Nr. 183. Hbonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das feltgebrudte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 1983. Militarismus Mittwoch, den 8. Juli 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Mr. 1984. und Demokratie. Stönig und Baterland ersetzte, dachte ich mir: Baterland feftaufstellen, wird den Auseinandersetzungen viel von ihrer Schärfe II. gekommene Held von Jena, tönnte Herrn Delbrück auf die einen Delegierten nach der Größe der Drganisationen vorfieht. Schulter flopfen:" Ganz meine Ansicht, Profesforchen!" Schon Sicherlich fann auch ein gleiches Wahlrecht die starken Differenzen damals im Jahre 1808, als der Freiherr v. Stein, der alte in der württembergischen Parteiorganisation nicht zum Verschwinden Gehirnfakte, im Fahneneide das Wort: Kriegsheer durch: bringen, aber die Möglichkeit, den Mehrheitswillen unzweideutig Quatsch! Ein preußischer Offizier ist ein vaterlandsloser Ge- nehmen, denn nichts wirkt verbitternder als die Möglichkeit, daß eine selle, der bloß seinen Striegsherrn tennt, und das ist das Minderheit der Mehrheit ihren Willen aufzwingt. Und nicht nur das Schinden und Prügeln hielt mit Fundament unseres Staatswesens! In enger Verbindung mit dieser Streitfrage steht die Frage Wilhelm wieder seinen Einzug: die gesamte Stellung der Wenn so der Absolutismus im Heer, das geistige Söldner- der Parteipreffe. Die württembergische Landesorganisation Armee im Verfassungsleben erhielt vom ersten Tage seiner tum im Offiziertorps erftartt und mit allen Kräften gefördert verfügt über sechs Parteiblätter. Fünf Parteiblätter unterstehen Regierung an einen scharf absolutistischen Charakter. Das Heer wird, dann ist es kein Zufall, daß auch die anderen Kenn- vollständig( abgesehen vom Aufsichtsrecht des Parteivorstandes) dem sollte nicht ein Organ des Staats, sondern ein Drgan feiner zeichen der Söldnerheere: die unüberbrückbare Kluft zwischen Einfluß der Wahlkreisvereine ihres Verbreitungsbezirts. Eine Ausabsolutistischen Laune sein. Nichts ist in dieser Hinsicht charat- Offizieren und Mannschaften sowie das systematische Miß- nahme macht nur das Stuttgarter Drgan, die Schwäbische teristischer, als die bekannte Kabinettsorder vom 18. Januar handeln der Soldaten, dessen Eristenz der Kriegsminister selber Tagwacht". Sie ist längst nicht mehr Landesorgan, den be1861, in der die Gegenzeichnung königlicher Befehle an die erst kürzlich im Reichstage zugegeben hat, nicht verschwinden. stimmenden Einfluß auf ihre taktische und prinzipielle Haltung üben Armee neu geregelt wurde. Diese Gegenzeichnung durch den Soldatenschinder gelten in der Armee nicht ehrlos, obwohl es aber nach wie vor Landesvorstand und Landesausschuß aus, also Striegsminister war durch die preußische Verfassung vorge- doch keine ehrlosere, schuftigere Handlung geben fann, als Körperschaften, die beide von der Landesversammlung gewählt schrieben, und Friedrich Wilhelm IV., unter dem die Verfassung einen wehrlosen Menschen systematisch zu schinden. Im Gegen- werden. Die Delegierten aus dem Verbreitungsgebiet der anderen eingeführt wurde, hat stets daran festgehalten. Für das teil: über kein Verbrechen urteilen die Kriegsgerichte milder, Parteiblätter, die die„ Zagwacht" gar nicht lesen, entscheiden mit reaktionäre Gelüfte Wilhelms dagegen war das ein unerträg- als über das Schinden preußischer Soldaten, wenn es von Offi- über die geistige Soft der Leser der„ Tagwacht". licher Zustand. Das Heer war sein" Heer, und wenn er zieren begangen worden ist; aber auch Mißhandlungen, be- Zwei sehr wichtige Tagesordnungspunkte find: Der Kampf ihm etwas befahl, so sollte das keinen andern etwas angehen: gangen von Unteroffizieren und Mannschaften, werden häufig um die Jugend" und„ Die Frauenorganisation". wir, Wilhelm der Große, 1 Meter 88 Zentimeter, befehlen mit Strafen belegt, deren Milde noch mehr empört als die Mag der Kampf der Polizei gegen die Jugendorganisation ausdas und das. Um nun die Vorschriften der Verfassung und begangene Schandtat. Und auch hier könnte man sagen: gehen, wie er will, eines sollte die Partei nicht unterlassen, nämlich die Wünsche des wilhelminischen Absolutismus in gleicher Ein Ende dieses Entwickelungsprozesses ist nicht abzusehen. die jüngeren Parteigenossen im Alter von 18 bis 21 Jahren Weise zu erfüllen, führte Wilhelm mit jener Kabinettsorder in besonderen Abteilungen zusammenzufassen zweds intensiver Schulung. In diesem Alter ist das politische Interesse erwacht, bolkswirtschaftliche und politische Fragen aut durchdenken, sind Rahmen der Gesamtorganisation unbedenklich eine größere Bewegungsfreiheit einräumen. Der Schlag gegen die Jugendorganifationen würde mit verdoppelter Wucht auf seine Urheber zurückfallen. Die parlamentarischen Berichte werden die Vers die geheime Gegenzeichnung des Kriegsministers ein! Das Original mit der Unterſchrift des Kriegsministers rubte in Die Landesversammlung der den Atten des Striegsministeriums, während der Oeffentlichkeit und der Armee die königlichen Armeebefehle von nun an ohne den Namen des Kriegsministers mitgeteilt wurden oder Sozialdemokratie Württembergs " der Zerneifer wie die Fähigkeit, auch schwierige vorhanden. Diejen jungen Genoffen kann man auch im wenigstens werden sollten. Der Armee gegenüber spielte man Zu der am 25. und 26. Juli in Eglingen stattfindenden mit der Gegenzeichnung Verstecken und erklärte, die verfassungs- Landesversammlung wird uns aus Stuttgart geschrieben: mäßige Hinzufügung der ministeriellen Unterschrift wäre eine Die vom Landesvorstand legter Tage veröffentlichten Anträge Entmeihung der allerhöchsten Kommandogemalt und eine laffen erkennen, daß die Bestrebungen zur Demokratisierung schärfung des Klassengegensatzes auch in Württemberg widerspiegeln. Gefährdung der Disziplin. Systematisch wurde so in der des Wahlrechts zur Landesversammlung wiederum Damit im Einklang steht der Wille der großen Parteimehrheit Armee die Vorstellung gezüchtet, daß sie ein Privatinstrument im Vordergrund der Erörterungen stehen werden. Den mit innerhalb wie außerhalb Württembergs, daß die bevordes Königs set, und daraus, daß die Offiziere nicht den Eid den wirtschaftlichen und parteipolitischen Verhältnissen Württem- te 5 en de Landesversammlung unter Ausschaltung auf die Verfassung leisten, würde unter ihnen die Ueberzeugung bergs nicht genau vertrauten Parteigenoffen Norddeutschlands aller persönlichen 8wiftigteiten die ganze Kraft abgeleitet, als feien sie nicht verpflichtet, die Bestimmungen mag dieser hartnädige Stampf vielfach unverständlich sein, der Partei zusammenfassen möge zum energischen der Verfassung zu halten. Vor einiger Zeit erst schrieb gibt es doch innerhalb der sozialdemokratischen Partei Deutsch- Angriff auf den gemeinsamen Gegner. Professor Schüding bei Erörterung der Januschauer- lands große Landes- und Bezirksorganisationen, die kein besseres, lichen Hypothese von dem Leutnant und seinen 10 Mann, zum Teil ein noch schlechteres Delegationssystem haben und doch der auf kaiserlichen Befehl den Reichstag sprengt, daß sich gut dabei fahren. Das wird insbesondere dort der Fall sein, wo zwar der Offizier strafbar machen, daß er aber wahrscheinlich den großen, geistig führenden Drganisationen auch das zahlenmäßige anführen würde, er habe nicht gewußt, daß das Auseinander- Uebergewicht auf den Bezirksversammlungen ohne weiteres sicher ist. sprengen einer gesetzgebenden Versammlung auch auf kaiser- Auch dort, wo die große Mehrheit der Parteigen offen unter anlichen Befehl ein strafbares Verbrechen sei. Schücking fagt: nähernd gleichen sozialen Berhältnissen lebt und arbeitet, das Denten und Wollen der Masse durch diese Verhältnisse fast gleichmäßig beeinflußt wird, spielt das Delegationsrecht eine untergeord handelt. nete Rolle. Um die Freiheit! Es ist allemal eine sehr bedenkliche Sache, wenn die Konservativen- wie sie es in letter Zeit immer wieder tun" die Freiheit besingen, und wenn sie gar auf die StaatsrechtsIn Offizierstreifen ist heute bei uns tausendfadh die Anlehre der französischen Revolution zurückgreifend von dem schauung vertreten, daß die Treupflicht gegenüber dem König als Rechte deklamieren, das mit uns geboren ist, dann haben wir Rechtspflicht der ganzen Rechtsordnung vorangehe und die hohen moralischen Qualitäten unseres Offizierſtandes dürften uns allen Anlaß, ganz besonders auf unserer Hut zu sein. Die dort nicht vor den letzten Konsequenzen dieser Anschauung sichern, Anders in Württemberg. 8wei annähernd gleich starke Freiheit, die diese Verfechter des Autoritätsgedankens meinen, wo es fich, wie in diesem Falle, lediglich um ein politisches Delift Gruppen lassen sich in der Parteigenossenschaft Württembergs unter- unterscheidet sich nicht unwesentlich von dem, was das Volt Das ist aber eine Tatsache von gewaltiger politischer scheiden: der vom Boden und Werkzeug vollständig getrennte und insbesondere das arbeitende Volt unter Selbstbestimmung Bedeutung. Denn asialle hat uns mit Recht gelehrt, die Proletar, der einzig und allein vom Verkauf seiner Arbeitskraft lebt, versteht. wirkliche Verfassung ist nicht der Tegt der Verfassungsurkunde, daneben der proletarisierte Kleinbauer und Arbeiter, der noch ein So geht es denn auch diesmal darum, im Namen der sondern das sind die im Staate bestehenden tatsächlichen Macht- paar Felder und ein Häuschen sein eigen nennt, der also noch einen Freiheit das Streitposten stehen zu verbieten, verhältnisse und wenn wir Tausende von Offizieren haben, die sich mehr oder in ihrem Gewissen rechtlich nur dem Könige verpflichtet fühlen, so seinem kleinen Besitz zieht. minder großen Teil seines Einkommens aus wie es denn überhaupt das Kennzeichen der neuen Heze ist das eigentlich ein recht prefärer Zustand. Unsere gange Schicht ist feineswegs beffer, vielfach noch schlechter, als die des güter der Arbeiter betrieben wird. Die Lebenslage dieser letzteren gegen die Gewerkschaften ist, daß sie im Namen der RechtsVerfassung steht damit zu beliebiger einseitiger Man verweist nicht mehr Kündigung. vollständig besiglosen Arbeiters. Frau und Kinder müssen wie früher auf die bedrohten Interessen des UnternehmerDaß hier die Verhältnisse aber auch nicht um einen angestrengt mitarbeiten, um den fleinen Besiz zu halten. Der tums, man spricht nicht mehr wie der selige Herr v. ButtSchatten zu schwarz gemalt sind, weiß jeder, der überhaupt Vater und die erwachsenen Söhne/ legen stundenweite Wege zur kamer von der Hydra der Revolution, die hinter jedem Streik etwas weiß. Hier zeigen sich die politischen Stonsequenzen der Arbeitsstätte zurück. Die Arbeitszeit ist fast unbegrenzt. Der lauere, sondern man schiebt die Arbeitswilligen vor, wilhelminischen Armeereorganisation aus den sechziger Jahren, Unternehmer macht sich die Gebundenheit des Arbeiters an die für deren beklagenswertes Schicksal das Mitleid der Gesetzgeber von der der Historifer Hinge unlängst schrieb, daß durch sie Scholle zunuke, um den Lohn zu drücken. Das ungefähre Ein- erweckt werden soll. Die Scharfmacher haben plötzlich entdeckt, der herrschaftliche Charakter des preußischen Staates eine er- kommen des Arbeiters aus seinem Kleinen Besitz faltuliert der daß die Proletarier angeborene Rechte besitzen, die zu verlegen höhte Ausprägung erfahren habe. Und daß seit den letzten Unternehmer in den Lohn ein mit der Begründung:„ Die Arbeits- ein schweres Verbrechen ist. Die Freiheit, die Selbstbestimmung, 25 Jahren hier feine Besserung, sondern umgekehrt eine traft, die daheim auf dem Felde verbraucht wird, geht mir ver- die Persönlichkeit des Arbeiters spielen plötzlich in der wesentliche Verschlechterung eingetreten ist, das bezeugt auch loren." Arbeitgeberpresse eine gewaltige Rolle, und wir konnten hören, der schon einmal erwähnte Dr. Marschall v. Bieber- Aber trotz der gleichen, vielfach noch schlechteren Lage des länd- wie selbst die Mitglieder des Preußischen Herrenhauses dem stein, der als Sohn eines badischen Ministers der Demo- lichen Arbeiters wirkt der Besitz auf das Denken und Wollen ein, Arbeiter eine Ehre zugestehen, das heißt einen Besitz, auf traterei nicht gerade verdächtig ist. In seiner Untersuchung beurteilt der Arbeiter die politischen Zeitfragen und tattischen den nach Ansicht derselben Leute bisher doch nur die zahlungsüber Verantwortlichkeit und Gegenzeichnung bei Anordnungen Differenzen oft anders als der städtische Arbeiter. Gerade das oder satisfaktionsfähigen Mitglieder der Gesellschaft einen Andes obersten Kriegsherrn kommt er auf die verfassungs- heiße Verlangen, sein mit tausend Opfern erkauftes Befigtum zu spruch besaßen. widrig- selbständige Stellung zu sprechen, die das Militär- fichern, die mit diesem Besitz verknüpften Steuern und sonstigen Dem Arbeiter, das heißt natürlich immer nur dem mehr fabinett in seinem steten Kampfe gegen das Kriegs- Lasten zu verringern, macht, daß er die Aufgaben und die Arbeit der oder weniger berufsmäßigen Arbeitswilligen. Wer sich nicht ministerium sich allmählich erobert hat, und sagt darüber: Partei teilweise unter einem anderen Gefichtswinkel betrachtet als entschließen fann, Streifbrecher zu werden, der hat keinen Im allgemeinen hat seit 1888 das persönliche Regiment in der völlig besiglose Arbeiter. Anteil an diesen Gütern. Wenn er kommt und unter Preußen wie im Reich so sehr an Boden gewonnen, daß nicht all- Die 89 402 Parteimitglieder, die die württembergische Landes- Berufung auf die im allgemeinen durch die Verfassung zufchwer zu erraten ist, nach welcher Seite die flüssige Seite organisation im Jahre 1913 zählte, verteilten fich auf 877 Drte. und im besonderen durch die Gewerbeordnung zugestandene zwischen Kabinett und Ministerium sich verschoben haben mag, Rund 200 Ortsvereine zählten zwischen 8 und 50 Mitglieder. Nur Freiheit der Vereinigung zum Behuf der Erlangung und daß auch nicht viel Schergabe dazu gehört, um die Richtung 8 Drtsvereine zählten über 500 Mitglieder. Die 18 größten Ortsvereine günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen mittels Einstellung der weiteren Entwicklung vorauszusagen. Einer Stelle nach umfaßten rund die Hälfte der Gesamtmitgliederzahl, sie haben aber der Arbeit der anderen ist in jüngster Zeit Immediatſtellung gewährt worden, noch nicht den vierten Teil der Delegierten zur Landesversammlung sind die Anhänger des Selbstbestimmungsrechts für ihn nicht Arbeit das Recht zum Streitpostenstehen fordert, nur in der Person des allerhöchsten Kriegsherrn wird, falls man hierin fortfährt, fchließlich die zu entfenden. Die großen Mitgliedschaften Stuttgart, Cannstatt, zu sprechen. Sie stellen sich auf den Standpunkt, daß gerade Einheitlichkeit noch berbürgt sein. Ein Ende dieses Göppingen, Eßlingen, Gmünd usw. wehren sich nun gegen die ent- diese Freiheit nicht zugestanden werden könne, und beProzesses ist fürs erste nicht abzusehen. scheidende Beeinfluffung der Landespolitik durch die große Zahl der zeichnen es schon als ein sehr bedenkliches Entgegenkommen fleinen ländlichen Drtsvereine. Sie verlangen ein gleiches Wahlrecht an den Terrorismus der Sozialdemokratie, daß die Rechtinnerhalb der Partei. Die fleinen ländlichen Mitgliedschaften sprechung bis zur Stunde das Streikpostenstehen nicht grundfürchten ihrerseits, daß sie durch die großen Organisationen fäßlich als verboten betrachtet, sondern ihm nur auf dem Der König ist noch heute das Haupt feines Gefolges, er erdrückt, ihre Interessen vernachlässigt würden. Hier einen gang- Umwege über die Polizeiverordnungen zu Leibe zu gehen geist der Kamerad feiner Offiziere, und zu ihm als ihrem baren Weg zu finden, der jedem Teil gibt, was ihm gebührt, stattet. Kriegsherrn halten sie sich, und das ist das das ist die schwere Aufgabe der Landesversammlung. Der Antrag, In diesen Polizeiverordnungen sehen die konservativen Fundament unseres Staatswesens. alles beim alten zu lassen, dürfte ebenso ungeeignet sein wie der Freunde der angeborenen Rechte selbstverständlich schon gar So wären wir denn glücklich wieder bei den Zuständen Eventualantrag des Landesvorstandes und der Konferenz der Kreis- teine Verlegung des Rechtsgutes der Freiheit. Sie halten der Söldnerarmee angelangt, und der alte Nüchel, der zu spät vorfigenden, der eine Staffelung von 50 bis 400 Mitglieder auf den Grundsak, daß die subjektiven öffentlichen Rechte nur Und schließlich, um noch ein drastisches und höchst kennzeichnendes Jubelwort des Historikers Hans Delbrück aus allerletter Zeit anzuführen: &yrd} solche Verordnungen eingeschränkt werden dürfen, die sich auf ein bestimmtes Ermächtigungsgesetz zu stützen der- mögen, durch die Berufung auf das Allgemeine Landrecht von 1794 für hinreichend gewahrt. Die dehnbaren Bestimmungen, die ein Gesetz aus der vorkonstitutionellen Zeit von dem Amte der Polizei gibt, scheinen ihnen ein genügend starker Wall für die Verteidigung der Freiheit des Menschen im LZerfassungsstaate. Aber die Scharfmacher sind sich bewußt, daß die Hand- hahung dieser Methode trotz der Bereitwilligkeit der Justiz, ihnen zu Hilfe zu kommen, schließlich doch ihre großen Schwierigkeiten hat, und deshalb rufen sie im Namen der Freiheit nach gesetzlichen Verboten. Um zu ihrem Ziele zu gelangen, sind sie auch bereit, die Rcchtsgültigkeit der Polizei- Verordnungen in Zweifel zu ziehen. Was sie unter anderen Umständen als heilig und unantastbar hinstellen würden, be- nörgeln und bekritteln sie in der Hoffnung, auf diese Art eine sicherere und zuverlässigere Waffe gegen die Arbeiter- koalitionen in die Hand zu bekommen. Im Grunde ist es ihnen zurzeit recht angenehm, wenn die Rechts- beständigkeit der Streikpolizeiverordnungen durch Höchstgericht- liche Entscheidungen bestritten wird. In diesem Punkte bc- rühren sich also ihre Wünsche mit denen der organisierten Arbeiterschaft, und eS kommt dann eben nur darauf au, ob nach Beseitigung der Trümmer der Polizeiverordnungen ihre oder unsere Auffassung von Freiheit zum Siege gelangen wird. Beide wollen wir ein Koalitionsgesetz, daS den Frciheits- ansprächen genügt. Der Unterschied ist nur der, daß jene um des kapitalistischen Profits willen die Freiheit der Streik- brecher meinen, wir die Freiheit derer, die für den Wirt- schaftlichcn und kulturellen Fortschritt der Arbeiterschaft kämpfen. politische Uebersicht. Die Folgen der Wacker-Affäre. Die Wacker-Affäre wächst sich immer mehr zu einer Harlekinade aus. Während Herr Wacker, der große„Löwe von Zähringen", in tiefster Reue und Zerknirschung vor dem Papste aufs Knie sinkt und um Vergebung der großen Schuld winselt, das Recht des Vatikans bezweifelt zu haben, von Rom aus dem Zentrum nach Belieben politische Befehle zu erteilen, leistet sich die„Bayerische Staatszeitung", das vom Grafen v. Hertling inspirierte offiziöse Organ der bayerischen Staatsregierung, folgende niedlichen Ausführungen über den bekannten Hirtenbrief des Bischofs von Como: „Der Hirtenbrief hat merkwürdigerweise auch einige kirchenpolitische Fragen Deutschlands in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen. ES ist hier nicht der Ort, zu diesen Dingen Stellung zu nehmen. Zu wünschen ist aber, daß die vom Bischof von Como gewählte Methode, sich bei der Mit- weit in empfehlende Erinnerung zu bringen, nicht Schule macht, denn es müßte zu bedenklichen Konsequenzen führen, wenn es Uebung würde, daß Bischöfe eine? Landes sich kritisch über Ber- Hältnisse eines anderen Landes verbreiten, die ihren Amtskreis nicht berühren, und die sie daher auch nichts an- gehen. Wenn der vom Bischof von Como bekundeten guten Absicht einer angemessenen Belehrung seiner Diözesanen seitens de? Heiligen Stuhles eine Anerkennung zuteil geworden ist, so dürfte es irrig sein, daraus Schlußfolgerungen für Deutschland zu ziehen." Formell richtet sich das Gekläff der edlen„Staats- zeitung" gegen den Bischof von Como, tatsächlich aber gegen den Papst selbst, der deni Bischof für seine Angriffe gegen das Zentrum folgenden Belobigungsbricf geschickt hat: Ehrwürdiger Bruder! Ich wünsche mir lebhast mit Ihnen Glück zu dem schönen Hirten.briefe, den Sie veröffentlicht haben, und mit dem Wunsche, daß Klerus und Volk in Ihrer Diözese, die Ihrem Worte folgt, Ihren liebevollen Weisungen entsprechen möge, erteile ich Ihnen zum Zeichen besonderen Wohlwollens von Herzen den Aposto- tischen Segen.> Vatikan, den 2i. Juni 1914. PiuS PP. X. Es ist denn auch lediglich eine alberne Redensart, wenn die„Bayerische Staatszeitung" erklärt, es sei irrig, aus dein Anerkennungsschreiben des Papstes Schlußfolgerungen für Teutschland zu ziehen. Schon bald wird sich zeigen, daß diese Stellungnahme des Papstes von sehr nachhaltigen Folgen für das innere politische Leben Teutschlands ist. Denn die Zentrumsfraktion des Reichstages wird sich bemühen, mög- liehst den Zorn des Vatikans zu beschwichtigen, und sie wird eS daher an den absurdesten kirchenpolitischen Anträgen nicht fehlen lassen. Besonders wird der Kampf um die Aufhebung des Restes des Jesuitengesetzes mit neuer Heftigkeit ent- brennen. Es stehen uns also in der nächsten Reichstags- session recht niedliche Aufwallungen der echtkatholischen Seele der Erzberger, Gröber, Spahn usw. bevor. D« Nk«t der Bachemiten. Das modernistische„9t e u e Jahrhundert" leistet sich in seiner jüngsten Nunimer 27 vom 5. Juli 1914 folgende beucht en ö- ivevte Verurteilung der Knifflichkeit der Kölner gegenüber den ihnen unbequemen Kundgebungen Roms: Die Behauptung der Zentrumspress«, das Jndexverbot sei nicht gegen prinzipielle Thesen, sondern nur gegen einige harmlos? Mißverständlichkeiten in der Fassung gerichtet, müssen wir a I s feiges lind unmännlichesVersteckspicl charakterisieren. Noch unwürdiger ist es, wem, der Versuch ge- macht wird, die päpstliche Allokution vom 27. Mai mit einem Kniff zu beseitigen, indem man behauptet, der Papst hätte aus dem Stegreif gesprochen und keinerlei überlegte Programmpunkte vorgebracht. Unwürdig nennen wir derartige Versuche, weil sie an die Stelle von oftenem, männlichem Protest gegen zuweit- gehende Forderungen der Kurie eine kniffliche Um- gehung derselben enthalten. E» muß jeden deutschen Mann von Charakter anwidern, wie diese Leute um alles in der Welt sich und ihren Anhängern nicht gestehen, daß ihre Grundlage sich im Widerspruch zu den unberechtigten Forderungen der Kurie befinde, wie sie die klarsten und eindeutig- sten Kundgebungen verdrehen und zu Tode inter- pretierrn. Man sollte sich doch in Deutschland mit uns zu der offenen Erklärung aufraffen könnenv daß die religiöse Autorität des Apostolischen Stuhles ihre Grenze finde an den kulturellen und nationalen Aufgaben. Der Papst ist der religiöse Hirt der Katholiken; ihr Führer im kulturellen und politischen Leben kann er nicht Mehr, wie im Mittelalter, sein. In diesem Grundsabe sind die„Bachemiten" mit uns einig. Warum aber sprechen sie ihn nicht offen aus, auch angesichts de» Apostolischen Stuhles? Nur männlicher Freimut wird Rom zum Bewußtsein bringen, daß das Mittelalter vorüber ist. Lügenhaftes Auskneifen dagegen wird die Kurie in dem Eindruck bc- stärken, daß sie es mit ungezogenen Kindern zu tun habe, die auch nqch Kintxrart pog chr zu behandeln seien. Da? Zureden des„Neuen JohrhunbertS", doch männlichen Mut zu zeigen, den Forderungen des Vatikans die eigenen Forde- rüngen gegenüberzustellen und nicht„lügenhaft" auszukneifen, wird sich als völlig vergelich erweisen. Mut haben weder jemals die Führer, noch die Preßorgane der Kölner Richtung bewiesen. Bei den meisten hat längst die Verlogenheit alle anderen Eigen- schaftcn in sich aufgesogen. Um acht Jahre verspätet. Die bürgerliche Presse bringt die Mitteilung, daß nach einer Meldung des Organs der Syndikalisten, der„Einigkeit", fünf Monate nach dem letzten Parteitage geheime Ab- machungen wegen des Massenstreiks zwischen der Partei und den Gewerkschaften getroffen worden seien. ES sei ausdrücklich erklärt worden, daß die deutsche Arbeiterschaft von diesen geheimen Ab- machungcn nichts Erfahren dürfe. Sie hätten folgenden Wortlaut: „1. Der Parteivorstand hat nicht die Absicht, den politischen Massenstreik zu propagieren, sondern wird, soweit es ihm mög- lich ist, einen solchen zu verhindern suchen. 2. Wenn dennoch ein solcher Streik ausbrechen sollte, so müßte er von der Partei geführt werden und die Gewerkschaften hätten sich offiziell nicht daran zu beteiligen. 3. Für den Fall eines solchen Streiks sollten die Tewerk- schaften dieser Bewegung nicht in den Rücken fallen. 4. Ebenso dürfte die Gewerkschaftspresse in diesem Falle nicht gegen die Bewegung wirken. ö. Di« Unterstützung der Streikenden und die Kosten für die Folgen eines solchen Streiks zu tragen, müsse Aufgabe der Partei sein. Die Mittel müßten unter Mitwirkung aller Genossen eventuell durch allgemeine Sammlungen aufgebracht werden. 6. Wenn Aussperrungen und Streiks als Folgen dieses Streiks zurückbleiben sollten, so wäre zu empfehlen, daß die Ge- werkschaften für die Unterstützung eintreten." In der bürgerlichen Presse wird dazu bemerkt, daß diese an- geblich geheimen Abmachungen im sozialdemokratischen Lager wie eine Bombeneinschlägen dürsten. Man könnte gespannt sein, was die sozialdemokratischen Blätter auf solche Enthüllung sag-.n würden. Die sozialdemokratischen Blätter werden sehr wenig dazu sagen, höchstens das eine, daß eS keine Dummheit gibt,«ruf die die bürgerliche Presse nicht hineinfällt. Di« geheimen.Abmachungen" sind sämtlich bereit? acht Jahre alt. Schon damals sind sie„enthüllt" worden. Man kann fie in dem Protokoll nachlesen, das von den Verhandlungen einer nicht öffentlichen Konferenz der GewerkschcfftSvorstäride im Februar 1996 herausgegeben wurde. Auf dieser Konferenz hatte Silberschmidt behauptet. Genosse Bebel habe in einer Besprechung zwischen Parteworstand und General- kommission über die Frag« des Massenstreiks Ausführungen gemacht, die sich in die oben als„Abmachungen" bezeichneten Sätze zusammenfassen ließen. Auf dem Parteitag« in Mannheim-m selben Jahre hat darauf Bebel ausdrücklich festgestellt, daß feine damaligen Ausführungen einen ganz anderen Sinn gehabt hätten, als den von Silberschmidt angegebenen. Mit der schönen.Eni- hüllung" ist es also nichts! Herrn v. Sieverts Eisenbahngespräch v»r Gericht. Ein interessanter Prozeß, der an die Ereignisse bei der Reichs- tagsersatzwahl in Borna-Pegau anknüpft, wird in nächster Zeit vor dem Dresdener Amtsgericht zur Verhandlung kommen. Unser Chemnitzer Parteiblatt veröffentlichte bald nach der eklatanten Niederlage des NeichSverbandSgeneralS ein Gespräch, da» Herr von Liebert am Tage nach der Hauptwahl mit einigen Begleftern im Eisenbahnkoupee geführt hat. In diesem Gespräch war Herr von Liebert, der sich ganz im Kreise der Seinen glaubte, etwas offenherzig. Er erzählte, wie er von jenen Wählerkategorien dachte, um deren Stimme er und seine Getreuen mit besonderer Heftigkeit warben. So fiel das Wort von den.verdammten Lehrern" und die Postbeamten wurden als.Kerls, die das Maul voll gekriegt hätten" tituliert. Die Ironie des Schicksals wollte, daß diesem Gespräch ein Lauscher erwuchs und zwar ausgerechnet in der Gestalt des national. liberalen Gegenkandidaten, des sächsischen LandtagSabgeordneten Emil N i tz s ch k e, der mit einem Begleiter im Nebenabteil fuhr. Herr Nitzschke notierte sich, was er gehört hatte � und stellte sich darauf dem Reichsverbandsgcneral vor, der starr vor Entsetzen seinem Begleiter zuraunte:„Er wird doch nicht gehört haben, waS ich sonst noch gesagt habe." Herr von Liebert, der Rcichsverbandsstrotege, versucht« dann in einer lendenlahmen öffentlichen Erklärung, dwi Hauptinhalt des Gesprächs abzuschwächen und umzudeuten; er hat eS aber wohlweislich unterlassen, unser Chemnitzer Parteiblatt, wie es 'onst ReichSverbandsart ist, wegen seiner Darstellung gerichtlich zu belangen. Nachdem die dreimonatliche Frist für einen Straf- antrag abgelaufen war, ohne daß ein solcher erfolgt wäre, hat die „Chemnitzer Volksstimme" ihrerseits es auf sich genommen, die Wahrheit in dieser Angelegenheit restlos zu ermitteln. Bald nach Erscheinen des Berichts in der„Volksstimme" zog das konservative Parteiorgan in Dresden, die„Dresdner Nach- richten", mit den loildesten Schmähungen über die„Chem- nitzer Volksstimme" her. Die.Dresdner Nachrichten be- zeichneten den Bericht unseres Parteiblattes als ein.arges Ver- drehungskunstftück, eine plump erfundene Anekdote, eine faustdicke Unwahrheit" usw. Außerdem war noch gesagt, die„Volksstimme" habe hier nach dem Grundsatz gehandelt:„Verdrehe nur frisch drauf los; es bleibt immer etwas hängen." Wegen dieser schweren Be- schuldigungen hat der verantwortliche Redakteur der„Chemnitzer Volksstimme". Genosse Kuttner, gegen die„Dresdner Nachrichten" dte Beleidigungsklage angestrengt und als Zeugen für die Richtig- keit der in der„Chemnitzer Volksstimme" gegebenen Darstellung benannt— den nationalliberalcn sächsischen Land- tagsabgeordneten Emil Nitzschke. Dieser wird nun wohl oder übel seine Wahrnehmungen unter Eid bekunden, auch seine Aufzeichnungen dem Gericht vorlegen müssen, und so wird die Mitwelt einwandfrei erfahren, in welcher Weise sich Herr von Liebert in vertrautem Kreise über seine Wähler geäußert hat. Herr von Liebert schuldet demnach unserem Parteiblatt be- sonderen Dank dafür, daß es die Aufklärung der für ihn so pein- lichen Angelegenheit an seiner Statt energisch in die Hand nimmt. Ter Generalmajor Boeft, der Kommandeur der 24. Jnfanterie-Brigade lNciße), ist zu den .Offizieren von der Armee" mit dem Wohnsitz in Gumbinnen ver- setzt worden. Boeß ist der Offizier, der gemeinsam mit seiner Wirt- schasterin seine beiden Burschen so nachhaltig aus dem Schlaf weckte, daß diese sich an dem Offizier vergriffen und später Selbstmord verübten. Dieser Vorgang scheint jetzt die Versetzung deS Offiziers zur Folge gehabt zu haben— allerdings eine sehr geringe Folge. Agrarische Gcständniffc und Klage«. Daß durch die.innere Kolonisation" der Landarbeitermangel nicht beseitigt werden kann, wird von den agrarischen Vertretungen immer mehr zugegeben. Der Landwirtschaftliche Zentralverein Allen- stein, der gegen 4590 Mitglieder umfaßt, erklärt z.«. tu seinem Jahresbericht: .Die Abwanderung von Landarbeitern dauerte fort, so daß der Landarbeitermangel weiter besteht. Die Versuche, durch Kleinsiedelungen einen dauernden Stamm von freien Arbeitern zu schaffen, sind nur bei der Forstverwallung geglückt, im übrige» fehlgeschlagen. Die Zahl der beschäftigten ausländischen Saison- arbeiter wächst von Jahr zu Jahr.. Damit wird wieder bestätigt, daß die Landarbeiter nicht die geringste Lust verspüren, sich anzusiedeln und sich noch tiefer in das Joch der Hörigkeit einzwängen zu lassen.' Alle Bestrebungen der Agrarier und Behörden, die gegen t» Abwanderung gerichtet sind, haben sich als erfolglos erwiesen. Die Landflucht hält an, und Ostpreußen, die Domäne der Junker, wird mehr und mehr eine russisch-polnische Provinz! In dem Jahresbericht wird weiter— man braucht doch Material für den lückenlosen Zolltarif— die.Notlage der Landwirt- s ch a f t" höchst drastisch geschildert. Es heißt, analog dem Steigen der Verkaufspreise seien auch die Pachtsätze für die königlichen Domänen bei Neuverpachtungen gestiegen. Es seien Pacht« erhöhungen um ö9 bis 89 Prozent im Zentralvereins- gebiet festzustelle». Selbst bei mäßigen Pachtsätzen hätten die Pächter in den letzten Jahren keine Ueberschüffe erzielen können, sondern sie hätten in it Verlusten gearbeitet. was den wirtschaftlichen Zusammenbruch mehrerer Domänenpächter zur Folge gehabt hätte. So w,rd systematisch auf abermalige gollerhöhtma« hingearbeitet. Dabei sind die Pachtsteigerungen im wesentllche eine Folge ber höheren Zölle. Mit dem KrankenversicherungSgesetz find die Agrarier ebenfalls ganz und gar nicht zufrieden. So heißt es im Jahresbericht, der Erlaß des Krankenversicherungsgesetzes sei weder notwendig gewesen, noch sei auf die besonderen Verhältnisse der Landwirtschaft und der wenig bevölkerten Kreise Rücksicht genommen. Da der Arbeiter nicht gewillt sei, den auf ihn fallenden Anteil de? Versicherungsgesetzes zu tragen, so werde er versuchen, diesen entweder direkt oder indirekt durch die Forderung einer Lohnerhöhung auf den Arbeitgeber abzuwälzen, wa« ihm infolge des herrschenden Arbeitermangels fast immer gelingen werde. Die Neubelastung deS Arbeitgebers sei daher außerordentlich stark. Schwarze Fanatiker. Die Stadt Essen will ein großes Gelände der Bebauung er» schließen und inmitten deS Platzes in einem Park eine achtstufige Volksschule mit 32 Klassen mit einem Kostenaufwand von Million Mark errichten. 18 Klassen find für evangelische und 18 für katho- lische Kinder bestimmt. Der gemeinsame große Flur sollte in der Mitte eine konfessionelle Scheidewand in Gestalt eines Gitters er- halten. Auch Eingänge und Aborte sind getrennt für evangelische und katholische Kinder vorgesehen, nur der S ch u l h o f sollte ge- meinsam sein. Darob helle Entrüstung bei den Schwarzen, die der Stadt vorwarfen, daß sie auf diese Weise der Simultanschule vorarbeiten wolle! Sie verlangten auch aus dem Hose eine kon- fesstonelle Scheidewand, und es gelang ihnen tatsächlich, den Ent» wurf zur nochmaligen Beratung an die Kommissiou zurückzuver- weisen!_ Auch kein Kasernendrama 7 Ein llnteroffizier P. vom 19. Grenadier-Regimeirt in Schweidnitz(Schlesien) hatte einen Grenadier nicht nur mit deu rohe sten Worten deschimpft, sondern auch wiederholt in das Gesicht gespuckt. Der so behandelte Grenadier d e s e r- tiert« und beging auf der Flucht Diebstähle, wobei er fest- genommen und zu seinem Truppenteil zurückgeschafft wurde. Wegen Rückfalldiebstahls, er war schon vor seiner Militärzcit wegen Diebstahl vorbestraft, und wegen Fahnenflucht verurüeflte ihn daS Kriegsgericht zu zwei Jahren und drei Monaten Ge- f ä n g n i s. Seine Fahnenflucht führte er auf die Vorschrift s- widrige Behandlung durch den llnteroffizier zurück. Der Unteroffizier, der daraufhin angeklagt wurde, er- hielt sechs Monate Gefängnis und wurde degradiert. Jetzt hat das Oberkriegsgericht die Straft für den Soldatenpeiniger noch um zwei Monate ermäßigt._ Nach üem Attentat. Serbischer Boykott gegen Oesterreich. Wien, 7. Juli. Wie das Wiener K. K. Tel. Korrespond.- Bureau aus Belgrad meldet, haben dem Blatte.Balkan" zufolge serbische Kaufleute und Reisende.wegen des gegen die Serben in Bosnien und der Herzegowina verübten Pogroms" den Boykott gegen die Donau-Dampf- schiffahrtsgesellschaft eröffnet. Das Blatt fordert die Bevölkerung auf, die Aktion auf alles auszudehnen, was aus Oesterreich-Ungarn stammt. Die Zeitung. P o l i t i k a" fordert' das serbische Publikum auf, vom Besuche österreichisch- ungarischer Kurorte abzusehen, da es dort Schikanen aus- gesetzt sein würde. Kroatische Demonstrationen. Agram, 7. Juli. Nach dem heutigen Requiem für den Erz- Herzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin demon- st r i e r t e eine kleine Gruppe von Anhängern Franks mit dem Parteiführer selbst an der Spitze. Die Demonstration richtet« sich gegen die in den Landtag ziehenden Abgeordneten der Majorität, denen Schmährufe zugerufen wurden. Im Landtag, wo sich die Skandalszenen erneuerten, wurde Frank für 99, sechs andere Mitglieder bis zu 69 Sitzungen ausgeschlossen. Di« übrig- gebliebenen vier Anhänger Franks verließen demonstrativ den Saal, wo nur die Staresevicspartei als Opposition blieb. Nusiische Polizeischurkereien in Gesterreich. Wir berichteten vor einiger Zeit über die Verhaftung des russischen Schriftstellers Kochanny-Goraltschuk in Prag, dessen Auslieferung von deiy russischen Regierung gefordert wurde. In- zwischen ist nun die gegen Kochanny erhobene Klage als Lüge ent- hüllt und die Auslieferung de? Verhafteten an die Zarenschergen hintertrieben worden. Kochanny ist nach mehrwöchiger schwerer Haft au? dem Gefängnis entlassen worden, aber die nun bekannt ge- wordenen Einzelheiten dieser empörenden Affäre sind derart, daß ein erneutes Eingehen auf fie erforderlich ist. Nicht genug, daß die Prager Behörden dem Beamten der russischen Geheimpolizei, Sla» winsky, bei der Untersuchung freie Hand ließen, ihm die Schrift- fachen de« Verhafteten auslieferten usw., sie gestatteten eS auch, daß dieser Spitzel des Blutzaren in Gegenwart des Prager Polizei- inspektor? Slawitschek und deS Heitmans Chum dem Genossen Kochanny das Anerbieten machte, in die Dienste der poli- tischen russischen Polizei zu treten! Das ist der Gipfel der Schamlosigkeit, den die Schergen des Blutzaren erklommen haben. Wie tief ist aber die Ehre und das Ansehen eines Staates gesunken, dessen Beamte dieses schamlose Treiben der russischen Lockspitzel dulden. Frankreich. Eine mysteriöse Geschichte. Paris, 7. Juli.(Pri vattelegramm des.VorwZrt S'.) Die Polizei hat am Sonntag in der Umgebung von Paris zwei VomventrSger festgenommen, die erklärt haben sollen, daß sie ein Attentat gegen den russischen Zaren Planen. Der eine, Kiritscheck, soll fich auch als Anarchist bekannt haben, der andere, TrajanoreSki, erklärte, gar nicht gewußt zu haben, daß eS sich um eine Bombe handle.' Beide Leute sind hier sämtlichen russischen Gruppen total unbekannt. Die ganze Geschichte macht einen sehr verdächtigen Eindruck. Der Wirt deS Gasthofs, bei dem TrajanoreSki wohnte, erklärt, dieser sei l ä n g st b e- spitzelt worden. Gegen das Dreijahrgesetz. Paris, 7. Juli. Der radikale Deputierte A r m e z, der für das Dreijahrsgesetz gestimmt hat, brachte einen Gesetzentwurf ein, durch den die Rückkehr zur zweijährigen Dien st zeit ermög- licht werden soll. Er schlägt vor, alljährilch 40 l)lX> Freiwillige anzuwerben, die sich verpflichten sollen, fünf Jahre zu dienen und dafür einen erhöhten Sold und nach beendigtem Militär- dienst eine Prämie von 2S00 Frank erhalten würden. Hierdurch würde eS dem Kriegsminister möglich sein, die übrigen Mann- schaften bereits nach 24monatiger Dienstzeit zu entlassen. Der marokkanische Blutfleck. Paris, 7. Juli. In der radikalen Presse werden immer lebhaftere Angriffe gegen die Art der K r i e g f ü h r u n g in Marokko erhoben. So schreibt die„A u r o r e": Dank der Geistesverfassung des Generalstabes des Besatzungskorps dehnen sich die kriegerischen Operationen immer mehr aus. General Lyautey nennt das„sich wie ein Oelfleck ausdehnen". Es ist das e h e r ein Blutfleck, der immer größer wird. Die Gegner sind Stämme, denen man ihre Kasbahs zerstört hat und die man durch u n b a r m herziges Kesseltreiben zur Verzweiflung bringt. In einem Gefechte gegen 700 Marokkaner wurden auf französischer Seite 1800 Granaten und 80 000 Gewehr Patronen verbraucht. So sieht die Pazifizierung aus. Dir Reise Poinear6s. Paris, T. Juli.(Privattelegramm bei ,.B o r w ä r t I*.) Die Kammer nahm heut« den Kredit von 400 000 Frank für die Reif« de! Präsidenten P o i n c a r ä nach Rußland, Schweden, Dänemark und Norwegen mit 428 gegen 106 Stimmen an. Im Verlauf der Debatte bekämpfte I a u r z S den Kredit für die russische Reis« aus zwei Gründen. Einmal, weil solche Reise dazu mißbraucht werde, Verpflichtungen einzugehen, die dem Lande unbekannt bleiben, zweiten? um gegen Geheimverträge zu protestieren, die jetzt bei der krisenhaften Gestaltung der Orient frag« besonder» gefährlich seien. Dal russische Volk sei reif, die auswärtige Politik zu kontrollieren, aber seine Volksvertretung habe keine Rechte. Deshalb werden die Sozialisten gegen den Kredit stimmen. Nicht als ob sie nicht Demonstrationen, die die Völler nähern und den Frieden noch mehr sichern könnten, mit der lebhaftesten Sympathie begleiteten, nicht als ob sie den historischen Charakter de» franzöfisch-russischen Bündnisse», da» Bebel al» eine Folge der Annexion von Elsaß-Lothringen bezeichnet habe, verkennten. Aber man mißbrauche feit einiger Zeit solche Reisen. Gerade in diesem Augenblick, wo wir vor der schwierigen orientalischen Frage stehen und die Bürgschaften nicht mehr befitzen, die un» die Anfänge des Parlamentarismus boten, die das heldenhafte russische Voll sich errungen hatte, ist die r u s s i s ch e Volksvertretung verstümmelt. BonnefouS(Jen trum) ruft dazwischen: Das geht unS nicht» an.(Sehr gutl recht» und im Zentrum.) Jaur6S: Ich lege ebensoviel Gewicht wie Sie auf di« Freiheit der Völker, aber tu demselben Maße, wie di« russisch« VollSvertretung verstümmelt, herabgewürdigt, gefesselt wird, verlieren wir hier inyrankreich anStcher» Helten. Mr werden gegen den Gesetzentwurf stimmen. (Beifall auf der äußersten Linken.) Ministerpräsident Viviani erklärte: Jaurä» habe fich gegen den Kredit für den Besuch de» Präfidenten der Republik bei der russischen Nation ausgesprochen. sVaillant unterbrechend: Nicht bei der russischen Nation, sondern beim Zaren!) Viviani: Jaurä» ist nicht gegen das französisch-russische Bündnis auf. getreten, sondern gegen den Gebrauch, den man davon machen könnte. Er befürchtet, daß Verhandlungen begonnen und Verpflichtungen übernommen seien, die zukünftig schwerwiegende Folgen haben könnten.(Rufe auf der äußersten Linken: Aber das stimmt doch auch!) Vaillant ruft: Das ist gerade wie beim DreijahrSgesetz I) (Lärm.) Viviani fortfahrend: ES wäre recht schwierig, ein Bündni» zwischen den beiden Ländern zu schließen, zu erhalten und auszugestalten ohne Verhandlungen zwischen den für die Re- gierung dieser Länder Verantwortlichen, um die Beständigkeit ihrer politischen Ziele zu sichern.(Beifall auf zahlreichen Bänken.) Es handelt sich nur darum, ob während dieser notwendigen VerHand- lungen Verpflichtungen hinsichtlich unserer inneren Politik übernommen werden sollen. Ich erkläre klipp und klar, daß jede derartige Verpflichtung die Entschlußfreiheit unserer Regierung und die Freiheit unserer Kammerbeschlüsse berühren würde.(Lebhafter Beifall.) Türkei. Die Griechenverfolgungen in Kleinasien. Aus Brüssel schreibt man uns: Marcel H6b6rt erzählt im„Peuple" auf Grund ihm persönlich zugekommener Mitteilungen von den Greueln und Mordtaten, die die unter dem obrigkeitlichen Schutz ar- beitenden türkischen Banden an der griechischen Bevölkerung Anatoliens verüben. Der Gewährsmann Höbsrts, Felix Sartiaux, der von der französischen Regierung zum Zweck von Ausgrabungen nach Phokäa kam, fand dort ein Regiment des Schreckens vor. In den christliche.n Dörfern und Städten an der Küste Klcinasiens rauben, plündern und morden die Türken, wozu ihnen die Obrigkeit das Beispiel gibt. In Phokäa hat ein Gendarmeriechef fünf Personen umgebracht— darunter eine Frau und einen Greis. Zwei andere Beamte haben vier Menschen auf dem Gewissen. Ein Kind wurde in einen Brunnen geworfen. Man könne sich nach alledem vor- stellen, was sich die Soldateska zuschulden kommen läßt.— Diese Greuel werden von einer mächtigen, unter dem Schutz der Lokalbehörden arbeitenden Organisation inszeniert, die von der Regierung in Konstantinopel Weisungen und Waffen erhält. Die Banden sind aus der türkischen bäuerlichen Be- völkerung der Umgebung zusammengesetzt.— 140 000 türkische Griechen wurden ausgewiesen und mußten flüchten.— Der Gewährsmann Hsbsrts hat Beweise für die oben angeführten Tatsachen in Händen und>vird sich ihrer zur Zeit bedienen. Sartiaux selbst, der sich der verfolgten Be- völkerung annahm, mußte Phokäa verlassen, weil die Behörde erklärte, seine Leute, obgleich sie unter französischem Schutz stehen, auf die Dauer nicht schützen zu können.— Der Artikel schließt mit einem heftigen Protest gegen das jung- türkische Greuelregim». Ms öer Partei. Nachklänge zum badischen Parteitag. Aus Baden wird uns geschrieben: In Lörrach tagte am Sonnabend, den 4. d. M., eine starkbesuchte Parteiversammlung, die zu den Verhandlungen der Frei- burger Tagung ausführlich Stellung nahm. Das Referat hielt Genosse Mayer. Der Redner legte noch einmal die prinzipiellen Gründe dar, welche die Lörracher Genossen zur Einbringung ihrer Resolution in Fragen der zukünftigen Landespolitik bestimmten und wendet sich scharf gegen den Landesvorstand, der eigenmächtig die NichtVeröffentlichung der Resolution verfügte und dadurch eine Stellungnahme der Parteiorganisationen im Lande hierzu vor dem Parteitag unmöglich machte. Im Mittelpunkt seiner weiteren Aus- führungen bespricht Redner die Landespolitik der letzten Zeit und beleuchtet an krassen Beispielen die Drehscheibenpolitik der Nationalliberalen und die unmögliche Stellung, in welche wir durch das Bündnis mit dieser Partei gedrängt wurden. Der Parteitag hätte die letzten Konsequenzen ziehen müssen. In der Diskusston unterstützt Genosse K i e s l i ch den Vorredner in jedem Punkte und gebt auch auf die Behandlung der 5kaiser-Hoch-Affäre ein, indem er oen Beschluß deS Parteitags miß- billigt. Einen breiten Raum in der Debatte nahmen Wünsche und Beschwerden an die Redaktion der„Volksmacht" in bezug auf deren Haltung in parteipolitischen Fragen ein, die durch eine erschöpfende Aussprache mit dem anwesenden Vertreter der„Volksmacht", Ge° nossen Redakteur W e i ß m a n n zur gegenseitigen Zufriedenheit erledigt wurden. Folgende Resolution wurde einstimmig an- genommen: „Die am Sonnabend, den 4. Juli, in Lörrach tagende stark- besuchte Parteiversammlung erklärt sich mit der Haltung ihrer Delegierten auf dem Parteitag einverstanden. Sie protestiert ent- schieben dagegen, daß der Landesvorstand die Lörracher Resolution in den Anträgen zum Parteitag nicht veröffentlichte. Sie gibt der Meinung Ausdruck, daß durch die Nichtveröffentlichuna der Resolution die nötige Grundlage zur Diskussion a u f de m P a r t e i t a g üb e r h a u p t m a n her di« Abstimmung der wahren 2 Lande? nicht entsprechen konnte. > e l t e und d a- ieinung des Aus den Organisationen- In einer Kreisvertreterversammlung für den 4. sächsischen ReichStagSwahlkreiS(Dresden-Neustadt) wurde nach einer lebhaften Debatte folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Vertreter von Dresden-Neustadt erklären sich mit der Tätigkeit der ReichstagSfraktion einverstanden. Sie sprechen über deren Haltung zum Kaiserhoch ihre Genugtuung aus uno erwarten vom Parteitag, daß er diese Haltung gutheiße. Im weiteren Verlaufe der Versammlung kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem AbAeordneten des Kreises, Genossen B u ck, und dem Abgeordneten Rühle über die K o l o n i a l p o l i t i k. In einer späteren Ver- sammlung soll diese Frage besonders behandelt werden. Als Partei- tagsdelegierte wurden die Genossen Klefs e, Tinius und Braun- Radeberg gewählt. Die Kreisversammlung de» dritten Württembergs- schen Wahlkreise», die letzten Sontnag in Heilbronn tagte, beschloß, vom 1. Oktober ab den Zehnpfennig-Wochenbeitrag in allen Ortsvereinen durchzuführen. Den Ortsvereinen, die den weiblichen Mitgliedern die„Gleichheit" gratis liefern, soll die Hälfte der Kosten von der KreiSkasse zurückerstattet werden.— In einem Referat deS Abgeordneten Feuerstein über„Politische TageSsragen" wurde auch die Frage deS Verhalten? der Fraktion beim Kaiserhoch gestreift. Der Redner erklärte sich für Beibehaltung der alten Hebung. Eine Resolution, die daS Sitzenbleiben billigt, wurde geyen wenige Stimmen durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Nahezu einstimmig billigt« die Versammlung di« Haltung des „Neckar-Echo" zu den württembergischen Parteidifferenzen.— Zum Parteitag in Würzburg wurden tne Genossen Hornung und B a h l e r als Delegierte gewählt. Der Kreisvorfitzende Knapper- Heilbronn wurde einstimmig wiedergewählt. Ms Industrie und Handel. Die Konzentratio« in der Spiritnsindpstrie. Die O st e l b i s ch e n Spritwerke und die Breslauer Spritfabrik fusionieren ihre Produktenabteilungen und beab- sichtigen ferner, ab 1. Oktober 1918 für die Dauer von 30 Jahren eine vollständige Interessengemeinschaft einzugehen. Es bestanden schon seil längerer Zeit engere Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen, die im Jahre 1912 darin zum Ausdruck kamen, daß die Ostelbischen Spritwerke einen größeren Posten Aktien der Breslauer Spritfabrik übernahmen. Beide Gesellschaften erhöhten im Jahre 1912 ihr Aktienkapital nicht unerheblich zwecks Au? dehnung ihres JnteressenkreiseS. Die Breslauer Spritfabrik fusionierte mit der Nordhäuser Spritfabrik und übernahm zwei Beteiligungen an größeren Unternehmungen der Produktew brauche. Beide Gesellschaften haben heute schon eine erhebliche Aus' dehnung, so daß ihnen die Interessengemeinschaft einen hervorragew den Platz in der Spritindustrie verleihen wird. Die Breslauer Spritfabrik verteilte als letzte Dividende 22 Proz. Die Ostelbischen Spritwerke verteilen seit einer Reihe von Jahren 12 Proz. auf ihre Stammaktien und 6 Proz. auf ihre Borzugsaktien. Die Breslauer Spritfabrik hat ihren Sitz in Breslau, die Ostelbische Spritfabrik in Berlin. Das Aktienkapital der letzteren beträgt 4,ö Millionen Mark, da? der Breslauer Spritfabrik B,4ö Millionen Mark, so daß die Interessengemeinschaft insgesamt ein Aktienkapital von zirka zehn Millionen Mark repräsentieren wird. Die Norddeutschen Spritwerke und die Svritbank-Aktiengesellschast, deren Aktien ebenfalls an der Berliner Börse gehandelt werden, haben zusammen die Hälfte dieses Kapitals._ Der Kohlenwncher in Dentschland wächst sich immer mehr zu einer schweren Landplage aus. Die offi- Miellen Lohnstntistiken weisen schon seit einem halben Jahre ein Fallen der Bergarbeiterlöhne in den meisten Kohlendistrikten auf. In der Fachpresse der Bergarbeiterorganisationen aller gewerkschaftlichen Richtungen ist bereits früher Klage über das systematische Herab- drücken der Akkordsätze für die für die Betriebsselbstkosten ausschlaggebenden Gewinnungsarbeiter geführt worden, mit charakteristischen Beispielen belegte Klagen, die sich im Laufe des JahreS 1914 immer mehr verstärkten. ES kann also keinem Zweifel unterliegen, daß die Betriebskosten der Kohlengruben und KokS- und Brikettfabriken, deren Hauptteil die Arbeiterlöhne darstellten, wesentlich geringer wurden und doch müssen die Brennstoffverbraucher noch immer Hoch- konjunkturpreise zahlen. Im einzelnen sind verschiedene Kohlensorten 1914 gegen 1913 etwas billiger geworden, aber 1913 standen die Preise exorbitant hoch. Mit welchen ungeheuerlichen Preiserhöhungen namentlich das rheinisch-westsälische Kohlensyndikat die Verbraucher belastet, illustriert der Privaldozent an der Universität Halle, Dr. jur. Karl Palenske in einer kürzlich von ihm herausgegebenen Broschüre: Der Kampf um die Braunkohle(Verlag„Bodenreform", Berlin 1914). Nach diesem Autor kosteten RuhrgebietSkohlen im Großhandel pro 10 Tonnen: 188g 1913 Fettkohlen.... 60-68 M. 140-150 M. Gasflammkohlen... 62—82, 148— 160, Fettflamm-Nußlohlen 51—56, 145—150„ Derartige Preissteigerungen, die das deutsche Volk jährlich mit Hunderten Millionen Mark Kohlenherrentribut extra belasten, finden in der Betriebskostenzunahme keine Begründung. Eine im Reichs- amt deS Innern zusammengestellte Durchschnitts-Preisstatistik, deren Kohlen«, KokS- und vrikettpreise um diese Zeit größtenteils sogar immer noch höhere waren, wie Mitte 1912, wo bekanntlich eins Hochkonjunktur herrschte, die aber schon gegen Ende 1912 abflaute. Wie es die Grubensyndiknte verstehen, selbst in geschäftsflauer Zeit, wie augenblicklich, die Brennstoffpreise über den Hochkonjunkturstand zu halten, mögen folgende Vergleiche lehren, die sich hauptsächlich auf Hausbrandkohien usw. beziehen. Die erste Uebersicht betrifft die Reichshauptstadt Berlin. Hier mußten bei den gleichen LieferungS» bedingungen gezahlt werden für: im Juni 19l2 im Mai 1914 Oberschl. Stückkohle 1000 Kilogr., 23,40-24,20 M. 24,50-25,00 M. Wests. Schmiedekohle 1000. 24,00., 24,00 Gaskoks.... 1000, 19,50„ 21,80„ Schlesische Nußkohle 100„ 8,10„ 8,20 Gaskoks.... 100. 2,80„ 2,90 Braunkohlenbriketts. 100, 1,98-2,18„ 1,70-2,10„ 50. 1,61„ 1,63 100 Stück 1,06. 0,98, 1 Hektoliter 1,60„ 1,60, Mit Ausnahme der Braunkohlenbriketts waren alle mineralischen Brennstoffe in Berlin im Mai 1914 noch teurer wie im Juni 1912. Der auch nur geringe Preisnachlaß für Braunkohlenbriketts ist die Folge des Konkurrenzkampfes auf dem Berliner Markt zwischen den Lieferanten des„Jlse"-BrikettZ und anderen mitteldeutschen Brikett« marken. Es mutzten weiter gezahlt werden für 50 Kilo deutsche Steinkohlen, Nuß Braunkohlenbriketts. Koks...... Steinkohlen in: Mai 1914 1,50 M. 1.50. 1,25, 1,05—1,20, 1.50. 1.33. 0,75—1,45, 1,22-1,90, Juni 1912 Königsberg.. 1,40 M. Danzig,... 1,45, Stettin.,. 1,20„ Breslau... 1,06—1,10„ Halle a. S... 1,50„ Altona... 1,33„ Hannover.. 0,75—1,50„ Barmen... 1,20—1,90» An den meisten Plätzen ist entweder noch ein« Verteuerung der Kohlen eingetreten, oder eS ist nur der Preis für die minderwertigsten Qualitäten etwas ermäßigt worden. Während der letzlen Hoch« konjunktur konnte man für die westfälische Fördergruskohle in Ham« bmg bis 16 M. im Großhandel erzielen, für Mai 1914 wurde keine Preisangabe gemacht. Die übrigen Kohlensorten(westfälische, a 1000 Kilo) kosteten in Hamburg im Juni 1912 16—21, Mai 1914 15—21,50 M. Die für den Hausbrand am geeignetsten Nußkohlen waren im Mai 1914 noch 50 Pf. teurer wie zwei Jahre vorher. Der Kohlenwucher erstreckt sich über ganz Deutschland, weil all» Zechenkartelle die Preistreiberei üben und die nichtsyndizierten Gruben diesem profitablen Beispiel folgen. Das Lohneinkommen der breiten Volksmassen ist stark gesunken, infolgedessen auch da? Einkommen der kleinen Geschäftsleute und Handwerker. Die Kohlenkartelle halten trotzdem ihre Preise noch höher wie sie in dem flotten Geschäftsjahr 1912 standen. Sowohl für den Großhandel wie auch für den Kleinhandel schreiben die Kohlenherren die Mindestverkaufspreise vor, insofern sind die Zwischen« Händler mit unerheblichen Ausnahmen nur die Agenten der Zechen- syndikate. Auf diese also ist die Auswucherung des BolkeS durch die Brennstoffpreistreibereien zurückzuführen.� Diese un- streitige Tatsache muß um so empörender wirken, weil die deutschen Z e ch e n s y n d i k a t e große Massen Kohlen und KokS zu weit n i e d r i g e r e n P r e i s en a l s sie im deutschen Jnlande erzwingen, im Auslände verkaufen! Das Ausland erhält deutsche Kohlen und dito KokS pro Tonne um mehrere Mark billiger wie die deutschen Verbraucher. Das deutsche Volk wird von den Kohlen-, Koks- und Brikettsyndikaten in der unerhörtesten Weise ausgewuchert, muß Wucherpreise zahlen, damit den Syndikatsherren die Ver» sorgung des Auslandes mit billigen Brennstoffen ermöglicht wird und ihnen die schon vollen Taschen bis zum Platzen gefüllt werden. Wie lange noch will der deutsche Michel so mit sich Schindluder treiben lassen?_ Die deutsche Roheisenerzeugung. Nach den Ermittelungen de» Verein» Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Roh» eisenerzeugung in Deutschland und Luxemburg im Monat Juni 1914 insgesamt 1531313 Tonnen gegen 1607193 Tonnen im vorigen Monat und gegen 1 609 748 Tonnen im gleichen Monat des vorigen Jahres. Auf den Arbeitstag kamen im Berichtsmonat 51 044 Tonnen gegen 51 845 Tonnen im vorigen Monat und gegen 53 658 Tonnen im gleichen Monat des vorigen Jahres. Die Er- zeugung in den Monaten Januar bis Juni 1914 stellte sich auf 9 288 196 Tonnen gegen 9 576 203 Tonnen im gleichen Zeitabschnitt des vorigen Jahres. Abnahme deS auswärtigen Handels in England. Der Handels« a u S w e i S für Monat Juni wies in der E i n f u h r eine Ab» nähme von 37 477 Pfund Sterling, in der Ausfuhr eine Ab« nähme von 2 963 592 Pfund Sterling gegen das Vorjahr auf. neuesten Ausgabe den Monat Mai 1314 betrifft, lehrt uns. daß die! Haftes worden. Letzte Nachrichten. Der albanische Anfstand. Paris, 7. Juli. Hiesigen Blättern wird gemeldet, daß die epirotifche Nationalversammlung gestern in Delvino daS Abkommen von Korfu unter dem Vorbehalt genehmigt habe, daß die epirotifche Regierung die in diesem Abkommen genannten Gebiete bis zur Beendigung der gegenwärtigen albanischen Krise verwalte. DaS „Journal deS DebatS" meldet aus Skutari, daß die epirotifche» Aufständischen den Albanesiern eine Anzahl von Führern zur Ver- fügung gestellt haben. Zum Woolwichcr Arsenalarbeitcrausstand. Portsmouth, 7. Julu(W. T. B.) Außer 160 bei den Firmen Armstrong Company und Vickers Company beschäftigten Maschi- nisten sind auf der Werft von Portsmouth 60 Arbeiter zum Zeichen ihrer Sympathie mit dem Streik in Woolwich in den Ausstand getreten. Ein französisches Unterseeboot gesunken. Toulon, 7. Juli.(W. T. B.) Während der Flottenübungen bei den Hyerischen Inseln stieß das Unterseeboot„Calypso" mit dem TorpedobootSzerstörer„Mousqueton", der es begleitete, zu- sammen, Das Unterseeboot sank, aber die Besatzung wurde gerettet. Unwetter in Hamburg. Hamburg, 7. Juli.(W. T B.) Seit Mitternacht geben fast un« unterbrochen wolkenbruchartige Regengüsse nieder, so daß bereits viele Keller überschwemmt sind. Auch unterirdische Telephonleitun- gen litten unter dem Andrang der ungeheuren Regenmassen, Verhängnisvolle Folgen einer Wette. Biberach, 7. Juli.(H. B.) In einem Dorfe bei Biberach kam es zwischen jungen Leuten wegen der Lebensgefährlichkeit der Starkstromleitung der Ueberlandzentrale zu Meinungsverschiedenheiten. Es wurde eine Wette gemacht, die Trägermasten zu er- steigen und die Leitungsdrähte zu berühren. Dabei wurde einer der jungen Leute von dem 60 000 Volt starken Strom sofort ge- tötet, ein anderer erlitt so schwere Branntwunden, daß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Verhaftung von Diamautenschmugglcrn in New Jork. New Jork, 7. Juli. Nach Feststellungen der Zollbehörden wur» den in einem Zeiträume von zwei Jahren Diamanten im Werte von einer halben Million Dollar aus Antwerpen über Montreal nach New Jork geschmuggelt. Mehrere Personen sind bereits v e x» Wollen Sie Garbáty Cigaretten vor Enttäuschungen bewahrt sein, dann fahren Sie Continental- Pneumatík, die Marke der großen Erfolge. Auf ihm wurden 1913 drei Grand Prix, viele andere große Rennen und zahlreiche Tourenfahrten gewonnen. Nicht der billigste im Einkauf, aber der billigste im Gebrauch ist Continental Pneumatik Continental- Caoutchouc- u. Gutta- Percha- Co., Hannover Personal 12 000. Qualitát Ohne jede Anzahlung!! Reine Raffierer, Heine Raten!, Bettwäsche, Teppiche, Portieren, Bilder, Gardinen, Stores, Stepp- u. and. Decken. MATZNER, Hufelandstraße Nr. 41. Den beften Schutz der Kinder vor den gefährlichen Erkrankungen der heißen Sommertage, Brechdurchfall, Diarrhoe. 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Mit dem Imperator nach Bother Konzert, Spezialitäten. New York. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Schiller O. Martha. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräßer Straße. Mr. Wu. Thalia. Wenn der Frühling tommt. Roje. Der Silberkönig. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Balaft- Theater. Varieté und Lichtspiele. Passage- Panoptikum. Lebend! Die letzten weiblichen Azteken! Berliner Prater Theater. Grigri. Azteken! Anfang 8, Ubr. Kleines. Der Kleds. Theater am Nollendorfplatz. Der Jurbaron. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Luisen. Der wilde gelbe Mohn. Walhalla. Der Hund von Basterville. Folies Caprice. Die Leibwäscherin. Die Amordragoner. Das Bett Napoleons. Ah- da staun' ich. Anjang 8, Ubr. Residenz. Die verflirte Liebe. Admiralspalaft. Im Tangoflub. Cines Mollendorf Theater. Das Mirakel. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. AGA die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. WINTER CARTEN 65 Neues Programm! Saharet die australische Tanzdiva Perzinas Kaufmanns Pagageien Kabarett Veronacycle Truppe und eine Kette Berliner Theater. hervorragender Kunstkräfte! Bum 275. Male. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Sachse- Oper. Schiller- Theater 0. Theater. 8 Uhr: Ballner Entreeplatz wochentags M. 0,60. Rauchen gestattet! Puhlmanns Theater Schönh.Allee 148. Kastanienallee 97/99 Unter neuer Leitung der beliebten Direttion W. Herrmann. Martha. Konzert, Theater, Spezialitäten. Theater des Westens. Mittwoch, Donnerstag, Freitag: Walküre. Anfang 7 Uhr. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. Zum Schluß: Wo hast du dein Weh' Weh'chen! Anjang 4 Uhr. Voigt- Theater Babstraße 58. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Sonntag, den 12. Juli 1914: Großes Sommerfest in den Lokalen: Ludwigs Viktoriagarten, Treptow 214/ 15* unter Mitwirkung des Gesangvereins„ Allegro", M. d. A.-S.-B., des Berliner KonzertOrchesters, Dirigent Herr Schulz; turnerische Aufführungen von Mitgliedern des Turnvereins ,, Fichte", athletische Aufführungen von Mitgliedern des Arbeiter- Athletenbundes. Preiskegelschieben:: Kaffeekochen:: Tanz Mentes Volksgarten, Röderstr. 28-29 unter Mitwirkung des Gesangvereins„ Olympia", M. d. A.-S.-B., des Berliner Humorquartetts; turnerische Aufführungen von Mitgliedern des Turnvereins ,, Fichte", athletische Aufführungen von Mitgliedern des Arbeiter- Athletenbundes:: Spezialitäten:: Konzert, Preiskegelschieben:: Kaffeekochen:: Tanz Billett 20 Pfennig Eröffnung nachmittags 2 Uhr Jedes Kind erhält am Eingang der Lokale einen Bon für Stocklaterne und Karussell oder Schaukel gratis. Reichshallen- Theater. URANIA Stettiner Sänger. Neu: Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: ( Zum 221. Male:) ZOOLOG ischer Garten Täglich Gr. Militär- Konzert. Eintrittspreise: Zoo 1 M. von 6 Uhr ab 50 Pf. Aquar. 1M. v.d.Str., 50Pf. vZoo Kinder unt. 10 Jahr. die Hälfte. Neu! Neu! AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Folies Caprice. Täglich 8, Uhr: Die Leibwäscherin. Die Amordragoner. Das Bett Napoleons. Ah da staun' ich. Metropol- Theater. Admiralspalast. Abends 8 Uhr: Der Dorfschulmeister. Mit dem„ Imperator" Die Reise um die Erde Genrebild von Meysel. Anfang 8 Uhr, Sonntags 74, Uhr. nach New York. Rerliner K- Tric Adr.: Neukölln Lahnstr.74L Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108/114 Heute Mittwoch, den 8. Juli 1914: I. Großes Kinder- Erntefest verbunden mit Ernte- Umzug, Bonbonregen, Puppen- Theater, Fackelzug u. großer Gratis- Verlosung. 1. Hauptgewinn für Knaben und Mädchen: je eine goldene Uhr. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf. Anfang des Varietés 6 Uhr. Im Neuen Saal: Großer Ball. Voranzeige. Sonntag, den 12. Juli 1914: Eröffnung: Kellerfest in Oberbayern. Während der Ferien große Dampfer- Extrafahrten mit Musik Jeden Mittwoch: Großer Elitetag. jeden Dienstag und Donnerstag vorm. 9 Uhr, nachm. 2, Uhr, Hente, zum 1. Male: Orig. Boltstid mit Gesang u. Tanz Durch fremde Schuld. in 3 Atten von Seelen u. Nichter. Gänzlich neue Spezialitäten. Staffeneröffn. 2 Uhr. Anf. 4 Uhr. von der Schillingsbrücke nach Wernsdorfer Schleuse Restaurant ,, Zum Oder- Spree- Kanal" Juhaber Paul Schwedler. Fahrpreis Hin- u. Rückfahrt Erwachsene 59 Pf., Kinder 25 Pf. in 40 Tagen. Eis- Arena. Berlins kühlster Aufenthalt. 9 Uhr: Im Tangoklub" 99 und ,, Die lustige Puppe". Bis 6 Uhr und ab 10%, Uhr halbe Kassenpreise. PROTEKTOR DER KÖNIG VON WÜRTTEMBERG 753 AUSSTELLUNG FÜR GESUNDHEITSPFLEGE STUTTGART 1914 MAI BIS ENDE OKTOBER Volkstümliche Gesundheitslehre, Darstellungen über den Organismus des Menschen, Ernährung und Wohnung, Hygiene im täglichen Leben, Mutter, Säugling und Kind. Wissenschaftliche, Historische u. Literarische Abteilung. Erzeugnisse angewandter Hygiene. Vorträge, Führungen, Sonder- VeranstalMikroprojektionen und Lichtbilder. tungen. Eigenes Stadion mit großen sportlichen Veranstaltungen. GRÖSSTE BISHERIGE AUSSTELLUNG IN WÜRTTEMBERG Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. In feratenteil berantm.; Th. Glode, Berlin. Drudu. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt BaulSinger& Co., Berlin SW. Sierau 3 Beilagen u. Unterhaltungsb Kr. KZ. 31. Jahrgang. 1 MW des Jonuärts" Mim PdbtlitL Mittwochs 8. Infi 1914. Gewerksthastliches. das schnorrende Scharfmacherblatt. Der Schleifstein des Scharfmachers Freiherrn v. Reis- Witz, die.Deutsche Arbeitgeberzeitung", befindet sich in der Klemme. Das Unternehmertum läßt sich diese Scharfmacherei gegen die Arbeiter zwar gern gefallen, aber sie ist ihm doch anscheinend nicht so viel wert, daß es sich dafür in besondere Unkosten stürzen möchte. Nun können aber die fleißigen Schleifsteindreher im Dienste der Ausbeutung und Unter- drückung der Arbeiterklasse auch nicht von der Luft leben; im Gegenteil, sie stellen meist sehr hohe Ansprüche! Um nun den Schleisstein richtig im Betriebe zu erhalten, geht man zu den Männern mit den zugeknöpften Taschen schnorren. Die .Deutsche Arbeitgeberzeitung", Zentralorgan der deutschen Arbeitgeberverbände, offizielles Publikationsorgan von einigen 60 zentralen und lokalen Unternehmerorganisationen, die auf dem Briefkopf namentlich aufgeführt sind, versandte an eine Reihe deutscher Unternehmer folgenden Bettelbrief: .Berlin L 42. Oranienstr. 140-142, den 22. Juni 1914. Chef-Bureau! Herren... Gestützt aus die anliegenden Ausführungen der ,B. d. D. A." richten wir an Sie die ergebene Bitte, in �jhrem Etat auch einen Posten für die.Deutsche Arbeitgeber> Zeitung" vorzusehen. Sie lämpft seit mehr als zwölf Jahren durchaus uneigennützig ausschließlich für die Interessen der deutschen Unter» nehmer. Die innerhalb dieses Zeitabschnittes erfolgte Organisation der Arbeitgeber ist in der Hauptsache der Borarbeit der.Deutschen Arbeitgeber»Ztg." zuzuschreiben, die in Millionen Auflagen an alle Arbeitgeberkreise Deutschlands verbreitet wurde. Bisher hat der Verlag die großen Propagandaunkosten ge- tragen, unterstützt durch eine Anzahl deutscher Jndustriefirmen, welche in Siierkennung der Bedeutung der.Deutschen Arbeitgeber- Zeitung' dieser schon seit längerer Zeit Jnseratenausträge regel- mäßig zuweisen. Wir glauben nun annehmen zu dürfen, daß auch Sie daS Bedürfnis der weiteren möglichst lückenlosen Organisation der deutschen Arbeitgeber anerkenne». Deshalb wiederholen wir unser ergb. Ersuchen, Ihre Sympathie dadurch zum Ausdruck zubringen, daß Sie der.D. A.-Ztg." Ihre JnsertionSaufträge zuweisen. Die große Verbreitung des Blattes in allen jenen Kreisen, die Sie zu Ihren Interessenten zählen, gibt Ihnen volle Gewähr für eine an- gemessene Gegenleistung. Unser heutiges Schreiben adressieren wir an datz.Thef- Bureau" und bitten um diskrete Behandlung der Angelegenheit. Hochachtungsvoll Die �.Deutsche Arbeitgeber-Zeitung". ?. 8. ES dürste Ihnen noch nicht bekannt sein, daß auch die Vereinigung der Deutschen Arbeitgcberverbände als Gesellschafterin finanziell an der»D. A.-Ztg." beteiligt ist." Die„anliegenden Ausführungen der V. d. D. A."(das ist die Vereinigung der deutschen Arbcitgebervcrbände), auf die sich der vorstehende Bettelbrief„stützt", sind einem Rund- schreiben der genannten Vereinigung an ihre Mitglieder vom 5. Februar 1914 entnommen und lauten: .Wir bitten, den Verbandsfirmen dringend anS Herz zu legen, daß sie ihre Annoncen der.Deutschen Arbeitgeber-Zeitung" zur Veröffentlichung übergeben. Zu dem wirklichen Lorterle. den daS Inserieren in der.Deutschen Arbeitgeber-Zeitung" bei der Mannigfaltigkeit des Bezieherkreises der Zeitung und ihrer hohen Auflage für die inserierenden Firmen bietet, kommt noch der weitere nicht hoch genug zu veranschlagende Vorteil, daß mit dem auS dem Anzeigenerlös erzielten Gewinn der gemeinsamen Sache der deutschen Arbeitgeber gedient wird. Alto auch au« diesen sozialpolitischen Gesichtspunkten heraus empfehlen wir auf das dringendste, die„Deutsche Arbeitgeber-Zeitung" bei der Vergebung der Annoncen in erster Linie ins Auge zu fassen. Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände." Der Bettelbrief und die ihm beigelegte Empfehlung sprechen für sich selbst. Es ist außerordentlich bezeichnend, daß das Scharfmacherblatt, das sich rühmt,„in Millionen- auflagen(?) an alle Arbeitgeberkreise Deutschlands verbreitet" zu werden, durch derartige weh- und demütige Betteleien um eine geneigte Unterstützung ergebenst schnorren muß. Jeden- falls steht also seine scharfmacherische Wirksamkeit nicht so hoch im Ansehen, um die Unternehmer zu veranlassen, dem Satze:„Eine Hand wäscht die andere!" aus freien Stücken Rechnung zu tragen. verlln und UmgegenS. Lohnbewegung der Kraftdroschkenführer. Die Zahl der streikenden Chauffeure hat sich in den letzten Tagen wiederum verringert, weil eine Anzahl Unternehmer, sogar solche, die bei Beginn der Bewegung bestimmt mit einer Nieder- läge der Fahrer rechneten, den Tarifvertrag anerkannt haben. Außer- dem ist es den Streikenden gelungen, eine Reihe von Arbeitswilligen aus den einzelnen Betrieben herauszuziehen und den Unternehmern dadurch zu beweisen, datz der Beschluß der letzten Streikversammlung (Verschärfung dcS Kampfes) korrekt durchgeführt wurde. Dies hat allerdings die Scharfmacher in Harnisch gebracht und sie schreien immer lauter um Hilfe der Polizei. Nutzen wird ihnen das nicht allzuviel, weil die Streikenden streng angewiesen sind, sich durch keine Provokation aus der Ruhe bringen zu lassen. Auch alles Anpreisen der Unternehmer durch Plakate an den Anschlagsäulen, wonach Chauffeure SO— SO M. pro Woche verdienen, hat wenig oder gar keinen Erfolg gezeitigt, weil jeder einsichtige Mensch weiß, daß dieses Angebot offensichtlich Vorspiegelung falscher Tatsachen gleichkommt. Außerdem ist aber auch die Behauptung der Unter- nehmer, welche besagte, daß die geschäftliche Lage so schlecht sei, durch diesen Anschlag scharf in Mißkredit geraten. Aber die Herren Unternehmer können sich ja so etwas erlauben, denn ihre„Vereins- freunde" lassen sich ja auch vorreden, daß die Tarifkommission der Arbeitnehmer mit dem dargebotenen Lohn von 75 Pf. pro Tag nebst 25 Proz. der Einnahmen einverstanden war. Diese Behauptung ist eine grobe Unwahrheit. Das geht schon daraus hervor, daß die Kommission erklärt«, dieses Angebot der Mitgliedschaft zu über- mittel«, ohne e» empfehlen zu können. Außerdem wäre eS doch ein« große Dummheit gewesen, es deshalb zum Kampfe kommen zu lassen. Wenn das Angebot akzeptiert werden sollte und konnte, wäre doch die Einigung erzielt. Tagtäglich laufen bei dem Tran»- Portarbeiterverband Meldungen ein über Zusammenstöße und Un- fälle. Fast alle dies« Vorkommnisse sind auf das Konto der Unter- nehmer zu setzen, weil diese bei der Auswahl der Arbeitskräfte nicht die Vorsicht walten lassen, zu der sie gesetzlich verpflichtet sind. Daß dem so ist, wurde selbst von einzelnen Unternehmern bestätigt und geht daraus hervor, daß einzelne derselben bereits die.nütz- lichcn Elemente" selbst entließen und lieber ihre AutoS in der Garage stehen lassen. Auch der Trost der Unternehmer, daß das Geld der Organisation nicht ausreiche, ist ihnen genommen. Die Vertrauensleute der Chauffeure haben sogar beschlossen, durch Auf- bringung von besonderen Geldern die nichtberechtigten oder arbeitS- losen, sowie in schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen befindlichen Kollegen zu unterstützen. Diese besondere Unterstützung hat mit der von der Organisation gezahlten nichts zu tun, und wird von einer hierzu eingesetzten Kommission verwaltet. Dieser Beschluß wird jedenfalls den Unternehmern zeigen, daß es bei den Chauffeuren ander» aussiebt, als sie sich das ausgemalt haben. Die Streikenden sind sich deshalb des Siege» ihrer Sache sicher und werden sich durch nichts von dem Unternehmertum beein- flussen lassen._ Die Holzbildhauerbewegung zeigt nach den Ausführungen R e i p e r t S in der letzten Versammlung der Streikenden bisher einen durchaus günstigen Verlauf. Es ist bereit» in verschiedenen Tisch- lercien den Tischlern eröffnet worden, daß sie aussetzen müßten, weil es unmöglich sei, rechtzeitig die Bildhauerarbeiten heranzuschasien. Auch die Verschleppung der Arbeiten glückt den Unternehmern sehr wenig. Vor allem ist Sorge getragen, daß die nach auswärts ver- sandten Streikarbeiten in der Provinz nicht angefertigt werden. Ganz dieser Situation entsprechend klang aus der Diskussion auch nicht der leiseste Ton von Mutlosigkeit hervor. In, Gegenteil, es herrschte vollste Siegeszuversicht. Diese ist auch vollkommen berechtigt, sehen sich doch die Unternehmer genötigt, in einem Zirkular durch terra- ristische Androhungen ihre wankenden Reihen aufrechtzuerhalten. Achtung, Bauarbeiter! Die Sperre über die Fassadenputzarbeiten an der Schule in der Pallasstraße ist aufgehoben, da die bestandenen Differenzen zugunsten der Kollegen beigelegt sind. Sektion der Putzer. 3&I99 Kleines Zeuilleton. Die jüdische Umgebung dcS Kronprinzen. Die Kronprinzen sind seit jeder und überall Streitpunkte der bürgerlichen Interessen- gruppen gewesen. Jede Partei sucht sich aus bestimmten Motiven die Gunst des künftigen Herrn zu sichern. So ist es mir allzu ver- ständlich, wenn sich die konservativ-antisemitifche Zeitschrift„Der Hammer" über die jüdische Tafelrunde de» Kronprinzen entrüstet. Wie kann der Erbe der deutschen Kaiserkrone eS wagen, neben dem dicken Oertel, dem Kriegsminister v. Falkenhayn(wie klingt die Endsilbe verdächtig!) u. a. auch Männer wie Gutmann, Dr. Mantler, Direktor des Wvlfffchen Telegraphcnburcaus(ebenfalls Jude!), den Stadtrat Cassel und Dr. R. Presber zu Tische zu laden. Auch der berüchtigte Kronprinzcnenthusiaft Paul Lima« findet keine Gnade vor den Augen des überarischen 5lritikers, er ist zwar getauft, aber sein Großvater selig heiligte noch den Sabbat. Nun, wir halten die jüdische Gefahr nicht für so schlimm, denn sie ist nicht erst von heute oder gestern. Die Hohenzollern haben stets zu Juden intime Beziehungen gehabt, namentlich dann, wenn es sich um Geldgeschäfte handelte. Die Namen Bleichröder und Mendelsohn sagen genug. Selbst Bismarck, den die fanatischen Ur- germancn immer als Kronzeugen für ihren beschränkten Rassen- streit anführen, schätzte den Geschäftsjuden hoch ein. Wie JameS Rothschild in alle politischen Geheimnisse Napoleons III. eingeweiht war, so wußte Gerson Bleichröder seit 1864 um alle politischen Geschäft« Bismarcks natürlich durch Bismarck und dessen Räte. Und für die neuere Zeit dürfen wir nur Namen, wie Friedländer-Fuld, Rathenau, Simon. Ballin usw. nennen, um die innige Verbindung zwischen Judenkapitalisten und Hohenzollern zu zeigen. Warum also dem Kronprinzen die jüdische Tafelrunde ver- ekeln? Wir find für vollkommene Geistesfreiheit und fordern sie auch in diesem Falle. Jeder sucht sich die ihm zusagende Gesell- schaft. Und jeder hat daS Recht, sich durch die Wahl feiner Gesell- schaft selber zu kennzeichnen und unter Umständen zu blamieren. Der propellerlose Luftkreuzer. Der Bau de» propellerlosen Luft- kreuzerS, dessen erste Versuchsfahrt am 11. November 1911 über dem Tegeler Schießplatz Aufmerksamkeit erregte, ist jetzt soweit gediehen, daß in den nächsten Tagen mit den Probefahrten in Kiel begonnen werden kann. Da» Luftschiff ist nach dem halbstarren System mit Gitter- Sondel versehen, ist 96 Meter lang und hat einen Inhalt von 16 000 Ubikmeter. Di« Fortbewegung geschieht, wie schon der Name be- sagt, nicht durch Luftschrauben, sondern auf folgende Weise: In einem Teil der Gondel ist oben und unten eine Führungsschiene an- gebracht, in der eine große runde Schraube mit Jalusieklappen ent- lang gleitet. Sobald diese Klappen zurückschnellen, schließen sich die Jalusien und stoßen den Lenkbaren so vorwärts. Beim Vorwärts- gleiten der Jalufien öffnen sich die Klappen wiederum von selbst und bewirken so, ohne daß die Luft ihnen besonderen Widerstand leistet, ein Borwärtsgleiten de» Rahmen». Der Antrieb geschieht durch einen Motor, der vorn in der Gondel liegt. Die weiteren Versuche diese« neuen System« erregen insofern großes Jnfereffe, als für Pralluftfchiffe stets die Gefahr besteht, daß ihre Hülle durch abspringende Teile der Luftschraube verletzt werden kann. Solche Havarie wird natürlich für ein Luftschiff de« nicht starren Systems direkt zur Katastrophe, wie sie bei den ersten Ver- suchen der.Nöpublique" den Tod von zwer Offizieren und zwei Mechanikern am 25. September 1909 herbeiführte. Die Parseval« luftschiffe verwandten ansang« unter logischer Vermeidung jeglicher starren Teile unstarre Luftschrauben. Sie hingen in ruhendem Zu- stände wie schlappe Handtücher herunter und machten den Laien säst ob ihrer glanzvollen Leistungen ungläubig. Später wurden hier Versteifungen angebracht. Ter überlistete Prent Bib Doda. Don dem vielgenannten Albanersührer Prenk Bib Doda, der in den gegenwärtigen Kämpfen in Albanien so oft erwähnt wird, erzählt Mr. Waodville in einer englischen Wochenschrift eine charakteristische kleine Geschichte. „Zu jener Zeit wurde Bib Doda von der türkischen Regierung in- brünstig„gesucht"— wegen verschiedener kleiner Streiche, er hatte Transportzüge abgefangen u. dergl. Mit einem Gefolge von an- nähernd 4000 abenteuerlich zugestutzten Anhängern erschien Bib Doda eines Tages in Skutari. Der türkische Gouverneur Derwisch Pascha hätte ihn herzlich gern festgenommen, aber die Anhänger Bib DodaS waren zu zahlreich. So lud der Pascba denn den Albanier zu einem üppigen Bankett, und nach der Mahlzeit er- klärte er ihm:„Haben Sie meine neue Militärstraße nach San Giovanni schon gesehen? Nein? Dann muh ich sie Ihnen gleich zeigen." Zu jener Zeit aber war Derwisch Pascha in Skutari der einzige gluckliche Besitzer einer Kutsche. Man stieg ein und die Fahrt begann. Bib DodaS Leibwache trabte eifrig neben dem Wagen her, aber auf die Dauer konnten sie mit den Pferden doch nicht Schritt halten. Sie blieben zurück. Die Fahrt ging weiter, man kam zur Küste, wo ein Schiff bereits vor Anker lag.„Ich bin untröstlich," versicherte der Pascha,„aber ich muß Sie ein wenig an Bord dieses Schiffes bringen." Da Widerstand nutzlos war, fügte sich Bib Doda, machte dein Pascha ein Kompliment über dessen Schlauheit und ging an Bord, um seine Strafe zu verbüßen. Sie siel im übrigen recht gelinde aus: ein paar Monate und wieder war er in seinem Heimatland.... Humor und Satire« Stimme aus Niederbarnim. Wenn ich mir so in der Nähe diesen Aerztestreik besehe. find' ich doch, in dieser Welt ist eS wunderlich bestellt. Aerzt« kann man schwerlich missen in de« Leben» Kümmernissen. Mancher ist zwar Charlatan. aber mancher manches kann. Zu der FleffcherauSspcrrung bei der Firma H i r s ch f e I d u. Co., Weißensee, teilen wir folgendes zur Aufklärung mit: Die Ge- sellen der obengenannten Firma hatten vor 14 Tagen eine Betriebs- sitzung einberufen und beschlossen in dieser Sitzung, einen Tarifvertrag einzureichen, da die jetzigen Arbeitsverhältnisse keine geregelte waren. Morgens um 7 Uhr begann die Arbeit. Um 9 Uhr morgens Ivar Frühstückspause. Von da ab mußten die Gesellen bis nachmittag» 4 und 5 Uhr arbeiten, ohne Mittagbrot zu bekommen. Dann ging die Arbeit wieder weiter des öfter« bis abends 8 und 9 Uhr. Ueber stunden wurden nach Gutdünken bezahlt. Bei einer Arbeitszeit von 13 und 14 Stunden konnten sich die Gesellen also nur zweimal durch etwas Ruhe und Essen stärken. Datz es in diesem Betriebe notwendig war, eine Regelung herbeizuführen, wird jedermann anerkennen, und wir glaubten auch, daß die Firma Hirschfeld mit der Organisation verhandeln werde. Jedoch wir haben uns schwer getäuscht. Am 4. Juli wurden die Gesellen zum Bureau bestellt. Der Tarif war am 4. Juli noch nicht eingereicht. Herr Hirschfeld fragte jeden einzelne». ob er organisiert sei, und jeder, der erklärte, organisiert zu sein, wurde sofort ohne jede Kündigung entlassen. Offener Hai sich wohl bis jetzt noch kein Arbeitgeber, der seinen Arbeitern das Koalitionsrecht ver-' bietet, gezeigt. Ein Geselle, der jetzt über 12 Jahre im Betriebe ar- beitet, sollte auf Veranlassung des Herrn Hirschfeld Streikbrecher werden. Diesen, Gesellen, der trotz seiner 12jährigcn Tätigkeit in, Betrieb nur 27 M. pro Woche verdient und für seinen vcrantwor. tungsvollen Posten noch• eine kleine Nebcngratifikation erhält, ver- sprach Herr Hirschfeld von nun an 40 M. pro Woche, wenn er ans der Organisation austritt und weiter arbeitet. Der Geselle hat dieses JudaSanerbicten abgelehnt. Das bekannte Streikbrecherbureau: Träbert, Fleischer-Jnnungsarbcitsnachweis. Mulackstr. 3, hat Arbeits- willige abgesandt, die nun den Rausreißer machen. Was die Firma Hirschfeld mit diesen Elementen profitiert, wird sie bald verspüren und wird auch bald einsehen, daß es doch besser ist, mit seinen ehrlichen und anständigen Arbeitern, die jahrelang zur Zufriedenheit im Betrieb gearbeitet haben, Frieden zu schließen. Die Tariflommission. Achtung, organisierte Flcischergesellcn! Der Fleischcrmeister Wölfel, Boxhagener Str. 242. weigert sich, den Tarifvertrag der Organisation anzuerkennen. Ueber den Betrieb ist die Sperre verhängt. Die Tariflommission. veutfches Reich. Lohnbewegung der Bergarbeiter im Wurmrevier. Die Arbeiter des Aachener Kohlenreviers(Wurmrevier) sind in eine Lohnbewegung eingetreten. ES handelt sich um die Abwehr be- deutender Lohnreduzicrungen, die in den letzten Monaten erfolgt sind. Trotz der günstigen Lage dcS Bergbaues im Aachener Kohlen- revicr bleiben hier die Löhne erheblich hinter denen des Ruhrrevicrs zurück. ES betrug der Durchschnittslohn pro Schicht im 1. Quartal 1914 für sämtliche Arbeiter: Im Nuhrrevier 5,25 M., im Wurm- revier 4,88 M. Für Hauer und Lehrhauer: im Nuhrrevier 6,25 M., im Wurmrevier 5,57 M. Der sonstigen unterirdisch und in Tages- bauen beschäftigten Arbeiter im Ruhrrevier 4,5l M., im Wurmrcvier 4,37 M. Der TageLarbester: im Ruhrrevier 4,34 M„ im Wurm- revier 4,10 M. Obgleich die Schichtzeit der unterirdischen Arbeiter im Aachener Kohlenrevier über% Stunde länger ist als im Ruhrrevier, ist der Lohn pro Schicht bedeutend geringer. Dazu setzte nach dem 1. Quartal 1314 eine scharfe Lohnkürzung ein. Gegenwärtig beträgt der Lohn pro Monat für viele Arbeiter lO— 15 M., teilweise sogar bis über 20 M. weniger wie in den Monaten de? ersten Quartals, trotzdem bedeutend größere Ansprüche an die Arbeitskraft de? einzelnen gestellt werden. Dabei zeigt jede Lohnperiode einen fortgesetzten Rückgang der Löhne. Dieser Situation Rechnung tragend, haben die unterzeichneten Organisationen sich zu einer gemeinsamen Aktion zur Abwehr der Lohnkürzungen geeinigt. Die Unterzeichneten richten deshalb an alle Arbeiter die dringende Bitte, Zuzug nach dem Wurmrevier streng fernzuhalten. Verband der Bergarbeiter Deutschlands. Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands. Polnische BcrufSvereinigung der Bergarbeiter. Gewerkverein der Bergarbeiter(H.-5T). Wenn denn einmal Ntchtproleten müssen in den Ausstand treten-» warum just der Doktor med.? Warum diese Fakultät? Ich und alle guten Christen sähen's lieber, die Juristen streikten mal(jetzt konxmt ein Witz) im Interesse der Justiz. Gleichfalls würde un» nichts fehlen. wenn die Aerzte für die Seelery die Pastoren, hin und wieder legten ihre Arbeit nieder. Manche könnt' ich so noch nennen, die wir gut entbehren können— aber nein, ein donnernd Halt! ruft mir da der Staatsanwalt. _ Franz. Notize». — Der verfemte Gutzkow. Bei der Niederlegung des Hauses Universitätsstraße 6, des Geburtshauses Karl Gutzkows, das zum früheren königlichen Marstall gehörte und das dem Neu- bau der Königlichen Bibliothek hat weich:« müssen, ist die Gedenk- tafel für Gutzkow, die der Berliner Magistrat dort hatte anbringen lassen, entfernt und nach dem Märkischen Museum geschafft wor- den. Da sich die Leitung deS Neubaues der Königlichen Bibliothek geweigert hat, die Tafel am Neubau anbringen zu lassen, hat diese inzwischen eine andere Stätte gefunden. Sie ist an dem Hause Großbeer enstr. 7 angebracht Wochen, in dem der Dichter eine Zeit- lang gewohnt hat. Die Gedenftafel trägt folgende Inschrift:„Dem Andenken an Karl Gutzkow, geboren am 17. März 1811, die Stadt Berlin 1881."— So wird der Führer des jungen Deutschlands noch nach seinem Tode verfolgt. — Theaterchronik. Die Direktion des T b e a t e r S des Westens teilt mit. daß die Aufführungen des„Ring des Nibelungen" nicht allein für die.Freie Bollsbühne", die nur einen Teil der Plätze belegt hat, stattfinden, sondern öffentliche sind. Es werden auch nach wie vor Abonnements ausgegeben im Bureau Schumann- straße 14».— DaS F rie d rt ch- W i l h elm stä d ti sch e Theater hat Direktor Josef Bendiner ab l. September 13l4 gepachtet. Das Theater bleibt der Operette und zwar der modernen wie der klassischen erhalten. — Oskar Panizza, einer der am meisten vergessenen Vor- läufer unserer modernen Literaturbewegung, soll in die Erinnerung der Lebenden zurückgebracht werden. Dies bedeutet nicbl clwa, daß Panizza gestorben ist, nein, er lebt noch, aber seit zehn Jahren ist er in« Irrenhaus gesperrt. Nun will der Verlag Georg Müller. München, «ine Neuauflage der phantastischen Geschichten, die der Dichter unter dem Einfluß Edgar Allan Poe« geschrieben hat, unter dem Titel »Visionen der Dämmerung" erscheinen lasse». Die Schneider der Konfektionsbranche in Breslau haben einen neuen Tarif abgeschlossen, der zwar durchschnittlich nur eine Bohnerhöhung von 5 Proz. bringt, dafür aber alle 163 Positionen in unzweideutiger Weise festlegt, was bei dem letzten Tarif nicht der Fall war und häufig zu Streitigkeiten mit den Unternehmern führte. Bei den diesmaligen Tarifverhandlungen wurde der christliche Verband ausgeschaltet, weil das Verhalten seiner Führer in allen Berufsfragen bisher so elend war, daß die beiden anderen Organi sationen, der Zentralverband und die Hirsch- Dundersche Organisation, es ablehnten, mit dieser Gesellschaft weiter gemeinsam zu verhandeln. Zum Kaffeler Bierboykott ist zu berichten, daß die Kasseler Brauereien gegen alle mit Einhaltsbefehl bedachten Personen eine Schadenersatzklage in Höhe von 100 000 m. beim Landgericht Kassel anhängig gemacht haben. Die Klage wird begründet mit dem durch den Boykott schon entstandenen und noch zu gewärtigenden Schaden. Der Boykott wirkt also, was ja die Brauereien nachweisen müssen, wenn sie mit ihrer Klage Erfolg haben wollen. 6. Verbandstag der Buch- und Steindruckereihilfsarbeiter. Leipzig, 6. Juli 1914. Jm hiesigen Volkshaus" traten heute vormittag die Buchund Steindruckereihilfsarbeiter und-arbeiterinnen zu ihrem sechsten ordentlichen Verbandstage zusammen. Den Verhandlungen ging im Kongreßsaale der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphit" gestern nachmittag eine sehr eindrucksvolle Gröffnungsfeier voran, in der die Delegierten und Gäste von Schulze- Leipzig begrüßt und von der Verbandsvorsitzenden Paul Thiede in eindringlichen Worten auf die große Bedeutung dieser Tagung hingewiesen wurden. Zu den Beratungen sind 42 Delegierte, darunter fieben Frauen, erschienen; die Generalfommission wird durch den Genossen Knoll- Berlin vertreten. Als Gäste sind zu verzeichnen: vom Verband der deutschen Buchdrucker Döblin- Berlin, von den Lithographen und Steindruckern Otto Sillier- Berlin und vom Buchbinderverband Harder, ebenfalls aus Berlin. Daneben haben der Senefelder- Bund und der Hilfsarbeiterverband Desterreichs Vertreter entsandt. Gleich zu Beginn der Verhandlungen sette eine längere Geschäftsordnungsdebatte ein. Nachdem schließlich die vorliegende Tagesordnung wie auch die Geschäftsordnung gutgeheißen war, schritt man zur Erledigung des ersten Verhandlungspunktes: Geschäftsbericht. Auf Vorschlag der Vorsitzenden wird aber der Berliner Konflikt, der die Amtsenthebung des dortigen Beamten zur Folge hatte, aus dem allgemeinen Bericht herausgenommen und in geheimer Sigung behandelt. Ueber das Ergebnis berichten wir morger 12. Generalversammlung des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands. Stuttgart, 6. Juli 1914. worden, nur die Polizei ist mit dem Blatt nicht zufrieden. Ihre gegeben, hat R. das Verbrechen berübt. Die bedauernswerte Zufriedenheit zu erwerben, ist aber auch nicht unsere Aufgabe. Ehefrau hatte schon immer befürchtet, daß sie von ihrem ( Bustimmung.) Was man uns als politische Betätigung zur Last Manne ermordet werde, und in ihrer Angst hat sie wiederlegt, tann einfach nicht unterbleiben; wir müssen die Zusammen- holt die Nächte auf dem Friedhof am Grabe ihres ersten hänge und Einflüsse, die unsere Bestrebungen finden oder fördern wenigstens beleuchten. Die Chriften und Gelben dürfen sich politisch Mannes zugebracht. betätigen. Finanzielle Erwägungen sprechen gegen eine beantragte Erweiterung des Verbandsorgans. Ich erwarte Anregungen vom Verbandstage; ich werde alles prüfen und das Beste behalten. ( Beifall.) Katholische Sittlichkeit. Wie wir schon neulich berichteten, haben die katholischen Pfarrer Kölns an die Ausstellungsleitung das Ersuchen gerichtet, die Malereien Zu diesem Punkt liegt, von Magdeburg unterbreitet, eine Reso- und Skulpturen zu entfernen, die sie für anstößig halten. Da die lution vor, die ausspricht, die„ Gleichheit" müsse mehr gewerk- Ausstellungsleitung diesem Ersuchen nicht vollkommen entsprochen hat, schaftlichen Interessen dienen. Ein Antrag verlangt, daß das Blatt haben nun die katholischen Vereine Kölns, die etwa 50 000 Mitglieder nicht mehr gratis an die Mitglieder geliefert werden soll. erklärung der Gewerkschaften, schitanöſe Polizeimaßnahmen, Streitig ſtößiger" und teilweise direkt gemeiner und beleidigender BildDie teilweise weitausholende Debatte berührt die Politisch- zählen, den Boykott über die Ausstellung verhängt wegen deren„ ankeiten mit dem Vorstande betreffs Anschluß der Blumenarbeiter und werke". Die Darstellungen werden schamlos" genannt; fie feien verschiedene Streifs, sowie Anstellung von Funktionären. Die Zahl- zum Teil für jeden ehrlichen Christenmenschen" beleidigend. Jetzt stelle Singen verlangt die Einführung einer Rekrutenunter- werden wohl die weißgewaschenen katholischen Jungfrauen als stüßung, alle beansprucht Zurückerstattung von Unterstüßungen, Boykottposten vor der Ausstellung aufziehen. Dem geistigen Vater die für im Jahre 1912 im Landfriedensbruchprozeß Verurteilten der Werkbundausstellung, dem Beigeordneten Reh or ſt, wird es aber aufgewendet worden sind. Ein anderer Antrag fordert Unterstüßung übel ergehen, denn die Vertreter der Altjungfernvereine haben im der Familie des von dem Streifbrecher Brandenburg Ermordeten. Kölner Stadtparlament die Mehrheit. Weitere Anträge beziehen sich auf eine Inhaftiertenunterstützung und eine Funktionärversicherung. und deren Familien gezahlt würden, ebenso auch für die Familie Brey Hannover erklärt, daß Unterstüßungen für Inhaftierte Thiel. gelegenheiten besprochen. Richter- Dresden wendet sich gegen In der fortgesetten Debatte werden vorwiegend interne Anden Antrag, der die Gratislieferung der„ Gleichheit" bekämpft. Er fordert weiteren Ausbau der statistischen Abteilung. Zu Punkt Funktionärversicherung " Die„ Erbschaft Combemale". 03 Das Kleine Dörfchen Fraissinet in der Nähe von Montpellier in Frankreich befindet sich in größter Aufregung. Jst dort doch die langen Jahren ausgewandert ist, in Amerika jezt verstarb und seinen Nachricht eingetroffen, daß ein Einwohner des Dorfes, der vor Anverwandten in Fraissinet das nette Sümmcheu von 30 Millionen Dollar hinterlassen habe. Der Name des Millionenonkels ist Combemale, und damit fängt das Unglück an, denn fast die gesamte Bevölkerung des aus taum 350 Seelen bestehenden Ortes führt diesen Namen und niemand weiß nun richtig, wer eigentlich der Erbe des Goldonkels ist. Alles ist in fieberhafter Tätigkeit, die Papiere aufzufinden, um sich als rechtmäßiger Erbe der hinterlassenen Millionen auszuweisen. Diese Beschäftigung nimmt die Bewohner Fraissinets so stark in Anspruch, daß die Erntearbeit vollkommen ruht und die Bevölkerung zweifelsohne einer Hungersnot ausgefeßt sein wird, wenn sich der schöne Traum nicht verwirklichen follte. begründet Thiemit( Hauptvorstand) einen Antrag, wonach für die Versicherung, der alle Zahlstellen angehören sollen, pro Mitglied 5 Pf. zu zahlen sind. Die Hauptkasse zahlt die Hälfte dieser Beiträge als Zuschuß. Ansprüche an die Kasse erlöschen für solche Bahlstellen, die bis zum 1. Januar ihre Beiträge nicht bezahlt haben. laut. Dagegen fam zum Ausdruck, daß man vielfach mit den der Lokalkaffe verbleibenden Prozenten nicht zufrieden war. Der Vorstand forderte Vorsicht bei Vorbereitungen zu Lohnbewegungen; die Kosten dafür müßten die Lokaltassen tragen. Der Streit in Stettin mit seinen bekannten Beglieterscheinungen spielte wiederholt in Die Leiche des Fliegers Hamel gefunden? die Grörterung hinein. Einzelne Redner verlangten bessere Förde In der Nähe von Boulogne wurde aus dem Meer eine Leiche rung der Organisation der in Magarinefabriken und in der Speiseöl- aufgefischt, in deren Tasche man einen Plan des La Manchekanals industrie Beschäftigten, sowie bei den Gummiarbeitern. Der Vor- fand. Aus diesem und aus verschiedenen anderen Zeichen glaubt berbreitet sich über die Tätigkeit der statistischen Abteilung. Das Aviatikers Hamel aufgefunden wurde. Die Kleidung der Leiche, stand gab dazu eine befriedigende Erklärung Prü II- Hannover man, daß die Leiche des vor einiger Zeit verschollenen englichen beste Material sei das, welches der Agitator im Kopfe habe. Sich die nur sehr schlecht erhalten blieb, läßt auch auf einen Sportsmann sehr ausführlich mit den Gelben und Christen zu beschäftigen, halte schließen. Um den Hals war noch ein Tuch gebunden, und nun will er nicht für zweckmäßig. Jedenfalls tann von einem Mangel an man mit Hilfe dieser Merkmale feststellen, ob es sich tatsächlich um Material feine Rede sein. Der Entwickelung der Unternehmer- die Leiche Hamels handelt. organisationen soll mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.- Nachdem noch einige Diskussionsredner gesprochen, wurden die Ver= handlungen vertagt. Jugendbewegung. Kleine Notizen. Mord aus Habsucht. Der Gärtnereibefiger Paul Masphul in Burg erschoß nach einem Streit seine Mutter und schoß sich dann mit einem Jagdgewehr in den Mund. Zwischen Masphul und seiner Mutter schwebten Prozesse in Geldangelegenheiten. Refognosziert. Die auf Bahnhof Sandersleben vom Zuge überfahrenen zwei weiblichen Personen sind als die Ehefrau Luise Im Kursaale in Cannstatt begann heute die 12. General- Zum Kampf gegen die Arbeiterjugend. Die württembergische versammlung des Fabrikarbeiterverbandes. Eine Vorversammlung Regierung hat die Beschwerde der Arbeiterjugend- Organisation Cuno aus Unterwiederstedt und die unverehelichte Dienstmagd Anna am Abend vorher hatte bereits die Formalien erledigt. Für die Stuttgart gegen ihre Zwangsschließung durch die Kreisregierung Sachie aus Sandersleben festgestellt worden. verflossene Geschäftsperiode erstattet Bericht der Vorsitzende Brey= Ludwigsburg zurückgewiesen. Auch die Regierung ist der Ansicht, Hannover. Redner verweist auf den schriftlichen Bericht und be- daß die Arbeiterjugend- Organisationen politischen Charakter tragen. ſchäftigt sich eingehend mit der vom Polizeipräsidenten von Hannover Die Schließung sämtlicher übrigen Arbeiterjugend- Organisationen berfügten Württembergs sei bereits beschlossen worden, die Ausführung des Politischerklärung des Verbandes. Beschlusses jedoch bis zur Erledigung des angerufenen Verwaltungsftreitverfahrens ausgesetzt. Aus aller Welt. Eine Ehetragödie. Der Zug Tod eines Deutschen im Nordexpreß. Im Nordexpreß, der vom Pariser Nordbahnhof nach Berlin abging, starb plöglich in einem hielt auf dem Bahnhof von Louvre, wo der Leichnam zur weiteren Abteil erster Klasse ein sehr elegant gekleideter Mann. Untersuchung ausgeladen wurde. Bei dem Toten fand sich fein einziger Ausweis über Namen und Person des Toten, man glaubt jedoch, daß es sich um einen Deutschen handelt. Das Ende des Stierkämpfers. Der berühmte Stierkämpfer José Bonez wurde während eines Stiergefechts von einem Stier derart getroffen, daß er bald darauf seinen Verlegungen erlag. Eingegangene Druckschriften. Eine Beschwerde gegen die Verfügung hat der Regierungspräsident zurückgewiesen, worauf wir mit einer Beschwerde beim Oberpräsidenten geantwortet haben. Bleibt sie erfolglos, wird Klage vor dem Oberverwaltungsgericht erhoben. Wie aber auch die letzte Entscheidung ausfallen mag: unter keinen Umständen lassen wir uns von dem Wege der wirtschaftlichen Interessenbertretung der Arbeiter abdrängen!( Bravo!) Der Redner bespricht sodann die Entwickelung des Verbandes, sowie die Bewegungen, Ueber eine blutige Ehetragödie, die sich in Rathenow an welchen die Organisation beteiligt war und betont, daß die Be- abgespielt hat, wird uns folgendes berichtet: Der in der wegungen ohne Streits die meisten Erfolge gebracht hätten. Die Jüdenstraße 1 wohnhafte Arbeiter Gustav Klinkow ſuchte erstattet auf der Generalversammlung 1914. 12. Geschäftsbericht des Hilfsvereins der Deutschen Juden, 180 S. Krise hat einen kleinen Mitgliederverlust bewirkt, zu Kopfhängerei seine Ehefrau durch mehrere Revolverschüsse zu töten. Er brachte Berlin W. 35. Selbstverlag, liegt fein Anlaß vor. Trop aller Schwierigkeiten, trotz Heße der ihr aber nur Streifschüsse bei und richtete dann die Waffe gegen Der Tropenpflanzer. Nr. 7. Zeitschrift für tropische Landwirtschaft. Unternehmer geht es vorwärts. Die Ermordung des Verbands- sich selbst. Bereits in der vorigen Woche war es zwischen dem Ehe- Drgan des Kolonialwirtschaftlichen Komitees. Herausgegeben von D. Bar follegen Thiel durch den Streikbrecher Brandenburg sowie paare zu einem Auftritt gekommen, bei dem sich St. eines an Mord- Berlin NW., Bariser Platz 7. burg u. F. Wohltmann. Erscheint monatlich. Jährlich 12 M. Verlag die Freisprechung des letzteren zeigen, was die Streikbrecher sich erlauben dürfen, und welch milde Richter sie finden. Keine Probo- versuch grenzenden Verbrechens schuldig machte. Im Laufe eines fation soll die Mitglieder veranlassen, sich zu Unbesonnenheiten Wortwechsels stürzte er über seine wehrlose Lebensgefährtin her, hinreißen zu lassen. Wir müssen faltblütig sein. Alle Fragen der würgte sie am Halse, schleuderte sie brutal zu Boden und verGrenzstreitigkeiten werden bei der Berichterstattung über den Ge- sette ihr etwa zwanzig wuchtige Faustschläge gegen den Stopf werffchaftsfongreß erledigt. Wenn alle Umstände berücksichtigt und ins Gesicht. Das Blut floß der Unglücklichen aus werden, darf der Vorstand erwarten, daß die Mitglieder mit seiner Tätigkeit zufrieden sind.( Beifall.) Bruns Hannover erstattet den Kaffenbericht. Mund und Nase. Frau K. war derart zugerichtet worden, daß sie nach dem Krankenhaus gebracht werden mußte. Gestern abend kehrte sie wieder nach der Wohnung zurück. Vor der Haustür begegneten sich die beiden Eheleute. In der Berichtszeit hat sich das Vermögen des Verbandes um Angeblich um sich mit seiner Frau zu versöhnen, trat R. 709 544,61 M. auf 3 860 522,91 m. vermehrt. Das Ergebnis ist an sie heran, doch im nächsten Augenblick zog er einen Reja erfreulich, aber erst dann, wenn wir vielleicht 15 Millionen Mark volver und feuerte mehrere Kugeln auf die Erschrockene ab. Bermögen besigen, tönnen alle Ansprüche befriedigt werden.( Beifall.) Passanten eilten hinzu und hinderten den Täter am weiteren Als Berichterstatter des Ausschusses hebt Bruhn 3- Hamburg hervor, daß die Beschwerden vielfach die Objektivität vermissen ließen. Schießen. K. brachte es aber fertig, sich trotzdem noch eine Es berichtet sodann über die Kugel in den Kopf zu schießen. Er wurde als Polizeigefangener nach dem Krankenhause gebracht. Die Schußverlegungen der Ehefrau sind nicht lebensgefährlich. Weil ihm seine Frau nicht genügend Geld zum Lebensunterhalt = Breffe Schneider Hannover: Beschwerden gegen die Redaktion des " Proletariers" sind aus den Reihen der Mitglieder nicht erhoben Trinken Sie nur Rauer's Mischungen denn sie biefen den besten Ersatz für reinen Bohnen- Kaffee. Rauer's feinste Mischung pro Pfund M.1.10 Marke Gelb: Marke Weiss pro Pfund 100M pro Pfund 80 Pf. danz besonders empfehlenswert! Kaffee- Rosterei. 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Beitere Umgebung von Berlin auf gezogen 1,80 Mart. 8u beziehen durch die Buchhandlung Borwärts, Lindenstraße 69. 205* Nr. 183. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 8. Juli 1914. Heute Mittwoch, den 8. Juli: Zahlabend in Groß- Berlin. Parteigenossen, Parteigenossinnen! In diesem Zahlabend erfolgt die Abstimmung über einen zu erhebenden Extrabeitrag zum Wahlrechtsfonds. Pflicht jedes Mitgliedes ist es, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Parteiangelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. III. Abteilung, Friedrichstadt. 8ahlabend: Mittwoch, den 8. Juli, bei Rathmann, WilhelmStraße 118. 8ahlnacht: Mittwoch, den 8. Juli, abends 12 Uhr, bei Bwve. Augustin, Dranienstraße 103. Zahlmorgen: Donnerstag, den 9. Juli, früh 5 Uhr, bet we. Auguſtin. Der Vorstand. Dritter Kreis. 9. Abteilung. Für die Bezirke 243-248 findet der gemeinsame Zahlabend im Gewerkschaftshaus, Saal 1, statt. Vortrag des Genossen Eugen Brückner. Für die Bezirke 239, 250-251a findet ein gemeinschaftlicher Zadlabend bei Radke, Neue Jakobstr. 1, statt. Vortrag des Stadtberordneten Aleg Fröhlich über Kommunalfragen". NB. Heute in den Zahlabenden gelangen die Billetts zu dem am Montag, den 18. Juli, in der Neuen Welt" stattfindenden Sommerfest zur Ausgabe. Die Mitglieder werden ersucht, recht regen Gebrauch davon zu machen. Sechster Wahlkreis. Am Donnerstag, den 9. Juli, veranstalten die Frauen der 9. Abteilung eine Dampferpartie nach Woltersdorfer Schleuse( Bellevue). Treffpunkt früh 8 Uhr: Jannowigbrüde( Reederei Nobiling). Fahrpreis hin und zurüd á Person 50 Pf., Kinder 25 Pf. daß auf einer Strecke von acht bis zehn Meter die Körper- Bedürfnisse, sondern auf der Profitmacherei beruht. Was heute teile verstreut liegen. Ein furchtbarer Anblick, der nicht zu vernichtet und zertrümmert auf den Abfallhaufen wandert, dessen beschreiben ist! Gewaltige Menschenmassen sammeln sich an. Werte müssen morgen, damit die Dividende ja nicht Schaden leidet, Die Polizei erscheint und greift ein. Die Leiche der alten aus den Knochen und der Gesundheit der Arbeit herausgewirtschaftet Dame- niemand hat zwar den Tod konstatiert wird end- werden. Für die Beschaffung genügender Ventilationen und andelich mit ein paar Kartoffelsäcken bedeckt. Aber zwischen den rer hygienischer Maßnahmen ist kein Geld, wohl aber werden Schienen, in den Schienen liegen noch einzelne innere einem verknöcherten System Hunderttausende von Mark geopfert. schaffung aufmerksam. Er zeigt verzweifelt seine weißen Körperteile. Man macht den Polizisten auf deren WegNachsichtig beurteilte Näpelhaftigkeit. herum. Hunderte von Ausflüglern kommen und schauen. der zurzeit in Neukölln ansässige Bildhauer Professor Josef Rauch zu Handschuhe. Kinder stochern in den blutigen Fleischteilen Ein recht raufluftiger Herr scheint wie uns geschrieben wirbMan fragt, warum die Leiche und deren Teile nicht weg- fein. Schon vor etwa drei Jahren hatte er sich vor einem Berliner geschafft würden. Man erfährt, daß die Besizer von Kranken- Gericht zu verantworten, weil er den Bortier des von ihm bewohnten, wagen dazu nicht zu bewegen sind, weil sie fürchten, ihre im Hansaviertel gelegenen Hauses geschlagen hatte, um sich von Wagen zu bersauen". diesem die nach seiner Meinung ihm unbedingt zustehende und zumal Die Leiche liegt bereits eine halbe Stunde mitten auf von einem Bortier ganz selbstverständlich vorauszusehende Hochachtung der Straße. Die Elektrischen fahren vorbei und deren In- au erzwingen. Der Portier, welcher wegen der schon wiederholt er fassen bliden auf das Bündel unter dem Kartoffelsad. Die folgten Verunreinigung des von ihm zu bereinigenden Hauses und des auf den Außenpläßen Stehenden sehen schaudernd die zwischen davor befindlichen Bürgersteiges durch den Hund des Bildhauers mit den Schienen noch liegenden Körperteile. Endlich erbarmt diesem nicht im besten Einvernehmen lebte, war schließlich auf ihn so sich ein Mann. Mit dem Fuß schabt er die Eingeweide zu schlecht zu sprechen, daß er es eines Morgens, als Rauch mit seinem sammen, faßt sie dann mit den Händen und schmeißt sie unter Hunde aus dem Hause trat, unterließ, ihn zu grüßen. Herr Joſef den Kartoffelsack, den der Polizist in die Höhe hebt. Rauch, der offentsichtlich unter der besonders bei Künstlern gar nicht Fast noch eine halbe Stunde lang liegt die Leiche da. seltenen Schwäche leidet, daß er die Bedeutung seiner eigenen BerDie Frauen der 14. Abteilung veranstalten am Donnerstag Immer wieder wird die Frage gestellt: Warum schafft man fönlichkeit etwas start überschäßt, und dem es auch unbekannt sein einen Ausflug nach Plögensee, am Spandauer Schiffahrtskanal, sie nicht weg? Man hört von der Gerichtskommission reden, mag, daß Bescheidenheit das sicherste Erkennungszeichen eines wirklich Wiesengrund( Inhaber Karl Weise). bon einer Notkommission, die erst die Leiche besichtigen und bedeutenden Mannes ist: Herr Rauch versuchte, dem starrköpfigen Wilmersdorf. Heute abend 8 Uhr finden vier Abteilungs- den Tatbestand aufnehmen müsse. Nach einer Stunde erst Bortier, der sich nach seiner, vom Standpunkt der Herrenmoral ficher bersammlungen statt, und zwar für den 1. und 2. Bezirk bei Biche, fommt ein Rohlenwagen angefahren mit einem Sarge. Die lich wohl begründeten und unanfechtbaren Ansicht unter allen UmBaulsborner Straße 26; für den 3., 4. und 5. Bezirk im Restaurant Leiche wird in den Sarg gelegt und nach dem Gemeindeamt ständen recht devot zu benehmen habe, durch Backpfeifen und FaustAndreas, Pfalzburger Straße, Ede Günzelstraße; für den 6., 7. und gebracht. Straßenreiniger fommen und kehren die Kleider schläge begreiflich zu machen, einen wie großen Anspruch er- ein 8. Bezirk im Restaurant Schilling, Lauenburger Straße 20; für den fetzen, den zerbrödelten Kuchen, den die Dame getragen, und Königlich preußischer Professor darauf habe, von ihm respektiert 9a und 9b Bezirk bei Mauer, Durlacher Straße 7. Tagesordnung: noch einige kleinere Leichenteile von der Straße weg in den zu werden. Er tam jedoch an den Unrechten; denn in der hieraus sich 1. Abstimmung über einen obligatorischen Beitrag zum Massenstreitfonds. 2. Wichtige Parteiangelegen- Rinnſtein. Nach zwei Stunden noch liegt eine blutige entwvidelnden Schlägerei wurde er von dem angegriffenen Portier heiten. Schleife, der zerbrödelte Suchen und die blutigen Körper- gehörig zugedect", wie der bei dem Rowdytum für solche Fälle übAm Donnerstag, den 16. Juli, findet eine außerordentliche feßen im Rinnstein, schaudernd betrachtet von Kindern und liche terminus technicus lautet. Bei der danach folgenden endgültigen Wahlvereinsversammlung im Bittoriagarten" statt. Als Haupt Erwachsenen, die umherstehen. Austragung dieser Streitsache vor dem Gericht kam der Bildhauer punkt steht ein Referat des Reidstagsabgeordneten Und nun einige Fragen. Die Polizei, die allmählich in Rauch mit einer geringfügigen Geldstrafe davon, während der Portier, Genossen D. Stüdlen über den Parteitag in Würzgrößerer Anzahl erschienen war, betätigte sich sehr eifrig in welcher sich, da ja die Zaberner Vorgänge noch im Zeitenschoße schlumburg und die legten politischen Ereignisse" auf der der Zurüddrängung des Publikums, fie notierte eingehend merten, nicht auf die famose Putativ- Notwehr" des Leutnants Tagesordnung. angestellten fest. Es wird sein, daß sie alle ihre Instruk den Tatbestand und stellte die Namen der Straßenbahn- v. Forstner berufen konnte, auf einige Zeit ins Loch mußte. tionen durchaus richtig befolgte. Aber gibt es denn keine durch folgenden Vorfall erinnert: An diese Rauferei des streitlustigen Professors wird man jetzt glidsfall die Leiche und die einzelnen Körperteile von der mit einem Straßenwärter wegen seines zu schnellen Fahrens in Instruktion, die ihr aufgibt, sofort nach einem solchen Un- Auf einer Automobiltour in Oberbayern geriet Profeffor Raud .Der politische Massenstreit" und Diskussion. 4. Verschiedenes. Steglit. Sente finden nur Abteilungsversammlungen statt. Straße zu entfernen? Mußte der schauerlich widerliche An- Streit. Rauch hatte ihn beschimpft und mit Faustschlägen trattiert; 1. Abteilung bei Schellhase, Ahornstr. 15a. 2. Abteilung bei Thiel, blick eine Stunde lang an einem Sonntagnachmittag, in der dafür war er vom Schöffengericht Burghausen wegen Widerstandes Albrechtstr. 87. 3. Abteilung bei Dahl, Lichterfelder Straße 21. Seit des regsten Verkehrs Kindern, Frauen und Männern und Körperverlegung zu drei Wochen Gefängnis und wegen Beleidi 4. Abteilung bei Schwarz, Bergstr. 74. Es referieren die Genoffen geboten werden? Was war wichtiger: das Aufschreiben der gung zu 30 M. Geldstrafe und 100 M. Geldbuße verurteilt worden. Moeglich, Drahn, Daniel Stüdlen, Döring. In allen Abteilungs- Straßenbahnangestellten, die übrigens ohne jedes Verschul- Sowohl der Amtsanwalt als auch der Verurteilte legten Berufung bersammlungen Urabstimmung über den Extrabeitrag zum Wahl- den an dem Unglüd waren, und deren Namen aus den Be- ein, worauf das Landgericht Traunstein die drei Wochen Gefängnis rechtskampffonds. Zehlendorf- Mitte. Heute abend 9 Uhr finden die Bezirks- Zahl- um die Verunglückte und um Beseitigung ihrer furchtbar vertriebslisten hätten festgestellt werden können, oder die Sorge in 600 m. Geldstrafe umgewandelt, die übrigen Strafen aber bes abende statt. Für den südlichen Ortsteil bei Wilh. Mied, KarlDie 600 M. Geldstrafe werden den Herrn Professor jedenfalls straße 12. Für den nördlichen Ortsteil und Schlachtensee bei Benno stümmelten Leiche? Es kennzeichnet unsere Polizeikultur, Milley, Potsdamer Str. 5. Tagesordnung: Die Urabstimmung über daß es ihr wichtiger ist, zuerst das Material für den Straf nicht viel anfechten, denn in seiner künstlerischen Tätigkeit, besonders den Wahlrechtskampffonds. richter zu sammeln und dann erst an die Beseitigung eines für die Bauverwaltung des Magistrats zu Berlin hat er Jahre hinAdlershof. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Lokal von jedem menschlichen Empfinden widersprechenden Anblids zu durch enorme Preise erzielt. Professor Josef Rauch ist einer derjenigen Kaul, Bismarcſtr. 45, Generalversammlung des Wahl- gehen. Daran sind selbstverständlich nicht die unteren Polizei- Bildhauer, die vor etwa einem Dezennium von den bekannten Berbereins. Tagesordnung u. a.: Unsere Parteiorganisation". Refe- organe schuld, sondern schuld daran hat der Geist, in dem liner Architekten Professor Alfred Messel und Stadtbaurat Ludwig rent: Genosse Wilhelm Pied. Stellungnahme zum Massenstreit diese Organe erzogen, ausgebildet und instruiert werden. Hoffmann von München nach Berlin geholt und hier von ihnen fonds. Die Abstimmung über die Einführung eines obligatorischen Extrabeitrages für den preußischen Wahlrechtstampffonds findet am Hans Thoma über den Kohlenwagen? Wer erinnert sich nicht an die prächtige Satire von arbeiten protegiert wurden. Seit dieser Zeit hat Professor Rauch und burch konkurrenzlose Zuweisung bedeutender Aufträge an BildhauerDonnerstag, den 9. Juli, abends von 7 bis 9 Uhr, in den BezirksLokalen statt. mit ihm drei andere von München herübergeholte Bildhauer, diz Schema F. Professoren Naager, Taschner und Wrba, ohne je durch die unbequeme Alt- Glienice. Heute Zahlabend: 1. Bezirk bei Nige, Grünauer Uns wird geschrieben: In den letzten Tagen des Juni findet Konkurrenz der Berliner Bildhauer belästigt zu werden, die durch den Straße; 2. Bezirk bei Bahr, Köpenider Straße; 3. Bezirk( Ortsteil in den großen Betrieben der Elektro- und Maschinenindustrie die Stadtbaurat Ludwig Hoffmann zu vergebende Ausführung der BildFaltenberg) bei Meier, Straße am Falkenberg. Abstimmung über übliche, alljährliche Inventur statt. Im Interesse eines geordneten hauerarbeiten an den von der Stadtgemeinde Berlin errichteten den Kampffonds. Biesdorf. Mittwoch, den 8. Juli, Zahlabend im Lokal des find derartige Inventuren durchaus notwendig. Nicht notwendig Diese Tatsache gab dann bekanntlich sowohl dem Verein für deutsches Geschäftsganges und eines sicheren Ueberblicks über das Inventar Monumental- Neubauten gewissermaßen als Monopol innegehabt. Herrn Hirte, Marzahner Str. 4. Neuenhagen. Mittwoch, den 8. Juli, abends 8 Uhr, bei Neuenhagen. Mittwoch, den 8. Juli, abends 8, Uhr, bei aber ist die ganze Art der Durchführung solcher Inventuren. Jit Stunstgewerbe zu Berlin wie auch dem Zentralverein der Bildhauer Wünsche, Bahnhofstr. 24: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. es doch ein offenes Geheimnis, daß in diesen Riesenbetrieben bei Deutschlands und dem Verein der selbständigen Bildhauer Berlins Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Ur- ieder stattfindenden Inventur fertige Arbeiten, Halbfabrikate und Veranlassung, gegen diese einseitige Bevorzugung der Münchener Bildabstimmung über den Wahlrechtskampffonds. 3. Wahl eines Spediteurs. Materialien vernichtet und ins alte Eisen oder auf den Abfall- hauer zu protestieren, welche Aktion sich allerdings als ein Schlag ins 4. Verschiedenes. haufen geworfen werden, die in Summa Hunderttausende Wasser erwies. von Mark an Wert repräsentieren. Schmargendorf. Die Mitgliederversammlung findet am Mitt woch, den 18. Juli, im Restaurant Gaetsch, Warnemünder Str. 14/15, abends 29 Uhr, statt. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Raffierers vom 1. Duartal 3. Bortrag über Petershagen- Fredersdorf. Mittwoch, den 8. Juli, abends 81, Uhr: Gemeinsamer Zahlabend bei Oskar Kirchner in Fredersdorf( Bahnhof). Ertner. lassen hat. Die Verpeftung des Friedrichshains Wie ist etwas Derartiges nur möglich, wird der Nichteingeweihte fragen. Ganz einfach nur deshalb, weil die Inventur hat wieder begonnen! Am 25 v. M. wurde in der StadtverordnetenFriedrichshagen. Heute, abends 8 Uhr, bei Lerche, Friedrich- stimmen soll. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, daß in versammlung der Magistrat aufgefordert, zum Schuße der Gesundftraße 112, gemeinsamer Zahlabend. keiner Abteilung weder überzählige fertige Arbeiten, noch über- heit der Anwohner und Besucher des Friedrichshains die nötigen Grund, Friedrichstr. 21. Abstimmung über den Wahlrechtskampffonds. stimmt die Inventur nicht, und wo die Inventur nicht stimmt, gibt Frühjahr die ganze Gegend durchziehen und auch die im KrankenHeute abend 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei zählige Halbfabrikate vorhanden sind. Wo solche vorhanden sind, Schritte zu tun, um die Verbreitung der üblen Gerüche zu verhindern, welche von der Brauerei Friedrichshain aus seit diesem Zeuthen- Miersdorf. Die Mitgliederversammlung findet heute es eine Rüge oder eventuell keine Ferien. Das wäre im Interesse hause Friedrichshain befindlichen Patienten in ärgster Weise belästigen, in Miersdorf bei Krüger statt. der Ordnung vom Unternehmerstandpunkt aus immer noch zu berBernau. Donnerstag, den 9. Juli: Gemeinsamer Zahlabend bei stehen, wenn man sich dadurch für die Zukunft auch nur die ge- verwertungs- Gesellschaft hatte sich trotz wiederholter Beschwerden ja an der Genesung hindern. Die von der Brauerei errichtete HefeSalzmann. 1. Vortrag: Die Wahlrechtsbewegung in Preußen". ringste Besserung versprechen könnte. Das ist aber nicht der Fall, nicht veranlaßt gesehen, für Beseitigung des widerlichen Gestantes 2. Abstimmung über den Ertrabeitrag zum Wahlrechtskampffonds. Spandau. Heute Zahlabend in allen Bezirken. Bei Kant in Halbfabrikate nicht hergestellt wurden, damit die Inventur nicht Geschäft nachgehen, als das Polizeipräsidium fich trotz wiederholter und zwar deshalb nicht, weil ja die überzähligen Arbeiten und zu sorgen und sie konnte um so rüdsichtsloser ihrem übelriechenden der Siemensstadt referiert Stadtverordneter Genosse Wilhelm stimmen soll, sondern ganz einfach, weil in solchen Riesenbetrieben, Beschwerden, die sowohl von den Anwohnern als vom Magistrat ihm Pieper über Vorgänge im Stadtparlament". Der Bezirk Siemensstadt veranstaltet seine alljährliche Dampferpartie am Sannabend, den 11. Juli, nach Werder a. H. Billetts à 75 Bf.( für Hin- und Rückfahrt) sind bei den Mitgliedern des Bezirts sowie beim Genossen Köppen in Spandau zu haben. Berliner Nachrichten. wo Bestellungen und Arbeiten durch Hunderte von Köpfen und augingen, nicht zu energischem Einschreiten veranlaßt sah. Es stant Händen gehen, Irrtümer und Funktionsstörungen vorkommen tönnen und immer vorkommen werden. Würde diese Tatsache von versammlung stattgefunden hatten. Aber in jener Sizung war das tveiter auch nachdem die Verhandlungen in der Stadtverordnetenden leibenden Stellen in weitgehendstem Maße berücksichtigt und feste Vertrauen erweckt worden, der Gestank werde nun baldigst ein würde man anerkennen, daß die Zahl der zu vermeidenden Fälle Ende nehmen. Der Oberbürgermeister Wermuth verlas nämlich ein durch die allgemeine Kontrolle, wie sie in solchen Betrieben herrscht, Schreiben, das ihm aus dem Polizeipräsidium zugegangen schon auf ein Minimum herabgedrückt ist, dann wäre es unmöglich, war mit der ausdrücklichen Ermächtigung, davon in der Versamm daß durchaus brauchbare, aber vorläufig nur überzählige Arbeiten lung Gebrauch zu machen und in dem Schreiben hieß es:„ Die und Halbfabrikate vernichtet und ins alte Eisen oder auf den Ab- Hefeverwertungsgesellschaft sei der früheren Verfügung des Polizeifallhaufen wandern, um als Abfall und Ausschuß gebucht zu wer- präsidiums zur Vermeidung der üblen Gerüche im wesentlichen nachEin Vorort von Berlin ist der Schauplak. Eine alte den. An jeder dieser vernichteten Arbeiten flebt der Schiveiß und gekommen, aber die Anordnung der Polizei habe sich nicht als ausDame will einen in Fahrt befindlichen Zug der Straßenbahn ein Stück Lebenskraft der Arbeiter und Arbeiterinnen, und wenn reichend erwiesen. Es werde nun vermutlich der Firma die besteigen. Der Schaffner des Wagens bietet alles auf, ihr zu man solche geschaffenen Werte achtlos beiseite wirft, dann ist das Weiterverarbeitung der Heferückstände solange helfen. Aber sie stürzt und gerät unter den Anhängewagen. die beste Illustration für die Tatsache, daß das Wesen der kapita- untersagt werden, bis sie durchgreifende AbhilfeDie Räder gehen über ihren Leib hinweg, zerhacken ihn so, listischen Produktion nicht auf der Befriedigung der menschlichen maßregeln getroffen habe. Burzeit handle es sich nur Ein Kulturbild. noch darum, Me Frist festzusetzen, die der Firma VMigerweis« ge< stellt werden müsse; dabei könne es sich nur um wenige Tage handeln, so daß aller Voraussicht nach in den nächsten Tagen das Betriebsverbot ergehen werde.' So die Zuschrift des Polizeipräsidiums I Der noch so geduldige Bürger wartete nun der.wenigen Tage'— aber statt daß es besser wurde, wurde es wieder schlimmer. Am Dienstag früh war der Gestank so unerträglich, datz alle Anwohner trotz der drückenden Schwüle die Fenster nicht öffnen konnten l Es ist geradezu unerhört, dah trotz der Zusage des Polizei- Präsidiums dieses noch immer nicht mit der erforderlichen Ent- schiedenheit dem groben Unfug, den sich diese Hefeverwertungs- gesellschast erlaubt, ein Ende gemacht hat. Schon in jener Stadt- verordnetenfitzung wurde von unserem Redner mit Recht betont, daff die Bürgerschaft schon viel zu lange habe warten müssen, bis die Polizei eingeschritten sei— würde es sich um eine Versammlung von Jugendlichen handeln, dann sei sie sicher rascher zur Stellei Immerhin nahmen die Stadtverordneten an, nun werde in wenigen Tagen dem Uebel ein Ende bereitet sein. Statt deffen dauert der Skandal weiter: die schönste Gegend deS Nordens darf zum Schaden der erholungS- und genesungsuchcnden Anwohner um deS Profites jener Gesellschaft willen weiter verpestet werden. ES ist Pflicht des Magistrats, nun sofort und in der allerschärfsten Weise von der Polizeibehörde zu fordern, daß sie zum Schutze der Bürger endlich die notwendigen Maßnahmen trifft. Schlimm genug ist eS schon, daß ein so großes Gemeinwesen wie die Stadt Berlin weniger Rechte hat wie das kleinste Dorf: wir dürfen zwar die Polizei bezahlen, aber wenn die Stadt polizeiliche Hilfe braucht, muß sie erst an den Alexanderplatz petitionieren I Die Polizei hätte freilich nun die doppelte Pflicht, in ausreichendster und verschärfter Weise die Interessen der Berliner Bürger wahrzunehmen I Statt dessen aber muß eine solch dreiste Rücksichtslosigkeit, wie sie sich die Hefeverwertungsgesellschaft erlaubt, erst durch wiederholte.ergebenste' Zuschriften des Magistrats und durch eine Beratung der Stadt- verordnetenverfammlung gerügt werden— um schließlich von der Polizei nicht einmal rasch und durchgreifend beseitigt zu werden! Zur Beilegung deS Streiks der Kassenärzte im Kreise Nieder- barnim hat der Handelsminister auf heute nachmittag 4 Uhr eine Besprechung im Oberversicherungsamt in Groß-Berlin einberufen, an der voraussichtlich auch Vertreter des Leipziger Verbandes teilnehmen werden._ Jungdeutschland in den Jenen. Da? Scherische Regierungsblatt fetzt 12S Preise im Gesamtbetrage von 3000 M. aus für die besten Schilderungen.charak- teristischer Erlebnisse, tapferer oder kluger Taten, lustiger Streiche, origineller Gedanken deutscher Jungen und Mädchen'. Na, denn man loS I An lustigen, lies: dummen Streichen der Jungdeutsch- landbündler hat e» ja noch nie gefehlt. Der Phantasie unserer schreib- seligen.Nationalen' ist breitester Spielraum gelassen, und so wird aus dem Wettbewerb mehr Dichtung als Wahrheit herauskommen, was dann als bare Münze ausgespielt wird. Ein Kriminalbeamter in Steglitz erschossen. Zu einem verhängnisvollen Nenkontre zwischen einem Polizei- beamten und einem Exzedenten ist es in der Nacht zum Dienstag in Steglitz gekommen. Dort wurde an der Ecke der Hubertus- und Düppelstratze der Kriminalbeamte Georg Weit von dem 25jährigen Hans Krahne durch drei Revolverschüsse getötet. Wir erfahren über die Bluttat folgende Einzelheiten: In dem Hause Herderstr. 3 in Steglitz wohnen die Bildhauer 38. Krohneschen Eheleute, die sich in der ganzen Nachbarschaft all- gemeiner Achtung erfreuen. Das Ehepaar besitzt außer einer jüngeren Tochter einen 2Sjährigen Sohn HanS, der seinen Eltern schon großen Ämnmer bereitet hat. HanS Krahne war seit langer Zeit arbeitslos und zeigte trotz der dringenden und gütlichen Bitten der Eltern keine Lust, sich ernsthaft nach einer Beschäftigung umzusehen. ES kam schließlich zu einer völligen Entfremdung zwischen den Eltern und dem Sohne, die dazu führte, daß vor einigen Tagen der Vater dem Sohne einen größeren Geldbetrag einhändigte gegen das Versprechen, nach Hamburg zu fahren und sich dort auf einem Schiffe anheuern zu lassen. Hans K. fuhr auch nach Hamburg, dachte aber nicht daran, sich dort irgendwie nach Arbeit umzutun. Er blieb nur so lange in Hamburg, als das Geld reichte, und kehrte vorgestern wieder nach Berlin zurück. Als er zu seinen Eltern kam, weigerten sich diese, ihn aufzunehmen. K. trieb sich nun in Steglitz umh?r und versuchte wiederholt, seine Eltern zur weiteren Hergabe von Geld zu ver- anlassen, was diese aber verweigerten, da sie schon viel Geld ihrem aus der Art geschlagenen Sohne geopfert hatten. In der letzten Nacht wurde Hans Krahne in der Schloßstraße in eine schwere Schlägerei verwickelt und als einer der Haupttäter festgenommen. Nach Fest- stellung seiner Personalien wurde er wieder entlassen. Bald darauf, zwischen 4 und X5 Uhr morgens, traf der Kriminalbeamte Georg Weit den K. in der Hubertusstratze, wo er Lärm verübte und den Beamten, dem er Vorwürfe wegen seiner ersten Feswahme machte, beleidigte. Als der Kriminalbeamte ihn zur Rede stellte, flüchtete K. Weit verfolgte ihn und holte ihn auch an der Ecke der Düppelstratze ein. In diesem Augenblick wandte sich Krahne um und schoß aus einem bereitgehaltenen Revolver auf den Beamten los. Ehe sich der überraschte Beamte wehren konnte, wurde er von zwei Kugeln in die linke Brust getroffen. Als sich der Getroffene nun unwillkürlich zur Seite wandte, erhielt er einen dritten Schutz in den Rücken. Zwei weitere Schüsse gingen fehl. Blutüberströmt und besinnungslos stürzte der Beamte zu Boden und gab nur schwache Lebenszeichen von sich. Run kam dem K. zum Bewußtsein/ Ivas er angerichtet hatte, er brachte den Schwerverletzten selbst nach der nahen Rettungswache. Hier konnte der Arzt aber nur noch den inzwischen eingetretenen Tod des Beamten feststellen. Krahne, der völlig gebrochen ist, ließ sich willenlos auf der Unfallstation von der inzwischen telcphonisch benach- richtigten Polizei verhaften. Das Gewitter, das gestern über Berlin herniederging, war ein recht heftiges; mächtige Wassermassen füllten die Straßen und riefen an vielen Stellen Ueberschwemmungen hervor. Besonders beeinträchtigt von dem Gewitter wurden die an vielen Stellen der Vororte arrangierten Ferienspiele für die Kinder. Auf den Außenspielplätzen der Stadt Berlin ist zum Schutze der 5dinder gegen eintretende schlechte Witterung Vorsorge durch große Schutzhallen getroffen, wo die Kinder unterkommen können. Ein Ehepaar in den Tod. Im Einverständnis miteinander haben am Montag der Kaufmann Karl AllmerS und seine Frau in ihrer Wohnung Weimarer Str. 11 in Eharlottenburg ihrem Leben ein Ende gemacht. Montagmorgen um 10 Uhr etwa schickte das Ehepaar seine drei Kinder, zwei Mädchen und einen Sohn im Alter von 11 bis 14 Jahren, zu einer Ver- wandten zu Besuch. Als die Eltern dann allein waren, schritten sie zur Ausführung der traurigen Tat. Sie gingen in die Küche, drehten den Gashahn auf und erwarteten den Tod. Als die Kinder am Abend heimkamen und keinen Einlaß fanden, gingen sie ängstlich und verschüchtert zu den Nachbarn. Der Portier öffnete darauf mit einem Nachschlüssel, und als man eindrang, da fanden die unglück- � verantwortlicher Redalteuri Albert Wachs, Berlin, Für de? kichen Kinder khr« Aftern toi in der Küche, den Vater am Tisch sitzend, die Mutter auf der Erde. Aerztliche Hilfe konnte nichts mehr ausrichten. Die Ursache zu dem Verzweiflungsschritt soll in schlechten finanziellen Verhältniffen zu suchen sein. Zwei städtische Geheimräte scheiden nach der Meldung hürger- sicher Blätter am 1. Oktober aus dem städtischen Dienst: die Jrrenhausdirektoren Sander und M o e l i von den Anstalten Dalldorf und Herzberge. Sonder ist 76, Moeli 65 Jahre alt. Beide Herren, die sich angeblich ins Privatleben zurückziehen, haben ihre Verdienste; trotzdem ist eS wünschenswert, daß mit jüngeren Kräften ein ftischerer Zug in unser Berliner städtisches Jrrenwesen, über das in den letzten Jahren nach vielen Richtungen hin gellagt wurde, ein- kehrt. Geheimrat Sander ist vom Alter gebeugt, und auch Geheim« rat Moeli konnte sich schon seit Jahren der Leitung der Irrenanstalt Herzverge nur sehr mäßig widmen, weil er von anderen Facharbeiten stark in Anspruch genommen war.— Die Neubesetzung der frei- werdenden Stellen dürfte zum 1. Ottober 1914 noch nicht erfolgen, da sich bis dahin die städtischen Instanzen über die Wahl der neuen Männer kaum schlüssig sein werden, Arbefter-Bildungsschule. Die Kurse find beendet. Die Mit- glieder werden dringend ersucht, die noch ausstehenden Bibliotheks- bücher am nächsten Donnerstag von 8—9 Uhr abzuliefern, da die Bibliothek geschloffen wird. Straßensperrung. Der südliche Fahrdamm der Alexanderstraße am Alexanderplatz ist wegen Pflasterarbeiten vom 8. d. MtS. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. „Vorbildlich". von dem Exerzierplatz an der Schönhauser Allee hat die Stadt bekanntlich nur die Hälfte erworben, den anderen Teil ließ die Militärverwaltung mit einer Mauer umgeben. Ueber diese, unge- fähr 2l/j Meter hohe Mauer lugt neuerdings eine an sich schon über- flüssige Tafel, die da kündet. Militär- UebungSplatz. DaS unbefugte Betreten, jede Be- fchädigung n. Verunreinigung de» Platzes ist verboten. Generalkommando Gardekorps. (Das Wort.Verunreinigung' ist klein geschrieben.) DaS Gelände wird nur selten benutzt. An die Stadt veräußert, würde eS der Bevölkerung des Nordens sehr gute Dienste leisten. Berloren wurde am Freitag, den S.Juli, abends, in einem Zuge der Hoch- und Untergrundbahn auf der Strecke vom Bahnhof Insel« brücke blS zur Station Nordring ein Paket, enthaltend Mitglieds- bücher und Beitragsmarken des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Der ehrliche Finder wird gebeten, diese für ihn wertlosen Sachen im Bureau des Verbandes, Nungestr. 801, Zimmer 6, abzugeben. Am Dienstag, den 30. Juni, abends, ist in dem vom Bahnhof Gesundbrunnen um 7.23 Uhr abfahrenden Nordringzuge, Richtung Stralau- Rummelsburg, eine Wachstuchtasche, enthaltend Beitrags- marken und Bücher vom Deutschen Metallarbeiterverband liegen ge- blieben. Da Verlierer eventl. den Schaden ersetzen muß, wird der ehrliche Finder gebeten, dieselbe in der.BorwärtS'spedition, Lichten- bcrg, Wartenbergstr. 1, abgeben zu wollen oder seine Adresse an- zugeben. Verloren ist auf dem Dampferausflug der Sparverelne Hoffnung und Frohsinn nach Müggelheim eine schwarze Damenhandtasche mit Inhalt. Gegen Belohnung abzugeben bei Müller, Neukölln, Mahlower Straße 25._ Vorortnachrichten. Tempelhof. Oeffentliche Versammlung unter freiem Himmel. Am Sonntagmittag fand die öffentliche Versammlung statt. Trotz de» strömenden Regens waren zirka 700 Personen erschienen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung.Denkmalsschändung und Klassenjustiz' sprach Genosse Dr. Breitscheid, der in packender Weise die ungeheure Härte des Urteils im Charlotten- burger Denkmalsprozeß mit der edlen Milde verglich, mit denen Soldatenmißhandler, Studenten sowie Unternehmer vor Gericht be- handelt werden. Die Ausführungen des Referenten fanden den leb- hasten Beifall der Versammlung. Zum zweiten Puntt der TageS- ordnung:.Wer vergiftet die öffentliche Meinung in Tempelhof und Mariendorf?' sprach Genosse Ewald, der in kurzer und treffender Weise den Tharalter und die Schreib- weise der.Tempelhofer Zeitung' beleuchtete und den am Orte wohnenden Arbeitern und anständig denkenden Bürgern, besonders aber den Parteigenoffen zu erwägen gab, ob sie in Anbetracht der Schreibweise des genannten Blättchens dieses noch weiter durch Abonnements unterstützen wollen. Redner teilte noch mit, daß ihm bereits mehrere Zuschriften übermittelt worden seien, wonach die Be- treffenden ihrer Empörung über dieKampfesweise dieser Zeitung dadurch zum Ausdruck brachten, daß sie nicht nur das Blatt nicht mehr lesen, sondern auch nicht mehr bei Geschäftsleuten kaufen wollen, welche dieses Organ noch länger durch Inserate unterstützen. Durch stürmische Zwischenrufe und stürmischen Beifall am Schlüsse der Ausführungen des Redners bekundete die Versammlung ihr Ein- Verständnis mit seinem Vortrage. In der Diskussion sprachen noch im Sinne des letzten Referenten die Genossen Schmidt-Tempelhos und Reichardt-Mariendorf. Von den Gegnern meldete sich niemand zum Wort. Mit einem kräftig aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die imposante Versammlung geschloffen._ Neukölln. Der bürgerliche Stadtverordnete Franz GnidowSky, der ein Mandat der ersten Abteilung innehatte, ist am Sonntag einem Schlaganfall erlegen. Der Verstorbene war besonders im Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose an hervorragender Stelle tätig. Die Einweihung des städtischen Sportplatzes, Grenz-Allee. findet am Sonntag, den 12. Juli, nachmittags 2,/3 Uhr nachmittags, statt. Den Teilnehmern, welche keine Eintrittskarten besitze», ist der Zu- gang durch Portal III und IV gegen Entnahme eines Programms fijr 10 Pf. gestattet. Der gemeinsame Festzug des Sporlkarlells findet vom Etablissement Karlsgarte» aus statt. Abmarsch mit Musik dort- selbst nachmittags 1 Uhr. Charlottenburg. Sein diesjähriges Sommerfcst feiert der Männer- und Frauen- chor.Charlottenburger Liedertafel' am Sonnabend, den 11. Juli, im Vergnügungspark Juugfernheide, Tegeler Weg 74/75. Treptow'Baumfchulenweg. Kinderferieufpiele werden in diesem Jahre zum ersten Male von der Gemeinde unter Aufsicht von Lehrern und Lehrerinnen ver- anstaltet. Durch einen von der Kinderschutzkommission an die Ge- meindeverwaltung gestellten Antrag sowie durch tatkräftige Unter« stützung der sozialdemokratischen Gemeindevertretung ist eS endlich gelungen, auch für unsere Gemeinde Ferienspiele ins Leben zu rufen. Dieselben finden statt: Für OrtSteil Baumschulenweg täglich von 8—11; für Knaben auf dem Gemeindespielplatz in der Nähe des GemeindeftiedhofeS, und für Mädchen hinter der Kirche auf dem Spielplatz. Die von der Kinderschutzkommiffion geplanten Ferienspiele finden daher vorläufig nicht statt. Die Spiele, welche für den OrtSteil Treptow stattfinden, werden später bekannt gegeben. Kaulsdorf. Aus der Gemeindevertretung. Nicht 99 M., wie unser Bericht sagt, sondern 991 M. zahlt die Kirche als Entschädigungssumme für die gesamten Küsterdienfte. Marlendorf. Der FericuauSssug findet heute statt. Trestpuntt am RatbauS '/öS Uhr, Abmarsch pünktlich 2 Uhr. Für Nachzügler Treffpunkt im Restaurant Schweizerhau?. Jnh. Strietzke, Großbeerenstraße. Kein Fahrgeld. Den Kindern ist Mundvorrat mitzugeben, für Getränke sorgl das Komitee. Steglitz. „Religion gut— Gesctzeskunde ungenügend Diese Zensur gebührt dem Pfarrer Hermann Nanninger in Steglitz, der sich berufen fühlte, gegen die Wahl der beiden sozialdemokratischen Gemeinde- verordneten Krug und Leimbach einen Protest an den Gemeinde- vorstand loszulassen. Um die Weltfremdheit unserer.Ge« bildeten', die so gern mit souveräner Verachtung auf das .ungebildete Arbeiterpack' herabblicken, zu illustrieren, sei der schnurrige Protest dieses Herrn auszugsweise wieder- gegeben. Zuvor sei noch bemerkt, daß eS sich um eine Nachwahl handelte, die bekanutlich auf Grund der vorhandenen Wählerliste stattfinden muß. In dem Protest, der der letzien Gemeinde- Vertretersitzung in Abschrift vorlag, heißt es:.... Nach meiner Beobachtung haben sich Personen an der Wahl beteiligt, welche gar nicht mehr in Steglitz wohnen, aber deren Namen noch in der Wählerliste standen... Da nun bei Kommunalwahlen doch nur Einwohner der betr. Kommune wahlberechligtsind,... so beantrage ich, die Namen sämtlicher Personen, welche nicht mehr in Steglitz wohnen, aus der Wählerliste zu streichen und den von ihnen gewählten Kandidaten soviel Stimmen abzuziehen, wie von auswärts Wohnenden auf sie gefallen sind und demnach das Wahlresultat zu berichtigen.... Das Einwohnermeldeamt kann in Gemeinschaft mit der Wahlkommtsfion resp. dem Wahlvorstand diese Berichtigung des Wahlergebniffes vornehmen, ohne daß eine nochmalige Wahl nötig ist...' Sehr schön gedacht, Herr Pastor, aber das geht selbst in Preußen nicht zu machen, und deshalb beantragte der stellvertretende Gemeindevorsteher, Schöffe Fabarius, im Namen des Gemeindevorstandes, die Wahlen für gültig zu erklären, was denn auch beschlossen wurde. Genoffe Richard Krug wurde hierauf eingeführt und verpflichtet. Da Genosse Leimbach verreist war, konnte deffen Einführung nicht erfolgen. Für Ausstattung einiger Räume i» der Volksschule Sachsenwaldstraße, die belaimtlich das Lyzeum II provisorisch aufnehmen soll, wurden 7000 M. be« willigt und einem Antrage zugestimmt, während der großen Ferien die Schulhöfe als Spielplätze freizugeben. Debattelos bewilligt wurden Nachforderungen für 1913 in Höhe von rund 57 000 M. Zum Besuch der> Werkbund-AuSstellung in Köln wurde Gemeindeverordneter Lehmann und zum Kongreß für öffent- liche GesimdheitSpflege in Stuttgart die Gemeindeveroroneten Aßmann (Soz.) und Radtke delegiert. Ferner wurde auf Antrag des Gemeinde« Vorstandes beschloffen, im Monat August eine Besichtigung unserer Ferienkolonie in Prerow an der Ostsee durch die Gemeindevertretung zu unternehmen. Das Fahrgeld geht zu Lasten der Gemeindekasse, während die übrigen Kosten die Teilnehmer selbst zu tragen haben. Auf eine Anfrage betreffend die Stadiwerdung unseres Dorfes ant- wortete der Vorsitzende FabariuS, daß demnächst nochmals ein« Denkschrift dem Abgeordnelenhause übermittelt werden soll. Sturz eines Kindes a«S dem dritten Stockwerk. Ein Bebauet- sicher schwerer Unglücksfall hat sich am Dienstagabend in der Herder- straße in Steglitz ereignet. Der dreijährige Sohn de» Arbeiter? Stein war auf kurze Zeit allein in der im dritten Stockwerk ge« legenen Wohnung geblieben. Während der Abwesenheit der Mutter öffnete der Kleine das Fenster, um nach der Mutter auszuschauen. Dabei beugte fich der Knabe zu weit über die Brüstung, verlor daS Gleichgewicht und stürzte kopfüber in die Tiefe. DaS bedauernS« werte Kind erlitt eine klaffende Kopfwunde und erhebliche inner« Verletzungen und fand im KreiSttankenhaus« zu Lichterfelde Auf« nähme. Trotz der schweren Verletzungen hoffen die Aerzte den Kleinen am Leben erhalten zu können. Sitznngstage der Stadt-»nd Gemeindevertretungen.> «ruchmühle. Donnerstag, de» 9. Juli, abend» s Uhr, im Gemeinde- bureau. Rofenttzal. Donnerstag, den 9. ynB er., abend» 9 Uhr, te der Aula der Gemeindeschule, Schlllerstraße. Diese Sitzungen sind IsfentNch. Jeder«emelndeangehörlge«st be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. WttterungsSberücht vom 7. Jnli 1014. DSette»Prognose kür Mittwoch, den 8. Juli 1014. Kühler, zunächst vorherrschend wolkig, bei mäßigen südweftichen Winden; etwas Ziegen und Gewitterneigung; später langsam wieder ausllarend. Berliner Wetterbureau. LSetterausflchtcu für das mittlere Norddeutschland bis Toilnerötagmittag: Anfangs noch überwiegend bewölkt, mit weiterer Abkühlung und etwas Regen. Strichweise, besonders im Osten auch Gewitter, später im Südwesten beginnende Aufheiterung und wieder ein wenig wärmer. Amtlicher Marktbericht der städtischen MarNhallen-Dtreltion über den Großhandel in den Zentral-Markthallcn.(Ohne Verbindlichkeit.) Dienstag, den 7. Juli. Fleisch: Rindfleisch per 60 kg Mark: Ochsenfleisch la 70—82, do. IIa 66—69, do. lila 67—66; Bullensletsch la 66— 76, do. IIa 62—66; Kühe, seit 45—56, do. mager 35—45, Fresser 60—65, do. Holl. 50—60; Bullen, dän. 40—60. Kalbfleisch: Doppellender 110—130; Mastkälber la 86—98, do. IIa 72— 82; Kälber gcr. gen. 42— 58. Hammelfleisch: Masllämmer 88—90; Hammel la 75—87, do. IIa 67—74, do. austräl.— ,—; Schafe 74— 78. Schweinefleisch 51—65.— Eier: Landcier Schock 3.50—3,80; Trinkeier 4,00—4,20.— Butter: Molkcreibiitter per SOKa 90—105; Landbutter 80—90.— Gemüse, inländisches: Rhabarber, Hamb. 100 Bund 0,00— 0,00, do,, hiesiger 2,00—2,25; Kartoffeln, rnagnuiu bonurn 50 kg 4,00— 4,25, Wohltmann 3,50—3,75, runde, weiße 3,60— 3,75, Daberschc 3,75—4,00, neue weiße 5,00—5,50, do. Rosen 4,00— 5,00, do. Magdeburger 6,00— 6,50; Porree, Schock 0,75—1,00; Spinat 50 kg 5,00— 7,00; Schoten 3,00—6,00; Mohrrüben, Schockbund 0,90—1,00; Champignon 50 kg 30,00—35; Kohlrabi. Schock 0,60— 1,00; Wirsingkohl, hiesiger, Schock 3,00—6,00; Blumenkohl. Erfurter 100 Stück 6,00—20,00; Meerrettich, Schock 3,50— 12,00; Pcterfllienwurzel, neue, Schockbund 1,00—3,00; Radieschen 0,50— 0,75; Salat, Schock 1,00—2,00; Zwiebeln, Schockbund 0,70— 1,00, do. 50 kg 12—13; Tomaten 50 kg 28,00; Pfefserlinge 30—40; Puffbohnen 50 kg 10,00—12,00. Ausländisches. Kartoffeln, kanar. 50 kg 0,00—0,00, do. Malta-, neue 0,00— 0,00, do. ital. lange, neue 6— 12,00, do. italienische runde, neue 2,00— 8,00, do. ungarische 4,00— 6,00, Tomaten kanarische, Kiste 0,00, do. italienische 50 kg 4,00— 14,00, do. sranzöstsche 8,C0— 12,00; Blumenkohl, holländischer la 100 Stück 15,00 bis 22,00, do, IIa 0,00—0,00; Zwiebeln, ägyptische 60 kg 18,00, do. ital. 10,00—12,00, do. ungarische 11,00— 12,00; Gurken, voll. 100 Stück 5,00— 11,00, do. Einlege-, ital. Schock 1,50— 2,25; Bohnen, grüne, ital, 50 kg 14,00— 24,00, do. französische 0,00—00,00, do. ital. Beutel ca. 5 kg 1.40—2,20, do. nng. Beutel 1,00— 2,00. Wachsbohuen, italienische 50 kg 0,09—",00. — O b st und Südfrüchte. Kirschen 50 kg Thüringer 7.00— 11,00, schlesische 7,00—14,00, Bcrdersche 8,00—15,00, do. Kuupper 18,00—30,00, holländ., saure 0,00— 0,00, ung. Natten 0,00— 0,00, Aepsel, australische, Kiste 6,00—14,00; italienische, 50 kg 8,00— 20,00; Birnen, italienische, 50 kg 8,00— 22,00. Erdbeeren, holländische, 50 kg 18,00—22,00, Wcrdersche 10,00— 20,00, Beelitzer 0,00—0,00, Hamburger 20,00—30,00, Walderdbeeren 50,00—60,00; Stachelbeeren, unreif, hies. 0—0, do. holländ. 0,00; reise, hies. 10— 15; Himbeeren, 50 kg 18—22; Johannisbeeren, hiesige 50 kg 10,00—15,00; Blaubeeren 20,00—25,00; Aprikosen, ital. 24,00 bis 28,00, franz. 20,00— 30,00; ungarische 18,00—20,00; Pfirsiche, ital. 20,00-50,00; ranzösische 20,00— 40,00; Pflaumen, italienische 10,00— 25,00; Mispeln, talicuischc 10.00—14,00; Bananen, Jamaika 14,00—16,00, kanarische 15,00—18,00; Erdnüsse 28,00—30,00; AnanaS 70,00—85,00; Zitronen, Messt»« 300 Stück 8,00—12,00, Messina 360 Stück 7,50-11,00, Messina 150 Stück 6,00—10,00. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Druck u.Berlag: Vorwärts Buchdruckerei t. Vcrlagsaiistalt Paul Singer& Co, Berlin SW« i,. m. il Jto 3. lejiaje des LsrMs" Kerliller DslksdlM. � 8 m- die Ausstellung öer fozialöemokratisthen presse unö öes Parteibuchhanöels in Leipzig. Soziales. Kraukeirverfichenlug der Hausgewerbetreibende«. Infolge der Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge iUr Gestaltung der Krankenversicherung der Hausgewerbe- Menden haben �sich bei Ausführung der völlig verfehlten ften der lig verfehlten Mißstände und .-�erigkeiten herausgestellt, die nun endlich selbst Bureau- «tett vom Schlage des Ministerialdirektors Caspar zu sehen Rinnen. Zur Frage. waS nun zu tun sei, um den Karren jeder aus dem Dreck zu bringen, soll am 17. d. Mts. im �derversicherungSamt Groß-Berlin eine Konferenz stattfinden, ijl.der außer Vertretern der Reichsregierung und der prcu- Alchen Regierung solche der Krankenkassen von Groß-Berlin, der kdestgeber und der Hausgewerbetreibenden teilnehmen werden. » Die Konferiererei und Flickerei hat wenig Zweck. Die JlchSversicherungSordnung starrt von Gebrechen und kann Ud nicht los werden, solange ihr Aufbau im großen und £ Paragraphenwald im kleinen und kleinsten lediglich unter »■rj1 Vorgeben, für Krankenversicherung zu sorgen, tat- ftn i» das Bestreben zeigt, dem Arbeiter und Mittel- ungeheure Lasten aufzupacken. um Tausende »d Abertausende abgelegter Offiziere, Unteroffiziere. Militär- �Wärter und weniger durch Sachkenntnis als durch Haß »gen die Arbeiter ausgezeichneter Zeitgenossen in Stellungen L dringen, deren Kosten die Arbeiter aufzubringen haben. de Reform, eine schleunige Reform der ReichSversicherungs I dnung an Haupt und Gliedern auf der Grund der von der Sozialdemokratie vor bereits wahren gemachten Vorschläge tut dringend not. Eine L'chc Reform würde Arbeiter und Mittelstand von der un- » yeuren Kostcnlast befreien, eine leistungsfähige Selbstver i�nng statt einer nur Anmaßung produzierenden Äureaukratie " Hj HÜH �Ken. »n und den erkrankten Arbeitern leisten, worauf sie haben: schleunige und ausgiebige Hilfe in Krank- Gerichtszeitung. Bon der Seidenraupe zur Polizeipuppe. -Pflege und EntWickelung der Seidenraupe" hieß das Thema, kr da» der Ingenieur Lüdemann am 23. April in Lichtenberg �J�i«ran sollte. Da erklärt« die Polizei: Da» ist ein politisches J�Ma, der Saal ist zu räumen. Ein Leutnant und zehn Mann du. den Saal und bewahrten so die Jugendlichen und Aeltere d» �vk'berung ihrer naturwissenschaftlichen Kenntnisse. Hast .... vom Baum der Erkenntnis gegessen, so hast du bald den den � den gefährlichen AufllärungZbazillus im Leibe. Und gm die Polizei den Jugendlichen fernhalten. Das Polizei» lidy � v>eckte natürlich erst recht den Wissensdurst der Jugend- U» � zogen von Lokal zu Lokal, zuletzt nach Friedrichsfelde, % Wissen zu bereichern. Vergeblich— die Polizei hinderte J* Zusammenzukommen. Die Jugendlichen zogen nach Hause. , ßrößte Teil von ihnen in Lichtenberg und Berlin-Ost wohnt, lit di« Frankfurter Chaussee entlang. Doch mit Polizei. ihr? Achten ist richtige Ordnung nicht zu flechten. Die ruhig Vrmrhii»« tn Kov So-»-. st. 7 Wege» Ziehenden wurden in der Nähe der Magdalenen von einem SchutzmannSaufgebot umringt, Genosse Fricke ,.,.�k»halb? Das sollte bald eine polizeiliche Strafverfügung », jutem,. In ihr wurde Genosse Fricke belckuldiat..an einem In ihr wurde Genosse Fricke beschuldigt,„an einem z, iiUge teilgenommen urrd dadurch 88 S4 und 145 der Sichten» in?£, �traßenpolizewerordnung vom 22. Februar 1910* verletzt Fricke verlangte gerichtliche Entscheidung gegen diese ..— einer Polizeipuppe aus einer nicht zum Vortrag �flten Seidenraupe. dem Schöffengericht Lichtenberg löst« sich das Rätsel, gerade Fricke festgenommen war. TaS war geschehen, wie Äua Henschel bekundete, weil er ihn als Leiter der sj?kndhersnmmlung im.Cafe Bellevue* erkannt und daraus ge- Fussen hatte, daß er der Anführer des.�Zuges* sei. Und weshalb jj* Aufzug vor? Der Zeuge erklärte, er habe den„Eindruck* ein Aufzug liege vor. Vergeblich legte der Angeklagte bar, qJ? don einem Aufzug keine Rede sein könne, der„Eindruck* des �utzmgnn» könne doch den Nachhauseweg nicht in einen„Aufzug* x�kmpeln. Uebrigen» sei ja die Stratzenpolizeiverordnung �chtdungültig. Die Materie der Strafbarkeit eines Aufzuges sei r19 bea ReichsvereinSgesetzcS geregelt. Danach werde der Vor» M alier und Leiter eines nicht genehmigten Aufzuges mit Strafe veA.' �icht aber ein Teilnehmer. ReichSrechtz gehe vor Landes- breche auch Polizeirecht. h*,* lautete auf 15 M. Geldstrafe. ES baut« sich auf " de» Schutzmann» und dem Respekt vor Polizei- Mt. Kurwses Urteil. Lag überhaupt ein„Aufzug* vor, fo Jugendlichen hinderte, den Vortrag anzuhören, und dadurch nach Hause zu gehen. Wie gelangt man denn aber hatte doch die Polizei diesen veranstaltet, indem sie die > U'' wie,~ zwang, WQ W> überhaupt zu der Annahme eines Aufzuges? Sollten die Jugendlichen stehen bleiben und so eme„Versammlung unter freiem Himmel" verunstalten? Des Angeklagten Einwände sind durchaus zutreffend. Aber gleichviel wie das Urteil in letzter Instanz lauten wird— das wiederum vor Gericht fest- gestellte Vorgehen der Polizei gegen die Arbeiterjugend wird neue Anhänger der freien Jugendbewegung zutreiben. Der nach Wissen und Aufklärung durstende Geist der Jugendbewe- gung läßt sich weder uiederknüppeln noch niederbütteln. Ungültiges Verbot, Streikposten zu stehe«. Am Montag gelangte vor dem Oberverwaltungsgericht eine Polizeiverfügung zur Aburteilung, die das Streikposten- stehen verbot. Die Verfügung wurde aufgehoben, leider jedoch ohne die grundsätzlich wichtige Frage zu entscheiden. Ueber die Verhandlung informiert folgender Bericht: Eine neue Art des Kampfes gegen das Dtreikpostenstehen unternahm der Bürgermeister von Gevelsberg(Kreis Schwelm). -Nachdem es seinen untergebenen Exekutivbeamten nicht gelungen war, die Streikposten aus der Nähe der Gevelsbevger Schloß- und Baubeschlagfabrik„Westfalia* fernzuhalten, als dort im Jahne 1912 gestreikt wurde, erließ die Polizei Verwaltung an den Schlosser Nocker. unter Androhung einer Geldstraft für den Fall der Zu- Widerhandlung, folgende Verfügung: „ES ist festgeftelll worden, daß Sie auf der Südfeldstraße in der Nähe der Schloß- und Baubeschlagfabrik„Westsalia* Streik- Posten gestanden haben, was insbesondere mit Rücksicht auf die in Gevelsberg bei Streiks vorgekommenen Ausschreitungen ge» eignet erscheint, die öffentlich« Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu stören. Es ergeht daher an Sie das Verbot, fernerhin auf der Südfeld-, der Süd- und Hochstraße oder in der Nähe der genannten Fabrik Streikposten zu stehen." Als Rocker wieder Streikposten stand, wurde die Exekutivstrafe durch die Polizeiverwaltung festgesetzt und die Verfügung erneuert. Nunmehr klagte Rocker gegen die Polizeiverwaltung beim Bezirks- ausschuß in Arnsberg, weil die Verfügung gesetzwidrig sei. Der Bezirksausschuß wi-eS die Klage... der Streik beendet war, habe das verneint werden müssen. Deshalb habe die polizeilich« Verfügung, die unter Androhung einer Strafe dem Kläger das Streikpostenstehen verbot, aufgehoben werden müssen, ohne daß eS einer Prüfung der im Prozeß angeschnittenen eigent« lichen RechtSfta-ge bedurfte. Fetischismus. Fetischistische Veranlagung führte den 22jährigev Musiker Erich Hamann aus Berlin Vax die Potsdamer Straflamm�, Der Angeklagte hatte in NowaweS zu wiederholten Macken nachts Schaufenster eingeschlagen und aus den Auslagen weibliche Bekleidungsgegenstände: Damenhemd, Nachtjacke, Damenbein- kleider und Korsetts entwendet. Sämtlich« Wäschestücke trug H. bis zu seiner Verhaftung. Er wurde wegen schweren Diebstahls angeklagt. Seinen Richtern versuchte er klarzumachen, daß er für sein sonderliches Tun nicht verantwortlich zu machen sei. Er habe M einem unwiderstehlichen Drang« gelebt und die Sachen sich an- geeignet, da sie ihm unentbehrlich erschienen. Er könne nur seiner Veranlagung di« Straftat zuschreiben. Der als Sachverständige gehört« Kreisarzt Dr. Gcißcler bestätigte nach eingehenden Be- obachtungen, daß Hamann zu den Fetischisten zu zählen sei, deren Eigentümlichkeit darin bestehe, unter Anwendung von Gewalt sich weiblich« Kleidung und Wäsche zum persönlichen Gebrauch anzu- eignen. H. sei erblich belastet. Sein« Mutter litt an Epilepsie und Geschwister starben daran. Bereits beim Militär hätten ähn- liche Dinge sich herausgestellt.. Anstatt Befehlen zu gehorchen, habe er sich verkrochen. Die gewaltsame Aneignung sei für H. typisch. Er habe sich bei seinen Einkünften leicht die gestohlenen Objekt« kaufen können, jedoch sei für ihn die rechtmäßige Er- Werbung reizlos. Der Staatsanwalt beantragte wegen schweren Diebstahls ein Jahr Gefängnis. Die Straflammer folgte dem Gutachten, das die Anwendbarkeit de»§ 51 bejahte und sprach d«n Angeklagten frei, weil kein verbrecherischer Wille, sondern ein krankhafter Zwang den Angeklagten geleitet habe. Der Haftbefehl wurde aufgehoben._ Von Polizisten verprügelt und' obendrein bestraft. Es war die alte Geschichte, die in einer Schöffengerichte Verhandlung in Lünen(Westfalen) aufgerollt wurde. Angeklagt war der Bergmann Gustav Witk« auS Hostedde. Am 2. Osterfeiertag abends kam er mit einigen Bekannten von einer Festlichkeit zurück. Die Leute unterhielten sich laut; Schutzmann Lünsch«rmann gebot ihnen Ruhe. Der Schutzmann behauptet(was W. und seine Freunde aber entschieden bestreiten), von W. durch eine drastische Aufforderung beleidigt worden zu ftin. Jedenfalls wurde W. verhaftet. Sein« Begleiter gingen weiter, aber nach zlvei Minuten hörten sie den Verhafteten um Hilft rufen. Sie eilten zurück und fanden ihn am Boden liegend blutend vor. Zwei Polizisten und ein Gendarm standen dabei; sie taten aber, als»b sie von der Sache nichts wußten und gingen ihrer Wege, ließe« also den Bcrhafteten im Stich. Seine Freunde mußten den Schwerverletzten ins Krankenhau» bringen, wo«r längs« Zeit verblieb. Noch heute ist der Mann in ärztlicher Behandlung. verblieb. Noch heute ist der Mann in ärztlicher Behandlung. Lünschermann bekundete, daß der Polizist Rüdiger ihm habe zu Hilfe kommen müssen, weil W.(ein schwächlicher Mann!) sich an seinen Mantel geklammert habe. R. habe den W. auch mrt dem Säbel niedergeschlagen. Der Polizist Rödiger bestritt unter Eid, den W. gekannt zu haben; dabei hat er ein Jahr lang mit ihm in einem Hause gewohnt. Zwei Zivilzeugen bestritten die Beleidi- gung der Beamten durch W. Ein Zeuge beeidete, daß W. gleich gesagt habe, daß er nichts getan hätte, worauf Lünschermann sagte: „Seien Sir ruhig, sonst haue ich Ihnen eine runter." Weite« Entlastungszeugen für den Angeklagten hatte da» Gericht nicht ge- laden. Der Amtsanwalt erklärte einfach, daß den Aussage« der Schutzlrute mehr geglaubt werden müsse als den andere» Zeugen. Die Schutzleute müßten geschützt werden. Dieser Ansicht schloß sich das Gericht auch an, es verurteilte W. zu insgesamt 50 M. Geldstrafe. Dabei hat der Oberstaatsanwalt auf Beschwerde ein Verfahren gegen Lünschermann und Rödiger bereits eingeleitet. Trotzdem verurteilt das Gericht den Mann, von dem ftin Vor- teidiger sagte, er sei wie ein toller Hund niedergeschlagen vorden. Die alte Geschichte. Und doch meinte kürzlich ein Ber" liner Amtsgerichtsrat, als die alte Geschichte ein paar Ritter- gutsbesitzern und Reserveoffizieren passierte: so etwas sei ihm in seiner dreißigjährigen Praxis noch nicht passiert. Briefkasten üer Redaktion. H.». 5. Da» ist ein Irrtum. Auch nach tv Uhr abend» dürfen die "anten bczw. die Mitbewohner durch das Begießen nicht belästigt werden. S. 94. 1. u. 2. Nein.— Frau Böttcher, Sprengelstraße. Sobald Sie einen Schuldtitel, VollstrcctungSbcsehl oder Urteil im Bcfito baden, könnten Sie Beschlagnahme des Lohnes, der 28,85 M. wöchentlich übersteigt, beim dortigen AmiSgettcht beanirogen.— G. H. 2. 1. u. 2. Ja, eiwa 3 M. 3. Nein.— Mühlcnstr. 50 N. Eine Eingabe an Ihre Heimaibehörde unier Beifügung des die preußische StaaiSzugehörigkeit dartuenden Zeugniste«.— W. Z. 5714. 1. u. 2. Nein.— O. E. S. Unsere» SrachtenS können Sie vom Vermieter Beseitigung de« Ucbclstande» fordern.— Z. 4«. Erkundigen Sie sich beim Polizeipräsidium. — F. 0. 50. Sie sind noch haftbar. Um von der Haftung befreit zu werden, müssen Sie unter Jnnehaltung der verfraglichen Frist aufkündigen. — M. 1000. Eine Entlassung könnte nur erfolgen, wenn Sie nicht nur während der Arbeitspausen, sondern auch außerhalb dieser Zeit zu Hause sich aushalten und«ine Warnung vorauigcgangen ist. Der Hauswirt hat sich u. E. strasbar gemacht.— it. L. 39. Fall» Sie den Eingang der Reklamation nicht nachweisen können, erscheinen weitere Schritte aussichtS« lo». tt. 577. Nein, dazu ist der Hauswirt verpflichiei. Er kann nur >/. des Kassenbelirage» sür die letzten beiden Monate abziehen.— M. R. 89. Rein.—- H. 35. Die Beiträge zur Kranken- und Sterbe- etträge zur herunterkommen.— K. T. 26. 1. Auch da» »ekafse kürzt, um eine Stufe entspricht dem Gesetz. 2. Rem. CEECE 19999999 Unserer Genossin Emilie Süßmann nebst Gatten die herzlichste Gratulation zur Silberhochzeit! 143A Die Genossen u. Genossinnen vom Leseabend. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Petersburger Viertel. Bez. 366 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Bauarbeiter Heinrich Schulz Mirbachstraße 19, gestorben iſt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Juli, nachm. 4 Uhr, von der Halle des ZentralFriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. am Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Sonnabend, den 4. Juli, mittags 12 Uhr, nach turzem, schwerem Leiden mein inniggeliebter, unvergeßlicher, forgender Gatte, Bater, Großbater und Dntel, der Böttcher Ernst Scheuer im 48. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Dies zeigen in Schmerzen, um stille Teilnahme bittend, an Die trauernde Gattin Marta Scheuer und Sohn nebst Enkelkind. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. Juli, nach. mittags 3 Uhr, auf dem städtischen Friedhofe in der Seeſtraße, von der Kapelle des Philippus Apostel Kirchhofes aus statt. 16 126a Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 18. Abt. Bezirk 806 a. Am Sonnabend, den 4. Juli, verstarb unser Genosse Ernst Scheuer am Buttmannstr. 12. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Juli, nachmittags 33, Uhr, von der Kapelle des Philippus Apostel- Kirchhofes aus auf dem städtischen Friedhofe in der Seestraße, Ede Müllerftraße, statt. 229/1 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband der Böttcher, Weinküfer und Hilfsarbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Am Sonnabend, den 4. Juli, berstarb an den Folgen eines Haisleidens nach 24 jähriger Mitgliedschaft der Böttcher Ernst Scheuer ( zuletzt beschäftigt in der Bodbrauerei, Abt. II) im Alter von 48 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstagnachmittag 3%, Uhr von der Kapelle des städtischen Friedhofs, Müller- u. Seestraßenede, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 22/5 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 6. Juli verstarb unser Barteigenoffe Max Gottschlich Schillerpromenade 10, 21. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. Juli, nachmittags 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner GemeindeFriedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 237/15 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Chauffeur Friedrich Brumby im Alter von 32 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Juli, nach mittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Wilmersdorf, Berliner Straße, aus statt. 66/10 Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Am 6. Juli starb unser Kollege, der Sandsteinmet Edmund Püschel im Alter von 51 Jahren an der Berufskrankheit. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des NazarethKirchhofes in Reinickendorf, Berliner Straße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 172/8 Die Ortsverwaltung. Deutscher Textilarbeiter- Verband Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Weber, Kollege Heinrich Mogwitz verstorben ist. Die Beerdigung findet hente Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der St. Andreas- Gemeinde in Hohen Schönhausen aus statt. Des weiteren, daß der Weber, Kollege Karl Schmidt verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des St. Thomas Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. S Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Am 5. Juli verschied nach langem Leiden unser lieber Sol lege, der Schriftseger Franz Schliepat im 37. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 8. Juli, nachm. 3 Uhr, auf dem Anstaltsfriedhof in Teupik( Mark) statt. Das Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann. 26476 Allen Freunden, Bekannten und Verwandten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, Bruder, Bater, Enkel, Neffe und Cousin, der Former 114a Karl Zick im vollendeten 80. Lebensjahre beim Baden ertrunken ist. Dies zeigen tiefbetrübt mit der Bitte um stille Teilnahme an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Danksagung. Für die vielseitigen Beweise wärmster Teilnahme anläßlich des Todes und der Beerdigung meines so jah aus der Arbeit und dem Leben geriffenen Mannes, unseres Vaters Karl Dendorfer, sagen wir den Parteigenosfinnen und Parteigenoffen des Bezirks 805 des Wahlvereins, den Mitgliedern der Filiale I des Lederarbeiterverbandes, den Kollegen und Meistern der Firma Karplus& Herzberger, den Inhabern der Firma und der Geschäftsleitung sowie allen anderen Teilnehmern an der Beerdigung, insbesondere dem Genossen Waldeck Manasse für seine Zentral- Kranken- und Begräbnis- Bereitivilligkeit und seine erhebenden kasse für Textilarbeiter usw. Verwaltung Berlin. Am Sonnabend verstarb plöt lich unser Mitglied Heinrich Mogwitz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch um 5 Uhr von der Halle des Friedhofes der Andreas Gemeinde in Wilhelmsberg aus ſtatt. 195/11 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Wilh. Winterfeldt Frankfurter Allee 43/44 am 5. Juli an Nervenleiden gestorben ist. am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Klempner Albert Wurbs Neukölln, Lessingstr. 33 am 5. Juli an Herzschwäche. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 34, Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner GemeindeFriedhofes, Mariendorfer Weg, aus ſtatt. Ferner starb unser Mitglied, der Schmelzer Paul Lasch Brunnenstr. 145 am am 5. d. M. an Nierenleiden. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Juli, nachmittags 6 Uhr, von der Leichen. halle des Elisabeth Kirchhofes, Prinzenallee, aus statt. = Ferner starb unser Mitglied, der Metallformer am Karl Zick Neukölln, Siegfriedstr. 30 am 30. Juni durch Ertrinken. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juli, nachm. 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde Friedhofs, Mariendorfer Weg, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 121/15 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Lederarbeiter Filiale Berlin I. Nachruf. Am 30. Juni starb infolge eines Unglüdsfalles der Ledersortierer Karl Dendorfer im Alter von 47 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Sage hiermit allen denen, die meinem lieben Mann Otto Stengel das lette Geleit gaben, insbesondere dem Deutschen Transportarbeiter. Verband und Herrn Meinert sowie dem vereinigten Doppelquartett mei nen besten Dant. 26415 Wwe. Pauline Stengel.! Worte am Sarge unseren aufrichtigsten Dant. 46942 Bitte A. Dendorfer und Söhne. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die reichen Kranz spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Selma Piehl geb. Preibisch sprechen wir allen Freunden und Befannten, insbesondere den Herren des Borstandes und der Direktion, sowie den Angestellten der Allgemeinen Ortstrantentasse der Stadt Berlin, dem Gesangsquartett der Kollegen schaft, dem Berein„ Gemütlichkeit" und Herrn Taeterom" für die troftreichen Worte am Sarge unfern tiefgefühlten Dank aus. 26445 Wilh. Piehl u. Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Vaters und Großvaters Hermann Bratke fagen wir allen Bekannten, Freunden und Kollegen sowie den Mietern des Hauses, auch allen Korporatioen, bes sonders dem Genossen W. Schulze für feine troftvollen Worte am Sarge des Verstorbenen unseren herzlichsten Dank. 740 Witwe Pauline Bratke, Lichtenberg. Familie Schüler, Mahlsdorf a. Ostbahn. Für die vielen Beweise herz licher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres Sohnes und Bruders Hugo Strauß fagen wir allen Beteiligten sowie dem Sozialdemokratischen Wahlberein Tempelhof, Verband der Sattler und Portefeuiller Deutschlands( VerDeutscher Bauarbeiter- Verhand Zweigverein Berlin. waltungsfielle Berlin), den Kollegen Sektion der Steinholzleger u. der der Firma de la Croix und den dort beschäftigten Kollegen, so auch dem Sparverein Oberland, Tempelhof unsern herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. 470 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Emil Wollenberg sage ich hiermit allen Beteiligten, ganz besonders dem Herrn Weh meier für seine trostreichen Worte am Sarge des Verstorbenen meinen herzlichsten Dant. 74A Wwe. Lina Wollenberg. Mohrenstr.37 Kolonnaden. Gr.frankfurterstr. 115. 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Bericht der Bezirksleiter. 3. Verbands- und Branchen angelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 90/4 Zeitungs- Ausgabestellen und Inseraten- Annahme. Zentrum: Albert Hahnisch, Aderstr. 174, am Stoppenplak. Geöffne von 11-1, und von 4-7 Uhr. 2. Wahlkreis: S. und SW.: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 4 an der Gneisenaustraße. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 3. Wahlkreis: St. Friz, Brinzenstr. 31, Hof rechts part. Geöffne bon 11-12 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis: Often: Robert engels, Markusftr. 86. Geöffne Petersburgerplay 4( Laden). Geöffne von 9-2 und von 4-7 Uhr. von 9-2 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufizerplak 14/15 Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Immanuelkirchstr. 12( Sof). Geoff von 11-1, und von 4-7 Uhr. 6. Wahlkreis( Moabit): Salomon Joseph, Wilhelmshavene Straße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Wedding: 3. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Lab Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: 2. 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Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II Nowawes: Wilhelm Jappe, Lutherstr. 2. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Lad Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buch holz, Blankenburg: Rigmann, Mühlenstr. 30. Geöff von 11-1, und von 4/ 2-7 Uhr. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönhol P. Gurich, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1, u. 4-7 Rummelsburg. Boxhagen, Stralau: A. Rojentranz Borhagen 56. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Schenkendorf b. Königs- Wusterhausen: Chr. Hantschte, Dorfstr. Schöneberg: Wilhelm Bäumier, Martin Lutherstr. 69, im Lad Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld Falkenhagen: Stoppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 morgens bis 8 Uhr abends. Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waidmannslus Hermsdorf, Hohen- Neuendorf, Birkenwerde Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Baul seien Borsigwalde, Räuschstraße 10. Geöffnet von 11-1, u. von 4-7 Teltow: Wilhelm Bonow, Teltow, Berliner Str. 16. Tempelhof: Joh. Krohn, Borussiastr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Kiefholzstraße 412, Laden. Geöffnet 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heinersdorf: S. Fuhrmann, Sedanstr. 105, pa Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Baul Schube Wilhelmsaue 27. Zeuthen, Miersdorf: Ernst Hüttig, Zeuthen, Miersdorfer Str. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden gelief Sonntags find die Ausgabestellen geschloffen. CARMEN SYLVA Carmen Sylva Cigaretten Beste Qualitäten Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantto.: Th. Glocke, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.