Nr. 163. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando: Bierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen att: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Rerlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Für unsere Gegenwart! Donnerstag, den 18. Juni 1914. hältnisse bisher nicht zur Verhandlung gelangt. So oft er aber in anderem Zusammenhange, auf den ich noch zu sprechen komme, gelegentlich in die Erörterungen hineingezogen wurde, haben die Liberalen sich immer entsetzt vor der Einheitsschule betreuzigt, als nahe der leibhaftige Gottjeibeiuns. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 1984. Gegen die Militärmißhandlungen. Zeugen heraus! Unter der Ueberschrift Für unsere Zukunft" ver- Selbst der Wortführer der Einheitsschule auf dem Kieler Kongreß Unter der Ueberschrift Für unsere Zukunft" ver- der deutschen Volksschullehrer, selbst Herr Kerschensteiner, auf suchte sich kürzlich Herr Paul Harms im„ Berliner Tageblatt" an den sich auch Herr Harms beiläufig beruft, hat immer mit Der Aufruf an all diejenigen, die Erfahrungen über die dem nicht alltäglichen Kunststück, die nationale Einheitsschule lebhaftem Protest den Gedanken weit von sich gewiesen, als traurigen Zustände in den Kasernen gemacht haben, uns ihre gegen die Sozialdemokratie auszuspielen. Sie wird das tauglichste Mittel sein, zu bekämpfen, was an der Sozial- wäre er einer reichsgefeßlichen Regelung des deutschen Schul- Adressen anzugeben, hat Erfolg gehabt. Trotzdem liegt es tauglichste Mittel sein, zu bekämpfen, was an der Sozial- wesens auch nur in der Theorie geneigt. Er deckt seine rück im Interesse der Sache, das reiche Material noch zu verdemokratie für eine gesunde Entwicklung des Reichskörpers un- ständige Ansicht mit der Besorgnis, durch ein Reichsschulgeset vollständigen. Es gibt sicher noch viele, die meinen, sie erträglich ist". könne das Schulwesen schablonisiert" werden. Gelänge es doch Herrn Harms, von dieser seiner Ansicht zeugt von einer völligen Verkennung des Wesens eines Reichs- nicht mehr zu unterziehen, da uns genug Fälle bekannt seien. Diese Furcht brauchten sich der geringen Mühe, sich bei uns zu melden, möglichst bald alle bürgerlichen Parteien zu überzeugen! Wir würden dann wohl bald die Einheitsschule haben schulgesetes. Ein Reichsschulgesetz würde nur Mindestforde- nicht mehr zu unterziehen, da uns genug Fälle bekannt seien. rungen gesetzlich festlegen, der Initiative der Selbstverwaltung Es ist aber wünschenswert, eine möglichst vollständige Denn sobald den Drahtziehern der bürgerlichen Politik nur im einzelnen und nach oben hin würde es selbstverständlich Sammlung zur Verfügung zu haben. Deshalb ist es erst einmal die Hoffnung anfgegangen ist, daß irgendein völlig freie Bahn lassen. dringend erforderlich, daß alle diejenigen, die altes oder neues Mittel der Sozialdemokratie den Die sozialdemokratische Fraktion wird ihren Antrag, der Militärmißhandlungen erlitten oder von solchen sichere Garaus zu machen geeignet sein könnte, ist ihnen keine Mühe durch den Sessionsschluß mit in den Papierkorb versenkt Kenntnis erlangt haben, sofort ihre Adresse uns zur zu viel und kein Geld zu teuer. Die staatliche Jugendpflege worden ist, sicherlich im nächsten Herbst wieder einbringen. Kenntnis bringen. und der Jungdeutschlandbund sind des in der jüngsten Zeit Sie wird sich daran auch nicht durch die Hoffnung des Herrn beredte Zeugen! wir dann mausetot wären! borzuhalten. Der albanische Aufstand. Es gilt den Kampf gegen den Militarismus Gelange es also Herrn Harms, die Einheitsschule zu ver- Harms hindern lassen, daß mit der Einheitsschule als dem bei jeder Gelegenheit im Parlament, und da es der Striegs,, tauglichsten Mittel" die Sozialdemokratie bekämpft werden wirklichen, weil sie das tauglichste Mittel" zur Bekämpfung wird. Ueberzeugt Herr Harms bis zum Herbst- es sind ja minister will, auch vor Gericht zu führen. Der Schlag, den der Sozialdemokratie ist, wir Sozialdemokraten würden die noch einige Monate bis dahin- seine liberalen Parteigenossen die Reaktion gegen die Sozialdemokratie, die unermüdliche ersten sein, die ihm eine Dankadresse stifteten. Selbst wenn in der Reichstagsfraktion von dem Wert der nationalen Ein- Bekämpferin der Militärmißhandlungen, führen will, muß mit Wir fürchten nur, Herr Paul Harms wird nicht viel Er- heitsschule, so haben wir hoffentlich die Freude, daß sie mit doppelter und dreifacher Wucht auf sie zurüdfallen. uns für unseren Antrag stimmen. Sollte ihnen das aber eine Deshalb tut Eure Pflicht und stellt uns Eure Erfahrungen folg mit seiner lleberredungskunst haben. Selbst dann nicht, wenn er vorsichtiger und bescheidenerweise nicht bei den unerträgliche Perspektive sein, so können sie bis zum Herbst zur Verfügung! ja noch selber einen Initiativantrag einreichen! Herr Harms Junkern des blauen Ostens oder den Pfaffen des schwarzen sieht, daß es uns Sozialdemokraten lediglich auf den Fortschritt Westens, sondern bei den Nächsten dazu", bei den liberalen der Sache, nicht auf das politische Erstgeburtsrecht ankommt. Fabrikanten, Börsenleuten und Intellektuellen, beginnen Aber Herr Harms muß schon mit Engelzungen reden. würde. Herr Harms nimmt harmloserweise an, die Einheits- Sonst gelingt ihm das schwere Werf nicht. Denn die Liberalen Die Aufständischen haben den Angriff auf Durazzo abschule würde nur auf der ganzen Linie dessen abgelehnt, haben im Reichstage noch handgreiflichere Beweise ihrer gebrochen und haben in größerer Entfernung von der Stadt was wir mit einem zwar reichlich abgegriffenen, aber doch Gegnerschaft zur Einheitsschule geliefert. Stellung genommen. Daß von einer Niederlage der Anhandlichen Ausdruck als Reaktion zu bezeichnen pflegen". Um zu dem ersten bescheidenen und ganz gewiß nicht greifer keine Rede sein kann und ebensowenig von einem Ende Wenn Herr Harms in diese Reaktion den Liberalismus umstürzlerischen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Einheits- der Kämpfe, zeigen die neuesten Nachrichten über einen neuen einbeziehen sollte, wogegen wir selbstverständlich gar nichts einzuwenden hätten, so hätte er recht, tausendmal recht. Aber schule anzuregen, hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion Ansturm auf Durazzo. Die Stellung des Fürsten ist nach im Februar 1912 einen Ausbau der Reichsschulfommission zu wie vor unhaltbar. Herr Harms nimmt den Liberalismus, wie der Fortgang und einem selbständigen Reichsschulamt gefordert. Unter den Die Kampfpause. Ausgang seines Artikels erkennen läßt, leider aus, und so vielen schiefen und törichten Bemerkungen, die Herr Harms Durazzo, 17. Juni.( Durch Funkspruch vom Kreuzer ,, Szigetvar".) bleibt uns die Aufgabe übrig, dem weltfremden Phantasten, in seinem Artikel beiläufig über die Sozialdemokratie macht Das Gefecht in der Nacht zum 16. dauerte nur kurze Zeit und be dem vor allem die liberale Schulpolitik ein Buch mit sieben und auf die ich in diesem Zusammenhange einzugehen keine schränkte sich auf erfolglos gegenseitiges Feuer, welches nach einer Siegeln zu sein scheint, einige Tatsachen jüngeren Datums Ursache habe, ist vielleicht die törichtste die Behauptung, die halben Stunde auf der ganzen Linie völlig verstummte. Die übrige Sozialdemokratie sei durch und durch unhistorisch" und habe Nacht verlief ohne Zwischenfall. Der Feind räumte die Einige Fragen voraus! feinen Blick für geschichtliche Verklammerungen. Wenigstens höhen nördlich von Durazzo und zog sich in der Richtung auf Warum hat der Liberalismus noch niemals dort, wo er müßte Herr Harms anerkennen, daß die Sozialdemokratie bei Rasbul hinter die Hügelfette zurüd. Dort find starke Posten die Mittel und die Macht hatte, die Einheitsschule borihrem Stampf um die deutsche Einheitsschule durch und durch der Aufständischen zu bemerken. Der gestrige Vormittag läufig innerhalb des Rahmens eines Bundesstaates 3 historisch denkt und handelt. So wenig dankbar solche lang verstrich, ohne daß das Gewehrfeuer wieder eröffnet wurde; berwirklichen, auch nur den Finger gerührt, um dieses an- same und mühsame Reformarbeit auch ist bei dem" historisch immerhin wurden die Anhöhen um Durazzo zeitweilig unter gebliche liberale Schulziel zu verwirklichen? Herr Harms Gewordenen" der Reichsschulkommission knüpft sie an und Geschützfeuer genommen. Das eigene und das feindliche Gelände fomme mir nicht mit Preußen und dem machtlosen Liberalismus des preußischen Dreiklassen- Landtags, obwohl der in sucht zunächst einmal in diesen alten Schlauch neuen Wein wurden inzwischen nach Toten und Verwundeten abgesucht, deren der Geschichte so wohl bewanderte Herr Harms wissen sollte, zu füllen. Sollte aber schon der erste Versuch ergeben, daß Anzahl zwar nicht genau bekannt ist, aber Hunderte betragen muß.. der alte Schlauch solchen Anstrengungen nicht mehr standhält, während des ganzen Vormittags wurden die aufgefundenen daß es selbst in Preußen Zeiten gegeben hat, in denen der will sie natürlich auch einen neuen und starken Schlauch. E3 Toten beerdigt. Die Leiche des Obersten Thomson wurde Liberalismus die Macht in der Hand hatte. Leider benutzten muß doch erst einmal eine Stätte im Deutschen in das im Balais eingerichtete Hospital gebracht und dort aufgebahrt. die damaligen Liberalen im preußischen Abgeordnetenhause Reich geschaffen werden, von der aus das Für gestern abend war ein Vormarsch der Regierungsaber ihre Macht nicht zur Förderung der Einheitsschule, deutsche Schulwesen aufmerksam beobachtet truppen mit den vorgestern angekommenen 1200 Walissoren gegen sondern allenfalls zur Unterdrückung freiheitlicher und demo- wird, eine Stätte, die Anregungen sammelt das Rebellenlager bei Shiak geplant. Da der Fürst aber einen kratischer Schulpolitik. Den einzigen wirklichen Fachmann, und weiter giebt, die die Bausteine für ein Rasttag anordnete, wurde der Vorstoß um einen Tag verden sie in ihrer Mitte hatten, Diesterweg, haben sie so hundsföttisch behandelt, daß dem alten Kampen der Efel mehr künftiges Reichsschulgeset zusammenträgt schoben. Ins Palais find Nachrichten aus Kawaja gelangt, und die Pläne vorbereitet! als einmal bis an die Stehle gestiegen ist. Scheuten sie sich Wie haben sich zu diesen Bemühungen die liberalen doch nicht, sich mit der Rechten und den Katholiken zu ver- Fraktionen des Reichstages verhalten? binden, um Diesterweg und Harkort von der UnterrichtsIm Jahre 1912 standen sie der Anregung mit der Feindfommission auszuschließen! Es gibt kleinere feligkeit völliger Unkenntnis gegenüber und lehnten sie Mann Aber sehen wir von Preußen ab. für Mann ab. Bis 1913 hatte sich ein Mitglied der FortBundesstaaten, in denen der Liberalismus heute noch unum fchrittspartei mit der Sache vertraut gemacht, so daß seine schränkt gebietet. Warum kommt dort die Einheitsschule nicht Stimme zu den sozialdemokratischen Stimmen hinzutrat. Durazzo, 17. Juni.( Meldung der Agenzia Stefani von vorwärts? Warum ist sie in einem liberal- republikanischen Bis 1914 hatten sich die Liberalen endlich darauf besonnen, 1 Uhr 30 Minuten nachmittags.) Die Aufständischen Stadtstaat wie Bremen, wo fein Junker und kein Kardinal daß es sich bei dem sozialdemokratischen Antrage eigentlich um haben die Stadt plötzlich wieder angegriffen, während dem liberalen Tatendrang hemmend in den Arm fallen könnte, eine alte Forderung der liberalen Lehrerschaft handelte. Sie die Miriditen gegen Siak im Gefechte stehen. Man fürchtet, noch weiter von ihrem Ziele entfernt als selbst in Preußen? formulierten selber einen Antrag, der freilich viel schlechter daß die Aufständischen jeden Augenblick in großer Anzahl in Warum beteiligt sich der Liberalismus überall munter an der als der sozialdemokratische war. Den letzteren lehnten sie ab. die Stadt eindringen könnten. Die Malissoren Errichtung der Mittelschulen? Warum hält er frampshaft an Die Sozialdemokraten übten sich nicht im„ Suppen- Kaspar weichen zurück, aber man ist dabei, neue Verteidigungsdem Einjährig Freiwilligenvorrecht fest, obwohl auch dieses Trok", sondern verhalfen, wenn auch mit innerem Wider- maßregeln zu treffen, um die Stadt zu halten, bis neue Vereinen Stein auf dem Wege der Einheitsschule darstellt? Aber wenden wir uns nach diesen Vorfragen- es sind streben, dem unzulänglichen liberalen Antrage zur Annahme. stärkungen von Norden eintreffen. Das war ein kleiner Fortschritt. Aber selbst ihn nur einige aus einer großen Sammlung der Stätte zu, haben die Liberalen in der dritten Lesung daß dort gestern nacht Kämpfe der Regierungstruppen mit Rebellen stattgefunden haben. Die Rebellen sollen sich ergeben und erklärt haben, feine eigenmächtigen Ziele zu verfolgen, sondern zum Kampfe aufgehezt worden zu sein.(?) Der deutsche Geschäftsträger v. Lucius ist hier eingetroffen. Neuer Sturm auf Durazzo. die die entscheidenden Beſchlüſſe für die Verwirklichung der noch wieder freiwillig vernichtet, indem fie Die Aufstandsbewegung in der Romagna. nationalen Einheitsschule zu fassen hätte: dem Deutschen Mittel für den Ausbau einer preußischen Zentralstelle für Reichstage! Gerade Herr Harms läßt erkennen, daß es ihm Erziehung und Unterricht forderten und damit zugleich den auf eine wirkliche nationale Einheitsschule, wobei der Nachdruck von ihnen einige Monate zuvor geforderten Ausbau der auf national zu legen ist, ankommt, also auf eine einheitliche Reichsschulfommission zu einer reichsdeutschen Zentralstelle auf Rom, 13. Juni 1914.( Eig. Ber.) Schulgesetzgebung durch das Reich, nicht auf fünfundzwanzig den St. Nimmerleinstag verschoben! verschiedene partikularistische Einheitsschulen in Deutschland. So sieht es um die praktische Arbeit des Liberalismus ,, Wieviele", sagte der Ministerpräsident Salandra gestern Was hat der Liberalismus im Deutschen Reichstage für unsere Zukunft" aus, soweit wir diese in einem weit in den Wandelgängen der Kammer, haben sich vor kurzem nach zur Förderung der meinem Amt gedrängt und jetzt will es feiner." Diese Worte, Nichts? Schlimmer noch: er hat ihr Schivierigkeiten in den nichtig und arbeitsfroh erzogenen neuen Geschlechte zu sehen die nicht für die Deffentlichkeit bestimmt waren, fennzeichnen Paul gut, feinen Wig und seine Weg gelegt. historischen Kenntnisse statt an der Sozialdemokratie an dem Die Sozialdemokratie hat einen Initiativantrag auf deutschen Liberalismus zu üben, damit sich dieser endlich ent- gierung aus der Aufstandsbewegung in der Romagna ergibt. Shaffung eines Reichsschulgesetes im Sinne schließt, in der Gegenwart mit einer liberalen Schul. Natürlich kann man darüber lächeln, daß in einigen Dukenden der Einheitlichkeit und Weltlichkeit der Schule und nach politik den bescheidenen Anfang zu machen. von Orten der Romagna vier Tage hindurch die Republik den Richtlinien einer zeitgemäßen Pädagogik gestellt. Leider proklamiert war, und daß die dortige Bevölkerung so gewisserist der Antrag bei der Ungunst der parlamentarischen VerHeinrich Schulz. Imaßen unter Ausschluß der Deffentlichkeit Weltgeschichte ge 450 451 spielt hat. In Wirklichkeit ist aber an der Sache verflucht Uebrigens fehrt die Regierung jetzt ganz versöhnliche| Gründen zurüdgewiesen, mit der Firma Sandelowski 11, Rach wenig zu lachen; und Salandra fühlt ganz richtig, daß es Seiten heraus. Der Präfekt von Ancona, der das Kommando mann Hand in Hand gearbeitet zu haben, um ihr einen hoher niemanden gelüftet, heute an seiner Stelle zu stehen. der Stadt in den Tagen des Generalstreits in die Hände der Gewinn und sich selbst persönliche Vorteile zuzuwenden. Seit dem 8. Juni sind die Telegraphen- und Telephon- Militärbehörden gelegt hat, ist abgesetzt worden. Salandra Anschuldigungen gegen den Major sind in unseren Artikeln nicht erhoben worden, wohl aber ist die ungehörige Art, Firmen zu verbindungen mit der Romagna abgebrochen und sie sind zur weiß, daß, wenn ihn heute niemand um seine Stellung be- empfehlen, geeignet, den Herrn v. Rundstedt selber in einen beStunde noch nicht wieder hergestellt. Als am Abend des 7., neidet, man ihn morgen beweinen oder verwünschen könnte. stimmten Verdacht zu bringen. gleich nach der Bluttat von Ancona, der Generalstreit pro- Er weiß besser als die reaktionäre Presse, daß das, was in Für die Verhandlung sind zwei Tage angesezt, da ein umflamiert wurde, wurden überall die Telephon- und Telegraphen- dieser Juniwoche über die Romagna hereingebrochen ist, feine fangreicher Wahrheitsbeweis angetreten ist. Es sind 30 Zeugen linien unbrauchbar gemacht. Das republikanische Agitations- Komödie war: nichts zum Lachen, aber viel zum Nachdenken. und mehrere Sachverständige geladen. Ostpreußischer Pferdehandel. b. Politische Uebersicht. „ Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die königliche Staatsregierung aufzufordern, gegenüber den Be schlüssen der sozialdemokratischen Verbands. generalversammlung zu Berlin vom 14. Juni 1914, ivelche auf Erzwingung des gleichen Wahlrechts für Preußen durch Vorbereitung des Massenstreits und Sammlung eines Kampffonds gerichtet sind, alle zur Aufrechterhaltung der Autorität und der Sicherheit des Staates erforderlichen Maßregeln zu treffen." Die„ Deutsche Tagesztg." flatscht Beifall und der Edle 3edlis gibt in der Post" die Begründung: komitee ließ durch Automobile und Zweiräder den umliegenden Ortschaften die Order zugehen, überall die Republik zu protlamieren. Man scheint dabei den Glauben erweckt zu haben, daß dies im übrigen Italien bereits geschehen sei. Im Herbst vorigen Jahres spielten sich in Ostpreußen beim Eine Demonstration der Freikonservativen. Jedenfalls spielte sich die Sache so ab, daß in den kleinen Orten, in denen kein Militär stand, die Karabinieri von der Ankauf von Militärpferden durch die Remontekommission Vorgänge Die freitonservative Fraktion des preußischen Landbevölkerung entwaffnet wurden, dann entfernte man ab, die unter den ostpreußischen Pferdezüchtern und Landwirten Landtags hat unter Führung des Abg. Dr. Arendt überall die königlichen Wappen, hing rote Fahnen aus und Aufsehen und Univillen erregten. folgenden Antrag im preußischen Abgeordneten schickte sich dazu an, eine republikanische Verwaltung Diese Vorgänge wurden besprochen in einem„ Eingesandt", hause eingebracht: zu organisieren, die in den meisten Orten sofort die Kirchen welches der in Stallupönen erscheinende„ Ostdeutsche Grenzbote" schließen ließ und eine Revision des Steuerivesens in Angriff veröffentlichte. Der Einsender F. Eigner führte eine Reihe von nahmt. Einzelfällen an, die sich so abspielten: Der Vorsitzende der ReDie Romagna ist kein geographischer, sondern ein ge- monte- Einkaufsfommission wies Pferde, welche ihm von Landwirten schichtlicher Begriff. Sie umfaßt ungefähr den Teil der zum Kauf vorgeführt worden waren, als unbrauchbar zurück unteren Poebene, der zum Kirchenstaat gehörte. Als ad- und riet den Besitzern, die Pferde an die Händlerfirma Sandeministrative Einheit existiert sie nicht mehr. Ihre Provinzen lowsti u. Rachmann in Königsberg zu verkaufen. Das geschah werden in der italienischen Statistik teils der Emilia, teils denn auch, und bald darauf kaufte die Kommission dieselben den Marken zugeteilt. Sie bildet, um sie geographisch ab Pferde, welche sie kurz vorher zurückgewiesen hatte, von Sandezugrenzen, ein sehr spikes Dreieck zur Rechten der Pomündung, lowski u. Rachmann, die bei diesem Geschäft sehr große Gewinne zwischen Po, Apennin und Adria. Die Bevölkerung lebt vor erzielten. So führte der Einsender unter anderem einen Fall an, wiegend von der Landwirtschaft. Drei Viertel der Arbeiter wo die genannte Firma von einem Gutsbesizer einen von der find Landarbeiter. Betrachtet man Ancona gesondert, das das Kommission zurückgewiesenen Rappivallach mit Schußstern und Zentrum der Belegung bildete, so haben wir eine dicht weißen Fesseln- also ein leicht wiederzuerkennendes Tier- für bevölkerte Provinz( 165 Einwohner pro Quadratkilometer gegen 900 M. faufte und noch an demselben Tage für 1400 M. an die 120 im ganzen Lande). Von Ancona aus griff die Bewegung Kommission verkaufte. längs der Meerestüste nordwärts auf alle Städte bis Ravenna über, dann westwärts, nach dem Innern zu bis Lugo, Imola und Faenza. Es handelt sich um ein Gebiet, in dem revolutionäre und republikanische Tradition sehr tief wurzeln. Diese Gegenden, die unter der päpstlichen Knute seufzten, haben während des nationalen Befreiungskampfes ihren Kampf um die politische Einheit vorwiegend auch als Kampf um die Republit verstanden. Unsere Partei hat hier wenig Fuß fassen können. Während die republikanischen Stimmen im ganzen Lande nur 3,5 Proz. der abgegebenen Stimmen betragen, haben die Republikaner in den Provinzen Forli, Ravenna, Ancona und Pejaro ein Drittel der gesamten Stimmenzahl und verfügen über vier von acht Mandaten der Romagna. Das„ Eingesandt" des„ Ostdeutschen Grenzboten" hatte der Vorwärts" abgedruckt und eigene kritische Bemerkungen über den sonderbaren Pferdehandel hinzugefügt. Durch diese Bemerkungen soll der Vorsitzende der Remonte- Einkaufsfommission, Ma'jor v. Rundstedt in Königsberg, beleidigt sein. Der Kriegsminister hat Strafantrag gestellt und nun haben sich heute die Genossen eid, Wermuth und Wielepp, welche die Nummern, in denen der ostpreußische Pferdehandel besprochen war, verantwortlich gezeichnet hatten, vor Gericht zu verantworten. Die Anklage stüßt sich im wesentlichen auf folgendes: In Nr. 254 des„ Vorwärts" vom 29. September, die Genosse Wermuth als Verantwortlicher gezeichnet hat, ist das schon cr wähnte„ Eingesandt" aus dem Ostdeutschen Grenzboten" abgedruckt und hinzugefügt: neuent. Blüten." " „ Abgesehen davon, daß jene Beschlüsse wenigstens innerhalb der organisierten Sozialdemokratie von Groß- Berlin zu neuer Hez- und Wühlarbeit Anlaß geben, enthalten sie einen so direkten Borstoß gegen die bestehende Staatsgewalt, daß, wenn nicht fräftig eingeschritten wird, die Autorität des Staates bei den Massen notwendig Schaden leiden muß. Der politische Massenstreit ist die modernste Form der Revolution. Er hat mit dem bewaffneten Aufstand das Ziel gemeinsam, eine Aenderung der bestehenden Staatsordnung durch andere als die verfassungsmäßigen Mittel zu erzwingen und unterscheidet sich daher von der Revolution mit Hilfe der Barrikaden nur durch die Wahl eines anderen Mittels zur Erreichung dieses Zieles. Kann man dent bewaffneten Aufstand mit der Er stürmung einer belagerten Festung vergleichen, so erscheint der politische Massenstreit der Aushungerung eines belagerten Plages durchaus vergleichbar. Hält man an diesem Vergleiche fest und stellt sich vor, daß in jener Generalversammlung beschlossen wäre, den bewaffneten Aufstand vorzubereiten und zu diesem Ende zur Beschaffung der nötigen Waffen einen entsprechenden Fonds zu sammeln, so wird man erkennen, welche starke Herausforderung gegen den Staat und ihre Autorität in den am 14. d. M. gefaßten fozialdemokratischen Beschlüssen zu erkennen ist." 25333% Es ist nun in hohem Maße bemerkenswert, daß die AufDas preußische Abgeordnetenhaus ist vertagt und bis zit standsbewegung zwar vor den städtischen Zentren ausging, ,, Ueber dieselbe Kommission und die gleiche Firma wird uns aber auf dem flachen Lande am festesten Fuß gefaßt noch aus Dartehmen geschrieben, daß beide am 23. September seinen Zusammentritt wird die Temperatur merklich kühler hat. In Rimini, Alfonsine, Cervia, Fabriano, Lugo usw. dort im Hofe der Infanterietaserne Markt abgehalten und, wie sein. Im übrigen sollten sich diese glühenden Verehrer der in Pillfallen, hübsch Hand in Hand gearbeitet haben. Gefeßlichkeit zunächst an ihre eigenen Geseze halten. Wir wurde einfach die Republik proklamiert und zwar ,, wie es So versteht eine geschäftstüchtige Pferdehändlerfirma mit wenigstens wüßten nicht, wie die Zuständigkeit des scheint, ohne weitere Ausschreitungen. Zu Erzessen, so zum Hilfe eines Remontekommissare an der Schlagfertigkeit der preußischen Landtags und seiner Regierung begründet werden Ausbrennen von Kirchen, Plündern von Lagerräumen, fam Armee mitzuarbeiten. Das jekt zur Einstellung kommende sollte. Aber im Reichstag sind die Mannen um Zedlig es nur in den Städten. Auf dem flachen Lande geschah bloß minderwertige Pferdematerial muß in wenigen Jahren natürlich so zusammengeschmolzen, daß sie keine Frattion mehr dardas, was man für nötig hielt und was unter den Umständen unbrauchbar sein, dann blüht der Weizen der Händler von stellen, und so verlegen sie den Schauplatz ihrer Heldentaten auch wirklich nötig war, nämlich die Unbrauchbarmachung der Telegraphen- und Telephonlinien und der Eisenbahnstrecke. Das große Opferjahr 1913 zeitigt doch, recht übel duftende furz entschlossen in den Landtag. Aber auch hier heißt's: Vertagung, Vertagung! In Fabriano wurde das republikanische Regime damit ein geweiht, daß man die Automobile der Privatbesiber requirierte In der vom Genöffen 2et gezeichneten Nr. 261 bom 6. Ofund in den Dienst des Komitees stellte. Dann wurde Ge- tober wird der oftpreußische Pferdehandel in drei Zeichnungen und Fortschrittlich- nationalliberale Entfremdung im Westen. einem dazugehörenden Gedicht jatirisch behandelt. flügel und Korn requiriert und der Weizen zu 15 Lire der Doppel- Tann famen wir auf die Angelegenheit nochmals zurlid in Bollspartei im Wahlkreise Dortmund hörde besteht seit vielen Zwischen der nationalliberalen Partei und der Fortschrittlichen zentner, die Hühner zu 25 Cent. das Stück verkauft. Die Nr. 262 vont 7. Oftober, die Genoffe Wielepp berantwortlich Jahren eine Art Kartellvertrag. Bei den Parlamentswahlen gingen Bevölkerung war so fest davon überzeugt, daß in ganz gezeichnet hat. Hier sind erneute Aeußerungen des Herrn Eigner beide Parteien stets zusammen, die Fortschrittler stimmten sofort für Italien die Republif proflamiert sei, daß sie die im Ostdeutschen Grenzboten" abgedruckt. Bei dieser Gelegenheit ben nationalliberalen Kandidaten, die Nationalliberalen garantierten Nachricht von dem Anzug eines Bataillons Bersaglieri wird zum ersten Male Major. v. Rundstedt als Vorsitzender der den Fortschrittlern eine gewisse Zahl Stadtverordnetenmandate, mit Jubel begrüßte. Das fonnten nur die Soldaten der Remontetommiffion genannt. neuen Republit fein! Man zog ihnen entgegen, Eigner schreibt unter Bezugnahme auf seine erste Veröffent- und im Dortmunder Stadtparlament bildeten die Stadtverord umarmte und füßte sie, geleitete fie im lichung, die an der Hand bestimmt bezeichneter Einzelfälle dar- neten beider Richtungen sogar eine Fraktionsgemeinschaft. In letter Triumph in die Stadt und gab ihnen zu essen legte, daß die Kommission von ihr zurüdgewiesene Pferde bald Beit hat sich aber wieder eine sehr offensichtliche Gewaltherrschaft der Altnationalliberalen herausgebildet, und die Altnationalliberalen und zu trinken. Die Soldaten, die geschickt worden darauf von Sandelowski u. Rachmann kaufte: waren, um einen Aufstand niederzuschlagen, wußten gar nicht, wie ihnen geschah. Am Abend, als der Major die Gefeierten in der Stajerne hatte, erklärte er ihnen den Irrtum der Bevölkerung, hielt es aber doch für Klug, nach der Verbrüderungsfeier des Tages die Truppen nunmehr in der Kaserne zu behalten. Wenn dieser Episode eine unzweifelhafte Komik zukommt, so streift die schon von den Telegraphenbureaus verbreitete Geschichte des gefangenen Generals dicht an das Tragische. Eine offizielle Darstellung der Sache liegt noch nicht vor, eben, weil die Verbindungen mit der Romagna noch abgebrochen sind. Nach den Darstellungen der Presse war der General Agliardi im Automobil mit sieben anderen Offizieren auf einer Rekognoszierungsfahrt, um die Möglichfeit einer Ausschiffung von Truppen zu prüfen, als er von 500 Landarbeitern umstellt wurde. Die Offiziere mußten ihre Säbel abgeben und waren„ kriegsgefangen". Vom Kommando wurden nun Truppen geschickt, unt die Offiziere zu befreien. Hierbon erhielten die Aufständischen Kenntnis und unterrichteten den General Agliardi. Dieser scheint eine Vorstellung von dem unermeßlichen Unheil gehabt zu haben, das aus einem Zusammenstoß der Truppen mit den 500 Landarbeitern erwachsen wäre. Er erbot sich also, den Truppen entgegenzugehen und sie zur Umkehr zu bewegen. Im Sonnenbrande legte der General fast 3 Kilometer zurück und bewog die Soldaten zum Abzug. Inzwischen blieben die Offiziere als Geißeln. Nachher wurden alle in Freiheit gesetzt, nachdem der General den Bandarbeitern eine schriftliche Erklärung ausgestellt hatte, in der er die erfahrene gute Behandlung bescheinigte. Die Sache wird natürlich ein langes Nachspiel haben. Die einen preisen den General wegen seiner Bürgertugend, die anderen beschuldigen ihn, seine Standesehre verlegt zu haben. Jedenfalls hat er viel Blutvergießen verhindert und den Rückschlag dieses Blutvergießens, der in so ernster Stunde hoch aufschlagen konnte, bis zu den Pfosten des politischen Regimes.( Unterdessen hat die Regierung, den General zur Disposition gestellt. R. d.„ V.") „ Als ich den Artikel abfaßte, ging ich von der Ansicht aus, find es ja auch, die das famose Wahlbündnis mit dem Zentrum, einmal Mißstände beim Ankauf volljähriger Pferde aufgudeden, das bis 1919 Gültigkeit haben soll, abgeschlossen haben, das aber gleichzeitig aber Herrn Major v. Rundstedt Gelegenheit zu anscheinend die Fortschrittler sehr verschnupft hat. Die Verstimmung geben, sich in der Oeffentlichteit zu rechtfertigen. Er hätte dies in den Reihen der Liberalen reicht sehr weit, wie das gelegentlich leicht machen können, wenn er durch ein paar zeilen an die in Stadtverordnetensizungen deutlich zum Ausdruck kommt. Jezt Redaktion der Zeitung den Artikel für unwahr erklärte. Es ist leider von seiner Seite feine Antwort erfolgt, und es kann daher ist in der Generalversammlung des Wahlkreisverbandes der Fortnur angenommen werden, daß die geschilderten Vorfälle Tat- schrittlichen Volkspartei ganz offen und entschieden der Bruch mit sachen darstellen." den Nationalliberalen gefordert worden. In dem Bericht des Dorts munder fortschrittlichen Organs heißt es darüber: wahrheitsgemäge Beantwortung er die Bestätigung seiner Angaben Ferner richtet Gigner eine Reihe von Fragen, durch deren erivartet, an den Major v. Rundstedt. Eine dieser Fragen der Vorwärts" bezeichnete fie als besonders brenzlich- lautet: " " Ist es richtig, daß ein Pferd des Herrn v. Rundstedt sich bei der Firma Sandelowski u. Rachmann in Pflege befindet oder befunden hat?" antwortlich ist, brachten wir neues Material aus der OstpreußiIn Nr. 268 vom 13. Oktober, für die Genosse Leid verschen Warte" in Insterburg, welche schrieb: In Neukirch( Kreis Niederung) wurden durch die oftpreußische Ankaufskommission von etwa 200 Pferden nur 20 angetauft, eine große Anzahl guter Pferde aber mit dem Anheimgeben zurückgewiesen, dieselben doch an die bekannte Pferdegroßhandlung Sandelowski u. Rachmann zu veräußern. Die jelbe faufte in Neukirch, wie auch auf zahlreichen anderen Märkten, eine Anzahl dieser Pferde an, um sie später der Kommission vorzustellen und zu wesentlich höheren Preisen an dieselbe zu verwerten. Zwei Besizer aus Lotiden hatten je ein Pferd und ein Besizer aus Krepwehlen hatte zwei Pferde in Neukirch erfolglos vorgestellt und auf den Rat der Kommission an die genannte Firma verkauft. Dieselbe bezahlte zivei dieser Pferde mit je 900 M. und zwei mit je 950 M. und verkaufte sic an die Kommission bereits vier Tage später in Tilsit weiter. Auf die Höhe des Händlergewinns läßt der Umstand schließen, daß drei dieser Pferde für die Maschinengewehrabteilung angetauft wurden, also mit je 1470 M. bezahlt worden sein dürften." Von verschiedenen Seiten wurde nachdrücklichst darauf hin gewiesen, daß es nicht mehr angehe, einfach als Silfstruppe der hiesigen Altnationalliberalen zu fungieren, und als notwendig bezeichnet, bei den kommenden Reichstagsund Landtagswahlen nach vorgängiger Stärkung der Organisation selbständig auf dem Plan zu erscheinen." tönnten sie den allseitig verhaßten Altnationalliberalen sehr bald Wenn die Fortschrittler nur die nötige Courage aufbringen, den Rang ablaufen. Aufklärung erforderlich! " 1 Im amtlichen Deutschen Kolonialblatt" findet sich die furze Mitteilung, daß die Zulassung des Rechtsanwalts Friter in Duala zur Ausübung der Rechtsanwaltschaft bei den Bezirksgerichten in Duala und Kribi und dem Obergericht in Buea widerrufen worden ist. Die„ Berliner Neuesten Nachrichten" wollen dazu erfahren haben, daß Rechtsanwalt Frifer in der Frage der Enteignung die Pflichten des weißen Rassenbewußtseins so weit ver gessen, daß er die Neger in ihren Treibereien gegen die deutsche Regierung beriet und unterstüte. Jetzt sei nach § 3 der Verfügung des Reichsfanglers über die Ausübung der Gerichtsbarkeit in den Schutzgebieten vom 25. Dezember 1900 von dem Oberrichter die Zulassung des Herrn widerrufen worden. Danach würde der Rechtsanwalt gemaßregelt worden In derselben Nummer druckten wir eine Aeußerung der„ Ostpreußische Zeitung" ab, welche es als richtig bezeichnete, daß sein, weil er es gewagt hätte, die Eingeborenen in einem der Vorsißende der Remontekommission Landwirten, deren Pferde Rechtsstreit pflichtgemäß zu unterstügen. Wir meinen, daß er zurücwies, geraten habe, diefelben an Sandelowski u. Rach- die Regierung sich schleunigst zu dieser Angelegenheit wird mann zu verkaufen. Aber so schrieb die„ Ostpreußische äußern müssen. Zeitung" es habe sich um Pferde für die MaschinengewehrMan nehme die Ereignisse der Romagna nicht leicht, Firma stelle die Paare zusammen. Daß die Kommission selbst die abteilung gehandelt, die nur paarweise gekauft werden. Landrätliche Sozialreform, tvenn fie auch in der nachträglichen Darstellung etwas Lustspiel einzeln getauften Pferde paarweise zusammenstelle, jei ausge Der Verein für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik hielt haftes haben. Man vergegenwärtige sich, daß die Bevölkerung schlossen. in Köln seine Generalversammlung ab. Landrat Frhr. Marschall feinent äußeren Zwange unterlag, daß von Einschüchterung Diese Aeußerung hatten wir als eine offiziöje Bertei. v. Bieberstein aus Montabaur hielt einen Vortrag über die nicht die Rede sein fonnte. Das Wort Republit digung des fonderbaren Bferbehandels bezeichnet." Sparpflicht der Minderjährigen und die woh fand die Maffen alle eines Sinnes, bereit, Schließlich erstreckt sich die Anklage noch auf eine an anderer nungsfrage", worin er die Schaffung eines Reichsgesezes ver ohne Zögern mit dem alten Regime zu brechen. Stelle der Nr. 268 porkommende satirische Bemerkung langte, das bie Unternehmer awingf, ben jungen Ar Das war nicht eine momentane Laune: das ist der Ausdruck über den Pferdehandel. Die Anflage behauptet nicht, daß die im Vorwärts" an- beitern bis zur Volljährigkeit je nach dem Verdienst 5-15 Proz einer fief im Gemüt der Massen wurzelnden Ueberzeugung geführten tatsächlichen Angaben über die Geschäftspraktiken der als Spargeld zurüdzuhalten. Er hofft damit, Stapitalien für den Diese war da vor der Provokation von Ancona; sie wird Remontekommission falsch seien. Dagegen behauptet jie, belei Kleinwohnungsbau zu gewinnen, und will durch seine Methode die noch da sein, wenn man die letzten Spuren der heutigen digend für Major v. Rundstedt feien alle die Aeußerungen, durch proletarische Jugend bis zur Volljährigkeit zur Ersparung derjenigen Bewegung berwischt haben wird. welche er beschuldigt werde, Pferde aus anderen als fachlichen Summen nötigen, die jetzt für schäbliche oder wertlose Genüffe Die Nr. 163. 31. Ichtgaus. 1. Itilnjt Ks Joroiärts" Dnlim JlolteWilt. Dlinnerstilg, 18. Juni 1914. Gewerkschaftliches. Deutschnationale Komööie. Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband hatte zu seinem rheinisch-westfälischen Gautag die Elberfelder Handelskammer ein- geladen. Das erscheint selbstverständlich für diesen Verband. Predigt U doch, allen Tatsachen deS wirtschaftlichen Lebens zum Trotz, die schöne Mär, daß zwischen Prinzipalen und Angestellten die vollste Jnteresfenharmonie bestehe. Deshalb kennen die deutschnationalen Handlungsgehilfen denn auch keinen größeren Feind als die gewerk- schastliche Organisation ihrer Berufsangehörigen, den Zentralverband der Handlungsgehilfen, der keine Harmoniephrasen predigt, sondern die Angestellte» im Handelsgewerbe zum Klassenbewußtsein zu er- ziehen und ihre Interessen zu vertreten sucht ohne Rücksicht auf das Wohl- oder Uebelwollen der Unternehmer. Also hat doch wohl die Elberfelder Handelskammer die Ein- ladung zu dem deutschnationalen Gautag mit Dank angenommen und durch Entsendung einer Vertretung den Deutschnationalen Hand- lungsgehilfenverband gxehrt?— O nein, das tat die Handelskammer nicht. Sie lehnte vielmehr die Einladung ab mit der Begründung: der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband habe die Handels- kammern recht oft in gehässiger Weise angegriffen. Nach Empfang des Absagegebriefs gab es lange Gesichter bei den Deutschnationalen. Ihr Gauvorsteher ersuchte die Handels- kaminer ganz ergebenst, sie möge doch ihre Behauptung beweisen.— Prompt erhielt er die Antwort:„Sie baten uns, Ihnen Ihre aus- gesprochene Handelskammerseindlichkeit zu beweisen. Dieses Ersuchen erscheint uns sehr befremdlich, da Sie nach nur flüchtigem Durch- blättern Ihrer Verbandszeitschrift„Deutsche Handelswacht" wohl kaum noch das Bedürfnis empfunden haben dürften, von uns Be- weise für unsere Behauptung zu erbitten. Da Sie also scheinbar über den Inhalt der Mitteilungen Ihres Verbandes nicht sehr gut unterrichtet sind, gestatten wir uns, Sie auf einige Stellen darin aufmerksam zu machen, in denen Sie die Handelskammern... in gehässiger Weise kritisieren.� Darauf folgten dann einige Zitate aus der„Deutschen Handelswacht". O weh l Solche Störung der schönen Harmonie. Aber daS kommt davon, wen» man in seiner Harmonieduselei nicht konsequent ist. Die Handelskammer würde gewiß nicht zürnen, wenn sie das Spiel des deutschnationalen HandlungsgehilsenorganS durchschaute. Wenn dies Organ gelegentlich auch an dem Verhalten der Handels- Herren Kritik übt, so ist das nur eine Komödie, die keinen anderen Zweck hat, als die betörten Anhänger in den Glauben zu versetzen, die Deutschnationalen täten eS in der Vertretung von Angestellten- intereffen dem Zentralverband gleich.— So eine Komödie kann natürlich auf keiner Seite Beifall finden. Serlin und Umgegend. Streik der Rohrer. Seit Dienstag, den 16. Juni, stehen die Berliner Rohrer in einer allgemeinen Lohnbewegung. Da die Unternehmer im Jahre 1S12 bei den damaligen Verhandlungen wegen Ver- längerung des Vertrages an die Arbeiter das Ansinnen stellten, in eine Kürzung des Allordpreises um 2 Pf. einzuwilligen, kam ein Vertrag nicht mehr zustande. Infolge der schlechten Baukonjunktur fiel hierauf der Akkordpreis des Quadratmeters von IS auf 13 bis 16 Pf., während andererseits auch die Unternehmer keinen Borteil von ihrem Vorgehen hatten, da auch sie sich die Preise fortwährend herunterdrückten. Jetzt endlich sahen auch die Rohrer wieder ein, daß es so nicht weiter gehen könne und legten am Dienstag ein- mütig die Arbeit nieder. Wir ersuchen besonders die Putzer und Zimmerer, den Streikenden gegenüber vollste Solidarität zu üben. Deutscher Bauarbeiterverband. Achtung, GastwirtSgehilfcn! Die Differenzen im..Heideschloß Hohenbinde"(Inhaber Lehmann) bei Erkner sind zu beiderseitiger Zufriedenheit von der Organisation durch Tarifabschluß geregelt und die Sperre somit aufgehoben. Verband der Gastwirtsgehilfcn, Berlin I. Deutsches Reich. Unter allen Umständen politisch. Die Politisch-Erklärung des Transportarbeiter-VerbandeS in Breslau, die vor einigen Wochen vom Amtsgericht ausgesprochen war, unterlag anr Dienstag der Nachprüfung des dortigen Land- g e r i ch t S. Um die Absurdität dieser Rechtsprechung zu kenn- zeichnen, führte der Verteidiger, Justizrat Heilberg, der Führer der Fortschrittlichen Volkspartei in Breslau eine Liste von bürgerlichen Vereinen auf, die reif seien, für politisch erklärt zu werden, wenn die gelegentliche Einwirkung auf die Gesetz- gebung zu solchen Entscheidungen genüge. Zu diesen Ver- einen gehören: der D e u t s ch e R i ck> t e r b u n d.er Richtigkeit der mitgeteilten Ziffern auf. Nimmt man sämt- liche Streikende und Ausgesperrte zusammen, dann gestaltet sich das Ergebnis der Löhnkämpfc, nach Prozenten der Beteiligten derech- net, folgendermaßen: Jahr Durchschnitt 1899—1903 1904—1903 1909—1913 Von je 100 Streikenden und Ausgesperrten zusammen hatten vollen I teilweisen\ keinen Erfolg 15,5 8,9 6,8 44,2 50,5 60,7 40,3 40,6 42,5 Nach dieser amtlichen Darstellung wäre nahezu die Hälfte aller Lohnkämpfe für die Arbeiter völlig erfolglos gewesen, während nur «in ganz geringer Teil der Beteiligten einen vollen Erfolg erzielt hätte. Die amtliche Streikstatistik gibt somit den guten Menschen und schlechten Musikanten recht, die die Arbeiter nicht eindringlich genug vor jedem Streik warnen können, da er ihnen keinen Vor- teil bringt und nur Elend für die Familien im Gefolge hat. Das ist ober auch mit eine der wichtigsten Aufgaben der amtlichen Streik- statistik, die im übrigen einen wirklich praktischen Zweck nicht hat. Die amtliche Streik st ati st ik ist in der Tat völlig wertlos, es ist schade um die viele Arbeit, die darauf verwendet wird, und die Herausgabe der Bände der amtlichen Streikstatistik ist nur geeignet, das Reichsstatistische Amt zu diskreditieren. Das schlimmste dabei ist, daß die maßgebenden Stellen ganz genau wissen, daß sie wertlose Arbeit leisten. Auf dem Dresdner Ge- Werkschaftskongreß konnte Legten mitteilen, daß der frühere Präsi- dent des Statistischen Amtes, Wilhelmi, und ebenso der Dezernent für Streikstatistik ihm zugestanden hätten, sie wüßten, daß sie Falsches berichten. Die obersten Reichsbehörden weigern sich aber mit Hartnäckigkeit, den Weg zu beschreiten, der es allein er- möglichen würde, eine brauchbare Streikstatistik zu erlangen. Eine brauchbare Arbeiter statistik ohne Mit- Hilfe der Gewerkschaften zu schaffen, ist unmög- l i ch. Tatsächlich findet auch ein ständiges Zusammenarbeiten der Gewerkschaften mit dem Reichsstatistischen Amte statt, das sich auf verschiedene Zweige der Arbeiderstatistik, insbesondere auf die Ar- beitslosenstatistik und die Statistik der Tarifverträge erstreckt. Bei der Streikstatistik ist aber die Mitarbeit der Gewerkschaften unmög- lich, weil die Regierung nicht darauf verzichten will, diese Statistik mit Dingen zu bepacken, die für den Zweck der Streikstatistik bedeutungslos sind, dieser aber den Charakter einer Material- sammlung zur Begründung von Ausnahmege- fetzen gegen die Gewerkschaften geben. Die amtliche Statistik soll sich auf alle Lohnkämpfe beziehen, während die Gewerkschaften nur solche Kämpfe registrieren, an welchen ihre Mitglieder beteiligt waren. Demnach müßte die amt- liche Statistik vollkommener sein. Durch sorgfältige Vergleiche konnte aber nachgewiesen werden, daß in der Zeit von 1901 bis 1905 i n der amtlichen Statistik 2085 Streiks mit 42 776 Personen fehlten, die in der gewerkschaftlichen Statistik nachgewiesen waren. Tiesem Mangel suchte die Regierung in origineller Weise abzuhelfen. Unter dem Vorgeben einer„Verein- fachung" der Statistik wurden die Daten für die Folge fortgelassen, welche die Vergleichung jedes einzelnen Lohnkampfes in der amt- lichen und in der gswerkschaftlichen Statistik ermöglichten. Völlig ist aber die Vergleichsmöglichkeit nicht ausgeschlossen, und so kann die Generaltommission der Gewerkschaften Jahr für Jahr den Nachweis führen, daß die amtliche Streikstatistik völlig unzulänglich ist. Bei der Art, wie die amtlichen Erhebungen gemacht werden, ist das auch kein Wunder. Das Ma- terial wird von Polizeiorganen gesammelt, die ihre Erkundigungen bei den Unternehmern einziehen. Ueber das Ergebnis braucht man sich dann nicht mehr zu wundern. Wir wollen auf Einzelzahlen nicht näher eingehen; wir be- schränken uns darauf, da? Ergebnis der im Jähre 1912 be- endeten Streiks nebeneinander zu stellen, wie es sich nach der amt- lichen und nach der gewerkschaftlichen Streikstatistik ergibt. Gewerkschaftliche Statistik. Amtliche Statistik Streiks inSge- samt 2432 2510 Absolute Zahl der Fälle voller Erfolg 1539 415 teil- weiser Erfolg 356 1001 kein Erfolg, 488 1094 In Prozenten voller! k}|' 1 wester Erfolg. kein Erfolg 63,3 16,5 14.6 89.9 20,1 43,6 Der Unterschied zwischen den beiden Zahlenreihen ist ver- blüffend; aber die Zahlen der gewerkschaftlichen Statistik sind rich- tia denn hier ist das Ergebnis eines jeden Lohnkampfes Ziffern- mäßig nachgewiesen, was bei der amtlichen Statistik nicht der Fall ist Ein sehr wesentlicher Mangel der amtlichen Streikstatist, k ist eS, daß sie die ohne Arbeitseinftellung verlaufenen Lohnbewegungen nicht berücksichtigt. Was das zu bedeuten hat, läßt sich aus den folgenden Zählen der gewerkschaftlichen Streikstatrstik crmessen: Im Jahre 1912 fanden insgesamt 9961 Lohnbewegungen mit 1 254 358 beteiligten Personen statt. Hiervon wurden 7136— 71,6 Proz. der Bewegungen mit 774 769— 61,8 Prozent der Beteiligten ohne Streit erledigt. Der weitaus größte Teil der Lohnbewegungen wird also ohne Streik erledigt und die amtliche Statistik mußte, wenn anders sie vernünftigen Zwecken dienen will, diese Bewegungen notwendig in den Kreis ihrer Be- trachtungen ziehen. Da sie das nicht tut, ist sie völlig ungeeignet, ein Bild von den wirtschaftlichen Kämpfen der Arbeiter zu geben. Aber auch für das beschränkte Gebiet, auf das sie sich erstreckt, bringt sie völlig falsche Zählen. Das wird erst anders werden, wenn die Regierung sich entschließt, durch eine entsprechende Aenderung des Aufnahmeformulars den Gewerkschaften die Mitarbeit an der amt- lichen Streikstatistik zu ermöglichen. Bis dahin muß ernstlich g e- warnt werden, das Material, welches die a m t l i ch e S t r e i k- statistik bietet, irgendwie zu verwerten. Da dieses Material falsch ist, sind auch die Schlüsse, die man daraus ziehen wollte, wertlos. verbanöstag öer Srauerei- und Aluhlen- arbeiter. Hamburg, 16. Juni. Der zweite Verhandlungstag beginnt mit dem Schlußwort Etzels zum Geschäftsbericht. So sehr der Jndusiriever- band als das Ziel der EntWickelung anzusehen sei, dürfen doch die Verschmelzungen nicht allzu sehr forciert werden, solange vorher noch große Aufgaben zu lösen seien. Für die Bedürfnisse der Gc- nosscnschaften habe der Verband gewiß volles Verständnis, aber seine eigenen Angelegenheiten müsse er doch selber regeln. Tie Gcneralkommission sei erfreulicherweise derselben Meinung. Nach kurzen Schlußworten der übrigen Referenten werden eine Anzahl kleinerer geschäftlicher Anträge angenommen. Der Vorstand wird ermächtigt, beim Zustandekommen des internatio- nalen Kongresses einen Vertreter nach San Francisco zu ent- senden. In der Nachmittagssitzung spricht Reichstagsabgeordneter Wolfgang Hcine-Bcrlin über den Kampf um das Koalitiousrecht. Aus der reichen Fülle seiner Erfahrungen schildert der Redner an der Hand von Beispielen, daß in der Anwenudng des � 153 der Gewerbeordnung Arbeiter und Unternehmer unterschiedlich behan- dclt werden. Der Redner kommt dann auf die Anwendung des Reichsvercinsgesctzes gegen die freien Gewerkschaften zu sprechen. Tie freigewerkschaftlichen Verbände sind keine politischen Vereine, Höchstens könnte dies auf die christlichen Gewerkschaften zutreffen, die sich offen auf die Seite der Zentrumspartei stellen. Das Vor- gehen gegen die Gewerkschaften soll namentlich dazu dienen, die Organisationen in den kleinen Städten und auf dem Lande zu vernichten. Man will den Arbeiter zum Kuli des Unternehmers machen. Der Kampf gegen AuslegungSknnste und Unternehmer- Willkür fordert ein immer höheres Maß gewerkschaftlicher Er- ziehungsarbeit. Die Arbeiter sollen nicht nur protestieren gegen die Verschlechterung des Koalitionsrechtcs, sie sollen den Ausbau dieses Koalitionsrechtes und Schutz gegen Ungesetzlichkeiten der Unternehmer verlangen. Wer Volk und Vaterland lieb hat, der muß für ein freies Koalitionsrecht und für seinen Ausbau ein» treten.(Lebhafter Beifall.) Folgende Entschließung wird einstimmig angenommen: Der in Hamburg versammelte 19. Derbandstaa des Ver» bandcs der Brauerei- und Mühlenarbeiter Deutschlands pro- testiert gegen die Beeinträchtigung de? KoalitionSrechtcs durch Maßnahmen der mit den Arbeitgebern verbündeten Hebörden. Insbesondere gegen die Unterbindung des Streikpostenstehens und die gänzlich unberechtigte Behandlung der freien Gewerk- schaften als politische Vereine, der eine Begünstigung anderer wirklich politischer Organisationen, welche die Geschäfte des Unternehmertums besorgen, gegenübersteht. Der Vcrbandstag weist die Anschläge der reaktionären Scharfmacher, die das Ko- alitionsrecht durch Ausnahmegesetze zerstören wollen, mit Ent- rüstung zurück. Er fordert vielmehr gesetzliche Sicherstellung und Ausbau des Koatitionsrechtes als Gewähr zur Gefundung des Volkskörpers und der gesellschaftlichen Verhältnisse. 20* Generalversammlung öer Groß- einkaufsgesellschast. Bremen, den 17. Juni. Unter Leitung des Vorsitzenden des Ausschusses, A ß m a n n- Braunschweig, trat heute die Generalversammlung der Großeinkaufs- gesellschaft zusammen, auf der von 810 Mitgliedern 348 durch Be- vollmächtigte vertreten sind. Zunächst erstattete der Geschäfts- 'ührer Seifert den allgemeinen Bericht. Das Ergebnis des Geschäftsjahres war nach Umsatz und Gewinn zufriedenstellend, obwohl die vorjährige Rekordziffer nicht erreicht werden konnte. 25 Vereine haben bei der Großeinkaufs- Gesellschaft im Berichtsjahre einen Umsatz von über einer Million Mark erreicht. An der Spitze steht der Dresdener Konsumverein. Ihm folgen Essen, Leipzig-Plagwitz, Berlin und die.Produktion" in Hamburg. Der Jahresuinsay dieser 25 Vereine betrug über 63 Mill. Mark. Die Bankabteilung hat sich weiter gut ent- wickeln können. Der Gesamtumsatz hat erstmalig eine Milliarde überschritten. Unsere Bilanz weist in allen Teilen normale Verhältnisse auf und ist durchaus liquid. Auch bei Kreis- und Gemeindesparkassen ist größere Liquidität nicht vorhanden. In bezug auf Sicherheit unserer Anlagen und Liquidität unserer Mittels brauche» wir einen Vergleich mit jeder Großbank und auch mit öffentlicken Instituten nichr zu scheuen. Mögen die Genossenschafter uiisere Bankabteilung in jedem Sinne, auch den Girobankverkehr, als ihr Werk betrachten. Die Reserven konnten von 6 aus annähernd 7 Millionen unter Nichtanrechnung des PensionSunterstützungsfonds steigen. Der PensionSfonds soll in möglichst kurzer Frist auf eine Million gebracht werden. Der Umfang der Geschäfte bedingte die Vermehrung der Geschäftsführer aus fünf und die Vermehrung der SufsichtsratS- Mitglieder von 18 auf 21. Geschäftsführer Lorenz- Hamburg berichtet über die Produktivabteilungen: DaS Ergebnis der Seifenfabrik war befriedigend. Wollen wir technisch ans der Höhe bleiben, so müssen wir weit mehr Abschreibungen und forlgesetzt Neuanschaffungen in jedem Jahre vornehmen. Die Gewinne können infolgedessen nicht sehr hoch sein. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind die Umsätze wieder erheblich gestiegen. In Gröba können wir gegenwärtig, so lange die zweite Seifenfabrik in Düsseldorf noch nicht fertig ist. die Aufträge nur durch Ueberstunden bewältigen. Die Seifenfabrikanten und ihre Organisation sind bereits in heftigem Kampfe gegen uns begriffen und schreien um Staatshilfe gegen den Umsturz, gegen die.sozialdemokratischen Rüstungen". Ist die Düsseldorfer Fabrik im Spätherbst fertig, so müssen unsere Stammkunden in Sachsen und Thüringen und Mitteldeutschland ihre Ehre darein setzen, die Gröbaer Fabrik allein völlig zu beschästigen. Unsere Zigarrenfabriken haben einen sehr geringen Gewinn bei 2642 Millionen Umsatz erzielt, wie man überhaupt bei dieser Industrie nur mit kleinen Ueberschüssen rechnen kann. Der Umsatz ist zurückgegangen, da» Geschäft in Zigarren ist infolge der schlechten wirtschaftlichen Konjunktur überall schlecht gewesen. Wir mußten seit März dieses Jahres, nachdem wir eben drei neue Unter- fabriken eingerichtet hatten, unsere Produktion um 33� Proz. reduzieren, eine sehr bedenkliche Erscheinung. Da nicht große Posten Zigarren auf das Lager gelegt werden können. blieb uns kein anderer Schritt übrig. Eine Ursache des geringen Umsatzes soll unsere nicht genügende Leistungs- fähigk'eit in billigen Zigarren sein. Wir müssen von den Vereinen für die Fiinfpfennigzigarre einen höheren Preis als unsere Konkurrenz fordern. Auch ist der Absatz in den sogenannten besseren Sorten, an denen ja verdient loird, bei uns recht gering; wir zahlen gegenüber der Konkurrenz bei geringerer Arbeitszeit an Löhnen 30—40 Proz. mehr. In nächster Zeit werden wir aber wieder die volle Pro- duktion aufnehmen. Wir hoffen, den Umsatz straff und erheblich zu steigern, um unsere Fabriken voll zu besetzen und zu beschäftigen. Wir sind in bezug auf die Löhne an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit angelangt. Wir müssen darauf bedacht sein, in unseren Fabriken da? anzufertigen, was der Arbeiter braucht, und hoffen,, unS dann unsere Arbeiter keine Schwierigkeiten machen. Eine Besprechung verdienen die Hardenberger Vorgänge, die angebliche „Aussperrung" der Arbeiter. Das Schiedsgericht hat uns Recht gegeben. Wünschenswert sind solche Vorkommnisse nicht, aber die Genoffenschaftler sollten nicht gleich nervös werden, wenn einmal eine Notiz über die Arbeitsverhältnisse in unseren Betrieben durch die Presse geht. Mit der Ausdehnung dieser Betriebe vergrößern sich die Reibungsflächen. Dabei können wir uns mit unseren Lohn- und Arbeitsbedingungen überall sehen lassen, wenn wir auch auf die Konkurrenzfähigkeit halten müssen. Unsere Bautätigkeit ist recht lebhaft. Die Hamburger Zigarrenfabrik hat einen Aufwand von fast 400 000 M., die Franken- berger einen solchen von über einer halben Million erfordert. In Gröba werden wir eine Wohnungskolonie errichten müssen. Im September soll eine Teigwaren- und eine Kistenfabrik in Betrieb genommen werden. Die Zahl der bei uns Ende 1913 beschäftigten Personen betrug 2019. Den Revisionsbericht der Revisionskommission und des vereidigten Revisors erstattete Westleidt. Von beiden Plllfungs- stellen wird Entlastung beantragt. In der Diskussion führte D e i ch m a n n- Bremen auS: An dem Frankenberger Fall ist vor allem die Leitung de» Betriebes schuld. Die Einführung von Neuerungen darf nicht mit Ein- kommenSverschlechterungen der beteiligten Arbeiter verbunden sein. Da die Großeinkaufsgesellschaft mit uns im Tarifverhältnis steht. hätte sie sich zunächst an uns wenden müsse». Auch das Schiedsgericht hat versagt. Die Arbeiter waren berechtigt. zum letzten Mittel, den Betrieb zu verlassen, zu greifen, so sehr das auch bedauerlich ist. Die Einlegung der Vesperpause hätte dazu geführt, daß über 6 Uhr hinaus hatte gearbeitet werden müssen, während in Frankenberg der 6-Uhr-Schluß üblich ist. An dem Rück- gang des Zigarrenkonsums ist die Steuerpolitik der Regierung schuld. Wir haben auch Privatbetriebe, die mit der Grotzeinkaufsgesellschast die gleichen Arbeitsbedingungen haben. Aber gerade große und leistungsfähige Betriebe gewähren oft elende Arbeitsbedingungen. Sie sollten von den Konsumvereinen boykottiert werden. Zigarren unter fünf Pfennig einzulaufen, ist eine Ver- iündigung gegen die Menschheit. Sorgen Sie dafür, daß die Konsumvereine nur Zigarren bei Fabriken kaufen, die mit dem Tabakarbeiterverband im Tarifverhältnis stehen oder von der Groß- Einkaufs-Gesellschaft. Lorenz- Hamburg legt seine gegenteilige Anficht dar. G ü t t l e r- Berlin stellt einige Anfragen über das Gewinn« und Verlustkonto, vor allem über das Unkostenkonto, das als zu hoch bezeichnet wird. Einige Positionen in der Spezialisierung der Unkosten, die auf mehrfache Wünsche hin erfolgt ist, bedürfen näherer Detailierung. DaS Reisespesenkonto ist besonders hoch. Es scheinen dort Usancen der Privatunternehmungen Platz zu greifen, die auS moralischen und materiellen Gründen besser weg bleiben. Im Schlußwort äußert sich Seiffer über seine von Güttler (Bertin) gewünschte noch genauere Spezialtfierung der Unkosten. Die Gesamtverwaltung wird darüber befinden und vielleicht in Zukunft noch eingehendere Aufschlüsse geben. Der Redner erläutert dann, wie sie im einzelnen die Unkosten der Bankabteilung zusammensetzen. Hohe Umzugskosten sind dadurch entstanden, daß 30 Beamte aus Hamburg nach Gröba versetzt wurden. Die Reisespesen ent- fallen in der Hauptsache auf die 13 Reisevertreter der G. E. G., die im Jahre durchschnittlich 250 Tage auf der Tour sind. Den Geschäftsführern und dein Aufsichtsrat wird einstimmig Entlastung erteilt, die Verteilung des Reingewinnes festgestellt und der bisherige Revisor Daus- Stuttgart wiedergewählt. Die Geschäftsleitung beantragt, den Gesell schaftS- vertrag dahin abzuändern, daß die Geschäftsführer auf Vorschlag des AufsichtsrateS von der Generalversammlung gewählt werden. Diese Aenderung wird einstimmig beschlossen, nachdem sie von Kaufmann empfohlen worden war; einstinimig wird auch der Vorschlag angenommen, wonach angesichts der wachsenden Arbeit an Stelle von 18 AuffichtsratSmrtgliedern 21 gewählt werden sollen. Diese Sufsichtsratsmitglieder verteilen sich so, daß der 6. Revisionsverband seine 3 Aufsichtsratsmitglieder behält, die übrigen 8 Revisionsverbände stellen je 2 Aufsichisräte, ebenso der Zentralverband. Die Zahl der Geschäftsführer wird von 3 auf 5 erhöht, neu gewählt werden auf Vorschlag des Aussichts- rats die Herren Berger, Würfel und Attmann. Zum Prokuristen bei der Abteilung Verwaltung wird Max Josephsohn einstimmig gewählt. Gleichfalls einstimmig wird die" Erhöhung des Stamm- kapitals von 4 auf 6 Millionen beschlossen. Die ausscheidenden AuffichtsratSmitglieder Bernhard- Franfturt, Oppmann- Magde- bürg, Hübner- Gersdorf. Junger- Berlin, Koch- Leipzig und Markus-Dortmund werden wieder gewählt und neu gewählt Paul Mey-Striegau, Funck-Meuselwitz, Lösch-Cannstatt und an Stelle von Attmann Robert Schultz-Halle. Zum Schluß wird ein Antrag der Genossenschaft„Befteiung" in Elberfeld berate», der die Verwaltung beauftragen will, der nächsten Generalversammlung eine Vorlage zu unterbreiten, nach der die Vertretung bezw. das Stimmrecht der Gesellschafter neu gc- regelt wird. Der Antrag wird nach längerer Beratung mit 165 gegen 116 Stimmen abgelehnt und dann die Generalversammlung geschlossen.__ Der Dunöestag öer /lrbeiterfänger* Am Sonntag und Montag hielten im Volkshaus in Leipzig die Delegierten des ArbeitersäugerbundeS ihre dritte Gencralver- sammlung ab. Anwesend waren 68 Delegierte aus 29 Gauen. Der Vorstand war durch drei Mitglieder, die Kontrollkommission und die Liederprüfungskommission durch je ein Mitglied vertreten. Den gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht ergänzt der Vorsitzende Meyer- Berlin. Ter Mitgliederzuwachs in Ost- und Norddeutschland bleibt hinter dem in Mittel- und Süddeutschland zurück. Es muß Aufgabe der Arbeiterpresse sein, den Arbeitergesang zu fördern. Hierin ist gegen früher ein wesentlicher Fortschritt erzielt worden. Unsere Frauen- und Mädchenchöre blühen herrlich empor; die Zahl der Weiblichen Mitglieder beträgt jetzt 16 000. Es ist noch eine weitere Zunahme der Weib- lichen Mitglieder zu erwarten, wir müssen deshalb ihren An- sprüchen Rechnung tragen. Das Interesse an unserer Zeitung ist gestiegen. Es ist zu begrüßen, daß in unserem Organ scharfe Kritik an unseren Gesangsfesten geübt wird. In den Gauen soll noch mehr nach Mitarbeitern für die Zeitung Umschau gehalten werden. Mit den Ergebnissen der Verschmelzung können wir zufrieden sein. In einigen Orten haben wir geradezu muster- gültige ühöre. Auch qualitativ sind die Leistungen unserer Vereine gestiegen. Tie Arbeiterschaft verlangt mit Recht heule höhere Leistungen. Die Schwierigkeit besteht für uns darin, daß man uns die Lehrkräfte abspenstig macht. Verschmelzung hat aber auch zu unliebsamen Vorkomm- nisten geführt, die teilweise mit Ausschlüssen endigten. Wir müsse» anch zu der Frage der Existenzberechtigung der" gewerkschaftlichen Gesangvereine Stellung"nehmen. Gegen die Abgabe einiger 2. ßtilüjf Ks Jotmärts" �etlinrt Jloltelikft. p—msw«« Parteiangelegenheiten. sechster Wahlkreis. Tie jugendlichen Mitglieder der Gruppe Wedding und Oranien- burger Vorstadt beteiligen sich am Sonnabend, den 20. Juni, an der Sonnenwendfeier in den Gofener Bergen. Treffpunkt: Sonnabend, abends 8 Uhr, Nettelbeckplatz iUraniasäule). Fahrgeld insgesamt 80 Pf. Proviant, Decken und Badezeug sind mitzubringen. Köpenick. Den Lesern unserer Bibliothek zur Kenntnisnahme, daß in der Zeit vom 1. Juli bis einschließlich 1ö. August d. I. keine Bücher zur Ausgabe gelangen. Während dieser Zeil bleibt die Bibliothek wegen Renovierung und Erweiterung geschlossen. Alle Genossen, welche noch im Besitz von Büchern sind, werden ersucht, dieselben umgehend, spätestens jedoch bis 2ö. d. Ms. an die zu- ständige Stelle abzuliefern. Serliner Nachrichten. Ein Kulturwerk. Ein Kulturwerk ersten Ranges bildet die gestern feierlich in Anwesenheit des Kaisers erfolgte Eröffnung des Groß- schiffahrtsweges Berlin— Stettin. Der neue Wasserweg der- bindet Berlin mit dem größten preußischen Hafen an der Ostsee und bildet ein Meisterstück moderner Wasserbaukunst. Zwar hat es auch bisher an einer Verbindung zu Wasser mit Stettin nicht gefehlt, allein bei der Entwicklung des Verkehrs und der Schiffstcchnik reichte der bisherige Wasserweg nicht mehr aus. Obwohl von Berlin bis zur Oder 19 oder 20 Schleusen zu durchfahren sind, je nachdem der Weg durch den Berlin— Spandauer Schiffahrtskanal oder durch die Spree gc- nommcn wird, nahm der Verkehr auf dieser Wasserstraße stetig zu. Durch die Schleuse bei Eberswalde, die im Jahre 1882 noch 1002555 Tonnen beförderte, gingen 1896: 2 117 897 Tonnen, 1901: 2190257 Tonnen, 1906: 2720 767 Tonnen. 1911: 2 712 066 Tonnen. Dem weiteren Wachsen des Verkehrs konnte nur durch eine leistungsfähige Wasserstraße für schiffe von größeren Abmessungen begegnet werden. So schuf man neben dem alten einen neuen Kanal für Schiffe von 600 Tonnen Tragfähigkeit, nämlich von 65 Meter Länge, 8 Meter Breite bei 1,75 Meter Tiefgang. Wende- stellen sind in größerer Zahl auf der Kanalstrecke verteilt. Der Großschiffahrtsweg wird von 6 Eisenbahnlinien und einer großen Anzahl von Straßen durchkreuzt. Zur Ueberführung sind im ganzen 36 Brücken g«baut worden. Die Kanalabgaben sind auf 30— 60 Pf. pro Tonne vorgesehen, während sie bisher auf den märkischen Wasserstraßen erster Ordnung 20—11 Pf. betrugen. Dagegen beträgt die Zrachtermäßigung für Transporte zwischen Berlin und Stettin infolge des Großschiistichrtsweges 75 Pf. für die Tonne. Die Schiffahrtstraße, welche wesentlich die Aufgabe hat, die größte preußische seehafenstadt Stettin in ihrem Wctt- bewerb mit den nicht preußischen Nord- und Ostseehäfen zu stärken, der für Stettin durch den Stord-Ostseekanal wie durch den Elb-Travekanal und andere Wasserstraßen erheblich er- schwert worden ist. beginnt in Plötzensee. folgt zunächst der Linie des alten Spandauer Schiffahrtskanals. verläßt diese aber bei Saatwinkel und mündet in die Spandauer Havel ein, deren Lauf sie bis Finow folgt. Sie benutzt dann die auS- gebaute alte Havel bis zum Lehnitzsee und durchquert diesen See in seiner ganzen Länge. An seinem Nordende beginnt mit der Lchnitzschleuse die Scheitelhaltung des Großschiffahrtsweges, der von Malz ab im wesentlichen dem Zuge des alten Malzer Kanals folgt. Bei Dusterlake verläßt er den Kanal und nimmt seinen Lauf fast genau östlich bis zum Abstieg bei Niederfinow. Wenige Kilometer westlich von Zerpenschleuse wird die Wasser- scheide zwischen Elbe und Oder überschritten, dann der Finow- und der Werbellinkanal gekreuzt. Nördlich von Eberswalde wird die Berlin- Stettincr Bahn mittelst eines Rückenkanals überschritten und demnächst das Ragöser Fließ auf einenl etwa 28 Meter hohen Damm. Bei Ificderfinow erfolgt der Abstieg von der Schcitelhaltung in das Tal der alten Oder durch die schon erwähnte Schleusentreppe, die einen Höhenunterschied von 36 Metern überwindet. Der Unterkanal der Schleusentreppe mündet bei den Lieper Schleusen in den alten Finow» kanal; weiterhin benutzt der Großschiffahrtsweg die Gewässer des Lieper und Oderberger Sees und verfolgt von Oderbcrg ab den Lauf der alten Oder bis Hohensaaten. Hier ist die Einmündung mit zwei Schleppzeugschleusen einerseits in die Stromoder, andererseits in die Westodcr. Die neue Schiffahrtsstraße ist von den Plötzenseer Schleusen bis Hohensaaten rund 100 Kilometer lang. Diese ganze Strecke zerfällt, wie aus dem Gesagten hervorgeht, in nur drei Haltungen: die Havelhaltung, von Plötzensce bis Lehnitzschleusc, die Scheitelhaltung, von Lohnitzschleuse bis Niederfinow, und die Odcrhaltung. von Oberfinow bis Hohen- saaten. Der Großschiffahrtsweg ist im allgemeinen zweischiffig ausgebaut, jedoch ist eine Erweiterung zum dreischiffigen Verkehr vorgesehen. Eine Anzahl Bauten vervollständigt das große Unter- nehmen. Das Hebewerk in Niederfinow soll weiter ausgebaut werden. An Baukosten waren 13 Millionen Mark bewilligt; die aber um 3 Millionen überschritten worden sind. Ohne Byzantinismus geht es auch bei diesem großen Werke nickt ab. Die einfache Bezeichnung: Großschiffahrts- weg Berlin— Stettin genügte unseren Byzantinern nicht, des- halb tauften sie ihn um und gaben ihm den Namen ,, Hohen zollernkanal". Handel und Industrie werden durch den neuen Wasser- weg gefördert und Berlin dürfte, wenn erst der jetzt in Angriff genommene Bau des Westhafens vollendet ist, von dem neuen Wasserweg besonders profitieren. Vom städtischen Schulgarten. Ter in Blankenfelde gelegene. 120 Morgen große Schulgarten der Stadt Berlin ist jetzt so weit ausgebaut und entwickelt, daß die Schuldcputation den Gemeindeschulcn den Besuch empfiehlt. Breite Wege führen niittcn durch die großen Kulturflächen, auf denen die Pflanzen für den botanischen Unterricht gezogen werden. Der Haupt- weg, an dem die Gewächshäuser liegen, ist zu beiden Seiten mit schönen blühenden Zierstauden bepflanzt. In systema- tischer Anordnung sind Beete mit den Staudenpflanzen und mit den Blütenpflanzen angelegt. Daneben gelegen ist die Gartenabteilung für die hauswirtschaftlichen Nutzpflanzen. Weiter findet man dort ein Pflanzenhaus für tropische Nutzpflanzen und schließlich eine Pflanzung von Laub- und Nadelhölzern und sonsfigen Pflanzengenossenschaften. Ueberall sind Namcnschildcr angebracht, die dem Wißbegierigen Gelegenheit zur Belehrung bieten. Durch- wandert man einen Buchenwald, so lädt eine malerisch gelegene Schilshütte mit ausgiebiger Sitzgelegenheit zum Aus- ruhen ein. An die Hütte grenzt eine ausgedehnte Wiese, hinter der große Karpfenteiche mit Wasser- und Uferpflanzen liegen. Tort ist auch ein Erlenbruch, der an die Spielwiesen stößt, die allerdings in diesem Jahre den Schulen bei dem Besuch des Gartens noch nicht zugänglich gemacht werden konnten. Auch Bienenstände gibt es in dar schönen Anlage, die von dem Leiter des Gartens, Bezirksgärtner Dreßler, gern gezeigt werden._ Der Bau der Grofimarkthalle an der Beufselstraste ist von der Markthallendeputation in großzügiger Weise in Angriff genommen. Für die Ausarbeitung des Bauprojektes setzte die De- putation eine Subkommission ein, welche unter Zuziehung von Interessenten und Sachverständigen ihre Arbeiten in mehreren Sitzungen erledigte. An den Beratungen beteiligten sich Vertreter der Berliner Handelskammer und des Aeltesten-Kollegiums der Kauf- Mannschaft; ferner die Vorsitzenden des Vereins der Gemüsezüchter und des Verein? der Obstgroßhändler. Die städtischen Verkaufs- vermittler waren durch drei Herren vertreten. Auch die Land- wirtschastskammer sowie die Oberzolldirektion hatte Vertreter ent- sandt. Die Beratungen brachten als einmütiges Ergebnis, die Erbauung von drei Hallen den Gemeindebehörden zu empfehlen. Die erste Halle, nahe der Beusselstraße belegen, wird eine Größe von 9000 Quadrat- meter haben und soll für die Gemüsezüchter und Gärtner errichtet werden, welche ihre Früchte täglich durch Fuhrwerk der Halle zu- führen. Hier sollen auch die Obsthändler des Havelgaues und die Werderaner ihre Stände in einer Größe von 2000 Quadratmeter er- hallen. Anschließen wird sich nun die Halle, welche die Verkaufs- Vermittler, die Restauration, die Post und die Zollabfertigung auf- nimmt. Diese Halle soll eine Größe von 12 000 Quadratmeter er- halten, sie wird noch 1000 Quadratmeter größer sein als die jetzige Zentralhalle. Die dritte Halle für Obst, ausländisches Gemüse und Früchte, Räucherwaren. Fische usw. wird eine Fläche von 21000 Quadratmeter erhalten. Sämtliche drei Hallen bedecken also die enorme Fläche von 43 000 Quadratmeter und haben nach Abzug der Fahrwege und Gänge eine besetzbare Standfläche von 23 000 Quadratmeter oder oder fast fünfmal soviel als die jetzige Zentralhalle. Ursprünglich war nur mit einer besetzbaren Standfläche von 13 000 Quadratmeter gerechnet. Viele Großhändler haben aber den dringenden Wunsch geäußert, möglichst große Stände zu errichten, ebenso haben die jetzigen Verkaufsvermittler, deren Zahl verdoppelt werden soll, allein eine Standfläche von 5000 Quadratmeter an- gemeldet. Die einzelnen Stände der Großhändler sollen auf 13 Quadratmeter bemessen aber so eingerichtet werden, daß zwei auch drei Stände zu einem vereinigt werden können. In den Hallen sollen an den Außenseiten Galerien eingebaut werden, welche die Kontore der Großhändler aufnehmen oder auch als Lagerplätze Verwendung finden sollen. Die Zufahrtstraße am Verbindungskanal wird in einer Breite von 33 Meter angelegt, so daß der Wagenverkehr ungehindert Platz findet. Ein großer Standplatz ist für Futirwerke noch außerdem in der Halle reserviert. Der Eisenbahnanschluß soll zunächst für die Aufftellung und gleichzeitige Entladung von 136 Waggons eingerichtet werden; eine Erweiterung für eine ebensolche Zahl ist vorgesehen. Mit diesem Anschluß dürften die jetzigen Wünsche der Großhändler volle Befriedigung finden. Die Kühlanlagen kommen in die Keller. Die gesamte Anlage einschließlich der Zu- und AbfahrtSstraßen wird unterkellert werden und die kolossalle Fläche von 66000 Quadrat- meter— sechsmal so groß wie die jetzige Zentralhalle— bedecken. Nach den Kellern werden besondere Zufahrtsstraßen eingerichtet, so daß der Verkehr außerordentlich erleichtert wird. Die Entladung der auf dem Wafferwege zugeführten Güter erfolgt durch große Kräne, so daß dieselben direkt in die Keller oder Halle befördert werden können. Mit Recht darf schon jetzt gesagt werden, daß die Verwaltung auf dem besten Wege ist, die Versorgung deS Lebensmittelmarktes von Groß-Berlin in großzügiger Weise zu lösen; daran werden auch die Quertreibereien verschiedener Großhändler und HauSagrarier nichts ändern.__ Bon einer Brücke abgestürzt. Durch einen Sturz vom Brückengeländer tödlich verunglückt ist Dienstagabend der 71 Jahre alte aus Stettin gebürtige Arbeiter Adolf Radtke, der in der Boyenstraße 19 wohnte. Der alte Mann wollte sich nach Feierabend den Heimweg von der Arbeitsstätte ab- kürzen und deshalb die am Nordhafen über den Spandauer Schiff- fahrtSkanal führende Kieler Brücke benutzen, obwohl sie wegen eines Umbaues gesperrt ist. Er kletterte aus das Geländer, um auf diesem entlang über die hölzerne Sperrschranke hinwegzukommen. Dabei verlor er aber das Gleichgewicht, fiel über 6 Meter tief aus die Uferböschung hinab, brach sich daS Genick und war sofort tot. Die Leiche wurde nach Aufnahme deS Befundes durch die Revierpolizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die Klagen über die Sperrung dieser Brücke find allgemein. Hunderte von Arbeitern müssen jetzt einen großen llmweg machen, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen. Es ist dringend er- fordet ch. die Arbeiten zn beschleunigen, damit die Sperrung ihr Ende erreicht.___ Gasschulden-Eintreibung. Wer sein Gasgeld nicht zahlt, dem wird die Gaszufuhr gesperrt. Um sich gegen Geldverlust zu sichern, verlangen die Gaswerke von manchen Abnehmern eine Kaution. Bei Abnehmern mit Gas- automaten ist diese Vorsicht überflüssig, weil hier Voraus- bezahlung geleistet wird und die im Apparat verwahrten Groschen jederzeit abgeholt werden können. Nicht so bequem macht sich die Sache, wenn ein Abnehmer mit Automat die Strafgebühr für Minderverbrauch zahlen soll. Verbraucht sein Automat unter 300 Kubikmeter im Jahr, so sind für jedes daran fehlende Kubikmeter 3 Piennig zu entrichten. Diese Strafe für kleine Gasabnehmer ist leider neuerdings in die Bedingungen wieder eingefügt worden. AuS einer Kaution die Strafgebühr zu decken, ist nicht möglich. Auf die Idee, auch für Nicht verbrauch von Gas eine Kaution zu fordern, ist man ja noch nicht verfallen. Wenn aber ein kleiner Gasabnehmer seinen Gas nicht verbrauch zu bezahlen sich sträubt, so wird auch ihm die Gaszufuhr ab- geschnitten. Doch was soll geschehen, wenn der bisherige Gas- abnehmer selber auf weiteren Gasbezug verzichtet und den für das letzte Jahr festgestellten Minderverbrauch zu büßen sich weigert? Mag sonst die Gassperre oder schon die Aussicht auf eine solche Maßregelung manchen widerspenstigen Minderverbraucher kirre machen — den GaSabnehmer a. D. kann so etwas nicht mehr schrecken. ES bliebe noch die Möglichkeit, die Forderung einzuklagen und mit dem Gerichtsvollzieher zu winken. Aber wo nichts ist, könnte natürlich auch der nichts mehr holen. Bei den Gaswerken der Stadt Berlin weiß man auch für solche Fälle noch Rat. Das hat sich gezeigt gegenüber einem Mann, der einen Gasautomaten benutzt hatte, aber dann die eigene Wohnung ausgab. Als der Automat nebst Lampen usw. zurückgenonunen wurde, wurden für Minderverbrauch 4,83 M. gefordert, sowie 0,27 M. für eine zerbrochene Lampenglocke und 0,20 M. Ersatz für einen Fehlbetrag(wie er bei schlecht funktionierenden Automaten vorkommen kann). Nach dem Tode seiner Frau hatte der verein- samte alte Mann die Wohnung hinter sich abgeschloffen und sich bei seinem in einem Vorort wohnenden verheirateten Sohn einquartiert. Die Wirtschaftsstücke blieben zunächst in der verlassenen Wohnung und die Miete mußte noch drei Monate bis zum Ablauf des Bertroges weiterbezahlt werden, aber die Wohnung wurde nicht benutzt und der Gasautomat selbstverständlich ebenfalls nicht. Die Gaswerke hätten durch ihre Angestellten, die von Zeit zu Zeit die Wohnungen der GaSabnehmer aufsuchen, sehr bald Kenntnis von diesem Sachverhalt erlangen können. Aber am Ende konnte ihnen das alles sehr gleichgültig sein; denn den sich etwa herausstellenden Minderverbrauch mußte ja der Mann nachher bezahlen. Das Pech war nur, daß der Mann nachher erklärte, er könne nichts zahlen. Er ist Invalide, verdient nichts mehr und wohnt seit Auflösung des eigenen Haushalts dauernd bei dem Sohn. Nun war dieser Sohn zum April 1914 nach Berlin übergesiedelt, mit dem Vater natürlich, aber nicht in dessen frühere Wohnung, und auch er hatte sich von den Gaswerken der Stadt einen Automaten aufstellen lassen. AIS der Vater gegenüber dem wiederholten Zahlungsverlangen bei seiner Erklärung blieb, daß er jetzt nichts habe, drohten die Gaswerke mit— Abschneidung der Gaszufuhr. Wohlgemerkt: über den Sohn, der nichts schuldete, sollte die Gassperre verhängt werden; denn der Vater selber hatte ja auf- gehört, GaSabnehmer zu sein. Und die Drohung wurde schließlich ausgeführt! An einem Vormittag kam ein Angestellter der Gas- werke in die Wohnung, forderte der Frau den Gasschlüssel ab und legte eine Plombe an. Bestürzt lief die Frau nach der zuständigen Revierinspeklion in der GropiuSstraße, aber hier„belehrte" man sie, die Gassperre sei zu Recht verhängt worden, der Sohn müsse(meinten die Herren!) jene Minderverbrauchsgebühr für den Vater zahlen, man könne sie von dem Sohn(behaupteten sie!) sogar einklagen. Nur dadurch, daß die Frau einstweilen 1 M. hergab, erreichte sie, daß am Abend um die Sperre nach elf- stündiger Dauer wieder anfgehoben. Wir wollen ausdrücklich fest- stellen, daß die Gaswerke von Ansang an nicht über die Angelegen- heit im Unklaren sein konnten. Sie wußten, daß es sich um zwei verschiedene Personen, Vater und Sohn, handelte. Der Vater hat einen anderen Vornamen als der Sohn und die schriftlichen ZahlungS- anfforderungen trugen stets den richtigen Vornamen deS Vaters, so daß eine Personenverwechselung nicht vorliegen kann. Auf der Rcvierinspektion war man über beide Personen genau unterrichtet,- aber man behauptete kühn, der Sohn müffe eben hier für-den Vater eintreten. Wir hätten das Verfahren, dem Sohn die Gaszufuhr abzuschneide n.weild er Vater denGaSwerkennoch Geld schuldet, bisher nicht für möglich gehalten. Wie die Fotderung, daß der Sohn diese Schulden für den Vater zahlt, bei der ge- gebenen Sachlage durch kein Gesetz geschützt wird, so kann auch die Maßregel, über den nichts schuldenden Sohn die Gassperre zu verhängen, durch keine der Bedingungen für Gasautomatenbenutzer begründet werden. Uns fällt hier eine alte Verfügung ein, die der Magistrat über„die Abschneidung der Gasleitung als Zwangsmittel" vor jetzt bald 40 Jahren, im Oktober 1877, erlassen hat. In jener vor übettriebener Strenge warnenden Verfügung, die wir den Gaswerken noch heute zur Lektüre empfehlen möchten, selbst wenn sie inzwischen außer Kraft gesetzt worden sein sollte, steht:„Bei Benutzung dieses leicht gehässig erscheinenden Zwangsmittels muß immer in Betracht gezogen werden, daß die Gasanstalt, wenn sie auch als industrielles Unternehmen betrachtet wird, doch ein komm«- nales Institut ist, welches nicht überall dem Publikum gegenüber so auftreten kann, als dieS einem Privatunternehmen gestattet ist". Heute handelt ein kommunales Justitut— die Gaswerke der Stadt Berlin— so. wie wir es nicht mal einem Privatunternehmen per- zeihen würden.__ Im Freibad ertrunken. Im Freibad NepiunShain ist der in der A. E.-G. Brunnenstraße beschäftigte Metalldreher Richard Reffel aus Lichtenberg. Müggelstr. 8 wohnhaft, beim Baden ertrunken. Die Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden._ Ein Bootsunglück ereignete sich Dienstagnachmittag bei Neptuns- Hain auf der Obersprce. Der Dampfer der Meierei Bolle brachte einen Schleppkahn nach Köpenick. Ein mit zwei Männern besetzter Ruderkahn wollte zwischen Dampfer und Kahn unterm Schlepptau hindurckifahren, wobei der Kahn überrannt wurde. Die beiden In- fassen fielen ins Wasser, wurden aber, da sie schwimmkundig waren, gerettet._ Gerädert. Einen grausigen Fund machte man gestern morgen um 3>/., Uhr auf der Neukölln-Mittenwalder Kleinbahn auf dem Bahnkörper in der Gemarkung Britz. In der Nähe der Triftstraße lag die schrecklich verstümmelte Leiche eines Mannes, dem der Kopf und der rechte Fuß abgefahren worden waren. Der Kopf lag 10 Meter vom Rumpf entfernt und der Fuß noch weiter weg. Ein Gendarmerie- Wachtmeister sammelte die Leichenteile und ließ sie nach dem Britzer Schauhaus bringen. Die Ermittelungen ergaben, daß ein Selbst« mord vorliegt. Der Tote wurde festgestellt als ein 24 Jahre alter Gärtnergehilfe Otto Stittardt aus der Maricndorfer Allee in Britz. Der junge Mann, der verheiratet war, machte seinem Leben wegen trauriger Familienverhältnisse ein Ende, indem er sich am Dienstag- abend kurz vor 11 Uhr vor einen Zug warf und überfahren ließ. Ein aufregender Borfall ereignete sich am Mittwochnachmittag an der Köpenicker Brücke. Dort spielte das dreijährige Söhnchen des Arbeiters Winter, Langestraße 71 wohnhaft, mit mehreren Altersgefährten. In seinem Eifer lief das Kind auf den schmalen Rasenstreifen am Verbindungskanal und stürzte plötzlich in die Fluten. Unglücklicherweise geriet der Kleine unter einen dort liegenden Kahn; er wäre rettungslos verloren gewesen, wenn nicht in diesem Augenblick ein Sergeant an der Unfallstelle vorüber« gekommen wäre und nach mehrmaligem Tauchen das Kind, das bereits die- Besinnung verloren hatte, ans Land gebracht hätte. Ein hinzugerufener Arzt stellte sofort Wiederbelebungsversuche an, die nach längerer Zeit auch von Erfolg gekrönt waren, so daß der Kleine in die elterliche Wohnung gebracht werden konnte. Maul- und Klauenseuche auf dem Berliner Viehhof. Etestern vormittag wurde auf dem Berliner Viehhof bei einjj aus Nakel lPose») eingetroffenen Schweinesendung die Maul- und Klauenseuche festgestellt. Es sind, wie die„Allgemeine Fleischer- Zeitung" berichtet, sofort die für solche Fälle im Gesetz vorgesehenen Viehseuchen polizeilichen Anordnungen von der Veterinärpolizei ge- troffen werden. Rheumaheiltee. Das Polizeipräsidium erläßt folgende Warnung: Die Firma „Transatlantische Rheumaheiltee-Gesellschaft Kullak u. Meyer" in Berlin, Beuthstraße 10. vertreibt unter dem Namen„Papuana- t e e" zu hohem Preise mit marktschreierischen Anpreisungen einen aus geschnittenen Wedeln eines Adlerfarns bestehenden Tee, der von den Herren„Fabricius" und„Lhamassa" als Heilmittel gegen Gicht und Rheumatismus„entdeckt" worden sein soll. Die Firma mißbraucht hierbei die Namen von Regierungsrat Professor Dr. Juckenack und Dr. Griebel, Beamten der staatlichen Nahrungs- Mitteluntersuchungsanstalt in Berlin, die sich niemals über den Tee günstig geäußert haben. Es ist bisher wissenschaftlich in keiner Weise er- wiesen, daß dem Tee die von Kullak und Meyer behaupteten Heil- Wirkungen zukommen oder daß er überhaupt Stoffe enthalte, die als Heilmittel gegen Gicht und Rheumatisnius angesehen werden könnten. Es ist vom' wissenschaftlichen Standpunkt auch gar nicht anzunehmen, daß dein Tee derartige Heilwirkungen zukommen. Kranken kann daher nur dringend geraten werden, sich durch die Anpreisungen, insbesondere die Dankschreiben von Laien, nicht irreführen und von einer sachverständigen Behandlung abhalten zu lassen. Aus dem Landwehrkaual gelandet wurde vor dem Hause Königin-Augusta-Str. 47 die Leiche eines Manne?, dessen Persönlich- keit noch nicht festgestellt werden konnte/ Der Tote, der seinem Acußeren nach wohl dem Arbeiterstande angehört, ist etwa 30 bis 35 Jahre alt, hat einen schwarzen Schnurrbart und trug einen grauen Jackettanzug und schwarze Schnürstiefel. Arbeitcr-Bildungsschule Berlin. Sonntag, den 21. Juni, Au S- fl u g nach Finkenkrug— Forsthaus Bredow— Falkeichagen. Abfahrt des Zuges nach Finkenkrug Lehrter Bahnhof 7.20, Putlitzstr. 7.25, Jungfernheide 7.31 Uhr. Treffpunkt für Nachzügler von 12'/, Uhr mittags ab Restaurant Bischof, Hauptstr. 08, in Falkenhagen. Am besten von Bahnhof Seegefeld zu erreichen. Das Museum für Säuglingsknnde im Kaiserin-Augusta-Mktoria- Haus zur Bekämpfung der«Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche, Charlottenburg. Mollwitz-Privatstraße, kann bis auf weiteres werktäglich von 11—5 Uhr. und Sonntags von 11—7 Uhr besichtigt werden. Fahrtverbindungen: Straßenbahnlinien dl,?. Ii, 80, 81, 64. Endstation Straßenbahnhof Charlottenbnrg-Westend. Ecke Spandauer Straße und Sophie-Charlottestraße. Nordring bis Bahnhof Westend. Untergrundbahn bis Wilhelmplatz(von da mit dl,?, H und 64) oder bis Soph ie-Charlotteplatz svon da mit 80 und 31). Vom Straßen- bahnhof Westend sind am Straßenbahnhof vorbei durch die Sophie- Charlottestraße, Mollwitzstraße und Privatstraße bis zum Hause noch sieben Minuten zu gehen. „Führer auf den Märkischen Wasserstraßen", so betitelt sich ein im Auftrage der Spree-Havel-Dampsschiffährt-Gesellschaft'�.Stern" von Karl Hilarius bearbertetes Büchlein. Dasselbe bringt eine Zusammenstellung der preisgekrönten Aufsätze aus dem literarischen Wetibewerb, die Ausflüge in die Umgebung Berlins behandeln. Der Vorzug dieses Führers liegt darin, daß unbekannte Gegenden erschlossen werden und daß diese Ausflüge eine glückliche Verbindung von Eisenbahnfahrt, Fußwanderung und Dampfer darstellen. Dem Büchlein, das für IM. in allen Buchhandlungen zu haben ist, liegen zwölf in Offsetdruck ausgeführte Künstlerpostkarten nach preis» gekrönten Landschaftsaufnahmen bei. Ohne Postkarten kostet der Führer 75 Pf. Das Berliner Aquarium hat in diesen Tagen eine Anzahl Reptilien au§ dem südlichen Nordamerika erhalten, die zum großen Teil Bewohner der dürren Gebiete von Mexiko und Texas sind. Entsprechend den Ausschnitten aus anderen geographischen Gebieten ist das große Terrarium 16 eingerichtet worden: wir finden hier neben geradezu riesigen Klapperschlangen eine Anzahl der abenteuer- lich gestalteten, plattgedrückten und dornenbewehrten Krötenechsen, sowie drei Arten der zum Teil ebenso bunten als hinfälligen Kugel- echsen, von denen die grüne Art mit zu den schönst gefärbten Reptilien gehört. Leider machten sich zwei Krustenechsen,— die einzige giftige Eidechsenart, die es gibt,— durch unausgesetzte Wühlereien derartig unmöglich, daß sie in einem besonderen kleinen Terrarium Nr. 19 untergebracht werden mußten. Das Schuppen- kleid dieser plumpen Geschöpfe sieht aus als sei es aus ziegel- roten und schwarzen Perlen gestickt. Diese Tiere haben ferner die Eigentümlichkeit, daß bei reichlicher Ernährung das Fett im Schwanz abgelagert wird, ähnlich wie bei den Kamelen im Hocker. Um Bienenschwärme, die lästig wurden, einzufangen, wurde die Berliner Feuerwehr nach der Lindenstr. 10/17, Steglitzer Str. 23 und anderen Stellen gerufen. Vorortnachrichten. Neukölln. Die Klagen über Mängel in der Desinfektion wollen nicht ver- stummen. Besonders wird wieder darüber geklagt, daß die Aus« sührung der Desinfektion allzu lange hinausgeschoben und damit der Weiterverbreitung der Infektionskrankheiten Tür und Tor ge- öffnet wird. So dauert e§ jetzt wieder 10 bis 14 Tage, ehe die gemeldeten Desinfektionen ausgeführt werden. Dieser Miß- stand ist unzweifelhaft auf Mängel in der Organi- sation des Dienstes zurückzuführen. Es wird behauptet. daß die Verwaltung au« Ersparnisrücksichten, an Stelle der einfachen Formalindesinfeklion die zeitraubende und umständliche Äarboldesinfektion bevorzugt, trotzdem die Formalindesinfeklion ein viel sicheres Resultat gewährleiste. Als ein Mangel muß es auch bezeichnet werden, daß bei lleberführungen nach dem Krankenhanse die Aerzte vielfach unterlassen, die sofortige Desinfektion zu ver- anlassen. ES find Fälle zu verzeichnen, in denen die Desinfektion der Wohnung erst nach Monaten erfolgte. Die Wohnung bildet während dieser Zeit einen Ansteckungsherd und damit eine�dauernde Gefahr. Die Verwaltung sollte doch einmal ernstlich prüfen, wie den gegenwärtigen Zuständen ein Ende gemacht werden kann. Der Bericht des städtischen Arbeitsnachweises für den Monat Mai zeigt, daß die Krise und in ihrem Gefolge die Arbeitslosigkeit unverändert weiter besteht. 921 männlichen Arbeitsuchenden standen 533 offene Stellen gegenüber. Besetzt wurden 500 Stellen. Unter den Arbeitsuchenden befanden sich 221 Handwerker, 530 ungelernte, 180 jugendliche Arbeiter. Arbeit erhielten 68 Handwerker, 348 un- gelernte, 90 jugendliche Arbeiter. Die Arbeitslosigkeit tritt be- sonders kraß bei den gelernten Arbeitern in die Er- scheinung. Nur 30 Prozent der Arbeitslosen erhielten Arbeit. Etwas günstiger liegen die Verhältnisse bei den ungelernten und jugendlichen Arbettern. Aber auch hier ist noch ein starkes Ueberangebot zu verzeichnen. Bei den weiblichen Arbeitskräften überstieg die Zkachfrage das Angebot. Doch kommen hier in erster Linie häusliche Verrichtungen in Frage. Gesucht wurden 732 Per- sonen, und zwar 76 Dienstmädchen, 213 Fabrikarbeiterinnen, 443 Aus- wartefrauen. Wasch- und Scheuerftauen. Besetzt wurden 619 Stellen, darunter 13 Dienstmädchen. 171 Fabrikarbeiterinnen. 417 Auf- warte, Wasch- und Scheuerftauen. Außerdem vermittelte der Nachweis außerhalb des Stadtbezirks 252 Stellen und 7 landwirt- schaftliche Stellen. Charlottenburg. Der anhaltende Rückgang der Bautätigkeit übt seine Rückwirkung auch auf den Wohnungsmarkt aus. Bei der Zählung der leer- stehenden Wohnungen am 5. Juni d. I. wurden in Charlottenburg 1623 Wohnungen ohne Gewerberäume als leerstehend ernnttelt, d. h. 1,98 Proz. des GcsamtwohnungSbestandes, gegen 2195— 2,7 Proz. bei der Zählung am 7. November 1913. Besonders gering ist der Vorrat an leeren Kleinwohnungen. Die Wohnungen in den Größenklassen von 1—3 Zimmern standen mit 0,76, 0,71 und 1,64 Proz. weit unter dem meist als ausreichend angenommenen Normalsatz von 3 Proz., während das Angebot von größeren Woh- nungen nichts zu wünschen übrig ließ. Wohnungen mit Gewerbe- räumen standen 266 leer gegen 351 bei. der Zählung im November vorigen Jahres. Lichterfelde. Aus der Gemeindeverttetung. Die Uebernahme des Lilienthal- Denkmals in den Gemeindeanlagen, das am 17. Juni enthüllt wurde, und das Geschenk der Frau Loewe, eine Bronzestatue des Merkur von Giovanni da Bologne. wurden genehmigt. Das letztere soll ebenfalls im Park an der Herwarthstratze zur Aufstellung gelangen. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Vorlage des Vertrages der Gemeinde mit den Berliner Vorort-Elektrizitäts- werken. Die Oeffentlichkeit hat ein um so größere? Interesse an diesen für die wirtschaftliche EntWickelung der Gemeinde überaus wichtigen Einrichtungen, wie die Versorgung der Einwohner mit Licht usw., weil die bürgerlichen Hüter des öffentlichen Wohls bei ähnlichen Gelegenheiten von den privatkapitalistischen Unternehmern in einer Weise übers Ohr gehauen worden sind, wie es außer in Lichterfelde wohl in keiner Gemeinde der Fall gewesen sein dürfte. Das beweisen die Verträge mit den Wasserwerken und besonders finnensällig der mit der' Englischen Gasgesellschaft, die es sogar fertiggebracht hat, die Gemeinde gewissermaßen»och als Hausknecht sür ihr Geschäft in Pflicht zu nehmen. Die Regierung ist nun endlich dahintergekommen, wie groß die Befähigung der Auserkorenen des kommunalen DreiklasscnwahlrechtS in den Gemeindevertretungen ist und hat nunmehr verboten, Verträge auf längere Zeit als 30 Jahre mit Privatunternehmern abzuschließen. Das rst zweifellos ein Eingriff in die Selbstverwaltung der Gemeinden, aber man müßte schon ein ziemlicher Trottel sein, um in diesen Fällen die Gemeindevertretungen sür weniger kurzsichtig zu halten als ihre „Aufsicht". Der alte Vertrag mit den B. V. E. W. vom Jahre 1900 war auf 40 Jahre abgeschlossen. Selbst der Gemeinde- vorstand konstatiert in seiner jetzigen Vorlage zwar etwas schämig und zurückhaltend, aber doch deutlich, daß er sür die Stromverbraucher„nicht günstig" sei. Und er hätte ruhig hinzufügen können, daß er auch gegenüber der Gemeinde als Vertragskontrahenten dem berüchtigten Gasvertrag nicht viel nachsteht. Nach den neue n Vertragsbestimmungen handelt es sich nunmehr um Stromlieserung direkt für die Gemeinde; in dem Stationshäuschen an der Dorfaue soll der Stronr abgemessen und der Gemeinde gewissermaßen übergeben werden. Nach Ablauf bezw. Kündigung des Vertrages übernimmt die Gemeinde daS innerhalb ihres Gebietes befindliche Leitungsnetz zum Taxwert. Die Festsetzung der Preise für die Stromabnahme erfolgt, nachdem der neue Vertrag perfekt geworden ist durch die Gemeinde; jedoch sollen die B. V. E. W. die kaufmännische Verwaltung der Geschäfte gegen eine bestimmte Entschädigung übernehmen.' Der Preis des Stromes für die Gemeinde soll betragen: bei der erste» Million Kilowatt 7 Pf., bei der zweiten 6>/z Pf., bei der dritten und weiteren 5'/z Pf. pro Kilowatt. Gemeindevertreter Geldermann wendete sich dagegen, mit einer Privatgesellschaft abernials einen langfristigen Bertrag abzuschließen und wies darauf hin, daß mit benachbarten Gemeinden ein Zweck- verband zur Gründung eines kommunalen Elektrizitätswerkes an- gestrebt werden müßte, wenn Lichterfelde allein ein solches nicht er- bauen könne. Schöffe Dr. Lengner und die Gemeindevertreter Meyer, Jäger, Raupert u. a. sprachen sich für den Vertragsabschluß aus. Ein idealer Gemeindeverordneter ist zweifel- loS Herr Michaelis, den die Flut der Wahlbegeisterung unt« den Beamten und Angestellten in das Rathaus geschwemmt hat.«eine Meinung über den Vertrag gab er kurz dahin kund, daß nach allein, was er gehört habe, dessen Annahme zu empfehlen sei. Im übrigen wären ja auch die Kommisston und der Gemeindevorstand für die ganze Sache verantwortlich I Eines scheint aber dieser wackere Lrtövertreter noch nicht gehört zu haben: daß nämlich auch die Gemeindeverordneten und sie in er st er Linie den Gemeindebürgern gegenüber die Verantwortung für ihre Tätig- keit übernehmen müssen. Schließlich wurde dem neuen Vertrage gegen die Stimme des Gemeindeverordneten Geldermann zu- gestimmt. Der Vertrag mit dem EisenbahnfiskuS über die Pachtung einer Geländefläche an der Unterführung der Wannseebahn am Händelplatz zur Anlegung eines Bürgersteiges wurde genehmigt und gleichzeitig der Gemein'devorstand ersucht, ivegen der äußerst gefährlichen Passage an dieser Stelle mit der Eisenbahnverwaltung behufs Verbreiterung des Durchganges in Unterhandlung zu treten. Der Mangel an öffentlichen Spielplätzen macht sich auch in Lichterfelde empfindlich bemerkbar und an Stelle der früheren heiteren Sorglosigkeit der Gemeindeverwallung in dieser Beziehung ist nun die Harle Notwendigkeit getreten, dem sanften aber berechtigten Druck der vorgesetzten Behörden nachzugeben. Leider ist der Zeilpunkt für Erwerb billigen Geländes für die Gemeinde längst vorbei und er ist mit großen: Geschick versäumt worden. Nun heißt es bei den Terraingesellschasten um ein paar Fetzen Land betteln gehen, die obendrein entweder teuer bezahlt oder mit entsprechenden Gegenwerten kompensiert werden müssen. Auf diese Weise at die Terraingesellschaft Groß- Lichterfelde es fertig ge- rächt, die ihr ungünstig erscheinenden Verträge mit der Gemeinde auf durchaus profitable Weise abzuändern. Sie überläßt der Gemeinde das notwendige Gelände zu einem Spielplatz und erreicht eine andere Festsetzung der Fluchtlinien auf ihrem Grundbesitz, die ihr eine bedeutend größere Ausnutzung er- möglicht. Außerdem zahlt die Gemeinde noch bar 4646 M. Auf die Vorstellung der Gemeindevertretung bezüglich der An- legung des Sparkassevermögens ist die Aussichisbehörde auf ihrer Forderung stehen geblieben, daß mindestens 25 Proz. in mündelsicheren Schuldverschreibungen und davon drei Fünftel in Obligationen des Deutschen Reiches oder Preußens anzulegen sind. In den Satzungen ist deshalb der Wortlaut entsprechend zu ändern; es wurde demgemäß beschlossen. Britz. Die Wahl des Bürgermeisters beschäftigte als einzigen Punkt der Tagesordnung die letzte Gemeindcvertretersitzung. Der bis- herige Bürgermeister Schmiedigen wurde mit 19 von 20 abgegebenen Stimmen auf 12 Jahre wiedergewählt.— Die Kommission schlug vor, das bisherige Gehalt von 9000 M. auf 10 000 M. zu erhöhen mit Zulagen von je 1000 M. von drei zu drei Jahren, steigend bis zum Endgehalt von 12 000 M. Die nebenher gehenden Bezüge wie freie Wohnung usw. bleiben bestehen: falls später die Wohnung zu Bureauzwecken gebraucht wird, soll dieselbe mit 1500 M. abgelöst werden. Die Vorschläge wurden gegen eine Stimme angenommen. Reinickendorf-Ost. Die Gemeindevertreter-Ersatzwahl für unseren ausgeschiedenen Genossen Köhn findet am Sonntag, den 5. Juli, nachmittags von 2 6i$J7 Uhr, in der Turnhalle der 1. Gemeindeschule in der Lindauer Straße statt. Tegel.* Aus der Gemeindevertretung. Die in allen Details vorgetragene Abrechnung über die Herstellung eines Regenwasserka n.a l s in der Hauptstraße hat einen Fehlbetrag von 10 00 V.M. ergeben; 150 000 M. waren bewilligt,. 155 000 M. sind sür den Bau ausgegeben, wozu noch 450O M. für Kosten der Bauleitung kommen. Als Ursache dieser beträchtlichen Ueberschreitung des An- schlageS gab Gemeindebaumeister Fischer an, daß sich einige Ver- größerungen in den Maßen notwendig gemacht und verschiedene un- vorhergesehene technische Bauschwierig'keilen bei Kanalkreuzungen usw. sich ergeben hätten. Der Bürgermeister führte hierzu aus. daß künftig hei etwaigen Ueberschreitungen die Gemeindevertretung vorher in- formiert und eine Beschlußfassung herbeigeführt werden solle. Die neue Fmanzkommission hatte unter diesem Zugeständnis denn auch die Genehmigung vorgeschlagen, die Vertretung stimmte dem zu.— Die mit einem Erläuterungsbericht versehene Jahresrechnung für 1913 ergibt ein Defizit von rund 70 000 Mi AuS den Vorjahren war in den Etat ein Fehlbetrag von 235 800 M. eingestellt, dieser sollte um 26 000 M. vermindert werden, indessen sind die Einkünfte der Gemeinde nur so gewesen, daß sich umgekehrt noch eine Vergrößerung des Defizits auf 243 236 M. herausstellte, also nichts abgeschrieben werden konnte. Der Bürgermeister bezifferte den Ausfall an Gemeindeabgaben auf etwa 99 000 M., darunter 18 000 M. an Einkommensteuer, 4000 M. an Grundstückssteuern, 10 000 M. Gewerbe-, 39 000 M. Umsatz-, 26 000 M. an Zuwachssteuern, dem allerdings auch einige Mehreinnahmen, z. B. an Wasser von 13 000 Mark, gegenüberstehen, ferner 28 000 M. Steuerreste und einige Tausend von der Regierung, Der Bürgermeister erwartet vom neuen Etat, der bekanntlich alle die Gemeindeverlvaltung selbst betteffenden Posten außer Ansatz gelassen hat und vorsichtiger aufgestellt sein soll, eine Besserung der Finanzverhältnisse Tegels.— Eine von einem Regierungsbeamten vorgenommene Prüfung des Kassenwesens bat einen ganzen Band Bericht ergeben; Wesentliches ist indes nicht be- anstandet worden. Es soll ein außerordentlicher RevifionSausschuß eingesetzt werden sin dem auch unsere Fraktion vertreten ist), der mindestens dreimal im Jahre zu prüfen hat.— Der Pächter des bis- herigen sogenannten„Rummelplatzes", Herr Troutwein, hat erneur Anträge gestellt aus E r r i ch t u n g eines zweiten ähnlichen Platzes an der Humboldt-Mühle, sogar mit Ausschank; der Ge« meindevorstand hat das erste Gesuch abgelehnt, das zweite erneut der Vertretung zur Entscheidung überlassen und dabei gleich irotz der gebotenen Pacht von 500 M. ebenfalls Ablehnung empfohlen; diesem Vorschlage trat die Vertretung einstimmig bei, da Tegel an einem Radauplätz schon genug habe,— Weiter wurde einem An- trage des Fabrikbesitzers Lechner zugestimmt, auf dem am Tegeler Seeufer liegenden Hanuckefchen Grundstück einen Erweiterungsfeiten- flügel aufzuführen; bei Ahlehnung dieses Antrages wollte Herr Lechner nach Berlin übersiedeln, da schon einmal eine Erweiterung der Fabrik nach der Seeseste abgelehnt und deshalb ini Interesse der Erhaltung einer ansprechenden See« einfassung ein besonderes Ortsstatut erlassen worden ist. — Inder schon öfter erörterten Seminarangelegenheit berichtete der Bürgermeister, daß das Kuratorinm im Verein mir der Baukommission nochmals das ganze Material erörtert habe: man sei zu der Uebrrzeugung gelangt, daß ein Lehrermangel nickt mehr vorhanden sei, weshalb sich das Seminar auch erübrige. Die von der Regierung gestellten Bedingungen seien für die Gemeinde Tegel auch nicht günstig. Ter Bau wurde abgelehnt; es soll nun ab- gewartet werden, ob die Regierung weiter vorgehen wird.— Die Kuratorien der beiden höheren Sckulen(Humboldt-Oberrealschule und Lyzeum) sind jetzt zusammengelegt.— Die Abgabe von elek- irischer Energie an Private in Heiligensee lag nochmals wegen Ab« änderunq des Punltes: Lieserung''bis zu 40 PS. in„Lieferimg von Fall zu Fall" zur Beschlußfassung vor; Tegel erhält hier 12,5 Pf. pro Kilowattstunde mehr, als der Bahnpreis beträgt, jedoch muß Tegel noch zu den Stromkosten rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohncn, Jugendbewegung. ,, Arbeiter Jugend". Morik Rothschild erschien mit einem Rubinschmud in antifer Fassung, deffen Wert auf 2 Millionen Frank geschätzt wird. Die Gräfin Tours de la Vergne schleppte Diamanten im Werte von 3200 000 Fr. mit sich herum. Aber auch die übrigen Damen bewiesen, daß sie nicht in Aus dem Inhalt der soeben erschienenen Nr. 13 des sechsten proletarischen Verhältnissen leben. Besonders der von eingeladenen Jahrgangs heben wir hervor: Der preußische Wahlrechtskampf. Amerikanerinnen getragene Schmuck repräsentierte einen Wert von Rassenhygiene. Von May Sachs. Das Sympathiemittel. Ein vielen Millionen Frank. Bei so viel Aufopferung für die Hebung der Stüdlein aus dem Arbeiterleben von Fritz Sänger. Leuchttäfer. Von D. Thorwald.( Mit Abbildungen.) Pfingsten der Arbeiter Lurusindustrie war es nicht zu verwundern, daß eine Anzahl jugend. Aus der Jugendbewegung: Die Gegner an der Arbeit. Detektive im Saale verteilt waren, die dafür zu sorgen hatten, Vom Kriegsschauplaz ust. daß nicht irgendein habgieriger Teilnehmer der Gesellschaft von Es sind bedauernsiverte GeBeilage: Frize, die Geschichte einer Jugend.( Fortsetzung.)- Kleptomanie befallen wurde. Kämpfer. Gedicht von Adolf Strootmann. Philosophie: Ethit. schöpfe, die armen Reichen. Selbst dem bißchen Vergnügen können Wandertage in der Rhön. Von Hermann Krafft.( Mit Abbildungen.) sie sich nicht sorgenlos hingeben. -Jm Wandern. Gedicht von Martin Weiß. Mitschenokschimat, der Mann. Von Otto Koenig. Eine Arbeitergrammatit und wie man daraus lernt. Bon D. A. Bücher für die Jugend. Der Leichenredner. Erzählung von Anton Tschechow. Gerichtszeitung. Kleine Ursachen. Traurige Folgen eines Wirtshausstreites lagen einer Anflage wegen Körperverlegung mit Todeserfolg zugrunde, die gestern das Schwurgericht des Landgerichts II beschäftigte. Der Angeklagte, Kernmacher Anton Gajewski aus Reinidendorf, war am 6. Dezember v. J. mit mehreren anderen Personen in der Schulzendorfer Straße zusammengetroffen und hatte mit diesen eine gemeinschaftliche Bierreise durch verschiedene Kneipen gemacht. Im Verlaufe einer Zecherei in der Schantwirtschaft von Dorn in der Lynarstraße geriet der Angeklagte mit dem Arbeiter Abramowski und anderen in Streit, den der Fuhrmann Blau bei zulegen suchte. Abramowski verließ das Lokal und stieß sich auf der Straße mit Blau, der ihm gefolgt war, hin und her. Sie komen dann wieder in das Lokal zurück und zankten sich weiter, bis der Gastwirt ihnen die weitere Anwesenheit verbot. Auf der Straße tam es zu einer Schlägerei, wobei Abramowski den Plau derartig vor die Brust stieß, daß dieser hinfiel. Nun versetzte der Angeklagte dem A. einen derartigen Schlag an den Kopf, daß A. zu Boden stürzte; als er sich wieder erhoben hatte, trat er ihn mit dem Fuß in den Unterleib. Dann fuhr der Angeklagte mit Blau zusammen fort. Abramowski war schwach geworden und wurde auf sein Ersuchen zuerst nach der Unfallstation und von dort in das Rudolf- Virchow- Krankenhaus gebracht, wo er am 15. Dezember 1913 an einer eitrigen Bauchfellentzündung gestorben ist. Bei der Obduktion haben die Medizinalräte Dr. Hoffmann und Dr. Stormer festgestellt, daß Abramowski zivei Stiche mit einem scharfen Instrument in den Unterleib erhalten hat, die die Därme an mehreren Stellen durchschnitten haben, und daß infolge dieser Stichberlegungen die eitrige Bauchfellentzündung entstanden ist. Von den beteiligten Personen hat niemand gesehen, daß irgend jemand ein Messer oder eine andere Stichwaffe bei sich gehabt; es hat auch niemand beobachtet, wie und wann dem A. die Stiche beigebracht worden sind. Gewitter und Wolkenbrüche. Treptow- Baumschulenweg. Am Sonnabend, den 20. Juni, in den Gofener Bergen, Sonmvendjeier. Treffpunkt abends 7.48 Uhr Bahnhof Baumschulenweg. Fahrt bis Schmödwik. Im Anschluß Tagespartie nach dem Wer‍see. Rückfahrt abends von Ertner. Pankow Nieder- Schönhausen. Die Arbeiterjugend beteiligt sich an der am Sonnabend, den 20. Juni, auf den Gosener Bergen stattfindenden Sonnenwendfeier. Treffpunkt Sonnabendabend 8 Uhr im Heim, für Nachzüglich bis 10 Uhr Bankow, Berliner Straße, Ede Kaiser- FriedrichStraße. Liederbücher, Stocher, Deden und Badezeng ist mitzubringen. Fahrgeld 80 Pf. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße 69, born vier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, bon 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Ueber Stuttgart und Umgebung ging am Dienstagnachmittag wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, ein Wolkenbruch nieder, der großen Schaden anrichtete. Die Vor- werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Soeben erschienen: Führer durch das Familienrecht. orte im Südosten sind durchweg überschwemmt. In Hedelfingen ift die Eisenbahnbrüde weggeriffen und die Ernte vernichtet. Auch Heft 1: Die rechtliche Stellung der Kinder, Ehegatten und Cannstatt ist start mitgenommen. Die Filderbahn war an einzelnen Berwandten. Durch die Buchhandlung„ Vorwärts" zum Preise Stellen hoch überschwemmt. Bei Mieterlingen wurde ein Mädchen von 30 Pf. zu beziehen. bom Blig erschlagen. Die Würm hat die Brücke bei Steinegg zerstört, die Mühlen des Würmtales find bedroht. Ein furchtbares Gewitter mit Wolkenbruch und Hagelschlag richtete im Liesertal einen unübersehbaren Schaden an. Zwei an einem Neubau beschäftigte Arbeiter wurden durch einen Blig- 4. Soweit es sich um Schulden für den Unterhalt handelt, ja. schlag getötet. Ein starkes Gewitter mit Wolfenbruch hat bei Mülhausen großen Schaden verursacht. Auch die Würmtalmühlen find bedroht. Die Steinäggermühle ist weggeschwemmt worden. A. P. 7. Nur dann, wenn die Landesversicherungsanstalt das Heilberfahren übernimmt. Damit fällt dann aber die Leistung der Orts frankenkasse weg. Ihr Mann soll es mit einem Antrag versuchen. . M. 273. 1. An den Armenvorsteher Ihres Bezirks. 2. Falls dos Armenrecht bewilligt wird, haben Sie dazu keine Verpflichtung. 3. Nein. R. 2. 32. 1. Sie können eine Vergleichsabschrift vom Gericht einfördern. 2. Ja. 3. Klage ist nicht nötig, Sie können alsdann einen Festseßungsantrag beim Gericht stellen. E. R. 12. Etwa sechs Wochen vor der Entbindung kann beim Amtsgericht ein Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung zum Zwecke der Hinterlegung der Entbindungs- und SechsAus einem großen Teile Kurhessens und dem angrenzenden wochenkosten sowie der Alimente für die ersten drei Monate gestellt werden. A. B. 500. Sie find zur Bezahlung der Kosten verpflichtet. Eichsfelde tommen Meldungen über schwere Schäden, die Dienstag.. 100. Falls das Testament den Formvorschriften entspricht, ja. E. 3. 15. Sa, für die Zeit bis eins nachmittag und abend durch wolkenbruchartigen Gewitterregen an- B. 23. 113. 1. und 2. Ja. D. 35. 1. und 2. Frau und Kinder vers gerichtet worden sind. In vielen Orten sind die Feld- und Garten- schließlich Dezember 1914. lieren die deutsche Reichszugehörigkeit. 3. Die Frau fann ebenfalls aus früchte durch schwere Hagelschläge vernichtet oder durch die Fluten der gewiesen werden. 4. Der Unterſtüßungsanspruch besteht. Es kann jedoch 6. Formell rechtlich ja. St. M. 52. aus den Ufern getretenen Wasserläufe mitsamt der Muttererde weg. Ausweisung erfolgen. 5. Ja. K. 5. 21. Nein. Verpflichtung nicht. geschwemmt. Kleine Brücken, leichte Baulichkeiten, Geräte, Materialien, wenn im Mietsvertrag nicht vorgesehen, haben Sie eine dahingehende Karst. S. Ein solcher K. N. 19. Charl. ebenso das frisch gemähte Heu wurden fortgerissen. Mehrfach mußten Antrag fann trozdem gestellt werden. In der Homburger Das ist leider zulässig. G. 5. 36. 1. Die Frage läßt sich die Wohnhäuser geräumt werden. die Höhe des Verdienstes Ihres Sohnes Gegend lag der Hagel fünf Zentimeter hoch. Der Blig hat an mur beantworten, wenn F. R. 109. mehreren Orten Anwesen eingeäschert. In Baumbach schlug er bekannt ist. 2. Das wäre noch kein ausreichender Anlaß. in das Stationsgebäude und tötete ein Kind des Vorstehers, ein wenden Sie sich an die Städtische Waisendepution, Berlin. Alte Jakobstrate. Vorwärts 45. Eine Klage oder ein Prozeß würde wahrscheinlich für atveites wurde verlegt. In Binsförth erschlug der Blitz zwei Sie aussichtslos fein. Witolle. Eine Klage auf Bezahlung des Wertes italienische Arbeiter. In Küllstedt wurde die ist durchführbar, sofern Ihre Behauptungen bewiesen werden können. 18 jährige Tochter des Gastwirts Wehentel auf dem Heimwege. 3. 23. 1. Eine strafbare Handlung stellt das nicht dar. 2. Dazu F. G. 33. Die schriftliche, polizeilich beglaubigte Erklärung genügt. vom Felde, in Solz bei Bebra der 20 jährige Sohn des Tischler- halten wir Sie nicht für verpflichtet. Trifft der Nachbar leine Vorkehrungen, so haben Sie einen zivilrechtlichen Anspruch auf Schadenersay. meisters Schmauch durch den Blizz getötet. T. J. 100. 1. Nein. 2. Ja, sofern Sie nicht die ausländische Staatsgefebes). G. 2. a) u. b) Der Antrag ist bei der Staatsanwaltschaft zugehörigkeit erworben haben(§ 31 des Reichs- und Staatszugehörigkeitszu stellen. Daß die Friedhofsinspektion den Antrag stellt, ist nicht erforderlich. c)§ 168 Reichs- Straf Gesetzbuchs. 2. Ja, falls die Genehmigung berteigert wird, kann beim Vormundschaftsgericht Ersatz beantragt werden. C. Mt. 100. Wenden Sie sich an das Vormundschaftsgericht. Die Anordnung der Fürsorgeerziehung ist nicht mehr zulässig, da Sie das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben. 5. S. 111. Die Beschwerde, für die das Versicherungsamt zuständig ist, ist leider aussichtslos. 2. R. 21. 1. Die Forderungen werden der Reihenfolge nach berüdfichtigt. Der erftpfändende Gläubiger wird also zuerst befriedigt. 2. Läßt sich nur nach Einsichtnahme in den Pfändungs- und leberweisungsbeschluß A. B. 100. 1. Soweit ersichtlich, können Sie die 3 Proz. beantworten, nicht fürzen, da es sich anscheinend um Kassatontos handelt. 2. Ja. 3. Es muß aber seine Inhaberqualität ersichtlich sein. unterstützungswohnsik wird nach einjährigem Wohnsik erworben. 2. Bor Ablauf dieser Frist ist die Gemeinde, in der man früher gewohnt hat, für Unterstützungen erfaspflichtig und der Erwerb des Unterstüßungswohnsizes 3. Ja. 4. Nein. in der neuen Gemeinde wird dadurch gehemmt. . 23. II. Jedoch brauchen die darnnter wohnenden Mietersich eine Be21. D. 8a. Unseres Erachtens find Sie läftigung nicht gefallen lassen. Pflegekind 4. Sprechen Sie am besten nicht weiter zahlungspflichtig. persönlich bei der Waisenverwaltung vor. E. 5. 32. 1. Eine Klage hätte kaum Aussicht auf Erfolg. 2. Warten Sie den Bescheid der Versiche rung, der zweifellos eingehen wird, ab.- Arbeiterschwimmverein. Nein. Asra 99. 1. und 2. An den Gemeindevorstand in Stralau. 3.KonIn Halberstadt und Umgebung hat ein Gewitter, verbunden mit starkem Hagelschlag, großen Schaden angerichtet, besonders an Feld- und Gartenfrüchten. In Groß Quenstedt und in Halberstadt wurde je ein Feldarbeiter vom Blig erschlagen. Der Angeklagte bestritt auf das bestimmteste, überhaupt ein Messer bei sich geführt zu haben und behauptete, daß Blau den A. Das verhängnisvolle Frühstückskörbchen. zweimal vor den Leib gestoßen habe. Die Beweisaufnahme konnte Das finnige Spendieren von Frühstücskörbchen, das einst bei der auch nicht bestimmt ergeben, wer der Messerstecher gewesen sei, Kölner Polizei so beliebt war, hat nun auch in Wiesdorf bei ſo daß Rechtsanwalt Dr. Artur Levy I beantragte, den Angeklagten Köln ein Opfer gefordert. Der dortige Bürgermeister hat von einem nur wegen des von ihm zugegebenen Fußtritts in den Unterleib schuldig zu sprechen. Die Geschworenen bejahten auch nur die Wirt ein Frühstücstörbchen angenommen und dem Spender auch Schuldfrage wegen gefährlicher Körperverlegung, worauf der An- noch brieflich dafür gedankt. Als die Angelegenheit in der geflagte zu 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 4 Mo- Stadtverordnetenversammlung zur Sprache kam, entschuldigte sich der Herr Bürgermeister damit, das Körbchen sei in seiner Abwesen naten Untersuchungshaft verurteilt wurde. heit von seiner Familie angenommen worden, er habe es dann als höflicher Mann nicht zurüdschiden tönnen und sich zu einem Danffchreiben verpflichtet gefühlt. Die Stadtverordneten hatten für die Höflichkeit des Stabtoberhauptes so wenig Verständnis, daß fie den Bürgermeister einstweilen in Urlaub schidten. Ein Sergeant als Heiratsschwindler. Nachdem er Sodom und Gomorrha in Köln. G. S. 87. 1. Der Wegen Fahnenflucht, Betrug in sieben und Unterschlagung in zwei Fällen hatte sich vor dem Kriegsgericht in Salle der im 10. Jahre dienende Sergeant Ernst Jakob vom Füsilierregiment Nr. 36 zu verantworten. Der Herr Unteroffizier war erst eine Zeit lang Bolizist, trat dann aber wieder als Rekrutenerzieher In der Deutschen Werkbund- Ausstellung zu Köln befinden sich feffionslos. 4. Durch Nachfrage bei dem Pfarramt. 2. B. 18. 1. und in Dienst bei einem Regiment in Mülhausen i. E. ein Jahr lang als Feldhüter bei einer Wach- und Schließgesellschaft einige Malereien und Skulpturen, die manchen Einwohnern des 2. Nach den in Berlin üblichen Mietsverträgen nein. Genaue Auskunft tätig war, ließ er sich Ende November v. J. zum vierten Male deutschen Roms nicht genügend bekleidet zu sein scheinen. Die läßt sich nur geben nach Einsichtnahme in den Mietsvertrag. 3. und 4. Ihr zum Militär einstellen. Im März rüdte Sergeant Jakob nach Kölner tatholifchen Pfarrer haben nun eine scharfe Ein. Bater hat einen Rentenanspruch, sofern nicht bereits Verjährung eingetreten Holland aus und zwar aus Furcht vor den zahlreichen Betrüge- gabe an die Ausstellungsleitung gerichtet, worin sie die Entfernung ist. Db dies der Fall ist oder nicht, kann aus Ihren Angaben nicht entdiefer bedenkenerregenden und fittenberderbenden Sachen" fordern. nommen werden. 5. Je nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit. Dafür reien, die er inzwischen mit Hilfe des Königs Rock" verübt hatte. Es bleibt abzuwarten, ob die Ausstellungsleitung sich durch die Er ist in der Regel ärztliches Gutachten maßgebend. 6. Bei dem zuständigen Versicherungsamt. 100. Sie haben Anspruch auf Angehörigenunter In Mülhausen lockte er einer armen Schneiderin ihre Ersparnisse füllung dieser Forderung, die ihren Ursprung in latholischen Mütter- ftügung in Höhe desjenigen Betrages, den die Staffe fazungsgemäß zu ab mit dem Versprechen, sie, nachdem er in Frankfurt Polizist und Jungfrauenvereinen hat, vor aller Welt lächerlich machen wird. leiften verpflichtet wäre in Fällen, in denen fie Krankenhausbehandlung an2. B. 36. 1. und 2. Die Beschlagnahme wäre auch dann zugeworden, zu heiraten. Zugleich war der Mensch bereits mit Bitant ist, daß im Vorstande der Ausstellung Männer figen wie ordnet. einem anderen Mädchen aus Oschersleben verlobt. Diefer Braut Kardinalerzbischof v. Hartmann, Domtapitular laffig, falls das Geld noch auf der Sparkasse ist. 2. An das Schöffengericht, welches das Urteil erlassen hat. Hat die Strafentloďte er 1000 M., dem zukünftigen Schwiegervater außerdem Schnütgen, Abgeordneter Trimborn usw., die bisher tit zuläffig, hängt aber von dem Willen der Bollftredungsbehörde ab. fammer entschieden, an die Staatsanwaltschaft. 3. Nein, da Verjährung noch 750 M. mit dem Vorgeben, er habe eine Geldstrafe von nichts gegen die angeblich unfittlichen Sachen einzuwenden hatten. eingetreten ist. 23. G. 27. Nein. J. P. 200. 1. In der Regel 600 M., zu der er wegen Soldatenmißhandlung verurteilt sei, das Einkommen des voraufgegangenen Kalenderjahres, also hier das Einzu zahlen. Dann bändelte er mit einem für zweierlei Tuch Zusammenstoß zweier Ozcandampfer. Nach einer Meldung fommen für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1913. Fällt in schwärmenden Mädchen aus Delißsch an, um ihm als angebliche aus London ist der auf der Fahrt von Southampton nach New York diese Zeit aber eine Unterbrechung, durch die% des JahresarbeitsHeiratskaution 300 M. abzuknöpfen. Trok dieser Zusicherungen befindlich gewesene deutsche Dampfer Kaiser Wilhelm II." im berbienftes verlustig gegangen ist, so wird das Einkommen nach dem mutmaßlichen Betrage des laufenden Steuerjahres geschäßt, in der Regel fnüpfte er mit einer vierten Braut an, der er zuerst 400 W. Aermelkanal mit dem englischen Dampfer" Incemore" 3 also auch das jetzige Einkommen der Einschätzung zugrunde gelegt. zur Heiratskaution und ein Sparkassenbuch über 900 M. ablodte. fammengestoßen. Der englische Dampfer ist an seinem 2. Je nach der Sachlage, entweder die Lohnbescheinigung für das Das dem bedauernswerten Mädchen abgeschwindelte Geld ver- Borderteil schiver beschädigt worden. Der Zusammenstoß fand in Kalenderjahr 1913 oder eine Bescheinigung des jezigen Berdienstes. jubelte der saubere Stellvertreter Gottes", wie auch die übrigen dichtem Nebel statt. Der Kaiser Wilhelm II." ist sofort mach Beträge, in loderer Gesellschaft und warf das leere Spartassen Southampton zurüdgefehrt. buch weg. Das Urteil lautete auf brei Jahre Gefängnis. Das erste Opfer des neuen Spionagegefehes. Auf Grund des neuen Spionagegefeßes wurden in Würzburg die von einem Kinematographenbefiber gemachten Aufnahmen der militärischen Uebungen auf dem Münchener Ererzierplak beschlagnahmt. Der Operateur wurde verhaftet, später aber wieder aus der Saft entlassen. Die Freigabe des Films wurde bis jest abgelehnt. Ein Beamter der Firma Krupp vor dem Reichsgericht. Der Kaufmann Gustab Schnabbe war seit 1896 bei der Firma Krupp in Essen als Kalkulator angestellt. Infolge Reibereien mit der Leitung der Firma wurde Schnabbe entlassen. Ta er auf das ihm erteilte Entlassungszeugnis feine neue Anstellung fand, wandte er sich brieflich an Herrn Krupp von Bohlen- Halbach und später an Freiherrn v. Bodenhausen. In diesen Briefen soll Schmabbe mit Enthüllungen über die Firma Krupp gedroht haben. Er wurde daher am 5. Januar vom Landgericht Essen- Ruhr wegen versuchter Erpressung zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die gegen das Urteil eingelegte Reviſion wurde am Dienstag vom Reichsgericht berworfen, Aus aller Welt. Die armen Reichen. Es gibt eine bebauerlicheren Geschöpfe, als die mit Reichtum be hafteten Menschen. Selbst auf ihren Vergnügungen find fie der Ge fahr ausgefeßt, von den viel glücklicheren Armen bestohlen zu werden. Dieser Tage fand in Paris unter dem Namen„ Der Juwelenball" ein Kostümfest statt, zu dem insgesamt 400 Gäste geladen waren. Der von den Damen entfaltete Lurus spottete jeder Beschreibung. Von einigen konnte man fast sagen, daß fie wandelnden Juwelenlagern glichen. So trug beispielsweise die Baronin Rothschild ein Berlen tellier, das einen Wert von über 4 Millionen Frank befist. Frau Kleine Notizen. # Stationen Barometer A. A. 100. 1. Das Witterungsübersicht vom 17. Juni 1914. stand mm Windo richtung Windstärke Die Ursachen des Untergangs der Empreß of Ireland" unterliegen jeßt der Untersuchung durch eine Kommission. Vor dieser erklärte am Mittwoch der erste Offizier der Storstad", Alfred Juftenes, daß die„ Storstad", nachdem sie die„ Empreß of Ireland" gefichtet hätte, ihren Kurs nicht geändert habe, wie dies der Kapitän der Empreß", Kendall, behauptet hatte. Im Gegenteil sei die „ Empreß" getroffen worden, weil sie an dem Bug der„ Storstad" Swinemde. 759 NND Hamburg 761 borbeifahren wollte. Bei der Station Berlin 76028 Eisenbahnzusammenstoß in England. bon Worcester Frants. a.M 763 SD Reading fuhr am Mittwochvormittag der 763 tommende& rpreßaug in einen Lokalgug hinein. Die München beiden Lokomotiven entgleiften. Der Lokomotivführer und der Heizer des Lotalzuges wurden mit schweren Verlegungen unter den Trümmern hervorgezogen; einer bon beiden ist bereits seinen Verlegungen erlegen. Von den Passagieren wurde nur eine Dame leicht verlegt. Wien Better Temp. n. E. 5° C.= 4º R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 2Better Temp. n. C. 5°.= 4° R. 2balb bd. 12 1 balb bd. 12 mollent 15 beiter 16 2bedeckt 18 Haparanda 762 S 3 Regen 13 Betersburg 761 NND 2 bedeďt 18 Scilly 765 St 1 Dunst 15 Aberdeen 764 Still 4 bebedt 15 Paris 764 NMD 2bededt 13 759 4 wolfig 18 Betterprognose für Donnerstag, den 18. Juni 1914. Bielfach heiter, am Tage wieder etwas wärmer bei mäßigen westlichen winden; teine erheblichen Niederschläge. Berliner Betterbureau. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitagmittag: Beftlich der Dder größtenteils trocken und vielfach heiter, wieder etwas wärmer. Im Dften jedoch noch etwas Regen, strich. weife Gewitter und weitere Abkühlung. Später jedenfalls Aufheiterung. Die Best in Alexandria. In Alexandria find fünf Fälle von Bubonen pest amtlich festgestellt worden. Davon sind zwei Fälle, bei denen es sich um Griechen handelte, tödlich verlaufen. Mittelalterliches. In Straßburg i. E. wurden Mittwoch früh die 41 Jahre alte Witwe Magdalene Wendel und der 39 Jahre alte Tagelöhner Birth aus Hagenau, die wegen Gift der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Welterbureau mordes an dem Ehemann der Wendel zum Tode berurteilt worden waren, hingerichtet. Töblicher Fliegerunfall. Auf dem französischen Flugplak Chartres ist am Mittwochnachmittag der Fliegeroffizier Major Felig tödlich verunglüdt, als er einen Versuch mit einem neuen Apparat unternahm. find willkommen. Jugendveranstaltungen. Basserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Beichiel, horn Dber, Ratibor Rroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Ibe, Leitmerik Wilmersdorf. Sonnabend, den 20. Juni, in den Gofener Bergen bei Schmödwig Sonnenwendfeier. Treffpunkt abends 8 Uhr im Jugendhim, mannheimer Str. 51. Auch Erwachsene und Freunde der Jugend nete, Borban Anschließend Sonntag Tagestour nach Müggelsee, Müggelschlößchen, Köpenid. Vieberbücher, Kocher, Deden, Mandolinen usw. nicht vergessen. Fahrgeld 90 Pf. Sonntag, den 28. Juni, Badepartie nach dem Müggeljee. Näheres im Jugendheim. Dresden Barby Magdeburg Wafferftands- Nachrichten + bedeutet Buchs, cm³) Wafferstand am jeit am feit 16.6. 15. 6. 16.6. 15. 6. cm 105 cm cm¹) -7 Saale, Grochlik 112 -12 -33 -3 Habel, Spandau) 53 95 0 Rathenow) 44 174+2 Spree, Spremberg) 80 71 Beeslom) 69 81 Befer, Minden 217 298 Minden Rhein, Marimiliansau 538+2 Nedar, Heilbronn -4 Kaub Stoln -144-11 120+10 Main, Hanau Mosel, Trier 1 Fall.) Unterpegel 101+5 355 14 363+-24 262+28 212 121+28 Todes- Anzeigen Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschkenführer August Sprenger von der Firma Kroll, Posener Straße 16, am 16. d. Mts., im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 19. Juni, nachmittags 31, Uhr, von der Leichenhalle des alten Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allce, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Gottlieb Rautenberg am 16. d. Mts., im Alter von 24 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Freitag, den 19. Juni, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Friedrichshain aus nach dem Kirchhof der Auferstehungs- Gemeinde, Weißenfee, Fallenberger Weg, statt. Um rege Beteiligung ersucht 65/19 Die Bezirksverwaltung. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, die Kollegin Elise Thürmer plößlich gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Donners tag, den 18. Juni, nachmittags 5 Uhr, auf dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 24/1 Von der Reise zurück 82/20 Dr. E. Rosenthal Arzt für Zuckerkrankheit, MagenDeutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schnittarbeiter Max Feist am 15. Juni an Schlaganfall gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 18. Juni, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes Friedrichsfelde aus statt. in Rege Beteiligung wird erwartet. 120/10 Die Ortsverwaltung. Verband d.Gemeinde- u. Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des pensionierten Kollegen Friedrich Marx ( früher Berliner Wasserwerk in Tegel). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits am Montag stattgefunden. 34/19 Saison- Ausverkauf. Große Preisherabsetzungen in allen Abteilungen, teilweise bis zu 50 Proz. ermäßigt. Zum Verkauf gelangen zu erstaunlich billigen Preisen: Sacco- Anzüge...... schon von M. 10.- an Paletots u. Ulster. Beinkleider in jeder Länge und Weite Phantasie- Westen Gummimäntel, wasserdicht Lüster- u. Leinenjacketts Gesellschafts- Anzüge.. Cutaways u. Westen " F " 12." 2." 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Die vorige Konferenz hatte beschlossen, an der Besprechung der Tagesordnung zum diesjährigen Parteitag in kalischen Beiräte des Bundes die Abgabe der Lieder an die Phono- dem Recht der Vertretung der Ortsvereine auf der Landes- Würzburg wurde eine Resolution angenommen, die dem Verhalten graphengesellschaft befürwortet haben, damit den Kampf gegen die versammlung festzuhalten, für den Fall aber, бав der Reichstagsfraktion bei Beratung der Beamten- Besoldungs Mängel des Grammophons fördern zu können. Die Politisch erklärung des Bundes ist ein Ergebnis unseres Fortschreitens. die Landesversammlung eine Aenderung des bestehenden Ver- vorlage und in der Schlußfißung des Reichstags zustimmt. Als gewählt. Jugendliche haben wir nur in geringer Bahl im Bund, es fonnte tretungssystems beschließen sollte, einen Vorschlag auf der Grundlage Vorort wurde Rüstringen, als Vorsitzender Genosse Hug wieder daher nur das Bestreben dieser Maßnahme sein, die Bildungs- der Vertretung nach Oberamtsbezirken auszuarbeiten. bestrebungen der Arbeiter zu hemmen und die Künstler und Diri- Gin vom Landesvorstand vorgelegter Entwurf war in einer gemein- Der Landesparteitag in Altenburg beschäftigte sich am samen Vorbesprechung auch vom Landesausschuß gutgeheißen worden. Sonntag namentlich mit der Bildungsfrage. Es kam zum AusDen Kassenbericht erstattete der Sekretär Kaiser- Dieser Entwurf wurde in der Konferenz am 14. Juni eingehend druck, daß der Bildungsarbeit im kommenden Jahre erhöhte AufBerlin. Die Einnahmen in der Geschäftsperiode betrugen beraten. Eine vom Genoffen epperle Göppingen vor merksamkeit zugewendet werden müsse. Ueber die politische Lage 126 402,73 M., die Ausgaben 118 959,06 M., der Kassenbestand geschlagene Aenderung fand Zustimmung. Hierdurch erhielt der referierte Genosse äppler. Er wies darauf hin, da dem Ueber7443,67 M. Eine Besserung der Kassenverhältnisse müsse unter handnehmen der Reaktion eine lückenlose Organisation des Proleallen Umständen angestrebt werden. In den Preisen der Noten Vorschlag folgende Fassung: fariats gegenübergestellt werden müsse. Die gefaßten Beschlüsse soll eine kleine Erhöhung eintreten. find interner Natur. genten bort uns abzuhalten. Den Bericht der Kontrollkommission erstattet Otto Schmidt- Leipzig. Von Bedeutung ist die Beschwerde über den Ausschluß von gewerkschaftlichen Gesangvereinen in Norddeutschland. Die Kontrollkommission steht auf dem Standpunkt des Vorstandes, der diese Ausschlüsse mißbilligt. # wie Uthmann. Die Parteimitglieder werden auf der Landesversammlung bewerben auf be durch Delegierte vertreten, die von den Ortsvereinen der einzelnen Oberamtsbezirke durch Urwahl gewählt werden. Es wählen die Oberamtsbezirke für die ersten 200 Mitglieder auf je angefangene 50 Mitglieder einen Delegierten, sodann von 201 bis 600 Mit glieder auf je angefangene 100 Mitglieder einen Delegierten, von 601 bis 2000 Mitglieder auf je angefangene 200 Mitglieder einen Delegierten, über 2000 Mitglieder auf je angefangene 400 Mitglieder einen Delegierten. * Zur Kreistonferenz für den Wahlkreis Sonneberga Saalfeld, die am 14. Juni in Lauscha tagte, waren 82 Deles gierte und Funktionäre erschienen. Genosse Paul Seige erstattete den Kreisbericht. Die Mitgliederzahl hat sich um 735 Bothe Berlin erstattet sodann den Bericht der Liederbermehrt und beträgt 2533 männliche und 360 weibliche Mitglieder. prüfungskommission. Er betont die Schwierigkeiten der Ortsgruppen bestehen in 42 Orten( bon 240). Mitglieder sind Beschaffung von Liedern. Bei dem Bemühen, Künstler von bedeutendem Ruf zu gewinnen, die Lieder für uns komponieren, Dieser Vorschlag, der der Landesversammlung als Eventual- in 75 Orten zu verzeichnen. Der Kreisleiter beschwerte sich über saumselige Berichterstattung und Rechnungslegung zweier Agihaben wir oft ablehnenden Bescheid erhalten. Manche unserer antrag unterbreitet wird, fand einmütige Annahme. tationsbezirke. Die Bezirksleiter schoben die Schuld auf Saum= Mitarbeiter fönnen ihre Namen nicht nennen, das war auch der Ebenso einmütig tam auf der Konferenz die Meinung zum Aus- feligkeit in den Ortsgruppen. Genosse Reißhaus- Erfurt sprach Fall bei dem verstorbenen Komponisten Ottomar Neubner, der für druck, daß der Landesvorstand die Pflicht habe, irreführenden Dar- als Vertreter des Kreises über Kolonialpolitik. Genosse Seige uns unter dem Namen Koch tomponierte. Alle Lieder werden von stellungen öffentlich entgenzutreten, als ob das bestehende Delegations- wurde wiederum einstimmig als Kreisleiter und als Delegierter uns auf das gewissenhafteste geprüft. Kein Komponist in unserem system für die Landesversammlung die kleineren Mitgliedschaften in zum Parteitag in Würzburg gewählt. Im Frühjahr soll mit der Arbeitersängerbund findet so gut die Töne für unser Arbeiterlied einer Weise bevorzuge, die in der ganzen Partei unerhört wäre. Agitation für die im Herbst 1915 stattfindenden Landtagswahlen In der Diskussion nimmt die Frage der Ueberlaffung Mehrfach wurde betont, es sei notwendig, der gesamten Partei die durch Einberufung einer Landeskonferens für die beiden Meininger der Lieder an die Phonographengesellschaft einen großen Raum ein. Tatsache zur Kenntnis zu bringen, daß die württembergische Landes- Kreise begonnen werden. Einige Redner sprechen sich gegen die Ueberlassung der Lieder organisation sich in Beziehung auf die Vertretung der ParteiDie den Einrichtungen Jahrestonferenz für den Wahlkreis Beuthen aus, während andere die Ueberlassung der Lieder damit recht genossen auf der Landesversammlung von fertigen, daß es dem Bund nur angenehm sein könne, wenn durch anderer Landesorganisationen nur dadurch unterscheidet, daß den Tarnow is fand am lezten Sonntag in Königshütte statt. Aus dem Bericht des Kreisvorsitzenden Genossen Lauschner feine Lieder schlechte Lieder verschwinden würden. Ferner wird großen Mitgliedschaften weitergehende Rechte eingeräumt sind als Beuthen geht hervor, daß die Einheitsorganrsation, so wie sie der gefordert, daß mehr für Lieder ausgegeben wird. Die schlechte bei der großen Mehrheit der anderen Bezirks- und Landes- legte Barteitag beschloffen hat, im Wahlkreise Beuthen- Tarnowitz finanzielle Lage des Bundes wird bedauert und Abhilfe dagegen organisationen. so gut wie durchgeführt ist. Von der Wirksam gefordert. Weiter gelangt der Wunsch zum Ausdruck, daß man sich teit der P. P. S. ist nichts mehr zu merken, nachdem bei den Urteilen wegen der Politischerklärung nicht beruhigen möge; 124 Mitglieder derselben zur deutschen Partei fräftige Agitation unter Ausnutzung dieser Bekämpfung des Es fanden in der Berichts Bundes und seiner Vereine tue not. Restenberg- Berlin be- Die Parteiorganisation des Wahlfreises Hanau- Boden übergetreten sind. Frauen und 23 öffentliche Vers dauert, daß der Vorstandsbericht nichts über die proletarische heim- Gelnhausen- Orb hielt letzten Sonntag ihre Kreis- zeit 78 Mitglieder-, 9 Bildungsbewegung gesagt habe. Die jetzige Generalver- generalversammlung ab. Die Bewegung zeigt ein erfreuliches Bild. fammlungen statt. Verbreitet wurden 40 000 Voltskalender und sammlung müsse Richtlinien über das Zusammenarbeiten mit dem Die Mitgliederzunahme betrug im letzten Geschäftsjahr 787. Am 90 000 Flugblätter. Der Mitgliederbestand beträgt 1069, darunter Zentralbildungsausschuß und dem Bundesvorstand schaffen, ebenso 31. März d. J. waren 9871 Mitglieder vorhanden( darunter 1948 188 weibliche. Er stieg um 197. Die Zahl der Drtsvereine fonnte Verglichen mit der von 7 auf 10 erhöht werden. Der Kassenbericht balanciert bei müsse das Verhältnis zwischen den Gauen und den Bezirks- weibliche), die sich auf 80 Filialen verteilen. bildungsausschüssen geregelt werden. Kestenberg schlägt vor, eine sozialdemokratischen Stimmenzahl im Jahre 1912 find 43,83 Pro 3. einem Bestande von 114,28 M. in Einnahme und Ausgabe mit Kommission für diese Zusammenarbeit einzusehen. In seinem politisch Organisierte vorhanden. Die Gemeindebertreter 4261,65 9. Die Zahl der Abonnenten auf das Parteiorgan hat Schlußwort führt der Vorsitzende Meyer aus, eine solche wahlen brachten im März 1914 einen Zuwachs von 20 Mandaten. fich seit Gründung des eigenen Organs, der Freien Presse", verKommission sei überflüssig, da der Bundesvorstand direkt mit dem Die Partei hat jest in 33 Landgemeinden 113 Vertreter, dazu doppelt. Ein an den Bezirks- Parteitag zu richtender Antrag, der für den oberschlesischen Agitationsbezirk bezw. für die polnisch lesende Zentralbildungsausschuß verhandeln könne. Auch weist er die Vor- kommen in drei Städten 13 Stadtverordnete. würfe wegen der Ueberlassung der Lieder an die Grammophon- Die Generalversammlung beschäftigte sich eingehend mit der Arbeiterschaft ein polnisches Organ fordert, fand einstimmige gesellschaft als unberechtigt zurüd. Einstimmig wird sodann dem bereits von anderen Wahlkreisorganisationen aufgerollten Preffe- Annahme. Zum Delegierten für den deutschen Parteitag wurde der gesamten Vorstand Entlastung erteilt. angelegenheit. Gegen sechs Stimmen gelangte eine längere Refo- Bezirksleiter Genoffe Hörsing Beuthen gewählt. Siz der lution zur Annahme, in der die Versammlung erklärt, mit der Kreisleitung bleibt Beuthen. " Frankfurter BoltsAus den Organisationen. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Der beleidigte Militarismus. Am Montag wird zunächst über den Bericht der Be- politischen haltung der fchwerbefommission, den Ries. Wiesbaden erstattet, tim me" nicht einverstanden zur sein. diskutiert. Damit wird die Beratung der Anträge verbunden, Bei der Etellungnahme zum Parteitag wurde folgende Refodie die Verschmelzungsfrage und die Beziehungen zu den gewert- lution einstimmig angenommen: Das oberfränkische Schwurgericht verurteilte den Genossen a de schaftlichen Gesangvereinen betreffen. Die Diskussion über diese Die Diskussion über diese" Die Kreisgeneralversammlung begrüßt die Haltung der Frage ist sehr rege. Ein Antrag des Gaues Rheinland:" Die Reichstagsfraktion, die endlich dem unwürdigen Zustand des von der Boltstribüne" wegen Beleidigung des bayerischen Offizier dem Deutschen Arbeitersängerbund angeschlossenen Vereine dürfen Hinauslaufens beim Kaiserhoch ein Ende machte, im Saal ver- torps zu 400 M. Strafe.. nicht mit bürgerlichen Vereinen zusammen singen," wird ange blieb und gemäß unserer republikanischen Anschauung handelte. nommen. Alle übrigen Anträge gegen die gewerkschaftlichen Gefangbereine werden abgelehnt. Ein vom Gau Schlesien gestellter Antrag, der die Bundesleitung beauftragt, mit dem Vorstande des Buchdruder Sängerbundes Schritte wegen Verschmelzung zu unternehmen, wird angenommen. In der Verschmelzungs= frage wird sodann die folgende Resolution angenommen: In dieser Haltung fann uns die künstliche Entrüstungsfomödie der Gegner nicht irre machen. Die reattionäre Stimmungsmache muß scheitern an der geschlossenen Kampfesfront der Partei und ihrer systematischen Aufklärungsarbeit in den brei testen Boltsmassen, die wir immer mehr mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen, wie mit unseren Grundanschauungen vertraut machen müssen." Gchaussucht wurde in den Bureauräumen des Arbeiterfekretariats 2 andeshut in Schlesien und in der Privatwohnung des Sekretärs nach dem Manuskript eines in der Schlesischen Bergwacht erschienenen Artikels, der die schlechte Behandlung eines Dienst mädchens durch einen Agrarier aus der dortigen Gegend schilderte. Die Bemühungen waren in beiden Fällen umsonst. " Die politischen roten Strumpfbänder. " Die Bildung großer Chöre ist aus fünstlerischen, organis satorischen und agitatorischen Gründen überall zu erstreben. Die Gaue werden deshalb beauftragt, für dieses Ziel im EinverDie Wahlfreisorganisation für Anhalt II( Bernburgnehmen mit dem Bundesvorstand mit aller Energie zu arbeiten. Köthen) hielt am 14. Juni in Bernburg ihre Generalversamm Die Polizei von Bövinghausen bei Dortmund erklärte den Dabei dürfen jedoch örtliche und berufliche Verhältnisse nicht lung ab, auf der 28 Orte durch 50 Delegierte, darunter 4 Genoffin- Arbeiterturnverein„ Borwärts" für einen politischen Verein. Der außer acht gelassen werden. Die Gründung von neuen nen, vertreten waren. Der gedrudt vorgelegte Geschäftsbericht ver- Borstand des Vereins war der Aufforderung, ein Verzeichnis der Berufsgesangbereinen ist unratiam. Der von Kestenberg Berlin gestellte Antrag auf Ein- Beichnet eine Zunahme der Mitglieder um 440, wodurch eine Gesamt- Vorstandsmitglieder und ein Statut des Bereins der Bolizei ein mitgliederzahl von 4790( darunter 1399 weibliche) erreicht wurde. zureichen, nicht nachgekommen. Darauf Strafmandate in Höhe von fegung einer Kommission für die Zusammenarbeit mit dem Zen- Die Mitgliederzunahme ist doppelt beachtenswert, da vom 1. Oktober je 9 M., gegen welche gerichtliche Entscheidung beantragt wurde. tralbildungsausschuß wird mit 28 gegen 20 Stimmen abge vorigen Jahres ab der 10- bezw. 5.- Pf.- Wochenbeitrag eingeführt Vor dem Schöffengericht Caftrop, das über den Einspruch zu be lehnt. Unter Zustimmung der Versammlung wird dazu betont, und die Befürchtungen eines Rüdganges dieserhalb zerstört worden finden hatte, erklärte der Polizeikommiffar auf Befragen, daß seine daß damit nicht gegen die Verhandlungen mit dem Zentral- find. Bis dahin wurden pro Monat 30 bezw. 15 Pf. Beitrag erhoben. Politischerklärung des Vereins sich u. a. auf folgende Tatsache Der gründe: Am 1. September 1912 feierte der Verein ein öffentliches eine Zusammenarbeit mit dem Bildungsausschus, doch sei dazu Kassenbestand steigerte sich um rund 4000 M. Abgehalten wurden Fest; bei diesem Fest trugen die Mitglieder rote Schärpen feine Kommission nötig. Von den 76 und rote Strumpfbänder. Das Gericht hielt diefen Fladung- Frankfurt a. M. erstattet den Bericht der Re- 45 öffentliche und 166 Mitgliederversammlungen. organisationsfommission. Er bespricht eingehend die finanzielle Sozialdemokratischen Gemeindevertretern sißen 39 in 7 Städten( dar- famosen Beweis für die Politischerklärung und auch die anderen Lage des Bundes und die Folgen der Anträge auf Ausgestaltung unter 16 im Sauptort Bernburg) und 37 in 17 Bandgemeinden. Beweismittel der Polizei nicht für stichhaltig und erkannte auf der Leistungen des Bundes. Die Kommission schlägt vor, den Für die allernächsten Tage ist für Anhalt eine Kommunal Freisprechung. pahlrechtsvorlage zu erwarten, in der das Wahlrecht erBundesbeitrag für Frauen von 15 Pf. auf 30 Pf. zu erhöhen. heblich verschlechtert werden soll. Die Frage, in welcher Weise der Der Beitrag für männliche Mitglieder soll unverändert bleiben. Außerdem soll eine geringe Erhöhung des Preises für Noten ein- Kampf gegen diesen Wahlrechtsraub geführt werden soll, bildete im Anschluß an ein Referat des Landtagsabgeordneten Voigt den Haupttreten. Die Kommission bittet, alle Anträge, die eine Belastung verhandlungspunkt der Konferenz. verhandlungspunkt der Konferenz. Ueber den Parteitag in der Bundestasse bedeuten, abzulehnen, doch soll die Zeitung Würzburg referierte Günther- Bernburg. Er besprach u. a. die Bei der Fortsetzung der Beweisaufnahme befundete Ober. aiveimonatlich erscheinen. Die Generalversammlung beschließt, den Bei. Kaiserhochangelegenheit, riet aber davon ab, die zu wählenden Dele- wachtmeister Heinemann noch: Eines Tages wurde ein Buchmacher gieten auf eine bestimmte Stellungnahme festzulegen. Dem stimmte durch Suchland genommen, und bei dieser Gelegenheit stieß der trag für die weiblichen Mitglieder von 15 f. auf 25 Pf. zu er die Konferenz zu. Zum Schluß hielt der Abgeordnete des Kreises, Buchmacher Beschuldigungen gegen Haneberg aus. Der Buchmacher, höhen, alle übrigen Anträge auf Beitragserhöhung werden abge: Genoffe Bender Elberfeld, ein beifällig aufgenommenes Refe ein gewisser Ruhblatt, erzählte dem Oberwachtmeister später, Der trag, die Zeitung monatlich erscheinen zu lassen, wird abge- rat über die politische Lage. Der bisherige Vorstand wurde ein- aneberg sei un ihn herangetreten und habe ihn dahin lehnt. ftimmig wiedergewählt. Rennbahnkorruption. Zweiter Verhandlungstag. beeinflussen wollen, Zu dem Antrag des Gaues Schlesien auf Anschluß an die die Beschuldigungen zurüdzunehmen. Der Buchmacher solle fich Die Landeskonferenz für das Herzogtum Roburg, die am Bentraltommission für Sport- und Körperpflege ergreift Reichardt- Berlin als Vertreter der Zentralfommission das Sonntag stattfand, diente gewiffermaßen als Einleitung der bevor- ruhig bestrafen lassen, und man würde ihn dann auf der Rennbahn Wort. Er legt die Aufgaben der Zentralfommission dar und stehenden Reichstagserfabwahl. Es waren 76 Delegierte, darunter nicht mehr so sehr behelligen. Der Angeklagte Haneberg bestreitet, bittet, den Anschluß an sie zu vollziehen. Wegen Mangel an 5 Frauen, der Landesvorstand, Vertreter des Parteiblattes und den Buchmacher in der geschilderten Weise beeinflußt zu haben. Genosse Wiederholt hat der Oberwachtmeister geäußert: Mitteln wird dieser Antrag abgelehnt. Ferner wird der An- Einzelmitglieder aus verschiedenen Orten anwesend. Warum werden die großen Buchmacher nicht genommen? trag, die Generalversammlung Pfingsten abzuhalten, abgelehnt. Iingler als Vorsißender Landesorganisation gab den GeschäftsDer Gau Thüringen beantragt, daß, wenn an einem Ort ein bericht, der ein zufriedenstellendes Bild der Entwickelung zeigt. Die Ob die Angeklagten nur aus Bequemlichkeit ihre Pflicht nicht geVerein die Bestimmung in sein Statut aufgenommen hat, daß die Mitgliederzahl stieg von 658 auf 1020, darunter 106( 41) Genoffin- tan haben, oder ob sie bestochen worden sind, vermag der Zeuge Mitglieder gewerkschaftlich und politisch organisiert sein müssen, nen. Ein gleich günstiges Bild des Fortschrittes ergaben die Kaffen- nicht anzugeben. die am gleichen Ort bestehenden Vereine die gleiche Bestimmung verhältnisse. Die Neuwahlen brachten teine Aenderung. Mit leb- Der nächste Zeuge, Gendarmeriewachtmeister Schulz, wird noch durchführen müssen. Gegen den Antrag wird eingewandt, man haftem Intereſſe wurde der Vortrag des Reichstagskandidaten, eingehend zur Wahrheit ermahnt und auf den§ 190 des Straffönne die Mitglieder nicht für eine bestimmte politische Partei Genossen Hofmann- Hof über die bevorstehende Reichstagswahl gesetzbuches, nach dem er sich selbst nicht zu belasten braucht, hin berpflichten. Heber den Antrag wird zur Tagesordnung über- verfolgt. Einverständnis herrscht im übrigen auch mit den Maß- gewiesen. Schulz ist 1910 Gendarm geworden. Er ist wegen vernahmen des Vorstandes für die Wahlarbeit. späteter Meldung einer Anzeige in dieser Affäre zu zehn Tagen Arrest disziplinarisch bestraft worden. Der Zeuge befundet, daß es freises tagte am Sonntag, ben 14. Juni, in 2 immer bei gefallen, daß etwas nicht in Ordnung fet. Haneberg und Suchland Die Kreistonferenz des 9. Hannoverschen Wahl ihm in den ersten Tagen seines Dienstes auf der Rennbahn aufHannover. Aus dem Jahresbericht ist ersichtlich, daß im Wahlkreise lagten ihm, bald auf den einen, bald auf den anderen Rennbahnbesucher deutend: 2670 männliche und 490 weibliche Mitglieder vorhanden sind; ,, Diefen lassen Sie stehen, der hat Konzession!" Abonnenten auf den" Volkswillen" find 3879 vorhanden. Besonders erfreulich ist, daß die Jugendbewegung einen guten Fortschritt ge- Andere wieder sollte ich nehmen. Nach einem Rennen nahmen nommen hat. Hat der Wahlkreis doch in diesem Jahre 549 Abon- mich die Angeklagten mit in ein Lokal, und dort sagten sie mir: nenten auf die Arbeiter- Jugend" aufzuweisen. Wenn der Wahl- Die Kerts müssen doch Miete zahlen!" Ich ging dann nach der treis auch unter der wirtschaftlichen Arise und der gelben Toilette hinaus, und es folgten mir einige Buchmacher und steckten Bewegung zu leiden hatte, so ist doch in diesem Jahre ein Fortschritt mir Geld zu. Ins Lokal zurückgekehrt, erhielt ich dann noch von zu verzeichnen. anderen Buchmachern Geld zugesteckt, bis es schließlich etwa 140 07. waren. Schulz nennt dann die Namen einiger Buchmacher, die ihm gegangen. entscheibet. Es wird ein Antrag angenommen, der den§ 4 des Statuts bahin ändert, daß in Streitfällen über die Aufnahme von Vereinen der Bundesvorstand und in letter Instanz die Generalversammlung Als Ort der nächsten Generalversammlung wird Hamburg geipählt. Der Siz des Bundes bleibt in Berlin, der der Kontrollkommission in Leipzig. Meyer Berlin wird als erster Borjizender gewählt. Damit find die Arbeiten der Generalversammlung erledigt. ns Aus der Partei. Das Delegationssystem in Württemberg. " Der Bezirks- Parteitag für Oldenburg- Ostfriesland, seinerzeit Geld zugesteckt haben. Was ihm jeder einzelne gegeben Der Landesvorstand für Württemberg beröffentlicht ter am Sonntag in Oldenburg tagte, war von 51 Delegierten be hat, weiß der Zeuge nicht, weil ihm das Geld ungesehen in die in der württembergischen Barteipreffe folgende Borschläge: In Aus fucht. Den Jahresbericht haben wir bereits auszugsweise wieder- Tasche geſtedt wurde. Berhandlungsleiter: Sie müssen doch führung des Beschluffes der Konferenz vom 26. April fand am gegeben. Angenommen wurde ein Antrag auf Serausgabe einer ganz bestürzt gewesen sein, als man Ihnen das erste Zehumartstud Sonntag, den 14. Juni, eine weitere Konferenz der Kreisvorstände, monatlich ericeinenden Beitung aur Agitation unter in die Hand drückte. Haben Sie denn nicht gefagt:„ Wie kommen bes Zandesausschuffies und bes Zandesvorstandes statt, an der der Landbevölkerung. Als Delegierter zum Internationalen Ron. Sie dazu, einen preußischen Gendarmen zu bestechen!"= 3eugez Nein. boS Ija&c ich nicht getan.— Verhandlungsleitcr: Warum haben Sie denn die Sache nicht sofort gemeldet? Zeuge: Ich wollte erst noch Feststellungen machen und weitere Schuldige er- Mitteln.— Bertrctcr der Anklage: Warum haben«ie die Leute nicht gleich festgestellt?— Zeuge: Tas habe ich unterlassen.— Der Zeuge sagt dann weiter aus, daß ihn eouchland in dem Lokal mit dem Fuß trat und ihm sagte: „Gehen Sie doch mal austreten!" Dem Zeugen kam die Sache nicht geheuer vor. Er wollte sehen, was los sei und trat auch aus. Nun folgte der Vorgang mit dem Zustecken von Buchmachergcldern. Im ersten Moment packte mich das Gefühl: „Hier ist eine unverhoffte Einnahmequelle"» dann aber gelvann ich die Ilcberzeugung, daß mich die Buchmacher nur unschädlich machen wollten. Der Entschluß, Kameraden ans Messer zu liefern, Herr Goheimrat, dos fällt einem sehr schwer, und auch dieser Umstand trug viel dazu bei, daß ich vorläufig mit einer Anzeige zurückhielt.— Der Zeuge wird sodann eingehend über die Be- stechungsaffäre im Gehölz gelegentlich einer Streife auf Dirnen vernommen. Schulz ging damals mit Suchland und Haneberg durch das lstehölz, als zwei Männer an ihn herantraten und der eine ihm ein Zehn-, der andere ein Zwanzigmarkstück zusteckten. Es waren dies Amt und Zaremba. Haneberg sagte dann zum Zeugen:„Schreiben Sie in Ihr Buch: Amt genügend, Zaremba gut!" In eineni anderen Falle wurde dem Zeugen von einem gewissen Wenzel ein Zehnmarkstück in einem Lokal in die Tasche gesteckt.— Verhandlungslciter: Sie haben zu Protokoll gegeben, daß Sic 50 M. damals erhalten haben.— Zeuge: Das stimmt aber nicht. In einem anderen Falle wurden mir von drei Buchmachern die Geldstücke förmlich aufgedrängt. Als Wachtmeister Schulz einmal den Buchmacher Friedländcr nehmen wollte, rief ihm dieser zu: „Was, ich mitkommen? Tie haben ja ein Pfund bekommen!" Ter Zeuge wußte, daß Friedländer viel krakeelte und rabiat wurde. Er wollte dann Friedländer unauffällig festnehmen. Es wird hieraus der erste Buchmacher als Zeuge vernommen. Er kann sich nicht entsinnen, einmal von einem der drei Angeklagten genommen worden zu fein.— Berhandlungsleitcr: Haben Sie denn einmal einem der Angeklagten Geld gegeben, sie bestochen.— Zeuge: Ja, das ist ja die heikle Sache. Da muß ich die Aussage verweigern. Man muß schließlich an seine eigene Person denken, und ich darf «ich dock) nicht einer Gefahr aussetzen. Sodann wird Zeitungsverleger Jsaac vernommen. Er hat die fraglichen Artikel in der„Zeit am Montag" verfaßt. Es wurden in der Redaktion wiederholt Klagen über unreelle Zustände auf der Rennbahn geführt. Der Zeuge nahm jedoch, ehe er Artikel brachte, eingehende Beobachtungen auf der Rennbahn vor und fand dabei die Angaben bestätigt: die Buchmacher oblagen ungehindert ihrem Geschäft, die Gendarmen mußten dies sehen; sie schritten jedoch nicht ein, sondern ließen die Leute ruhig buchmachen. Ter Zeuge hat beobachtet, daß einzelne Buchmacher nur vor einem Menschen Respekt hatten, und das war der„Offizicrstarl". Wenn der kam, dann stockte das Geschäft. Herr Jsaac hat auch die An- geklagten beobachtet. Mit Haneberg habe er Schulter an Schulter gestanden und ihn genau beobachtet. Er hat den Kopf genau nach der Richtung gehalten, nach welcher ihn Haneberg hielt, und er hat deutlich gesehen, wie in unmittelbarer Nähe öuchgcmacht wurde. Haneberg hätte eS auch sehen müssen. Auch das Klimpern der Geldstücke der Buchmacher hat der Zeuge deutlich gehört. Dutzende von Buchmachern standen herum, sobald die Rennen abgeläutet waren, hat sich der Zeuge nicht mehr um die Beamten gekümmert. Er hat auch gesehen, daß Buchmacher in mehreren Rennen auf demselben Platz gestanden und buchgemacht haben. Eine Menge als Zeugen aufgerufene Buchmacher erklären auf die Frage, ob sie einen der drei Angeklagten bestochen haben, ich verweigere dir Aussage. Berhandlungsleitcr: Es besteht die Vermutung, daß die Herren Buchmacher eine Vereinbarung dahin getroffen haben, ihre Aussage vor Gericht zu verweigern. Buchmacher Räpitz: Davon weiß ich nichts. Auf Befragen erklärt der Zeuge Räpitz, er sei etwa öOmal wegen Buchmachens und Hausfriedensbruchs vor- bestraft. Lberwachtmeistcr Hcinrmann erklärt, daß der Zeuge längere Zeit nicht genommen worden sei, und daß er, H., ihn wieder aus der Versenkung herausgeholt habe. Wen er, der Obcrwachtmeister, erst einmal genommen habe, dem sei das Handwerk gelegt. Ein Zeuge Zaremba hat dem An- geklagten Erxlebcn kein Geld gegeben, betreffs der beiden anderen Angeklagten verweigert er seine Aussage. Es folgt sodann die Vernehmung des Zeugen Fricdländer. Seit etwa 12 Jahren besucht F. die Rennbahnen. Es ist unzweifel- hast lvahr, daß sich die Angeklagten in den letzten Jahren haben bestechen lassen. Jeder Rcnnbahnbesucher weiß das. Nicht allein die drei Angeklagten, sondern auch andere Beamte haben sich be- stechen lassen. Ich hatte nur vor zwei Leuten Angst: vor Ober- Wachtmeister Heinemann und einem'Beamten vom Uniontlub. Ich habe nichts zu befürchten; schon tausende habe ich für Strafen zahlen müssen. Um meine letzte Strafe zahlen zu können, habe ich die Brillanten meiner Frau verkaufen müssen. Ein Gendarm, der auf die Rennbahn geht, muß sehen, daß überall buchgemacht wird. Tie Bestechungen gehen nicht etwa seit zwei Jahren, sondern seit zehn Jahren. Bei einem Rennen in Karlshorst kam Haneberg an mich ran und erklärte, er müsse mich anzeigen. Ich erwiderte darauf: Wenn Sic mir eine Anzeige machen, dann müssen Sie an mein Bett kommen und Abbitte leisten. Und er kam auch. Ich mußte 150 M. Geldstrafe zahlen. Haneberg gab mir dann die 150 M. selbst wieder zurück. In einem Lokal reichte er mir hinterrücks das Geld zu. Von diesem Geld habe ich dann die Strafe gezahlt. 50 M. habe ich noch für mich behalten. Anderen Beamten gegenüber haben Haneberg und ich dann Komödie ge- spielt. Der Zeuge hat Haneberg Vorwürfe gemacht, und H. hat sich nicht dagegen gewehrt. Dem Angeklagten Suchland habe ich zehn Mark gegeben, damit er sich beim Metropol-Theatcr gute Billetts kaufen solle. Bestechen wollte ich ihn nicht. Für einen Brief, den Haneberg an Friedländcr gerichtet bat, und in den: er Friedländcr um cine Zusammenkunft bat, sind dem Zeugen von einem.Herrn Meier 1000 M. geboten worden. Er habe ihn aber nicht herausgegeben, weil Haneberg dann lebenslang einem Er- presser in die Hände gefallen wäre. Ter Zeuge stellt die Behaup- tung auf, daß der.Haneberg an jedem Renntage 40 bis 100 M. von Buchmachern bekommen habe. Auf die Frage, ob Friedländer auch zu den„Konzessionierten" gehörte, erklärt der Zeuge, er habe dazu gehört, aber nicht, weil er gegeben, sondern weil man ihn auf der Rennbahn gefürchtet habe. Nach Schluß der Rennen wurden gewöhnlich große Gelage, bei denen der Sekt floß, gefeiert. Auch Haneberg und S-uchland hat der Zeuge einmal sicher bei einem solchen Gelage gesehen. Die Angeschuldigten bestreiten dies alles. Die sodann aufgerufene Ehefrau des Zeugen Fricdländer unterstützt in einer Reihe von Punkten die Angaben ihres ManncS. Schon vor längerer Zeit habe ihr ihr Mann gesagt, daß die Be- amten Geld bekämen. Vor einer Reihe von Gendarmen, auch vor den drei Angeklagten brauche man keine Angst zu haben. Dem Gendarmcricwachtmcistcr Behnke ist absolut uichis be- kannt, was gegen die Angeklagten sprechen könnte. WoKI aber hat der Zeuge gehört, wie Haneberg und l�uchland von Vorgesetzten gelobt wurden. An B. ist niemand herangetreten, der ihn bälic besieckien wollen. Ter Zeuge hat niemals Beovacknungen gemacht, di« darauf hindeuten könnten, daß sogenannte Buchmacherringe »Konzessionierter" und„Richtkonzessionierter" existieren. Gen- darmeriewachtmeister Feckner ist ebenfalls nichts bewußt, daß einer der Angeklagten von Buchmachern mit Zuwendungen bedacht wor- den ist. Friedländer habe einen besonderen Haß auf ihn, weil er ihn öfter genommen habe. Ter Zeuge hat gegen� Friedländer Strafanzeige erstattet, weil er bei seiner letzten Sistierung in Hoppcgartcn sich renitent benommen und die Drohung ausgestoßen hat:„Ich bringe die Gendarmen alle ins Zuchthaus!" Dos Vcr- fahren gegen Friedländcr wegen Widerstandes gegen die Staats- gcwalt und Beamtenbeleidigung ist bis zur Beendigung deS vorliegenden Prozesses ausgesetzt worden. Ter Buchmacher Wenzel bestreitet, dem Wachtmeister Schulz einmal zehn Mark gegeben zu haben. Schulz bleibt bei seinen Angaben. Die Sitzung wird auf Freitag vormittag vertagt. Soziales. Kann ein Redakteur vor dem KaufmonnSgericht klagen? Die Beantwortung richtet sich je nach der Auffassung, ob der Redakteur als kaufmännischer Angestellter angesehen werden kann oder nicht. Zweifellos wird ein Redakteur, der mit seinem-Verlag in Differenzen gekommen ist, vor dem ordentlichen Gericht klagen müssen, wenn er ausschließlich redaktionelle Arbeiten verrichtet. Die Kausmannsgcrichte haben sich aber wiederholt für zuständig erklärt, wenn, wie es in mittleren und kleineren Betrieben, speziell in der Provinz vielfach üblich ist, der Redakteur auch die kaufmännischen Arbeiten, wie Buchführung, Korrespondenz usw. miterledigt. Andererseits stempelt nicht gleich jede außcrredaktio- nelle Arbeit den Redakteur zum Handlungsgebilsen. In einem vor der l. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts verhandelten Falle hatte der Redakteur Handlungsvollmacht für die Verlagsfirma und nahm die Abrechnungen mit den Rechercheuren vor. Außerdem redigierte er die in dem betreffenden Verlage erscheinende Zeit- schrift. Das Kaufmannsgericht erklärte sich in diesem Falle nicht für zuständig. Wenn der Kläger auch einzelne kaufmännische Arbeiten verrichtet habe, so bestand doch seine überwiegende Tätig- keit in ber Rcdigierung der Zeitschrift. Er müsse seine Klage darum bor dem ordentlichen Gericht anstrengen. Verabschiedung des revidierten schweizerischen Fabrikgesrtzes. Endlich ist die Beratung des Fabrikgesetzes in der Bundes- Versammlung zu Ende gekommen. Nach dem wiederholten Hin- und Herschicken der Vorlage zwischen Nationalrat und Ständerat, den beiden eidgenössischen Parlamenten, ist durch gegenseitiges Nachgeben cine Einigung erzielt worden. Tie letzten Differenzen zwischen den beiden Parlamenten be- trafen die Nachtarbeit der jugendlichen Arbeiter im Alter von 16 bis 1s Jahren in Glasfabriken, und das Verbot der Verab- rcichung von alkoholischen Getränken in den Fabriken während der Arbeitszeit. Der Nationalrat hatte beide Bestimmungen ab- gelehnt, während der Ständerat daran festhielt. Bezüglich der erstern Differenz einigte man sich nun dahin, daß die Nachtarbeit von jugendlichen Arbeitern nur während einer gewissen Ueber- gangszcit vom Bundesrat gestattet werden kann. Und im Alkohol- artikcl wurde die Beschränkung auf Arbeiter unter 18 Jahren gestrichen, um nicht erst recht durch das Verbot bei den jungen Leuten dos Verlangen nach den verbotenen Früchten zu wecken. Die Regelung dieser Frage ist also die, daß die Unternehmer durch Aufnahme einer bezüglichen Bestimmung in die Fabrikordnung die Abgabe von alkoholischen Getränken durch die Fabrikkantine während der Arbeitszeit, also außerhalb der Mahlzeiten, ver- bieten können. Die Abstinenten begrüßen auch diese vorsichtige Beschränkung des Alkoholkonsums der Arbeiter in den Fabriken schon als einen Fortschritt. Die Vorlage beschäftigt nun noch die Redaktionskommission, so daß sie also in dieser Session der Bundesversammlung definitiv parlamentarisch verabschiedet wird. Da im Mai 1910 der Bundes- rat die Vorlage der Bundesversammlung zugehen ließ, hat ihre Erledigung mehr als vier Jahre in, Anspruch genommen. Ihr Urheber, Bundesrat Deucher, ist inzwischen gestorben. Der fort- schrittlich gesinnte Mann hat in dem Advokaten und Geldsacks- Politiker Schultheß einen sehr unähnlichen Nachfolger gefunden, der die ursprüngliche Vorlage arg verpfuscht und das Gesetz zu einer wahren Karikatur derselben gemacht hat. Für rückständige Betriebe bildet sie freilich immer noch einen Fortschritt, und darin allein liegt auch ein Vorteil für die gesamte Arbeiterschaft, deren fortgeschrittenster Teil keinerlei direkten Nutzen davon hat. Dabei ist das revidierte Gesetz, wenn es jetzt parlamentarisch verabschiedet wird, noch keineswegs unter Dach. Es wird nun cine Frist van drei Monaten gegeben, um eventuell das Referendum dagegen anzurufen, das heißt, 30 000 Unterschriften zu sammeln, um es zur Volksabstimmung und Verwerfung zu bringen. Ob dieser Schritt gemacht wird, bleibt abzuwarten. Kommt es zur Volksabstimmung, so wird es sehr wahrscheinlich von den ver- bündeten Reaktionären und Arbeiterfeinden verworfen und bleibt dann noch lange Jahre das bestehende alte Fabrikgesetz von 1877 in Kraft. Wird das Referendum indes nicht angerufen, so dürste das neue revidierte Fabrikgesetz mit dem 1. Januar 1915 in Kraft gesetzt werden. Die Arbeiterschaft wird ihrerseits das Referendum nicht ergreifen, und, wenn eS von anderer Seite kommt, nicht unterstützen, so wenig seine Neuerungen sie zu befriedigen ver- mögen. Aber sie weiß auch, daß unter den obwaltenden Umständen gegenwärtig nicht mehr zu erreichen ist und sie sich damit wohl oder übel vorläufig abfinden muß. Es bleibt ihr der Kampf durch die Gewerkschaften, durch die sie bisher Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse erreichte, und mit denen sie auch fernerhin Fortschritte und Erfolge erringen wird. /tos Industrie und Handel. Steigende Dividende»— sinkende Löhne. Währenv die amtliche Statistik gezeigt hat, daß die Löhne der Bergarbeiter in verschiedenen Revieren stark zurückgehen, ergibt sich für die A k t i e n g e s e l l sch a s t e n der deutschen M ontanin du st rie noch immer eine recht ansehnliche Steige- rung der durchschnittlichen Dividendenergebnisse. Bisher liegen 79 vergleichbare Bilanzen für das Geschäftsjahr 1913 vor. DaS ge- samte Nominalkapital der in Betracht kommenden Gesellschaften ist von 708,33 auf 725,20 Mill. M. gestiegen. Die Summe der ver- teilten Dividende ist von 83.38 auf 88.59 Mill. M. gestiegen. Die Durchschnittsdividende erhöhte sich von 11,3 auf 12,2 Proz. Im einzelnen wurden folgende Ergebnisse erzielt: Zahl Aktienkapital Dividende der Gesellschaften in Mill. M. in Prozent 1912 1913 1912 1913 Steinkohlenbergbau.. 24 214.98 222.70 15,1 16,5 Braunkohlenbergbau.. 21 101. 10 106.50 12,9 13,9 Erzbergbau..... 5 21,55 24,80 13,7 8,6 Kalibergbau..... 7 43.75 43,75 10,6 8.8 Salzbergbau..... 7 26,60 26,60 9.9 8.1 Sonstiger Bergbau.. b 32.09 32,59 6,5 7,5 Hütten, gemischte Betriebe 10 268,26 268,26 9,5 9,8 DaS erste Quartal 1914, daS nach der amtlichen Statistik be- rcits eine Senkung der Bergarbeiterlöhne in verschiedenen West- deutschen Revieren des Steinkohlenbergbaues brachte, war für die Aktiengesellschaften insofern recht günstig, als die Preise noch sehr hoch waren und der Absatz sich ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres hielt. «iTaangenc druckßhrlsten. Verlin. Ungefähr. Von Dr. Dreuw. 47 L. Ritter-ÄerlaS' Duncker u. Humblot. Leio-i�®oa K. Brauer. Gehütet � ________________________________________________«.' 9wt AMttckSd«.* 4 � MAwörtlicher Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln. Für btn Jnjeratenteil verantw.: TH.GIocke.Berltn. Druck u.BerIag:Borwärtz Tuchdrucker-,"« Lttlagsanstalt Paul Sing& e Betltn SVfT** Ter schnelle Bankrott einer schwächlichen Politik. In dem Streit um die Gestaltung der künftige» Handelsverträge haben die Unternehmer der verarbeitenden Industrie objektiv dasselbe Interesse wie die Arbeiterschaft. Sie konkurrieren auf dem Weltmarkt mit Waren, deren Produktions- kosten ihnen die zollgeschützten und kartellierten Robstofsindiistrien verteuern. An der Last der Lebensmittelverteuerung tragen sie mit, weil starke gewerkschaftliche Organisationen einen Teil der Ver- teuerung in Form erhöhter Löbne aus sie abgewälzt haben. Tie Angst vor einem zollpolitischen Bündnis mit der sozialdemokratischen Arbeiterschaft scheint aber der Fcrtigindm'trie so horrend zu sein, daß sie von Ansang an aus ein Kompromiß mit der kar- tellierten Schwerindustrie hing>?orbeitct hat. Dabei haben die Herren aber taktisch die größte Dummheit begangen, die nur möglich ist. Anstatt durch Ausbau ihrer Organisation und durch kräftigen Kampf den Gegner zu einem Kompromiß geneigt zu machen und ihm Zugeständnisse abzuzwingen, hat der Bund der Industriellen sofort seine müde Kompromißsucht eingestanden, indem �cr am 16. Mai offiziell erklärte, zwischen Fcrtigindustrie und Schwerindustrie bestände kein Jnteressengcgcn- satz. Beide Gruppen müßten gegen die extremen Zollforderungen der Agrarier zusammentreten. Die erbärmlichen Halbheiten ist auf dem Fuße der völlige Bankrott gefolgt. Knapp drei Wochen später, am 5. Juni, fand die Tagung des Zentralverbandcs deutscher Industrieller in Köln statt, zu der die Handelskammer Plauen ihren Syndikus Dr. Dietrich entsandt hatte. Dr. Dietrich ist derselbe, dein die For- mulierung der handelspolitischen Halbheiten im Bunde der In- dustriellcn zu verdanken sst. In der Diskussion über die Wirtschaiis- Politik hat nun Dietrich den offiziellen Standpunkt des Bundes der Industriellen vertreten und dabei sich eine schwere Niederlage ge- holt. Was er als Antwort von dem Wortfübrcr�der Schivcrindustrte erhielt, war eine brüske Abfertigung. Der Sekretär S t c l l c r vom Zentralvcrband machte nicht die geringste Konzession an die Wünsche der verarbeitenden Industrie, sondern erklärte summarisch: „die Fertigindustrie könne gar kein anderes Ausmaß in der Hand- habung der Zollpolitik erstreben, als die Schlverindustrie". Das heißt zu Deutsch, daß die Fertigindustric sich widerspruchslos mit dem zu bescheiden hat, was die Sehtverindustric für gut hält.„Der Grundsatz, den die deutsche Industrie in ihrer Gesamtheit, und zwar im Einklang mit der Regierung, vertrete, gehe dahin, daß an unserer Schutzzollpolitik nicht gerüttelt werden dürfe, und diese Schutzzoll- Politik liege ebenso im Interesse unserer LandwA:tschast wie unserer Industrie." Nach dieser hönischen Absage, die nur jemandem gc» boten werden kann, der absolut keine imponierende Macht auszu- bringen versteht, sollte endlich die Fertigindustrie zu einer vcr- nünftigen Kampfcsstellung kommen. Wir glauben aber, daß Unternehmer der Fertigindustrie den Mut dazu nicht aufbringen werden und den Arbeitern auch weiter allein überlassen, gegen die ungeheuren Lasten der heutigen Handelsverträge anzukämpfen. Wir erleben damit die pikante Situation, daß die„Feinde der In- dustrie" die Lebensinteressen der erdrückenden Mehrzahl deS dcut-. schen Unternehmertums mit Leidenschaft verfechten. Tie Entwicklung der Aktiengesellschaften und der Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht im Deutschen Reiche ging in den letzten Jahren rasch vor sich. Am 31. Dezember 1913 bestanden 548v Aktiengesellschaften mit einem nominellen Aktienkapital»ojt 17,3 Milliarden Mark gegen bloß 5421 Gesellschaften mit 16,96 MU' liarden Mark im Vorjahre und gegen 5222 Gesellschaften mit einci» Kapital von 14,7 Milliarden im Jabre 1909. Zu gleicher Zeit wurden gezählt 26 790 tätige Gesellschaft«� mit beschränkter Haftpslicht, deren Kapital sich auf 4,8 Milliarden Mark beläuft. 1912 waren 24 611 solche Gesellschaften mit einet» Kapital von rund 4,5 Milliarden Mark und 1909 waren 16 508®C' sellschasten mit beschränkter Hastpflicht mit einem Kapital vo» 3,5 Milliarden Mark. Die Zahl der Aktiengesellschaften ist von 1909 bis 1913 um 264 oder um 5 Proz., ihr Kapital aber uin 2,6 Milliarden Mark oder um 17,7 Proz. gestiegen. Die Zivi der Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht hat sich um 10 182 oder um 61,2 Proz., ihr Kapital aber nur um 1,3 Milliarden Mas' oder um 35 Proz. vermehrt. Als Aktiengesellschaften werden meist große Unternehmungen gebildet, die auch das gesellschaftlich« Kapital an sich reißen. Als Gesellschaften mit beschränkter Hast/ Pflicht treten mittlere und größere Familienunternehmungen aiu, wenn man von den Syndikaten absieht, die diese Form annehmen. Deshalb hat sich ihre Zahl relativ rascher als ihre Kapitalmach' erhöht. Das Gesamtkapital aller dieser Gesellschaften ist in vier Jahre» um 3,9 Milliarden Mark gestiegen. Natürlich wird sich erst dan» genau darüber sagen lassen, wieviel die Industrie in dieser 3«'- Geld absorbiert hat, wenn auch ihre Verbindlichkeiten bekannt werden. Immerhin zeigt die Tatsache, daß das Kapital dieses Gesellschaft noch nicht einmal um eine Milliarde pro Jahr steigt' daß es kaum anzunehmen sei. wie dies die Lobredner der heutig«" Wirtschaftsordnung tun. daß der jährliche KapitalzuwachS Deuts-b' lands fünf Milliarden betrage. Es erweist sich vielmehr, daß di« jährlichen Rüstungsausgaben, die in den letzten Jahren von 1.8 aus 2,5 Milliarden hinausgeschnellt sind, viel mehr Kapital verschling«" als es der Industrie zur Verfügung gestellt wird. Daraus gebt der hemmende Einfluß des Militarismus und MariniSmuS auf die volkswirtschaftliche Entwicklung zur Genüge hervor. Versammlungen. Tie' Lage der Schirmarbeiter. ®ine.botn Deutschen Holzarbeiterverbande einberufene öft'e"t' stche Versammlung der Schirmmacher und Näherin»«" BcrunS beschäftigte sich am DienStayabend mit den bereits der �onnabendnummer des„Vorwärts* geschilderten Zuständen in der Schtrminduftrie. König referierte und zeigte den we, enden in wirksamer Weise, wie nur durch eigene Kraft. durch«ne geschlossene schlagfertige Kampfesorganisation die üb««- aus schlechte Lage der in der«chtrmindustrie Bescwiftigten"«/' bessert werden könne. Was getan werden konnte, habe der Teuts-he .yolzarbeiterverkand getan. Nicht immer sei er mit diesen Nc- strebungen bei den Berufsangehörigcn auf Verständnis gestoßen- Ter Redner gab auch eine eingehende Tarstellung von den V«r- der Provinz und konnte darin die interessante loche feststellen, daß zuweilen draußen die Preise güninger sin" pch! Sfäs****. äMÄÄA'te Ät* bte JWÄgaess ä Hältnisse herbeizuführen f0m,t e,ne Perbesserung der bestätigt l,mrbCn bie �"4!uhrungen d-S Referate" Sie ent it, # 25 Die nd igt 11, en en 14 ge nd 5In Dr. or n18Det ge rie 242 er die ch: and= Das nit Der Dat ret oll ret ge= Bu erdic gen gen en n ut tert ten 486 bon Ril em ten den em Ge DOM bon um abl 182 Cart eift iche aft ruf, ten. acht ren inn Zeit nnt fer igt, gen jdj die auf gent eht auf • nts ent in Den Ins ut er er= che t ( Alfohol, Nikotin, Tanzvergnügen usw.) ausgegeben werden. Nicht weniger als 120-140 Millionen till Herr v. Bieberstein in kurzer Zeit auf diese Weise zwangsweise ersparen. war, daß Bayern nach langer Zeit wieder einen Kardinal habe. I Von besonderen Rüdsichten auf die Kölner tann gar teine Rede sein." Uebrigens wird die Ansicht des„ Neuen Jahrhunderts" ja auch bestätigt durch die Indizierung Waders. Aufgeseffen! Die gemäßigten republikanischen und konservativen Blätter äußern ihre lebhafte Befriedigung darüber, daß nunmehr die Durch führung des Dreijahrsgefezes gesichert scheine, machen jedoch aus ihren Bedenken bezüglich des sonstigen Programms des neuen Ministeriums fein Hehl. Die griechisch- türkische Spannung. Maßregelung türkischer Beamten. Worum es sich bei diesem sonderbaren Spartopf eigentlich handelt, hat der Redner gleich mit verraten: die männliche Jugend soll die ersparte Summe nur dann zurückerhalten, wenn sie sie zum Erwerb eines Hauses auf dem Lande verwendet. In städtischen Gegenden dürfen die ersparten Beträge nur in Baugesellschaften zutUnsere ironische Bemerkung, daß das Unterlassen des Königsjammengefaßt werden. Wer sich diesen Vorschriften nicht fügt, soll nur hochs in den beiden Häusern der preußischen Duma wohl auf die die Zinsen des ersparten Guthabens bekommen. Natürlich würden die erzieherische Wirkung des Sizenbleibens unserer Fraktion zurüdKonstantinopel, 16. Juni. Der Minister des Innern Talaat Unternehmer- damit wurden einige Bedenkliche beschwichtigt keines zuführen sei, beantwortet das„ Berl. Tagebl." mit einer wütenden Beh hat hierher telegraphiert, daß er den Gouverneur der wegs zu Beiträgen herangezogen werden dürfen. Es sind Gemüts- Bolemit. Es stellt fest, was wir übrigens wirklich auch wußten, Dardanellen und des Sandschals wegen Nachlässigkeit in der menschen, diese Landräte, die im Eifer ihrer junkerlichen Klaſſenſippe daß schon vor zwei Jahren bei der Vertagung das Hoch unterblieb. Frage der Auswanderung der Griechen sowie den Gouverneur Kärrnerdienste zu leisten, auch vor den gröbsten Attentaten auf Es zieht aber daraus nicht die Konsequenz, daß diese Hocherei auch stellvertreter von Aiwali wegen eigenmächtigen Verlassens Bollsrechte nicht zurückschreden. Daß der Vorschlag des edlen Frei- im Reichstag ganz überflüssig sei, sondern flagt uns an, daß wir feines Postens abgesetzt habe. herrn Bieberstein die völlige Aufhebung der Freizügigkeit und eine mit unserer Darstellung die ungeheure Dummheit" der Kaiserhochmit dem elterlichen Erziehungsrecht im Widerspruch stehende Bor mundschaft bedeutet, stört ihn nicht im geringsten. Zum Glüd sorgt die wirtschaftliche Entwicklung, die ohne die Freizügigkeit des Proletariats nicht denkbar ist, daß die Bäume der Landratsjunker nicht in den Himmel wachsen. affäre forttäuschen wollten! Ach wir wollten niemanden täuschen und unsere Schuld ist es nicht, daß das Berl. Tagebl." sich so täuschen ließ! Denn daß unsere Demonstration just die preußischen Herrenhäusler zur republikanischen Würde erziehen werde, haben wir nicht geglaubt beinahe ebenso wenig, als daß das " Berl. Tagebl." einem Spaßvogel auffizen werde, der die Intelligenz dieses Intelligenzblattes so richtig einschäßte, wie wir sie über= schätzt hatten. Verhängung des Belagerungszustandes in deu unruhigen Distrikten. Pforte, über das Sandschak der Dardanellen und Smyrna Konstantinopel, 17. Juni. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die den Belagerungszustand zu verhängen. Eine russische Vermittelungsaktion. Eine amtlich erwogene" Jugend- Sonnenwendfeier. Konstantinopel, 17. Juni. Wie verlautet, hat die Die Berliner Arbeiterjugend will eine Jugend- Sonnenwendrussische Botschaft es übernommen, zwischen der Pforte feier in den Gosener Bergen veranstalten. Das Programm lautet: Einleitungsgefang des Arbeiter- Gesangvereins Friedrichshagener und dem Patriarchat wegen der Wiedereröffnung der Rückschrittliches, aus dem„ ,, Musterländle". griechischen Kirchen und Schulen zu vermitteln. Männerchor, Rezitation, Festansprache( Redner: Dr. Breitscheid), Die Zweite badische Kammer nahm am Mittwoch gegen die Auf die diesbezüglichen Schritte der Botschaft soll das Abbrennen eines Höhenfeuers, Den Beschluß der Veranstaltung Stimmen der Sozialdemokraten und vier Freifinnigen die von der Patriarchat erwidert haben, seine Bedingungen seien: die jollen Reigen- und Elfentänze bilden. Das preußische Regie- Regierung vorgelegten Bestimmungen über die Zwangsarbeit in der Wiedereinsetzung der Ausgewanderten in ihre Häuser, von tungsorgan, die„ Nordd. Allg. 3tg." bemerkt hierzu:" Es wird Armenpflege an. Es tam hierbei wieder einmal zu einem denen der größte Teil bereits durch eingewanderte Museldantit gerechnet, daß bei gutem Wetter etwa 30 000 Jugendliche, heftigen 3ufammenstoß zwischen dem Minister v. Bodman manen befekt worden sei, Rückgabe ihrer Habe und Schadlosberen Eltern und Freunde usw. sich an dieser Sonnenwendfeier und unserem Genossen Frank. Bodman erhob gegen Frank den haltung, Beendigung des Boykotts und der beteiligen werden. Andererseits aber wird amtlich erwogen, Vorwurf, den Bezirksrat. beleidigt zu haben, indem Frank dem Be- Verfolgung der Griechen, schließlich sichere Bürg eine solche Feier nur in beschränktem Maße zuzulassen, da die zirksrat das Bolksvertrauen abgesprochen habe. Genosse Frant schaften für die Zukunft und für den Augenblick die EinGefahr vorliegt, daß bei dem Zusammenströmen einer solchen entgegnete mit aftenmäßigen Nachweisen aus der Landtagsfeffione ung einer europäischen, nach einer anderen bieltausendköpfigen Menge die öffentliche Ruhe, Ordnung und von 1878. Dort seien seine Argumente wörtlich zu finden. Ein Version einer russisch englischen Kommission, Sicherheit gestört werden könnte." badischer Minister solle übrigens, ehe er folche Anklagen erhebt, die die Ausführung der angeführten Bedingungen überzunächst die Geschichte des badischen Parlaments kennen. v. Bodman wachen soll. schwieg. Wenn viele Tausende der patriotischen Jugend Wälder und Felder unsicher machen und es bei ihren Kriegsspielen toll treiben, da kräht kein Hahn danach. So wird der Jugend der Grundsatz Gleiches Recht für alle" vordemonstriert! Der Vatikan und das Zentrum. In einer Polemit gegen die„ Köln. Volkszeitung", die wieder einmal aus den Verhandlungen des Zentrums mit der Kurie anläßlich des Septennatsstreits die politische Unabhängigkeit des Bentrums zu beweisen suchte, schreibt die korrespondenz des Grafen Oppersdorff: fet eine fatholische parlamentarische Der frühere Kreisdirektor Mahl in Zabern hatte nach den befannten Zaberner Vorgängen gegen sich selbst ein Disziplinar berfahren beantragt. Dieses ist jetzt eingestellt worden. Es liegt also fein Anlaß vor, gegen ihn einzufchreiten; trotzdem wurde Mahl seinerzeit nach Thann versezt. Dem Verdienste seine Krone. Wie die Köln. Voltszig." meldet, erhielt der Zentrumsführer Abgeordneter Dr. Pichler anläglich des Besuchs des Königspaares in Passau den Verdienstorden der bayerischen Krone und damit den persönlichen Adel Das Ministerium Viviani. Die Reaktion jubelt. Amerika. Die Verhandlungen in Niagara Falls. Niagara Falls, 17. Juni. Die amerikanischen Delegierten der Friedenstonferenz haben sich nach Buffalo begeben, um mit den Vertretern des Generals Carranza zu fonferieren. Wie man erfährt, erwarten sie, die Liste derjenigen Merikaner zu erhalten, unter denen die Konstitutionalisten einen provisorischen Präsidenten zu wählen bereit wären. Schlechte Friedensaussichten. Niagara Falls, 17. Juni. In der gestrigen Konferenz der amerikanischen Delegierten mit den Vertretern der Konstitutio= nalisten, die in Buffalo stattfand, ist der Versuch, die Rebellen in ebereinstimmung mit den Zielen der Vermittelungskonferenz zu bringen, gescheitert. Die Konstitutionalisten teilten den Amerikanern mit, sie seien nicht imftande, einem Waffenstilstand zuzustimmen; sie erklärten ferner, nur ein hervorragender Mann Gerade diese Verhandlungen sind geeignet, die Abhängigfeit der Partei von Rom darzutun. Es ist doch Tatsache, daß das Zentrum gelegentlich des Septennatsstreites Weisungen von Rom erhielt, daß also Rom das Recht in Anspruch nahm, solche Weisungen dem Zentrum zu erteilen. Und dieses Recht begründete die Kurie mit der in dem Schreiben des Kardinal- Staatssekretärs Paris, 17. Juni.( Privat telegramm des Voracobini wörtlich zum Ausdruck gelangten Ansicht, das Zentrum parts") Die gestrige Sigung entzückt die Briandisten und erwärts"): tretung""( Rote Jacobinis vom 21. Januar 1887). Es ist befriedigt die reaktionäre Preise, die hervorhebt, ferner Tatsache, daß die Zentrumsfraktion des Reichstags die Vivianis Formel sei ebenso entschieden wie Ribots, und über die Beisung politischer Natur, die Nom ihr in der Septennatssache demoralisierende Profitpolitik der Radikalen vergnügt ist. autommten ließ, ſehr gegen ihren Willen befolgte und Radical" beklagt die Zweideutigkeit, durch die Viviani das bar. Da sich die Delegierten Huertas ihrerseits weigern, zwar dadurch befolgte, daß sie sich der Abstimmung Vertrauen des Nationalisten Millevoye gewann. Welche Enteinen Rebellen als provisorischen Präsidenten anzunehmen, glauben enthielt und so der Regierungsvorlage, dem Wunsche täuschung sei der 3erfall der Linksmehrheit Tröst- alle an den Vermittelungsverhandlungen Beteiligten, daß am Ses Papstes gemäß, zum Siege verhalf. Es iſt weiter seirbag Tatsache, daß die Zentrumsfrattion des Reichstags Samtals lich sei da die Regierung eine republikanische Mehrheit Freitag die letzte Sizung stattfinden wird. Die Vermittler selbst nicht nur ihre Entscheidungen, sondern sogar ihre riften hinter sich habe, was eine Bürgschaft gegen ein Gleiten nach rechts haben die Hoffnung aufgegeben, das Problem det bom Willen des Bapstes insofern abbängig magte, als fei; aber beffer wäre eine leinere Mehrheit gewesen, bestehend inneren Lage Meritos zu lösen. fie durch ihren Vorfigenden Freiherrn v. Grandenstein aus allen Linksparteien und ausschließlich aus diesen. beim SL. Stuhl anfragen ließ, ob Rom die Beiteregistenz des gleidh er zu tein neues zialistische Opposition, 8 enthielten sich der Stimme, und 142 votierten für das Vertrauensvotum. Die Briandsche Mehrheit war nach links erweitert worden. Die Progressisten und ein Teil der Liberalen und Monarchisten leistete ihr durch Enthaltung verschämte Unterstüßung. Tatsächlich zeigte die Abstimmung den Zusammenbruch Sentrums für nötig halte. Benn der Bapst die Weitereristenz der radikalen Ginigung; nur 17 unterstützten die sober Fraktion nicht für nötig halte- fo erklärte der Fraktionsvorsitzende ausdrücklich dann würde mit der Mehrzahl seiner Kollegen Mandat mehr annehmen". Es ist endlich Tatsache, daß Kardinal Staatssekretär Jacobini nicht nur Weisungen gab, die in Form bon Wünschen ausgebrüdt waren( und trotzdem befolgt wurden), jondern dem Fraktionsvorsitzenden auch einen Auftrag erteilte! b. Frandenſtein beauftragen, die Zentrumsabgeordneten von den römischen Weisungen in Kenntnis zu setzen. Wirklich, wenn einer die tönnte er nichts Beſſeres tun, als zur Geschichte des Septennats greifen. " Debats" feiert drei Resultate: Das Heeresgeseh ist außer Frage gestellt, die Sozialisten sind von den Raditalen getrennt, das Programm von Bau hat Jaurès als einzigen Verteidiger. Lanterne" behauptet in einem die radikale Zweideutigkeit abspiegelnden Artikel, die Abstimmung hätte nur das Vertrauen, nicht aber eine Billigung enthalten, warnt aber Viviani vor einer Man braucht in die Infimitäten der Zentrumspartei nicht Schwäche: ft hineingeblidt zu haben, um zu wissen, daß auch heute noch General Percin bekämpft in der„ Aurore" den Widersinn, firchliche Weisungen an bie Partei ergehen. die Frage der Deckungstruppen mit der Jugendausbildung zu verWindthorst reiste bei den Bischöfen herum, um sich nach deren Anfichten zu erkundigen. Heute gibt es mündliche und quicken. Jaurès schreibt, die Abstimmung habe nur eine provisorische hriftliche Verhandlungen, nicht in jeder Frage selbst Bedeutung. Die dreijährige Dienstzeit beherrschte zwar die Debatte, verständlich, aber in allen Dingen, die schwierigere theologische aber man wagte nicht die leiseste Ausspielung in der Tagesordnung. oder firchliche Probleme berühren. Man möge diese Tatsachen ist Ja, die Regierung selbst opponierte, als die Progressisten einen Interesse der geschichtlichen Wahrheit zu betonen." Herr Oppersdorff spricht da aus seiner intimen Kenntnis der Sentrumspartei heraus. der Hinweis auf die ministeriellen Erklärungen forderten. Klarheit sei aber notwendig, ob die Regierung sich für oder gegen die aus ihren Reihen sei für sie als provisorischer Präsident annehm Konflikt zwischen Villa und Carranza. New York, 17. Juni. Telegramme aus El Paso melden, daß Billa in der vergangenen Woche Carranza seinen Verzicht auf den Oberbefehl angeboten hat. Daraufhin hielten Villas militärische Führer eine Konferenz ab und benachrichtigten Carranza, daß sie keinen anderen Führer anerkennen würden als Villa. Gestern besetzte Oberst Ornales, der Militärgouverneur von Juarez und Parteigänger Villas, mit Waffengewalt die Telegraphenämter von Juarez, die unter Carranzas Kontrolle stehen. Villa hat allen Garnisonkommandeuren des Gebietes, das unter feiner Kontrolle steht, befohlen, unverzüglich nach Torreon zu kommen, Die Rebellen verlieren ein Seegefecht. Washington, 17. Juni. In einem Gefecht zwischen Huertas Kanonenboot„ Guerrero" und dem Rebellentanonenboot„ Tampico" nahe Mazatlan ist die" Tampico" unterlegen. Admiral Soward meldet, daß der Kapitän und der erste Ingénieur des Tampico" Selbstmord begangen hätten. Letzte Nachrichten. Bauarbeiteraussperrung in Celle. Celle, 17. Juni.( Privattelegramm des Vor. wärts".) Hier ist eine große Zahl Bauarbeiter und 3immerleute ausgesperrt worden. Zuzug nach Demokratie entscheiden wolle. Das Heeresproblem tauche unablässig bei der Ernennung der Generale auf, die das Ministerium Die Lage auf dem klerikalen Kriegsschauplah. gestern in den Couloirs zur Beruhigung der Radikalen versprach. Das modernistische Neue Jahrhundert, das Organ Jaurès fündigt an, bei Beratung des Anleihegefeßentwurfes und reformtatholischen Straus- Gesellschaft, gehört zu den schärfften der Fistalreform und bei der Besprechung der Mißstände der Gegnern des römischen Integralismus. Um so bemerkenswerter ist Heeresorganisation der Heereskommission Material vorzulegen und Celle ist fernzuhalten. as baher, daß das Blatt( Nr. 24) in einem römischen Briefe die eine Untersuchung zu fordern, die die Unfähigkeit des neuesten Ereignisse als Erfolge der Integralen bezeichnet. Es grenze Generalstabs nachweisen und den Zusammenbruch seines Geüberhaupt ans Burleske, daß die Blätter der Kölner" Richtung all jeßes herbeiführen werde. Auch die angekündigten Heeresreformen wöchig mit großer Geste ihrem Publikum versichern, die Integralen würden das Problem erneuern, entipeder sind sie wertlos, und die albanische Korrespondenz meldet, unter der Führung des Majors feien nun endlich ganz tot; Rom habe sie offiziell abgeschüttelt. Sozialisten würden das nachweisen, oder ernst und verlangen dann Besim nach hartnädigem Kampfe mit den Aufständischen die Gewiß stände die päpstliche Surie nicht auf integraler Seite; die die Umwandlung des Heeressystems und die Verhöhen von Ardenica erstürmt und die Aufständischen Airche werde aber nicht von den Kardinälen und Merry del Val türzung der Dienstzeit. regiert, sondern von Pius X, von De Lai und insbesondere Be en. er at ind ma ing nd iffe ber uch nd bie let, ten ag rbs M. Als man " Eine Niederlage der Aufständischen. Balona, 17. Juni. Die Regierungstruppen haben, wie die unter Verlusten in die Flucht geschlagen. Diese Temps" wendet sich gegen den Vorwärts", der die Ver- zogen sich in der Richtung Juschna zurüd, wohin die Regierungsversuchte, zeige, daß Frankreich Allianzen und Freundschaften nicht ausV bon Migr. Bressan, dem Geheimsekretär des Papstes, und diese Herren knüpfung der dreijährigen Dienstzeit mit der auswärtigen truppen vorrüden sollen. feien den Integralen augetan. Bom Papste würden die abge Politik Frankreichs betonte. Die geftrige Abstimmung fchüttelten" Integralen ermutigt und belobigt. Bei Integrale beim Papste anzuschwärzen, habe dieser gesagt: wechsle; sie sei ein Aft der auswärtigen Politik. Tatsache sei, daß Ich will nicht, daß man sie antaste; sie sind gut!" Und die 142 Radikale unterstüßten, was sie bisher im Namen des Pro- der Agenzia Stefani.) Das aus etiva 1000 Miriditen und Maaus den päpstlichen Kassen gespeist. Die Ansprache des Milizforderung alleingeblieben seien.. Unita Cattolica", eines der bekanntesten Quertreiberblätter, werde gramms von Bau bekämpften, und die Sozialisten mit ihrer Bapites beim legten Konfiftorium werde von der gesamten Presse in integralem Sinne gedeutet, und das mit Recht. Gelegentlich der Kardinalsernennungen hatte die Bachemitenpresse darauf hingewiesen, daß drei den christlichen die Mehrheit von Gewerkschaften günstig gefinnte Erzbischöfe den roten Hut ernisterium Viviani ihr Vertrauen aussprach, halten hätten. Dazu schreibt das„ Neue Jahrhundert": Die Die Schlappe ausgewekt. Durazzo, 17. Juni.( 7 Uhr 15 Minuten abends. Meldung bischen umzingelt und dezimiert worden. Die Zusammensetzung der minifteriellen Mehrheit. Paris, 17. Juni. Nach dem amtlichen Bericht umfaßt 363 Stimmen, welche dem MiAttentat auf den deutschen Botschafter in Nordamerika. 142 Champaign( Illinois), 17. Juni. Der deutsche Botschafter Geeinigte Radikale, 14. Sozialistisch- Radikale, 20 Republi- Graf Bernstorff ist heute in app dem Tode entgangen, doch wahrlich keine besondere Bedeutung, fie find einfach ,, cardi- Lintsrepublikaner, Ernennung der Erzbischöfe von Köln und Wien hat tanische Sozialisten, 64 Mitgliedor der Radikalen Linken, 56 als ein Polizeibeamter auf das Automobil feuerte, in 34 Mitglieder der Demokratischen Linken, dem sich der Botschafter zu der Semester- Eröffnungsfeierlichteit Aber die Ernennung v. Bettingers( München)! Die soll ja faner und 25 Wilde. Gegen das Ministerium stimmten gali di posto", ihr Sig bringt diefe Würde mit sich. 4 Unabhängige Sozialistische Republikaner, 8 Gemäßigte Republi- an der Universität Jllinois begab. auf eigene Initiative Bius X. zurückzuführen sein! Man fämtliche 101 Mitglieder der Gruppe der Ge- Begleitung befand sich unter anderem der Vizepräsident der Unitann jo eine„ Initiative" durch diplomatische Mittel und geschichte einigten Sozialisten, 1 Revolutionärer Sozialist, 18 Geversität. Der Polizeibeamte forderte das Automobil auf, zit Geianbietenim Deiligen Stuhl, bie ja, mit einigte Radikale, 1 Gemäßigter Republikaner, 14 Konservative und halten. Da er jedoch nicht in Uniform war, wurde jein efandticaft außerordentlichem Eifer und Geschicklichkeit arbeitet, etwas erzählen. 4 Wilde. Befehl unbeachtet gelaffen. Darauf feuerte er den Schuß ab. Ez Dann ist auch sicher, daß es der Wunsch des Monarchen der Mehrzahl nach gemäßigte Republikaner und Konservative. Graf Bernstorff tam von der Eisenbahnstation. In seiner wurde nur ein Schuß abgegeben 鏡 Es Geffentliche politische Versammlungen. Sechster Wahlkreis. Freitag, den 19. Juni 1914, abends 8%, Uhr, in den 99 Germania- Sälen", Chauffeestr. 110: Oeffentl. politische Versammlung. 1. Tagesordnung: Der neue preußische Minister des Innern und der Kampf gegen das Koalitionsrecht. 2. Diskussion. Referent: Genoffe Rechtsanwalt Dr. Hugo Heinemann. Arbeiter und Arbeiterinnen! Erscheint in Massen! 228/12 Der Einberufer: Friedr. Stäffler, Pantstr. 65. Freie Bolfsbühne Donnerstag, den 25. Juni, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus: Generalversammlung. Tagesordnung: Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes für das Bericht letzte Halbjahr und Jahresbericht für 1913/14. der Revisoren. Diskussion. Neuwahlen des Vorstands und Ausschusses, der Revisoren und der Verwaltung und Ordnerschaft. Die alten Mitgliedskarten sind behufs Erneuerung zum Umtausch am Tage nach der Juni- Generalversammlung abzugeben. Der Zutritt zur Generalversammlung ist nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Die Mitglieder werden gebeten, unzutreffende Angaben über Namen und Wohnung auf der Mitgliedskarte zu berichtigen, da im nächsten Spieljahr jedem Mitglied das Vereinsheft durch die Post zugesendet wird. Etwaige Wünsche bezügl. Umschreibung in eine andere Abteilung sind bei Abgabe der Karte zu äußern. Diejenigen Mitglieder, welche im nächsten Spieljahre als Ordner fungieren werden gebeten, ihre Adresse der Geschäftsstelle einzusenden und in der Generalversammlung zu erscheinen. Bensährt- begehrt) Amor nu Be 6 Ein De 2,5 49 ne 50 wollen, 244/9 flüssig ge itc Bester 11 di Deutscher Holzarbeiter- Verband Ortsverwaltung Berlin. Cifchler. Bezirk öftliche Vororte. Metallputz Montag, den 22. Juni 1914, abends 5 Uhr, in der Riebeck- Brauerei, Frankfurter Allee 53: Mitglieder- Verfammlung Tagesordnung: Ueberall zu haben in Flaschen von 10 Pi Fabrik: Chemische Werke Lubszynski& Aktiengesellschaft, Berlin- Lichtenberg 1. Berichterstattung vom Verbandstag. Referent: Kollege Kasperle- Theater A. Borchardt. 2. Disfussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Möbelpolierer. Montag, den 22. Juni( gleich nach Feierabend), in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21: zum 5. Inli gesucht. Id to De al ar in fr 53 Meldungen bei R. Heinricht, Velle Mühlenstr. 19. 93 Besuche von Arbeiter- Bereinigung zum Arbeiter- Sommerfest im Heid frug erwünscht. Los nur Krankenunterstützungs Branchen- Versammlung 50 Pf. Zentralverband der und Sterbekaffen- Verein Handlungsgehilfen Bezirk Groß- Berlin Büro: C25, Münzstr.20 Berlin- Friedenau. Sonntag, den 19.Juli, nachm: 4 Uhr: Außerordentliche Freitag, den 19, Juni, abends 8, Uhr: General- Versammlung Mitglieder- Versammlung in den Musikersälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Tagesordnung: bet Klabe, Friedenau, Handjerhstr. 61. Tagesordnung: 1. Umwandlung der Kasse in einen Sterbefaffenverein. 2. Beratung und Beschlußfassung der Statuten. 3. Raffenangelegenheiten. Hermann Müller, Kassierer. Ernst Reiche. 285/12 Tagesordnung:. 1. Bericht vom Verbandstag. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Achtung! Bibliothek. Achtung! Bom Montag, den 15. Juni, ab werden teine Bücher mehr ausgegeben. Bis zum 30. Juni müssen alle noch ausstehenden Bücher wegen Inventur eingeliefert sein. Die Ortsverwaltung. * Für die Fahrt zur Bugra* Soeben erschien: Pharus- Plan der Bugra 20 Pf. 89/3 Ziehung 2. Juli Sankt Georg otterie 3469 Gewinne im Werte von Mat Hauptgewinne: 60000 20000 10000 verLose 50 Pf. 11 Les Tausend.5. Porto und Liste 25 Pf. extra. Schuten Pharus- Plan von Leipzig H.C. Kröger 1. Kassenbericht über das 1. Quartal 1914. 2. Bericht vom Verbandstag in Hannover. 3. Diskussion. 4. Wahl der fünf ehrenamtlichen Beisitzer zum Hauptvorstand. 5. Wahl der Vorort- Agitationskommission. 6. Verschiedenes. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung wird zahlreiche Beteiligung erwartet. Zutritt nur gegen Vorzeigung Damenhüte, schwarz, weiß, des Mitgliedsbuches gestattet. Wer mit mehr als 3 Beiträgen Champagne 0.95 an. Migge im Rückstande ist, hat kein Recht auf Teilnahme an der Versammlung. Schönhauser Allee 146 a. 77/15 Die Ortsverwaltung. Alte Hüte werden zu Schuten gepreẞt. Theater. Donnerstag, den 18. Juni Anfang 4 Uhr. Voigt: Theater. Das Mitternachtsmädchen. Anfang 5 Uhr. Baffage- Theater. Kino- Varieté. Potsdamer Naturtheater. Potsdam. Anfang 7 Uhr. Cines Nollendorf: Theater. Eine tolle Nacht. Anfang 755 Uhr. AltMetropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Anjang 8 Uhr. Urania. Zum Hochfirn der Jung, frait. Deutsches Opernhaus. Undine. Deutsches Künstler: Theater. Jeppe vom Berge. Leifing. Das Märchen vom Wolf. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Schiller O. Mein erlauchter Ahnherr. Schiller Charlottenburg. Eva. KleinBerliner. Wie einst im Mai. Königgrätzer Straße. Mr. Wu. Kleines. Jettchen Gebert. wilde mit illustriertem Führer Preis 25 Pf. Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 69 ( Laden) * Folies Caprice. Die Zeibwäſcherin. Deutsches Künstlertheater DOSE THEATED Metropol- Theater. Die Amordragoner. Das Bett Napoleons. Ah. da staun' ich. Aniang 8, Ubr. Neues Volts. Theater. Hans Hudebein. Residenz. Die verflirte Liebe. Admiralspalast. Im Tangoflub. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Mein erlauchter Ahnherr. Freitag, abends 8 Uhr: Mein erlauchter Ahnherr. Sonnabend, abends 8 Uhr: Mein erlauchter Ahnherr. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Klein- Eva. Freitag, abends 8 Uhr: Heiligenwald. Sonnabend, abends Klein- Eva. Uhr: Thalia. Wenn der Frühling tommt Theater in der Königgrätzer Straße Rose. Zwischen Himmel und Erde. Montis Operetten. Als ich noch im Flügelleide. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast Theater. Varieté und Licht spiele. Berliner Prater Theater. Grigri. Anjang 8% Ubr. Theater am Nollendorfplatz. Der Jurbaron Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Scheidungsehe. Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einft im Mai. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Anfang 8 Uhr. Die Scheidungs- Ehe. Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Noilendorf 1383. Täglich 8 Uhr: Jeppe vom Berge. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Herr D'rektor Kuhlicke Urkom. Burleste von Meysel. Anjang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Große Frankfurter Str. 132. Zwischen Himmel u. Erde Anfang 8 Uhr. Auf der Gartenbühne Rund um die Spree. Gr. Revue. Borh: Konzert, Spezialit. Anf. 41, Uhr Passage- Panoptikum. Lebend! Die letzten weiblichen Abends 7 Uhr 55 präzise: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. WINTER CARTEN 76 Neues Programm! Azteken! Radjah Der unfesselbare Rappo, der König der Ausbrecher. Aga, die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108/114 Heute Donnerstag, den 18. Juni 1914: Großes Riesen- Brillant- Feuerwerk ausgeführt von dem Kunstpyrotechniker E. Nielandt. 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