Hypothekenpolitik Nußen leisten. In gleicher Richtung wird die sich in erfreu licher Entwidlung befindliche Boltsfürforge" wirken, der im Laufe der Zeit gewaltige Kapitalmengen zur Verfügung stehen werden. Wir werden dabei selbstverständlich uns in dem Rahmen der Vorfchriften bewegen, die das Kaiserliche Aufsichtsamt über die Fest= legung der Prämienreserven aufgestellt hat. Immerhin können auch bei der Lösung der Wohnungsfrage die Konsumbereine Die erste Generalversammlung der Wolfs damit rechnen, daß die großen Opfer, die sie bei Gründung der fürforge" trat am Sonnabend im Gewerkschaftshause in a m Wagener( Deutschland) begründet eine umfangreiche Rejo- Boltsfürsorge" geleistet haben, ihnen dadurch wieder zugute fom- burg zuſammen. Der Vorfizzende des Aufsichtrates Gustab lution über diese Frage, die die Arbeiter auffordert, in allen Sän-| men werden. Noch ist allerdings unsere alte Baghaftigkeit und Bauer Berlin eröffnete diefelbe bormittags 11 hr. Sämt Die seitherigen Mitglieder des Vorstandes, des Ausschusses und der Redaktion wurden einstimmig wiedergewählt. Der Sitz des Verbandsausschusses verbleibt in Magdeburg. Bierter Verhandlungstag. Die Diskussion über die Kinderarbeit wird fortgesetzt, aber bald durch Annahme eines Schlußantrages beendet. Die Abstimmung über die deutsche Resolution ergibt ihre einstimmige Annahme bei allen Rationen mit Ausnahme der Engländer. Von den Engländern stimmten 8 für die Re= solution, 25 dagegen. Croß( England) gibt die Erklärung ab, daß die englischen Textilarbeiter in wenigen Wochen diese Frage auf ihrem Verbandstage noch einmal erörtern werden, und er hofft, daß die Diskussion und Abstimmung des Internationalen Kongresses nicht ohne Einfluß auf diese Erörterungen sein werden.( Beifall.) Gegen Kriegsrüstungen, Shaw( England) begründet eine Resolution, die gegen die fortwährend zunehmenden Ausgaben für Kriegsrüstungen protestiert, für ein internationales Schiedsgericht eintritt und die Anficht ausspricht, daß die Arbeiter der verschiedenen Länder feinen Grund haben, gegeneinander zu kämpfen. Die Resolution wird von Kopfe( Deutschland), Judson und Genossin Ford( England) und Inghels( Frankreich) in scharfen Protestreden, die mit großem Beifall aufgenommen werden, unterstützt und darauf einstimmig angenommen. Berkürzung der Arbeitszeit am Sonnabend. Generalversammlung der „ Volksfürsorge". I. liche Aftien waren, teilweise durch ihren Inhaber, teilweise durchs Bevollmächtigte vertreten. Den Geschäftsbericht für das erste Geschäftsjahr( 1. Juli bis 31. Dezember 1913) erstattete das geschäftsführende Vorstandsmitglied A. v. Elm an Hand des vorliegenden Geschäftsberichts. wurden Bericht des Aufsichtsrates Aus der Partei. Aus den Organisationen. fallen tönnen. Wir werden deshalb in der Zukunft viel mehr Erfolg 1innerhalb der Labour Party haben, als außerhalb derselben. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Ein Preßsünder. Der Jahresbericht der Hamburger Parteiorganisation für der das Geschäftsjahr 1913/14 läßt erkennen, daß auch unter ungünſti= gen Zeitverhältnissen die Werbetätigkeit unserer Genossen von Erfolg insgetrönt war. Obwohl infolge andauernder Arbeitslosigkeit und auch das Retlameschreiben eines Regensburger stolonialwarengeschäfts Die Oberfränkische Volkszeitung" in Hof gab Anfang April infolge des unglücklich verlaufenen Werftarbeiterausstandes die bekannt, worin dieses erklärte, daß es ab 1. April bis auf weiteres Mitgliedschaft vorübergehend geschwächt wurde, haben die drei feiner geehrten Kundschaft den Regensburger Anzeiger" bei Ein Wahlfreisvereine doch einen Mitgliederzuwachs von 6039 aufzufäufen gratis abgebe". An dieses Schreiben waren einige agitation, die zweimal in größerem Umfang vorgenommen wurde: anlassung gaben, schleunigst zum Stadi zu laufen, da er in der weisen. Gewonnen wurde dieser Zuwachs hauptsächlich durch Haus- Glossen geknüpft, die dem Verleger des Zentrumsblattes Vereinmal Ende Oktober mit dem Erfolg, daß 2351 neue Mitglieder Notiz der Volkszeitung" eine Geschäftsschädigung" erblicke. In und 647„ Echo"-Abonnenten gewonnen wurden; das andere Mal in der Verhandlung am letzten Sonnabend stellte sich das Gericht auf der Roten Woche( 8. bis 15. März), in welcher 10 604 Mitglieder den Standpunkt, daß der Artikel beleidigend sei, und Genosse und 1332 Abonnenten auf das Parteiorgan hinzukamen, zusammen Blum tritt wurde daher zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. also 13 982 Mitglieder und 2324 Abonnenten. erstattet Bauer- Berlin. Der Aufsichtsrat stimmt dem Bericht des Vorstandes sowie der vom Vorstand aufgestellten Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung in allen Punkten zu und beantragt: „ die Generalversammlung wolle der Jahresrechnung die Genehmigung und dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilen." gewählt. Es Der " " Jugendbewegung. Demielben ist zu entnehmen, daß in der genannten Zeit gesamt 74 746 Anträge mit einer Versicherunggsumme bon 18 797 416 M. eingegangen waren. Abgeschlossen wurden davon bis zum Ende des Berichtsjahres 70 401 Versicherungen mit einer Versicherungssumme von 12 952 280 M. Abgelehnt oder zurückgezogen wurden 246 Anträge mit 105 618 M. Versicherungsfumme. 4099 Anträge mit einer Berficherungssumme von 739 517 M. als unerledigt in das Geschäftsjahr 1914 übernommen. Von den Sparbersicherungen gelangten 8106 Anträge mit einer Prämiensumme von 27 085 M. und einer Versicherungssumme von 42 738 M. zur Gutschrift. Die Prämieneinnahme betrug insgesamt 1080 492 m., die Einnahme an Zinsen 25 126 M. Der Tod August Bebels, der in Hamburg als besonders schwerer Unter den 64 durch Tod Verlust empfunden wurde, stellte die Genoffen des 1. Wahlkreises abgegangenen Versicherten waren zwei, deren Tod auf einen Unfall vor die Aufgabe, den von Bebel seit 1883 vertretenen Kreis in der zurückzuführen war; in beiden Fällen wurde die volle Versicherung Nachwahl zu verteidigen. Die Wahl am 17. Oktober ergab den gezahlt. Der Sterblichkeitsgewinn beträgt 18 320 M. Wie die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung ergeben, beträgt glänzenden Sieg des Genossen Stolten. Da Bebel auch Firmen- Reichskonferenz der Jugendleiter des Lithographen- und Steinbruderder erzielte lle berichu 66 066,22 m. Davon sind nach den Vor- gewesen, mußte auch hier eine Erjazwahl für ihn stattfinden. träger der Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auer u. Co. Verbandes. schriften des Gesellschaftsvertrages dem geſetzlich vorgeschriebenen wurde Genosse H. Stubbe, Parteisekretär der Landesorganisation, Lehrlingsabteilungen des Lithographen- und Steindrucker- Verbands. Am 13. und 14. Juni tagte in Erfurt eine Konferenz der Reservefonds mindestens 5 Proz. gleich 3301,31 M. zuzuführen; dem Kriegsrefervefonds, für besondere Reserven und zur Auffüllung des Referbefonds werden ebenfalls je 5 Proz. überwiesen, so daß noch sozialdemokratischen Stimmen hat sich die Zahl der organisierten das graphische Gewerbe stark vertreten iſt, ſowie je ein Bertreter Im Verhältnis zu den bei der Reichstagswahl 1912 abgegebenen Anwesend waren 21 Vertreter aus allen Städten Deutschlands, wo ein leberschuß von 52852,98 m. zur freien Verfügung steht. männlichen und weiblichen Mitglieder in Hamburg erhöht von 44,6 tommission und der Redaktion der graphischen Preſſe. Gegenstand des Verbandsvorstandes, des Ausschusses der Zentrallehrlings Der Vorstand schlug der Generalversammlung vor, für dieses auf 49,1 Proz. Die männlichen Mitglieder allein machen 40 Proz. der Verhandlungen war die Ausarbeitung eines Geschäftsjahr die vorgesehene Berzinsung des Aktien der sozialdemokratischen Wählerschaft aus. Es gab insgesamt am Der Vorstandstapitals nicht eintreten zu lassen, dafür aber der Gewinn 31. März 1914 in den drei Hamburger Wahlkreisen 67 862 Partei- die Leiter der Lehrlingsabteilungen des Verbandes beitsplans für reserve der Versicherten 48 300,46 M. als Gewinnanteile den Ver mitglieder, davon waren weiblich 11 684. Von den 56 178 männ- bertreter, Genosse a ß, sowie der Vertreter der Zentrallehrlings ficherten zu überweisen und den Rest von 4552,02 M. auf neue lichen Mitgliedern besaßen nur 18 838( 33 Proz.) das Bürgerrecht. tommission, Genosse Eberlein aus Berlin begründeten in furzen Rechnung vorzutragen. Die Bilanz ist beim Kaiserlichen Aufinstruktiven eines Vorträgen die Notivendigkeit Außerordentlich entfaltet hat sich das Arbeiterbildung- einheitlichen Arbeitsplanes bei der Agitations- und Aufklärungsmöglichst fichtsamt vorgelegen, dasselbe hat keine Einwendungen dagegen; wesen. Die Bildungskommission arbeitete mit einem Etat von arbeit unter der Jugend. Beide Redner betonten, daß durch die b. Elm ersucht die Generalversammlung, die vorgelegte Bilanz zu 104 317 m. genehmigen. Außer den regelmäßigen Unterrichtstursen und Vortragssyklen feien, die Tätigkeit der von der allgemeinen Arbeiterbewegung ein Arbeit der Jugendleiter nicht etwa, wie Befürchtungen aufgetaucht Den wurden Volksschauspiele, literarische Abende und Opernvorstellun- gefeßten Jugendausschüsse durchkreuzt werden solle. Man wolle gen mit besten fünstlerischen Kräften veranstaltet, außerdem vielmehr die Lehrlinge des Gewerbes im Sinne der proletarischen Märchenabende, die von 13000 Kindern besucht waren. Jugendbund umfaßt 1849 männliche und 784 weibliche Mitglieder, Weltanschauung erziehen. Die Tätigkeit dieser Jugendausschüsse werde immer mehr von den Arbeiterfeinden erschwert. Die denen vier Jugendheime zur Verfügung stehen mit Bibliotheken von Unternehmer und ihre Handlanger ſetzten alle Hebel 300 bis 400 Bänden. Die Zentral- Arbeiterbibliothek hat 36 325 in Bewegung um die Arbeiterjugend den Bestrebungen Bände ausgeliehen, 7482 mehr als im Vorjahre. der Gewerkschaften abspenstig zu machen. Schon die LehrDas„ Hamburger Echo" erscheint zurzeit in einer Auflage linge würden in die gelben Vereine gepreßt, diesen Bestrebungen von 75 600. Druckerei und Verlagsgeschäft haben durch einen Grmüsse vom Verband entgegen gearbeitet werden. Mit weiterungsbau beträchtliche Ausdehnung erfahren. nahmen des„ Echos" konnten 10 000 M. an die Parteifasse in Politik dürfe die Jugend nicht beschäftigt werden, doch müſſe ſie Berlin überwiesen werden. Von den drei Wahlkreisen wurden an gegen politische Vergiftung durch die Arbeiterfeinde geschützt die Parteifaffe in Berlin überwiesen 89 000 M., das sind 40 028 M. Bildung den Zweck haben, Lehrlinge bilden, doch solle die Der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wird hierauf über den Pflichtbeitrag. Für Bildungswesen und Jugendorganisa- die allgemeine Arbeiterbewegung zu erziehen. Die Hauptsache die Leute einstimmig zugestimmt. tion wurden 26 306 M. aufgewendet, für die Kinderschutzkommission Es sei ferner die Befürchtung sei die Pflege der Solidarität. Sailer Ludwigshafen fragt an, ob an der in der 1232 M., für den 19. Hannoverschen Wahlkreis 2546 M. Der Fonds ausgesprochen worden, die Zentrallehrlingstonmission wolle die Breffe vielfach auftretenden Behauptung, die zur Erbauung von Versammlungshäusern hat eine Höhe von 151 081 Lehrlinge au Fachsimpeln oder Berufsfanatikern erziehen. Das sei fozialdemokratische Partei sei an der„ Bolts- Mart erreicht. fürsorge" beteiligt, etwas wahres sei Die jozialdemokratische Bürgerschaftsfraktion fann, obwohl in ein Irrtum. Wohl sei gerade im Lithographen- und Steinbrud gewerbe eine tüchtige Fachausbildung notwendig, denn die Erfahrung Darauf erklärt der Vorsitzende Bauer Berlin, daß diese aussichtsloser Minderheit in dem Parlament der Geldjacksrepublik, lehre, daß der minderwertige Fachgenosse ein willenloses Werkzeug der Behauptungen der Wahrheit nicht entsprechen. Die sämtlichen auf eine Reihe nicht unbedeutender Erfolge ihrer unermüdlichen Unternehmer sei. Für die Weiterbildung der Lehrlinge in dem ge Attien seien in Händen gewerkschaftlicher und genossenschaftlicher fritischen und anregenden Tätigkeit zurücbliden. Korporationen und könnten nur unter Zustimmung vom Vorstand Alles in allem atmet der Bericht der Hamburger Landesorgani- der Arbeiterbewegung müsse in dieser Richtung wirken. Es tönne schilderten Sinne tönne gar nicht genug getan werden. Jede Gruppe und Aufsichtsrat auf andere übertragen werden. Die sozialdemo- fation unerschütterliches Kraftbewußtsein, das, durch beständigen durchaus keine Rede davon sein, daß man einen Steil in die Arbeitertratische Partei könne sonach feine Attien haben und habe teine, Stampf mit den übermächtigen Gewalten eines großfapitalistischen bewegung treiben wolle, wenn sich der Verband um seine Lehrlinge fie fei weber finanziell, noch in anderer Weise an Scharfmachertums gestählt, eines zwar langjamen, aber sicheren fümmere. Es sei ein gesunder Egoismus, wenn eine Gewerkschaft ber Boltsfürforge" beteiligt. Wenn einzelne Breß Aufstieges der Arbeiterklasse gewiß ist. den Nachwuchs im Beruf zu tüchtigen Kämpfern erziehen wolle. äußerungen darauf Bezug nehmen, daß Herr Ebert- Berlin Mitglied Kurzum, des Aufsichtsrates fei, so ist demgegenüber festzustellen, daß die die Lehrlinge sollen zu ganzen Menschen erzogen werden. Um diesen Zweck zu erreichen, soll nach dem zur Generalfommiffion der Gewerkschaften Herrn Ebert nicht in seiner In der Konferenz für den Wabitreis Neiße, die Beratung stehenden Arbeitsplan die Zusammenfassung Eigenschaft als Mitglied des Barteivorstandes, sondern aus per am Donnerstag in Reiße tagte, fonnte berichtet werden, daß die Lehrlinge in besonderen Lehrlingsabteilungen gefördert werden. Durch fönlichen Gründen in seiner Eigenschaft als Mitglied feiner Organisation in der schwarzen Gegend trop der eifrigsten Be- Belehrung in Naturwissenschaft, Vollswirtschaft und Geschichte will Gewerkschaft in den Aufsichtsrat der Boltsfürsorge" delegiert hat. fämpfung durch Pfaffen und Behörden, in der Berichtszeit gute man die allgemein wissenschaftliche Bildung fördern. Auch sollen die un Zu Punkt 4 der Tagesordnung: Fortschritte gemacht hat. Die Mitgliederzahl stieg von 154 auf 189, Jugendleiter der Körperpflege durch Spiel und Sport, Aufklärung davon 22 weibliche. Die Zahl der Volkswacht" Refer stieg troß der über die schädlichen Wirkungen des Alkoholgenusses usw. ihre Auf,, Beschlußfaffung über die Verwendung des Ueberschusses" vielfach mit Abonnentenversicherung arbeitenden gegnerischen merksamkeit widmen. Ferner sollen Vorträge über die allgemeinen beantragten Borstand und Aufsichtsrat: Prefie bon 260 auf 821. Zum Kreisverein gehören Schutzbestimmungen für Jugendliche und die Unfallverhütungs4 Ortsvereine; außerdem hat " Für das Geschäftsjahr 1913 tritt eine Verziinsung Orten Mitglieder. die Bartei in 12 anderen vorschriften gehalten werden. Große Wichtigkeit wird der Einwirtung des Aktienkapitals nicht ein; dafür werden der Gewinn Stück verbreitet. Der Bildungs- und auch der Jugendausschuß der ältere Arbeiter stets erzieherisch und liebevoll auf den Lehrling Broschüren und Flugblätter wurden 15 000 der Gehilfen auf die Lehrverträge beigemessen, wie überhaupt reserve der Versicherten 48 300,96 M.( 5 Proz. der 996 019,20. fonnten ebenfalls Fortschritte verzeichnen. In der Aussprache wurde einwirken soll. In der recht lebhaften Debatte wurden Erfahrungen betragenden Jahresprämie) der mit Gewinnbeteiligung Versicherten allgemein auf die guten Erfolge der roten Woche" hingewiesen und ausgetauscht. Im übrigen war sie auf den Grundton gestimmt: überwiesen und der Rest von 4552,02 M. als Vortrag auf neue vom Parteivorstande gewünscht, daß eine solche wiederholt werden Rechnung genommen." Die Arbeiterjugend gehört dem Proletariat". möge. Gewünscht wurde ferner, daß die Zentraltasse der Partei Die Konferenz stimmte dem von der Zentrallehrlingskommission Diesem Antrage stimmten alle Aktionäre einmütig zu. Gewerk- für diejenigen Kreise, die noch Zuschüsse erhalten, die Delegations- vorgelegten Arbeitsplan zu. Dann wurde eine Resolution ange schaften und Genossenschaften ermöglichen so, daß den Versicherten fosten zu den deutschen Parteitagen übernimmt, um so auch diesen nommen, worin den örtlichen Verwaltungen empfohlen wird, den schon für die ersten sechs Monate ein nennenswerter Gewinn gut- Streisen eine Vertretung auf diesen zu sichern. In den Kreisvorstand Lehrlingen den Besuch der Weltausstellung für Buchgewerbe und geschrieben werden kann. Das zeigt, daß es sich bei der Schaffung wurden gewählt: Gottwald und öwe als Vorfigende, Graphit zu ermöglichen. der Vollsfürsorge" um die Erfüllung einer wirklich gemeinnügigen Teichert als Staffierer und Genoffin Teichert als Beisigerin. Institution handelte. Für die Revisionstommission des Aufsichtsrates bes richtete Junger- Berlin, daß der Rechnungsabschluß mit den Büchern in llebereinstimmung befunden wurde und die Prüfung der Wertbestände teine Anstände ergeben habe. " = Ohne Widerspruch wurde hierauf eine redaktionelle Wenderung bes§ 28 des Gesellschaftsvertrages beschlossen, wonach derselbe jetzt lautet: * Der Siz der Kreisleitung ist Neiße. " Bei den Bürgerausschußwahlen der dritten Klasse in Freiburg i. B. wurden 1550 sozialdemokratische, etwa ebenso viel Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben Anspruch auf den Zentrumsstimmen, 296 nationalliberale und 260 fortschrittliche StimErsatz ihrer in Ausübung ihres Amtes gemachten Auslagen. men abgegeben. Es erhielten die Sozialdemokraten sieben( bisher 7), Ferner wird dem gesamten Aufsichtsrat eine Vergütung gezahlt, das Zentrum sieben( 7), die Nationalliberalen einen( 1), die Fortdie pro Jahr so viel mal 250 m. beträgt, als er Mitglieder beschrittler einen( 1) Vertreter. Die sozialdemokratische Stimmenfigt. Ueber die Verteilung dieser Summe an die einzelnen Mit zunahme beträgt 200. glieder beschließt der Aufsichtsrat selbst." werden. Man wolle die " Soziales. der Schutz des Stadtbildes gegen Verschandelung. Eine Entscheidung, die für alle Städte mit künstlerisch oder historisch wertvollen alten Stadtteilen von großer Bedeutung ist, fällte das Oberverwaltungsgericht in Berlin: Es handelte sich um die Altstadt von Hannover. Auch Hannover hat ein Ortsstatut gemäß dem Gesetz von 1907 geschaffen, das den Für das Geschäftsjahr 1918 verzichten die Mitglieder Eine günstige Weiterentwickelung hat die Organisation des Schutz des Drts- und Straßenbildes bezweckt. Im§ 1 des Statuts des Aufsichtsrates auf die ihnen zustehende Vergütung zu zweiten württembergischen Wahlkreises( Canstatt, in der Fassung von 1912 wird beſtimmt, daß für Bauten und baugunsten der Versicherten. Da der Vorstand der„ Voltsfürsorge" beim Bundesrat die An- Die 54 Ortsvereine, aus denen der Kreisverein besteht, wiesen am Stadt die baupolizeiliche Genehmigung zu versagen ist, wenn bei erfennung des gemeinnügigen Charakters der Schluß des Berichtsjahres 7827 Mitglieder, darunter 806 weibliche, Genehmigung die Eigenart des Drts- oder Straßenbildes befeitens der Behörden gewünschte und schon bei Gründung der weibliche. Im abgelaufenen Jahr fanden einschließlich 30 Frauen- näher aufgeführt. Unter a) wird dazu das ganze Gebiet der AltBoltsfürforge beantragt hat, schlägt er vor, die auf; das ist eine Zunahme von 546 Mitgliedern, darunter 246 einträchtigt werden würde. Die auf diese Weise geschützten Straßen, Pläge usw. werden " Boltsfürsorge" seitens der Gründer als selbstverständlich erachtete versammlungen 159 Agitationsversammlungen statt. In den MitBestimmung über die Verwendung des Bestandes bei eventueller gliederversammlungen wurden 124 Vorträge gehalten. den stadt von Hannover gerechnet, wie es sich aus der Umgrenzung er Luflösung der Geſellſchaft in den Geſellſchaftsvertrag als neuen§ 38 Flugblättern zu den Gemeindewahlen famen 35 000 Flugblätter gibt, die eine Bauordnung vom 9. November 1901 feststellt. Nach in folgendem Wortlaut aufzunehmen: politischen Inhalte und 10 700 Broschüren zur Verteilung. Unsere$ 10 des Ortsstatuts soll auch für Schaukästen, Reklameschilder und " Im Fall der Liquidation ist nach Tilgung oder Sicherstellung Presse hat im Wahlkreis rund 7500 Abonnenten. Die Einnahmen andere Reklamen die nach dem Statut erforderliche Genehmigung aller Verbindlichkeiten, insbesondere derjenigen aus laufenden Ver betrugen 22 620,69 M., die Ausgaben 16 484,36 M., so daß ein bersagt werden, wo die Genehmigung für Bauten gemäß§ 1 zu ficherungsverträgen und Rückzahlung des Grundkapitals, ein etwa Kassenbestand von 6136,33 m. verbleibt. versagen wäre. Also bezieht sich auch diese Bestimmung auf das berbleibender Ueberschuß zur Rückzahlung des Organisationsfonds ganze Gebiet der Altstadt. Auf Grund der Bestimmung wurde der ( 89), soweit erforderlich, zu verwenden. Zu den Einigungsbestrebungen im englischen Sozialismus. Firma Helms u. Komp. die Genehmigung zum Anbringen einer Lichtreklame für das Weinlokal St. Pauly an einem Hause der Ein etwaiger Rest ist im Interesse der im Zeitpunkt der Auf- Die Urabstimmung, die innerhalb der British Sozialist Barth Schillerstraße, die zum Gebiete der Altstadt gehört, versagt. lösung vorhandenen Versicherten durch Zuschläge zu den fest über den Vorschlag, sich der Arbeiterpartei anzugliedern und mit der geplante Lichtreklame follte, mit übereinander stehenden Buchstaben, Die gesezten Versicherungssummen im Verhältnis zu der von ihnen unabhängigen Arbeiterpartei( Independent Labour Party) und der 61% Meter hoch an der Hausfront herabgehn. eingezahlten Gesamtprämiensumme zu verwenden oder inländischen Fabian Society ein gemischtes Komitee zu bilden, vorgenommen Der Bezirksausschuß wies die gegen die Baupolizeiverwaltung Gesellschaften und Genossenschaften zuzuweisen, welche vom Bundes- wurde, ergab folgendes Resultat: Für den Vorschlag 3263 Stimmen gerichtete Klage der Firma ab. Das Oberverwaltungs. rat gemäß der Befreiungsvorschrift zu Tarifnummer 1 A a, b, c gegen 2410 Stimmen, ungültig 522 Stimmen, also eine Majorität gericht bestätigte am 12. Juni das Urteil und führte in der Bes des Reichsstempelgeseges vom 3. Juli 1913( Reichsgefegblatt von 858 Stimmen für den Vorschlag. Seite 544) als gemeinnügig anerkannt sind. gründung, insbesondere aus, die Frage, ob nach dem Gesez Ein Manifest, das von dem Erekutivkomitee der British Sozialist die gesamte Altstadt als eine Gesamtheit von Ueber die Art der Verwendung im Sinne dieser Vorschrift Party veröffentlicht wurde, fezt auseinander, daß die B. S. P. ihre Straßen und Pläßen mit geschichtlicher oder beschließt die Generalversammlung." vollkommene Freiheit in bezug auf die Wahlen und die Propaganda tünstlerischer Bedeutung geschüßt werden konnte, Sämtliche Aktionäre stimmten dem Antrage zu. sich bewahrt. Es wird dargelegt, daß der Unterschied zwischen habe der Gerichtshof bejaht. Unerheblich sei demnach, wann die Bei der hierauf folgenden Wahl des Aufsichtsrates wurden die den Verhältnissen auf dem Kontinent und feitherigen Mitglieder einstimmig wiedergewählt. Es sind das Gustab darin liegt, daß die Gewerkschaftsorganisationen auf dem Kontinent ſeien. Großbritannien einzelnen Straßen oder Häuser angelegt oder erbaut worden Bauer( Berlin), Frizz Ebert( Berlin). Theodor Leipart( Berlin), Alex. gewachsen sind mit der sozialistischen Auffassung von der Aufgabe Feuerbestattung zur Boltssache geworden. Eine Stadt, in der ( Magdeburg). Rudolf Junger( Berlin), Dr. Aug. Müller( Hamburg). einem unklaren Gefühl der Klassensolidarität, verbunden mit der die Feuerbestattung als Regel und die Erdbestattung als Ausnahme Seifert und Baul Turnau( Hamburg). as Ersagmänner Robert Schmidt, Gustav Eifler( Berlin), Adolf Einsicht von der Notwendigkeit, dem Druck der fapitalistischen Aus- betrachtet werden kann, ist die Stadt Pößned in Thüringen. beutung zu widerstehen, hervorgegangen ist. Die Trades- Unionisten Der dortige Feuerbestattungsverein hat geradezu Weltruf erlangt, In der sich anschließenden Sigung des neu gewählten Aufsichts- feßen sich aus den besten, den fähigsten und energischsten Gliedern denn aus Australien, Kanada und den Vereinigten Staaten von Adolf v. Elm, Friedrich Lesche als geschäftsführenden und Heinrich B. S. P. tates wurde der ſeitherige Vorstand bestätigt. Derselbe besteht aus der englischen Arbeiterbewegung zusammen, erklärt bas Manifest der Amerika gelangen Anerkennungen an den Bößneder Verein. Der Es der Zeitschrift Feuer Kaufmann, Heinrich Lorenz, Fris Paeplow und Heinrich Wentker revolutionären Lehren, als den Kreis der Trades- Unionisten. Die bestattung" mitteilt, 1909 bereits 663, 1910 1032 und hat heute als ehrenamtlichen Mitgliedern. awedmäßigste und nüglichste Arbeit wird bei ihnen geleistet werden 1300 Mitglieder. Eine Aufstellung aus dem Jahre 1910 zeigt welchen Berufen die Mitglieder angehören: 354 Arbeiter, 175 Hand werfer, 100 Raufleute, 50 Beamte, 35 Gastwirte, 30 Fabrikanten, 26 Lehrer, 15 Rentiere, 10 Landwirte, 5 Aerzte und 267 Frauen. In Pößneck ist die Feuerbestattung Boltssache geworden; für die meisten Einwohner ist sie etwas Selbstverständliches. Rüdgang der Bergarbeiterlöhne. Die Unternehmerpresse sucht immer noch die Fiktion von einem Steigen der Bergarbeiterlöhne lebendig zu erhalten. Nun muß aber sogar in den amtlichen, Nachweisungen ein Rüdgang nicht nur der Gesamtverdienste, sondern auch der Jahresdurchschnittsverdienste festgestellt werden. Es betrugen die Löhne in Mark: auf 1 Schicht im auf 1 Arbeiter im Bierteljahr Vierteljahr IV.1913 I.1914 12 te 280 275 Steintohlenbergbau: in Oberschlesien Revier Saarbrüden( Staatswerte) Revier Aachen am linken Riederrhein. Braunkohlenbergbau: Oberbergamtsbezirk Halle Linksrheinischer Bezirk. IV.1913 I. 1914 3,69 3,67 283 Niederschlesien 3,50 3,49 285 im Oberbergamtsbez. Dortmund 5,38 5,25 425 402 4,46 4,43 339 339 4,92 4,48 385 380 5,62 15,52 413 405 3,78 3,72 295 289 • 4,30 4,25 333 329 Salzbergbau: Revier Halle 4,23 4,22 329 336 Clausthal. 4,34 4,41 341 349 Erzbergbau: Bezirk Mansfeld. 3,74 3,74 Oberharz 3,62 3,59 277 300 298 271 4,47 4,45 350 347 3,58 3,58 273 3,93 3,96 3,29 3,28 Siegen. Nassau- Wezlar Linksrheinischer 275 308 297 247 249 Prinz Auguft Wilhelm iff in Brimfenau eingetroffen Die Großherzogin von Baden hat sich nach Baden Baden begeben". unartikulierte Laute, fah, wie die Angeklagte einen Revolver aus der Tasche nahm und ihn dicht an das Genic des W. führte. Nur der im letzten Moment ausgestoßene Ruf des Schmidt: Otto, sich Dich vor" verhütete größeres Unglüd. W. duckte sich infolge des Herzog Alexander von Oldenburg hat den Titel Zurufs und der Schuß, welcher lostrachte, verfehlte sein Ziel. Der zuspringende Zeuge Schmidt entriß ihr den Revolver, wobei die An- Raiserliche Hoheit erhalten.( Jn 14 Zeilen wird eingehend sein. Stammbaum erläutert.) geklagte wiederholt schrie:„ Laffen Sie mich, ich will mich erschießen." des Selbstmordes gehabt habe und im fritischen Augenblick gänzlich Auch vor Gericht behauptete die Angeklagte, daß sie die Absicht Zwei türkische Prinzen sind in Deutschland eingetroffen Die Fürstin Witwe von Schwarzburg- Sonders verwirrt gewesen sei. Medizinalrat Dr. Störmer bekundete gut- hausen hat in Berlin Wohnung genommen. achtlich, daß die Angeklagte eine überaus nervöse, an hysterischen Arme Zeitungsschreiber! Was mögen sie schwitzen, um nicht Anfällen leidende Person sei, der§ 51 Str.G.B. aber nicht An- gegen die Rangabstufung des gothaischen Kalenders zu verstoßen. wendung finden könne. Staatsanwalt Bruns hielt die Anklage und dabei sind unsere Junker so undankbar. Trotz aller Bemühungen aufrecht. des„ lintsliberalen" Weltblattes, möglichst eingehend über höfische ErDie Geschworenen nahmen eine Tat des Affekts an und ber= neinten die Schuldfrage, worauf die Freisprechung der Angeklagten eignisse zu berichten, erntet es nur den Hohn und Spott der Erstklassigen. Muß sich obendrein noch als Judenblatt beschimpfen erfolgte. laffen.... Schwere Bootskatastrophen. Der verbrecherische Ueberfall auf einen Arzt, der in der Nacht zum Ostersonntag in einem Hause der Blumenstraße sich abgespielt hat, kam gestern vor der 10. Straffammer des Auf der Elbing, einem Flüßchen in Ostpreußen, ereignete Landgerichts I zur Erörterung. Unter der Anklage des schweren sich am Sonntagabend ein schweres Bootsunglüd. Ein mit Diebstahls stand der Kutscher Ernst Hilscher vor Gericht. Als in α ertranfen. Ein Feind der Freidenker. der Nacht zum 13. April der in der Blumenstraße wohnende prat- acht Personen besetztes Ruderboot tenterte beim tische Arzt Dr. Levy bei der Heimkehr seine Wohnungstür aufge- Wechseln der Rudersize. Nur zwei der Insassen wurden ge schlossen hatte, traf er dort mit zwei Einbrechern zusammen, die rettet. Ertrunken sind der 49jährige Schuhmacher Snietta, seine Abwesenheit benutzt hatten, um seinen Wohnräumen einen dessen 14 und 12 Jahre alten Kinder und drei Ge unerwünschten Besuch zu machen. Der eine der beiden Kerle stürzte schwister einer anderen Familie. sich sofort auf ihn, würgte ihn am Halse und suchte ihn kampfunfähig zu machen. Der Arzt wehrte sich mit Anspannung aller Ein anderes schweres Bootsunglück hat sich auf dem seiner Kräfte, es gelang ihm jedoch nicht, den Verbrecher zu über- Gerichsee bei Krueden im Kreise Diterburg zugetragen winden. Dieser drängte ihn vielmehr zur Tür hinaus und stieß ihn die Treppe hinunter. Der Dieb flüchtete an ihm vorbei und ent- Drei junge Leute tenterten bei einer Bootsfahrt und fam auf die Straße. Auch dem zweiten Einbrecher gelang es, zu entfliehen; er hatte sich in der Eile einige Goldsachen eingeſtedt, einen Ueberzieher des Arztes angezogen und war durch die Hintertür auf den Hof gelangt, wo sich infolge des nächtlichen Lärms die Hausbewohner ansammelten. Auch er tat mit Erfolg so, als ob er im Hause wohnte, und so gelang es ihm, unbeanstandet die Straße Eine Lohnsteigerung verzeichnet nur der Clausthaler Salzberg zu erreichen und zu entfliehen. Gruiert wurde als Täter der Anbau und der Nassau- Weglarer Erzbergbau; im übrigen haben noch geklagte, der Beziehungen zu dem Dienstmädchen gehabt hatte. einige weniger wichtige Reviere den Lohnstand behauptet. Im Ueber die Persönlichkeit seines Komplicen verweigerte der Angeklagte Kohlenbergbau aber sind überall Lohntürzungen vorgenommen jede Auskunft. Der überfallene Arzt ist infolge der Nervenerregung worden. Am stärksten im größten Kohlengebiet( Oberbergamtsbezirk und der leichten Vrlegungen, die er erlitten, einige Zeit lang frank Dortmund), wo der Ausfall pro Schicht bereits 13 Pf. ausmacht. Jahre 6 Monate Zuchthaus. Das Gericht ging aber über diesen gewesen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten Für das I. Vierteljahr 1914 ergibt sich im Vergleich mit dem Antrag noch bedeutend hinaus und erkannte auf 3 Jahre 6 Monate IV. Bierteljahr 1913 auf den Arbeiter ein Weniger von 23 M. Zuchthaus. gleich 5,4 Broz. Die Gesamtzahl der Arbeiter hat übrigens noch zugenommen, aber die Gesamtsumme der Löhne ist kleiner geworden, wie folgende Aufstellung zeigt: Summe der Löhne M. sonst. rechtsrheinischer. IV. Quartal 1918 I. 1914 Zahl der Arbeiter 396 768 407 512 168 763 595 164 003 886 Direkte Lohnabzüge und weniger Schichten vermindern bei Hochbleibenden und steigenden Lebensmittelpreisen das Einkommen der Arbeiter. Die Aktionäre aber heimsen nun den Segen der guten Konjunktur in Gestalt von durchweg höheren Profiten ein. Das ist die von den Gelben und auch von den Christen gelobte und geschüste Sarmonie der Interessen" zwischen Kapital und Arbeit. Gerichtszeitung. Ein Kirchenaustrittsplakat vor dem Kammergerichi. Ein Plakat des Inhalts: Hier find Kirchenaustritts. erflärungen zu haben", hatte der Gastwirt Beyer in Berlin im Fenster seines Vereinszimmers ausgehängt, jo daß es von der Straße aus zu lesen war. Aus Lichtenrade. Von den arg zugespizten fommunalpolitischen Verhältnissen in Lichtenrade zeugte wiederum eine Anklage wegen Beleidigung des Gemeindevorstehers Dr. Röth, die gestern den Architekten und Gemeindevertreter Reinhard Schober vor die 4. Straffammer des Landgerichts II führte. " und Das Dresdener Schöffengericht verhandelte am Freitag bis Privatflage des Reichstagsabgeordneten Genossen Vogthert gegen den Professor Guhr von der Kunstgewerbeschule in Dresden Genosse Vogtherr hatte auf Einladung des Komitees Konfeffionslos für eine Versammlung in Dresden am 30. Oktober 1912 das Referat übernommen. Nach der Versammlung wurde er auf der Straße zu nächtlicher Stunde von dem Professor Guhr in der pöbelhafteften Weise attadiert und als Salunke und Schurte bezeichnet. Der Herr Brief, an Bogtherr geschrieben. In drei Briefen an das Komite Professor hatte bereits vor der Versammlung einen beleidigenden „ Konfessionslos", an den Reichstag und an den sozialdemokrati schen Wahlverein in Stettin brüstete sich Professor Guhr noch mit seiner Heldentat und fügte den Beschimpfungen neue hinzu. Das alles geschah angeblich zu dem 8wed, den Genossen Vogtherra einer Duellforderung zu veranlassen. Die Briefe haben feinerzeit die Runde durch die Parteiprejie gemacht und die hierar gefnüpften Betrachtungen, in denen Professor Guhr als ein offenbar geistig defekter Mann hingestellt wurde, führten obendrein noch zu Berurteilung einiger verantwortlicher Redakteure unserer Parteis presje. In ähnlicher Weise beschäftigte fich auch Genosse Vogther in einem Ein Erlebnis" überschriebenen Artikel in der In einer nichtöffentlichen Gemeindevertretersizung stand der Geistesfreiheit" vom 10. November 1912 mit Professor Guht Die dieser erhob deswegen Widerklage. Waldankauf von drei Besizern in Frage, dessentwegen schon mit dem Widerllage Zweckverband die nötigen einleitenden Schritte gemacht worden stützte sich auch auf einige angebliche Aeußerungen Vogtherrs an ubiläumspartes". Während ein großer Teil der Gemeindevertreter Einbringung der Widerklage erreichte Professor Guhr die Hina waren. Es handelte sich um die Herstellung eines Kaiser- Wilhelm- läßlich der Insultation nach der Dresdener Versammlung. Durch die der Meinung war, daß die Sache mit den drei in Frage kommenden ichiebung der Verhandlung bis nach Reichstagsschluß, da der Befibern so gut wie abgemacht jei und auch der Gemeindevorsteher Reichstag die Strafverfolgung Bogtherrs nicht genehmigte. Jest vorher sich für den Ankauf aller drei Waldgrundstücke ausgesprochen endlich konnte die Sache zu einem vorläufigen Abschluß gebracht habe, fam es in jener nichtöffentlichen Sizung zu lebhaften Aus- werden. Die angeblichen Beleidigungen Guhrs durch Bogtherr find Guhr forderte Straffrei einandersetzungen, da der Gemeindevorsteher den Ankauf des Happe- bon niemanden sonst gehört worden. schen Waldgeländes ablehnen zu müssen glaubte. Der Angeflagte erklärung beiber Teile. Das Gericht verurteilte Guhr aber zu Schober, der zu der den Dr. Röth belämpfenden Frattion gehört, 150 M. Geldstrafe und Tragung sämtlicher Gerichtstoften trat in der Hize des Gefechts vor diesen hin und soll nach der Feit während die außergerichtlichen Kosten nicht erstattet werden. stellungen des Schöffengerichts Tempelhof zu ihm gesagt haben: die Widerklage Guhrs hin wurde Genosse Vogtherr wegen des Jeber galisische Handelsjude und jeder Lumpenfammler hält doch Artikels zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. fein Wort, wenn er es einmal gegeben; Sie aber find doch Referve pffizier, wie können Sie Ihr Vorgehen verantworten? Sie sind ja schlimmer wie ein galizischer Handelsjude." Der Angeklagte gab nur vergleichsweise die Bemerkung über galizische Handelsut haben, bestritt aber, den letzten ihn zur Last gelegten Sah gesprochen zu haben. doch für erwiesen, daß auch diese Aeußerung gefallen sei und verNach längerer Beweisaufnahme hielt aber die Straffammer warf aus diesem Grunde die bom Angeklagten eingelegte Berufung gegen das auf 100 M. Geldstrafe lautende Urteil. Das Landgericht verurteilte ihn wegen Uebertretung des§juden, die doch auch geschlossene Verträge zu halten pflegen, gemacht des preußischen Preßgesezes, weil er ein Plakat öffentlich ausgehängt habe, das einen Inhalt habe, wie ihn§ 9 für öffentlich auszuhängende oder anzuheftende Platate nicht zulasse. Es wurde ausgeführt: Der Angeklagte behaupte allerdings, es handele sich um eine Nachricht für den gewerblichen Verkehr, die§ 9 für Plakate zulasse. Und hierfür mache Angeklagter geltend, er habe beabsichtigt, die Personen, die sich für die Kirchenaustrittssache interessierten, sich als Kunden zuzuführen. Der Inhalt der Plakate lasse aber deutlich erkennen, daß er ankündige, es seien Kirchenaustrittsformulare vorhanden und abzugeben. Das habe mit dem gewerblichen Verfehr des Angeklagten nichts zu tun. B. habe sich deshalb gegen§ 9 bergangen. Das Kammergericht verwarf dieser Tage die vom Angeklagten gegen das Urteil eingelegte Revision. Es sei ohne Rechtsirrtum die öffentliche Ausstellung eines Platats mit einem nach§ 9 unzulässigem Inhalt festgestellt. Namentlich könne man nicht sagen, daß der Verschleiß beziehungsneise die Abgabe von Formularen für Kirchenaustrittserklärungen zur Ausübung des Gewerbes eines Schantwirts gehöre. Der ostpreußische Pferdehandel vor Gericht. Der Termin gegen die Genossen Redakteure Leid, Wermuth und Wielepp wegen der Artikel, die die auffällige Art des Antaufs von Pferden durch die Remontefommission in Ostpreußen behandeln, ist nach wiederholter Verlegung der angesezt gewesenen Termine nunmehr auf den 18. und 19. Juni anberaumt. Versammlungen. Russische Flieger in Deutschland gelandet. Am Sonntag vormittag mußte ein russischer Flieger pffizier mit einem Baffagier mit seinem Flugzeug bei Gingen im Kreise Lyd eine Notlandung vornehmen. Es handelt sich um den russischen Leutnant Roman Schoranski von der Flieger aufgestiegen war, um auf Befehl des Oberkommandierenden in station Grodno, der mit einem Gefährten am Morgen in Grodno Wilna in Gemeinschaft mit vier anderen Offizieren in Suwalti Schauflüge auszuführen. Leutnant Schoranski, der zum ersten Male einen größeren Flug unternahm, vorlor auf seinem Fluge die Orientierung und fam so über die ostpreußische Grenze. Beim Ueberfliegen dieser wurde das russische Flugzeug von russischen Soldaten beschossen. Die Bandung Gingen, das einen Kilometer von der russischen Grenze liegt, mußte infolge eines Motordefektses vorgenommen werden, das Flugzeug wurde dabei leicht beschädigt. Die beiden russischen Militärflieger wurden von der Behörde in Empfang genommen. Ihre Waffen gaben sie ab; Papiere führten sie nicht bei sich, abgesehen von einer russischen Landkarte. Die Flieger befinden sich im Gewahrsam der deutschen Behörden. Ein Unmensch. bei Warum wird, wenn die Auslegung des Plakatgesetzes durch das Kammergericht zutrifft, nicht gegen alle Personen ohne Unterschied der politischen und religiösen Richtung vor- Zentralverband der Heizer und Maschiniften. In einer außer gegangen, die danach gegen das Plakatgeset verstoßen haben? ordentlichen Generalversammlung erstattete Schlichting Bericht Ein unmenschliches Verbrechen wurde von einem Arbeiter Warum ferner nicht gegen die Polizeibeamten und Staats- bom berfloffenen Verbandstag. In eingehender Weise schilderte er namens Bertrand in der franzöfifchen Ortschaft Coutances be anwälte, die ein solches Einschreiten unterlassen? Würde den Verlauf der Verhandlungen und hob besonders die einstimmige gangen. Bertrand kehrte Sonntag abend in betrunkenem Zustande ohne Ansehen der Person eingeschritten, dann dürfte das Annahme der Beitragserhöhung herbor, sowie die geschlossene ab- in feine Wohnung zurück und begann mit seiner Frau einen Streit Plakatgesetz bald als völlig überlebtes Gesetz aufhören.arbeiterverband zu ben bon legterem gestellten Bebingungen. Alles mit fünf Kleinen Kindern das Haus. Der Mann verfolgte fie, flug lehnende Stellung einer eventuellen Verschmelzung mit dem Metall- Aus Furcht vor Gewalttätigkeiten ihres Mannes verließ die Frau schlug in allem bezeichnete der Redner die Arbeiten der Tagung als durch fie nieder und bearbeitete sie dermaßen mit Fußtritten, daß aus gute, der Verbandstag habe wertvolle Beschlüsse gefaßt, die zum unhold in das Haus zurüd, ergriff sein dreijähriges Töchterche sie blutüberströmt auf der Straße liegen blieb. Wieder der Revolver. Dann fehrte der Besten des Verbandes wirken werden. Die übrige Berichterstattung bas im Belt lag, an den Beinen und ihmetterte es mit Wieder war es eine der jetzt so üblichen Revolver- erfiredte sich auf Statutenänderungen und sonstige Einzelheiten. In allereien, mit der sich gestern das Schwurgericht des Eine Diskussion fand nicht statt. Es wurden dann die Ergänzungs- Bertrand wurde verhaftet und in das Gefängnis abgeführt. dem Kopf gegen die Wand. Das Kind war fofort tot Landgerichts I zu beschäftigen hatte. Diesmal war es eine wahlen des Verbandsvorstandes borgenommen. Gewählt wurden Frau, die sich auf die Anflage des versuchten Tot. Eichmann, Müller, Baspel, Noad, Schmahl und Bach als Ersatzschlags zu verantworten hatte. mann. An Stelle Müllers wurde Baer als Beisiger in die Orts brrwaltung gewählt. Aus aller Welt. Wie ist die Zeitung so interessant. Der unaufhaltsame Verfall des Liberalismus ist nicht nur daran Kleine Notizen. Die Angeklagte, die 35 Jahre alte Wirtschafterin Elisabeth Bom Blizz erschlagen. Sonntag nachmittag wurden auf der Babenky, hatte im Jahre 1910 den Kaufmann Worbahl fennen geStraße von Meiningen nach der Fasanerie der Lazarettinspektor lernt und mit ihm ein Riebesverhältnis begonnen, welches nach den des Meininger Garnisonlazaretts Hansen und sein Sohn vom Absichten des W. zur Ehe führen sollte, aber mehrfach starte Blik getroffen. Der Vater wurde getötet. Der Sohn kam Trübung erfuhr, da die Angeklagte überaus hysterisch ist und dem mit Verlegungen davon. Ueber London enflud sich Sonn W. das Leben recht schiver machte. Troß alledem blieb der Plan der Heirat bestehen und, obwohl sich die Hysterie im Laufe des tag nachmittag ein schweres Gewitter. In einer südlichen Vorstadt wurden sechs Personen durch Blikschläge getötet. legten Sommers unerträglich steigerte, mietete 2. doch eine gemeinGründlich ausgeräuchert. In Großczyste brannte au schaftliche Wohnung in der Prenzlauer Allee. Diese Wohnung zu erkennen, daß die Epigonen der Leute, die trusiglich den Hederhut Sonnabend die katholische Kirche, eine der ältesten im Kulmer Land mußten fie räumen, da die an Angstzuständen, verzaffektionen, hyfte- auf den Kopf stülpten, gravitätisch im spiegelblanten Zylinderhute ein- vollständig nieder. Es hatte sich im Turm ein Bienenschwang rischen Anfällen leidende Angeflagte wiederholt lärmende Szenen verursachte. W. mietete dann eine neue Wohnung in der Meßer herſtolzieren. Wer den neudeutschen demokratischen Liberalismus angefeßt, den der Organist ausräuchern wollte. Dabei fing Straße 2. Ende Oktober sollte die Hochzeit stattfinden. B. er- studieren will, braucht nur einen Blick in seine Breßerzeugnisse zu gebäude des Pfarrgehöftes ein Raub der Flammen. Der Organist das Gebält Feuer. Außer der Kirche wurden noch die Wirtschafts öffnete aber der Angeklagten feinen Entschluß, von der Heirat werfen. In strengster Rangordnung selbst ein vom Hofmarschall- star b vor Aufregung kurze Zeit darauf. zurückzutreten. Darob Schreien, Schimpfen und Toben von seiten amte geprüfter Genealoge könnte dem Redakteur keinen Jrrtum nach- Ein Schweinepriester. Aus Laval( Frankreich) wird ge der Angeklagten, die aber dann doch in Verhandlungen über die weisen werden da alle für des Volkes Wohlergehen so wichtigen meldet: Der 50jährige Pfarrer von Champeon, namens Boulard Höhe einer Abfindungssumme sich einließ. Unter Mitwirkung eines Sofereignisse serviert. So finden wir beispielsweise in einer Almire, wurde am Sonntag hier unter der Beschuldigung ver Stiefbruders des W. namens Schmidt erklärte sich die Angeklagte Nummer des„ Berliner Tageblatts", nachdem es unter dem Titel haftet, an verschiedenen Mädchen im Alter von 11 biz mit einer Abfindung in Höhe von 500 M. einverstanden und erhielt„ Der Spizbubenkönig“ über die Verhandlung gegen den 13 Jahren Sittlichkeitsverbrechen verübt zu 300 M. als Anzahlung. Als am 29. Oftober die weitere Ausein- Aftienfälscher Willmart in Brüssel berichtete, daran anschließend andersetzung bezüglich der Möbel usw. geregelt werden sollte, bat die Angeklagte Herrn Schmidt, sie noch ein paar Worte mit ihrem folgende höchst interessante Dinge in dieser Reihenfolge: Bräutigam reden zu laffen. Schmidt sah, wie sie mit einigen Der Kaiser ist im Automobil nach Döberib gefahren. Schnellen Schritten auf seinen Stiefbruder zulief, er hörte einige Der Kronprinz hat ein Protektorat übernommen. Derantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inferatenteil berantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Verlag: Vorwärts haben. Ein krepiertes Geschoß. In Campi bei Riva wurden am Sonntag beim Entladen eines gefundenen Artillerie geschosses zivei junge Bauernburschen namens Ettore und Adam 2amacarme durch Explosion des Geschosses getötet Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 161. 31. Iahrgaug. m 2. IrilMf des DmSck" Ditustag. 16. Juni 1911 Deutscher Stäötetag. Die diesjährige Tagung des Deutschen Städtetag eZ auf den 15. und 16. Juni in Köln festgesetzt.. Es ist die vierte, der im Jahre 1965 gegründete Städteverband abhält. Der Deutsche Slädtetag umfaßt sämtliche deutschen Städte mit über '-.0 000 Einwohnern, abgesehen von den Hansasiädten, und ferner eine Reihe von Provinzial- und Landesstädteverbänden, durch die ihm auch kleinere Städte angeschlossen sind. Anstoß zu seiner Gründung hat die Dresdener Städeausstellung 1963 gegeben Den Vorsitz führt der Berliner Oberbürgermeister Mermuth «eit 1906. unterhält der Städtetag in Berlin eine eigene Zentralstelle mit Bibliothek und Archiv, die eine rege Sammel- und Auslunststärigkeit entfallet(im Jahre 1913 etwa 25 660 Ausgänge) und lausende„Mitteilungen" herausgibt(Berlin 0 2, Poststr. 17). �hre Oberleilung hat das geschäftsführende Vorstandsmilglied des Deutschen und des Preußischen Slädtetages, Stadtrat a. D. Dr. Lu t h e r Der Städtetag. der alle drei Jahre seine Hauptversammlung abhält. Wechselt mit seinen Tagungsorten ständig ab und hat deshalb schon Gelegenheit gehabt, bei seinen Zusammenkünsten Nord und Süd, D-st und West in gleicher Weise zu berücksichtigen. Auf Berlin als ttjten Tagungsort(1905) folgte München(1968); der Tagung in der Ostmark(Posen 1911) folgt in diesem Jahre ftöln. _ Neben dem Deutschen Slädtetag gibt es noch eine Reihe anderer «tadleverbände. Ebenso wie der Preußische Slädtetag, dessen Ge Ichäftsstelle mit der Zentralstelle des Deutschen Städtetages verbunden ist, einen Zentralverband der preußischen Städte darstellt Uaben auch die anderen Bundesstaaten ihre eigenen Städte- und Wenreindeverbände, daneben besteht noch eine Fülle von Provinzial uadtetagen. Letztere sind sogar, historisch betrachtet, die älteren und suchen vielfach bis in die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahr- Hunderts zurück. Seine Krönung hat der StädtetagSgedanke, der »mit schon auf viele Jahrzehnte zurückblicken kann, aber doch erst >m Deutschen Städletag erfahren, der die Verbindung der gesamten "Utschen Städtescbaft verwirklicht hat. Auf der diesjährigen Hauptversammlung werden zwei die Stadt Uttwaltungen zurzeit besonders interessierende Fragen behandelt jUttden: l. Die Organisation des städtischen Realkredits. 2. Die �rbindung von Städten und Privatkapital für wirtschaftliche Unter- uehniungen. Außerdem ist ein Vortrag über„Die Bedeutung des Werkbund- gedankens für die deutschen Städte" vorgesehen. Von der Stadt Berlin sind zur Teilnahme am Städtetag in Köln ab Ordnet ivorden vom Magistrat: Oberbürgermeister Mermuth, Stadtrat Justizrat Prof. Dr. Mosse, Stadlrat und Syndikus Dr. Hirsekorn, «tadtrat Doflein, Stadtschulrat Dr. Fischer, Stadtrat und Kämmerer �Stadtrat Fischbeck, Stadtrat Selberg, Stadtrat Runge; von ?kc Stadtverordneten- Versammlung: Stadtverordneten- Vorsteher sichelet, Stadtverordnetenvorsteher- Stellvertreter Geh. Jnstizrat Nüttel und die Stadtverordneten Bruns, Heimann, Landsberg Lohmann, Mommsen, Rosenow, Thieme, Tropske, Weyh Hildebcand sowie Magistralsrat Dr. Seckr. � Charlottenburg ist u. a. vom Genossen Hirsch, Neukölln vom -eitossen Scholz, und Schöneberg durch Genossen Küter und bürger- iGe Abgeordneten vertreten. , Der Städietag wurde gestern durch eine programmatische Rede ä Lberbüigermeisters Mermuth eröffnet, deren Inhalt lautete: „Seit dem Slädtetage in Polen von 1911 treten wir heute zum "litt, mal wieder zusammen. In Posen berieten Sie über zwei nichtige Probleme der Rcichsgeietzgebung, die Abgrenzung der Reichs .?g-wahlkreise und die Arbeitslosenversicherung mit htem Begleiter, dem Arbeitsnachweis. Viel guter Wille ist in- Mischen auf diese letztere, die wichtigste aller sozialen £'■ l.fi 4 n, aufgewendet. Aber was nicht die Städte im "lahmen der eigenen Befugnisse haben dafür leisten können, das ist �igetan geblieben. Die Reichsgesetzgebung hat sich ihnen versagt. Das ist leider keine vereinzelte Erfahrung. Wir dürfen und ?0Uen uns nicht verhehlen, daß die Gesetzgebung nicht nur im seiche, sondern merkbar auch in maßgebenden Bundesstaaten den >tadtrn zurzeit nicht hold ist. Unsere Interessen sind fast immer a die mühsame Abwehr gedrängt; und wenn ja Wohlwollen und ■jWtmwnis eine Aktion nicht zu Ungunsten der Städte oder gar zu Jen Gunsten beginnt, so wandelt diese im weiteren Verlauf ihr Antlitz Justg dermaßen,' daß man wünschen möchte, sie wäre ganz unter- "eben. Meine Herren, der Deutsche Städtetag umfaßt jetzt 187 Städte mit Ihr als 25060 Einwohnern und 11 Städteverbände. Sämtliche deutsche Jadte mit mehr als 25 000 Einwohnern sind ihm angeschlossen, nur "i davon nicht als unmittelbare Mitglieder. Er ist sicherlich die ai?ßte Korporalion des Reiches, eine der größten, wenn nicht die »wßte Länder. Hinter ihm steht eine städtische Einwohner« Ja f l von 25 Millionen Köpfen: von Köpfen, die ebenso �>g wie bereit sind, für das Gemeinwohl mitzudenken und mit- soften. Aber daß unser Einfluß dieser äußeren Zahl entspricht, das Ilen wir erst noch erreichen. Wir können es durch verstärkte Schlag- i"igkeit und Rührigkeil, welche auch nachholt, was vielleicht zeit- "le verabsäumt und zurückgeblieben ist. Wir können es dadurch, daß ■'h eine geschlossene Masse bilden, die beim Anprall zusammenhält, .a der der eine für den anderen und dann auch wieder der andere für einen steht. Dazu sollen auch die Satzungsänderungen dienen, J heute zum Beschluß stehen, die Vermehrung des Stimmrechts kleiileren Städte und die Bestellung eines in voller Schaffens- j.?.st stehenden, tatendurstigen GeschäftSsührers. Wenn wir mit Ilen Hilfe unser Inventar ein bißchen ausklopfen, so daß zunächst " Staub alle Räume zu füllen scheint, so ist das ein UebergangS liaiid, durch den wir gern hindurchgehen. � Die diesmalige Tagesordnung wendet sich nicht nur an die Jletzgebung, sondern zum großen Teil an die Initiative der n/<> d t e selbst. Inwieweit die Geineinden die auf gewerblichem 'biete immer unerbittlicher an sie herantretenden Aufgaben aus * 9 e n e r Kraft oder unter Zuhilfenahme privater Unternehmungs- Erwerbslust lösen können und sollen, ist heiß umstritten und „"d auch heute wohl nicht für alle Zeiten festgelegt werden. Die Uuplsache bleibt ein sicherer Instinkt sür die Gebote der jeweiligen Ovation. Denn schien uns ein Austausch der Ideen und bis- r-igen Erfahrungen von hohem Werte.— In Sachen des Real- Idils sprießt es jetzt allerarten nicht nur von wohldurchdachten Bor- �ägen. sondern auch von frischen Taten. Wir, die wir mitten in „"'r Arbeit stehen, erhoffen von der Beratung, daß sie uns Weg- "ler für das weitere Vorgehe» aufstellt. Der erste Vortrag unserer Tagung aber, der uns mit dem .»rte Werkbund die Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zu- Jinienwirken von Kunst, Industrie und Handwerk zeigen will, wird d„. Zugleich ein Vademekum sein durch all das Große und Schöne, die frohe Stadt Köln in ihrer Ausstellung und in sich selbst Ilerem Auge bietet. Ihr, unserer freundlichen Wirtin, folgen wir Aikbar und freuen uns mit ihr ihres strahlenden Gedeihens. Meine Herren, lassen Sie es mich noch einmal sagen: Wir be- Itten dringend der gemeinsamen Arbeil und der Ein- i gleit des Sinnes. Sie drücke sich aur nicht nur in iihk en Zusammenkünften, sondern in dauerndem, fest geschlossenem i° entschlossenem, sturmgeprüftem und sturmbereitem Zusammen- JimenHalt. Sie sei getragen von dem Bewußtsein, daß unsere Iganisalion alle Teile unseres deutschen Baterlandes mit gleicher Ibe und gleichem Interesse umfaßt.""h h-ahntfi mirfi..nf.« �atungen die Einheit und Größe und daß deshalb auch unsere und Größe des ganzen Deutschen Reiches 'rspiegeln müssen und werden." Wir werden über den Verlauf der Verhandlungen zusammen- «nd berichten. Parteiangelegenheiten. Verband der Sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins vnd Umgegend. Die Fortsetzung der am 14. Juni vertagten General Versammlung findet am Sonntag, den 21. Juni 1914, vormittags 9 Uhr, in den Konzert- und Festsälen, Koppen- straße 29, statt. Tagesordnung: 5. Bericht der Reorganisationskommission. 6. Anträge der Kreiswahlvereine. Der geschäftsführende Ausschuß. Die Wahlen in der Verbandsversammlung. Das Ergebnis der Wahlen in der Sonntagsversammlung des Verbandes der Wahlvereine haben wir bereits mitgeteilt. Auf Wunsch geben wir das Stimmenverhältnis wieder. Als Revisoren sind gewählt die Genossen Weimann mit 563, Burghardt mit 553, Dobrohlaw mit 544, Andree mit 568, Fröhlich mit 435 Stimmen. Außerdem erhielt Genosse Jakubowski 358 Stimmen. In den Bezirksbildungsausschuß sind ge wählt: Genossin Kautskh mit 557 Stimmen, Genosse Däumig mit 496 Stimmen, �Genosse Eichhorn mit 477 Stimmen, Genossin Wurm mit 381 stimmen, Genosse Dr. Silberstein mit 365 Stimmen. Außerdem erhielten: Genosse Davidsohn 298, Frank 209. Die übrigen 71 Stimmen waren zersplittert. Zum Internationalen Kongreß sind gewählt Adolf H o f f m a n n mit 448 Stimmen, Eugen Ernst mit 385 Stimmen. Stadthagen 317 Stimmen. Ferner erhielten Stimmen: Genosse Zubeil 313, Düwell 130, Friedländer 93, Pohl 50, Schröder 46. Von vorgeschlagenen Genossinnen erhielten Stimmen Rosa Luxemburg 400, Mathilde Wurm 129, Minna Reichert 95. Erstere ist somit gewählt._ Gemeinsame Jugcudsektion des l. und 5. Kreises. Mittwoch den 17. Juni, 8l/z Uhr, ftndet bei Powileit, Josthstr. 7, eine Veriammlung der 18— 23 Jahre alten Mitglieder beider Kreise statt. Tagesordnung: Naturwissenschaftlicher Vortrag des Ge nosien Dr. Drucker und Neuwahlen. Erster Wahlkreis. Morgen Mittwoch, abends Uhr, öffent liche Versammlung im«chuhmacher-Jnnungshaus, Fischerstr. 25 Vortrag des Stadlverordneten Genossen Robert Drescher über „Die Parteien im Roten Hause." Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Dritter Wahlkreis. Am Sonntag, den 21. Juni, findet ein Ausflug mit Familie nach Kiekemal bei Köpenick statt. Treffpunkt nachmittags von 2 Uhr an im Lokal„Zum Heidekrug"(Jnh. Dräger) Köpentcker Allee 97. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Charlottenburg. Heute Dienstag, abends pünktlich 8>/z Uhr ahlvereinsversammlung. Tagesordnung: Bericht erstattung von der Kreis« und der Verbandsgeneralversammlmrg. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Diejenigen Genossen, die an der Nachtpartie nach den Gosener Bergen teilzunehmen gedenken, treffen sich am kommenden Sonn abend, abends 8 Uhr(pünktlich), im Volkshause, Rosinenstr. 3(nicht um 9 Uhr, wie irrtümlich bekannt gegeben war). Abfahrt vom Bahnhof Zoologischer Garten S26 nach Grünau. Friedenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet morgen Mittwoch, abends Sllt Uhr, pünktlich, im Kaiser-WUHelm Garten, Rheinstr. 65. statt. Auf der Tagesordnung steht unter auderem: Berichterstattung von der Kreis- und Verbandsgeneral. Versammlung und die Beratung der Frage: Zahlabend oder Ab. teilungsversammlungen. Ober-Schöneweide. Heute Dienstag, S'/z abends: Mitglieder Versammlung des Wahlvereins im Wilhelminenhof. Tagesordnung Bericht vom Verein Arbeiterjugendheim. Neuwahlen. Bericht von der Verbandsgeneralversammlung. Johannisthal. Heute Dienstag, abends 8 Uhr: Mitglieder Versammlung im Restaurant„Lindenhof", Friedrichstr. 61. TageS. Ordnung: Berichte von der Kreis- und Berbandsgeneralversamm- lung. Diskussion. Reinickendorf-West. Heute Dienstag, abends 86, Uhr: Mit gliederversammlung im Lokal von Wohlfahrt, Eichbornstr. 18. Rosenthal. Heute Dienstag, abends S1/, Uhr, im Lokale von Guft. Milbrodt, Walderseestr. 5: Mitgliederversammlung. Tages. ordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. Bericht von der Verbands- generalversammlung(Genosse Bartholdt). Wahlen: a) eines zweiten Vorfitzenden, b) eines Mitgliedes zum Bildungsausschuß. Partei. angelegenheiten.' öerliner Nachrichten. /lbenü auf üem Wasser. Der Tag, den während der Morgen- und Mittagstunden dunkles Gewölk verhängte, geht schließlich doch noch klar und leuchtend zur Ruhe. Schon füllt sich das Deck des Dampfers. Eine Volksschulklasse hat einen Ausflug gemacht. Der Lehrer trommelt die Kleinen beizeiten zusammen, damit er nicht den Ueberblick verliert und noch im letzten Augenblick nach einem Ausreißer auf die Suche gehen muß. Die Kinder folgen willig seinem Gebot. Der Aufenthalt in der freien Natur, das Tollen und Jagen durch Busch und Sand haben ihre kleinen Glieder müde gemacht. Nun suchen sie sich still ein Plätzchen auf dem Schiffe. Nicht mehr wie bei der Hinfahrt gibt es einen Kampf um einen angeblich besseren Platz. Man ist zufrieden, wo man hockt. Die Worte fallen leiser und seltener. Nur die großen Kinderaugen leuchten im Glänze eines genossenen Glückes. Und schon schaufelt der Dampfer das Wasser. Um die weißen Schiffsplanken gluckst und klickt es taktniäßig. Ufer- linicn gleiten vorüber: grüne Wiesenflächen, dunkle Wälder- striche, schmucke Landhäuser, hier ein Kirchturm, da eine Bauernkate, dort der Schlot einer Ziegelei. Ruderboote flitzen über die stille Wasserfläche, Segler kreuzen, Schleppdampfer keuchen vorüber und Motorboote rattern hin und her. Und edes aus der steigenden Dämmerung herauswachsende Bild erregt das Interesse der Kleinen, beflügelt ihre Phantasie, gibt ihnen zu den krausesten Deutungen Anlaß. Der will den Ort, der andere jenen kennen; mit Verwandten oder Be- kannten sei er schon dort gewesen, und mit irgendeiner im kindlichen Gemüt haftengebliebenen Erinnerung sucht er seine Behauptung zu bekräftigen. Doch je dichter die Dämmerung ihre Schleier webt, desto müder werden die Kindcraugcn. Die letzten Brotreste sind aufgezehrt, wer noch im Besitz von Süßigkeiten war, hat sie verschenkt oder selbst aufgeschleckert. Der Mund hat nichts mehr zu tun; da wollen die Lider zufallen. So etwas ist schlecht bei den Acht- und Neun- jährigen; wenn es nämlich nachher ans Aussteigen geht, lassen sie sich nur schwer ermuntern. So läßt der Lehrer ein Lied anstimmen. Erst folgen nur wenige seinem Geheiß, bald aber singen sie alle. Singen mit freudiger Hingebung und mit lauter Stimme, daß es weithin über das abendliche Wasser schallt und die Leute vom Ufer und von anderen Gefährten ihnen zuwinken und Beifall entgegenrufen. Und nun ist alle Müdigkeit zerflattert und verflogen. Die kleinen hageren Aernichen schwingen den Takt zur Melodie des Liedes; die kleinen Füße stampfen; und sogar ein paar ältere Leute, die den Kindern völlig fremd sind und nur mit ihne« auf dem- felben Dampfer fahren, singen mit und geben mit ihren tiefen Stimmen für den hohen Sopran der Kleinen den Untertan.... Sportfexerei. Eine wohl neue Sportbetätigung wurde am vergangenen Sonn« tag bei den Wettkämpfen der patriotischen Sportvereine im Stadion den Zuschauern gezeigt. Ist der Sport für jeden wirklichen Sports- freund Selbstzweck, so wurde durch die neue Art der Sportbetätigung kraß und deutlich gezeigt, daß bei Wettkämpfen der sich so patriotisch und national gebärdenden Vereine im Stadion den lächerlichsten Standessitten Rechnung getragen werden muß. Da für unsere Offizierskaste das Monokel bei allen übrigen Gelegenheiten im« entbehrlich ist, so darf es auch bei der Ausübung des Sports nicht fehlen. Am letzten Sonntag stritten sich eifrige Jünger des Mars um die Siegespalme beim Speerwerfen mit Monokel. Also die gesellschaftliche Etikette muß aus alle Fälle gewahrt werden. Nicht nur auf Hos- und anderen Bällen unserer oberen Zehntausend macht das Monokel seinen Träger erst gesell- schaftsfähig, auch bei der Sportbetätigung der echtteutschen Leute darf eS nicht fehlen. Man sollte gleich einen Schritt weitergehen und verorden: Ohne Monokel keine patriotische Bauchwelle drehen, ohne Monokel keinen „Riesen" schlagen usw. Vielleicht sind bis zur nächsten öffentlichen Vorführung im Stadion auf diesem Gebiete bereits erfreuliche Re- sultate erzielt worden. Der Sport um seiner selbst willen treibende Arbeiter hat für solche alberne Sportfexerei nur ein Lächeln übrig. Die Blutprobe. Uns wird geschrieben:„In allen staatlichen Krankenhäusern, stationären Kliniken usw., natürlich auch in den Berliner Anstalten und vielfach selbst in staatlichen Polikliniken sind neuerdings Blut- Untersuchungen mi den Patienten nach dem Wassermannschcn Per- fahren üblich geworden. Diese Methode soll namentlich auch über die geistige Beschaffenheit des Patienten, die ja vielfach für die Beurtei- lung einer körperlichen Krankheit von Wichtigkeit sein mag, Ausschluß zu geben versuchen, ist also bei ihrer umfangreichen Anwendung in der Hauptsache zur Sammlung statistischen Materials für die medi- zinischcn Lehrinstitute bestimmt. Die meisten Patienten erheben gegen die Blutuntersuchung, da sie mit ihrem Zweck nicht vertraut und der Meinung smd, daß sie zur Behandlung der Krankheit not« wendig sei, keinen Einspruch. Man wird auch im allgemeinen gegen solche schmerzlose und unschädliche Blutforschung, gerade weil ihre bisherigen Ergebnisse noch lange nicht zu bestimmten Schlüffen-be« rcchtigen, im Interesse des Fortschritts der Wissenschaft nichts ein, zuwenden haben. Eine andere Frage ist die Kostcnregelung. Die Kosten, für jede Blutuntersuchung gewöhnlich 3 M., werden nämlich dem Patienten mit auf die Rechnung gesetzt. Die Krankenkassen kommen für diese Nebenkosten fast durchtvcg nicht auf, also soll und muß der Patient aus eigener Tasche zahlen, was er in der Regel ungern tut. Ob im Falle der Zahlungsvertveigerung der Kostenbetrag zwangsweise eingetrieben wird, haben wir bisher nicht ermitteln können, immerhin sind unliebsame Erörterungen bekannt geworden. So steht fest, daß Aerzte schon wenige Minuten nach der Blut- entnähme abermals am Krankenbett erschienen und Zahlung vcr« langten, was nicht gerade im Interesse des Kranken und der Kraut- heitsbehandlung liegt. Muß man es damit wirklich so eilig haben? Kann nicht mit der Forderung außerhalb der Krankenstube, an einen Angehörigen herangetreten werden? Vor allem aber sollte man meinen, daß es die staatsbureaukratische Korrektheit crfocrdcrc, dem Patienten vor der Blutentnahme zu eröffnen, daß er die Kosten zu tragen habe. Das geschieht nicht, wohl weil man befürchter. daß dann der Patient es ablehnen werde, sich der Blutuntersuchung zu unter- ziehen. Da könnte also im Hauptinteresse der Wissenschaft: ärztlicher- seits ohne Befragung des verfügungsfähigen Patienten alles mögliche vorgenommen werden, und der Patient wird»hinterher zur Kosten- zahlung verpflichtet. Ueberhaupt sollte in solchen Fällen die Kosten- bcrechnung, die nach der Praxis eines Geschäftsladcns aussieht, fort- fallen. Es liegt ein allgemeines wissenschaftliches Jntereisse vor. für dessen Kosten daher auch die betreffenden Staatsinstitute aus eigener Verpflichtung aufkommen sollten, anstatt die Kosten auf Äe Patienten abzuwälzen. Die 3 M. für die Blutuntersuchung fließen übrigens gewöhnlich nicht mal in die Staatskasse, sondern in die Tasche deS angestellten, vom Staate bezahlten Arztes, der die Bluümtersuchunz vornimmt. Zur Heimstätten-Disziplin. Was wir aus der Heimstätte Buch über sonderbare Disziplinar« maßregeln gegen Patienten berichteten(in Rr. 121), ist bei»n Kuratorium der Heimstätten nicht unbeachtet geblieben. In der letzten Kuratoriums- fitzung wurde, wie wir erfahren, iu Gegenwart des leitcznden Anstalt?« arztes Sanitätsrat Reuter über diese Dinge verha»delt und die Nichtigkeit der Angaben des„Vorwärts" festgestellt. Dos Kuratorium gewann die Ueberzeugung. daß die Schaffung ein.es aus den atienten auszuwählenden Beirats nötig sei, der ein vermittelndes Bindeglied zwischen dem Arzt und den Anstalts- insassen bilden soll. Dieser Beirat, dem dvei zuverlässige Patienten angehören sollen, könnte berechtigte Klagen von Patienten gegenüber dem Arzt wirksam vertreten. Andererseits aber würde er bemüht sein, unbegündete Klagen durch vorherige Aussprache mit den Patienten zu verhüten. Jedes verständige Patient wird bei ruhiger Belehrung einsehen, daß in Anstalten der einzelne sein persönliches Interesse hinter das Interesse der Gesamt- heit setzen und die Ordnungsvorschriften achten muß. Nach wie vor oll in den Fällen, wo zwischen Arzt und Patient auch durch den Beirat keine Uebereinstimmung herbeigeführt werden kann, das Kuratorium die Instanz für Beschwerden sein. Bezüglich der Disziplinarmaßregeln, die dem HeimstAtenarzt zur Ver« ugung stehen, war das Kuratorium der Meinung, daß als„Strafe" weder die Entziehung von NahrungS- und Genußmittelu, noch die Berhängung einer Liegekur angewendet werden darf. Läßt bei einem Patienten das notwendige ordnungsgemäße Verhalten sich nicht erreichen, so bleibt dem NnstaltKarzt als einziges AiZziplinarmittel die Eni- l a s s u n g. Diese wird aber für den Patienten, da ihm ja der Heimstättenaufenthalt eine Besserung seine» Leiden» bringen sollte, auf eine schwere Schädigung hinauslaufen. In manchen Fällen kann die Entlassung eine so tiefgreifende Verschlimmerung de» Leidens bewirken, daß die Maßregel einem Todesurteil gleichkommt. Wenn daher zu deW Disziplinannittel der Entlassung nur bei un- bedingter Notwendigkeit gegriffen werden soll, so wird andererseits«wartet, daß auch die Patienten diese» Aeußerste zu verhüten bemüht sein werden. Von der vermittelnden Tätigkeit des Beirates ist Gewinn für die Patienten und für die ganze Anstalt zu hoffen. Borficht bei Bersicherunge«. Bei Abschluß von Versicherungen mutz das Publikum die größte Vorsicht obwalten lassen. Wir haben kürzlich an der Hand eine» bestimmten Falles dargelegt, wie sich Diebstahlsversicherungsgesell- schaften von ihren Verpflichtungen zu befreien vorstehen, wenn Ansprüche erhoben werden. Erst dann finden die Gesellschaften alle möglichen Auswege, während sie sonst sehr gewissenhaft die Ber- sichcrungsbeiträge abheben. Man muß noch froh sein, nicht selber de» Diebstahls und Einbruchs in der eigenen Wohnung verdächtigt zu werden, wie das leider geschehen ist. Jetzt teilt uns ein Leser die Erfahrungen mit, die er mit der Frankfurter Allgemeinen Bersicherungs-Astiengesellschast gemacht hat. Er hatte im Jahre 1906 ein Ladengeschäft bei der genannten Gesellschaft versichert und regelrecht die fälligen Gebühren gezahlt. Jetzt nach nahezu siebenjähriger Mitgliedschaft wurde in dem Laden eingebrochen. Auf den Antrag auf Ersatzleistung hat die Gesellschaft herausbekommen, daß, während früher hinter dem Laden eine Person schlief, dies seit einiger Zeit nicht mehr der Fall gewesen sei. Das bedeute aber eine Aendcrung deS Vertrages, die hätte gemeldet werden müssen. Das sei aber nicht geschehen. Und aus diesem Grund müsse der Ersatzanspruch abgelehnt werden. Nicht genug damit, erklärte die genannte Gesellschaft die abgeschlossenen Ver- träge auch noch für aufgehoben. Sie hat jahrelang die Beiträge ruhig eingesteckt: mit dem Augenblick aber, da sie Ersatz leisten soll, wimmelt sie den Versicherten sich schnell ab. Zweifacher Mord- und Selbstmordversuch. Eine Familientragödie hat sich gestern gegen Abend im Nord- Westen der Stadt abgespielt. In dem Hause Rostocke.- Straße?3 versuchte die 31 Jahre alte Arbeiterfrau Lina Dehmelt gcbo- rene Erxner sich und ihre beiden Kinder mit Gas zu vergiften. Frau D. hatte mit ihrem Manne früher im besten Einvernehmen gelebt, bis sich dann in letzter Zeit Mißhelligkeitcn in der ehelichen Behausung einstellten. ES kam öfter zu unliebsamen Auftritten und Ehestreitigkeiten. Frau D. zog es schließlich vor, von ihrem Manne fort nach der Rostocker Straße 29 zu ziehen, wo sie im vierte« Stockwerk eine bescheidene Wohnung inne hat. Kürzlich erhielt sie den Besuch ihres Mannes, und es sollte auch jetzt wieder zu Auseinandersetzungen kommen. In der jungen Frau reifte nun der Entschluß, gemeinsam mit ihren beiden Kindern, einem ein Jahr alten Knaben und einem dreijährigen Mädchen in den Tod zu gehen. Gestern abend wurden Haushewohner durch einen starken Gasgeruch, der aus der D.'schen Wohnung herausdräng, aufmerksam gemacht. Als auf starkes Klopfen nicht geöffnet wurde, ließ man die Wohnungstür durch einen Schlosser öffnen und fand die Mutter mit ihren beiden Kindern in leblosem Zustand auf den Betten liegend auf. Ein hinzugerufener Arzt unternahm mit Hilfe eines Sauerstoffapparates mit Erfolg bei allen drei Personen Wieder- belobungsversuche vor. Die beiden Kinder wurden sodann in das städtische Kinderkrankenhaus und die Mutter als Polizeigefangene nach der Charit« gebracht. Ullstein Presse! Die„Bosfische Zeitung" bringt eine römische Korrespondenz über den Generalstreik, der nach Ton und Inhalt ebensogut in der »Deutschen Tageszeitung' hätte stehen können. Die Sozialdemo- kratie wird beschuldigt, mit den Anarchisten gemeinsame Sache gemacht zu haben. Die Hauptschuld aber trage das RegierungS- system: Durch Schuld Giolittis ist man auf der schiefen Ebene der Zugeständnisse an die Monarchie-, gesellschaft»- und staatsfeindlichen Massen so weit gelangt, daß ein Zurück kaum noch möglich scheint. ES spricht Bände, wenn der leitende Staatsmann nicht mehr wagt, vor dem Parlamente die Militärpersonen in Schutz zu nehmen, die, in Ausübung ihrer Pflicht und in Befolgung von Befehlen, beschimpft, be- drängt, mit Steinen beworfen und verwundet wurden, bis sie endlich von den Waffen Gebrauch machten.»Sie haben unrecht gehandelt", erklärte Herr S a l a n d r a in der Kammer, nachdem er die Herausforderungen durch die Anarchisten ausdrücklich ver- merkt hatte. Also der konservative Minister ist dem Ullsteinblatt viel zu schlapp. ES ist ihm zu wenig geschossen, die Schießhelden zu wenig verherrlicht worden. Und noch immer gibt tS Arbeiter, die die Ullsteinpresse, die »Morgenpost" und„Berliner Allgemeine Zeitung" halten I Weil ihm seine Kinder weggenommen werden sollten, hat der S2 Jahre alte Jnstrumentenmacher Franz Vogt aus der Görlitzer Str. 71 seinem Leben ein Ende gemacht. Vogt, der Vater von einem 10jährigen Sohn und einer 8jährigen Tochter war, ver- lor vor vier Jahren durch den Tod seine Frau. Eine Aufwartefrau besorgte ihm seitdem die Wirtschast und sah sich auch so gut als möglich nach den Kindern um. Diese waren aber sehr viel allein und sich selbst überlassen. Schon vor einem Jahre machten Haus- genossen die Revierpolizei auf die Vernachlässigung der Kinder auf- merksam und regten an, sie ins Waisenhaus zu bringen. Vogt wurde dann auch nach der Wache gerufen und dort eindringlich zur Rede gestellt. Darauf erklärte er im Hause, wenn mm, ihm die Kinder wegnehme, so gehe er inS Wasser. Eine Zeitlang ging es dann etwas besser mit ihm. In der letzten Zeit wurde die An- gelegenheit von neuem akut und die Fortnahme der Kinder sollte nun» mehr erfolgen. Am Sonnabend ordnete er seine Papiere und über- gab ein Sparkassenbuch über bvo M. seinem Werkmeister unter der Angabe, daß es zu Hause nicht sicher sei. Seitdem war er ver- schwunden. Gestern nachmittag fand man ihn vor dem Hause Luisen- ufer Nr. 10 im SchiffahrtSkanal als Leiche wieder. Zwei Sonderzüge zur„Bugra" werden an den nächsten Sonn- tagen, 2t. und 28. Juni, früh 7.33, vom hiesigen Anhalter Bahnhos abgelassen werden. Die Ankunft in Leipzig erfolgt 10,20 vorm.. die Rückfahrt 11.10 abends, die Ankunft in Berlin 1.3ö nachts. Der Preis der Sonderzugkarte für einfache Fahrt beträgt 4.10 M. in II., 3 M. in III. Klasse, für Hin- und Rückfahrt mit den Sonderzügen also 8,80 bezw. 3 M. Wer sich länger in Leipzig aufhalten will, darf an den folgenden drei Tagen alle fahrplanmäßigen Züge unter Zulösung einer halben Fahrkarte des gewöhnlichen Verkehrs(und event. einer Schnellzugkarte) benutzen. Ein Kind im Brunnen ertrunken. Ein bedauerlicher Unfall trug sich gestern nachmittag in der taubenkolonie„Frohsinn" am Pnesterweg in Schönrberg zu, Dort spielte der zweffährige Erich Fetschenhäuer, dessen Eltern in der EberSstraße 28 wohnen, auf dem Laubengelände, kam dem zirka drei Meter tiefen Ziehbrunnen zu nahe und stürzte hinein. Die Mutter des Kindes und NachbarSleute, die den Unfall mit angesehen hatten, eilten herbei, doch konnten sie den Knaben auS den Brunnen nicht herausholen und benachrichtigten deshalb die Feuerwehr. Ten Mannschaften der Feuerwehr gelang es erst nach längerer Zeit, das Kind an die Oberfläche zu bringen. Die sofort angestellteu Wieder- belebungSversuche waren jedoch erfolglos und konnte der hinzu- gerufene Arzt nur noch den durch Ertrinken erfolgten Tod feststellen. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Schwerer Unfall bei einer Kinoaufnahme. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag um ß Uhr gelegentlich einer Kinoaufnahme in Weißensee. Es wurde eine Explosionsszene dargestellt. Nachdem schon mehrere Explosionen stattgefunden halten, schüttete ein Requisiteur versehernlich Pulver auf eine noch glühende Platte, wodurch das Pulver explodierte und den Bedauernswerten vollständig überschüttete. Mit schweren Brand- wunden wurde der Verunglückte mittels Automobil nach dem Kranken- hauS gebracht._ Vom Propeller erfastt. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich gestern morgen auf dem Flugblatt Johannisthal. Der bei der Zentrale für Aviatik an- gestellte Monteur Wilhelm Thron hatte den Motor einer Taube zu reparieren und arbeitete, vom Passagiersitz aus an der laufenden Maschine. Nach Beendigung der Reparatur wollte T. das Flugzeug verlassen und kletterte, ohne den Motor abzustellen, zwischen dem Propeller und dem Vorderrand der Tragflächen hinab. Plötzlich wurde er von der zum Glück nur langsam laufenden Maschine er- faßt und erhielt einen so gewaltigen Stoß, daß er etwa zehn Meter weit fortgeschleudert wurde. In schwerverletztem Zustande wurde der Monteur in das Britzer Kreiskrankenhaus geschafft, wo die Aerzte mehrere Rippenbrüche und innere Verletzungen feststellten. Zwei dreiste Wechselschwindler sind in Steglitz aufgetreten. Sie kamen dort in einen Bäckerladen, kauften für 10 Pf. Brötchen und bezahlten mit einem 20-Markstück. Während dann die Verkäuferin IS, 30 M. aufzählte, brachten sie sie durch die unflätigsten Redens- arten dermaßen in Verwirrung, daß sie auf das Geld nicht genügend achtete. Die Gauner benutzten die Gelegenheit, die sie sich so ge- schaffen hatten, steckten mit dem Kleingeld auch das 20-Markstück wieder ein und verschwanden damit. Die Burschen sind etwa 20 bis 21 Jahre alt, dunkelblond und bartlos. Der eine ist klein und untersetzt, der andere etwa 1,70 Meter groß. Dieser hat ein frisches Gesicht und einen aufrechten Gang. Beide trugen einen dunkel- blauen Jackettanzug mit zwei Knopfreihen. Die Ausbildungsknrse für HauSpersonal des Zcntralardeit»- Nachweises, in denen die Dienstmädchen seit Jahren mit gutem Er- folg im Plätten, Schneidern und Ausbessern unterrichtet werden, erfreuen sich in den stilleren Sommermonaten eines besonders regen Interesses. Gelehrt wird: im P l ä t t k u r s u s das Plätten von Rollwäsche, Blusen und Kleidern, Manschetten und Kragen; im SchneiderkursuS das Anfertigen von Hauskleidern, Blusen, Röcken und Kinderkleidern und das Zuschneiden und Abändern nach Schnitten; im Ausbesserkursus das Stopfen feiner Leib- und Tischwäsche. Hand- und Maschinennähen, das Ausbessern von Wäsche, Kleidern usw. Das Honorar beträgt vierteljährlich 4,80 M., für Jugendliche 3 M. Der Unterricht findet in der Abteilung für Haus- personal, Eichhornstr. 1, Ecke Potsdamer Straße, einmal wöchentlich von Ve8- VelÖ Uhr abends statt. Anmeldungen werden dort, auch telephönisch Amt Lügow 3753 entgegengenommen. Aufgefundene Leiche. Am 13. d. MtS., vormittags, wurde in der Nähe Tegelorts aus dem Tegeler See die Leiche eines un- bekannten Mannes gelandet, die etwa eine Woche im Wasser ge« legen haben kann. Der nach der Leichenhalle in Plötzensee ge- brachte Tote ist zirka 40 Jahre alt, mittelgroß, schlank, hat mittel- blonde? Haar, große Glatze, mittelblonden Schnurrbart, braune Augen und ist bekleidet mit schwarzem Jackettanzug, weißem Hemd, Gummi- Stehumlegekragen und-Chemisett, dunkelblauer, langer Krawatte, blauen Hosenträgern, grauen Strümpfen und schwarzen Schnürschuhen. Anscheinend liegt Selbstmord vor. Rekognoszenlen wollen sich bei der Tegeler Polizei melden. Vorortnachrichten» Charlottenburg. Die Gemeindeschulen in Charlottenburg umfassen nach der Oster- einschulung dieses Jahres 688 Klassen mit insgesamt 26 906 Schülern und Schülerinnen. Davon besuchen 23 823 Schüler 840 Normal- ilassen, die somit eine Durchschnittsfrequenz von 44,1 haben. 2212 Schüler befinden sich in 80 S-Klassen, das heißt in den zwischen die Normalschule und die Hilfsschule eingeschobenen Klassen für die- jenigen, welche in den Klassen der Normalschule zwar nicht mit fortkommen, deren geistige Kräfte aber eine Ueberweisung in die Hilfsschule nicht notwendig erscheinen lassen. 8 �-Klassen(für besonders Begabte) werden von 388 Schülern besucht. Außerdem be- stehen noch 24 HilsSschulklassen mit 449 Schülern(Klassenfrequenz 18,71) und sechs Schwerhörigkeitsllassen mit 64 Schülern. Lichtenberg. Ei» braver Genosse, der Metallschleifer und Stadtverordnete Hermann Rösler, ist am Sonntag im Alter von 41 Jahren nach kurzem Krankenlager unserer Partei durch den Tod entrissen worden. In ihm verliert die Arbeiterklasse einen Menschen, der mit ganzer Seele für die Sache des Proletariats tätig war. Der Verstorbene hat sich durch sein Wirken ein ehrendes Andenken in der werk- tätigen Bevölkerung sowie bei seinen Parteifreunden bewahrt. Die Beerdigung findet statt am Mittwochnachmittag 1l-ß Uhr auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in dar Pappelallee. Steglitz. Gemeindevertretersitzung. Die Hoffnung, daß die längst be- schlossene Neugestaltung deS Breiten dach platzcS(am gleichnamigen Untergrundbahnhof) endlich in Angriff genommen werde, erweist sich als trügerisch. Die Verhandlungen zwischen den drei beteiligten Gemeinden Steglitz, Wilmersdorf und Dahlem sowie einigen privaten Anliegern werden sich vermutlich noch längere Zeit hinziehen. Einslweilen mußte man sich damit begnügen, einer neuerlichen Aenderung des betr.Ablommens zuzustimmen. Um unsere Feuerwehr auf die Höhe der Zeit zu bringen, wurden 25 009 M. zur Beschaffung einer Motorspritze bewilligt. Dem Kaninchenzuchrvereln Steglitz-Lichterfelde wurden 200 M. zur Beschaffung von Zucht- tieren und Futtermitteln überwiesen und für eine Ausstellung ein Ehrenpreis von 30 M. gestiftet. Die Vorlage des Gemeinde- Vorstandes betreffend Befreiung der Angestellten der Gemeinde von der Kranlenversicherungspflicht war von den Sozialdemokraten im Ausschuß energisch aber erfolglos bekämpft worden; damit war unser Einfluß erschöpft. Die Vorlage wurde angenommen. Da» Lyzeum II. das jetzt in zwei verschiedenen Schulgebäuden untergebracht ist, soll vereinigt werden und wird deshalb am 1. Oktober nach der neuerbauten Gemeindeschule in der Sachsenwald- stratze verlegt. Bon den vorhandenen 47 Älassemäumen wird das Lyzeum 19 in Benutzung nehmen. Weissettfee. Aus der Gemeindevertretung. In der öffentlichen Sitzung war nur die Zustimmung zmzi Abschluß eines Vergleichs mit der Stadt Berlin von Bedeutung. Als in: Jahre 1911 die Uferpromenade um den Weißen See angelegt werden sollte, war auch von der Stadt Berlin ein gerichtlicher Einhaltsbefehl«gangen, der die Weiter- arbeit vor dem Grundstück des Blindenheims verboten hatte, Hier- gegen strengte die Gemeinde die Klage an, e» kam jedoch zu keinem Termin, denn �urch Vergleich wurde die Klage zurückgezogen. J» der geheimen Sitzung wurde�wiederum über die Weißenie'er Ban!' angelegenheit verhandelt. So stand u. a. am Sonnabend die Zwangsversteigeruiig des Bankgrundstückes in der Langhansslr. 1� an. An diesem Grundstück fft die Gemeinde insofern interessiert als die Bank eine Hypothek von 20 090 M. verpfändet hatte und noch eine weitere vom Gemeindeleihamt hergegebene Hypolhel auS> zubieten war. Die Gemeindevertretung beschloß, den Termin wahr' zunehmen und daS Grundstück eventuell in der Zwangsversteigeruni zu erwerben. Schmargendorf. In der Mitgliederversammlung des Wahlvereins erstatteie zunäch? Genosse Gromulat den Bericht von der Kreisgeneralversammlun� Ein Antrag, die Hauskassiening einzuführen, wurde abgelehnt- mN der Begründung, daß dadurch der Besuch der Mitgliedervcrsamm' lungen ein geringerer würde. Um das Zusammengebörigkeiisge'iihl der Mitglieder zu heben, wurde beschlossen, am 26. Juli einen Familienausslug nach dem Grunewald zu unternehmen. Ferner«' sucht der Vorsitzende, daß diejenigen Genossen, welche die„Neue Welt' als Vereinsausgabe zum Preise von 13 Pf. abonniere» wollen, ihre Adresse dem Kassierer mitteilen möchten. Zum Schluß ivurde ein Antrag auf Einführung einer Präsenzlifte angenomme»- Pankow. „Störung des Fußgängerverkehrs". Den Fußgängerverkehr heblich gestört zu haben, wird einem bei der Firma Garbaty bo schäftigten Arbeiter in einem Strafmandat der Polizei zum Vor' wurf gemacht, das dieser vor einigen Tagen erhalten hat.»» würden in Anbetracht des Polizeimottos„Die Straße dient do-r Verkehr" von vorliegendem Fall nicht Notiz nehmen, wenn MV mehrere Klagen vorlägen, die auf ein allzu fchneidigeS- Wirch nich" gerechtferftgtes Vorgehen der Polizei schließen ließen. Wie der W in Frage kommende Arbeiter uns mitteilt, sei er am 18. Mai. abend' 5 Uhr, aus der Fabrik gekommen und habe einen Augenblick an dr- Berliner, Ecke Hadlichstraße auf seine Frau gewartet. Nach kurz« Zeit sei der Polizeisergeant Krüger auf ihn zugekommen und h"11* ihn aufgefordert, weiterzugehen. Auf seinen Einwand, daß er seine Frau erwarte, habe ihn Beamte sofort in barscher Weise angefahren und ihn nach der Poliz� wache transportiert. Hiervon habe sich der Polizeisergeant an» nicht abbringen lassen, trotzdem er sich hinreichend legitimierte, u»° obwohl seine hochschwangere Frau inzwischen zur Stelle war. anderen Tage habe der Sistierte sich mit mehreren Kollegen Z"" Polizeikommissar Becker begeben, um diesen zu befragen, waru� Arbeiter vor der Fabrik nicht stehen dürften. Hier wurde ihnen f. sagt, daß Beschwerden eingelaufen wären, im übrigen handle es bei dem in Frage kommenden Beamten um einen Mann, der a> der schneidigste Beamte gelte; er, der Kommissar, wünschte v>a- daß auch die anderen Beamten so wären. Die Beschwerdeführers wannen den Eindruck, daß der Herr Kommissar den Wunsch 5»°' daß die Polizei mit aller Schärfe gegen Passanten, die nichts wem tun, als in ruhiger Stellung auf dem Trottoir zu verharren, gehen solle. Diese Auffassung der Polizei sowie da? Verweilen»'. Polizeibeamten(sogar in Begleitung von Polizeihunden) hat � den zahlreichen Arbeitern der Fabrik bereits großen Unwillen herv-f gerufen. DieS um so mehr, als in dem GarbatyschSn Betrie» keinerlei Differenzen bestehen.;.,, Wir können uns nicht denken, daß die Amtsverwaltung-'. hier geschilderte Verfahren der Polizei friedlichen Bürgern gegenu»� duldet. Und ein Polizeikommissär, der die Aufgaben der PolizfU. wie Uns geschildert, auffassen würde, stände an völlig falscher vW Spandau. Das Städtische und Kreiskraftwerk Spandau ohne Wasserlcit»»� Man schreibt uns: Es klingt unglaubwürdig, daß ein solch großes A-' auf dem über hundert Menschen beschäftigt sind, ohne Wasserleiw»» und überhaupt ohne eigenes Trinkwasser ist. Täglich holt ein Arbc»� mehrere Eimer Trinkwasser von einem jenseits der Havel gelegs!�, Vergnügungslokal. In eine üble Lage geraten die zahlrem� Schisser, die mit dem Ausladen von Kohlen für das KreiSkraftl»-" beschäftigt sind. Am Donnerstag versuchten Schiffer, nachdem�> vergeblich den Portier des Werks um Trinkwasser gebeten hatten, einem gegenüberliegenden Sommerlokal Wasser zu erhalten und- klärten sich bereit, den Eimer Wasser mit 10 bis 20 Pf. zu beziwl» Aus unerklärlichen Gründen wurde den Schiffern das Trinkwa� verwcigext, so daß sie gezwungen waren, Havelwasscr zu Nach dem Genuß von dem baktericnhaltigen Havelwasscr erkranl- der Schiffer Franz Kindermann aus Fürstcnberg a. O. so bedenk daß der behandelnde Arzt ihn für arbeitsunfähig erklärte und'•?' empfahl, entweder das Spandauer Krankenhaus auszusuchen oder' nach seiner Heimat in ärztliche Behandlung zu begeben. Dieser® gang hat in Schifferkreisen große Empörung hervorgerufen.-■ Wasserpolizei kontrolliert sonst die Schiffer auf der Fahrt sebrj'S ob sie auf ihren Fahrzeugen immer Trinkwasser haben. Bis Pfü'Z'V lieferte der Baurestaurateur, der auf dem Gelände des Kreisir», Werks einen eigenen Brunnen errichtet hatte, das Trinkwasser.* j der Gastwirt aber Pfingsten den Brunnen niitnahm, ist gewaltige Unternehmen ohne Trinkwasser. Vergeblich. ist-.i, her etwa 400 Meter tief nach brauchbarem Trinkwassers bohrt worden, da auf dem Gelände früher Sumpf war. S,., halb läßt das Werk keine Wasserleitung legen Die Spandauer W»iU leitung geht bis zum Schützenhof, nicht weit ab von dem Krei»k«', werk. Es ist höchste Zeit, daß sich die Spandauer Polizei um skandalösen Zustände lümmeri, bevor auf dem Kreiskraftwcrl Seuchenherd entsteht. Ferienspiele. Am Montag, den 6. Juli, beginnen die spiele. Es sind hierfür nachmittags'Iß Uhr vier Treffpunkte gesehen und zwar: 1. Bahnhof Charlottenburg(Stuttgarter Ziel: Grunewald, PichelSberge. 2. Bor dem Kaiser- Friedsi, Denkmal(Luisenplatz). 3. Gustav-Adolf-Platz(Schule). 4. Kaist� Augusta-Allee, Ecke Wiebestraße(Schule). Bei den drei letztgenatm Treffpunkten ist das Ziel die Jungfernheide. Der Spielplatz.� findet sich in der Nähe der Erholungsstätte vom Roten Kreuz- Spiele finden täglich, außer Sonnabend. statt. Für die Kinder von 11—14 Jahren soll de» Sonntags unter Leitung, die der BildungsauSschuß stellt, eine weitere Toge�p"' unternommen werden. Die Eltern werden gebeten, den Kindern Mundvorrat, eveim Fahrgeld, mitzugeben. Die Ferienspielkommission bittet die Arbc'xf eltern. an dieser Einrichtung recht regen Anteil zu nehmen.„if sei, daß alle Kinder mitgenommen werden, welche der Erholung j meisten bedürfen, ohne zu fragen, welcher Gesinnung die Eltern gehören._ Fugendveranftaltuuge«. Lichtenberg. Am Tonnabend, den 20. ftuni, in den ffiofcncc Sonnenwendfeier. Zaesspunkt abends 8 Uhr Bahnhof• Stralau- Jim11»' bürg. Fahrt bis Schmöckwitz. Umsteigen Grünau. 3lm Anschlug Tagespartie nach Störitzsec. Rückfahrt Sonntag. b'/, Uhr, von Erkner. Fahrgeld 78 Pf. Liederbücher, Decken mitbringe Zrauen-Leseabenüe. Kriedrichshagen. Dienstag, den 1k. Juni, abends SV, Utzr, Jugendheim, Friedrich str. SO, 2. Hos Part, links.. � Nieder Sckönhause». Dienstag, abends 8'/- Uhr, bei � Blanienburgei: Str. 4. Vortrag der Genossin Demomtsig. Briefkasten üer Redaktion. Soeben erschienen: Führer durch das Familiei"� Heft 1-: Die rechtliche Stellung der Äiuder, EhegatttJ" fi Berwaüdten. Durch die Buchhandlung„Vorwärts" zum+ von 30 Pf. zu beziehen.' S. 1. Bir halten Sie nicht für zahlungspftichtig. G.. 1887.1 genügt die Buchführung. Stationen Frankf. a. München Wien Witterungsübersicht vom 15. Juni 1914. Wetter Stationen Haparanda 759 Betersburg 765 2 7630SD Aberdeen 769 NND 761 N 762 NND 761D 761 2 heiter 19 3 heiter 18 2volten! 21 Scilly 1 wollig 17 761 S 4 bedeckt 15 Paris 1Nebel 14 Better 2halb bd. 5°.4° 91. 9 1 halb bd. 15 2Danst 14 1 balb bd. 10 1 bedeckt 16 F. K. Turiner Str. Infolge Ihrer Marithallenpreise. 100 Stilogr. Grbjen, gelbe, zum Kochen 1. Es besteht Gütertrennung. Das eingebrachte Gut der Frau haftet also längeren Arbeitslosigkeit im verstrichenen Steuerjahr wird der Veranlagung 34,00-50,00. Speisebohnen, weiße 36,00-60,00. Rinjen 40,00-80,00. nicht. 2. Sie können unter Segung einer Frist Instandsegung verlangen. das mutmaßliche Einkommen des jetzt laufenden Steuerjahres zugrunde- Startoffeln( Kleinhol.) 5,00-8,00 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule Berstreicht die Frist erfolglos, fönnen Sie die Arbeit anderweit ausführen gelegt. Die Steuerbehörde war daher zu dem Berlangen gefeßlich be- 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00 0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. lassen und Ersatz der Kosten beanspruchen. M. B. 83. Eine solange rechtigt. Da Ihre Reflamation aussichtslos ist, ziehen Sie sie zurück. Sie Kalbfleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,20-2,80. zurückliegende Strafe ist in der Regel kein Entziehungs- bezw. Weigernngs- lönnen aber noch, und zwar bis spätestens Ende dieses Monats, bei dem 60 Stüd Gier 3,20-4.20. 1 Kilogramm Karajen 1,40-2,40. Aale grund. G. 5. 100. Ja. 2. 100. 1. Gefeßliche Schwierigkeiten Borfizenden der Beranlagungsfommission einen Steuerlaßantrag für die 1,40-3,20. Zander 1,60-3,40. Hechte 1,40-3,40. Barthe 1,00-2,40 tönnen nicht entstehen. 2. Beschwerde bei der Schuldeputation. 3. Nein. Zeit der Arbeitslosigkeit im Vorjahre ftellen und beantragen, daß diese Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stüd Strebje 3,00-18,00. 23. 2. 26. Nach Ihrer Darstellung hat Ihre Frau für die Krankheits- Steuer zurüdgezahlt bezw. angerechnet wird. A. S. 97. Sie sind zur zeit auch Anspruch auf Strankengeld. Für den Fall der Entbindung kann sie die Beiterzahlung verpflichtet. Berjährung ist noch nicht eingetreten. Wöchnerinnenunterstügung beanspruchen. Anspruch auf die Hebammenhilfe hat D. 100. Unseres Erachtens fa, bis zur Dauer von sechs Wochen. sie leider nicht, da sie nicht zu den versicherungspflichtigen Mitgliedern gehört... 14. 71. Der Abzug ist zulässig. Frau Martha 36. Falls M. H. 97. Eine solche Zeitschrift ist uns nicht bekannt.- R. G. 37. beweisbar, tann wegen Beleidigung geflagt werden. G. D. 15. 1. Ja. Bei der Zentralfommission der Krankenkassen, Berlin, Aleranderstr. 39/40, 2. Falls bewiesen werden kann, daß der Generalpächter die Stange um dürften Sie die gewünschte Auskunft erhalten. Kniprodeftr. 101. Er widelt hat, ist dieser verantwortlich. 2. Das Amtsgericht, in dessen Bezirk stammt aus dem Hause Hohenzollern. Rex heißt König. C. 27. Um der Generalpächter wohnt. O. H. 1. Ihre Angaben reichen nicht aus, darüber sichere Auskunft zu erhalten, fragen Sie am besten direkt beim tommen Sie in die Sprechstunde. G. B. 100. Kommen Sie mit den Holzarbeiterverband, Am Köllnischen Part 2, an. Often 150. Wenden auf den Prozeß bezüglichen Schriftstüden in die Sprechstunde. K. D. Swinemde. 762 NND Sie sich an den Bund für Mutterschutz. Auskunftsstelle: Mariannenufer 2. M. M. Das ist zutreffend. K. 2. Nieder- Schöneweide. Oberschwester Anna Schmidt( Sprechst. 2-3). 2. Ja.-D. Nein. Berlin 2 156. 1. 1,90 M. 1. Dafür sind Hamburg die Sagungen maßgebend. 2. 2,90 M. 3. 2,30 M... 23. Charlottenburg, Mollwigstraße. 5. D. St. Ihre Braut fann das Kind jederzeit herausverlangen, so F. 5. 18. Davon sind wir nicht unterrichtet. Mutterliebe. fern ihr nicht durch vormundschaftsgerichtlichen Beschluß das Sorgerecht Fragen Sie bei der Direktion der Charité direkt an. F. M. 7. 1. Die entzogen ist. Ist letteres der Fall, so kann, insbesondere, wenn die Ehe 761 DND Konsumgenossenschaft Berlin- Lichtenberg, Rittergutstraße, kann dies beant bereits geschlossen ist, ein Antrag auf Aufhebung dieses Beschlusses gestellt worten. 2. In der Drogerie erhalten Sie ein solches Mittel. werden. m. G. 70. Ja, und zwar eine 14tägige Kündigungsfrist. Wetterprognofe für Dienstag, den 16. Juni 1914. Keller, Neukölln. Das wissen wir nicht. Fragen Sie dort an, wo A. W. 100. 1. Ein Recht zur Vernichtung der Sachen hat der VerWarm und ziemlich schwül, vielfach heiter, aber veränderlich bei größten Sie die Lose gekauft haben.- B. 97. Kupferdrucker ist ein besonderer Beruf mieter nicht. Jedoch kann die Versteigerung veranlaßt werden, falls Ein- teils schwachen östlichen Winden und etwas Neigung zu Gewittern. für sich, hat mit Buchdruder nichts zu tun und wird meist in besonderen lösung nicht erfolgt. Der Versteigerung muß eine Aufforderung zur EinBerliner Wetterbureau. Buchdrudereien, z. B. in der Reichsdruckerei ausgeübt. Beelitz 12. Mit lösung unter Segung einer Frist und unter Androhung einer Bersteigerung 199 900 Proz Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis M. 52. Sie meinen jedenfalls Jungfernglas". vorausgehen. 2. Wegen der Unterhaltsansprüche ehelicher Kinder sowie Mittwochmittag: Warm und schwül, noch vielfach heiter, aber im BinnenNäheres darüber können Sie bei einem Töpfer erfahren. G. Krause. Ehegatten ist unbeschränkte Lohnbeschlagnahme zulässig. Bei den Unter- lande zahlreiche, im Küstengebiet nur vereinzelte Gewitter mit vorüberPfeiffer hieß der Leiter einer früheren Armenschule.( Auch Abendschule haltsansprüchen unehelicher Kinder muß dem Schuldner ein Betrag belassen gehender Abkühlung. genannt.)- R. R. 100. Passagiere mit anstedenden Strantheiten werden werden, der zu seinem notdürftigen Unterhalt ausreicht. Wegen Steuerzurüdgewiesen. Rudolf H. König von Albanien. H. Zander. forderungen, die nicht länger als 1 Jahr fällig sind, ist ebenfalls unbe" Invalidendant". Berein zur Unterstügung deutscher Invaliden und deren schränkte Lohnbeschlagnahme zulässig. Wegen älterer Steuerschulden dieHinterbliebenen Berlin, Unter den Linden 24. Der Reichsinvalidenfonds war jenige Lohnforderung, die monatlich 125 M oder wöchentlich 28,85 m. der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau aus der von Frankreich zu zahlenden Kriegskostenentschädigung fundiert. übersteigt. 3. Nur für verheiratete Männer. A. Sch. O. Str. 151. A. K. 2. Dafür sind die Statuten maßgebend. B. W. 113. Etwa 25 M. müssen belassen werden. Erstreckt sich die Beschlagnahme 1. und 2. Ja. Bafferstand E. O. 100. Ja. 5. 500. Die löschungsfähige weiter, fo fann Ihr Mann Beschwerde bei dem Amtsgericht, das den Quittnng muß vom Notar oder Amtsgericht beglaubigt werden. und 5. B. Pfändungs Ueberweisungsbeschluß erlassen hat, einlegen. Memel, Zilfit 100. Beantragen Sie bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser A. S. 164. Nein. B. 12. Nein.-A. 3. F. S. 1. Die Rechts- Bregel, Insterburg verstorben ist, die Vermittelung der Auseinandersetzung. 99. Luife. lage ist für Ihren Vater ungünstig. 2. Alsdann könnte Ihr Vater inter- eichsel, Thorn 1. und 2. Nur nach Einsichtnahme in den Mietsvertrag zu beurteilen. benieren. 3. Es empfiehlt sich gütliche Einigung. Vielleicht können Sie Dder, Natibor Moris 10. 1. und 2. Unseres Erachtens leider nicht. 3. Ja, sofern Abzahlungen leisten. 4. Jn 30 Jahren, sofern es sich um eine bereits ausKrossen Invalidität vorliegt. 100b. Darin kann eine Beleidigung gefunden geflagte Forderung handelt. Charlottenburg 70. Ihre Sachdarstellung Frankfurt werden. Bir raten im Sühnetermin zu erscheinen. A. Sch. 153. ist so unflar, daß wir eine Auskunft nicht erteilen können. Proletarier Warthe, Schrimm Die Dienstprämie wird auch jetzt noch nicht ausgezahlt. G. 67. Nein. Süd- Ost. 1. Etwa 30 M. monatlich. 2. Nein, sofern die Töchter auch kein Landsberg M. H. 10. Soweit ersichtlich, erscheint ein Antrag mit Rücksicht auf Vermögen haben. Ihre Anfrage ist bereits im Vorwärts" vom 28. Mai nete, Bordamm die Länge der Zeit aussichtslos. Immerhin versuchen Sie es. 2. Beim beantwortet. Bezirkskommando. Elbe, Leitmerig G. 30. Nein.- Schulze, Petersburger Straße. 1. In 4 Jahren. 2. Ja. S. 2. Es ist unbestimmt. Versuchen Sie es. P. B. 100. Auch die Wöchnerinnenunterstüßung und die Entbindungskosten können erstattet verlangt werden. G. W. 29. Ja, sofern der Tod eine Folge des Unfalls ist. Steuer. Unseres Erachtens K ♫ Todes- Anzeigen " Verband der Maler, Lackierer usw. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Lackierer Wilhelm Wiegand am 14. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. Juni, nachm. 1/3 Uhr, bom Krankenhaus Moabit aus nach dem Neuen Johannis- Kirchhof in Plößensee statt. 137/6 Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 4. Abt. Bezirk 541. Am Mittwoch, den 10. Juni, ver starb unser Genoffe Theophil Landowski am Schliemannstr. 31. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen halle des neuen Gemeinde- Fried hofes Weißensee, Faltenberger Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 228/11 Der Vorstand. Verhand d. Gemeinde- u.Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der verunglückte Kollege Theophil Landowski von der 29. Revierinspektion der Berliner städtischen Gaswerke ver storben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet heute Dienstag, den 16. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Gemeinde- Friedhofes in Weißensee aus statt. 34/18 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Begräbniskasse für Frauen und Mädchen Deutschlands in Offenbach. Verwaltungsstelle Berlin I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger Staffierer Adolf Rossow am Donnerstag, den 11. Juni, abends 11 Uhr, verstorben ist. Wir werden sein Andenken in Ehren halten! am Die Beerdigung findet Mittwoch, 17. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 24075 Die Ortsverwaltung. Der Vorstand. Hiermit zur Nachricht, daß mein lieber Mann, Bater, Sohn, Bruder, Schwager und Schwiegersohn, der Instrumentenmacher Emil Lohse am 13. Juni verstorben ist. Ww. Emma Lohse, geb. Neumann. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 17. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuköllner Ge meinde Friedhof, Mariendorfer Weg, statt. 2408b Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Hermann Rösler Wilhelmsberg, Hohenschönh. Str.60 am 14. Juni an Herzleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. Juni, nachm. 52 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofes in der Pappelalle aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Gürtler am Karl Aries Neukölln, Friedelstr. 12 am 13. Juni an Lungenentzündung. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Juni, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeindefriedhofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Ziseleur Heinrich Frese Neukölln, Elbestr. 16 am 15. Juni an Lungenleiden. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 18. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen halle des St. Jakobi- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus ſtatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 120/7 am Die Ortsverwaltung. Marktpreise von Berlin am 13. Juni 1914, nach Ermittelungen des fönigl. Polizeipräsidiums. Mais( mired), Natal 00,00-00,00, Donau 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 15,40-15,70. Richtstroh 4,80. Heu, alt 7,00-8,60, neu 7,60. Martha Döring Cordes, geb. Döring Lothar Döring Vermählte Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Geschäftstutscher Franz Stüwe am 13. d. Mts. im Alter von 51 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 16. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Luisenkirchhofes, Westend, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Fahrstuhlführer Johann Kieselbach von der Firma Hermann Tiek, Aleranderpla im Alter bon 32 Jahren tödlich verunglückt ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 16. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in Marzahn aus statt. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Nachruf! Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Sohlenarbeiter Wilhelm Albrecht verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 65/17 Die Bezirksverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Albert Schleede ( Weißensee, Berliner Allee 228) im Alter von 29 Jahren ge storben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Weißenseer Friedhofes, Falten berger Straße, aus statt. Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Stollege, der Rahmenmacher Johannes Lotz im Alter von 40 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! 89/2 Die Ortsverwaltung. • Dresden Barby Magdeburg Wafferstands- Nachrichten. am feit am ſeit cm 116 14. 6. 13. 6. cm³) <-6 -32-10 98 Wasserstand Saale, Grochlik Havel, Spandau) Rathenow³) 14. 6. 13. 6. cm cm¹) 106 +-2 67-1 47+1 152+23 Spree, Spremberg) 90-12 74 69 -2 81 -3 efer, Münden 236 -13 -20 Mindex 310 4-3 Rhein, Marimiliansau 530+6 6 27 Kaub 327-+- 4 -2+18 -143-11 Köln Nedar, Heilbronn 212+78 116 0 Main, Hanau 218+44 100 -1 Mosel, Trier 97+33 Fall. 1)+ bedeutet Wuchs, Beestow) 3) Unterpegel. Leichte Sommer- Kleidung zu enorm billigen Preisen Wasch- Joppen.......... 90 P. Lüster- Jackette.......... 3.Pikee- Westen......... 2.25 Weiße Hosen mit mbug und 3.50 Loden- Joppen...... 3. 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Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Sohnes, Bruders und Schwagers sagen wir dem Personal der Goldschmiedewerkstatt der Firma Jonass u. Co. sowie allen Freunden und Befannten unseren herzlichsten Dant. Sozialdemokratischer Wahlverein Wanderfarten Neukölln. Am 13. Juni verstarb unser Parteigenosse Karl Bidke am Kaiser- Friedrich- Str. 40. 6. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Juni, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. einame Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher bei Der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, Schwieger- und Großvaters Gustav Neumann fagen wir allen Verwanden, Freunden und Bekannten sowie feinen lieben Kollegen von der A. B. G., den Sängern und den Herren Reonern des Handels- und Transportarbeiter Berbandes und des 4. Wahlkreises für die trostreichen Worte und Spenden unseren innigsten Dank. Ww. Neumann und Kinder. Für erwiesene Aufmerksamkeit und Herzliche Teilnahme sowie Kranz spenden anläßlich des Hinscheidens unferes geliebten Mannes und Baters, des Schriftgießers Carl Göttl, geboren Schloß Telsch in Böhmen, sagen wir allen Freunden, Bekannten, hauptsächlich den Herren Stollegen der Firma Berthold, Messinglinienfabrit, dem Berein aller in Schrift. gießereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen sowie dem Verein Bers liner Buchdrucker und Sriftgießer unseren tiefgefühltesten Dant. Erna Stetz geb. Scharff. F. Stetz, Budapest, Bater. H. Scharff, Schwiegereltern. I 24106 Frau Elifabeth Göttl, Tochter Caroline. hält ftefs vorrätig Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 69( Laden) Speise- Eisdie Fabrikanten u.Händler EisReichels Aroma- Essenzen verarbeiten, erhöhen ihren Absatz durch die vollendet feine Qualität. Sämtl. 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