Nr. 167. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis prämumerando: Bierteljährl. 3,36 M., monatl. 1,10., möchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelgeile oder deren Raum 60 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins und Versamminungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckie Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig.. jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstraße 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Maul halten! -Montag, den 22. Juni 1914. Geschichte lernen! In ihren dicken Schädel will die ErExpedition: S. 68, Lindenstraße 69. Fernsprecher: Amt Moritplass, Nr. 1984. fenntnis nicht hinein, daß die Erde rund ist und sich dreht Wie soll der Staat gerettet und daß ihre unersättliche und raffgierige Rasse in das zwanzigste Jahrhundert hineinragt wie ein erratischer Block der Vorzeit. Auf die Bajonette gestüßt und die Maschinengewehre, 4 werden? " Als in der vergangenen Woche der Genosse a enisch wähnen sie ihre gottgewollte Herrschaft noch fest und sicher Die Junker leiden im allgemeinen nicht unter einem Ueberim preußischen Dreiklassenparlament die heimtückische Bereit- und glauben immer noch dem Volte ihr: Maul halten! ent- maß von Wissen, und ihre Kenntnis der Literatur des alten Roms willigkeit der reaktionären Parteien, den Genossen Lieb- gegenschnarren zu können. Zuweilen scheint ihnen sogar der beschränkt sich bei den meisten von ihnen auf zwei Zitate aus den knecht den Leipziger Disziplinarrichtern ans Messer zu Erfolg zu winken. Die Justiz macht gegenwärtig ganze Arbeit, Reden des seligen Cicero. Die werden dann um so häufiger anliefern, gebührend brandmarkte, tobte die Rechte wie besessen, die Staatsanwälte müssen lleberstunden einlegen, es praiselt gewandt, und es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht irgendein und als der Redner seinen dritten Ordnungsruf weghatte, nur so an Anklagen auf die Sozialdemokratie hernieder Mitarbeiter der Kreuzzeitung" fragt, wie lange Catilina( dieser trähten ein paar ganz unverzagte Junker: Maul halten! Es was ist das anderes als auch ein Versuch, der Partei der adlige Umstürzler muß für die Sozialdemokratie verantwortlich läßt sich nichts daran drehen und deuteln, denn auch in dem Arbeiterklasse den Mund zu verbieten und ihrer Kritik an den zeichnen) noch unsere Geduld mißbrauchen wolle, und in denen Barlamentsbericht der konservativen Presse findet sich am tausend Mißständen unserer herrlichen Staatsordnung einen nicht an die Regierung die Mahnung gerichtet würde:„ Die Konjuln Schluß der Haenischschen Rede der Klammervermert: Maultorb vorzubinden! Im Vormärz wurde ein Berliner mögen darauf bedacht sein, daß das Staatswesen feinen Schaden ( Rufe rechts: Maul halten! Abg. Haenisch erhält seinen Referendar für ein Jahr auf Festung geschickt, weil er ver erleide." Jetzt ist es wieder der durch seine naiven Scharfmacherdritten Ordnungsruf.) sucht, Mißvergnügen gegen die Regierung zu erregen". Lieben reden im Herrenhause bekannte Herr von Puttkamer, der sich Es wird dadurch aller Welt offensichtlich, daß die sollt ihr mich, Kanaillen, nicht fürchten! schrie der erste in die Toga des klassischen Vaterlandsfreundes hüllt und den Sozialdemokraten das Niveau" des hohen Hauses" drücken Friedrich Wilhelm und ließ seinen derben Krückstock Lenkern des Staates seine Warnung zuruft. Er hat im Vorwärts" und daß zu dem Hausknechtsparagraphen schleunigst noch auf dem Rücken schen vorüberhuschender Bürger tanzen. Wenn frevelhafte Aufreizungen zum Treubruch, zum Hochverrat und zur andere Bestimmungen der Geschäftsordnung eingefügt werden die Regierung den braven Untertanen kein Vergnügen macht, Meuterei entdeckt; in dem Beschluß, einen Massenstreitfonds an müssen, um dem Rüpelton der Sozialdemokratie ein Ziel spaziert er ins Loch. Und nur zum loyalen Hurra darf auch zulegen, sieht er die Aufforderung zu einer zielbewußten gewaltder Staatsbürger Anno 1914 den Mund aufreißen, sonst heißt samen Organisation der Revolution; es muß also unbedingt etwag Nun verstehe man uns nicht falsch: wir nehmen es es flugs: Maul halten! geschehen, etwas Großes, etwas Durchgreifendes, und wenn Herr Am meisten frißt es den Junkern natürlich am Herzen, v. Buttkamer auch selber nicht weiß, was, so hat er doch im Gegeneinem beliebigen Krautjunker gar nicht sonderlich übel, wenn er in höchster But so frächzt, wie ihm der Schnabel gewachsen daß in die preußische Landstube, wo man so schön unter sich saß zu den meisten seiner Standes- und Gesinnungsgenossen offenist. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über, und war, die wirklichen Volksvertreter eingedrungen sind und hier var das Vertrauen zu den„ Konsuln", daß diese das Richtige finden diese hinterpommerschen und uckermärkischen Hüter des„ guten unbekümmert die Forderungen der Massen anmelden. Darum werden. Sei es nun, daß sie die bestehenden Geseze schärfer anTons" kennen den guten Ton eben nur vom Hörensagen. tam dieses junterliche: Maul halten!, das dem Genossen Maul halten! Du lieber Himmel, das hat man als Leuta enisch zugerufen wurde, wirklich aus tiefster Seele, und nant auf dem Kasernenhof so oft einem Sert ins Gesicht es galt nicht nur dem einen sozialdemokratischen Abgeordneten, gebrüllt, der gegen eine ungerechtfertigte Beschuldigung den sondern mehr noch den Millionen, die draußen stehen und Mund aufzutun wagte Maul halten! Damit hat man türmisch mit ihren Fäusten an die Lore des Dreiklajjen später als Gutsherr die Landarbeiter angeschnarrt, wenn sie parlaments trommeln: Unser Recht! Unser Recht! Aber wie man in den Wald. hineinrust, so schallt es mit irgendeiner bescheidenen Bitte tamen Maul halten! Das iſt dieſen fendalen Herren aus Ostelbien so in Fleisch hinaus, und ein Tag wird kommen, da aus Millionen Kehlen und Blut übergegangen, daß es ihnen auch im Landtag in der Handvoll frecher Junker ein so gewaltiges: Maul halten! entgegendonnert, daß auch dem Unverschämtesten vor Schreck zit feßen. " Der albanische Aufstand. Scheitern der Verhandlungen. vomi und wenden oder neue machen. Der zweite Weg wäre ja der bessere. Aber es ist auch der schwierigere, und mit den bestehenden Gesezen ließe sich einſtveilen auch schon allerlei machen. Zum Beispiel wird Bethmann oliveg jest beweisen", daß er den politischen Massenstreit einfach verbieten fönnte. Das freifonservative Neue Jahrhundert" verficht diesen Satz und legt unter Aufwendung von viel juristischem Scharfsinn dar, daß bie$ 5 152 und 153 der Gewerbeordnung nur den ökonomischen Ausstand für ſtrafios erklärten. Diese Beweisführung erinnert ein wenig an die bange Frage des Königs von Sachsen, der im Jahre 1830, als nach Dresden die Kunde kam, daß die Franzosen ihren König verjagt hätten, erstaunt und unwillig ausrief:„ Ja dersen sie denn das?" Das soll nicht heißen, daß man nicht imstande ist, die politische und die gewerkschaftliche Arbeitetbewegung auf alle mögliche Weise zu schifanieren, aber das Gesetz, durch das die Vorbereitung eines politischen Streiks verboten wäre, soll man uns doch noch erst aufweisen. der Hike des Gefechts schnell einmal entfährt. Oder vielmehr: es handelt sich hier nicht um ein Ent- das Mundwerk stehen bleibt. fahren und nicht um Hike des Gefechts dieser unver fchämte Ruf: Maul halten! ist hier mehr als eine junkerliche Frechheit, es ist der innerste Ausdruck eines ganzen politischen Systems. Ein treffendes Spottwort hat ja die Rechte des preußischen Untertanen auf die Formel gebracht: Soldat werden, Steuern zahlen und das Maul halten. Freilich, so recht im Flor stand dieses politische System nur im Vormärz, Durazzo, 20. Juni.( Meldung der Agenzia Stefani von Der konservative Staatsrechtslehrer Professor Born hat ist auch wo der absolutistische Junkerstaat bei den leisesten Regungen 11 Uhr 30 Minuten nachts.) Bei den Verhandlungen überzeugt, daß eine Aenderung der Gesetzgebung nicht notwendig bürgerlicher Unzufriedenheit mit derbem: Maul halten! damit den Unterhändlern, welche in vollem Einver- sei, um die Abgeordneten, die bei Kaiserhochs sisen bleiben. zwischenfuhr. ständnis mit der Regierung im Namen der Stadt über den hinter Schloß und Riegel zu bringen. Die Immunität hätten die Der König Friedrich Wilhelm III. hatte Anno Frieden verhandeln sollten, verlangten die Aufständischen Demonstranten vom 20. Mai nicht mehr besessen und an der Ma1815 dent Volt sein königliches Wort für eine Verfassung Befreiung Militärdienst den jestätsbeleidigung lasse sich nicht zweifeln. Nun hat zwar das Reichsverpfändet, die Jahre gingen hin und das Versprechen blieb Steuern, sowie die Annahme anderer geringfügigerer gericht bekanntlich entschieden, daß das Sißenbleiben beim Kaiserhoch uneingelöst, aber wehe! wer daran auch nur zu erinnern Forderungen, die sie schon gestellt hätten. Außerdem ber noch keine Beleidigung im Sinne des§ 95 des Strafgesetzbuchs bewagte! Maul halten! schrie die Justiz und der unbequeme langten sie einen dreitägigen Waffenstil I stand. deute, und das war noch vor der Novelle von 1908, die befanntlich Mahner verschwand, stumm gemacht, hinter den dicken Mauern Da die Regierung auf die Forderung des dreitägigen Waffen- Absicht der Ehrverlegung, Böswilligkeit und leberlegen als Tatsolider Festungskasematten. Junge Schriftsteller verkündeten stillstandes nicht eingehen zu können erklärte, wurde schließlich bestandsmerkmale fordert. Doch das fümmert Herrn Bornhat wenig. in den dreißiger Jahren mit Mut und Talent die Gedanken vereinbart, daß, wenn bis Sonntag nachmittag 5 Uhr 30 mi. Sein Vertrauen in die Justiz ist unerschütterlich: der neuen Zeit und sangen der politischen Freiheit ein fühnes Lied Maul halten! zischte der Bundestag dazwischen und berbot in Bausch und Bogen alle Schriften des Jungen Deutschlands", nicht nur, dic schon erschienen waren, sondern in staatsretterischer Weisheit auch die noch erscheinen würden. In den vierziger Jahren peitschte grimmste Not und bitterstes Elend die schlesischen Hungerweber, endlich einmal den Mund aufzutun, sie schrien ihre Misere zum Himmel empor, der sie nicht erhörte, sie gossen allen Haß, allen Groll, allen Troß gegen ihre schamlosen Ausbeuter in die ungefügen Verse des hr Schurken all', ihr Satansbrut, Ihr höllischen Dämone, Weberliedes: Ihr freßt der Armen Hab und Gut, nuten feine Antwort erteilt werde, sämtliche Verhandlungen abgebrochen sein sollten. Eine Entscheidung hat die al banesische Regierung bisher nicht getroffen. Der Tag ist ruhig verlaufen.. Nene Beschießungen. Nach einer mehr als zehnjährigen richterlichen Erfahrung als Berliner Strafrichter glaube ich behaupten zu dürfen, daß jede Berliner Stiafkammer die Genossen, deren Sißenbleiben nachgewiesen war, einfach wegen Majestätsbeleidigung verurteilt hätte. Wir wollen Herrn Bornhat nicht widersprechen, denn er muß Durazzo, 20. Juni.( Meldung des Wiener K. K. Telegr.- Korr.- ja in der Tat den Geist unter den Richtern einigermaßen kennen. Bureaus.) In der vergangenen Nacht lief die Herzegowina" Aber leider bleibt einstweilen seine Hoffnung, daß während des abermals aus und beschoß die feindlichen Stellungen in der nächsten Winters die sozialdemokratische Reichstagsfraktion statt in Richtung von Porta Romana und Kawaja. Da in der verflossenen Reichstag im Gefängnis site, unerfüllt, und deshalb hält es die Nacht in Durazzo abermals Gewehrschüsse von unbe- Kreuzzcitung" auf alle Fälle für besser, das Gesch zu än= tannten abgegeben wurden, erließ der holländische Kommandant dern, das heißt auf der einen Seite die Immunität der AbgeordKroon die Anordnung, daß jedermann, der in der Stadt Schüsse ab- neten zu begrenzen und auf der andern Seite den Majestätsveleidifeuert, mit fünf Jahren Gefängnis bestraft wird. Nun haben die gungsparagraphen nach rückwärts zu revidieren. Und Fluch wird euch zum Lohne. Der heutige Tag verlief vollkommen ruhig. Um etwai- Konservativen im Jahre 1908 selbst für seine Wilderung gestimmt, Da pjefferte der König mit dem Salvenfeuer der Ingen abermaligen Ueberrumpelungsversuchen vorzubeugen, wurden aber, wie die Kreuzzeitung" so schön sagt, die heutige Fassung, gefanterie sein: Maul halten! dazwischen, und auch die schlesischen an sämtlichen einigermaßen gefährdeten Punkten Verschanzun- nügt nicht mehr, um den Anspruch des Volfes in seinen Gefühlen Weber wurden stumm gemacht. Das ging so lange, wo nicht gen und Drahtzäune errichtet, so daß ein Eindringen des Feindes der Ehrfurcht, der Anhänglichkeit und der Treue gegen den Monim Guten, so im Bösen, bis der 18. März 1848 fam und in die Stadt selbst im Falle eines unerwarteten überraschenden archen und gegen die Einrichtung der Monarchie geschützt zu werden", das Volk sich nicht mehr den Mund verbieten ließ, sondern Angriffes ausgeschlossen erscheint. Heute hat sich das frei zu erfüllen. Das Volf, das die„ Kreuzzeitung" meint, ist natürlich gleich mit scharfen Schüssen. hinter Barrikaden hervor seine willige Artilleristenkorps organisiert. Es wählte den das Volk der Junker. In deren Namen also muß der Träger der Ansicht über der Junker unwürdiges Snutenregime äußerten. preußischen Rittmeister von der Lippe zum Komman- Krone wirksamer geschützt werden. Wie jagte doch einer der Edlen Aber bald saßen Absolutismus und Junkertum wieder danten, der seinerseits den Befehlen der holländischen Offiziere vor kurzem in der„ Politisch- Anthropologischen Revue":" Wir haben um unserer selbst willen den Anspruch auf die Erhaltung der munter im Sattel, und hochfahrender und höhnischer Klang untersteht. Monarchie." den Recht heischenden Volksmassen das feudale: Maul halten! entgegen. Die Jahrzehnte verstrichen, die bürgerliche Demo- Durazzo, 20. Juni.( Meldung des Wiener K. K. Telegr.- Korr.Nun, und wir warten mit Interesse ab, welche Vorschläge zur tratie dankte ab, die Sozialdemokratie tam auf, wuchs, ent Bureaus.) Die allgemeine Lage ist sehr ungeklärt. Prent Durchsetzung dieses Anspruchs bis zum Herbst noch gemacht werden, wickelte sich, erstartte da klang auch für sie von den Lippen Bibdoda befindet sich mit seinen Leuten noch immer etwa vier des Gewaltmenschen Bismarck der Befehl: Maul halten! Stunden hinter Durazzo und scheint zu zögern, den Vormarsch Denn das Sozialistengeseh war ja nichts anderes als der gegen Schijak zum Angriffe auf die Aufständischen anzutreten. systematische Versuch, die Sozialdemokratie stumm zu machen. Auch herrscht teine Klarheit, wie Achmed Bei Mati, der über Wie kläglich dieser Versuch scheiterte, wie siegesfroh hinter Tirana vorrüden und den Kreis um die Aufständischen enger ziehen dem gestürzten Blut- und Eisen- Mann der Ruf erklang: Es sollte, sich verhält. Neber die Stellungnahme Aziz Paschas lebe die Sozialdemokratie!, ist allen Kennern der Geschichte Vrioni, der zu dem gleichen Zwecke von Süden über Fieri heran⚫ bekannt. rüden sollte, liegen teine günstigen Nachrichten vor. Aber für der oftelbischen Junker Gezücht gilt Hegels Bort: Aus der Geschichte lernen wir, daß wir nichts aus der Verzweifelte Lage. Die gelbe Lehre. Von Gustav Hoch. Professor Dr. Andreas Voigt in Frankfurt am Main hat sich veranlaßt gefühlt, seinen Eifer für die gelben Gewerkschaften„ wissenschaftlich" zu rechtfertigen. In der Frankfurter Zeitung" bemüht er sich mit zwei Fragen, bon denen die erste lautet: Können Gewerkschaften, die auf den Streit verzichten, I ganz außergewöhnliche Umstände vorliegen die Lohn- und einen wesentlich mitbestimmenden Einfluß auf die Arbeits- Arbeitsbedingungen in den letzten Orten für die Arbeiter bedingungen ausüben? viel ungünstiger als in den Orten mit einer starten gewerk. schaftlichen Bewegung. Um diese Frage zu beantworten, geht Professor Dr. Voigt auf die wahrlich nicht mehr ganz neue Lehre von dem alle Gebiete des Wirtschaftslebens" allein beherrschenden freien Spiel der Kräfte zurück: Angebot und Nachfrage regeln das Wirtschaftsleben mit solcher zwingenden Notwendigkeit, daß die Menschen auch durch ihre Verbände so gut wie nichts daran ändern können und daß sich deshalb auch nicht ein ernster Kampf dagegen lohnt. Daher darf die Bedeutung aller Verbände für die Preis. gestaltung nicht überschätzt werden. Sie fönnen wohl innerhalb der von der wirtschaftlichen Konjunktur gezogenen Grenzen kleine Widerstände des Willens der Gegenpartei überwinden, nicht aber wesentliche Preisverschiebungen herbeiführen. So fann man vielleicht durch einen Konsumentenstreit in bezug auf Fleischgenuß einnial den Willen einer Mekgerinnung, den Fleischpreis an der overen Grenze des Preisspielraumes festzuhalten, brechen; niemand aber wird glauben, daß die Fleischpreise heute wesentlich anders sein würden, als sie sind, wenn etwa in den letzten 50 Jahren mit den Mitteln des Konsumentenstreits und der Aussperrung um sie gekämpft worden wäre. Zu gewissen Zeiten wären sie höher, zu anderen niedriger gewesen, als sie es tatsächlich waren; der Durchschnittspreis aber in längeren Zeitabschnitten wäre wahrscheinlich derselbe gewesen, wie er sich ohne diese Kampfmittel von selbst gestaltet hat. Wie aber, wenn die Viehzüchter streifen", wenn sie die Aufzucht von Schlachtvieh so weit einschränken, daß die Käufer einen Notstandspreis bezahlen müssen? „ Schreiben des Großh. Bad. Ministeriums des Innern vom 4. März. An das Großh. Bezirksamt in Freiburg: Die beantragte Ermächtigung wird erteilt. Die Kostens Diese Unterschiede sind nicht etwa vorübergehend, sondern rechnung ist zur Zahlungsanweisung hierher vorzulegen. gez.: Bodma n." dauernd, solange bis auch in den noch zurückgebliebenen Orten Die engagierten Privat- Stenographen verlangten pro die Arbeiter aufgeklärt und für ihre Gewerkschaften gewonnen sind. Daher sind kämpfende Gewerkschaften und Stunde den Satz von 20 M., der ihnen auch bezahlt wurde. Streits unter den gegenwärtigen Umständen ein unentbehr- Aber die Fürsorge der Polizei ging noch weiter, wie der Beliches Mittel für die Arbeiter, sich möglichst günstige Lohn- richt des Leiters der Freiburger Polizei beweist: und Arbeitsbedingungen zu erringen. Die gelben Gewerkfchaften versagen hier vollständig. Hiermit ist auch die zweite Frage erledigt, die Professor Dr. Voigt in seinem Glaubensbekenntnis aufgeworfen hat: Sind die gelben Gewerkschaften als selbständige Organisationen der Arbeiter, als wirkliche Vertreter von Arbeiterinteressen anzusehen? Die erste Aufgabe der Arbeiterverbände ist die, möglichst günstige Arbeits- und Lebensbedingungen den Arbeitern zu sichern. Denn dies bildet die Voraussetzung für eine um so bessere körperliche, geistige und sittliche Entwickelung der Arbeiterschaft. Die gelben Gewerkschaften, die den Arbeitern den wirtschaftlichen Kampf nicht erleichtern, sondern erschweren, stehen nicht im Dienste der Arbeiterschaft und können daher unmöglich als selbständige Organisationen der Arbeiter, als wirkliche Vertreter von Arbeiterinteressen angesehen werden. Das ist so selbstverständlich, daß sich jede weitere Auseinandersehung darüber erübrigt. Bericht des Bezirksamtmanns Frhr. v. Dusch: Uniformierte Polizeibeamte wurden in den Saal nicht mitgenommen, dagegen zwei Fahnder in Zivil, von denen der eine im Saal nahe dem Ausgang zur Wirtschaft saß. Dieser hatte die Aufgabe, nötigenfalls durch das Wirtschaftstelephon die Wache zu avertieren. Der zweite Fahnder saß hinten im Saal am Haupteingang, er sollte, wenn die Versammlung einer etwaigen Auflösungsanordnung nicht Folge leistet, den Chargierten und Schutzmann( in Uniform), die vor der Haupthalle standen, avertieren, damit diese sich sofort durch den Seiteneingang ( Hausmeisterwohnung) zur Verfügung des Polizeirespitienten begeben. Sodann sollte der Fahnder auf seinem Rad, das er draußen vor der Stadthalle stehen hatte, nach der Hauptwache fahren, unt diese zu avertieren, für den Fall, daß die Benachrichtigung durch das Telephon nicht funktioniert. Auf der Hauptwache waveu 20 Mann unter dem ersten Polizeikommissar versammelt." Es war also alles vorbereitet, damit das liberale Musterländle nicht von der Revolution überrascht wurde. Aber ganz umsonst war diese Fürsorge nicht, denn der Prozeß, der ant 29. Juli in Berlin verhandelt wird, stüßt sich auf die Rede, die Genossin Luxemburg in Freiburg gehalten hat. Das Leben für den Zaren. Was den Ausführungen des Professors Dr. Voigt einen wissenschaftlichen Anstrich gibt, ist einzig und allein die von uns am wenigsten bestrittene Tatsache, daß auch für die geAllerdings steht den hohen Preisen dann die eingeschränkte werkschaftlichen Erfolge gewisse Grenzen gezogen sind, daß die Aufzucht von Vieh gegenüber; und sie bedeutet für die Vieh- Gewerkschaften nur möglichst günstige Lohn- und Arbeitszüchter einen Verlust. Daher werden die Viehzüchter, wenn bedingungen erfämpfen können. Solange die kapitalistische sie in dem dazu nötigen Maße den Markt beherrschen, sowohl Ausbeutungswirtschaft herrscht, ziehen die Unternehmer ihren Der König Friedrich August von Sachsen hat den den Vorteil aus den hohen Viehpreisen als auch den Nachteil Profit aus der Arbeit der Arbeiter und die Arbeiter können aus der eingeschränkten Aufzucht möglichst genau ausrechnen unter keinen Umständen den vollen Nugen ihrer Arbeit russischen Kaiser einen Besuch abgestattet. Dieses Ereignis und die Aufzucht ständig in den Grenzen halten, bei denen genießen. Dies ist ja der Grund dafür, daß sich die Arbeiter ist für die internationale Politik natürlich ohne jede Bedeufür sie der Vorteil aus den hohen Preisen größer ist als nicht allein auf den gewerkschaftlichen Kampf be- tung. Aber deshalb können wir doch nicht ganz gleichgültig der Nachteil aus der Einschränkung der Aufzucht. Daß dieses schränken können, sondern sich zugleich an dem politischen an der Art und Weise vorübergehen, in der ein deutscher Verfahren in der Tat den Unternehmern dauernd einen Kampf beteiligen, ihre Klassengenossen von der Ungerechtig- Fürst seiner Genugtuung über seinen Empfang bei Nikogrößeren Profit, den Verbrauchern höhere Preise feit und Unhaltbarkeit der kapitalistischen Ausbeutungswirt laus II. Ausdruck gibt. Während der Zar sich auf einige bringt, als es ohne dies der Fall wäre, jehen wir in einer schaft überhaupt überzeugen und sie für den Kampf zur Befurze und kühle Worte der Begrüßung beschränkt, erstirbt sein langen Reihe fartellierter Gewerbezweige, so zum Beispiel feitigung der kapitalistischen Ausbeutungswirtschaft ge- Gast geradezu in Demut vor dem Beherrscher Rußlands: auf dem Kohlenmarkte. Die Großkapitalisten denken denn winnen müssen. auch gar nicht daran, sich nach der gelben Lehre des Professors Dr. Voigt zu richten und auf ihre Kartelle und auf die Regelung" der Produktion zu verzichten, sondern legen hierauf sehr großen Wert. Und wie sieht es auf dem Arbeitsmarkt aus? Gar nicht anders, antwortet Professor Dr. Voigt, als auf dem Warenmarft: Jch bestreite keineswegs, daß zu gewissen Zeiten, in einzelnen Fällen, bestimmten Unternehmern gegenüber die energischeren Kampfmittel der Arbeiter zu Erfolgen führen können. Diesen Fällen stehen aber solche gegenüber, in denen die Unternehmer bloß aus taktischen Gründen die Löhne durch ihre Verbände herabdrüden. Ich bin daher der Ueberzeugung, daß im großen Ganzen und im Durchschnitt die Löhne heute nicht höher stehen, als sie auch ohne alle Arbeitskämpfe der letzten 40 Jahre stehen würden. Die Arbeiter haben ja schon sehr oft die Probe auf dieses Erempel gemacht und machen es auch jetzt noch nur zu oft. Fast in jedem Gewerbe finden wir auch heute noch neben den Orten mit einer verhältnismäßig großen Zahl Gewerkschaftsmitglieder und einem großen Einfluß der Gewerkschaften leider so manchen Ort, in dem die große Masse der Arbeiter noch immer ihrer Gewerkschaft fernsteht und daher die Gewertschaft ohne Bedeutung ist. Stets sind wenn nicht Der Erpresserparagraph. Politische Uebersicht. Polizeiangst im liberalen Musterländle. Der Protestversammlung gegen das Frankfurter Urteil, welche am 7. März in Freiburg i. B. stattfand und in der Genoffin Rosa Luxemburg referierte, ist folgender Briefwechsel zwischen der Freiburger Polizeibehörde und dem badischen Ministerium des Innern vorausgegangen, welchen der bekannte günstige Wind der Freiburger Bolfswachht" auf den Tisch geweht hat: Schreiben des Großherzogl. Bezirksamts in Freiburg. An den Großh. Minister des Innern: Wir beabsichtigen, im Hinblick auf die Person der Rednerin die Versammlung überwachen zu lassen, würden es aber auch für zwedmäßig halten, die Rede stenographisch aufnehmen zu lassen. Da unserer Ansicht nach nur ein ganz gewandter Stenograph verwendet werden sollte, ein solcher uns aber unter unferen Beamten nicht zur Verfügung steht, so bitten wir geziemend um die Erlaubnis, einen Stenographen für die erwähnte Versammlung bestellen zu dürfen." = Majestät! Die überaus gnädigen Worte, welche Guere Majestät an mich zu richten die große Güte hatten, haben mich tief bewegt. Ich beeile mich, Euere Majestät und Ihre Majestät die Kaiserin zu bitten, den Ausdruck meiner tiefem pfundenen Dankbarkeit für den unvergeßlichen Empfang entgegenzunehmen, den Euere Majestät mir zu bereiten geruht haben. Ich bitte Euere Majestät, meinen innnigsten Dank für die hohe Auszeichnung entgegenzunehmen, mit der mich Euere Majestät zu beehren geruht haben. Als Mitglied der Armee Eurer Majestät erwarte ich mit Ungeduld den morgigen Tag, wo ich das Vergnügen haben werde, die berühmten Garden Euerer Majestät in Parade zu bewundern. Und ich bin ganz besonders dankbar dafür, daß mir Euere Majestät dieses großartige Schau spiel gnädig ft vor Augen führen wollen. Aufrichtige Genug tuung empfinde ich darüber, daß Euere Majestät die Ernennung zum Chef meines zweiten Artillerieregiments Nr. 28 anzu nehmen geruht haben. Ich zweifle nicht, daß dieses Regi ment sich stets seines erlauchten Chefs würdig zeigen wird. Wenn ein sozialdemokratischer Abgeordneter seinen Ge fühlen für das französische Volk, soweit es den Frieden will und die Verständigung sucht, durch den Ruf„ Vive la France" Ausdruck gibt, so zetern unsere Patrioten über diese un würdige Anbiederung" an das Ausland. Wenn aber ein deutscher Bundesfürst an den russischen Zaren Worte richtet, die von Anbetung wahrhaftig nicht mehr weit entfernt sind, so ist das völlig in der Ordnung. AUSWEG BERE Brc Eng gebi wie etw nich deu Wenn man diesen übereifrigen Herrschaften glauben wollte, waren, nachtmüze steckt und wie wenig er das Politische von dem Privaten alle großen Männer der Weltgeschichte bis auf diesen Tag einge- zu unterscheiden weiß." Damals war das Gebiet des Geschlechtsfleischte Urninge, alles, was die Menschheit je an Großem und lebens noch ein unerforschtes Teil, Sexualprobleme bannte man Schönem hervorgebracht, entfloß der Quelle des Päderaftentums, nicht, eine Sexualwissenschaft fannte man nicht, während heute GeVor einigen Jahren erregte es beträchtliches Aufsehen, als ein und wir gewöhnlichen Sterblichen, die wir mit dem Dichterwort das lehrte von Ruf und besondere Vereine an der Aufhellung der dunkhomosexueller Erpresser einem Breslauer Landgerichtsrat so lange Glück der Erde in den Armen eines Weibes finden, standen im Licht ben Partien unseres Trieblebens arbeiten. Der Freiheitsdrang, mit immer höheren Geldforderungen zusetzte, bis der Bedrohte dieser Anschauung als bejammernswerte Stieffinder der Natur da. den der große Emanzipationskampf der arbeitenden Klasse in der feinen Ausweg mehr wußte und sich eine Kugel durch den Kopf Insofern das Treiben in der Potsdamer Adlervilla und der Fleisch- Brust der Unterdrückten entzündete, sprengte in den Klassen die schoß. Der Erpresser wurde damals dingfest gemacht und zu markt der Garde du Corps vor einigen Jahren alles andere als er- Vorurteile in Geschlechtsdingen zum allergrößten Teil, oder wie sich harter Gefängnisstrafe verurteilt, aber kaum aus der Belle ent- freuliche Zeiterscheinungen waren, hat natürlich auch die Eulen bei Gründung der Internationalen Gesellschaft für Sexualforschung laffen, nahm er seine gemeingefährliche Praxis wieder auf mit dem burg- Angelegenheit mit ihrem Drum und Dran geholfen, gegen im November vorigen Jahres der Geheime Regierungsrat Professor Erfolg, daß er jetzt vom Landgericht Dresden zwei Jahre Zuchthaus die Homosexuellen Stimmung zu machen. In diesem Zusammen- Dr. Julius Wolf aussprach:„ Das Streben nach jozialer Freiund acht Jahre Ghrverlust zudiktiert bekam. Die acht Jahre Ghr- hang ist wohl gerade jetzt, da die Justiz gegen sozialdemokratische heit hat dazu mitgewirkt daß auch die großen Massen sich mit dem verlust werden diesen Edelfnaben wenig kümmern, und wenn er Sünder mit so viel Schneid und Verve vorgeht, auch die teilnehmende seruellen Problem zu beschäftigen anfingen." feine zwei Jahre bei„ Rumfutsch" und„ blauem Heinrich" herunter- Frage erlaubt: Wie befinden sich Durchlaucht auf Liebenberg? geriffen hat, wird er wieder von neuem auf den homosexuellen Teil Fühlen sich Durchlaucht bei Sekt und Kaviar wohl? Gehen Durch der Menschheit losgelassen. Frech lächelnd, denn ans Leben geht laucht fleißig spazieren? Und was macht überhaupt der Meineidses ihn nicht, wird dieser Bursche dann wieder im Mittelpunkt prozeß? neuer tragischer Konflikte stehen, ist doch jede Verhandlung gegen einen Erpresser auf homosexueller Grundlage nur der Abschluß einer unter tausend Seelenqualen durchgekämpften Tragödie. So gar ein tgl. preußischer Kriminalkommissar, Dr. Kopp, hat vor einiger Zeit darauf hingewiesen, als er in einem Vortrag über das Erpressertum ausführte: nad näh indi feit nati trie Ston fich Unt den Bar tale eign darf Hör eljäi Bu Elte die gest auf Elte 3 tei 233 28 ift ge den gefte an 1 gan 21. ha ive me bo be Brie mah es biell den hour Bom bena Den Gen tags refor Berr fonn mer Dan noch Are getp ein Stan Star Bo Ju feie 200 be Tun Der Be bla Aber mögen immer noch hier und da in minder aufgeklärten Arbeiterschichten Vorurteile gegen die Homosexualität und die Homosexuellen festfißen, der Sozialdemokratie ist ihre Stellung zum § 175 flar vorgezeichnet. Die Verfolgung der gleichgeschlechtlichen eines Strafgesekesparagraphen, der die Voraussetzung für ein üppig Liebe entfeimte zweifellos der Anschauung einer Zeit, da der Staat in der planmäßigen Züchtung von Soldaten und Steuerwucherndes Erpreffertum schafft. Auch in Arbeiterkreisen stößt man aahlern seinen Lebenszwed sah, denn wer mit Platen von sich vielfach noch auf das ungerechte Vorurteil gegen die Unglücklichen, aahlern seinen Lebenszweck sah, denn wer mit Platen von sich Aber sicherlich leiden die Homosexuellen sehr zu Unrecht unter der Refruten noch neue Steuerpflichtige in die Welt sehen. Zugleich sagen muß: Ich bin wie Weib dem Manne! hilft weder neue gesellschaftlichen Mizachtung und zittern unter dem Damoklesschwert aber fließt diese Verfolgung aus der Allmacht des absoluten Es gibt feinen Emanzipationstampf, der denen es eine mißgünstige Laune der Natur versagt hat, vor Bureaufratenstandes, die den gehorsamen Staatsbürger von der solche Schwierigkeiten hat, wie der Emanzi den Reizen eines wohlgestalteten Weibes in Brand und Entzücken Wiege bis zur Bahre bevormundend geleitet und sogar auf sein pationskampf der Homosexuellen. Wenn irgend zu geraten. Als in den Tagen der Gründung des Allgemeinen Tun und Treiben unter der Bettdecke ein wachsames Auge hat. Es eine Menschentlasse einen Befreiungstampf führt, wird sie von Deutschen Arbeitervereins Jean Baptist v. Schweizer in ist derselbe Geist der Unfreiheit, der in all unserer Reaktion zu dem Gros der Bevölkerung unterstützt; aber dem Befreiungskampf der Homoseruellen stehen wir alle fern, weil wir das Ziel Mannheim auf Grund einer von ihm stets bestrittenen Handlung Hause ist, wie überhaupt auf dem Sumpfboden der allgemeinen verurteilt wurde, die ins Gebiet der Homosexualität hineinreichte, ferualität ist in lezter Beit in weite Streise gedrungen, und wandten sich die Arbeiter seiner Heimatstadt Frankfurt mit ent- Seuchelei und Brüderie gedeihen. Und diese Reaktion denkt auch bamit haben auch die Erpressergeschäfte auf schlossenem Ruck von ihm ab, und es war vergeblich, daß Lassalle nicht daran, den Erpresserparagraphen 175 abzuschaffen, sondern ge= an den Frankfurter Bevollmächtigten schrieb:" Auf einer wie un ganz im Gegenteil! Der neue Strafrechtsentwurf sieht seine Ausnommen. Sie wissen nicht, welche Summe von Menschenleid natürlichen Verirrung auch das Dr. v. Schweizer imputierte dehnung auch auf die gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen vor, und Menschenqual in solchen Erpressungen steckt. Die gerichtliche Vergehen beruht, so gehört es doch offenbar zu jenen, die mit dem die bisher straflos war. Das bedeutet lediglich die Züchtung einer Verhandlung ist immer erst der Abschluß; dann sitzt der Erpresser Charakter, worunter ich eben die sittliche Ueberzeugungstreue und neuen Art von Erpressern! hinter Schloß und Riegel, und das Opfer atmet erleichtert auf. worauf es hier Zu der staatsbürgerlichen Freiheit, die die Sozialdemokratie Aber was vorangegangen ist, bis der Expreßte die Energie hatte, Redlichkeit eines Menschen verstehe, die noch dazu allein ankommt mit seinem politischen Charakter nicht das erkämpft, gehört auch die Freiheit in Geschlechtsdingen, soweit Anzeige zu erstatten, ist nicht zu beschreiben. geringste zu tun haben. Um sich hiervon zu durchdringen, brauche niemandem, besonders Minderjährigen, damit ein Schaden geich Sie nur an das eine zu erinnern, daß bei den Griechen so schieht, und deshalb ist die Aufhebung des Erpresserparagraphen wenig auch wir diese widernatürliche Geschmadsverirrung be auch eine wichtige politische Forderung. Nun stimmt es gewiß, daß der Emanzipationskampf der Homo- greifen die Dr. v. Schweizer vorgeworfene Knabenliebe dis putandum! Ueber den Geschmad läßt sich nicht streiten! sagte jeruellen allerorten auf gewaltige Widerstände stößt. An sich ist es allgemein herrschender Gebrauch war, beim Staatsmann, beim der alte Frib, als er einen Bauernknecht begnadigte, der wegen ja begreiflich, daß dem normal Empfindenden ein Triebleben, das sich Denker, denen sie nicht zur Last fiel! Das griechische Altertum Sodomiterei, begangen an einer Ziege, zum Tode verurteilt war. als Sehnsuchtsziel eine Person des gleichen Geschlechts aussucht, nahm nicht den geringsten Anstoß daran, und was Sittlichkeit sei, Ueber den Geschmack läßt sich nicht streiten, und am allerwenigsten immer fremd, ja mehr noch! widerlich und abstoßend sein wird, zu denke ich, wußten die großen griechischen Denker, wußte das soll der Strafrichter in reinen Geschmackssachen sein Urteil zu mal wenn er lediglich das Gefühl sprechen läßt und nicht auch den griechische Volf doch auch. Und auf Grund einer derartigen Sexual- sprechen haben. Darum fort mit dem§ 175! Verstand zu Rate zieht. Dann haben gewisse Homosexuelle ihrer verirrung soll man einem Menschen entgegentreten und ihn von sich Sache sehr geschadet, indem sie sich nicht darauf beschränkten, gegen stoßen, der solche Verdienste bereits um unsere Sache sich erworben eine willkürliche Aechtung Front zu machen, sondern geradezu für hat wie Schweizer?.... Es ist dies ein schlagender und tief verdie gleichgeschlechtliche Liebe eine schellenlaute Reklame entfalteten. drießlicher Beweis, wie tief der Deutsche noch in der Philijter diesem Gebiete enormen Aufschwung Und in zahllosen Fällen, in denen diese Energie nicht aufgebracht wird, ist eben nicht die Gerichtsverhandlung, sondern eine Revolverkugel der traurige Abschluß. De gustibus non est Wenn er fällt, werden Zehntausende, werden Hunderttausende harmloser Menschen wie von einem Alp erlöst aufatmen, und darum ist der Kampf gegen ihn auch ein Stüd sozialer Befreiungskampf. Karl Ludwig. 92 be ie in 23 ta ro De. Beits ne tte Die al et en 21, ng eit cit nt ch cu 113 mt be, 11t is 11ig er F0ge in Fre ich tät ita ht pie re ee DO er 13 g ng gi e17Int t, d, Ba t f= 8. ie 5 g r It 18 HCEED 12 r 6 93 5 t I 37 [ t 1 Füchse und Komödianten. Die Presse vermeldet: Acht Tage tot in der Wohnung gelegen hat der 68 Jahre alte Regierungsmeister Gustav Köhn, der von seiner Pension lebte und als Junggeselle für sich allein in der Anflamer Straße 54 hauste. Da K. mit den Hausgenossen nur wenig verkehrte, fiel es zunächst nicht auf, daß er nicht mehr zum Vorschein kam, nachdem man ihn zuletzt am vergangenen Dienstag gesehen hatte. Am Freitag wurde man durch einen üblen Geruch auf das Zimmer des alten Junggesellen aufmerksam. Man glaubte aber zunächst, daß der Geruch von einer Verunreinigung des Abflußrohres herrühre. Am Sonnabend benachrichtigte der Wirt die Revierpolizei, und als öffnen ließ, fand man Köhn entkleidet tot im Bett liegen. Die man nun die von innen verschlossene Tür durch einen Schlosser Seiche war schon start in Verwefung übergegangen. Wahrscheinlich ist der betagte Mann einem Herzschlag erlegen. Die Zeiche wurde zur Feststellung der Todesursache beschlagnahmt. die fiebente und achte Stunde zu vielen Taufenden dem Gör- Aus dem Fenster des vierten Stocks gefallen. lizer Bahnhof zustrebten. Besonders der Osten und Norden Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich Sonntag nach„ Dr. Krupp v. Bohlen- Halbach besuchte geitern, wie ein Berlins schien ein unerschöpfliches Reservoir zu sein, aus dem mittag in der Adoifftr. 1. Dort wohnt im vierten Stodivert der Telegramm aus London meldet, die großen Stahlwerte von in langen Bügen die jugendlichen Leutchen herbeieilten. Das Maurer Kutschenreiter mit seiner Familie. Gestern nachmittag Sheffield. Bei dem Besuch der Werke der Firma Hadfields gab ein Gedränge und Gewirre, ein frohes Aufleuchten der fletterte der siebenjährige Sohn Waldemar auf die Fensterbrüstung, hielt Sir Robert Hadfields, dessen Gast Dr. Krupp v. Bohlen Gesichter, ein Lachen und Schwaben, daß jeder Erwachsene, um nach seiner Schwester zu sehen. Dabei verlor der Knabe das Halbach während seines Aufenthalts in Sheffield ist, eine An- dem die Gabe, mit der Jugend zu fühlen, noch nicht verloren Gleichgewicht und stürzte kopfüber in die Tiefe. In schwerversprache. Es wäre, so führte er aus, eine große Genugtuung für gegangen ist, selbst noch einmal jung wurde. Und fesch und leztem Zustande wurde das Kind nach dem Virchowkrankenhause beide Länder, zu wissen, welche ausgezeichneten Beziehungen adrett tamen sie alle an, die meisten in zweckdienlicher Aus gebracht, wo es hoffnungslos daniederliegt. zwischen England und Deutschland beständen. Er hätte nie ein rüstung, mit Rucksack und Wanderstock, nicht zu vergessen Koch jehen können, weshalb die beiden großen Nationen Feinde sein sollten. Sie wären nicht nur dazu be topf und Zupfgeige, die in inniger Gemeinschaft der Aufgabe stimmt, Bekannte zu sein, sondern Freunde im besten harrten, Magen und Gemüt zu befriedigen. Doch nicht nur Sinne des Wortes. Deutschland sei der beste Kunde Eng- die Görliger Bahn war berufen, die Jugendlichen zu beförlands, und Handelsrivalität sei für alle gut. Herr Krupp dern, vielmehr kamen ungezählte Scharen auch mit der Stadtb. Bohlen- Halbach schloß sich in seiner Antwort Hadfields Hoff- bahn, ein Teil fuhr per Schiff und nicht wenige vertrauten nang an, daß beide Länder stets als Freunde sich den flinken Bedalen an, um dem gemeinsamen Biele, den nebeneinander stehen würden." Gosener Bergen am Seddinsee, zuzustreben. Die Panzerplattenpatrioten als Friedensherolde, als Blau lachte der Himmel, und glutrot versant im Westen Propagandisten der Verständigung zwischen Deutschland und die Sonne. So konnte die Wanderung in ungetrübter Stim England wenigstens kann es ein entzückenderes Bild mung vor sich gehen. Die Dämmerung fank mit weichen Fitgeben! Tönende diplomatische Redensarten tauschen sie aus tichen hernieder und hüllte Wald und Feld in tiefe Schatten, wie leibhaftige Potentaten. Doch meinen sie im Grunde Sterne flimmerten am Firmament, der Mond bildete nur eine etwas ganz Ernstes und Wirkliches: Verständigung zwar schmale Sichel. Schön und freundlich leuchteten die Papiernicht zwischen den beiden Völkern, dem englischen und dem laternen, die schwankend durch das Dunkel der Nacht glitten deutschen die kann die Rüstungsindustrie nicht vertragen, und einen farbenprächtigen Anblick boten. Jest seßen ein nach ihrem Wahrspruch: Friede verzehrt, Unfriede er- paar Stimmen zum fröhlichen Marschlied ein, die anderen nährt!" wohl aber Verständigung zwischen der Rüstungs- folgen, Mandoline und Laute geben die Begleitung, und mit Ein trauriger Vorgang hat sich am Sonnabend gegen Abend industrie beider Länder, deren Annäherung und Verbindung brausenden Klängen werden die Gosener Berge erstiegen. bei Beeskow zugetragen. Der 50 jährige Getreidehändler August seit langem wohl vorbereitet ist. Daß aber für die Inter- Weit und fern liegt die nächtliche Welt vor uns. Wie Lehmann aus Beeskow hatte in der Nähe des Lokomotivschuppens nationale des Rüstungskapitals mit solchem breiten Geschwätz Brillanten in schwarzent Samt funkeln die Sterne am dunklen der Kleinbahn Seu gemacht, als er von einem Gewitter überrascht triefender Friedensphrasen geworben würde, überbietet die Himmel. Vom schweigenden Wald umkränzt, fräufeln sich wurde. 2. wollte schleunigst nach der Stadt zurüd, doch traf ihn Komödiantenstreiche selbst Reineke des Verschlagenen, der tief unten die Wellen des Seddinfees. Die Lampions tanzen plötzlich ein Blitzstrahl und tötete ihn auf der Stelle, fich bekanntlich noch vom Henkersgerüst heruntergaunerte. Irrlichtern gleich durcheinander. Das Gewimmmel von viel- plötzlich ein Blikstrahl und tötete ihn auf der Stelle. Und auch die beiden Füchse des modernen Kapitalismus fin- tausend Gestalten, das Summen von ebenso vielen Stimmen den bei ihrer Komödie den Beifall, wenn auch nicht eines erwedt einen eigenartigen Eindruck. Hier und da flackert Barfetts von Königen, so doch immerhin der deutschen libe- ichon ein kleines Feuer auf. Die Silhouette der Schillerwarte Seit dem 15. Juni wird der 13 Jahre alte Schüler Otto Pieri, ralen Presse. wächst riesengroß aus dem Dunkel empor. natio dessen Mutter hier, Schumannstraße 9, wohnt, vermißt. Er hat am Immer mehr Menschen kommen, es will kein Ende genannten Tage gegen 8 Uhr vormittags wie immer die elterliche Wieder eine Soldatentragödie. nehmen. In der zwölften Stunde wird ein Kreis um den Wohnung mit Schulmappe verlassen, um zur 26. Gemeindeschule zu Wieder hat sich ein Vorfall, ein Soldatenselbstmord er- massigen Holzstoß gebildet. Gleich darauf züngelt und leckt gehen. Diese hat er aber nicht aufgesucht, sondern ist seit dieser eignet, der der ernstesten und gründlichsten Untersuchung be- ein Flämmchen im dürren Reisig empor. Erst schwach und und hat auch wiederholt Selbstmordgedanten geäußert, welche aber Beit verschwunden. In letzterer Zeit zeigte er ein gedrücktes Wesen darf. Der Arbeiter Friedrich Weber in Schwerte( Streis zaghaft, dann wilder, gieriger und jetzt steht der Scheiter von der Mutter nicht ernst genommen wurden. Er ist 1,55 Meter Hörde) hatte einen Sohn, der im 3. Bataillon des 3. ober- haufen in seiner vollen Größe in Brand. Knackend und groß, kräftig, hat schwarze Haare, zwei Kopffriesel und einige graue elfäffischen Infanterieregiments 172 in Neubreisach diente. fnisternd bohrt sich das Feuer in das aufgeschichtete Holz. Haare, dunkle Augen, vollständige Zähne und aufrechten Gang. Er Zu Pfingsten war der junge Mann noch acht Tage bei seinen Riesige Feuerzungen schlagen zum nächtlichen Himmel hinauf trug blaues Jackett, graue Hose, gelbliches Netzhemd, schwarze Eltern auf Urlaub gewesen. Vor einigen Tagen erhielt nun und verkünden auf Meilen hinaus den Beginn der Sonnen- Strümpfe, mit M. G. gezeichnet, schwarze Schnürstiefel und blaue die Familie ein Telegramm, daß der junge Mann plöglich wende. Ringsherum ein dichter Kranz von Menschen in Er- Schirmmüße. Nachrichten erbittet die Striminalpolizei, Polizeigestorben sei. Nach weiteren Informationen hieß es, er sei wartung. Den Festakt leitet ein Prolog von Ludwig Lessen ein, präsidium, Zimmer 849 III; auch nimmt jedes Polizeirevier Mitauf Posten erschossen worden. Inzwischen ist aber bei den den ein junger Künstler, Fuhrmann, mit packender Kraft teilungen entgegen. Eltern folgendes Schreiben eingegangen: Piss Sid nododomain isid an und Wärme zum Vortrag brachte. Unter Bezugnahme auf das Telegramm von heute morgen teilt Ihnen das Bataillon mit, daß sich ihr Sohn, der Musketier Weber 12/172 heute nacht als Posten am Pontonschuppen Bache Fort Mortier erschossen hat. Der Grund zu der Tat ist hier nicht bekannt. Eine gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. J. A. d. B. K. Leuchfeld, Major." " 11 Bom Blik erschlagen. Vermißzter Schüler. Aus aller Welt. * 3. ober- elsässisches Inf. Reg. Nr. 172 Dann sang der Männerchor Empor zum Licht!" und, m III. Bataillon. J.-Nr. 1109 Neubreifach, den 16./6. 1914. von der Stille der Nacht getragen, schwebte der prächtige GeHerrn Friedrich Weber, Schwerte, Kreis Hörde, sang ins Tal hinab. Noch in zwei weiteren Rezitationen, Die Fleitmannstr. 5. Alten an die Jungen", von Petersson und„ Der Heideknabe" von Hebbel, erfreute uns Fuhrmann durch sein schönes Das Grubenunglück auf Hillcrestmien. Können, worauf der Männerchor das Lied:„ Eine Mühle in der Geschichte Kanadas. Der Gesamtverlust an Menschenleben Wie aus London gemeldet wird, ist dieses Unglück das größte liegt im Tal" von Mücke sang. Dann nahm Dr. Breit in der Geschichte Kanadas. Der Gesamtverlust an Menschenleben beträgt 197. Die Explosion fand in einer Tiefe von 1200 Fuß ſtatt. ich eid das Wort zu einer kurzen, eindrucksvollen Ansprache. Von den unter Tage gewesenen Bergleuten find nur 40 und von Damit war die eigentliche Feier beendet und nun ent- diesen nur 27 unverlebt gerettet worden. Sofort nach Eintreffen der wickelte sich auf dem vont riesigen Feuerschein übergossenen Nachricht von dem Unglück in Calgary wurden Hilfszüge abgesandt. Blaze ein ebenso fröhliches wie malerisches Treiben. Unter Range Beit konnten die Freiwilligen nicht zum Rettungswert einden mitgebrachten Mundvorräten wurde fürchterliche Muste- fahren, da aus dem Schacht dichte Rauchwolfen quollen und rung gehalten, in Rochgeschirren wurde abgefocht, viele Flammen emporloderten. schlugen Zelte auf, während andere beim Klange der Instrumente ein lustiges Tänzchen wagten. Ab und zu stiegen Leuchtkörper in die Luft und zerstoben in tausend Funken, der Aussichtsturm wurde bengalisch beleuchtet und noch lange dauerte es, ehe man sich auf warmen Decken zum Schlaf unter freiem Himmel niederließ. Einsam glühte der Feuerstoß, bis im Osten der Himmel sich rötete und ein größeres, gewaltigeres Feuer von unerhörter Pracht die vollzogene Sonnenwende verkündete. Also Selbstmord! Aber was mag den jungen Mann in den Tod getrieben haben? Hoffentlich wird das restlos flargestellt. Ein Brief, den der Soldat turz nach seinem Urlaub an seine Eltern richtete, ist vielleicht für die Aufklärung nicht gang belanglos. In diesem Brief heißt es nämlich u. a.: Bon unferer Stube ist einer ausgerückt, der hatte vom 21. Mai bis 3. Juni( Urlaub), ist aber noch nicht hier. Gestern hat er seinen Anzug gesandt. Von der 10. Kompagnie sind zwei weg, ein Gefreiter und ein Rekrut. Darum gibt es hier aber noch mehr schlief( soll wohl heißen Schliff". Anm. d. Red.). Der bon unserer Stube ist in Brüssel, den werden sie wohl nicht mehr bekommen..." Es wäre nur festzustellen, ob die Leute, wie in dem Briefe mitgeteilt, wirklich ausgerückt sind. Sollte es sich bewahrheiten, dann wäre die Tatsache doch sehr bedenklich, und es wäre nachzuforschen, wo die Gründe dafür liegen und ob bielleicht dieselben Gründe Fritz Weber veranlaßten, sich selbst den Tod zu geben. Die Sozialdemokratie in Baden. Freisprechung im Elberfelder Mordprozeß. In dem Mordprozeß gegen Brunhilde Wilden und Dr. Nolten verneinten die Geschworenen sämtliche Schuldfragen. Beide An= geklagten wurden darauf freigesprochen. Krieg im Frieden. Eine Abteilung des in Mainz in Garnison liegenden Feldartillerieregiments Nr. 63 tvar zur Uebung nach Ginsheim fommandiert worden. Dort überfuhren sie eine Brücke, die die Pioniere geschlagen hatten. Die Brücke hielt jedoch nicht stand, Mannschaften, Pferde und Geschüße stürzten in den Fluß. Bei diesem Strieg im Frieden ist der zwanzigjährige Stanonier Rink vom Westerwald, der einzige Sohn einer Witwe, ertrunken, Pockenerkrankung. In derselben Nacht hatte auch die Ortsgruppe Berlin von Deutschen Arbeiter- Wanderbund„ Die Naturfreunde" eine Feier am Teupitsee veranstaltet, gleichfalls mehrere Tausend Teilnehmer um sich versammelnd. Hier würdigte Genosse Ernst Däumig in einer Ansprache das uralte Fest der Jm Landfrankenhause zu Detmold sind die Poden ausgebrochen. Sonnenwende. Neben sonstigen musikalischen Darbietungen verschönte der Berliner Männerchor durch seine Gesangsvor- Nach Mitteilungen in Lokalblättern und nach Gerüchten sind bisher zwei oder drei Schwestern gestorben. Die Soldaten des Detmolder Bataillons wurden am Freitag geimpft, und alle sonstigen Vorbeugungsmaßnahmen sind, wie es scheint, angeordnet. Die Verwaltung des Krankenhauses verweigert die Auskunft. Der Hausfreund als Einbrecher. Verschwinden einer Karawane. Der Parteitag der badischen Sozialdemokratie tourde am Sonnabend und Sonntag in Freiburg abgehalten. Bom Parteivorstand war Genosse Pfannkuch erschienen; auch die träge die Feier. benachbarten Landesorganisationen hatten Vertretungen entsandt. Den Geschäftsbericht erstattete der Vorsitzende des Landesvorstandes, In einem Pensionat in der Moßstraße verkehrte seit Monaten Genosse Geiß. Er behandelte ausführlich die verflossenen Land- ein 20 Jahre alter Stinoschauspieler Karl Vogler, der dort mit einer tagswahlen, bei welchen die Wähler die Lehren der Reichsfinanz- Rentnerin, Witwe B., und deren Tochter, einer jungen Schaureforna leider vergessen hätten. Das Zentrum hätte mit der Hinein- spielerin, befreundet war. Als häufiger Gast war er auch den Aus Peking wird gemeldet: Mister Langdon Warner von dem errung der Religion ſeine Wahlgeschäfte gemacht. Der Großblock übrigen Pensionsbewohnern gut bekannt. Vorgestern nachmittag Smithsonian- Institut verließ am 20. Mai in Begleitung eines tönne für den Ausfall der Wahl nicht verantwortlich gemacht wurde Frau B. durch den Fernsprecher zu einer Freundin gerufen, Deutschen namens Hadmann mit einer Karawane von 20 Kamelen, werden.(?) Man vergleiche nur die Wahlziffern von 1905 und 1913, die sie zu einem Spaziergang abholen sollte. Die Freundin wußte die mit 100 Stiften Proviant beladen waren, die Stadt Kalgan, um dann sei der Stimmenerlust kein so großer. Geiß teilte dann von nichts, als sie tam, und man glaubte, daß sich jemand einen nach Urga zu reisen. Von der Zeit ihrer Abreise hat man jedoch und unterbaden in Kreisjefretariate für die Wahlkreise Pforzheim und Heidelberg um- Fernsprecher, in dem Pensionat angefragt, ob Frau B. noch da sei, bei einem großen Präriebrand umgekommen ist, denn es liegen Begetpandelt worden seien. Vom 1. Juli ab werde auch in Karlsruhe Stunde später kam Vogler und verweilte längere Zeit. Frau B., richte von Mongolen vor, die über das Verschwinden, einer großen ein badisches Partei- Korrespondenzbureau errichtet werden. Beint Stassenbericht empfahl Genosse Hahn die Bildung von Attentat auf Rothschild. Kampffonds, da die Aufgaben für die Wahlen ständig steigen. Die Herausgabe von Wochenblättern abzulehnen, beantragte im Namen des Landesvorstandes der Geschäftsführer der Mannheimer durch das Ferngespräch weggelockt und den Diebstahl verübt hatte, " Boltsstimme", Genosse& ink. Die badische Partei könne die dau notwendigen Zuschüsse nicht aufbringen. Ueber die Frauenbewegung berichtete Genossin Blaje. Jest feien 2600 Frauen in Baden politisch organisieri; 1912 waren es erit 200. Die Debatte über den Geschäftsbericht des Landesvorstandes und Eine halbe und die Antwort erhalten, sie sei schon weggegangen. die erst spät am Abend wieder heimkehrte, wunderte sich, daß er sich am anderen Tage nicht mehr sehen ließ. Da entdeckte sie, daß aus dem Büfett ihre Schmucksachen im Werte von 1500 M. und 200 M. bares Geld verschwunden waren. Ihre Vermutung, daß Vogler fie bestätigte sich bald. Vogler hatte in seinem Junggesellenzimmer in der Schwerinstraße 2 noch spät abends seine Stoffer gepackt und war Reise zu machen habe, abgefahren. Seitdem ist er verschwunden. morgens in aller Frühe mit dem Bemerken, daß er eine größere Ein gestörter Sonntagsausflug. Auf dem Potsdamer Bahnhof versammelte sich gestern vorüber die Preise füllte den ganzen Nachmittag des ersten Verhandlungstages aus. Der Parteitag stimmte schließlich der Umivandlung mittag eine größere Gesellschaft, darunter auch ein Herr mit seiner Begrüßung in der Vorhalle plaudernd beisammen stand, verspürte Bedarf Frauenkonferenzen abzuhalten. Die Herausgabe von Wochen der Herr plöblich einen feisen Stoß gegen seinen Körper, dachte blättern lehnte der Parteitag ab. Damit waren die Arbeiten des sich aber nichts dabei. Als er aber bald darauf die Fahrkarten| ersten Tages beendet. 2 Aus Groß- Berlin. faufen wollte, entdeckte er, daß ihm das Portemonnaie aus der Gejäßtasche verschwunden war. Jeht war ihm flar, was der Stoß bedeutet hatte. Nun erinnerte sich auch einer der Anwesenden, daß Starawane berichten. Aus Paris wird gemeldet: Als Henri Rothschild gestern abend den Boulevard entlangging, feuerte ein Mann zwei Revolverschüsse auf ihn ab, die Rothschild am Oberschenkel verwundeten. Der Täter, der von der Menge arg zugerichtet worden war, wurde auf die Wache gebrad. Man hat es anscheinend mit einem Geisteskranken zu tun. Der Verhaftete gab an, der 60 Jahre alte frühere Milchhändler Proudhon zu sein. Die Verlegung ist nicht schwer, so daß Rothschild in einigen Tagen wieder hergestellt sein dürfte. Letzte Nachrichten. Bertha von Suttner gestorben. Einer Meldung aus Wien zufolge ist die durch ihre 16 sich in der Gruppe ein Mann befunden hatte, der ihm früher nicht Friedensbestrebungen bekannte bekannte Schriftstellerin Baronin zu Gesicht gekommen war. Auch andere hatten den Fremden ge- Bertha von Suttner, Trägerin des Nobelfriedenspreises, jehen, jedoch geglaubt, daß einer der Teilnehmer am Ausflug ihn vielleicht eingeladen und mitgebracht hatte. Der Mann war spur. gestern vormittag gestorben. los verschwunden. Der Bestohlene und ein Freund suchten den Bahnhof nach ihm ab, entdeckten ihn im Waschraum und übergaben ihn der Polizei, obwohl er sich heftig sträubte und den Diebstahl Automobilzufammenstoß. München, 21. Juni. Ein Postautomobil stieß mit einem AutoDer Arbeiterjugend Sonnenwendfeier. Nacht vom 20. zum 21. Juni die Sonnenwendfeier der Ar mit großer Entrüstung bestritt. Auf der Wache entpuppte sich der mobil zusammen, in dem sich der Kriegsminister Frei= Bom herrlichsten Wetter begünstigt, vollzog sich in der iehen," fonnte man mit Goethe sagen, als die Scharen internationaler Taschendieb, der schon oft bestraft ist. Das Porte- Kriegsminister wurde an der Hand verletzt. Das Automobil wurde beiterjugend Groß- Berlins.„ Solch ein Gewimmel möcht ich Verdächtige als ein Mann namens Georgescu aus Bukarest, ein herr Areß von Stressenstein und Major Schuster befanden. Der Tugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen am Sonnabend um monnaie fand man nicht mehr bei ihm. start bejchädigt. Theater. Montag, den 22. Juni 1914. Anfang 5 Uhr. Vañage- Theater. Kino- Varieté. Potsdamer Naturtheater. Potsdam. Anfang 7 Uhr. Cines Nollendorf: Theater. Die tolle Gräfinn. Anfang 755 116r. Afte Anjang 8%, br. Neues Bolts- Theater. Hans Hudebein. Residenz. Die verflirte Liebe. Admiralspalast. Im Tangoflub. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Reuters Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Metropol. Die Reise um die Welt Anton Boekers Festsäle in 40 Tagen. Anfang 8 Uhr. Urania. In den Dolomiten. Teutsches Opernhaus. Manon Lescaut. 9 Deutsches Künstler Theater. Jeppe vom Berge. Reffing. Das Märchen vom Wolf. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Schiller O. Mein erlauchter AhnHerr. Schiller Charlottenburg. KleinEna. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräßer Straße. Mr. Bu. Thalia. Wenn der Frühling fommt. Roje. Philippine Beije. 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Gerichtstr. 46, Freihube Gerichtstr. 80, Schilling Gerichtstr. 82, Eickhoff Glogauer Str. 24, Handro Glogaiter Str. 32, Krause Goßlerstr. 17, Ruzera Gottschebstr. 8, Steinide Görliger Str. 41, Scholz Greifenhagener Str. 27, Nehe Gartenstr. 54( am Plat), Stappe Grünauer Str. 4, Roble Grünauer Str. 34, Schulze Grünthaler Str. 10, Hein Gaudystr. 14, Samowski Gräfestr. 9, Kathen Gormannstr. 23, Lorbeer Guineaftr. 7, Münchow Hagenauer Str. 16, Dehlenschläger Hennigsdorfer Str. 1, Braun Hochstadter Str. 17, Bräuer Hochstr. 33, Loth Hochstraße, Neue 16, Jamigli Soldiner Str. 17, Schmidt Soldiner Str. 29, Mühlau Hochstraße, Neue 38, Förster Suffitenstr. 45, Hentel Huttenstr. 25, Maak Suttenftr. 62, Lippisch Heidenfeldstr. 16, Shulke Hollmannftr. 29, stiefer Jagowstr. 22, Voigt Zahnstr. 5, Heise Kochhannstr. 16, Zipprich Kochhannstr. 28, Lid. Rochhannitr. 40, Wölfling Korforer Str. 15, Abel Sameruner Str. 53, Schwarz Koloniestr. 36, Bärtel Kolonieftr. 68, Weber Ropenhagener Str. 46, Mikiche Ropernifusstr. 2, Peters Köpenider Str. 48, Rohde Ropenider Str. 160, Riedel Arautstr. 34, Frank Streuzbergstr. 76, Stühmer Kuglerstr. 151, Müller Langeftr. 80, Bärwinkel Langeft. 102, Reinholz Landwehrstr. 3, Rohnert. Laufizer Plat 12a, Ficlis Liebigftr. 2, Judnies Liebigftr. 14, Hoppmann Ribauer Str. 14, Bonin Rindenstr. 79, Kohmann Rinienstr. 201, Maaz Liebenwalder Str. 6, Leopold Liebenwalder Str. 36, Prochnow Lichtenberger Str. 15, Bergin Rorgingstr. 8, Wittkopf Liegniger Str. 16, Belidi Shchener Str. 12, Potrykus Lyhener Str. 128, Braun Shchener Str. 132, Kowalsh Malplaquetstr. 23, Bölfer Matternftr. 4, Schwandt Marjiliusstr. 23, Lutsche Manteuffelstr. 60, A. Meir Manteuffelstr. 75, Cardistal Manteuffelstr. 80, Mes Mariannenftr. 53, Schober Martgrajendamm 34, Juris Memeler Str. 6, Manigl Memeler Str. 36, Buchholz Memeler Str. 84, Baker Müllerstr. 58, Brandt Müllerstr. 65, Fliegner Mullerstr. 129, Deniger Mühlenftr. 47a, Rudolf Mülenhoffftr. 10, Scharnite Müncheberger Str. 20, Schulz Malmoer Str. 12, Kleinfeldt Naunhnstr. 27, Morwinfel Naunynstr. 34, Nitsche Oppelner Str. 11, Bunzel Oberberger Str. 37, Stamins Oderberger Str. 47, Thiedle Dudenarderstr. 24, Lüdide Dudenarderstr. 30, Strauß Perleberger Str. 39, Boromsti Petersburger Str. 5, Buchholz Bintschstr. 20, Brüdner Brinzen- Allec 11, Hohmann Putbuser Str. 2, Lowad Butbuser Str. 37, Billerbed Putbuser Str. 46, Kühn Büdlerstr. 45, Brengler Bantit. 10, Militer Pantstr. 62, Schmidt Ramlerftr. 17, Kellner Ramlerftr. 33, Dahlfe Rigaer Str. 4, Lante Rigaer Str. 98, Gärtner Rodenbergstr. 31, Bollmann Rostoder Str. 1, Schmidt Rostoder Str. 42, Blenke Reuchlinstr. 7, Thiele Rhinower Str. 6, Wornei Rügener Str. 16, Stöhler Rügener Str. 25; Badke Reichenberger Str. 51, Weniger Reichenberger Str. 98a, Schönborn Saarbrüder Str. 6, Gebauer Berantw. Rebatteur; Alfred Schols, Neukölln. Injeratenteil verantw.: Soldiner Str. 66, Graff Soldiner Str. 76, Sforzinsli Seelower Str. 12, Meehl Senefelderstr. 13, Niendorf Sidingenstr. 4, Beder Sidingenstr. 7, Arit Simon- Dachstr. 8, Aleg Sonnenburger Str. 27, Grundmann Staliger Str. 141a, Blumenhagen Sparrstr. 21, Sabrokki Schliemannstr. 20, Telschow Schliemannstr. 33, Böttcher Schliemannstr. 45, Fleischer Scheringstr. 8, Heinrich Schönleinstr. 18, Unger Schönleinstr. 28, Schmidt Schönleinstr. 29, Weig! Schönwalder Str. 2, Wisocki Schönwalder Str. 13, Goffe Schonenschestr. 5, Freinid Schonensche Str. 11, Wiesner Schulstr. 116, Beinert Schulstr. 117, Scholz, Eingang Marste Stargarder Str. 14, Sohns Stargarder Str. 18, Thiede Stallschreiberstr. 13a, Markiewicz Stettiner Str. 33, Buffe Stolpische Str. 26, Lozinski Stolpische Str. 37, Beder Straßmannstr. 27, Banjoh Strausberger Str. 26, Rittenbach Sminemünder Str. 84, Saeger Taborstr. 1, Granit Tegeler Str. 25, Reichelt Tilfiter Str. 12, Bengsch Tufiter Str. 65, Lür Tilsiter Str. 71, Böhm Togostr. 74, Baarsch Transvaalstr. 11, Seeburg Tresdomstr. 12, Lindenberg Türkenstr. 25, Münster Triftstr. 1, Pedel Usedomstr. 9, Lorenz Utrechter Str. 7, Böller Utrechter Str. 19, Rast Baldstr. 15, Fuhrmann Baldstr. 38, Fischer Waldenserstr. 12, Kinder Barschauer Str. 63, Restel Baffertorstr. 38, Stuhrmann Brangelftr. 58, Bollin Brangelftr. 80, Battloch. Briezener Str. 32, infe Beberstr. 12, Brandt Beberstr. 13, Telle Beidenweg 73, Friedrich Biener Str. 29, König Biener Str. 53, Lipsti Biener Str. 56, Heinrich Biener Str. 58a, Dłupnid Wiesenstr. 33, Teufel Wittfloder Str. 2, Dehlte Wittstoder Str. 20, Hoffmant Briezener Str. 4, Meigner Wolliner Str. 20, Ruschle Boldenberger Str. 27, Fischer Wörther Str. 26, Börtel Boffener Str. 54, Stühmer Sionstirchstr. 46, Berkner Horndorfer Str. 17, Regenberg Zwinglistr. 11, Meigner Adlershof. Bismardstr. 15, Dehmel Bismarditr. 20, Dehmel Bismardftr. 57, Dombrowsky Sadenbergstr. 17, Dettloff Radidestr. 33, Bahn Britz. Rudower Str. 90, Meißner Charlottenburg. Erasmusstr. 9, Hehne Kantstr. 60, Hinzmann Knobelsdorffitr. 14, Messerinecht Krummeftr. 42, Borchmann Kubisch Kaiser Wilhelm- Str. 103, Schmalz Müggelheimer Str. 33, Müller Rudower Str. 25, Haujold Schönerlinder Str. 15, Leuchtenberger Stubenrauchstr. 4a, Naujohs Friedrichshagen. Scharnweberstr. 48, Erdmann Johannisthal. Staijer- Wilhelm- Str. 13, Hoffmann Lichtenberg. Bahnhofstr. 31, Reiche Neue Bahnhofstraße 3, Hirsch Borhagener Chauffee 24, Dittmar Frankfurter Chaussee 12, Buff Friedrich- Karl- Str. 29, Barowsky Gürfelstr. 29, Kleindid Grünberger Str. 20, Peters Goethestr. 7, Wolff Hagenstr. 57, Langer Aroffener Str. 14, Anders Lessingstr. 1, Sellock Margaretenstr. 26, Brattkow Sonntagstr. 3, Selisjchmüller Scharnweberstr. 24, Allstedt Schillerstr. 8, Bohl Wagnerstr. 77, Leffler Beserstr. 15, Sühn Weserstr. 27, Kiterow Gr.- Lichterfelde. Lorenzstr. 58, Scheeler Mariendorf. Kurfürstenstr. 46, Bernhardt Neukölln. Allerstr. 6, Jeziersky Berliner Str. 12, Schmidle Boddinstr. 1, Scheel Boddinftr. 9, Rastiewicz, Brusendorfer Str. 5, Reichenbach Donaustr. 130, Ludwig Elbestr. 8, Golk Elbeftr. 37, Mollenhauer Emser Str. 35, Mieles Emier Str. 50, Pietraşel Emser Etr. 101, Raester No. störung) nach neuester, erfolgreichster Methode.( Siehe Broschüre.) Mikroskop. und chem. Blut- und Harn- Untersuchung. lik TAG Cigaretten Elsterstr. 2, Haring Ertstr. 20, Gabriel Fuldastr. 9, Gogoled Fuldastr. 45, Schiedzig Friedelstr. 1, Kiethöjel Goethestr. 8, Brosin Harzer Str. 32, Hoffmann Heidelberger Str. 28, Bilfe Hermannstr. 92, Granjec Hermannstr. 207, Roy Herzbergstr. 17, Guse Sägerstr. 3, Krüger Fagerstr. 41, 3widel Jägerstr. 55, Raabe Sägerstr. 75, Sikorski Kaiser- Friedrich- Str. 78, Dehmchen Kaiser- Friedrich- Str. 244, Wijodi Anejebedstr. 59, Rojente Koppstr. 20, Winter Kranoldstr. 10, Bär Lahnstr. 72, Beber Leinestr. 1, Kellner Zeinestr. 5, Grohl Lenaustr. 21, Zimmer Lessingstr. 10/11, Fied Mainzer Str. 5, Malid Maybachufer 5, Reddmann Dlerstr. 3, Schillberg Dlerstr. 40, Bozniad Bannierstr. 26, Zellmannsti Brinz- Handjern- Str. 54, Jungmann Reuterstr. 31, Gabriel Schierkestr. 27, Schiel Schinkestr. 25, Sarnow Schöneweider Str. 8, Bitt Schudomastr. 10, Mud Schillerpromenade 5, Schimmel Schillerpromenade 7, Chonowsti Siegfriedstr. 43, Conradi Schönweider Str. 20, Kendler Steinmesstr. 20, Leich Steinmegstr. 46, Bödert Steinmegstr. 75, Schiefert Stuttgarter Str. 9, Braak Zellstr. 8, Kümmle Teupiter Str. 98, Darams Thüringer Str. 27, Rimel Treptower Str. 91, Heitner: Warthestr. 16, Heinrich Barthestr. 64, Bretor Warthestr. 69, Eichhardt Weisestr. 31, Walter Weisestr. 50, Brimm Weserstr. 161, Pohla Bejerstr. 177, Kluge Weserstr. 205, Lenz Wildenbruchstr. 83, Reumann Ziethenstr. 27, Shulz Raucht Tag- Zigaretten der Tabakarbeitergenossenschaft Stuttgart Qualitätsware Einziges Arbeiterunternehmen der Zigarettenindustrie Deutschlands. Depot für Wiederverkäufer Paul Horsch, Engel- Ufer 15 Gewerkschaftshaus. Engroslager für Zigarren u. Zigaretten Riethenstr. 31, Alpen Biethenstr. 35, Gehljas. Biethenstr. 40, Slein Biethenstr. 68, Seidler Nieder- Schönhausen. Kaiser Wilhelm- Str. 59, Leiftner Ober- Schöneweide. Deulstr. 22, Paezold Wilhelminenhofstr. 46, Bieste Pankow. Brehmestr. 20, Sevede Berliner Str. 78, Fäder. Maximilianstr. 11, Langer Maximilianstr. 44, Bachman Schöneberg. Golzfir. 46, Rassel Hohenfriedberg 1, Sartel Hohenfriedberg 2, belt Stralau. Alt- Stralau 17, Linke Tegel- Borsigwalde, Reinickendorf. Bahnhofstr. 16, Jefet... Brunoftr. 49, Cide Eichbornstr. 40, Ratajzad Holländerstr. 24, Huplech Holländerstr. 129, Hahne Keligstr. 3, Geng Rajahdorfstr. 111, Leszins Räuschstr. 53, Straube Scharnweberftr. 110, Gahde Treptow. Die Veröffentlichung für diese Ort ruht so lange, bis ein Entschei des Regierungspräsidenten vorlieg ob die von der Imung verhängte Strajen rechtsgültig find. Man ad daher auf die Kontrolltarte, Weißensee. Charlottenburger Str. 95, Simfon Elsaßstr. 72, Mayer Lehderstr. 57, Strüger Prenzlauer Promenade 10, Zippfi Wilmersdorf. Aachener Str. 45, Liebenom Potsdam- Nowawe Wilhelmstr. 48, Barnid Priesterstr. 31, Wolter Kontrollkarte: 1914: Inhaber dieser Karte ist zu den von der Organisation aufgestellten Arbeitsbedingungen beschäftigt und organisiert. Gültig, wenn die laufende Woche gestempelt! Für Herrn Diese Karte bleibt Eigentum des Verbandes der Friseurgehilfen Deutschlands, Zweig. verein Berlin und der Vororte. Bureau: Linienstr. 73. Der Vorstand: Paul Liere. MAI JUNI JULI Als Legitimation haben die Gehilfen eine graue mit rotem Rand ve sehene Kontrollkarte. Hoch die Solidarität! In folgenden Betrieben find die Kollegen teils ausgesperrt worden, teils Streit getreten. Für Kollegen daher gesperrt. Schleuk und Steinhoff, Schic beiner Str. 39 und 44; 3ohert, Prinzen Allee 69; Stte, Stettiner Straße 23; Kolberg, Grüntha Straße 13; Bies, Soldiner Str. 112; Segowski, Amsterdamer Str. 3; Neukölln, Vogel, Berli Straße 89: Köpenick, Mädler, Elisabethstr. 3; Gräber, Müggelheimer Str. 2; Rother, Grünauer Str. Weißensee, Geser, Langhansstr. 16; Schleicher, Friedrichstr. 42; Junke, Streuftr. 4. Gesperrt ferner Grabenschröer, Dderberger Str. 56. 286/13 Verband der Friseurgehilfen. Zweigverein Berlin und Vororte. Tb.Glode, Berlin. Drud u Berlag: Borwärts Buchbr. u. Verlagsanftall Paul Ginger& C., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage, It e et LS Mr. 167. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Montag, 22. Juni 1914. Ein neues Wandgemälde für den Reichstagssaal. #teasedold 凉 efe ci eg te dit Der Junker zu Hause. Der Sturm auf den Hosenboden. Nu schmiere, Friedrich, mir die Aderstiebel Und schnalle auch die großen Sporen an. Die Joppe her! Die Weste mit der Zwiebel; Den grünen Hut und die Gamaschen, Mann! Den Falben satteln!... Nee, fast wie ein Märchen Rommit's mir hier vor nach all dem Knatsch und Kien. ' n Rognat drauf! So für ein halbes Jährchen Sind wir mal wieder fertig mit Berlin. Hier rebe ich! Und Order heißts parieren! Doch was sich dort so mancher Kerl erlaubt, Ist ja auf keine Bullenhaut zu schmieren, Und sowas hätt ich früher nich jejlaubt. Jewiß, der Landtag ist' ne hübsche Sache; Hier mopst man sich ja sonst im Winter dot; Doch scheußlich find' ich die Jesezesmache, Red't einer dumm dazwischen, nämlich rot. Hier wisch ich so' nem kleinen Sterl eins an die Dhren, Daß er toppheister in den Graben geht, Dort aber muß man ganz geduldig schmoren, Bis er den frechen Speech zu Ende dreht. Bas schmeißen uns die Leute an die Nasen! Mein Brägen wird vor Wut gang flüterig. Bas sie uns fagen, das ist nicht zum Blasen. Ich dachte oft, ich frieg' den Sonnenstich.. Wie les' ich meinen Kerls hier die Leviten! Dort aber schlägt die Plebs mir auf das Maul. Bejreif ich nich. Man sollte es verbieten. Kandare her! Dich sticht der Haber, Gaul! Reitpeitsche, Friedrich! Grinsen Sie nich immer! ' n andres Wahlrecht!? Ja! Da bin ich màng. ' nen Landtag nämlich ohne roten Schimmer!. Fünf Monat Ferien. Hach, ah! Gott sei Dant! Pan. Regeln benehmen, deren Ausübung sie zu Ravalieren stempeft. nich, die Gräfin Fischler- Treuberg auf der einen Seite, die Pro-| Ehrbegriffs genügend Opfer fallen. Für diese Burschen fommies zesse gegen die Kölner Polizei, die Buchmacher- Gendarmen und ja gar nicht mehr auf die zu regelnde, in Frage stehende Cache das angenehme Gemisch von Polizisten und Mädchenhändlern in an, sondern nur noch auf das Wie der Regelung. Der eine will Myslowiz auf der anderen Seite haben aufs schlagendste be- seine Braut nicht zurüdgewinnen und der andere will seine wiesen, daß bei den Staatserhaltenden Haupt und Glieder, Führer Stellung nicht retten, beide wollen sich nur fehlerlos nach den und Handlanger zermorscht sind und daß sie die ihnen nicht mehr zukommende Herrschaft nur noch dank einem Gewaltmißbrauch und einer auf ihre Interessen zugeschnittenen Staatsgestaltung aufrecht erhalten. Und all die jetzt von der Seite der Reaktion und der ihr ergebenen Regierung angezeitelten Prozesse, die zum Ziel haben, die gefürchtete Opposition zum Schweigen zu bringen, werden zu allem hin noch den Beweis erbringen, daß sich zur Verderbtheit der Edelsten der Nation auch noch eine schredensbleiche Brutalität fügt, die mit Bluturteilen den Zeichen der Zeit entgegenarbeiten will. Die Geschichte lehrt, daß eine verspielte Welt vor dem Untergang steht, wenn die Gewalthaber ihr sitt liches Recht verloren und ihr scheinbares Recht mit der eisernen Hand" aufrecht erhalten wollen. Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Das eben ist eine lang nicht genug beachtete Folge des Ehren unfugs, daß er, der die Hohlheit selbst ist, auch seine Träger zu Hohlföpfen macht. Es sind dieselben Herren, die nicht genug von der Heiligkeit der Ehe und der Familie reden können, die mit dieser Heiligkeit selbst unangenehme Stenern bekämpfen und ihretwegen das Frauenwahlrecht zu verabscheuen vorgeben; cs find dieselben Herren, die verächtlich auf die Sittenlosigkeit des Proletariats herabsehen und von den traurigen Familienverhältnissen des niederen Volts faseln, die hier aus der Eheschließung eine verbrecherische Farce machen wollen, zur höheren Ehre ihres Knips. standpunktes. Schlichte Menschen, die nicht würdig sind, vor den Lauf einer Pistole gefordert zu werden, gehören entweder innerlich so mit einer Frau zusammen, daß sie auch einen vorüberIn Elberfeld spielt sich in diesen Tagen ein Prozeß ab, gehenden Nettelbeck in der Vergangenheit mit in den Kauf nehmen, der scheinbar mit unserem öffentlichen Leben gar nichts zu tun oder sie werden sich der Täuschung bewußt, und lösen Verbinhat und den die bürgerlichen Blätter in der Tat nur seines Dungen, die Sinn und Wert berloren haben. Anders die Staatsjeruellen Einschlags wegen in übelster Breite behandeln. Eine erhaltenden! Herr Dr. Nolten hat sich ertra mit einem Korps. junge Dame der sogenannten Gesellschaft, die mehrere Verhältnisse bruder, einem Rittergutsbesiker, wie er stolz erzählt, beraten, hatte, hat, wie der Staatsanwalt behauptet, auf Anstiftung des und der war der Ansicht, der Seitensprung der Braut sei nur einen Verlobten und Liebhabers den anderen erschossen. Es ist mit einer Heirat pro forma zu fühnen. Es muß dies cinc feltnicht unjere Sache, den Alfoven- Geheimnisfen männertoller Mäd- jame Ehre sein, die durch Scheingeschäftchen wiederhergestellt wird, chen nachzugehen, auch dann nicht, wenn, wie die bürgerliche ebenso wie es ein seltsames Ehrengericht ist, das auf die. Anzeige Brejse jo geschmadboll jagt, in einem Prozeß ein junges Mädchen eines Ehrenwortbruchs hin beim Landgerichtspräsidenten zusammens der besseren Stände um ihren hübschen, blonden Kopf kämpft. tritt, eine Pistolenforderung ablehnt und den Forderer, der zugleich Aber bei der Bernehmung der Angeflagten tamen so merkwürdige Gefeßesübertreter und Rechtsprecher ist, wegen seines Delifts nicht Ehransichten zutage, daß es wirklich der Mühe, wert ist, sie aus zur Verantwortung zieht. Ja, hätte der Assessor zur Wahl eines dem Wust der erotisch gefärbten Prozeßberichte herauszulösen. Der Sozialdemokraten aufgefordert, so hätte ihn feine Scheinehe odor Verlobte der Angeklagten kam hinter deren Beziehungen zu dem in diesent Fall fein Scheinkonservativismus vor der Infamierung Assessor Nettelbeck, wegen dessen Erschießung das Mädchen vor gerettet. Da kennt der Vater Staat und seine Getreuen feine Gericht steht. Er erfuhr von einem Zusammentreffen der beiden Nachsicht. Für die ureigenen Sünden der Mitglieder der guten und ließ sich von Nettelbeck das Ehrenwort geben, daß dies Zu- Gesellschaft selbst aber gibt es tausend Scheinmittelchen, die sje ſammentreffen zufällig gewesen sei. Nettelbeck gab es; daraufhin so lang untereinander vertreiben werden, bis eines Tages die zeigte Dr. Nolten ihn wegen eines falsch gegebenen Ehrenwortes brutale, ungeschminkte Wirklichkeit vor der Tür steht, die auf an, worauf Nettelbeck wiederum mit einer Pistolenforderung keine Pistolenforderung pro forma reagiert, sondern die Herren antwortete. Schon solche Lächerlichkeiten können nur in einer Ge- Batentehrenmänner zu jamt ihrem ganzen Krempel zum Teufel sellschaft vorkommen, die den leerjten und hohlsten Ehrbegriff jagen wird. vergöttert, den man sich denken kann. Aber die Sache kommt noch Prozesse der bürgerlichen Gesellschaft. besser. Durch dies Zusammentreffen glaubte Dr. Nolten seine Akrobaten. Bon Ret Marut. Braut kompromittiert, und um ihr aus diesem für eine Dame Prozesse sind die atuten Ausbrüche der Krankheiten, an denen der guten Gesellschaft peinlichen Zustand herauszuhelfen, glaubte eine Gesellschaft trantt. So forgsam die Gesellschaft sie sonst ver- er nur ein Mittel vorschlagen zu können, nämlich... eine Heirat Es gibt unzählige Menschen, die eine elektrische Straßenbahn heimlicht, so ängstlich sie sonst mit ihren Gebresten hinter dem pro forma mit dem Kompromittierer Nettelbed, eine Scheinehe, nicht in der Hauptsache als Bahn oder als bequemes und verhältnis. Berg hält, im Gerichtssaal, wo es keine Diskretion mehr gibt, und die am Tag nach der Trauung wieder gelöst werden sollte! wo Leidenschaft oder Empörung den letzten Rest von Zurüdhaltung Unsereiner, der nicht im Befiß dieser Patentehre ist, glaubt sich mäßig billiges Beförderungsmittel betrachten, sondern als willaufbrauchen, wird Schande und innere Fäulnis und tödliche Krant- angesichts solcher Vorgänge und Pläne einfach in einem Narren- kommene Ursache, sich in aller Oeffentlichkeit als Afrobat zu produheit ans Licht gebracht. Gerade in den letzten Jahren haben haus. Daß erwachsene, vollsinnige Menschen solchen Unsinn über- zieren. Troßdem ob und zu eine Kleinigkeit dabei vorkommt, wird zahlreiche Prozesse die innerliche Verkommenheit der Kasten dar- haupt in Betracht ziehen können, ist der beste Beweis dafür, wie immer wieder während der Fahrt auf- und abgesprungen. Die getan, die sich mit Vorliebe die staatserhaltenden nennen, weil ihr angefressen vom Standesirrsinn diese Gehirne sein müssen. Der Menschen haben eben noch immer viel zu viel Wagemut und viel trasser Egoismus das zu erhalten trachtet, was ihre Berderbtheit Fall ist ein geradezu klassisches Beispiel, wie alles vor die Sunde zu wenig Gelegenheit, ihn zu äußern. Es kann nicht jeder Flieger unaufhörlich untergräbt. Die Prozesse gegen Eulenburg, Metter- geht, Liebe, Heirat, Menschlichkeit, nur damit dem Moloch des jein, Erstens foftet der Apparat zu viel, zweitens fann man voin Ms§. Engels 6 riefen an Joh. PH. öecker. London, 8. September 1879. Lieber Merl Es tut mir leid, zu vernehmen, daß Tu noch immer in den Krallen des Pechs fitzt und daß es nicht in meiner Macht fleht, Dich ganz daraus zu befreien. Inzwischen Hab ich Dir zwei Pfund zur Verfügung stellen können und auch von einem Freund, der sowohl Chemiker wie Kommunist ersten Ranges ist,") noch ein drittes erhalten und Dir die Postanweisung für diese drei Pfund vulgo 75,60 Frank, soeben herausgenommen, hoffentlich bekommst Du sie sofort ausgezahlt. Es versteht sich doch von selbst, daß Tu Dich mir gegenüber gar nicht zu genieren brauchst; was ich für Dich tun kann, geschieht immer und immer sicher und mit Ver- gnügcn, es ist eine Schande, daß wir noch nicht so weit sind, unseren Veteranen eine sorgenfreie Existenz zu sichern. Die„F r e i h e i t" wird das neue Jahr schwerlich überleben, wenn ihr nicht durch Dummheiten von anderer Seite eine neue Bedeutung gegeben wird. Man will ein offizielles Parteiorgan in Zürich gründen und die Leitung— unter oberer Kontrolle der Leipziger— in die Hände von Züricher Deutschen legen, von denen ich nicht sagen kann, daß sie mir Vertrauen einflößen. Wenigstens stehen in dem von Höchberg, der einer davon ist, herausgegebene« sozialwissenschaftlichen Jahrbuch ganz kuriose Tinge: Die Partei habe nnrcchtcrwcise sich als eine Arbeiterpartei hingestellt, sich das Sozialistengesetz durch unnötige Angriffe gegen die Bourgeoisie selbst zugezogen, es handle sich nicht um Re- volution, sondern um lange friedliche EntWickelung usw. Dieser feige Blödsinn ist natürlich Wasser auf Mösts Mühle und er ist bei der Hand, ihn auszubeuten, wie Du aus den letzten Nummern der Freiheit siehst. Man halte uns von Leipzig aus aufgefordert, mitzuarbeiten am neuen Organ, und wir hatten auch zugesagt; aber seitdem wir wissen, wer die nächste Leitung erhalten soll, haben wir wieder abgesagt und seit diesem Jahrbuch hört vollends aller Verkehr mit den Leuten auf, die diesen Blödsinn und diese Arschkriechcrci in die Partei einschmuggeln wollen, mit Höchberg und Genossen. Tie Leipziger werden bald merken, was sie da für Bundesgenossen ergattert haben, tleberhaupt wird es bald einmal Zeit, aufzutreten gegen die philanthropischen Groß- und Klein- bürger, Studenten und Doktoren, die sich in die deutsche Partei eindrängen und den Klassenkampf des Proletariats gegen seine Unterdrücker in eine allgemeine Menschcnvcrbrüdcrungsanstalt verwässern wollen, und das in dem Augenblick, wo uns die Bourgeoisie, mit der man uns verbrüdern will, außer dem Gesetz erklärt, unsere Presse zerschlagen, unsere Versammlungen gc- sprengt, uns der Polizeiwillkür«ans pbrase ausgeliefert hat. Die deutschen Arbeiter werden diese Art Kampagne schwerlich mit- machen.") Unsere Leute in Rußland haben einen großen Triumph er- lebt; sie haben die russisch-preußische Allianz zersprengt. Hätten sie nicht die russische Regierung durch ihre rücksichtslose Aktion in diesen heillosen Schrecken versetzt, die Regierung wäre des inneren Verdrusses von Adel und Bürgertum über den von Eng- land verbotenen Einmarsch in das offene Konstantinopel und über die folgende diplomatische Niederlage in Berlin schon Meister geworden. So aber muß die Schuld dieser Niederlagen ausS Ausland abgewälzt werden, auf Preußen. Der Onkel und der Neffe niögen den Riß in Alerandrowo zur Not verkleistert haben, zu heilen ist er nicht mehr.ff) Und wenn die Katastrophe in Rußland nicht sehr bald kommt, so kommt der Krieg zwischen Rußland und Preußen, den der Generalrat schon während des französischen Krieges als dessen unabwendbare Folge vorhergesagt und der 187? mit Ach und Krach vermieden wurde. Nun halt Dich tapfer und laß mal bald wieder von Dir hören und schreib einen ordentlichen Brief, auf so einer Postkarte kann man doch nicht ganz frei von der Leber weg sprechen. Besten Gruß von Marx und Deinem alten F. E. ") Es ist dies Schorlemmer, mit dem Engels noch in Man- chester Freundschaft geschlossen hatte. Vgl. jetzt Bebels Memoiren und meine Darstellung im „Vorwärts" vom 5. Januar 1914(„Zur Entstehungsgeschichte des Züricher„Sozialdemokrat".) ") Das Defcnsivbündnis zwischen Deutschland und Oesterreich, gegen Rußland gerichtet, ist am 7. Oktober 1879 geschlossen worden. London, 15. September 1879. Lieber Alter! Meinen letzten Brief und die 75 Frank per Post hast Du hoffentlich erhalten.. � Sorge schreibt, daß er auch an Dich wegen nötig werdender Erneuerung der Vollmacht betreffs Lingenaus Testament gc- schrieben, da der Tod Geibs sonst den Advokaten der Gegenpartei in den Stand setzen könnte, die alte Vollmacht als ungültig gc- worden zu erklären und dadurch neue Verschleppung herbcizu- führen.") Marx, der noch an der See ist und sich wunderbar erholt haben soll, schreibt mir nun, ich möge Dich bitten, ihm das For- mular zu der Vollmacht herzuschicken, damit er das Nötige besorgen kann. Willst Du also so gut sein, dies möglichst rasch zu tun. Hast Du Kosten dabei, so schreib mir gleich, wieviel es macht und »ch schicke Dir das Geld. Je rascher dies besorgt wird, desto besser. Die Bollmacht natürlich ganz wie die frühere, nur daß Geibs Name darin fehlt oder er als verstorben angeführt wird. Mit dem Züricher deutschen Parteiorgan wird die Sache immer schöner. Die Züricher Redaktionskommission, die unter Oberleitung der Leipziger das Blatt überwachen und zensieren soll, besteht aus Höchberg, Schramm und Bernstein. Nun haben aber Höchberg, Schramm und Bernstein in dem„Jahrbuch für Sozialwissenschast und Sozialpolitik", das Höchberg in Zürich herausgegeben, einen Artikel„Rückblicke auf die sozialistische Be- wegung in Deutschland" verfertigt, der sie aste drei als ganz ordinäre Bourgeois hinstellt, friedliche Philanthropen; sie klagen die Partei an, zu ausschließlich eine„Arbeiterpartei" gewesen zu sein, den Haß der Bourgeoisie provoziert zu haben und beanspruchen die Leitung der Bewegung für„gebildete" Bourgeois ihres Schlages. Da hört denn doch die Gemütlichkeit auf. Glücklicherweise kam vorgestern plötzlich Höchberg mir hier auf die Bude gestiegen. Da Hab ich ihm dann reinen Wein ein- geschenkt. Der arme Junge, uu iond ein guter Kerl, aber er- schrecklich naiv, fiel wie aus den Wolken, als ich ihm auseinander- setzte, daß wir nicht daran denken könnten, die proletarische Fahne fallen zu lassen, die wir seit fast 40 Jahren hochgehalten, und ebensowenig in den allgemeinen kleinbürgerlichen Verbrüdcrnngsdusel einzustimmen, den wir nun ebenfalls seit beinahe 40 Jahren be- kämpft. Kurz, er weiß jetzt endlich, woran er mit uns ist und warum wir mit Seinesgleichen nicht marschieren können, was die Leipziger auch immer tun und sagen mögen. Wir werden an Bebel ebenfalls eine ganz kategorische Er- klärung unseres Standpunktes gegenüber diesen Alliierten der deutschen Partei abgeben, und dann sehen, was sie machen werden. Zieht das Parteiorgan im Sinne dieses Bourgeoisartikels auf, so erklären wir uns öffentlich dagegen. Soweit werden sie es indeß wohl- nicht kommen lassen.") Also schreib bald. Besten Gruß von Marx und Deinem alten F. Engels. London, 94. September 1879. Lieber Alter. Deine Postkarte erhalten. Ich habe Dir eine Postanweisung herausgenommen für 1 Pfund Sterling 12 Schilling, was 40,20 Frank ausmachen sollte, bainit Du, falls die Kosten der Vollmacht etwas mehr betragen, nicht festsitzest. Marx ist wieder hier, in anscheinend höchst günstigen Gesundheitsverhältnissen, so daß am 2. Band Kapital nun wohl flott gearbeitet lverden kann. lieber den Verlauf der Verhandlung mit den Leuten im Lande des Philistertums werde ich Dir seiner Zeit weitere Mitteilung machen. In Eile Dein alter F. E. London, 19. Dezember 1879. Lieber Alter. Auch gestern hatte ich Geld zu bekommen und es stand längst fest, daß Du dann sogleich auch eine Sendung erhieltest. Es wurde mir aber zu spät.damit, um nock) die Postanweisung denselben Tag herauszunehmen, und den ganzen Nachmittag gings mir im Kopf ») Ueber Lingenaus Testament berichtet Bebel im Kapitel„Eine verlorene Erbschaft". Dritter Teil, S. 105— 107. ") Vgl. bei Bebel das Kapitel„Das Richteriche Jahrbuch", S. 58—64. herum: Heute abend kommt gewiß ein Brief vom Philipp! Und richtig, er kam. Und so hast Du mich um das Vergnügen gebracht, Dir eine Weihnachtsüberraschung zu machen. Ich habe also eine Postawvcisung auf fünf Pfund Sterling herausgenommen, die nach der hiesigen Tabelle Dir dort mit 126 Frank ausgezahlt werden sollte, was auch sofort geschehen wird. Uns geht es hier so so, ich kann nicht klagen, Marx ist besser auf dem Strumpf als voriges Jahr, doch auch noch nicht ganz wie er sein sollte. Frau Marx laboriert feit längerer Zeit ab und zu an der Verdauung und ist selten wohl. Ter zweite Band schreitet langsam voran und wird wohl auch nicht rascher voran- schreiten, bis ein besserer Sommer als der letzte Marx erlaubt, sich einmal recht zu erholen. Gestern Hab' ich dem Bebel geschrieben, wir könnten an lx in „Sozialdemokrat" nicht mitarbeiten.") Es geht aus Höchbergs weiteren Briefen hervor, daß er es für selbstverständlich hält, im „Sozialdemokrat" die im Jahrbuch ausgesprochenen Ansichten ver- treten zu können. Und solange die Leipziger mit ihm und seinen spießbürgerlichen Kollegen auf dem jetzigen Fuß stehen, seh' ich nicht ein, wie sie ihm das abschlagen können. Damit sind wir aus- geschlossen. Nachdem wir seit dem Manifest(ja schon seit Marx Schrift gegen Proudhon) denselben kleinbürgerlichen Sozialismus fortwährend bekämpft, können wir nicht mit ihm in dem Augen- blick zusammengehen, wo er das Sozialistengesetz zum Anlaß nimmt, seine Fahne anfs neue zu erheben. Und es ist auch besser. Wir würden in eine endlose Debatte mit den Herren verwickelt, der „Sozialdemokrat" würde ein Kampsplatz und schließlich müßten wir doch öffentlich unseren Rücktritt erklären. Mit alledem wäre aber niemanden gedient als den Preußen und den Bourgeois, und so vermeiden wir's lieber. Das soll aber für andere Leute, die auch nicht, wie wir, gerade durch die vorgefallenen Verhandlungen selbst gezwungen sind, den Handschuh gegen Höchberg und Konsorten aufzunehmen,— für andere soll das durch- aus kein Vorbild enthalten. Ich sehe durchaus nicht ein, warum z. L. Du nicht an dem Blatt mitarbeiten solltest. Die Korrespon- denzcn der deuffchen Arbeiter sind das einzige darin, woran man noch Freude hat, und Arbeiten von Dir würde das Blatt nur heben; und da es doch einmal da ist, ist ein möglichst gutes Blatt einem schlechten immer vorzuziehen. Ich sage dies in der Er- Wartung, daß die Leute Dich ordentlich zahlen, denn daß Du in Deiner Lage auch noch gratis arbeiten sollst, das wäre doch zu viel verlangt. Auch sind wir den Leipzigern nicht besonders böse weg.m der Geschichte. Wir haben das schon seit Jahren kommen sehen. Liebknecht kann einmal das Vermitteln und rechts und links Freunde machen, nicht lassen und wenn die Partei nur äußerlich recht stark, zahlreich und womöglich auch geldreich auftritt, so nimmt er's mit den zugezogenen Elementen nicht so genau. Das dauert dann so lange, bis er sich endlich einmal die Finger d'ran ver- brennt. Wenn das geschieht, werden die guten Leute schon wieder umkehren ins richtige Fahrwasser. Die„Freiheit" ist reines Gebrüll ohne jeden Inhalt und Verstand, und Most, der sonst gar nicht ohne Verstand ist, zeigt sich hier unfähig, einen einzigen Gedanken hervorzubringen, seit- dem er sich vom Boden der Partei losgerissen bat. Wenn ich denn einmal reines Geschimpf haben will, da ziehe ich doch weiland Karl Heinzens vor, der machte es doch noch klobiger. Vollmachten sind alle nach New Jork, aber seitdem weiter nicht» gehört. Auf Liebknechts Hoffnungen ist wenig Verlaß, er hat deren immer mehr als nützlich. Leßner hat seit Jahren schon mit dem hiesigen Verein nicht» mehr zu tun, er läßt sich selten sehen und knurrt dann meist ein wenig über den Laus der Dinge nn allgemeinen. In Rußland geht die Sache samos. Es wird da recht bald zum Klappen kommen. Und wenn'das geschieht, dann geht den großen Herren vom Deutschen Reich sofort der Allerwerteste zentnerwci» mit Grundeis, das wird der nächste Wendepunkt der Weltgeschichte. Die army: Anarchisten sollten Duch doch nicht s» verdrießen. Die sind ja auch ganz drunten durch. Jin Westen haben sie nichts mehr zu tun als unter sich Anarchie zu treiben, daß die Haare fliegen und in Ruhland holen sie mit all ihren Moritaten mir den Konstitutionellen die Kastanien aus dem Feuer, was sie eben jetzt zu ihrem Schrecken entdeckt haben. Grüße von Marx und Deinem.. F. E. -') Dieser Brief ist jetzt in Bebels Memoiren veröffentlicht. Dritter Teil. S. 89-�86. Fliegen allein heute schon nicht mehr leben, weil die Konkurrenz zu groß ist und weil die Lebens- und Unfallversicherungen für den Flugbcslissencn geradezu unerschwinglich hohe Prämien erfordern. Und der richtige Sport bleibt eben immer nur der, bei dem eine gehörige Portion Lebensgefahr in Frage kommt. Schon der Billigkeit wegen ist das Auf- und Abspringen auf «ine fahrende Straßenbahn der beliebteste Sport. Man muß sich nur einmal einen Menschen betrachten, dem so«in Aufsprung ohne Fährnis geglückt ist. Wenn er iif der Lotterie gewonnen hätte, könnte er kein strahlenderes Gesicht machen, als wenn er sieg- geschwollen und sich blähend wie ein Pfau nun aus dem Platz des Schaffners steht und jedem Fahrgast einzeln den protzigen Mick zu- wirst:„Ja, nun seht einmal her, was bin ich doch für«in Kerl! Was! Ha! das soll mir erst mal noch einer nachmachen!" Schon dieser strahlenden Gesichter wegen sollte sich die Polizei möglichst wenig um derartige Privatvergnügungen der Staats- bürger kümmern; denn der Gelegenheiten, so ein recht vom Herzen beeinflußtes strahlendes Gesicht zu machen, sind zurzeit sehr wenige vorhanden. Aber glückliche und zufriedene Gesichter sind an maß- gebender Stelle offenbar nicht gern gesehen. Sie paffen nicht in den Rahmen des Gesamtbildes. Dagegen muß also vorgegangen werden. Nachdem die Polizeibehörde einer großen in Westdeutschland gelegenen Stadt festgestellt hatte, daß ein erhebliches Bedürfnis für einige neue Polizeiverordnungcn sich zeigte, weil die bestehenden polizeilichen Verfügungen den Einwohnern bereits derart in Fleisch und Blut übergegangen waren, daß sie seit einiger Zeit nichts mehr einbrachten, wurden zweiundzwanzig Beamte beauftragt, die gc- eigneten Vorarbeiten für eine neue Polizeiverfügung vorzunehmen. Als diese zweiundzwanzig Beamte sieben Monate emsig gearbeitet und entsprechend nachgedacht härten und der Erat bereits mit 970,23 Mark für 32 341 zerkaute Federhalter a 3 Ps. belastet war, hatte mau die Grundlage gesunden. Daß man auf dem richtigen Wege war. bewies die Tatsache, daß man das unenibehrltchc Wort„un- befugt" schon an geeigneter Stelle untergebracht hatte. Das Sieben- monatskind hieß jetzr:„Das unbefugte Auf- und Aospringen"! Schwieriger war schon, die rechtliche Grundlage zu schaffen. Wenn sich jemand absolut das Genick brechen will, so geht das erstens die Polizei gar nichts an und zweitens wird der Betreffende sie vorher auch kaum um Erlaubnis fragen.(Wie war's vielleicht mit einer entsprechenden Verfügung?) Aber der Beweis für die Not- wendigkeit der soeben ansgebrületcn � neuen Verordnung mußte herbeigeschafft werden. Ganz egal wie. Von Kaiserempfängen und Arbciterumzugen her wc.x man. da« in jeder echt preußischen Stadt sieben Achtel der vorhandenen Polt- zisten eigentlich ganz und gar überflüssig sind. Von dem ver- bleibenden einem Achtel sind ein Drittel dienstfrei und das andere Drittel langweilt sich in den Wachtstuben. Das letzte Drittel genügt für den Sicherheitsdienst der Stadt. Obgleich in einer Holzpantinenfabrik, die vier Arbeiter be- schäftigte, gestreikt wurde, glaubte mau dennoch genügend Hilfs- kräste zur Aufstellung der Statistik, ohne die es ja nun einmal nicht geht, aufbringen zu können. Ein halbes Jahr lang wurden täglich 470 Schutzleute längs den 28 verschiedenen Linien der Straßenbahn aufgestellt, um jedes Auf- und Abspringen auf einen fahrenden Straßenbahnwagen gewissen- Haft zu buchen. Nach Ablauf dieser Frist wurde das Ergebnis zusammengestellt: Es sind in sechs Monaten, gleich hundertachtzig Tagen, auf einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen Aufgesprungen Abgespmngen. 11 Personen 9„ Im ganzen 20 Personen Dabei sind gefallen..... 4 Personen Davon sind verletzt 1 Person Davon find tödlich verunglückt.. i 0 Das Gutachten lautete: Auf Grund einer sich auf den Zeitraum von sechs Monaten erstreckenden zu statistischen Zwecken erfolgten Beobachtung hat sich herausgestellt, daß das Auf- und Abspringen auf die in Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen mit erheblicher Gefahr verknüpft ist. Es wurde festgestellt, daß auf je 190 Auf- bezw. Absprünge 5 tödliche und 5 leichtere Unglücksfälle zu ver- zeichnen sind. Es wurde ferner festgestelll, daß durch jeden solcher Unglücksfälle die ruhige und ordnungsgemäße Abwickelung eines ge- regelten Verkehrs gehemmt und unterbrochen wurde. Es kann des weiteren keinem Zweifel unterliegen, daß aus diesem Grunde, sowie aus der Verpflichlung der Behörden, den Sicherheiksdienst auch auf unbesonnene Personen und auf absichtlich gewollte Gefahren zu er- strecken, durch geeignete Maßnahmen eingegriffen werden muß. Zwei Monate darauf war die entsprechende Polizeiverfügung fertig. Damit sie niemand versteht, ist sie im Amtsstil abgefaßt. Es würde andernfalls auch zu befürchten sein, daß sie nicht über- treten wird. Sie umfaßt 273 Druckzeilen. In die gebräuchliche deutsche Umgangssprache übersetzt lautet sie: Das Auf- und Abspringen auf einen fahrenden Straßenbahn- wagen ist wegen Lebensgefahr zu vermeiden. Wer gegen diese Ver- ordnung verstößt,, wird von der Mitfahrt ausgeschlossen und wird mit. einer Geldstrafe in Höhe bis zu." 9 Mar! hejtraft, Weil ich den vollständigen Entwickclungsgang dieser Polizei- lichen Verfügung kannte, erwartete ich, daß der letzte PassnS lauten würde:--- wird mit dem Tode, in weniger schweren Fällen mit Zuchthaus nicht unter fünf Jahren bestraft. Bei dem Aufwand von Arbeit und Kosten hatte ich da» als das mindeste Kdacht. Wie man sich doch täuschen kann!—. Die ftaatsgefahrliche Entblößung. Daß der Wieder Wilhelm in seinem ihm seit eine,» halben Jahr „angestammten" Fürstentum Albanien äußerst unbeliebt ist, darüber sind sich wohl alle Leute einig, lieber die Grunde dieser llnbelieb:- heit telegraphieren nun die verschiedenen österreichischen, italienischen und deutschen Berichterstatter da» Widersprechendste in die Welt hinaus. Ein offenbar besonders eindringlicher Beobachter der Zustände im Lande des famosen„Mbret" glaubt feststellen zu müssen, daß daS tiefe Dekollete, der Fürstin, mit dem sie sich bei öffentlichen An- läffen zeigte, die mohammSdanische Bevölkerung aufS tieffte in ihren religiösen und sittlichen Gefühlen verletzt habe. Ja, das hätte nun ein Mensch ahnen sollen! Dieser Wilhelm scheint sich doch, als er die Fahrt in den europäischen Orient antrat, nicht genügend von seiner preußisch-höstschen GardeofsizierSerziehung freigemacht zu haben. Ein Fundament seiner Weltanschauung war. daß, ungeachtet der für daS„Volk" erforderliche».Schamhaftigkeit". die„gesellschaftsfähigen" Damen bei Hofe und in„Galavorstellungen" bi» zu einen, gewissen Punkt über dem Nobel nackt erscheinen müssen. und daß unter Umständen irgendeine Schranze mit Schere und Zentimetennaß die weiblichen EntkleidungSstücke vorschriftsmäßig macht. Aber er hätte sich doch sagen müssen, daß man die Unter- tanen nie zu tief blicken lassen darf, sonst werden sie auffäsftg. Und er hätte au» einem anderen Gebiet seiner gewiß vorbildlichen Erziehung wissen können, daß e» die Aufgabe aller monarchischen Diplomatie ist, zu ver hüllen und nicht zu e n t hüllen. So bezeichnet nun vielleicht ein zu reichlicher Ausschnitt einen Einschnitt in seinem sürstlichen Dasein, und statt daß sich ihm, wie er hoffte, der Busen der Albanier liebevoll öffnet, nehmen diese prüden Kerls in durchaus preußischer Weise an einem Busen„AergenuS". Bei uns würden sich freilich die Frauen und Töchter gewisser bürgerlicher Kreise begeistert bi» auf« Hemd ausziehen, wenn sie dadurch das heiß ersehnte Ziel der„Hoffähigkeit* erränge«! Verbands- Generalversammlung in Groß- Berlin. = Und eine sozialdemokratische Die am vorigen Sonntag vertagte Generalversammlung des Wochenabonnement überzugehen. Das wirtschaftliche Moment ist| rente Masse zugeschnitten sind. Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und der für die Verbreitung einer Zeitung in erster Linie maßgebend. Morgenpost wollen Sie doch nicht aus dem Vorwärts" machen. Umgegend wurde gestern in Obiglos Festsaal fortgesetzt. Weil der Arbeiter nicht 1,10 M. auf einmal zahlen kann, geht er Das 25.-Pf. Wochenabonnement läßt sich ein= Eugen Ernst eröffnet die Versammlung um 94 Uhr. Auf zur billigen bürgerlichen Presse über. Dadurch verlieren wir die führen, aber nur unter der Voraussetzung, daß der Tagesordnung steht der das Blatt in einer Stärke von drei Bogen täg= lich erscheint. Damit dies Maß nicht überschritten wird, muß in der Redaktion jemand sein, der auf die Raumverteilung einen bestimmenden Einfluß hat. Der Streit um den Raum endet in der demokratischen Redaktion immer so, daß alles, was jeder einzelne Redakteur für notwendig hält, auch hineinkommt. Dann wird eben ein halber Bogen mehr gemacht. Der kostet 500 M., und wenn ein ganzer Bogen mehr gemacht wird, sind es 1000 M. Also, Genossen, überlegt Euch, ob das Blatt dadurch schlechter wird, wenn es einen halben Bogen weniger gibt. Das heißt, weniger Buchstaben, weniger Worte, aber denselben Inhalt in fonzentrierterer Form. Unter diesen Umständen läßt sich das 25- Pf- Wochenabonnement durchführen.( Lebhafter Beifall.) " Möglichkeit, diese Arbeiter prinzipiell aufzuklären und der Verlag Bericht der Reorganisationsfommission. verliert Gewinn. Durch das Wochenabonnement nehmen wir den Max Groger führt als Referent aus: In der Versammlung Arbeitern den Grund, während der Arbeitslosigkeit zur billigen bor acht Tagen erhob Genosse Stadthagen den Vorwurf, die bürgerlichen Presse überzugehen. Solange wir ein billiges WochenKommission habe die Angelegenheit verschleppt. Dieser Vorwurf abonnement nicht einführen, fann unsere Agitationsarbeit für den Wie" Vorwärts" nicht den gewünschten Erfolg haben. Eine Vermehtrifft nicht zu, ich muß ihn ganz entschieden zurückweisen. aus dem gedruckt vorliegenden Bericht bekannt ist, hat die Kom- rung der Abonnenten bedeutet auch eine Steigerung der Mit mission die Beratungen über die Reorganisation der Parteiorgani- gliederzahl und der prinzipiell aufgeklärten Genossen.( Beifall.) jation noch nicht abgeschlossen. Das Ergebnis der Beratungen über Stadthagen: Sowohl der mündliche wie der schriftliche Bericht die Ursachen des Rüdganges der„ Vorwärts"-Abonnenten liegt im der Kommission läßt die Objektivität völlig vermissen. Da wird geBericht der Kommission vor. Es war zunächst festzustellen, ob der sagt, ich sei aufgefordert worden, einen Plan für die Reorganisation Rückgang der Abonnentenzahl so erheblich ist, wie angenommen der Redaktion aufzustellen. Ich weiß nichts davon, daß ein solcher wurde. Aus den angeführten Zahlen ergibt sich, daß es ein Auf Beschluß gefaßt ist. Weiter heißt es im Bericht, meine Angaben Köhn begrüßt die Schaffung eines Bindegliedes zivischen Erund Ab immer gegeben hat. Genosse Stadthagen hatte in einer über eine Aenderung der redaktionellen Haltung des Vorwärts" Generalversammlung die Behauptung aufgestellt, im Anschluß an seien nicht erwiesen worden. Auch das trifft nicht zu. Von dem, pedition und Speditionen, die Zeitungskommissionen. die Dämpfungspolitik des Parteivorstandes habe die Mehrheit der was ich in dieser Hinsicht gesagt habe, nehme ich kein Wort zurück. Der Vorschlag der Reorganisationsfommission zeige aber noch einige Redaktion eine mehr nach rechts gerichtete Haltung eingenommen. Es ist nicht erwiesen, daß meine Angaben unzutreffend seien. Nun Mängel. Redner macht deswegen einige Abänderungsvorschläge, Die Kommission hatte alle Veranlassung, zu prüfen, ob diese Be- wird vorgeschlagen, einen Chefredakteur anzustellen. Es kommt um die Abonnentenfluktuation zu vermindern. hauptung begründet ist, denn es muß natürlich verlangt werden, daß gar nicht darauf an, wie Mehring und andere darüber denken. Die Schubert polemisiert gegen die Ausführung Fischers und bedie Redaktion die von den Parteitagen aufgestellten Richtlinien Kommission hatte nur zu untersuchen, welche Ursachen für den streitet die Richtigkeit seiner Argumente. Wir, die wir die Kleinnicht verläßt. Stadthagen ist den Beweis für seine Behauptung Abonnentenrüdgang maßgebend find. Damit hat die Frage der arbeit verrichten, wissen, daß viele Arbeiter deshalb zur bürgerschuldig geblieben. Es ist festgestellt, daß die Haltung des Vor- Chefredaktion gar nichts zu tun. Abgesehen davon, daß dem Chef- lichen Presse übergehen, weil sie nicht 1,10 M. für den„ Vorwärts" wärte" zur sogenannten Dämpfungspolitik das Ergebnis eines redakteur nach Ansicht der Kommission die unerfüllbare Aufgabe zahlen können. Wenn wir das 25- Pf.- Wochenabonnement einRedaktionsbeschlusses und nicht das Werk einzelner Redakteure ist. zustehen soll, die Bandwürmer abzuschneiden, damit sie in den ge- führen, werden wir mit der Agitation für den Vorwärts" mehr Die Kommission ist auch zu der Ueberzeugung gekommen, daß nicht gebenen Raum paffen, ist die Chefredaktion grundfäßlich abzulehnen. Erfolg haben. Wir müssen den Arbeitern die geistige Kost verdie Politik allein den„ Vorwärts" beherrscht, sondern auch diejenigen Es ist zu befürchten, daß ein Chefredakteur, der sich abhängig fühlt billigen, aber nicht verteuern. Teile, die sich speziell mit Arbeiterangelegenheiten beschäftigen, vom Parteivorstand und der Preßkommission, sich derart beeinflussen billigen, aber nicht verteuern. nicht zurüdgefekt werden. Allerdings ist der Vorwärts" zum Teil läßt, daß eine Schwenkung in der Haltung, des Blattes eintritt. zu wenig lebhaft. Eine größere Lebendigkeit ist notwendig, um Die Unabhängigkeit der Redaktion würde dadurch gefährdet. Die größeren Einfluß auf die Leser zu gewinnen. Stadthagen hatte gegenwärtigen Redakteure sind nicht willens, sich durch einer Chefs auch über Mängel in der inneren Organisation der Redaktion ge redakteur zu Kulis herabdrücken zu lassen. Die Mehrheit der Reflagt. Was er in dieser Hinsicht auszusehen hatte, darüber ist daktion würde es dann vorziehen, um Enthebungen von ihren Posten innerhalb der Redaktion eine vollkommene Verständigung erzielt. zu bitten. Ich bitte Sie, über den Vorschlag der Anstellung eines Es war also nicht nötig, daß Stadthagen wegen dieser Angelegen- Chefredakteurs zur Tagesordnung überzugehen. Hinsichtlich des heit die Parteigenossen alarmierte, zumal er ja seine Beschwerden Abonnements steht die Redaktion auf dem Standpunkt, daß ein im Zentralvorstand vorbringen konnte. Das hat er aber nicht ge- Wochenabonnement von 25 Pf. grundsäßlich notwendig ist. Nicht tan. In der Kommission hat sich herausgestellt, daß die Verteilung teurer, sondern billiger muß der Vorwärts" werden, wenn er eine des Raumes für die einzelnen Ressorts der Redaktion zu Streitig weitere Verbreitung finden soll. Es ist nicht wahr, daß kein teiten in den Redaktionskonferenzen Veranlassung gab. In größerer Ueberschuß vorhanden ist. Wie steht es denn mit den dieser Hinsicht ist ja neuerdings manches besser geworden. Aber Ueberschüssen aus der Druckerei? Das sind doch auch Ueberschüsse Kommission hält es doch im Interesse des des Vorwärts". Wenn gesagt wird, ich habe meine Beschwerden Blattes für notwendig daß der ,, Vorwärts" einen nicht im Zentralvorstand vorgebracht, so bemerke ich, daß der leitenden Redakteur bekommt. Sie glaubt, daß derartige Meinungs- 3entralvorstand keine Beschwerdeinstanz ist und ich nicht das Recht verschiedenheiten durch einen leitenden Kopf am besten geschlichtet habe, an seinen Sigungen teilzunehmen. Lassen Sie sich nicht durch werden können. Auch Genosse Mehring hat sich ja in der Partei- bureaukratischen und persönlichen Stram beeinflussen, sondern preffe für die Chefredaktion im Gegensatz zur Mehrheitsredaktion stimmen Sie für das Wochenabonnement von 25 Pf.( Lebhafter ausgesprochen. Es ist gesagt worden, wir seien nicht kompetent zur Beifall.) Lösung dieser Frage. Wir haben auch gar nicht die Absicht, die Personenfrage zu entscheiden. Die Kommission beantragt: die Im Interesse des Blattes ist statt der jetzt üblichen Führung der Redaktionsgeschäfte durch die Mehrheit des Redaktionsverbandes eine Chefredaktion zu schaffen und die Anstellung eines Chefredakteurs zu empfehlen." Also wir empfehlen die Anstellung eines Chefredakteurs, aber einen bindenden Beschluß fönnen wir nicht fajien, weil das von der Personenfrage abhängt. Wir bitten Sie, unseren Antrag den maßgebenden Instanzen zu unterbreiten. " 1 Eugen Ernst: Zum Zentralvorstand gehört auch die Preßfommission. Dort seine Beschwerden vorzubringen, war Stadthagen berechtigt und verpflichtet. " Tauschel: Der Abonnentenschwund ist durch die Krise und durch die Abwanderung der Arbeiter zu erklären. Die bürgerlichen Blätter bieten auch in mancher Hinsicht mehr als der Vorwärts", Morgen- und Abendausgaben, Beilagen wie Ult, illustrierte Blätter usw. In der Hauptsache ziehen sie aber die Leser durch das Wochenabonnement heran. Wenn wir das Wochenabonnement aber auch für den Vorwärts" einführen, dürfen wir nicht teurer, sondern wir müssen billiger werden. Redner spricht gegen die Herausgabe eines illustrierten Wochenblattes und meint, es sei schon genug an den schlechten Illustrationen der Neuen Welt". " Hinsichtlich des Rückganges der Abonnentenzahl find wir zu der Auffassung gekommen, daß nicht eine Rechtsschwenkung der Redaktion erfolgt ist, auf welche der Rückgang zurückzuführen wäre. Der Rüdgang im letzten Jahre muß uns ja bedenklich stimmen, aber Lehmann( Neukölln): Trotz der langen Zeit, die die Reorgani mit einer eventuellen Schwenkung der Redaktion hat das nichts zu fationstommission zu ihrer Aufgabe gebraucht hat, ist das Resultat tun, sondern hier sind wirtschaftliche Momente bestimmend gewesen. nicht befriedigend. Eine illustrierte Beilage wie der Weltspiegel" Nach dem lebhaften Reichstagswahlkampf ist, wie immer in solchen ist für uns überflüssig. Die Arbeiter haben keine Zeit mehr übrig, Fällen, eine Rückflut eingetreten und die wirtschaftliche Krise hat um noch Bilderbogen zu besichtigen, oder das Studium der ernsten Das Wochenauch einen großen Einfluß ausgeübt. Es ist nun unsere Aufgabe, Artifel im Vorwärts" muß darunter leiden. die Zahl der Abonnenten zu vermehren und dafür zu jorgen, daß abonnement, das zu begrüßen ist wegen der dadurch erzielten Agidie bürgerlichen Blätter aus den Arbeiterfamilien tationserleichterung, darf aber nicht eine Verteuerung mit sich berschwinden. Vor allem werden wir zu wirken haben unter bringen. den Gewerkschaftsmitgliedern, bei denen man ja ein Verständnis für unsere Jdeen voraussehen kann. Im Interesse einer möglichst weiten Verbreitung des Blattes, namentlich um auch auf die Frauen und Töchter der Arbeiter Einfluß zu gewinnen, schlägt die Kommission die Herausgabe einer wöchentlichen illustrierten Unterhaltungsbeilage bor. Die Frage des Wochenabonnements hat die Kommission eingehend beraten. Sie hält es für notwendig, durch Einführung des Wochenabonnements die Zahlung zu erleichtern. Es fragt sich nur, in welcher Höhe. Es ist unmöglich, das Blatt bei seinem bisherigen Umfang zum Preise von 25 Pf. wöchentlich abzugeben.( Cho! Unruhe.) Ich weiß, daß diese Frage heftig umstritten wird. Wir sind nach eingehenden Berechnungen zu der Heberzeugung gekommen, daß ein Wochenabonnement von 25 Pj. bei dem jeßigen Umfange nicht möglich ist. Deshalb beantragt die Kommission: " Eingegangen ist folgender Antrag: Das 25- Pf.- Wochenabonnement ist einzuführen. Die Entscheidung über die Gestaltung des Vorwärts", über seinen Umfang und dergleichen sollen Parteivorstand, Preßkommission, Redaktion und Geschäftsleitung gemeinsam beschließen. Richard Fischer, unterstützt durch den Parteivorstand. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird mit großer Mehra heit angenommen. Das Schlußwort erhält Groger: Wer bisher im Zweifel war, daß es notwendig ist, einen leitenden Redakteur anzustellen, der muß durch die Ausführungen des Genossen Fischer zu einer anderen Meinung ge= kommen sein. Es kann keine Rede davon sein, daß durch Einführung der Chefredaktion die anderen Redakteure zu Kulis herabDaran denkt teiner von uns und das läßt gewürdigt werden. sich auch keiner gefallen. Wenn der Antrag Fischer angenommen wird, dann können wir den„ Vorwärts" auf die Höhe bringen, wo wir alle ihn haben wollen. Ich ersuche Sie deshalb, den Antrag anzunehmen.( Bravo.) Hierauf erfolgt die Abstimmung. Der Antrag der Kommission, der die Anstellung eines Chefa redakteurs empfiehlt, wird mit großer Mehrheit angenommen. Der Antrag Richard Fischer und des Parteivorstandes wird gegen wenige Stimmen angenommen. Die folgenden Anträge der Reorganisationskommission werden ebenfalls angenommen. I. Unter Beibehaltung der jetzigen Betriebsform ist mit den maßgebenden Bersönlichkeiten uns nahestehender Vereine Rüdsprache zu nehmen, wie in systematischer Weise in den Fabriken und sonstigen Arbeitspläßen für die Ausbreitung des„ Vorwärts" am zweckmäßigsten agitiert werden kann. In gleicher Weise soll auch versucht werden, für die Verbreitung unserer Broschürenliteratur geeignete Maßnahmen zu treffen." II. " Die öffentlichen Anschlagsäulen zur Propaganda für den Vorwärts" regelmäßig und in geeigneter Form zu benußen." III. " Die Spediteure sollen gehalten sein, falls Abonnenten den Vorwärts" abbestellen, diese Abbestellung umgehend der Organisationsleitung zu melden. Diese hat den zuständigen Funktionär davon zu benachrichtigen. Seine Aufgabe ist es dann, die Ursache der Abbestellung festzustellen und zu versuchen, den Abonnenten zu erhalten." Zum Antrage III wird noch ein vom Genossen Köhu bes noch ein vom antragter Zusatz angenommen, welcher lautet: " Für jeden Wahlvereinsbezirk ist ein Buch anzulegen, welches die Vorwärts"-Abonnenten enthält. " Die Eintragungen sind vom Spediteur zu machen. Die Bücher sind Eigentum des Wahlvereins und müssen. beim Wechseln der Bezirksführer an den Abteilungsführer zurückgegeben werden. Richard Fischer: Ich darf wohl annehmen, daß die Mehrheit der Versammlung für das 25- Pf.- Wochenabonnement ist.( Sehr richtig!) Ich stehe nicht auf diesem Standpunkt, aber ich glaube nicht, daß ich Sie für meine Meinung gewinnen kann. Es muß also damit gerechnet werden, daß Sie das 25- Pf. Wochenabonnement wollen. Deshalb will ich Ihnen vorführen, was eintreten muß, wenn der Vorwärts" für 25 Pf. wöchentlich abgegeben werden soll. Bartling sagt, der Aufschwung der Volkszeitung" ist auf das billige Abonnement zurückzuführen. Das ist nicht richtig. Solange die Volkszeitung" ein ernstes politisches Blatt ivar, ist sie zurückgegangen. Erst als sie ihren Charakter geändert hatte und ein Anhängsel der Mosseschen Unternehmungen wurde, hat sich die Abonnentenzahl gehoben. Gewiß bringt ein billiger Preis einer Zeitung Erfolg, aber die Hauptsache ist doch der Charakter. Es wird gesagt, wir brauchen feine Ueberschüsse. Das heißt doch, dem Parteivorstand die Einnahmen entziehen, die er braucht, um seine den maßgebenden Körperschaften die Einführung des Aufgaben zu erfüllen. An den Ziffern, die der Bericht liefert, ist Wochenabonnements für den Vorwärts" in Vorschlag zu nicht zu deuteln. Die sind nach gewissenhaften Berechnungen auf bringen. Die Abonnenten erhalten eine wöchentliche illustrierte gestellt. Man weist mit einem gewissen Vorwurf auf die UeberUnterhaltungsbeilage, deren äußeres Bild etwa dem Weltspiegel" schüsse hin. Ja, wollen Sie denn einen Geschäftsführer haben, der entsprechen soll. Inhaltlich soll die Unterhaltungslektüre gepflegt nicht Ueberschüsse, sondern Defizits macht? Wenn wir aus den werden. Die Illustrationen find im Tiefdruckverfahren herzustellen. Ueberschüssen der Druckerei ein eigenes Haus erivorben haben, so Der wöchentliche Abonnementspreis wird dann auf 30 Pf. fest- ist das die Verwirklichung eines vorsorgenden Planes, der auf beraten. Zuerst wird der folgende Antrag des Kreises unsere Entwickelung für die Zukunft Rücksicht nimmt. Es ist ganz Teltow Beeskow zur Debatte gestellt: gesetzt." falsch, zu sagen, die Gewinne der Druderei stammen aus dem Bor wärts". Wir haben doch noch viele andere Aufträge, die auch Geminn bringen. Das ist doch die Aufgabe einer Druderei, auch Gewinn zu erzielen. " Ich bitte Sie, Genossen, diese Angelegenheit mit demselben Gefühl der Verantwortlichkeit zu behandeln, wie es die Kommission getan hat.( Beifall.) Die Diskussion wird eröffnet. Bartling befürwortet ein Wochenabonnement von 25 Pf. Ein billiges Wochenabonnement ist nottvendig, um Leser zu geivinnen. Das ist auch der Grund, weshalb gewisse bürgerliche Blätter eine große Verbreitung erlangt haben. Unsere Führer halten allerdings an der irrigen Ansicht fest, die sensationelle Aufmachung der bürgerlichen Blätter habe ihnen eine weite Verbreitung verschafft, und nun sollen wir den bürgerlichen Blättern in der sensationellen Aufmachung folgen, anstatt zum billigen Es fragt sich nun: Können wir das 25- Pf.- Abonnement einführen? Ja, das können wir, aber nicht in der heutigen Form. Ich glaube nicht an eine besentliche Steigerung der Abonnenten durch das Wochenabonnement, auch nicht an eine Vermehrung der Einnahmen. Der Charakter des Blattes ist für die Verbreitung bestimmend. Solange der„ Vorwärts" so ist, wie ihn die Berliner Genossen haben wollen, und wie er sein muß als ein Blatt, welches der prinzipiellen Aufklärung dient, wird er nie eine so weite Ver breitung gewinnen, wie die bürgerlichen Blätter, die auf die indiffeAugen auf! A Die Bezirksführer werden verpflichtet, das Buch mindestens alle drei Monate dem Spediteur zur Ergänzung vorzulegen." Abgelehnt wird ein Antrag der Kommission, welcher besagt, daß der Vorwärts" zum Zived der Reklame an Lokale mit großem Verkehr einen Monat gratis su liefern ist. Damit ist der erste Punkt der Tagesordnung erledigt. Hierauf werden die vorliegenden Anträge der Kreise „ Die Verbandsgeneralversammlung wolle beschließen, daß diese, anschließend an ihren Beschluß vom 18. Mai 1913, aus drücklich feststellen möge, daß gegen die Beschäftigung des Benossen Borchardt als Redner, Lehrer und Schriftsteller für unsere Sache nichts eingewendet werden kann, und daß die Verbandsgeneralversammlung den Zentralvorstand beauftragt, dem Genossen Borchardt bei seiner Tätigkeit feine Hindernisse in den Weg zu legen." Der Antrag rief eine längere Diskussion hervor, an der sich außer Borchardt noch andere Redner beteiligten. Gegenstand der Debatte waren Einzelheiten aus dem Schiedsgerichtsverfahren jos wie einige Stellen aus dem Urteil des Schiedsgerichts, worüber 1111 Gewisse Fabrikanten suchen von dem großen Vertrauen, das Maggi's Bouillon- Würfel dank ihrer unübertroffenen Güte genießen, zu profitieren: sie bringen Bouillon- Würfel geringerer Qualität in einer Umhüllung zum Verkauf, die derjenigen von Maggi's Bouillon- Würfeln täuschend ähnlich ist. Wer sicher sein will, Maggi's Bouillon- Würfel zu erhalten, verlange deshalb gefl. ausdrücklich diese, achte auf den Namen„ Maggi" sowie die Schuhmarke Kreuzstern und weise Nachahmungen zurück. Maggi- Gesellschaft. Borchardt Ansichten vertrat, die von anderen Rednern entschieden zurüdgewiesen wurden. Weber beantragte namens des Zentralvorstandes die Ablehnung des Antrages Teltow- Beeskow mit Rücksicht darauf, daß Borchardt zu dem Schiedsgerichtsurteil selbst eine Haltung eingenommen habe, die als ungehörig bezeichnet werden müsse. Ledebour betonte, daß die von Weber vorgebrachten Argumente mit dem vorliegenden Antrage nichts zu tun haben. Der Antrag spreche nur aus, was in der Partei geltendes Recht sei. Borchardt ging schließlich nochmals auf seine Angelegenheit ein und rief durch Wiederholung seiner früheren, vom Schiedsgericht als unbegründet bezeichneten Behauptungen lebhaften Widerspruch und Unwillen hervor. Der Antrag Teltow Beeskow wird schließlich mit 262 gegen 187 Stimmen abgelehnt und das Abstimmungsergebnis mit Beifall aufgenommen. Ohne Debatte werden die folgenden Anträge angenommen: I. Die Verbandsgeneralversammlung möge beschließen: Zur besseren Uebersicht über die Zahl der arbeitslosen Mitglieder sind entsprechende beitragsfreie Marken einzuführen und an die Kreise unentgeltlich abzugeben. An Stelle der bisherigen Form der Abstempelung der durch Erwerbslojigkeit beitragsfreien Monate sind diese Marken zu verwenden. II. Im Interesse der geistigen Anregung des Parteilebens in Berlin sowie entsprechend dem demokratischen Charakter der Bartei, die ihre wichtigsten Fragen und Entscheidungen den brei ten Kreisen ihrer Mitgliedschaft unterbreiten muß, ist auf die Tagesordnung jeder ordentlichen Verbandsgeneralversammlung von Groß- Berlin außer den geschäftlichen Berichten und Wahlen die jeweilig wichtigste politische Frage mit entsprechendem Referat zu sehen. Der Reorganisationsfommission wird ein Antrag des Genonen Adena überwiesen, welcher bejagt, daß für die Zahlabende außer den geschäftlichen Angelegenheiten eine für ganz Groß- Berlin gleichlautende Tagesordnung aufgestellt und im Vorwärts" befannt gemacht wird. " Krause bringt eine Differenz beim Bau„ Lindenhaus" zur Sprache, die dadurch entstand, daß eine Schweizer Firma beschäftigt murde, die vom deutschen Bauarbeiterverband gesperrt ist. gebrachten Gelder fonnten das Sterben der Staatsbürgerin nicht| Sinn mehr zu haben. Leutnant Schlange vom 166. Jna aufhalten. Sie ist so gut wie pleite und wird vom 1. Juli an fanterie- Regiment in Saargemünd kann es an erzicherischem das Banner der deutschvölkischen Sache nur noch einmal in der Talent und an Kühnheit mit jedem anderen preußischen Offizice Woche aufrollen. Dafür aber um so fräftiger. Ohne Rücksicht aufnehmen, und doch hat man ihn aus dem schönen Elsaß in die und Scheu, so versichert der Verlag, werde man mit dem Rufe: Hep! triste polnische Garnison Bromberg versetzt. Und das tat man ihm an, weil er auf einer Kaisersgeburtstagsfeier in Bitsch hep! deutschvölkische Auffassung vertreten. Vielleicht trägt der Verlag wir meinen es gut mit ihm sein erzieherisches Talent und seinen Mut nicht unter den Scheffel einem von uns ausgeheckten Vorschlage Rechnung. Wie wäre es, wenn stellte. War da irgendein„ Wackes", ein Lehrer, der sich erRudolf Lebius seine Erfahrungen aus der gelben Organisation frechte, in einem Wortwechsel vermitteln zu wollen, den schildert, wenn er darlegte, wie man ihn mit jüdischem Gelde Leutnant Schlange mit dem Musikmeister des Regiments hatte. aus der Redaktion des Bund" ausgeschifft hat? Es gingen Ritsch, ratsch, hatte das Schulmeisterlein ein paar hinter den ihm zwar die garantierten Schweigegelder in Höhe von Ohren jizen. Wie konnte er sich erdreisten, vermitteln zu 70 000 Mart flöten; doch was fragt ein so überzeugungstreuer wollen, wenn ein königlich preußischer Leutnant, den uns keiner Dann wie Rudolf Lebius nam Geld und Gut, wenn es heißt, ſeine nachmacht, einen Strafeel hat. " deutschvölkische Gesinnung" zu bekräftigen. Das wäre noch eine Möglichkeit, die Pleite um einige Zeit hinauszuschieben. Die neue Heilmethode. Ein großes Verdienst um die leidende Menschheit fann das Bürgermeisteramt des rheinischen Städtchens Münster am Stein auf sein Konto buchen. Es ist der Entdecker einer neuen Heilmethode, der Badearbeitskur. Dem Bürgermeisteramt des Städtchens gebührt aber auch der Ruhm, die neue Heilmethode in der Praris anzuwenden. Es inserierte in der Staats- und Gemeinde- VakanzenZeitung" die folgende Kur: -Leider hat uns die" Post" wird es mit tiefstem Bedauern wieder einmal konstatieren müssen die lange Friedenszeit ents nervt. Man hat in unserer verweichlichten Zeit kein Gefühl mehr für Mut und Kühnheit. Statt den dreisten„ Wades" davonzujagen, schidt man den fühnen Helden an die russisch- polnische Grenze. Da mag der Teufel Erzieher spielen! Es ist wahrlich zum Verzweifeln, Spiel und Sport. Fußballresultate. Registrator zur Anlegung einer Registratur Adler I gegen Hertha I 4: 1; Adler II gegen Hertha II 1: 4; ( 1100 Einwohner gegen kostenlose Badefur gesucht. Neukölln- Briz gegen Fichte III 5: 0; Alemania I gegen Stralauce Bürgermeisteramt Bad Münster am Stein." Ballspielflub 2: 2; Borussia I gegen R. B. C. 1 1: 5; V. f. B. gegen Stralauer Ballspielflub III 9: 0; Jungstralau I gegen Luckenwalde I 3: 1; Jungstralau II gegen Rüstig- Vorwärts 3: 3. Faustball. Eine sehr schäzenswerte Leistung. Nachdem von Regierungsſcite wiederholt erklärt wurde, daß die Sozialpolitit zu einem gewissen Abschluß gekommen sei, ist es von einem hohen Bürgermeisteramt doppelt anerkennswert, daß es der praktischen sozialen Hilfe neue Wege weist. Die paar Arbeitslosen, die zwar auf keine Aur, wohl aber auf Verdienst rechnen, können ja schließlich weiter hungern. Die größte Kanone! Wolf, der als Vertrauensmann auf dem Bau fungiert, be= merfte dazu, es handele sich bei Heranziehung der Firma um einen Lieb Vaterland magst ruhig sein! Jezt haben wir die größte Fertum des Genossen Fischer. Nach einer Aussprache sei die Ange- Kanone. Gemeint ist nicht etwas Mister Meschugge oder irgendein legenheit den Wünschen der Arbeiter entsprechend geregelt worden. anderes mejchuggenes„ Mujifphänomen". Nein, in Wahrheit, wir Das bestätigt auch Aug. Hinze als Mitglied der Neunerkom- haben die größte Kanone. Sie ist hundebillig. Die Firma Krupp mission, der im übrigen betonte, daß Fischer von der Sperre, die lieferte sie für den Bagatellpreis von nur 400 000 Mark. Dafür durch die Kölner Bauarbeiter verhängt wurde, bei Abschluß des Ver- kann man aber auch auf eine Strecke von 24 Kilometern im trages nichts wissen konnte, umso weniger, als ja auch Mitglieder Umkreis jeden Spaßzen von Dach schießen. Freilich wäre das ein des Bauarbeiterverbandes bei der Firma arbeiteten. etwas kostspieliges Vogelschießen, kostet doch jeder scharfe Schuß etwa 10 000 Mark. Die Tagesordnung war damit erledigt. Um 3 Uhr schloß der Borjizende Ernst die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. Vom Jahrmarkt des Lebens. Der sterbende Achill! Muse, verhülle dein Haupt! Gin Großer geht dahin! Tränenden Auges meldet jetzt der Verlag der Staatsbürger- 3eitung" jeinen Lejern, daß das deutschvölkische Banner in den Staub fintt. Auch die von Rudolf Lebius aus der gelben Bewegung mit Nun soll uns noch einer fommen! Dann immer feste druff! Wir haben ja die größte Kanone und auch das genügende Geld, um es zu verpulvern. Schlange als Erzieher. Den preußischen Leutnant macht uns feiner nach! Als Bismard einstens dies große Wort aussprach, dachte er an den Leutnant als militärischen Erzieher, an- den in Kampfe kühn vorwärtsstürmenden Offizier. Für Kühnheit und erzieherisches Talent scheint man in der verweichlichten probernen Zeit leider gar keinen Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentl. Volksversammlung am Dienstag, den 23. Juni 1914, abends pünktlich 8 Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-11. Tagesordnung: Aus russischen Kerkern. Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ernst Reuter mit erläuternden Lichtbildern. Zu der Versammlung werden Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. verausgabt, die in nachfolgenden Ausgabestellen zu haben find: Zigarrengeschäft Schröder, Hagelberger Straße 54/55. Zigarrengeschäft Horsch. Engelufer 15. Bigarrengeschäft Baumann, Rungestraße 30. Bureau des 4. Wahlkreises, Stralauer Plaz 10/11. Bon 9-1 und 5-7 Uhr. Borwärts"-Spedition, Petersburger Plaz 4. Zigarrengeschäft Schneider, Hufelandstraße 30. Borwärts" Spedition Mars, Greifenhagener Straße 22, Zigarrengeschäft Pinner, Tresdomstraße 36. Restauration Dieseler, Brunnenstraße 150, im Hof. Restauration Friedrich, Gerichtstr. 19. Restauration von Baersch, Oldenburger Straße 10. Der Ueberschuß wird dem Deutschen Hilfsverein für die politischen Gefangenen Rußlands zugewendet. 199/ 19* Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstraße 2. Charlottenburg. Oeffentliche Versammlung am Dienstag, 23. Juni, abends 8 Uhr, im Volkshause, Rofinenstr. 3. Tagesordnung: Arbeiter Gesundheits- Bibliothek 1. Sozialdemokratie und Monarchie. Referent: Reichstags. Jedes Heft 20 Pg. abgeordneter Genojie Ledebour. 2. Freie Aussprache. 250/19 Wahlverein Charlottenburg: Der Vorstand. Freie Turnerschaft Mariendorf gegen Tempelhof 84: 73; Spiel und Sport- Lanfwiz gegen Mariendorf 102: 84; Neukölln Briß gegen Fichte III 76:55. Stafettenlauf. Neukölln- Brik gegen Fichie III 69% Sef. für Fichte III; Spiel und Sport- Lantwiß gegen Freie Turnerschaft Tempelhof 68, Sef. für Tempelhof; Freie Turnerschaft Mariendorf gegen Tempelhof 79% Set. Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands Zahlstelle Berlin. Steinarbeiter. 3entralvorstand macht bekannt, daß mit dem Abschluß der Duartals Am 1. Juli( 27. Boche) tritt die neue Beitragsregelung in Kraft. Der abrechnung alte Marken nicht mehr verkauft werden dürfen. Eimdige Restanten müssen dann schon ihren Rüdstand mit dem erhöhten Beitrag ausgleichen. Am Sonntag, den 28. Juni, vormittags non 9-12 Uhr, findet in sämtlichen Zahlstellen Groß- Berlins eine allgemeine Regelung der Mitgliedsbücher statt. Die Kollegen werden ersucht, möglichste Pro Bom Erscheinen befreit paganda für den Erfolg derselben zu betreiben. find nur diejenigen Kollegen, welche ihr Buch schon vorher in Ordnung ( 26. Woche) gebracht habent. Die Ortsverwaltung. Verband der Steinsetzer, Pflasterer Deutschlands Griebens Reiseführer Pilastere.Berufsgenossen Achtung! Tarifbezirk Groß- Berlin. Achtung! Die Firmen Ernst Junge, Nieder- Schönhausen, Kaiseripeg 6, und Gebrüder Ahrend, Marschner u. Bittkau in Oranienburg sind gesperrt, weil sich diese Firmen beharrlich weigern, den durch den Schiedsspruch des Berliner Einigungsamts zustande geTommenen Tarifvertrag auzuerkennen. In Betracht kommen die Baustellen: Kaiserweg, Nieder- Schönhausen; Kanalisationsgraben, Französisch Buchholz und Blankenfelde i. M., Oranienburg: Berliner Str., Mühlenstr., Lehnitzstr. Die Bewegung wird noch weiteren Umfang annehmen, da auch die Firma Wilhelm Langen, Wilhelmsruh bei Berlin den Tarif noch nicht anerkannt hat, obwohl sie nach den Bestimmungen des§ 12 des bis zum 31. März 1914 gültigen Tarifvertrags den Schiedsspruch anerkennen müßte. Wir bitten deshalb alle Arbeitsuchende, diese Firmen bis auf weiteres streng zu meiden. Die außerordentliche Versammlung am 23. Juni fällt aus. Die nichterledigten Anträge werden in der Versammlung am 12. Juli mit erledigt. Die Bezirksleitung. Verein der Freidenker Bayerisches Hochland( Salz- M. burg, Salzkammergut) 60 kleine Ausgabe 1,50 große Ausgabe 3, Buckow und Umgebung. Dresden u. Sächs. Schweiz Erzgebirge Freienwalde u. Eberswalde Harz( kleine Ausgabe) ( große Ausgabe) Mecklenburg Nordseebäder Oberspree Ostseebäder Potsdam und Umgebung Rheinreise 60 1.20 2.50 1,50 , 50 2, 50 1,50 Riesengebirge( kl. Ausg.) 1,20 ( gr. Ausg.) 250Rügen 1,50 Sächsische Schweiz Schwarzwald( kl. Ausgabe) 1,20 ( gr. Ausgabe) 2,50 Spreewald Thüringen Thüringer Wald Tirol( große Ausgabe) " ( kleine Ausgabe) und andere. -, 60 2,50 1,20 3, 1,50 für Feuerbestattung. Buchhandlung Vorwärts Gegr. 1905. Geschäftsstelle: Sit Berlin F. Sachtleben, Berlin O., Rigaer Str. 91. Zel. Rönigst. 3699. Eintrittsgeld 1 M. Gegr. 1905. Kajsierer: Paul Stieler, Neukölln, Beisestr. 21, III. Monatlicher Beitrag 30 Bf. Nach dreijähriger Mitgliedschaft kostenlose Einäscherung und Beisehung der Nichentapjel Aufnahme ohite ärztliche Untersuchung. Mitgliedschaft Beitragsfreiheit. Nach 25 jähriger Montag, den 22. Juni, abends 812 Uhr, Im Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11/12: Große Versammlung. Tagesordnung: 286/ 10* Vorführung des neuen Krematoriummodellbildes. Gäste willkommen. Verschiedenes. Der Vorstand. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von G. A. Hanewacker, Grimm& Triepel. Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. Amt IV. 3014. Lindenstr. 69( Laden). Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 69 Wie soll man wandern? Anleitungen und Winke von Engelbert Graf. Preis 20 Pf. Mit Rucksack und Wanderstab. Von Jürgen Brand. Preis 20 Pf. Jugend- Liederbuch Das gute Riebeck Bier 7003889828 88 Preis 25 Pf. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Schols, Neukölln, Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drudu. Berlag: Borwärts Buchdruderet u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin S