Nr. 192. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis prānumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Der französische Militarismus. Von Richard Gädke. " Seht, wir Wilden sind doch bessere Menschen", so schmunzeln mit sattem Behagen die alldeutschen Patrioten, wenn sie die neuesten Erörterungen im französischen Senate Lesen und die peinlichen Ueberraschungen sich ausmalen, die dem französischen Volke dadurch just zu seinem Nationalfeste bereitet wurden. Freitag, den 17. Juli 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Mr. 1984. zielle Leistungsfähigkeit der Nation vorangegangen war. Um schaften des Beurlaubtenstandes wird von Jahr zu Jahr das zu verdecken, hatten unsere Militaristen, hatten die erhöht werden und bald die erste Million erreichen. offiziösen Stellen in trautem Verein mit den Keim, Liebert, Und dann werden die Humbert und die Clemenceau Köfter die famose pro Kopfberechnung der Wehrausgaben er- ihrerseits wieder anfangen, ihre Kassandrarufe in Frankreich funden, den aufgelegtesten Schwindel, der je erfunden, aber von zu erheben! den patriotisch benebelten Hirnen der Aldeutschen mit Gier Und so fort! aufgenommen wurde. Wie lange noch? Wann wird endlich die VerDeutschland hatte ohne Unterlaß gewaltige Summen ständigung zwischen Frankreich und Deutschland erfolgen, sowohl für die Waffen wie für das technische Beiwert, für die von der inneren Vernunft der Dinge, die von der menschFestungen, Telegraphie, Geschüße, Schiffe ausgeworfen, Frant- lichen Gesittung gefordert wird? reich hatte gespart. Stichwahl in Labiau- Wehlau. So wird man ohne weiteres zugeben können, daß es auf einigen Gebieten in der Tat rückständig geblieben ist; aber man muß Herrn Humbert auch nicht gleich alles auf sein ehrWenn wir anderen ruhig und besonnen und ein wenig liches Gesicht glauben. Gewiß ist ein Teil der französischen Labiau, 16. Juli.( Privattelegramm des„ Borsteptisch dazu Stellung nehmen sollen, so werden wir nicht Grenzbefestigungen unmodern: die Aufgabe, den Feind aufzu- wärts".) Bei der heutigen Nachwahl für den verstorbenen konvergessen dürfen, daß der Senator Humbert, eifriger Mitarbeiter halten, erfüllen sie darum immer noch. Und mehr als Zeit- fervativen Abgeordneten Massow wurden folgende Stimmen abgeder chauvinistischen La France Militaire", zu den überzeugtesten gewinn verlangt man von ihnen nicht. Natürlich sind auch nicht geben: Für Linde( Soz.) 2192, für Bürgermeister Wagner Militaristen und Rüstungstreibern der französischen Volts- etwa, wie Herr Humbert behauptet, alle deutschen Festungen( Fortschrittler) 6123 und für den Konservativen Schrewe 7504 vertretung gehört. Der neue Kriegsminister hingegen, Herr modern. Das gibt es einfach nicht, das ist unmöglich; ebenso Stimmen. Messimy, gilt nur als lauer Freund der dreijährigen Dienstzeit und wie kein Staat nur moderne Schlachtschiffe und Kreuzer be" Es ist somit Stichwahl zwischen dem Fortschrittler Wagner und Huertas Rücktritt. ist einer gewissen Hinneigung zu milizartigen Ideen verdächtig. sigt. Auf dem Gebiete der Bewaffnung hat Deutschland einen Nicht gerade nach den Auschauungen von Jaurès; doch wollte Vorsprung in der Ausrüstung mit Burfgeschüßen und viel- dem Konservativen Schrewe erforderlich. Einige kleine Ortschaften er früher zahlreiche, aber schwache Friedensstämme zu gewal- leicht mit Geschossen erreicht, aber das französische Feld- stehen noch aus, die an dem Resultat aber nichts ändern können. figen Striegsmassen erweitern. Da galt es also, Feuer dahinter geschütz ist immer noch eine vorzügliche Waffe. In den Die Sozialdemokraten verloren 769 und die Konservativen zu sehen und das Land mit der Drohung zu erschrecken, daß Festungen hat nicht nur Frankreich sondern haben alle 852 Stimmen, während die Fortschrittler einen Zuwachs von es nahezu verteidigungslos fei. Die großen finanziellen Staaten der Welt ihr älteste s Material- natürlich neben 273 Stimmen zu verzeichnen haben. Opfer, die das französische Volt im laufenden Jahre nach dem neuesten Geschüßen an wichtigen Punkten. Die Störung der Die Wahlbeteiligung war eine äußerst schwache. Wurden doch Vorgange Deutschlands nur mit Mühe und erheblichem Kopf- Telegraphie ohne Draht in den französischen Grenzfeftungen durch nach den oben mitgeteilten Zahlenreichlich 1600 Stimmen zerbrechen bringen konnte, ermutigen an sich nicht gerade zu die übermächtige Radiostation in Meh ist der technischen Ueber- weniger abgegeben als im Jahre 1912. Daß trotzdem der Freineuen Forderungen. Wer fühlt denn nicht, daß Frankreich tegenheit Deutschlands auf diesem Gebiete zuzuschreiben aber finn um annähernd 300 Stimmen gewann, während der konserwie Deutschland dicht an die äußerste Grenze threr Leistungs- man muß nicht glauben, daß davon das Schicksal eines Feldzuges sinn um annähernd 300 Stimmen gewann, während der konserfähigkeit angelangt sind? Bei uns hat das Ergebnis des Wehr- abhängt. Und so weiter; die Stlagen des Herrn Humbert sind bative Kandidat ca. 850 Stimmen verlor, tennzeichnet die Stimbeitrages enttäuscht, schon schwitzen die Finanzminister über einer zum Teil begründet, aber gewaltig aufgebauscht zu ganz mung der Wähler. neuen Finanzreform. Frankreich aber hat schließlich nach bestimmten Zwecken! Bedauerlich ist der erhebliche Sozialdemokratische Stimmenvielen vergeblichen Anläufen den ausgetretenere Pfad einer Es mag sein, daß der häufige Wechsel der französischen verlust. Daß er jedoch nicht auf ein Abschwenken der Wähler, inneren Anleihe von neuem beschreiten müssen, und noch Kriegsminister manche Rückständigkeiten der Organisation und sondern auf die in unserem gestrigen Vorbericht bereits gekennfehlen ihm 600 Millionen Frank an der erforderlichen Summe Ausrüstung mit verschuldet hat. Die verschiedenen Kriegs- zeichneten Umstände zurückzuführen ist, geht aus den die gevon 1408 millionen. Bei uns in Deutschland brauchen nun minister haben sich wohl die notwendigen militärischen Kennt ringere Wahlbeteiligung feststellenden Ziffern hervor. ja die Regierenden ihren Kopf nicht allzusehr anzuftrengen nisse rasch angeeignet oder zum Teil bereits besessen Gerade die sozialdemokratische Partei ist durch den Zeitpunkt der ( woher nehmen, ohne zu stehlen?); man bedroht einfach das aber sie konnten nicht den genügenden Einblick in das innere Wahl am schwersten getroffen worden. Die zahlreichen Flößer, Parlament, man werde es im Falle der Widerspenstigkeit Getriebe und in den Geschäftsgang, in das Räderwerk und in die sich außerhalb des Wahlkreises befanden, die Bauarbeiter usw., fortjagen und die Sache erledigt sich wunderschön und die Reibungen der riesigen Organisation gewinnen, die ihnen glatt. In Frankreich geht es so einfach nicht. Man muß anvertraut war. Dazu gehören Zeit und Erfahrung. Und so konnten diesmal ihr Wahlrecht leider nicht ausüben. schon zu stärkeren Mitteln greifen, um das Volk zu über- tam es, daß die Bureaus" allmächtig wurden und herrschten, Bei der Stichwahl wird es noch ernster Kraftanstrengungen zeugen, daß es dem unersättlichen Militarismus noch immer sich gegenseitig befehdeten und hinderten. So kam es, daß bedürfen, um die Niederlage der Konservativen zu vervollständigen. nicht genug geopfert habe. Da stellte sich die Rede des Herrn in dem parlamentarischsten Staate der Welt eine eigensinnige Beträgt doch die Mehrheit der freisinnigen und sozialdemokratischen Charles Humbert im Senat so ganz zur rechten Zeit ein; und eifersüchtige Bureaukratie, ein in seiner Anonymität tat- Stimmen nur ungefähr 800. Auch bei der Wahl im Jahre 1912 just im Augenblid, wo Herr Poincaré Väterchen Bar seine sächlich unverantwortliches Beamtentum die Zügel an sich riß hatten Sozialdemokraten und Freifinn zusammen um einige hunAntrittsvisite machen soll; fast, als hätte man diese Bombe und den Minister zu seiner Puppe machte. Und weil es un- dert Stimmen mehr als der konservative Kandidat im ersten Wahlin Petersburg selber fabriziert. Müssen wir Russen auf verantwortlich war vor dem Lande, vor dem ParlaEuer Verlangen mit unserer Schlamperei brechen und ausnahms- mente fehlte ihm der schärfste Ansporn zu eifriger und gang auf sich vereinigte, und trotzdem siegte in der Stichwahl der Konservative mit 400 Stimmen Mehrheit. Unsere Genossen werden weise mit Ernst und Gewissenhaftigkeit arbeiten, nicht mehr aus- gewissenhafter Pflichterfüllung. Rantüne und Schablone schließlich in die Tasche der Beamten, dann sollt Ihr reichen ertränkten den Trieb zum Fortschritt alte Slagen in jedenfalls dafür sorgen, daß der Kandidat des Junkertums diesmal Franzosen doppelt daran glauben": so scheint man dort zu Frankreich, wo die Bureaukratie fast noch ausgebildeter ist auf der Strecke bleibt. denken. Denn daß in Rußland zwar gewaltige Summen mit allen ihren Schwächen und Menschlichkeiten, als selbst in von der Duma für Heer und für Flotte bewilligt wurden, Deutschland. Aber man soll nicht glauben, daß im französidaß man aber trotzdem noch nicht bereit" ist und auf lange schen Generalstabe, daß in den Bureaus des französischen Zeit hinaus nicht bereit sein wird, darüber ist man sich an Kriegsministeriums nur Nullen und unfähige AufgeblasenMexiko, 15. Juli. Amtlich wird mitgeteilt, der Newa ganz flar. Die Franzosen also sollen eintretenden heiten fäßen. Das wäre der gefährlichste Jrrtum, in den wir daß Präsident Huerta dem Kongres heute nach= falls die Kastanien aus dem Feuer holen und nicht nur den verfallen könnten. Es arbeiten auch dort sehr fähige, sehr mittag 4 Uhr seine Abdankung unterbreitet hat. ersten Ansturm der Deutschen abwehren, sondern selbst in eifrige und gewissenhafte Männer, die ihren Beruf kennen; eiligem Angriffe dem Rhein zustreben. Dazu bedarf man was ihre Bemühungen gehindert hat, ist eben außer den Nach langem und zähem Widerstand hat Huerta sich dann freilich reichlichen Belagerungsgeschüßes und ausfömm- inneren Fehlern der Organisation der Umstand, daß ihnen jetzt vor den Revolutionären und den Vereinigten Staaten lichen Brückenmaterials. das Geld nicht in so reicher Fülle zufloß, wie den deutschen zurückziehen müssen. Er verläßt ebenso wie seine bisNicht, daß Herr Humbert alle seine Anklagen aus den Kriegsministern. Kein Wunder, wenn unser Heer reicher und berigen Minister- das Land, um in Europa seine zusammenFingern gesogen hätte. Nein, auch diese leidenschaftliche zum Teil besser ausgestattet ist. Das wäre noch toller, wenn gerafften Reichtümer in Sicherheit genießen zu können. Sein Kammerdebatte beweise das, was ich im Verein mit allen unsere Verwaltung für das Geld, das ihr in nie versiegender Nachfolger wird der bisherige Minister des Auswärtigen besonnenen Deutschen, mit allen wahren Vaterlandsfreunden, Fülle zuströmte, nicht auch etwas geleistet hätte. Sie verdiente Carbajal. In Washington ist man über Huertas Rüdimmer behauptet habe, daß in den Jahren 1905 bis 1911 in den Strid, wäre es anders. tritt sehr befriedigt. Zwar wollen die Vereinigten Staaten Frankreich eine wahrhaft friedliche Stimmung herrschte und Und da haben wir des Rätsels Lösung für die erbitterten auch seinen Nachfolger und Parteigänger nicht anerkennen daß man den militärischen Wettlauf mit Deutschland so gut Angriffe des Herrn Humbert und für die Hilfe, die ihm der und ebensowenig gedenken die Revolutionäre ihren Vormarsch wie aufgegeben hatte. Der immer tatendurstige Militarismus, gleichfalls chauvinistische Clemenceau bereitwillig leistete: auch gegen die Stadt Meriko einzustellen. Aber in Washington der nach Beschäftigung sucht, wandte sich im wesentlichen das französische Heer schreit nach Geld, mehr Geld, viel Geld, nimmt man an, daß Carbajal sofort mit dem Führer der ReKolonialen Aufgaben zu. Da tam Marokko, da kam der sich noch mehr Geld! Die 1408 Millionen langen bei weitem volutionäre, dem General Carranza, in Verhandlungen mehr und mehr zuspitzende Gegensatz zwischen Deutschland nicht; dem geizigen Bauer und Kleinbürger sollen die Groschen eintreten werde, und in der Tat hat sich bereits eine Sonderund England, da kamen die Balkankriege und da kam endlich aus den Strümpfen hervorgelockt werden. Die Aera der fommission nach Celaya begeben, um mit den Führern der die große deutsche Militärvorlage. Rüstungen dauert mit ungeschwächten Kräften, mit immer Ronſtitutionalisten Abmachungen für einen friedlichen EinJetzt wurden auch in Frankreich die Furien des Milita- vermehrter Erbitterung fort. Der Krieg im Frieden, der zug in die Hauptstadt zu treffen. Damit hätten die rismus von neuem entfesselt; schon lange hatten die Offiziere Versuch, den Rivalen oder die Rivalen ohne Blutvergießen Vereinigten Staaten zunächst ihren Willen durchgesezt und des Heeres über die zweijährige Dienstzeit geflucht, die ihnen zur Strecke zu bringen, sie mit trockenen Schröpfköpfen zu den von ihnen unterstützten Konſtitutionalisten die Herrschaft vermehrte und schwerere Arbeit auferlegte; schon lange Sturm bearbeiten, bis Linderung erfolgt! nyon verschafft. Ob allerdings die Einigkeit unter den Siegern gelaufen gegen die die Ausbildung hindernde Schwäche der Der Notschrei wird sicher Erfolg haben, die Wut dieser erhalten bleibt, ob sie imstande sein werden, eine lebensfähige Stämme, die doch nur die notwendige Folge davon war, daß man Epidemie muß sich austoben! Regierung zu bilden, wieweit diese ihre Unabhängigkeit gegenweit mehr Stämme gebildet hatte als der vorhandene Mann- Unsere Wehrvereinler, unsere Flottenvereinler sehen es über den Vereinigten Staaten wird behaupten können, wird schaftsbestand erlaubte. Jezt glückte es, die dreijährige Dienstzeit nicht ungern! Je mehr in Frankreich gerüstet wird, desto sich erst zeigen müssen. durchzudrücken, und man gewann dadurch eine Stärke sicherer blüht ihr Weizen in Deutschland. Schon kündigt man Die Abdankung. des Friedensheeres, die die deutsche Zahl wenigstens uns neue Forderungen für strategische Zwecke an, schon neue Megito, 16. Juli. Die Abdankung Huertas wurde auf dem Papier wiedererreichte. Die Masse war nun da, Vorlagen für Erhöhung des Mannschaftsstandes der Marine; vom Kongreß mit 121 gegen 17 Stimmen angenommen. In der aber die Ausrüstung und Bewaffnung, die Be- an unseren Festungen wird unaufhörlich gearbeitet, nach Osten Botschaft über seinen Rücktritt hebt Huerta seine Anstrengung kleidung und alles sonstige Zubehör nicht. Es wie nach Westen streckt die deutsche Schildkröte den Gegnern hervor, den Frieden herbeizuführen, sowie die Schwierigkeiten, war einfach so, daß man auch auf diesem Gebiet mit Deutsch- einen lückenlosen Banzer entgegen. Und im nächsten Jahre denen er dabei begegnete, da die nötigen Fonds fehlten und eine land nicht mehr ernsthaft rivalisiert hatte aus Ersparnis- oder spätestens 1916 tommt eine neue Mannschaftsforderung große Macht des amerikanischen Kontinents offenkundig die gründen. Wir haben den flaren Beweis vor uns, den für die für das Heer ich schätze von ungefähr 35 000 Mann- in Rebellen geschützt habe. Dieser Schuh habe seinen Höhepunkt erStenner freilich schon die jährlichen Haushaltsentwürfe lieferten, Anbetracht der Finanzlage und zur Schonung so wenig! Im reicht in dem empörenden Vorgehen der amerikanischen Flotte vor daß auch auf diesem Gebiete Deutschland mit größeren Osten wird ein neues Armeeforps aufgestellt werden, vielleicht Veracruz gerade in dem Augenblick, als die Revolution, niederAusgaben, mit stärkeren Anforderungen an die finan- deren zwei! Die Zahl der jährlich einzuziehenden Mann- geschlagen man serta weist weiter die Behauptung zurück, daß bei ihm persönliche Interessen borherrschend' getoesert seien. Seine Abdankung sei ein Beweis dafür, daß das Interesse des Staates sein erster Gedanke gewesen sei. Später erschien Huerta in seinem Lieblingscafe, gefolgt don einer ungeheuren Menschenmenge, die Hochrufe auf ihn aus- brachte. Viele schüttelten ihm die Hand, andere umarmten und küßten ihn. Von Rührung überwältigt, erhob Huerta sein Glas und sagte:„Dies soll hier mein letzter Toast sein; ich trinke auf den Präsidenten von Mexiko." Die Straßen waren bis zur späten Stunde voll von Menschen, doch kam es zu keinen Ruhestörungen. Ter einzige Zwischenfall ereignete sich, als der neue Präsident Carbajal die Kammer verließ. Da ertönten Rufe des Unwillens gegen die Abgeordneten, die sich geweigert hatten, ihre Stimme für die An- nähme der Abdankung Huertas abzugeben, aber Truppen zer- streuten die Demonstranten. Die Abreise. Mexiko, 16. Juli. Huerta und B l a n q u e t haben Mexiköcity gestern abend verlassen. Sie bestiegen den Zug einige Meilen außerhalb der Stadt. Man nimmt an, daß sie sich nach Puerto-Mexiko begeben. Alle Mitglieder des Kabinetts sind zurück- getreten. Fast alle Minister, mehrere Generäle und hohe Be- amte haben bereits gestern-nachmittag vor Huerta die Hauptstadt verlassen. Was öem Kronprinzen gefällt. Die Broschüre des Herrn Frobenius ist bisher ganz un« beachtet geblieben. Sie unterscheidet sich nämlich von ähnlichen alldeutschen Machwerken vor allem durch ihre Langeweile. Es ist wirklich nicht sehr aufregend, wenn einer der vielen Generale a. D. den Krieg für ISIS prophezeit, nachdem so viele seiner Standes- genossen ihn für alle vorhergegangenen Jahre prophezeit haben. Aufregend dagegen ist es, daß der deutsche Thronfolger eine solche Broschüre ausgezeichnet nennt und ihr die größte Verbreitung wünscht. Herr v. B e t h m a n n feiert die deutsch- englische Entspannung als einen Triumph seiner Politik. Herr v. Frobenius aber hält nichts von dieser Entspannung. Er ist viel- mehr überzeugt, daß jetzt mehr als je Mißtrauen am Platze sei. England werde jede günstig erscheinende Gelegenheit ergreifen, um überraschend unS anzufallen und die Kriegserklärung mit den ersten Granaten in unsere Küstenplätze zu schleudern. Und selbst wenn es dazu keine besondere Lust hätte, würden es schon seine Bundesgenossen Rußland und Frankreich zum Kriege treiben. Frankreich vor allem wolle den Krieg. Die dreijährige Dienstzeit sei für die Franzosen wirtschafklich unerträglich. Im Jahre ISIS/16 werden sie zwei völlig ausgebildete Jahrgänge unter den Waffen haben, dann werden sie losschlagen und den„Rachekrieg" beginnen. DaS sei die unvcr- meidliche Konsequenz der militärischen Maßnahmen in Frankreich. Deutschland aber werde diesen Krieg, der ihm natürlich aufgedrungen ist, mit nie dageivesener Begeisterung führen. Notabene nicht nur gegen England, Frankreich und Rußland, sondern, wenn wir recht verstanden haben, auch noch gegen eine Reihe kleinerer Staaten. Es geht ja alles in einem. Es ist schade, daß der Kronprinz sich so allgemein ausgedrückt und nicht im einzelnen ausgeführt hat, was ihm eigentlich so aus« gezeichnet dünkt. Die.Vossische Zeitung" vermutet, daß es gerade die s e Gedankengänge sind � und etwas anderes steht ja eigentlich in der Broschüre nicht drin—, die dem Kronprinzen so gefallen haben. Sie ist übrigens das einzige Blatt, das zu dieser neuesten Aktion Stellung nimmt. Sie verlangt, daß endlich die Voraus- setzungen für politische Kundgebungen des Krön- Prinzen amtlich geordnet werden, um den möglichen Nach- teilen eines Widerstreits zwischen seinen Aeußerungen und den Be- Prebungen der verantwortlichen Träger der Politik vorzubeugen. Die übrige Presto schweigt. Auch das.Berliner Tageblatt", das bloß zwei nichtssagende Zeilen an die Sache wendet. Um so nötiger wird eS sein, daß im Reichstag das Nötige über diese politische Telegraphiercrei des Kronprinzen ge- sogt wird._ politische Uebersicht. Preußen heraus! Die Vermehrung des Kollegiums der preußischen Staats- minister durch zwei ausschließlich im Reichsdienst tätige Beamte hat die echtpreußischen Männer schier aus dem Häuschen ge- bracht. Mockten die beiden Staatssekretäre, die Herren v. I a g o>v und Kühn, auch geborene Preußen und nicht im mindesten auch nur des abgcblaßtesten Liberalismus der- dächtig sein— die preußischen Kraut- und Stockjunker witterten sofort Unrat. Aber während sich die„Kons. Korresp." darauf beschränkte, aus„staatsrechtlichen Bedenken" ihre„schweren Besorgnisse" geltend zu machen, läßt jetzt in der„Kreuz-Ztg." Herr Gustav Göntermann den schrillen Angst- und Kampfruf „Preußen heraus I" erschallen: „Man ist in der Tat auf dem besten Wege, die Reichs- Verdrossenheit dort zu züchten, wo bisher die festeste Stütze des Reiches ihren Platz gehabt hat. Wir Preußen haben alle Ursache, uns in unseren preußischen Gefühlen, die ein Stück unseres Innen- lebens sind, aufs bitterste verletzt zu fühlen. Wir wollen nicht im Reiche aufgehen und dürfen hierfür keinen Ge- ringeren als Gesinnungsgenossen ansprechen, als unseren teuren Heimgegangenen Kaiser und König Wilhelm, dem gerade die Befürchtung, der König von Preußen werde hinter dem Deutschen Kai-ser zurücktreten, die Annahme der Kaiserkrone so schwer machte. Er und Preußen mit ihm haben dem Reiche das schiverste Opfer gebracht. Gewiß, Preußen habe die Ehre der Führung im Reiche, aber wenn es so weiter geht, dann stirbt eS an dieser Ehre. Mit Recht hat in seiner Rede auf dem zweiten Preußentage in Halle Herr Dr. Wildgrube sDresden) von dem„staatssekretarisier- ten Preußen, unter dem der alte, glorreiche Staat des schwarzen Adlers nicht minder leide als seine Mitverbündeten, an dem er eines Tages zu Grunde gehen werde", gesprochen. Die Liebe zu unserem engen Vaterlande und die Sorge um deS Reiches Wohlfahrt lassen uns Preußen gleicherweise die neuesten Vorgänge mit den allerschwer st en Bedenken ansehen. Ich bin dankbar, daß die rechtsstehende Presse die Augen offen hält und daß auch Sie den Finger warnend aufgehoben haben. Wir dürfen um keinen Preis schweigen und mit den Preußen müssen alleDeutschen auf dieSchanzen gerufen werden." Man muß es unfern echtpreußischen Männern lassen, daß sie als die eigentlichen Herrscher unseres verjunkerten Preußens wachsam auf dem Posten sind. Offenbar haben sie nicht den geringsten Anhalt dafür, daß die neue Ver- fitgung die preußische Vorherrschaft gefährdet und doch rennen sie sofort mit eingelegter Lanze gegen den Ministerpräsidenten und den König von Preußen. Auf die sonst so leidenschaftlich verteidigten Kronrechte pfeifen sie in dem Augenblick, wo ihnen eine Aktion der Krone wider den Strich geht. Hübsch ist auch die Ausspielung des teuren heimge- gangenen Kaisers und Königs Wilhelm gegen den gegen- wältigen Träger der Krone. Bald ist's ein teurer heim- gegangener, bald der mutmaßliche Erbe des Thrones, auf den man sich beruft, um die mißliebigen Maßnahmen des derzeitigen Herrschers zu diskreditieren. Dabei ist man allezeit „königstreu bis auf die Knochen". Das alte Spiel. Die Offiziösen dementieren wieder einmal die vom „Vorwärts" gebrachte Meldung über die zu erwartenden Rüstungsvorlagen. Wir können demgegenüber nur erklären, daß unsere Informationen zuverlässig sind. Daß die Regie- rungsorgane und die Rüstungspresse die vorhandenen Ab- sichten bestreiten, ist völlig belanglos. Noch vor jeder neuen Rüstungsvorlage haben wir dasselbe Spiel erlebt. Verschärfung der Dänenpolitik. Nach einer Meldung der„Neuen politischen Korrespondenz" soll der Rücktritt des Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein, v. Bülow, bevorstehen. Mehrere Blätter bestätigen diese Meldung, und zwar bezeichnen sie den Rücktritt als Folge der letzten Dänenhetze im Herrenhause und Anzeichen einer Kursänderung in der Nord- markenpolitik. Bekanntlich verlangte der Schwager des Kaisers, Herzog Ernst Günter zu Schleswig-Holstein, damals schärfere Maßnahmen gegen die dänische Agitation. Herr v. Bethmann Hollweg stellte denn auch energischere Maßnahmen in Aussicht. Da der jetzige Ober- Präsident v. Bülow eine noch schneidigere Politik gegen das Häuflein Dänen offenbar für politisch unsinnig hält, muß er gehen. Die Folgen werden sich bald in dem verzweifelten Widerstand der verfolgten dänischen Bevölkerung undj in einer Zunahme der dänischen Stimmen zeigen. Kriegsministerium«nÄ Militärkabinett. Der für das Kriegsministerium hergestellte Neubau in_ der Viktoriastraße in Berlin ist bekanntlich vom Reichstag dem Reichs- schatzamt überwiesen worden mit dem Auftrage, das Grundstück möglichst gut zu verwerten. Mit überwältigender Mehrheit hatte der Reichstag zum Ausdruck gebrocht, daß dieses Gebäude auf keinen Fall dem Militärkabinett zur Verfügung gestellt werden dürfe. Die Angelegenheit scheint nun in ein neues Stadium getreten zu sein. In bürgerlichen Blättern tauchen jetzt Notizen auf, wonach sich die Anwohner der dortigen Gegend über die„Ruine", die geeignet sei, das ganze Straßenbild zu verschandeln, beschwert haben. An- geblich besteht auch das Polizeipräsidium darauf, daß der Bau ver- putzt und verglast werden soll. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, daß onS Kriegsministerium trotz alledem auf seinem Plan beharre, da« Militärkabinett dort unterzubringen. Dem Reichstag soll nämlich eine Vorlage zugehen, die einen Neubau für das Militärkabinett fordert und man hofft, daß der Reichstag dann doch nachgeben und das Gebäude in der Viktoriastraße zur Verfügung stellen wird. Es mag richtig sein, daß der Rohbau in der Viktoriastraße nicht gerade einen ästhetischen Anblick bietet; ihn fertig zu stellen liegt aber auch kein Anlaß vor, so lange man nicht weiß, welchem Zweck das Gebäude künftig dienen soll. Viel einfacher wäre es. man würde das Gebäude einfach abtragen. Der Wert der dortigen Liegenschaften beruht nicht etwa in den Gebäuden, sondern in den Grundstücken. Die Baukosten stehen zum Wert der Grund- stücke in einem ganz minimalen Verhältnis. Wenn eine offenbar von oben herab beeinflußte Korrespondenz mitteilt, daß dem Reiche in jedem Monat eine Summe von rund 17 660 M. verloren geht, so wäre es doch immer noch billiger, das Gebäude zu beseitigen. Wir glauben nicht, daß der Reichs- tag nachträglich umfallen wird. Dazu haben sich die Parteien denn doch zu sehr festgelegt. Wenn Herr v. Falckenhahn ein neues Gebäude für das Militär- kabinett will, dann wird er erst die Notwendigkeit eines solchen Neubaues nachweisen muffen. Das jetzige Gebäude in der Behren- strahe genügt noch auf Jahre hinaus, wenn man dem Chef des MilüärkabinettS, General v. Lhncker, die Wohnung nimmt, die er in dem Gebäude inne hat. Die Angabe des Kriegsministeriums, daß der General Anspruch auf eine Dienstwohnung habe, steht auf recht schwachen Füßen. Eine Dienstwohnung kann jedenfalls nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn eine solche vorhanden ist. Werden in diesem Falle die Wohnräume des Generals zu Bureau- zwecken benutzt, dann erhält der General eine Wohnungsentschädigung von jährlich 13 333 M., eine Summe, für die man in Berlin stets eine Wohnung bekommen kann, die würdig ist, selbst einem preußi- schen General zum Aufenthalt zu dienen. Die gesicherte Existenz bis ins hohe Alter. Der Ort, an dem das Kaiserwort über die gesicherte Existenz bis ins hohe Alter fiel, hat an einem Tage zwei furchtbare.Beispiele dafür geliefert,>vie weltfremd dieses Wort ist. Durch Selbstmord wegen Nahrungssorgen endete der 61jährige Maschinenschlosser Schaube, der früher bei der Eisen- bahnbehörde beschäftigt war und sich während der Arbeit im Freien ein Bcinleiden zuzog, das ihn crwerbsunsähig machte. Er erhielt eine monatliche Rente von 13 M. Da er damit natürlich nichts anfangen konnte, begab er sich auf die Arbeit- suche, konnte aber wegen seiner Krankheit nichts finden. Schließlich trieb ihn die Sorge in Schwermut und zum Selbst- mord durch den Strick. Am selben Tage zog man aus der Oder den 59jährigen Arbeiter Kottwitz, der infolge rheumatischer Leiden arbeits- unfähig war und sich nur mühsam fortbewegen konnte. Sein Gesuch um Invalidenrente wurde abgewiesen, weil er ja noch das berühmte Drittel des gesunden Arbeiters verdienen konnte. Da eine Tochter mit Plätten nur 19 M. die Woche und ein eben der Schule entwachsener Sohn nichts verdiente, packte den Alten die Verzweiflung und er suchte den Tod in den Wellen! Während diejenigen, die durch die Lasten unserer Sozial- Politik„ruiniert" werden, in die teuren Badeorte reisen, müssen die Armen mit der„gesicherten Existenz" aus Hunger und Not zum. Selbstmord schreiten l Neuauflage des Falles Jastrolv. An der Berliner Handelshochschule sind zehn Lektoren für fremde Sprachen zum 1. Oktober gekündigt worden. Es sind ihnen neue Verträge vorgelegt worden, die b e d e u- tend niedrigere Gehälter festsetzen als die bisher be- zogenen. Die Lehre, die die Studenten durch ihren Streik anläß- lich des Vorgehens gegen Professor Jafirow erteilt haben, scheint also nichts gefruchtet zu haben. Das Vorgehen gegen die Lektoren macht womöglich noch einen schäbigeren Eindruck als das gegen Jastrow. Protest gegen Regierungswillkür. Wie wir kürzlich berichtet haben, hat der Magistrat der Stadt Kiel auf Verlangen der Provinzialschulbehörde dem Kieler Turn- »alz Wanderflutz die.Erjau�nis zux AeytHuzig per Mstijchen Schultürnhalleck entzogen. Der Kieler Turck- und Wanderklub ist die Organisation, in der nach der durch Gerichtsurteil erfolgten Politischerklärung der Freien Turnerschaft an der Kieler Förde die Kieler Arbeiterjugend im Turnen und Spielen unterichtet wird. Die Regierung hatte ihr Verlangen begründet mit den Verordnungen aus den Jahren 1834 und 1839, wonach für den Unterricht von schulpflichtigen Jugendlichen ein Erlaubnisschein der Schulbehörden erforderlich ist. Gegen diese reaktionäre Maß- nähme hat am Dienstag abend eine außerordentlich stark besuchte Versammlung in Kiel protestiert. Die Regierung hat, wie der Referent in der Protestversammlung, Genese Adler, feststellen konnte, selbst zugegeben, daß sie einen reinen Willkürakt begangen hat, daß es ihr nur darum zu tun ist, die Bestrebungen der Ar« beiterschaft auf körperliche Ertüchtigung ihrer Jugend zu unter- binden. Der Vorstand des Kieler Turn- und Wanderklubs hat nämlich, als zuerst das Ersuchen an ihn gestellt wurde, nachzu- weisen, daß seine Turnleiter im Besitze eineß Unterrichtserlaubnis- scheines sind und die Kieler Kreisschulinspcktion erklärt hatte, daß sie solche Erlaubnisscheine nicht ausstellen könne, andererseits aber feststand, daß Sozialdemokraten ein solcher Erlaubnis- schein nicht ausgestellt wird, an die Provinzialschulbehörde folgen- des Ersuchen gestellt: Sie möge dem Turn- und Wanderllüb einen staatlich geprüften Turnlehre» zur Verfügung stellen, der Verein werde sich dessen Anordnungen unbedingt fügen. Wenn das aber nicht geschehen könne, möge die Regierung dem Verein mitteilen, wie er dem Verlangen der Regierung auf Heranziehung von Turn- leitern mit Unterrichtserlaubnisscheinen nachkommen könne. Der Verein war also bereit, sich gewissermaßen unter Aufficht der Re- gierung zu stellen. Die Regierung ging aber auf dieses Ersuchen überhaupt nicht ein, sondern erklärte kurz und bündig, für den! Turnunterricht im Kieler Turn-- und Wanper« klub liege gar kein Bedürfnis vor, weilt in den Volks« und Fortbildungsschulen Turn- und Spielunterricht' erteilt werde, Das sagt dieselbe Regierung, die die bürgerlichen Turn, und Sportvereine mit allen Mitteln unterstützt und förderth Nackter kann also nicht zum Ausdruck gebracht werden, daß die Regierung reine Willkürpolitik gegen die I u gendHewc guug der Arbeiterschaft betreibt!!' Die Versammlung kennzeichnete denn auch irt einer angenommenen Resolution das Vorgehen der Regie rung alS moralisch und gesetzlich ungerechtfertigt. In der Resolution wird weiter festgestellt, daß des Magistrat der Stadt Kiel mit der Entziehung der Turnhallen die Städte« ordnung verletzt hat. Der Turn- und Wanderllüb mußte für die Benutzung der Turnhallen eine jährliche Miete zahlen. Nach der Städteordnung müssen aber die Stadtverordneten bei allen städtischen Angelegenheiten, die ökonomische Bedeutung haben, mit« wirken. Der Magistrat durfte also gar nicht, ohne Pi? Stadt« verordneten zu fragen, das Mieteverhältnis auflösend Kirche und Kapitalismus. Die Zentrumspresse wehrt sich in einem Artikel gegen den Vorwurf, daß die Kirche daS kapitalistische Wirtschaftssystem für göttlich und unabänderlich halte. Wörtlich heißt eS: „Ganz besonders unrecht tut der Sozialismus der Kirche, wenn er ihr die unsinnige Lehre unterschiebt, das heutige kapitalistische Wirtschaftssystem mit seinem Drum und Dran sei ein unabänderlicher Bestandteil der göttlichen Weltordnung.«.. O Ironie! Die Sozialdemokratie verschreit die Kirche als Stütze des Kapitalismus, und die kapitalistische Presse bringt es zu gleicher Zeit fertig, uns als halbe Sozial- demokraten hinzustellen! In Wirklichkeit ist die Kirche weder das eine noch das andere. Sie ist überhaupt kerne Anstalt für natronalökonomische Theorien und iWe- t h o d e n. Ihr kann jedes Wirtschaftssystem lieb sein, welches das Wohl der Menschen fördert und ihre Rechte unangetastet läßt. Sie wird aber auch ein jedes bekämpfen, sobald es diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt. Daher sehen wir, daß die Kirche sich schon mit den verschiedensten WirtschaftS« systemen vertragen hat. Sie hat sich eingebaut in die altgerma« nische Haus- und Hofwirtschaft. Sie hat ihre Dome errichtet unter der zünftigen Stadtwirtschaft. Sie machte in ihren geist- lichen Territorien selbst den Schritt zum merkantilen WirtschaftS- staat mit und lebt sozusagen auch heute noch unter der ausge- sprochenen Weltherrschaft des Kapitalismus. Wenn wir allerdings die Wahrheit gestchen sollen, dann ist kein Wirt- schaftsshstem dem Geiste der Kirche so wenig zu- sagend wie gerade das kapitalistische von heute. Die Kirche macht ihm den Vorwurf, daß es auf einer lieber- schätzuna des Materiellen beruht, den kleineren Teil der Menschen zu einer übertriebenen Macht- st e l l u n g erhebt, den größeren aber zur Unselbständigkeit verdammt." Daran ist soviel richtig, daß sich die Kirche mit allen Wirt- fchaftssystemen und Staatsformen abzufinden weiß. Sie wird sich auch dem Sozialismus anpaffen, wenn er die Macht hat. Wenn sie aber, wie der Artikel mit Recht sagt, keine Anstalt für..national« ökonomische Theorien" ist, so geht sie auch die Lehre von der Wirt- schaftsentwickelung nichts an. In Wahrheit stellt sich die Kirche ganz in den Dienst des Staates, der seinerseits die„zur Un- felbständigkeit Verdammten" im Interesse der Kapitalisten nieder- hält. Damit und durch ihre Lehren von Demut und Unterwerfung wird sie ein gewaltiges Hervschaftsinftrument des Kapitalismus. Der obige Artikel beweist, daß sie sich dazu hergibt, obwohl sie von der verheerenden Wirkung des kapitalistischen Wirtschaftssystems überzeugt ist._ Pockenerkrankung in der Kaserne« Die amtliche„Berliner Korrespondenz" teilt mit: „Am 2. Mtai 1914 meldete die„Wernigeroder Zeitung" au? Halberstadt, bei dem dortigen Jnfanterie-Regiment Nr. 27 seien 16 Soldaten an Pocken erkrankt. Die Krankheit sei durch Polinnen eingeschleppt worden. Diese Meldung, welche von der impf- gegnerischen Presse mit Ausfällen gegen das Jmpfgesetz weiterverbreitet wurde, ist in dieser Form unrichtig. Amtlich ist fest- gestellt, daß ein einziger Soldat dieses Regiments an der leichten Form der Pocken erkrankt ist und daß keine weiteren Er» krankungen sich ereignet haben. Der erkrankte Soldat hat sich wahrscheinlich während einer Beurlaubung außerhalb der Garnison infiziert." An der Richtigkeit dieser Feststellung ist wohl kaum zu zweifeln; immerhin hat es doch etwas reichlich lange gedauert, bis man die Oeffentlichkeit einwandfrei informierte. Die Regierung gibt nach. Die Schwarzburg-Rudolstädter Regierung hat bekanntlich im Landtage erklärt, sie werde dem Verkauf der holsteinischen Güter nur zustimmen, wenn die Hofeinkünste bis zum Inkrafttreten deS Kammergutsgesetzes jährlich um 60 OOS M. erhöht würden. Der Landtag hatte vieses Verlangen einstimmig abgelehnt. Jetzt scheint nun auch die Regierung zu der Einsicht gekommen zu sein, daß es nicht immer angängig ist, die Dinge auf die Spitze zu treiben, und hat dem Verkauf ihre Sanktionierung erteilt. Die„anständige Gesinnung eines �oldatensch inders Vor dem Kriegsgericht der 38. Division in Erfurt st, geklebt". Einmal stemmte der rohe Patron dem Soldaten das Knie gegen den Magen und ließ ihn das Koppel fester schnallen, obwohl der Mann vor Schmerzen stöhnte, und zu Weihnachten, am„Feste der Liebe", klemmte der Angeklagte den Kopf des Gepeinigten zwischen seine Beine und, andere Soldaten prügelten auf ihn los. Und diesem Menschen gab sein früherer Hauptmann in der Verhandlung das Zeugnis eines tüchtigen Unter- offiziers von„anständiger Gesinnung", dem er, der Hauptmann, junge Unteroffiziere auf die Stube gelegt habe, damit sie sich an ihm ein Beispiel nehmen sollten! Der mißhandelte Musketier hingegen sei ein schwerfälliger Soldat Und nicht besonders klug. Das Urteil des Erfurter Kriegsgerichts fiel sehr milde aus: es lautete auf— fünf Wochen Mitt elarrest. Der Anklagevertreter hatte drei Monate Gefängnis und Degra- dation beantragt, aber selbst dieses niedrige Strafmatz erschien dem Gericht noch zu hart für diesen Menschen mit der.anständigen Gesinnung". Gefterreich und Serbien. Im ungarischen Abgeordnetenhause sprach der Minister- Präsident Graf T i s z a in einer Jnterpcllationsbeantwortung über die Verhältnisse in Serbien:: Die verantwortlichen Faktoren seien sich bewußt, welche Interessen, sich an die ErhaltungdesFriedenS knüpften. Die schwebende Angelegenheit müsse nicht unbedingt zu kriege- rischen Entscheidungen führen, doch ein Staat, der den Krieg nicht als ultima ratio betrachte, könne sich als Staat nicht be- haupten. Der Ministerpräsident widerlegte die pessimistische Auf- fassung, als ob die bosnischen Zustände revolutionär seien und außerordentliche Maßnahmen getroffen werden müßten. Aller- dings werde eine großserbische Agitation betrieben, Welcher mit aller Energie entgegengetreten werden müßte. Die„Times" richten nun folgende offenbar inspirierte Mahnung an die österreichische und serbische Adresse: Während offiziell die Haltung der beiden Regierungen korrekt sei, sei die Sprache der Presse beider Länder in einer Kampagne begriffen, die schließlich zu unheilvollen Folgen führen könnte. Das Blatt verzeichnet mit Genug- tuung, daß die große Mehrheit der verantwortlichen Zeitungen in Oesterreich von der Mordtat in Sarajewo mit Besonnenheit und Zurückhaltung spreche. Sie verlangten mit vollem Recht eine erschöpfende Untersuchung aller Umstände des Verbrechens sowie der Natur und der Verzweigung der Ber- schwörung, die unzweifelhaft dahinter stände. Sie forderten mit derselben Berechtigung alle Erleichterungen für diese Unter- suchung und eine gebührende Bestrafung der etwaigen Schuldigen. Sie beständen ferner darauf, daß Oesterreich-Ungarn wirksame G a r a t i e n gegen die Unterstützung einer aufrührerischen Be- wegung in der Monarchie durch serbische Untertanen erhielte. Hiermit, sagt die Times, stimmen wir alle überein, und dies ist eine Pflicht, die Serbien sich selbst schuldig ist, und der es zweifellos nachkommen wird. Das Blatt betont weiter, daß die rücksichtslose und provozierende Sprache ziemlich vieler serbischer Blätter sowohl vor als nach der Mord- tat Europa empört und Serbien die Sympathien d»r zivilisierten Welt entfremdet habe. Der weise und ehrenvolle Kurs für Serbien sei, aus eigener Initiative die Untersuchung vorzu- nehmen und den Mächten einen vollständigen Bericht vorzulegen. Andererseits müßte Oesterreich-Ungarn dessen eingedenk sein, daß die südslawische Frage, zu der auch die Beziehungen zu Serbien gehörten, in einer für die Monarchie befriedigenden Weise nicht durch Gewalt oder Drohungen gelöst werden könne. Jeder Versuch in dieser Richtung werde eine neue Gefahr für den europäischen Frieden bilden. Bisher habe Oester- reich mit Selbstbeherrschung und Zurückhaltung gehandelt. ES sei ernstlich zu hoffen, daß es bis zum Schluß dpnn fortfahre. Revolution in Venezuela. Bogota, 16. Juli. Nachrichten von der Grenze melden, daß in Venezuela eine Revolution ausgebrochen ist, die sich ausbreitet. , Volkskalender 10 000 verteilt. Die Kreiskasse schließt mit einer Einnahme von 4578,39 Mark und einer Ausgabe von 3482,82 M. ab. Der ausführliche Geschäftsbericht konstatiert bei dem Punkt Landtagswahlen das traurige Verhalten des Freisinns, der sich gar nicht erst an den Wahlen beteiligte und den Konservativen die zwei Mandate kampflos überließ. » Die Generalversammlung des Sozialdemokratischen Zentral- Vereins für das Fürstentum Lübeck(zum 1. oldenburgischen Reichstagswahlkreis gehörend) tagte am Sonntag in Ratekau. Der Bericht oes Zentralvorstandes ergab, daß die Mitgliederzahl sich um 240 auf 1558 und die Zahl der Leser des Lübecker„Volks- boten" sich um 159 auf 1123 erhöht hat. Angesichts des rein länd- lichen Charakters dieses Bezirks ein guter Erfolg. Die Jugend-, Frauen- und Bildungsbewegung hat in den größeren Orten an- nehmbare Fortschritte gemacht. Die Zahl der organisierten Ge- nossinnen beträgt 285. Der Kassenbericht schloß ab mit einem Ueberschuß von 288,49 M. In eingehender Weise beschäftigte sich die Generalversammlung nach einem Referat des Genossen Stelling-Lübeck mit den im Herbst stattfindenden Gemeinderaiswahlen. Zum Internationalen Kongreß wurde Genosse Stelling als Kandidat vorgeschlagen. Der Parteitag in Würzburg wird mit Rücksicht auf d-ie finanzielle Lage nicht beschickt, Dw bisherige Leitung wurde wiedergewählt. Mus Industrie und tzandel. Lage des ArbeitSmarkteS. Wenn daS zweite Vierteljahr 1914 auch ein etwas günstigeres Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem deutschen Arbeits- markt gebracht hat, so bleibt doch die Gesamtlage noch immer recht unbefriedigend. Der Andrang war durchweg beträcht- lich höher als in den guten Jahren. Auf die Verwertung und Bewertung der Ware Arbeitskraft muß eine solche unbefriedigende Marktlage sehr nachteilig einwirken. Wie fich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres der Andrang entwickelte, daS ergibt sich aus den Berichten einer größeren Anzahl städtischer Arbeits- nachweise. Bei ihnen kamen in den einzelnen Monaten auf 10v offene Stellen Arbeitsuchende: Januar Februar März April Mai Juni 1913.... 142,1 130,9 118,9 127,0 127,2 12S.0 1914.... 172,0 152,6 137,2 126,5 183,8 130,2 Gegen 1913.+ 29,9+21,7+18,3—0,6+6,1 i,2 Nur in fünf Jahren seit 1896 war der Andrang im Juni höher als im laufenden Jahre und zwar in den Jahren 1901, 1902 und 1903, dann wieder in den Jahren 1908 und 1909. In günstigen Jahren schwankte der Juni-Andrang zwischen 98,9 und 106,6. Aber es ist schon lange her, seitdem der Junr eine solche Gunst des Arbeitsmarktes gebracht hat. Es ist das ungemein verstärkte An- gebot, durch das das übernormale Steigen des Angebotes herbei- geführt wurde. Die noch iinm?r zunehmende Konkurrenz der weiblichen Arbeitskraft zeigt fich auch im ersten Halbjahr in der auffälligen Steigerung des Angebots am SrbeitSmarlt für Weibliche. Aber der steigende Wettbewerb der Frau ist e« nicht allein, der den gesamten deutschen Arbeitsmarkt unter Druck hält, sondern es ist vor allem das wachsende Kontingent der aus- l ä n d i sch en Arbeiter, das eine Besserung der Marktlage nicht mehr auslommen läßt. Seit Jahren hat sich jzaher eine Depression auf dem A r b ei t s m a r k t e aus- gebreitet, die nicht weichen kann, da die Faktoren, die sie herbeigeführt haben, noch immer weiter wirksam sind. Seit etwa 1907 hat der Grad deS industriellen Aufschwungs merkbar nach- gelassen, während das Neuangebot auf dem LrbeitSmarkt noch immer so stark erfolgt, als ob noch die frühere Nachfrage nach gewerblichen Arbeitskräften fortdauern würde. Soziales. Die Tuberkulose auf dem Lande. Die Tuberkulose ist die typische Begleiterin des Massen- elends. Der Kampf gegen sie kann auf die Dauer nur erfolg- reich sein, wenn er sich gegen das Grundübel richtet: die Wirt- schaftliche Not des Volks in jeder Gestalt, die auch die Sorge um die sonstigen Lebensbedürfnisse gebiert. Aber es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, zu glauben, daß die Tuberkulose nur in den Städten, und namentlich in den Großstädten zu finden sei, die ja als die Herde dieser 5l rankheit von jeher angesehen worden sind. Wie sehr auch ländliche Bezirke mit Tuberkulose behaftet sind, zeigen einige bemerkenswerte Ausführungen des Landesrats Kraß auf dem 5. Landgemeindetage der Provinz Westfalen, der anj 16. und 11. Juli in Bielefeld abgehalten worden ist: Der Kampf gegen die Lungentuberkulose wird seit Jahren geführt, besonders intensiv in den Städten, und man hat das Land fast darüber vergessen. In den deutschen Orten mit über 15 000 Einwohnern ist die Tuverkulosesterblichkeit von 20,27 auf 10 000 Einwohner im Jahre 1006 aus 15,75 im Jahre 1913 heruntergegangen— in Preußen von 14,15 im Jahre 1912 auf 13,59 im Jahre 1913. Demgegenüber ist auf dem Lande kein Rückgang der Tuberkulosesterblichkeit zu verzeichnen. In den ländlichen Kreisen der Regierungsbezirke Münster und Arnsberg ist in den armen und auch in„besseren" Familien eine auf» fallende Steigerung der Lungentuberkulose festzustellen... In- zucht innerhalb der Bauernfawilien, Mangel an Aufklärung, schlechte, hygienische Verhältnisse u. a. sind die Ursachen. Ganze Bauerngeschlechter sind im Münstcrlande an Tuberkulose auS- gestorben,,. Ein wunder Punkt ist die geringe Beteiligung des platten Landes an dem Heilverfahren der Landesversicherungs- anstatt: 1912 fielen von 7724 Fällen nur 162 auf das Land, 1913 von über 8000 Fällen nur 38. Hier handelt es sich natürlich nicht um die wohlbegllterten Landherren, die es verstanden haben, ihre, alten Sitze den modernen Bedürfnissen, namentlich� auch in gesundheitlicher Beziehung anzupassen, sondern es sind fast ausschließlich die kleinen Bauernfamilien, die Kleinbauern, bei denen die Tuberkulose Boden gefaßt hat. Die Feststellungen sind also auch ein Beitrag zur Charakteristik der„ländlichen Idyllen", in die die Großstadtarbciter mit aller Gewalt zurückgeführt werden sollen.__ AuS eisern Landarbeitervertrag. Die landwirtschaftlichen Arbeiter in West elbiett sind um kein Iota bester gestellt, als thro Brüder tu den sunker- gesegneten Gefilden Osiellbiens. Das zeigt wieder einmal mit aller Deutlichkeit ein Diensivertrag, den die von Heim- burgsche Gutsverwaltung in Eckerde(Provinz Hannover) mit den bei ihr beschäftigten Knechten abschließt. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 11 vole Stun- den pro Tag. aus denen bei der Bestellung und bei der Aberntung des Ackers natürlich bedeutend mehr werden. Die Entlohnung ist äußerst kümmerlich— 2M. im Sommer und 1,96 M. im Winter für Männer und 1 M. für Frauen, außerdem 86 Ouadratruten Gemüse- und Kar- toffelland sowie freie Wohnung.— Der Heimburgschc Arbeitsvertrag zeichnet sich aber vor allem dadurch aus, dqß die Arbeiter auch als Menschen und als Staats- bürger völlig in die Hand der Gutsverwaltung gegeben sind. So heißt es beispielsweise im§ 3 des Vertrages, daß, wenn der Tagelöhner oder eines seiner Familienmitglieder den Dienst freiwillig oder unfreiwillig außer der Kündigungszeit verläßt, das Recht auf weitere Benutzung des Garten- respektive Kartoffellandes aufgehoben ist und der Tagelöhner respektive der Knecht auf Verlangen binnen 48 Stunden die Wohttung zu räumen hat. Welche Fessel den Gutsarbeitern durch diese Be- stimmung auferlegt ist, weiß jeder, der nur einigermaßen die Wohnungsverhältnisse aus dem platten Lande kennt. Der Baron von Heimburg hat offenbar mit dieser Bestimmung von neuem dokumentieren wollen, wie„menschenfreundlich" doch die Agrarier ihren Arbeitern gegenüber sind. Am unverfrorensten zeigt sich die junkerliche Anmaßung im 8 ö des Vertrages, der folgendermaßen lautet: „Die Knechte und deren Familien haben sich von sozial- politischen Bestrebungen bei Strafe sofortiger Entlassung fern- zuhalten.", Was kümmert diesen Agrarier die ganze moderne Ent- Wickelung; seine Arbeiter sollen Knechte in des Wortes wahrster Bedeutung sein. Wehe ihnen, wenn sie wagen sollten, sich an irgendwelchen auf Besserung ihrer Lage zielenden Bestrebungen zu beteiligen; dann liegen sie draußen und können schen, wo sie bleiben. Solche Vertragsklauseln sind freilich ungültig; aber kann der Landarbeiter sein Recht durchsetzen? Erhält immer in Deutschland Recht,-wer recht hat?_ Bütgerliche Sozialpolitik. � In Bonn beträgt der ortsübliche Tagelohn 3,50 M. Die Stadt stellt aber trotzdem Kehrarbeiter zu 3 M. ein. Wenn sie hübsch artig sind, werden sie später angestellt und erhalten dann alle zwei Jahre eine Zulage von 10 Pfennigen täglich. Nun sind infolge der nassen Wiitenmg der vergangenen Monate mehr Kehrarbeiter krank geworden als sonst. Dafür sollen sie bestraft werden, denn den Luxus deS Krankseins darf man fich als städtischer Straßenkehrer mit 8 M. Einkommen nicht leisten. Die Stadt ließ den Leuten durch den Oberaufseher be- kanntgeben, die jetzt krank Gemeldeten hätten auf die vor- gesehene Lohnerhöhung erst dann Anspruch, wenn sieden Beweis lieferten, daß sie voraussichtlich in Nächster Zeit nicht mehr erkranken. Bonn hat eine schwarze Stadtratsmehrheit, in der sich puch.einige Ar- beitervertreter des Zentrums befinden. Vergleich um jeden Preis. Wie das Bestreben, einen Vergleich um jeden Preis zu- standezubringen, oft eine große Unbilligkeit darstellt, lehrte gestern eine Verhandlung vor der 5tauuner 5 des Gewerbe-» gerichts.■ Der Arbeiter Wegner ivar von der Firma Burgschweigcr grundlos ohne Kündigung entlassen worden. Er forderte nun Eni» schädigung für 14 Tage in Höhe von 28 M. sowie 38 M. Restlohn. Der letztere Teil der Forderung ist anerkannt und, nach dem ersten Termin gezahlt worden. Dabei legte der Sohn des Beklagten dem Kläger eme AuSgleichsauittung vor. Auf dieser war als Nachtrag die Zusicherung, W. solle weiterbeschäftigt werden, angefügt. Nach erfolgter Unterschrift trennte der Sohn des Beklagten den Nach- trag ab und suchte so den Kläger um seinen Anspruch zu bringen. Daß der Sachverhalt stimmt, ging aus einer an den Kläger ge- richteten Karte des Sohnes des Beklagten hervor, die die Bitte enthält, von einem. Strafantrag abzusehen. Der Anspruch des Klägers blieb also unberührt; er ermäßigte sich um anderweit ver- diente 10 M. Trotz der unschönen Handlung gegen den Kläger schlug einer. der Beisitzer einen Bergleich mit 10 M. vor. Leider ging der Kläger darauf ein. In solchen Fällen ist ein Vergleichsbörschlag eine Prämie für eine durchaus unerlaubte Handlung und,'-sollte.urtteMeiben. Letzte Nachrichte«. Die Tucharbeiteraussperrung in ber Lausitz.' Kottbus, 16. Juli. Der Gesamtvorstand deS Arbeitgeber- Verbandes der Lausttzer Tuchindusttie ist für Freitag, den 17. Juli, nach Kottbus einberufen worden, um die für die bevorstehende Generalaussperrung notwendigen Aussührungsbesttmmungen zu beschließen.— Auch der Textilarbeiter-Verband beruft für morgen abend in Kottbus, Forst, Guben und Spremherg Mitglieder- Versammlungen ein, die sich mit dex Lage gm Kausitzer Dextil- gewerbe beschäftigen werden. Balonä vor denk Falle. Rom, 16. Juli. Die aus Valona hier eintreffenden Räch- richten lauten äußerst besorgniserregend. Die Aufständischen und die Epiroten stehen nur noch vier Wegstunden von der Stadt ent- fernt. In Valona selbst hat sich eine Art Miliz zur Verteidigung der Stadt gebildet, doch glaubt man nicht, daß diese von Ismail Kemal geftihrien Scharen den Aufständischen irgendwelchen wirk- samen Widerstand werden leisten können. Sollte es den Rebellen und den Epiroten gelingen, in die Stadt einzudringen, so werden M a s s a k r e s befürchtet. Im Hafen liegen drei fremde Kriegs- schiffe, doch sind Truppen bisher noch nicht gelandef worden. Der Fall der Stadt wird stündlich erwartet. Der Kampf gegen dlk Anleihe. Sofia, 16. Juli. Der Ministerpräsident hattet vor- mittags mit den Führern der oppositionellen Par- teien eine Besprechung, die sich mit der durch die gestrige Ah- stimmung i« der Sobranje über die Anleihe geschaffenen Lag- beschäftigte. Die parlamentarische Opposition beröffentlicht ein Communiquö, worin erklärt wird, das Uebereinkommen über die Anleihe sei weder vom Berichterstatter verlesen, noch zur Ueber- Prüfung an eine parlamentarische Kommission verwiesen worden. Eine Debatte habe wegen des großen Lärms nicht stattgefunden, der die Stellung eines Antrage? auf Abstimmung unmöglich machte; welcher Atitrag übrigens nicht die Majorität erhalten hätte. Schließlich hätten die Stenographen keinen Antrag dieser Art in das stenographische Protokoll aufgenommen. Die Opposition be- trachte infolgedessen dieses Uebereinkommen als nicht ange- nommen. ES würde daher keine Gesetzeskraft er- langen können, selbst wenn die Regierung eS dem König zu? Sanktidnierung vorlegte. Beute billige A.Wertheim Lebensmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Mori plaž Frisches Fleisch* Ochsenfleisch Schmorfleisch mit Knochen 90 PL Schmorfleisch ohne Knochen 1 M Pfund Pfund Kamm und Brust.. Pfund 70 Pf. Querrippe.. Pfund 65 PL. Pökelbrust ohne Knochen 80 PL. Kalbfleisch Pfund geteilt Keule and Rack 90 Pf., Pfund Rücken i.ganz. Pfd. Koteletten. 1 M. Pfund 1.10 Kamm und Brust.. Pfund 70 Pt. Spitze( 3-4 Pfund). Pfund 90 PL. Hammelfleisch und Rücken Keule 90 PL, i.ganz. Pfd. Dünnung... 90 PL, Pfund geteilt 1M. Pfund 75 Pf. * Von der Zusendung ausgeschlossen, Kranken- UnterstützungsWurstwaren Echte Pomm. Teewurst Pid. 1.20 Zervelat- u, Salamiw, Pfund 1.15 Schinkenspeck Stücken von 1 bis 4 Ptd.' Pfd. 1 x Rollschinken ca. 6-8 Pfund 1.35 Pfund Aus eigener Wurstfabrik Bauernmettwurst Jagdwurst Landleberwurst " Rotwurst PIG. 1.10 Pid. Plund 95 PL Pfund 85 PL Pfund 45, 60. PL • Von der Zusendung ausgeschlossen. Butter und Käse Koch-, Backbutter Pfd. 1.00, 1.10 Tischbutter Pfd. 1.20% Pfd.- Pk 60 Pf. Tafelbutter Pfd.1.28 Pfd.- Pk.64PL. Schweizer Käse Pfund 80 PL Brie- Käse vollfett Pfund 75 Pf. Limburger Käse Pfund 38 Pf. Harzer Käse Kiste 100 Stück 1.00 P Geflügel Suppen- u.Brathühner 1.90 bis 2.80 Junge Hühner Stück 55 Pf. bis 1.90 Junge Enten.. Stück 2.20 bis 3.45 Gänse... Pfund 68 und 75 Pf. Gänserümpfe Gänsebrüste Pfund 1.10 Pfund 1.25 Gänsekeulen, Gänseklein St. 75 Pf. Gänseliesen.. Gänseleber Pfund 1.20 Stück 50 Pt. Gänsestückenfleisch Pfund 68 Pf. Gesellschaftshaus Fichtenau. und Begräbnis- Verein für Seven Sonntag: Erstklass. Künstlerkonzert bei freiem Eintritt. Bau- und gewerbliche Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. Juli, vormittags 10 Uhr, im Dresdener Garten", Dresdener Straße 45: General- Versammlung Tagesordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal 1914. 2. Bericht der Revisoren. 3. Vereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. NB. Arbeiter jeden Berufes von 16 bis 50 Jahren, welche gesund sind und einer Kaffe angehören, die dem Gesetz entspricht, werden in der Versammlung aufgenommen. 3. B.: Gadegast, Soldiner Str. 75, Borsigender. Im Partettjaal: Großer Ball. Zwei Kegelbahnen. Ausspannung. Möbel Spezialität; Mittelgenre Auch auf Teilzahlung Sehr niedrige Kassapreise! Tische 6.50 bis 65 M. Kleiderschränke 19-165 M. 37/5 Bettstellen Stühle 21-72 Mark 2-21 Mark Reuters Werte 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Theater. Freitag, 17. Juli 1914. Anfang 4, Uhr. Boigt Theater. Durch fremde Schuld. Anfang 5 Uhr. Baffage- Theater. Kino- Barieté. Potsdamer Naturtheater. AltPotsdam. Anfang 8 Uhr. Theater a. d. Weidendammerbrücke Täglich 8 Uhr, zum 134. Male, und 31. Juli zum letzten Male: Der müde Theodor. Schwant m. Gesangs- u. Tanzeinlagen. Sachse- Oper. Urania. Mit dem Imperator nach Schiller- Theater 0.allner. New York. Westen. Das Rheingold. Schiller 0. Der Postillion von Lonjumeau. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräger Straße. Mr. Wu. Thalia. Wenn der Frühling fommt. Theater an der Weidendammer 8 Uhr: Theater. Der Postillion von Lonjumeau. Schattiger Garten. H. Naumann. 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Juli, in Velten: Gr. Gewerkschaftsfest. Abends: Großes Brillant- Feuerwerk! Die Gewerkschafts- und Parteigenossen sind mit ihren werten Angehörigen zu diesem wahren Boltsfest freundlichst eingeladen. Borzüglicher Vorortverkehr ab Stettiner Vorortbahnhof. 287/ 7* Das Gewerkschaftskartell. 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Sommertheater, Urania' Wrangelstr. 11, Nähe Köpenicker Str. Täglich erstklass. Varietévorstellung Im Garten 2000, im Saal 900 Sigpläge Sonnabends Ball! und Sonntags: Saal für Vereinsbälle kostenlos. Admiralspalast. Eis- Arena. Berlins kühlster Aufenthalt, Abends Im Tangoklub" 9 Uhr: und ,, Die lustige Puppe". Bis 6 Uhr und ab 10% Uhr halbe Kassenpreise. Passage- Panoptikum. Lebend! Die letzten weiblichen Azteken! AGA die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. In jeratenteil verantw.; Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl �■192 i Ktilage des Dmsrts" Dellim Wlksblalt.- fMzmm Gewerkschaftliches. �Uebersozialismus/ Während die organisierte Arbeiterschaft auf ihrer Münchener Tagung eben erst wieder den Beweis erbracht hah daß sie gewillt ist, den Kampf um den Aufstieg ihrer Klasse zwar in stets bereiter Entschlossenheit, aber doch mit größter Sachlichkeit zu sühren, steht das scharfmacherische Unter- uehmcrtum anscheinend im Begriff, sich in der Vertretung seiner angemaßten Herrenrechte und in der Verdächtigung der sozialpolitischen Gesetzgebung zu überschlagen. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendein Vertreter der Arhcitgeberintcressen das Wort nimmt, um mit Uebertreibungen und Verdrehungen gegen die Aufsässigkeit und Begehrlichkeit der Arbeiter zu hetzen, und eben wird uns ein vertrauliches Zirkular bekannt, das in schriftlicher Form die gleiche Tendenz vertritt. Der Verein der Industriellen für den Regierungs- bezirk Köln hat seinen Mitgliedern ein Rundschreiben übersandt, dessen ausschließlicher Zweck darin besteht, gegen die Fortführung der Sozialpolitik scharf zu machen. In haß- erfülltem Tone wird zunächst über die harmlosen Tagungen des evangelisch- sozialen Kongresses und der kirchlich- sozialen Konferenz gescholten, in denen eine bedenkliche Hinneigung zum sozialen Radikalismus hervorgetreten sein soll und die sich so- gar„zu einer Sympathiekundgebung für die streikenden Arbeiter zuspitzten". Dann kommen die Herren von der Gesellschaft für soziale Reform an die Reihe und die„sonstigen Sozialreformer und Soziologen, die aus der Sozialpolitik einen förmlichen Beruf machen". Bei ihnen wird„höchst einseitige Voreingenommen- heit" und„sachunkundige Haltung gegenüber dem Unter- nehmertum" festgestellt, außerdem hatten sie sich erlaubt, gegen die Gelben Stellung zu nehmen. Aber dann wird man allgemeiner und— unverschämter. Die überaus dürftigen Reformen, die die sozialpolitische Gesetz- gebung der letzten Jahre uns gebracht hat, werden in Grund und Boden verurteilt. Dieser„Nebersozialismus. der nun schon seit Jahren im öffentlichen Leben Deutschlands vorherrscht", sei nicht nur ein Nachteil für das Wirtschafts- leben und eine Einengung des ausländischen Wettbewerbs, sondern er habe„notwendigerweise einen weitergehenden er- heblichen Nachteil für die Bildung des Volks- charakter s". Und dann kommt das alte Märchen von den gefährlichen Versichcrungsgesetzen, die die Arbeiter zur Simulation verführen und das Volk verweichlichen: „Das Pflichtgefühl der eigenen Fürsorge- tätigkeit wird fortschreitend verringert und an Stelle der Mannhaftigkeit tritt ein Feminismus im öffent- lichen Leben. Der alte Spruch:„Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gort" verliert an Geltung, obwohl er das einzig Richtige ist. So sehen wir als höchst unerfreuliche Folge der an sich berechtigten Sozialpolitik eine fortschreitende Verminderung des Pflichtgefühls und der Entsagungsfähig- ! e i t in weiten Kreisen des Volkes. Diese Richtung muß auch auf die Wahrhaftigkeit des Volkes schädlich einwirken. Es wächst ein schwächeres Geschlecht heran, das gegenüber den kräftigen und von der Sozialismusblässe nicht angekränkelten Völkern des Ostens uns schwer Nachteil bringen mutz. Ein Volk braucht Männer zur Aufrechterhaltung seiner politischen und nationalen Selbständigkeit. Mäuner, nicht Weiber. Unsere heutige Sozialpolitik führt aber not- wendigerweise zur Weiberherrschaft d. h. zu einer Herrschast von Grundsätzen im öffentlichen Leben, die nicht männ- lichen, sondern weiblichen Eigenschaften entsprechen..." Es hieße diesem Pamphlet zuviel Ehre antun, wollten wir uns um seine Widerlegung ernsthaft bemühen. Wir veröffentlichen es nur als ein Dokument für den unerträglichen Hochmut und das lviderliche Pharisäer- Kleines Feuilleton. Verbrecher? Abenteurer! Heiliger? Verbrecher! Kein Abenteurer! Die Hitze war am Mittwoch bekanntlich auf dem Gipfel. Die höchste Gradziffer ivurde in der Redaktion des„Berliner Tageblatts" er- reicht, und so kam es, daß sich in der Abendausgabe drei Ge» lehrte in die Haare gerieten. Es handelte sich um den sonderbaren Priester Nasputin, den fälschlich Totgesagten, dem man in der Eile gleich drei Nekrologe widmete. Aber die drei Klageweiber haben nngefähr fünf verschiedene Ansichten über den Mann produziert, und wenn Gott die Redaktion erleuchten sollte, daß sie sich auch mal eine eigene Meinung leistet, so ist das halbe Dutzend voll. Der erste jener Nekrologen kam auf der ersten Seite des Blattes zu der Ansicht, Nasputin sei„nicht der geborene Verbrecher, sondern nur der geborene Abenteurer" gewesen. Also Aben- teurer.(Genau merken, lieber Leser, sonst findest du nachher nicht durch.) Auf der� zweiten Seite konstatierte der zweite Leichenredner feierlich,„daß Rasputin kein Heiliger war, sondern ein Ver- b rech er". Also doch ein Verbrecher.(Aufgepaßt!) Auf der letzten Seite endlich trat noch schnell ein Dritter auf und stellte ausdrücklich fest:„RaSputin war kein Abenteurer". Hoffentlich klart sich die Frage nach dem Verbrechertum oder NichtVerbrechertum Rasputins mit der Zeit in den Gehirnen der.Tageblati"-Leute, damit sie, wenn der Mann einmal wirklich stirbt, mit einer endgültigen Meinung auf- warten können. Vielleicht avanciert Rasputin bis dahin noch höher: vom Verbrecher hat er es ja über den Abenteurer schon bis zum Nlchtabenteurer gebracht, dem(in jenem dritten Nekrolog) berciis die größten Verdienste um die Menschheil zugeschrieben werden. Denn damals, als schon das russische Mobilisierungsdekret unterzeichnet war, kam dieser„sibirische Bauer und wendete mit festvr in einem abgehackten farbigen Volksrussisch sich entladenden Predigt den Weltkrieg ab". So wird Geschichte gemacht! Das ist der«lligste von den drei Köpfen der Tageblatt-Klio. Fahrenheit. Vor zweihundert Jahren schuf Fahrenheit die erste Thermometerskala. Wir in Deutschland rechnen lange nicht mehr nach der von dem Danziger Kaufmannssohn und Physiker Fahren- heit festgesetzten Skala, sondern nach Celsius und Rsaumur. Wohl aber halten die Engländer und Amerikaner mit einer Zähigkeit ohnegleichen an der veralteten Fahrenheitschen Skala fest. In wisscnschafllichen Kreisen hat man sich schon längst auf die Celsius- Skala geeinigt, trotzdem bleiben bei uns noch viele aus alter Ge- wohnheit bei Rsaumur. Die Umrechnung von Röaumur-Graden in Celsius ist verhältnismäßig einfach: man braucht diese nur mit s/4 zu multiplizieren. Anders aber ist es mit dem Verhältnis zwischen Fahrenheit und Celsius. Fahrenheit setzte als Nullpunkt die tiefste zu seiner Zeit bekannte Temperatur fest, dw durch eine Mischung von Schnee und Salz erreicht wurde. Den Zwischenraum zwischen diesem Punlt tum, von dem die Beurteilung unserer sozialen Verhältnisse auf der Unternehmerseite getragen wird. Dieselben Leute, die hier in so verächtlicher Weise von der„Wciberherrschaft" reden, zu der eine Fortsetzung unserer Sozialpolitik notwendig führen müsse und die sich damit so sehr als Freunde einer starken Männlichkeit aufspielen, sind ja selbst viel zu feige, um sich in eine mannhafte Auseinandersetzung mit ihren Gegnern ein- zulassen. Die hier der Arbeiterschaft mit einem frommen Augenaufschlag zur Selbsthilfe raten, sind in Wahrheit die größten Feinde dieser Selbsthilfe und rufen jeden Tag vernehmlicher selb st nach der Staatshilfe, sie wimmern darum, die Regierun n möge ihnen zuliebe mit Staatsanwalt und Polizei die freie Arbeiterbewegung nieder- knütteln.„Es wächst ein schwächeres Geschlecht heran", zetern die Herren und suchen damit den Eindruck zu erwecken, als ob sie bis oben hin voll selbstloser Sorge um das Vaterland erfüllt wären: aber in demselben Atemzug wenden sie sich gegen das bißchen Sozialpolitik, das bis jetzt notdürftig eine größere Schwächung des Volkskörpers verhütet hat! Ob die Herren selber glauben, was sie schreiben? Die reichliche Verwendung von übertreibenden Kraftworten läßt nicht gerade darauf schließen, als ob sie von ihrer Sache wirklich überzeugt wären. Doch das merkwürdigste ist eigentlich, daß die mit solchen Rundschreiben bedachten Industriellen sich diese Stilübungen ihrer Sekretäre gefallen lassen. Oerlin und Umgegenö. Lohnbewegung der Kraftdroschkenfiihrer. Am Mittwoch fand eine Versammlung der streikenden Kraft- droschkenführer statt. Es herrschte eine rechte Kampfesstimmung unter den Streikenden. Bon allen Rednern wurde betont, daß der Kampf ausgefochten werden muß, zumal von Arbeitswilligen nicht gesprochen werden kann, da die winzige Zahl zum größten Teil herausgezogen sind. Durch das Vorgehen der Streikenden ist eine Mißmut unter den Arbeitgebern eingetreten. Diese spielen jetzt die Rolle des trauernden Lohgerbers, dem die Felle fortgeschwonimen sind. So werden der Streikleitung täglich Uebergrrffe von feiten einzelner Unternehmer gemeldet, die jeden Streikenden oder Streik- Posten sistieren lassen oder zur Anzeige bringen. Die Streikenden lassen sich deswegen aber nicht beirren, sondern halten sich in den gesetzlichen Rahmen und weichen jeder Provokation aus. Wieweit die Nervosität der Unternehmer gestiegen ist, geht aus folgendem Schreiben hervor: Berlin L 14, den 13. Juli 1S14. Herrn M. Durch Ihre persönliche Handlungsweise während des seiner- zeit bestehenden Streiks sind wir gezwungen. Ihnen mitzuteilen, daß es uns gelungen ist, festzustellen, dost Sie am 9. d. M. den Kraftdroschkenführer R., welcher im Betriebe des Herrn Schwandt tätig war, mit der Kraftdroschke I. A. 9938 an der Ausführung seines Berufes in Weißensee in der Nähe des Antonplatzes ge- waltfam verhinderten und zwar sich daran beteiligten, indem eine Gruppe Streikposten den Wagen umringten und den Fahrer auf» forderten, den Wagen sofort nach Hause zu fahren und die Tälig- keit in diesem Betriebe einzustellen. Der p. R. hierdurch ängstlich geworden, brachte die Droschke dann auch nach der Garage. Von Herrn Schwandt darauf veranlaßt, den Wagen wiedea in Betrieb zu setzen, folgte der Elftere demselben und am Antonplatz wiederholte sich die von R. geschilderte Szene nur mit dem Unterschied, daß, als Herr Schwandt an die Truppe der Streik-, Posten heranfuhr, unter denen auch Sie sich befanden und um Ausllärung ersuchte, Sie es für ratsamer hielten, sich zu ent- fernen., Ferner haben Sie am 12. dieses Monats in der Hufeland- straße zu Berlin den Fahrer der Kraftdroschke I.A. 8475 ebenfalls an der Ausführung seines Berufes verhindert, indem Sie von demselben den Fahrschein verlangten und ihm aufforderten, den Wagen nach Hause zu fahren und die Arbeit bei Herrn Schwandt einzustellen. Ein Zweifel in Ihrer Person kann nach den uns zur Ver- fügung stehenden Zeugen nicht bestehen. und dem Siedepunkt des Wassers teilte er in 189 Grad. Auf der Fahrenheitschen Skala ist der Nullpunkt, den Rsaumur und Celsius gemeinsam haben, bei 32 Grad. Man muß also, um Fahrenheit- Grade in Celsius-Grade umzurechnen, von den ersten die Zahl 32 abrechnen, und man hat dann die so erhaltene Summe mit hla zu multiplizieren. Dieses komplizierteste Rechenexenipel ist es, das der CelsiuS-Skala den Eingang in England und Amerika so sehr erschwert. Wie hoch kann der Mensch fliegen? Linnekogcls erstaunlicher Hochflug von 6579 Metern ist durch den noch erstaunlicheren Heinrich Oehlerichs mit 8199 Metern überboten worden. Vor fünf Jahren noch hielten es die Fachleute für ein Ding der Unmöglichkeit, 1999 Meter Höhe im Flugzeuge zu erreichen. Nun, die Motoren haben ein Tausend nach dem anderen überklettert, ohne arbeits- müde zu werden, auch die Flieger haben der Kälte und dem Sauer- stoffmangel mittels geeigneter Vorkehrungen siegreich getrotzt. Was ihnen sonst eine Grenze setzen könnte, ist die Erscheinung, die der Bergsteiger als Bergkrankheit bezeichnet, eine Lustdruck- crkrankung, die beim Fliegen allerdings erst in größerer Höhe als beim Wandern in den Bergen auftritt, weil der Flieger im Korbe des Ballons oder auf dem Sitze des Flugzeuges nicht die große körperliche Arbeit zu leisten hat. Nach einer Zusammenstellung des Stabsarztes Dr. Flemming treten die Luftdruckerkrankungcn ent- sprechend einer Druckberminderung auf 499 Millimeter oder weniger erst in der Höhe von 5999 Metern auf. Ganz ähnlich wie beim Bergsteigen sind ihre Erscheinungen: leichtes Herzklopfen stellt sich ein, man empfindet einen stechenden Kopfschmerz, es machen sich Störungen des Zentralnervensystems, Schläfrigkeit und Apathie, bemerkbar, man fühlt, wie man schwächer wird, schließlich beginnen die Gedanken sich zu verwirren, und allmählich tritt Be- wußtlosigkeit auf. Sivel und Croce-Spinelli starben, als sie 1875 eine Höhe von 7999 bis 8999 Metern erreichten, während der dritte Teilnehmer dieser Hochfahrt, Tissandier, mit dem Leben davonkam. Die Gefahr ist besonders groß, weil jene Erscheinungen unmerklich nacheinander einsetzen, so daß sie leicht übersehen werden können. Groß, der mit Berson zusammen im Luftballon die 8999-Meter- Grenze überschritt, berichtet von„bedrohlichen Erscheinungen" trotz dem Sauerstoff. In 8999 Meter Höhe kritzelte er in sein Fahrten- buch mit kaum leserlicher Handschrift:„Wir sind entsetzlich elend und schwach, aber noch vollkommen zurechnungsfähig; wir atmen Sauerstoff." Eine schlafartige Betäubung überfiel ihn. Süring, der mehrere Fahrten über 9999 Meter Höhe, darunter eine bis zu 19 599 Meter, gemacht hat, berichtete aus den größten Höhen von ganz ähnlichen Erscheinungen. Noch bei 9199 Meter war er fähig, zu beobachten, zu überlegen und zu schreiben; zu körperlicher Arbeit dagegen war er nicht mehr imstande. Die Anlage des Luftfahrers scheint auch eine gewisse Rolle zu spielen, denn Dr. Schlein ist am 5. Juli 1995 auf 7899 Meter aufgestiegen, ohne Sauerstoff zu ver- wenden. Süring meint, die äußerste Grenze, bis zu der man in einem offenen Ballonkorbe gelangen könne, sei 12 599 Meter. Für die Flieger im Flugzeuge liegen die Dinge natürlich etwas anders, und zwar ungünstiger: er darf nicht seine Spannkraft einbüßen, denn sonst ist der Absturz unvermeidlich, solange cS nicht ein Flug- Indem wir Ihnen diese Momente nochmals vor Augen führen, bemerken wir, daß wir Strafanzeige erstasten werden. Hochachtungsvoll Vekvand der Kraftdroschkonbesitzer-Vereine Groß-Berlins. O. Schultz«. KB. Bemerken-löollen wiv hierzu noch, daß SO? auch den Wagenwäscher, im Betriebe des Herrn Paul Schwandt, zwingeu wollten, die Arbeit niederzulegen. Der Chauffeur, der hier beschuldigt wird, hat mit der Sache gar nichts zu tun. Wunderlich ist es aber, daß der Verband der Kraftdroschkenführer erst noch ein ellenlanges Schreiben an ihn richtet, worin die Anzeige mitgeteilt wird. Bemerken wollen wir noch, daß der Herr Schwandt kürzlich zu den Streikende»: sagte: „Meine Herren I Alle Hochachtung vor Ihnen. Da muß>nan die Mütze abnehmen". Kurz nachdem soll Herr Schwankt aber den in Frage kommenden R. gesagt haben:„Fahren Sie die Streik- Posten über den Haufen". Und nun zum Schluß das Gewimmer in dem Schreiben. Von einer ruhigen besonnenen ZanchfeSweise kann wohl von feiten der Unternehmer nicht geredet werden. Wenn dieselben der Meinung sind, durch Arbeitswillige den Sieg an ihre Fahne heften zu können, dürften sie noch recht lange warten, trotz Hilfe der Polizei. Herr Direktor Sachse schreibt uns:/ Zu dem Artikel„Sauherdenton in der SÄchse-Op'er" möchte ich folgendes bemerken: Ich verwahre mich entschieden gegen die Unter» stellung, daß das technische Personal vo» mir gewohnheitsmäßig rigoros oder ungerecht behandelt wird. Es ist im Gegenteil jedes Entgegenkommen, das billigcrweise gewährt werden kann, den Arbeitern wiederholt bewiesen worden. Allerdings verlange ich ziemlich viel von meinem gesamten Personal; aber«ur im Dienst der Sache und im Interesse der Kunst. Der bedauerliche Vorfall an: 19. Juli ist auf folgende Ursachen, die in dem Artikel nicht wiedergegeben wurden, zurückzuführen: Die Prob« am 9. Juli zeigte noch so viel Verbesserungsmöglichreiten und Fehler in dekorativer Beziehung, daß am Tage der Vorstellung y'elbst,.also am 19. Juli vormittags, noch eine Probe angesetzt werden mnßbe. Ich leitete die Proben selber und sang zugleich die Partie deS Papageno. AuS diesem Grunde hatte ich das technische Personal ausdrücklich gebeten, möglichst aufzupassen, damit ich am Abend als Sänger nicht übermüdet wäre. Am Vormittag wurde mir mit- geteilt, daß ich die Probe infolge eines etektrischcn Kurzschlusses, der sich wohl hätte vermeiden lassen, nicht abhalten könne; ich solle zwei Stunden vor der Vorstellung die Dekoraiionsprobe abhalten. Daß dieser Umstand mich in einige Erregung versetzte, ist begreiflich, denn zwei Stunden vor einer Vorstellung, in der mau den Papageno zu singen hat, eine Dekorationsprobe abzuhalten, erfordert eineübermensch- liche Anstrengung. Trotzdem mutzte. ich es im Jiitcrcste der Sache tun. Während der Vorstellung mußte ich dann im ersten Akt in einer Szene, die meine Anwesenheit auf der Bühne erforderte, abgehen, um einen DekorationSsehler, den ich bemerkt hatte, abändern zu lassen. Ich mußte erst einige Zeit suchen, bevor ich jemand fand, der meine Anordnungen ausführen ließ. Es muß ausdrücklich bc- merkt werden, daß es sich um ein Verwhen handelte, das schon in den Proben gerügt worden war, und zu deren Vermeidung besondere Aufmerksamkeit empfohlen war-— Da nach Schluß deS Aktes keiner der Arbeiter es für nötig fagv, sich bei mir zu entschuldigen, ließ ich mich allerdings von meiner Erregung so iveit hinreißen, zu rufen:„Welcher Ochse hat dem: das verpfuscht?" Der Ausdruck,„legt doch die Arbeit nieder", ist nicht gebraucht worden, vielmehr sagte ich:„Erklären Sie doch, dckß- Sie'S nicht können", und zwar wollte ich die Erklärung haben, um der Direktion des Schillerthcatcrs gegenüber mit Rachdruck auf die äußerst mangelhaften technischen Einrichtungen der Bühne hin- weisen zu können.— Ich fühlte, wie sich infolge der tech- nischen Versehen auf der Bühne und der langen Probe meine Leistung als Darsteller des Papageno verschlechtert hatte. Die Kütikcr haben auch mit Recht fast eiystimmig weniger günstig geschrieben; der„Lokal-Anzeiger" betonte beispielsweise meine(wobl jetzt begreifliche) Zerstreutheit.' Meine überaus große Errogung ist unter den geschilderten Umständen aber wohl auch jedem d.en DillRjl sonst Fernstehenden erklärlich. Achtung, Damenschneider! Aus Marie nbad wird uns telegraphiert; In Marienbad sind sämtliche Damenschneider ausgesperrt. zeug mit automatischer Sicherheit gibt; zwischen 9999 und 19 999 Metern— so kann man aus verschiedenen Berichten über Ballon- hochfahrtcn schließen— treten regelmäßig, trotz der Sauerstoff- zufuhr, Bewußtseinstrübungen auf. Man kajjn daher die Frage, wie hoch der Mensch im Flugzeug fliegen kann, wohl fo bcant- Worten: die Höhen zwischen 7999 uyd 8999 Metern sind, wie die Tatsachen beweisen, kühnen Fliegern zugänggg; vielleicht findet sich auch der eine oder der andere, der Höhen zwischen 8999 und 9999 Metern erreicht, aber das Ucberwinden der 19 999-Meter-Grcnze scheint ausgeschlossen, falls cS nicht etwa gelingt, den Flieger her- metisch einzukapseln, wie es v. Schroetter den BällonfaHrern empfiehlt, die die bestehende Höchstleistung für Ballonhochfahrtcn überbieten wollen. Hundctaufcn. In bürgerlichen Zeitungen wird folgende Ein« ladung eines Pariser Ehepaares abgedruckt: „Herr und Frau... geben sich die Ehre, Herrn und Frau... aus Anlaß der Taufe ihres schottischen Schäferhundes Thanns zu einem Abendessen mit Musik und Tanz ganz ergebenst einzuladen." Wir beabsichtigen durchaus nicht, die Bedeutung derartiger Symptome zu überspannen oder gar die Bourgcoffic im allgemeinen für so barbarische Häßlichkeiten verantwortlich zu machen. Es wiest aber allerdings ein grelles Licht auf die kapitalistische Welt, daß die Hunde der Reichen mit Abendesscy, Musik und Tanz getauft werden, während Millionen von Proletarieckindern mit traurigen Augen an Unterernährung dahinsiechen. Wir sogen nicht:„Da habt ihr eure göttliche Weltordnung!" aber wir sagen allerdings:„Da habt ihr eine bissige Anmerkung unter dem Text dieser Ordnung, die ihr unter keinen Umständen vergessen solltet". Notizen. — Nietzsche als Buddhist? Nietzsches Werke werden jetzt ins Japanische übersetzt, angeblich um den Bnddhisinus gegen das Christentum zu stärken. In Wirklichkeit hat Nietzsche mit jenem ebensowenig wie mit diesem zu tun. — Ein Weltsprache- Kongreß findet vom 9. bis 19. September in Luxemburg statt, veranstaltet von den Anhängcru des Jdo. — Eine Etagenrose, über deren seltenes Vorkommen wir Mittwoch berichteten, zeigt Interessenten der Genosse Stöcke! in Britz, Aronsweg 6. — 179 990 M. Strafe für Bilderschmnggel. Tiepolos berühmte vier Meisterwerke, die einst den Palazzo Ncgr'otto in Genug schmückten und vor zwei Jahren aus Italien geschmuggelt Ivurdcn, haben nun den Gegenstand einer Gerichtsverhandlung in Genua gebildet. Die Familie Carter hotte die Werke seinerzeit unter der Hand für 249 999 M. erworben und bei der Ausfuhr mit nur 16 999 M. für das Werk deklariert. In Paris aber wurden die Bilder zu 899 999 M. angeboten! Die Angeklagte wurde zu ins- gesamt 179 999 M- Geldstrafe und zur Tragu»z sämtlicher Kosten verurteilt wegen Verstoß gegen das Gesetz, das die Ausfuhr von alten Kunstwerken aus Italien verbietet. Da die Unternehmer dersuchen, auswärts, namentlich in Berlin, Ersatz heranzuschaffen, sei vor Zuzug gewarnt. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck ersucht. Ucher die Aussperrung b»i der Firma Hirschfeld, Schmalzsiederei Weihensee, berichtet die unterzeichnete Kommission folgendes: Schon am 6. Juli versuchte die Organisationsleitung die Differenz auf gut- lichem Wege beizulegen, jedoch scheiterte der Versuch, da Herr Hirsch- seid dar Kommission die Türe wies. Um der Firma nochmals die Hand zum Frieden zu bieten, sprach die Organisationsleitung am 15. Juli, nochmals vor und ersuchte um Unterhandlung. Die Firma Hirschfcld wies die Vertreter der Organisation abermals ab und erklärte kurz folgendes:„Ich habe Ihnen schon das letztemal gesagt, dah ich jede Verhandlung mit Ihnen ablehne. Ich untersage Ihnen sden Verbandsvertretern) it och m als bei niir um Beilegung der Differenz vorzusprechen. Herr Hirschfeld will also keine friedliche Beilegung der durch ihn selbst hervor- gerufenen Differenzen. Wir sind sonnt durch die Handlungsweise der Firma Hirschfeld gezwungen, gegen sie mit allen gesetzlichen Mitteln vorzugehen. Die ausgesperrten Kollegen fühlen sich ganz wohl und leben auf, nachdem sie nun nach der jahrelangen ungeregelten Arbeit ein- mal frische Luft geniehen lönnen. Einer der Ausgesperrten erklärte, als er von eincni Freund gefragt wurde, ob er denn nicht mehr bei der Firma Hirschfeld arbeite: Ich arbeite nicht mehr dort. Ich bin jetzt hier, aber meine Knochen und meine Gesundheit habe ich in der Schmalzsiederei Hirschfeld gelassen. _ Die Tarifkommisston. Deutsches Reich. Die ausständigen Arbeiter der Liake-Hofmann-Werke in Breslau haben sich mit 3007 gegen 406 Stimmen für die Einstellung des Streiks erklärt. Die Arbeit wird binnen kurzem wieder aufgenommen werden._ Zur Gencralaussperrung in Solingen. Die mit Spannung erwartete.Entscheidung' ist nun gefallen. Die Hauptverianimlung des Verbandes der Solinger Fabrikanten- vereine, die am Dienstagabend stattfand, hat sich dem Beschluß des Arbeitgeberverbandes angeschlossen und einstimmig folgende Ent- schließung gefaht:„Die Hauptversammlung bevollmächtigt den Vor- stand deS ArbeitgeberverbandeS, die allgemeine Aussperrung in die Wege zu leiten, falls vorherige Verhandlungen im EinigungSamt der allgemeinen Vergleichskammer in allerkürzester Zeit nicht zu einer Einigung führen.' In dieser Verhandlung wurde von einer'.sofortigen AuSsperrimg Abstand genommen, da die zwischen den einzelnen Fachvereinen der Arbeiter und den Fabrikantenvereinen abgeschlosseneu Preis- Verzeichnisse und Verträge nicht obne weiteres aufgehoben werden könnten. Am Donnerstag sollte das EinigungSamt in der Vergleichskammer zusammentreten. Hier sollte die Unternehmerorgnnisation den Vertretern der Waffenarbeiter Vorschläge unterbreiten, von deren Annahme oder Ablehnung die sofortige Aussperrung abhängig sein wird.— In der gesamten Bürgerschaft herrscht größte Empörung gegen die Fabrikanten, die allein die Schuld an der Zuspitzung des nun 20 Wochen dauernden Kampfes tragen. Soviel steht jedoch fest, ein großer Teil der Fabrikanten wird sich an der Generalaussperrung nicht be- teiligen. Der Streik der Droschkenchauffeure in Köln. Die Unternehmer suchen in ganz Deutschland arbeitswillige Chauffeure anzuwerben. Die bürgerlichen Zeitungen, darunter in �.Köln auch der.Lokal-Anzeiger', offizielles Zentrumsblatt und PublikationSorgan der christlichen Gewerkschaften, bringen große Jnsetate, worin 150 Chauffeure gesucht werden. Auch will man, wie auS der Annonce ersichtlich. Chauffeurlehrlinge.gratis' aus- bilden. Für die Ausbildung ist scheinbar nichts zu zahlen, aber eine Kaution von 12b M. muß gestellt werden, die zugunsten deS Unter- nehmers verfällt, wenn der Lehrling nach abgelegter Prüfung nicht ein volles Jahr noch im Betriebe verbleibt. Er muß also unter allen Umständen, ganz gleich, wie die Lohn- und ArbeitSverhält- niste dort sind, im Betriebe verbleiben oder feine Kaution im Stiche lasten. Daß bei einem Streik die Aus- bildung rascher vonstatten geht, brauchen wir wohl nicht extra zu erwähnen. Der Zweck des ganzen ist, mit der Zeit durch»bige Praktiken einen Stamm williger Chauffeure zu erziehen, um sie als Lohndrücker zu gebrauchen. Besonderes Gewicht legt man auf Mechaniker, Schlosser, Dreher usw.— Die letzten Verhandlungen mit den Unternehmern haben bewiesen, daß man nicht gewillt ist, gutwillig den Chauffeuren auskömmliche Löhne zu geben. AIS die Verhandlungen wieder zu scheitern drohten, verzichteten im Interesse des Friedens die Chauffeure auf jede Lohnerhöhung und verlangten nur einen garantierten Lohn von 81 M. pro Woche ssieben Schichten). Aber auch das wurde abgeschlagen und so blieb nicht« anderes übrig, als die Arbeit einzustellen. Ja; man plante sogar noch Verschlechterungen. Anstatt wie bisher den neunten, wollte man jetzt nur den zehnten Tag freigeben. Während de« Urlaubs wurden bis jetzt pro Tag S,M) M. gezahlt. Jetzt bot man den Chauffeuren 1,90 M. an. Der Kampf wird ein harter werden, da hinter der„K. D. A.' die A. E. G. aus Berlin steht, die ja als Scharsmacherfirma unrühmlichst bekannt ist. Doch die Chauffeure nehmen den Kampf auf, sie müssen unbedingt einen besseren Lohn haben, um ihre Familien einigermaßen über Wasser halten zu können. Sie haben den Kampf nicht gewollt, er wurde ihnen aufgezwungen, sie werden ihn durchhakten. Laste sich also keiner verleiten, als Droschkenchauffeur in Köln Stellung anzunehmen. ES ist auH dafür Sorge zu tragen, daß so- genannte Chauffeurlehrlingc auf die Annoncen nicht hereinfallen, da diese doch ni�r gebraucht werden, um den um ihre Existenz ringenden Chauffeuren m den Rücken zu fallen. Der Streik auf den Rhcnaniawcrkcn in Mannheim wurde nach zchnwöchiger Dauer bedingungslos aufgegeben. Den Unter- nchmern gelang es in den letzten Wochen, Streikbrecher in ge- nügcnder Zahl, in der Hauptsache aus Belgien, heranzuziehen. Ruslanü. Ter Prozeß gegen den„Zeemansbond". Brüssel, IS. Juli.(Eig. Ber.) Der Monsterprozeß pegen die Organisation der Antwerpener Seeleute, über den wir kurzlich berichteten, geht im Zeichen weiterer Mastenvernrteilungen weiter. Sowohl der Sekretär Ivie der Präst- dent de« Zeemansbond haben noch weitere Geldstrafen und Frei- heitsstrafen in der Dauer von etlichen Monaten abbekommen. Alles in allem wurden bisher gegen 4 Jahre Gefängnis S42ö Frank Geldstrafen verhängt. Die Antwerpener Richter dürsten. Eine Studienreise nach dem Borinage. Brüssel, 14. Juli. sEig. Ber.) Den im Vorjahre von der Bildungszentrale für dieGe- werkschastsführer veranstalteten Studienreisen nach Deutsch- land folgt heuer ein ähnliches, wiederum den Zwecken sozialistischer Durch- und Fortbildung gewidmetes Unternehmen. Die diesmalige Smdienreise der von den Gewerkschaften be- stimmten Teilnehmer— meist Sekretäre— führt diese mitlen ins Kohlen- und Industrieland des Borinage. Diesen Donnerstag treten die 43 Genossen die Reise nach C n e S in e S an, die volle acht Tage beanspruchen wird. Das vielgestaltige Programm umfaßt Lorträge und Diskussionen, an die sich Besuche verschiedener in« bustrieller Unternehmungen(eines Walzwerks, eines Bergwerks, einer Glasbläserei usw. und der Besuch von gewerblichen Fach- und Kunstgewerbeschulen) und der berühmten»Arbeiter« niversität' in Char- t e r o'i anschließt. Das Bortragsprogramm nimmt Rücksicht auf alle Beziehungen des Gewerlschaftslebens. Unter anderem finden Vorträge statt über die christliche Gewcrlschastsbewegung, über die belgische Gewerkschaftsbewegung, über Minimatlöhne, über das Taylorsystem, über den kollektiven Arbeitsvertrag, über Gcwerk- schaftsverwaltung usw. Unter den Vortragenden befinden sich Richard Wolt auS Berlin, Mertens, der Sekretär der bei- giichen Gewerlschastskommission, und Deman, der Sekretär der Bildungszentrale, ferner De Broucksre, Vandsrvelde, Franz Fischer und D e w i n n e, beide Redakteure des„Peuple", der Bergarbeitersekretär Lombard u. a. Auch für Stunden der Rast und de? Vergnügens hat die Bildungszentrale gesorgt und auch dieies Programm der proletarischen Bildungstendenz entsprechend geformt, die die seelische Um« Weitung der Gesinnung durch die K u n st erstrebt. Ein Arbeiterpoet wird Volkspoesie vortragen, der sozialistische Schriftsteller P i s r a r d wird über M e u n i e r sprechen, dessen Werke in Lichtbildern vorgeführt werden, ein Mitglied der Brüsseler Konservatoriumskonzerte wird wallonische Volkslieder zum Vortrag bringen. Dazu wird es Spiele und Ausflüge geben.— Und mit neuem Wissen und neuer Freude werden die Gewerlschaftsleiter nach der Borinagewoche wieder an ihr Werk gehen. Streik der Bäckcreiangestcllten in Moskau. Vor einigen Tagen traten Angestellte der Moskauer Bäckereien in den Ausstand, der jetzt einen bedrohlichen Charakter annimmt. Keine Bäckerei jist mehr leistungsfähig und infolgedessen hat sich Brotmangel eingestellr. Die Bäckermeister kommen in Massen auf die Arbeitsbörse, um Arbeits« kräfie zu engagieren: aber alle Mühe. ist erfolglos, da die Bäcker- gesellen nicht Streikbrecher werden wollen. Man will Brot aus anderen Städten beziehen. Zranzöffsther Parteitag. Paris, 14. Juli.(Eig. Ber.) Der außerordentliche Parteitag wurde heute früh eröffnet. Den Vorsitz in der Morgensitzung führte Genosse Renaudel. Die Vertreter der Internationale hatten auf �er Estrade Platz genommen. Den Reigen der Begrüßungen eröffnet Genosse Ansecle als Delegierter des Internationalen Bureaus und der belgischen Partei. Er erinnert an da« 50 jährige Jubiläum der Internationale und spricht die Hoffnung aus, daß ihr vollendetes Jahrhundert die Ver- wirklichung der sozialistischen Ideen sehen werde. Er beglückwünscht die französischen Genosten zu ihren Wahlsiegen und organisatorischen Fortschritten. Genosse Plechanow begrüßt den Kongreß im Namen der russischen Sozialdemolratie. Er erhofft das Gelingen des Einigungswerks in Rußland, für das starke Kräfte tätig sind. V l i e g e n spricht für die Holländer. Smith für die B. S. P., Rub an o witsch für die russischen Sozialrevolutionäre. Er schildert gleich Plechanow die russischen Gefängniszustände und äußert seine Zuversicht in bezug auf die Einigung. Dr. Weilt(Eliaß-lothring."Landespartei):„Vor allen anderen nehmen die Elsaß-Lothringcr Anteil an Ihrer Arbeit. Die Geschichte unseres Landes hat tiefe Spuren in unserem Charakter zurück- gelassen. Wir besitzen Ihre Vorzüge und auch einige Ihrer— erfreulich wenigen— Fehler. Dazu gehören die Schwierigleiten, die sich unserer OrganisationSarbcit entgegenstellen. Aber Ihr letzter Wahlerfolg, Ihre andauernden Organisationserfolge zeigen, daß diese Schwierigkeiten nicht unüberwindlich find. Und es ist zum großen Teil auch Ihren Erfolgen zu danken, daß die elsässische Partei im letzten Jahr große Fortschritte gemacht hat. Von allen Fragen, die Sie auf diesem Kongreß behandeln werden, interessiert uns natürlich die elsässische am meisten. Sie kennen unsere Gefühle. Wohl erklärt die nationalistische Presse, wir hätten uns endgültig und ganz dem Reich zu eigen gegeben. Aber diese Erklärungen sind falsch. Wir würdigen die Bedeutung des nationalen Prinzips und wissen, daß die Internationale nur durch da« freie Einvernehmen frei konstituierter, autonomer Völler konstituiert werden kann. Wir Elsässer wollen vor allem den Frieden und wollen im Frieden unsere nationale Persönlichkeit aufrechterhalten. Deshalb fordern wir die Autonomie, die das Zusammenarbeiten aller Völker ermöglicht. Wenn die Internationale in Wien sich diesen Grundsatz zueigen machen und verlünden wird, wird sie zeigen, daß die Verwirklichung des dauernden Weltfriedens möglich und die deutsch-französische Annäherung kein Wahn, sondern lebendige Wirklichkeit ist.(Brausender, an- haltender Beifall.) Nachdem noch Bruce Glasier für die I. L. P. dem Kongreß seine Wünsche ausgesprochen und das ZivilisationSwcrk der Jnter- nationale gefeiert hat, spricht Genosse Renaudel. Er beglückwünscht die ausländische» Genossen zu ihren Fortschritten, beionderS im Kampf gegen den Militarismus und hebt namentlich die Tatsache hervor, daß nunmehr auch die kleinen Nasionen, wie Belgien und Holland, der Gefahren bewußt werden, die der Militarismus über alle Kulturländer bringt. Er stellt nun mit Befriedigung die Fortschritte der französischen Parteiorganisation fest, die in einem Jahr von 62 000 auf S0000 Mitglieder gestiegen ist und dem Hunderttausend entgegeneilt. Mit Freuden unterschreibt er WeillZ Erklärungen: Tie deutsch französische Annäherung ist die Kernfrage der europäischen Politik. Wenn der Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland aufgehoben sein wird, wird der Friede der Völker zur Wahrheit werden. Jeder Sieg einer sozialistischen Partei hat ein Ecko in der ganzen Internationale. Der Redner erinnert an den Ruf„Vive la France' des Genossen Wendel im Reichstag. Unser Herz und unser Denken fühlte sich damals erhoben und auf die Lippen trat uns ein „Hoch Deutschland Ein Hoch nicht auf das Deutschland der Junker. Militaristen und Kanitalisten, sondern auf das demokratische, sozialistische Deutsch- land, das die Lösung der elsaß-lothringischen Frage findet und so die Annäherung der Völker vorbereitet.(Stürmischer Beifall.) Nachmittagssitzung. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildet die Frage der LcbenSmitteltcucrung. Genosse Compere-Morcl referiert: Die Teuerung hat allgemeine und besondere Ursachen. Der Militarismus, die Mruerlasten, die Schutzzölle, die Landflucht, der Goldpreis— sie alle spielen zweifei- los eine Rolle, aber die Wurzel des Uebels ist das kapita« l i st i s ch e System selbst. Wir find ohnmächtig gegen Trusts und Kartelle. Erst die sozialistische Organisation der Wirffchast wird mit dem verderblichen Dualismus von Produzenten und Konsumenten aufräumen. DeSliniö»es, ein zu den GueSdisten gezählter Genosse, der aber hauptsächlich durch utopistische Schriften und ein phantastisches Projekt eines sozialistischen Experiments in Marokko bekannt geworden ist, hält eine radikal- schutzzöllnerische Rede. Ohne den Schutzzoll würde der Weinbau zugrunde gehen. Wir appellieren an die kleinen Grundbesitzer. Wie können wir das tun, wenn wir den Zoll bekämpfen. Nur der Kampf des Proletariats gegen das kapita- listische System selbst kann Hilfe bringen.(Beifall bei einem Teil der Delegierten.) Poisson bemängelt, daß man die Bedeutung des Genossen- schaftswesens zu wenig hervorgehoben habe. Der Wiener Kongreß muß sich darüber präzis aussprechen. Compsre-Morel hat uns nur die Tatsache der Teuerung geschildert, aber die Hauptarbeit des Kongresses muß es sein, nicht nur eine prinzipielle Resolution, sondern auch einen für die A k t i o n Anweisung gebenden Text zu beschließen- Es geht nicht an. das Problem wie DeSlinieres abzutun, indem man einfach den Kapitalismus als Schuldigen hinstellt. Der Kapi- talismus ist nicht nur durch feine Natur, fondem mich durch feine besonderen Wirkungen schuld an der Teuerung. Die Unordnung der Produktion liegt in seinem Wesen, daneben gibt es aber noch andere Ursachen, wie die Vermehrung der Goldproduktion.(RoldeS ruft: Wie ist denn die Steigerung des Bankzinsfußes zu erklären? Offenbar ist nicht zu viel, sondern zu wenig Gold da!") Poisson verweist auf eine mit seinen Anschauungen übereinstimmende Erklärmig dieses Phänomen« in der„Revue d'lsconomie Politraue'.— Weiter unterscheidet er zwischen der ungenügenden Produktion und der wucherischen Aufhäufung der Nahrungsmittel. Im schmarotzenden Handel finden wir den ausbeutenden KapitaliS- mus. Der Schutzzoll ist gefährlicher für die Produzenten wie für die Konsumenten. Wir müssen in unserer Resolution die Be- deutung der Gewerkschaften und besonder« die einer mächtigen genossenschaftlichen Aktion hervorheben(Lebhafter Beifall). Baillant: Neben den allgemeinen Ursachen hat die Teuerung sekundäre, besondere. Die Konsumzölle erhöhen den Preis des in- ländischen Produktes und der Bauer, der mehr konsumiert als er produziert, wird nun auch vom inländischen Großgrundbesitzer aus« gebeutet. Wir müssen zu einer Politik der Handelsverträge kommen, wie die deutschen und österreichischen Genossen sie formulieren. Otto Bauer bat diese Frage am gründlichsten studiert und feine Vorschläge sind einstweilen die besten. Die im Kapitalismus selbst gegebenen, der Kontrolle entzogenen Hauptursachcn der Teuerung werden fortfahren, zu wirken, Aber gegen die besonderen, sekundären Elemente können wir zweck- entsprechende Mittel anwenden. Adolf Braun z. B. hat die Kontrolle der Gewerkschaften über die Löhne und deren Regelung entsprechend den Lebensmittelpreisen vorgeschlagen. Gucsdc: Niemand— ich stelle das fest— hat bestritten, daß die Teuerung eine allgemeine, universelle Tatsache ist. Sie herrscht in protektonistischen wie in fteihändlerischen Ländwn; dort, wo Trusts vorhanden sind wie dort, wo sie fehlen: dort, wo das Genosten- schaftswesen ausgebildet ist— wie in Belgien, England u)td Deutsch- land— und dort, wo eS nicht besteht; dort, wo es keine kommunale Regie gibt und dort, wo sie zu einer Art nationalem Gesetz ge« worden ist. Daran« geht hervor, daß die Teuerung, wie auch ihre finanziellen Abwandlungen seien, dem Kapitalismus eigen ist. Und da sollen wir dem Proletariat die Kooperativen, die Regie, den Freihandel als Mittel empfehlen? Das gäbe ihm eine Illusion, die eine Enttäuschung zur Folge haben mußte. DaS wäre Charlatanis- muS.' Wir müssen dem Proletariat darlegen, daß es sich aller Mittel— auch der Genosienschaften bedienen mutz, um seine Be- freiung vorzubereiten. Aber die Resolution muß aussprechen, daß die Lösung dieses wie aller anderen sozialen Probleme nur in der Vernichtung deS Kapitalismus gegeben ist. Karthago muß zerstört werden. Nieder mit dem Kapitalismus I(Beifall bei einem Teil der Delegierten.) Eine Reihe von Rednern protestiert gegen GueSdeS Auffassungen. Barrion(Dep. Seine-et-Oife) meint, gerade, wenn man dem Prole- tariat sagte, eS sei nichts zu machen, wüvde man es entmutigen. Compdrc-Morcl, der die von der Föderation des Gard vorgelegte Resolution vertritt, verteidigt die Anschauungen GueSdeS, aber in Wendungen, die der Mehrheit Anlaß geben, ihm demonstrativ zu- zustimmen und zuzurufen, daß der ganze Kongreß darin einig sei, sich leine Illusionen über die kapitalistische Gesellschaft zu machen. Die Resolutionen über den Gegenstand werden der Kommission zu- gewiesen. Die Mandatprüfungskommission berichtet, daß 253 Delegierte anwesend sind, die 70 Föderationen vertreten und über 2903 Mandate verfügen. Nur 3 Föderationen mit 26 Mandaten sind nicht vertreten. ES wird noch die Frage der Arbeitslosigkeit diskutiert. Lcvy erstattet den Bericht. In der Debatte spricht Baillant. Auch die Alkoholfrage wird noch bebandelt und die Resolutionen der Kom- Mission überwiesen. Morgen beginnt der Kongreß die Debatte über den Imperialismus. » Die Debatte über üen Imperialismus. Paris, 16. Juli.(Privattelegramm des„Vorwärts".) n der Sitzung des Parteitages wurde zunächst über den mperialismus diskutiert. Die Debatte konzentrierte sich hauptsächlich auf das Amendement Keir Harine- Baillant über die Möglichkeit eines Generalstreiks beim Ausbruch eineS Krieges. Es sprachen Baillant, Rappa- Port, Jaurss und Sem bat, die den Präventiven Generalstreik für möglich erklärten. Außer den GueSdisten, für die Compöre-Morel und L c b a s sprachen, lehnten auch der Rcforniist V a r e n n e sowie Hervs das Amendement ab. Hervs erklärte einen Generalstreik auf Grund seiner Er- fahrungen für unmöglich. Ein Krieg wegen der Liquidation Oesterreichs sei unvermeidlich. Ein deutsch-französischcr Krieg lasse sich nur durch die Annäherung an Deutschland auf Grund vollständiger Aüfton om ie Elsaß- Lothringens vermeiden. Der Parteitag nahm mit 1690 gegen 1174 Stim- m e n eine Resolution an, die das Amendement Baillant insofern modifiziert, als sie den präventiven Charakter und die Gleichzeitigkeit des Generalstreiks betont, während der Passus über die Arbeitseinstellung in der Rüstungsindustrie fortgelassen wurde. Ferner nahm der Parteitag eine Reso- lution an, die die d e u t s ch- f r a n z ö s i s ch e Annähe- r u n g begrüßt, die in den Kundgebungen von Basel und Bern zutage getreten sei. Der Parteitag erklärte sich einverstanden mit den Kundgebungen der Elsässer gegen einen Revanchekrieg und mit dem Beschluß des Jenaer Partei- tags für die Autonomie Elsaß-Lothringo-ns. Wirtschaftliche kämpfe Ser Konsumvereine. Die genossenschaftliche Betätigung der Arbeiterklasse begegnet derselben erbitterten Bekämpfung durch ihre Gegner wie ihre poli- tischen und gewerkschaftlichen Bestrebungen. Die Abneigung der staatlichen Gewalten und der kapitalistisch interessierten Kreise gegen die Bestrebungen der Arbeiterklasse, sich im Rahmen der gegnwärtigen Gesellschaftsordnung einen größeren Anteil an den Konsumtionsgütern zu verschaffen, ist außerordent- lich kennzeichnend für die Konsequenz, mit der alle von der Arbeiter- klasse ausgehenden Bestrebungen verfolgt werden. Es ist aber nicht etwa die genossenschaftliche Betätigung an sich, die den kapitalistischen Kressen als verfemt gilt. Denn der genossen- schaftliche Zusammenschluß der Landwirte, der Händler und anderer wirtschaftlich selbständiger Personen begegnet keiner Hemmung und erfährt sogar vielfache Unterstützung und Förderung durch den Staat und sonstige öffentliche Körperschaften. Hartnäckigster Be- kämpfung begegnen nur der genossenschaftliche Zusammenschluß der Arbeiter, Angestellten und ähnlicher ab- h ä n g i g e r Schichten, die ihr karg bemessenes Einkommen durch den genossenschaftlichen Bezug von Bedürfnissen des täglichen Lebens ergiebiger gestalten wollen. Nicht in allen Ländern ist das der Fall. In England beispiels- weise haben die Konsumvereine sich im öffentlichen und Wirtschaft- lichen Leben durchgesetzt. Sie stehen mit allen Behörden aus bestem Fuße. Bei der Organisierung deS unentwickelten landwirtschaftlichen Genoss enschaftswes enS hat die Regierung stets mit den Kon- bmvereinen zusammengearbeitet. Dasselbe Verhältnis besteht gegenüber den örtlichen Behörden. Es gibt Konsumvereine Jn Großbritannien, die sämtliche Brotlieferungcn in der Stadt für Krankenhäuser und ähnliche Institute haben. Selbstverständlich denkt auch niemand an eine Sonderbejteuerung der Konsumvcreme, durch die man in Deutschland die EntWickelung künstlich zu hemmen sucht. In dem Jahresbericht de« Zentralverbandes deutscher Konsum- v»reine für 1913 findet sich ein außergewöhnlich reiches Matertal über die wirtschaftlichen Kämpfe der Konsumbereine mit ihren Gegnern. Unter den Gegnern der Konjumvereine stehen rüdständige Kleinhändler an erster Stelle. Immer noch begegnet man in solchen Kreisen der verkehrten Anschauung, daß die Konsumbereine die Hauptschuld tragen an der schlechten Lage dieses Berufes, während in Wirklichkeit das immer stärkere Eindringen des Kapitalismus in den Detailhandel durch Warenhäuser, Versandgeschäfte und die Maffenfilialbetriebe sowie die Ueberfüllung des Berufes und die scharfe Konkurrenz unter den Kleinhändlern selbst ihren Eristenzkampf so schwierig macht. Dagegen verschließt man die Augen und erwartet alles Heil von Umjaz- und Sondersteuern, Verbot des Beitritts der Beamten zu den Konsumvereinen und ähnlichen Maßnahmen. Auf demselben Niveau bewegt sich auch der Kampf der Rabattsparvereine, die auf ihrem vorjährigen Verbandstage in Würzburg in einer Entschließung aussprachen, daß fie in der Konsumvereinsbewegung nicht nur eine große Gefahr für den gewerblichen und kaufmännischen Mittelstand, sondern auch für das gesamte Staatswesen erbliden. Die Herren haben ein Preisausschreiben für die Abfaffung einer Broschüre zur Bekämpfung der Konsumvereine erlassen. 2000 M. find hierfür ausgesetzt. Auch den Unternehmern ist die schnelle Entwidelung der Konsumgenossenschaften necht unangenehm. In Mecklenburg haben, wie wir bereits vor Jahren mitteilten und der Jahresbericht bestätigt, einige Gutsbesizer ihren Arbeitern bei Strafe der Entlassung verboten, dem Konsumverein anzugehören. Fruchtlose Verbote! Industrielle Unternehmer haben Wert Konjumanstalten für die Arbeiter ihrer Betriebe gegründet, dabei ist aber selbstverständlich nicht der Gedanke entscheidend, den Arbeitern durch billige Lebensmittelversorgung zu helfen, sondern der Unternehmer will damit die Arbeiter an seinen Betrieb fesseln und eine Lohnforderung möglichst hintanhalten. Mit Recht betont deshalb der Jahresbericht, daß für die Konsumenten in dieser Lebensmittelverbilligung die Gefahr liege, die wirtschaftliche Abhängigkeit der Arbeiter als Produzenten zu erhöhen, in manchen Fällen auch die wenig erfreuliche Möglichkeit, die Wohltat der billigen Lebensmittelversorgung durch den Verzicht auf Erhöhung des Lohnes eintauschen zu müssen. Daß auch viele Handels- und Handwerkstammern die Konjumvereine befämpfen, zeugt dafür, wie einseitig und beschränkt diese Interessenvertretungen ihre Aufgabe auffassen. Auch die bürgerlichen Parteien sowie die Behörden stehen der Konjumvereinsbewegung feindlich gegenüber und nußen ihre Macht gegen sie aus. Vereinzelt findet die Konsumvereinsbewegung auch Anerkennung und zutreffende Würdigung ihrer Aufgabe. Der Jahresbericht zitiert eine Reihe solcher Aussprüche von Gelehrten und Intellektuellen. Ihre Bedeutung, so fachlich zutreffend diese Anerkennung auch ist, darf aber nicht überschätzt werden: an der Befämpfung der Konjumvereine durch Mittelständler und ihnen nahestehende Gruppen wird durch fie nichts geändert. Trog aller dieser Maßnahmen schreitet die Konsumvereinsbewegung, dank der Unterstügung, die sie durch die Arbeiter findet, riftig vorwärts. Jugendbewegung. ,, Arbeiter- Jugend". feidigt wurde. Der Beklagte Zschorlich war dom Schöffent- Bom Generalfommando Karlsruhe wurde verfügt, daß nach Aufgericht Berlin- Mitte megen Beleidigung zu 100 M. Geld- nahme eines Protokolls den beiden Offizieren die Rückreise frei ftra fe verurteilt worden und hatte gegen dieses Urteil Be- zugeben sei. Der Apparat wurde abmpntiert und wird per Fuhrrufung eingelegt. Ebenso hatte der Kläger Otto Ernst Be- werk nach Alt- Münsterol transportiert werden, während die beiden rufung eingelegt, um die Verurteilung des Beklagten zu einer Aviatifer noch gestern abend per Automobil nach Belfort zurück. höheren Strafe zu erwirken. fehrten. Es soll sich um Offiziere der Fliegerstation Besancon " L Kleine Notizen. Kurze Zeit nach den von Otto Ernst im Chorationsaal gehaltenen handeln, Vorträgen über Nietzsche erschien in der Feuilletonbeilage der " Post" unter der Spigmarke: Also sprach Appelschnut!" ein von dem Angeklagten verfaßter und unterzeichneter Artikel, der eine Der Fluglehrer Geigant, der am Dienstag auf dem Flugplatz sehr scharfe Kritik der Vorträge Otto Ernsts darstellte. Es heißt Görries durch Zusammenstoß seines Apparates mit dem des Leutu. a. in dem Artikel:„ Woher sich ausgerechnet dieser Prophet der nants von der Bühe einen Unglüdsfall erlitten hatte, ist an der er Mittelmäßigkeit die Berechtigung entlieb, über Nicksche und gar littenen Gehirnerschütterung gestorben. Er hatte seit dem Unfall gegen Nietzsche zu sprechen, woher er die Kraft nahm, die Tafeln das Bewußtsein nicht wiedererlangt. Barathustras zu zerbrechen und die neue Moral des Weisen von Bei einem Brande des Landgerichtsgebäudes in Düsseldorf sind Sils- Maria in sechs Vortragsstunden im Choralionsaal ein für wertvolle Aftenvorräte ein Raub der Flammen geworden. Es allemal und unwiderruflich zum letzten Male zu vernichter, dar heißt, daß unerfehliche historische Akten der Grafschaft Berg und über werden sich die Otto Ernst- Philologen der Zukunft den Kopf des späteren Herzogtums Berg vernichtet worden sind. Rach zergrübeln." In dem Artikel wird ferner gesagt, daß Otto Ernst, 2% stündigem Bemühen der gesamten Feuerwehr gelang es endlich, so wie er Nietzsche dargestellt habe, eine" freche Fälschung" be- das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Das Feuer ist wahr gangen habe. Er führt weiter aus, daß er es ablehnen müsse, scheinlich durch Fahrlässigkeit entstanden. mit einem literarischen Torero zum Kampfe anzutreten, der philosophischen Fragen mit feilen Fechterkunststüdchen zuleibe geht. der Baffus:" Daß die Entrüftung über die Vorträge des PrivatIn den Urteilsgründen des Schöffengerichts befindet sich u. a. tlägers in weitesten Kreisen der gebildeten Bevölkerung eine sehr große war, ist gerichtsnotorisch." Vom Blizz erschlagen. In der Eifel gingen gestern sehr schwere Gewitter nieder. Zwei Männer und ein junges Mädchen wurden vom Blik erschlagen. Verheerendes Feuer. Die Räumlichkeiten der Spiers Pont in London sind von einer verheerenden Feuersbrunst vollkommen eingeäschert worden. 170 Feuerwehrleute arbeiteten an der Lokalisierung des Feuers, aber erfolglos. Der Schaden beträgt über er den Schatz des§ 193 für sich in Anspruch nehmen müsse und 1 Million Mart. In der gestrigen Verhandlung erklärte der Privatbeklagte, daß freigesprochen werden wolle. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß hier von einer„ frechen Fälschung" gesprochen worden sei und in Tiflis und raubte 13 000 Rubel. Die zu Hilfe erschienene Polizei Eine Räuberbande überfiel die Kreditanstalt der Stadt Gori sich eine Kritik doch auch mit einer gewissen Vornehmheit bewert- erschoß zwei der Räuber und nahm ihnen das Geld ab. Auf seiten ftelligen lasse. Otto Ernst wandte sich in erster Linie gegen den der Polizei murden vier Mann verwundet. obenerwähnten Baffus in dem Schöffengerichtsurteil. Er jei bereit, den Beweis dafür zu erbringen, daß biele hochstehende Persönlich feiten seine Meinung über Nietzsche völlig teilen und daß viele Berliner und auswärtige Zeitungen sich über seine Vorträge durchaus anerkennend geäußert hätten. Der Beklagte erklärte, daß er jest, nachdem er den Artikel lange Zeit nicht zu Gesicht bekommen habe und er ihm jezt vorgelesen worden sei, selbst sagen müsse, daß er nicht sehr geschmackvoll sei, treffend erscheine er ihm jedoch heute noch nicht. Nach längeren Plaidoyers der Rechtsanwälte Dr. Goldbaum und Dr. Fürle kam das Gericht zur Verwerfung der beiderseitigen Berufungen mit der Begründung, daß der Artikel über den Rahnen einer zulässigen Kritik hinausgehe und die Absicht einer person lichen Kräntung erkennen lasse. Aus aller Welt. Hundstagsgeschichten. $ 1203 Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 2indenstraße 69, vorn bier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabends, von 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Avonnementsquittung beigefügt ist, ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort werben nicht beantwortet. Ellige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Otto. Köpenider Straße 68. M. H. 100. Benden Sie sich an K. Sozialdemokratischer Wahlverein Tischler- Verein Bezirk N. zu Berlin. E. B. a. G.: Sonnabend, den 18. Juli, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus Engelufer 15: den Deutschen Schulschiffsverein in Bremen oder an den Berein Seefahrt in Hamburg, Navigationsschule. Jahre. A. K. 5. 1. Lüben t./Schl. 2. Dret 10 bis 1 Uhr vorA. R. 64. Rotes Kreuz, Friedrichstr. 207. mittags. R. C. 36. Universität Frauenllinit, Berlin, Artillerieſtr. 18, wochentags von 10-11 Uhr. G. 2. 1. Dies gilt nur für Charlotten burg. M. O. 100. Verlag des Wegweiser, Bimmerstr. 9. S. 100. Das erfahren Sie bei Rudolf Mosse, Annoncenegpedition, Jerusalemer Straße. Emma. Stiftungsdeputation des Magistrats, Berlin, Poststr. 16. Franz 2505. 1. Nein. 2. Ja. 3. Erfahren Sie in einer Fruchtsaftpresserei. C. R. 190. Davon sind wir leider nicht unterrichtet... 149. Der Deutsche Metallarbeiterverband, Berlin, Die große sommerliche Size ist der Denttätigkeit nicht auträg Binienste. 83/85, dürfte Ihnen fachgemäße Ausunft erteilen. O. Nein. lich. Vieles Denken verursacht einen heißen Kopf, macht die Men- 100. Ja. H. G., Hahnau. Der Ueberschuß wird unter Berück schen also noch heißer, und so strengt sich niemand gern in der sichtigung der Gesamtleiſtung berechnet. Wenden Sie sich an das Verheißen Zeit mit dieser sonst sehr nüßlichen Tätigkeit übermäßig von mehr als 125 M. monatlich bezi. 28,85 m. wöchentlich haben. 3. Ja, O. Pf. 87. 1. Ja. 2. Soweit Sie ein Einkommen ficherungsamt. Die soeben erschienene Nr. 15 des sechsten Jahrgangs hat u. a. an. Damit wird die Grundlage für die Hundtagsgeschichten ge- sobald ein Urteil vorliegt. A. 2. Ja. G. 23. 333. Falls die folgenden Inhalt: Ein Arbeiterparlament. Bon A. Ellinger. schaffen, die zu jeder anderen Zeit viel weniger Gläubige finden Frist noch nicht verst richen ist, fann reflamiert werden. A. B. 24. Nur Wir Jungen an die Alten. Gedicht von Kurt Hängeforb. Eine würden als jest. Da es in Amerika noch heißer ist als bei uns, Sie Ihre Behauptung auch beweisen fönnen. dann, wenn die Krankheit zur Zeit der Verehelichung noch bestand und Ferienreise. Von Hammersdorff. Der Kampf um die Fabrik so schießen dort die Hundstagsgeschichten viel üppiger ins Kraut Erachtens ja. 2. Im Beschwerdewe ge; die Beschwerde ist zunächst beim J. R. 11. 1. Unseres ordnung. Von Gustav Hoch. Von den Nieren. II. Von A. Lip- als in Europa; die meisten der abenteuerlichen und ungeheuerlichen Bersicherungsamt Neukölln anzubringen. Gegen einen abweisenden Be schütz.( Mit Abbildungen.)- Jungdeutschland( Bild). Wer hat Wer hat Geschichten, die gerade in den Sundstagen verbreitet werden, find fcheib ist weitere Beschwerde bein Oberversicherungsamt Charlottenburg, Jugendpflege nötig? Aus der Jugendbewegung. Die Gegner Berliner Straße 11, zulässig. F. W. 9. Sie befinden sich im Irrtum. an der Arbeit. Vom Kriegsschauplatz. Fremdwörter. Bolts. amerikanischen Ursprungs. Jm vorigen Jahre tam in dieser lieder. sommerlichen Zeit aus Amerita die Kunde zu uns, daß es einem Beilage: Frige( Schluß). Vom Ursprung der Religion. einfachen Gärtner Howard S. Hill in Worcester( Massachusetts) Bon D. Jenssen. Dort wie hier. Gedicht von Hoffmann gelungen sei, eine ganz neue Frucht, eine Kreuzung von Gurke von Fallersleben. Die Mecklenburgische Seenplatte. Bon 2. 2. und Apfelfine, die Gurkenapfelfine, zustande zu bringen. f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. ( Mit Abbildungen). Gehen wir einer neuen Eiszeit entgegen? Da es in diesem Jahre in Amerika noch heißer ist als im vorigen Von Gg. Engelbert Graf. 8'Lääm. Von Betty Scherz. Bücher für die Jugend. Ursache und Wirkung. Die Fliegen bleiben, daß es einem amerikanischen Forscher gelungen sei, das Jahre, so wird vielleicht in diesem Jahre die Meldung nicht ausund die Spinnen. Gedicht von Ludwig Anzengruber. Wanzen- Glühwürmchen zu züchten. Was würde die Menschheit an den Kosten der Nachtbeleuchtung ersparen fönnen, wenn diese Kreuzung endlich gelänge. Jm vorigen Jahre war der mächtige, foeben vom Stapel gelassene Dampfer Jmperator" der HamburgAmerita- Linie an der Reihe, der auch den Amerikanern gewaltig imponiert hat. Amerikanische Blätter erzählten ganz ernsthaft ihren Lesern, daß sich für Fahrten in die Tropen in jeder Kabine des Dampfers Kühlvorrichtungen befänden. Als diese erprobt wurden, habe ein Arbeiter sich in einer Kabine, deren kühlvorrichtung aus Versehen nicht abgestellt worden war, zum Schlafen niedergelegt. Man habe den Bebauernswerten gang steif gefroren aufgefunden, so daß er nur mühsam im Krematorium des Schiffes aufgetaut werden konnte. Was für Geschichten werden die Der Amtsrat Diekmann in Heimburg, der Führer des Bundes amerikanischen Blätter ihren Lesern in diesem Jahre über die ber Landwirte im Herzogtum Braunschweig, hatte gegen einen„ Vaterland" und den„ Bismard" auftischen? Fast in jedem Jahre Gastwirt Müller ein obfiegendes Urteil erstritten, nach dem Müller kehrt die hustende Pflanze wieder, die einen Gelehrten, der zu bulben hatte, daß eine Wasserleitung durch sein Grundstück eine unbekannte Wildnis burchstreifte, burch hustenbe Zone u te geführt wird. Der Amtsrat machte sich nun gleich selbst zum Eristenz aufmerksam gemacht haben soll. Zur Abwechselung war Hollstreder des Urteils. Er schickte drei seiner Leute auf das Grundstück des Müller, um mit den Arbeiten zu beginnen. Der im letzten Jahre sogar von einer explodierenden Orchidee Amtsrat, mit Jagdgewehr und Stock bewaffnet, dirigierte die die Rede, die unter den Erscheinungen einer richtigen Explosion ganze gesetzwidrige Aktion. Die Frau des Müller verwehrte den ihre Blüte entfaltet habe. Leuten den Eintritt in den umfriedigten Besitz. Mit den Worten: ,, Mir hat keine Polizei und kein Gericht etwas zu sagen" tommandierte der Amtsrat: „ Druff!" Gerichtszeitung. Der Amtsrat auf der Anklagebank. Welche nachsichtige Behandlung Agrarier durch Gerichte erfahren und wie Agrarier, die sich strafbar gemacht haben, freigesprochen werden, weil sie in Notwehr gehandelt zu haben glaubten oder weil ihnen das Bewußtsein der Rechtswidrig feit fehlte, haben wir in Fällen aus der Gerichtspraxis oft Cargelegt. Die meisten Fälle betrafen Ostelbien, der nach stehende bezieht sich auf Braunschweig. In jedem Jahre gelangt aber mit einer Regelmäßigkeit, die ihresgleichen sucht, aus Amerika zu uns die Nachricht von der unerhörten Ausdauer, die ein Klavierspieler an den Tag gelegt habe. Am Mittwoch, den 15. Juli, verstarb unser Genoffe, der Schant wirt Paul Thier Lothringer Str. 30, Bez. 489. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 18. Juli, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Herz- Jefu Kirchhofes, Weißenfee, Wörthstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- Frauenteiden Blutuntersuchung. Schnelle, sichere störung. Teilzahlung. Ehrlion- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). schmerzlose Heilung ohne BerufsSpr. vorm. 9-8 ab.. Sonnt. 9-11 * General- Versammlung. 1. Bericht vom 2. Duartal. 2. Erledigung der Anträge. 3. Verschiedenes. Billettausgabe zur Dampferpartie. Sonntag, den 23. August: Musik Dampferpartie mit nach Müggelheim Sportshaus Zur gr. Krampe". Gäste Billett 1.25 Mt. Kinder frei. 287/8 Der Vorstand. Blumen- und Kranzbinderei Paul Krüger Brunnenstr. 63. Tel. Norden 2394. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Im Jahre 1912 soll es ein 28jähriger Künstler in Amerika auf eine Verwaltungsstelle Berlin. N 54, finienftr. 83-85. Und sie gingen druff! Der Inspektor stieß die Frau zur Seite ununterbrochene Spieldauer von 74 Stunden gebracht haben; im und der Amtsrat mißhandelte die Frau mit seinem Stod. Die vorigen Sommer, der nicht so heiß war, wurde nur über eine Frau lag an den Folgen dieser Mißhandlungen längere Zeit trant. Höchstleistung von 36 Stunden berichtet. Die Hitze dehnt offenbar Auf den Sohn der Frau hatte der Amtsrat das Gewehr angelegt nicht nur die Körper, sondern auch die Stundenleistungen im und beim Zuschlagen seinen Stock an dessen Schaufel zertrümmert. Klavierspiel aus. Man darf darauf gespannt sein, auf wieviel Der Amtsrat und seine Leute kamen vor die Strafkammer in Stunden es ein amerikanischer Klavierspieler in diesem Sommer Blankenburg. Angeklagt waren sie nicht wegen Landfriedensbruchs, sondern nur wegen qualifizierten Hausfriedensbruchs und bringen wird. gefährlicher Körperverlegung. Das Gericht beschloß auf Antrag des Verteidigers, die Sache wegen Hausfriedensbruchs getrennt Soldaten- Selbstmord. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 1hr. Sonntag, den 19. Juli 1914, vormittags 10 Uhr Branchen- Versammlung. der Emaillierer von Berlin und Umgegend im ,, Gewerkschaftshaus", Engelufer 15, Saal 1. Tagesordnung: von der Körperverlegung zu verhandeln. Nach längerer Ver- Am Dienstag wurde zwischen der Pionierbadeanstalt und der handlung sprach dann das Gericht den Amtsrat mitsamt seinen Ge- Eisenbahnbrücke bei Magdeburg im rechten Flußbett der Stromnoffen frei. Es ließ dahingestellt", ob objektiv ein Hausfriedens- elbe die Leiche des Musketiers Brenne de von der 10. Kombruch vorlag. Jedenfalls aber habe dem Angeklagten das Bewußt- pagnie des 26. Infanterie- Regiments( Magdeburg) mit gefnebelten 1. Branchenangelegenheiten. 2. Stellungnahme zu der Vereinbarung fein, rechtswidrig zu handeln, gefehlt. Händen aufgefunden. Der Mann hatte den Heimaturlaub über- in der Emaillebranche. 3. Diskussion. 4. Berschiedenes und Anträge. Das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit" habe dem Amts- schritten und war vor das Kriegsgericht der 7. Division wegen einer Zu der Versammlung haben unbedingt sämtliche Kollegen und Kolle rat gefehlt, heißt: er habe die rechtliche Tragweite seiner Diebstahlsangelegenheit in der Zitadelle vorgeladen. Man nimmt ginnen der Emaillebranche zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Handlung nicht übersehen können, oder aus dem Juristen- an, er sei an den Diebstählen beteiligt gewesen und aus Angst vor 122/4 deutsch übersetzt: er sei bei der Beurteilung der Rechtslage so Strafe in den Tod gegangen. dumm wie ein unzurechnungsfähiges Kind gewesen. Für wahr: Dummheit ist eine Gottesgabe. Sonderbar, daß sie fich nur dann bei Amtsräten, Agrariern und Beamten einstellt, wenn sie eine strafbare Handlung begehen. Proletariern gegenüber heißt es: Unkenntnis schützt vor Strafe nicht. Kritik oder Beleidigung? Verflogen. Gestern vormittag um 9 Uhr ging bei Sirafelden im Oberelfag ein franzöfifches Flugzeug, geführt von Leutnant retard vom 171. Infanterieregiment in Belfort und mit Kapitän Moguet Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. als Beobachter an Vord, nieder. Die Flieger erklärten, gefſtern früh Achtung! Bautischler. Achtung! von Belfort nach Montbéliard geflogen zu sein. Auf der Rückreise hätten sie sich, verführt durch den Schwarzwald, den sie für die Die Nietzsche- Vorträge Otto Ernsts bildeten gestern Vogesen gehalten hätten, verirrt. Sobald sie Gewißheit über ihren Montag, den 20. Juli 1914, abends 8 Uhr: den Gegenstand einer Beleidigungsklage vor der dritten Irrtum gehabt hätten, ſeien fie niedergegangen. Tatsächlich haben Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1. Tagesordnung: Ferienstraffammer des Landgerichts II unter Vorsiz sich auch die Flieger sofort nach der Landung nach der Bürgerdes Landgerichtsdirektors Dr. Bruhns. Als Kläger meisterei und dem Gendarmen erkundigt. Der Kreisdirektor, der trat Otto Ernst, vertreten von Rechtsanwalt Wenzel Staatsanwalt' und ein Offizier der Fliegerabteilung von Freiburg Goldbaum, gegen den Redakteur der" Post", Paul( Baden) waren bald zur Stelle. Die Flieger fanden höfliche Auf- tönnen wir dieselben beseitigen. Referent Kollege Norgall. 2. Diskussion. Bicherlich, auf, der von Rechtsanwalt Dr. Fürle ver- nahme und wurden vom Kreisdirektor zum Frühstück geladen. 13. Verbandsangelegenheiten.[ 90/11] 1. Die gegenwärtigen Zustände in der Bautischlerbranche und wie Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 776 b. Am Dienstag, den 14. Juli, verstarb unser Genosse, Restaurateur der Karl Klaue Transvaalstr 17. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 18. Juli, nachmittags 13 Uhr, von der Leichenhalle des Philippus Apostel- Kirchhofes, Müllerstraße, Ede Seestraße, aus statt. 229/10 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinenarbeiter Friedrich Köhler Manteuffelstr. 97, im Alter von storben ist. 50 Jahren ge Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 17. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes, Neukölln, Hermannstraße, aus statt. 90/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinder-Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Unseren Mitgliedern zur traurigen Nachricht, daß unser Mits glied, die Buchbinderei- Arbeiterin Elise Hopfe plötzlich verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. Juli, bormittags 1212 Uhr, von der Leichenhalle des Kreuz Kirchhofes, Mariendorf, Eisenacher Straße aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 24/5 Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin, Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Karl Klatt Transvaalstr. 17, Bezirk I verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, 18. Jult, nachmittags 2 Uhr, von der Halle Philipp- Apostel- Kirchhofs, Müllerstraße 44/45, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 74/18 des Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschtenautoführer Max Specht bon der Firma Groß, Quißowstraße, im Alter von 41 Jahren berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 18. d. M., nachmittags 3 Uhr, im Krematorium, Gerichtstraße statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeitstutscher Albert Schultze von der Firma Bollad, Quizowstraße, am 14. d. M. im Alter von 47 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. d. M., nachmittags 33/4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhojes in der Seestraße aus statt. Um rege Beteiligung wird er sucht. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Chauffeur Bruno Gehrmann von der Firma Müller, Hannoverschestr. 5, am 15. d. M., im Alter von 32 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 18. d. M., nach: mittags 4 1hr, von der Leichenballe des Nordwest- Friedhofes in Stahnsdorf aus statt. Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener am Heinrich Schubert bon der Firma Auer, 12. ds. Mts., im Alter von 53 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 66/19 Die Bezirksverwaltung. Am Donnerstag, früh 21 Uhr, entschlief nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der frühere Gastwirt August Schulze im 66. Lebensjahre. 117 Um stilles Beileid bitten Ernestine Schulze und Kinder, Adolfstr. 19. Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 4/2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes, Müllerstraße, Ede See straße, aus statt. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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Juli, nachmittags 334 Uhr, auf dem FriedensKirchhof( Nordend) statt. Um rege Beteiligung bittet 50/7 Der Voritand. Nachruf! Montag, den 13. Juli, verstarb plößlich und unerwartet unser hochverehrter Chef Gustav Gerson im 53. Lebensjahre. 27115 Ehre seinem Andenken! Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Kammfabrik Gustav Gerson, Neuenburger Straße 37. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei der Beerdigung unseres einzigen Sohnes Richard Hinz sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dant. 94/4 Berlin, den 16. Juli 1914. Hermann Hinz und Frau Anna geb. Kirchbach. Danksagung. Für die überaus zahlreiche Tei! nahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich allen Teilnehmern meinen beste: Dank. 1032 Wilhelm Kleinschmidt nebst Kindern. Geffentliche politische Versammlungen. Schiffseigner, Boots- und Steuerleute, Heizer und Maschinisten. Sonntag, den 19. Juli 1914, nachmittags 4 Uhr, im Lokal von Kottke, Berlin, Fischerstraße 25, in der Nähe der Mühlendammschleuse, an der Fischerbrücke: Große öffentliche Schiffer- Versammlung. Tagesordnung: Die Intereffen der Schiffer und die Schifferschulen Referent: Schriftsteller Joachim Klüß. 200/1 Freie Aussprache. Der Einberufer: Justin Braun, Neukölln, Jdealpaffage 18, III. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirk Groß- Berlin. Sektion 5, Induftriearbeiter. Achtung! Achtung! Kollegen der Sektion 5, Industriearbeiter! Sonntag, den 19. Juli, vormittags 9 Uhr, bei Ballschmieder, Badstraße 16: Sektions- Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht vom ersten Halbjahr 1914 und Agitationskassenbericht. 2. Berichterstattung vom Verbandstage und die Beitragsfrage. 3. Anträge und Verschiedenes. Zutritt zu der Versammlung ist nur Mitgliedern gestattet, die im Besitze von Verbandsbüchern find. Wer länger als 8 Wochen mit den Beiträgen im Rückftande ift, erhält keinen Einlaẞ. 66/18 Danksagung. Die Sektionsleitung. J. A.: Karl Fromte. Spezialarzt für Haut-, Harn-, Geschlechts-, Frauenleiden. Dr. Stoffels, Leipziger Str. 103, Ede Friedrichstr. Spr. 12-7. Sonnt. 11-1. Für die herzliche Teilnahme und Schnelle, sichere. schmerzlose Behandlg. der akuten u. chronischen Gonorrhoe Kranzspenden bei der Beerdigung und der Syphilis, ohne Berufsstörung. Ehrlich- Hata- Kuren( Dauer 10 Tage). unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers sagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, dem Zentralverein der Bildhauer, den Tapezierern der Firma Dittmar herzlichsten Dant. Familie Diedrichkeit. 53A Wo? Kleine Anzeigen Monatsanzüge und Sommer- Monatsgarderobe lohnt nur bei ulfter von 5 Mart jowie hojen| Max Weiß, 88, Große Frankfurter Don 1,50, Bebrodanzüge von 12,00, ftrage 88, altbekannte Firma, zu Frads von 2,50, sowie für forpulente faujen. Man wird reell und billig bes Figuren. 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Zur Vorbereitung zum Kinder- fest treffen sich die Genossinnen sowie die mitwirkenden Kinder für den Stadtteil Südost am Mittwoch, den 22. und Freitag, den 24. Juli, nachmittags ö Uhr, im Lokal.Südost", Waldemarstr. 75, und für den Stadtteil Osten am Donners- tag, den 30. Juli, und Dienstag, den 4. August, nach- mitlags ö Uhr, in den Konzert- und Festsälen von O b i g l o, K o p p e n st r. 29. Fünfler Kreis, zweite Abteilung. Sonntag, den 19. Juli: Familienausflug nach Köpenick— Ravensteiner Mühle. Treffpunkt: VzL Uhr an der Berolina. Für Nachzügler: Ravensteiner Mühle. 5. Wahlkreis, 3. Abteilung. Sonntag, den 19. Juli: Ans- flug nach Köpenick. Treffpunkt morgens 9 Uhr auf dem Alexander- Platz sBerolina); Nachzügler vis 1 Uhr: Restaurant Pferdebucht. Tie Jugendscktion des Ostens veranstaltet am Sonntag, den 19. Juli, eine Wanderung nach Melchow, Nonnenfliest, Schwärze. Fahrpreis 1,59 M. Treffpunkt: 3/4G Uhr Slettiner Bahnhof(Milch- halle). Abfahrt 5.53 Uhr. Proviant ist mitzubringen. 5. Kreis. Für die jugendlichen Mitglieder der Gruppe Wedding und Oranienburger Vorstadt findet am Sonntag, den 19. Juli eine Wanderung nach Melchow— Nonnenfliesz�Schwärze— Melchow statt. Treffpunkt: Stetliner Bahnhof(Normaluhr) 3/46 Uhr. Abfahrt deS Zuges ö33 Uhr. Bahnhos Gesundbrunnen, Eingang Badstratze 3 Uhr, Abfahrt des Zuges 5� Uhr. Sonntagsfahrkarte lösen bis Melchow, hin und zurück 1,59 M.— Proviant und Badezeug mitbringen. Achtung! Westliche Vororte! Heute Freitag, den 17. Juli, abends Uhr, findet im „Birkenwäldchen" in Steglitz-Lichterfelde, Schützenstraße, eine öffentliche Versammlung statt, in der die Genossen Reichstagsabgeordneter Dr. Paul L e n s ch und der Verteidiger im Luxemburg-Prozeß D r. P a u l L c v i aus Frankfurt a. M. über Militarismus und Soldatenmißhandlungeu sprechen werden. Die Genossen von Steglitz, Wilmersdorf, Friedenau, Lichterselde. Zehlendorf, Lankwitz und Mariendorf werden auf- gefordert sich an der Versamnilung zu beteiligen und rege Propaganda dafür zu entfalten. Die Genossen von Lankwitz treffen sich um 73/z Uhr bei Siegl, Kaiser-Wilhelm-Straße 34. Lichtenberg. Die Bibliothek des Wahlvereins ist in beiden Aus- gabeslellen von 15. Juli bis Ende August geschlossen. Die Leser werden ersucht, umgehend die entliehenen Bücher beim Genossen Schulz, Kronprinzenstraße, oder Vorwärts-Spedition, Alt- Box- Hagen 56, abzuliefern. öerliner Nachrichten. Die Strafte dient dem Verkehr! Uns wird geschrieben Am Mittwoch, den 15. Juli, abends gegen?L8 Uhr, kam ich die Neanderstraße entlang, als ich ungefähr 59 Schritte vor mir in geschlossenem Zuge, vierreihig gegliedert, einen Zug Frauen in buntem Aufzuge marschieren sah. Als geborener Rheinländer aus dem heiligen Köln, genau wissend, daß der F a st e l o v e n d nicht in die heiße Jahreszeit fällt, übermannte mich daher die Neugierde zu sehen, was los sei, und ich beschleunigte meine Schritte. Näher an den Zug heran- kommend, höre ich taktmäßig den dumpfen Ton einer großen Trommel. Zugleich bemerke ich, daß an der Spitze des Zuges— man sollte es kaum für möglich halten— ein großes rotes Banner getragen wird. Neben dem Bannerträger— es ist unerhört— marschiert— ja, sehe ich denn recht?— ein leibhaftiger, richtig- gehender königlich preußischer Polizeiwachtmeister. Fürchterliche Ahnungen steigen in mir auf, um so mehr, als der Zug den Weg durch die Brückcnstraße nach dem Alexanderplatz ein- . schlägt. Sollte vielleicht Herr von Jagow eine Deputation der Frauen Berlins zu sich entbeten haben, um ihnen wissen zu lassen, daß er beabsichtige, ihnen diese oder jene bisher nicht innegehabten Rechte einzuräumen, oder sollten gar die Frauen Berlins durch Absendung einer Deputation unseren geliebten Herrn Präsidenten susfragettieren wollen? In diesem Augenblick werde ich durch einen sehr lauten großen Trommelschlag aus meinen Betrachtungen gerissen und Musik setzt ein. Mich noch weiter nach vorne drängend, sehe ich, daß es Mit- � glieder der Heilsarmee sind, die aufmarschieren unter dem Takt einer sechzehn Mann starken Musikkapelle. Vor der Jannowitz- brücke neigt der Bannerträger das Banner nach links, und ich muß mich jetzt überzeugen, daß dieses aus der vorderen Seite gelbe und blaue Verzierungen trägt. Es war also nur auf der einen Seite rot. In diesem Augenblick hebt der führende Polizeiwachtmeistcr warnend seine Rechte, eingedenk der weisen Verfügung seines obersten Vorgesetzten, daß die Straße dem Verkehr dient und der Damm im rechten Winkel von 99 Grad zu überschreiten ist, Straßenbahn, Omnibusse, Autos und anderes Fuhrwerk zum Stillstand bringend. Der Zug marschiert bis zum Marinehaus und kehrt in dieses ein. Jetzt sehe ich gleich hinter der Musik eine Heilsarmeesoldatin in Uniform, eine lange, weiße Schärpe von der Schulter bis zur Erde tragend, einen Strauß Lilien in der Hand. Neben ihr geht ein Soldat der Heilsarmee, welcher eine Lilie im Knopfloch trägt. Nachdem sich der Zug im Marinehaus verloren, kommen von der anderen Seite noch drei weitere polizeiliche Begleitmannschaften hervor. An einen dieser Schutzleute tritt ein Wißbegieriger heran mit der Frage, was denn hier los sei. Der Schutzmann gibt die Auskunft, daß die weißbeschärpte Soldatin mit dem neben ihr gehenden Soldaten heute Hochzeit habe. Und darum polizeiliche Begleitung. Wäre man kirchlich gesinnt, man müßte Protest dagegen einlegen, daß die Melodie eines Chorals auf einen Gassen- Hauer übertragen, von der Musikkapelle einer von der Behörde als kirchliche Gemeinschaft anerkannten Sekte im Marschtempo geblasen wird, wie es hier der Fall war. Gewünscht hätte ich, daß Herr von Jagow die Kolauer über seine Verkehrsverfügungen gehört hätte, er würde sofort den Entschluß gefaßt haben: Einmal und nie wieder. Wenn man sieht, wie die harmlose Arbeiterjugend sowie die Arbeiterschaft überhaupt von der Polizei schikaniert und malträ- tiert wird, wenn man erleben muß, daß Polizeibeamte des Herrn von Jagow in ruhig ihres Weges gehende Leichenzüge einbrechen und sich der mitgeführten roten Schleifen der Kränze bemächtigen und dagegen hält, wie die Polizei ihre schützende Hand über die Sekte der zur geistigen Verblödung der Volksmassen, der Heils- armee, ausbreitet, dann kann man sich ein ungefähres Bild über unsere heutige Kulturhöhe in Preußen machen. Behördliche Vernehmungen des Hilfspersonals in Hotels zwecks Feststellung der Arbeitszeit und der Ruhepausen finden gegenwärtig auch in Berlin statt. Nach K 129k der Reichsgewerbe ordnung sind die Landeszentralbehörden berechtigt, für solche Ge- werbe, in welchen durch übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird, nach Anhören der be- teiligten Gewerbetreibenden und Arbeiter Verordnungen zu erlassen, die Dauer, Beginn und Ende der zulässigen täglichen Arbeitszeit und der zu gewährenden Pausen regeln. Auch die zur Durch- führung erforderlichen Anordnungen können von ihr erlassen werden. Die Bundesratsverordnung von 1992 enthält derartige Bc- stimmungen. lediglich aber für das gelernte Personal der gast- wirtschaftlichen Betriebe, während das große Heer der Ungelernten, das Hilfspersonal, ungeschützt und somit der Willkür der Unter- nehmer ausgeliefert ist. Die Regierung von Oberbahern sowie die Oldenburger Behörde haben bereits entsprechende Verordnungen zum Schutze des Hilfspersonals erlassen, und in einigen Städten des Reiches sind die Behörden dabei, die in Frage kommenden Arbeitsverhältnisse aus demselben Grunde durch Vernehmungen Angestellter festzustellen. Die bisher in Berlin vorgenommenen Vernehmungen dürften der Behörde wohl ein Material liefern, grund dessen sie bestimmt zum Erlaß gleichartiger Schutzbestimmungen für das gastwirtschaftliche Hilfspersonal kommen dürfte, wie dies in Bayern und Oldenburg bereits geschah. Wir wollen aber nicht unterlassen, der Behörde für ihre die Untersuchungen und Vernehmungen aussührenden Beamten einen wohlgemeinten Fingerzeig zu geben. Uns wurde berichtet, daß man die Bescheide vom Personal in manchen Fällen in Gegenwart der Unternehmer oder sonstiger Vorgesetzter entgegennahm. In anderen Fällen holte man sich»Auskunft" in der Materie in den Bureaus der Hotels. Das auf solche Art zusammengetragene Material muß äußerst ein- seitig ausfallen und erscheint keineswegs geeignet, der unter- suchenden Behörde ein richtiges Bild der Verhältnisse zu liesern. Will man dies, so wende man sich vor allem direkt an das Hilfs- personal ohne Hinzuziehung irgendeines Vorgesetzten, in erster Linie aber versäume man nicht, die angestellten Hotel« d i e n e r zu befragen, die über die weitausgedehnteste Arbeitszeit seit Jahren berechtigte Beschwerden führen. Ankauf von Bildern durch die Stadt. Gestern vormittag hat die von der städtischen Kunstdcputation aus ihrer Mitte und aus Künstlerkreisen gewählte Jury und Ankaufs- kommission die Ausstellung der Freien Sezession am Kur- fürstendamm besucht und daselbst ein Bild von Walter Klenn: Skjöring-Training(Nr. 117) und ein Bild von Adolf Oberländer: Am Bach(Nr. 17S) für die Stadt Berlin an- gekaust.__ Streit um Gemeinde-Grundsteuer. Für das Wertheimsche Warenhaus an der Leipziger und an der Voßstratze zu Berlin hatte die Wert- heimsche Grundstücksgesellschaft einen an der Voßstrafie be- legenen Grundstreifen von nur drei Quadratmeter notwendig erwerben zu müssen. Unter dem Zwange der Verhältnisse mußte sie für die nur drei Quadratmeter 40000 M. zahlen. Bei der Heranziehung der Gesellschaft zur Gemeinde-Grund- stcuer nach dem gemeinen Wert legte der Berliner Magistrat für jene drei Quadratmeter Grundfläche den Kaufpreis von 40 000 M. als gemeinen Wert zugrunde. Demgemäß wurde die Firma für die drei Quadratmeter für das Jahr 1913 mit 124 M. zur Gemeinde-Grundsteuer herangezogen. Die Gesellschaft klagte auf Herabsetzung dieses Steuer- betrages auf 15,50 M., welcher Betrag einem gemeinen Wert von 5000 M. entspricht. Wohlgemerkt, es handelt sich nur um die fraglichen drei Quadratmeter. Der Bezirksausschuß in Berlin wies die Klage der Gesell- schast ab, indem er den Preis von 40000 M. hier für den gemeinen Wert erachtete. Das Oberverwaltungsgericht hob aber das Urteil auf und erkannte dahin, daß der Magistrat die Firma für die drei Quadratmeter nach ihrem Klageantrage nur mit 15,50 M. heranziehen dürfe. Da das Oberverwaltungsgericht grund- sätzlich auf dem Standpunkt steht, daß der gemeine Wert der Satz sei, der unter gemeingewöhnlichen Umständen für Grund- stücke gleicher Art von jedermann als Preis gezahlt werden würde, so hat also das Gericht vorliegend außergewöhnliche uud keine gemeingewöhnliche Umstände angenommen. Der gemeine Wert ist darum anderweitig selbständig festgestellt worden. Vom Spiel in den Tod. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich am gestrigen Donnerstag. nachmittag an der Röntgenbrücke in Charlollenburg zugetragen. Dort spielten am Ufer der Spree zahlreiche Kinder, darunter auch die bjährige Charlotte Bock, die Tochter des in der Reuchlinstraße 3 wohnenden Arbeiters B. Als der Kleinen der Ball entfallen war, wollte sie ihn haschen. Im Eifer lief das Mädchen zu dicht an das Ufer heran, fiel und stürzte ins Wasser. Obwohl sofort von mehreren Augenzeugen deS Unfalls Rettungsversuche unternommen wurden, kam die Hilfe doch zu spät. Auf der nächsten Unfallstation, wohin die Verunglückte gebracht wurde, wurden längere Zeit Wieder- belebungsverjuche angestellt, die leider vergeblich waren. Kindesleichen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Kindesleiche gefunden wird. An der Königsheide bemerkten Spaziergänger ein Pastt im Wasser treiben, das ihnen verdächtig erschien. Als man den Fund auffischte, stellte sich heraus, daß das Paket eine in Packpapier ein- gehüllte Kindcsleiche barg, die schon einige Tage ini Wasser gelegen haben muß.— Einen zweiten Fund machten spielende Kinder im Schwarzschen Pfuhl in Pankow. Sie sahen auf der Oberfläche des Tümpels ein Paket treiben und brachten es ans Land. Als sie es neugierig öffneten, fanden sie die bereits in Verwesung über- gegangene Leiche eines neugeborenen KindeS weiblichen Ge- schlechts vor. Ein recht bedauerlicher Vorfall hatte sich auf der Kiefholzbrücke in Baumschulenweg abgespielt. Ein Mann namens Reicheid war im Laufe des gestrigen Vormittags von einem Hitzschlag betroffen worden. Leider mußte der Kranke ändert«.. halb Stunden auf ärztliche Hilfe warten. Vielleicht bietet dieses Vorkommnis Gelegenheit, daß die Gemeinde der Arztversorgung ihre Austnerksamkeit schenki._ Aus der Spitzbubenchronik. Mehrere große Einbrüche, die damals großes Auffehen er« regten, hat die Kriminalpolizei jetzt aufgeklärt und drei Einbrecher und 15 Hehler ermittelt. Die Einbrecher wurden gestern alle nach Moabit gebracht, ein Teil der Hehler gelangte einstweilen zur Eni- lassung. Für ungefähr 12 999 M. Ware, die die Einbrecher er- beutet hatten, konnte wieder bis auf einen kleinen Teil herbei« geschafft werden, obwohl sie sich zum größten Teil schon in dritter und vierter Hand befand. Auf die Spur der Bande führte der Einbruch in die Lombardbank von Wasservogel in der Johannis- stratze Ende Juni. Die Täter waren hier ein Mechaniker Karl Otto und ein gewisser Paul B., der ebenfalls Mechaniker von Beruf ist. B. ist seit feiner Jugend ein sehr guter Turner. Nachdern die beiden Einbrecher sich in der Dunkelheit in daS Eckhaus Friedrich- und Johannisstraße eingeschlichen und mit Leinen und Strickleitern versehen hatten, kletterte der Klettcrkünstler B. am Dachgiebcl empor und befestigte dort eine Strickleiter, ließ sie hinab und zog seinen Spießgesellen Otto daran hoch. Beide tlettertsn dann über die Dächer bis zu dem Grundstück von Wasser- vogel. An einem Mauerpfeiler bcsesttigten sie eine Strickleiter und ließen sich an dieser bis zu einem offenstehenden Kontor- fenster hinab. Dort schwangen sie sich hinein, arbeiteten ganz ungestört und erbrachen den Geldschrank. Sie fanden nur wenig bares Geld, da die Geschäftsleute dieses zur Bank gebracht hatten, dagegen war aber gerade kurz vorher eine große Sendung von wertvollen Gegenständen aller Art, besonders kostbare Pelze, an- gekommen. Diese nahmen nun die Diebe als gute Beute mit. Sie fuhren mit dem Fahrstuhl, dessen Bedienung B. genau kannte. auf den Hof hinab, warteten dort bis morgens früh, weil sie vor- her ausgekundschaftet hatten, daß sie die Tür nicht öffnen durften, da diese mit einem Läutewerk versehen ist, und erst nach sieden Uhr, als der Pförtner geöffnet hatte, ging B. hinaus. Er holte eine Kraftdroschke und sagte zu dem Chauffeur, er solle so schnell wie möglich fahren, denn er müsse seinen Chef abholen und diesen zum Bahnhof bringen. Der nichtsahnende Kraftwagenführer lenkte die Droschke dann auch in eiligem Tempo zuerst nach der Johannisstraße, wo der Chef, in Wirklichkeit B.s Komplize, mit der Beute einstieg und zusammen mit B. nach dem Fernbahnhof Gesundbrunnen fuhr. Die langwierigen Ermittelungen der Kriminalpolizei führten nun auf die Spur der beiden Mechaniker und schließlich zur Festnahme. Sie legten nach längerem Leugnen auch ein Geständnis ab und gaben auch weiter zu, einen großen Einbruch in der Neuen Friedrichstraße ausgeführt zu haben. So gelang es schließlich auch, 15 Hehler zu ermitteln. Es kamen jetzt auch noch mehrere andere Einbrüche zum Vorschein und schließlich stellte sich heraus, daß B. schon vorher einmal bei Wasservogel war und sein Spießgeselle hier ein anderer Mechaniker Günther war. Auch dieser wurde hinter Schloß und Riegel gesetzt. Damals hatten die Einbrecher in der Lombardbank mehrere Tausend Zi- garren, zwanzig Flaschen Sekt, einen Posten Handschuhleder usw. erbeutet. Bei ihnen fand man sehr gutes Einbrechcrwerkzeug uitp kunstgerecht angefertigte Geldschrankschlüssel. Alles war von ihue« selbst hergestellt worden. Telephondrahtdiebe sind in der letzten Zeit wieder auf mehreren Chausseen an der„Arbeit" gewesen. Die einzelnen Fälle lassen daraus schließen, daß es sich um eine Bande handelt, die den Dieb» stahl dieser Art gewerbsmäßig betreibt. Besonders arg gehaust haben sie in der Gegend von Spandau-Papenberge, Wuhlheide und Weißensee-Falkenbcrg. Bisher gelang es leider noch nicht, dev Metalldiebe habhaft zu werden. Es sei bei dieser Gelegenheit noch- mals darauf hingewiesen, daß auf Ergreifung dieser Spitzbuben, die besonders durch die Zerstörung der Leitungen die Geschäftswelt schädigen, für jeden Fall eine angemessene Belohnung ausgesetzt ist. Selbstmord eines Schriftstellers. In seiner Wohnung Ubland- straße 59 hat sich am gestrigen Donnerstag nachmittag der 37jährige Schriftsteller Alfons Drießen das Leben genommen, indem er sich, vor dem Spiegel seines Schlafzimmers eine Revolverkugel in die linke Brust jagte. Das Geschoß durchbohrte das Herz uud führte den sofortigen Tod herbei. Aufgeklärt ist das Verschwinden des I2jährigen Rudolf H. auS Weißensee, der seit dem 25. vorigen Monats vermißt wurde. Ter geistig etwas beschränkte Schüler hatte sich auf einem Spaziergange verirrt und war in Berlin von einem Schutzmann angehalten worden. Da der Junge nicht in der Lage war, die Wohnung der Eltern anzugeben, wurde er dem Berliner städtischen Waiscnhause zugeführt. Inzwischen hatte der Vater des Verschwundenen die Polizeibehörden benachrichtigt und gestern wurde der verlorene Sohn endlich im Waisenhause entdeckt und feinen Eltern zugeführt. Spätwagen Berlin-Tegel. Spätwagen zwischen Berlin und Tegel richtet die Große Berliner Straßenbahn auf mehrfachen Wunsch von Sonnabend, den 1. August an versuchsweise ein. Die Wagen gehen von Tegel 12.39, von der Charlottenstraße in Berlin 1.24 nachts. Von der Benutzung wird es abhängen, ob diese Spät- Verbindung beibehalten werden kann. Prestkohlenbräde sind jetzt in Groß-Berlin an der Tages- ordnung. Auf dem Kohlenbahnhof in der Fennstraßc 22-26 hatte die Wehr schon mehrere solcher Brände zu löschen. In der letzten Nacht standen wieder mehrere Stapel in Flammen. In der chcmi- schen Fabrik von Schering in der Müllerstraße 171 brannte ein Schuppen mit Preßkohlen und gleichzeitig in der Landsberger Allee 47 ein Keller mit Preßkohlen. Ferner wurden mehrere Wohnungsbrände gemeldet. Eine öffentliche Gcsangsanfführung findet am Sonntag, den 19. Juli, nachmittags 5 Uhr, auf der Schülerwiese im Schiller- park durch den Gesangverein„Gesundbrunuer Harmonie" statt. Der Arbeiter-Mandolinistcnbund hält am Sonntag, den 19. Juli, in Mentes Volksgarten, Landsberger Allee und Röderstr. 23/29, ein Sommerfest ab, verbunden mit Konzert, Spezialitäten und Ball. Das Mandolinenkonzert(399 Mitwirkende) steht unter Leitung des Dirigenten Herrn Otto Rohrlack. Der Eintrittspreis beträgt im Vorverkauf 29 Pf., an der Kasse 25 Pf. Billetts sind zu haben in der Geschäftsstelle, Berlin 0., Graudenzer Straße 9, bei Robert Rieger. Kleine Nachrichten. Beim Baden ertrunken ist ein noch unbe- kannter Mann von etwa 25 Jabrcn, dessen Leiche gestern aus dem Tegeler>see gelandet wurde. Der Tote war nur mit einer rot- weißpunktierten Badehose bekleidet. Gelandet wurde die Leiche gegenüber dem Jagen 65 der Tegeler Forst. Kleidungsstücke sind hier jedoch nicht gefunden worden. Wahrscheinlich ist der Er- trunkene auch an einer anderen Stelle ins Wasser gegangen und die Leiche abgetrieben worden. Der Tote ist 1,79 Meter groß, hat rotes Haar und ein bartloses Gesicht. Ein besonderes Kennzeichen ist eine Tätowierung am linken Unterarm. Sie stellt ein Mädchen dar, das mit einer Fahne in der Hand auf einer Kugel tanzt.— Auf der Heimreise vom Tode überrascht ist gestern abend ein russi- scher Landarbeiter, der 26 Jahre alte Arbeiter Stanislaus Sko- dowski aus Jlowa in Rußland. St. kam mit einem Auswanderer- zug von Antwerpen auf der Durchreise nach seiner Heimat hier auf dem Schlejischen Bahnhof an. Er war unterwegs, erkrankt Veranstaltungen des Turnvereins Fichte" am Sonntag, und Berstarb, bebor ärztliche Hilfe herbeigeschafft werden konnte, I schreie eilten Nachbarsleute hinzu, die durch Aufwerfen von Betten bei der Ankunft. Die Leiche wurde beschlagnahmt und dem Schau- und Decken die Flammen erstickten. Der Knabe hatte jedoch bereits 19. Juli: Nordwest Bezir! Sommerfest auf dem Turnplay hause überwiesen. Die Frau des Verstorbenen, die sich ebenfalls am ganzen Körper schwere Brandwunden davongetragen und mußte Jungternheide, Königsdamm, Restaurant Minerva- Sportpart" in dem Auswandererzug befand, ist mit diesem weitergefahren.-auf Anordnung eines Arztes sofort nach dem städtischen Krantenauf Anordnung eines Arztes sofort nach dem städtischen Kranken-( Charlottenburger Pferdemarkt). Bormittags 8 ühr: Fünfkampf der Mit Kotain vergiftet hat sich in der vergangenen Nacht der 36 Jahre hause gebracht werden. Seine jimgere Schwester, die versucht hatte, Männerabteilungen und Dreikampf der Frauenabteilung. Nach mittags alte Provisor Adolf Wurm, der als Junggeselle in der Friedrich- ihrem Bruder zu Hilfe zu kommen, hatte ebenfalls an den Händen 3 Uhr: U. a. Riegenturnen, Stafettenläufe, Einzelwettkämpfe, Schweden straße ein möbliertes Zimmer bewohnte. Brandverlegungen erlitten, fonnte aber, nachdem ihr Verbände stafette, Raffballspiel, Stil und humoristischer Lauf. Der Eintritt kostet angelegt worden waren, in der elterlichen Wohnung verbleiben. 10 Pi. Sportkartell Oberschöneweide. a) Turner. Sonntag unternimmt der Turnverein„ Oberspree" eine Wanderung für Schüler und Schülerinnen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren. Gewandert wird von Hirschgarten über Ravensteiner Mähle, Mönchsheim, Vogelsdorf, Tasdorf, Kalkberge, Wolters. dorf nach' Erkner. Unterwegs werden Spiele veranstaltet und die Kalkstein brüche besichtigt. Die Marschmufit wird von der Schrammelriege ausAbmarsch: früh 6 Uhr von der evangelischen Kirche. Die Teilnehmer haben Eß und Trintvorrat sowie 50 Bf. mitzubringen. Recht rege Beteiligung erbeten. b) Radfahrer. Früh 5 Uhr: Teupit ( Tornows Sdyl)-Dubrow. Start: Restaurant Th. Schüßler, Siemensstraße 28. Gäste willkommen. Tempelhof. Vorortnachrichten. Der bürgerliche Gewerbeverein Berlin- Tempelhof beschäftigte sich am Dienstag in einer Versammlung mit dem Thema: Wie schützen sich die Bürger und Gewerbetreibenden vor Geschäftsschädigung und übler Nachrede durch Artikel in hiesigen Zeitungen?" Wie wir, so hatten auch die bürgerlichen Herren mit Herrn Wegner und seiner Zeitung Abrechnung zu halten. Und diese Abrechnung ist wirklich gründlich ausgefallen, wenn nur ein Teil von dem den Tatsachen entspricht, was in dieser Versamm lung über die Zeitung vorgebracht wurde. Dann war es die höchste Zeit, daß sich die öffentliche Meinung mit der oben aufgeworfenen Frage beschäftigte. Wurde doch in dieser Versammlung behauptet, daß ein Teil der Gewerbetreibenden nur deshalb in der Wegner schen Zeitung inseriert habe, weil sie befürchteten, bei Verweigerung eines Inferatenauftrages auf irgend eine Weise in diesem Blatt angegriffen zu werden. Auch noch andere Dinge tamen zur Sprache, die die Wegner schen Geschäftspraktiken in ein eigentümliches Licht rückten. Wir fönnen es uns versagen, auf die Verhandlungen der Versammlung näher einzugehen, wenn wir die einstimmig gefaßte Resolution zum Abdruck bringen. Darin kommt das zum Ausdruck, was zur Kenn zeichnung des Herrn Wegner zu sagen ist: " Die Heute im Restaurant Pfeiffer versammelten Bürger und Gewerbetreibenden von Tempelhof und Mariendorf wünschen, daß nur solche Zeitungen durch Inserate und Abonnements unterstüt werden, welche sich durch unparteiische, sachliche Schreibweise und durch anständige und gebildete Mitarbeiter die Achtung der hiesigen Einwohner zu erwerben bemüht find. Wir verurteilen auf das Entschiedenste die von einer hiesigen Zeitung beliebte Methode: durch Schmähartikel sich die Gewerbetreibenden, Bürger und Beamten der beiden Nachbargemeinden untertänig und gefligig zu machen nach dem Grundsatz:„ Und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt!" Spiel und Sport. Radfahrer. Arbeiter- Radfahrer: Bund, Solidarität". Mitgliedschaft Berlin. geführt. Tourenplan zum Sonntag, den 19. Juli. 1. Abt. Früh 7 und mittags 12 Uhr: 8wiebusch( Berliner Schweiz), bei Gärtner. Start: Bülowstraße 58. 2. Abt. Früh 4 Uhr: Potsdam, Werder, Kloster Lehnin. Nachmittags 12, Uhr: Potsdam, Friedrichsgarten. Start: Fontane- Promenade. 3. Bt. Echnikeljagd, Waldfest in Kiekemal, Haidekrug. Start: Früh Uhr: Lausiker Play 12. 4. Abt. Italienische Nacht. Lampiontour nach Bohnsdorf( Villa Rabb. Lampions am Start fäuflich. Start: Sonnabend, abends 9, Uhr. Sonntag früh 5 und mittags 12 Uhr: Badetour nach dem Stroffinsee. Start: Küftriner Platz. 5. Abt. Früh 6 und 10 Uhr: Badetour nach dem Wandlitsee. Nachm. 1 Uhr; Badetour nach Schildow( Katharinensee). Start: Beberrotese, Memeler Straße. 6. Abt. Früh 6 Uhr Badetour nach Störbisfrug, Groß- Besten. Nachm. 12, Uhr: Schmödwit( Seglerschloß). Start: Dderberger Str. 28. 7. Abt.: Früh 5 Uhr: Eberswalde, Kloster Chorin. Nachm. 12 Uhr: Bernau, Ballstraße 2. Start: Schulstr. 29. 8. ht. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Wörlig. Bahnfahrer bis Bitten berg. Ab: Anhalter Bahnhof 6,55 Uhr. Logis: A. Fischer, KurfürstenStraße 15. Sonntag, früh i hr: Wörlig. Früh 5%, Uhr: Badetour nach dem Gorinfee. Start: Birten, Ede Stromitraße. Nachm. 1 Uhr: Badetour nach dem Gorinsee. Start: Sleinert, Levezotstraße. Jeden Donnerstag: Spieltour Bahnhof Heerstraße, 7 Uhr, Kleinert. 9. Abt. Früh 8 Uhr: Tegelort. Nachm. 1, Uhr: Reinidendorf, Anders, Hauptstraße 51. Start: Schillingstraße 22. 10. Abt. Früh 28 Uhr: Ebersivalde( Restaurant zur Mühle). Start: Prenzlauer Anee, Ede Danziger Straße. Nachm. 2 Uhr: Bernau( Salzmann). Start: Strausberger Play. 12. Abt. Motorfahrer: Herzberg. Ueber Marienfelde, Groß- Beeren, Trebbin, Ludenwalde, Jüterbog, Belfidendorf, Brandis nach Herzberg. Da selbst Treffpunkt der Dresdener Genossen. Start: frah 4 Uhr Tempelhofer Feld, Steuerhaus. Auskunftslotal wird am Start befartgegeben. Lichtenberg: 1. u. 2. Abt. Früh 6 Uhr: Badetour nach Eggers. Schwimmer. Arbetter- Schwimmberein„ Delphin", Tegel( Mitglied des Arbeiter- Wassersport- Verbandes). Die Mitglieder treten am Sonnabend, den 18. Juli, abends 6 Uhr pünktlich, in der Piperschen Badeanstalt zum Dauerschwimmen an. Strede beträgt 1800 Meter. Nichtmitschwimmer stellen fich den Begleitbooten zur Verfügung. Am Sonntag, den 26. Juli, findet unfere diesjährige Motorbootfahrt, verbunden mit Dauerschwimmen statt. Abfahrt morgens 6.45. Fahrpreis 1 M. Biel Oranienburg- Lehnissee. Der Schwimmklub" Neptun 1894" Lichtenberg( Mitglied des .- W.- B.). Sonntag, den 19. b. M.: Partie nach Potsdam. Treffpunkt 1/28 Uhr Schlej. Bahnhof( Madaistraße). Nachmittags Schwimmfeſt in Botsdam. Die startenden Mitglieder müssen sich vor Beginn des Festes beim Schwimmwart melden. Liederbücher mitbringen. Heute Freitag: Uebungsstunde im Seebad Rummelsburg", Hauptstr. 6. Ruderer. Abendrennen in Treptow. 15. Juli. Unter dem Titel, Großer Preis von Deutschland" fanden die Vorläufe der Dauerrennen statt, während der Endlauf am nächsten Sonntag zur Entscheidung tommt. Die beiden Dauerrennen, als Inländer und Ausländer Preis über je 5 Meilen ausgefahren, saben Demte als Sieger vor Janke, der zeitweilig recht gut juhr, aber zweimal vom Motor abfam, und Weiß und Schulze, die nach Belieben überrundet wurden. Den Ausländer- Preis gewann Miquel, der iu Didentman seinen scharfsten Gegner hatte, der fich lange gegen eine Ueberrundung sträubte, dann aber doch mit 490 Meter Reviennois und Timmermann Abstand auf dem zweiten Play endete. endeten als Dritter und Vierter weit zurüd. Der Große Preis für Flieger fah Poulain als sicheren Sieger bor Stabe, Arend und Sennede. Das Tandemrennen gewannen hente Stefan, nachs Beschlossen wurde noch, diese Resolution als Plakat gedruckt in dorf, Lindenhof, Stienisee. Nachm. 12, Uhr: Stienffee. Start: Pjarr dem Hamann- Sennede, die als sichere Sieger anssahen, gestürzt waren. allen Geschäften zum Aushang zu bringen. Mariendorf. Die neue Redaktion der Tempelhof- Mariendorfer Beitung" scheint sich gut einzuführen. Natürlich gilt ihr Debaut der Sozialdemokratie. Der Sohn scheint würdig die Erbschaft des Vaters an getreten zu haben. So berichtet das Blatt aus der geheimen Sizung über die Stellungnahme der Sozialdemokratie zur Wahl des Schöffen Bohner, und zwar in ganz falfcher Weise. Wir wollen dem Herrn nicht folgen und in der Deffentlichkeit unsere Gründe darLegen. Unsere Genossen haben schon wiederholt betont, daß die nichtöffentlichen Sigungen wertlos sind, da es bürgerliche Gemeindebertreter mit ihrem Gewissen vereinbaren lönnen, zum Schaden der Gemeinde und nur um die Interessen einer fleinen, bedeutungslosen Clique zu fördern, sensationell aufgebauschte Berichte aus den bertraulichen Sigungen zu geben. Wenn die unseren Genossen nicht unbekannten Inspiratoren glauben, daß ihre Maulwurfsarbeit bis zunt Wiederbeginn der Sigungen vergessen ist, so find sie im Frr tum. Es wird den Herren schon bei passender Gelegenheit gefagt werden, daß das Gemeinwohl höher steht als ihre Interessenpolitit. Neukölln. ftrage 74. Reinidendorf: Sommerbergnügen bei Anders. Rdf.- Dft. Start: nachm. 1 Uhr. 1. Abt. Gördes, Eichbornstraße. Treptow Baumschulen weg: Früh 6 Uhr: Badetour nach Närbistrug. Start: Baumschulenweg. Charlottenburg: Früh 4 Uhr: Granjee. Nachm. 1 Uhr: Ahrensfelde( Schneißer). Start: Boltshaus, Roſinenſtr. 3. Tegel: Nachm. 2 Uhr: Pflichttour nach Reinickendorf. Pankow Niederschönhausen: Früh ½, 6 Uhr: Gransee. Start: Mühlenftr. 31. Bernau: Vereinsvergnügen mit Korsofahrt. Ab: Temmler, Wallstraße 2. Schöneberg: Früh 5 Uhr: Storton( Hoppe). Nachm. 1 Uhr: Eichwalde( Bitte). Start beim Gen. Obst. Neukölln: Früh 6 Uhr: Störizfee. Nachm. 1 Uhr: Rahnsdorf ( Paradiesgarten). Start: Hohenzollernplag. Mitgliedschaft Berlin: Jeden Freitagabend: Spielabend in Treptow auf der großen Wiese an der Ringbahn. Wilmersdorf: Sonntag, den 19. Juli, morgens 5 Uhr, nach dem Stripeljee. Start: Am Denkmal. Schmargendorf: Sonnabend, den 18. Juli, abends 9 Uhr: Nacht tour nach dem Schwielowsee. Start: Café Türt, Hubertusbader Straße. Köpenid: Somtag, den 19. Juli: Boltsfest. Abfahrt: nachm. 1 Uhr pünktlich bei tied. Arbeiter Radfahrer Verein Groß- Berlin". Sonnabend, den 18. Juli, abends 12 Uhr, und Sonntag, den 19. Jult, frith 5 Uhr: Badetoen nach Groß- Beßen( Deutscher Kaiser). 37 Stilometer. Anschlußſtart: Treptow. Fußball. Auf dem Sperber- Spielplag in der Köllnischen Mee 123 fpielen am Sonntag Rüftig- Borwärts 1., 2. und 3. Mannschaften gegen Sperber 1. 2. und 3. Mannschaften. Anfang 2 Uhr. Der Berliner Fußballklub Adler I spielt am Sonntagnachmittag 5 Uhr gegen Germania- Weißensee I auf dem Spielplay in Neinidendorf, Schillerpromenade 49. Athleten. Anläßlich des vom 4. Kreis( Groß- Berlin) des Arb.- Athl.- Bundes am 27. Juli und 2. August veranstalteten Wettstreits im Heben und Ringen haben sich die Meldungen so gehäuft, daß sich Vorfämpfe notwendig machen. Dieselben finden am Sonntag, den 19. Juli, in den Brachtsälen Ult Berlin", Blumenstraße 10, statt. Anfang vormittags 9 Uhr. Butritt frei Am gleichen Tage feiert der Ringsportverein Deutsche Kraft"-Adlershof sein 12. Stiftungsfest, bestehend in Konzert, sportlichen Aufführungen, Ringtampfen und Ball. Das Fest findet in Wöllsteins Lustgarten statt. Anfang 3 Uhr. Bu beiden Veranstaltungen ist die Arbeiterschaft freundlichst eingeladen. Arbeiter Samariterbund, Kolonne Groß- Berlin. Lehrabende finden in der nächsten Woche( Beginn 8%, Uhr) statt: Berlin. 1. Abt. Montag, den 20. Juli, Beckers Festfäle, Kommandantenstr. 62. Berlin. 6. Abt. Dienstag, den 21. Juli, Restaurant Haverland, Charlottenburg. 7. Abt. Mittwoch, den 22. Juli, Bismard ftraße 38, Restaurant Bernice. Schöneberg. 3. Abt. Donnerstag, den 23. Juli, Borbergstr. 9, im Restaurant Haendel Familienwanderung Sonntag, den 19. Juli, nach Grünau- Bahnhof Rein. Nachin. 1 Uhr: Zeuthen( Albrechtshof). Anschlusstart: Neue Briebrichstr. 35. Wanderer. Kanonenberge. Abfahrt pünktlich 7% Uhr vom Bahnhof Neuföln. Fahrgeld 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren 30 Pf. Außerdem werden die Eltern gebeten, den Kindern 10 Pf. und etwas gemahlenen Staffee mitzugeben. Babezeug ist mitgubringen. Um recht rege Bespreewald statt. naberes fiche Inferat am Sonntag. teiligung ersucht Der Spielausschuß. Für die Ferienspiele ist am Sonntag ein gemeinschaftliches Spielen auf dem Spielplatz am Weigandufer. Die Bezirke treffen sich um 2 Uhr an den bekannten Sammelstellen. Reinickendorf. Sein diesjähriges Sommerfest feiert am Sonntag, den 19. Juli, der Arbeiter- Radfahrerverein Reinickendorf, Mitglied des ArbeiterRadfahrerbundes" Solidarität". Das Programm besteht aus Storfofahrt, Gartenkonzert, fomischen Vorträgen, Reigenfahren und Tanz sowie Kinderbeluftigungen aller Art. Der Korso beginnt 3 Uhr an der Thunerstraße( Schweizerviertel). Da sich die ArbeiterRadfahrer zu jeglicher Barteiarbeit zur Verfügung stellen, bitten wir die Arbeiterschaft Reinickendorfs um regen Zuspruch. Reinickendorf West. Ferienausflug. Am Sonntag, den 19. Juli, findet eine Tagespartie der Schultinder von 10-14 Jahren nach Saatwinkel statt. Treffpunkt früh 7 Uhr im Jugendheim, Wachholderstr. 44. Die Eltern werden gebeten, den Kindern Mundvorrat mitzugeben. Kaffeelochen nachmittags gratis. Für genügende Aufsicht ist gesorgt. Die Ferienspiele finden jeden Dienstag und Freitag von 2 bis 6 Uhr statt. Abmarich vom Jugendheim 2 Uhr. Die Beteiligung ber Genossinnen ist sehr erwünscht. Nowawes. Die dadurch Deutscher Arbeiter- Wanderbund„ Die Naturfreunde". Am Sonntag, den 26. Juli, findet eine Gesellschaftsfahrt in den Obers bf. Sonnabend Am Sonntag, den 19. Juli, werden folgende Touren unternommen; Ortsgruppe Berlin: Brik, Budowlee, Werbeninjee( Nachtwanderung). abends 11.30 Uhr Stettiner Fernbahnhof. Faltenberg, Samengrund, Tiefensee( Nachtwanderung). Abf. Sonnabend abends 9.15 Uhr Stattiner Fernbahnhof. Ertner, Störigfee, Ertner. Wbf. Bahnhof Friedrichstraße 5.50 11hr vorm. Melchor, Budowfee, Samithfee, Biesenthal. Abf. Stettiner Fernbahnhof 5.59 Uhr vorm. Eberswalde, Schleusen bei Liebe, Plagefenn, Kloster Chorin. Abfahrt Stettiner Fernbahnhof 5.59 Uhr vorm. Michendorf, Lienewitzsee, Potsdam. Abfahrt Bahnhof Charlottenburg 6 Uhr vorm. Melchow, Nonnenfließ, Schwärzesee, Melchow. Abf. Stettiner Ferns bahnhof 5.59 Uhr vorm. Bepernid, Ziepnisjee, Bernau. Abf. Stettiner Borortbahnhof 6.40 Uhr vormittags. Groß- Besten, Dubrow, Groß- Besten. Abf. Görliker Bahnhof 6.45 Uhr bormittags. Erfurfion der wissenschaftlichen Abteilung: Ludwigsfelde, Siethener Gisbruch, Michendorf. Abfahrt Anhalter Bahnhof 6.15 Uhr vorm. Bernau, Gorinsee, Buch. Abf. Stettiner Borortbahnhof 1.31 Uhr nachm Drisgruppe Steglth: Ludwigsfelde, Gröbener See, Glauer Berge, Trebbin( Nachftour). Abf. Sonnabend abends Bhf. Gr.- Lichterfelde- Ost$.06 Uhr( Anh. Bhf. 8.54 Uhr). Ortsgruppe Friedrichshagen Köpenid: Nach dem Unterfpreewald. Dderin, Groß- Wafferburg, Lübben. Abf. Sonnabend abends 9.40 Uhr Görliger Bhf., 8.30 Uhr vom Bahnhof Köpenid nach Grünau. Drtsgruppe Neukölln: Jugendveranstaltungen. Neukölln. Sonntag, den 19. Juli: Badetour nach Schmödwit Krossinsee. Abfahrt 6.45 Uhr vom Bahnhof Neukölln. Fahrgeld 60 f. Stationen Barometer Witterungsübersicht vom 16. Juli 1914. Stand mm richtung Wind Windstärke Better 144 Temp. n. T. 5º C.= 4º R. Il Stationen Bacometoc stand mm Wind Витра Windstärke Better Temp. n. E. 5° 6.4° R. 207 4 heiter 22 16 3 wollig 4 Regen 14 2halb bb. 15 14 3 balb bb. 23 Haparanda 759 23 3 bebedt 18 Betersburg 766 SSB 1Dunst 1 wollig 24 Seilly 764 N 2 bededt 16 Aberdeen 756 N 4tegen 14 Paris 76423 760892283wolfen! 22 Swinembe. 761 SD Samburg 76053 Berlin 76023 Franki. a. München Wien 763 S 764 N23 Wetterprognose für Freitag, den 17. Juli 1914. Mühler, vielfach trube, aber veränderlich mit etwas Regen und ziemlich frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag: Weitere Abfühlung, vorwiegend wolkig mit öfter wiederholten Regenfällen, dazwischen zeitweise auftlarend, strichweise Gewitter. Zu den letzten Brande, über den wir in der Dienstagnummer berichteten, ging uns von einem Mitglied der Freiwilligen Feuer Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über wehr nachstehende Kritit mit der Bitte um Veröffentlichung zu:„ Ein I. Fürstenberg, Stechlinsee( Nachttour). Abf. Sommabend abends 5.54 Uhr den Großhandel in den Bentral- Martthallen.( Ohne Verbindlichkeit.) unhaltbarer Zustand bei der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr ist Stettiner Fernbahnhof. Donnerstag, den 16. Juli. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg Mark: Ochsen ohne Zweifel die jetzige Requirierungsart der Bespannung für die II. Stonigswusterhausen, Wolziger See( Baderaft). Abf. Görliger Bhf. fleisch Ia 71-83, do. IIa 67-70, do. IIIa 58-67; Bullenfleisch Ia 68-78, Feuerlöschgerätschaften, wie es sich beim letzten Brande in der August 5.20 Uhr born. do. IIa 63-67; Rübe, fett 46-58, do. mager 34-46, Sreffer 58-64, ftraße am Sonnabend, den 11. Juli, deutlich gezeigt hat. Während die III. tinder Wanderung. Grünau, Kanonenberge. Treffpunkt do. dän. 55-65; Bullen, dan. 58-70. Stalbfleisch: Doppellender 105-130; Mastfälber Ia 85-95, bo. IIa 72-82; Stalber ger. gen. 42-55. Hammel Alarmierung der Mannschaften durch das bewährte Schleifensystem in 7 Uhr vorm. Bahnhof Neukölln. fürzester Frist erfolgte, berging leider viel Zeit, bis die Bespannung Arbeiter Touristenverein Die Naturfreunde". Drtsgruppe fleisch: Mastlämmer 88-90; Hammel Ia 77-87, do. Ila 69-76, da austral.; Schafe 74-80. Schweinefleisch 50-55. Eier: Landeier zur Stelle war. Dieser Fall steht nicht bereinzelt da, denn bereits Berlin. Sonntag, den 19. Juli, Wanderungen: Butter: Molkereibutter ber 1. Fürstenberg, Stechlinsee, Fürstenberg. Abfahrt nach Fürften. Schod 3,50-3,80; Trinteier 4,00-4,20. bei früheren Bränden trafen die Pferde selten pünktlich im Depot berg am Sonnabend, den 18. Juli, abends 10.17 Uhr Stettiner 50 kg 90-105; Landbutter 80-90. Gemse, inländisches: Rhabarber, ein. Diesen Mißstand nun fönnte die Gemeinde leicht dadurch be- Bahnhof.. hiefiger 2,00-2,25; Startoffeln, neue weiße 4,00-5,00, do. Rosen do. seitigen, daß sie ihr eigenes Gespann der Feuerwehr zur Ber do. Magdeburger 5,00-5,50; 2. Fürstenwalde, Nauensche Berge, Scharmüßeljee, Storfow. Abfahrt 4,75-5,25, weiße Kaiserkronen auch fügung stellte, wenn Schod 0,50-1,00; Spinat 50 kg 8,00-12,00; nur zur Nachtzeit. Sollten nach Fürstenwalde a. S. am 18. Juli Bahnhof Friedrichstraße 7.59 Uhr 3,50-4,00. Borree, die vorhandenen awei Pferde fich für den Feuerwehr abends( Beltlager). Schoten 2,00-3,00; Mohrrüben, Schodbund 0,90-1,00; Bohnen 50 kg gebrauch nicht eignen, bann lönnten ja an deren Stelle ein 3. Fürstenwalde, Rauen, Piestow, Storkow. Abfahrt nach Fürsten 6,00-10,00; Champignon 50 kg 30,00-35,00; Stohlrabi, Schod 0,60-0,80; Baar andere, fräftigere angeschafft werden. Wirsingkohl, hiesiger, Schock 3,00-6,00; Blumenkohl, Erfurter 100 walde a. S. vom Schlesischen Bahnhof früh 7.15 Uhr. 3,50-12,00; Petersilienwurzel, 4. Familienfour. Strausberg, Annatal, Stienissee, Fredersdorf. Stüd 4,00-10,00; Meerrettich, Schod entstehenden Mehrkosten würde die Gemeindevertretung angesichts abfahrt nach Strausberg, Schlesischen Bahnhof 6.31 Uhr.( Fernzug 4. Kl. Schockbund 1,00-3,00; Radieschen Schodbund 0,70-1,00; Salat, Schod des angedeuteten Zweds sicherlich bewilligen. Natürlich müßte dann Bur Beachtung! Die nach der Märkischen Schweiz und dem Schlaubetal 1,00-1,50; Bwiebeln, Schodbund 0,00, do. 50 kg 9,00-10,00; Tomaten auch die Stallung, die sich auf dem Grundstück der Gemeinde- angefesten Touren fallen wegen der Familientour aus. Rektere findet am 50 kg 20,00; Pfefferlinge 28,00-40,00; Puffbohnen 50 kg 10,00-12,00. Ausländisches. Tomaten fanarische, Stifte 0,00, do. italienische 50 kg gärtnerei in der Goethestraße befindet, in die nächste Nähe des 26. Juli statt. 4,00-10,00, bo. französische 8,00-12,00; Blumenkohl, holländischer Ia Feuerwehrdepots, vielleicht. nach dem Gemeindegrundstück in der Streuzstraße verlegt werden, um die Pferde bei einer Brandmeldung 100 Stüd 10,00-22,00, 3wiebeln, ägyptische 50 kg 16,00-18,00, bo. ital. schnell bei der Hand zu haben. 7,00-8,00, bo. ungarische 6,00-8,00; Gurfen, boll. 100 Stüd 5,00-12,00, Obst und Südfrüchte. do. ungarische, Schod 5,00-6,00. Thüringer Stirschen 50 kg Glas 12,00-18,00, faure 15,00-17,00, 4,00-10,00, flefische 5,00-14,00, 23erderfche 8,00-13,00, do. Knupper 15,00-25,00, bb. Natten 25,00-28,00; Aepfel, australische, Stifte 35,00-38,00, französ. 10,00-16,00; Tiroler Deusfateller 20,00-23,00; 0,00, ital., 50 kg 20,00-25,00; Birnen, ital., 50 kg 16,00-20,00, bo. Coscie Erdbeeren, Werdersche 10,00-20,00, hamburger 8,00-20,00; Stachelbeeren, reife, hiesige 5,00-8,00; pimbeeren, 50 kg 25,00-30,00, Breg 22,00-25,00; Johannisbeeren, hiesige 50 kg 7,00-14,00; Blaubeeren 50 kg 22,00-27,00; prifofen, ital. 24,00-28,00, franz. 10,00-28,00, ungarische 14,00-20,00; Pfirsiche, ital. 15,00-50,00, frana. 15,00-50,00; Pflaumen, ital. 20,00-35,00; Weintrauben, fizilianische Milazzo 50 kg 32,00-40,00, gier 30,00-48,00; Bananen, Jamaifa 50 kg 14,00-16,00, fanarische 50 kg 14,00-17,00; Erdnüsse 50 kg 28,00-30,00; Walnüffe, grüne 50 kg 12,00; Bitronen, Messina 500 St. 8,00-12,00, 300 Stüd 8,00-18,00, Messina 360 Stüd 6,00-14,00, Messina 150 Stüd 6,00-10,00. Einem Hitschlag erlegen ist auf dem Güterbahnhof an der Babelsberger Straße der 41jährige Arbeiter Wilhelm Schweizer aus Nowawes. S. war mit dem Ausladen von Kohlen beschäftigt, als er plößlich zuſammenbracht. Ein sofort herbeigerufener Arat fonnte nur noch den Tod durch Hitschlag feststellen. Spandau. Arbeiter- Wanderverein" Berlin". I. Sonnabend, den 18. Juli: Nachtwanderfahrt nach Bernau, Danewig, Melchow. Abfahrt abends 7.46 1hr vom Stettiner Hauptbahnhof bis Bernau. Weglänge zirka 14 Rilometer. II. 19. Juli: Wanderfahrt nach Melchow, Nommenfließ, Eberswalde, Neue Hütte, Kloster Thorin, Chorinchen. Abfahrt 5.59 Uhr Stettiner Hauptbahnhof. Wegkänge zirfa 25 Kilometer. 7.23 Schlesischer Bahnhof bis Rahnsdorf, Rahnsdorfer Mühle, Strumme III. Badetour zur Krummen Late.( Tagesraft.) Abfahrt Late, Friedrichshagen. Weglänge zirka 13 Kilometer. Turner. En schweres Brandunglüd hat sich Mittwoch nachmittag in dem Wilmersdorf. Freie Turnerschaft Wilmersdorf Schmar gendorf. Hause Moltkestr. 2 in Spandau zugetragen. In Abwesenheit der Sonnabend, den 18. Juli: Nachtpartie nach Saatwinkel. Friedrichshagen. Der Turnverein Borwärts" unternimmt am 18. Eltern wollte dort der neunjährige Werner Schulz auf einem und 19. b. M. eine Wanderfahrt durch den Blumental. Die Abfahrt erSpiritustocher Kaffee warm machen. Infolge einer unvorsichtigen folgt am 18, abends 11.04 vom Bahnhof Friedrichshagen. Gäfte, welche Bewegung stieß er dabei den Rocher um. Im Nu glich der Be- fich daran beteiligen wollen, mögen fich am Freitag in der Zurnstunde bauernswerte einer lebenden Feuersäule. Auf die Schmergens- I melden. Berantwortlicher Redakteur: Albert Bags, Berlin. Für der Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.