Nr. 173. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pranumerando: Bierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedrudie Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1983. Sonntag, den 28. Juni 1914. Das Ergebnis des Gewerkschaftskongresses. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. Kongressen nicht wenig debattiert, und es hat auch an scharfen fritischen Worten, wie an manchem Mißtrauen nicht gefehlt. Davon war auf diesem Kongreß auch nicht das geringste zu erkennen. Mit der höchsten Zeitung unserer gewerkschaftlichen Gesteigerte Aktionsfähigkeit, das ist das dürfnissen der Besigenden, wie nach dem Schaden, den sie Organisation ergab sich vollständige Zufriedenheit. War auf angweifelhafte Ergebnis der arbeitsreichen Woche, die nun den Arbeitern und Arbeiterinnen zufügen. Wenn ein künf- früheren Gewerkschaftsfongressen mancher Wunsch der Gefiz die Vertreter der deutschen Gewerkschaften beendet ist. tiger Geschichtsschreiber aus unserer Zeitepoche für die innere neralfommission nicht in Erfüllung gegangen, weil man einer Ca ist der neunte der Kongresse gewesen, den die Gesamtheit Geschichte Deutschlands fein anderes Aftenstüd überliefert Machtsteigerung der Generalfommission nicht freundlich acder deutschen Gewerkschaften seit Ablauf des Sozialisten erhielte als das stenographische Protokoll dieses Gewerkschafts- finnt war, so hat dieser Gewerkschaftsfongreß mit seiner Begesebes abhielt, 24 Jahre, nachdem die Generalkommission fongresses, so könnte er sich einen großen Teil unserer Un- schlußfassung über das neue Regulativ der Generalfommission geschaffen wurde. Damals, als die Gewerkschaften kaum fultur ausmalen; er fönnte ein Bild gestalten von den ihr erhöhte Bedeutung gegeben, ihr auch eine bedeutsame cine Biertelmillion Mitglieder zählten, war das ein schüch schroffen Gegensäßen der Herrschenden und der Beherrschten finanzielle Kräftigung verschafft und ihr das, was Genoffe terner Versuch. Heute ist der Kongreß eine gewaltige Heer- und dem ungleichen Recht, das in Deutschland gilt unteregien so oft gewünscht hat, endlich in weitgehendem Maße schau gewesen, nicht nur über die gewerkschaftlich organisierten Bevorzugung der Besitzenden, unter Unterdrückung der gewährt: die Möglichkeit großer finanzieller Unterstübung bei Streifs und Aussperrungen und Massen, nicht nur über die älteste und festgefügteste Organi- Schaffer aller Werte. fation Deutschlands zur Wahrung von wirtschaftlichen Inter- Das ist es, was herausklingt aus all den Debatten über dabei auch naturgemäß eine starke Einwirkung auf die effen, sondern auch eine Heerschau über den geistigen Inhalt die Handhabung des Reichsvereinsgejetes, über den Arbeits- aftif wichtiger, entscheidender Kämpfe zwischen der Ardieser großen Massenbewegung. Nicht nur die 22 Millionen willigenschutz und den Unternehmerterrorismus, über die beiterklasse und dem koalierten Unternehmertum. Es ist eine gute und große Arbeit, die die deutsche ArArbeiter und Arbeiterinnen imponieren, sondern auch der Bestrebungen des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise, über beiterklasse von ihren Gewerkschaftsdelegierten auf diesent Geist, der sie erfüllt, die Zielfraft ihres Strebens, die Ein- die Arbeitslosenfürsorge und ebenso bei den Erwägungen über Gewerkschaftskongreß ausführen ließ. Sicherlich nichts Vollheitlichkeit ihres Wollens. die gesetzliche Regelung der Tarifverträge wie über den Ein- fommtenes und unbedingtes, aber das ist ia etwas SelbstSicherlich hat dieser Kongreß nicht restlos auszuschalten fluß der Lebensmittelteuerung auf die wirtschaftliche Lage verständliches. Jeder Tag stellt neue Aufgaben, die der gestrige vermocht, was an Differenzpunkten zwischen den Gewerk der Arbeiterklasse: die gewerkschaftlich organinicht kannte, niemals sind wir fertig, und immer müssen wir schaften bestanden hat, und wir haben die Schwierigkeiten fierte Arbeiterschaft fühlt sich unterdrückt, uns neu wappnen, neu uns schüßen, an neue Wege denken. dieses Ausgleichs von Anfang an hervorgehoben. Aber selbst fühlt sich in jeder Hinsicht geschädigt. Das Aber daß wir das können, das ist wichtig und bedeutsam, bei der großen Frage der Grenzstreitigkeiten hat der Gewerk- schärffte Mißtrauen gegen alle Organe der Regierungen, und das hat der Neunte Deutsche Gewerkschaftskongres in überschaftsfongreß zuletzt einen sehr versöhnenden Standpunkt die Ueberzeugung von der Abhängigkeit dieser Regierungen aus bemerkenswerter Weise Freund und Feind klar und deuteingenommen; bei allen Abweichungen einzelner Gruppen bon dem Großunternehmertum beherrschte den ganzen Kon- lich gesagt. Sicherlich wird ein fünftiger Gewerkschaftskongres wurde das Ergebnis dieser schwierigen Verhandlungen zwar greß. Es liegt sicherlich nicht im Wesen der Personen, die wiederum große Aufgaben haben. Man kann nur den Wunsch von niemandem als endgültig, aber doch als ein unter den auf diesem Kongreß gesprochen haben, es entspricht auch haben, daß er ihnen ebenso sich gewachsen zeigt, daß er sich gegebenen Verhältnissen guter Ausweg, als eine versuchte feineswegs der allgemeinen Stimmung, die die Delegierten ebenso klar zu meistern versteht und ebenso deutlich seineur beherrschte, daß dieser Kongreß der Gewerkschaften eine willen und der Stimmung der Arbeiterklasse Ausdruck geben Ausgleichung von Differenzen anerkannt. weit radikalere Note hatte als irgendeiner seiner wird, wie der Münchener. Gewerkschaftskongreß. Bleibt auch Wer das Ergebnis der Erörterungen über die Grenz- Vorgänger. Dieser Radikalismus entsprang weit weniger nach diesem Ziel uns zu wünschen übrig, so wäre es undankbar streitigkeiten wegen der großen, aus ökonomischen Ursachen den Absichten der Redner und Beschließer auf diesem Kon- und ungerecht, nicht einzugestehen, daß dieser Neunte Deutsche erwachsenden Verschiedenheit der Anschauungen und der Be greß als dem Verhalten unserer Gegner. Kein Gewerkschafts- Gewerkschaftskongres die Wehrhaftigkeit und Schlagfertig. dürfnisse der Gewerkschaften fein allgemein befriedigendes, fongreß hat jo entschieden wie dieser betont, wie gering die feit der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter gehoben und so hat der ganze sonstige Verhandlungsstoff die vollständige Soffnungen sind, die die gewerkschaftlich organisierten Ar- gesteigert hat, daß nach diesem Gewerkschaftskongreß die Uebereinstimmung aller Mitglieder dieses Kongresses zum beiter heute noch auf den guten Willen der Herrschenden deutsche Arbeiterklasse dem Unternehmertum besser gerüstet augenfälligen und überaus bedeutenden Ergebnis gehabt.feben, auf die Gerechtigkeit, die den Arbeitern innerhalb gegenüberstehen wird als vor diesem Kongreß. Sicherlich sind all die Probleme, die dem Gewerkschaftskongreß der Gesellschaft werden könnte. Dieser Neunte Deutsche unterbreitet wurden, und die zahlreichen Anträge und ge- Gewerkschaftsfongreß war, Und ebenso ist sicher, daß die Arbeiter in ihre gewerk. bon den Eröffnungsworten schaftlichen Leitungen und in die Absichten und Methoden der planten Berfassungsänderungen sehr verschieden zu beurteilen.egiens bis zu den Schlußworten Schlices, sicher Generalfommission mit Recht ein größeres Bertrauen setzen Es wäre durchaus nicht verwunderlich, wenn sich darin ein ununterbrochener scharfer Protest gegen die arbeiter fönnen als bisher schon. Der Wunsch nach friedlichem 311stärfere Meinungsverschiedenheiten ergeben hätten. Aber daß feindliche Gesezesmacherei und gegen die von dem Wider- fammenwirken innerhalb der Gewerkschaften, nach fräftiger bei all der Freiheit der Diskussion, bei all der Verschiedenheit willen gegen das Proletariat erfüllte Anwendung dieser Abwehr aller Gegner der Gewerkschaften kommt in der Arder Ansichten bei den Organisationen über diese Fragen Geseze. beit dieses Parlaments des deutschen Proletariats zum uneine vollkommene oder fast vollkommene Einheit der leberzweifelhaften Ausdruck. Hat die deutsche Arbeiterschaft ihren zeugungen, wie eine Uebereinstimmung über die einzu Stolz darin gesehen, das Vertrauen der Gewerkschaften des schlagende Taktik festzustellen war, ist ein Ergebnis von Auslandes zu besitzen, von ihnen als Lehrmeister, als höchster Tragweite und von größter Wichtigkeit. Für die Kamerad und hilfsbereiter Freund betrachtet zu werden, so gesamte Arbeiterbewegung muß dieses Ergebnis als ein hat dieser Gewerkschaftskongreß diese Stimmung sicherlich überous bedeutsamer Gewinn festgestellt werden. von neuem gefestigt und weiter gestärkt. Eine Atmosphäre des Protestes beherrschte diesen Kongreß, obgleich er durchaus bereit war, rückhaltlos anzuerkennen, wo irgendwie ein guter Wille für die Arbeiter zu vermuten war. Wer die alten Protokolle unserer Gewerkschaftskongresse durchblättert, findet hier und dort ein unzufriedenes Wort Es wäre aber verfehlt, die Bedeutung dieses letzten gegen die sozialdemokratische Partei. So sehr auch dieser Die Worte, mit denen Alexander Schlice, der VorKongreßergebnisses zu messen an ihren Vorteilen für die Kongreß keinen Zweifel darüber ließ, daß die Gewerkschaften fizende der größten Gewerkschaft der Welt, des Deutschen Arbeiterbewegung. Auch für unsere Gegner, mögen sie in durchaus selbständige und auch von der Sozialdemokratie Metallarbeiterverbandes, diesen Gewerkschaftskongreß geMinisterien oder in Scharfmacherburgen oder in den Re durchaus unabhängige Gebilde sind, so wird der schärfste Nach schlossen hat, kennzeichnen seine Arbeit. Freudig stimmen daktionsstuben der bürgerlichen Zeitungen sißen, ist das Er- prüfer und der hoffnungsvollste Naumann aus den Ver- wir in dieses Urteil über die Münchener Tagung ein: gebnis von großer Wichtigkeit. Nicht nur um deswillen, weil handlungen dieses Gewerkschaftskongresses. fein Wort heraus. Uns zu Nuz, den Unternehmern 3иm ihre Hoffnung stets auf Meinungsverschiedenheiten unter den lesen können, das gegen die Sozialdemokratie, auch mit Truß! rbeitern gerichtet ist, sondern auch weil der Inhalt der größter Kunst, gedeutet werden könnte. Die Gewerkschaften Referate, die von den leitenden Männern der Gewerkschafts- wissen, daß alles und alle in der bürgerlichen Welt, von verbewegung erstattet wurden, wie die einmütig gefaßten Rejo- einzelten und durchaus nicht ins Gewicht fallenden Auslutionen ihnen klar zeigen, wohin ihre arbeiterfeindliche nahmen abgesehen, den Gewerkschaften feindlich, zum mindesten Politif bereits geführt hat. unfreundlich gesinnt ist. Weit über den Kreis des Kartells der schaffenden Stände geht die intime Solidarität aller derer, bei denen alles Widerspruch erregt, was erhöhte Selbständigkeit, was Aufstieg der Arbeiterklasse bedeuten könnte. Der albanische Aufstand. Neue Verhandlungen. Die heutige Nacht und der Die Haltung der Mächte. So mancher Gegner hat auf die Gewerkschaften seine überbrachten Wunsch der Rebellen, nur mit den Delegierten Durazzo, 27. Juni. Mit Rücksicht auf den gestern brieffich Hoffnungen gesetzt, vielleicht gar nicht mit Unrecht, wenn wir eine weniger profithungrige, nicht so kurzsichtige und des Fürsten und des englischen Admirals in Verhandlungen nicht so durchaus mißgünstige Bourgeoisie und nicht eine Immer wieder wurde auf diesem Kongreß betont, daß die mit der Mitteilung nach Schiak geschickt, daß heute ein Delezu treten, wurde gestern der hiesige Kaufmann Ismail Effendi jede Selbständigkeit der Arbeiter fürchtende Regierungsgewalt organisierte Arbeiterschaft allein auf sich vertrauen müsse, daß gierter des Fürsten und des englischen Admirals in Schiat hätten. Sicherlich sind die Gewerkschaften ihrem ganzen sie ihre eigene Kraft zu stärken habe, und daß sie für deren eintreffen würden. Ismail Effendi kehrte gegen Mitternacht Besen nach eingehegt durch die kapitalistische Produktions- Wachstum ununterbrochen besorgt sein müsse. weise; deshalb ist ihr Wirken nur möglich innerhalb dieser Waffen und, wenn es notwendig wird, ihre rücksichtslose An- Infolgedessen begab sich heute vormittag Oberst Philipps Geſtählte zurück und überbrachte eine zustimmende Antwort der Rebellen. Produktionsweise, und in diesem Rahmen müssen sich die wendung, das ist nach der Meinung dieses Gewerkschafts- mit den Dragomanen ins Rebellenlager nach Schiat, wo VerGewerkschaften bevegen. Die englische Bourgeoisie hat es fongresses die unbedingte Notwendigkeit, das Lebensinteresse, handlungen stattfinden sollen. trefflich verstanden, weit mehr als ein halbes Jahrhundert die Eristenzfrage unserer Gewerkschaften. Daß zur Ver- Vormittag verliefen ruhig. die Gewerkschaftsbewegung als eine rein im Rahmen der teidigung des Koalitionsrechtes auch der Massenstreit bürgerlichen Gesellschaft wirkende Bewegung zu erhalten. in Frage kommt, unterstrich Schlice in seinem Schlußwort, Aber in Deutschland versteht man es, ununterbrochen den in dem er dies als eine Selbstverständlichkeit be- Wien, 27. Juni. Der Politischen Korrespondenz" wird Gewerkschaften Schwierigkeiten aller Art zu bereiten. Die zeichnete, über die eine Erörterung gar nicht vonnöten sei; aus Paris gemeldet: Aus den in den letzten Tagen lebhaft Boraussetzungen der Gewerkschaftsbewegung will man wo- und Winnig vom Bauarbeiterverband wies darauf hin, geführten Verhandlungen der Mächte über Albanien läßt sich möglich ganz zerstören. Was Caprivi einst gesagt hat, daß welche Schädigung für die Arbeiter, z. B. bei der Frage der auf Grund zuverlässiger Informationen feststellen, daß alle er immer an die Sozialdemokratie denke, wenn er ein Gesek Arbeitslosenversicherung. das ungleiche Wahlrecht stabinette daran festhalten, daß Albanien als unabmache oder eine Verwaltungsmaßregel ins Auge fasse, das habe. fennzeichnet heute auch die Haltung der Regierungen zur Eine frohe, eine stolze, die Schwierigkeiten nicht unter- hängiges und selbständiges Staatswesen zu Gewerkschaftsbewegung. Während die Gewerkschaftsbewegung schäßende, die Siegeshoffnungen aber nicht unterbindende erhalten ist, und daß sie ferner in dem Wunsche übereinihre Selbständigkeit in jeder Hinsicht zu wahren bemüht ist, Stimmung beherrschte diesen Kongreß, wohl den besten Ge- stimmen, die Ordnung im Lande möglichst bald wiederhergestellt suchen die Polizeibehörden und die an der Gesetzgebung mit werkschaftskongreß, den die deutsche Arbeiterschaft zu ver- und dann dauernd begründet zu sehen. Der Eintritt der prafwirkenden Organe der Regierungen alles, was sie tun und zeichnen bat. tischen Wirkung dieser Kongruenz in den Anschauungen der Lassen, zum Schaden unserer Gewerkschaften zu gestalten. So flar und einheitlich in dieser Hinsicht die Stimmung Mächte gilt an unterrichteten Stellen für nahe. Ueberall erkennen mir, wie die Interessen der Reichsten und aller Beteiligten war, so selbstverständlich betrachteten sie die Mächtigsten gleichgestellt werden denen des Staates und der Notwendigkeit eines einheitlichen Zusammen Bildung einer albanischen Miliz. öffentlichen Ordnung. Die Handhabung der Geseze, die wirkens. Das ergab sich auch aus der Kürze der Dis- Köln, 27. Juni. Die Köln. 3tg." meldet aus Berlin: Die Richtlinien, die den Behörden gezogen werden, die Um- fussion über die Tätigkeit der Generalfonimission. Auch hier Frage der Bildung einer albanischen Miliz aus Albaniern wird gestaltung unserer Geseze, die Auslegung längst flarer und zeigte sich ein ganz bedeutsamer Unterschied gegen frühere zwischen den Mächten weiter erörtert. Der Gedanke hat Aussicht eingebürgerter Gejeke wird ebenso bestimmt nach den Be- Zeiten. Früher wurde über die Generalkommnission auf den auf Berwirklichung. Geeignete Lehrkräfte zur Organisierung der 486 787 albanischen Miliz würden zur Verfügung stehen in den Offizieren, Unteroffizieren und auch geeigneten Mannschaften der internationalen Abteilungen, die sich in Stutari befinden. Ein endgültiger Beschluß ist noch nicht gefaßt. Man darf aber hoffen ,, daß die Vorbereitungen zur Bildung einer albanischen Miliz lebhafter in Fluß fommen werden. Die Bildung einer Miliztruppe von ungefähr 3000 Mann würde ja unter feinen Umständen überflüssig sein, denn keine Regierung wird sich überhaupt in Albanien befestigen können, wenn fie sich nicht auf eine zwar fleine, aber disziplinierte und militärisch gefchulte Truppe stizen lann. Ob eine solche Maßnahme dem Fürsten Wied noch etwas nügen fann, ist mehr als fraglich. dazu ermächtigt oder es infolge Aufhebung der Eizung wegen Beschlußunfähigkeit oder Ruheſtörung nicht entscheiden kann. Die Ruheſtörung ist hier zum erstenmal als Begriff in die Geschäftsordnung eingeführt. Einem Abgeordneten, dem nach dreimaligem Ruf zur Sache oder nach dreimaligem Ordnungsruf in derselben Rede das Wort entzogen wird, darf in derselben Debatte das Wort nicht mehr erteilt werden. Bei Bemerkungen zur Geschäftsordnung oder persönlicher Natur kann der Präsident dem Redner nach fruchtloser Mahnung das Wort entziehen, ohne vorher das Haus zu befragen. Eine Einschränkung der Redezeit ist in dem Vorentwurf noch nicht enthalten, doch sollen Anträge in dieser Richtung sowie zu noch weiterer Ausdehnung der Disziplinargewalt des Präsidenten in Vorbereitung sein. Reu ist auch die Bestimmung, daß fünftig bei der Fraktonsberech nung erledigte Mandate bis zur Ersatzwahl bei ihrer bisherigen Fraktion mitgezählt werden sollen." Die Freiwilligeu- Anwerbung in Wien. Wien, 27: Juni. Das Geschäftszimmer des Komitees für wird dazu beitragen, daß der Entrüftungssturm gegen das Auch dieser reaktionäre Schlag gegen das preußische Volk Freiwillige für Albanien war heute schon in früher Morgen Dreiflaffenwahlrecht nicht abflaut, sondern sich steigert. Hinstunde von zahlreichen Leuten umlagert. In der Nacht liefen weg mit einem Wahlrecht, das die ärgste politische Entrechtung viele Telegramme aus der Provinz und dem Auslande, be- des Volkes mit sich bringt! sonders aus Deutschland, ein, und im Laufe des Vormittags meldeten sich fünfhundert, darunter viele Straßenbahner. Die Gesamtzahl der bisher Angeworbenen beträgt etwa 2000, Die ganze Aftion entspringt einer spontanen Handlung des Bilhauers Gurschner, welcher, wie die albanische Korrespondenz meldet, von früher her in privaten Beziehungen zum Fürsten Wilhelm steht. Die Kosten für die Expedition werden lediglich aus privaten Spenden bestritten.. Ein etwas verspätetes Verbot. Luxemburg- Prozeß. Am Montag steht vor der 4. Straffammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Seligmann die Verhandlung gegen Genoffin Rosa Luxemburg wegen angeblicher Beleidigung preußischer Offiziere und Unteroffiziere an. Die Anklage erblickt die Beleidigung in einer von der Angeklagten in Freiburg i. B. gehaltenen Rede. Da soll sie Wien, 27. Juni. Heute nachmittag um 2 Uhr wurde die An- eine Wendung etwa des Inhalts gebraucht haben: werbung Freiwilliger für Albanien durch das von dem Bildhauer Gurschner gebildete Komitee von der Polizei unterfagt. Vom Tagaus, tagein, spielen sich in den deutschen Kasernen Dramen ab, von denen nur die wenigsten zur öffentlichen Kenntnis kommen. Die von den Rechtsanwälten Dr. Kurt Rosenfeld und Dr. Levy- Frankfurt a. M. verteidigte Angeklagte hat einen umfangreichen Wahrheitsbeweis für ihre Behauptung angeboten. Das Gericht hat aber die Ladung aller Zeugen abUnterrichtswesen in Preußen. elebnt, ebenso die beantragte Einforderung von Urteilen Scharfmachermoral. Die Denunziantenkompagnie der" Post" hat sich ein neues Opfer aufs Korn genommen, diesmal den bekannten Abbé. Wetterlé. Es genügt der" Post" noch sticht, daß das Gericht ihren cifrigsten Mitarbeiter, den General Ketm, in dem Beleidigungsprozeß Wetterléseim nahezu freisprach, sie zielt auf eine raditale Vernichtung des ihr unsympathischen Klerikers hin und entwickelt hierzu folgenden Plan: „ Ein solcher Mann( Wetterlé), der zwischen die deutschen Stämme Haß säet, wo es seine Pflicht wäre, Frieden zu predigen, fann von seinem priesterlichen Berufe nur eine eigenartige Auffassung haben. Es wäre deshalb Sache des Straßburger Bischofs, hier einzuschreiten und ein größeres Unheil zu verhüten. Er sollte dem Nationalistenführer seine agitatorische Tätigkeit verbieten und ihn im Weigerungsfalle seiner geistlichen Würden entheben. Das wäre eine Maßnahme, die weithin im Lande verstanden würde und eine recht deutliche Warnung für alle bedeuten müßte, die gleich ihm im Priesterkleide das nationalistische Feuer und den Haß gegen alles Deutsche zu schüren bestrebt sind. Lehnt der Straß= burger Bischof solche Schritte ab, so müßte man versuchen, bei höheren Stellen Verständnis für die Notwendigkeit eines Eingreifens zu erweden. Bei den guten Beziehungen des Deutschen Reiches zum Batitan erscheint ein Vorgehen in diesem Sinne keineswegs als aussichtslos. Zu wünschen ist, daß die Fühlungnahme der maßgebenden Stellen noch unter dem frischen Eindruce des Colmarer Prozesses ers folgt. Günstige Gelegenheiten zu verpassen, bedeutet hier, wie überall in der Politik, den schwersten aller Fehler." Man braucht für den Abbé Wetterlé und seine politische Tätig feit wahrlich nichts übrig zu haben, um doch eine solche Gemeinheit, wie sie die" Post" propagiert, aufs schärffte zu verurteilen. Das ist tein politischer Kampf mehr, das ist brutale Niederbüttelung aller anders Denkenden. Die" Post" leute haben freilich immer auf einziges Kampfmittel gegen die Sozialdemokratie. diesem Standpunkt gestanden. Die Denunziation ist ja auch ihr Die ausgemerzte Gewiffensfreiheit. Daß in Baden seit den letzten Randtagswahlen und insbe der Kriegsgerichte aus den letzten sechs Jahren, die in Pro- jondere bei der im vorigen Monat stattgefundenen Multusdebatte Die Mitteilungen über das Volksschulwesen hinten in der aeffen wegen Soldatenmißhandlungen ergangen find. Da bestätigt. In Rejestüd Nr. 200 des dritten Teiles des badischen die Gewissensfreiheit verloren gegangen ist, wird jest auch amtlich preußischen Statistik in einer gang merkwürdigen Weise hinter den immerhin damit gerechnet werden muß, daß das Gericht trok Bolfsschul- Lesebuches heißt der letzte Sah:„ Die Verfassung gewährt Mitteilungen über die höheren Schulen nach. Auch das neueste Sta- der für ein natürliches Rechtsgefühl vorhandenen Selbstver- endlich vollständige Gewissensfreiheit und Schuk ber tistische Jahrbuch, das die Jahreszahl 1914 trägt, bringt wohl für ständlichkeit einer Freisprechung ohne Beweisaufnahme die Gottesverehrung." die höheren Schulen die Angaben bis 1913, für die Volks- Möglichkeit einer Verurteilung ins Auge gefaßt hat, haben Dieser Satz ist auch in das entsprechende Lesestid bes Fortschulen aber nur bis 1911. Im Jahre 1911 wurden die öffent- die Berteidiger selbst Zeugen geladen. Aus dem schier umer- bildungsschul- Resebuches übergegangen, aber merkwürdigerweiſe lichen Volksschulen in ganz Preußen von insgesanit( rund) 6 600 000 meßlichen Stoff, der der Angeklagten zum Beweis der Richtig Kindern, besucht. Dapon waren weitaus die meisten, nämlich feit ihrer Behauptung zu Gebote steht, haben sie zunächst einige 4 100 000, in gemischten Klassen, d. H. über 2 Millionen Knaben hundert Fälle herausgegriffen und zum Montag 106 Zeugen und über 2 Millionen Mädchen wurden mit Kindern des anderen geladen. Wegen der großen Anzahl der Beugen findet die VerGeschlechts gemeinschaftlich unterrichtet. Diese Tatsache verdient Beachtung, denn sie zeigt, daß die sogenannie„ Koedutation"( ge- bandlung im großen Schwurgerichtssaal statt, meinschaftliche Erziehung beider Geschlechter), über die so mancher Sittenapostel immer noch die Nase rümpft, zu einem großen Teil eristiert freilich nur für die Kinder des Volkes. Aber man hat jie ihnen nicht etwa als etwas besonderes Gutes gegeben, sondern nur weil sie billiger ist. Im übrigen waren jene 6.600 000 Stinder wie folgt untergebracht: BEP in einklassigen Schulen. in Halbtagsschulen in zweillaffigen Schulen " in dreillaffigen Schulen mit mur awei Lehrkräften. das sind zaufammen 660 000 Kinder 525 000 440 000 580 000 2 205 000 tinder oder ein volles Drittel der Gesamtzahl, die in, durchaus unzureichender Weise eingeschult waren. Wobei die drei und mehrklassigen Schulen fämtlich als ausreichend gezählt werden, obgleich auf der Hand liegt, daß das eigentliche Ziel der Schule auch nicht in vier oder fünf Klassen, sondern in mindestens acht Klassen erreicht werden kann. An Kosten verursachten die öffentlichen Volksschulen Preußens im Jahre 1911 insgesamt 421 Millionen Mart. Das macht im Durchschnitt für jedes Kind nicht ganz 64 M. Hiervon zahlte der Staat 127 Millionen 19% M. pro Mind, die Schulverbände mußten den Rest von 294 Millionen= 44% M. pro Kind aufbringen. Seit 1886 haben sich die Verhältnisse etwas, aber nicht übermäßig gebessert. Die Gesamtzahl der Volksschulkinder ist von 4 800 000 auf 6 600 000 geftiegen. Die Zahl der in einklassigen Schulen, Halbtagsschulen, zweiflassigen und dreiklassigen Schulen mit zwei Lehrkräften unterrichteten Kinder ist ziemlich gleich hoch geblieben; sie sant von 2620 000 auf 2210 000. Jm Gesamtverhältnis zur Zahl der Schulkinder macht das allerdings ein Sinten von 54 Proz. auf 33 Proz. aus. Die Leistungen des Staates find von 13,2 auf 127 Millionen, die der Gemeinden von 26,8 auf 294 Millionen gestiegen, so daß auf den Kopf des Kindes 1911: 64 M. statt 21 M. im Jahre 1886 entfallen. Das ist eine Befferung, gewiß, aber wie langjam ist es vorangegangen. Umfassen diese Zahlen doch einen Zeitraum von 25 Jahren. Dagegen die höheren Schulen. Was deren Unter. haltungskosten insgesamt und pro Schüler anbetrifft, so wurden 1913 die höheren Lehranstalten für die männliche Jugend( Gymnajien, Progymnasien, Oberrealschulen. Realprogymnasien, Realschulen) von insgesamt 276 000 Schülern besucht, die 90 900 000 m. Kojien verursachten. Das sind pro Schüler 329,30 M. Sierzu steuerte der Staat bei 19 760 000 m., d. h. pro Schüler 71,50 mt. Von den Kommunen usw. wurden gezahlt 31 300 000 M. oder pro Schüler 114,10 M. Der Rest wurde aus eigenem Vermögen der Anstalten, aus Schulgeldern und privaten Stiftungen aufgebracht. In den höheren Lehranstalten für die weibliche Jugend gab es 1913 insgesamt 157 540 Schülerinnen. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Anstalten( mit über 60 000 Schülerinnen) wird jedoch aus Brivatmin unterhalten. Infolgedessen ist hier die genaue Berechnung nicht angegeben. Die öffentlichen Anstalten zählten 97 000 Schülerinnen und kosteten 24 300 000 M.= 251 M. pro Schülerin. Davon zahlte der Staat 950 000 M. 9,80 M. pro Schülerin. Die Gemeinden zahlten rund 10 Millionen gleich 103,10 M. pro Schülerin. Politische Uebersicht. Die Gewaltpolitik des Dreiklaffenhauses. Die Tägliche Rundschau" weiß näheres über den Feldzugsplan mitzuteilen, den die reaktionäre Mehrheit des preußifchen Dreillaffenparlaments gegen die Sozialdemokratie bereits festgelegt hat. Das Blatt schreibt: Der bereits fertiggestellte Vorentwurf der neuen Geschäftsordnung hat große Aussicht, angenommen zu werden, da hinter ihm die ganze Rechte mit dem Zentrum steht. Die neuen Bestimmungen verraten deutlich ihren Ursprung und bezweden daher hauptsächlich eine Erweiterung der Macht des Präsidenten. Der Bräsident soll fünftig die Reihenfolge der Rebner festiegen, fo daß sich niemand mehr auf die Stärte seiner Fraktion oder seine frühere Meldung zum Wort berufen kann. Er soll selbständig Zeit und Tagesordnung der nächsten Sigung feftfegen, wenn das Haus ihn Landrat und Kaiserhoch. Am Mittwoch kommenber Woche findet in Opladen( Kreis Solingen) die Einweihung des neuen Kreishauses statt. Oberpräsident und Regierungspräsident, werden anwesend sein. Selbstverständlich werden alle Streistagsabgeordneten eingeladen. Die sozialdemokratischen Kreistagsabgeordneten er hielten aber außerdem vom Landrat ein persönliches Schreiben folgenden Inhalts: Indem ich Ihnen beiliegende Einladung übersende, teile ich ergebenst mit, daß bei der Feier natürlich ein Staiferhoch aus gebracht wird. Trotz des neuerlichen Vorkommnisses im Reichstage darf ich annehmen, daß Sie nach früherer Gepflogenheit sich bei dieser Gelegenheit mit erheben werden. Lucas." Unsere Genossen werden zweifellos Rückgrat genug beſizen, um zu wissen, was sie einem Briefe gegenüber zu tun haben, der sie wie Schulkinder zum Wohlverhalten ermahnt. Die Absperrung von Wäldern. Uns wird geschrieben: In der Kommission für das Fidei kommißgesetz ist am Dienstag ein Antrag der Freisinnigen beraten worden, der für Waldungen die Zugänglichkeit sicherstellen wollte. Der Antrag geht, soweit man darüber nach den Berichten der 8eitungen urteilen kann, von einer irrtümlichen Ansicht aus, nämlich von der Ansicht, daß nach dem jetzigen Rechtszustande die Wälder nicht zugänglich seien. Im Preußischen sind sie dies aber; nach übereinstimmender Rechtsprechung des Oberverwaltungs. gerichts und des Kammergerichts ist ein Waldbefizer in Preußen nicht befugt, seinen Wald abzusperren. Er darf vielmehr nur solche Wege im Walde sperren, die aus besonderen wirtschaftlichen Gründen dem Verkehr entzogen verden müssen. Die Urteile der Gerichtshöfe über diese Frage sind, wie für Interessenten bemerkt wird, in mehreren Nummern der„ Magdeburgischen Beitung" und des„ Magdeburgischen Generalanzeigers" veröffent licht worden. aus der lebten Auflage des Buches verschwunden. Man fragt nun: Ist das Zufall oder Absicht des badischen KultusLandtagsdebatten nicht mehr, wenn die Regierung Bedenten trüge, ministeriums? Verwunderlich wäre es nach dem Verlauf der letzten fernerhin lehren zu laffen. die Lehre von der verfassungsrechtlich gewährten Gewiffensfreiheit Ein plumper Schwindel der Zentrumspreffe. Aus Mülhausen i. Elf. verbreitet die Zentrumspresse die Legende, ein dortiger Genoffe" habe, nachdem er awei Monate Gefängnis zudiktiert bekam, ein Gnadengefuch an den Kaiser ge tigsten, Großmächtigsten Kaiser und König! Allergnädigsten Kaiser, richtet, in welchem die üblichen Phrasen an den„ Allerdurchlauch König und Herr! Ew. Kaiserlichen und Königlichen Majeftät" usw. vorkommen und worin der Bittsteller der Name wird vorsichtig verschwiegen dem Kaiser eine untertänigste Bitte zu Füßen zu Tegen wagt mit dem vollen, hingebenden Vertrauen auf allerhöchste Sulb und Gnade", um zu schließensch getröste mich der Gnade meines Kaisers und verbleibe Ew. Majestät untertänigster Diener". Am Schluß heißt es, um auch hier den Namen nicht zu nennen: folgt unterschrift". Wie die Oberelsässische Landeszeitung", der dieses„ köftliche Schriftstüd" auf den Tisch geflogen" ist, inzwischen zugeben mußte, handelt es sich bei dem Bittsteller um einen gewiffen Wilh. Korn aus dem Vorort Dornach, der vor einigen Monaten wegen Betruges auf Kosten der kommunalen Arbeitslosenversicherung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde und den die Partei in Dornach sofort nach dieser gerichtlichen Entlarbung, zu welcher noch andere Lumpereien tamen, aus der Organiastion ausschloß. Und diesen Ausgeschlossenen stellt die Zentrumspresse jezt ihren Lesern als sozialdemokratischen Führer" und" Obergenoffen" bor! Daß der Ehrenmann der Zentrumspresse näher steht als der So zialdemokratie, beweist er durch seine Berbindungen mit der Zentrumspresse und dadurch, daß er gar keinen Versuch machte, gegen feinen Ausschluß aus der Parteiorganisation irgendeine Parteiinstanz anzurufen. Aber so wird's gemacht! " Die Arreststrafe der Unterbeamten soll wohlwollend geprüft werden. Wie eine Notiz aus vergilbfen Blättern früherer Jahrhunderte erscheint die Meldung einer Nachrichtenstelle, daß die preußische Staatsregierung gegenüber den wiederholt vorgebrachten Wünschen der geplanten Ümarbeitung des Disziplinargefehes vom 21. Juli 1853 auf Beseitigung der Arreststrafe gegen Unterbeamte bereit sei, bei in eine wohlwollende Prüfung der Frage einzutreten, ob die Arreſtstrafe ganz zu beseitigen oder nur für gewisse Beamtenkategorien beizubehalten sein wird, und zwar für solche, die militärisch organisiert find". Die Zugänglichkeit des Waldes für das Publikum ist der letzte Rest des Gemeineigens am Walde. Bis gegen Ende der achtziger Jahre bestanden noch andere Reste dieses ursprünglichen Gemein- Also derartiges darf dem deutschen Volfe im 20. Jahrhundert eigentums; erst das Feld- und Forstpolizeigesez für Preußen gab noch geboten werden! Obendrein werden diejenigen, die gegen solche den Waldeigentümern das Eigentum auch an Beeren und Pilzen, mittelalterlichen Zustände ankämpfen, als Heher und Umstürzler verdie bis dahin res nullius" waren, und die jedermann pflüden folgt. Es lebe ein solches Vaterland! durfte. Das alte Gemeineigen am Walde prägt sich auch im Sprachgebrauch einiger niederdeutschen Gaue aus; in Hannover heißt ein Privatwald eines Bauern„ Sündern", was nichts anderes bebeutet als ein abgesonderter Wald im Gegensatz zu dem Gemeinwald, der die Regel bildet. Wenn der Vorgang in der Kommission des Abgeordneten hauses nicht dahin aufgeklärt und korrigiert wird, daß das, was der freisinnige Antrag erst in bezug auf die Fideikommisse sicher stellen wollte, schon jetzt in Breußen Rechiens ist, dann werden sich die Waldvefizer auf diesen Borgang berufen; der Antrag ist natürlich abgelehnt worden, und diese Ablehnung wird der Rechtsprechung ein Anlaß werden, den jezigen Rechtszustand zu verschlechtern. Behördlicher Kampf gegen die„ Volksfürsorge". In Baden führen die Verwaltungsbehörden den ihnen wahr scheinlich zur Pflicht gemachten Kleinkrieg gegen die„ Boltsfürsorge" ganz preußisch. Das nachstehende vertrauliche Zirkular, das der " Freiburger Volkszeitung" auf den Redaktionstisch flog, bestätigt dies. Es lautet: Großh. Bezirksamt Billingen. Nr. 13 332. Billingen, den 17. April 1914. An die Bürgermeister des Bezirks. Wir sehen einem alsbaldigen Bericht darüber entgegen, ob dortsetts Wahrnehmungen gemacht wurden, oder sonst Anhaltspunkte dafür gegeben sind, daß die Boltsfürsorge, Gewerlich.- Genoffensch. Verf. A. G.( Siz Hamburg) im Bezirk Verbreitung findet, daß ihr insbesondere auch Staats- oder Gemeinde beamte als Versicherte angehören. J. A. Schindele." Das Rundschreiben batiert vom April; inzwischen hat längst die gefürchtete„ Bolfsfürsorge" ihren segensreichen Einzug in den badischen Schwarzwald gehalten. Bachem gegen Delfor. In einer im Eljäßer Dialett in einer Plauderei geführten Auseinandersetzung hat der Zentrumsabgeordnete Del for die„ Kölnische Volkszeitung" als ein Blatt bezeichnet, von dem alles zu erwarten sei, es möchte noch so schmutzig sein; zuerst preußisch, dann katholisch". Der Papst werde von der Kölner Richtung ja auch wie ein Eljäßer behandelt; dem Wader habe er aber gezeigt, daß er sichs nicht gefallen läßt. Die„ Kölnische Volkszeitung" meint in ihrer Antwort, Delsor habe zu früh versucht, gegenüber dem Zähringer Löwen"( jo nennt man Wacker), der aber noch nicht tot sei, die Rolle des bekannten anderen Tieres in der Fabel( des Efels!) zu spielen, so sehr er dazu geeignet fein mag!" Das geistliche Gewand schützt Herrn Delsor, nicht vor solchen Anspielungen" aus den Reihen der Glaubensgenossen. Das Bachemblatt fündigt zum Schluffe an, daß man mit Herrn Delsor noch an anderer Stelle reden werde. " " Empörende Menschenschinderei. Mit sechs Wochen Arrest und Degradation wurde ein Unteroffigier eines Straßburger Infanterie- Regiments vom dortigen Kriegsgericht wegen Soldatenmißhandlung bestraft. Auf nod, einem anderen Soldaten den schweren Patronentasten zu dem Wege vom Schießplatz zur Kaserne blieb ein Soldat, der mit tragen hatte, zurück. Da der erstere Soldat noch nicht ganz aus geheilte Wunden an den Füßen hatte, konnte er nicht schnell genug gehen. Das paßte dem Unteroffizier Düvernell nicht, und durch Tritte auf die verlegten Füße und Faustschläge auf den Rüden des armen Musketiers versuchte er, das Tempo, zu beschleunigen. Der an sich schon durch seine wiederaufgebrochenen Wunden ermattete Soldat betam dann noch vom Unteroffizier den Patronentasten auf seinen Tornister mit Sandsäden aufgeschnallt Nr. 173. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Sonntag, 28. Juni 1914. Trotz aller Hindernisse hat sich der Tarifgedanke, wie die mitgeteilten Zahlen beweisen, in der Metallindustrie schon ein ziemlich weites Gebiet erobert. Den bisherigen Erfolgen werden sich weitere aureihen, wenn die Mitglieder des Verbandes eifrig für die Stärkung des Verbandes wirken. München. 40. Aerztetag. herein abgelehnt. Mögen diese Herren ihren Auftraggebern, den 8% Stunden, in 6710 Betrieben mit 93 746 Arbeitern 9 Stunden, Holzindustriellen und Tischlermeistern anheimgeben, den hartnädig in 48 Betrieben mit 5035 Arbeitern 94 Stunden, in 5658 Beablehnenden Standpunkt zu verlassen. trieben mit 54 315 Arbeitern 9% Stunden, in 426 Betrieben mit Die Bewilligung der vollen Forderungen wurde angenommen 3053 Arbeitern 9% Stunden, in 1382 Betrieben mit 16 941 ArEine katholische Technikerorganisation? von 20 Tischlereien und 29 Bildhauereien, wo die Arbeit wieder beitern 10 Stunden. aufgenommen ist. Was in diesen Geschäften möglich, ist natürlich Durch 1018 Tarife sind für 13 409 Betriebe mit 136 866 PerDie deutsche Angestelltenbewegung zeichnet sich durch ihre zum ebenso gut in den anderen Geschäften Teicht durchführbar. Wenn sonen Mindest- oder Einstellungslöhne festgelegt. In 399 Tarifer Teil recht ſyſtemlose Vielgeſtaltigkeit aus und doch scheint es, als trokdem die Unternehmerorganisation sich nicht dazu verstehen will, it der Stundenlohn bei Affordarbeit gesichert. In 1084 Tarifen sollte die Zersplitterung immer weitere Kreise ziehen. In neuerer die geforderte Arbeitszeit anzuerkennen, jo nicht deshalb, weil sie find Bestimmungen über Zuschläge für Ueberstunden, Nacht- und Zeit sind es die verschiedenen Agenten des Zentrums, die es sich an- für undurchführbar und darum für undiskutabel gehalten wird, Sonntagsarbeit enthalten. Auch sonst sind in den Tarifen noch gelegen sein lassen, Angestelltenfilialen ihrer Partei zu schaffen. sondern weil die Unternehmer befürchten, die Begehrlichkeit der viele auf Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse gerich So wurde vor einigen Monaten der„ Deutsche Angestelltenverband" übrigen Holzarbeiter zu wecken, wenn erst einmal den Holzbild- tete Bestimmungen enthalten, auf die hier nicht eingegangen werin Elberfeld gegründet, der fast alle Kategorien der Privatange- hauern eine fürzere Arbeitszeit bewilligt ist als ihnen. Die Be- den kann. stellten organisieren will und durch Kartellvertrag mit den Christ- rechtigung der Forderung des achtstündigen Arbeitstages ergibt sich Ueber Ferien enthalten 77 Tarife für 306 Betriebe mit 8319 lichen Arbeitergewerkschaften eng liiert ist. Diese Gründung hat aber aus beruflichen Gründen. Die Arbeitszeit für Holzbildhauer Personen Bestimmungen. ist in anderen deutschen Provinzstädten schon längst fürzer als in indes nicht allen„ Christen" wohlgetan. Vor allem pazt diese neue Berlin und natürlich auch fürzer als die allgemeine Arbeitszeit der christliche aber mierkonfessionelle Angestelltenvereinigung dem„ Ver- dortigen Holzarbeiter. Zum Teil wurden in diesen Städten erst in band katholischer kaufmännischer Vereinigungen" nicht, der nur den letzten Jahren wieder Arbeitszeitverkürzungen tariflich durchdie paritätische Organisationsform für richtig anerkennt und nach geführt, die unter die Berliner Arbeitszeit heruntergehen, und zwar dem Muster der Berliner Fachabteilungen besondere katholische An- auf 48, 49 und 49% Stunden. In Berlin aber wurde seit gestelltenverbände will. Man will es nun anscheinend den Christ- 25 Jahren keine Arbeitszeitverkürzung von den Bildhauern ge= Lichen der Kölner Richtung nicht überlassen, nur ihrerseits in dem fordert und hat sich die 8% stündige Arbeitszeit bei Berücksichtigung kejagten„ Deutschen Angestelltenverband" Privatangestellte einzu- des Weges zur Arbeitsstelle unter dem ständigen bedeutenden Anfangen, sondern macht ihnen von orthodoxer Seite Berliner Rich- wachsen des Gemeindefompleres in Wirklichkeit während dieser Zeit verlängert. Die Berliner Holzbildhauer blieben mit ihrer Gestern und vorgestern tagte der Deutsche Aerztetag in tung Konkurrenz. Arbeitszeit gegenüber ihren Kollegen in der Proving immer mehr Den breitesten Raum in den Verhandlungen nahm die BeDie Allgemeine Rundschau" in München beschäftigt sich mit im Sintertreffen. Der Stillstand war zurückzuführen auf die Mr Frage Wo bleiben die katholischen Techniker" und nach einer jahrzehntelange schwere Krise im Beruf, die alles gewerkschaftliche Kranfenfassen ein. Nicht mit Unrecht konnte die Zeitung sprechung des vom Leipziger Verband geführten Kampfes gegen die Besprechung der bestehenden Technikerverbände kommt der Ver- Leben lähmte. Nachdem diese Krise überwunden ist, werden aber des Leipziger Verbandes das Berliner Abkommen vom 23. Defasser zu dem Schluß, daß in den interkonfessionellen Organisa- auch wesentlich erhöhte Anforderungen an das Können der Ge- zember 1913 als einen für die Aerzteschaft außerordentlich großen tionen, die überdies auch im radikal gewerkschaftlichen Fahrwasser hilfen gestellt. Unter der herrschenden Geschmacksrichtung im schwimmen, für die religiös- sittlichen Wünsche und Bedenken der Kunstgewerbe ist ein weit höheres Maß von Selbststudium not- Erfolg bezeichnen. Es ging durch alle Reden der Unterton: das wendig, wozu in der Werkstatt bei der üblichen intensiven Aus- war aber nur eine Abschlagszahlung. Im Gegensatz zu den Mitglieder kein Raum ist. früheren heftigen Angriffen gegen die Regierung hielten die Führer „ Und wo bleibt der katholische Techniker, für den es keinen nuhung der Arbeitskraft feine Zeit bleibt. Will sich der Bildhauer- der Bewegung es diesmal für angebracht, der Regierung gegenüber gehilfe mit seiner Leistung auf der Höhe der Anforderungen halten, fanftere Töne anzuschlagen, damit sie auch in Zukunft die Interkatholischen Standesverein gibt, in der Frage der religiös- fitt- so muß er einen Teil der Freistunden zum Studium verwenden, effen der Aerzte gegen die zwangsversicherten Arbeiter wahrnehme. lichen Vertiefung, in der Frage der Belebung des katholischen was abermals einer Arbeitszeitverlängerung gleichfommt. Aus Ein Redner, Dr. Stern( Königsberg), tanzte außer der Reihe. Er Empfindens? Wir haben katholische Arbeitervereine, katholische diesen beruflichen Gründen entsprangen die aufgestellten Forde erklärte, das Berliner Abkommen gehe den ostpreußischen Aerzten Gesellenvereine, katholische Beamtenvereine, katholische auf- rungen, für die ein wenig Verständnis von den Holzindustriellen bei weitem nicht weit genug, in das Vertrauen zur Regierung männische Vereine, sicherlich nicht zum Schaden der betreffenden erst abgerungen werden muß. fönne er nicht einstimmen; in der preußischen Regierung gibt es Obwohl in den nächsten Tagen weitere Verhandlungen mit der doch Elemente, die außerordentlich ärzte feindlich sind. Ihn Stände. Soll der Techniker allein der konfessionellen Organisation Unternehmerorganisation bevorstehen, ist doch an eine baldige Be- traf eine Rüge des Vorsitzenden wegen seines Mangels an Verentbehren?" Selbstverständlich wird die Frage in der„ Allgemeinen Rund- endung des Kampfes nicht zu denken, denn die Unternehmer haben trauen zum Wohlwollen der preußischen Regierung für die Aerzie. schon vorweg schriftlich erklärt, nicht mehr als die mit dem Holzschau" verneint und empfohlen, die katholischen kaufmännischen Ver- arbeiterverband vereinbarte Arbeitszeit bewilligen zu fönnen. Sie stürmische Beifall, den Dr. Mugdan einheimite, und die ein= Die Stimmung der Versammlung fennzeichnete am besten der eine auch auf die Technißer auszudehnen. Es wird zwar nötig sein, scheinen also auf ihrem vor dem Streik eingenommenen Stand- it immige Annahme folgenden, von Dr. Hecht( München) gedas sieht der Verfasser ein, in der Frage des einheitlichen Ange- punkt verharren zu wollen. ftelltenrechts umzulernen, um die Techniker zu gewinnen, aber diese Eine Bersammlung der Streifenden, die am Dienstagabend Wandlung hält er nicht für schwer. Die Frage der Ausdehnung 6½ 1hr im großen Saale des Gewertschaftshauses tagt, wird zu des Mitgliederkreises auf die technischen Angestellten soll auf der dem Ergebnis der Verhandlungen Stellung nehmen. im Juli in Krefeld stattfindenden Generalversammlung des Verbandes katholischer kaufmännischer Vereinigungen beraten werden und die Allgemeine Rundschau" hofft, daß dann endlich auch der fatholische Technifer eine berufene Vertretung seiner religiösfittlichen und sozial- wirtschaftlichen Interessen" haben wird. ח Am Schluß freilich heißt es freilich etwas skeptisch: Wird aber auch der Technifer kommen?" Man sollte allerdings hoffen, daß die Techniker keine Lust haben, sich zur fonfessionellen Harmonieorganisation zurüd zu entwideln. Berlin und Umgegend. Zum Streit der Holzbildhauer. Deutsches Reich. stellten Antrages: " Der Deutsche Aerztetag ersucht die Reichsregierung, die Bes stimmungen der Reichsversicherungsordnung mögen dahin ab geändert werden, daß die Krankenkassenmitglieder für ärztliche Behandlung und Arzneien einen, wenn auch nur fleinen, prozentualen Beitrag jeweils selbst bezahlen müſſen." Die Tarifverträge im Deutschen Metallarbeiterverband. Statt die Forderung zu stellen, daß das Reich die Lasten für Die Tarifbewegung macht auch in der Metallindustrie von die sogenannte Sozialversicherung selbst trägt oder die AerzteverJahr zu Jahr Fortschritte. Nach dem Bericht des Verbandes be- forgung verstaatlicht, verlangt also hier der Deutiche Aerztetag, es standen Ende 1912( einschließlich der vom Schmiedeverband über- folle der bereits jetzt mit über 5 Proz. Reichseinkommennommenen 61 Tarife für 1498 Betriebe mit 4728 Personen) 1145 ft eu er für die Sozialversicherung belastete Arbeiter noch ExtraTarife für 15 471 Betriebe mit 181 523 Personen. Von diesen Ta- beiträge für den Fall zahlen, wenn er mal eine Leistung für rifen, wurden 1913 nicht erneuert 104 für 542 Betriebe mit 10 615 seine Beiträge in Anspruch nimmt. Und die soll er gar dann Versonen. Dafür wurden 1913 neu abgeschlossen 195 Tarife für zahlen, wenn er infolge Krankheit erwerbsunfähig ist. Es ist tief 741 Betriebe mit 19 855 Personen. Ende 1913 waren danach in bedauerlich, daß der Aerztetag durch solches Verhalten Mißtrauen Geltung 1236 Tarife für 15 767 Betriebe mit 194 104 Personen. gegen Aerzte, unter denen eine große Zahl sozial denkt, infolge Zunahme gegen 1912: 91 Tarife für 296 Betriebe mit 12 581 Per- des Berufs fozial empfinden muß, enorm stärft. sonen. Die meisten der 1913 abgeschlossenen, erneuerten oder berlängerten Tarife( 355) sind das Ergebnis friedlicher Verständigung. ( 2279 Tarife für 4385 Betriebe mit 39 000 Berfonen.) Wie eine Perfiflage flingt es, daß derselbe Aerztetag, der so das Vertrauen zu den Aerzten abgräbt und leider dadurch tausende zu Kurpfuschern treibt, auf derselben Tagung einem scharfen Kampf gegen das Kurpfuschertum zustimmte. H Die Unternehmer der Holzindustrie sind durch den Streit der Holzbildhauer in harte Bedrängnis geraten. Mit allen Mitteln Unter den Tarifen befinden sich auch 232 Akordtarife, versuchen sie ihre eiligsten Arbeiten in solchen Betrieben mit unterzuschieben, wo die Forderungen voll bewilligt sind und die die sich auf 2280 Betriebe mit 33 648 Personen erftredten. Auf der Tagung wurde im übrigen im wesentlichen die Frage Arbeit aufgenommen ist. Es fällt natürlich den Gehilfen nicht ein, Die Arbeitszeit wurde durch 1083 Tarife für 14 845 Betriebe erörtert, ob ein besonderes Militärbeurlaubten Ehrendiese Kududseier auszubrüten, und wurde in mehreren tonkreten| mit 177 009 Personen geregelt. In 153 Tarifen für 922 Betriebe gericht einzurichten sei und ob die Ausbildung der Helferinnen Fällen die Arbeit trop Bewilligung der vollen Forderungen wegen mit 17 095 Personen fehlen darüber nähere Angaben. Soweit die vom Roten Kreuz unentgeltlich sein soll. Nicht mit Unrecht vorkommenden Streitarbeit wieder niedergelegt. Weil ähnliches Arbeitszeit durch die Tarife festgesezt ist, betrug fie täglich: in wies ein Teilnehmer darauf hin, die Arbeit für das Rote Kreuz zu befürchten war, wurde auch das Anerbieten zahlreicher Bild- 419 Betrieben mit 1472 Arbeitern 8 Stunden, in 177 Betrieben leiste ein Teil aus idealer Neigung, ein anderer aber aus hauerprinzipale auf Bewilligung der vollen Forderungen von vorn mit 2040 Arbeitern 8% Stunden, in 25 Betrieben mit 407 Arbeitern Ordens- und Titelbedürfnis. Ein sozialer Einschlag Kleines Feuilleton. den entführt, gegen ihren Willen Hundings Weib, und der zurüdfehrende Siegmund findet weder Vater noch Schwester mehr. Er wendet sich allein gegen Hunding und seine Sippe, um Sieglinde vor Unrecht zu schüßen, aber seine Waffe wird zertrümmert und er muß flüchten. Der internationale männliche Philister. Die Menschenjorte, der wir hiermit einige freundliche Zeilen widmen möchten, scheint unausrottbar zu sein. Man neigt mitunter zu der pessimistischen Annahme, daß sie ein deutsches Vorrecht sei. In Wirklichkeit aber ist fie international, obwohl sie freilich an deutschen Stammtischen bewasserähnliche Rheingold- Vorspiel, zu dem es eine vollständige sonders gut gedeiht. Ihre Vertreter scheinen in allen Ländern und allen Zonen erijtieren zu können. Selbst die kapitalistische EntwicJung Amerikas hat sie nicht auszurotten vermögen. Vor furzem liefen sogenannte" Aphorismen" durch die bürgerliche Presse, in denen irgendein bekannter Amerikaner die Strahlen seines Geistes funkeln ließ. Dabei beglückte er die aufhorchende Menschheit mit dieser Erkenntnis:" Die häßlichste Frau, die ein Kind schlafen legt, ist schöner als die schönste Frau auf der Rednertribüne." Ist es nicht, als ob das vielberufene Gemüt" des deutschen Bierphilisters hier in einen Amerikaner gefahren wäre? Daß die Frauenbewegung unter anderm auch darum die Rednertribüne benutzen muß, weil ungezählte Tausende von Frauen gar nicht in die Lage fommen, gefunde Kinder gebären und schlafen Tegen zu können, fommt so einem bierdösigen Kopf nicht bei. Statt dessen wird eine füße Weisheit ausgetramt, die auf die übrigen Philister wie„ Gemüt" wirkt, die in Wirklichkeit aber das schrecklichste Frauen und Kinderelend lügnerisch vertuscht und überkleistert. Theater und Musik. Boll bewunderungswürdiger Schönheit sind Text und Musik diejes Naturdramas miteinander verschlungen. Schon die Einleitung ist in ihrer Art vielleicht noch eigener, als das ruhige, Antithese bildet. Die erregten Tremolos und Läufe auf den Violinen schildern den heftig aufs Dach fallenden Regen. Näher und näher rollt der Donner, deffen Rollen erst von den Kontrabassen angezeigt wird, während schließlich das ganze Orchester in einen wilden Ortan von Tönen ausbricht, in deffen krachenden Mittelpunkt das dem Hörer schon aus Rheingold" vertraute Motiv des Sturmgottes widerhallt. Dann das Cello- Quintett, wenn Sieglinde Siegmund den fühlenden Trunk reicht. Oder der prachtvolle Ausbruch des Orchesters, wenn Siegmund das Schwert aus dem Baumitamme reißt. Oder die leidenschaftliche Liebesszene im selben Att. Der Schlußaft ist doch der gewaltigste. Gleich jetzt er mit dem wild- wonnigen, barbarisch- realistischen Ruf der Waltüren ein. Und das Orchester wetteifert mit ihrem Hopotscho! Heiaha! wie mit den Sturmivolten und Walkürensausen. Unbändig flangvoll steigert sich die Musik des Orchesters, bis sie in der Feuerzauberjzene den Gipfel wunderbarter Schönheit erklimmt, in der die Violinen flackern, die Harfen knistern und die Klangfarben Funken sprühen, wie einst der Franzose Saint- Saëns entzückt ausgerufen hat. Humor und Satire. Stoßfeufzer. Gott versteht es zu regieren. Sommer Winter, spät und früh immer läßt er was passieren, Langeweile gibt es nie.. Niemals gibt es Langeweile. Rach Beruhigung Merilos regnet's in Albanien Keile: irgend was ist immer los. Los ist irgend etwas immer. Nächstens wieder stiehlt ein Dieb ein gemaltes Frauenzimmer, weil es ohne Wache blieb. Bliebe doch mal ohne Bache manches Mannsbild hier auf Erden! Mensch, das wär'' ne feine Sache, tönnt' es uns gestohlen werden! Notizen. Franz. Theaterchronit. In der heutigen Aufführung der Walküre" im Theater des Westens wird die Hofopernsängerin Hermine Rabl die Partie der„ Brünhilde" fingen. Der zerbissene Othello. In einem Sommertheater Dogge aber im lebten Aft ihre Gebieterin schreien hörte, stürzte sie two 1 Die nächsten Volkskonzerte des Philharmo= nischen Orchesters finden morgen, Montag, in den GermaniaWagners Ring" für das Kartell der Freien Die Erstaufführung am Freitag ragte doch gewaltig über alles, Brachtsälen und am Donnerstag, den 2. Juli, in den KonfordiaEintrittskarten im Bureau der GewerkschaftsWolfsbühnen. 3weiter Tag:" Waltüre". In" Rheingold", was man unter" Sommeroper" subsummiert, hervor. Ja, oftestjälen statt. dem beziehungsreichen Vorspiel zu der nun anhebenden Nibelungen- mals erhoben sich Musik und Darstellung zu großartiger feierlicher fommission, Engelufer 15, Zimmer 13( vormittags von 9-1½ Uhr tragödie, waren wir Zeuge von verbrecherischen Handlungen Wo- Wucht und Pracht. So besonders im zweiten und dritten Aft: die und nachmittags von 4-8 Uhr), und in der Zigarrenhandlung von tans gegen Menschen, Riesen und Zwerge. Eine stait auf Gerechtig- Szenen zwischen Wotan( Harry de Garmo) und Brünhilde Horsch, Engelufer 15. feit und regelrechte Verträge fortan auf Lug und Trug, Liſt und( Minnie Böns gen). Das sind wahrhaft Wagnerſche Heldenge- bei Petersburg hatte die Darstellerin der Desdemona ihren Sund Gewalt bajierie Herrschaft mußte jest auch um ihren eigenen stalten, die auch Wagnerschen Stil: Großheit der Erscheinung, tra- während der Vorstellung in ihre Garderobe eingesperrt. Als die Schutz besorgt sein. Deshalb ließ Wotan die Götterburg erbauen. gische Geste, gesangsdetlamatorische Deutlichkeit offenbaren. Ez Um dieje noch stärker zu machen, verband er sich mit Erda, die ihm waren bewunderungswürdige Leistungen. Ein prachtvolles Menschen auf die Bühne und richtete den Othello übel zu. Othello mußte neun Lochter gebar, die Walküren, deren Pflicht es ist, die Men paar sind auch Georg Sch mieter( Siegmund), ein Sänger von flüchten, und die Szene endete etwas anders, als Shakespeare sich ichen zum Stampf untereinander zu reizen und die gefallenen strahlendem Glanz ber Stimme, die nur im höchsten Affekt zu- gedacht hatte. Helden auf ihren Roffen nach Walhalla zu führen, deren Wache sie weilen durch najale Färbungen Beeinträchtigung erleidet, und bilden sollen. Wotan befindet sich aber in einem furchtbaren Di- Hanna von Granfelt, die als Sieglinde erst eigentlich in warte zu Rojfitten gibt einige interessante Ziffern bekannt: Einige lemma. Bringt den Göttern einerseits der Besiz des Nibelungen- der Wahnizene des zweiten Aktes völlig aus sich herausging. Max Stilometer jüblich von Roſſiten, auf der Sturischer Nehrung, liegt ringes den Untergang, so dürfen sie diesen dem Riesen Fafner doch ohfing ist ein vorzüglicher Hunding. Elje Bengell, als mitten in der Vogelzugstraße die Beobachtungshütte Ulmenhorst. Dort nicht laffen, weil dann Gefahr besteht, daß der schlaue Alberich sich Frida gwar annehmbar, ist doch etwas klein für diese Rolle. Die zogen im Verlaufe des 30. März 1911 schäzungsweise 60 000 Krähen des Kleinode bemächtigt und seine Drohung, die Götter zu seinen Walküren sprühten gesanglich zuſammen; einzeln brachten sie sich durch. Am 20. April 1912 wanderten früh 5.30 Uhr innerhalb fünf Arbeitsillaben zu machen, wie einst die Nibelungen, ausführt. Der nur mühsam zur Geltung. Das Orchester unter Kapellmeister Minuten 3500 Kleinvögel, namentlich Finken, vorüber; das ergibt Ring muß Fafners Händen entrungen werden; jedoch ohne Hilfe G. von Reznicek hielt sich auf respetivoller künstlerischer Höhe. für die Stunde 42 000 Stück. Zwei Stunden hielt dieser gute Bug Wotans. Zu diesem Behuf begibt Allvater sich auf die Erde und Mit der Inszenierung und Dekoration konnte man sich befriedigt an, und so tommen wir auf 84 000 Köpfe. Man stand manchmal außer der Anordnung des Feuerzaubers. Die Schlafende förmlich in ganzen Vogelschwärmen drin. Am Morgen des 15. Oftober zeugt mit einem sterblichen Weibe das furchtbare Geschlecht der halten Wäljungen. Die Zwillinge Siegmund und Sieglinde werden ge- foll doch rings um von Flammen umgeben sein? 1912 pajjierten innerhalb vier Stunden etwa 22 000 Finkenvögel und Das Publikum verharrte sichtbar ergriffen unter den Eindrüden 3000 Drosseln die Ulmenhorsthütte. Im Verlaufe des 21. und 22. Otboren. Siegmund soll Fafner den Ring entreißen. Weil ihm aber Botan infolge seines Kontrattes nicht beistehen kann, so muß er des Werkes, dessen Aufführung immerhin fünf Stunden Dauer tober 1913 find wohl über 500 000 Vögel die Nehrung entlang geihn einem blinden Schickjal überlassen. Sieglinde wird von Fein- beanspruchte. ek. wandert. = Eine Vogelzug Statistit. Der Leiter der Vogel Gerichtszeitung. Kronprinzenbeleidigung. war auf der Tagung nur bei der Behandlung des Sebammen- 1 Reined glaubte wohl, daß ihm einige Strafen, Wohnen in der Ledebour referierte. Er führte aus, daß dies der erste Vortrag wesens zu bemerfen. n. Dort wurde von einer Reihe Merate Staſerne ufto, zu Unrecht auferlegt worden seien. Da gingen bei des Zyklus ſei, in dem er die Greignisse im Reichstag behandel widerspruchslos betont, daß die klagen über den Geburten- dem Generalfommando des Gardelorps zwei von einem Anonymus, und auch Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegen werde. rüdgang jolange nicht abgestellt werden können, als man nicht der sich Eugen Walther nannte, verfaßte Beschwerden ein. weiteren erklärte er einleitend, daß er sich nie der Illusion hingenachdrücklich für Pflege und Schuh aller Neugebore- In diesen wurden die Zustände in der 4. Kompagnie, die geben habe, wenn wir mit 110 Mann ins Parlament einzögen, mehr nen forge. Behandlung der Einjährig Freiwilligen, die Maßnahmen des durchsehen würden. Das Anschwellen der Sozialdemokratie im Feldwebels und das ganze Verhalten des Kompagniechefs, Haupt- Lande und Reichstag hat givei Vorteile gebracht. Rein rechnerisch manns Weber, in einer für den legteren abfälligen Weise geschildert. betrachtet, ist unser Einfluß gestiegen, auch indirekt, denn unsere Der Schreiber dieser Beschwerden fonnte nicht ermittelt werden, ein Gegner sagen: wir müssen der Sozialdemokratie das Wasser abgewisser Berdacht der Verfasserschaft lenkte sich auf den Angeklagten. graben, dem Volfe ab und zu ein Stückchen Buderbrot geben. Er fandte unter seinem Stamen ein Schreiben an den Kommandeur Unsere Abgeordnetenzahl wirkt auch dahin, daß gewisse bescheidene des Garde- Pionierbataillons Major Rizmann, in welchem er dar- Ronzesfionen zugestanden werden, was sonst nicht der Fall gewesen über flagte, daß sein Sohn gesundheitswidrig behandelt werde, daß wäre. Zum Teil hätten also unsere Erfolge Angst, zum Teil man ihn übermäßig zum Dienst heranziehe, daß man alles mögliche Brutalität ausgelöst. Im Reichstag zeigt sich das, die Gegner dort tue, um das militärische Fortkommen des Sohnes zu beeinträch sagen sich: Man dürfe auch keine Scheinkonzessionen erfüllen gegentigen usw. usw. Nun zeigte die Schrift in diesem Anschreiben eine mert über der Sozialdemokratie. So fomme es, daß, wenn unsere Frattion würdige Aehnlichkeit mit den an das Generalfommando gerichteten praktische Vorschläge mache, für die in ruhigeren Zeiten auch die Briefen. Der Angeflagte bestritt zwar, die letzteren geschrieben Gegner wären, fie jest zunächst abgelehnt werden. Später bringen zu haben. Das Gutachten des Schreibsachverständie Gegner dieselben Anträge, nur etwas modifiziert, wieder ein, Sigen Dr. med. Georg Meyer erklärte aber, daß jämtliche in und unsere Fraktion müsse, wenn dieselben sonst akzeptabel seien. Frage kommenden Schriftstücke von derselben Hand herrührten. dafür stimmen. Die Bürgerlichen aber können sagen, sie seien es, In dem gestrigen Termine führte der Amtsanwalt aus, daß die die praktische Arbeit leisteten. So versuche man den Schein zu erbeiden Eingaben an das Generalfommando als beweiserhebliche weden, daß die Fraktion troß ihrer 111 Mann nichts leiste. Urkunden anzusehen seien, und da sie der Angeklagte mit fremden Es werden aber auch Vorwände gesucht, um zu sammeln. Es Namen unterschrieben, so liege eine Irkundenfälschung vor, wird zum Sammelblod aufgefordert. Den Namen„ Bismardblod" deren Aburteilung zur Zuständigkeit der Straffammer gehöre. Das nach Mumms Vorschlag halte er, Redner, jedoch für unmöglich, da Schöffengericht erklärte sich nach längerer Beratung für un- ja das Zentrum ein grimmiger Gegner des Kanzlers war. Besser zuständig und verwies die Sage an die Straf- sei es schon, wenn man den Block nach seinem Laufpaten Mumm Das Reichsgericht hat am Freitag die Revision des Schriftstellers Hans Lens verworfen, der wegen Beleidigung des Kronprinzen zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Vor dent Reichsgericht beantragte Rechtsanwalt Wolfgang Heine und der Angeklagte selbst die Aufhebung des Urteils. Bemängelt wurde insbesondere die Auslegung der zur Verfolgung gezogenen Artikel durch das Berliner Gericht. Bolizeiinstruktion zum Meineid. Vor dem Siegener Schöffengericht wird seit Freitag gegen einen Bädermeister Braach wegen angeblicher Beleidigung von Bolizeibeamten verhandelt. Zu der Verhandlung sind gegen hundert Zeugen geladen. Aus der bisherigen Verhandlung ist eine Aussage interessant, die flar legt, wie Polizeibeamte zu Roheiten und Meineiden angeftiftet werden. Jugendbewegung. Kommistiefel für den Jungdeutschlandbund. Als Zeuge wurde ein Schumann Göbel vernommen. Der tammer. Angeklagte befragte ihn, ob der frühere Polizeiwachtmeister Miller einmal auf der Wache den Schuyleuten folgende Instruktion erteilt habe: Ich warne Euch vor Braach, wo Jhr ihn paden könnt, da müßt Ihr ihn gründlich anfassen. Wenn Euch sonst ein mal auf der Straße jemand begegnet, bann tretet ihn auf die Fußspigen und haut ihm gründlich eins Das fönigliche Zentralgefängnis in Werl, das als Sammelstelle herunter. Ihr könnt nachher dann beschwören, daß Euch der von Altmaterialien aus der Armee zur Weiterverwertung dient, Betreffende angerempelt hat, benn wer beist jest auf eine Verfügung des Kriegsministers in eigenartiger weist Euch nachher das Gegenteil? Das haben Weise in den Dienst der bürgerlichen Jugendpflege gestellt worden. wir im Kohlenrevier hundertimal so gemacht." Der Zeuge Ge haben sich nämlich Bestände von ungetragenen KavallerieGöbel bekundet hierzu, daß der Name Braach in diesem Zusammen- stiefeln, Infanteriestiefeln und Schnürschuhen in kleineren Numhang gefallen fei. Im übrigen erinnert er sich nicht mehr genau. mern angesammelt, die für die Truppen nicht mehr verwertbar Vorsigender: Es steht mir aber vor, daß Sie früher ähnliches find. Diese Schuhwaren werden nun den„ vaterländischen" Jugendgefagt haben. Der Vorfigende hält darauf dem Zeugen Schutzvereinen zu Schleuderpreisen überlassen. Bürgerliche Zeitungen mann Göbel eine frühere Befundung vor, die sich im wesent- preisen banferfüllt die Kommißstiefel an als hervorragendes lichen mit der vom Angeklagten Braach vorgelegten Frage deckt. Schuhwerk". Auf die Frage des Vorsitzenden, ob eine solche Information von dem Mit königlich preußischen Stiefeln an den Füßen, wird nun Wachtmeister Miller erteilt sei, erklärt der Zeuge mummehr: Jawohl, die bürgerliche Jugendbewegung gewiß mit Siebenmeilenfchritten wir haben eine solche Instruktion erhalten. Weshalb ist gegen den Polizeiwachtmeister Müller noch tein Urteil wegen Meineids und Meineidsanstiftung ergangen? Und weshalb ist noch kein Verfahren wegen Wiederaufnahme gegen die unschuldig verurteilten Bergleute eingeleitet? Geborstene Ordnungsstühen. 1. Wegen Unterschlagung im Amte hatte sich der Polizeifergeant Schönemann aus Gräfenhainichen bor der Straffammer in Halle zu verantworten. * 2. Eine gleichfalls ordengeschmückte, in den Kolonien mit Heldenruhm bedeckte Staatsstüße stand in der Person des Stadtfämmerers Schneider aus Schweinig vor dem Schwurgericht Torgau. voraneilen. wäre. Genossenschaftliches. = Mummelblod" nenne.( Tofende heiterkeit.) Die Gegner fönnten übrigens nichts Besseres tun, als„ sammeln". Dann sähen jene Arbeiter wenigstens, die heute noch abseits stehen, endlich ein, daß die Sozialdemokratie die einzige Partei ist, die wirklich Arbeiterpolitik treibt. Manchem geht es zu langsam( Rufe: Sehr richtig!), ja, mir auch, Genossen, mir wäre es auch lieber, wenn es schneller ginge, ich wäre froh, wir fämen zum frisch- fröhlichen Endkampfe.( Stirmische Zustimmung.) Aber es geht auch so vorwärts, und wenn es darauf anfomme, werden Mann und Frau geschloffen bereit stehen. ( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion sprachen Schwert, Basch und Richter im Sinne des Referenten. Ein Antrag, den Erlös der Tellersamm lung an die Familien der Denkmalsopfer auszuhändigen, wurde einstimmig angenommen. Hinsichtlich unserer Stellung zur Monarchie führte der Redner aus: Wenn wir in Deutschland überhaupt noch monar chische Einrichtungen haben, so deshalb, weil wir Staatsformen haben, die mit den Wirtschaftformen nicht mehr in Ginklang stehen. Deutschland steht in seiner Staatsform nicht weit über Rußland. An unserer wirtschaftlichen Entwidelung gemeffen, müßten wir viel weiter sein. Einst sei auch in Deutschland die Erkenntnis vorbanden gewesen, daß man die Monarchie beseitigen müsse, dann aber habe das Bürgertum Angst bekommen und mit Junker und Staat zusammen gewirkt, um diesen halbabsolutistischen Staat zu erhalten. Auch bei uns regiere nicht der Monarch, sondern das Rapital mit seinen verschiedenen Verzweigungen. Könnten wir den fommunistisch- sozialistischen Staat an Stelle des kapitalistischen jesen, so wäre eine Fortführung der monarchischen Einrichtungen Die Arbeitsverhältnisse der Verlagsgesellschaft unmöglich. Darüber könne von unserem Standpunkt aus fein deutscher Konsumbereine der betriebstechnischen Abteilung des Zweifel bestehen. Das stimme mit unserem Programm überein. Zentralverbandes führten auf der in voriger Woche in Bremen Aus all diesen Gründen könnten wir auch nicht für monarchische abgehaltenen Generalversammlung zu einer lebhaften Aus. Einrichtungen eintreten, wenn wir auch die durch Verfaſſung gesprache. Die Debatte ergab ein ganz eigentümliches Bild, ohne währleisteten Rechte des Monarchen nicht bestreiten, sondern nur auf ihre Abänderung hinwirken. Wir haben aber feine höfischen daß eine genügende Klärung durch die Geschäftsleitung( Heinrich Suldigungen auszuführen. Und weil wir bies fonsequent durch Dieser Hüter des gebeiligten Eigentums hatte Beträge für Kaufmann, Dr. August Müller, Bästlein) herbeigeführt worden führen, tobe der Kampf gegen uns. Einige führende Genossen hätten Luftbarkeitssteuer, Strafgelder, Versicherungs- und Handelskammerbeiträge eingeholt, aber statt die Gelder abzuliefern, berjubelt. Die ja nun schon solche mitgemacht und zeigten Neigung dafür. Damit Gesamtsumme der veruntreuten Gelder betrug etwa 600 m. Ale Ein Delegierter frug an, ob es wahr sei, daß die Lehr- iverde sich der nächste Parteitag befassen. Ein Hoch gehöre nicht zu die Schwindeleien ans Tageslicht tamen, sab sein Vorgefegter, beringsverträge der Verlagsanstalt eine Bestimmung ent- den durch die Verfassung festgelegten Pflichten. Die überwältigende Bürgermeister des Städtchens, zunächst von einer Anzeige ab und halten, wonach Lehrlinge um Genehmigung bei der Geschäftsleitung Mehrheit des Parteitages werde das Verhalten der Fraktion gutgenehmigte auch das Gesuch um Weiterbeschäftigung bis zu einer nachzusuchen hätten, wenn fie Mitglieder irgendwelcher Vereine heißen.( Alfeitige Zustimmung.) Die Gegner aber mögen machen, was sie wollen, das fümmere uns nicht. Das Bürgertum sei früher gewiffen Zeit. Während der Kündigungszeit setzte der Musterpolizift werden wollten, und ihnen die Teilnahme an politischen selbst republikanisch gesinnt gewesen, jeht aber sei es höfisch ver feine Betrügereien munter fort und bewarb sich schließlich und gewerkschaftlichen Versammlungen der Ju- jeucht. Uebrigens sei das ganze Toben elende Heuchelei. Die eine Stellung im Justizdienst. Zu seiner Ent schuldigung führte der Angeklagte an, er fei mit dem Gelbe schuldigung führte der Angeklagte an, er sei mit dem Gelbe gend bewegung berboten fei. Raufmann bemerkte dar- Drohungen schreden uns auch nicht, mögen fie doch den Reichstag zwar etwas liederlich umgegangen und habe die Abrechnungen beffer auf, daß es beffer gewesen sei, man hätte ihm vorher mitgeteilt, auflösen, uns fönnte es nur recht sein.( Sehr richtig!) Darum machen können, aber dazu habe ihm die Zeit und die notwendigen daß die Angelegenheit zur Sprache gebracht werden würde, weil fagen wir: immer feste druff!( Stürmischer Beifall.) Kenntnisse gefehlt. Das Urteil lautete auf neun Monate dann das einschlägige Aftenmaterial zur Stelle geschafft worden Gefängnis. Als besondere Empfehlung wurde ihm seine zwölf wäre. Demgegenüber wurde darauf hingewiesen, daß bereits jährige Militärdienstzeit, seine Teilnahme am Hererofeldzug sowie drei Wochen borber der Fall auf dem Verbandstag der eine aus diesem Grunde erhaltene Ordensauszeichnung angerechnet. Solzarbeiter besprochen und darauf auch in der Presse erörtert worden ist. Kaufmann erklärte weiter, daß, soweit ihm be- Die Rohrleger und Helfer hielten am Mittwoch eine MitFannt, die Lehrlingsverträge eine berartige Bestimmung nicht gliederversammlung ab, in der Siering über die jest im Deut enthalten. Darauf wurde ihm von anderer Seite entgegnet, das ichen Metallarbeiterverband wieder zur Entscheidung stehende erbot sei extra mit Schreibmaschine in das ge- Frage der Haustaffierung sprach. Am 5. Juli findet eine Ur drudte Bertragsformular eingefügt. Auf eine vor abftimmung statt, in der entschieden wird, ob für Berlin das Buchungen angeklagte Beamte hatte Gemeindesteuern und Feuer- frage sei eine Antwort bis jetzt nicht erteilt worden. durch Hauskassierer eingeführt werden soll. Die Hauskassierung Der wegen Unterschlagung im Amte und Vornahme falscher etwa drei Wochen an Kaufmann gerichtete schriftliche An- bereits in den meisten größeren Verwaltungsstellen des Deutschen Metallarbeiterverbandes bestehende System der Beitragseinziehung fozietäts- Beiträge in Beträgen von 185, 200 und 184 M. in feine Darauf bemerkte Kaufmann nur, daß ihm von einer solchen An- sei nicht nur ein Mittel zur geordneten Verwaltung einer solch Taschen gesteckt und die Eintragungen im Einnahmebuch unter- frage nichts bekannt sei, man benüße die Lehrlingsformulare großen Verwaltungsstelle, wie es Berlin ist, sondern durch deren lassen. Wegen Amtsunterschlagung wurde er gleichfalls zu neun der Gewerbekammer, etwaige„ Untlarbeiten" sollten aber sofort Einführung sei es auch möglich, die Fluktuation auf ein MinimalMonaten Gefängnis verurteilt. Von der Aberkennung der untersucht werden; Bestimmungen der kritisierten Art gehören maß herabzudrücken, wie es an zahlreichen Beispielen nachgewiesen bürgerlichen Ehrenrechte wurde aus Anlaß der im Felde erworbenen auch nach seiner Meinung nicht in die Verträge. ist. Durch Eindämmung der Fluktuation würden auch die MehrAuszeichnungen" abgesehen. sides of Die Stimmung der Generalversammlung ließ feinen 3weifel fosten, welche durch die Hauskassierung entstehen, reichlich gebedt darüber, daß sie mit den erteilten Auskünften durchaus nicht be- werden. Für die Rohrlegerbranche sowie für alle im Bauberuf beschäftigten Metallarbeiter hätte die Einführung der Hauskassie3. Wegen Unterschlagung amtlicher Gelder und Bilanz friedigt war. Man mußte annehmen, daß keiner der drei Ge- rung einen erhöhten Wert, weil bei dem starken Wechsel der Arfälschung verurteilte das Altonaer Schwurgericht den schäftsführer in der Lage war, eine bündige und bestimmte Alar beitsstellen nur durch diese eine umfassende, lüdenlose Kontrolle früheren ersten Buchhalter Wulf des Elsmhorner ftellung zu geben. Demnach muß angenommen werden, daß der über die Organisationszugehörigkeit ermöglicht wird. Dannenstädtischen Gaswertes zu einem Jahr acht Monaten technische Leiter, Herr Steinhorst, auf eigene Faust in dem Beberg spricht sich gegen die Hauskassierung aus. Er befürchtet, Gefängnis und vier Jahren Ehrverlust. Schon triebe schaltet und waltet.( Es handelt sich in der Hauptsache um daß durch die Eindämmung der Fluftuation die Organisation durch vor einigen Wochen ist der zweite Buchhalter Harden, Buchdruckerlehrlinge.) Dieser Herr ist noch Mitglied des Buch- erhöhte Ausgaben für Unterstüßungszwecke zu start belastet wird der als ein Opfer Wulfs bezeichnet werden kann, wegen bruderverbandes. Die Hamburger Mitgliedschaft wollte ihn zwar und dadurch eine Abschwächung ihres Kampfescharakters stattfinden Unterschlagung zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt ausschließen, der Zentralvorstand soll aber den Ausschluß abgelehnt würde. Kruki ist ebenfalls dagegen, da ihm die Kosten zu hoch erscheinen. Meier widerlegte diese Auffassung mittels des durch haben. Den Geschäftsleitern Dr. Müller und Bästlein war der die Kommission, die zur Prüfung der Sauskassierung eingefest Vorgang sichtlich unangenehm. Dr. Müller erklärt nun in einer war, festgestellten Tatsachenmaterials. Er gab eine eingehende Besprechung der Genossenschaftswoche in Bremen in der letzten Schilderung von den Arbeiten und Feststellungen der Kommission, Nummer der„ Konsumgenossenschaftlichen Rundschau" dazu: die zu 75 Proz. aus Gegnern der Hauskassierung zusammengesett Weniger erfreulich als der Verlauf des Genoffen war, die aber auf Grund ihrer gemachten Erfahrungen ebenfalls schaftstages und der Generalversammlung der Großeinkaufs- aur Empfehlung der Hauskassierung gekommen find. gesellschaft war der Verlauf der Generalversammlung der Ber lagsgesellschaft deutscher Konsumvereine. 3war die vorgelegten Geschäftsberichte boten feinen Grund zu Beanstandungen. Dieses jüngste Unternehmen der organisierten Konsumenten entividelt sich in zufriedenstellender Weise. Aber wie im vorigen Jahre In der Abteilung Gurtfabrikation arbeiten zirka 200 Arbeite die Erörterungen des Buchdruckerkonflikts eine falsche Note in rinnen und zirka 50-60 Arbeiter, lettere zum größten Teil in die Generalversammlung brachten, so waren es auch in diesem Spätschicht. Die Arbeit verursacht sehr viel Staub. Es befinden Jahre wieder mit dem Arbeitsverhältnis in der Verlagsgesellsich zwar zwei Ventilatoren in der Abteilung, doch sind dieselben schaft im Zusammenhang stehende Fragen, deren Grörtefehr ungwedmäßig angebracht, auch meistens defekt, also völlig außer rung peinlich berührte. Es kann an dieser Stelle mit Betrieb. Speziell in der Schleiferei were eine Staubabsaugung geteilt werden, daß unmittelbar nach Schluß der Generalver bringend notwendig. Der feine Schmirgelstaub bildet richtige fammlung der Berlagsgesellschaft ihr Aufsichtsrat zu seiner fons Wolten. Zu wiederholten Malen wurden die Arbeiter deswegen stituierenden Sigung zusammentrat und dabei den Beschluß vorstellig, doch stets mit dem angeblich bevorstehenden Umzug verfaßte, daß die nächste Aufsichtsratsjigung als tröstet, und dabei ist es geblieben. Häufige Erkrankungen und ersten Gegenstand auf ihre Tagesordnung die heftige Atembeschwerden sind die Folgen dieser höchft ungefunden Lehrlingsfrage und die bei der Diskussion er unbentilierten Arbeitsräume. Die bekannten Mortalitätsziffern örterten Begleiterscheinungen au jeben hat. ber Schleifer scheinen der Betriebsleitung unbekannt zu sein, oder Der Aufsichtsrat wird hoffentlich dafür sorgen, daß zukünftige sollte der Wunsch bestehen, die 32 Prog. Dividende fürs nächste GeGeneralversammlungen der Verlagsgesellschaft deutscher Konsum schäftsjahr noch zu steigern und dies Biel unter allen Umständen, vereine von ähnlichen Diskussionen berschont bleiben." selbst wenn die Gesundheit der Arbeiterschaft mit aller Gewalt aus Das ist allerdings zu hoffen, indem man die Ursachen grunde gerichtet wird? Für diese Abteilung besteht ein einziger Auf- und Ausgang. Derfelbe ift direkt an dem Reffelhaus gelegen. Bei der geringsten Feuersgefahr ist den in dieser Abteilung Beschäftigten jeder Ausweg abgeschnitten. Lebhafte Klagen wurden über Affordpreisreduktionen, Leistung von Ueberstunden und schlechte Behandlung erhoben. So sind die Affordpreise in der Werkzeugfräserei erheblich reduziert worden; Fälle, daß Kollegen in den einzelnen Lohnperioden troß größter Anstrengungen sich mit 20 bis 30 M. im Rückstande befinden, sind jetzt an der Tagesord nung. Wenn dann Reklamationen erhoben werden, bekommen die Betreffenden nicht nur herrische Antworten, sondern der Meister worden. * Wulf war ein echter Patriot, bei den patriotischen Turn- un Schützenvereinen und bei allem möglichen patriotischen Klimbim spielte er die erste Rolle, so daß es under nimmt, daß sich die Verwaltung nicht die Frage vorgelegt hat, wo er bei seinem Gehalt von 3150 M. die Mittel dazu hergenommen hat. Der Stadtrevisor, der erst nach der Entdeckung der Schlamperei auf dem Gaswert angestellt worden ist, hat vor Gericht ausgesagt, daß er bis jetzt Veruntreuungen von insgesamt 14 500 M. festgestellt hat, er meinte aber, daß gering gerechnet 50 000 Mart unterschlagen worden sind. Die Verwaltung der Stadt Elmshorn schnitt bei der Berhandlung schlecht ab. Der Verteidiger des Angeklagten fonnte erflären, daß die Inredlichkeiten durch die Grundsäße der Werwaltung geradezu gezüchtet worden seien. Jahrelang sei feine Revision erfolgt, die Gastommission babe gesagt, die Revisions tommission müsse revidieren und die Revisionskommission habe wieder gesagt, die Gaskommission müsse revidieren. In Elmshorn regiert im Stadtparlament der Freifinn. Die führenden Männer diefes Elmshorner Kommunalfreisinns haben, als bie legten brei Sozialdemokraten ins Elmshorner Rathaus gewählt wurden- es figen jezt fünf darinsdon mit Wahlrechtsverschlechterung durch Sensuserhöhung gedroht. Gerade unsere Genossen aber find es gewesen, die wesentlich mit zur Aufdeckung und Beseitigung der Botterwirtschaft beigetragen haben. Vaterfreuden. Der Ingenieur Hermann Reined foll seine Bemühungen, feinem Sohn ein erträgliches Soldatenleben zu dieser Debatten beseitigt. Und zwar gründlich! Scharfmachereien verschaffen, mit einer Anflage wegen Beleidigung von passen nicht für einen Arbeitergenossenschaftsbetrieb. Mitgliedern der bewaffneten Macht und mit einer Anklage wegen Urkundenfälschung büßen. Er stand gestern als Angeklagter vor dent Schöffengericht Berlin- Mitte: Der Sohn des Angeklagten diente als Einjährig- Freiwilliger in ber 4. Kompagnie des Gardepionierbataillons, die unter dem Befehl Versammlungen. Klaffenstaat und Monarchie. So lautete das Thema einer öffentlichen Versammlung, die am bes Hauptmanns und Kompagniechefs Weber steht. Der Einjährige Freitag im Stadttheater Moabit stattfand. Reichstagsabgeordneter Die Arbeiter der Deutschen Waffen und Munitionsfabriken Moabit nahmen in einer Versammlung Stellung zu den unerträg lich gewordenen Mißständen im Betriebe der Firma, über die folgendes ausgeführt wurde: Nr. 173. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteiangelegenheiten. Schweiße ihrer Taschentücher mitmachen müssen, dort schläft ein Ehepaar den Schlaf des Gerechten nach einem gut dis ponierten Mittagsmahle, dort fikt ein Einsamer, mit dem Buche in der Hand, und überall schreiten Paare mit verDritter Wahlkreis. Am Dienstag, den 30. Juni, abends schlungenen Händen dahin. Was es an Leid und Freud im 8% Uhr, findet im Gewerschaftshaus eine außerordentliche Menschenleben gibt, das wird am schönsten Tage auch in den Generalversammlung statt. Näheres im Inseratenteil. Am Mittwoch, den 1. Juli, abends 81%, 1hr Versammlung Wald hinausgetragen, und während hier fich zwei liebend der Jugendlichen von 18-21 Jahren im Gewerkschafts- in die Augen schauen, fnallt drüben vielleicht ein Schuß, der haus( Saal 3), Engelufer 15. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen einem Gequälten den Frieden bringt.- Ritter. Die älteren Genossen und Genossinnen wollen die Jugendlichen auf diese Versammlung aufmerksam machen. Gäste haben Zutritt. Bierter Wahlkreis. Die Kinderschutzlommission veranstaltet am Montag nachmittag, den 29. Juni, im Lokal„ Alte Taverne", Stralau, ein gemütliches Beisammensein verbunden mit Kaffeekochen. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Fort mit solchen Gedanken. Der Sommer ist da. Die Ferien stehen vor der Tür. Möge es recht vielen vergönnt sein, sich einen bescheidenen Anteil an den Freuden des Sommers zu sichern! Sonntag, 28. Juni 1914. Eine Liebestragödie hat sich Freitag in dem Hause Demminer Straße 4 abgespielt. Dort verübten der Arbeiter F. und seine Braut, die Arbeiterin S., einen Selbstmordversuch, indem sie Gas einatmeten, weil sich einer ehelichen Verbindung Schwierigkeiten entgegenstellten. Beide liegen in bedenklichem Zustande im Krankenhause danieder. Die rote Schleife hat es ihnen angetan. Auf dem hiesigen Danteskirchhof spielte sich am Freitag nachmittag eine ergögliche Szene ab. Gin Proletarier sollte zur letzten Rube gebettet werden, seine Angehörigen glaubten hierzu die Silfe eines Pfarrers nötig zu haben. Eine größere Anzahl Kollegen des Verstorbenen gaben demselben das letzte Geleit. Einer der selben trug einen Kranz mit roter Schleife; diese rote Schleife Ein königliches Krankenhaus im Dachstuhl. hatte es aber nun dem Herrn Inspektor bzw. Prediger angetan. Uns wird geschrieben: Die Berliner fönigliche Universitäts- Als der lettere mit seinem Wagen an der Eingangspforte zum Am Dienstag, den 30. Juni, abends 81 br, finde in den flinit ist vor einigen Jahren um das massige Gebäude an der Ede Friedhof eintraf, hatte er wohl schon von weitem das ſtaatsgefähr= Konzertfälen, Koppenstr. 29, eine öffentliche politische Versammlung statt. Vortrag des Genossen Dr. Heinemann über den neuen der Monbijou- und Ziegelstraße erweitert worden. Hier sind liche Rot der Kranzschleife bemerkt und war, entsetzt hierüber, an preußischen Minister des Innern und den Kampf gegen das außer Verwaltungsräumen, Warte- und Untersuchungszimmern, der Pforte stehen geblieben. Der Krangträger war aber auf Geheiß Roalitionsrecht. Hörsälen usw. in drei Stockwerken die medizinische Klinit unter des Herrn Jnsepktors bereits dabei, die Schleife von dem Kranze 5. Kreis, 6. Abteilung. Heute Ausflug nach dem Lokal Hubertus Leitung des Geheimrats Goldscheider, in dem kleinen unzulänglichen zu entfernen, und ein Kollege fnüpfte sich dieselbe unter seinen ( Bahnhof Schulzendorf). Abfahrt 1/29 Uhr vom Oranienburger Tor. Rest die Klinik für Wasserbehandlung unter Leitung des Geheim- Rock. Aber damit war der Herr Pfarrer nicht einverstanden, er Treffpunkt bis 10 Uhr in Tegel bei Dewig, vis- a- vis vom Straßen rats Brieger untergebracht. Diese lettere, die hydrotherapeutische befürchtete wohl, daß das Rot selbst unter dem schwarzen Rod bahn- Depot. Klinit, erfreut sich unter ihrer Leitung so vorzüglicher Erfolge, eine staatsgefährliche Wirkung hervorrufen fönne; denn jetzt kam Jugendfektion des 1. und 5. Kreises, Abteilung für 18- bis daß die Leidenden von weither kommen, um entweder poliklinisch ein Verwandter des Verstorbenen und teilte mit, daß der Herr 23jährige Mitglieder. Am Mittwoch, den 1. Juli, findet im Lokal oder stationär behandelt zu werden. Wird doch das, was jetzt noch Pfarrer wünsche, die Schleife solle nach vorn gebracht und in dem bon Powileit, Joftystr. 7, eine Versammlung statt. bei rheumatischen Leiden, Jschias, Neuralgie usw. als Spezial- Pförtnerhäuschen eingeschlossen werden. Bevor das nicht geschehe. Vortrag des Genoffen Bied: Deutsche Geschichte behandlung gilt, in wissenschaftlichen Kreisen schon über die Grenzen betrete der Pfarrer nicht den Friedhof. Dieser Wunsch rief bei Neukölln. Dienstag, den 30. d. M., abends 8½ Uhr. General- funft, also als ein Naturheilverfahren auf streng wissenschaftlicher vor; nichtsdestoweniger wurde aber auch dieser Wunsch erfüllt. solcher Krankheiten hinaus als eine Hauptbehandlungsart der Zu- den Erschienenen allgemeines Erstaunen, aber auch Heiterfeit herGrundlage, angesehen. Nachdem die rote Schleife in sicherer Haft war, konnte die Handlung beginnen, und der Staat war wieder einmal gerettet. 17 Bom Zollverein bis zur Reichsgründung. versammlung des Wahlvereins in Bartsch's Festsälen, Hermannstraße. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht aus dem Reichstage. Referent Genosse Fritz 3ubeil. 2. Anträge und Verschiedenes. Schöneberg. Am Dienstag, den 30. Juni, findet eine Mitglieder versammlung des Wahlvereins statt. Die Tagesordnung lautet: Berichte von der Kreisgeneralversammlung sowie Berbandsgeneralverfammlung von Groß- Berlin. Steglit. Dienstag, den 30. Juni, pünktlich 29 Uhr abends: Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Schellhase, Ahorn straße 15a. Tagesordnung: 1. Berichte. a) von der Gemeindewahl b) vom Bildungsausschuß; c) von der Kreis- und Verbandsgeneral versammlung. 2 Anträge. Wilmersdorf. Montag, den 29. Juni, abends 81 Uhr: Wahl bereinsversammlung im„ Viftoriagarten", Wilhelmsaue 114. Tagesbevorstehenden Ulrabstimmung.) Referent: Genofie May Groger. ordnung: Der Massenstreitfonds und die Staatserhaltenden.( Bur Berichte von der Kreis- und Verbandsgeneralversammlung. Neuwahl des 1. Schriftführers. Kinderferienspiele. Parteiangelegen heiten. Königs- Wusterhausen und Umgegend. Am Mittwoch, den 1. Juli, abends 8 1hr, im Lokale von Ernst Gebert in Königs- Wusterhausen: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Berichte von der Kreis, sowie der Verbands- Generalversammlung, Kassenbericht und Parteiangelegenheiten. Reinickendorf- Oft. Dienstag, den 30. Juni, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei Sadau, Residenzstr. 124. Tagesordnung Vortrag der Genoffin R. Ruben über: Proletarische Jugendpflege. Aufstellung eines Kandidaten für die am 5. Juli stattfindende Gemeindevertreterwahl. Berliner Nachrichten. Sommerfonnenwende. Mit den fast endlos langen Tagen ist der Sommer eingezogen. Bald hängt die Luft schwiil wie ein heißer Mantel über das Gelände, und Mensch und Tier, auch soweit sie sonst Licht- und Sonnenfreunde sind, spähen nach schattigen Gegenüber dem sich ständig mehrenden Zuspruch sind die lokalen flinischen Verhältnisse immer unhaltbarer geworden. Die Aufnahme schwer leidender Kranker, die unbedingt stationär be= Ueber die Geschäftslage der Allgemeinen Ortsfrankenkasse berMit ungewöhnlicher Dreiftigkeit arbeiteten Schaufasteneinmit den modernsten Apparaten versehenen Baderäume im Partérre, brecher gestern in der Großen Frankfurter Straße 9. Hier hat die auch die Räume für die Poliklinik, die zeitweise von mehreren hun- Juwelen- und Uhrenhandlung von Th. Creuzmann u. Co. an der dert Personen an einem Tage aufgesucht werden, sind längst viel Straße unten einen großen Schaufasten angebracht, der auch am zu klein und eng. Es kann beim besten Willen der einzelne Krante Tage nicht bloß verschlossen, sondern noch durch eine Eisenstange Lichterfelde. Dienstag, den 30. Juni, abends 8 Uhr: Ordent nicht so sorgfältig behandelt werden, wie es die Fachärzte auf gesichert ist. Freitag um die Mittagszeit bogen nun zwei junge liche Mitgliederversammlung bei Wahrendorf, Bälestraße. Tages Grund ihrer langjährigen Erfahrungen für wünschenswert und Männer von 20 bis 25 Jahren die Eisenstange weg und rissen das ordnung: Berichte über die Kreis- und Verbandsgeneralversamm- sogar notwendig halten. Von vornherein war beim Bau des Hauses Vorhängeschloß ab; öffneten dann mit einem Nachschlüssel das lungen. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. eine stationäre Klinik für Wasserbehandlung nicht in Aussicht ge- andere Schloß und plünderten den ganzen Kasten aus. Die Vornommen. Es waren im Dachstuhl, der zur Mansarde ausgebaut übergehenden, die die Einbrecher an der Arbeit jahen, glaubten, daß ist, nur einige wenige kleine Mansardenzimmer reserviert zur gewähren. Der Kasten enthielt für 3000 M. Uhren und goldene fie Angestellte des Geschäfts seien und ließen sie deshalb ruhig gelegentlichen Beobachtung von Patienten, deren Krankheitsbild ein besonderes klinisches Interesse hat. Mit der Zeit hat sich aber die Schmucksachen. handelt werden müssen, wenn eine Heilung erzielt werden soll, öffentlichte fürzlich die" Deutsche Krankenkassen- Zeitung" MitSchwierigkeiten befände. Zur Sache erklärt der Vorstand der zimmern im Dachstuhl eine regelrechte stationäre hydrotherapeu- Rasse in einer Veröffentlichung folgendes:" Am 1. Januar 1914 nicht von der Hand weisen lassen. Es ist daher aus den Reserve- teilungen, die dartun sollten, daß die Kasse sich in finanziellen tische Klinik geworden, die in drei Räumen mit 15 Betten, 9 für haben wir von den aufgelösten und mit uns vereinigten Orts Männer und 6 für Frauen, besetzt ist, aber natürlich sich als frankenkassen die Barbestände und außerdem das Recht, die rückprimitiver Notbehelf darstellt und vermöge ihrer örtlichen Lage den ständigen Beiträge einzuziehen, übernommen. Dadurch gelangten Wir hatten jedoch hygienischen Anforderungen, die heutzutage an ein modernes und insgesamt in unseren Besitz 1 669 679,80. noch dazu staatliches Heilinstitut gestellt werden müssen, wenig sämtliche Schulden der geschlossenen Kassen zu bezahlen, nämlich die rückständigen Rechnungen der Aerzte, Apothefen, Krankenentspricht. häuser, Heilanstalten und sonstigen. Lieferanten. Diese betrugen Obwohl die ärztliche Behandlung äußerst gelobt wird, fühlen bisher 1 181 886,99 M. Ferner hatte eine Kasse eine Hypothek sich die Patienten hier nicht wohl in Räumen, die den Charakter von 60 000 m. vergeben, die noch nicht ausgezahlt war, so daß, nach des Dachstuhls eben nicht verleugnen können. Durch die Decke dem diese Summen von den Einnahmen abgezogen, uns noch regnet es durch, daß der erweichte Puk herabfällt, die schrägen 427 792,81 m. verblieben. Nunmehr mußten wir aber die geWände zeigen offen die eiserne Dachkonstruktion, die für Staub- samte Krantenunterstüßung, Angehörigen, Schwangeren-, Wöchne ablagerungen leicht empfänglich ist. Kranke Männer und Frauen rinnenunterstützung und Sterbegelder für alle am 31. Dezember Bankow. Am Dienstag, den 30. Juni, abends 8%, Uhr, Mit- müssen den gleichen Korridor teilen, das wenige Wartepersonal ist noch erwerbsunfähigen Kranken( über 18 000) auszahlen. Wir haben bisher für diese vorjährigen Kranken mindestens 2 000 000 gliederversammlung im„ Kurfürsten", Berliner Str. 102. Bortrag überlaftet, eine Nachtwache ist nicht vorhanden, muß im Notfalle Mart verausgabt, so daß wir durch die Uebernahme der Kaffen bes Genossen Sepp Derter über: Strafjustiz und Straßerst aus den unteren Stockwerken herbeigeholt werden. Besonders bisher eine Schuldenlast von über 1½ Millionen Mart aufgebürdet vollzug. Bericht von der Verbandsgeneralversammlung, Orts- peinlich empfinden es die Aerzte, daß täglich Patienten, die der erhielten. Diese Stassen haben allerdings ansehnliche Reserve. angelegenheiten, Verschiedenes. Aufnahme bedürfen, wegen Plazmangel abgewiesen werden müssen. fonds, die uns aber noch nicht übergeben sind, weil die llebergabe Eine zweite ähnliche Klinik egiftiert nicht in Berlin. Die Ab- durch die Aufsichtsbehörden erst nach Abnahme der Jahresrechnung gewiesenen sind also hilflos, müssen unter Schmerzen oft viele erfolgt. Die Abnahme findet jest statt und wird voraussichtlich in Wochen warten, bis Play wird. So ist längst die Notwendigkeit, einigen Wochen beendet sein. Wenn wir in den Besitz der Reservefür diese in ihrer Art einzig dastehende, durch ihre anerkannten fonds gelangen, sind wir jederzeit in der Lage, die aufgenommenen Heilerfolge zukunftsreiche Klinik einen besonderen Bau zu schaffen, Darlehen zurückzuzahlen. Wir zahlen schon jest ein aufgenomme nes Darlehn von einer viertel Million Mart zurüd. Wenngleich zu einer brennenden Frage geworden, der leider die Regierung wir heute noch feinen Ueberblick darüber haben, ob wir im Laufe bisher abweisend gegenübersteht. Jede kleine Verbesserung, die dieses Jahres mit den Beiträgen auskommen oder ob sich eine Geld foftet, muß förmlich erkämpft werden. Für ein Sonnenbad, Unterbilang einstellen wird, liegt dennoch fein Anlaß vor, beundas in allerdings auch nur unzureichender Hauvianlage vorhanden ruhigende Nachrichten über unsere Klasse zu verbreiten." ist, kann nicht mal der erforderliche Sand beschafft werden. Rheumaheiltec. Unter dieser Spimarke veröffentlichten wir Offenbar liegen hier ähnliche Zustände vor wie in der Charité, in der Nummer vom 18. Juni eine Warnung des Polizeipräsidiums, Winfeln, während die Welt des Grünen sich unter dem An- wo der Finanzminister die Geldmittel verweigert für den Bau die sich gegen die von der Firma„ Transatlantische Rheumaheilteeprall der Sonnenglut zujanunenduckt und ihr so wenig wie einer eigenen Polizeigefangenenstation. Es soll wieder mal am Gesellschaft Kullak 11. Wieyer" gemachten Anpreisungen eines möglich Fläche zu bieten sucht; bald wieder zuckt aus dunkler unrechten Ende gespart werden, an einer Heilmethode, die zu den Bapuanatees richtete. In einer längeren Zuschrift läßt jezt die Wolfe der Strahl, und unter dem Rollen des Donners er schönsten Hoffnungen berechtigt. In der Charité soll dem Ver- Firma mitteilen, daß der Papuanatee ein aus tropischem Gebiet gießen sich erlösende Fluten über das ausgedörrte Erdreich. nehmen nach aus der Bleichröderschen Millionenstiftung etwas importiertes Naturproduft sei, deffen Heilwirkungen durch ver Zwischen diese Extreme fallen jene angenehmen Sommer Aehnliches wie die hydrotherapeutische Klinik in der Ziegelstraße ichiedene vom Gericht erforderte ärztliche Gutachten bestätigt tage, die in allen das rechte Mittel halten; aber so gute eingerichtet werden. Das wäre eine wenig angebrachte Berzettelung präsidiums, daß die Firma den Namen des Regierungsrats Broj. worden wären. Unwahr sei auch die Behauptung des PolizeiEinfälle hat der Wettergott im Sommer bei uns selten. Am der ärztlichen Arbeitskräfte. Ein eigener, großzügiger Kranken- Dr. Judenack und des Dr. Griebel mißbraucht habe. Andernfalls Lage der Sommersonnenwende hat er uns eingeheizt, als Hausbau für Wasserheilbehandlung mit physikalisch- diätetischen Ein- wäre die vorgefekte Dienstbehörde gerichtlich gegen die Firma Die Wirkung war schon im richtungen ist für die vielen Heilbedürftigen gerade gut genug. S. u. M. vorgegangen. In dem Begleitschreiben der Zuschrift follten wir geröstet werden. nahen Grunewald sehr deutlich. Der lebendige Strom Selbstverständlich muß das Wasserheilinstitut in der Ziegelstraße, wird bemerkt, daß wegen der vom Polizeipräsidium ausgehenden schwigender Menschenfinder, der sich, durch helle Kleidung, das auch die Lichttherapie pflegt, so gut als möglich weitergeführt Warnung bei der vorgesetzten Dienſtſtelle das Beschwerdeverfahren unzählige Strohhüte und weißblinkende Hemdsärmel gefenn- werden, bis die behördlichen Instanzen sich zu einer günstigen Ent- anhängig gemacht worden sei. zeichnet, unablässig aus den Zügen ergoß, kristallisierte sich scheidung aufraffen. Ein Vermißter gesucht. Das Königliche Polizeipräsidium teilt fehr bald um die„ trinkbaren" Lofale herum, und schon ein mit: Der am 13. April 1878 zu Königsberg i. Pr. geborene Arbeiter Stündchen vom Bahnhof und von den Gewässern entfernt, Julius Fro ft entfernte sich am 12. Juni aus seiner Wohnung, erschien der Wald bis lange nach der Mittagsstunde fast Bremer Str. 75, und ist seitdem verschwunden. Frost, der linksmenschenleer. Man glaubt es faum, welch schöne Strecken seitig gelähmit und geistig beschränkt ist, ist 1,68 Meter groß, von schlanker Gestalt, hat blondes Haar, blonden Schnurrbart, blaue der sonst so mißhandelte Wald an diesen Stellen, fern vom Augen und fast gar feine Zähne mehr. Bekleidet war er mit Trubel, noch aufzuweisen hat. Es ist seine schönste Zeit des braunem Schlapphut, schwarzem, abgetragenem Rod, dunkler Hose Jahres. Soweit man blicken kann, ist der Boden mit Die Stadtverwaltungen von Glasgow und Edinburgh Verbleib des Verschwundenen werden in jedem Polizeirevier und und Weste und schwarzen Schnürstiefeln. Nachrichten über den Myriaden eines Grases, der Waldschmiele, bedeckt. Iuftiger, loderer Riipe erheben sich die silberigen und rot- haben an die Stadt Berlin und eine Anzahl größerer deutscher bei der Kriminalpolizei, Alexanderstr. 3/6, 3 Treppen, Zimmer 346, bräunlich schimmernden Achrchen auf schlanken Salmen bis Städte eine Einladung zu einem Besuch Schottlands ergehen zu 1892 IV. 12. 14 entgegengenommen. fast meterhoch über dem Grunde. In diesem Meer von Gras lassen. Der Besuch findet in der nächsten Woche statt. Die manderne oder vielmehr watend und einen Trockenstrauß Bertreter der Städte, welche die Einladung angenommen schaft Ideal" aus Anlaß der Erstellung eines neuen Bauteiles Zur Besichtigung ihrer Wohnungssiedlung ladet die Baugenoffenjommend, trifft man viele Stellen, auf denen das Gras haben im ganzen sind es 32 Herren- haben gestern die die Groß- Berliner Mieter ein. Die Siedlung Brik, in welcher heute, etwas zurückweicht, um wilden Erdbeerbeeten Platz zu Reife angetreten. Von der Stadt Berlin nehmen an dem am Sonntag, den 28. Juni, vormittags und nachmittags machen, aus denen die roten Früchte schon zahlreich hervor- Besuch teil: Bürgermeister Dr. Reide, Stadtrat Maaß, Stadt- fachkundige Führungen stattfinden, ist durch die Straßenbahnlinien lugen. Schließlich aber siegt die Wärme, die auch die Baum verordnetenvorsteher Stellvertreter Cassel und die Stadt- 21, 28, 29, 55, 58 bis Briger Rathaus, 47 bis Rudower Straße, fronen durchdringt, und man folgt einem Beispiel, das einem verordneten Körte, Bruns und Rosenow. schon viele längst vorher gegeben haben, indem man sich am Fuße einer der hohen Kiefern lagert. Den Blid aufwärts gerichtet, sieht man die heiße Luft über den hohen Wipfeln Gestern vormittag waren auf der Zentralwerkstätte auf Bahnhof gegen das Blau des Himmels zittern und gegen die weißen Wölfchen. Die so sadht und leise darüber hinziehen, obwohl Grunewald mehrere Arbeiter mit dem Abladen von schweren Fässern fie doch die Borboten des nächsten Gewitters zu fein pflegen. beschäftigt. Blöglich brach die zum Abrollen errichtete Brüde, eines Mehrere Stunden nach dem Mittag wird der Wald rasch der Fässer rollte herab und verlegte dabei zwei Arbeiter schwer. sprüchen bei Arbeitslosigkeit usw. Während des Monats Juli Welch riesige Zahl von Menschen, die sich hier ver. Dem Arbeiter Müger, 28ilmersdorfer Str. 54, wurde ein Teil des teilt, lagernd, in Sängematten schaukelnd und wandernd! rechten zuges vollſtändig abgequetscht, während der Arbeiter Kaspar Hier herrscht fröhliches Kindertreiben, das Erwachsene im aus der Pestalozzifstraße schwere- innere Quetschungen erlitt boller. n Das Wahlbureau des Magistrats wird am 1. und 2. Juli 1914 nach den im 1. Stod des Hauses Stralauer Str. 44/45 befindlichen neuen Diensträumen verlegt. Vertreter deutscher Städte in England. 4 Schwerer Unfall. Ede Hannemannstraße, zu erreichen. Angestelltenversicherung. Die Geschäftsstelle( Flottwellstr. 4) des Berliner Ortsausschusses der Vertrauensmänner für die Angestelltenversicherung ist seit ihrer Errichtung Anfang März bereits in zirka 300 Fällen von versicherten Angestellten und von Arbeitgebern in Anspruch genommen worden. Die Raterteilung be og fich insbesondere auf Einleitung von Heilverfahren, ferner auf bie Fragen der Versicherungspflicht, der Aufrechterhaltung von An werden die Sprechstunden nicht in der obengenannten Geſchäftsftelle, sondern täglich von 1 bis 3 Uhr Dirdjenstraße 4 ( Verband der Bureauangestellten) abgehalten. Eine Vorlage, die die Anstellung des Personals und die Anschaffung der inneren Einrichtung für das neue Krankenhaus betraf, welches am 1. Oktober d. J. eröffnet werden soll, wurde der neugewählten Krankenhausdeputation überwiesen. Dieser Deputation gehören von unseren Vertretern die Genossen John, Jaffte und Heckert an, auch die Stellung eines Bürgerdeputierten wurde unserer Fraktion zugestanden. In nich öffentlicher Sizung wurde noch beschlossen, das Eisteichgrundstück in der Fischerstraße zum Preise von 400 000 M. Der Teich soll als Müllabladeplak Verwendung zu erwerben. finden. Oberbürgermeister Kaiser erwidert, daß die städtische Drucerei bisher stark überlastet gewesen sei. Das Versäumte wird aber bald nachgeholt werden. Auf Antrag des Magistrats soll ein Korpsarzt für die Feuerivehrleute mit einem jährlichen PauschalStadtv. Dr. Fürst beantragt, jaz von 600 M. angestellt werden. daß an Stelle des einen Arztes die Aerzte der städtischen Betriebskrankenkasse zugelassen werden. Es liege im Interesse der Feuerwehrleute, daß ihnen die Möglichkeit gegeben werde, sich an den Arzt ihres Vertrauens zu wenden. Die beantragte Summe reicht auch für diesen Zweck aus. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, die Vorlage des Magistrats bis zum 1. Januar 1915 anzunehmen. zur Prüfung des Antrages Dr. Fürst wurde eine Kommission eingesetzt, der u. a. der Antragsteller sowie Stadtv. Thutow ( Soz.) angehören. Kleine Nachrichten. In der Wohnung eines Nachbarn| fiskus in die Wählerliste aufnahm. Im übrigen verfahren bereits| Herausgabe einer Denkschrift beschlossen, deren Bearbeitung nach hat sich der 64jährige Schlosser H. Sch. aus der Schön- viele Städte bei Aufstellung der Wählerliste im Sinne des gefaßten Aussage des Direttors des Statistischen Amtes nur furze Zeit in walder Straße erschossen. Derselbe lebte mit seinen Kin- Beschlusses. Mit großer Mehrheit wurde hierauf einem Antrage Anspruch nehme. Trotzdem sei fie den Mitgliedern der Kommission dern in Zwist, weil er sich trotz seines Alters nochmals unserer Genossen zugestimmt, welcher den Magistrat ersucht, in noch nicht unterbreitet. verheiraten wollte. Die Leiche eines neugeborenen Anaben wurde Zukunft bei Aufstellung der Wählerliste den früheren Beschluß der in der„ Blanken Hölle" aufgefunden. Auf der Straße vom Tode Stadtverordnetenversammlung zu berücksichtigen. überrascht wurde der 47 Jahre alte Schuhmacher R. K. aus der Rigaer Straße. Vor einem Hause der Brunnenstraße brach er bewußtlos zusammen und starb auf dem Wege zur Rettungswache. Dasselbe Schicksal erlitt eine Frau auf dem Georgenkirchplatz. Sie ist etwa 50 Jahre alt, 1,58 Meter groß, hat graumeliertes Haar und trug eine dunkelgrüne Taille, Leinenrock und schwarze Spangenschuhe. Die Leiche des 35jährigen Händlers P. T. aus Eine der Greifswalder Straße wurde aus der Havel gelandet. schon start in Verwesung übergegangene Frauenleiche wurde im Falfenhagener Forst gefunden. Die Spandauer Polizei ist damit beschäftigt festzustellen, ob ein Verbrechen oder Selbstmord vorliegt. Am 25. d. M. gegen 6 1hr abends wurde aus dem Spandauer Schiffahrtsfanal an der Seestraßenecke eine weibliche Leiche aus dem Wasser gezogen. Alter ungefähr 25 bis 30 Jahre, 1,60 Meter groß, mittelfräftig, rundes Gesicht, dunkles Haar. Kleidung: weißes Hemd mit Stickerei, weiße Beinkleider, zwei weiße Unterröde, blauer Oberrod, weiße Bluse mit Stiderei, rosa Schlips, braune Strümpfe, schwarze, defekte Halbschuhe mit breiten Kappen. Die Leiche ist in der Halle des Plößenseer Gemeindefriedhofes untergebracht. Lichtenberg. Vorortnachrichten. Stadtverordnetenwahl. Heute Sonntag, den 28. Juni, von mittags 12 Uhr bis abends 7 Uhr: Stadtverordnetenerjazwahl für den 9. Kommunalwahlbezirk der 3. Abteilung. Der Bezirk umfaßt: Alt- Borhagen 4-21, Gürte! straße 17a- 22d, Holteistraße 14-18a, Kronprinzenstraße 13-30, Müggelstraße 12-21a, Neue Bahnhofstraße 18-26a, Oderstraße 22 bis 23, Weichselstraße 22-26a, Weserstraße 1-12 und 34-48. Wahllokal: Restaurant von Jakob( jezt Richard Schimke, Müggel-Ede Weserstraße). Die Parteigenossen und genossinnen treffen sich bei Lipfe, Weserstraße 9, Ede Kronprinzenstraße 20a. Kandidat ist: Eigentümer Hans Hampsch. Morgen Montag, den 29. Juni, bon mittags 12 Uhr bis abends 6 Uhr: Erjahwahl für den 5. Kommunalbezirf der 2. Abteilung, umfassend folgende Straßen: Alt- Borhagen 1-3 und 50-57, Blockdammweg, Bödlinstraße 6-11, Hauptstraße, Hirschberger Straße, Hönower Wiesenweg, Kantstraße 49-51, Karlshorster Straße, Röpcnider Chaussee, Kremmhübeler Straße, Aynaststraße, von der fralauer Grenze bis zur Ede Marftstraße, Lenbachstraße 1-7a und 13b- 22, Liebigstraße, Marktstraße, Neue Bahnhofstraße 1-17 und 26b- 37, einschließlich Beamtenhaus Bahnhof StralauRummelsburg, Prinz- Albertstraße 1-32 und 37 bis Ende, Rangierbahnhof R. G. B., Stadthausstraße, Rummelsburger See und Spree, soweit diesseitiges Gebiet in Frage kommt, Sonntagstraße 1-12, Schillerstraße 21-35, Schlicht- Allee, von der Hauptstraße bis zum Verbindungsgleis, Türrschmidtstraße 1-32a, Wühlischstraße 54 bis 58.- Wahilofal:„ Kerns Feſtſäle", Türrschmidt-, Ede Schillerstraße. Die Genossinnen und Genossen treffen sich für die elfte Abteilung bei Oskar Blume, Alt- Borhagen 56, für die zwölfte Abteilung bei Krüger, Türrschmidt-, Ede Lessingstraße. Kandidat ist: Kaufmann Fris Berger. Genossinnen und Genossen! Es ist unsere Pflicht, dafür zu forgen, daß wir am Sonntag mit gewaltiger Stimmenzahl den / 8. Bezirk behaupten. Ganz besondere Anstrengungen müssen aber gemacht werden, den 5. Bezirk der 2. Abteilung für uns zu erobern. Bei der letzten Wahl war es den Gegnern mit nur geringer Majorität möglich den Bezirk zu behaupten. Diesmal müssen wir den Bezirk erobern. Niemand verfäume, feine Pflicht zu tun. Rüttelt die Lässigen auf und sorgt dafür, daß alle Freunde einer gefunden Kommunalpolitit ihre Stimme für unseren Kandidaten abgeben. Die nationalen Jugendbereine wollen heute demonstrieren! Die Lichtenberger Polizei hat bekanntlich Weltruf erlangt durch die Art, wie sie die Bildungsbestrebungen der Arbeiterjugend befämpft, deren Versammlungen auflöst und jeden Versuch, sich in fleineren losen Gruppen auf der Straße zu zeigen, mit der blanken Waffe entgegentritt. Den Söhnen und Töchtern des Proletariats wird zum Bewußtsein gebracht, daß in Preußen der Geist nicht frei sein darf, sondern daß ihn die Polizei mit rauher Faust zu fastrieren sucht. Und warum? Weil die proletarische Jugend einer anderen Weltanschauung näher gebracht und zu befähigten selbständigen Menschen herangebildet werden soll. Im Gegensatz zur proletarischen Jugend können sich die sogenannten nationalen Jugendvereine unter den Augen der Polizei auf der Straße recht breitmachen, ohne die Ruhe, Ordnung und den Verkehr zu stören. Der Ortsausschuß für Jugendpflege erläßt zu einem am heutigen Sonntag stattfindenden Spiel- und Sportfest folgenden Aufruf: " F In geheimer Sizung wurde noch der Beschluß gefaßt, sich an den Norddeutschen Kabelwerken mit einem Aktienkapital von 300 000 M. zu beteiligen.. Schöneberg. Zu einem Konflikt ist es im Vorstand der Ortstrantentasse zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern aus Anlaß der Wahl des 1. Vorsitzenden gekommen. Die Arbeitgeber betonten, ein Anrecht zur Stellung des 1. Vorsitzenden zu haben, während die Arbeitnehmer erklärten, auf den 1. Vorfihenden nicht verzichten zu können. Man hofft indessen, daß es vor der 2. Abstimmung noch zu einer Einigung der streitenden Parteien fommen und dadurch im Interesse der Versicherten eine tommissarische Verwaltung vermieden wird. Nieder- Schöneweide. Zu einer regen Geschäftsordnungsdebatte tam es in der letzten Gemeindevertretersizung. Der bürgerliche Vertreter der zweiten Die in dem Ortsausschuß für Jugendpflege zusammenge- Klasse Herr Heinrich wünschte für jeden Vertreter eine Abschrift schlossenen hiesigen Jugendvereine veranstalten am kommenden des jeweilig gefaßten Protofolls, unsere Genossen hingegen brachten Sonntag, den 28. Juni, ein großes Spiel- und Sportfest auf dem den schon seit zwei Jahren geäußerten Wunsch zum Ausdrud, Sportplab Berlin- Oft", das durch einen eft zug eingeleitet den einzelnen Vertretern die Tagesordnung mit eingehenden Er läuterungen zuzustellen. Bei der bisherigen Mitteilung sei es wird. Der Festzug wird um 2 Uhr nachmittags seinen Weg durch die Kielblock, Möllendorff, Normannen-, Magdalenen- feinem Vertreter möglich, sich vorher mit den zur Beratung stehen straße, Frankfurter Chaussee, Gürtel, Scharnweber, Weichsel-, den Vorlagen vertraut zu machen. Der Gemeindevorsteher be zeichnete die Wünsche als undurchführbar, weil die jest in der Türrschmidt-, Holtei-, Wühlischstraße, Alt- Boghagen, Markt-, Mozart, Kantstraße nach dem Sportplah am Bahnhof Stralau Gemeindeverwaltung tätigen Beamten nicht mehr belastet werden fönnten. Im übrigen glaube er gar nicht, daß die eingehenderc Rummelsburg nehmen. Um den Verlauf dieses Festzuges eindrucksvoll zu gestalten, Erläuterung der Tagesordnung viel Wert haben würde, denn die richten wir an die Befizer und Bewohner der Häuser, die an den Herren fümmerten sich mit Ausnahme des Herrn Bengsch doch genannten Straßen liegen, die höfliche Bitte, die Häuser nur sehr wenig um die Gemeindegeschäfte; nicht einmal die regel ausschmücken und beflaggen zu wollen, damit mäßigen Eizungen würden besucht. Die Herren ließen sich einauch dadurch die Teilnahme der Bürgerschaft führen und dann bekäme man dieselben felten oder gar nicht mehr an der fräftig aufstrebenden Jugendbewegung zu sehen. Genosse Bengsch betonte, daß seitdem unsere Genossen im Gemeindeparlament vertreten seien, dieselben an jeder Sigung den Berlin- Lichtenberg, öffentlich gezeigt wird. teilnehmen; ihr Wunſch ſei berechtigt, damit sie dem Willen ihrer Wähler gemäß wirken fönnten. Was die Ueberlastung der Beamten betreffe, jo fönnte denselben manche überflüssige Arbeit erspart werden, was Redner an befonderen Fällen darlegte. Der Ge meindevorsteher erklärte schließlich, dem Wunsche nach Möglichkeit Rechnung zu tragen. Der Bericht des Schularztes für 1913/14 spricht sich über den Gesundheitszustand befriedigend aus. franfungen an Majern, Scharlach, Stidhuften, Diphtherie und Ziegenpeter waren wohl zu verzeichnen, fie traten jedoch nicht so bösartig auf, daß die Schließung von Klassen hätte erfolgen müssen. Die Zahl der zahntranten Kinder beträgt immer noch 97 Broz. Bei mehr Aufmerksamkeit der Eltern könnten sehr bald schwerere Folgen verhütet werden. Auch in der Sauberkeit der Schulzimmer, In die StraßenbauGänge usw. habe sich vieles gebessert. fommission wurde an Stelle des ausscheidenden Herrn Eveting Genosse Ladendorf gewählt. Die Verlegung sowie der bessere Ausbau der Unfallstation wurde noch einmal bertagt. Für den Schwimmfklub Nieder- Schöneweide wurden gegen die Stimmen unserer Genossen 50 M. bewilligt. Zehlendorf( Wannseebahn). 26. Juni 1914. Der Ortsausschuß für Jugendpflege. Zie then, Oberbürgermeister. Sache aller freiheitlich denkenden Bürger muß es sein, ihre Kinder von diesem Festzug fernzuhalten. Die Arbeiterschaft hat mit jener Veranstaltung nichts gemein, fie darf sich daher auch nicht als Staffage für solche Zwede gebrauchen lassen. Tempelhof. " " Ein Denunziantenstüd. Spandau. Er hat sich die im Wegnerschen Verlag in Mariendorf erscheinende Tempelhofer Zeitung" geleistet. Unseren Tempelhofer Genossen war es erfreulicherweise gelungen, das Lotal Tempelhofer Tivoli", Inhaber A. Hoffmann, Berlinerstr. 97, zur Abhaltung von Versammlungen und Festlich feiten frei zu bekommen. Herr Hoffmann glaubte feinen Grund zu haben, Sozialdemokraten anders zu behandeln wie bürgerliche Vereine und die mit der Arbeiterschaft bisher gemachten Erfahrungen dürften ihn in seiner Haltung sicher noch nicht getäuscht haben. Anders wie der Inhaber des Tivoli" scheint aber der Redakteur des Stadtverordnetenversammlung. Der Sigung am Donnerstag Tempelhofer Ortsblättchens, Herr H. Wegner, die Auslieferung Berfassungskämpfe in Deutschland lautete das Thema, über lag eine Tagesordnung von 40 Punkten vor. Vor Eintritt in die des Lokals an die Sozialdemokratie zu beurteilen. In der Num selbe widmete der Vorsteher unserem verstorbenen Genossen Rösler mer vom 23. Juni d. I. veröffentlichte dieser unseren Tempelhofer das Genosse üde in der letzten Mitgliederversammlung des und Mariendorfer Genossen unrühmlichst bekannte Herr Wegner Wahlvereins referierte. Nach dem beifällig aufgenommenen Vors einen ehrenden Nachruf. 3 jaarfen Auseinandersehungen zwischen unseren Genossen und den bürgerlichen Vertretern führte in der Tempelhofer Zeitung" einen angeblich aus Mittelstands- trag wurde der Bericht der Kreis- Generalversammlung zur Dis eine Vorlage bezüglich der Abhaltung von Ferienspielen. Unsere freisen" stammenden Artikel unter dem Titel: Derrote Gustav" fussion gestellt. Genoffe Göhre betonte, daß er die Zeit für die Vertreter hatten bei der Etatberatung die Einschung von 2000 m. im Tempelhofer Tivoli". In dem Artikel wurden in der Durchführung eines Massenstreits noch nicht für gekommen halte, für diesen Zweck beantragt, und die Stadtverordnetenversammlung rüpelhaftesten Manier die Arrangements der sozialdemokratischen auch fönne er die Haltung der Fraktion beim Kaiserhoch nicht als hatte auch dementsprechend beschlossen. Nach der Vorlage werden Arbeiterschaft gloffiert; am Schluß wird die Militärbehörde quafi richtig anerkennen, weil die sozialdemokratische Frattion feine die 2000 m. nun aber fast ausschließlich für die Entlohnung der auf die in dem Lokal betriebene sozialdemokratische Propaganda auf- Mehrheit bilden könne, sondern auf die Liberalen angewiesen sei. vorgesehenen neun Spielleiter verbraucht. Diese sollen aus der merksam gemacht und dem Inhaber des Lotals wird sogar indirekt in den Bildungsausschuß wurden sodann die Genossen Bittner und Lehrerschaft entnommen und jeder mit 210 M. entschädigt werden. der Militärboykott in Aussicht gestellt. Am 25. Juni bereits ver- Kühne und in den Jugendausschuß Fuchs, Göhre, Simon und Unsere Genossen Jaffte und Wiske vertraten mit Entschiedenheit öffentlicht Wegner einen mit der Ueberschrift: Das Militär- Steinborn gewählt. den Standpunkt, daß es sich nicht rechtfertigt, als Spielleiter nur berbot über das" Tempelhofer Tivoli" berhängt! ausschließlich Lehrer zu nehmen und dafür so hohe Entschädigungen versehenen Artikel, in welchem triumphierend verkündet wird, daß Kaufmannsgerichtswahlen. Die Wahlen der Beifizer zum zu zahlen. Ein Antrag unserer Vertreter, die ausgefeßte Summe der Kommandeur der Garde- Train- Abteilung in Tempelhof, Major den am Orte für Ferienspiele bestehenden Vereinen mit der Maß- Baschen, am 24. Juni das Militärberbot über das Lokal Kaufmannsgericht in Spandau finden am Montag, den 29. Juni, gabe zu übergeben, daß der Betrag hauptsächlich für Erfrischungen, erlassen habe. Am Schlusse des Artikels verrät Herr Wegner, daß statt. Wahlberechtigt ist jeder Handlungsgehilfe, der am Tage der Fahrgelder usw. für die Kinder zu verwenden ist, fand keine Mehr- er vor Erscheinen des ersten Artikels mit Herrn Hoffmann habe Wahl das 25. Lebensjahr erreicht bzw. überschritten hat und in heit. Ein Antrag der Mittelständler, die Stadtverordnetenersatz- Rücksprache nehmen wollen, um ihn darauf aufmerksam zu machen, Spandau beschäftigt ist. Als Wahllegitimation gilt eine Beschei mahlen bis zum Herbst zu vertagen, führte zwischen den beiden wie man in Tempelhof über seine Schwenkung zur Sozialdemokratie nigung des Chefs oder der Polizeibehörde, aus der hervorgeht, daß bürgerlichen Parteien zu einer Wahldebatte, bei welcher sich die denke. Herr Hoffmann habe indessen eine Aussprache mit ihm ab- der Betreffende als Handlungsgehilfe beschäftigt ist. Gewählt wird in folgenden Lokalen: für die Wähler der Innenstadt im felben gegenseitig die verschiedensten Liebensivürdigkeiten sagten. Das finden wir gut, daß Herr Hoffmann sich mit Herrn Wegner Hotel zum Stern, Potsdamer Straße 35, in der Zeit Bei der Abstimmung erklärten sich aber nur die drei Antragsteller in eine Auseinandersetzung nicht einließ. Aber Herr Hoffmann von 212 Uhr vormittags bis 23 Uhr nachmittags. für die Vertagung. Hierauf wurde die Errichtung einer städtischen Schulzahnklinik beschlossen. In dieser Klinik follen Volksschul- scheint auch seine Gründe gehabt zu haben, die es ihm geraten er- für die Wähler der Stadtteile Gartenfeld, Haselhorst und und Hilfsschulkinder sowie die Freischüler der höheren Schulen erscheinen ließen, einen Wegner abzuweisen. Wie man uns mit Sternfeld im Restaurant Waldschlöschen, Barthel, teilt, hat Wegner auch geschäftlich mit dem Inhaber des Tivoli" bajelhorst, in der Zeit von 4 bis 6 Uhr nachmittags, behandelt werden, und zwar bei Mundfrankheiten und Exin Verbindung gestanden. Und wie aus der mit Wegner gepflogenen für die Wähler der Siemensstadt ohne Rücksicht auf den Namen der traftionen völlig kostenlos, für Plombieren sowie für besondere ge- Korrespondenz zu entnehmen ist, hat Herr Hoffmann anscheinend Wähler entweder im Restaurant Nonnendamm- Kasino, wünschte örtliche Betäubung wird eine Gebühr von 50 Pf. erdie Auffassung, als ob Wegner, weil er nicht sämtliche Drucksachen Schmidt, Nonnendamm- Allee, Ede Rohrdamm, oder im Restaurant hoben. Es sind hierfür auch Abonnements für schulzahnpflichtige bei ihm habe anfertigen lassen, so eine Art sanften Drud" habe Schloßbräu, Wischmann, Siemensstraße, Ede Reisstraße, in Kinder zugelassen, und zwar für einen Jahrespreis von 1 M. pro Kind und 3 M. bei 3 und mehr Kindern einer Familie. Ein An- auf ihn ausüben wollen. Daß Herr Hoffmann eine solche Auffassung der Zeit von 4 bis 6 Uhr nachmittags. Maßgebend für das trag des Genossen Veterhensel, auch das Plombieren vollständig hat, geht aus folgender Bemerkung eines an Wegner gerichteten Wahllokal ist die Beschäftigungsstelle. Die Liste des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen hat die Nr. 3. Jeder klassenbewußte kostenlos auszuführen, fand keine Mehrheit. Die Kosten der Ein- Schreibens hervor: Handlungsgehilfe wählt Lijte 3. richtung sind mit 4000 M. und die laufenden Ausgaben auf 6000 M. pro Jahr festgesezt. Seit Jahren haben unsere Genossen ständig die Errichtung einer Schulzahnklinik gefordert, und der Oranienburg. Magistrat hatte denn auch voriges Jahr eine diesbezügliche Vorlage eingebracht. Diese Vorlage sah aber unter anderem sogar eine Gebühr von 50 Pf. für Zahnziehen vor, unsere Vertreter begelehnt. „ Bezüglich Ihres Schreibens vom Sonnabend wüßte ich nicht, weshalb ich verpflichtet bin, meine jämtlichen Drudsachen durch Sie anfertigen zu lassen. Durch der artige Brandbriefe erreichen Sie ja nur das Gegenteil von dem, was Sie ja erreichen wollen." Charakteristisch ist auch, daß der Sohn des Wegner noch am Tage vor Erscheinen des ersten Artikels Herrn Hoffmann per Telephon ersucht hat, zu seinem Vater zu kommen, um sich mit ihm zu einigen, damit der Artikel nicht erscheine. Neukölln. Der Stolz der Junkersöhnchen im Stadtparlament lautete das Thema, über melches der Stadtverordnete Genosse Bernh. Bapte in einer start besuchten Protestversammlung sprach. Die Vorgänge der letzten ordentlichen Stadtverordnetenversammlung kämpften die Vorlage, und haben nunmehr erreicht, daß durch die gaben genügenden Stoff zu dem Vortrage. Die bürgerlichen Verneue Vorlage eine bedeutend günstigere Einrichtung geschaffen treter hatten es sich sicherlich nicht träumen lassen, daß ihre worden ist. Auch mit der nächsten Vorlage, Pachtung des am Das oben angeführte Dokument wirft ein so sonderbares Licht Sandlungsweise bei der hiesigen Einwohnerschaft solche Entrüstung Bahnhof Kiez- Rummelsburg gelegenen Laubengeländes zu Spielplazzweden, hat der Magistrat der berechtigten Kritif unserer auf den in weiten Kreisen bekannten Herrn Wegner, daß wir nicht finden würde. Haben sie es doch von jeher verstanden, Forderungen, welche zum Nußen der Allgemeinheit gestellt wurden oder Vertreter Redmung getragen, die sich gegen das Eingehenlassen nötig zu haben glauben, näher darauf einzugehen. sich gegen ihre eigenen Profitinteressen richteten, einfach niederzudes Spielplates an der Prinz- Albert- Straße gewendet hatten. Zu fnütteln. An den Vortrag schloß sich eine rege Diskussion. Der einer längeren Auseinanderseßung zwischen unserem Genossen Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer Leiter der hiesigen höheren Töchterschule, Herr Direktor Barmann, John und dem Oberbürgermeister führte eine Vorlage, welche einem Beschlusse der Stadtverordnetenversammlung die Zustimmung lebten Sizung noch mit einigen kleineren Vorlagen, aus denen eröffnete den Reigen, indem er die Ausführungen des Referenten Die Stadtverordnetenversammlung folgendes bemerkenswert ist: Die Hasenheide, der er als Uebertreibungen hinstellte. Nach seiner Ansicht hezte die sozialdes Magistrats berjagte. mannplatz und der Rottbuser Damm sollen mit Start- demokratische Presse ihre Leser nur auf, ohne hierbei irgendwelche hatte früher einstimmig beschlossen: Die Krankenhauspflege ebenso wie die Heil- und Erholungs- lichtbeleuchtung versehen werden. Bei Beratung dieser Angelegen- edle 3wede zu verfolgen. Eine besondere Range brach er für den stättenpflege soll fünftig, soweit das kommunale Wahlrecht in heit wurde noch der Wunsch ausgesprochen, die Nebenstraßen der Jungdeutschlandbund, als dessen Führer er sich vorstellte und beDieser Wunsch wurde der zeichnete die vom Genossen Bapte vorgetragenen Vorkommnisse von Frage fommt, als Armenunterstübung nicht angesehen werden, Sermannstraße besser zu beleuchten. Der Jungdeutschlandbündlern, wie diese sich an einem Maisonntage menn nach Beendigung des Pflegefalles 6 Monate verflossen sind, zuständigen Deputation zur Berücksichtigung überwiesen. auch regelmäßige Rückzahlungen geleistet worden sind, und wenn Magistrat beantragt: Die auf dem jüdöstlichen Teile des Grund- auf dem Wege von der Lehnikschleuse nach Sachsenhausen abge die Pflege nicht an Stelle von laufenden Unterstützungen oder stücks Richardstr. 78 und Kirchgasse 62/64 stehenden Baulichkeiten spielt haben, als unwahrheit und freie Erfindung der Parteipresse. Armen- bzw. Siechenhauspflege gewährt worden ist. Die Recht zum 1. Oktober d. J. niederzulegen. Bei dieser Gelegenheit be- Eine gründliche Belehrung wurde dem Herrn durch die Genossen fertigungsschrift des Magistrats sette in langatmiger Weise aus schwerte sich Stadtv. Dr. Fürst( Soz.) darüber, daß die Wohnungs- Schumann, Rüstau und Bapke zuteil. Der reiche Beifall, welcher einander, daß nach den gefeßlichen Bestimmungen es nicht möglich fommission außer Tätigkeit gejezt jei. Es wäre wünschenswert, nicht nur von unserer Seite, sondern ganz besonders von dem sei, dem- Beschlusse der Stadtverordnetenversammlung beizutreten. wenn noch mehr alte Häuser niedergelegt würden, die aus jozialen Herrn Direktor dem Referenten bei seinem Schlußworte gezollt Unser Vertreter trat dem entschieden entgegen und wies darauf und hygienischen Gründen längst für den Abriß reif seien. Die wurde, ließ erkennen, daß die Worte auch bei diesem Herrn ihre hin, daß doch der Magistrat bei Aufstellung der Wählerliste ein Wohnungskommission habe jetzt schon ein ehrwürdiges Alter, doch Wirkungen nicht verfehlt hatten. Eine im Sinne des Referats ziemlich weites Gewissen bekundet habe, als er dem Eisenbahn- jei sie bisher noch nicht wirksamt gewefen. Bis jet jei nur die gehaltene Resolution fand einstimmige Annahme, i # I it It t e Sitzungstage der Stadt und Gemeindevertretungen. Nieder Schönhausen. Dienstag, den 30. Juni, nachmittags 6 Uhr, im Rathause. 4 Treptow. Dienstag, den 30. Juni, abends 6 1hr, im Rathause. Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. 10 Montis Operetten Theater. Allabendlich: Ms ich noch im| den Arbeiter dann ersatzpflichtig. D.%. E. Ja.- 8. A. Nein. Flügelfleide.( Anfang 8 Uhr.) Frau St. 25. 1. Das Bessar. 2. Nein. 3. Richtet sich nach der Friedrich Wilhelmstädtisches Allabendlich: Theater. Die Höhe des Objetts, das vom Gericht festgelegt wird. 4. und 5. Unbekannt. Scheidungsehe.( Anfang 8, Uhr.) E. J. Wisbyerstr. Ja. R. B. 1001. 1. Nicht bekannt. 2. und Walhalla- Theater. Die Schreden der Fremdenlegion.( Anf. 8, Uhr.) 3. Ja. 23. D. 1. 25. 1. Ja. 2. Ebenfalls, wenn das Geld von Ihnen Rose Theater. Bis auf weiteres täglich: Der Silberfönig.( Anfang herrührt. 3. und 4. Ja. 5. Nein. 3. 2. 100. Einer beliebigen Selasse, 8 Uhr.) falls Sie versicherungsberechtigt ist. Das übrige ist aus den Satzungen Berliner Prater- Theater. Allabendlich: Grigri.( Anfang 8 Uhr). ersichtlich. F. G. 111 Neukölln. Klage erscheint aussichtslos. R. Folies Caprice. Allabendlich: Die Leibwäscherin. Die Amors Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Witterungsübericht vom 27. Juni 1914. Admiralspalast. Sonntagnachmittag 4 Uhr und allabendlich 82 Uhr: 3m Tangoflub. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. bragoner. Das Bett Napoleons. Ah- da staun' ich.( Anfang 8%, Uhr.) Leffing Theater. Sonntagnachmittag 3, Ubr: Professor Bernhardi. Sonntagabend bis Dienstag: Das Märchen vom Bolf.( Anf. 8 Uhr.) Von Mittwoch an geschlossen. Sonntag bis Dienstag: Jeppe vom Deutsches Künstler- Theater. Berge.( Anfang 8 Uhr.) Von Mittwoch an geschloffen. Theater in der Königgräker Straße. Allabendlich: Mr. Bu. ( Anfang 8 Uhr.) S Sonntagnachmittag Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger.( Anfang 8, Sonntags 7%, Uhr.) Palast am 300. Barieté und Lichtspiele.( Täglich: 8 Uhr, Sonntag Uhr.) Baifage Theater. Allabendlich 5 Uhr: Sino- Barité. 4 6 Briefkasten der Redaktion. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Better 品 Stationen 5° C. 4° N. Temp. n. E. 17 Barometer stand mm Wind Bunz 771 DSD 7719 2wolfig 2 molten! 14 1 molten! 17 Haparanda 762 Betersburg 764 SSB Scilly 77023 16 Aberdeen 762 Swinembe. 771 SS Hamburg Berlin 769 ND 2 heiter 769 ND 2 wollent 15 Paris 769 N 1 wolfen! 18 Franti. a. München Wien Windstärke Better Temp. n. C. 5°.= 4°. 2 balb bb. 17 1Nebel 19 3molten! 14 5wolfen! 15 768 D 1 molten! 17 Wetterprognose für Sonntag, den 28. Juni 1914. Etwas warmer, zunächst voripiegend heiter bei mäßigen füdöstlichen Winden, später zunehmende Bewölkung; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst troden. Berliner etterbureau Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Montagmittag: Zunächst weitere Erwärmung und oftwärts fort. schreitende allmähliche Zunahme der Bewölkung. Später im Besten an bielen Drten Gewitter mit etwas Abkühlung. Berliner Theater. Allabendlich: Bie einst im Mai.( Anf. 8 11hr.) Cines Nollendorf: Theater. Das Mirakel.( Anfang 9, Sonntags Uhr.) Kleines Theater. Allabendlich: Der Kleds.( Anfang 8, Uhr.) Theater des Westens. Sonntag: Die Baltüre. Montag bis Urania Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Mit dem Imperator" Mittwoch: Siegfried. Donnerstag bis Sonnabend: Götterdämmerung. nach New Port. Abends und Montag: In den Dolomiten. Dienstag: ( Anfang 7, Uhr.) Sonntag und Montag: Das Rheingold.( Anf. 8 Uhr.) zum Hochfirn der Jungfrau. Mittwoch: Der Bierwaldstätter See und Theater am Rollendorfplas. Allabendlich: Der Jurbaron.( An- der St. Gotthard. Donnerstag: Mit dem Imperator" nach New York. fang 8 Uhr.) Freitag: Zum Hochfirn der Jungfrau. Sonnabend: Der Vierwaldstätter Residenz- Theater. Täglich: Die verfligte Liebe.( Anfang 81, Uhr.) See und der St. Gotthard.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag und Montag: Lustspielhaus. Allabendlich: Die spanische Fliege.( Anf. 8 Uhr.) Unbestimmt. Theater an der Weidendammerbrücke. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der müde Theodor. Allabendlich: Der müde Theodor.( Anfang 8 Uhr.) 32 Thalia Theater. Uhr: Charleys Tante. Allabendlich: Wenn der Frühling kommt.( Anfang 8 Uhr.) B. 2. 36. Beschwerde lann beim Versicherungsamt, Stlosterftr. 65/67 Deutsches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Freischüt. erhoben werden. B. 75. Rein.m. S. 14. 1. Wenn Sie Ihre Abends: Der Zigeunerbaron. Montag: Der Waffenschmied.( Anfang Behauptung beweisen fönnen und ferner beweisen tönnen, daß die Ein8 Uhr.) Dienstag: Parsifal.( Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: Figaros Hochzeit. nahme zur Zeit, als der Verläufer das Geschäft noch hatte, nicht vorhanden Wafferftands- Nachrichten Sonnabend: Tiefland. war, fönnen Sie den Vertrag anfechten oder Minderung des Kaufpreises der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgetett vom Berliner Betterburean Donnerstag und Freitag: Der Zigeunerbaron. Sonntag: Der Zigeunerbaron.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Geschlossen. beanspruchen. 2. Nein. 3. Benn die Voraussetzungen unter 1 vorliegen, Schiller- Theater O. Sonntag bis Dienstag: Mein erlauchter Ahn- ja. H. T. 107. Das wäre unzulässig. Einen Abzug brauchen Sie sich 2. G. Lichtenberg. herr. Mittwoch: Tannhäuser. Donnerstag und Freitag: Martha. Sonn- nur für die lezten beiden Wochen gefallen lassen. 2. S. 12. 1. und 2. Ja. 3. Nein. 4. Falls das Kind in Berlin abend: Der Kroubadour. Sonntag: Tannhäuser. Montag: Der Trou Ja. geboren und hier erzogen wird, können Sie Erhöhung des Sages auf badour( Anjang 8 Uhr.) Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag und Montag: Klein 30 m. verlangen, eventuell gegen den Erzeuger flagbar werden. Mittwoch: Klein- Eva.( Anfang 8 Uhr.) Sp. d. A. Br. 39. 1. Rein. Wir halten eine solche Klage für durch Eva. Dienstag: Heiligenwald. führbar. 2. Amtsgericht. C. Norden. Die Sündigung ist gültig. Bon Donnerstag an geschlossen. B..32. Luisen: Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Allwordens.. K. 25. 1. Ja. 2. Der Anspruch verjährt in Jahresfrist. Montag und Dienstag: Benn edle Herzen In der Regel abziehbar. M. 2. 1. Wiederholen Sie Ihre Anfrage und Abends: Jn neues Glüd. geben Sie noch an, wo der erste Ehewohnsitz der Eltern gewesen ist. bluten. Mittwoch bis Montag: Jn neues Glud.( Anfang 8, Uhr.) 2. 109. Sie können bei Neues Volkstheater.( Neue Freie Voltsbühne.) Sonntagnachmittag D. 77. 1. Unseres Erachtens nein. 2. Ja 3 Uhr: Maria Friedhammer. Abends 8 Uhr: Hans Hudebein. Montag und der Eigentümerin anfragen, ob der Verwalter eine dahingehende Vollmacht Bon Mittwoch an gehabt hat. ( Anjang 8 Uhr.) B. 13. Ja. M. 2. 1000. Ihre Angaben reichen Dienstag: Maria Friedhammer nicht aus, kommen Sie in die Sprechstunde. F. Sch. 151. 1. und gefchloffen. ( Anfang 2. Wenn Sie die Grabstelle und das Denkmal bezahlt haben, sind Sie dazu berechtigt. Immerhin ist es ratsam, bei derartigen Angelegenheiten Streit gu vermeiden. P. S. 100. 1. Ja. 2. Thre den Frau tann die Krankenkasse in Anspruch nehmen. Diese magt| $ Voigt Theater. Täglich: Das Mitternachtsmädchen. 4. Sonntags 2 Uhr.) Metropol. Allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen.( Anfang 7.55 Uhr.). Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Infterburg Beisel, Thorn Dder, Ratibor Stroffen Frankfurt 3arthe, Schrimm Landsberg Nee, Bordamm Eibe, Zeitmeriz B Dresden Barby Magdeburg Bafferstand am ſeit 26.6.25.6. am feit cm 84 26.6. 25. 6. cm³) -3 em cm³) Saale, Grochlik 132 -41 +1 Habel, Spandau) 50 114 Rathenom 40 +1 114 Spree, Spremberg) 76 103 Beestom) 69 94+8 efer, Münden 210 -18+4 Minden 282 -26 0 Rhein, Marimiliansau 574 23 +3 Raub 367 11 -27 Köln 392 -102+12 edar, Heilbronn 178 15 0 Main, Hanau 174 142-15 )+ bedeutet Buchs. 147 119+4 Fall Mojel, Trier Unterbegel Saifon- Ausverkauf 200 der alten Stiller- Firma Stiller Gegr. 1867 Wir bieten in diesem Jahre ay ganz enorme Vorteile, um Ihnen Geld zu ersparen. Die zum Ausverkauf gestellten Waren sind zum Teil bis zu 50% und mehr 0 ermäßigt! Da erfahrungsgemäß der Andrang in den Nachmittagsstunden stets sehr groß ist, so bitten wir, möglichst auch vormittags einzukaufen. 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Das sind unvermeidliche technische Verhältnissen um 3 Uhr nachmittags verlassen werden kann, wird sehr häufig mittags nach Hause geschickt mit dem Befehl: bestimmt Schweine abwarten mußten. Der Oberst hatte, wenn auch in grimmer Unzuträglichkeiten, die nicht viel zu befagen haben, da der aufmertum 3 Uhr wiederzukommen und bis nachts 11% Uhr durchzu- ut, nachgeben müssen. Er wurde bald nachher versetzt und starb same Leser den Fehler leicht selbst forrigiert. Selten geschieht es, Dem Schweinehirten aber hat man sein daß ein solches technisches Versehen ein so komisches Mißverständnis arbeiten. Wehe dem, der mucst. Wem's nicht paßt, der fann gehen. später im Irrenhause. herbeiführt, wie es fürzlich bei einem im französischen Teil Lothringens erscheinenden Blatte der Fall war. Der Metteur der Leider haben sich sehr viele Kollegen an diese menschenunwürdige tapferes Auftreten nicht vergessen. Behandlung so gewöhnt, daß sie ohne Rücksicht auf ihre eigene Ge Zeitung hatte beim Umbrechen bei zwei Notizen die Titel und die sundheit, auf ihre Famile, auf arbeitslose Kollegen, Freunde und Schlußfäße vertauscht. Das Ergebnis dieses Versehens zeitigte Brüder, gar nicht mehr auf die berechtigten Vorwürfe und Mahfolgende merkwürdige Notizen: nungen achten. Erdbeben in Sachsen. Eine bedeutsame Eheschließung. Kurz vor 3 Uhr früh wurde am Sonnabend in Leipzig Der Referent Wegner vom Metallarbeiterverband betonte, ein heftiger Erdsto ß, von starkem unterirdischen die Kollegen hätten selbst die größte Schuld an diesen tieftraurigen Donnern begleitet, wahrgenommen. Die Fenster flirrten, Bwvei ausgemachte Taugenichtse belustigten sich gestern damit, auf der Zuständen. Er zeigte an Beispielen, wie die Kollegen anderweitig die Möbel wurden von der Stelle gerückt und die Avenue de la Grande Armee" den Hund des bekannten Bauzusammenhalten, wenn selbst die geringste Verschlechterung ange Bewohner aus dem Schlafe aufgeweckt. Nach Auskunft der meisters, Herr Zenith zu quälen. Sie hatten dem armen Tier einen boten wird. Er ermahnte die Kollegen zur Einsicht, zur Einigkeit, Erdbebenwarte handelte es sich um ein Nach be ben. Auch Kochtopf an den Schwanz gebunden und ihm Raketen in die Ohren gestedt. Eine große Anzahl von Freunden hatte sich eingefunden, um dann mit boller Energie die Direktion zu zwingen, unter allen Umständen die lleberstunden zu unterlassen, die Abzüge zurüdau- in 8eit wurden heute früh zwei kurze wahrnehmbare um die Neuvermählten zu beglüdwünschen, und wir schließen uns nehmen und bessere gut ventilierte Arbeitsräume zu schaffen. In Erdstöße, die von unterirdischem Rollen begleitet waren, diesen Glückwünschen freudigen Herzens an. der lebhaften Diskussion wurde über das mangelhafte, in Eimern verspürt. aufbewahrte Trinkwasser geflagt, welches durch seine Wärme wider lich schmeckt. Ebenso warm soll das Bier und die übrigen Getränke aus der Kantine sein. Eine Kommission wurde beauftragt, bei der Direktion zur Abstellung dieser Mißstände vorstellig zu werden. Aus aller Welt. Oberst und Schweinehirt. 3wei Strol che. Nach den bisherigen Feststellungen erstreckte sich das Erdbeben auf den Nordwesten des KönigGestern wurde in der Domkirche die Trauung von Herrn José reichs Sachsen und den Süden der Provinz Sachsen. In Grimma wurde bereits um 2 Uhr ein Hispano mit Fräulein Helene de Pont- Mirabeau, der Tochter des schwacher Erdstoß verspürt, während um 28 Uhr überall Admirals und von Frau de Pont Mirabeau geborene Rond ge feiert. Die beiden Taugenichtse wurden von einem Schußmann zur ein Erdstoß von großer Heftigteit wahrgenommen wurde. Polizeiwache geführt und ein Strafverfahren gegen jie eingeleitet. Auffallenderweise wurde diesmal das eigentliche Erdbeben wir wollen hoffen und wünschen, daß beide der Zwangserziehung gebiet, das obere Voigtland, von dem Erdbeben nicht berührt. überwiesen werden und so Gelegenheit erhalten über das BlödIn verschiedenen Orten will man um die angegebene Zeit finnige ihres Streiches nachzudenken. mehrere furz aufeinanderfolgende heftige Erdstöße wahrgenommen haben, so in Zeiz, Bitterfeld, Halle und Hettstedt am Harz. Außerdem wurde in Grimma noch um 43/4 Uhr eine leichte Bodenbewegung bemerkt. Irgendwelcher Schaden ist nach den bisher eingelaufenen Meldungen nicht angeam Sittenstandal in Frankreich. Kleine Notizen. Ein Drama im Gerichtssaal. Im Brüsseler Justizpalast hat sich Freitag ein dramatischer Vorgang abgespielt. Die Straflammer berurteilte einen 28jährigen jungen Mann namens Duleu wegen Entführung einer Minderjährigen zu einjähriger Gefängnisstrafe. Nach Verkündung des Urteils schoß sich Duleu eine Kugel in die Brust und starb nach wenigen Vom Blis erschlagen. In Aiglepierre( Jura- Departement) wurden fünf Winzer, die sich während eines Gewitters in eine Hütte geflüchtet hatten, vom Blizz getroffen; einer wurde getötet, Minuten. Man schreibt uns: Die neuerlichen Zusammenstöße zwischen chargierten Militärs und elsässischen Bürgern erinnern mich an einen Oberst, der an der Spize des Regiments stand, das in meinem elsässischen Heimatstädtchen in Garnison liegt. Es war in den achtziger Jahren, als der erwähnte Kommandeur bei uns seinen richtet worden. Einzug hielt. Durch fortwährende Tolpatschigkeiten der schneidigen Preußenpolitit war die Stimmung in der eingeborenen Be völkerung eine ziemlich gereizte. Um bas Maß noch Schweren fittlichen Verfehlungen einer ganzen Reihe angesehener voll zu machen, erhielten wir nun einen Regimentskommandeur, Persönlichkeiten ist man in der französischen Stadt Nimes auf die der wohl alles übertraf, was wir bis dahin kennen gelernt hatten. Spur gekommen. Die Polizei hat bereite fünf Verhaftungen Er glaubte nicht nur, fein Regiment drillen zu können, sondern wollte vorgenommen. Die bei den Verhafteten vorgenommene Haussuchung auch den„ Franzosentöppen" borussische Erziehung beibringeft. Ein hat so schwer belastendes Material zutage gefördert, daß ihre Schuld die anderen schwer verlegt. tolles Gebaren hub an, es war ein dauernder Kleinfrieg zwischen außer Frage steht. Ueber hundert Minderjährige, sowohl Oberst und Einwohnerschaft, die geschlossen zusammenstand und die Mädchen wie Knaben sollen den Wüstlingen zum Opfer gesonderbaren Eingebungen des cholerischen Herrn mit Glück und Ge- fallen sein. Die Angelegenheit hat in Nimes begreiflicherweise das größte Aufsehen hervorgerufen; die Polizei bewahrt jedoch vorläufig barüber noch Stillschweigen. schid parierte. ,, Verdammter Glänzend abgeführt wurde der Militärgewaltige eines Tages durch den Schweinehirten des Drtes, einen originellen und ur wüchsigen Elsässer. Als der nämlich mit seiner Herde die Landstraße entlang zog, tam der Oberst an der Spize feines Regiments aus der entgegengesetzten Richtung. Schon aus einiger Entfernung hörte man die tropfige heisere Stimme des Obersten, der über das unerwartete Hindernis fürchterlich zu schimpfen begann. Schweinetreiber", schrie er, blaurot im Gesicht, woollen Sie den Weg freimachen, wenn das Militär kommt!" Der Hirte ließ sich aber nicht beirren. Trotzdem er von unseren Klassikern keinen blaffen Dunft hatte, rief er dem Obersten eine klassische Antwort zu und zwar eine Aufforderung, die, so oft sie auch schon ergangen ist, noch niemals befolgt wurde. Im weiteren Disput mit dem hohen Offizier sprach er noch ein ferniges Wort, das aus der Erinnerung der dortigen Bebölkerung bis heute noch nicht entschwunden ist: Eine seltsame Doppelhochzeit. Einen merkwürdigen Austausch ihrer Frauen, der lebhaft an Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften" erinnert, haben zwei in der New Yorker Gesellschaft sehr angesehene Persönlichkeiten vor genommen, der bekannte Anwalt Dr. William Myers und der ihm bekannte Zahnarzt Dr. Dstar Douglas. Dr. Myers ließ sich im März von seiner Gattin scheiden und lernte turze Zeit darauf die Frau des Dr. Douglan kennen. Er verliebte sich in sie und bewog fie, sich von ihrem Manne ebenfalls scheiben zu lassen. In der Zwischenzeit hatte Dr. Douglas die geschiedene Frau Myers tennen und lieben gelernt und willigte sofort in die ihm von seiner Gattin angebotene Scheidung. Vorgestern wurde die Scheidung ausBe- Gattin gesprochen und gestern war bereits das Aufgebot der neuen Baare im Rathause zu sehen. Monfieur," sagte er, indem er auf die Soldaten zeigte, bas isch Din Regiment und auf die Borstentiere weifend Hoffentlich find die beiden neuen Paare nun zufriedener als bas bisher. M Großfeuer in einer Ausstellung. In der Lyoner Internationalen Ausstellung des Städtewesens brach am Freitag in dem Pavillon für Bergbau ein Brand aus. Das Gebäude wurde vollständig ein geäschert. Ein französischer Hauptmann als Mörder seiner Frau. Der Hauptmann Louis vom 26. Infanterie Regiment in Nancy einem hat nach heftigen Streite mit seiner Frau diese erichossen. Louis behauptet, von seiner Frau betrogen worden zu sein; er machte dann einen Selbstmordversuch, der jedoch Die Gattin des Hauptmanns wurde in schwer verlegtem Zustande ins Hospital gebracht und ist bald darauf gestorben. Eisenbahnunglück in London. Zwischen den Bahnhöfen London Bridge und Cannon Streat in London stießen am Sonnabend ein Bug nach North Kent und ein Zug nach Hastings zusammen. Ein Wagen des Buges nach Kent stürzte um. wurde getötet, zwanzig wurden verlegt. meisten von ihnen leicht. Ein Reisender Die Grubenunglück in Spanien. Nach einer Depesche aus Mieres find bei einer Explosion schlagender Wetter in der dortigen MarianaMine drei Arbeiter getötet und einer schwer verlet worden. 6 Tage Saison- Ausverkauf Sonder- Angebot meiner Mass- Abteilung Außerordentlich billige Preise Vom 29. Juni bis 4. 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Man möchte meinen, fie 120 000 m. ußtritten mißhandelt. Einige Bauersleute erquickten den er- die Propaganda jener Partei habe zum Hauptzweck die Beleuch- Die Besizung des Landwirts Bertel, Klein- Sanstau( Kreis höpften Soldaten, so daß er nach einiger Zeit den Heimweg tung des Bibelworts von den Heuchlern, die den Splitter im Auge Schwek) wurde für 236 000 m. verkauft. Vor vier Jahren kostete sic ntreten konnte. Kaum war aber der Unteroffizier mit dem Sol- ihres Nächsten sehen und nicht den Balken im eigenen. Erfreulich 137 000 Mt. aten aus dem Gesichtsfeld der Bauern, fingen die Mißhandlungen ist nur, daß diese Vergiftung geistig verkümmerter Volksschichten, on neuem an. Das Kriegsgericht verurteilte den Soldatenschinder wie die Wahlzahlen bekunden, selbst in den schwarzen Landesteilen obiger Strafe. Die vom Verurteilten eingelegte Berufung Belgiens allmählich ihre Wirkung verliert. burde vom Oberkriegsgericht verworfen. Das Oberkriegsgericht edauerte selber, daß der Gerichtsherr keine Berufung eingelegt abe, sonst hätte es eine höhere Strafe verhängt. Aus Industrie und Handel. Das Rittergut Klein- Relpin( Danziger Höhe) wurde für 460 000 m. verkauft. Vor zwei Jahren tostete es 415 000. Das Gut Paulshof( Kreis Pr. Stargard) taufte Gutsbesizer Teschner für 230 000 M.; er verkaufte es an 3och in Pommern für 350 000. und dieser veräußerte es für 450 000 M. Der Preis ist also um das Doppelte gestiegen. Sehr bald werden die neuen Besizer über ihre Notlage" flagen und natürlich höhere Zölle fordern. Und wenn ihren Forderungen entsprochen wird, spielt sich auf dem Gütermarkt dasselbe Bild ab, und die Erfolge sind für die Agrarier reiche Gewinne, für die Konsumenten teuere Lebensmittel. Soziales. Lockspigelei im Geschäftsbetriebe. Die Militärjuftiz gegen einen Geisteskranken. Der jest 34 Jahre alte Bauernsohn Dennenlohr von Neue Syndizierungen im deutschen Eisenexport. Mühlhausen in der Oberpfalz wurde im Jahre 1900 zur 12. Komagnie des 14. Infanterie- Regiments in Nürnberg eingezogen. Die wirtschaftliche Krise steigert, wie man weiß, die SchnSm Jahre 1901 mußte Dennenlohr auf Grund ärztlicher Gutachten lucht der kapitalistischen Unternehmungen nach strafferem Zuvegen nervöser Schyvächen als starter Neurasthenifer als Invalide sammenschluß. Diese verstärkten Zusammenschließungen sollen den entlassen werden. Es wurden dem Manne pro Monat 15 M. in der Krise verringerten Abjaz durch erhöhte Preise im Profit ausgleichen. In Deutschland sind während der gegenwärtigen Bension zugebilligt. Der Mann lebte dann im Hause seines Bruders, eines Bauern, und ist zur Arbeit so gut wie gar nicht rise besonders auffallend zahlreich die Versuche in der Schwer= zu gebrauchen. Im Jahre 1913 wurde die Pension von 15 M. industrie, ihren Rohstoffen, Halb- und Ganzfabrikaten, diesen 3ir gleicher Zeit auf 9 M. reduziert. Dennenlohr beschwerte sich durch eine schrift- Weg zum Ausgleich des Profits zu begehen. Ein ungewöhnlicher Fall von Lodspigelei beschäftigte die liche Eingabe, wurde aber abgewiesen. Nun machte er sich im fezen in solchen Fällen die Exportprämien in den einzelnen Unter- 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Dem Prozeß lag folsugust vorigen Jahres auf die Reise nach Nürnberg und ersuchte nehmungen ein, die es dahin bringen, daß die deutschen Rohstoffe gender Sachverhalt zugrunde: Der Kläger 3. war im Konfektionsdort auf dem Bezirkskommando persönlich, man möge seine Penſion und Brodukte nach dem Auslande billiger geliefert werden können, gefchäft von Hermann Ertenscher als Verkäufer beschäftigt. Eines wieder auf 15 2. erhöhen. Dem Manne mußte natürlich erklärt als sie im Inlande verkauft werden. Es liegt nichts näher, wie Tages fam eine nach der Schilderung des Klägers zweifelhafte" werden, daß dies auf dem Bezirkskommando nicht zugesagt werden gerade nun noch wieder für den Exporthandel den Abfab Dame in das Geschäft, nahm den Berkäufer beiseite und raunte ihm fönne, da es Gache des Generalfommandos sei. Nun verlangte durch größere Syndizierungen zu sichern, um den Profit mit verführerischem Augenaufschlag zu, er möchte ihr doch eine seidene der Invalide, daß er ins Militärlazarett aufgenommen werde. zu steigern. Ein Musterbeispiel hierfür gibt die soeben vollzogene Bluse schenken. 3. ließ sich aber auf ein derartiges Geschäft" nicht Dies wurde ihm selbstverständlich gleichfalls abgelehnt. Nun blieb Ausdehnung des Exportgeschäfts der Deutschen Eisen- ein, sondern wies die Dame" ab. Bald erfuhr der Kläger, daß ihm der Mann wortlos im Bureau des Bezirkskommandos stehen. Der handel A.-G. Dieses Unternehmen, das schon bisher rege Be- mit dem Blusengeschent nur eine Falle gestellt werden sollte. Um Aufforderung, sich zu entfernen, tam er nicht nach. Gin Offizier sichungen zum Auslande unterhielt, mill jest das Grportgeschäft nicht stellungslos au sein, ließ er jedoch die Angelegenheit auf sich beAufforderung, sich zu entfernen, kam er nicht nach. Gin Offizier durch die Gründung einer besonderen Gesellschaft vergrößern. In ruhen. Kurze Zeit später erlaubte fich indessen der Chef einen neuen gab dem seit 14 Jahren aus dem Militärverband entlassenen In einem Rundschreiben teilt sie mit, daß sie, um das Exportgeschäft Uebergriff. Als der Kläger nach Geschäftsschluß aus der Tür trat, validen den energischen Befehl", das Gebäude des Bezirkskom auf eine breitere Basis zu stellen, eine besondere& rport- Ge- wurde er vom Beklagten auf der Straße angehalten und mußte es mandos zu verlassen. Der Invalide kam diesem Befehl nicht nach. sellschaft m. b.. gegründet habe, die sich mit dem Erport sich bieten lassen, daß dieser auf offener Straße seine Taschen be= Ein Unteroffizier, den der Offizier aufforderte, den Invaliden zu aller Artikel der Eisen- und Metallbranche befassen wird. Diese fühlte. Das war nun dem Kläger doch zu viel, und er stellte jetzt entfernen, konnte gleichfalls nichts ausrichten. Hierauf ließ der Exportgesellschaft, die an maßgebenden, für das Exportgeschäft wegen Ehrverlegung sofort seine Tätigkeit ein. Offizier zwei Schußleute holen. Als diese beiden Schuleute wichtigen Stapelplätzen Zweigniederlaffungen etablieren wird, bat den Invaliden auch nicht mit Gewalt aus dem Zimmer brachten, die Export- Abteilung der Deutschen Eisenhandel A.-G. die Untersuchung der Taschen zu. Gegen Kläger habe er Verdacht In der Verhandlung gab der Beklagte die Lockspigelei wie auch tommandierte der Offizier eine Anzahl Unteroffiziere zur Hilfe in sich aufgenommen und gleichzeitig das Exportgeschäft der Firma gehabt. Der Berdacht stellte sich in der Beweisaufnahme als völlig Bei der nun folgenden Rauferei soll der geistesschwache Invalide Feige in Berlin. Die Hauptmacher dieser neuen Unternehmung haltlos heraus. jeinen Stod gegen einen Unteroffizier erhoben haben. Das war find nach der Zusammenſegung des Aufsichtsrates außer in der Widersehung". Weçen dieses Deliktes, sowie wegen Be Deutschen Eisenhandel A- G. und Feige, noch in den Ravené- jeine Tätigkeit einzustellen. Ein fo dürftiger Verdachtsgrund gebe Das Kaufmannsgericht hielt den Aläger für berechtigt, fpfort harrens im Ungehorsam und Nichtbefolgung eines gegebenen Beschen Unternehmungen zu suchen. Mit dieser neuen Gründung dem Prinzipal noch nicht das Recht, seinen Angestellten derart zu be fehls angeklagt, wurde der Invalide mit den zerrütteten Nerben ist aber noch eine weitere Verbindung durchgeführt. Nachdem dem handeln. Der Beklagte zahlte dem Kläger 100 M. Gehaltsentschädi wegen Widersehung und wegen der anderen angeführten Delikte Konzern der Deutschen Eisenhandel G bisher schon mehr als gung und erklärte, um unter zubilligung mildernder Umstände vom Kriegsgericht Nürn- 60 Firmen engehörten, die natürlich nun auch mit der Eisen- protokollarisch sein Bebauern, daß er den Kläger beargwöhnt habe. einem Beleidigungsprozeß zu entgehen, berg: im Mai d. J. zu der Mindeststrafe von 6 Monaten und Erport- Gesellschaft m. b. H. verbunden sind, hat sich noch die Der Kläger verzichtete nach dieser Erklärung auf alle weiteren Schritte, Aus einer Filmfabrik. Gottschall und Schulvater Gewichtige Anschuldigungen gegen seine Arbeitgeber in der Verhandlung, die seine Klage um 42 m. Restlohn und erhob der Filmoperateur Brüdner andere Forderungen vor der 5. Kammer des Gewerbegerichts ur Entscheidung brachte. Brüdner war mit einem Monatsgehalt von 250 M. als Operateur mit eigenem Apparat bei der beklagten Firma angestellt. Da er bei seinem Dienstantritt nicht genügend Kassetten für seinen Aufnahmeapparat hatte, bestellte die Firma drei solche bei ihrem Tischler; die Kosten sollten von ihr und dem Kläger je zur Hälfte getragen werden. Sie sind zunächst von der Beklagten ganz ausgelegt, der auf Bridner entfallende Teil später verrechnet worden. Eroßdem wurden diefe Kaffetten bei seinem Dienstaustritt gab die Stellung bald, da er seinen Gehalt nicht ganz bekam ibm vorenthalten. Dabei waren die Anforderungen, die die irma ftellte, feineswegs gering. Ueberstunden, von denen der Kläger allein für 22,50 M. reftlich einflagte, waren an der Tagesordnung. So mußte der Kläger einmal bis früh 3 Uhr, ein andermal sogar die ganze Nacht durch bis früh 6 Uhr arbeiten, Auf Borhalten des Vorsitzenden, ob dies an dem sei, antworteten die Inhaber der Firma, die beide an Gerichtsstelle erschienen waren, lafonijch: Ja; dafür konnte er ja am nächsten Tage spazieren gehen“, erklärten sich aber nachträglich dazu bereit, diese UeberWeiter heißt es in dem Bericht des Kohlensyndikats: Die stundenforderung gnädigst anzuerkennen. Als am erheblichsten geAbsatzverhältnisse des Berichtsmonats haben sich im all- schädigt fühlte sich aber der Kläger dadurch, daß einer der Inhaber gemeinen im Rahmen des Vormonais gehalten. In der Firma bei einer Filmaufnahme seinen fostspieligen AufnahmeKohlen war die Nachfrage fortgefeßt lebhaft, so daß das Er apparat umgestoßen und den ihm dadurch entstandenen Schaden gebnis des Vormonats, in dem der arbeitstäglich bisher erzielte noch nicht ersetzt habe. Wegen dieser Forderung wurde der GeHöchstabsah zu verzeichnen war, noch überschritten wurde. In schädigte auf den Weg einer besonderen Klage gewiesen, während Kots und Feinkohle konnten jedoch die von den Zechen infolge im übrigen folgender Vergleich zustande fam: Die beklagte Firma der schwächeren okserzeugung zur Verfügung gestellten Mengen verpflichtet sich, sofort 14,60 m. an den Kläger zu zahlen und in vollem Umfange nicht abgenommen werden. In Koks hat die ihm die drei Staffetten herauszugeben, worauf dieser seine Klage rückläufige Bewegung des Abjaßes angehalten. Der zurüdnahm, unter dem von dem vorsitzenden Gewerberichter in Brifettabsab hielt sich annähernd auf der Höhe des Vormonats. das Sigungsprotokoll besonders vermertten Borbehalt seiner noch Da die nächste Bechenbesißerversammlung des Rheinisch- West 8u erledigenden Schadenersatzansprüche an die Firma wegen des fälischen Kohlensynditats erst im Juli stattfindet, schlägt der Syn- ruinierten Aufnahmeapparates. ditatsvorstand die Beteiligungsanteile für Juli in Stohlen auf 85 Proz.( bisher 87% Proz.), in Kots auf 40( bisher 45) und in Briketts auf 85 Proz.( bisher 87% Proz.) vor. 1 Lag Gefängnis verurteilt. Der Invalide legte Berufung beim Oberfriegsgericht die eine der größten Fabriken fanitärer Steingutartikel und Rohre Firma Bamberger, Seroi u. Co. in Berlin angeschlossen, ein. Dort bekundete der Bürgermeister des Heimatsortes des Invaliden, daß D. nicht„ normal" ist, und daß kein Mensch im der gegenwärtigen Krise ihr Export- Geschäft nur nach dem alten darstellt. Die neue Exportgesellschaft wird zweifellos gerade in Dorfe etwas mit ihm anfangen kann. Er liegt tagelang, ohne kapitalistischen Verfahren ausdehnen können und die Preise für Nahrung zu sich zu nehmen, im Bett und spricht nicht, niemand das Ausland herabseßen. Zugleich wird sie durch ihre Macht, die würde diesen Mann auch nur um die Koft in Arbeit nehmen. sie jetzt im deutschen Eisen- und speziell im Rohrgeschäft darstellt. Ein Generalarzt schilderte ausführlich die zahlreichen Gebrechen, die noch außenstehenden Fabriten weit schärfer bekämpfen fönnen, die der geistig minderwertige Mensch an sich hat. Nach 12 Jahren wie es die Deutsche Eisenhandel A.-G. allein konnte. Diese Ermehr wie früher zum größten Teil", sondern„ nur teilweise" scheinungen wird zweifellos im besonderen auch der deutsche Bauarbeitsunfähig sei," deshalb mußte die Rente gefürzt werden. G3 markt zu spüren bekommen. Für die Arbeiter und Interessenten sei bei dem Manne größte Milde angebracht, jedoch sei er, wenn des Baumarktes kann diese neue Syndizierung eine sehr zwei auch schwerer Psychopath, verantwortlich. Das Oberkriegs. Schneidige Wirkung erhalten, die man aber erst in ihren Einzelgericht sprach den Invaliden wegen Widerjeßung frei und ber- beiten wird beurteilen fönnen, wenn sie sich bestätigt, urteilte ihn wegen Beharrens im Ungehorsam zu 28 Tagen trengen Arrest. Wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt Aus dem Bericht des Borstandes des Rheinisch- Westfälischen ( Schußleute) hat sich D. vor den Zivilgerichten zu verantworten. Kohlenfundifats ist folgendes zu entnehmen: Der rechnungsmäßige Kohlenabsab betrug im Mai 1914 bei 25( im gleichen Monat Sachsens Wehrbeitrag. Nach amtlicher Bekanntmachung stellt sich des Vorjahres 24%) Arbeitstagen 6 643 026( Vorjahr 6 754 536) das endgültige Ergebnis der Veranlagung des Wehrbeitrages Tonnen, oder arbeitstäglich 265 721( Vorjahr 278 538) Tonnen. im Königreich Sachsen wie folgt: Das Gesamtergebnis beträgt Von der Beteiligung, die sich auf 7339 757( Vorjahr 6 388 202) Die Hauptstädte Dresden und Leipzig haben ein- Tonnen bezifferte, sind demnach 90,51( Vorjahr 105,73) Broz, abs schließlich der dazu gehörigen Bezirke 22 375 896 M. und 21 657 114 gesezt worden. Die Förderung stellte sich insgesamt auf Mark erbracht. Es sind veranlagt worden 126 931 natürliche Ber- 8403 543( Vorjahr 8 256 608) Tonnen, oder arbeitstäglich auf jonen und 416 juristische Personen, d. s. 2,64 v.. der ge= 336 142( Vorjahr 340 479) Tonnen und im April 1914 auf 7912 557 jamten Bevölkerung und 6,22 b. H. der zur Einkommen- Tonnen, oder arbeitstäglich auf 329 690 Tonnen. steuer beitragspflichtigen Personen. 78 868 998 M. Belgien. M- 612671 Klerifale Volfsaufklärung. Nach den Wahlen von 1912 ist selbst von Klerikalen, die sich im Stampfe für die gute Sache noch etwas Schamgefühl bewahrt haben, die Kampfesweise ihrer Partei, die kurzerhand die moderne Bildung und die weltliche Schule für alle Verbrechen verantwortlich machte, verurteilt worden. Wie wenig solche Gewissensregung die Wahltaktik der Frommen zu bessern vermocht hat, zeigt eine neue Probe, die der„ Peuple" aus dem Wahlkreise des Ministers Davignon mitteilt. Dort wird aus der Denkschrift des Pariser Panditen Bonnot einiges unverbaute Phrasengewäsch vom Rechte, mein Leben zu leben" angeführt und dazu gesagt: " Diese Prinzipien lebten nicht nur im Kopfe Bonnots und seiner Gefährten. Sie find in Tausende und aber Tausende Gehirne eingedrungen. Sie erregen die Leidenschaften und werden täglich neue Verbrechen hervorrufen.... Man kann annehmen, daß die Banditen nicht die Philosophen gelesen haben, die diesen Samen in alle Winde streuen. Sie hatten das nicht nötig. Sie brauchten nur den Unterricht in den öffentlichen Schulen zu hören und die amtlichen Lehrbücher zu lesen." Weiter unter: Unvermeidliche Folgen eines Systems": Der wachsende Reichtum der Agrarier. Die Güterpreise im Dsten sind seit Einführung der höheren Zölle unaufhörlich gestiegen und fie steigen noch immer weiter. Hunderttausende werden oft auf einen Schlag berbient. Am höchsten sind die Gewinne in der Ostmark, wo die Ansiedelungskommiffion die" Germanisierung" bereit. Folgende Beispiele mögen zeigen, wie den Agrariern das Gold mühelos in den Schoß fällt: Das Rittergut Bohlschau( Kreis Neustadt) wurde von der An siedelungskommission für 500 000 M. gekauft. Vor 18 Jahren loftete das Gut nur 165 000 m. Das Rittergut Erau( Kreis Karthaus) wurde für 238 000 m. „ Man hört nur von Verbrechen, eines schauderhafter als das andere. Nie hat die Kriminalität solche Fort- verkauft; vor zwei Jahren fostete das Gut 200 000 m. Das Gut Augustthal bei Allenstein wurde für 183 000 m. ber schritte gemacht, zumal in den Gegenden und Schichten, in denen das religiöse Gefühl schwindet. Ja at- fauft. Bor 4 Jahren fostete es 117 000 m. und in den legten reich töten die Kinder ihre Eltern mit der größten Ruhe. Die 10 Jahren ist der Preis der Besigung um das Doppelte gestiegen! Das Rittergut Schildberg wurde für 610 000 m. verkauft. Im Lehrer bejubeln die Kinder. Banditen erbrechen das Dizo Hed Letzte Nachrichten. et Die unterbundene Freiwilligen- Auwerbung. Wien, 27. Juni. Zur Schließung des Lureaus zur Anwerbung von Freiwilligen für Albanien wird der„ Algemeinen Zeitung" von informierter Seite gemeldet: Es ist mit Sicherheit anzu. nehmen, daß das Werbebureau nicht mehr eröffnet werden wird, da die Behörden streng auf dem Standpunkt des Paragraphen 92 des Strafgesezes stehen, welcher die Aniverbung bon Freiwilligen für fremde Kriegsdienste verbietet. Die Behörden haben nach reiflicher Erwägung dem zuständigen Polizeikommissa riat den Auftrag zur Aufhebung der Werbearbeit erteilt. Fortdauer der Obstruktion in der italienischen Kammer. tiertenkammer wurde gang ausgefüllt von einer Obit ruftions. Rom, 27. Juni. Die heutige Vormittagssigung der Depu Gepäck auf den Bahnhöfen, schießen auf die Beamten, töten Jahre 1912 foſtete es 435 000 m. Jnnerhalb aweier Jahre betragt rede gegen die Finanzmaßnahmen der Regierung. Gendarmen und schießen sich tot, wenn sie gefaßt sind. Wer hat iese Generation von Verbrechern geschaffen? Die Schuldigen find die frivolen Politiker, die dieses System geshaffen haben mic dem Hassessärei:„ Der Kleritalismus ist der Feind." Man sieht, wie die durch die Zeitungstechnik und die Senja. tion der Preffe vermehrten Berichte über Verbrechen furzerhand in eine Zunahme der Verbrechen umgelogen merden, während im allgemeinen die Ariminalstatistik einen Rüdgang namentlich der schreien Verbrechen nachweist. Dabei aber sind gerade die frommen Ratholiten so sehr im Nachteil, daß alle sonst verschmähten materia listischen Ertiarungen, wie wirtschaftliche Rückständigkeit und Altoholismus( beren lleberwiegen in diesen frommen Schichten aber boch auch ihre Ursachen haben müssen) herangezogen werden. Die größte Frechheit aber ist die Verleumdung der weltlichen Lehrerschaft, da doch die sittlichen Verfehlungen an Kindern geradezu eine Spezialität nicht weniger Glieder der zölibatären Geist Tiheit find, die im Falle der Entdeckung von Klerikaler Seite Das Gut Hollstädt bei Kreuzburg brachte in der Zwangs. versteigerung 275 000 9., 70 000 m. mehr als der legte Befizer gezahlt hatte. die Steigerung 175 000. Das Rittergut Stendfis( Kreis Karthaus) erwarb bor drei Auch in der, Nachmittagssigung wurden lange Obstruktionsreden Jahren ein Dr. Gorski, der Leiter der Immobilienverlehrabant gegen das Finansprogramm gehalten. Ministerpräsident Sq. Er beräußerte landra wies die von den Rednern erhobenen Vorwürfe zurüd. Berlin- Stegliz, zum Preise von 285 000 m. 200 Morgen Land für 40 000 m. und den weiteren Teil des Gutes Es handle fich darum, für die dringenden Forderungen des Budberfaufte er jetzt für 285 000 m. an die Ansiedelungskommiffion. gets Rat zu schaffen, indem man versuche, möglichst die in Frage Das ist innerhalb dreier Jahre ein Gewinn von 90 000 M. stehenden Interessen zu berücksichtigen und vor allem eine weitere Belastung der minderbemittelten Klassen zu vermeiden. Die Regierung werde im November eine große Reform auf der GrundTage einer umfassenden progressiven Steuer bornehmen( 3ustimmung). Außerdem merde die Regierung im November ein Unfallberficherungsgefes für Bandarbeiter vorlegen, in welchem auch eine bessere Saffung der Arbeitsverträge vorgesehen sei. Das Geset beamede, die Lage der Landarbeiter und der fleinen Befizer zu beffern.( Lebhafte Zuftimmung.) Der Ministerpräsident erklärte, er sei nicht geneigt, im Amte zu bleiben, wenn das njehen und die Würde der Regierung beeinträchtigt werde.( Zuftimmung.) Er hoffe, daß die Kammer nach eingehender Dis fuffion zur Annahme der Borlage fomme. Die Befizung des Landwirts Schurmann in Stabigotten im Allensteiner Streise wurde kürzlich in vier Wochen viermal verkauft. und jedesmal stieg der Kaufpreis. Die Besitzung des Gutsbesitzers Dyd in Willenberg( Streis Stuhm) wurde für 335 000 m. verkauft. Bor fünf Jahren wurden 230 000 m. gezahlt. Die Besizung Greifeldt in Russenau( Kreis Marienwerber) wurde für 113 000 m. verkauft. Vor 2 Jahren wurden 84 000 m. bezahlt. Am 1Juli D crito bifto der An Hun jagt flein scho beginnen wir um ½ 10 Uhr mit unserem Saison- Ausverkauf, und ein frischer, fröhlicher Aus verkauf soll's werden, davon Berlin sprechen wird und mit Preisen, die alles, was Sie bisher erlebt haben, weit hinter sich zurücklassen werden Eine wirklich rare Gelegenheit, aber eine, die keinen Aufschub duldet. Unsere Sachen werden bei den Preisen im Umsehen ausverKauft sein.Kommen Sie früh und am Vormittag Eine Gelegenheit Saison& Blaue Kostüme 550 Phantasie- Kostüme 375 Wasch- Kostüme 3.90 Blusen...-.95 Ausverkauf zum Sparen! Kein Verkauf an Wiederverkäufer Unsere ausführl. SaisonAusverkaufs- Annonce Königstrasse 33 am Bahnhof Alexanderplatz Sonntags Popeline- Mäntel 275 Phantasie- Mäntel 250 Sport- Jacken 290 Röcke.... 110 Pakete müssen mitgenommen werden C& A BRENNINKMEYER.G.M.B.H. erscheint am 1. Juli in dieser Zeitung Chausseestrasse 113 beim Stettiner Bahnhot geschlossen! ani, Rebalt.: Alfred telepy, Remoun. Injevapenteil verantw.: b.Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanftah Baul Singer& Co., Berlin SW. 627 größ Tofig Bau mitt das Refe fang Proi Die ihr lofig Pro Nich fall Lofig nähr Voli War steig War Krin get die Sol dant ja e Aug ( Bet find wem Mit gilt Ane bor heut der feine Gei mei es i jehe 3we Jah geid liche fann Arb Bor der fann der betä Gen die mäß aus Rei und find doch rech in deut dru Hun nich berg Go org den aus bon den den Vol fein den mer unte gro Rei rech schr hin etw arb als Fra Fra Arb ber als Wi der im bett nic hän Be ram Bei Ro Da Ref Sierzu 4 Beilages. Br. 173. 31. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblaff. Deutscher Gewerkschaftskongreß. geftimmt werden. Der Gedanke der Arbeitslofenversicherung marschiert firafen und ausſchließen. Münche, 27. Juni 1914. 6. Verhandlungstag. ( Telegraphischer Bericht.) Das Referat über Arbeitslosenfürsorge い erstattet Winnig Hamburg( Bauarbeiterverband). Er gibt eine historische Uebersicht der fapitalistischen Entwickelung und der mit ihr steigenden Arbeitslosigkeit und fährt dann fort: An den modernen Katastrophen des Wirtschaftslebens sind Hunderttausende beteiligt und die hergebrachte Armenfürsorge ver= sagt ihnen gegenüber. Wenn die Reichsstatistit auch nur einen fleinen Bruchteil der Arbeitslosigkeit erfaßt, so lehrt sie uns doch schon, daß eine Arbeitslosigkeit von auch nur 3½½ Proz. bereits 1907 627 000 Arbeitslose bedeutet haben würde- Lohnarbeiter, die zum größten Teil eine Familie zu erhalten haben. Die ArbeitsTosigkeit ist nicht nur periodisch; selbst wenn von den Bauarbeitern nur 2 Proz. im Durchschnitt auch unter mittlerer oder guter Konjunktur arbeitslos sind, so bedeutet das jährlich rund 360 000 Arbeitslose.( Hört! hört!) Die industrielle Reservearmee ist eine rechnerisch nachweisbare Tatsache. Diese ums fangreiche Arbeitslosigkeit ist die schwerste Anklage gegen die planlose Produktionsweise des Kapitalismus, gegen das private Befizmonopol. Diese Hunderttausende müssen leiden, damit andere Hunderttausende ihr glänzendes üppiges Leben weiter führen können. Die Arbeitslosigkeit ist ein dauernder Ruf nach planvoller Regelung der Produktion, nach sozialer Gestaltung des Wirtschaftslebens. Für alle Nichtigkeiten haben wir Gefeße, die Gütererzeugung ist dem Zufall tapitalistischer Bedürfnisse überlassen.( Sehr wahr!) Die ArbeitsTosigkeit vermindert die ohnehin auf niedriger Stufe stehende Ernährung der Arbeiterfamilien in Deutschland, den Verlust an Volkskraft hat die Gesamtheit zu tragen; sie schränkt den Marenabsatz und dadurch die Gütererzeugung noch mehr ein, steigert die Arbeitslosigkeit und erstredt sich auf die in der Warenverteilung Beschäftigten. Die Arbeitslosigkeit erhöht die Kriminalität und die Selbstmorde. Teilnahmslos geht die Staatsgewalt an dem Elend der Arbeitslosen vorüber, ja sie verfolgt die die Arbeitslosen unterstützenden Gewerkschaften mit ungerechter Härte. Soll man wirklich glauben können, daß sich die Arbeiterklasse dauernd damit abfindet? Muß da nicht der Augenblick kommen es fann ja ein für die Staatsgewalt aus anderen Gründen sehr kritischer Augenblick sein two die Arbeiterklasse ruft: Es ist genug!? ( Bewegung und Zustimmung.) Die deutschen Gewerkschaften find für jede nur mögliche friedliche Reformarbeit. Aber sollen wir, wenn die Möglichkeit friedlichen fozialen Fortschrittes fehlt, unseren Mitgliedern sagen: Bescheidet Euch, es geht nicht anders? Hier gilt das Wort: Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, Wenn unerträglich wird die Last, Greift er getroſten Mutes in den Himmel Und holt herunter seine ew'gen Rechte, Die droben hangen unveräußerlich." erledigt. Sonntag, 28. Juni 1914. reichen, denn der Weg der Reform ist schwer, aber wir müssen immer Einhaltung tariflicher Vereinbarungen nicht nur moralisch zu und immer wieder die Forderung wiederholen, mag sie 99mal nieder zwingen, wie wir es tun, sondern auch, wenn wir das tun wollen, und wird seine Verwirklichung finden. Unsere Bewegung gleicht Die Frage der Entscheidungsinstanz und der Durchführung der einem breiten Strom, in dem die Wellen auf und niedersteigen, Entscheidung ist die wichtigste. Aber auch dazu reichen die vertrags anschwellen und wieder zerrinnen am Widerstand des Bestehenden. lich festgelegten Schiedsinstanzen völlig aus, während Gewerbe- und Aber auf jedes Zerrinnen folgt ein neues Ansteigen, ein neues Zivilgerichte ungeeignet erscheinen. In manchen Tarifen ist die Vorwärtsdrängen. Ob auch Welle an Welle sich bricht, der Strom Möglichkeit von Geldstrafen für Vertragsbrüche vorgesehen, auch ergeht weiter.( Stürmischer Beifall.) fennen bereits höchstrichterliche Entscheidungen an, daß TarifschiedsNach einer furzen, dem Referenten zustimmenden Aussprache, gerichtsurteile rechtskräftig und zwangsvollstreďungsfähig sind, wenn erfolgt die einstimmige Annahme der folgenden es sich dabei um die Urteile von Schlichtungskommiffionen unter dem Borsitz des Gewerberichters handelt, und wenn die Bindung i Resolution: „ Der 9. Kongreß der Deutschen Gewerkschaften, die Ver- Tarifvertrag steht und sich auf das Verhältnis zwischen den einzelne tretung von 2 Millionen beruflich organisierter Arbeiter und Arbeitern und den einzelnen Unternehmern bezieht. Die Einreichung Arbeiterinnen sieht gleich den früheren Kongressen in der Arbeits- folcher Urteile beim Amtsgericht macht sie rechtskräftig; also auch losenfürsorge eine öffentliche Pflicht. Die Arbeitslosigkeit hat hier brauchen wir keine gefeßliche Regelung. Auch ohne Gesetz fönnen unsere Statuten die Mitglieder zur Einhaltung von Tarifseit Jahren den Charakter einer vorübergehenden Erscheinung verträgen verpflichten, und es fann überall die Aushändigung des mehr und mehr verloren. Die industrielle Rejserbearmee ist heute, besonders in den gewerblich am höchsten entwidelten Tarifvertrages an neu eintretende Arbeiter ausgemacht werden, Wir müssen nur dafür sorgen, daß keine Sonderabmachungen ge Gebieten eine dauernde und wachsende Tatsache. Es handelt sich schlossen werden, denn da gilt nach allgemeiner Ansicht der Tarifbei der Arbeitslosigkeit feineswegs um einen nur zeitweilig aufvertrag und die Frage der Abdingbarkeit ist zu unseren Gunsten tretenden Notstand, dem durch vorübergehende Maßnahmen zu steuern wäre, sondern um eine dauernde Beeinträchtigung der Unter Ablehnung des Rufes nach gefehlicher Regelung der TarifWohlfahrt und der gewerblichen und sittlichen Tüchtigkeit der arbeitenden Klassen, fie erfordert daher dauernde Einrichtungen verträge, die nach den bisherigen Vorschlägen so geplant zu ſein zu ihrer Bekämpfung, wie zur Abschwächung ihrer Wirkungen. scheint, daß unser Einfluß auf die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse Diese Einrichtungen können nur bestehen in der Organisation geschwächt wird, empfiehlt der Referent, dessen Ausführungen mit der Arbeitsvermittlung und in der öffentlich- rechtlichen Arbeits- lebhaftem Beifall begleitet werden, folgende Losenversicherung durch Resolution: das Reich, und so lange diese nicht zu erreichen ist, durch Staat oder Gemeinde; für die Arbeitslosenversicherung sind in den Unterſtügungseinrichtungen der Gewerkschaften wertvolle Grundlagen gegeben. Der Kongreß steht sich zu der Feststellung genötigt, daß das Reich und die Einzelstaaten in dieser größten aller Fragen der sozialen Politik vollständig versagt haben und daß auch die Maßnahmen der Gemeinden weit hinter allen Erwartungen zurückgeblieben sind. Dieses Versagen der öffent lichen Drgane ist weder auf technische Schwierigkeiten der Durch führung, noch auf Mangel an finanziellen Mitteln zurüdzuführen: Es ist der Erfolg der arbeiterfeindlichen Organisationen und Strömungen, deren Machtgebot sich Reich und Einzelstaaten in dieser Frage gefügt haben. Demgegenüber fordert der Kongreß alle Organisationen der Arbeiter und Angestellten auf, die Forde rung der öffentlichen Organisation der Arbeitslosenversicherung in den Mittelpunkt ihrer Agitation zu stellen, sie zum Probierstein des sozialen Reformwillens zu machen und ihren ganzen Einfluß im öffentlichen Leben für sie einzusetzen." Der nächste Gegenstand der Tagesordnung lautet: Die gesetzliche Regelung der Tarifverträge. Referent ist „ Die Tarifverträge sind das Ergebnis der gewerkschaftlichen Kämpfe für die Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiter bei der Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen. Bisher hat erst ein geringer Teil der Unternehmer, und zwar sehr widerwillig und nur der Not gehorchend, das gleiche Mitbestimmungs recht der Arbeiter anerkannt. Nur dem Drucke der gewerkschaftlichen Organisation folgend, fügt dieser Teil der Arbeitgeber fich der neuzeitigen Entwicklung. Die Mehrzahl der Unternehmer, bes sonders in der Großindustrie, lehnt die Gleichberechtigung der Arbeiter und damit den Abschluß von Tarifverträgen noch immer ab. Daraus ergibt sich für die Gewerkschaften die Notwendigkeit, in erster Linie und mit allen Kräften diesen Kampf durchzufechten. Aber auch die Sicherung des seither erzielten Einflusses auf die Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen durch die Tarifs verträge ist noch immer abhängig von der Macht der gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiter. Denn die Durchführung und Einhaltung der Verträge wird fortgesezt erschwert und vielfach vereitelt durch die Unlust der Arbeitgeber, sich der Ordnung und dem Zwang der Tarifverträge zu unterwerfen. Die Abneigung der Unternehmer gegen die Gewerkschaften und gegen die von ihnen erkämpften Tarifverträge bildet eine weit größere Gefahr für die Verträge als die rechtliche Unsicherheit und der mangelnde gesetzliche Schutz derselben. Der Kampf um die Macht, d. h. der Kampf gegen das einseitige Bestimmungsrecht der Unter nehmer, muß deswegen zunächst weitergeführt werden. Die Ge werkschaften führen diesen Kampf zugleich im Intereffe der Tarif verträge, die von ihnen als geeignetes Mittel, die Arbeitskämpfe zu mildern und zu verringern, auch weiterhin anerkannt werden. Die Gewerkschaften fordern nicht schon jetzt eine gesetzliche Rege lung der Tarifverträge, weil der Boden hierfür nach den angeführten Tatsachen noch lange nicht als geebnet betrachtet werden kann. Die Gewerkschaften fordern vielmehr, um der gedeihlichen Entwicklung der Tarifverträge zu dienen, völlige Freiheit für ihre auf Anerkennung der Gleichberechtigung der Ar beiter gerichtete Berpegung. Die Gewertschaften führen ihren Kampf nicht des Kampfes wegen, sondern um die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen. Erfüllung dieser Aufgabe dient nicht nur dem Interesse der Arbeiterklasse, sondern dem ganzen Volkswohl. Die Formen des Kampfes find in erster Linie abhängig von der Haltung der Unternehmer und den Maßnahmen der Behörden und der Res gierungen. Die Beispiele aus den Gewerben und Berufen, in denen die Tarifverträge bisher eine Bedeutung erlangt haben, beweisen, daß die Gewerkschaften zu friedlichen Verhandlungen und zur Verständigung bereit sind. Auch die loyale Durchführung und Einhaltung der Tarifverträge ist bei den Gewerkschaften in vollstem Maße gesichert. Aufgabe der Unternehmer sowie der Behörden und Regierungen muß es zunächst sein, ihren Widerstand gegen die freie Entfaltung der Arbeiterorganisationen fallen zu lassen und alle Semmnisse zu beseitigen, welche der Anerkennung der Gewerkschaften und damit zugleich der Entwicklung der Tarif verträge bisher entgegengestellt worden sind." Die Leipart. Er führt aus: Die Tarifverträge, eine wichtige Errungenschaft der Gewerkschaften, haben wir durch unsere Lohntämpfe erzielt. Diese Errungenschaft auf eine gewisse Dauer festzulegen und sicherzustellen, ist unser weiteres Bestreben. Die Hirsch- Dunderschen behaupten, daß wir uns gewandelt hätten, indem wir Tarifverträge abschließen. Wir sind nie die Streifvereine Das Proletariat von heute ist nicht mehr der unterwürfige gewesen, als die man uns hingestellt hat. Aber alle die Kämpfe, Knecht, der Knecht bleiben müsse, nicht mehr der Untertan in Furcht die uns die Bezeichnung ,, Streifvereine" zugezogen haben, waren notvor der Peitsche der Obrigkeit und des Brotherrn, der Arbeiter von wendig, sonst hätten wir die Tarifverträge überhaupt nicht geschaffen. heute ist Staatsbürger und bewußter Träger der materiellen Kultur Auch der Widerstand, besonders der großindustriellen Unternehmer, der Nation. Nicht Almosen erbittet er, sondern er fordert Rechte für in ganzen Industriezweigen gegen den Abschluß von Tarifverträgen feine Leistungen an die Gesellschaft. Mit reinem Mitleid hat der soziale fann nur gebrochen werden, indem wir unsere Kampftaltit Geist, der die Fürsorge als gesellschaftliche Pflicht erkennt, nichts ge- fortjeßen.( Sehr wahr!) Nach der Reichsstatistik bestanden 1912 mein. Wäre nur Erbarmen die Triebfraft der Sozialpolitik, fo jähe 10 739 Tarifgemeinschaften für 159 980 Betriebe mit insgesamt es schlecht damit aus, ist doch der stärkste Antrieb des Menschen seit 1574 285 beschäftigten Personen. An der Spige steht das graphische jeher der Eigennut, die Selbstsucht. Die Sozialpolitik hat den und das Baugewerbe, an legter Stelle die Textilindustrie und die Zwed, Menschenöfonomic zu treiben. Daraus aber, daß mit 40 Bergwerte. Die Großindustrie hat sich bis jezt fast noch ganz von Jahren der Industriearbeiter alt, mit 50 Jahren läftig, mit 60 aus der Entwicklung zum Tarifvertrag ansgeschlossen, die sich in der geschaltet, erkennen wir den Raubbau, der heute mit der mensch Hauptsache auf die handwerksmäßigen Betriebe erstreckt. Die Großlichen Energie getrieben wird. Selbst die beste Arbeitsvermittelung industrie steht auf dem Standpunkt, daß die Arbeiter nicht mitzureden fann feine Arbeitsgelegenheit schaffen, sondern nur vorhandene haben, aber auch fast allen anderen Unternehmern mußten die TarifArbeitsgelegenheit zur Kenntnis der Arbeitsuchenden bringen. berträge abgepreßt werden. Sie bilden den Siegespreis unserer Kämpfe, Borbeugend kann die Berücksichtigung der Konjunktur bei darum find sie uns wert und wir verteidigen sie täglich gegen die Unterder Vergebung öffentlicher, Arbeiten wirken, die innere Kolonisation nehmer und wären selbst täglich bereit, uns mit einer Gesetzgebung fann es wohl nur in beschränktem Umfang. Die Wirkungen einverstanden zu erklären, die zu ihrer Sicherung ja notwendig wäre. der Arbeitslosigkeit können nur durch Arbeitslosenversicherung Fortgefeßt werden ja die Tarifverträge in Krisenzeiten von den bekämpft werden, die die Deffentlichkeit nicht allein den Unternehmern zu durchbrechen versucht.( Sehr wahr!) Wenn man Gewerkschaften überlassen kann. Die Deffentlichkeit hat die Pflicht, uns aber vorwirft, unflar zu sein, weil wir selbst nicht bisher nach die Arbeitskraft der Arbeitslosen zu erhalten, nur noch die Zweck der gefeglichen Regelung der Tarifverträge verlangt haben, so waren mäßigkeitsfrage der Organisation ist zu entscheiden. Wir fordern wir gewiß einmal untlar, aber die Juristen waren es nicht minder. aus Swedmäßigkeitsgründen Nebernahme dieser Pflicht durch das Wie umstritten ist die Frage, für wen ein Tarifvertrag gilt, ob nur Leipart sagt zum Schluß: Nach den Vorschlägen der Juristen soll Reich; aber wer diese Pflicht auch immer ausübe an der Arbeit für Verbände, nur für ihre Mitglieder oder für beide. Für die die gesetzliche Regelung nicht zwingendes, sondern formgebendes Recht und Mitwirkung der Gewerkschaften fann feiner vorbeigehen. Wir Einhaltung der Tarifverträge fönnen nur die Organisationen garan fein. Auch von dieser Beschränkung hätten wir Grund zu Be sind einmal da, und wenn man uns auch nicht liebt, man wird uns tieren, nicht die einzelnen Mitglieder, die abreisen oder austreten fürchtungen. Eine Gefeßgebung zum Schuße der Tarifverträge doch nicht los; so lange das Stapital herrscht, wird man mit uns zu können. Der Tarifvertrag verpflichtet aber nicht nur die Organi- würden wir freudig begrüßen, aber nach der ganzen rechnen haben.( Stürmische Zustimmung.) sation, sondern auch die einzelnen, die durch ihre Teilnahme am Behandlung, die wir erfahren, können wir von der gefeßlichen Der Redner gibt dann einen lleberblick über die Verhandlungen Streit beweisen, daß sie für fich persönlich Vorteile erringen wollen. Regelung der Tarifverträge selber nichts erwarten, sondern alles nur in der Frage der Arbeitslosenfürsorge in den einzelstaatlichen Der Tarifvertrag ist aber nicht nur eine Form für einen persönlichen von der freien Entwicklung. Wir erwarten heute von der Gesetzdeutschen Parlamenten und im Reichstage selbst. Man hat den Ein- Arbeitsvertrag, er jetzt doch vielfach Einheitslöhne fest, oft genug gebung den Achtstundentag, die Arbeitslosenfürsorge und anderes drud, als stünde man vor einem Trümmerfeld. Mit großen Hoff- auch die Arbeitsordnung, so daß niemand daran denkt, daneben noch mehr. Wir können uns nicht darauf verlassen, daß ein Tarifgeset nungen begleiteten wir im Herbst die Aktion unserer Vertreter, aber einzeln Arbeitsverträge abzuschließen; oft genug wird der Tarif- den Arbeitern die volle Gleichberechtigung gewährleistet. Wir wünschten, nichts wurde erreicht. Im Reiche dominiert die antisoziale Stimmung, vertrag geradezu als Arbeitsordnung ausgehängt. weniger mißtrauisch gegen Staat und Gesetzgebung sein zu können, vergessen ist das Wort einer freudvollen Macht: Nun erst recht Der Redner erörtert dann die Frage der Abdingbarkeit es ist nicht unsere Schuld, daß wir es nicht sind. Angesichts der Sozialpolitik! Die Reichsregierung folgt den Intentionen der Kampf des Tarifvertrages, die er entschieden verneint. Er stüßt sich dabei Verfolgungen, denen wir ausgesetzt sind, haben wir alle daran zu organisationen des Unternehmertums, die sich mit dem Einfluß brüsten, auf eine Entscheidung des Reichsgerichts. Es empfiehlt sich, im denken, die Gewerkschaften zu träftigen. Sie sind vorläufig auch den sie auf die Regierung in der Frage der Arbeitslosenversicherung Tarifvertrage alle Fälle der Abweichung von vornherein vorzusehen; der beste Schutz für die Errungenschaften des Tarifvertrages.( Lebausgeübt haben. Die Regierung lehnt nicht nur jede Initiative ab, dann entfallen alle fachlichen Gründe, ihn für im ganzen abdingbar hafter Beifall.) von sich aus den Arbeitslosen zu helfen, nein, sie sucht sogar zu erklären. Der zweite Hauptpunkt betrifft die sogenannte Die Resolution des Referenten wird einstimmig den einzigen, der überhaupt etwas für die Arbeitslosen tun will, bzugsfrage. Männer der Wissenschaft führen die Abden Gewerkschaften das Leben zu erschweren. In Preußen, wo das neigung der Gewerkschaften gegen gefeßliche Festlegung der Bolt nur Objekt der Gefeßgebung ist, kann es ja gar nicht anders Tarifverträge darauf zurück, daß wir die Haftpflicht der Gewerk sein. In Bayern zeigte wenigstens die Kammer der Abgeordneten schaften mit unserem Vermögen für den Schaden bei einer den guten Willen, etwas zu tun, und fie wurde darin durch die Verlegung des Tarifvertrages durch die Arbeiter befürchten. Aber hat folgendes Ergebnis: Von 419 gültigen Stimmen fallen auf Regien 390, Bauer menschenfreundlichen Bestrebungen des sympathischen Trägers der Strone das ist ein Irrtum, diese Haftpflicht besteht bereits. So sind die unterstützt. Aber die Aktion scheiterte an dem Widerstand der von Gewerkschaften bereits für den Schaden, den fie infolge Tarifbruchs 381, ube 400, Cohen 383, Döblin 350, hübs 294, Knoll 296, Sabath 337, Sachse 278, Sassenbach 359, großkapitalistischen und junkerlichen Interessen beherrschten Kammer der angerichtet haben, haftbar gemacht worden. Es ist ganz falsch, zu Schumann 268, Silberschmidt 257. Reichsräte. Während die Arbeiterklasse durch ein ungerechtes Wahl- sagen, daß die Gewerkschaften nur Rechte aber keine Pflichten über- Schmidt 354, recht verhindert ist, irgendwelchen erheblichen Einfluß zu gewinnen, nehmen wollten. Der Tarifvertrag legt den Gewerkschaften dieren bleibt mit 165 und Drunsel mit 139 Stimmen in der Minderheit. schreiten die herrschenden Klassen rücksichtslos über ihre Wünsche Pflicht auf, für ein tarifwidriges Verhalten ihrer Mitglieder Der legte Gegenstand der Tagesordnung ist hinweg. Nur. Dort wird etwas erreicht, wo die Arbeiterklasse zu haften, indem sie ihnen nicht nur die Unterstützung bei Streifs etwas an Macht erobert hat. Das zeigt uns, wie wir weiter entziehen, die infolge Vertragsbruches entstehen, fie müssen Der Einfluß der Lebensmittelteuerung auf die wirtschaftliche Lage arbeiten müssen. Bir müssen mit viel größerem Nachdrud alle fagungsgemäßen Befugnisse anwenden, unt ihre Mitals bisher den herrschenden Klassen den furchtbaren Ernst der glieder zur Erfüllung des Tarifvertrages anzuhalten, selbst das Frage der Arbeitslosigkeit zu Gemüte führen. Die Art, wie die äußerste, den Ausschluß. Es tritt das Bedenken auf, ob bei diesem Frage des Koalitionsrechts und wie die Frage des Schußes der Zwang auf die Mitglieder nicht eine Verlegung des§ 152, 2 und Aber diese Bedenken sind Arbeitswilligen von den herrschenden Klassen gelöst wird, hängt von 153 der Reichsgewerbeordnung vorliegt. ber weiteren Entwicklung ab und hängt davon ab, ob sie verläuft unbegründet. Der Redner zitiert mehrere höchstrichterliche Entals soziale Reform oder als soziale Revolution.( Zustimmung.) scheidungen, wonach der Zwang zur Durchführung der Tarifverträge Wir Gewerkschafter sind sicherlich für eine Entwicklung auf dem Wege nicht strafbar ist. Immer stärker wird das Verlangen, die Rücktrittsder Reform. Wir haben in finf Jahrzehnten den Willen bewiesen, freiheit von Koalitionen(§ 152, 2 Reichsgewerbeordnung) zu streichen. im geseglichen Rahmen zu bleiben; seit Lassalle steht die Arbeiter So stellt der Handwerkstammertag als Mindestforderung auf, daß der bewegung auf dem Boden des parlamentarischen Kampfes. Wir haben Rücktritt von Vereinbarungen nicht freistehen soll; der Arbeitgeber nicht die Absicht, diefen Grund zu verlassen. Aber die Entscheidung verband fordert die Einführung einer Kündigungsfrist für den Austritt hängt nicht von uns ab, sondern von den herrichenden Klassen. und eines flagbaren Rechts auf Erfüllung. Wir wissen, daß die Wenn Sie den Massen alle Wege nach aufwärts und vorwärts ver- Scharfmacher nur zu Stampfeszweden gegen uns die Forderammeln, muß schließlich auch der stärkste Damm brechen.( Lebhafter rung aufstellen. Die Forderungen der Juriften deden sich Beifall.) Uebrigens ist die Müdtrittsfreiheit von den Unter Die Frage der Arbeitslosenversicherung und die Frage des nehmerorganisationen längst durchbrochen worden. Die Ge Roalitionsrechts muß zum Mittelpunkt der Agitation gemacht werden. werkschaften aber auf der freien Solidarität Das sind die beiden Kardinalfragen, die Probiersteine des sozialen begründet sein; uns sollte es genügen, daß wir nach der höchstReformtvillens. Nicht von heute auf morgen werden wir Erfolge er richterlichen Rechtsprechung das Recht haben, die Mitglieder zur damit. wollen nur angenommen. Die Wahl der Generalkommiffion der Arbeiterklasse. Der Referent Timm. begründet folgende Resolution: „ Die Lebensmittelzälle und die die Einfuhr erschiverenden, die Ausfuhr fördernden Maßnahmen haben in Deutschland eine ungeheure Verteuerung des Lebensunterhalts der arbeitenden Klassen hervorgerufen. Nur den durch die gewerkschaftliche Tätigkeit erfämpften Lohnerhöhungen ist es zu verdanken, daß nicht überall eine verheerende Verschlechterung der Lebenshaltung eingetreten ist. Daneben sind überall die Mieten, besonders für Kleinwohnungen, außerordentlich gestiegen. Troßdem arbeiten die wirtschaftlichen Interessengruppen der Landwirtschaft im Verein mit den industriellen Schutzöllnern eifrig an einer weiteren Verteuerung der Lebenshaltung der großen Maffen des Volfes. Die Landwirtschafts gruppen verlangen erhöhte 3ölle auf Obst und Gemüse, Butter, Käse und Eier; außerdem einen Zoll auf Milch und Sahne. Ans gesichts der Gefahr, daß bei Ablauf der bestehenden Handelsverträge das System der Schutzölle no weiter ausgebaut und dadurch für die arbeitenden Schichten in Deutschland eine weitere Bertenerung deZ Lebensunterhalts eintritt, fordert der Z. Gewerkschaftskongreß die organisierte Arbeiterschaft auf, rechtzeitig und geschlossen jich an jeder Abwehrbewegung gegen ihre Lebenshaltung verteuernden Bestrebungen entschieden zu beteiligen. Grundsätzlich muh die Ver. Hinderung jeder künstlichen, nur den Interessen kleiner Gruppen der Gesellschaft dienenden Lebensmittelverteuerung gefordert werden. Insbesondere ist zu verlangen: Die Oeffnung der Grenzen unter Aufrechterhaltung der notwendigen Veterinärpolizei . lichen Vorsichtsmaßregeln für den Verkehr ausländischen Viehs und Fleisches. Im Interesse der Begünstigung der einheimischen Vieh und Fleischproduktion ist die Beseitigung der Futtermittelzölle drm gend notwendig; ebenso die Aufhebung des Systems der Einfuhr . scheine. Hur Verbilliguncj der Lebenshaltung müssen von den Landesregierungen Ermäßigungen der Eisenbahntarife für den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Kuttermitteln aller Art ge- fordert werden. Von den Gemeinden muh verlangt werden, dah sie Veranstaltungen zur Uebernabmc der Produktion und des Ver» tehrS mit Nahrungsmitteln zunächst in einem solchen Umfange treffen, der eine Beeinflussung der Preisbildung durch die Gemein- den sichert. Tie Selbsthilfe der Arbeiter gegen die Verteuerung ihrer Lebenshaltung muh auf das wirksamste gefördert werden. . Der 9. Gewerkschaftskongreß fordert deshalb die arbeitenden Schichten des Volkes erneut zum konsumgenossenschaftlichen Zu- sammenschluh und zur Unterstützung der gemeinnützigen genossen- . schaftlichen Kleinwohnungsbestrebungen auf. Die freien gewerk- schaftlichen Organisationen haben sich als die machtvollsten Faktoren zur Sicherung und Steigerung der Einkommen gegen die wachsen- den- Lebenökouen bewährt. Der 9. Gewerkschaftskongreh ruft daher alle Angestellten und Arbeiter auf, sich einheitlich den freien Gc- werkschasten cmzuschliehen und dadurch jene Macht zu schaffen, die stark genug ist. um der maßlosen Verteuerung der Lebenshaltung entgegenzuwirken, und über den Ausgleich zwischen Lebenskosten- annähme und Löhnen hinaus eine absolute Besserung der Lebens- bcdlngungen der nur auf ihre Arbeit angewiesenen Schichten der Bevölkerung zu erringen." Timm führt aus: Die kapitalistische Volkswirtschaftslehre ist fortgesetzt krampfhaft bemüht, nachzuweisen, dah die Löhne stärker gestiegen seien als die Lebensmittelpreise. Man beruft sich besonders auf die Lohnerhöhungen be' den preußischen Eisenbahnern. An- genommen, alle diese Zahlen wären richtig, was beweisen sie? Dah die Löhne,� die noch unter dem in der Zivilprozehordnung mit 1599 M._ festgesetzten Existenzminimum stehen, seit l895 etwas stärker gestiegen sind als die Lebensmittelpreise. Trotz aller Steige rungen bewegen sich aber die Löhne g r o h e r Arbeiter- massen zu m ei st unter dem Eri st enzmini m um. Die Besserung der Löhne durch die Gewerkschaften hat sozialfortschrittlich aus die StaatSarbeiterlöhnc gewirkt. Wie ist auf der anderen Seite aber seit 1895 die Intensität oer Arbeit gestiegen, wie viel mehr schin den die Kapitalisten heute aus dem stärker angespannten Arbeiter her auS als l895.«Sehr wabrlt Unsere Aufgabe ist cS, die Lebens chaltung zu verbessern, darum können wir nicht fortgesetzt nur um den Ausgleich der Löhne und der Preissteigerung kämpfen. Mein Material ist absichtlich nur bürgerlichen Volkswirtschaftlern end nommen und der auf amtliches Material gestützten Statistik des Buchdruckerverbandes. Von 1896 bis 1995 und von 1995 bis 1913 war hiernach die prozentuale Steigerung der Preise in den letzten acht Jahren viel stärker als vor 1995, mit Ausnahme von Ost- und Weftpreußen und Berlin, Brandenburg und Anhalt, wo die Steige rung schon vorher sehr groß gewesen war. Zusammen betrug die Steigerung im ganzen Reiche durchschnittlich 32,1 Proz. In diesen 16� Jahren, und zwar von 1895 bis 1995 15,2 Proz. und von 1995 bis 1913 16,9 Proz. Da der Nahrungsmittelaufwand 59 bis 69 Proz. des Aufwandes der Arbeiterfamilien beträgt, wozu die Steigerung der Mietpreise kommt, so hat sich dieser Auswand um ktz erhöht.� Dazu noch die bedeutenden Ausgaben für den sonstigen Bedarf. Dies wird durch zahlreiche Erhebungen bestätigt, so durch die d«S Prof. Dr. Morgenrotb, des Direktors des Statistischen Amtes der Stadt München. In München beträgt die Steigerung der Lebensmittelpreise in den letzten 16 fahren sogar 36,4 Proz. Dr. Morgenroth kommt zu dem Schluß, dah der im Interesse der Erhaltung der Bolkskräft dringend erforderliche Ausgleich nur bis zu einer gewissen Grenze durch Lobnerhöhungcn möglich sein wird, und daß auf die LeistungS- und Konkurrenzfähigkeit anderer Ge- werbe Rücksicht genommen werden muh. fortgesetzte Preissteige- rzingep aber zu Konsumeinschränkungen führen, und daß daher eine (irundsävliche Aenderung unserer Volks- und WirtschaftSpolittk er- ordcrlich sei. Beim Ablauf der Handelsverträge verlangen die Agrarier den lückenlosen Zolltarif, Zölle oder Zollerböhungen auf Obst, Gemüse, Eier usw., Aufreckfterhaltung der GctreideauSfuhrprämien und »Einfuhrscheine, die uns im vorigen Jahre 47 Millionen Mark kosteten. Utn so mehr müssenwi'runSanjederAbwehr- bewegung gegen den Zollwucher beteiligen. Die deutschen Gewerkschaften ringen um die Existenz ihrer Angehörigen. Mau kflnn unS nicht zumuten, da neutral zu bleiben. Dem Bunde der Landwirte verübelt man eS nicht, dah er mit den Konservativen zusammen arbeitet, uns aber ist es verwehrt, die gleichen Jnter- essen zu verfolgen wie die politische Arbeiterbewegung. ES wäre Gelbstmord, wollten wir da etwa mit den Schutzzollparteien zu. sammengehen; nur mit der deutschen Sozialdemo- kratie können die deutschen Gewerkschaften da zusammengehen.(Sehr wahr! und Zustimmung.) Ter Redner entwickelt dann die von unS stets vertretenen Einzelforde- runaen.gegen Staat und Gemeinde; er weist darauf hin. dah die Proletarier endlich auch gegen die Ausbeutung durch die Hausbesitzer auftreten mühten, dah wir alle Bestrebungen des VolkSwohnnngS- baue« noch mehr unterstützen müssen als bisher. Es gilt, der Aus- beutung und Auspowerung der deutschen Arbeiter entgegenzuwirken, denen der Aufstieg Deutschland« so wenig zugute gekommen ist. Für das Volkswohl kämpfen wir. wenn wir auck verdächtigt und ange- griffen werden. Unsere positive, aufbauende Tätigkeit wird uns auch die konfessionell oder parteipolitisch verblendeten Arbeiter ge- Winnen. Ich schliehe mit dem Ersuchen,- meine Resolutton ein- stimmig anzunehmen. Dre Resolution des Referenten wird«in- stimmig a n g e n-o m m e n. Dem Bureau des Kongresses ist eine Erklärung de» Genossen Dr. A rt ü r Schulz zugegangen, von der Vorsitzen- der Schlicke die Parteipresse Kenntnis zu nehmen ersucht. Die Erklärung richtet sich gegen die vom Delegierten Faah am 22. Juni verlesene Polemik gegen einen Artikel de» Dr. Schulz in den „So-zi a l i st i sch c n M o n a t S h e-f de n"- über die Stellung. nähme des Landarbciterverbandes zur Naturallöhnung und über Landarbeiteransiedelung. In der Frage der Naturallöhnung— erklärt Dr. Schulz— habe ich in den„Sozialistischen Monat». heften" dargelegt, daß die Beibehaltung einer teilweisen Löhnung in Naturalien im Interesse der Ländarbeiterfamilien und im Interesse unserer gesamten Landwirtschaft liegt, und dah deshalb der Landarbeiterverband ihre Erhaltung, nicht aber ihre Abschaf- fung erstreben sollte. Die Erklärung des Landarbeiterverbandes geht auf meine sachlichen Argumente nicht ein, sondern wirft mir mangelnde Sachkenntnis und gröbliche Entstellung vor. Ich werde an anderer Stelle beweisen, daß diese Vorwürfe unzutreffend sind. Heute beschränke ich mich darauf nachzuweisen, dah Genosse Faah noch vor einiger Zeit eine andere Meinung über meine Sachkenntnis gehabt haben muß, da er sich noch vor l�h Jahren bei mir über die Literatur auf diesem Gebiete informiert und mit mir die Landarbeiterfrage besprochen hat. DaS mir vorgeworfene wenig faire Mittel der Entstellung oder unvollständigen Wiedergabe von Zitaten wird in der Erklärung deS LandarbeiterverbandeS gegen mich angewandt(Diese Behauptung führt die Erklärung oeS Dr. Schulz näher aus.) Ich will an dieser Stelle nicht in eine ausführliche Polemik eingehen, zumal auch Genosse Faah nur den Vorwurf der Entstellung, aber nicht dasjenige veröffentlicht hat, worauf er sich etwa begründet haben sollte. Zum Schluß verwahrt fUi Dr. Schulz dagegen, daß Faah der von ihm verfaßten Erklärung von 4 Delegierten des LandarbeiterverbandeS noch für seine Person hinzugefügr habe, die Methode deS Dr. Schulz rieche nach dem Reichsverband. Demgegenüber versichert Dr. Schulz, dah ihn bei Abfassung seiner Aufsätze in den„Sozialistischen Monatsheften" lediglich der Gedanke geleitet habe, die Sache der Landarbeiter schaft, des LandarbeiterverbandeS und der gesamten Arbeiterbewegung zu fördern. Die wenigen noch unerledigten Anträge werden teils zurückgezogen, teils der Generallommisfion überwiesen. Schlußwort Schlicke»: Genossinnen und Genossen? Die erhebliche ArbeilSleistung dieses Kongresses steht noch zurück hinter der Arbeit, die sich die Münchener Genossen um das ganze Arrangement des Kongresse» gemacht haben. Wir danken den Münchenern von Herzen für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit und haben unS sehr gefreut, eine so warme und liebevolle Aufnahme zu finden.(Stürmischer Beifall.) Vor 24 Jahren wurde durch ein kleine» Häuflein von gewerk- schaftlich organisierten Genossen die Äeneralkommission eingesetzt, um die Organisationen in ihrer Aktion wirksam unterstützen zu können. Große Hoffnungen knüpfte man an diese Tätigkeit, aber die Hauptsache hatte man vergessen: Der Generalkommission auch die Mittel an die Hand zu geben, um ihre Aufgaben zu erfüllen. E» hat sich gezeigt, dah eine solche Organisation nicht von außen gegründet werden kann, sondern dah sie von unten herauf wachsen muh aus der Entwickelung der Organisation heran». Die Ereig- nisse haben unS gelehrt, dah wir nur durch die Zusammenfassung in der Generalkommission erreicht haben, dah unsere Kongresse sich, unbeschwert von kleinlichen Auseinandersetzungen, mit den trotzen Aufgaben der deutschen Gewerkschaften befassen können. >ie Debatten über den Bericht der Generalkommission sind ganz wesentlich abgekürzt worden. 1896 wurde aus dem Mihtrauen gegen die Gcneralkommission der Gewerkschaftsausschutz geboren, heute haben wir einsehen gelernt, dah wir weitere Instanzen schaffen müssen, um einheitlicher und schneller handeln zu können und die Aktionsfähigkeit der Gewerkschaften zu erhöhen. Diese Entwickelung zeigt uns. daß die Gewerkschaften doch auch einen großen erzieherisckcn Wert haben, wenn da» auch von den Gegnern bestritten wird. Fast alle Referate des Kongresses gestalteten sich u Protesten gegen den arbeiterfeindlichen Mitz- irauch der Gesetze und klangen au» in die Forderung gleichen Rechtes für un». Die Haupttätigkeit dieses Kongresses war da- neben der positiven Arbeit für die Arbeiterschaft gewidmet, in der man unS, wie die Berichte über die Handhabung des Reichsvereins- gesetze» und über die Volksfürsorge gezeigt haben, unausgesetzt zu hindern sucht. Aber auch da»st die Meinung des Kongresses ge wesen, daß unsere Kampfesorganisationen zur Hebung der Arbeiter klass« selbstverständlich nicht kampflos vom Platze abtreten würden, wenn man ihre Grundrechte beschneiden wollte.(Lebhafte Hustim- mung.) Da» ist so selbstverständlich, dah wir eS nicht besonders auszusprechen brauchen.(Erneute lebhafte Zustimmung.) Von einzelnen Punkten der Tagesordnung haben manche Genossen und auch manche Freunde im Auslände befürchtet, daß eS uns nicht gelingen toürde. diese Fragen befriedigend zu lösen. Die Er- klärung einzelner unserer Freunde haben auch erkennen lassen. daß sie mit der getroffenen Lösung nicht zufrieden sind. Ich weih aber, daß die große Mehrheit, die sich auf die jetzt versuchte Lösung Steinigt hat, dazu beitragen wird, dah auch unsere noch zweifelnden ienossen sich nach und nach mit dieser Situation abfinden und trotz de» jetzt noch bei ihnen vorhandenen Unmuts weiter geschlossen und einig mit uns arbeiten werden, den Arbeitern zum Schutz, den Unternehmern zum Trutz.(Lebhafter Beifall.) Die starke Beteili- gung unserer Freunde aus dem Auslände an unseren Verhand- lungen läßt erkennen, dah sie zu uns Vertrauen haben. Ich darf erklären, dah wir unt diese» Vertrauens würdig erweisen und uns bemühen werden, in der internationalen Familie mit zu den besten zu gehören.(Lebhafter Beifall.) Ich danke den Gästen aus anderen Organisationen und de» Vertretern der sozialpolitischen vereine. Wenn diese Herren vielleicht auch nicht von allem be- riedigt sind, waS sie hier gehört haben, so werden sie doch den Eindruck mitnehmen können, daß eS unt ernst mit unseren Be- trebungen ist, und dah wir in bezug auf die Hebung der Lage >er Arbeiter nüchtern erwägen, welche Wege am besten einzuschlagen ind. Ich halte eS für richtig, da» besonders hervorzuheben gegen- über den Angriffen, die jetzt von allen Seiten gegen uns gerichtet werden. Ohne Uebertreibung darf ich wohl sagen, daß sich unsere Situation in den 25 Jahren, seitdem wir ein Zusammenwirken der deutschen Gewerkschaften haben, gegen früher eigentlich wenig ver- ändert hat: Feinde ringsum, Verleumder ringsum möchte ich sagen.(Sehr wahr!) Wir streben die Gleichbercch- tiguna der Arbeiter an, wir haben auf diesem Gebiete, wie mancher Abschluß der Kämpfe mit den Unternehmern beweist, auch schon einige Fortschritte gemacht; es ist aber unserer gewerkschaftlichen Bewegung, trotzdem sie auf diesem Gebiete schon Anerkennung gefunden hat. nicht möglich gewesen, auch dieienigen Kreise zur Gewährung der Gleichberechtigung zu bewegen, die da» gröhtc Interesse daran haben mühten, sie anzuerkennen. D i e G e w e r k- chaftSbeweguna sorgt dafür, daß die Arbeiter- ilasse nicht vollitändia degeneriert, dah sie em- porgehoben wird: wahrhaftig nicht zuletzt im Interesse der Gemeinwesen, mögen sie sich nun Gemeinde, Staat oder Reich nennen.(Lebhafte Zustimmung.) Unsere Aufgabe bleibt c» also, im unentwegten Kampfe gegen alle unsere Widersacher die Gleich. berechtigung zu erzwingen, die uns geradezu unbegrciflicherweise vorenthalten wird. In der Ueberzeugung, daß diese Aufgabe alle unsere Kräfte erfordert, und dah wir sie ihr auch widmen wollen, fordere ich Sie auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Die der Generaltommission angeschlossenen Gewerkschaften leben hoch! Tie Delegierten haben sich erhoben und bringen ein be- geisterieS. dreimal durch den Saal donnerndes Hoch auf die deutschen Gewerkschaften aus. Mit einer BeifallSsalve dankt der Kongreß dem Präsidium seine Arbeit. Darauf singen die Delegierten die erste Strophe Arbeitermarseillaise. Beim Auseinandergehen des Kongresses wird den Münchener Genossen noch von vielen Delegierten beson- deri gedankt._ für der wer trägt öle Schuld! Es ist kein Zufall, dah fast zu derselben Zeit sowohl die Vertreter der freien Gewerkschaften auf dem Gewerkschaftskongreh als auch die von der AuSiunftSstelle für Heimarbeitsreform in Berlin eingeladenen Sachverständigen gegen die jetzige Kranken- Versicherung für da? Hausgewerbe Stellung ge- nommen und eine Aenderung des Gesetzes verlangt haben. Denn die Erkenntnis herrscht jetzt in allen beteiligten Kreisen, dah die Durchführung dieser Versicherung so, wie eS die ReichSversicherungS- ordnung vorschreibt, je länger desto weniger erträglich wird. Dies ist um so bezeichnender, da die verfehlten GesetzeSbestim- mungen gerade die Aermsten der Armen schädigt und diese Schädi» gung nicht unerwartet eingetreten ist. Bei der Beratung der ReichSversicherungSordnung im Reichstage haben es unsere Genossen wahrlich nicht daran fehlen lassen, auf die schweren Schäden hin- zuweisen, die eine solche Art der Krankenversicherung zur Folge haben muh. Di« Versicherung deS Hausgewerbes ist noch umständlicher und ihre Durchführung daher noch kostspieliger als die allgemeine Krankenversicherung. Demgemäß gewährt die Versicherung den .Hausgewerbetreibenden und ihren hauSgewerblich Beschäftigten im Falle einer Erkrankung viel geringere Leistungen, als es bei der allgemeinen Versicherung der Fall ist; trotzdem sind die Beiträge für die Versicherung de» HauSgewerbeS verhältnismäßig sehr hoch. Allerdings stöht die Versicherung des Hausgewerbes auf eine besondere Schwierigkeit. In der allgemeinen Krankenverfich-rung wird der Versicherungsbeitrag für den einzelnen Arbeiter bemessen nach dem Lohn, den der Arbeiter von dem Unternehmer durch- schnittlich für jeden Arbeitstag erhält. Für die Hausgewerbetreibenden und ihre hausgewerblich Beschäftigten ist es aber oft sehr schwierig, ja ganZ unmöglich, festzustellen, wieviel sie durchschnittlich an einem Arbeftstage im Dienste des einzelnen Unternehmers verdienen. Denn zu der Eigenheit deS Hausgewerbes gehört gerade, so heißt es hierüber in der Begründung der Reichsversicherungsordnung, dah diese Arbeiter eine gewisse persönliche Selbständigkeit haben und selbst über die Einteilung ihrer Zeit verfügen, dah sie selbst den Beginn, den Umfang und die Reihenfolge der Arbeit bestimmen. Schon dann, wenn der HauS- gewerbetreibende fortlaufend und auSschliehlich für denselben Unternehmer tätig ist. wird die Zeit recht verschieden sein können. in der er eine bestimmte Arbeit herstellt. Je nach Geschicklichkeit und Arbeitskraft erledigt der eine das in einer Woche, wozu ein anderer zwei und mehr Wochen braucht. Treibt aber der HauS- gewerbetreibende nebenher noch eine andere Beschäftigung, oder ist er hausgewerblich gleichzeitig für mehrere Unternehmer oder teilweise für eigene Rechnung tätig, so kann sich das Fertigstellen der nämlichen Leistung auf viel längere Zeit hinausziehen. Dabei wird da« Beschäftigungsverhältnis deS Hausgewerbetreibenden zu dem Unternehmer die ganze Zeit hindurch nicht unterbrochen und ebensolange läuft die Versicherung fort. Dem Unternehmer kann billigerweise nicht zugemutet werden, für eine Arbeit, die ihm der Hausgewerbetreibende in einer Woche hätte liefern können, viele Wochen hindurch fortlaufend Beiträge an die Krankenkasse zu zahlen. Umgekehrt kann die Krankenkasse nicht auf die Beiträge für die ganze Zeit verzichten, da der Hausgewerbetreibende in der ganzen Zeit Mitglied der Kasse ist und die Kasse für ihn im Falle einer Erkrankung während dieser Zeit eintreten muh. Bei der Invalidenversicherung hat man dieselbe Schwierigkeit zunächst dadurch überwinden wollen, dah man den Beftrag de« Unternehmers nach der Zeit bestimmte, die durchschnittlich ein Arbeiter für die Arbeit braucht. Es stellte sich indessen heraus. dah das Abschätzen dieser Zeit zu umständlich und unsicher ist. Einige Versicherungsanstalten haben deshalb für gewisse hau?» industrielle Bezirke die Berechnung der Unternehmerbeiträge nach Prozenten deS Entgelt» angeordnet, die der einzelne Unternehmer dem Hausgewerbetreibenden bezahlt. Diese» Vorbild ist bestimmend für die Krankenversicherung de« HauSgewerbeS geworden. Die Unternehmer haben 2 Proz. de« Entgelt? für ihre Hausgewerbetreibenden an die Krankenkasse zu zahlen. Dabei ist vorausgesetzt, dah diese Zahlungen ungefähr die Hälfte der Ausgaben decken werden, die die Kasse durch ihre hausgewerblichen Mitglieder hat. Am 1. Januar nächste» Jahre» wird auf Grund der Erfahrungen die Höhe der Unternehmer» zahlungen neu festgesetzt und immer wieder nach einigen Jahre» berichtigt. Der Hausgewerbetreibende entrichtet für sich und seine hau»- gewerblich Beschäftigten Beiträge an die Kasse. Die Beiträge sind so zu bemessen, dah sie die andere Hälfte der Last decken, die die Kasse durch ihre hausgewerblichen Mitglieder hat. DaS Krankengeld des Hausgewerbetreibenden und der von ihm hauSgewerblich Be- schästigten richtet sich nach den Zahlungen deS Unternehmer«: so- weit diese weniger betragen als die Beiträge des Hausgewerbe- treibenden, wird das Krankengeld entsprechend gekürzt.— Diese» Verfahren ist mit einer Unmasse von Arbeit und Koste» der Kasse verknüpft und wirkt dadurch nur um so schädlicher, da die Leistungen der Kasse um so geringer sein müssen, je höher die Verwaltungskosten sind. AuS diesem Grunde tritt hier am schärfsten auch die Ungerechtigkeit hervor, die in der Verteilung der Ver- sicherungSkosten nach der Höhe de» Arbeitslohn» liegt. Der Kleinmeister, der denselben Arbeitslohn wie ein groß- kapitalistisches Unternehmen bezahlt, kann auS der Arbeit seiner Arbeiter bei weitem nicht denselben Verdienst wie die groß» kapitalistischen Unternehmer ziehen. Deshalb belastet der nach de« Arbeitslohn berechnete Kassenbeitrag verhältnismäßig die Klein- meister viel stärker al» die Grohkapitalisten. Die Unternehmer sollten denn auch nach der Höh« de« Gewinns auS ihren Unternehmungen zu den Beiträgen für die Arbeiterdersicherung herangezogen werden. Die bürgerlichen Parteien und Negierungen dachten aber bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung und der Einführung der Krankenversicherung für daS Hausgewerbe ganz und gar nicht an eine solche Verbesserung der Arbeiterversichcrung. Ihre Be- mübungen waren vor allem darauf gerichtet, den Arbeitern daS Gelbstverwaltungsrecht in ihren Ortskrankenkassen zu entreißen und möglichst viele Arbeiter in die Landkrankcnkassen zu bringen, wo die Versicherten nicht einmal das Recht zur Wahl ihrer Ver- treter im Vorstand und Ausschuß haben, und die Leistungen der Kassen bis auf» äußerste herabgedrückt werden können. So zwängten die bürgerlichen Parteien und die Regierungen auch die Hausgewerbetreibenden und ihre hauSgewerblich Beschäftigten in die Landkrankenkassen hinein, während die Sozialdemo- k r a t e n dafür eingetreten sind, dah die Hausgewerbetreibenden und die von ihnen Beschäftigten unter keinen Umständen noch schlechter gestellt werden al» die anderen gewerblichen Arbeiter» also Mitglieder der OrtSkrankenkassen werden. AIS die Sozialdemokraten hiermit nicht durchdrangen, wollten sie wenigsten» dort, wo die Verhältnisse am einfachsten liegen, die Hausgewerbetreiben» den vor den schlimmsten Schäden schützen. Sie beantragten: Ist dem Unternehmer die Zahl der beschäftigten Hau»- gewerbetreibenden und der von diesen wiederum beschäftigten Personen bekannt, so gelten für dies« Hausgewerbetreibenden und deren Beschäftigte die Bestimmungen der allgemeinen Kran- kenversicherung. Auch diesen Antrag stimmten die bürgerlichen Parteien nieder. Daher tragen die bürgerlichen Parteien die Schuld an der kläglichen Krankenversicherung für das Hausgewerbe. Onittung. Für den verein»rbeiter.Jugcndhei« gingen w Trepto» Baumschule«weg solgende freiwillige B-ttrige ein: ®0I!®J'aH �>T� 10,--. Von den Kollegen und Kolleginnen 8 Firma R. Bosse u. To 15,55 Von den organifietten Kollegen de» S«rij-w baue» der Firma Dr. Paul Meyer 5,—. Amtlicher Marktbericht der slädtilchen MarNhallen-Direvron über de» Grohbandel in den Zeniral-Nortthallen.(Ohne verbindlichlcit.) Sonnabend, den 27. Juni. Fleische Rindftcisch per 50 k- M.- Ochsen- fleisch I»<2—84, do II» 56—71, do. 171» 57-6«:«ullenfleisch I» 70-7«. do. II» 62-66: Kühe, seit 45-5«. do. mager 85-45. Fresser 60-65, d° Holl- 50—60: Bullen, dän. 40-60. Kalbfleisch: Doppellender 107-127: Maftkalber l» 88— 100, do. II» 72—82: Kälber ger. gen. 42—58..Hammel» fleisch: Rastlammer S0-g2: Hammel I» 77— 8S. do. CU 69-76, do. auftrat—-,—; ächale 75— 80. Schwetnefteisch 52—58.—» i e r: Landeier 360—8,80; Trinleier 4,00-4 20.— Butter: Mollereibutter v« 5° k£ �IP01 Landbutter 70-80.— Gemüse, inländische»: Rhabarber. Hamb. 100 Bund 1.75—3,30, do.. hiesiger 1,60-2,00; Kartoffeln, marnum bonum 50 kg 4 00—4,25, Dohltmami 3/45—3,75, runde, weihe 3,50—3,75, Dabersche 3,75-4,00; Porree. Schock 1,00-1,50; Spinat 50 kg 5,00—7,00; -Schoten 7,00—10,00; Mohrrüben, Schockbund 1,00—1,50; Champignon 60 kg 30,00-35; Kohlrabi. Schock 0,40-0.70;«trsmzlohl, rhein. 100 Köpf« 09�0-00.00: do. diesiger Schock 4.00-7.00:»wmentohl. Erfurter 100 Stck. 10,00—20,00; Meerrettich, Schock 3,50—14,00; Peterfilienwurzel. neu«, Schock- Nr. 173. 31. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 28. Juni 1914. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Die Liquidität der deutschen Wirtschaft. Noch sind die Lobgefänge auf die deutsche Wirtschaft, die seit einigen Wocher von allen Seiten angestimmt worden sind, nicht verklungen, als der Leiter der Reichsbank die Banken wiederum an ihre mangelhafte Liquidität erinnert und einen scharfen Mißton in den allgemeinen Chorgesang hineingebracht hat. Die Reichsbank fordert die Banten auf, ihre Barreserven und Giroguthaben zu erhöhen, damit die Liquidität des deutschen Kreditwesens verbessert wird. Es sind ungefähr sechs Jahre vorüver, seit im Gebäude der Reichsbank die Fragen der Liquidität des deutschen Wirtschaftslebens ernstlich diskutiert wurden. Unter dem Einfluß der amerikanischen Geldfrise von 1907 wurde eine Bankenquete" veranstaltet, die aber keine wesentlichen Resultate zeitigte. Alles blieb beim alten. Dann kamen die Marrokfowirren, und das deutsche Wirtschaftsleben hatte eine ernste Probe zu bestehen. Man erzählt, daß sich Wilhelm bei einigen Führern der Bankwelt über die finanzielle Kriegsbereitschaft Deutschlands erkundigt und nur eine ausweichende Antwort bekommen habe, worauf er berſtimmt gefagt haben soll:„ Wenn ich Ihnen diese Frage das nächste Mal stelle, meine Herren, so erwarte ich eine andere Antwort!" Ob die Geschichte sich tatsächlich so abgespielt hat oder bloß eine derjenigen Anekdoten darstellt, die die Zeitgenossen gewöhnlich zur Charat teristik der Situation erfinden, weiß man nicht. Sicher ist, daß die Finanz während der Marokkokrisis auf die Politik einen starken Druck ausgeübt hat. Um sich in der Zukunft freiere Bewegung zu sichern, beginnt die Reichsbank seitdem energischer auf die Stärkung der finanziellen Kriegsbereitschaft hinzuarbeiten Zunächst entschloß sie sich, ihren eigenen Goldbestand zu erhöhen. Hatte doch Ende 1910 die Bank von Frankreich einen Goldbestand von 3279,4 Millionen Frank, während die Reichsbank nur einen solchen von 661 Millionen Mart aufweisen konnte. 3wei Wege standen ihr dabei frei: die Banten zur Vergrößerung ihrer Giroguthaben bei ihr zu veranlassen oder das Gold aus dem freien Verkehr herauszuziehen. Nach einer Schäßung des amerikanischen Münzdirektors befanden sich nämlich 1910 im freien Verkehr in Deutschland 2400 Millionen Mark Goldmünzen, in Frankreich das gegen bloß 1064 Millionen Mark. Nun hat die Besteuerung des Schecks die Ausbildung des Scheckverkehrs unterbunden und dadurch die Konzentration des Goldes in der Reichsbant erschwert, und man mußte andere Mittel anwenden, um das Gold aus dem Vertehr herauszupumpen. Ein solches Mittel ist in der Herausgabe bon fleinen Noten im Betrage von 20 und 50. M. gefunden. Nach den Ermittelungen der Reichsbank verdrängen die Zwanzigmartnoten das Gold fast vollständig aus dem Verkehr, während die Fünfzigmarknoten diesen 3wed nur zu einem Trittel erfüllen. 1906 wurde der Reichsbank erlaubt, bis 300 Millionen Mart solch Kleiner Noten auszugeben. Die Reichsbank hat aber diesen Betrag weit überschritten und Ende 1913 waren 260,67 Millionen 50- Martund 421,15 Millionen 20- Mart- Noten in Umlauf. Auf diese Weise konnte die Reichsbank aus dem Verkehr ungefähr 508 Millionen Mark Gold herausziehen und ihren Status verbessern. Von 1908 bis 1913 ist ihr Goldvorrat um 400 Millionen auf 1170 Millionen Mart angestiegen und seitdem steigt er immer mehr, und es erhöht fich das Deckungsverhältnis für die Noten, obgleich es z. B. noch weit von dem französischen entfernt ist. Die Bank von Frankreich hatte 1913 durchschnittlich einen Goldbestand von 3218. Millionen Mart gegen einen Notenumlauf von 4591 Millionen Mart, also eine Deckung von 70 Proz; bei der Reichsbank standen im Jahresdurchschnitt den 1067 Millionen Gold 1958 Miillonen Mark Noten entgegen, was eine Deckung von 54 Proz. ausmacht. Holi dehnung der Spekulation ein Ziel zu sehen. Vorläufig ist aber| Mark oder auf das 3,5fache der eigenen Mittel stellten. Demimmer noch sehr wenig erreicht worden: bloß die Wechselbestände gegenüber betrugen ihre Kassenbestände int ganzen 27,8 Millionen der Banken sind angewachsen, die sonst zum Teil bei der Reichsbank Mart und das Guthaben bei Banken und Vereinen 57,36 Millionen redisfontiert werden. Mart. Der Kassenbestand machte also etwas über 2 Proz. und So betrugen die eigenen Kapitalien der deutschen Banken einschließlich der Guthaben bei Banken etwas über 7 Proz. der mit über 10 Millionen Aktienkapital zu Ende 1908 2855,24 Mil Verbindlichkeiten aus, von denen nicht weniger als 451,6 Millionen lionen Mark, die ihnen anvertrauten fremden Gelder( Depositen Mart sofort kündbar waren! und Kreditoren, ohne Afzepte) 5943,87 Millionen Mark. Ende Noch viel schlimmer steht es mit der Liquidität der ändlichen 1913 stellte sich das Eigenkapital auf 3381 und die fremden Gelder Genossenschaften. Die eigenen Mittel von 200 Genossenschaften des auf 8026 Millionen Mart. Einem Zuwachs ber eigenen Kapitalien Reichsverbandes, deren Bilanzen Mehler untersucht hat, beirugen in der Höhe von 500 Millionen entspricht ein Anschwellen der 1910 3,19 Millionen Mart; ihre Verbindlichkeiten stellten sich auf fremden Gelder im Betrage von faft 2,1 Milliarden Mark. An 46,8 Millionen, ihr Kassenbestand auf 0,88 und Bantguthaben auf Bar und Bantguthaben hatten diese Banten 1908 803,6 Millionen 5,29 Millionen. Die Deckung der Verbindlichkeiten durch Bar und 1913 1120,8 Millionen oder um 300 Millionen Mart mehr. betrug also 1,9 Proz. und einschließlich Bankguthaben 13 Proz. Das Deckungsverhältnis stellte sich somit auf 13,5 und 13,9 Proz. Bei 100 Genossenschaften des Raiffeisenverbandes waren im der Verbindlichkeiten. Aber auch diese geringe Verbesserung der ganzen nur 0,8 Millionen Mark eigene Mittel und 20,3 Millionen Liquidität ist nicht nur unausreichend. Beträgt doch das Deckungs- Schulden, so daß die Verbindlichkeiten 2591,5 Prozent der verhältnis in England über 15 Proz. Nein, sie ist in der Wirk- eigenen Mittel ausmachten! Und obgleich sie in diesem Maße lichkeit gar nicht vorhanden. Gegen Jahresende wird die Bilanz verschuldet sind, hielten sie fast gar keine Barbestände vorrätig, frisiert, geputzt. Einige Tage darauf verschwinden die„ Bar- die zusammen mit den Bankguthaben nur 0,53 Millionen Mart bestände" wiederum. Aus den zweimonatlichen Bilanzen der betrugen. Wir haben hier also eine Dedung von bloß 2,6 Proz.! Banken weiß man, daß die Deckung durchschnittlich bloß 4,2 Proz., Auf dem Münchener Bantiertag von 1912 wies Helfferich bei den Berliner Großbanten 4,7 Broz., zeitweilig aber auch noch darauf hin, daß es mit der Liquidität der Zentralgenossen. weniger beträgt. Tatsächlich halten die Banken auch gar keine schaftstaſſe ebenfalls sehr schlecht bestellt ist. Gnde 1911 beBarreserven, sondern lassen in ihren Kassen bloß soviel Geld als trugen ihre Barbestände und Giroguthaben 2,1 Millionen bei der tägliche Verkehr fordert. Jede mehr oder weniger starke Gr- Verbindlichkeiten von rund 100 Millionen Mart. Man sieht darschütterung des Geldmarktes muß deshalb sie in eine schwierige aus, daß auch die Zentralgenossenschaftstasje feine Stüße für die Lage versehen. einzelnen Kassen darstellen kann, daß sie vielmehr selbst in Krisenzeiten auf die Hilfe der Reichsbant angewiesen ist. So beanspruchte sie Ende 1907 die Reichsbant mit 67 Millionen Mark, während sämtliche Berliner Kreditbanken der Reichsbant nur 54 Millionen entnommen hatten. Nun fordert die Reichsbank, daß die Banken ihre Barbestände und ihre Giroguthaben bis zu 10 Broz. ihrer Verbindlichkeiten erhöhen sollen. Dazu ist nach Berechnung der" Franff. 3tg." eine Vermehrung dieser Summen bei sämtlichen 92 Banken um 451,2 Millionen notwendig, was einen Zinsverlust von 13,5 Millionen Mart, gleich 0,5 Proz. des Grundkapitals, bedeuten wird. Natürlich werden sich die Großbanken dank ihrem Kartell auf Kosten der Borger schadlos halten können. In der ersten Zeit wird dies aber zur Einschränkung des Kredits führen müssen, und dieser Umstand hat die Börse besonders verstimmt. Sie hat auf die relative Geldflüssigkeit schon ihre Hoffnungen gesetzt und fühlt sich jetzt bitter enttäuscht. Man darf sagen, daß die Reichsbank einen günstigen Moment gewählt hat, um diese Maßnahme durchzusehen. In einer Zeit wirtschaftlichen Stillstandes, wenn der Reproduktionsprozeß unterbrochen ist, sammelt sich in den Kassen der Banken das freiwerdende Kapital, die daher auch leicht größere Barbestände werden halten können. Ob jie aber dann, wenn die Welle der Hochkonjunktur wiederum hochzugehen beginnen wird, diese Kapitalien noch bei sich behalten werden, darf als sehr zweifelhaft erscheinen. Da die Banten doch im Durchschnitt nur etwa 7-8 Proz. als Dividende verteilen, so bedeutet ein Abzug von 0,5 Proz. schon einen beträchtlichen Verlust. Die englischen Banken arbeiten in viel höherem Maße mit fremden Kapitalien und weisen auch viel höhere Gewinne auf als die deutschen Banken. Sie vermögen und müssen auch geschäftsmäßig hohe Barreserven haben. In Deutschland handelt es sich aber in der Hauptsache um eine Stärkung der imperialistischen Aktionskraft des Reiches. Daher ist beispielsweise Helfferich von der Deutschen Bank ganz für diese Maßnahme, während die kleineren und mittleren Banten die Zeche zahlen müssen. Sie werden sich dagegen wehren und bei der ersten besten Gelegenheit weiterhin wie früher darauflos spekulieren. Vor allem muß aber betont werden, daß mit der Erhöhung der Barbestände der Banken das Problem der Liquidität der deut schen Volkswirtschaft gar nicht gelöst ist. Mit der Liquidität der anderen Kreditinstitute, Genossenschaften, Sparkassen usw., steht es noch schlimmer als mit der der Banken. Dr. Hans Melzer( Das Depositenwesen in Deutschland) Indem so die Reichsbant ihre eigene Lage im allgemeinen teilt nach dem Jahrbuche des Allgemeinen Verdoch gestärkt hatte, juchte sie gleichzeitig auch auf die Banten ein- bandes der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftszuwirken, um diese zur Erhöhung ihrer Barbestände zu ver- genossenschaften von 1910 mit, daß sich die eigenen Mittel anlassen. Sie hatte den Diskontsak auf große Lombardkredite der 1011 Kreditgenossenschaften dieses Verbandes auf. 318,57 Milerhöht und verschiedene Wechsel abgewiesen, um der raschen Aus- lionen Mark, ihre Verbindlichkeiten aber auf 1127,36 Millionen Und wie steht es mit den Sparkassen? 1911 besaßen sie ein Vermögen von 619,3 Millionen, denen Einlagen von 10 332,7 Millionen gegenüberstanden. Mit anderen Worten, die Einlagen betragen 1668 Proz. der eigenen Mittel. Der Kassenbestand stellte sich aber nur auf 139,3 Millionen, d. h. auf bloß 1,3 Proz. der Einlagen! Dabei haben die Sparkassen ihre Mittel in nur sehr schwer realisierbare Hypotheken gestedt; ein Viertel der öffentlichen Sparkassen hat über 75 Proz. und eine weitere Hälfte 50 bis 75 Proz. der Mittel in Hypotheken festgelegt. Es gibt aber Spartassen, die beinahe ihren ganzen Bestand in Hypotheken gestedt haben. Eine jede Erschütterung des Geldverkehrs muß doch natur gemäß in erster Linie diese Institute in eine verzweifelte Rage bringen. Der Ausbruch eines Krieges wird in erster Linie einen Run auf die Sparkassen bringen, weil dort das Geld des fleinen Mannes liegt, der es in Krisenzeiten notwendig braucht. Will man also sich vor großen Erschütterungen schüßen, so müßte man darauf in erster Linie achten, daß die Sparkassen und Genossenschaften eine liquidere Politit treiben sollen. Allein, das liegt nicht im Interesse der Agrarier, die bei ihnen billigen Kredit haben wollen. Die Agrarier bewilligen Steuern zu Rüstungszweden, wollen aber selbst zu ihnen nichts beitragen. Sie fordern eine bessere finan zielle Kriegsbereitschaft, aber ebenfalls auf Kosten anderer, des städtischen Kredits. Sie wollen weiterhin so wirtschaften wie früher und überlassen es anderen, für die Festigung des Kreditwesens zu sorgen. Und wenn der Krieg da ist und ein paar hundert arme Leute um ihre sauer ersparten Groschen kommen, iver fümmert sich darum? Der Zusammenbruch einer größeren Bank, die Erschütterung der Börse, das macht Effett, das fann auf die Kriegs. lage wirken. Das muß daher verhindert werden. Es handelt sich also bloß um Rüstungsvorbereitungen, nicht um Maßnahmen im Interesse der Sparer. Diese mögen für sich selber sorgen. Frauen- Leseabende. i Karlshorst. Statt des Leseabends findet ein Ausflug der Frauen am Mittwoch, den 1. Juli, statt, nach Tabbert, Oberschöneweide. Treffpunkt nachmittags 3 Uhr am Bahnhof. Nowawes. Dienstag, den 30. Juni, abends 8%, Uhr, im Rofal vex Hiemte, Wallstr. 55: Vortrag. Wir liefern direkt an Private als Spezialität: Engros- Lager gediegene& in-, Zwei-« Drei- Zimmer- Einrichtungen Möbel Engrasager Berliner Tischlerund Tapezierermeister Albert Gleiser: Alexanderplatz 796 abing ma Berlin C. 33 Alexanderstrasse 42 U. in erstklassiger Ausführung zu konkurrenzlos billigen Preisen. 10 Jahre Garantie. Schlafzimmer: M. 183, 219, 270, 326, 428, 532 bis 3500. Beste Verarbeitung. Speisezimmer: M. 296. 333, 426, 505 bis 4000| Wohnsalons: M. 242, 369, 429, 543 bis 2500 Herrenzimmer: M, 209, 328, 487, 550 bis 3000 Neuzeit!. Küchen: M. 51, 58, 75, 93 bis 450 Ständiges Lager von ca. 500 Einrichtungen. Enorme Auswahl bis zum Auserlesensten. Illustrierter Katalog m. Referenzen gratis. Frankolieferung durch ganz Deutschland. direkt ab Fabrikgebäude. Bis 150 km durch eigene Möbelautos. Reiser's S Hervorragend billiges Sonder- Angebot Herren Stiefel: braun Boxcalf Schnürstiefel Orig. Goody. 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Stenographie und Arbeiter- Stenographenbewegung. Ref.: 25186 Allgemeiner Arbeiter- Stenographenbund. Drtsgruppe Berlin. Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter und -Arbeiterinnen Deutschlands Achtung! Filiale Berlin. Achtung! Mittwoch, den 1. Juli 1914, abends 8 Uhr, in den Musikerfälen", Kaiser Wilhelm Straße Nr. 31: T 3 Mitglieder- Versammlung. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Da dieselbe sehr wichtig ist, erwarten wir, daß die Kollegen sämtlich anwesend find. 76/14 Der Vorstand. Arbeiter und Arbeiterinnen! Erscheint in Massen! Verband der Sattler und Portefeuiller. Der Einberufer: P. Hoffmann, Königsberger Str. 28. Dienstag, den 30. Juni 1914, abends 8 Uhr, im großen Saale der Berliner Bockbrauerei, Fidicinstraße: Geffentliche Volks- Versammlung. Tagesordnung: 1. Denkmalsschutz und Klassenjustiz. Referent: Dr. Rudolf Breitscheid. 2. Diskussion. 206/ 10* Der Einberufer: Heinrich Schröder, Berlin, Hagelbergerstraße 53/54. Oeffentl. Volksversammlung Dienstag, den 30. Juni 1914, abends pünktlich 8 Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24. Tagesordnung: Aus russischen Kerkern. Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ernst Reuter mit erläuternden Lichtbildern. Zu der Versammlung werden Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. verausgabt, die in nachfolgenden Ausgabestellen zu haben sind: Bigarrengeschäft Schrödor, Hagelberger Straße 54/55. Bigarrengeschäft Horsch. Engelufer 15. Bigarrengeschäft Baumann, Rungestraße 30. Bureau des 4. Wahlkreises, Stralauer Blag 10/11. Bon 9-1 und 5-7 Uhr. Borwärts"-Spedition, Petersburger Blaz 4. Bigarrengeschäft Schneider, Hufelandstraße 30. Borwärts"-Spedition Mars, Greifenhagener Straße 22. Zigarrengeschäft Binner, Tresdomstraße 86. Restauration Dieseler, Brunnenstraße 150, im Sof. Restauration Friedrich, Gerichtstr. 19. Restauration von Baersch, Oldenburger Straße 10. Konfum, Produktiv- und Sparverein Zehlendorf und Umgegend eingetr. Genossensch. m. b. Haftpflicht. Montag, den 6. Juli cr., abends dorf, Karlstr. 12: 8, Uhr, bei W. Mick, Behlen Ortsverwaltung Berlin. Branchen- Versammlungen Geſchirr- Brauche: wittwoch, den 1. Zboj, metot. 105, im Juli, abends 8%, Uhr, Vereinshaus Südost", Melchiorstr. Sonnabend, den 4. Juli, abends 8, Uhr, Treibriemen- Branche: in Schulz' Brachtsälen, Münzstraße 17, Eingang Königsgraben. Portefeuilles- und Reiseartikel- Brandje faut aus. Militär- Branche: Brachtsälen Alt- Berlin, Blumenstr. 10. Mittwoch, den 1. Juli, abends 6 Uhr, in den General- Versammlung.inoleumleger und Teppichnäher: Tagesordnung: 1. Vortrag:„ Das Betriebskapital der Konsumgenossenschaften". 2. Geschäfts- und Kassenbericht. 3. Mitteilung über die Revision durch den Verbandsrevisor. 4. Beschlußfassung über ein neues Statut. 5. Wahlen: a) zum Vorstand, b) zum Aufsichtsrat. 6. Bereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 105/12 Der Auffichtsrat: Otto Jäkel. Wilh. Jakob. Allgemeine = Linoleumleger und Teppichnäher: Mittwoch, den 1. Juli, bei Weihnacht, Grünstr. 21. abends 8 Uhr, Wagen- Branche: voch, den 1. Juil, abends 8%, Uhr, im Ges werkschaftshause, Engelufer 15. Zahlreichen Besuch dieser Versammlungen erwarten 156/19 Die Branchenleitungen. Deutscher Bauarbeiter- Verband Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Am Mittwoch, den 1. Juli, abends 6 Uhr, findet im Seal I des Gewerkschaftshauses eine Orts- Krankenkasse tatt. Spandau. Am Montag, den 6. Juli, abends 8, 1hr, findet im Hotel zum Stern eine statt. Außerordentliche Ausschuß- Sitzung Tagesordnung: 1. Bewilligung von Kaffenmitteln für den Besuch der Krankenkaffenversammlung in Darmstadt.( Doppelte Majoritäten.) 2. Wahl bott drei Ausschuß bertretern( einen Arbeitgeber und awei Arbeitnehmer) in eine gemischte Stommission zur Stellungnahme des Antrages des Geschäftsführers, betr. Bergrößerung der Bureauräume. 3. Kleine Anfragen. NB. Anfragen, welche eine Einsicht nahme in die Aften erforderlich machen, müssen mindestens drei werden. Der Ueberschuß wird dem Deutschen Hilfsverein für die politi- age borber bent Vorstand schriftlich schen Gefangenen Rußlands zugewendet. 199/20 Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstraße 2. Sechster Wahlkreis. Dienstag, den 30. Juni, abends 8 Uhr, im Prater- Theater, Kaftanienallee 7/9: Oeffentliche politische Versammlung. Tagesordnung: Der Charlottenburger Denkmalsprozeß und Klaffenstaatliche Rechtsprechung. Referent: Reichstagsabgeordneter Georg Ledebour. Freie Aussprache. Arbeiter und Arbeiterinnen! Männer und Frauen! Es ist Ehrenpflicht, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Einberufer: Friedrich Stäffler, Pantstr. 65. 228/16 Dritter Wahlkreis. Die Ausschußvertreter erhalten noch eine besondere Einladung. Der Vorstand. D. Weber, Borsitzender. 275/15 Allgemeine Ortskrankenkaffe der Stadt Berlin Schöneberg. Verfammlung Tagesordnung: 1. Sektionsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. Mitgliedsbuch legitimiert. NB. Auf wiederholte Anfragen geben wir zur Kenntnis, daß die Sperre über den Schulhausbau Pallas. Ede Elßholzstraße weiter. besteht, da die Differenzen noch nicht beigelegt find. 143/6 Die Sektionsleitung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Ortsverwaltung Berlin. Montag, den 29. Juni, abends 8 Uhr: General- Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 4. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den Bericht vom Verbandstage. 2. Wahl der Preßkommission. 3. Wahl des Gauvorstandes. 4. Bericht vom Gewerkschaftskongreß. Schirmmacher. Dienstag, den 30. Juni 1914, abends 8%, Uhr, im Lokale von Stein, Stralauer Brücke. Tagesordnung: Nachdem auch die Wahl der 1. Bericht vom Verbandstagee. 2. Branchenangelegenheiten. Borstandsmitglieder für die Gruppe der Arbeitgeber erfolgt ist, find nunmehr in den Borstand eingetreten die Herren Fabrikbefizer Ernst Bentheim, Buchdruckereibefizer Senf, Direktor Marquard. Aus dem Kreise der Arbeitnehmer gehören dem Vorstand an die Herren Lagerverwalter Frik Krufow, Mechaniker Paul Körlin, Buchdruder Otto Brünner, Rohrleger Eduard Siebert, Redakteur Arthur Schuldt, Spanner Nudolf Grundmann. Berlin- Schöneberg, 27. Juni 1914. Der Vorstand. F. Krukow. 275/14 Edkreftaurant mit Kino- Aus. schank umständehalber sofort zum Inventarpreis zu berkaufen. Offerten unter B. S. 37 an den Kolonialfriegerdant, Annoncen 273/15 Dienstag, den 30. Juni 1914, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Expedition, Berlin W 35. Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Der unabhängige preußische Richter. Referent: Reichstagsabg. Dr. Oskar Cohn. 2. Kreisangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. NB. Mm Montag, ben 13. Juli, findet in der Renen Welt" bas Sommerfest statt. Mittwoch, den 1. Juli, abends 8% Uhr: Vertrauensmännerversammlungen der Bezirke und Branchen. Die Versammlungslokale werden am Dienstag bekanntgegeben. 89/15 : Die Ortsverwaltung. : Die reellsten und solidesten::## MÖBEL liefert anerkannt seit 36 Jahren die Möbelfabrik von Schulz, Richager, mit langjähriger Garantie zu äußerst billigen Kassenpreisen und gegen Zinsvergütung auch auf Teilzahlung. Größte Auswahl in moderner Ausführung in allen Preislagen von 240 bis 10 000 M. am Lager. Freireligiöfe Gemeinde Am Mittwoch, den 1. Juli, abends 8%, Uhr pünktlich, in ,, Alt- Berlin", Blumenstr. 10: ++++ Beschließende Versammlung.++++ Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag von Dr. M. Baege: Der Wert der Wissenschaft". 218/ 12* Die Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. 54/14 Der Vorstand. 6666666# 99339 Lichtenberg. Unserem Genoffen Otto Lindemann nebst Gattin die herzlichsten Glüdwünsche zur Silberhochzeit. Die Genossen d. 27. Gruppe. 99996666666 Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f.d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Frankfurter Viertel. Bez. 260. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schneider Franz Bankowski Langeftr. 108, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 30. Juni, nach mittags 5 Ubr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichs. felde aus ftatt. 214/12 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 4. Abt. Bezirk 550. der Am Sonnabend, den 27. Juni, verstarb unser Genosse, Schlächter Karl Wille am Schliemannstraße 7. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 29. Juni, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes in der Landsberger Allee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 26. Juni verstarb unsere Parteigenessin Alma Loeser Prinz- Handjery- Str. 46, 20. Bezirk. am Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 29. Juni, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen halle des Neufölner GemeindeFriedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Lichtenberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Gürtler Karl Boost Mühlischstr. 31, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 28. Juni, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Gemeinde Friedhofes Lichtenberg, Lüdstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 25465 W Die Bezirksleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Karl Boost gestorben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 28. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes, Lichtenberg, Lüdstraße, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Graveur Wilhelm Jenz. am Die Beerdigung findet Montag, den 29. Juni, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Stranten hauses, Birkenstraße, nach dem neuen Johannis- Kirchhof, Plöken fee, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 121/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Am 25. Juni starb unser Mitglied, der Bauarbeiter Johann Bruchanski ( Bezirk Charlottenburg). Ehre seinem Andenken! Dic Beerdigung findet am Montag, den 29. Juni, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des Südwest- Friedhofes, Stahnsdorf, aus statt, Der Vorstand. Sektion der Gips: u. Zement: branche. Am 25. Juni ftarb unser Mitglied, der Zementierer Fritz Petri. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 29. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des St. Golgatha- Kirchhofes in der Barfusstraße, aus ftatt. Der Vorstand. Am Freitag, den 26. Juni, mittags 1, Uhr, verstarb nach langem schwerem Reiben meine liebe Frau 133 Elsbeth Rowald geb. Schultze. Um stille Teilnahme bittet Der tiefbetrübte Gatte. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 30. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Am 25. Juni entschlief sanft nach furzem aber schwerem Leiden unsere inniggeliebte Tochter Anna. Dies zeigen tiefbetrübt an Adolf Matthes und Fran. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 28. Juni, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus ftatt. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2fettgedruckte Worte), Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 53A Am 25. Juni, abends 5 Uhr, verstarb mein lieber Mann, unser guter Bater, Groß- und Schwiegervater, der Gürtler Karl Boost. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernde Witwe und Kinder. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 28. Juni, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Lichtenberger Gemeindefriedhofs, Lückstraße, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtig er Teilnahme beim Heimgange meines den lieben Mannes und Vaters Kollegen der Ortskrankenkasse der Stadt Berlin, dem Verbande der Bureauangestellten, dem Wahlverein sowie den Pächtern der Kolonie Neues Heim" und dem Redner für die trostreichen Worte unseren herzlichsten Dank. 25425 Witwe Marie Müller nebst Töchter. Danksagung. Für die mir bei der Trauerfeier meines innigft geliebten Mannes er Allgemeine Kranken- und Sterbe- wiesene Teilnahme und Kranzspenden spreche ich allen Freunden und Be kasse der Metallarbeiter. fannten, sowie allen Bereinen meinen 109A herzlichsten Dank aus. V. a. G. Hamburg. Filiale Lichtenberg II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 25. Juni unser Kollege Karl Boost verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 28. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes, Lüdstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 25216 Die Ortsverwaltung. Am Freitag verschied sanft nach ichwerem Leiden mein innigst geliebter Mann und treusorgender Vater, der Tischler Georg Flügge. Die Beerdigung findet atn Montag, nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des BartholomäusFriedhofes aus statt. Dies zeigt schmerzerfüllt an Berta Flügge und Sohn. Hiermit die traurige Nachricht, daß unsere Kollegin, Frau Martha Schützler am Freitag, den 26. Juni, ver: storben ist. 133A Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 29. Juni, nach mittags 1, Uhr, von der Halle des Bentral Friedhofes in Friedrichs felde aus statt. Um rege Beteiligung bitten Die Botenfrauen der ,, Vorwärts" Spedition, Petersburger Platz 4. Danksagung. Allen, welche sich an der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes und Baters Gustav Schmidt beteiligt haben, spreche ich hiermit meinen herzlichsten Dank aus. 123 Marie Schmidt nebst Tochter. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer guten Mntter Johanna Markowski fagen wir allen daran Beteiligten unseren aufrichtigsten Dant. Johann Markowski nebft Kindern. 103A Kranzspenden sowie sämtliche Blumenarrangements Witwe Knappe nebst Sohn. Allgem. Ortskrankenkaffe für Berlin- Mariendorf und Umgegend. Den Herren Arbeitgebern und Verficherten in der Gemeinde Berlin: Lantwit machen wir hierdurch befannt, daß wir unsere dortige Meldestelle von Marienfelder Straße 3 vom 1. Juli d. J. ab Herrn Klempnermeister C. Hildebrandt, Berlin- Lantiik, Mühlenstr. 23, übertragen haben. 275/7 Berlin- Mariendorf, d. 24. Juni 1914. Der Vorstand. Gegründet 1894. Aug. Leip, K. Bacchler, Voifigender. Schriftführer. Vom 15. Juni bis 6 Jull: InventurAusverkauf Engros- Export- Lager Einzel- Verkauf nur I. Etage. Ulster Taft- Jacketts 3 Kinder- Mäntel Mark Kostüme Regenmäntel 6 Stanbmäntel Loden- Capes Mark Sport- Paletots 9 Reise- Mäntel Mark Kostüme Zeitungs- Ausgabestellen und Inseraten- Annahme. Zentrum: Albert Hahnisch, Aderstr. 174, am Roppenplak. Geöffnet bon 11-14, und bon 4-7 Uhr. 2. Wahlkreis: S. und SW.: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 42, an der Gneisenaustraße. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 3. Wahlkreis: St. Frit, Brinzenstr. 31, Hof rechts part. Geöffnet bon 11-1, und von 42-7 Uhr. 4. Wahlkreis: Often: Robert Wengels, Markusftr. 36. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Petersburgerplaz 4( 2nden). Geöffnet bon 9-2 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis, Süd often: Paul Böhm, Lausitzerplay 14/15. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 5. Wahlkreis: 2eo 8ucht, Immanuellirchstr. 12( of). Geöffnet bon 11-14, und von 4-7 Uhr. 6. Wahlkreis( Moabit): Salomon Joseph. Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Wedding: J. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Laden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast, Wattstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Adlershof: Karl Schwarzlose, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Köpenider Str. 6. Baumschulenweg: H. Hornig, Marienthaler Str. 13, I. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schönbrück und Buch: Heinrich Brose, Mühlenstr. 5, Laden. Bohnsdorf, Falkenberg und Falkenhorst: Paul Gensch, Bohnsdorf, Genossenschaftshaus Paradies". Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimer Str. 1. Ge. öffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Eichwalde, Schmöckwitz: Ostar Mahle, Bismardstr. 4. Erkner, Neu- Zittan: Emil Zwang, Scharnweberstr. 10. 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Erdbeeren, holländische, 50 kg Meffina 300 Stüd 8,00-12,00, Messina 360 Stüd 7,50-11,00, Messina franzöfifche 10,00-12,00; Blumenkohl, holländischer la 100 Stüd 10,00 bis 17,00-20,00, Dresdener, Kanne 0,40-0,50, babije, 50 kg 00,00-00,00, 150 Stild 6.00-10,00 Saison- Ausverkauf Die Sommerrestbestände sollen noch in dieser Woche um jeden Preis geräumt werden, um die neue Saison ausschließlich mit neuer Ware zu beginnen. Es bietet sich Gelegenheit, auch für die Reise hochmoderne Damen- und Kinderkonfektion, Herrenkleidung, Wäsche, Kleiderstoffe usw. zu nie gekannt niedrigen Preisen zu kaufen. Sie sind dadurch in die Lage versetzt, die besten und gediegensten Sachen für die Hälfte und darunter zu kaufen aus guten Stoffen engl. 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Abends 8, Uhr: Neues Volfs Theater: Montag und Dienstag: Maria Friedhammer. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonntag, abends 8 Uhr: Mein erlauchter Ahnherr. Montag, abends 8 Uhr: Mein erlauchter Ahnherr. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, abends 8 Uhr: Klein- Eva. Montag, abends 8 Uhr: Klein- Eva. Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Täglich 8 Uhr: Jeppe vom Berge. Theater a.d. Weidendammerbrücke. Nachm. 3 Uhr( fleine Preise) und abends 8 Uhr, zum 115. Male: Sensationeller Lacherfolg Der müde Theodor. Vorher: Tanzgastspiel Miss Keen. Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. DOSE= THEATED Große Frankfurter Str. 132. Der Silberkönig. Anfang 8 Uhr. Auf der Gartenbühne Rund um die Spree. Gr. Revue. Borher Konzert, Spezialitäten. URANIA Taubenstr. 48/49. Sonntag 4 Uhr: ( Zum 218. Male:) Mit dem Imperator" nach New York. 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Dirigent Herr Sühring 286/ 11* sowie Auftreten erstklassiger Spezialitäten. Anfang 3 Uhr. Hierzu ladet ein Der Vorstand. Freier Ruder- Bund Berlin. Am Sonntag, den 5. Juli 1914: Sechste Regatta. Beginn mittags 12 Uhr. 60 Start: Eisenbahnbrücke Treptow. Ziel: Etablissement ,, Schwanenberg", Stralau, Tunnelstr. 20-24. Anschließend: urn Sommerfest. Konzert Verlosung guter Bücher Im Saale Tanz Konzertbeginn 4 Uhr. Einlaßkarte 20 Pf. zahlen 50 Pf. nach. Kinder erhalten eine Stocklaterne. Herren, die am Tanz teilnehmen, 286/9 Männerchor Rummelsburg- Lichtenberg Heute Sonntag, den 28. Juni: Gr. Sommer- Fest in Café Bellevue am Rummelsburger See Hauptstraße 2. Garten für 3000 Personen. Großes Gartenkonzert 2544b und Spezialitäten- Vorstellung. E Im Saal: Großer Ball. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108/114 Heute Sonntag sowie täglich: Gr. Extra- Konzert und Varieté- Vorstellung 16 erstklassige Varieté- Nummern ( vollständig neues Programm). Konzert- Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. 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Behrendt, Arthur, Waren. haus, Schöneberg, Hauptstr. 11. Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Reukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.