い el Pt. 1& 0 erg er ing Seid elte Lar M ra 32 urch llen e -t OP Zo Ift S le J Nr. 164. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerando: Bierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Seitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrudte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Schlafstellenan Stellengesuche und zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Lindenauereien. Freitag, den 19. Juni 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 1984. I Selbstgefühl der Truppen zu erhöhen; sie fühlen immer, daß sie einer Pferdehändlerfirma Lieferungsverträge 1 Landsleuten gegenüberstehen. " 1 geschlossen. Insbesondere 200 Pferde für Maschinengewehre sind restlos von ihr oder anderen Händlerfirmen gekauft worden. Auffällig war, daß die militärischen Sachverständigen auf Befragung der Verteidiger erklären mußten, sie seien nicht in der Lage, nachzuweisen, um wieviel schlechter das Reich durch den Ankauf bei Händlerfirmen, st att bei Besizern stehe. Die statistischen Angaben hierzu fehlten. Ein in der Beweisaufnahme bereits flargelegter Fall zeigt, daß die Benachteiligung des Staates eine ungeheuere sein muß. Ein Besizer Simon bekundete, ein Rappivallach mit Schußstern und weißen Fesseln sei von der Kommission zu= rüdgewiesen. Er verkaufte das Tier deshalb an die wiederbolt von dem Remontevorsitzenden empfohlene Firma für 1000 M. Die Firma verkaufte dann am Nachmittag desselben Tages denselben Rappiallach für 1200 M. oder, wie der Major dann angab, für 1150 m. weiter. Die Firma beteuerte nach dem Zeugnis des Majors, der ihr erklärte, sie dürfe daran nichts verdienen, das sei der Preis, den sie selbst gezahlt habe. Gekauft hat der Major das Pferd am Nachmittag troß der Zurüdweisung am Vormittag, weil inzwischen, wie er bekundete, der Auftrag zu noch mehr Käufen ihm geworden war. Bekundet wurde schon in der gestrigen Verhandlung von mehreren Zeugen, daß der Major ihnen erflärt hat, solche Pferde wie die angeführten kaufe nicht er, sondern die genannte Händlerfirma. Einer dieser Vernommenen, Gutsbesizer Speer 1, bekundete, er habe darauf zwei Pferde an die Firma Sandelowski u. Rachmann für 2400 m. verkauft. Kurz darauf kaufte der Major von der Firma 22 von 30 ihm vorgeführten Pferden. Ob darunter auch die von Speer I zurückgewiesenen sich befanden und wie hoch der Kaufpreis war, konnte nicht festgestellt werden. Trotzdem ist und das bestätigt die andere Seite der Sache wenn man von der Erhöhung der Dienstprämie Wie auf einem Riefenfilm zogen in den Kriegs- absicht, etwas Wesentliches zur sozialen Hebung der Untergerichtsverhandlungen der letzten Zeit die erbaulichsten offiziertaste nicht geschehen, und nach wie vor stammt der Szenen aus dem Soldatenleben" an den Augen der er- Unteroffiziererfaz nicht aus den Kreisen intelligenter gestaunten Zuschauer vorüber: Soldatenmißhandlungen, lernter Arbeiter, sondern zum großen Teile aus der Welt der Schmiergelder und noch einmal Soldatenmißhandlungen agrarischen Gebundenheit und der an Quarta oder Tertia geund wieder Schmiergelder- zur Abwechselung war es scheiterten Gymnasiasten. diesmal ein bürgerliches Gericht, das Spandauer Mit den Tressen gar herrlich geziert, steht also ein junger Schöffengericht, bor dem über das Systemi militä- Mensch da, dem die Gier nach den Freuden des Lebens im rischer Schmiergelder verhandelt wurde. Ein wackerer Herzen sigt, aber nur ein paar bescheidene Nickelmünzen im Schneidermeister hatte sich dahin geäußert, daß Militärliefe Beutel flimpern. Gleichzeitig hat dieser junge Mensch eine ranten im fonfreten Fall Militärschneider für Ertrauni- schier, unbeschränkte Machtvollkommenheit über seine Unterformen der Mannschaften nicht geduldet würden, die nicht gebenen er ist der Stellvertreter Gottes" in der Kaserne dem Feldwebel und den Unteroffizieren Geschenke machter. und macht für seine Korporalschaft den Regen wie den Deshalb Anklage wegen- huhu! Beleidigung des Unter- Sonnenschein. Erst in der letzten Woche haben eine Reihe offizierkorps des 5. Gargeregiments 3. F. Bei der Beweis- von Soldatenmißhandlungsprozessen gezeigt, wie weit die aufnahme zeigte sich eine erstaunliche Parallele mit einer ganz Macht des Unteroffiziers über seine Untergebenen reicht und anders gearteten Verhandlung, nämlich dem Prozeß, der eben wie roheste Willkür noch bei den armen Opfern des Militaris. in Mülhausen i. E. mit der Verurteilung eines sozialdemo- mus Gehorsam findet. Was Wunder, daß diese Allmacht fratischen Redakteurs wegen Polizeibeleidigung geendet hat. samt der Mittellosigkeit einen guten Boden für Bestechlichkeit Vor der Mülhauser Straffammer wußten alle vernommenen ergibt! Da fchleicht sich der Musketier X. in den Verschlag Bolizeibeamten von Ausschreitungen gegen das Publikum des Korporals und deponiert dort den Schinten, den er von nichts, aber auch rein gar nichts zu sagen; nur ein einziger Muttern" geschickt bekommen hat, und das nächste Mal hat Schuhmann befundete sowohl von der Betrunkenheit wie von es keine Folgen, wenn Musketier X. mit mangelhaft gepuktem den Erzessen seiner Kollegen mancherlei. Dieser Zeuge war Koppelschloß antritt, der Einjährige V. schiebt dem Unternämlich inzwischen aus dem Dienst geschieden und begründete offizier eine gefüllte Zigarrenfiste zu, und das nächste Mal feine Scharfsichtigkeit und Hellhörigkeit damit, daß er jetzt erfüllt auf dem Schießstand der Einjährige, der ein befeine Rücksicht mehr zu nehmen" brauche! Ganz ähnlich in rüchtigter Schlumpschüße" ist, anstandslos seine BedinEpandal. Die af tiben Unteroffiziere entrüsteten sich über gungen, und wenn der Militärschneider 3. die Ertrauniformen Rachmann erklärte Major von Mundstedt. er habe seine Ueber sein Verhältnis zu der Firma Sandelowski Die„ grobe Unvahtheit", daß von Militärlieferanten Bunden- für die Kompagnie anfertigen will, na! so wendet er sich an ferde bei der von ihm wiederholt den Befizern empfohlenen bungen gemacht würden. Aber ein früherer Korporal den gestrengen Herrn Feldwebel und paßt sich dent schönen Pferde bei der von ihm wiederholt den Befizern empfohlenen äußerte die Vermutung, daß so etwas" vorkomme, und ein Grundsage an: Wer keine Prozente gibt, erhält auch keine Firma stehen. Allerdings habe er die Firma nicht der Firma, sonfrüherer Sergeant sprach sich dahin aus, daß bielfach Lieferungen." dern der Besizer wegen empfohlen. Er zahle der Firma das, was an Feldwebel und Unteroffiziere von Lieferanten Zuwendun Es mag zugestanden sein, daß die höheren Vorgesetzten an Stallgeld üblich sei, er habe auch wiederholt Pferde von gen gemacht worden seien. Auch Zivilzeugen wußten auf die Schinken, Zigarrenkisten und Prozente als Opfer- der Firma für sich gekauft, cingeritten und dann über die Zugänglichkeit der Feldwebel und Unteroffiziere spenden an Unteroffiziere höllisch schlecht zu sprechen sind, verkauft. Der Preis für Pferde sei ihm wiederholt als ein so allerhand Interessantes zu erzählen und berichteten von der denn sie dienen wahrhaftig nicht zur Festigung der Disziplin. aufallend niedriger erschienen, daß er mehr bezahlte, als Lapidaren Aeußerung einer Stompagniemutter:" Wer feine Aber erst müßte die bis zur Willfür gehende Allmacht des die Firma von ihm verlangte. Der gewiß nicht gewöhnliche Bor Brozente gibt, erhält keine Lieferungen." Im Juristendeutsch Unteroffiziers beseitigt sein, ehe seiner Schmierbarkeit" ein gang, daß ein Stäufer mehr zahlt, als ein Verkäufer verlangt, eraber heißt all das: Der vom Angeflagten angetretene Wahr- Ende bereitet werden kann. Wenn der Korporal wegen eines lärt sich, wie der Zeuge auf Befragen der Verteidiger zugab, aus beitsbeweis ist vollständig mißlungen, und so wurde der nur halbgeputzten Koppelschlosses keinem Mann das Leben der eigenen, ihm natürlich unangenehmen Empfindung, daß die Schneider von Spandau zu 100 Mark Geldbuze verdonnert. mehr zur Hölle zu machen vermag, wenn der Feldwebel die Be- irma aus gewissem Wohlwollen für ihn weniger verlangte als Das Urteil wird anderen Militärlieferanten eine beredte zieher von Ertrauniformen nicht mehr zu bestimmten der Marktpreis war. Selbstverständlich hat der Major beim Weiter. Warnung sein; denn an die Feldwebel wurden, wie ein Liefe- Schneidern dirigieren kann, und wenn die Grundlage der verdient. Wieviel, konnte der Zeuge nicht genau angeben. Er teilte berkauf der Pferde es handelt sich insgesamt um 14 von ihm rant am Zeugenstand aussagte, immer nur 20, 30 oder 40 Mark Schießausbildung nicht mehr das Streben nach Patronen- mit, daß er insgesamt während seiner Soldatenzeit durch Kauf, gezahlt. Selbst 40 Mark dem Feldwebel sind aber besser als ersparnis bildet, dann entfällt jeder Anlaß für Schinken, Bureiten und Verkauf von Pferden etwa 20 000 bis 30 000 100 Mark in die Gerichtskasse! Bigarrenfisten und Prozente. Aber wie soll man die Kleinen mark verdient habe. Die Beweisaufnahme zeigte, daß dies loben, kommnt doch das Mergernis von Seine Erzellenz der Divisionskommandeur, Generalleutnant System, von einer Firma für die Armee zu kaufen, zumal wenn v. Lindenau mit Titeln schachert, warum soll denn der ständen die Wege öffnen fann. Ein Zeuge behauptete, der Vorgänger man auch für seine Person von der Firma kauft, enormen MißFeldwebel Meier I nicht seine Prozente einstreichen? des Majors, der die Lieferungsverträge mit der Firma Sandelowski und Rachmann abgeschlossen habe, ein Oberstleutnant v. Hood, habe, alljährlich zwei Pferde, sein Sohn ein Pferd von der Firma bekommen. Man darf auf den weiteren Verlauf der Beweisaufnahme gespannt sein. Wenn Ostpreußischer Pferdehandel. Gestern begann vor der Berliner Strafkammer der Prozeß gegen drei unserer Redakteure, auf den wir in unserer letzten Nummer bereits aufmerksam machten, und über den wir an anderer Stelle ausführlich berichten. u. Raus! Wer um den inneren Betrieb in preußischen Kajernen Bescheid weiß, ist über die Offenbarungen dieses Prozesses nicht weiter verwundert; denn er weiß, daß das schöne Wort: Wer gut schmiert, der gut fährt! seit je und je im Reich des Militarismus sein Bürgerrecht hat. Daß alle Unteroffiziere des Heeres bestechlich seien und gegen einen Schinken, den Musketier X. von Hause geschickt bekommen hat, sich so wenig ablehnend verhielten, wie gegen eine Riste Zigarren, die der Einjährige Y. spendet, wäre allerdings eine gewagte Behauptung; aber daß die Schinken und Zigarrenkisten in dem Verhältnis zwischen Chargierten und Untergebenen eine erhebliche Rolle spielen, weiß doch jeder, der im bunten Rod gestedt hat. Derartige Unfitten befagen ja auch weit weniger für die moralische Brüchigkeit der Individuen, als für die Unhalt- Die Artikel legten dar, daß unter den ostpreußischen Pferde- Die Nachrichten aus Albanien widersprechen einander. barkeit des ganzen Systems, und die„ Schmierbarkeit" im züchtern und Landwirten das Vorgehen der Remontekommission Noch immer tommen Telegramme, man" hofft, die Stadt Unteroffizierforps läßt sich nur verstehen, wenn man das bei der lektjährigen Remonte großes Aufsehen und starken Un- halten zu können". Freilich hofft man! Dum spiro, spero Unteroffizierforps als Problem auffaßt. Mit dem Unter- willen hervorgerufen haben, weil die Züchter und kleinen Land- zu deutsch: so lange der Mensch Atem hat, hofft er. Aber offizierkorps gerät der Militarismus, der immer die Ver- wirte gegenüber den Pferdehändlern außerordentlich benachteiligt gerade im Zusammenhang mit Albanien hat man schon allerwendung des Heeres gegen den sogenannten inneren Feind im feien. hand gehofft, von dem nachher das Gegenteil eingetroffen ist. Auge hat, in eine der Zwickmühlen, an denen das System Die Beweisaufnahme hat bereits jest flipp und flar erwiesen, Man hoffte, daß sich die Konsolidierung" des Kunststaates so reich ist. Die schlechte soziale Stellung der Unteroffiziere, daß unsere Artikel in der Tat Mißstände aufgebedt haben, ohne Unruhen vollziehen würden. Ja, Kuchen! Man hoffte, treibt viele Elemente zur Kapitulation, die im Soldaten- deren Abstellung dringend im Interesse der Landwirte, der Pferde- daß die Unruhen, einmal ausgebrochen, sich bald wieder legen beruf den letzten Rettungsanfer sehen und, indem sie sich dem züchter und der Steuerzahler Hegt. Trok aller Beschönigungen, würden. Hat sich was! Man hoffte zuletzt, daß die feindSelassenstaat mit Haut und Haaren verschreiben, den Kern die zwei militärische Sachverständige dem von uns kritisierten lichen Albaner nicht Rebellen, wie die bürgerliche Presse einer auch auf der Straße verwendbaren Prätorianertruppe Verfahren zuteil werden ließen, steht durch ihr eigenes Gutachten schreibt, denn die Albaner sind die rechtmäßigen Herren in bilden. Auf der anderen Seite macht die schlechte soziale und das des Landtagsabgeordneten Hofer fest: das im vergangenen ihrem Lande und der Mann aus Neuwied ist der unbefugte Stellung auch die Unteroffiziere unzufrieden und schreckt vor Jahre angewandte Verfahren ist ein sehr ungewöhnliches, Eindringling! sich allgemach zerstreuen würden. Da erallem viele Elemente von diesem Beruf ab, denen im bürger- der Gebrauch geht dahin, öffentliche und lediglich öffentliche schienen fie stürmend vor Durazzo. lichen Leben andere Türen offen stehen. Eine soziale Hebung Pferdemärkte zu veranstalten, auf denen der Reihe nach erst die Wahrhaftig, die Mächte täten ein Wert der Barmherzigdieser Kriegerkaste aber zöge wieder Leute entwickeiteren Züchter und Landwirte und dann erst die Auffäufer und Händler feit und der Klugheit, wenn sie dem Fremdling aus PreußenGeistes heran, die sich nicht vom Militarismus alle intellef- herankommen sollen. Privatmärkte bei Händlern neben öffent- land bedeuteten, daß das Raus! aus taufenden albanischen tuellen und moralischen Rippen brechen ließen, und deshalb lichen Märkten ist etwas ganz Befremdliches. Solche haben Flinten, das um Durazzo knattert, die gebieterischste und unlegten Endes für seine Zwecke nichts taugten. Ca pribi hat aber stattgefunden. Es ist wohl die Folge unserer widerstehlichste Sprache der Welt ist.' Salve tracht um Salve: einmal in einer Reichstagsrede die eine Seite der Sache sehr Artikel, wenngleich ein militärischer Sachverständiger das Raus! heißt das, Raus! immer eindringlicher: Raus! Und schön beleuchtet, indem er ausführte, eine der Maßregeln, um nicht zugeben wollte, daß das Kriegsministerium für wenn der preußische Ulanenoffizier sich samt seinen schon geder Sozialdemokratie den Boden unter den Füßen wegzuziehen dieses Jahr ausdrücklich angeordnet hat, daß die padten Koffern an Bord eines der willfährigen Kriegsschiffe oder den Kampf mit ihr aufzunehmen", seien die Unteroffi- Antäufe nur auf öffentlichen Märkten statt- hißt, ist Ruhe, das Blutvergießen hört auf, und man wird Aber weiter wird. ziersprämien in Verbindung mit dem Zivilversorgungsschein. finden. Fühlt die Militärbehörde im allgemeinen mit Recht, sehen, er fich hartDie Unteroffiziere müßten bessergestellt werden; in ihnen daß es durchaus billig ist, zunächst an die Pferdezüchter zu gehen nädig darauf versteift, zu bleiben, ergeben fich zwei muß eine Menschenklasse geschaffen werden, die mit ihrem und nur auf öffentlichen Märkten anzukaufen, so hätte man nur entweder Möglichkeiten: dringen heute, ganzen Dasein an den Staat gebunden" sei, denn bei dem Remonteantauf im vergangenen Jahr, wo es fich infolge morgen oder übermorgen die Albaner in die Stadt wenn ich den äußersten Fall berühre, für den Straßenkampf mit der leider bewilligten Militärvorlage um den Ankauf von 17 000 ein und dann heißt es unter Umständen ohne Sad und Pack der Sozialdemokratie brauchen wir weit beffere Unteroffiziere als Pferden handelte, erst recht erwarten sollen, daß diese Braris den rettenden Kahn gewinnen. Oder aber Geschüße und vor dem Feinde. Vor dem Feinde lassen sich die Truppen durch geübt werde. Die Beweisaufnahme ergab, daß das nicht der Fall Maschinengewehre spriten die Albanerhaufen noch einmal Batriotismus und durch andere erhebende Gefühle begeistern und war. auseinander und Mbret Wilhelm ,, regiert" weiter. Aber auch zur Opfertätigkeit bringen. Der Straßentampf und was Die Remontefommission hat, und zwar schon bebor der an- dann ist er ein erledigter Mann und kann sich im besten Fall, bamit zujammenhängt, ist kein Faftor, der geeignet wäre, das geblich beleidigte Major v. Rundstedt den Vorfiz übernahm, mit wie eine Fliege am Rand des Milchtopfs flebi, in dem Hafenwas wenn Städtchen Durazzo halten, wird aber nie einen Fußbreit Macht| lichen Stellung angekommen waren, wurden sie heftig von preffung in zwei Fällen zu einem Monat Gefängnis verdarüber hinaus gewinnen, einmal, weil er fein Heer besigt, den Aufständischen angegriffen und auch mit einem Maschinen- urteilt worden war. In dem Bericht über diese Verhandlung zum zweiten, weil, wie der Albaner sagt, jest Blut gewehr beschossen. Die Angreifer, deren Zahl auf ungefähr behaupten verschiedene Blätter, Schnabbe habe der Firma wischen ihm und seinem" Volte ist! Albanien 14 000 geschäßt wird, stürmten von den Hügeln herab, drangen Krupp mit der Veröffentlichung der Bestechungsaffäre geist ja der klassische Boden der Blutrache, die als eine Art bis zum Weißen See vor und führten ein erfolgreiches droht, die dann im Reichstag von Liebknecht vorgebracht Selbstjustiz den zurückgebliebenen wirtschaftlichen und sozialen Umgebungsmanöver aus, troßdem die beiden Ge- wurde. Das ist ganz verkehrt. Schnabbe hat mit dem beVerhältnissen des Landes entspricht für die Blutrache schüße ihre Stellung geändert hatten. Die Mirditen wurden kannten Kruppskandal nicht das mindeste zu tun, seine opfert der Arnaut die letzte Patrone und den letzten Heller, geschlagen und flohen. Einige von ihnen konnten Drohung bezog sich, wie die Berichte über die Essener Berund die Flur um Durazzo ist jetzt besät von Leichen, deren die über die Lagune führende Brücke nicht mehr erreichen, handlung klar ergaben, auf allerhand Bestechungsmanöver Blut den Elan um Rache aufruft. Bringt Wilhelm nicht warfen sich ins Wasser und ertranken; andere wurden um- der Firma Krupp bei den Regierungen ausländischer schleunigst weite Strecken zwischen seine Person und sein zingelt und niedergemegelt. Gegen Mittag brach in der Staaten. Man muß dies feststellen, um die geflisfentlichen Fürstentum a. D., so erreicht ihn diese Blutrache früh oder Stadt eine Panik aus. Bei den Kampfe ist eine Kanone Verdunkelungsversuche der Presse in bezug auf die Kruppspät mit tödlicher Sicherheit. Wilhelm, packe ein! in die Hände der Aufständischen gefallen, affäre immer wieder zu vereiteln. die andere wurde beschädigt. Die Aufständischen drangen nicht in die Stadt ein, sondern machten in der Ebene Halt, " Ueber die Gründe der Bewegung, die den Mbret zum Lande hinausfegen wird, zerbricht sich Europa noch immer den Aufständische marschieren auf Durazza zu. Kopf. Handelt es sich um Ränke der albanischen FeudalDurazzo, 18. Juni. Nach hierher gelangten Nachrichten herren vom Schlage Essad Paschas? Oder um eine Auf- Brent Bibboda gestern mit 2000 Mann und Geschüßen lehnung der ausgezogenen Bauern gegen diese Feudalherren und weiterhin gegen den von solchen Feudalherren abhängigen Alession in der Richtung auf Durazzo vorgerüd t. Fürsten? Oder haben die Zettelungen der Jungtürken, die unter dem ehrgeizigen Enver Pascha allerhand ehrgeizige Pläne liebkosen, hier ein munteres Feuerchen angezündet? Oder hat der italienische Imperialismus, der Desterreich an dieser Küste der Adria nicht aufkommen lassen will, seine Hand mit im Spiel? Sicher ist von alldem etwas dabei, aber für den Kenner Albaniens haben die Unruhen nichts Merkwürdiges, denn sie fallen in die programmäßige Jahreszeit. Wenn der Schnee auf den albanischen Bergen schmilzt und die Ziegen haben. auf die Weide getrieben werden, ist es, als ob mit einem Riesenquirl in dem Herenkessel Albanien herumgequirlt wird: gärende Blasen werfen sich auf und die Mauser und HenryMartinis gehen gehen von felber los. Durch die Ankunft Wilhelms I." in Durazzo haben diese Gewehre ein gemeinfames Ziel bekommen, wie zu Zeiten armenischer Scheinsherrschaft über Albanien die Jungtürken ein solches Ziel abgaben. Die Salven krachen: Raus! Raus! Raus! Wenn aber in den Kanzleien der hohen Diplomatie irgendwo noch Hoffnungsfreudige sitzen, die da glauben, es Herr Mathis, der Unentwegte. fönne jetzt noch alles gut werden, so seien sie an die Miß- wo sie in regelmäßigen Abständen ihre Angriffe bis zum Vorsitzender der Geschäftsordnungskommission des Abgeord erfolge der Jungtürken in Albanien erinnert. Auch die Jung- Abend fortsetten. Bei diesen Kämpfen wurden zwei netenhauses ist bekanntlich der nationalliberale Abgeordnete türfen trugen sich mit dem verwegenen Plan, aus albanischen weitere Kanonen beschädigt. Nur eine fonnte Mathis. Herr Mathis hat in der Montagssigung dieser KomGebirgsnestern Steuern und Retruten herauszuquetschen, aber wieder ausgebeffert werden und von Zeit zu Zeit Kugeln in mission dem tonservativen Antrag auf Auslieferung des Genoffen der Versuch, den Plan Wirklichkeit werden zu lassen, bekam die Ebene hinaussenden. Liebknecht an den Staatsanwalt mit besonderer Begeisterung ihnen nicht wohl. 1909-1910-1911-1912- jedes Jahr Die Verluste. zugestimmt. Man dürfe, so schwur er pathetisch, das Wirken der Ioderten die Feuer des Aufruhrs auf den Schkipekarenbergen, Durazzo, 18. Juni. Der gestrige Kampf hat bei Sonnen- Justiz nicht sistieren und der Gerechtigkeit nicht in den Arm und ob die osmanischen Machthaber Bataillon um Bataillon untergang aufgehört. Die Hospitäler sind mit Verwundeten über- fallen". Daß Herr Mathis auch anders tann, ist selbstverständlich; aus Kleinasien nach Arnautlut", dem Lande der Arnauten, füllt. Man wollte die Mirditen von neuem zu einem Sturmangriff denn er ist nationalliberal. Sehr lustig ist trotzdem ein Vorbeorderten, und ob Generale wie Dschawid Pascha und Thorgut bewegen, fie weigerten sich aber und erklärten, sie würden sich nur gang aus dem Frühjahr 1909, der uns dantenswerterweise soeben Schewket Pascha grausam mit Standrecht und Galgen in dem zur Verteidigung von Durazzo schlagen. In der Nacht begaben dokumentarisch belegt wird. Damals erhob ein Rechtsanwalt Aufstandsgebiet hausten, die Albaner waren nicht klein zu fie sich in die Laufgräben. Um 7 Uhr abends besuchte der Fürst gegen den heutigen nationalliberalen Cato, der nebenher Präsident friegen. Und was den Türken mit ihren stattlichen Macht die Verwundeten, die von den italienischen und österreichisch der Landgerichts Frankfurt a. D. ift, Privatflage wegen einer recht mitteln nimmer gelang, das sollte diesem landfremden Günst ungarischen Matrosen aufgelesen worden waren. Es ist unmöglich, groben Beleidigung. In der Erwiderung auf diese Privatflage ling Desterreichs gelingen, der kaum andere Machtmittel hat die Zahl der gefallenen Mirditen genau anzugeben. Man glaubt, berief sich err Mathis man höre und staune- in als den Stecken, den er sich von dem nächsten Busch ab- daß ungefähr 200 getötet und ebensoviel verwundet worden sind. erster Linie auf die Immunität, die ihm als Mits schneidet, und zumal jezt, da Blut zwischen ihm und seinem" um 9 Uhr abends verursachte ein falscher Alarm eine neue Kano- glied des Abgeordnetenhauses zur Seite stand. Volke ist? Wilhelm, packe ein! nade und lebhaftes Gewehrfeuer; um 10% Uhr war die Stadt Natürlich war das sein gutes Recht und er hatte das Gesek wieder ruhig. auch ganz und gar auf seiner Seite. Immerhin ist es nicht übel zu sehen, wie Herr Mathis damals das Seinige tat, damit enta sprechend der Verfassung das„ Wirken der Justiz" gegen ihn sistiert" wurde, und durchaus nicht unangenehm davon berührt war, daß hier die Verfassung der Gerechtigkeit in den Arm fiel". Die Verlogenheit der Argumente für den schmählichen Be Fürst Wilhelm in verzweifelter Lage. schluß, den das Dreiklaffenhaus am Dienstag gefaßt hat, ergibt London, 18. Juni.( Privattelegramm des fich ja freilich schon mit plumper Augenfälligkeit aus der BeVorwärts") Ein Telegramm aus Durazzo schildert handlung des Falles Hammer, auf den alles, aber auch alles die verzweifelte Lage des Fürsten Wilhelm, und dreifach verstärkt zutrifft, was im Fall Liebknecht gegen die der mit dem Rest seiner Streitmacht die Stadt von den Ge- Einstellung des Verfahrens vorgebracht wurde, und in dem trohschüsgräben aus verteidigt. Gestern, als er ohne Erfolg dem, bis der ärgerliche Fall Liebknecht dazwischenkam, von allen bie Offenfive ergriff, verlor er 450 Mann, darunter bürgerlichen Parteien die Einstellung des Verfahrens beschloffen 200 Tote. Er soll auch alle seine Geschüße verloren worden war. Immerhin ist die obige Reminiszenz noch besonders geeignet, die reaktionäre Mehrheit des Abgeordnetenhauses dem Gespött und der Verachtung preiszugeben. Die Großmächte gestehen zwar die seltene Unfähigkeit ihrer Diplomatie ein, wenn sie jetzt den Fürsten in eine mattierte Riste legen und nach Potsdam zurückschicken. Aber an einer Dummheit ist immer noch das flügste die Selbsterkenntnis, mit der man sie einsieht und wieder gutzumachen sucht. So oder so, der Mbret ist er ledigt und die Diplomatie, vor allem des Dreibundes, hat sich bis auf die Knochen blamiert. Da heißt es jetzt zu retten, was zu retten ist: die Einigkeit zwischen Italien und Dester reich, den europäischen Frieden und schließlich auch das Leben des unglückseligen Mbret selber. Das aber fann nur geschehen, wenn die Diplomatie rechtzeitig noch ihre Hände von Albanien abzieht. Der Balkan den Balkanvölkern! Das heißt: Mögen die Baltanvölker sehen, wie sie mit sich und ihren Problemen fertig werden! Vor allem aber gilt es, der sinnlosen Schießerei da unten ein rasches Ende zu machen, denn um Durazzo trinkt der Boden schönes, rotes Menschenblut, das um ein Wahngebilde, um eine Seifenblase, um ein Nichts versprigt wird. Darum: Wilhelm, raus! * * schaft Politische Uebersicht. Eine vierte Auklage? ist von Bei dieser Gelegenheit noch eins. Die Krupppresse vom Schlage der Leipziger Neuesten Nachrichten, der Rheinisch- Weste fälischen Zeitung usw. entblödet sich nicht, gegen den Genossen Liebknecht den Anwurf zu richten, er schmähe ehrenwerte Leute, Die Landeszeitung für beide Mecklenburg" will aus um sich dann vor dem Staatsanwalt in das Mauseloch der Im zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß gegen Rosa munität zu verkriechen. Es wäre eine Kränkung des Genoffen Luremburg, die Urheberin der Aufforderung zum Liebknecht, wenn wir ihn gegen eine solche Insinuation der Massenstreit in der lezten Verbandssitzung der sozialdemo- rüstungskapitalistischen Schmods in Schutz nehmen wollten. Diese fratischen Wahlvereine Groß- Berlins, von der Staatsanwalt- Gesellen wissen wohl, daß jene von Liebknecht geschmähten" das Aufreizung Verfahren wegen 3 um Leute nur ebenso ehrenwert sind, wie sie selbst. Sie wissen aber lajien baß eingeleitet worden sei." auch genau, daß jener sozialdemokratische Antrag nicht vom GeEs wäre zunächst sehr auffällig, daß offiziöse Zeitungen noffen Liebknecht, sondern von der sozialdemokratischen Fraktion früher von der Einleitung eines Verfahrens Kenntnis be- gestellt war, und zwar in prinzipieller Wahrung eines in allen. fämen als die Angeklagte selbst. Auch halten wir es selbst Barlamenten der Welt seit Beginn ihrer Eristenz und Genein der jegigen Verfolgungsära für unmöglich, daß Genossin rationen hindurch auch im Abgeordnetenhaus und Reichstag aus Luremburg wegen ihrer Rede in der Generalversammlung nahmslos von allen Parteien geltend gemachten und anerkannten angeklagt werden könnte. Wir wollen deshalb ruhig abWir wollen deshalb ruhig ab Anspruchs. Und wir wissen, daß die jetzige Preisgabe dieses marten, ob sich die Nachricht bestätigt und nicht vielmehr Anspruchs, von blindem und zügellosem Haß gegen den politischen bloß eine Aufhebung zu einer neuen Anflage darstellt. Feind diftiert, blißartig die Niedrigkeit des politischen Niveaus beleuchtet, auf das die parlamentarische Vertretung der Brotwucherer und Scharfmacher rettungslos gefunten ist. Theorie und Praxis. Wer die Fortführung der Sozialreform fordert, wer einen besseren Schutz der Arbeitswilligen für überflüssig er- Der Freiburger Erzbischof in der Klemme. klärt, und im Gegenteil ein wirkliches Koalitionsrecht für Die Integralen haben den Erzbischof Thomas Nörber mit der notwendig hält, wer in der modernen Arbeiterbewegung Beröffentlichung seines 1909 an Roeren geschriebenen, den Katho einen Kulturfaktor erblickt: furz und gut, wer sich den An- lischen Volksverein verdammenden Briefes einen bösen Streich gesprüchen des organisierten Scharfmachertums in den Weg spielt. In Freiburg befindet sich das badische Landessekretariat des stellt, der ist für die Unternehmerpresse entweder ein sozial- Volksvereins und es sieht sich in seiner agitatorischen Wirksamkeit Das scheinbare Zurückweichen der Aufständischen hat die demokratischer Hezer oder, wenn die Verwendung dieser unterbunden, wenn Se. Eminenz der Erzbischof über ihn vor Marke nach der Stellung des Betreffenden doch ihre 5 Jahren das Urteil abgibt, daß er sich förmlich zu einer firchlichen Streitkräfte des Fürſten zu einem Vorstoß veranlaßt, der Schwierigkeiten hat, ein weltfremder Theoretiker, ein Instanz ausgebildet habe und verlangte, daß die Bischöfe sich von sehr übel ausgelaufen ist. Das Mirditenaufgebot, das dem Phantast oder ein Dummkopf. Die Redner, die vor kurzem ihm orientieren lassen, wenn diese in sozialpolitischen Dingen ein Fürften in lepter Stunde zu Hilfe gekommen war, ist in bei den Veranstaltungen der Gesellschaft für Soziale Reform Urteil fällen". Der Erzbischof muß zu Kreuze friechen. einen Hinterhalt geraten und fast völlig aufgerieben worden. aufgetreten sind, haben das wieder einmal erfahren müssen. Und so veröffentlicht die badische Zentrumspresse eine Erklärung Durazzo und die Stellung des Fürsten sind daher ärger Ehemalige Minister, Geheimräte, Professoren, Sekretäre von des Erzbischöflichen Ordinariats, in der es bezüglich des Volksvereins bedroht denn je. Es fehlt nicht an Sensationsnachrichten, Arbeiter- und Angestelltenverbänden sind alle in einen Topf heißt: nach denen Durazzo schon erstürmt und der Fürst gefallen geworfen worden: was verstehen sie von Arbeiterfragen und sei. Bestätigt sind derartige Meldungen nicht, soviel steht von der Sozialpolitik? Die einzigen, die über diese Gegenaber schon fest, daß das künstlich konstruierte Fürstentum stände fich ein Urteil erlauben dürfen und deren Meinung Albanien nach einigen Monaten seines Bestehens vollständig von ausschlaggebendem Einfluß auf die Gesetzgebung bleiben muß, sind die Unternehmer ſelbſt. aus den Fugen geht. Daran ändert auch die Schwenkung muß, sind die Unternehmer selbst. eines Teiles der italienischen Presse nichts, die jetzt etwas versöhnlichere Töne für den Fürsten findet, was auf eine sanfte Mahnung der deutschen Diplomatie zurückzuführen ist, der die albanischen Eifersüchteleien der italienschen und schwarz- gelben Dreibundfreunde natürlich sehr peinlich ist. Die Kämpfe am Mittwoch. Wien, 17. Juni. Die„ Neue Freie Breffe" meldet aus Durazzo von 12 Uhr mittags: Das Gefecht ist im Gange. Die Malissoren und Mirditen sind bis unterhalb der Höhe von Rasbull vorgedrungen. Eine bespannte Batterie unter Ingenieur Häßler hält vorläufig an der Brücke. Diese, sowie die Batterie auf dem Hügel unter dem holländischen Hauptmann Fabius und dem albanischen Rittmeister Baron Gumppenberg, ferner eine dritte Batterie weiter links unterstützen die Angriffe mit heftigem Feuer. Drei Albanesen sind verwundet aus der Feuerlinie zurückgekehrt. Der deutsche Freiwillige Hartmann wurde durch den Rückschlag eines Geschüßes verlebt. Der Fürst erschien bei der Hügelbatterie und beobachtete das Gefecht durch das Fernrohr. worden. Diese geringschäßige Ablehnung einer den Interessen der Industriellen abträglichen Theorie wird in der neuesten Nummer der Sozialen Praxis" von dem Professor Ernst Fran de recht hübsch gewertet. Es heißt da: Es ist die beliebteste Methode, uns das Recht in der Sozialpolitik mitzusprechen, zu verwehren, weil wir von den praktischen Dingen nichts verständen. Das ist nun so eine eigene Sache. Wir erleben es, daß der Reichstag der Weltfremdheit geziehen wird, wenn er sozialpolitische Geseze beschließt, dagegen als höchst sachverständig belobt wird, wenn er schutzöllnerische Politit treibt. Solange ein Beamter am grünen Tisch sikt, versteht er nichts von den Forderungen des praktischen Lebens, scheidet er aber aus dem Amte aus, um seine Dienste dem Zentralverbande zu widmen, so ist er plöblich eine Autorität. Der Professor ist ein überspannter Ideologe, wenn er für die Arbeiter eintritt, aber ein sehr geschäßter Mitstreiter, wenn er sich den Unternehmern zur Seite stellt. Mag man aus den Gefilden der Landwirtschaft, vom Katheder eines Gymnasiums, aus der Redaktion der Tagespresse, aus den Bureaus der Rechtsanwaltschaft kommen sofort ist man sachverständig, sobald man literarisch und agitatorisch die Interessen des Unternehmertums bertritt. Der Herr Erzbischof läßt feine Gelegenheit vorübergehen, wo er nicht die Einführung und die eifrige Pflege des Katholischen Volksvereins den Geistlichen dringend ans Herz legt. Dem Leiter desselben, Herrn Dr. Schofer, hat der Oberhirte wiederholt seine volle Anerkennung für dessen eifrige Arbeit im Volksverein auss gespochen. Diese Gesinnung besteht bei dem hochwürdigsten Herrn unverändert fort. Die den Volksverein betreffenden Säße des Briefes wollen über die Wirksamkeit des Volfsvereins im tatholischen Volk durchaus tein geringschäzendes Urteil fällen dies selbe ist nach Ansicht des Herrn Erzbischofs für Kirche und Staat durchaus von Segen und verdienstvoll. Der Brief erörtert nur gewisse Strömungen, die gelegentlich zutage getreten sind. Mit badischen Verhältnissen haben die Worte des Herrn Erzbischofs absolut nichts zu tun." Ob sich damit der Volksverein zufrieden gibt, bleibt abzuwarten. Der Freiburger Erzbischof hat Pech mit seinen Rundgebungen. Vor 14 Jahren am 22. August 1900 bezeichnete er in seinem, erläuternden Erlaß zum Hirtenbrief der preußischen Bischöfe die christlichen Gewerkschaften als Vorfrucht der Sozialdemokratie. Das schlug wie eine Bombe im christ lichen Gewerkschaftslager ein. Das Entsehen wurde noch verstärkt durch die Anweisung an den katholischen Klerus, ihre sozialpolitische Tätigkeit auf die fatholischen Arbeiterverein, also die Fachabteiler, zu beschränken. Kölner Richtung hat schwere Zeiten durchzumachen. Und nun die erzbischöfliche Absage an den Volksverein! Die Durazzo, 17. Juni, 6 Uhr abends.( Meldung der Agenzia Den scharfmacherischen Praktikern und ihren SachverEtefani.) Nach einem erbitterten Kampfe auf den Hügeln von ständigen hat es Professor Frande damit vortrefflich ge- Chriftliche Arbeiter gegen das Zentrum. Rastbull sind die Mirditen vollkommen geschlagen geben, aber leider nüßt auch die beste Kennzeichnung ihrer Neulich berichteten wir an dieser Stelle, daß in einer all Methoden sehr wenig, solange fie die Macht befigen. Und gemeinen christlichen Gewerkschaftsversammlung zu Köln in bezug Die Niederlage der Mirditen. dieser Macht vermag die Gesellschaft für Soziale Reform auf die Wohnungsfrage und das Verkehrswesen Forderungen Durazzo, 18. Juni. Die Mirditen waren etwa 1000 mit all ihrer Wissenschaft nichts Gleichwertiges entgegenzu- an die Stadt gestellt wurden, die seit Jahren von der Weann starf und wurden von Marc Gion und Isa Boletinas fezen. Sier kann nur die organisierte Arbeiterschaft ein Sozialdemokratie erhoben werben, zu denen christliche Arbeitervertreter befehligt. Zwei Bataillone marschierten auf der Straße entscheidendes Wort sprechen. im Kölner Rathause aber seit Jahr und Tag wader nach Schial in gedrängten Kolonnen. Als sie die Hügelkette schweigen. Die Keine Verwirrung! Zentrumspresse hat fich über diese Feststellung aufgeregt, muß erreicht hatten, zerstreuten sie sich in die Ebene und suchten Am 16. d. M. wurde vom Reichsgericht die Revision daß die christlichen Gewerkschafter der Sozialdemokratie muß nun aber erleben, hinter Gebüschen Deckung. Rechts und links von der Straße wurden zwei Geschütze nach vorn geschafft: fie beschossen die des Kaufmanns Gustav Schnabbe verworfen, der am 5. Ja- recht geben und ihren sogenannten Bertretern im Kölner Rathause Bügel bei Rasbull. Als die Mirditen dicht vor der feind- inuar d. I. vom Landgericht Effen wegen versuchter Er- laufs Dach steigen. In der legten Sigung des christlichen Gewerk Nr. 164. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Durch Streikbrecher provoziert. Im August vorigen Jahres traten bei dem Vereinigten Walzund Röhrenwerk A. G. in Hohenlimburg die Walzer wegen mehrfacher Lohnreduzierungen in den Ausstand. Die Firma besorgte sich von einem Berliner Streikbrecheragenten 60 Arbeitswillige, mit denen man den Streit zu brechen hoffte. Hatte bis dahin völlige Ruhe und Ordnung geherrscht, so war es hiermit nach dem Einzuge der Streifbrecher vorbei. Am 19. August um 4 Uhr kam die Arbeitswilligen- Kolonne in Hohenlimburg an. Drei Stunden darauf kam es infolge des provozierenden Verhaltens der Streik brecher an der Fabrik zu sehr erregten Vorgängen. Um den nüßlichen Elementen den Aufenthalt auf dem Werk recht angenehm zu machen, erhielten die Leute reichlich Alkohol. Die Arbeits: willigen stellten sich an die Fenster des Fabrikgebäudes und prosteten mit Bierflaschen der draußen stehenden Menge zu. Einige der Streitbrecher verhöhnten die Streifenden Freitag, 19. Juni 1914. 14 führt und beantragte gegen jeden Miffetäter" 30 M. Geldstrafe.| Arbeiterkundschaft ist, daß sie diese Einzelnen in der sozialdemokra Der Verteidiger Rechtsanwalt Frank I( Dortmund) betonte, daß es tischen Presse besonders hervorhebt, das zeugt eher von einem sich bei der ganzen Sache um einen Dummejungenstreich handele, moralischen Tiefstand als unsere Stellungnahme. mit dem die Streifleitung nichts zu tun habe. Das Gericht hielt die Stellungnahme der Freien" gar nicht zum Ausdruck gebracht dann, sehr vernünftigerweise die Sachbeschädigung nicht für erwiesen. " gern. Ein Kommentar hierzu ist eigentlich überflüssig. Besser kann werden. Daß sich nun auch gewisse Leute darüber ärgern, wenn wir mitteilen, wo„ bewilligt" ist und wo das nicht Drei Angeklagte wurden freigesprochen, die anderen der Fall ist oder wo die Gehilfen ausgesperrt oder Angeklagten erhielten wegen Hebertretung des§ 366, Abjah 7 in den Streit getreten sind, das wir glauben Strafgeschbuchs( Werfen von Steinen gegen Gebäude) je 10 m. Aber es ist Kampf und in einem solchen müssen alle Beteiligten schnell von den getroffenen Maßnahmen unterrichtet werden. Diese Geldstrafe. Maßnahmen sind um so notwendiger, als es sich nur um die Erhaltung eines bereits mehrere Jahre bestehenden Arbeitsverhältnisses Handelt. Keine neuen Forderungen sind aufgestellt worden. Das Unmöglich ist also mehr oder weniger böser Wille, und das gegen wehrt sich die Gehilfenschaft. Den Tarif anerkannt haben bisher 435 Arbeitgeber, die 440 Gehilfen beschäftigen. So ist die große Staatsaktion von Hohenlimburg schmählich ins Wasser gefallen. Von den ganzen Ausschreitungen und dem Terrorismus der Streifenden in Hohenlimburg ist nichts anderes übrig geblieben, als die schändliche Verleumdung der Streikenden durch die Zentrumspresse. Berlin und Umgegend. Die Lohnbewegung der Droschkenchauffeure. Wie bekannt, schwebten in den letzten Wochen Tarifverhandlungen, die mit einem Schiedsspruch des Einigungsamts ihren Abschluß fanden. Diesem Schiedsspruch stimmten die Chauffeure zu. und Wartenden, indem sie an den Fenstern ihr nadtes Gesäß Die Unternehmer dagegen lehnten ihn ab. Der Verband der zeigten. Außerdem wurde reichlich geschimpf' später schossen die Kerle sogar aus der Fabrik auf die draußen stehenden Leute. Durch dieses unerhört provozierende Verhalten der Streifbrecher wuchs die Erregung der Menge natürlich. Schließlich wurden mehrfach Steine gegen die Fenster geworfen von denen aus die frechen Verhöhnungen erfolgt waren. Diese Vorgänge wurden in der bürgerlichen Presse, namentlich in der Zentrumspresse, in der unerhörtesten Weise entstellt wiedergegeben. Auch das Wolffsche Telegraphenbureau verbreitete eine Darstellung, nach der die Streikenden sich des schweren Landfriedensbruches schuldig gemacht hätten. Diese Tatarennachrichten wurden indessen schon damals durch keinen Geringeven, als den Bürgermeister von HohenTimburg Kraftdroschten befizer versandte nun an seine Mitglieder eine Betriebsordnung nebst Begleitschreiben, welches be= sagte, daß dieselbe am Mittwochabend in alle Betriebe den Chauffeuren zur Unterschrift vorgelegt werden müsse. Diese Betriebsordnung, welche einem 2ohn- und Arbeitsvertrag gleichfommt, weicht aber soweit von den vor dem Ginigungsamt festgelegten Zugeständnissen ab, daß es Chauffeuren unmöglich ist, sie zu unterschreiben. Dieser Ansicht müssen auch wohl eine Reihe von Mitgliedern des Verbandes der Unternehmer sein, denn insgesamt wurde nur in 328 Betrieben mit 1400 Beschäftigten ausgesperrt. Den laut Schiedsspruch maßgebenden Tarif haben bis Donnerstagmittag 136 Betriebe, deren Inhaber Mitglieder des Unternehmerverbandes find, mit rund 700 Beschäftigten unterzeichnet. Ferner haben eine Anzahl Besizer, welche nicht dem Verband angehören, bereits den Tarif anerkannt, und werden in den nächsten Tagen weitere hinzukommen. = " In die Liste der geregelten Betriebe ist nachzutragen: Müller, Bellermannstr. 90, Hein, Grünthaler Str. 10, Meißner, Wriezener Str. 4, Teufel, Wiesenstr. 33, Leopold, Liebenwalder Str. 6, Menges, Bornholmer Str. 15, Riedel, Köpenider Str. 160, Neukölln: Zimmer, Lenaustr. 21, RadUnger, Schönleinstr. 18. Die Kontroll= tiowicz, Boddinſtr. 9, Zellmannsti, Pannierstr. 26. farte ist grau mit rotem Rand. Verband der Friseurgehilfen. Achtung, Gastwirtsgehilfen! Nachstehende Lokale sind für Organisierte gesperrt: " Strandrestaurant Richtershorn"( Inh. Reck) in Grünau, Restaurant Vater Fieliz" in Grünheide, " Deutscher Hof"( Inh. Kromrey), Berlin, Ludauer Str. 15. Verband der Gastwirtsgehilfen. Berlin I. Deutsches Reich. Former und Gießereiarbeiterausstand. Am 16. d. M. sind die Former und Gießereiarbeiter der Firma . Speiser, Landwirtschaftliche Maschinenfabrik in Göppingen, in den Ausstand getreten. Die Arbeiter sind dort schon längere Zeit in ernsten Differenzen, da die Firma wiederholt gemachte Zuficherungen in bezug auf Einhaltung der Einigungsbedingungen Auch der Einkaufsverein der Neuköllner Araft- mißachtet und vor allem sich weigert anzuerkennen, daß die Arbeiter droschfenbesizer hat den Tarif bereits im Prinzip aner- durch den Gießereiingenieur Feist und den Meister Bühler menschentannt und wird morgen die Unterschrift geben. Der Kampf, der würdig behandelt werden. Zuzug von Formern und Gießerei durch das Vorgehen der Unternehmer heraufbeschworen wurde, ist arbeitern sowie von anderen Metallarbeitern ist von dieser Firma der zwar verschiedene Sistierungen bestätigte, aber auch erklärte, aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von der Gesamtheit des Befizer- also auf das strengste fernzuhalten. verbandes beschlossen, sondern den Großunternehmern ist es andaß sich unter den Sistierten kein Streifender befände. genehm, durch eine Kraftprobe die Kleinbesizer unterordnen zu fönnen. widerlegt, Natürlich wurde von den Vereinigten Walz- und Röhrenwerken der Staatsanwalt bemüht. Erst sprach man von einem Landfriedensbruch- Prozeß. Schließlich blieb nur noch ein Verfahren wegen Sachbeschädigung, das vor dem Schöffengericht in Hohenlimburg ausgetragen werden follte. Dann beschloß die Eröffnungskammer, das Verfahren doch vor die Straffammer zu verweisen. So hatten sich denn am Mittwoch vor der Straffammer in Hagen nicht weniger als 11 Angeklagte wegen Sachbeschädigung zu verantworten. Unter den Angeklagten befand sich aber kein einziger Streikender. Man hatte bielmehr nur jugendlichen Arbeitern im Alter von 14 bis 18 Jahren den Prozeß gemacht. Unter anderen war auch ein Kommis det hestreiften Firma angeklagt. Sein Vater war der einzige Arbeiter, der sich dem Streit nicht angeschlossen hatte. In der Beweisaufnahme brach die ganze Anklage zusammen. Zwar behauptete ein Gendarm, der am Tage nach(!) den Vorfällen erst nach Hohenlimburg gekommen war, es sei mit schweren Steinen von 6 bis 7 Kilogramm(!!!) geworfen worden. Der Ortspolizeibeamte bestätigte demgegenüber indessen das provozie" rende Verhalten der Streifbrecher. Der Staatsanwalt hielt die Angeklagten mit einer Ausnahme der Sachbeschädigung für überKleines Feuilleton. " Im übrigen geht dieses schon aus der Abstimmung über den Schiedsspruch hervor. Von den angeblich über 800 Mitgliedern des Verbandes der Unternehmer haben nur 296 gestimmt. Davon haben mit nein gestimmt und doch muß es zum Kampf kommen, 30 mit ja und 266 mit nein. Also faum ein Drittel der Mitglieder weil die Großunternehmer ihn wünschen. Die organisierten Chauffeure werden jedoch auch diesmal trob aller Verdrehungskünfte einiger bürgerlichen Zeitungen einmütig für ihre von aller Oeffentlichkeit anerkannten Rechte eintreten. Tariffampf im Friseurgewerbe. In dem Blatte„ Der Barbier und Friseur", Drgan der Freien Vereinigung selbständiger Barbiere, vom 15. d. M. begründet der Vorsigende in einer Polemit gegen das Gehilfenorgan den ab lebnenden Standpunkt eines forporativen Tarifabschlusses folgendermaßen: " Daß es früher möglich war, mit der Vereinigung einen forporativen Tarifvertrag abzuschließen und daß wir, wollten wir jegt unsere Mitglieder zwingen, einen Tarifvertrag einzugehen, von jedem Hundert Mitglieder sechsundneunzig ausschließen müßten, das müßte doch auch den Friseurgehilfen zu denken geben." Dann heißt es weiter: Daß die Gehilfenschaft aber den Stampf fofort auf das perfönGebiet verlegt, um den Einzelnen, der abhängig von der Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Lohnbewegungen in der Steinindustrie. Die Arbeiter der Steinschleiferei Conradus in Eisenach erzielten bei der beendeten Tarifbewegung eine Erhöhung der Pflastersteinmacher im Streit, weil jede Lohnzulage für das Stundenlöhne um 4 Pf. in einer Vertragszeit von zwei Jahren. In Tegernau( Baden) stehen bei der Firma Ortner die Dort Die zu verarbeitende schlechte Gestein verweigert wurde. Firma ist bemüht, aus den baherischen Steinbruchgebieten Arbeitswillige heranzuholen. Die Sandsteinarbeiter in Floйheim streifen nun die sechste Woche. Recht hartnäckig wird der Kampf mit der Granitschleiferei Müller in Wirsberg( Fichtelgebirge) geführt werden müssen. Die Firma will unter keinen Umständen den Normaltarif für das Fichtelgebirge anerkennen. Terroris mus in ärgster Form übt der Hofsteinmesmeister Schilling in Kirchheim( Unterfranken, Hauptgeschäft in Berlin). Ein Te der italienischen Arbeiter fündigte ordnungsgemäß, wurde aber in der Umgebung von Kirchheim nirgends eingestellt, weil sich die Unternehmer mit Herrn Schilling solidarisch erklärten und die herausgegebene schwarze Liste streng durchführten. Die Bajalt arbeiter werden ersucht, nach Lichtenau( Schlesien) Zuzug streng fernzuhalten. Die Firmen Brüggemann und Holzammer u. Bauer haben die Mitglieder der Lohnkommission gemaßregelt. Der Steinarbeiterverband hat in diesem Jahre schon viele Kämpfe führen müssen, aber alle brachten einen ansehnlichen Teilerfolg für die Arbeiter. Weshalb hat er sich im Alkohol erträntt?" fragte der Spinnebein die Kellerratte. Um fich länger frisch und rund zu erhalten. Ohne Alkohol wäre er längst verdorrt und zermodert." „ Das ist eine gute Idee!" lobte der Weberknecht. Wir haben sie auch von den Menschen", rühmte die Matte. Und der Weberknecht ertränkte fich hingebungsvoll in einem Schnapsglase. --" am 29., 30. Juni und 1. Juli, Götterdämmerung am 2., 3. und 4. Juli. Das Künstler- Theater wird einen Schwant von Klabund, betitelt Hannibals Brautfahrt und für ernsthafte Leute beſtimmt, zur Aufführung bringen. Peter Breuers Flieger, dem Andenken Otto Lilienenthüllt: hoch auf steilem Pyramidensockel erhebt sich flugbereit | liche Schule den Geschichts- und Wirtschaftsunterricht systematisch dazu benugt, ein begeistertes Loblieb auf die herrschende Gesellschaftsordnung zu fingen. Danach ist alles, was besteht, der Gipfelpunkt menschlicher Weisheit und Vernunft. Findige Schulmänner haben dafür einen tönenden Begriff gebildet, sie sprechen hochtrabend von Monarchie oder Parlamentsregime? Die Deutsche Zeitung" sagt staatsbürgerlicher Erziehung, was aber im Grunde nur ein neues mit Hinweis auf Frankreich:" Zum notwendigen Wesen des Parlamen-| Etifett für eine alte Pragis ist. Daß nun aber auch der geologische tariamus gehört nach unserem Dafürhalten überall die Korruption Unterricht der sogenannten staatsbürgerlichen Erziehung dienen könnte, als Ergänzung." Stimmt! Sehr richtig! Auch nach unserem dürfte den Unbefangenen überraschen. Selbst der Urheber des Notizen. Dafürhalten", um das merkwürdige Deutsch der sog. Deutschen famosen Gedankens, ein Herr Knospe( Pädagogische Warte", JuniZeitung" beizubehalten, ist das parlamentarische Regime ein Mistbeet, heft 1914, S. 633 ff.) muß seinen ahnungslosen Lesern gestehen:„ Das Aber er weiß die Sache schon zu schieben, des Nibelungen" im Theater des Westens beginnt die erste -Theaterronil. Von den Vorstellungen vom Ring auf dem die Korruption üppig in die Halme schießt. Gerade in Frank- Thema flingt parador. reich. Von dieser parlamentarisch regierten Republik erzählt man sich und wählt dazu den einfachsten und kürzesten Weg:„ Bei allen Serie unter der musikalischen Zeitung von E. v. Reznicet am 23. Juni. aus der jüngsten Zeit wahre Schauerstücke der Korruption, daß jedem geologischen Erörterungen ist wieder und immer wieder in geeigneter Die zweite unter Stefan Strasser am 24. Juni, die dritte unter stramm monarchiſchen Deutschen nicht nur der( Haby-) Bart, sondern Weise den Kindern vor Augen zu führen, wie ihr Vaterland von Richard Lert am 25. Juni. Die weiteren Vorstellungen der einzelnen auch die Haare( wofern er solche noch hat) zu Berge ſtehen. Zum Beiſpiel feinem andern Lande übertroffen wird, oder wie es andern Ländern Serien finden statt: Walküre am 26., 27. und 28. Juni, Siegfried ist vor furzem in Lyon ein Sittenpolizeikommissar verhaftet worden, gegenüber feinestvegs nachsteht." der von Bordellmüttern Geschenke empfing und dafür im Notfall ein Darauf wird gezeigt, wie diese Absicht praktisch durchgeführt bis zwei Augen zudrüdte. Ein Sittenpolizeikommisjar! Man denke! werden kanit. Da sind zunächst der rheinische Schiefer und Wein als ferner, die Das heißt doch den Bock zum Gärtner gemacht! Und niemals unübertreffliche deutschnationale Produkte zu feiern; würde in dem monarchischen Preußen doch halt! Ereignete sich warmen Mineralquellen am Taunus, wie Wiesbaden, Homburg, der Fall nicht in Frankfurt a. M. statt in Lyon? Aber Selters, Ems uſw. Nicht zu vergessen iſt das eigener Borzellan, thats geweiht, wurde am Mittwoch am Teltowkanal in Lichterfelde Und da ist endlich die deutsche Steines ist auch ein starkes Stüd, daß die Gendarmen auf der das Weltruf genießt. Rennbahn zu Auteuil von Buchmachern geschmiert wurden, deren fohle; welche fruchtbaren nationalen Jdeen lassen sich aus in fühner Haltung eine jugendliche Gestalt. Ein Reliefbild Lilien schwarzen Produkt nicht ableiten! Da läßt sich gesezwidrige Tätigkeit sie lahmlegen follten. Ein förmliches System diesem wurde aufgedeckt, eine tiefeingefressene Korruption, wie sie nur in schon eine fleine Vorlesung über die vorzüglichen Kruppwerke ein- thals, des Vorkämpfers und frühen Opfers der neuen Flugkunst, ist dem parlamentarisch regierten Frankreich aber Verzeihung! Es flechten: Die Gußstahlfabrif in Essen beschäftigt 36 000 Arbeiter dem Sodel eingefügt. Die transatlantische Flugmaschine. Aus Neto handelt sich wohl nicht um Auteuil, sondern um die tgl. preußischen und ernährt weit über 100 000 Menschen. Die Geschüßgießerei in Gendarmen auf der Grunewaldrennbahn? Dafür ist es Essen liefert der ganzen Welt Geschüße, und gegen das Kruppiche York wird berichtet: Das Fliegeboot", das große Wasserflugzeug, mit dem sich der Leutnant Porte um den 200 000-.- Preis aber unerhört, daß in Marseille Polizeibeamte aller Grade Panzerplattenwerk vermag fein Wettbewerb auf dem Erdenrund für den ersten transatlantischen Flug bewerben wird, ist jest in felbft aufzukommen. Kurz: Die Kruppschen Werke haben einen Weltruf." ber Bestechlichkeit in allen Formen zugänglich waren: Aber damit ist der staatsbürgerliche Unterricht noch feineswegs wird dem Hydroplan eine Stundengeschwindigkeit von durchschnittlich Hammondsport fertiggestellt. Der Motor von 200 Pferdekräften Inspektoren wurden von Elementen, die ungesetzlichen Schuzes bedürftig waren, Frühſtücskörbchen, mit leckeren Eßwaren gefüllt beendet. Man sollte meinen, daß von der Geologie bium 60 englischen Meilen geben, die bei besonders günstigen Windund mit Fünfzigmartscheinen gepolstert, zugestellt, und andere Dinge Imperialismus ein weiter Weg ist. Für unsere nationalen schade! An Enthusiasten jedoch keineswegs, er fährt fort: Die Spannweite der „ Wenn in verhältnissen bis zu 100 Meilen steigen tann. famen aus Tageslicht, die in Preußen undenkbar den Kindern die Vormachtstellung Deutschlands Tragflächen erreicht etwa 80 Fuß. In der kommenden Woche be= diese bösen Dinge verzeichnet die Polizeigeschichte nicht von Marseille, dieser Weise diesem oder jenem Gebiete bor Augen geführt ginnen auf dem Keuka- See die ersten Probeflüge der transatlantischen sondern von Köln! Da ist es vielleicht auch nicht wahr, daß die auf Kanonenfirma Schneider in Creuzot französische Offiziere ist, so erwächst hieraus als nächste Aufgabe, dem Schüler die Ein- Flugmaschine. und Beamten hat bestechen lassen, um hinter die Preise und Fabrit ficht zu vermitteln, daß er nun an seinem Teile dazu Seizutragen geheimnisse der Konkurrenzfirmen zu kommen? ja, das stimmt, hat, daß sein Vaterland die führende Stellung behaupten kann. Was besetzte Liste der Modetorheiten auch durch die Annahme von Nasenwenn man für Schneider Krupp, für Creuzot Essen und für du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besigen! ringen, die freilich in Europa noch nicht viel Verbreitung gefunden franzöfifche Offiziere deutsche jetzt! Dafür ist aber Gottheilob- Zu diesem Zwecke ist es erforderlich, daß der Staat leistungsfähig haben, bereichert worden ist, hat ein findiger Amerikaner ein solches unddant in der preußischen Armee ein hoher Offizier wie der gemacht wird. Das geschieht durch Ausbreitung der deutschen Schmuckstück von besonderer Form erfonnen, das gleichzeitig einen Generalleutnant du Pré de Tilleuls in Nancy undenkbar, Sprache und des Deutschtums im Auslande, Erwerbung und Er- gesundheitlichen Zweck erfüllen soll. Es würde nämlich die Atmung der ungeniert Titel gegen Barzahlung zum Verkauf ausbot? baltung der Kolonien, starte Wehrmacht, Flotte, Steuern, Wohlfahrts- durch die Nase erleichtern. Selbstverständlich wird es aus Gold oder Silber hergestellt und kann nach Gefallen auch mit Brillanten Bielleicht. Nur wohnte der Mann vorläufig in Trier statt in einrichtungen uji. Darum: staatsbürgerliches Denken und ſtaats- bejezt werden. Der Amerikaner versichert, daß seine Nasenringe sø Ranch, war fönigl. preußischer Divisionskommandeur und hieß bürgerliches Handeln 1" Bom hyperpatriotischen Standpunkte freilich eine nette Geschichte. elastisch sind, daß der Träger oder die Trägerin keinerlei Unbehagen davon zu gewärtigen hat. Was in aller Welt aber diese hurranationale Gesinnungspflege mit Das Bemerkenswerte an dieser Nachricht ist, daß man fie geologischen Tatsachen gemein haf, vermögen wir nicht zu fassen. wir fönnen aus dieser Darlegung eines Schulmeisters nur den zwingenden Schluß ziehen, daß die Schule durchaus die Magd der herrschenden Ordnung sein soll. b. Lindenau. Zum notwendigen Wesen des Parlamentarismus gehört die Korruption als Ergänzung, fagt die„ Deutsche Zeitung". Danir ge hört umgekehrt notwendigerweise auch der Parlamentarismus als Heil uns!- find wir Ergänzung zur Korruption und dann Frankfurt, Grunewald, Köln, Effen, Trier beweisen es! reif für den Parlamentarismus. Fast schon überreif. Wann kommt er? beit Alkoholibee, Robert Walter erzählt folgende Fabel: Ein Weber Geologie und Hurrapatriotismus. Es ist eine Binsenwahrs necht spazierte am Glas eines in Spiritus präparierten Salamanders die wir alle aus Erfahrung lennen, daß die heutige vorbei. --Ein Gesundheitsnasenring. Nachdem die reichfeineswegs auf das entschuldigende Konto der Sommerhige zu buchen braucht. Der Eine neue telephonische Erfindung. italienische Ingenieur Guiseppe Pinusso soll ein drahtloses Telephon erfunden haben, dessen Worte unter Wasser auf große Entfernungen übermittelt werden können. New Yorker Bersuche werden als sehr erfolgreich bezeichnet. • In der Klaviaturfabrik von W. G. Bühl in Barmen haben wiesen wissen, ebenso die Petitionen a) des Vereins der Magistrats- schlagen hatte Heilstätte in Buch", hat der Magistrat beschlossen, jämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen wegen enormer Lohnabzüge hilfsdiener, Attenwagenbegleiter, Pförtner und Fahrstuhlführer, sie als„ Heilanstalt in Buch( Krankenhaus für Lungenfranfe)" 34 die Arbeit niedergelegt. Die Firma lehnte sämtliche Ver- b) der ständigen Bureaugehilfen, c) der technischen Kalkulatoren bezeichnen. Stadtv. Dr. Weyl: Man legt uns hier die speziellen Entwürfe mittelungsvorschläge der Organisationen ab. In der bürgerlichen im statistischen Amt, d) der Vereinigung der weiblichen BureauPresse versucht die Firma, die Sache so darzustellen, als ob die angestellten, e) der Rohrmeister der Wasserwerke, um anderweite nur zum Teil vor; es wäre doch wohl möglich gewesen, in der Arbeiter eine jezt von der Schleifmaschine zu verrichtende Arbeit Regelung ihrer Gehaltsbezüge. Bei der Ausschußberatung hat der Zwischenzeit die Entwürfe für das ganze Krankenhaus fertigbezahlt verlangten. Dem ist nicht so. Die Firma versucht, von Magistrat die Erklärung abgegeben, daß er für 1915 eine all- zustellen. Was den Namen betrifft, so befürchtet der Magistrat auswärts Arbeitswillige heranzuziehen. gemeine Gehaltsrevision in Aussicht genommen habe. von dem Ausdruck Heilstätte" Verwechselungen, daher sein jetziger Die Versammlung beschließt ohne Debatte gemäß den Aus- anderweiter Vorschlag. Will man schon einen Zusaz machen, so müßte es zum mindesten Krankenhaus für Lungen- und KehlReisebeihilfen zum Besuch der Buchgewerbe- Ausstellung. schußanträgen. Die speziellen Entwürfe zu Neubauten von Gemeinde- topffranke" heißen. Der Stadtmagistrat Augsburg bewilligte den Arbeiter- doppelschulen in der Mandelstraße( Kostenanschlag Stadtrat Selberg: Ich kann nicht für den Magistrat sprechen, organisationen im graphischen Gewerbe zum Besuch der 898 000 2.), Sansibarstrae( 845 000 202.), Danziger aber meiner Meinung nach unterliegt es feinem Zweifel, daß dieser Internationalen Ausstellung für das Buchgewerbe in Leipzig Straße( 910 000 m.) und Finnländischen Straße erweiterte Zujab gemacht werden fann. einen Reisezuschuß von 600 M. ( 852 000 M.) hat der eingesezte Ausschuß mit der Maßgabe zur Genehmigung empfohlen, daß in sämtlichen Schulgebäuden die Vorflure der Treppenhäuser im Erdgeschoß beheizt und die Stadtv. Sachs( A. L.): Wir könnten doch auf den Zusatz übera sämtlichen Aulen auf 7 Meter, mindestens aber auf ein angemesse- haupt verzichten. Bürgermeister Dr. Reide: Die Hinzufügung des Wortes nes Maß erhöht werden. Die Versammlung tritt den Ausschußvorschlägen ohne De- Krankenhaus" hat für uns Bedeutung auch wegen des Verhältbatte bei. nisses der Stadt zu den Krankenkassen; ob die Kehlkopffranken in 1914 Zur Düppelgedächtnisfeier ( Veteranen- den Namen auch noch aufgenommen werden sollen, stelle ich anheim. Stadtv. Prof. Dr. Landau( A. L.) begründet ausführlich den zusammenkunft auf den Schlachtfeldern von Düppel und Alsen vom September) will der Magistrat einen Kostenbeitrag von Heilstätte in Buch" zu nennen. 2000 M. Teisten. Ausland. Stadtv. Dr. Weyl: Dann möchte ich doch bitten, nach meinent Vorschlag die Bezeichnung zu ändern. Nach achtwöchigem Streit haben die italienischen Tabatarbeiterinnen die Wiederaufnahme der Arbeit beschließen müssen, ohne irgend etwas erreicht zu haben. Wenn das Ministerium den Aufschlag von 25 Proz. für die achte Arbeitsstunde festhält, so geschieht das lediglich, weil der Minister diese Verbesserung im Parlament versprochen hatte. Die Arbeiterinnen kehren bedingungslos zur 27. bis 29. Juni, Düppelgedächtnis- Ausstellung in Sonderburg im Antrag, jeden Zusatz fortzulassen und die Anstalt vorläufig nur Arbeit zurüd. Verbandstag der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Hamburg, 17. Juni. Am dritten Verhandlungstag wird der wichtigste Gegenstand der ganzen Tagung beraten: Die Finanzreform. Der Finanzreform liegt ein Beschluß des achtzehnten Verbandstages zugrunde, in dem es heißt: Der Verbandstag 1912 be-auftragt den Verbandsvorstand, dem nächsten Verbandstag eine Vorlage zu unterbreiten, welche das Beitrags- und das gesamte Unterstützungswesen in dem Sinne neuregelt, daß eine wesentliche Stärkung der Hauptkasse damit erreicht wird. Der Verbandsvor= stand legte bei seinen Arbeiten sodann folgende Grundsäße fest: Erhöhung der Beiträge und Erweiterung der Beitragsstaffe: lung, um dem Verdienst entsprechende gleichmäßigere Beitragsleistung zu erzielen; Ausbau und Erhöhung der Unterstüßung bei Arbeitslosigkeit; Ausbau und Erhöhung der Streit- und Gemaßregeltenunterftübung; anderweitige Regelung der Entschädigung an die Zahlstellenverwaltungen für persönliche Bemühungen und für anderweitige lokale Bedürfnisse. Nach Maßgabe dieser Grundsäze schlägt der Hauptvorstand vor, die Beiträge durchweg um 10 Bf. zu erhöhen. Es sollen die wöchentlichen Beiträge betragen: Bei einem Wochenverdienst bis 18 Mt. 40 Pf., bei einem Wochenverdienst von 18 bis 23 Mt. 50 Pf., bei einem Wochenverdienst über 23 Mt. 60 Pf. Bisher bestand eine Erwerbslosenunterstübung, nach der je nach der Mitgliedschaft und der Beitragshöhe 60 Pf. bis 1 Mt. täglich auf die Dauer von 45 bis 90 Tagen gewährt wurden. Nach den Vorschlägen des Vorstandes sollen Kranten- und Arbeitslofenunterstüßung getrennt und die letztere höher bemessen sein. Die Unterstüßungssäge sollen betragen bei einer wöchentlichen BeitragsLeistung von: 40 Pf. 50 Bf. 60 Pf. Bei Krankheit.. 0,70 m. 0,85 M. 1,00 m. 1,25 Bei Arbeitslosigkeit. 1,00 1,50 Die Unterstützung fann bezogen werden bei einer Mitgliedschaft und Beitragsleistung von 156 Wochen für 60 Tage 364 75 " " " " " 90 " " " Die Zustimmung der Versammlung wird ohne Debatte erteilt. Gin gemeinschaftliches Testament der Eheleute Mommer in Bad Ems hat der Stadt zur Errichtung einer Karl- Marie- MommerStiftung 18 000 M. zivecs Wiederherstellung und Heilung von Lungenkranken zugewendet. Stadtv. Dr. Weyl( Soz.) bemängelt, daß keinerlei Vorschläge über die Verwendung des Geldes gemacht sind. Es wäre doch event. sehr angebracht, daraus eine Stiftung für das neu zu errichtende Krankenhaus für Lungenkranke zu errichten. Die Antwort des Stadtrats Selberg bleibt auf der Bericht= erstattertribüne unverständlich. Mit der Annahme der Zuwendung ist die Versammlung einverstanden. Der Erweiterungs- und Umbau des Restaurations gebäudes auf dem städtischen Gasthausgrundstücke in Treptow soll entsprechend den Wünschen des Mieters und den Anforderungen der Baupolizei in größerem Maßstabe als ursprünglich geplant ausgeführt werden. Von den auf 149 000 M. ermittelten Roften fönnen 49 000 M. noch aus der Bewilligung im Etat für 1914 gedeckt werden; 100 000 M. follen extraordinär auf den Etat für 1915 angewiesen werden. Die Versammlung stimmt ohne Debatte zu. Bürgermeister Dr. Reide befont demgegenüber nochmals, daß die geschäftliche Verhandlung mit den Krankenkassen sehr erschwert wird, wenn der Zusak in Wegfall kommt. Stadtv. Dr. Landau: Gerade diese Auffassung kann ich als be= gründet nicht anerkennen. Die Hinzufügung von bestimmten Ora ganen, wie unge" oder„ Kehlkopf", würde vielmehr zu Mißdeutungen Anlaß geben. Stadtv. Dove( A. 2.) stellt anheim, doch wenigstens das Wort Krankenhaus" hinzuzusetzen, um den Schwierigkeiten voraus beugen, auf die der Bürgermeister hingewiesen hat. Die Vorlage wird angenommen, die Resolution Dr. Wehl abe gelehnt. Die Vorlagen betreffend den Um- und Erweiterungsbau der Hauptfeuerwache in der Lindenstraße und die speziellen Entwürfe zum Neubau des 9. städtischen Lyze um 3 am Tempelhofer Ufer, zu mehreren Umbauten im Krankenhause Moabit, zum Neubau eines Diphteriepavillons und zur Erweiterung des Badehauses beim Krankenhause Friedrichshain werden genehmigt. Es geht von den sozialdemokratischen Mitgliedern ein schleuniger Antrag ein, aus dem Dispositionsfonds für unvorhergesehene Ausgaben 10 000 M. als Zuschuß an Arbeiter und Arbeite rinnen für den Besuch der„ Bugra" in Leipzig zu bewilligen. Gegen die sofortige Beratung dieses Antrages erhebt Stadtv. Löfer( A. L.) Widerspruch, nicht wegen der Höhe der geforderten Summe, sondern weil erst geklärt werden müsse, wie die Verteilung geschehen, wer entsendet werden und wer über die Entsendung beschließen solle.( Unruhe bei den Sozialdemokraten.) der Aus Mitteln der Sparkasse soll ein Sparkassengebäude auf städtischem Gelände Ede Hoch- und Badstraße auf dem Ge sundbrunnen unter der Voraussetzung, errichtet werden, daß die Sparkasse der Kämmereiverwaltung eine angemessene Vergütung für die Ueberlassung des Grund und Bodens zahlt und daß Der Vorsteher stellt fest, daß angesichts des Widerspruchs das Gebäude nach 30 Jahren in das Eigentum der Stadtgemeinde übergeht. der Antrag heute nicht verhandelt werden kann; der Antrag wird Stadtv. Goeroldt( Fr. Fr.) beantragt Ausschußberatung. auf die Tagesordnung der nächsten Sigung gescht Stadtv. Hinge( Soz.) sieht die Gründe, die für Ausschuß werden. Der Vor- und spezielle Entwurf zum Neubau der beratung sprechen, ebenfalls als durchschlagend an, wenn man auch bedauern müsse, daß damit, die Erledigung der Sache bis nach den Friedrichs- Werderschen Oberrealschule in Ferien verschoben werde. Er gibt dann dem Magistrat dringend 2 antwigstraße wird vom Stadtv. Direktor G label( Fr. Fr.) zur Erwägung, den übrigen Teil des Geländes, etwa 4000 bis zur fofortigen Annahme empfohlen; der Redner bittet dabei die 5000 Quadratmeter, baldmöglichst in einen Schmuckplah umzu- Verwaltung, zu erwägen, ob nicht für die im dritten Stod prowandeln. Die dortige Gegend brauche Erholungsstätten nötiger jettierte Direktorwohnung zur Erleichterung für den Direktor und als jede andere; im Humboldthain sei jede Bank bevölkert und seine Familie und Bedienung ausnahmsweise ein kleiner Aufzug angelegt werden könnte. überladen. Das Vorhalten von Diensts Stadtv. Schulze( A. L.): Die Vorlage geht an einen Ausschuß. Nach einer weiteren Magistratsvorlage soll das Insel- wohnungen für Direktoren ist eine Munifizenz, die sich die Städte speichergelände derart bebaut werden, daß ein Gebäude leisten. Wohin wollen wir fommen, wenn jetzt auch noch derartige für die Stadtbibliothet, welches zugleich das Archiv, die der besondere Rücksichten auf die Bequemlichkeit genommen werden? Der Entwurf wird genehmigt. Stadt gehörigen Runstwerte und die Verwaltungsräume auf52 Wochen für 45 Tage 260 Für die Errichtung einer Großmarkthalle für Obst, Ge= Das Stenbegeld befrug bisher je nach Beitrag und Mitnehmen soll, und ein Oberbürgermeisterwohnhaus er gliedsdauer 27 bis 90 Mt. und soll in Zukunft betragen 36 bis 108 richtet werden. Der Kostenüberschlag schließt mit 2 395 000 m. ab. müse und Räucherwaren an der Beusselstraße sollen fünf Mark. Die Umzugsunterstützung, die bisher nur Ge- Vorgesehen ist gleichzeitig eine Anlagestelle für Vergnügungs- Architekten zu einem Skizzenentwurf herangezogen werden. Es sind dazu 62 000 Mark erforderlich. maßregelten gewährt wurde, soll allgemein eingeführt werden. Ge- dampfer. Stadtv. Hinge( Soz.): Es ist ja erfreulich, daß der Magistrat maßregelte erhalten anstatt bis zu 40 Mt. in Zukunft bis zu 50 Mt. Umzugsunterstügung. Im übrigen beträgt die Unterstüßung nach den Wünschen der Versammlung nachkommen will und einen be Seitens der Markteiner Mitgliedschaft von 156 Wochen je nach der Entfernung des schränkten Wettbewerb ausgeschrieben hat. neuen Wohnortes 15 bis 40 Mt. Streif- und Gemaß hallenverwaltung muß aber der größte Wert entschieden auf die regeltenunterstübung wird je nach Beitragshöhe und innere Ausgestaltung der Halle gelegt werden. Bei der Größe und Kinderzahl in Höhe von 2,40 bis 4,10 Mt. täglich gewährt. In bezug günstigen Lage des Geländes ist eine großzügige Ausführung durch auf die den Zahlstellen verbleibenden Prozentanteile schlägt der die Veranstaltung des Wettbewerbes unzweifelhaft; die innere Einrichtung darf aber darunter nicht leiden. Vorstand vor, den Zahlstellen mit angestellten Beamten vier Prozent und denen ohne Angestellte sechs Prozent der Beiträge zu be= Lassen.. Nach einer lebhaften Diskussion wird die Vorlage des Hauptborstandes mit den dazu vorliegenden Anträgen einer Kommission bon neun Mitgliedern überwiesen. Weber Stadtv. Schulze( A. L.): Wir erkennen an, daß die Herstellung von Repräsentationsräumen für den Oberbürgermeister einem Bedürfnis Berlins entspricht. Aber ob dafür ein eigenes Gebäude errichtet werden muß oder dem Bedürfnis auf andere Weise genügt werden kann, darüber sind die Meinungen geteilt. Wir wünschen deshalb Ausschußberatung; um aber die Sache noch vor den Ferien zu erledigen, beantragen wir, den Ausschuß sofort durch den Vorstand ernennen zu lassen. Der Magistratsvorschlag wird genehmigt und die Summe be Schluß der öffentlichen Sigung gegen 7 Uhr. willigt. Eingegangene Druckschriften. Bon der Neuen Zeit" ist soeben das 12. Heit vom 2. Band des 32. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir herbor: Zum neunten Gewerkschaftskongreß. Bon Die ausbeuterische Tugend. Die Gewerkschaftstheorie des Marrismus. Von Gustav Gize Emil Kloth. Die beste Gewertschaftsorganisation. Von Adolf Braun. Edstein. Die Wurzeln deutsches Arbeitsnachweisgefet? Bon Theodor Leipart. Kirche. Von H. Limberk( Essen). Die Reichsversicherungsordnung in der der Gelben. Von August Winnig.- Christliche Gewerkschaften, Zentrum und Praxis. Von Friedr. Kleeis( Halle a. d. G.). Feuilleton: Die Werft als tapitalistisches Kunstwert. Bon Richard Literarische Rundschau: Friedrich Hirth, Heinrich Heines Briej Stadtv. Dr. Wehl( Soz.): Es bedarf keiner Erörterung, daß unsere Stadtbibliothet endlich würdig untergebracht werden muß. Aber auch die Frage der Oberbürgermeisterwohnung ist wichtig genug, um im engeren Gremium erörtert zu werden; nach unserer Meinung ist sie eine reine Bedmäßigkeitsfrage. Ist es richtig, was uns der Architekt sagt, daß aus ästhetischen Rücksichten ein größeres und ein kleineres Gebäude auf der Insel errichtet werden die Abgrenzung der Organisationsgebiete spricht sodann der Verbandsvorsitzende Ebel. Er schildert die Ent- muß, und daß in das lettere ausgerechnet die Oberbürgermeisterwickelung der Grenzstreitigkeiten zwischen dem Verband der wohnung hineinmuß? Wird diese Frage bejaht, dann werden wir Brauerei und Mühlenarbeiter und dem Deutschen Transport- die Meinung des Architekten respektieren. Muß ferner der Oberarbeiterverband um das Fahrpersonal in den Brauereien und er- bürgermeister eine besondere Dienstwohnung haben? Lange JahrVom Stand örtert eingehend, wie der Schiedsspruch des von der Vorstände- zehnte wohnte der Oberbürgermeister zur Miete. fonferenz eingesetzten Schiedsgerichts zustande gekommen sei. Der punkt der städtischen Verwaltung ist es außerordentlich wertvoll, Redner wendet sich sodann entschieden gegen das Verhalten des daß der Chef im Zentrum der Stadt seinen Siz hat. Auch der Transportarbeiterverbandes nach dem Echiedsspruch. Die auf dem jeßige Oberbürgermeister hat seine Privatwohnung im Zentrum Verbandstag der Transportarbeiter in Köln angenommene Reso- der Stadt; dieser glückliche Umstand hat auch schon Früchte getra- Woldt. lution sei eine Brüskierung der erfahrenen Gewerkschaftler, die gen: der bekannte Sab,„ der Bureaufrat tut seine Pflicht von 8 bis 3, wechsel. Bon Hermann Wendel. den Schiedsspruch gefällt haben. Auf dem Gewerkschaftskongreß mehr tut er nicht, gilt heute für die städtischen Bureaus nicht werde der Verband dafür eintreten, daß unter keinen Umständen mehr. In möglichster Nähe des Rathauses seine Wohnung zu der Schiedsspruch geändert werde. Als Vertreter der General- haben, ist also für den Oberbürgermeister wertvoll. Von einem tommission mahnt Genosse Sassenbach- Berlin zu möglichster Geschenk" der Amtswohnung tann auch keine Rede sein, wenn Ruhe in der Behandlung dieser Frage. Ohne Zweifel werde der man bedenkt, welchen Aufwand die Benußung von Dienstwohnungen Gewerkschaftskongreß Sorge tragen, daß der Schiedsspruch auch den damit Bedachten sehr oft auferlegt. Die Rücksicht auf den Geltung bekomme. Folgende Resolution wird darauf ein- teuren Grund und Boden kann hier nicht ausschlaggebend sein. Wir werden also die Vorlage in diesem Punkte mit der denkbarsten Unbefangenheit prüfen und, wenn sie uns hinreichend begründet erscheint, auch annehmen. stimmig angenommen: " Der Verbandstag erblickt in dem am 26. April zur Abgrenzung unseres Organisationsgebietes gefällten Schiedsspruch Stadtv. Ladewig( N. L.): Wir begrüßen mit Freude die Bas Mittel, den unangenehmen Grenzstreitigkeiten zwischen unserem Verbande und dem Transportarbeiterverbande ein Ende Unterbringung der Stadtbibliothek an einer Stelle im Zentrum, zu machen. Wenn auch die nach ihrer Ansicht berechtigten Hoff wo sie dem ganzen Stadtteil zur Zierde gereicht. Eine Obernungen der Mitglieder des Verbandes der Brauerei- und Mühlen- bürgermeisterwohnung einzurichten und gerade an dieser Stelle ift arbeiter weiter gingen, so ist doch nicht zu verkennen, daß durch nach der Meinung der Mehrheit unserer Fraktion eine Ehrenpflicht die Abgrenzung des Organisationsgebietes die Schlagfertigkeit der Stadt. Auch darüber, wer die Kosten der Einrichtung der des Verbandes erhalten und gehoben wird. Der Verbandstag Wohnung bezahlen soll, muß erst im Ausschuß Klarheit geschaffen billigt daher die Haltung des Verbandsvorstandes, der in Rüd- werden. sicht darauf, daß praktische Gewerkschaftler den Schiedsspruch zu fällen hatten, seine anfänglich sehr erheblichen Bedenken zurückstellte und auch den heftigen Widerstand der sonstigen Verbandsinstanzen überwand und der Fällung eines Schiedsspruches austimmte. Nachdem nun der Schiedsspruch gefällt ist unter aus= drücklicher vorheriger Erklärung beider Teile, sich ihm zu untermerjen, hat er unbedingte Geltung, und der Verbandstag ermartet, daß er in allen Teilen zur Durchführung fommt." Darauf werden die Verhandlungen auf Donnerstag vertagt. Bürgermeister Dr. Reide: Ich freue mich, daß die zu Worte gekommenen Herren der Vorlage in beiden Teilen sich freundlich gegenübergestellt haben. Ueber alle gestellten Fragen sind wir gern bereit, im Ausschuß Auskunft zu geben. Stationen Barometer Witterungsübersicht vom 18. Juni 1914. stand mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. E. Hot Dog Stationen Barometer stand mm Bind richtung Windstärke Better Temp. n. T. 5° 64° R. 12 6 heiter Hamburg 762 2bedeckt 14 Betersburg 760 SSD 1toffig 18 Swinemde. 762 RN 2 bededt 15 Haparanda 756 N Berlin 761NW 3 bedeckt 15 Scilly 764 N 3 mollig 13 Frank. a. 763 Sta Dunst 13 Aberdeen 763 SSD 2bebedt 12 762N 2wollig 17 Paris 764 Still bebedt 15 Münden 76123 3woltig 19 Bien Wetterprognose für Freitag, den 19. Juni 1914. Ziemlich fühl und veränderlich, vorherrschend wollig bei meist schwachen nordwestlichen Winden; teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag: Bei überall nur wenig veränderter Temperatur in Nordwesten ziemlich heiter und meist troden. In den übrigen Gegenden tuu allgemeinen bewölft, vie lfach etwas Regen und vereinzelt Gewitter. Wafferstands- Nachrichten Die Vorlage gelangt darauf an einen Ausschuß, der sofort vont Vorstand ernannt wird und dem u. a. auch Bruns, Heimann, der Landesanstalt für Gewässerhunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau Dr. Rosenfeld und Dr. We y I angehören. Um 6 Uhr wird eine gemeinsame Sibung des Magistrats und der Stadtverordneten unter dem Vorsiz des Bürgermeisters Dr. Reide abgehalten zum Zweck der Vornahme von Neuwahlen in die Verbandsversammlung des 3 medverbandes Groß- Berlin für den früheren StadtStadtverordnetenversammlung.erordneten, jebigen Stadtrat Neimann, und den früheren jebigen Stadtverordneten Düring. Uhr. Basserstand Memel, Kilfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Atroffen Frankfurt Gewählt werden durch Zuruf Stadtv. Spendig und Stadt- Barthe, Schrimm Landsberg 20. Sizung vom Donnerstag, den 18. Juni 1914, nachmittags 5 Uhr. rat Reimann. Borsteher- Stellvertreter Cassel eröffnet die Situng nach Nachdem die Versammlung am 30. Oktober vorigen Jahres den Nete, Bordamm Vorentwurf zum Neubau einer Heil- und Pflegestätte Ibe, Leitmeriz Ginen umfangreichen Bericht hat der Petitions aus- Buch mit einigen Vorbehalten genehmigt hat, übersendet der Mahuß erstattet. Die Petition des Grundbesizervereins Böbow- gistrat die speziellen Entwürfe für den Neubau des Direktorenviertel um Berbreiterung und Asphaltierung des Fahrdammes der wohnhauses sowie zweier Männer- und eines Frauenpavillons. Siprodeftroke will per Ausschuß dem Magistrat als Material über. Während die Versammlung als Namen für die Anstalt vorgeDresden Barby Magdeburg + bedeutet Bugs, am feit 17.6. 16. 6. cm 100-5 cm³) 35-2 96+1 160 -14 71 0 78-3 -26 -2 -15-11 +5 am feit 17.6.16.6. cm cm³) 116+4 Bafferstand Saale, Grochlik Havel, Spandau) 53 Rathenow) 42 Spree, Spremberg) 82+2 Beeslow) 69 23efer, Münden 262+45 Minden 298 Rhein, Marimiliansau 540+2 Kaub Köln Redar, Heilbronn Main, Hanau 134+10 121 +1 104+3 Mosel, Trier Fall. Unterpegel 370-15 376 13 275+118 210-2 172+51 Nr. 164. 31. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Königsberg, der ersten Stadt, die einen städtischen Regiebetrieb umFreitag, 19. Juni 1914. Erfolge in Neukölln und Lichtenberg. Die Verbindung von Städten Berufſte im Betrieb der städtiſchen elektriſchen Straßenbahn waren bahnen. Bei Begrüßungen und Feftreden fließt uns der Mund und Privatkapita! für gemischt- wirtschaftliche Unternehmunge wurde auf dem am Montag und Dienstag in Köln stattgefundenen Deutschen Städtetage behandelt. Zunächst begründeten zwei Referenten, der Beigeordnete für Straßburg Dr. Leoni und Bürgermeister Körte- Königsberg, folgende Leitfäße: „ Eine Verbindung von Städten und Privatkapital für wirtschaftliche Unternehmungen wird für die deutschen Stadtverwaltungen bei solchen Betrieben in Frage kommen, deren Leitung vorwiegend nach kaufmännischen oder industriellen Gesichtspunkten zu erfolgen hat. Besonders geeignet ist sie bei Unternehmungen, die den Umkreis einer Einzelgemeinde überschreiten, und in allen Fällen, in denen der Gemeinde bei eigenem Betrieb Schwierig feiten entgegenstehen. Auf jeden Fall erscheint es wünschenswert, daß die Kommunalverbände in den gemeinsamen Unternehmungen die Führung behalten. Die nähere Ausgestaltung der rechtlichen Beziehungen zwischen Städten und Privatfapital hängt von der Lage des Einzelfalles ab. Der Deutsche Städtetag spricht sich aber da gegen aus, daß auf dem Wege der Reichs- und Landesgesetzgebung bestimmte Rechtsformen oder Normen für die Verbindung von Gemeinden und Privatfapital geschaffen werden." = = Stadtverordneter Rechtsanwalt Wehlich- Dresben stellt eine Reihe von Abänderungsanträgen. gewandelt habe in einen gemischtwirtschaftlichen Betrieb. Starke Auch verweise ich auf die mustergültig geleiteten preußischen Eisendie Veranlassung, daß 1910 ein Vertrag mit einer Privatgesellschaft über von Selbstbewußtsein. Und wenn es sich um praktische Fragen abgeschlossen wurde, der sowohl das Elektrizitätswert wie die handelt, sollen wir auf einmal die Segel streichen. Allerdings Straßenbahn an die Privatgesellschaft verpachtete. Die Folge der können die Verhältnisse an manchen Orten so sein, daß eine eigene Einführung dieses gemischtwirtschaftlichen Betriebes war, daß die Verwaltung der Betriebe absolut schädlich ist. Stadt jeitdem ganz erhebliche Ueberschüsse aus der Straßenbahn Stadtrat a. D. Dr. Luther= Berlin verteidigt die Leitsäße, erzielt. Die bisher gemachten Erfahrungen sind sehr lehrreich, denn die ein Spiegelbild der Ausführungen der Referenten seien. Sic sie zeigen eine gewisse Ueberlegenheit des Privatbetriebes über den enthielten aber nichts für und nichts gegen die Kommunalbetriebe. öffentlichen Betrieb. Dabei ist in der Persönlichkeit des Leiters Der Redner verweist dann darauf, daß möglicherweise bei einem feine Aenderung eingetreten und nur ein Wechsel in der Betriebs- Gegensatz zwischen öffentlichem Wohl und privatem Interesse eine form hat stattgefunden. All die Befürchtungen, die die Gegner vorher passive Resistenz des Privatfapitals trotz bester Verträge eintreten gehabt hatten, sind nicht eingetreten. Die Angestellten bis zu den könnte. unteren Stellen herab sind jezt finanziell besser gestellt. Die Privat- Oberbürgermeister Plaßmann- Paderborn schildert die gesellschaft kann die Gehälter und Löhne viel mehr differenzieren guten Erfolge mit gemischtwirtschaftlichen Betrieben in Paderborn. als ein öffentlicher Betrieb und sie fann mit Provisionen und Ob gemischtwirtschaftlicher Betrieb oder Kommunalbetrieb kann Tantiemen ganz anders arbeiten als eine Stadtverwaltung. Die nur einzeln für jede Stadt entschieden werden. Die eine Form Verwaltungskosten sind niedriger geworden. Wenn der Vertrag nicht ist so berechtigt wie die andere. Von den Nachteilen, die man abgeschlossen worden wäre und die Einnahmen sich nicht verbessert hier den gemischtwirtschaftlichen Betrieben nachgesagt hat, hat man hätten, hätte die kommunale Einkommensteuer um 25 Proz. erhöht im rheinisch- westfälischen Industriegebiet nichts gemerkt. werden müssen. Auf alle Fälle müssen wir uns wenden gegen einen Oberbürgermeister Dr. Beutler- Dresden: Zwischen den Ruf nach der Gesetzgebung in dieser Frage. Es könnte geradezu neutralen Leitsäßen und den Ausführungen der Referenten benichts Schlimmeres passieren, als wenn im gegenwärtigen Moment steht ein großer Unterschied. Ich kann daher den Leitfäßen, an aus Kommunalfreisen der Ruf nach der Gesetzgebung ertönen würde. denen ich mitgewirkt habe, heute nicht mehr zustimmen.( Hört! Im übrigen wollen wir uns heute weder für das eine, noch für hört!) Es sei denn, daß der Antrag Cuno angenommen würde. das andere System aussprechen. Zu einer Entscheidung gehört Die Kritik an den gemischtwirtschaftlichen Betrieben durch Oberimmer eine genaue Kenntnis aller örtlichen Verhältnisse. bürgermeister Cuno war noch lange nicht scharf genug.( Lebhafter Der erste Referent, Regierungsrat Dr. Leoni, erklärte: Daß In der Debatte wendet sich Oberbürgermeister Cuno- Sagen Beifall.) Der Vorstand hat nichts davon gewußt, daß der eine sich Gemeinden und andere Verbände des öffentlichen Rechts mit gegen die gemischtwirtschaftliche Betriebsform: Referent ſein Material sich aus dem Lager der einen Partei berdem Privatfapital zu wirtschaftlichen Unternehmungen verbinden, die Leitfäße haben mich gründlich enttäuscht und ich habe mich schafft hat. Ich mache ihm das nicht zum Vorwurf, denn niemand ist teine völlig neue Erscheinung. Gemeinsamkeiten dieser Art gefragt: gibt es denn für den Vorstand des Deutschen Städtetages kann aus seiner Haut heraus. Regierungsrat Leoni ist für wurden in den achtziger und neunziger Jahren wiederholt be- überhaupt feine fommunalen Betriebe mehr?( Sehr wahr!) In gemischtwirtschaftliche Betriebe, und ich, der ich auch nicht aus gründet, um den Bau von Eisenbahnen zu finanzieren. Daneben den Leitsägen werden die Kommunalbetriebe auch nicht mit einem meiner Haut heraus kann, bin für die Kommunalbetriebe.( Lebfinden sich Fälle, in denen Städte nahezu das gesamte Aftien- einzigen Wort erwähnt. Wenn ich diesen Leitsäßen zustimmen hafter Beifall.) fapital eines bestehenden Privatunternehmens auftauften, es aber würde, so würde ich meine ganze bisherige politische Vergangenheit Stadtverordneter Prof. Dr. Leidig- Wilmersdorf stellt doch in Aktienform und mit einer, wenn auch fleinen Beteiligung verleugnen, und man kann nicht von mir verlangen, daß ich mein folgenden Zusazantrag, in die Leitsäze zwischen Gaz 2 und 3 eindes Privatkapitals bestehen ließen: So Berlin die Elektrische Todesurteil unterschreibe.( Seiterkeit und Beifall.) Ich bin ein zuschalten:" Notwendig ist dies in allen Fällen, wo die gemeinStraßenbahn A.-G. Wenn diesen Vereinigungen früher eine all- grundsäklicher Anhänger der Kommunalbetriebe. Die Zahlen- samen Unternehmungen ein rechtliches oder tatsächliches Monopol gemeine Bedeutung nicht beigelegt wurde, so hatte dies seinen tabellen, die Regierungsrat Leoni hier hat verteilen laffen, erkenne haben." Grund. Es mangelte doch diesen Vereinigungen jeder grundsäß ich durchaus nicht ohne weiteres als richtig an, und charakteristisch Oberbürgermeister Schnadenburg- Altona verweist auf lichen Bedeutung. Im Streit zwischen den Anhängern des öffent- ist doch, daß Regierungsrat Leoni sich diese Zahlentabellen von einem die ausgezeichneten Erfahrungen, die Altona mit gemischtwirtschaftlichen und denen des Privatbetriebes sollten sie keine besondere Ingenieur der A. E. G. hat ausarbeiten lassen.( Sört! hört!) Es lichen Betrieben gemacht hat. Es bestehe gar kein Zweifel, daß Löfung darstellen. In diesem Streit schien der Seite der Sieg ist das ein typisches Beispiel dafür, wie weit der Einfluß der großen diese Erfolge in reinen Kommunalbetrieben nicht erreicht worden beschieden zu sein, die der Ansicht war, daß der Verstaatlichung der Elektrizitätsgesellschaften reicht, schon bis hinein in unseren Ver- wären.( Hört! hört! und Unruhe.) Eisenbahnen die Kommunalisierung aller wichtigen Gemeinde- handlungsjaal.( Bort! hört! Bewegung und Zustimmung.) Ich betriebe folgen werde. Aber die Fortschritte der Technik ließen das meine natürlich, daß dies unbewußt geschieht. Beide Referenten Bedürfnis nach neuen Wirtschaftsformen entstehen. Auf dem Ge- haben bei ihrer Befürwortung der gemischtwirtschaftlichen Betriebsbiete der Elektrizitätsversorgung hatten die Zentralen zunächst nur form ein wichtiges Moment übersehen, und das ist der große Einder Befriedigung des Lichtbedürfnisses und dem Betrieb kleinerer fluß der Riesenfabrikationsfirmen in der Elektrizitätsindustrie. Ein Motoren innerhalb des Weichbildes der einzelnen Städte gedient. Kommunalbetrieb kann sich bei den bestehenden Verhältnissen seine Die Entwickelung der Drehstrom- und der Hochspannungstechnik völlige Unabhängigkeit von den großen Elektrizitätsfirmen bewahren. gewinnen und große Gebiete mit elektrischer Energie zu versorgen. Glektrizitätsgesellschaften durch ihre Tochtergesellschaften werden sie ermöglichte es ihnen nun, auch die Großindustrie als Abnehmer zu Bei den ungeheueren Verzweigungen und Verästelungen der großen In raschem Voranschreiten wußzien die privaten Werke ihr Abjat sich in den gemischtwirtschaftlichen Betrieben sehr leicht einen übergebiet zu vergrößern und ihre Kundenzahl zu vermehren. Demragenden Einfluß verschaffen können, von dem die Vertreter der entsprach dann mit der Verbesserung des Ausnutzungsfaktors bald Gemeinden vielleicht gar nichts merken.( Sehr richtig!) Es ist eine eine ganz wesentliche Verbilligung der Produktion. Die Gefahren, Pflicht der Kommunalbetriebe, die kleineren, aber immer noch ziemdie diese Entwickelung für die konservative Betriebsführung der lich großen Elektrizitätsfirmen, die nicht zu dem Elektrizitätskonzern. tommunalen Elektrizitätswerte mit sich brachte, wurden für Rhein- gehören, zu unterstüßen gegenüber den Monopolgelüften der allerland und Westfalen plöblich afut, als das ungestüme Temperament größten Werke. Verschwinden aber die Kommunalbetriebe, dann wiedergewählt. bpn Hugo Stinnes die sich hier bietenden Möglichkeiten ergriff. Stinnes erwarb die Mehrheit des Aktienkapitals des rheinischwestfälischen Elektrizitätswerts und in den nächsten Jahren nahm das Wert eine rapide Entwidefung. Schlag auf Schlag wurden neue Konzessionen erworben, fleinere Werke aufgefauft, und man näherte sich dem Ziel, ganz Rheinland- Westfalen einheitlich mit elektrischer Energie zu versorgen. Aber schon war auch überall der Widerstand der öffentlichen Verbände erwacht. Viele Städte verschlossen dem Ueberlandwerk die Tore und es entstanden auch Abwehrgründungen. In den Kämpfen, die diese Gründungen begleiteten, war der Gedante, ob nicht die Gegensäge überbrüdt und Surch ein gemeinsames Vorgehen ersetzt werden könnten, schon früh zeitig aufgetaucht. Sie fanden aber auf Seiten des Fiskus keine Gegenliebe. Erst 1908 gingen aus den Kämpfen der öffentlichen Verbände gegen das gewaltig vorwärtsstürmende Privatkapital neue große Gesellschaften hervor, in denen teils die öffentlichen Verbände allein, teils in Gemeinschaft mit dem Privatfapital die Elektrizitätsproduktion auf größerer Basis zu organisieren sich bestrebten. Auch anderwärts wurden derartige Versuche, die Gegenfäße zu überbrüden, praktisch in die Tat umgefest, so vor allem in Straßburg. Eine Rundfrage hat ergeben, daß gegenwärtig 71 der an die Zentralftelle des Städtetages angeschlossenen Städte an 93 gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen mit rein gewerblichem Stadtverordneter Heimann Berlin: Bereits 720 Städte Charafter beteiligt sind, wobei städtischerseits ein Kapital von besiken in Deutschland eigene Elektrizitätswerte, darunter gerade 117 Millionen bereits investiert ist. Bei diesen Beteiligungen gingen die größten Städte. Die Gegner der Kommunalbetriebe und die die Städte von der Annahme aus, daß der Privatbetrieb in seinen Anhänger der gemischtwirtschaftlichen Betriebe müßten erst den Wirtschaftsergebnissen der öffentlichen Regie überlegen ist. Dieser Beweis erbringen, daß die städtischen Werte schlechter arbeiten. Vorsprung ist aber nicht allgemein, sondern nur für die Betriebe Diesen Beweis werden sie nicht führen können, denn das trifft gegeben, für deren Leitung das Moment der Wirtschaftlichkeit eine nicht zu. Es foll nicht bestritten werden, daß es schlechtgeleitete besondere Rolle spielt oder deren Produktion einen industriellen öffentliche Betriebe gibt. Aber es gibt auch schlechtgeleitete Privatoder deren Verwaltungen einen kaufmännischen Charakter tragen. betriebe. Gerade mir in Berlin wissen von den letteren ein Damit schließt die Debatte. Die Referenten Beigeordneter betonen in ihren Schlußworten nochmals ihren Standpunkt. BeiLeoni- Straßburg und Oberbürgermeister Körte- Königsberg Ses Oberbürgermeisters Cuno, er habe sich von der A. G. G. begeordneter Leoni wendet sich insbesondere gegen die Angriffe Redners) Moral, wohl aber gegen seine Intelligens erhoben. einfluſſen laſſen. Zwar habe Cuno von einer unbewußten Beeinflussung gesprochen, also teinen Angriff gegen seine( des ( Seiterkeit.) Nachdem Oberbürgermeister uno seine Aeußeung zurückgenommen hat, werden in der Abstimmung die Leiteine große Minderheit angenommen. fäße der Referenten mit den Anträgen Cuno und Leidig gegen Der bisherige Vorstand des Städtetages wird durch Zuruf ist der Weg frei für das Monopol. Bekanntlich flagen die Sand- betriebe beweisen, wie der Geschäftsführer Herr Stadtrat Wenn die Leitfäße nichts für und nichts gegen die Kommunals werfer und die Installateure und die Spezialfirmen der Elektrizi- Dr. Luther erklärte, so war nicht recht ersichtlich, warum die Frage tätsindustrie über die Bedrückung der großen Fabritationsfirmen, als eine besondere auf dem Städtetage behandelt wurde. Soweit Ich befürchte, daß bei der Einführung von gemischtwirtschaftlichen Sie Stadt Berlin und die llebernahme der B. E. B. in eigene Regie Betrieben der Einfluß der selbständigen Handwerker und der in Frage kommt, tann es Spezialfirmen noch weiter geschwächt wird zugunsten der allergrößten die Verstadtlichung der B. E. W. Den jezigen Zeitpunkt berpaffen, gar feinen anderen Weg geben, als Firmen. Es ist auch gar nicht wahr, daß die Kommunalbetriebe hieße die Berliner Bevölkerung auf unabsehbare Zeit einer privatunwirtschaftlich arbeiten. Im Gegenteil: fie arbeiten durchaus fapitalistischen Gesellschaft ausliefern und die Stadt auf das wirtschaftlich, wenn man nur tüchtige Leiter anstellt und angemessene schwerste schädigen. Gehälter zahlt, mit denen sich allerdings die Oberbürgermeister. gehälter nicht vergleichen lassen.( Heiterfeit.) In der Form der gemischtwirtschaftlichen Betriebe sehe ich ein neues Moment, wie die großen Fabrikationsfirmen versuchen, ihr Monopol durchzusehen, indem sie sich direkt und indirekt Einflüsse auf die Kommunal betriebe jichern. Es ist dringend notwendig, daß die Leitfäße nicht jo ing Land hinausgehen. Sie müssen ja den Eindrud erweden, Zur Sonnenwendfeier treffen sich die jugendlichen Genoffen als ob der Kommunalbetrieb überhaupt abgetan ist. Ich stelle daher Moabits am Sonnabend, den 20. Juni, abends 8 Uhr, am Bahnhof den Antrag, den Leitfäßen folgende Einleitung zu geben:„ Soweit der reine Kommunalbetrieb für wirtschaftliche Unternehmungen der Stadt nicht angängig ist, wird an seine Stelle eine Verbindung von Städten und Privatfapital bei solchen Betrieben in Frage kommen usm." = Bellevue. Parteiangelegenheiten. Sechster Wahlkreis. Proviant, Liederbücher und Kocher sind mitzubringen. Lankwiz. An der Sonnenwendfeier der arbeitenden Jugend am Sonnabend, den 20. Juni, beteiligen sich auch die hiesigen Genossen. Treffpunkt 1,9 Uhr Bahnhof Lantwiz. Fahrkosten zirka 1 m. Näheres siehe unter Jugendveranstaltungen. Bruchmühle. Sonnabend, den 20. Juni, abends 81, Uhr: Zahl abend bei Mille. Zoffen, Sonnabend, den 20. Juni: Mitgliederversammlung. Berliner Nachrichten. Mein Los. Ich hatte ein Los gekauft, ein Los für 3,30 M. Ind Dies lettere hat vor allem von der Verteilung der elektrischen Lied zu fingen. In bezug auf die Anlagekosten, die ReserveEnergie zu gelten. Alle Erfahrungen berechtigen zu dem Schluß, gestaltung und die Betriebskosten und Löhne sind die städtischen daß für die Elektrizitätsversorgung allerdings der Privatbetrieb Werke den Privatbetrieben ebenbürtig, vielleicht sogar überlegen. wirtschaftlich überlegen ist. Die billigere Produktion kommt nicht Merkwürdig ist der Widerstand gegen die Uebernahme von Gasin Form von Dividenden den Aktionären, sondern in niedrigeren und Elektrizitätswerken. Während man andere Werke, die für Verkaufspreisen dem konsumierenden Publikum zugute. Die Zeit das Gemeindeleben eine viel größere Rolle spielen und viel wollte gewinnen. Selbstverständlich, denn nur zu diesem ist nicht allzufern, in der wir in Deutschland einen Gesamtabjak komplizierter sind, gern den Gemeinden überläßt, weil aus ihnen Zwecke fauft man ja schließlich ein Lotterielos. Zwar war von annähernd vier Milliarden Kilowattstunden erreichen werden, teine Gewinne zu erzielen find, will man die Gas- und Glet- ich immer ein Gegner gewesen von jeglichem Glücksspiel, denn bei dem es eine Differenz von jährlich 100 Millionen bedeutet, ob trizitätswerke den Gemeinden gern abnehmen. Wieviel einfacher ich sagte mir, daß stets erst so und so viele Dumme ihr Geld der eine oder andere Durchschnittspreis zugrunde gelegt wird. ist der Betrieb eines Elektrizitätswertes gegenüber einem Kanali: verlieren müssen, wenn ein Glücklicher eine mehr oder Gegenüber der Möglichkeit eines derartigen Fortschritts ist es wirksationswert mit angeschloffenen landwirtschaftlichen Betrieben? lich nicht Sache der Städte, eigensinnig auf dem Fortbestand der Zahlreiche Landesregierungen, darunter Baden und Sachsen, haben weniger große Summe gewinnen soll. An das Glüd glaubte Produktion innerhalb ihrer Mauern zu bestehen. Andererseits ist die gemischtwirtschaftliche Betriebsform abgelehnt. Ane Vorteile, ich aber nicht und ein Dummer wollte ich nicht sein. So aber auch eine Rüdkehr zum Privatbetrieb nicht zu billigen. Viel die die gemischtwirtschaftlichen Betriebe den Gemeinden bringen habe ich nie gelotteriet. Ganz Kluge trösteten mich und mehr ist es Aufgabe der Städte, die Werte, die sie der sozialen tönnten, merden aufgewogen dadurch, daß bei einem Gegenjas meinten, ich hätte auch so gewonnen, nämlich das, was ich Durchdringung der Auffassungen über die kommunale Wirtschafts- awischen öffentlichen und Bribatintereffen die öffentlichen In nicht für Lose ausgegeben hätte. Darin hatten sie recht. pflege zu verdanken haben, mit den Vorteilen zu verschmelzen, die tereſſen immer hintangesezt werden.( Lebhafte Zustimmung.) Ich Nun macht aber jeder Mensch mal eine Dummheit und man ihnen ein hochentwickelter Kapitalismus in feinen Wirtschafts- beneide nicht den Waut der Herren, die den Gemeinden die Fähig fann doch nicht immer wachen und beten, um nicht in Vermethoden entgegenbringt. Von diesen Auffassungen sind freilich keit absprechen, ein Gaswerf zu leiten, ihnen aber zutrauen, mit nicht alle Städte ausgegangen, und daher ist bezüglich der sogen. den gewandtesten und mächtigsten Unternehmern die verwidelteiten fuchung zu fallen. Einmal war auch bei mir der Geist willig und das Fleisch schwach. gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen vom kommunalpolitischen Verträge auf ein Menschenalter hinaus abzuschließen, ohne daß Standpunkt aus zu unterscheiden, ob sie gegenüber der Tendenz der man die Entwickelung jemals voraussehen kann.( Lebhafte zuKommunalisierung der Betriebe eine Rückbildung oder den Versuch stimmung.) Nur der städtische Regiebetrieb wirft einen Damm einer Weiterbildung darstellen. Nur die letzten Fälle, in denen auf gegen die Umklammerung der beiden großen Elektrizitätsdie Städte jedenfalls über die Mehrheit des Kapitals der Gesell- Konzerne, schaft verfügen müßten und die man am besten öffentliche UnterWerke. nehmungen in Privatrechtsform" nennt, find als berechtigt anzu- nur der städtische Betrieb führt den Gemeinden die Ueberschüsse erfennen. Die Vorteile, die man sich von ihnen verspricht, können voll zu und bewahrt den Gemeinden den vollen Einfluß auf die freilich auch durch eine Weiterbildung der Regiebetriebe erreicht werden. Eine derartige Entwickelung ist aber nicht von heute auf die Einführung von gemischtwirtschaftlichen Betrieben würde einem morgen denkbar. Die Frage ist noch, ob ein Bedürfnis für eine Verzicht der Gemeinden auf ihr Selbstverwaltungsrecht gleich Aller- kommen und zwar zugunsten von privaten Aktionären. Das Spezialgesebgebung auf diesem Gebiet besteht. dings ist weder die Rechtsform der Aktiengesellschaft, noch die der müffen wir ablehnen.( Lebhafter Beifall.) Gesellschaft mit beschränkter Haftung vollkommen ausreichend. Oberbürgermifter 3iethen Lichtenberg: Nach einem sosialImmerhin ist die Praxis bisher ausgekommen und bei der allge- demokratischen Redner wird ein konservativer Mann ein Wort einmeinen lleberproduktion an Gesezen ist der Ruf nach einem legen für die wirtschaftlichen Unternehmungen in eigener Regie. ( Heiterkeit und Beifall.) Entschieden zurüdgewiesen werden muß Spezialgesetz nicht angebracht. Als zweiter Redner empfiehlt und erläutert Oberbürgermeister die Behauptung, daß die Städte im allgemeinen nicht fähig seien, orte- Königsberg die im Einverständnis mit Regierungsrat Unternehmungen wirtschaftlicher Natur erfolgreich nach auf Beoni cingebrachten Leitsätze. Er verweist auf das Beispiel von männischen Grundsätzen zu leiten. Ich verweise nur auf die So trat, als ich mal zufällig vor dem Schaufenster eines Lotterietolletteurs stehen geblieben war, Satan an mich heran. Doch ich blieb start und zischte dem Verführer wütend zu: ,, Weiche von mir!" und hielt meine Tasche zu, bis ja bis ich im Lotteriegeschäft stand. Eine helle, weiche Stimme fragte:„ Sie wünschen?" Da deutete ich auf die betreffenden Lose und bald hielt mir eine schmale, fleine Hand die bunten Papiere fächerartig geformt entgegen:" Bitte, suchen Sie sich eins aus". Zweifelnd sah ich zu der Verkäuferin auf. Sie war noch jung und hatte ein blasses, zartes Gesicht und auf jedem Dhr eine reizende Schnecke von dem vollen dunklen Haar, das ihr Köpfchen schmückte. ,, Ach, Fräulein", sagte ich, ziehen Sie doch lieber, dann gewinne ich ganz gewiß!" Da lachte die Kleine ganz schelmisch und zeigte mir dabei ein blinkendes Goldplömbchen, dann griff fie mit spiken Fingern in den Fächer und holte ein Bos herau?. Es trug die Nummer 16 666. Also, keine 7 Mar dabei und die Zahl Mar auch nicht durch 7 zu teilen. So verließ ich das Geschäft. Mein Geldbeutel wies aller- dings eine traurige Oedc au� aber- das Herz war voll; hoff- nungsschwangcr suchte ich meine Behausung auf. Es hieß jetzt noch sparsamer wirtschaften wie bisher. 3,36 M. waren unter meinen Verhältnissen kein Pappenstiel. Aber, das Herz, das hofft, entbehrt auch gern. Und warum sollte das Glück nicht mal einen Bedürftigen treffen! Mußte es denn immer bei reichen Bäcker- oder Schlächtermeistern, bei Wohlhabenden einkehren? Ich hatte doch auch.irgendwo mal gelesen, daß eine arme Waschfrau 66666 M. gewonnen hatte und sich daraufhin der vielen Freier gar nicht erwehren konnte, die sich alsbald ein- stellten, wie Wespen, wenn sie Kirschkuchen wittern. 66666 Mark, die konnten mir helfen. Und wenn ich gar das Haupt- los zöge— 166666 M., Kreuzdonnerwetter, da käme man ja unter Umständen in die erste Wählerklasse! Nachts träumte ich berauschende Träume. Bald hatte ich 166666 M. vor Augen, bald die kleine Verkäuferin mit den schönen Augen und den reizenden Schnecken auf dem Ohr. Und Geld und Augen und Schnecken und Ohr wechselten und tanzten wirr durcheinander, daß ich jedesmal ganz zipfelsinnig erwachte. Eines Tages ging ich hin. Es war die Zeit, wo die Entscheidung gefallen sein mußte.„Nein, nein." lachte die Kleine,„die Ziehung ist auf 16 Tage verschoben worden." Ach herjc, ganz enttäuscht verließ ich den Laden. Zuletzt tröstete ich mich. Ich konnte nun noch eine Spanne Zeit länger hoffen. Endlich wars soweit. Wieder eilte ich hin zur Glücks- budc. Das freundliche Kind reichte mir die Gewinnliste, es war mir aber unmöglich, etwas zu entziffern. Sie schien es zu merken. „Ich werde mal für Sie nachsehen."„O, bitte!" Mit kundigem Blick überflog sie die Liste und schon nach wenigen Sekunden gab sie nur mein Los mit einem bedauernden Lächeln zurück. „Nichts«fragte ich mit bebenden Knien.„Nichts," lächelte sie.— Ich wankte hinaus, den Schwur im Herzen, nie, nie, nie wieder Lotterie zu spielen. Und ich hatte doch die Kleine das Los aussuchen lassen und nun doch nichts ge- Wonnen. Mit schmerzlichem Grimm dachte ich an mein schönes Geld. 3 Mark und 36 Pfennige, was hätte man sich dafür nicht alles leisten können! Zur Not hätte es zwei Tage zum Leben gereicht. Oder ich hätte mir die Schuhe besohlen lassen können, es war höchste Zeit, oder— oder— ja, was hätte man nicht alles anfangen können! Trotz der teuren Zeiten konnte man mit 3.36 Mark doch noch mancherlei beginnen. Und nun waren sie fort. Später bin ich wieder an dem Lotteriegeschäft vorbei- gegangen. Es hingen andere Lose im Fenster, aber die Kleine mit den Schnecken am Ohr und dem schelmischen Lächeln stand auch jetzt hinter dem VerkaufSttsch und ich konnte sehen, wie sie mit spitzen Fingern in die Lose griff und eins hervorzog, das dann ein junger Herr freudestrahlend in Empfang nahm. Da lachte ich schadenfroh auf: So'n Dummer, so'n..., der denkt, er gewinnt, ne, da kann er warten, bis er grau wird... Dann eilte ich weiter. Ein Los habe ich nicht wieder gekauft. Die„Niete" ist über meinen: Bett angebracht als Warnendes Exempel._ Vom Elend der Berliner Holzarbeiter. Ein grelles Licht auf die traurige Lage der in der Holzindustrie beschäftigten Arbeiter wirst eine Zuschrift, die unZ von einem arbeitslosen Tischler zugeht. Sie läßt mit aller Deutlichkeit das seit Jahren herrschende Elend der Berliner Holzarbeiter erkennen und noch immer. besteht keinerlei Aussicht auf Belebung des Arbeitsmarktes. In der Zuschrift heißt es u. a.: Seit dem 25. Februar d. I. bin ich im paritätischen Arbeitsnachweis als arbeitslos eingetragen. Weil ich vor Pfingsten noch ein paar Groschen verdienen wollte, nahm ich AuShilfS- arbeit an. Diese Arbeit dauette vom 20. Mai bis 13. Juni. Am 15. Juni meldete ich mich wieder auf dem Nachweis. Wohl hatte ich mich mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß ich auf dem Nach- weis wieder verschiedene hundert Nummern zugeschrieben erhalten werde, ich erschrak jedoch, als man mir erklärte, daß ich wieder von vorn anfangen, mich also neu einschreiben lassen müsse. weil ich vier Tage über die zulässige Karenzzeit ge« arbeitet hatte. Auf diese Weise erhielt ich anstatt meine alte Rummer 3034, unter welcher ich vermittelt wurde, die stattliche Zahl 0711. Bei der gegenwärtigen Geschäftslage werde ich somit günstigstenfalls im September wieder Arbeit bekommen. Eine folche Bestimmung mutz ich als eine große Härte empfinden und diejenigen, die einen solchen PassuS im ArbeitSvermittelungSreglement geschaffen haben, sind sich sicher der Tragweite derselben nicht bewußt gewesen. Welches Maß von Elend und Not durch eine so lange ArbeitSlosig» keit eintritt, ist schwerlich auszudenken. Der Versasier der Zuschritt, ein lange organisierter Arbeiter, ergeht sich in bitteren Borwürfen gegen diejenigen OrganisattonS- kollegen, die einen solchen Passus in dem Reglement mit geschaffen haben. Wir- möchten nicht annehmen, daß die an der Ausstellung des ArbeitSnachweiLreglementS beteiligten Vertreter der Organisation erkannt hätten/ daß eine solche Bestimmung unter Ilmständen für Arbeitslose so nachteilig sein kann. Indessen darf nicht verkannt werden, daß eine solche Bestimmung sich für alle in gleicher Weise geltend macht. Sie würde sicher in einer Zeit guter Kon- junktur kein Stein des Anstoßes sein, während sie in der gegen- wärtig großen Arbeitslosigkeit von allen denjenigen, die von ihr betroffen werden, als ungerecht empfunden wird. Die Bestimmungen sind von beiden Teilen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, getroffen. Ob eS möglich ist, besondere Härten zu beseitigen, namentlich in der Zeit großer Arbeitslosigkeit, können wir nicht beurteilen. Bei großer ArbeirSJosigkeit dürften auch Aenderungen der geltenden Bestimmungen das Mgß der Arbeitslosigkeit nicht mindern. Die Stadtverordneten beschäftigten sich gestern mit einer ganzen Reihe von großen Bauvorlagen, für die aber nur zum Teil im diesjährigen Etat Gelder bereitgestellt sind. Ein Millionenprojekt ist das Gebäude für die neue Stadtbibliothek und für ein kleineres, einen günstigen Abschluß dieser Bau- anlage bildendes Wohngebäude, daS für eine Dienstwohnung für den Oberbürgermeister in Aussicht genommen ist. 'Die vorhandene Ferienstimmung ließ die Bauvorlagen in dpr Häuptsache ruhig passieren mit Ausnahme des Baues für dje Stadtbibliothek, der einer näheren Prüfung unterzogen werden soft. � Bemerkenswert aber ist ein von fre, sinniger Seite er- hobener Einspruch gegen die sofortige Beratung eines von der sozialdemokratischen Fraktion gestellten dringlichen Antrages. zum Besuche der Leipziger Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik 6666 Mark als Zuschüsse für Arbeiter und Arbeite- rinnen der genannten Berufe aus städttschcn Mitteln zu bewilligen. Infolge dieses Einspruches kann der Anttag erst am nächsten Donnerstag zur Verhandlung gelangen. Ja, wenn es sich um Arbeiter handelt, werden formale Bedenken er- hoben. Es hätte sich nur um eine schleunige Bewilligung von Mitteln für einen Fürstenempfang handeln sollen! Vom Zweckverband. Unter dem Borsitz des Oberbürgermeisters Mermuth fand gestern eine Sitzung des VerbandsausichusseS des Verbandes Groß-Berlin im Berliner Rathause statt. Angenommen wurde ein TeilbebauungS- plan von Berlin-Treptow für da§ vom Heidekamp, der ForsthauS- allee, dem Heidekampgraben und dem Krausenichen Grundstück um- schloffene Gebiets ferner einen Fluchtlinienplan für einen Teil von Berlin-Pankow, sowie der Bebauungsplan für den Ortsteil PrieroS- brück der Gemeinde Gräbendorf, ferner zwei GencralbebauungS- Pläne für NowaweS und zwar für den Ortsteil bei Babelsberg und Bergslücken. Außerdem wurden verschiedene neue BerkehrS- verbefferungen der Großen Berliner Straßenbahn genehmigt. Der Ausschuß stimmte auch dem wichtigsten Punkte der Tagesordnung über den Bau eines Gemeinschaftsbahnhofes der Stadt Schöneberg und der Hochbahngesellschaft am Nollendorfplatz und an der Motz- straße sowie zum Bau der neuen Linie der Untergrundbahn zwischen Wittenbergplatz und Nollendorfplatz zu. Die neue Baugcwerkschule. Berlin ist um ein klassisches Bauwerk ersten Ranges reicher. Die städttsche Baugewerkschule in der Kurfürsten straße 141, ein Meisterwerk unseres Stadtbaurats Geheimrat Dr. Ludwig Hoffmann ist vollendet. Im Jahre 1968 wurde der Neubau"beschloffen und dafür 797 666 M. bewilligt. Däs im italienischen Stil erbaute Vorderhaus mit einem Seitenflügel und den Hintergebäuden umschließt einen 466 Quadratmeter großen Hof. Im Erdgeschoß sind die Ver- waltungsräume, die Bibliothek mit dem Lesezimmer, Sammlungsraum für Baukunde usw. untergebracht. Daran an- schließend an eine Wandelhalle vier Klassen mit Ncbenräumen. Im ersten Obergeschoß befinden sich ebenfalls vier Klassen mit einem Hörsaal für Physik, Vorbereitungszimmer und Versammlungsräumen, Konferenz- und Lehrerzimmer usw. Im zweiten Obergeschoß sind weitere vier Klassen angeordnet neben einem Hörsaal für Chemie, Sammlungsraum für Baustofflehre, Zeichen- und Prüfungssaal(Aula) usw. Im dritten Ober- geschoß liegen vier Klassen neben Räumen für Modelle, Modellierarbeiten, Emporen der wunderschönen Aula. Im Untergeschoß sind vereinigt Werkzeug- und Materialienraum, die Modelliersäle und andere. Die architektonische Aus- gestaltung der Baumassen ist äußerst einfach und zweck mäßig, sie sind in allen Teilen bis ins kleinste Detail aus- gearbeitet.' Dadurch wird das Bauwerk selbst zum Lehrgegen- stand der Ausbildung der jungen Baubeflissenen. Sie lernen hier schon durch Anschauung, was andere erst mühsam durch Reisen oder Studien erwerben müssen. Schon die Front mit den Säulen wirkt durch die vornehme Ruhe und den Charakter der Bauart äußerst voteilhaft, noch mehr aber das Innere mit den verschiedenen Bauweisen und der Einrichtung. Die Werksteinverblendung der Fassade macht einen vornehmen Eindruck. Die Höfe zeigen Putz unter Verwendung von Werk- steinen für die Sockel und einzelnen Gliederungen. Schmucke Ziegel- dächer vervollständigen den harmonischen Eindruck, den man sofort gewinnt. Der Baustil erinnert an den besten italienischeil, ist hier aber dem Bedürfnis und dem Klima angepaßt. Besonders wirkungsvoll ist das Ebenmaß und die Reinheit des Baustils in Verbindung mit edler Harmonie und monumentaler Wirkung trotz der Einfachhest der angewandten Mittel. Es zeigt sich auch hier, daß der Meister sich manchmal Beschränkungen auferlegt hat, die aber dem Ganzen keinen Ab- bruch tun. Mit lebhafter Freude wird jeder, der Sinn für ein schönes klassisches Bauwerk hat, die Baugewerkschule zu den hervorragendsten Bauwerken Berlins zählen, um die uns viele beneiden werden._ Die Errichtung der neuen Fleischgrosthalle an der Landsberger Allee beschäftigte am Donnerstag den von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzten Ausschuß. Namentlich die Größe der Fleischhalle, die Zahl der Stände und die innere Ein- richtung der Kühlanlage waren Gegenstand der Beratung. Mit ge- ringer Ausnahme traten sämtliche Mitglieder des Ausschusses für die Vergrößerung der Halle ein. Ein Antrag, die Beleuchtung zum Teil durch Gaslicht auszuführen, wurde abgelehnt: die Anlage wird also nur elektrische Beleuchtung erhalten. Eine rege Debatte ent- stand über die Art der Bebauung. Ausführung in Zemeni-Beton oder Eisenkonstruktion war die Frage. Nach den Erklärungen des BauratS ist der Preisunterschied nur ein ganz minimaler, es wäre aber die Erbauung in Eisenkonstruktion wegen der Belichtung und Einteilung von Standflächen wesentlich vorteilhafter. Für die Kühl- anlage ist die gemischte Bauart vorgesehen. Schließlich wurde ein Antrag, die Zahl der Stände um 120 zu vermehren, einmütig an- genommen.___ Das Opfer eines schwere» Betriebsunfalles wurde am Dienstag bei der Nachtschicht im Blechwalzwerk der A. E. G., Ober-Schöneweide, der in der Slabystraße 1 wohnhafte Arbeiter Hönich. H. war aushilfsweise in dieser Abteilung be- schäftigt und erhielt den Auftrag, die Walzen zu reinigen. Bei dieser Arbeit erfaßten die Walzen den Putzlappen sowie die rechte Hand des Arbeiters, und noch ehe die Walze ausgeschaltet werden konnte, wurden dem Hönich vier Finget abgequetscht. Eigentümlich berührt es, daß die Ueberführung des Schwerverletzten in ein Kranken- Haus erst nach zwei Stunden erfolgte. Ist es schon nicht gut zu heißen, daß die Betriebsleitung einen nur aushilfsweise in der Abteilung beschäftigten Arbeiter mit einer so gefahrvollen Arbeit bettaut, so durfte dieselbe erst recht nicht bei vollem Betrieb der Walzensttatze vorgenommen werden. Be- fremden muß es auch, daß die Direktion des Kabelwerks die Be- Zahlung dieser Arbeit den in der Kolonne beschäftigten Arbeitern auferlegt. Eine Gesellschaft, die Jahr für Jahr ungeheueren Ge- winn aus dem Betriebe herauswirtschaftet, darf unter keinen Ilm- ständen solche Zustände weiter bestehen lasten. Da indessen eine Besserung der Verhältnisse schwerlich von der Leitung des Werkes zu erwarten ist, wäre es dringend notwendig, daß die Gewerbeinspektion den Betrieb einmal eingehend aus seine Sicherheitsvorschriften prüft._ Beide Beine abgefahren. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich auf dem Bahnhof Pankow- Heinersdorf zugetragen. Beim Bau der vieigleisigeit Bahn nach Bernau wurde ein Streckenarbeiter. in dem Augenblick, als er auf ein falsches Gleis zurücktrat, von der Lokomotive eines vorüber- sausenden Eilzuges erfaßt uud überfahren. Die Räder der Maschine gingen ihm über beide Beine hinweg und trennten diese buchstäblich vom Körper. Der Schwerverletzte wurde ins Pankower Krankenhaus eingeliefert. Durch einen anfahrenden Dampfer in den Grund gebohrt. Ein verhängnisvoller Zusammenstoß ereignete sich auf der Havel zwischen einem Schleppdampfer und einem Lastkahn. Der Dampfer.Hoffnung", der sich auf der Fahrt nach Berlin befindet. stieß mit einem entgegenkommenden Schlepper so unglücklich zu- sammen, daß das angefahrene Fahrzeug ein starkes Leck erhielt und in wenigen Minuten sank. Die Bedienungsmannschaft mußte sich schleunigst in Sicherheit bringen. Dir Redaktion der„Zeit am Montag" ersucht uns unter Bezug- nähme auf unsere gestrige Kemizeichnung der Veröffentlichung von Material aus der„Gleichheit" über Fürsorgeerziehung um die Be- kanntgabe, daß sie sich bei der Veröffentlichung auf die Angaben eines alten Mitarbeiters gestützt habe, der der Redaktion einen handschriftlich hergestellten Artikel übermittelte. Wir nehmen von dieser Aeußerung der Redaktion Kenntnis; unsere Feststellungen bleiben bestehen. Vcsörderung Ueberzähliger in Kraftomnibussen. Auch die Kraft- omnibusse dursten bisher.Ueberzählige" befördern, nämlich morgens bis 9 Uhr, abends nach 11 Uhr und bei außergewöhnlichen Anlässen (Unwetter, öffeutlicheit Veranstaltungen usw.). Nachdem diese Frage nun für die Straßenbahnwagen in der Weise gelöst worden ist, daß diese jederzeit eine bestimmte Anzahl Fahrgäste mehr mitnehmen. die danach richtiggestellten Höchstzahlen aber nicht überschreiten dürfen. soll auch für die Kraftommbuffe eine Polizeiverordnung erlassen werden, welche die zulässig- Besetzung in gleicher Weiie einheitlich regelt. Es ist in Aussicht genommen, in den Kraft- omnibuffen drei Ueberzählige zuzulassen und zweien derselben je einen Stehplatz im Innern, dem dritten einen solchen auf der Plattform anzuweisen. Sportpark Treptow. Die Abendrennen am 17. Juni waren fast ausschließlich den Fliegerrennen gewidmet, sie brachten eine erste Begegnung des Meisierfahrers von Frankreich. Hourlier mit S t a b e. dem Meisterfahrer von Deutschland, denen sich Lorenz, S e r g e n t und A m o r t im Endlauf zugesellten. Der Lauf ergab den Sieg des Franzosen Hourlier vor Lorenz, denen Sergeut, Stabe und Amort folgten. Im Handicap konnte sich Stabe pla- cieren. der Kops, Hiepel und Freiwald sicher schlug. MaS Malfahren sah P a w k c als Sieger und im Tandemfahren fuhren Lorenz- Hourlier einen schöne» Sieg heraus. Die Dauerrenncn brachten Hugo Przyrembel einen zweifachen Sieg vor Schulze, der jedesmal kurz hinter dem Sieger landete und Hall, der ganz versagte. Ferieukarten für den Berliner Vorortverkehr werden auch in diesem Jahre während der Sommerschulferien(4. Juli bis 10. August) verausgabt werden und zwar im Berkehr von Berlin. Slblesischer Bahnhof, Görlitzer, Stettiner. Lehrter, Potsdamer Bahnhof. Wannsee- und Potsdamer Riltgbahnhof ferner von den Stationen Charlotten- bürg bis Jannowitzbrücks nach den Vororten, sowie im Verkehr der Vororte untereinander und von Riugbahnstationen nach Bororten. Den Ferienkarten wird der tarifmäßige Preis der Monats- und Monalsnebeitkarten für die betreffende VerkehrSbeziehung�zu Grunde gelegt, zu dem noch ein Zuschlag von 1 M. für jede Stammkarte II. Kläfie und 0,50 M. für jede Stammkarte III. Klaffe kommt.(Bei den Nebenkarten beträgt der Zuschlag 50 bezw. 30 Pfennig). Die Ausgabe der Ferienkarten ersolgt in der Zeit vom 27. Juni bis 27. Juli. Ein schwerer Automobiluufall hat sich vorgestern abend auf der Chaussee zwischen Brandenburg und Werder zugetragen. Der Hofdekorationsmaler Sobotta vom Halleschen Ufer Nr. 23 war mit seiner Gattin und seiner Schwieger- mutier, der 70 Jahre alten Frau Anna Prächtel, der Mutter de» Möbelfabrikanten und Hoflieferanten Prächtel aus der Cornelius- straße 8, in Bad Nauheiin gewesen und kehrte init ihnen in seinem Automobil nach Berlin zurück. Vor Werder wich der Kraftwagen einem Radler aus und flog dabei gegen einen Baum. Während Soboita und der Wagenführer bei dem Anprall unversehrt davon- kamen, wurden seine Gattin und seine Schwiegermutter schwer ver- letzt. Beide mußten nach Potsdam in das Krankenhaus gebracht werden. Dort starb Frau Prächtel schon im Laufe des Abends. Ihre Tochter, Frau Sobotla„ der der Brustkasten so stark eingedrückt wurde, daß sie mehrere Rippenbrüche erlitt, liegt noch schwer danieder, wenn auch unmittelbare Lebensgefahr nicht vorhanden zu fein scheint._ In der Wohnung seiner Braut erschossen hat sich am gestrigen Donncrstagnachmittag der Kaufmann Erich Vahr, Libauer Straße wohnhaft. Der junge Mann war seit einem halben Jahr mit einer Verkäuferin verlobt und wollte in den nächsten Wochen heiraten. Vor einigen Tagen erhielt er von dem Mädchen einen Brief, in dem sie ihm mitteilte, daß sie nicht die seine werden könne und deshalb das Verlöbnis als aufgehoben betrachte. V. versuchte mehrmals seine Braut zu sprechen und erschien gestern in der Wohnung de? Mädchens. Als feine Verlobte ihm jedoch erklärte, daß sie ihren gefaßten Entschluß nicht ändern könne, zog der Kaufmann eigen Revolver und jagte sich einen Schuß in den Mund, der sofott tödlich wirkte. Die Leiche wurde ins SchauhauS gebracht. Eine furchtbare Ueberraschung wurde am gesttigen Donnerstag- nachmittag der Gattin des Kaufmannes Gericke, Trakehner Str. 1 wohnhaft, zuteil. Die junge Frau hatte eine Reise von wenrgen Tagen unternommen und kehrte gestern nach Berlin zurück. Als sie die Korridortür öffnen wollte, entdeckte sie. daß die Tür von innen verschlossen sei. Sie wandte sich deshalb an das nächste Polizei- revier und ließ daS Schloß gewaltsam öffnen. Als die Frau das Schlafzimmer betrat, fand sie ihren Gatten tot auf dem Bette liegen. Ein hinzugerufener Arzt stellte fest, daß der Kaufmann bereits feit mehreren Stuirden verschieden war. Aui dem Tische fand man in einem Glase noch die Reste einer Arseniklösung. Was den Ehemann, der erst seit zwei Monaten verheiratet war, in den Tod getrieben hat, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Aufgefundene Leiche. Am 17. d. Mt«., abends, wurde im Jagen 73 der Tegeler Forst die Leiche eines unbekannten Mannes mit einer Schußwunde im Kopf aufgefunden. Der Tod war erst wenige Slnnden vordem eingetreten. Der nach der Leichenhalle in Berlin-Tegel gebrachte Tote ist zirka 60 Jahre alt, groß, schlank, hat blaue Äugen, graumelierten Schnurr- und Spitzbart und ist be« kleidet iiilt grauschwarzgestreifiem Somnicrjacketlanzug, weißem Strohhut mit schwarzem Band, Guniiiiistehkragen. schwarzweiß- gestreifler breiter Krawalte, Trikothemd mit blauem Einsatz, weißer Trikotunterhoie. grauen strümpken und schwarzen Zugstiefeln. Er halte einen starken Bruch, führte eine braune Picknicktasche und ein weißes mir Monogramm„K. H." gesticktes Taschentilch bei stch. Wahrscheinlich liegt Selbstmord vor. Der abgefeuerte Revolver lag neben ihm. Rekognoszenten wollen sich ber der Tegeler Polizei melden. Schwindler. Ein falscher Arzt, der eS auf Hebammen abgesehen hat, ist in Schöiieberg aufgetreten und wird wahrscheinliib auch anderswo seinen Kniff versuchen. Ein mittelgroßer, etwa 25 biS SO Jaljre aller Mann erichien bei einer Hebamme und bestellte sie zu einer Entbindung. Er nannte sich Dr. Sachs und trat so auf, daß ihm die Hebamme durchaus Glaube» ichenkle. Erst später entdeckte sie. daß der vermeintliche Arzt ein Schwindler war, der sie nur auf- gesuckit hatte, um sie zu brstehlen. Ter falsche Arzt, vor dem hier- mit gewarnt sei,� ist schlank gewacksen, hat dunkles Haar, einen kleinen dunklen Schnurrbart und ein längliches gesundes Geficht, und trug einen graukarierten Jackettanzug und einen schwarzen, steifen Hut. Die� Leiche de» MetalldreherS Richard Reffet aus Lichtenberg. der im Freibad NepiunShain beim Baden erttank, ist gestern in der Nähe des Lokals Neptunshain, bei der Station Oberipree, gelandet worden. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß ein Herzschlag bei R. zum Tode geführt hat. R. hinterläßt seine Frau«tt eure» anderthalbjährigen Knaben. Kleine Nachrichten. Mit 2yfol vergiftet und erhängt hat sich| Tempelhof- Mariendorf. 2. Babetour zum Gorinsee( Tagesraft). Abfahrt 7.33 Stettiner Vorortbahnhof bis Buch. Gäste willkommen. Turnverein Fichte". 10. Männerabteilung. Am Sonntag, 21. Juni, Badepartie nach dem Werljee. Fahrt nach Ertner. Abf. Schles. Bahnhof 6.13, Stralau- Rummelsburg 6.19. Arbeiter- Turnverein Adlershof. Sonntag, den 21. Juni, findet unser 19 jähriges Stiftungsfest unter gütiger Mitwirkung des Berliner Ült- Trio statt. Turnverein Fichte". 17. Abt. Badepartie nach dem Gorinsce. Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde. Sonntag, den der 41 Jahre alte Töpfer Paul Steier aus der Donaustraße 112 zu Die Jugendfektion beteiligt sich an der am Sonnabend, den 8ur Beachtung! Die Abfahrtszeit bei der am 27. Juni stattNeukölln. Steier verlor vor einem Jahre durch den Tod seine Frau, 20. Juni, in den Gofener Bergen stattfindenden Sonnenwendfeier. findenden Nachttour Halbe- Springsee ist 7.15, nicht 7.40, wie im Tourendie ihm eine Tochter von 12 und einen Sohn von 9 Jahren hinter- Abfahrt vom Bahnhof Tempelhof abends 8.40 Uhr bis Eichwalde- plan angegeben. ließ. Seitdem war er niedergeschlagen und lebensüberbrüffig. In Schmödwig. Am Sonntag, den 21. Juni, nach dem Berlfee.( BadeTurner. der letzten Zeit hatte er auch viel unter Arbeitslosigkeit zu leiden. gelegenheit.) Nachdem Fahrt nach dem Arbeitersportfest im TempelGestern morgen verabschiedete er sich von seinen Kindern, als diese hofer Tivoli. zur Schule gingen. Als mittags um 1 Uhr der Knabe aus der Schule nach Hause tam, fand er den Bater tot wieder. Er hatte sich Tegel. an der Klinke der Küchentür erhängt. In seinem Arbeitsteller erMitgliederversammlung. Genosse alfes erstattete den Bericht hängte sich der 42 Jahre alte Tischler Heinrich König aus der von der Verbandsgeneralversammlung von Groß- Berlin, an den Friedelstraße 31 zu Neukölln. Der Mann arbeitete für Geschäfte, sich eine lebhafte Diskussion anschloß. Unter Verschiedenes teilte ging aber wirtschaftlich zurüd, weil er trank. Nachdem ihm seine Genosse Halfes mit, daß in nächster Zeit mit den Borsigwalder Ge- Treff 61 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Frau gestern Borwürfe gemacht hatte, ging er nach seinem Arbeits- nofsen ein Lichtbildervortrag über die russischen Gefängnisgreuel 21. Jumi, findet auf dem Turnplak Trestowallee, Lichtenberger Wasserwert, feller, in dem er öfter seinen Rausch ausschlief, und erhängte sich. veranstaltet wird. Als Delegierte zur Kreisgeneralversammlung ein Sportmeeting statt. Als die Frau ihn auffand, war er schon tot. Er hinterläßt die wurden der Genosse Hinge und die Genoffin Hentschte gewählt. Es werden Wettkämpfe im Distuswerfen, Epeerwerfen, Stab- HochFrau mit zwei Kindern. Ferner wird empfohlen, eine Betition betreffend Höherlegung des fbringen, Kugelstoßen und Werfen, 100- Meter- Vauf, olympische Stafette Bahnkörpers, für den nur zwei Unterführungen vorgesehen sind. zu 1000 Meter u. a. m. zum Austrag gebracht. unterschreiben. Genoffin Welzel macht noch auf den am 22. Juni& onfurrenzen beteiligen, werden um vollzähliges Erscheinen gebeten. EinAlle Vereine, die zum Lichtenberger Sportfest am 5. Juli sich an den stattfindenden Frauenlejeabend aufmerksam, sowie auf die Ferien- tritt 10 Pf. Anfang 2 Uhr. spiele. Diese finden am Dienstag und Freitag nachmittag statt und beginnen am 7. Juli. Treffpunkt: Budde, Ede August- Müllerstraße, um 12 Uhr nachmittags. Briz- Buckow. Vorortnachrichten. Charlottenburg. Ein Skizzierausflug für größere Rinder findet am Sonntag, den 21. Juni statt. Treffpunkt 7 Uhr: Jdealspielplatz. Alt- Glienicke. Die Wahlvereinsversammlung am 16. Juni nahm zunächst den vom Genossen Ohrhof erstatteten Bericht von der Kreisgeneralversammlung entgegen. Bei der Besprechung des Geschäftsberichts wies der Berichterstatter besonders auf die guten Erfahrungen mit der Hauskassierung hin. So erfreulich es sei, daß es auch auf der Kreisgeneralversammlung gelungen sei, die Reorganisationsfrage zu behandeln, so bedauerlich sei die erfolgte Unsere Stellung zur Gemeindepolitik. Ueber dieses Thema Ablehnung der Charlottenburger Reorganisationsvorschläge. Sie referierte in der letzten öffentlichen Versammlung Genosse Architekt sei, wie nachträglich festgestellt wurde, hauptsächlich darauf zurüd Kaufmann. In ausführlicher Weise behandelte der Referent die zuführen, daß die Neuköllner Delegierten schon vor der Kreis- Frage unseres Kommunalprogramms. In der Diskussion bemerkte generalversammlung zusammengekommen waren und sich gegen Genofie Karo, daß die Erfüllung unserer Forderungen leider noch Den Antrag gebunden hatten. Die Charlottenburger Genossen in sehr weiter Ferne liege, weil durch das miserable Wahlrecht zu fordern in ihren Reorganisationsvorschlägen ja, daß den Dele- wenig Arbeitervertreter in die Kommunalvertretungen hineinfämen. gierten zu den einzelnen Korporationen von ihren Auftraggebern Genosse Dürr und Gemeindevertreter Genosse Müde fritisierten die gebundene Mandate erteilt werden, aber eine derartige Bindung Interessenpolitik der bürgerlichen Vertreter in der Gemeindevertretung, der Delegierten nicht durch ihre Auftraggeber sondern unter sich welche besonders auf die Verkehrsverhältnisse einwirke. Mit einem sei entschieden zu mißbilligen. Unangenehm sei auch die Ablehnung furzen Schlußwort des Referenten endete die Versammlung. des Antrages zur preußischen Wahlrechtsfrage empfunden worden. Die Beschlüsse der Kreisgenecalversammlung wurden im übrigen Rosenthal. von dem Berichterstatter begrüßt. Bedauerlich sei, daß mit dem Ausscheiden unseres Vertreters aus der Preßkommission Char Tottenburg zugleich seine Vertretung im Zentralvorstand verloren habe. Dies zeige erneut, wie notwendig die von uns geforderte direkte Vertretung größerer Mitgliedergruppen im Zentralvor stand von Groß- Berlin sei. Genosse Habicht bedauerte, daß Charlottenburg die Vertretung in der Preßkommission verloren habe. Er hätte mehrere Beschwerden über den Vorwärts" vor zutragen. So bringe der Vorwärts" Kunstfritifen in der Regel zu spät. Auch die sonstige Berichterstattung erfolge nicht schnell genug. Genosse Düwell erklärte, daß es oft dem Vorwärts" nicht möglich sei, so schnell wie andere Blätter zu arbeiten, denn er müsse in allen wichtigeren Dingen selbst den Dingen auf den Grund gehen. Pflicht der Genossen sei es, von allen Vorkommniffen den Vorwärts" so schnell wie möglich zu informieren. Darauf erstattete Genosse 3ippel einen eingehenden Bericht über die Verbandsgeneralversammlung. Seiner Ansicht nach sei diese Versammlung die wichtigste feit Bestehen des Verbandes der Wahl. bereine gewesen. Zu begrüßen sei, daß es zu positiven Beschlüssen gekommen sei. Besonders lebhaft wandte sich Genosse Zippel gegen die Art, in der der Genosse Theoder Fischer den Zentralvorstand zu verteidigen suchte. Auch den Ausführungen des Genossen Richard Fischer zur Massenstreiffrage trat er entschieden entgegen. Gegenüber den Ausführungen des Genossen Baumeister warf er die Frage auf, ob uns nicht die vom Genossen Hoffmann zitierten Ausführungen der belgischen Parteiführer denn doch maßgeblicher fein sollten als die Urteile, die der Genosse Baumeister auf seiner belgischen Reise hier und dort gesammelt habe. Jedenfalls sei erfreulich, daß die Verbandsgeneralversammlung fich trok der Genossen Fischer und Baumeister für die Resolution Luxemburg und den Antrag Hoffmann entschieden habe. Es wurden zwei Resolutionen eingebracht. Zunächst eine zur Verbandsgeneralbersammlung, die folgenden Wortlaut hatte: In der letzten gut besuchten Mitgliederversammlung des hiesigen Wahlvereins wurden zunächst drei Neuaufnahmen vollzogen. Alsdann erstattete Genosse Barthold Bericht von der Verbandsgeneralversammlung. Durch lebhafte Zustimmung brachte die Versammlung zum Ausdruck, daß sie im allgemeinen mit der Tätigkeit des Verbandsvorstandes einverstanden sei. Als Mitglied zum Bildungsausschuß wurde an Stelle des ausgeschiedenen Genossen Belz der Genosse Hain gewählt. Unter Verschiedenem wurde die Abhaltung von Ferienspielen gewünscht. Diese Angelegenheit wurde dem Frauenlejeabend überwiesen. Da im legten Zahlabend allgemein gewünscht wurde, die Wahlrechtsfrage zu erörtern, so wird sich die nächste Mitgliederversammlung damit beschäftigen. Mitgeteilt wurde noch, daß die Arbeiter der Firma Bergmann 30 M. für die Jugend gestiftet haben. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Eichwalde. Freitag, den 19. Juni, abends 5, Uhr, im Rathause. Buckow. Freitag, den 19. Juni, abends 7, Uhr, im Gemeindebureau, Dorfstr. 29. Diese Sihungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist, be. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Spiel und Sport. Radfahrer. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität". Mitgliedschaft Berlin Tourenplan zum Sonntag, den 21. juni. 1. Abt. Nam. 1 Uhr: Rangsdorf, Villa Rapp. Start: Bülowftraße 58. 2. Abt. 20. Juni, abends 8 Uhr: Zwiebusch, Berliner Schweiz, Sonnens toendjeier. 21. Juni, 2 Uhr: Pichelswerder( Freund). Start: Fontane Promenade. 3. Abt. 20. Juni, abends 8%, Uhr, nach Gosener Berge, 3wiebusch, zur Sonnenmendjeier' der Arbeiterjugend, Lampiontour. Dieselben find am Start zu haben. 21. Juni, nachmittags 12%, Uhr: Schmödwik( Waldidyl). Start: Laufiger Plaz 12. 5. Abt. Waidmannslust( Schweizerhäuschen), Dianaftr. 26-33. Start: 2 Uhr Weberstr. 17, Boeker. 7. Abt. Müggelschloß. Start: 12 Uhr Schulstr. 29. Die am 16. Juni abgehaltene Mitgliederversammlung des Wahlvereins Charlottenburg begrüßt die von der Verbands generalversammlung zur Maffenstreiffrage gefaßten Beschlüsse." Ferner begründete Genosse Rabenstein eine. Refolution, die sich in scharfer Weise gegen das Tendenzurteil im CharTottenburger Denkmalsprozeß wendet. Solche Urteile wirkten jedoch weniger in der gewünschten Richtung abschredend, erivedten viel 12. Abt. Motorfahrer. Start: 8 Uhr bei Siegel, Große Frankfurter mehr Abscheu vor einer solchen Justiz und neue Empörung über das ganze System der Klassen- und Gewaltherrschaft. Das flag- Straße 30. Nach der Delegiertenwahl Teupi( Tornows Idyl). Reinidendorf. Nach der Delegiertenwahl Streifzüge durch liche Verhalten der liberalen Presse habe in diesem Falle Frohnau. Charlottenburg. Wahl der Delegierten zum Bundestag. Nach auch wieder die traditionelle Feigheit gegenüber reaktionären Gewaltaften gezeigt. Alle Arbeiter und ehrlichen Freunde des Volkes der Delegiertenwahl Waidmannslust, Dianaftr. 26/33( Harting). Start: und der Gerechtigkeit müßten sich in der gemeinsamen Arbeit für 2 Uhr Rojinenstr. 3. Weißenfee. Nach Grabowsee( Peufert, Berliner Allee). Start die sozialdemokratische Organisation und deren Bresse, die schärfsten Waffen gegen jede Art Unterdrückung und Unrecht, zusammen- wird nach der Wahl bekanntgemacht. Neukölln. Nachm. 1 Uhr: Groß- Beeren. Start: Bei Tappert, finden. Steinmetstr. 144. Arbeiter Radfahrer Verein Groß Berlin". Sonnabend, den 20. Juni, abends 8 Uhr, nach Zwiebusch( Berliner Schweiz), Sonnenwendfeier. Anschlußstart Bahnhof Neukölln.( Badegelegenheit). 21. Juni, nach mittags 1 Uhr, 3wiebusch. Anschlußstart Bahnhof Neukölln. Die ausgedehnte Diskussion, an der sich die Genossen Ditt: mann, Kazenstein, Temnik, Düwell, 3empelburg und Stehr beteiligten, drehte sich fast ausschließlich um die Massenstreiffrage. Alle Redmer sprachen fich für die Beschlüsse der Verbandsgeneralversammlung aus. Die Genossen Kabenstein und Düwell machten besonders nachdrücklich auf die wahrscheinlichen Folgen einer Massenstreifattion in Deutschland aufmerksam, die ganz andere sein werden als in fast allen anderen Staaten. Nur wenn wir uns der vollen Tragweite aller unserer Schritte von vornherein bewußt sind, können Enttäuschungen aus bleiben. Genoffe 3ippel sprach in seinen Schlußworten zur Diskussion die Erwartung aus, daß das Bürgertum, besonders die Nationalliberalen, wenn es sehe, daß das Proletariat Ernst mache, sich doch noch besinnen würde, ob es für das Junkertum auch fernerhin die Kastanien aus dem Feuer holen wolle. Der jekt eingeschlagene Weg sei der einzig gangbare, um überhaupt borwärts zu kommen. Die beiden Resolutionen wurden einftimmig angenommen. Ferner wurde beschlossen, zu beantragen, daß über die Sammlungen zum Massenstreiffonds öffentlich im " Vorwärts" quittiert werde. Die Neuwahl eines ersten Schrift: führers ergab die einstimmige Wahl des Genossen Ohlhof. Als zweiter Schriftführer wurde an seine Stelle der Genosse Brummer mit großer Mehrheit gewählt. Eine vorgenommene Sammlung zugunsten des Massenstreiffonds ergab die Summe von 32,20 m. Neukölln. Spielausschuß. Sonntag, 21. Juni: Vormittagsspielpartie nach dem Blänterwalde. Treffpunkt 8 Uhr am Wildenbruchplah( Elfen fteg.) Mittwoch, den 24: Juni: Spielen in Treptow. Treffpunkt nach mittags 2 Uhr, Wildenbruchplay( Elfenfteg). Lichtenberg. Arbeiter: Turnverein Vanfow. Sonnabend, den 20., und Sonntag, den 21. Juni, Bezirks- Turnfest in Bernau. Die Teilnehmer treffen fich Sonnabend, abends 17 Uhr, im Turnlokal bei Ebersbach. Pünktlich 7 Uhr Abmarsch zum Bahnhof Bankow- Schönhausen. Zug 7.17 nach Bernau. Turnzeug nicht vergessen. Arbeiter Turnverein„ Oberspree". Sonntag früh 7 Uhr vont Schloßparf Wilhelminenhof" Abmarsch zur Spielpartie nach Schloß Woltersdorf". Um 9 Uhr vormittags ebenda Abfahrt der Frauen und Kinder mit dem Tourendampfer. Rüdfahrt 10 Uhr abends mit Motorboot. Schwimmer. " Schwimmverein Berlin".( M. d. A.-Sch.-B.). III. Abt. Sonnabend, den 20. Juni, zur Sonnenwendfeier nach Teuvis( Tornows Idyl). Abfahrt vom Görliger Bahnboj 8.40 nach stönigs- Wusterhausen. Schwimmklub„ Vorwärts" Ober- Schöneweide. Jest Uebungs stunden in der I. Gemeinde- Badeanstalt für Männer und Frauen Dienstag und Freitag von 7-9, für den Verein reserviert von 8-9 Uhr; Sonntags m Freibad Adlershof, hinter Neptunshain, von 9 Uhr an. Fußball. Am Sonntag spielen auf dem Plaze von Rüstig- Borwärts in Neutöln, Weigandufer, Ecke Rosseggerstraße: Rüstig- Borwärts I" gegen " Mahlsdorf I" um 5 Uhr; dieselben Vereine II. Mannschaften um 3 Uhr. Veranstaltungen. Diens Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. tag, den 23. Juni, Besichtigung des Botanischen Gartens. Treffpunkt 3 Uhr nachmittags am Eingang des Gartens. Montag, den 30. Juni, Besichtigung des städtischen Schulgartens zu Blankenfelde. Treffpunkt ebenfalls 3 Uhr am Eingang. Jugendveranstaltungen. Neukölln. Am Sonnabend, den 20. Juni, findet für die arbeitende Jugend Groß- Berlins eine Sonnenwendseier in den Gosener Bergen statt. die Treffpunkte der Viertel für die Teilnehmer an der Feier sind: 1. Viertel: Reuterplay, 8 Uhr; 2. Biertel: Am Bahnhof Neukölln, 8 Uhr; 3. Viertel: Am Bahnhof Hermannstraße, 8 Uhr; 4. Viertel: Reuterplay, 8 Uhr. Fahr geld 50 Pf. Für Nachzügler: Restaurant Gärtner am Seddinsee, unmittel bar an den Gosener Bergen. Lichtenberg. Am Sonnabend, den 20. Juni, Sonnenwendseier in den Gosener Bergen. Abfahrt abends 808 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg bis Schmödwig. Umsteigen Grünau. Nüdfahrt: Sonntagvormittag 10 Uhr. Tagespartie weitergehend von den Gofener Bergen nach Störizjee. Rüd fahrt von Eriner. Fahrgeld 75 Pf. Spielpartie nach Schloßpark Friedrichsfelde. Abmarsch: Sonntag nach mittags 2 Uhr vom Jugendheim, Dossestr. 22. Lankwiz. Sonnabend und Sonntag, den 20. und 21. Juni, Sonnens wendjeier in den Gosener Bergen. Treffpunkt: Sonnabendabend 29 Uhr Bahnhof Lankwiz. Nüdfehr: Sonntagabend. Fahrkosten für Jugendliche 50 Bi. Kochproviant mitbringen. Mittwoch, den 24. Juni, abends 7 Uhr: Spiele auf dem Felde hinter der Zietenstraße. Sonntag, den 28. Juni, nachmittags 3 Uhr: Spiele auf dem Felde. Brik Buckow. Sonnabend, den 20. Juni, zur Sonnenwendfeier in den Bosener Bergen. Treffpunkt für die Brizer Jugend abends 7 Uhr: Germaniapromenade, Ede Chausseestraße. Fahrgeld 60 Pf. Deden mitbringen. Auf Wunsch der Teilnehmer findet anschließend eine Wande rung statt. Ber Allgemeine Kranken und Sterbekaffe der Metallarbeiter. ( V. a. G.), Hamburg. Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 20. Juni, abends 8 Uhr, bei Bringmann, Andreasstr. 26, außerordentliche Mitgliederversammlung. Staffenbericht. Wahl der Ortsverwaltung. ſchiedenes. Filiale Berlin 7. Sonntag, den 21. Juni, vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung in Feibels Festjälen, Kolberger Str. 23. Filiale Friedrichshagen. Sonnabend, den 20. Juni, abends 82 Uhr, bei Tinius, Wilhelmnr. 53, Generalversammlung. Neuwahl des Drtsverwaltung. Briefkasten der Redaktion. 1 A. R. 16. Fragen Sie beim Vormundschaftsgericht und bei der Spar tajje an. Im übrigen hat die Armenverwaltung, die die Anstaltskosten dect, einen Anspruch auf das Guthaben selbst, nicht nur auf die Zinsen. Steuer- Lankwik. Wenn es sich um die Veranlagung zur Staatseins fommensteuer handelt, müssen Sie in Neukölln reklamieren. M. G. 10. Klage beim Amtsgericht Wittstod. R. H. 6 Meyerheimstraße. Gegen einen abweisenden Bescheid tann innerhalb 14 Tagen Beschwerde beim VorJ. J. 48. Für ein Kind kann nichts mundschaftsgericht geführt werden. abgezogen werden. R. B. 17. 1. u. 2. Ja, und zwar 10 Monate. Von dieser Wartezeit kann Befreiung durch den Juftizminister bewilligt werden, falls, am besten durch amtsärztliches Attest, glaubhaft gemacht werden kann, Ober- Schöneweide. Sonnabend abend 8 Uhr: Nachttour Gosener daß Schwangerschaft nicht vorliegt. E. D. 6. Nur dann, wenn im LehrBerge( Sonnenwendfeier). Die Genossen ohne Räder schließen sich um vertrag die Zahlungspflicht und der Nachweis der Erhebung des Schul. Sonntag geldes erbracht wird.-.. 100. 1. u. 2. Sie sind zahlungspflichtig. 7 Uhr im Arbeiter- Jugendheim den dortigen Genossen an. vormittag 10 bis nachmittag 4 Uhr: Wahl der Bundesdelegierten bei 3. Der Bersicherungsvertrag für die zehnjährige Dauer ist rechtswirksam. Schißler, Siemensstr. 28. Mittags 1 Uhr: nach Schloß Woltersdorf zur R. G. Tempelhof. Sie können unter Glaubhaftmachung Ihres Eigen Spielpartie des Turnvereins. Unsere Spiele finden jeden Dienstag, tumsrecht Freigabe fordern, eventuell Einstellung beantragen und die abends von 7 Uhr ab, auf dem Plaz neben der evangelischen Kitche statt. Interventionstlage erheben. Der Lieferant könnte jedoch, da Sie mit haftbar sind, Klage gegen Sie erheben. Es empfiehlt sich deshalb die Er Wanderer. Tedigung der Angelegenheit. 2. S. 17. Falls Ihnen im verstrichenen Kalenderjahr durch Arbeitslosigkeit, des Jahresarbeitsverdienstes verlustig gegangen ist, ist das Verlangen der Steuerbehörde berechtigt, andernfalls nicht. A. V. 300. Es muß vermieden werden, daß die darunter Bohnenden durch das Heruntertropfen belästigt werden. Sie müssen beim Vormundschaftsgericht eine Auseinandersehungsbescheini gung beantragen. Die Eintragung des Kindes in das neue Familien D. K. 13. Ja. A. C. 1914. Dhne Ein tanimbuch fann geschehen. F. F. 4. Nein. fichtnahme in den Mietsvertrag nicht zu beantworten. Deutscher Arbeiter- Wanderbund» Die Naturfreunde". Ortsgruppe Berlin. Am Sonnabend, den 20. Juni, findet in Tornows Jdyll, Teupik, unsere Sonnenwendfeier statt. Abfahrt vom Görlizer Bahnhof mit Vor ortzügen 6.40 Uhr und 8.40 Uhr abends, mit Fernzug 7.15 Uhr; ab Königs Wusterhausen nach Topchin& Uhr und 10 Uhr. Teilnehmerfarten find in den Zahlstellen zu haben. Folgende Touren führen ebenfalls zur Sonnenwendfeier: Groß- Besten, Zornows Idyll. Abfahrt Görlizer Bahnhof 3.15 Uhr nachm. Kindertour zur Sonnenwendjeier. Abfahrt Görlizer Bahnhof 3.15 Uhr nachm. Die im Tourenprogramm angesezte Tour Bünsdorf- Tornows Idyll fällt aus. Steglitz und Friedrichshagen- Stopenid. Die Mitglieder beteiligen sich an der Sonnenwendfeier in Leupiz, Tornows Idyll. Ortsgruppe Neukölln: Unsere Ortsgruppe beteiligt sich an der Sonnenwendfeier in Tornoips Jdyll. Billetts find bet Wagner, Edmundstr. 10, und bei Bobm, Weichselftraße 7, zu haben. Die jugendlichen Mitglieder werden ersucht, sich an der für die Groß- Berliner Jugend in den Gosener Bergen stattfindenden Sonnenwendfeier zu beteiligen. Arbeiter Touristenverein Drtsgruppe „ Die Naturfreunde". Köpenid. Sonntag, den 21. Juni: Partie nach Groß- Köris- Teupik Groß- Besten. Treffpunkt Sonnabend: 6.30 Uhr Schloßplak. Abfahrt: 7.02 Uhr Bahnhof Grünau. Partie nach Kaulsdorfer Busch. Treffpunkt: mittags 1 Uhr an der Post. T Arbeiter Touristenverein„ Die Naturfreunde". Ortsgruppe Berlin. Banderungen am Sonntag, den 21. Juni: a) 1. Wiesenburg, Alte Hölle, Brandts Heide, Wiesenburg. Abjahrt Sonnabend abend 6.23 Schles. Bahnh. nach Belzig; b) Sonntag früh Schles. Babny. bis Wiesenburg R. R. 99. Zentralverband der Handlungsgehilfen Bezirk Groß- Berlin Büro: C25, Münzstr.20 Freitag, den 19. Juni, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Musikersälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Tagesordnung: 1. Kassenbericht über das 1. Quartal 1914. 2. Bericht 4.00 2. Hangelsberg, Stienbaum. Treffpunkt Lehrter Stadtbahnhof Sonn vom Verbandstag in Hannover. 3. Diskussion. 4. Wahl abend abend 8.00. 3. Königs Wusterhausen, Väz, Groß- Besten. Abfahrt nach Königs- der fünf ehrenamtlichen Beisitzer Busterhausen Görl. Bahnh. 6.40. In der außerordentlichen Generalversammlung erstattete Genosse Thurm den Bericht von der Verbandsgeneralversammlung. Er schilderte in großen Umrissen den Gang der Verhandlungen und sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß durch die dort angenommenen Anträge eine Belebung des Wahlrechtstampfes eintreten werde. In der Diskussion sprachen sich alle Redner mit Ausnahme eines im Sinne der Groß- Berliner Beschlüsse aus. Die vorgenom mene Abstimmung ergab das Einverständnis der Lichtenberger ParteiFür die am genoffen mit den in Berlin gefaßten Beschlüssen. Sonntag, den 28., und Montag, den 29. Juni, stattfindende Stadt- noch berordnetenerfazwahl für die 2. Abteilung wurde Genosse Friz Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte Berger aufgeftelt. bie Bersammlung das Andenten des am Sonntag verstorbenen GeBen Stadtv. Rösler. zum Hauptvorstand. Am 28. Juni Johannisfeier am hinteren Bäger See. Abfahrten werben 5. Wahl der Vorort- Agitationskommission. 6. Verschiedenes. Arbeiter- Wanderverein Berlin. Sonntag, den 21. Juni: In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung wird zahlbekanntgemacht. 1. Banderfahrt nach Chorinchen- Stloster Chorin- Forst reiche Beteiligung erwartet. Zutritt nur gegen Vorzeigung haus Liepe- Pimpinellen- Berg- Liepe( Schleusenanlagen)-Nieder- Finow. des Mitgliedsbuches gestattet. Wer mit mehr als 3 Beiträgen Sonntagsfarte bis Chorinchen lösen! Abfahrt 5.59 Stettiner Hauptbahnhof. im Rückstande ist, hat kein Recht auf Teilnahme an der Versammlung. Gäste willkommen. 77/ 15* Die Ortsverwaltung. Geffentliche politische Versammlungen. Sechster Wahlkreis. Freitag, den 19. Juni 1914, abends 8% Uhr, in den ,, Germania- Sälen", Chausseestr. 110: Deutscher Metallarheiter- Verband. Todes- Anzeigen Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienftr. 83-85. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Sonnabend, den 20. Juni 1914, nachts 12 Uhr: Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Branchen- Versammlung Paul Schmidt der Kino- Operateure in Witwe Augustins Festsälen, Dranienstr. 108. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Bericht der Kommission. 3. Verschiedenes. Zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 120/11 Oeffentl. politische Versammlung. Deutscher Holzarbeiter Verband 1. Tagesordnung: Ortsverwaltung Berlin. Tischler, Bez. O. III. Montag, den 22. Juni 1914( gleich nach Feierabend): Der neue preußische Minister Mitglieder- Versammlung. des Innern und der Kampf gegen das Koalitionsrecht. 2. Diskussion. Referent: Genoffe Rechtsanwalt Dr. Hugo Heinemann. Arbeiter und Arbeiterinnen! 228/ 12* Erscheint in Massen! 1. Bericht vom Verbandstag. Referent: Kollege Dorn. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. Tischler, Bez. Nordosten. Montag, den 22. Juni 1914, abends 16 Uhr, im Lokal von Boeker, Weberstr. 17: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Berbandsangelegenheiten. Bautischler, Bez. I. Montag, den 22. Juni, abends 16 Uhr, im Lokal'von Raabe, Fichtestr. 29: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Begirtsangelegenheiten. Der Einberufer: Friedr. Stäffler, Pantstr. 65. Laden- und Kontormöbel- Tischler. Schiffseigener Boots- u. Steuerleute, Heizer u. Maschinisten! Sonntag, den 21. Juni 1914, nachmittags 4 Uhr: Große öffentliche Schiffer- Versammlung 199/18 Filialen in den größten Städten Deutschlands im Lokal von Kottke, Berlin, Fischerstraße 25. Tagesordnung: Freie Fahrt. Referent: Reichstagsabgeordneter Georg Davidsohn. Der Einberufer. Richard Herbst, Berlin, Lettestr. 7. Kennst Du das Land, wo dicke Eichen stehn? Hast Du den fleinen Spreewald schon gesehn? Der schönste Ausflugsort im Reiche Jst Mann's' 2aldschloß in Schöneiche. Schöneberg Haupt- Str. 161 am alten Botanischen Garten. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Pg. Montag, den 22. Juni, abends 6 Uhr, im Englischen Hof, Aleranderstr. 27c: Branchen- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag. 2. Branchenangelegenheiten. Die Kollegen aus folgenden Werkstätten sind besonders eingeladen: Fischer u. Co., Elifabethujer; Nahn, Brunnenstraße; Gloglowsky u. Co., Müllerstraße. Küchenmöbel- Tischler. Montag, den 22. Juni, abends 6 Uhr, im Englischen Hof, Aleranderftr. 27c: Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag. 2. Branchenangelegenheiten. Achtung! Bodenleger. Achtung! Sonntag, den 21. Juni 1914, vormittags 9% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 14/15, Saal 1: ( Dunderstr. 7) im Alter von 32 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 20. Juni, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des Elias Kirchhofes in Niederschönhausen- Nordend, Blankenfelder Str. 6, aus statt. = Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Otto Lehmann im Alter von 46 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 19. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Kirchhofes der AuferstehungsGemeinde aus ftatt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Karl Päsler im Alter von 21 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 20. Juni, nachmittags 4, Uhr, von der Kapelle des Gethsemane Kirchhofes in Niederschönhausen Nordend aus Die Ortsverwaltung. statt. 89/5 = Frauen- Sterbekasse d. deutschen Wagenbauer( Berlin, Bezirk 10). Nachruf. Am 15. Juni verstarb unser Mitglied Amalie Kruppa. Ehre ihren Andenken! Dic Beerdigung hat bereits gestern Donnerstag stattgefunden. 257/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen denen, die meinem lieben Mann und Bater die lezte Ehre er wiesen haben, sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. 130 Frau Landowski und Sohn. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unferes lieben Bruders Willi sagen wir allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dant. 143 Geschwister Lepke. 10 Mark Branchen- Versammlung. monatliche Teilzahlung liefert elegante Tagesordnung: Herrengarderobe nach Maß, eigenes 1. Vortrag: Die Entwidelung des Parkettgewerbes und unfere der- Stofflag. Per staffe Breisermäßigung. zeitigen Arbeitsverhältnisse und Bestrebungen für eine bessere Zulunjt". J.Tomporowski, Schneidermſt., Referent: Borsigender des Zentralarbeitsnachweises Rollege Hans Estmann aus München. 2. Diskussion. Sämtliche Kollegen find zu dieser hochwichtigen Versammlung besonders eingeladen. Achtung! Bibliothek. Achtung! Bom Montag, den 15. Juni, ab werden keine Bücher mehr ausgegeben. Bis zum 30. Juni müssen alle noch ausstehenden 89/4 Bücher wegen Inventur eingeliefert fein. Die Ortsverwaltung. Schuhhaus Neptun Marke Neptun Heute Freitag vorm. 9 Uhr: Eröffnung! Einheits- Preis: Für Damen- u. Herren- Stiefel in schwarz, braun und Lackleder. Berg- Stiefel und Promenaden- Schuhe Jedes Paar ohne Ausnahme Zur Eröffnung Freitag bis Dienstag erhält jeder Käufer beim Einkauf eines Paares Herren oder Damenstiefel 50 jest SW 47, Dreibundstr. 47, an der Belleallianceftr. u. Tempelhofer Feld. Auf Wunsch tomme sos. mit Muster. teppdecken größte Auswahl, billigit; auch Aufarbeiten alter Steppdecken. Bernhard Strohmandel.* Fabril Berlin, Wallstr. 72. Schöneberg Haupt- Str. 161 am alten Botanischen Garten. Heute Freitag vorm. 9 Uhr: Eröffnung! 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Rachmann aber erhielten Lieferungsverträge, ohne daß die Firma wies, stets um Pferde gehandelt, die sich für Maschinengegen den Vorwärts" wegen der Artikel über den Ostman sich vorher an Besizer gewendet hatte. Sachverstän gewehre eigneten. Dem preußischen Pferdehandel". An die Vorgänge, die zu diger: Weil es im vorigen Jahre von vornherein unwahrscheinlich Gutsbesizer August Speer I aus Jentkutkampen jenen im Herbst vorigen Jahres veröffentlichten Artikeln den Anlaß war, von Befizern bei der Geringwertigkeit des Materials die nötige wurden vom Major drei schon numerierte Pferde wieder zurüdgebildet haben, erinnerten wir bereits in unserer Donnerstagnummer Bahl Pferde zusammen zu bekommen. gewiesen, wovon dann Sandelowski u. Rachmann zwei ankauften. in einer zusammenfassenden Darstellung. Auf Antrag der Verteidiger wird sodann als Sachverständiger Er glaubt, daß wohl auch diese nachher dem Major wieder vorDie drei„ Vorwärts"-Redakteure Genossen Leid, Wermuth, der Gutsbesitzer Hofer aus Pleinlauten vernommen. Gegen die Be- geführt wurden, doch hat er sie nicht wieder gesehen. v. Rundstedt Wielepp, die für die betreffenden Nummern verantwortlich ge- hauptung, auf Remontemärkten wurde zunächst bei Besizern und hält das nicht für wahrscheinlich. Er würde sie, meinte er, bestimmt zeichnet hatten, find angeklagt der Beleidigung des Majors dann erst bei Händlern gekauft, führt er an, daß die Pferde unter wieder erkannt haben, wie das Pferd in Stallupönen, und diese von Rundstedt, damaligen Vorsitzenden der Remontekommission Aufsicht der Gendarmen der Reihe nach aufgestellt werden wie sie wären dann wieder rausgeflogen". Rechtsanw. Ha a se stellt feft, in Königsberg. Die Anklage, vertreten durch Staatsanwaltschaftsrat eintreffen, und dann in der Reihenfolge vorgeführt werden. Nach daß das eine dieser zurückgewiesenen Pferde fünfmal prämiiert Töpfer, sieht in den Artikeln den Vorwurf, daß bei den Pferde- einem öffentlichen Markt noch einen privaten Markt, wie es für worden war. Vielleicht habe es zur Zeit des Remontenmarktes musterungen der Major von Rundstedt ihm vorgeführte Pferde aus Sandelowski u. Rachmann geschehen sei, anzusetzen, müsse gelahmt, wendet v. Rundstedt ein. Zeuge verneint bas. anderen als fachlichen Gründen vom Ankauf zurückgewiesen und mit größtes Aufsehen Kaufmann Dörfer aus Pillfallen hat ein Pferd vorgestellt, der Verweisung von Pferdebefizern an die Händlerfirma das ein bißchen start gefüttert war. Der Major hat ihm gefagt, die Sandelowski und Rachmann in Königsberg sich per dicke Sau" fönliche Vorteile zu schaffen gesucht habe. Die Angeklagten haben durch ihre Verteidiger, Rechtsanwalt Hugo Haase und Rechtsanwalt Hugo Heinemann, für die in den Artikeln behaupteten Tatsachen einen umfangreichen Wahrheitsbeweis angetreten. Geladen sind über 30 Zeugen, zumeist ostpreußische Gutsbefizer, die bei jenen Remonteantäufen ihre Pferde vorgestellt hatten, auch die Pferdehändler Sandelowski und Rachmann, sowie der Getreide: einfäufer Eigner, dessen durch den„ Ostpreußischen Grenzboten" in Stallupönen veröffentlichtes„ Gingesandt" über die Remonteantäufe im Vorwärts" wiedergegeben und besprochen worden war. Sachverständige find anwesend für die Staatsanwaltschaft der Oberst leutnant von Brösigte und der Rittmeister von Roten han, für die Verteidigung der Landtagsabgeordnete Gutsbesizer ofer. Neben den militärischen Sachverständigen sigen einige Beamte des Kriegsministeriums mit Aftenmaterial. Für die Verhandlung find zwei bis drei Tage in Aussicht genommen. 11 Die Angeklagten lehnen bei ihrer Bernehmung Als die Angabe der Verfasser der zur Auflage stehenden Artikel ab und erklären, daß fie die preßgefeßliche Verantwortung für die Artikel übernehmen. Sie bestreiten aber entschieden, durch die Veröffentlichung sich strafbar gemacht zu haben. Die von der Anklage aus den nachweisbaren tatsächlichen Angaben der Artikel gezogenen Schlüsse sind in den Artikeln nicht zum Ausdrud gebracht. Wermuth, unter dessen Verantwortung der erste Artikel erfchien, weist darauf hin, daß Eigners„ Eingejandt" in einer Zeitung gestanden hat, die amtliches Organ das ins für die Maschinengewehre bestimmt, schon von den Besitzern zuerregen und entspreche nicht der Uebung, daß Paare von Pferden sammengestellt und vorgeführt werden, hält dieser Sachverständige folle er nur in das Wasser oder in die Dunggrube für sehr wohl möglich.- R.-A. Heinemann hebt hervor, daß werfen. von Rundstedt erklärt, hiermit habe er sagen wollen, im auch Paare, die von Sandelowski u. Rachmann vorgeführt wurden, Interesse der Zucht wäre es besser, man schmisse dieses Pferd nicht bereits eingefahren, sondern soeben erst zusammengestellt ge zu schwer und als Militärpferd nicht zu gebrauchen war wesen seien. Sachverständiger b. Rotenhan vermag auf Wasser. Gutsbesiger Berg aus Selgeningken bei Neukirch schildert, Anfragen kaum klare Auskunft darüber zu geben, ob solche Pferdepaare gekauft werden sollen oder nicht. Der Händler braucht nicht wie es einem Namensbetter von ihm ergangen ist. Der Major habe zu sagen, wo er die Pferde her habe. Seien sie bei der Vorführung ihm ein Pferd zurückgewiesen: geeignet befunden, so taufe man sie. R.-A. Heinemann: ,, Das kann ich nicht gebrauchen. Aber ich werde Ihnen was sagen: Die Heeresverwaltung hält sich da lediglich an die Autorität des Wie fand man raus, ob sie geeignet sind? Sachverständiger:" Sie können es an Sandelowski und Rachmann verkaufen". ,, Das ist mein Ernst", Borjizenden der Kommission, das war der Herr Major v. Rundstedt. Nach einer kurzen Mittagspause wird der Herr Major v. Rundstedt habe der Major hinzugefügt, ,, fagen Sie nur, ich habe Sie geschickt". von Rundstedt bestätigt, daß er dieses Pferd und zwar als erstes an die Firma gewiesen hat. Ich kann", habe er gefagt, fo ein Pferd nicht gebrauchen, aber die Firma braucht MaschinengewehrPferde". ist. Aus Darlehmen sei damals dem„ Vorwärts" gemeldet worden, geschlossen, in den ich eintrat. ich nicht auskommen würde, gab ich Mehrlieferung in Ausdruck dicke Sau" zeige, der gewiß nicht ermutigen könne. Zeuge in R.-A. Heineals Zeuge vernommen. Er tritt in Zivilkleidung an den Zeugentisch heran und gibt auf Anfragen an, daß er inzwischen seinen Abschied genommen hat. Vorsigender: Es wird Ihnen in den Pferde den Händlern, die sie sofort auftauften, hinterher abkauften, Artikeln vorgeworfen, daß Sie die von Ihnen zurückgewiesenen Getreideeinkäufer Eigner aus Pillfallen, Angeindem Sie jetzt von Ihren Anforderungen an die Brauchbarkeit der ſtellter der Händlerfirma Werthmann, bekennt sich als Verfaſſer Pferde nachließen. Für diese Bevorzugung der Firma Sandelowski des auch mit feinem Namen unterzeichnete Gingesandt" im 11. Rachmann sollen Sie nun Ihre Vorteile bezogen haben." Ostdeutschen Grenzboten", das der Vorwärts" im ersten Artikel 3euge von Rundstedt: Ich wurde zum Vorsitzenden wiedergegeben hat. Schon zur Zeit des früheren Vorsitzenden der der Kommission erst kurz vor Abhaltung der Märkte ernannt. Im Remontefommission, des Oberstleutnants von Saad, hat er gegen voraus waren Abmachungen mit den Händlern getroffen worden. das Verfahren bei Remonteantäufen auftreten wollen. Ein Bes Nicht ich traf sic. Mit Sandelowski und Rachmann hatte bereits fiber hätte niemals etwas dagegen unternehmen dürfen, ohne sich mißliebig zu machen, darum habe mein Vorgänger einen Lieferungsvertrag er selber es getan. Der Major habe Besizer und Händler nicht Als ich später sah, daß mit demselben Maß gemessen. Besizer habe er verhöhnt, wie der daß Major v. Rundstedt und auch sein Vorgänger im Amt des An Auftrag. Sandelowski und Rachmann hatte ich fein erwähnt auch, daß in Stallupönen der Ausdruck gefallen set: Bräses der Remontekommission Vorteile von der Pferdehändlerfirma erhalten und sie bevorzugt hätten. Von einer Veröffentlichung dieser ihnen hätte haben sollen. Den Ankauf von Maschinengewehr- Pferden Polonäse. Intereffe. Ich wüßte nicht, was für ein Interesse ich an" Laffen Sie die Pferde zu zweien vorführen, dann haben mir Angaben sei abgesehen worden, weil es schien, daß ein schlüssiger hatte ich nicht voll, mir fehlten noch etwa 50. Vors.: Warum soll man bei solchen Geschäften Sandelowski und nicht auch einen fleinen Scherz machen? 3euge: Das Beweis dafür nicht zu erbringen war. Die Wiedergabe des„ EinVors.: An solche Geschäfte gesandte" und die daran geknüpften Betrachtungen seien aus der Rachmann hatten gut geliefert, andere miserabel, da trug ich der Pferdegeschäft ist aber zu ernst. Am Tisch der Kenntnis jener unveröffentlichen Mitteilungen zu erklären. Leid Firma die Nachlieferung auf. Die Verweisung von Befizern an schließt sich ja meist sogar ein kleines Volksfest an. hebt hervor, daß mit dem unter seiner Verantwortung veröffentlichten diese Firma erklärt sich daraus, daß die Zugpferde nur paarweise militärischen Sachverständigen sind die Aussagen dieses Zeugen Gedicht und Bild eine dem Major vorzuwerfende unzulässige gekauft werden konnten. Ich sagte dann wohl:„ Haben Sie einen mit zunehmender Heiterfeit begleitet worden. mann bereitet ihr ein jähes Ende, indem er sich an den VorEmpfehlung einer bestimmten Firma gekennzeichnet werden sollte. Passer? Nein? Dann, bitte, tun Sie mir den Gefallen Sandelowski und Rachmann haben sigenden des Gerichts wendet Wenn die Herren Sachverständigen Auch die gleichfalls zur Anklage stehende Erwähnung in einem Ihrem eigenen Interesse " Wochenfilm" habe diesen Zweck gehabt. Wiele pp ist beraber das tat ich doch nur im Interesse der Leute, bei jeder Aussage lachen, dann muß ich sie für befangen erachten Auftrag, Pferde zu besorgen bitte wenden Sie sich dorthin." die Verhandlung ebenfalls als ein kleines Volkfest betrachten und antwortlich für eine Nummer, in der des Majors Name bekannt nicht der Firma. Die Abmachungen mit ihr hatte mein Vor- und sie als Sachverständige ablehnen." Zeuge Eigner gegeben und an ihn unter anderen Fragen die als besonders brenzlich bezeichnete gerichtet wurde, ob ein Pferd von ihm bei der gänger, der Oberstleutnant v. Haad, getroffen. Borsigender: spricht in seiner weiteren Bernehmung die Ansicht aus, daß die Ist es öfter auf öffentlichen Märkten vorgekommen, daß Sie sagten, Besizer die paarweise zusammenstellung von Händlerfirma in Pflege sei. ein Pferd scheine Ihnen für die Maschinengewehr- Abteilung geeignet maschinengewehrpferden sehr wohl selber zu sein? 3euge: Ja, öfter! Bis die Artikel erschienen! hätten besorgen fönnen und dann den Verdienst in die Da sagte ich, ich werde mich den Teufel noch darum scheren, daß sie eigene Tasche hätten steden dürfen. Mitgeteilt sei ihm von berwerden zunächst die militärischen Sachverständigen über das Ver- ihre Pferde los werden. Wenn ich gesagt hatte, man solle sich an schiedenen Personen, daß sie einige vorher zurückgewiesene, dann fahren bei der Remontenaushebung gehört. Oberstleutnant v. Brö- Händler wenden, so waren es nur Maschinengewehr- Pferde. an die Händler verkaufte Pferde unter den an die Remonte figte schildert in ausführlichen Darlegungen die Pragis der Ankäufe. Bors.: Sie sollen tommission weiterverkauften Pferden wiedererkannt zu haben Im vorigen Jahre handelte es sich um außerordentliche Anfäufe für zurückgewiesene, an Händler verkaufte Pferde von diesen gekauft glaubten. Des Majors Beziehungen zur Firma seien recht nahe die Heeresverstärkung, da mußte ein sehr erheblicher Bedarf in sehr haben, indem Sie die Ansprüche herabsegten.- 3euge: Wiffent- gewesen. Er habe fast ständig in dem Geschäft verkehrt.- R.-A. furzer Zeit herangeschafft werden. Den Verdacht, daß Händler von Vorfizenden der Remonte kommissionen schon vorher Winte erhalten lich kann das nicht geschehen sein. Das Einkaufsgeschäft zog sich a ase hält es für möglich, daß ein Teil der Mitteilungen und hätten, hält Zeuge für hinfällig. Wenn eine Heeresverstärkung be- ja acht Monate hin. Wenn die abgetriebenen Pferde von Händlern Gerüchte über Mißbräuche bei den Remonteanfäufen sich nicht auf vorsteht, wisse ohnedies jeder Händler, daß Pferde gebraucht werden. herausgefüttert und frisiert waren, fann ich mich unter Umständen Major von Rundstedt, sondern auf seinen Vorgänger, Oberstleutgeirrt haben. In der Remontekonmission habe der Vorsitzende die Verantwortung. Ihnen zurückgewiesen waren, am Nachmittag dem Händler, der sie Vors. Sie sollen Pferde, die am Vormittag von nant von Haack, beziehen. Es bleibe dann, daß Mißbräuche festgestellt, Selbstverständlich würden zunächst die Pferde von Besitzern, dann erst die von Händlern vorgeführt, wobei entweder sofortige das soll mir doch erst von Fall zu Fall bewiesen werden. Da ist müßten. inzwischen aufgekauft hatte, abgenommen haben. 3euge: Ja, feien, wenn auch die Angeklagten die Verwechselung bedauern Zeuge Gigner erwähnt hierzu ein Gerücht, daß Ablehnung oder bei anscheinender Brauchbarkeit vorläufige Nume der eine Fall mit dem Pferd in Stallupönen. Das Pferd von Simon, von Haad ein paar Pferde gratis erhalten habe, zwei jährlich, eins rierung erfolge, die aber noch nicht endgültige Annahme bedeute. Der Rappe, wurde auf den Hof gebracht. Ich wußte nicht, daß für seinen Sohn. Maschinengewehr- Pferde würden mit besonderer Vorsicht gekauft, Rachmann es gelauft hatte. Als ich ihn fragte: Ist das nicht der weil sie für Infanterie bestimmt sind und daher sicher ein- Rappe von heute früh?" sagte er:" Ja!", ch nahm jetzt das gefahren sein müssen. Diese Pferde müsse man borher Pferd für die Artillerie und sagte ihm:" Sie dürfen nicht daran eine Zeitlang paarweise probiert haben, die Kommission berdienen." Vors. Sie sollen In der Beweisaufnahme könne die Zusammenstellung zu Paaren nicht erst besorgen. Es sei durchaus zu verstehen, wenn Major v. Rundstedt bei werden? M い Vorteile Oberleutnant von 3ibewis bestätigt von Rundstedts Angaben über die Zusammenstellung der MaschinengewehrPferde und über die Verweisung der Besizer an die Händler. Dieser Zeuge ist es, der über einen Rappen des Gutsbesizers Simon aus Drusken gesagt hat, den könne man nicht kaufen. Nachher habe von Rundstedt das bedauert und erst auf Anweisung zu Mehrkäufen habe er auch dieses Pferd noch gekauft. nommen und äußert sich über die Qualität der Pferde, die einer Rittmeister von Rotenban wird noch als Zeuge vervon ihm geführten Eskadron zugewiesen worden waren und größtenteils aus den Ankäufen der von Rundstedtschen Kommission herrührten. In einem 14tägigen Manöver habe er gefunden, daß diese Pferde meist sehr dürftig waren und wie Droschkengäule alles Ankäufen von Maschinengewehr- Pferden einzelne Tiere abgelehnt davon gehabt haben, daß Sie Hand in Hand" arbeiteten. und die Besizer an die Händlerfirma gewiesen Beuge: Da möchte ich bitten, daß die Herren mir das beweisen. mit sich geschehen ließen. Bezüglich seiner Ansprüche sei da Major habe, die dann die Zusammenstellung vornehmen werde. Daß ein Mir ist davon nichts bekannt. Ich habe auch für mich fein Pferd von Rundstedt entschieden an die unterste Grenze gegangen" zurückgewiesenes Pferd nachher wie in dem vom Vorwärts" unter Preis gekauft. Wenn mir eins zu billig schien, habe ich das aus berechtigtem Wohlwollen gegenüber den Züchtern", fügte hinzu. Vors.: Konnten die Pferde nicht von wiedergegebenen Fall doch noch angekauft wird, sei möglich. der Firma gefagt. 3euge gibt auf Befragen an, daß er ein Zeuge Zeuge: Das weiß ich Das könne z. B. geschehen, wenn plötzlich Order komme, so und so Pferd bei der Firma in Pflege hatte, wofür er zahlte. Sandelowski und Rachmann sein? biel Pferde mehr zu kaufen. R. A. Haase: Sind nicht die Ueber Pferde, die andere bei der Firma laufen wollten, habe er sich nicht. Im allgemeinen ist das Material von Händlern wesentlich Borsigenden der Remontekommissionen augewiesen, in erster Linie auf Wunsch geäußert. Provision habe er dafür nicht erhalten. Die besser. Es ist anzunehmen, daß die dürftigen Pferde in erster von Besitzern zu kaufen, damit diese für ihre Mühen belohnt Einstellung des Pferdes bei der Firma sei übrigens auf Rat seines Linie von den Besizern famen. Sachverständiger: Es ist langjähriger und fest- Remonteinspekteurs erfolgt, weil dort die einzige Möglichkeit, ein stehender Brauch, daß man selbstverständlich immer versucht, mög- Pferd gut unterzubringen, gewesen sei. Auf eine Frage des lichst freihändig von Besitzern zu kaufen. Es war aber wohl von R.-A. Haase gibt Zeuge an, er habe wohl 25 M. pro Monat gezahlt, vornherein flar, daß diesmal bei dem großen Bedarf das nicht die Ration dazu geliefert und dem Personal Trinkgelder gegeben. möglich sein würde. Daher war es nicht verwerflich, wenn der Staatsanwaltschaftsrat Töpfer: Also Sie sind Geber R. A. Haafe: gewesen und nicht Nehmer. Vorsitzende frühzeitig von Händlern kaufte. R.-A. Haase bittet um Auskunft über Müssen nicht die Händler ihre Pferde ebenfalls auf öffentlichen die Preise der Märkten vorstellen? Sachverständiger: Es ist eine Kulanz eigenen Pferde, die Zeuge bei der Firma gekauft hat. gegen die Besizer, wenn der Vorsitzende erst sie abfertigt und sie nicht noch warten läßt, bis er auch die Pferde der Händler gesehen Preise von vierzehn Pferden, auf die er sich besinnen kann. Zeuge nennt für die Zeit vom April 1910 bis Oktober 1913 die hat. Wenn er die Händlerpferde etwa auf besonderem Platz be- taatsanwaltschaftsrat Töpfer: Haben Sie vielleicht fichtigt, so geschieht das nicht zum Zwed einer Verheimlichung. Rabatt bekommen?- 3euge: Niemals. Ich habe stets bar beSachverständiger Rittmeister v. Rotenhan, der im Kriegs- zahlt und stellenweise sogar mehr bezahlt, als gefordert wurde. ministerium Referent für Remontierungsangelegenheiten ist, äußerte R.-U. Haase: Sie hatten also die Empfindung, daß die Firma die fich über die Maßnahmen der Heeresverwaltung bei Anläufen. Im Pferde billiger geben wollte? 3euge: Jawohl. R.-A. borigen Jahre seien wegen des großen Bedarfs Haase; Können Sie uns sagen, wie vorteilhaft Sie Ihre Pferde Lieferungsverträge mit Auffäufern verkauften? 3euge: Daß ich beim Verkauf von Pferden einen geschlossen worden, denen man auch Privatmärkte zugefleinen entsprechenden Verdienst hatte, das bin ich, folange ich Soldat billigt habe, und das sei auch gegenüber Sandelowski u. Rach bin, nicht anders gewöhnt gewesen. Solange ich Soldat war, mann geschehen. In diesem Jahre sei man ohne solche Lieferungs- werde ich berträge ausgekommen und habe auch auf Privatmärkte verzichten 20 bis 30 000 Mark an Pferden verdient fönnen. Maschinengewehr- Pferde könne man, da fie paarweise zu haben. Mit dieser Feststellung schließt die Vernehmung des Zeugen sammengestellt werden müssen, nur von Händlern kaufen. Major Major a. D. v. Rundstedt. b. Rundstedt, der geeignete Pferde dieser Art auf dem Markt sah, Es folgt die Vernehmung von mehreren auf Antrag der Verfagte den Besitzern in ihrem eigenen Interesse, sie möchten zu der teidigung geladenen Zeugen, die über die v. Rundstedtschen RemonteHändlerfirma geben. R.-A. Haase sucht festzustellen, wie weit die Berücksichtigung der Händler geht. Der Sachverständige kann anläufe zum Teil aus eigener Erfahrung berichten können. Zu Gutsbesiger Saustat aus Martingten hat Major darüber, wieviel Pferde den Händlern und wieviel den Züchtern ab- v. Rundstedt bezüglich eines solchen Pferdes gesagt: gekauft wurden, feine bestimmiten Angaben machen. Auch um wie,, Solche Pferde faufe ich nicht, solche fauft der Rachmann! biel besser die Pferde der Händler bezahlt wurden, vermag er nicht beftimmt anzugeben. Es lägen zuverlässige statistische Rachmann kaufte dann auch dieses Pferd; daß es für Maschinen. gaben nicht vor.-R.-A. Heinemann: Man greift gewehre paßte, wurde Zeugen Saustat nicht gesagt. Zeuge v. Rumb " Die Aussage des kommissarisch vernommenen Gutsbesizers Simon aus Drusken bei Stallupönen wird verlesen. Simon hatte einen durch Schußstern und weiße Fesseln auffallenden Rappwallach dem Major vorgeführt und nach Zurückweisung an Rachmann für 1000 m. verfauft. Von diesem kaufte dann der Vorsitzende der Remontefommission dasselbe Pferd, das er doch sofort habe wieders unter diesen Umständen sollte der Major lieber Ferkel als Pferde erkennen müssen, für 1400 M. Simon äußerte ärgerlich Taufen. Die Zusammstellung von Pferdepaaren hätten die Besizer noch auf dem Markte selber machen können. Ueber das Verfahren der Kommission habe allgemeine Entrüstung geherrscht. 3euge von Rundstedt erklärt hierzu, er habe das Pferd sofort erkannt und es nachträglich getauft, weil er inzwischen Auftrag auf Mehrkauf von Artilleriepferden erhalten hatte. Nicht Sandelowski und Rachmann hätten es ihm angeboten, sondern er habe es bei ihnen bemerkt. Rachmann habe, als er ihm sagte, er dürfe daran nichts verdienen, 1200 M. als gezahlten Breis genannt und den habe auch er dann gezahlt. Er habe Rachmann noch gesagt: überlegen Sie es sich, es fommt zum Schwören. Rachmann habe darauf den Preis wiederholt. 3euge von 3izewiß: Ja. wohl, 1200 m. jagte mir Major von Rundstedt. Zeuge von Rundstedt: Pardon, ich irre mich ich sehe hier in meinen Notizen 1150 M. Hiernach wurde die weitere Berhandlung auf Freitag berjag /lus öer Partei. Kommunalwahlen. Bei der Stadtverordnetenwahl in D o m m i tz s ch, einen, kleinen Landstädtchen in der dunkelsten Ecke des agrarischen Kreises Torgau, wurde trotz Uerzlveifelter Anstrengungen der Gegner unser Genosse Töpfer Heinitz mit 102 gegen 84 gegnerische Stimmen gewählt. Bei den Bllrgerausschuszwahlen in Pforzheim i. B. ent- fielen in der dritten Wählerklasse auf unsere Genossen 2699 Stimmen (535 Stimmen mehr als bei der letzten Wahl im Jahre 1911). Die vereinigten Gegner, nämlich der liberal-zentrümliche Mischmasch, brachte es auf 1311 Stinimen. Die Sozialdemokraten erhielten elf Sitze, die Gegner fünf.__ Aus den Organisatloncn. Im dritten wei in arischen Reichstags Wahlkreis (Jena-Neustadt) stieg im verflossenen Geschäftsjahr die Mitglieder- zahl von 3755 auf 4725, darunter befinden sich 646 weibliche, gegen 510 im Vorjahre. In 23 Orten bestehen Ortsgruppen und die Mit- glieder verteilen sich auf 65 Orte. Der Kreis selbst setzt sich aus 12 Städten und 324 Dörfern zusammen. Abgehalten wurden 233 Mitglieder-, 17 Frauen-, 3 öffentliche Frauen- und 48 öffentliche Versammlungen. An Flugschriften wurden verbreitet 49 000 Flug- blätter. 15 000 Agitationskalender und rund 24 000 Agitations- exemplare der»Wcimarischen Volkszeitung". Die Zahl der Gemeinde- Vertreter ging trotz erhöhter Stimmenzahlcn infolge des Zu- sammenschlusses aller Gegner von 33 auf 20 zurück. Auf Grund des bestehenden weimarischen Gemeindewahlgesetzes ist in den länd- lichen Orten auf Erfolge so gut wie gar nicht mehr zu rechnen, da das bestehende Pluralwahlsystem die Stimmen der Besitzenden bis ins unendliche steigert. Die Einnahnien beliefen sich mit den, Kassen- bestand vom Vorjahre in Höhe von 2957,18 M. auf 17 622,70 M,; dem stand eine Ausgabe von 12 572,65 M. gegenüber. Im Kreise bestehen acht Jugend- und fünf Bildungsausschüsie. Die Kreis- generalversammlung beschloß, dem Kreisbildungsausschuß 150 M. zur Verfügung zu stellen; dem Jugendagitationsbezirk Thüringen wurden 200 M. bewilligt. Ferner wurden dem ausgewiesenen.Ge- nossen Dörfler 50 M. persönliche Unterstützung gewährt. Die Inserate im Agitationskalender sollen von jetzt an nach und nach entfernt werden. Zu den im Jahre 1915 stattfindenden Landtags- Wahlen wurden die Kandidaten für alle Kreise nominiert. polizeiliches, Gerichtliches usw. Ein BildungSauSschiiß ist kein politischer Verein! Zu dieser Feststellung haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Schlesien fünf Gerichtshöfe bemüht. Wegen einer Jugend- feier des Striegauer Bildungsausschusses war Genosse Daubentbaler unter Anklage gestellt worden, da er als Vorsitzender eines„poli- tischen Vereins" Jugendliche unter 18 Jahren zur Teilnahme zu- gelassen hatte. Das Schöffengericht in Striegau erkannte auf Freisprechung, die Strafkammer in Schweidnitz ebenso, daS Oberlandesgericht wies die Sache zur nochmaligen Ver- Handlung an die Schweidnitzer Strafkammer zurück. Diese erkannte wieder auf Freisprechung und der Staatsanwalt legte wieder Revision ein. Aber der Oberstaatsanwalt beantragte jetzt selbst Verwerfung der Revision und das O b e r l a n d e s g e ri ch t erkannte auf Frei- sprechung, da der Bildungsausschuß kein„selbständiger Verein" sei. Um das festzustellen, braucht man in Preußen fünf Gerichtshöfe mit den üblichen Kosten— aus der Staatskasse, d. h. aus den Taschen der Steuerzahler! Boykottzettelvertcilen— grober Unfug. Vom Bremer Gewerk- schaftSkarlell wurde im September v. I. über einen Schlächtermeister der Boykott verhängt, weil er die mit der Gesellenorganisation getroffenen Tarifvereinbarungen brach. In Flugblättern und Notizen der„Bremer Bürgerzeitung" wurde da« Publikum auf den Boykott aufmerksam gemacht mit dem Erfolg, daß der Schlächtermeister nach- gab und sich vor dem Gewerbegericht einigte. Der Boykott wurde aufgehoben. Der Staatsanwalt zeigte erhöhtes Interesse an der Sache und erhob Anklage wegen Nötigung gegen den verantwortlichen Redakteur der„Bremer Bürgerzeitung", ferner gegen den Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells, sowie den Geschäftsführer und den stell- vertretenden Faktor der Parteidruckerei. Vor der Bremer Straf- kaminer ließ der Staatsanwalt die Anklage ivegen Nötigung fallen. Die Angeklagten wurden freigesprochen. Für die Ver- teilung von Boykott zetteln wurden mehrere andere An- geklagte wegen groben Unfugs zu je 25 M. Geldstrafe ver« urteilt.___ Ei» Preßsündcr. Wegen formaler Beleidigung wurde Genosse G e i t h n e r, der verantwortliche Redakteur unseres Gothaer Parteiblattes, vom Schöffengericht zu 400 M. Geldstrafe oder 80 Tagen Gefängnis verurteilt. Das„Gothaer Volksblatt" hatte Briefe veröffentlicht, die kürzlich Woltershäuser Arbeiter, die zum„freiwilligen" Beitritt in den gelben Verein der Thüringer Schlauchwcberei veranlaßt worden waren, an ihre Gewerkschaft geschrieben halten. Hierdurch fühlten sich die Fabrikanten beleidigt und sie hatten beim Gericht Erfolg. Gegen das Urteil wird Berufung eingelegt. �ugenöbewegung. Ei» cchtdcutschcr Pfadfindcrhäuptling, der den rechten Pfad verloren zu haben scheint, ist der Direktor der großen Zinnwalzwerke Ohler Erben in Breslau, deren Aktien in diesen Tagen einen Sturz um 150 Proz. erlebten. Dieser Herr, L ö f f l e r ist sein Name, spielte die erste Geige in der Jung- dcutschlandbeivegung, rüstete ihre Kolonnen aus und fütterte sie Sonntags auf dem Fabrikhofe ob. Dafür wurde er kürzlich dem Kaiser vorgestellt und erhielt für seine patriotischen Verdienste den Kronenorden 2. Klasse. Inzwischen hat er SpekulationSankäuse in Zinn riskiert, die seiner Gesellschaft einen Verlust von über 1>/, Millionen Mark brachten. Da die Spekulationen gegen das strikte Gebot des Aufsichtsrates unternommen wurden, will man den verdienstvollen Mann, der sofort seinen Dienst quittierte, vor den Kadi bringen. Der soll darüber urteilen, ob der Oberste der Pfad- findcr die falschen Pfade gefunden hat. Mus ZnSuftrie unö Handel. 4 75? 799 M. Lohnverlust in einem Quartal. Die Bergarbeiter im Oberbergamtsbczirll Dortmund haben diese Lohnsumme im ersten Ouartäl dieses Jahres gegenüber dem letzten Vierteljahr 1913 eingebüßt. Im Vorquartal wurde an 396 768 Bergleute die Lohnsumme von 168 763 595 M. ausgezahlt, während im ersten Vierteljahr 1914 an 407 512, also 10 734 Mann mehr, nur 164 003 886 M. zur Auszahlung gelangten. Ter Schicht- lohn ist von 5,42 auf 5,25 M. zurückgegangen. Die Hauerlöhne sanken von 6,56 auf 6,25 M. Es wurden durchschnittlich monatlich 75 Schichten verfahren. Der Monatsverdienst betrug im Durchschnitt 158,30 M. Die höchsten Hauerlöhne wurden im Revier Reckling- hausen gezahlt, nämlich 6,51 M., die niedrigsten im südlich ge- legenen Bergrevier Hattingen mit 5,77 M. Die erhöhte Annahme der Axieiterzahl zeigt, daß die Betriebe voll beschäftigt sind, was darauf zurückzufuhren ist, daß jetzt den in der Hochkonjunkur zurückgebliebenen Vorrichtungsarbeitcn mehr Aufmerksamkeit ge- schenk: wird. Denjenigen, die mit den teueren Lebcnsverhältniffen im Jn- -dvftriegÄiet, hohen Mieten, hohen Steuern nickt vertraut sind, wird Me Lohnsumme nicht so gering erscheinen, weil sie eben nicht bc- »['■Ilt-T'Pr-«tfeeh«ielevv. Neukölln. Sfür h-n denken, daß hier das Geld eine viel niedrigere Kaufkraft hat als anderswo. Für die Bergleute ist die flotte Zeit dahin. Sie haben einige Groschen mehr Lohn erhalten, aber wieviel Blutschwciß klebt nickt daran. Wie viel Krüppel und Tote hat nickt die wilde Jagd nach Kohlen gefördert, wieviel Jahre vorschneller Abnutzung der Lebens- kraft sind nicht dafür verloren gegangen, die unwiederbringlich sind. Die Bergleute haben die flotte Zeil nicht ausnutzen können, weil sie dem geeinten Zcchcnkapital zersplittert gegenüberstehen. Soziales. Aus dem Gewerbcgerichi. Entlassung kann nur am Schluß des Arbeitstages erfolgen. Von dieser in 20jähriger Praxis geübten Entscheidung ging die 6. Kammer des GewerbegerichtS auch bei der Spruchfprechung in Sachen der Klage des Klempners Peuckert gegen die Firma D e w i t t u. Herz nicht ab. Der Kläger war eines schönen TogeS am Vormittag nach Beendigung eines Akkords entlassen worden und forderte nun 4,20 M. Restlohn für sechs Stunden. Die Beklagte machte dagegen gellend, der Kläger habe bei ihr nur im Akkord. nicht im Stundenlohn gearbeitet, so daß sie nach Beendigung des Akkords ihn einfach— ohne ihn für den Rest des TageS noch be- schäftigen zu müssen— entlassen zu können glaubte. DaS Gericht war anderer Meinung: eS verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung der geforderten 4,20 M. mit der Begründung, daß das Gewerbegesetz nur den Tag. nicht aber die Stunde, als kleinste Einheit für die Kündigung kenne. Ob der Arbeitnehmer im Akkord- oder Stundenlohn stehe, sei hierbei gleich; seine Entlassung könne immer nur am Schluß des Arbeitstages erfolgen. Ueberstunden sind unter Umständen auch bei festem Gehalt zu zahlen. Diese prinzipiell wichtige Entscheidung traf die 5. Kammer des Gewerbegerichtes in der Verhandlung, die �die Klage des Ober- monteurZ Kosinski gegen die Maschinenfabrik Eckenbrecht u. Co. zum Austrag brachte. Der Kläger, der gegen ein festes Gehalt von 160 M. monatlich als Obermonteur tätig gewesen war, verlangte nachträglich 41,66 M. für geleistete Ueberstunden. Die beklagte Finna bestritt im ganzen und großen die Forderung zwar nicht, brachte aber als Klageeinwand vor, es sei nicht üblich, bei festen Gchaltsbezügen Ueberstunden besonders zu vergüten. Die Kammer schloß sich dieser Meinung nur insoweit an, als sie entschied, Ueberstunden sind auch bei festen Bezügen be« sonders zu bezahlen, sobald die sestgesetzie Arbeitszeit durch ihre Leitung erheblich geändert wird, und somit die beflagte Firma zur Zahlung der geforderten 41.66 M. verurteilte. Moderne Leibeigenschaft. Daß auch in Oberbayern ostelbische Zustände gedeihen, zeigen die Verhältnisse auf den Gütern adliger Großgrundbesitzer. Ein schönes Beispiel ist der Dienstvertrag, den die gräslich Mcklersche Meierei in Burgfrannbach bei Nürnberg ihren Arbeitern aufzwingt. Ein solcher Vertrag, der mit einem verheirateten.Dienstknecht", Vater von vier Kindern, zustande kam, zählt für den Arbeiter eine ganze Menge von Pflichten, aber keinerlei Rechte auf. Bei einem JahreSlohn von 416 M. nebst Beköstigung, freier Wohnung im Schäferhäuschen, einer erst noch zu bestimmenden Grasnutzung und einem Stückchen Kartoffelland hat der Mann sich allen vorkommenden Arbeiten willig zu unterziehen und jederzeit ein„anständiges und gesittetes Betragen" zu pflegen. Ein besonderer Passus verpflichtet den Mann, seine noch in der Familie vorhandenen Arbeitskräfte (Frau und Kinder) zuerst seinem Dienstherrn zur Verfügung zu stellen und erst dann, wenn da nicht gebraucht, anderweitig darüber zu verfügen._ Vom„wachsende» Wohlstand" des deutschen Volkes. Der Jahresbericht des VorsteheramtS der Königsberger Kaufmann- schajt berichtet, daß die Schlachtungen auf dem städtischen Schlacht- und Viehhof 1,94 Prozent weniger betragen hätten als im Vorjahr.(Dabei ist die Bevölkerung erheblich gewachsen.) Die Pferdrschlachtungen dagegen hatten eine Steigerung um 73,84 Prozent erfahren, hauptsächlich infolge des verwehrten Bedarfs im Westen. Der Wohlstand des arbeitenden Volkes wächst so riesig, daß die Leute immer mehr mit Pferdefleisch ihr Leben fristen müssen. Gerichtszeitung. Freche Erpressung. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte die vierte Strafkammer des Landgerichts III dinc Erpresser- affärc, die sich über einen Zeitraum von zehn Jahren erstreckte und eine ältere Daine fast zur Verzlveiflung ge- trieben bat. Die Anklage richtete sich gegen den Spediteur Alfred Rcbcr in Tempclhof, dessen Ehefrau Flora und einen Agenten Franz Kieniv. Das Ehepaar war fortgesetzter Erpressungen und einer Urkunden- fälschung, der letzte.Angeklagte der Beihilfe beschuldigt. Der An- geklagte Reder war im Jahre 1899 nach einem hannoverschen Städtchen als Handlungsgehilfe gekommen und hatte seine jetzige Ehefrau dort kennen gelernt. Diese war bekannt mit der Familie eines Amtsgerichtsrats. Tie Frau des AmtsgerichtSrat, die viel jünger war als ihr inzwischen verstorbener Ehemann, trat mit Redet in einen intimen Verkehr, der längere Zeit andauerte. Kurz nach dem Tode des Amtsgerichtsrats verzog Reder nach Eydtkuhnen und heiratete seine jetzige Ehefrau und richtete sich ein Speditionsgeschäft ein, welches er zuletzt in Tempelhof betrieb. Da dieses immer schlechter ging, ging das Ehepaar in unglaublich crpresierischer Weis« gegen die Witwe des AmtSgerichtSrats vor. Sie drohten der Frau besonders damit, ihren Angehörigen von ihren früheren intimen Be- Ziehungen zum Ehemann Reder Kenntnis zu geben, behaupteten unglaubliche Dinge über die Art und den Umfang dieser Beziehun- gen und verlangten Geld, Geld und immer wieder Geld. Die geängstigte Frau hat den Eheleuten Redcr in der Zeit von 1903 bis Herbst 1913 nicht weniger als 52 492 M. geopfert. Endlich faßte sie den Mut, die Sache zur Anzeige zu bringen. Das Gericht verurteilt« Rcder zu 3 Jahren Gefängnis, Frau Reder zu 6 Monaten Gefängnis, sprach aber den Angeklagten Kienitz frei, da eine Beihilfe, die dieser geleistet haben sollte, nicht erwiesen werden konnte.______ Versammlungen. Generalversammlung der Holzarbeiter. Tie Zahlstelle Berlin setzte am Freitag ihre vertagte General- Versammlung fort. Der erste Redner Brunnecker kritisierte die Taktik der Vorstände im Werftarbeiterstreik und die Feier zur Fertigstellung dcS Verbandshauses. Hinsichtlich der Beschlüsse zur Arbeitslosenunterstützung ist Redner der Meinung, daß die erste Woche die Berliner Mitglieder auch nicht retten könne; es sei nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. In Zukunft müßten mehr werktätige Mitglieder nach dem Verbandstag geschickt werden. Der nächste Redner Siegle kritisierte die Berichterstattung des..Vor- wärts" über den Verbandstag, doch meinte er, die Redaktion könne allerdings nichts dafür. Tie mündliche Berichterstattung in der ersten Versammlung habe den Anforderungen nicht entsprochen. In der Wcrjtarbeiterbcwcgung seien auf beiden Seiten Jehler gemacht worden. In der weiteren Diskussion wurde von Köster die Heraus- gäbe von Diplomen an langjährige Mitglieder des Verbandes gerügt Tic Versicherung der unbesoldeten Funktionäre hält der Redner für nicht angebracht. Wcstphal kritisierte ebenfalls den Berich: des „Vorwärts", derselbe habe kein richtiges Spiegelbild von den Ver- Handlungen gebracht. Swintkowski fragt, wie der Verbandstag eine solche Resolution(Tarife betreffend) annehmen konnte. Tic Resolution hätte sagen müssen: wenn der Arbcitgeberschutzverband nicht den Willen hat. auch in der schlechten Zeit die Verträge zu schützen, so hat der Verband gar keine Ursache, die Tarife in der guten Zeit zu beachten. Ein Anrrag, die Versammlung zu vertagen, wurde an- genommen. In den H a u p t v o r st a n d wurden gewählt: Swintkowski, Winkle r, Müller, Mai er, Stallmann, Norgall; als Revisoren: Brunnecker, F. Leopold, Kaulhausen; als Revisor sür die Verwaltungsstelle: Brandl. Mus aller Welt. Brandkatastrophe in Kiel. Ein folgenschwerer Brand hat in der Nacht zum Donners- tag in Kiel gewütet. Kurz vor 3 Uhr früh bemerkte ein Wachmann von der Wach- und Schließgcsellschaft, daß aus dem Dache des Hauses Gasstr. 13 Rauch emporstieg. Er alarmierte sofort die Feuerwehr, die in wenigen Minuten zur Stelle war. Aus allen Fenstern des Gebäudes riefen Menschen um Hilfe. Da die beiden in Verbindung stehenden, neben ein- ander liegenden hölzernen Treppen des Hauses bis zum Dach- stuhle hinauf in hellen Flammen standen, wurden an zwei Seiten des Hauses Leitergängc emporgerichtet. Zu- erst wurde ein junges Mädchen, das in Flammen st and. gerettet. Sodann wurden noch 12 Personen mittels der auf- gerichteten Leitern durch Feuerwehrleute gerettet. Als die Feuerwehrleute in dem brennenden Treppenhause vordrangen, fanden sie unten einen verbrannten Mann. Wie sich später herausstellte, war es der Schmied E i l c r t, der in dem zweiten Stockwerk als Einlieger wohnte. Er hatte das Feuer zuerst bemerkt und die Bewohner der unteren Stockwerke geweckt. Als er sich selbst retten wollte, kam er in den Flammen um. Auf dem Dachboden wurden in einer Kammer ohne Fenster zwei vollständig ver- kohlte Leichen gefunden. Von den Feuerwehrleuten wurde Wachtmeister E g g e r s bei den Rettungsarbeiten ziem- lich schwer verletzt; zwei Mann sind leicht an Rauchvergiftung erkrankt. Das verletzte Mädchen wurde in das Krankenhaus übergeführt.__ Attentat auf den Zaren. Dem braven Philister ist wieder einmal das Gruseln beigebracht worden. In riesigen Lettern konnte er in seiner Tageszeitung lesen, daß auf den Hofzug des Zaren von Rußland ein ver- brecherischer Anschlag verübt wurde, dem die Aarenfamilie nur wie durch ein Wunder entgangen sei.. Ein auf den Zug des Zaren geplanter Bombenanschlag wäre zwar fehlgeschlagen, jedoch sei ein auf der gleichen Strecke folgender Personenzug durch eine furchtbare Explosion zum Entgleisen gebracht worden. DaS war ein gefundenes Fressen! Dr. Oertel und Freiherr v. Zedlitz hatten schon schwungvolle Leitattikel unter der Feder, um dem deutschen Volke den innigen Zusammenhang zwischen Bombenattentaten und preußische« Wahlrechtskampf nachzuweisen, da schlug wie eine Bombe auf ihren Redaktionen die folgende amtliche Depesche ein: Petersburg, 18. Juni.(Meldung der Petersburger Telegr.- Agentur.) Am 17. Juni, nachmittags 1'/, Uhr, entgleiste bei Kaiatin auf Werst 527 auf dem, von Kaiatin aus gesehen, linken Gleise die L o k o m o t i v e des ZugeS Nr. 4. Ein Zugbeamler wurde schwer, der Lokomotivführer und der Heizer leicht verletzt; drei Güterwogen wurden zertrümmert Die Unter- suchung hat ergeben, daß das Gleis unbeschädigt war. Das Unglück ist durch den schlechten Zu st and der Lokomotive verursacht we,:den. Die Behauptung, daß es sich um einen Anschlag aus den Zaren gehandelt habe, ist reine Erfindung. So eine Gemeinheit I Entpuppt sich der verbrecherische Anschlag als eine gewöhnliche Schlamperei der russischen Bahnverwaltung, die das für Anschaffung neuer Maschinen bewilligte Geld vielleicht einem„besseren" Zwecke zuführte. Armer Zedlitz! Jetzt muß er sich weiter mit den üblichen Mitteln der reaktionären Hetze begnügen. Aber schließlich: Klein Bieh macht auch Mist l Kleine Notizen. Zwei hervorragende Zliiglcistungen vollbrachte der russische Flieger Sikorsli. Er erreichle in Petersburg mit zehn Passagieren in einer Stunde 26 Minuten und 11 Sekunden eine Höhe von 2000 Meter und hat mit dieser Leistung einen Weltrekord aufgestellt. Dann unternahm er mit s e ch S P a s s a g i e r e n einen zweiten Flug, hielt sich, ohiie zu landen, 6 Stunden 33 Minuten 10 Se- künden lang in der Lust und stellte damit einen Weltrekord für die Flugdauer mit sechs Passagieren auf. ' Betrügereien eines Eisciibahiibeamtcn. In R o s e n h e i m (Bayern) wurde der Eisenbahn sekrelär Hermann L u t t n e r wegen systematischer Ausgabe gefälschter Fahr- karten verhaftet. Gleichzeitig verhaftete die Polizei in München einen Buchdrucker,� der für Lutlner die gewünschten Fahrkarten her- stellte. Die Beirügereie» gehen aus längere Zeit zurück. Vom Blitz erschlagen. In dem kleinen schlesischen Dorfe Reu- b r u n n wurde die Frau eines Besitzers, die ein sechswöchiges Kind aus dem Arme trug, vom Blitz erschlagen. Das Kind blieb un- verletzt. Ein Schiff in Seenot. Nack einem Telegramm aus Manila ist der britische Dampfer„Hyndford" bei Legaspi im Golf von Albay g e st r a n d e t. Das Schiff ist durch einen von Süden heran- ziehenden Typhon gefährdet. Neue Erfolge der Funkrntelegraphie. Nach einer Meldung aus Wrndhuk ist die Telefunkenverbindung zwischen Süd westafrika und Togo hergestellt und wird nach erfolgter Abnahmeprüfung in den öffentlichen Dienst eingestellt. Es gelingt bereits jetzt, Telefunkendepeschcn von Südwest über Togo nach Nauen bei Berlin zu senden, wobei 8200 Kilometer drahtlos überbrückt werden. Diese Entfernuna entspricht der von Deutschland nach Siam. Schwerer Unfall bei einer militärischen Uebung. In GinS« he ini bei Mainz hatten am Donnerstag früh Pioniere eine Ponton« brücke geschlagen, über die zuerst Maschinengewehrabteilungen, dann Feldartillerie mit Geschützen zogen. Als sich ein mit sechs Pferden bespanntes Geschütz aus der Brücke befand, wurden die Pferde un- ruhig und drängten nach der Seite. Die Brücke neigte sich unter der schweren Last und die Pferde stürzten mit dem ichweren Geschütz in den Rhein. Ein Artillerist vom 27. Feldartillerie-Regiment und zwei Pferde ertranken, die übrigen vier konnten wieder herausgezogen werden. Eingegangene Druckschriften. Univerial-Bibliothek: 5681—5683. Der Säuglingsorganismnl und leine Leiftnngen. Bon Professor Dr. E. Th. v. Brücke. 2. Teil.- 5684. El« Wunderliches Eiland. Novelle von F. Sommer.— 5685 Sdger up. Erzählung von J. Brinckmann.— 5686. Bayreuth. Auf latze von R. Wagner.— 5687— 5689. Eine abenteuerliche Reife Roman von A. Lichtenbcrgcr.— 5690. Firma VturtS. Schilderung« aus dem Gcschaltslebcn von L. Schermann. 1. Band.— öinzclnummei gel). 20 Pf. PH. Reclarn, Leipzig. Inseratenteil oerantw.: Th. Glocke« Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei u, Lerlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW, spillid Aus der Frauenbewegung. " Vorwärts" Nr. 150. Freitag, den 19. Juni 1914. Die Frauen und die Bildungsarbeit. Unsere Zukunftsideale werden die Frauen aber auch deshalb stärker| Kinder in den Horten herangeht. Doch scheint es, als sebe sich die anregen als die Behandlung der Fragen der Tagespolitik, die natür- Anschauung durch, daß die beste Form der Schulspeisungen in VerDie proletarische Frauenbewegung macht erfreuliche Fortschritte. lich auch nicht versäuntt werden darf, weil eben die politische Recht bindung mit den Kinderhorten zu erreichen sei. Die Kolonnen der politisch organisierten Frauen werden immer lofigkeit viele Frauen immer noch hindert, mit der praktischen Po- nicht wehleidig klagend am Strom der Entwicklung und begnügen Wie auf allen anderen sozialen Gebieten stehen wir auch hier stärker und immer neue tüchtige Kräfte gehen aus der Bewegung| litik die rechte Fühlung zu bekommen. hervor und treten an leitende Stellen. Ueberall beobachten wir ein Das ist natürlich eine rein theoretische Annahme. Um einmal uns, mühsam zu halten, was sich von den warmen Fellen der reiches und reges Leben. Die verhältnismäßig gute Entwicklung darüber Klarheit zu erlangen, wäre eine Enquete über den Verlauf der veränderten Welt wohnlich einzurichten. Alle ernsten Nationalfrüheren Zeit festhalten läßt, sondern wir streben danach, uns in darf uns natürlich nicht mit beschaulicher Zufriedenheit erfüllen, der Leseabende innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, etwa eines ökonomen sind darin einig, daß die Frauenarbeit gar nicht entbehrt sondern muß uns ansporen, die Bewegung immer weiter zu för- Jahres, am Plaze. Die Arbeit wäre sehr einfach. Die Leiterin werden kann. Auf der anderen Seite stellt die moderne Pädagogit dern durch unausgesetzte fleißige Arbeit. Denn es gibt noch viel eines jeden Leseabends hätte unmittelbar nach einem jeden Lese- an den Erzieher Anforderungen, die nicht jede Frau zu leisten imzu tun und die Arbeit in der Frauenbewegung ist keineswegs leicht. abend innerhalb eines Jahres einen Fragebogen auszufüllen, der stande ist. Das Märchen von der Mutter als der geborenen" Der Revolutionär Kapitalismus hat im letzten Jahrhundert Fragen über die Zahl der anwesenden Frauen, über das behandelte Erzieherin muß für das höhere Kindesalter jedenfalls aufgegebent die Stellung der Frau im Wirtschaftsleben gründlich geändert: Thema und über die Aufnahme des Vortrags durch die Frauen u. schaftung der Horte, am besten durch die Städte unter ausreichenwerden. Aus beiden Gründen verlangen wir daher die Vergeseller hat das moderne Proletariat geschaffen und mit ihm die Masse der a. m. stellt. Wird dieses Material gesammelt und bearbeitet, dann der staatlicher Beihilfe. Allmählich sind alle Kinder in die Horte proletarischen Frauen, die neben den männlichen Proletariern in ist es sicher geeignet, uns manche wichtigen Aufschlüsse zu geben hineinzuziehen und in Umfehrung des heutigen Zustandes nur Fabrit, Kontor und Laden stehen. Die moderne bürgerliche Gesell- über die geistigen Bedürfnisse der proletarischen Frauen und über gegen Nachweis ausreichenden Ersatzes vom Besuch derselben zu schaft lebt von der Arbeit des Proletariats, von der die Frauen- die Wege, die unsere Frauenbildungsarbeit zu gehen hat. befreien. So würden auch in den Nachmittagsstunden und in arbeit einen erheblichen und dauernd wachsenden Bestandteil bildet. Vor allem aber ist nötig, daß unsere Genossinnen auch außer- den Ferien die Schulräume intensiv ausgenutzt, während sie jetzt Die Stellung der Frau im gesellschaftlichen und politischen Leben halb der Leseabende jede Gelegenheit benutzen, ihr Wissen nach der die eine Hälfte des Tages in finsterer Ruhe daliegen; so erst hat sich aber nur wenig verändert. Die herrschenden Klassen lassen sich oben gekennzeichneten Richtung zu bereichern. Sie dürfen sich auf tiefen und wurzelhaft zu machen. Solche Anstalten werden bewäre es möglich, die Arbeit der Schule an den Kindern zu verwohl die Profite gefallen, die ihnen die Frauenarbeit abwirft, haben keinen Fall auf die Werbetätigkeit unserer Versammlungsredne rufen sein, das Problem der Arbeitsschule zu lösen. Die Deffentes aber bisher zu verhindern gewußt, daß den Frauen der Anteil rinnen verlassen, sondern müssen alle eifrig bemüht sein, unserer lichkeit der Institute würde ihre ständige Kritik durch die Elternam öffentlichen und politischen Leben gegeben wurde, der vor allem Bewegung immer neue Anhängerinnen zu gewinnen. den proletarischen Frauen gemäß ihren Leistungen zur Erhaltung schaft gewährleisten. der modernen Gesellschaft zukommt. Wir wissen, daß die Frauen nicht damit rechnen können und follen, daß die politischen Rechte ihnen als Gnadengeschenke des Simmels zufliegen. Sie müssen sie sich erkämpfen. Einen ehrlichen und energischen Kampf um die Frauenrechte führt aber nur die Sozialdemokratie. Die Stärkung ihrer Reihen durch die Gewinnung aller uns fernstehenden Frauen ist daher die wirksamste Arbeit für die Erreichung der politischen Ziele der Frauen. Aber die Nachwirkungen der aus der Stellung der Frau im Gesellschaftsund Wirtschaftsleben früherer Jahrhunderte erklärlichen Auffaffung von den Aufgaben der Frau und die Folgen der demgemäß orientierten Erziehung, verhindern im Verein mit der heute noch bestehenden politischen Rechtlosigkeit bei vielen Frauen das Auftommen eines starten politischen Interesses. Für die proletarischen Frauen kommt noch hinzu, daß der Kapitalismus sie wohl zum Broterwerb durch Fabrikarbeit gezwungen hat, ohne sie von den häuslichen Frauenpflichten zu befreien. Da bleibt ihnen blutwenig Zeit und geistige Kraft für die Befchäftigung mit politischen Fragen und für die Aneignung politischen Wissens. Diese Umstände machen die so wichtige Arbeit unferer in der Frauenagitation tätigen Genossinnen so schwer. Taufend Vorurteile gegen die politische Betätigung der Frauen haften noch immer in den Köpfen vieler Frauen und Mädchen der Arbeitertlasse. Zur Frage der Kinderhorte. Zum fozialdemokratischen Schulprogramm gehört auch die Einrichtung von Kinderhorten für die Schuljugend in der schulfreien Zeit, also für die Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren. Die jetzt gedruckt vorliegenden Vorträge, die auf der Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Kinderhorte am 8. und 9. November 1913 gehalten wurden*), geben uns willkommenen Anlaß, den gegenwärtigen Stand dieser für die proletarischen Mütter so überaus wichtigen Bewegung zu beleuchten. Nach der Definition der Zentrale für Jugendfürsorge sind Kinderhorte„ Anstalten, die aufsichtslose Kinder in der schulfreien Zeit aufnehmen und ihnen einen Ersatz für die Pflege und den erzieherischen Geist des Elternhauses bieten wollen". Boltsschülerinnen aufsichtslos. Bei alledem ist noch nicht davon Die schulpflichtigen Rinder wären also von morgens um 8 1hr bis nachmittags um 5 oder 6 Uhr in diesen Tagesschulen und würden dort natürlich auch verpflegt. Nach Schluß des eigentlichen Unterrichts gruppierten sie sich in Arbeits- und Spielgemeinschaften nach dem Prinzip weitestgehender Freiheit und Selbstverwaltung. Die Familie aber würde Feierabendgemeinschaft. Möglich, daß nach Erreichung des Achtstundentages dort das Hauptmahl des Tages gemeinsam eingenommen wird. fieren sich mit immer größerer Klarheit aus dem durch die EntDiese Ideen sind heute keine Utopien mehr, sondern kristalliwickelung der Frauenarbeit geschaffenen Chaos heraus. Sie werden rascher, als mancher auch in unseren Reihen denkt, Verwirklichung über die aufsichtslose Schuljugend, nicht nur des Proletariats, fordern. Was unmittelbar nottut, ist eine zuverlässige Statistik sondern auch des Kleinbürgertums, und die Verstadtlichung des Hortwesens. Bei jedem neuen Schulbau müssen unsere Gemeindebertreter ihre Stimmen in diesem Sinne erheben, und sie werden es mit um so mehr Nachdrud können, je sicherer sie der Zustimmung der an der Frage am meisten Interessierten, der proletarischen Frizz Elsner. Frauen, sind. Das Hausarbeitsgesetz! Welch eine furchtbare Anflage liegt in diesem Sabe gegen die das Familienleben zerstörende fapitalistische Wirtschaftsordnung! it doch unwiderleglich festgestellt worden, daß bei 55 Proz. der fehlte! Leider gibt es noch keine amtliche Statistik über die Zahl 3öglinge in den Fürsorgeanstalten die geordnete Häuslichkeit der aufsichtslosen Schulkinder, und die Schäzungen gehen sehr weit auseinander. Nach der Statistik von Matag für Berlin vom Jahre 1909, der aber nur die Kinder der den ganzen Tag beruflich abAm 1. April 1912 ist das Hausarbeitsgesetz in Kraft getreten, wesenden Mütter zählte, ergibt sich bereits eine Zahl von 6 Proz., aber von seinen Wirkungen hat man bis jest nicht viel gespürt. Mehr als irgendwo in der Arbeiterbewegung muß darum in was bei 10% Millionen Volksschultindern 630 000 geben würde. Es brachte ja statt der ersehnten grundlegenden Reform nur der Frauenbewegung die Agitation in den Versammlungen durch Ganz gewiß aber genügt dieser Ansah noch nicht. In Frant- minimale Vorteile: der Widerstand der Unternehmer gegen die Festdie Agitation von Mund zu Mund unterstützt werden. Jebe un- furt a. M. hat der Kinderhortverein 26 Proz. der Volksschulkinder fegung von Minimallöhnen, die die Vorbedingung einer vernünftigen ferer Genoffinnen muß jede Gelegenheit benußen, die unserer als hortbedürftig bezeichnet, und in Hamburg find 22 Broz. der Gesetzgebung auf dem Gebiete der Hausarbeit ist, war nicht zu Bartei noch fernstehenden Frauen in erster Linie über die Ursachen die Rebe, ob die Aufsicht einer gutmütigen Nachbarin, einer Groß- besiegen. Aber auch die geringen Berbesserungen, die schließlich er ihrer miserablen wirtschaftlichen Lage und über die besondere tischen und theoretischen Teil studieren, um alle unsere Forderungen mutter oder einer mit Heimarbeit beschäftigten Mutter päbago- reicht wurden, find bisher nicht zur Durchführung gelangt. Was überhaupt geschehen ist, muß in erster Linie der Tätigkeit der teien, insbesondere ihrer Stellung zu den Frauen. Auch über die gischen Anforderungen genügen fann. Stellung der Frau im Gesellschafts- und politischen Leben aufzuVon diesen Massen sind in den heute bestehenden 1245 Kinder- Gewerbeinspektoren zugeschrieben werden, die versucht haben im flären, um sie so für uns zu gewinnen. Dazu ist aber nötig, daß borten aber erst 84 000 Kinder untergebracht. Diefe Horte find Sinne des Gesetzes zu wirken, ohne auf die Ausführungsbestimmungen heute durchweg private Gründungen. Die Zuschüsse von Staat zu warten. unsere Genossinnen das ganze System der gegenwärtigen Wirt- und Kirche sind so niedrig, daß sie von den Rednern des Verbandsschafts- und Gesellschaftsform, des Kapitalismus, durchschauen. tages schamhaft verschwiegen werden. Auch die Kommunen tragen aussichtlich die ersten Fachausschüsse für die Hausindustrie er Jetzt endlich erfährt man, daß am Schluffe des Jahres vor Sie müßten nachweisen können, daß nur der Sozialismus die nur/ der Kosten, etwa 1 Millionen Mart. Erforderlich aber Befreiung bringen kann. Um das dazu nötige Wissen zu er- wären für die Zahl von 630 000 Sortbedürftigen etwa 20 Millionen richtet werden sollen. werben, ist unseren Frauen die regste Teilnahme an unseren Bil- Mark. Kein Wunder, daß der Verband Deutscher Kinderhorte nach dungseinrichtungen zu empfehlen. Die Bildungsausschüsse unserer fräftiger staatlicher Subvenfion ruft, um seine Aufgaben erfüllen Barteiorganisationen, die nun schon einen Winter hindurch tüchtige au fönnen. Arbeit geleistet haben und sich eben anschicken, die Arbeit des nächsten Winters vorzubereiten, bieten ihnen in zahlreichen Vortragsturjen reiche Bildungsmöglichkeiten. Dasselbe gilt für die Arbeiterbildungsschule. Die Bestimmungen des Bundesrats über die Errichtung von Fachausschüssen, deren Erlaß dem Bundesrat durch§ 24 des Ge setzes vorbehalten ist, sind im Entwurf zwischen den Reichsamt des Innern und dem Handelsministerium fertiggestellt worden, so daß der Bundesrat demnächst über sie Beschluß fassen kann. Ferner liegen in Preußen die Berichte der meisten Oberpräsidenten bereits vor, und nach dem eingegangenen Material ist anzunehmen, daß in allen Bezirken, wo Konfettionsindustrie vorhanden ist, in der Regel für sie auch Fachausschüsse eingerichtet werden. Für Pommern dürfte ein Fachausschuß für Stiderei in Stolp in Frage kommen. Da in manchen Provinzen, so namentlich in der Provinz Sachsen, die Hausindustrien auf das Gebiet der benachbarten Bundesstaaten übergreifen, ist festzustellen, ob es zwvedmäßig ist und die Zustimmung der benachbarten Bundesstaaten findet, daß die Hausindustrie in den Staaten zu einem Fachausschuß zusammengefaßt wird. Was die Redner in Erfurt über die innere Ausgestaltung der Horte vorbrachten, damit kann man sich sehr wohl einverstanden erklären. Als erstrebenswertes Ziel wurde aufgestellt, daß mit jeder Schule auch ein Hort verbunden sein sollte. Nachdrücklich wurde berufliche Ausbildung für den Posten der Leiterin gefordert. Die Wahlkreisorganisationen von Groß- Berlin haben ja auch hierbei möchten wir bemerken, daß es ein Fehler wäre, das männ zur Schulung der tätigen Genoffinnen mehrfach besondere Lehr- liche Element ganz auszuschalten; wie überall, so müßte auch hier furse eingerichtet. Aber sie genügen allein nicht, denn sie können der erzieherische Einfluß beider Geschlechter nach Möchkeit wirt immer nur eine kleine Anzahl Teilnehmerinnen aufnehmen. Die die Kinder im Garten und mit Handarbeiten beschäftigt, sie spielen jam gemacht werden. Nach Erledigung der Schularbeiten werden Genossinnen, die nicht zu diesen Kursen kommen können, dürfen und turnen. Sehr zu begrüßen ist die Forderung, daß die Horte nicht glauben, daß sie nichts für ihre Fortbildung tun können. auch in den Ferien geöffnet bleiben und daß besondere Zimmer mit Sie sollten nie versäumen, an den Kursen unserer Bildungsaus- häuslicher Ausstattung für sie bereitgestellt werden sollen. schüsse, die für die Gesamtheit der Genossen und Genoffinnen be- Soweit ganz schön. Aber wenn man liest, was der Herr Das sieht noch nicht so aus, als ob die Einrichtung einer stimmt sind, teilzunehmen, um dort ihr Wissen zu erwerben, das Bürgermeister Maß aus Görlitz über den Geist verzapft hat, der größeren Anzahl von Fachausschüssen sehr bald erwartet werden sie für die tägliche Agitation von Mund zu Mund brauchen. Den in den Kinderhorten herrschen soll, so kann man die proletarischen darf. Die maßgebenden Stellen lassen sich reichlich Zeit mit der größten Nuzen werden ihnen Kurse bringen, die ihre Kenntniffe Eltern nur dringend auffordern, auf der Hut zu sein. Die Not Ausführung des vom Reichstag beschlossenen Gesetzes. An dem über die Stellung der Frau in der Gesellschaft und im Staats- Der arbeitenden Mütter soll benutzt werden, um ihre Kinder noch eigentlichen Heimarbeiterelend fönnen natürlich auch die Fachmehr, als es die Schule schon tut, gegen die Ideen der proleleben bereichern. Dazu gehören vor allem Kurse und Vorträge, tarischen Bewegung immun zu machen. Herr Maß, der fortgefekt ausschüsse nicht viel ändern, aber man wird endlich einmal einen die die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung von der fittliche Verwahrlosung und Haß gegen die kapitalistische Ordnung" genauen Ueberblick gewinnen, und gestützt auf ihre Erhebungen und grauen Vorzeit bis zur Gegenwart zum Gegenstand haben. Das gleichfest und nicht genug gegen die Eltern wettern kann, die das Arbeiten vielleicht mit der Zeit zu einer durchgreifenden Reform geist schon ein reiches, schier unerschöpfliches Wissensgebiet. Wichtig Jungbolf pflichtvergessen in den Haß hineintreiben gegen alles, was langen. ist ferner, daß unsere Genossinnen unser Programm in seinem prat das Baterland und seine berufenen Vertreter, Staat und Schule, England und Frankreich haben uns inzwischen weit überholt. In tischen und theoretischen Teil studieren um alle unsere Forderungen wünschen und befehlen", diefer Herr stellt dem Kinderhort die Auf- England zumal find Mindest löhne in einer ganzen Reihe von barstellen und begründen zu können. Wichtig ist sodann die Kennt- gabe, die Jugend zu längst vergessenen Idealen zurückzuführen". Industrien durchgesetzt, und sie haben sich auch bewährt. nis der Geschichte und Programme der bürgerlichen politischen Bar- fordert ſtarte Betonung gut beutscher Gesinnung Löhne der Arbeiterinnen find geftiegen, ihre Organisationsteien, inbesondere ihre Stellung zu den Frauen. Auch über die fähigkeit hat sich gehoben und die Unternehmungen, deren Steuergesetzgebung sollten unsere Frauen eingehend unterrichtet gänzlicher Ruin genau wie bei uns prophezeit wurde, erfreuen sich sein, denn das im Reiche herrschende System der indirekten Steuern eines geschäftlichen Aufschwunges. Deutschland hatte als einer der lastet ja besonders auf dem schmalen Geldbeuil der Proletarier ersten Staaten das Elend und die Gefahren der Hausarbeit erkannt. hausfrau. Hier find also heute Anknüpfungspunkte für die Agi- Lehnen wir mit aller Schärfe eine solche Erziehung der Hort- Aber vom Erkennen bis zum Abhilfeschaffen ist ein langer Weg, bation gegeben. Godann sollten unsere Frauen nicht versäumen, tinder zu gefügigen Werkzeugen des imperialistischen Kapitalismus und wenn er in dem bei uns beliebten Schneckentempo zurückgelegt fich über Theorie, Pragis und Geschichte der Gewerkschaftsbewegung ab, so trennen wir uns vom Bürgertum auch in der Frage nach wird, so können die Hilfsbedürftigen inzwischen verzweifeln. Wieviel zu unterrichten, um auch für die gewerkschaftlichen Organisationen der Rolle, die den Kinderhorten in der Geſellſchaft zufällt. Elend hätte in den langen Jahren schon gemildert, wieviel Kindern werben zu können. Kurz, es gibt eine Fülle von Wissen, das jede Redner in Erfurt erklären, daß sie nur eine Lüde ausfüllen wollen, die qualvolle Arbeit abgenommen werden können, wenn Regierung „ Erziehung im vaterländischen Geiste" und ganz nebenbei" auch Bürgerfunde. Spräche er's nicht selbst aus, an diesen uns wohl vertrauten Phrasen müßte jeder merken, wohin die Reise gehen foll: der Kinderhort soll die Vorschule werden für die Retruten des Jungdeutschlandbundes. keineswegs aber ein Stüd sozialistischer Gemeinschaftserziehung Die Arbeiterin besitzen muß, die die proletarische Frauenbewegung för erstreben. Wir wollen," sagt Beigeordneter Heß aus Barmen, und Reichstag sich entschlossen auf die Seite derer gestellt hätten, dern will. Genossinnen, die die oben genannten Gebiete beadert die Familie vor der drohenden Auflösung schüßen." Es ist die die Hilfe brauchten. Was soll man aber von einer Regierung haben, werden dann leicht selbst den weiteren Bildungsweg finden. geradezu komisch, wie die Herren sich winden, um aus dem Di- erwarten, die ihre Politik nach den Wünschen der Junker und des Grundsäglich müssen sie sich nur davor hüten, irgend einer schön lemma ihrer bürgerlichen Ideologie und der kapitalistischen Wirt Großlapitals orientiert, und was von einer Boltsvertretung, deren geistigen, weltfremden Kultur zu huldigen. Das ist nicht die Bil- lichkeit herauszukommen. Da versichert Herr Matag, wenn Sozial- Mehrheit nicht dagegen protestiert, daß der Regierungsvertreter von dung, die die Proletarierin braucht. Sie braucht praktisches Wissen, demokratie und Frauenrechtlerinnen Horte forderten, so seien das einem Abschluß der Sozialreform redet, während Tausende von das ihr den Blid für die Realitäten des wirtschaftlichen und poli- radikale Ideen", das heutige Sortwesen aber sei eine" unbarm- Kindern in der Heimarbeit verfümmern! herzige Notwendigkeit", und wenn auch das Familienidyll aus tischen Lebens schärft und sie befähigt, die Ideen des Sozialismus Schillers Glode in ihm.lebe und webe", so feien doch leider die berbreiten zu helfen. Und dieses Wissen wird in unseren Bildungs- Verhältnisse mächtiger als Grundfäße". Die Kinderhorte sollen einrichtungen gepflegt. also nur Lückenbüßer sein; nur die Kinder sollen aufgenommen Weibliche Ordnungsstüßen. Im Gegensatz zu den Frauen in Denber, Diese Auffassung sollte auch die Leiterinnen unserer Lese- werden, deren Mütter nachweisbar zum Erwerb außer dem Hause die den Gouverneur Ammons von Colorado zwangen, Bundestruppen abende, die ja auch nur eine Bildungseinrichtung find, bei Aus- zur Vermeidung von Armenunterstüßung gezwungen sind. Giner zur Hilfe gegen die Greueltaten der Minenbefizer herbeizurufen, hat wahl der Themata der Vorträge leiten. Sie sollten stets die The Heimarbeiterin z. B. dürften keineswegs die Kinder für ein paar fich dort jezt eine Gruppe von Frauen zusammengetan, die dem Damit hängt die Gouverneur den Rücken stärken will. Sie nennt sich Gefez- und mata bevorzugen, die jenes praktische Wissen der Frauen Nachmittagsstunden abgenommen werden! bereichern. 28ir glauben auch, daß solche Vorträge immer das zögernde Art zusammen, mit der man an die Verpflegung der Ordnungs- Liga". Das einzige Erfreuliche, was von ihr gemeldet werden kann, ist, daß die Liga sehr wenig Anhängerinnen gefunden ftärkste Interesse finden werden. Vor allem wird die Darstellung hat. Die überwiegende Mehrzahl der Frauen von Denver steht auf ber gewaltigen Ideenwelt des Sozialismus die Frauen immer *) Schulkindernot und Schulkinderpflege. Säemann- Schriften der Seite derer, die Hilfe für die unterdrückten Bergarbeiter und wieder start fesseln, denn sie hebt sie ganz heraus aus ihrer engen für Erziehung und Unterricht, Heft 10. Verl. Teubner, Leipzig ihre Familien verlangten und dank ihres energischen Vorgehens auch Alltagswelt und richtet ihnen ein großes begeisterndes Ziel auf. 1914. durchfezten. Beute billige a.Wertheim Lebensmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Mori plat Frisches Fleisch* Rindfleisch Roastbeefm.Knoch. ohne $ 1.00 Pfund Kn. 1.40 Schmorfleisch mit Knochen 85 Pf. Pfund Pfund Schmorfleisch ohne Knochen 1.00 Kaibfleisch get. 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Die Erbitterung, in«- sondere über die Vernachlässigung der Arbeiterinteresien im Verkehrs- den war so stark, daß selbst der„Kölner Lokal-Anzeiger" berichten In lebhafter Entrüstung gab man seiner Ber- wunderung darüber Ausdruck, daß es in dieser der Arbeiterschaft so wichtigen Frage im Rathause sogar nicht vorwärts gehen wolle. Es sei da» um 'o verwunderlicher, als ja der Oberbürgermeister schon am Januar d. I. bei den Etatsberatungen davon gesprochen Hab«, jjie Arbeiter-Wochenkarten seien in Vorbereitung.... Trotz- °em aber höre und sehe man gar nichts von bezüglichen Verhandlungen. Damit ist von den christlichen Arbeitern selbst unsere Behauptung ätigt: Die chri st lichen Arbeitervertreter sind in Zentrumsfraktion nur Statisten. Das ist nicht ""e in Köln der Fall. Ueberall sind in den Zentrumsfraktionen ein peor Arbeitervertreter nur deshalb, um die Arbeiterwähler, bei der «ange zu halten. Das jüngste bayerische Justizverfahren. Der Vorstand des Landesverbandes der bayerischen Presse, in °iM Redakteure aller Parteien, auch der amtlichen. StaatSzeitung" getreten sind, hat folgende einstimmig beschlossene Eingabe an das Justizministerium gerichtet: »In einem Prozeßverfahren, da« die Staatsanwaltschaft gegen in Bayreuth erscheinende„Fränkische Volkstribüne' uuhängig gemacht hat, hat die Staatsanwaltschaft die Anklage nicht jj'Sen den bei der Zeitung nach den Bestimmungen für den Inhalt f*1 Zeitung als verantwortlich bezeichneten Redakteur er- °uben, sondern gegen ein anderes Mitglied der "kdaktion. In diesem Vorgehen erblickt der Vorstand des Landes- �rbandes der bayerischen Presse eine Verletzung der klaren �stimmungen deS Gesetzes und eine Maßnahme, die ge» "gnet ist, die publizistischen und geschäftlichen Voraussetzungen des iWtungZbetriebS zu zerstören. Da« Vorgehen steht nicht nur im Widerspruch mit dem Wortlaut und Sinn deS§ 7 des Preßgesetzes, pudern auch mit der bisherigen Praxis. Der Vorstand deS Landes- berbandes der bayerischen Presse erhebt daher gegen dieses Ver- whren ganz entschiedenen Widerspruch und giebt der «Übersicht Ausdruck, daß dieser Fehlgriff von der zuständigen �ufiailz korrigiert wird."_ Allzuviel«. Der Kultusminister hat an die nachgeordneten Behörden �uen Erlaß gerichtet, der als B r e m s e auf dem Gebiet der Orden»- btrlejhnng wirken soll. ES heißt darin: Bei Prüfung der Vorschläge zur Verleihung von Orden und Ehrenzeichen aus Anlaß deS Krönung»- und OrdenSfesteS ist hier b>e Beobachtung gemacht worden, daß insbesondere hinsichtlich der jpbden 3. und 4. Klasse des Roten AdlerordenS und be» Kronenordens wie auch bezüglich des Adlers der Inhaber des HauSordenS von Hohenzollern die Zahl der von den nach- geordneten Behörden gestellten Anträge von Jahr zu Jahr wächst. So sind z. B. zum diesjährigen OrdenSfeft für die Ifenannten Ordensgrade ungefähr viermal soviel Anträge vorgelegt worden, als Orden zur Verfügung standen. Tie Verminderung der Anträge erscheint hiernach und auch zur «Erleichterung der Auswahl der zu Dekorierenden und weiter im teresie der Verminderung des Schreibwerks dringend geboten. stuch das wird nichts nützen. Der„Schutz des Schwache«". . In der Kommunalabgabenkommission deS DreiklasienparlamentS viantragten unsere Genossen am Donnerstag, diejenigen, deren Ein- 'vwmen weniger als 900 M. beträgt, von der Gemeindeein- svsnmensteuer frei zu lassen. Dieser Antrag wurde a b g e l e h n t. Mehrheit der Kommission ist der Ansicht, daß schon jetzt in .stlen Gemeinden diese Personen von der Gemeindesteuer frei ge- A'en werden. Auch einige andere Anträge sowohl unserer Genosien ?le der Fortschrittler. die die Steuerbestimmungen zugunsten /r Minderbemittelten ändern wollten, wurden sämtlich �gelehnt. Der Sittenretter Dr. Gaigalat. ®in pikanter Prozeß gegen den Redakteur des„Wahren Jacob, 'Nossen Hei mann, kam am Donnerstag vor der«troskammer Stuttgart zur Verhandlung. Der„Wahre Jacob" vom Mai 1913 hatte ein satirisches Gedicht über den Pfarrer Gaigalat ''vn Memel gebracht, der als Mitglied der konservativen Fraktion � preußischen Abgeordnetenhaus angehört. In diesem Gedicht °"vd erzählt, wie der.Herr Pfarrer Gaigalat praktisch bemüht se,. J1' Keuschheit zu ps legen. Pflichtgemäß benütze er jede Gelegenheit. � Unzucht zu studieren und dazu habe er sich den Sündenpfuhl �'rlin erwählt, wo er im Cafe„National" Sittenstudien mache. Pfarrer Gaigalat stellte Strasantrag wegen Beleidigung und Staatsanwaltschaft nahm sich seiner an. Die Verhandlung ergab, v'ß der Pfarrer Gaigalat vor einigen Jahren mit zwei ihm be- freundeten in Berlin weilenden liitauischen Parteiführern dem be- «rnnten Cafe„National" einen Besuch abgestattet und sich dort «vt amüsiert hat. 1912 hat er sodann in einer Rede im �rbußistfftx, Abgeordnetenhaus gegen die Nachtlokale und Prostitution kräftig vom Leder gezogen. Im vorjährigen Wahlkampf geriet einer cr beiden Freunde mit Gaigalat ins Treffen, was ihn veranlatzte. einem Eingesandt im„Memeler Dampfboot" die Einzelheiten � fidelen Abends bekanntzugeben. Die Mädchen im Cafe..Ratio- hätten sich so verhalten, als ob sie mit Pfarrer Ga.galat gut bekannt feien. Gegen diese Darstellung hat sich Gaigalat lediglich 'v einem Sprechsaal-Artikel gewehrt, worin er versicherte, er sei ?ußer an diesem Abend nur einmal als Student und vielwicht fp°ter einmal im Cafe„National" gewesen.— Auf dieser Aus- 'Uiandersetzung der beiden früheren Freunde baute sich das Gedicht °uf. Ter Staatsanwalt fand den Besuch im Cafe„National sehr harmlos und erblickte eine schwere Beleidigung darin, daß der Pfarrer als Heuchler hingestellt werde, wofür der Beweis fehle. Ekwas Unpassendes sei im Cafe„National" nicht vorgekommen, vir beantragte 300 M Geldstrafe. Das Urteil lautete entsprechend dem �trage des Staatsanwalts auf 300 Mark Geldstrafe und ver- vffentlichung im„Wahren Jacob" und im„Memeler Tampfboot. der Begründung de? Urteils hat der Gerichtshof den AuSsuh- tilgen des Staatsanwalts zugestimmt; jedoch je, es nicht klug und b>eise vom Pfarrer Gaigalat gewesen, ins Cafe..Rational zu gehen. Die Sorge«m den ,Lebe»s«erv". „ Ter gewaltige, waffenstarrend- Militarismus hat h-illosen vor der Berührung eineS jeden seiner ZwangKzofllinge nrn Zivilisten an Orten, die nicht„zuverlässig" unter der Kontrolle dei Patriotismus stehen. Daher die Lokalverbote und daher horte Strafen für den, der gegen diese Verbote fehlt. Vor dem Kriegs- Ktticht der 38. Division in Erfurt stand am M'ttwoch em Kanonier b®* 55. Feldartillerieregiment in Naumburg, der das„Verbrechen begangen hatte, während feine» Urlaub« nach seinem Heimatort bor- ein Lokal aufzusuchen, das als„sozialdemokratische Hochburg b®! den Ordnungshütern verpönt war. Der Angeklagte wußte Diesem Lokale seine früheren Arbeitskollegen und er such:- sie wohl deshalb dort auf. Er wurde angezeigt und vom Stand- gericht zunächst zu 5 Tagen Mittelarrest verurteilt, weil es eine „unwürdige Handlung" sei, wenn ein Soldat in einem sozial- demokratischen Lokale verkehre. Der GerichtSherr legte Be- rufung ein, ihm war die Strafe nicht hoch genug. Vor dem Kriegsgericht Erfurt beantragte der Anklagevertreter sieben Tage Mittelarrest, das Urteil lautete auf 14 Tage Mittel- a r r e st wegen Ungehorsams im Sinne des 8 93 des M.-St.-B. Die Truppe müsse, so hieß es bei der Urteilsbegründung, vor der Gefahr geschützt werden, daß in ihr sozialdemokratischer Geist ver- breitet werde. Ter„Lebensnerv" vibriert wirklich sehr stark, sobald er etwa» von Sozialdemokratie hört. In Bayern wie in Prentze». Ein Soldatenquäler hatte sich am Dienstag in der Person des Unteroffiziers«chwarzmann vom 3. bayerischen Infanterie- Regiment vor dem Kriegsgericht der 2. Division in Augsburg zu verantworten. Der schneidige Unteroffizier hatte einem körper- lich etwas unbeholfenen Rekruten Pfänder bei einer Uebung mit dem Gewehrkolben derart gegen das Knie gestoßen, daß der Miß- handelte drei Wochen im Lazarett zubringen mußte. Als Pfänder sich beschweren wollte, sagte Schwarzmann zu ihm, im Falle einer Beschwerde könne er(Pfänder) sich bei der Kompagnie nicht mehr halten. Anderen Soldaten schlug der Unteroffizier beim Ueben von Gewehrgriffen mit dem Seitcngetvehr auf die Finger, einem Manne hielt er beim Abspringen vom Schwebebaum daS Seitengewehr entgegen, so daß dieser auf der Brust braune und blaue Flecken davontrug. Drosseln am Hals' und Schläge mit der Faust gehörten gleichfalls zu den Erziehungsmitteln des Unteroffiziers. Die rohe Behandlung, die er leinen wehrlosen Untergebenen zuteil werden ließ, hielt Schwarzmann nicht ab, seine Opfer nochanzupumpen. l.x■ � � Wegen 9 0 strafbarer Handlung cn wurde schließlich der Soldatenschinder zu 3 Monaten lS Tagen Gefängnis und Degradation verurteilt. Kein Geld für die Alterspensionärc in Bayern. Tie bahe» rischc Abgeordnetenkammer lehnte am Donnerstag durch die Zentrumsmehrheit einen liberalen Antrag ab, der die Regierung auffordert, im nächsten Etat für die Besserung der Alters- Pensionäre Mittel bereit zu stellen. Der Finanzminister hatte den Antrag zurückgewiesen, weil er 2 Millionen erfordern würde. Der Evangelische Pressverband für Deutschland macht uns darauf aufmerksam, daß die Schlußfolgerungen, die wir an da» Gedicht „Kaiser Wilhelm, der beste Gott" geknüpft haben, nicht zutreffen, da e« sich um einen Druckfehler handelt. Der fragliche BerS sollte lauten:„gilt als bester Gatt'(nicht Gott) und Vater". die griechisch-türkische Spannung. Bermittlung der Mächte. Wie«, 18. Juni. Wie das„Neue Wiener Tageblatt" erfähtt, hat die österreichisch- ungarische Regierung wie die anderen Mächte sowohl in Konstantinopel als auch in Athen in versöhnlichem Sinne gewirkt. Zu einem Kollektivschritt der Mächte liegt zurzeit keine Veranlassung vor. Sämtliche Mächte sind darin einig, für die Aufrechtcrhaltung des JriedenS tätig zu sein. Eine türkische Note. Konstantinoprl, 18. Juni. Die gestern abend den hiesigen Bot- schastern übermittelte Note, die vom Großwefir unterzeichnet ist, sagt im wesentlichen, die den Mächten von Griechenland zugegangenen Berichte über angebliche Vorkommnisse entsprächen nicht der Wahrheit. Di« Pforte gebe zu, daß Unzuträzlichkeiten vor- gekommen seien infolge deS Umstände«, daß Tausend«, die au» Anatolien auswandern mußten, in Gebiete, die von den Balkan- staaten besetzt waren, eingewandert seien. Aber der gute Sinn der anatolischen Bevölkerung sei zu gut bekannt, als daß man zugeben könnte, daß sie die angeführten Handlungen begangen hätte. Die Pforte verweist sodann auf die Maßnahmen, die ergriffen worden seien, insbesondere auf die Inspektionsreisen de« Minister« Talaat Bei nach Adrianopcl und Anatolien. Dank der Tätig- keit deS Ministers seien die aufgeregten Völkerschaften beruhigt worden. In dem Wunsche, daß ihre Behauptungen überprüft würden, ersuche die Pforte darum, daß ein Delegierter Talaat Bei aus seiner Reise begleite, und daß je ein Delegierter von jeder Bot- schaft nach Mazedonien entsandt werde, um zu bestätigen, was die Muselmanen erdulden, und um festzustellen, ob die Türkei oder andere die wahrhaft Schuldigen an den gemeldeten Ausschreitungen seien. Die Haltuug Deutschlands. Berlin. 18. Juni. Die deutsche Regierung hat sich mit dem Vorschlage der türkischen Regierung ein- verstanden erklärt, daß Vertrauensleute der Botschaften der Großmächte, sei eS in Verbindung mit Talaat Bei, sei es selbständig, die Lage der Griechen in Kleinasien unfttf- suchen sollen. Einstellung der griechische« Schiffahrt. Konstantinopel, 18. Juni. Die griechischen Dampfer und mehrere griechische Schlepper sind aus dem Schwarzen Meere und von hier in die griechischen Gewässer abgefahren. Die griechische Schiffahrt hat den gesamten Dienst in den türkischen Häfen ein- gestellt. Sperrung de» Hafens von«myrua. Smhrna, 18. Juni. Die Regierung hat angeordnet, daß bis auf Widerruf k e i n D a m p f e r in den Hafen von Smyrna ein» lausen oder au« ihm herausfahren darf. Türkische Kohlen- und Schiffsankiiufe in England. London, 18. Juni. DaS Reutersch« Bureau erfährt a»S diplo- matischer Ouelle, daß in den letzten Tagen eine Anzahl türkischer Marineoffiziere in Eiigland angekommen sei, um 120 000 Tonnen Kohle und auch vier bis fünf T ra n s p o r t da m p f e r von etwa 3000 Tonnengehalt und zehn bis elf Knoten Geschwindigkeit anzukaufen. Die Schiffe sollten im Kriegsfälle als Truppen t'ransportschiffe dienen. Zrankreich. „Herr Bruder zur Rechten, Herr Schwager zur Linken." Paris, 17. Juni.(Eig. Ber.) Während der gestrigen Kammer- Verhandlung, als auf der radikalen Linken Bedenken dagegen rege wurden, da« Militärprogramm von Pau in die Gruft zu senken, schwirrten in den Wandelgängen plötzlich Gerüchte auf, daß die Re- gierung den Republikanern durch eine„Säuberung" de« General- stab», wie sie CombeS verlangt hat. Genugtuung und Bürgschaften geben werde. Man sprach sogar von Entfernung. de» streitbaren Klerikalen C a st« l n a u von der Spitze des obersten Kriegsrats und seine Ersetzung durch den Republikaner S a r ra i l. Diese Nach» richt wird heute dementiert, dagegen wird bekanntgegeben, daß der Korpskommandant Balabrvgue.der als Republikaner bekannt und auch wegen seine« jüdischen Ursprung« den Klerikalen nicht an- genehm ist, den klerikalen Longly de Cary im obersten Krieg«, rat ersetzen soll. Nachfolger ValabregueS im Korpskommando wird der gleichfall« republikanisch gesinnte General Säuret. Diese Er- nennungen bezwecken jedenfalls auch die Beruhigung der republika» nischen Armeekreise, die die Uebernahme des Kriegsministeriums durch Messimy nicht ohne Befiirchtungen sahen, denn Messimy ist es, der seinerzeit Casielnau ernannt bat.— Das blockradikale Abend- blatt„Bannet Rouge", daß der Ex-Anarchist und frühere Redakteur von Hervs«„Guerre Sociale" Almereyda redigiert, beilagt die Halbheit der Maßregel und freut sich doch der halben Wunsch- erfüllung. Die radikale Weltbetrachtung geschieht jetzt mit einem heiteren, einem nassen Auge. Interpellation wegen der Unwetterkatastrophe. Paris, 18. Juni. Der konservative Deputierte Binder meldete eine Interpellation an über die infolge des jüngsten Un- wetters in Paris vorgekommenen Unglücksfälle und verlangte, daß die Erörterung darüber sobald als möglich stattfinden solle. Ter Minister der öffenllichen Arbeiten Renault erklärte, daß er die Kammer in der nächsten Woche über die Ergebnisse der eingeleiteten Untersuchung unterrichten werde und schlug vor, die Angelegenheit am Freitag, den 26. d. Mts., zu erörtern. Der geeinigte Sozialist L a u g h e behauptete, daß die Erdsenkungen hauptsächlich auf die schlcudcrhaften Arbeiten der Bauunternehmer zurückzuführen seien, und verlangte, daß in die von dem Minister der öffentlichen Arbeiten eingesetzte Untersuchungskommission auch mehrere Mitglieder des Erdarbeitersyndikats entsandt würden. Da der Minister der öffenllichen Arbeiten diese Forderung un- beantwortet ließ, erhoben die Sozialisten einen furchtbaren Lärm, so daß�er Kammerpräsident Teschancl sich schließlich genötigt sah, die Sitzung zu.unterbrechen. Italien. Ter General, der nicht aus das Volk schießen wollte, Rom, 16. Juni.(Eiesi Ler.) Ter General A g l i a r d i. der in der Umgebung von Ravenna während des General- streiks von 300 Landarbeitern aufgehalten wurde und mit sieben ihn begleitenden Offizieren den Streikenden seinen Säbel ablieferte, ist vom Kriegsminister strafweise zur Disposition gestellt worden, in Erwartung anderer Disziplinarmaßnahmen. Auch gegen die ihn begleitenden Offiziere schwebt ein Strafverfahren. Diese Bestrafung eines Offiziers, der keine> andere Schuld hat als die, un- nutzes Blutvergießen verhindert zu haben, wird in natio- nalistischcn und konservativen Kreisen mit begreiflicher Ge- nugtuung aufgenommen. Hierbei kann nicht einmal der Ge- danke zugrunde liegen, daß der Offizier etwa aus Furcht gehandelt hätte. Agliardi ist ein in Gefahren bewährter Mann, der sich in Erythräa, in China und in Tripolitanien geschlagen hat, und der bei öcharaichatt große Tapferkeit an den Tag legte. Der bürgerlich-radikale„Messaggero" schreibt über den Fall, nachdem er an die Haltung des Generals bei Scharaschatt erinnert hat, die folgenden Worte: „Es kann sein, daß es für die unerbittliche und bedingnngs- lose Blindheit des militäriscken Gehorsams ein Hindernis ist, wenn einer menschlich empfindet, menschlich gegcnüoer Mitmenschen. gegenüber den Angehörigen des eigenen Landes. Wenn das eine Schwäche darstellt, dann wollen wir nur wün- schen, daß keiner unserer Soldaten je eine andere Schwäche kennen möge, und daß jedem nur in dem Augenblick die Hand zittere, wo cS gilt, auf einen Landsmann zu schießen. Und wenn, was am allerwahrscheinlichsten ist, der General Agliardi angesichts der gewalttätigen Menge an das furchtbare Gewicht gedacht hat, das seine Leiche auf die Wagschale der schweren Verantwortlichkeit der Stunde geworfen hätte, wenn cr an den Haß gedacht hat, an das Böse, an den Ruin, die aus seinem Blut hervorgegangen wären, und wenn er. dem der. Tod nie Angst gemacht hat, den Mut zum Leben fand, um seinem Vaterlande den Schaden und die Schande einer solchen Tot zu ersparen, dann glaube ich, daß er sich im Herzen aller Italiener ein Verdienst erwarb, als er den Degen ablieferte,' den er mit fester Hand in Ehren getragen hatte." Afrika. Das„beruhigte" Marokko. Pari«, 18. Juni. Wie auö U d s ch d a gemeldet wird, hatten die. Truppen der Generale Gouraud und Baumgarten in der Nähe von T a z a vorgestern abermals einen heftigen Kampf mit dem Riatastamm zu bestehen, der sich auf dem in das Jnauental führen» den Pfad verschanzt hatte. Dir Franzosen hatten 11 Tote, dar- unter einen Offizier, und 53 Verwundete. Die Riataleute erlitten besonders durch die französische Artillerie überaus große Belüfte und flüchteten, indem sie den Jnauenfluß durchschwammen. Mexiko. Villa gegen Carranza. New Jork, 18. Juni, lieber Eaglepaß(Texas) wird ge» meldet: General Villa überreichte Carranza ein Ultimatum, in dem er die völlige Trennung der Zivil- und Militärgewalt der Regierung der Konstitutiona-' listen fordert. Nach Depeschen auS dem.Hauptquartier der Konstitutionalisten in Piedras Negras soll ein Komitee von. drei Offizieren Carranza in Saltillo Villas Forderungen überreicht haben.______ Letzte Nachrichten. Die Lage in Durazzo. Durazzo, 18. Juni.(Meldung der Agenzia Stefani von 1 Uhr 35 Minuten.) Bis jetzt herrscht Ruhe. Soeben sind die Per» st ä r k u n g e n, die aus italienischen und österreichisch-ungarischen Matrosen bestanden, zurückgezogen worden. Heute früh um 5 Uhr fuhr der von der albanesischen Regierung gecharterte öfter- reichisch-ungarische Dampfer„Herzegowina" an der Küste entlang und feuerte mehrmals auf Schijak und Kawaja.— Die Kontrolltommission trat heute zusammen, um P r o t e st zu er» heben gegen das Verschwinden eines Briefe», den die Aufständischen an sie gerichtet hatten. Die militärischen Fähigkeiten der Aufständischen. Durazz», 18. Juni. Nach Augenzeugen waren die Verluste der Regierungstruppen deshalb so groß, weil die Rebellen nicht nur vorzügliche Stellungen bezogen, sondern auch sonstige mili- tärische Fähigkeiten aufwiesen, die von guter Organi. sation in strategischer Beziehung zeugten. Bulgarien will neuttal bleiben. Sofie, 18. Juni. Die Agencc Bulgare meldet: Nach auS Regierungskreisen stammenden Erklärungen ist die bulgarische Regierung entschlossen, bei einem eventuellen Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei strengste Neutralität zu beobachten. Gn Zwischenfall in Saloniki. Sofia, 18. Juni.(Keldung der Agence Bulgare.) Der Do l. metscher de» bulgarischen KosulatS in Saloniki ist gestern mitten auf der Straße verhaftet und auf die Polizei» wache geführt worden. Die Regierung hat energisch gegen diese» Willkürakt der Polizei von Saloniki protestiert und die Freilassun« de« Dolmetscher» verlangt. NN WW Alles überragend! Unser Saison- Ausverkauf bietet Gewähr für ungewöhnlich billigen Einkauf. Unser Saison- Ausverkauf umfaßt feilweise noch nie dagewesene bis an die äußerste Grenze gehende Preisermäßigung Unser Saison- Ausverkauf bietet in allen Abtellun gen ohne Ausnahme and is Preisermäßigungen teilweise bis zu... 50% Unser Saison- Ausverkauf beginnt morgen Sonnabend, den 20. Juni Beachten Sie unser morgiges Inserat BAERSOHN Spezialhaus größt.Maßstabest. Herren und Knaben- Kleidung Chausseestraße 29.30 BERLIN 11 Brückenstraße 11 Gr. 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