Nr. 193. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 BPfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Boft- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. ST Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahry. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Dem Zentrum zur Erinnerung. I. Sonnabend, den 18. Juli 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. dem Deutschen Raiser in einem Briefe zu erwägen Kommentar zu dem internationalen Thema des Militarisgab, daß die bon seiner Regierung beschrittenen| mus gewesen seien und daß die Beschuldigungen des preußischen Bahnen schließlich zur Untergrabung des Thrones führen Militarismus doch nur in einer Zeugenaussage enthalten seien, die müßten, erblickte die National- Zeitung" in diesem von einem veritablen Staatsanwalt, Herrn Krause, gemacht Brief den Beweis, mit welcher Kühnheit die Ultramontanen worden sei! " ihre Verschwörungen anzetteln", wie diese ehr- Das verfing natürlich nicht. Denn mag auch der Krieg geizige Menschensorte, welche tein Vater- wie das Gericht zugab aur moralischen Verwilderung führen, Es gibt in Deutschland keine Partei, die solche Wand- land kennt, nur herrschen und unterbrüden mag auch die Erziehung zu dieser unmoralischen Kriegführung lungen durchgemacht hat wie das Zentrum. In den sechziger, will". Bei den nächsten Wahlen gebe es nur eine Parole: ihre besonderen Wege gehen und die kulturwidrigsten Früchte zeitifiebziger und achtziger Jahren traten die ultramontanen So- Kampf gegen die staatsfeindlichen Ultra- gender preußische Militarismus ist immun, moralisch Genau so zialpolitiker dem Kapitalismus in der schärfsten Weise ent- montanen!" Und am Tage darauf fragte das Blatt: einwandsfrei, er bildet die leuchtende Ausnahme! gegen und verlangten eine gründliche Umänderung der Wirt- Wer für keinen Feind des Vaterlandes gehalter würde ein russischer, ein französischer Staatsanwalt plädieren, schafts- und Gesellschaftsordnung heute fühlen sich die sein will, fann der noch zweifeln, auf welche Seite er zu und der Militarismus wäre somit ein Kind, kein Engel ist so führenden Zentrumsleute wohl im fapitalistischen Staate, treten hat? Ist es noch erlaubt, den Jesuiten etwas Gunft rein! suchen an seinem Segen möglichst reichlich zu profitieren und zuzuwenden oder sich der Teilnahme am Stampfe wider fie haben kaum noch etwas an ihm auszuseßen. Damals durch zu enthalten?" " Selbst Daneben erlaubte sich der Kieler Staatsanwalt Dr. Bachem, der sowohl gegen Starski wie gegen den verantwortlichen Redakteur und durch antimilitaristisch, hat sich das Zentrum in den neun- Selbst die Kreuz- Zeitung" fand, daß nach dem des Kieler Parteiorgans je 1 Jahr Gefängnis beantragt hatte, ziger Jahren zu der Herrlichkeit des Militärstaates befehrt- Brief des Papstes kein wahrhaft evangelischer Christ, tein die klobigsten Ausfälle gegen den Angeklagten. Wie könne er fich und heute wetteifert es mit Ronservativen und Nationallibe- ehrlicher preußischer Patriot mit der ultramontanen Partei herausnehmen, so donnerte er, als Ausländer, der in Deutschland ralen an Bewilligungsluft. 1874 tritt Windthorst im Ab- bei den Wahlen Hand in Hand gehen darf... Jebe Unterschlupf" gefunden habe, der heiligsten Staatsinftitution geordnetenhaus für die Einführung des Reichstagswahlrechts Stärkung der Ultramontanen und deshalb jede Deutschlands Gift und Galle ins Gesicht zu spucken." in Preußen ein 1914 gibt Herold dieser Forderung von Gemeinschaft mit ihnen bei den Wahlen wäre ein Vergehen der Vorsitzende fühlte sich veranlaßt, diese Zierde der Staatsderselben Stelle endgültig den Abschied. Damals mannhafte ebenso an der evangelischen Kirche wie an der Serone anwaltschaft zur Mäßigung zu ermahnen. Es hätte dessen aber Worte für Freiheit, Gleichberechtigung und Schutz des Bürgers unseres Königs und am preußischen Vater- nicht einmal bedurft, denn derartige staatsanwaltliche Liebensgegen bureaukratische Willfür heute regt sich das Zentrum Iande." Und als dann 1874 bei der Wahl zum Reichstag würdigkeiten fallen auf ihren Urheber zurüd. Ist es doch ein nur noch um die geliebten Jesuiten und um die Jmparität, die wie zum preußischen Landtag das Zentrum wesentlich gestärkt startes Stüd, einem Manne, der als gewerblicher Arbeiter, Bees am eigenen Leibe spürt, im übrigen aber duldets und wurde, schrieb die Provinzialtorrespondenz": triebsleiter wie als Akademiker und Wissenschaftler in gleicher förderts jede Willfür und jedes Unrecht, wenn es den Sozial- Das gefchloffene Auftreten der ultramontanen Partei in ganz Weise seine Fähigkeit bewiesen, nachzusagen, daß er in Deutschdemokraten an den Stragen geht. Die ehemalige Partei der Deutschland, das rücksichtslose Hineinziehen aller Voltstreife land Unterschlupf" gefunden habe. Die politischen Jdiosyn„ Reichsfeinde" steht heute in hoher Gunst bei der Regierung in den Kampf der römischen Kirche gegen die Staatsgewalt frafien seien Herrn Dr. Bachem um so eher berziehen, ist er doch und marschiert selbstbewußt mit in der Reihe, manchmal so- wird ein ebenso geschlossenes und entschiedenes föniglich preußischer Staatsanwalt! gar an der Spitze der staatserhaltenden", der nationalen" Vorgehen aller nationalen Parteien zur Parteien. Und aus keinem Lager erschallt heute der Ruf nach Sicherung der Staatsinteressen gegenüber ,, Sammlung" häufiger und dringlicher als aus dem der Ultra- den geistlichen Herrschaftsgelüften, zur Sicher montanen. Alles nur des einen Feindes: der Sozialdemo- stellung der Gewissen gegen geistliche Vergewaltigung nach fratie wegen, te dem Zentrum immer mehr zu Leibe rückt sich ziehen." " " " 1 So hat die unselige und unsägliche Zabern- Affäre doch ein Sühneopfer gefunden. Weder der Säbelheld, der einen lahmen Schuster zur Strede brachte, noch der Oberst, der gesetz- und verfassungswidrig den Kriegszustand mitten im Frieden proflamierte, sind ins Gefängnis geschickt worden wohl aber ein sozialdemokratischer Schriftsteller, der diese Stulturich mach festnagelte! Die Stichwahl in Koburg. Koburg, 17. Juli. Bei der heutigen Stichwahl im Reichstagswahlkreise Koburg Gotha 1 wurden bis 9 Uhr abends gezählt für Arnold( Fortschrittliche Volkspartei) 9018 Stimmen, für Hofmann ( Sozialdemokrat) 5759 Stimmen. Das Ergebnis von sechs Orten steht noch aus. Arnold ist somit gewählt. des und der es sich nur noch erwehren zu können glaubt, Das sind Töne, denen wir auch heute wieder begegnen wenn es den Bund der„ uationalen" Parteien zustande bringt nur mit dem Unterschieb, daß sie heute der Sozialbemo und im übrigen Regierung und Behörden liebevoll er- fratie gelten und daß das Zentrum, das die Rolle des muntert bei ihren Streichen wider den gemeinsamen Feind". Staatsfeindes" an die Sozialdemokratie abgetreten hat, in Es lohnt sich, einiges ans Licht zu fördern aus der dem hetzerischen Chorus der nationalen" Parteien die führende Zeit, da das Zentrum als dieser gemeinsame Feind" dastand Stellung einnimmt. Und noch eine Aehnlichkeit ist vorhanden. und nicht nur unter dem Druck einer starken Regierung, Auch der Träger der Krone ergriff damals das Wort in dem sondern auch der gesamten Parteien und der von diesen Kampfe gegen den gemeinsamen Feind". Wilhelm I. richtete beherrschten öffentlichen Meinung auszuhalten hatte. Es war Ende Januar 1874 an den Earl Russel, der ihm die Bedas jene Zeit, von der die Jubiläumsnummer der Ger- schlüsse einer Versammlung englischer Protestanten mitgeteilt mania" vom 1. Januar 1896 erzählt;„ Die eine Konfis hatte, einen Brief, worin es hieß:„ Es liegt mir ob, der tation folgte der andern, wie die eine Anflage der andern Führer meines Volkes zu sein in dem jahrhundertelang von folgte, und die Aburteilungen blieben nicht aus. Der Vor- den deutschen Kaisern in früheren Tagen geführten Kampfe wärts", das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, fann gegen eine Macht, deren Herrschaft in feinem Koburg, 17. Juli.( Privattelegramm fich noch lange nicht mit den Verfolgungen messen, denen die Lande der Welt mit der Freiheit und der Bei der heutigen Stichwahl siegte der " Germania" in den fiebziger Jahren ausgesetzt war. Es gab Wohlfahrt der Nationen vereinbar gefunden Vorwärts".) eine Zeit, wo nicht weniger als fünf Redakteure der Ger- wurde, einer Macht, die falls sie unseren Tagen siegreich sein Fortschrittler Arnold mit rund 9000 Stimmen über unseren mania" gleichzeitig Gefängnisstrafen zu verbüßen hatten". würde, nicht in Deutschland allein die Segnungen der Genossen Hofmann, auf den etwa 6000 Stimmen entfielen. Majunke, der Chefredakteur des Blattes, hat über ein Jahr Reformation, die Gewissensfreiheit und die Die Nationalliberalen waren gemäß der von ihrem Kandidaten in der Strafanstalt Plökensee mit Tütentleben verbracht. An Autorität des Gesezes gefährden würde. Ich und ihrer Parteileitung ausgegebenen Parole restlos zu Herrn. einem Tage, dem 22. Februar 1874, famen auf einmal elf akzeptiere demgemäß den mir auferlegten Stampf." Arnold übergegangen. Die Historisch politischen Blätter", die Preßprozesse gegen die Germania" zur Verhandlung, und Dieser Sieg, den Herr Arnold nach einem von beiden nach dem Kullmannschen Attentate wurden der Redaktion auf bekannte flerikale Zeitschrift, bemerkten zu dem kaisereinmal 57 Anklagen zugestellt. Die„ Köln. Volkszeitung", lichen Brief: es sei unerhört, nicht allein in der Seiten mit beispielloser Erbitterung geführten Stichwahldie sich eines gemäßigten Tones befleißigte, sah sich nichts- bismardischen Regierungszeit, sondern in der konstitutionellen fampf erfocht, ist nicht ein Sieg des liberalen Gedankens destoweniger in der Zeit von Juli 1872 bis Mai 1875 wegen Geschichte überhaupt, daß man einen Monarchen seinen anders- und des fortschrittlichen Parteiprogramms, noch viel 30 Brezvergehen unter Anklage versetzt, und die Regierung gläubigen Untertanen gegenüber sagen lasse, er sei ihr Feind weniger bedeutet er, wie die freisinnige Presse zweifellos in in Düsseldorf erklärte, das Blatt gehöre nicht zu der Presse, und müsse aus historischen Gründen in Erfüllung seiner fönig- ihren Jubelartikeln von neuem- behaupten wird, eine„ Wiederdie geeignet sei, mit amtlichen Anzeigen bedacht zu werden. lichen Pflichten ihr unversöhnlicher Feind sein. Auch darin geburt des entschiedenen Liberalismus", der Sieg der Wahl Ueber den Verleger und die Redakteure des Westfälischen hat das Zentrum umgelernt. Heute spendet es dem Monarchen ist vielmehr nichts anderes als ein Sieg des berüchtigten Merkurs" wurden insgesamt 72 Monate Gefängnisstrafe Beifall, wenn er sich als den unversöhnlichen Feind eines Niederfüllbacher Schwindels über die gesunde vorausgesetzt, daß es sich verhängt, und selbst der Besitzer des sanften, Münsterischen Dritteils der Bevölkerung erklärt Anzeigers" hatte eine mehrmonatige Festungshaft zu be- um Sozialdemokraten handelt. Und kein Zentrumsblatt ver- politische Vernunft. Und unterstützt wurde dieser Sieg des stehen. In den meisten dieser Fälle handelte es sich um Beurteilt einen derartigen Vorgang als„ uerhört in der ton- Schwindels allerdings durch den schmählichsten Fabrileidigung von Ministern, insbesondere Bismards, um ftitutionellen Geschichte". Im übrigen wird der schöne Millionentraum bald ausSchmähung von Staatseinrichtungen, um Aufforderung zum geträumt sein. Und wenn Herr Arnold bei den allgemeinen Ungehorsam gegen Gesetze und derlei politische Vergehen. Neuwahlen zum Reichstag ohne jene sagenhaften Millionen 3. B. Kießling bemerkt im 2. Bande seiner Geschichte des mit völlig leeren Händen vor seine Wähler treten wird, dann Kulturkampfs, es sei psychologisch nur zu begreiflich, daß die fatholischen Journalisten durch Strafverfolgungen keineswegs Nun haben die Baberner Gewaltszenen, bei denen die Militär- sprechen wir uns wieder! den herrschenden Tendenzen gegenüber zurückhaltender gestimmt gewalt rüdfichtslos die gefeßliche Zivilgewalt entthronte und eine Diesen Tag der Revanche durch eifrige Organisationsworden seien, und etwaigen Entgleisungen der ultramontanen harmlose Bevölkerung mit Säbel und Maschinengewehren bedräute, und Agitationsarbeit vorzubereiten diese Aufgabe wird Preffe gegenüber ist er der Meinung, daß man ihnen angesichts doch noch eine Sühne gefunden. Freilich: weber den Leutnant von heute an das ganze Denken und Fühlen unserer Koburger des ungeheuren Konfliktes in großem Maße mildernde Um- Forsiner noch den Obersten Reuter hat der strafende Arm der Genossen beherrschen. Und dann, aber auch nur dann, wird stände zubilligen" müsse. Justitia erreicht. Dafür ist ein sozialdemokratischer Schriftsteller zu Sühne für Zabern! 9 fantenterrorismus, der jemals erlebt worden ist. Das war die Zeit, die heute noch von den Ultramontanen drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er aus der Kreis, der uns bisher nur einmal durch eine momentane als das„ Heldenzeitalter des Zentrums" be- der nur zu berechtigten Empörung über die standalösen Verärgerung der Bevölkerung über die Erhöhung der Biertrachtet und gepriesen wird, und fein Zentrumsblatt, das nicht Enthüllungen über den ersten Babern Prozeß heraus prin- preise zugefallen war, zum sicheren und dauernden Besitzstand bei feierlichen Anlässen mit Stolz der Kämpfe, Wunden und zipielle Betrachtungen über das Wesen des Militarismus der Sozialdemokratie gehören. Strafen gedenkt, die es in den Kulturkampfjahren zu bestehen angestellt hatte, die zwar durch alle geschichtlichen Erhatte. Leider ohne die Nuzanwendung auf die Partei, die fahrungen bestätigt werden, gleichwohl aber vom Staatsheute in der Lage des damaligen Zentrums ift: die Sozialdemo- anwalt und Gericht als frivole Schmähung unseres dreimal gefratie. In derselben pharisäerhaften Weise, wie damals libe- heiligten Stommig betrachtet wurden. Die rale und konservative Blätter wider das Zentrum Loszogen, Unser an anderer Stelle abgedruckter Prozeßbericht gibt die Aussperrung in der Niederlaufit. weil es sich seiner Haut wehrte, seine Rechte und seine Welt- zwar unhistorisch- kleinliche, aber um so staatserhaltendere" Aufanschauung verteidigte, zieht heute das Zentrum wider die fassung besagter Rechtsorgane ausführlicher wirder. Hier sei nur so Heute werden die Tuchfabrikanten, die dem Arbeitgeberverband Sozialdemokratie los, die dasselbe tut, was das Zentrum sich viel gesagt, daß unsere Justitia es für im höchsten Maße ungerecht der Niederlaufizer Tuchindustrie angehören, ihre Betriebe als selbstverständliche Pflicht und angesichts der Welt von und strafwürdig erklärte, daß im Zusammenhang mit den Heldentaten schließen und ihre Arbeiter aussperren. Nach Berechnungen Feinden als glorreiche Tat anrechnet. Damals war es das der Forstner und Reuter von verrohenden Tendenzen des Militaris- dieses Unternehmerverbandes werden von diesem Tage an 28 700 Zentrum, das als der gemeinsame Feind ausgeschrien und mus gesprochen werde. Wogegen Gen. Karstidas Sühneopfer Arbeiter und Arbeiterinnen mit 143 000 Familienangehörigen die Babern vergeblich geltend machte, zu dessen Bekämpfung zur Sammlung aller Parteien für feine eristenglosen Opfer brutaler Scharfmacherwilltür sein. Die andere aufgefordert wurde. Als im August 1873 der Papst Betrachtungen doch bloß ein allgemeiner, historisch kritischer Wirkung ist die, daß durch die Aussperrung der Arbeiterschaft auch daß zahlreiche kleine Unternehmer, besonderL in F o r st, in die Gefahr kommen, ihre Existenz einzubüßen. Hinzu kommt weiter, daß zahlreiche Firmen aus den Kreisen der Tuch- Händler und Konfektionäre, die in der Niederlausitzer Tuchindustrie Aufträge placiert haben, in arge Bedrängnis ge- raten. Eben hatte das Geschäft in der Tuchbranche etwas lebhafter begonnen, nachdem es durch die Jnteressenkämpfe bei der Gründung der deutschen Tuchkonvention mehr denn ein Jahr lang schwer beunruhigt worden war, da sind es die Lausitzer Tuch- industriellen, die durch einen vollständig unüber- legten Beschlutz die ganze Konfektion und den Tuchhandel auf daS empfindlich st e schädigen. In den letzten Wochen sind die Wollpreise erheblich gestiegen und alle interessierten Kreise sind sich einig, daß wir bei der vorhandenen Wollknappheit noch höhere Preise zu gewärtigen haben. Da sucht sich der Tuchabnehmer noch möglichst umfangreich mit Ware zu versehen, um so meht, da infolge der Kämpfe, die vor Jahres- frist zwischen Fabrikanten und Abnehmern stattgefunden haben 'uFd die zu einer längeren Ordersperre führten, Lagerbestände in gangbaren Waren nicht groß vorhanden sind. Besonders die G r o s s i st e n, die ihren Abnehmern gegenüber Lieferungsver- pflichtungen eingegangen sind, zu deren Erledigung sie auf die Ware der Lausitzer Tuchindustrie angewiesen sind, befinden sich in banger Sorge. Den Arbeitern ist es bekannt, daß die Androhung der Aussperrung in den Unternehmerkreisen noch größere Bestürzung ausgelöst hat als die Aussperrung des sächsisch- thüringischen Färberverbandes im Jahre 1912. Aber aus dieser Bestürzung muß Empörung werden, wenn jene Kreise er- fahren, mit welcher Leichtfertigkeit der Unternehmerverband eine solche wirtschaftliche Katastrophe heraufbeschworen hat. Leider hat sich die bürgerliche Presse wieder dazu hergegeben, die hanebüchensten Unwahrheiten über die Ur- fachen des Konfliktes zu verbreiten; sie bedenkt nicht, daß sie mit ihrem blinden Haß gegen die Arbeiter dem deutschen Wirt- schaftsleben den allerschlechtesten Dienst erweist. Die.Deutsche Tageszeitung" behauptet, für jeden Walkereiarbeiter würden 4 M. Lohnerhöhung verlangt, daS müsse den Ruin der Niederlausitzer Tuchindustrie herbeiführen. Wahrheit ist, daß sich die Walkerei- arbeiter mit Zugeständnissen zufriedengegeben hätten, die im Durchschnitt für jeden Arbeiter etwa 4 M. Lohnerhöhung pro Woche betragen hätten. Man würdigt ja die ganze Niederlausitzer Tuch- Industrie in geringschätzigster Weise herab, wenn man behauptet, ihre Konkurrenzunfähigkeit sei gegeben, wenn der Betrieb so ein paar Mark Lohn pro Woche mehr zahlen müsse. Nur wenige Be- triebe beschäftigen in der Walkerei mehr als 1 bis 2 Personen. In einem der größten Forster Betriebe mit insgesamt 399 Arbeitern sind nur 6 Personen in der Walkerei beschäftigt. Das blöde Ge- schwätz, daß durch die Lohnforderungen der Walkereiarbeiter die Konkurrenzfähigkeit der Industrie gefährdet werde, mutz nun ver- stummen. Die Walker stellten keine Forderung, die unerfüllbar gewesen wäre. Sie wollten in der Hauptsache, daß durch Festsetzung von Mindest löhnen der Lohndrückerei ein Ende gesetzt werde. Wie schlimm die Dinge hier liegen, zeigt die Lohnstatistik, die Wochenlöhne von 16 bis 27 M. aufweist. Und diese Lohnstatisfik weist die weitere Tatsache auf, daß die höchsten Löhne meist in den kleinsten Betrieben gezahlt werden. Gefordert wurde: für Arbeiter an der Lochwalke 25 M., für andere Arbeiter 24 M. Mindestlohn. Die ursprüngliche Forderung war also erheb- lich niedriger als die jetzt schon gezahlten Höchstlöhne. Bei den Ver- Handlungen aber gingen die Arbeiter mit den Forderungen noch herab. Hätten die Unternehmer für die etwa 99 bis 199 Per- sonen, die weniger als 24 M. verdienten, eine Lohnzulage gewährt, dann waren die Differenzen aus der Welt geschafft. Aber davon wollten die Unternehmer nichts wissen. Nur für die Arbeiter mit Löhnen unter 19 M. sollte der Lohn auf diesen Satz gebracht werden. Das betraf nur ganz wenige Personen und konnte die Arbeiter nicht befriedigen. Nachdem die Verhand- lungen kein anderes Ergebnis mehr brachten, legten die am schlechtesten entlohnten Arbeiter die Arbeit nieder. Es ist nicht wahr, daß die Niederlegung der Arbeit während der Verhandlungen erfolgt ist. Die Verhandlungen waren a b g e- schlössen; es handelte sich nur noch darum, den Unternehmern schriftlich mitzuteilen, ob die Arbeiter dem ungenügenden Zuge- ständnis zustimmen oder nicht. Die Walker stimmten nicht zu, und da für die meisten von ihnen keine Kündigungsftist besteht, ge- langten die Unternehmer früher in den Besitz der Nachricht von der Niederlegung der Arbeit wie in den Besitz des ablehnenden Schrei- benS der Arbeiter. So liegen die Dinge. Jetzt erst, wenn die Oeffentlichkeit weiß, welcher Geringfügig. keit wegen die Unternehmer eine solche wirtschaftliche Störung und schwere Schädigung taufender unbeteiligter Arbeiter und Geschäfts- leute herbeiführen, wird man zu der Ansicht kommen müssen, daß man es hier mit einer Handlungsweise zu tun hat, deren Brand- markung nicht scharf genug ausfallen kann. Selbstverständlich hat die Organisation der Arbeiter noch bis in die allerletzte Zeit alles getan, um zu einer Einigung mit den Unternehmern zu kommen; aber die Unternehmer lehnten alles rundweg ab, sie wollten keine Einigung. Kampf gegen die Arbeiterschaft um bedingungslose Nieder» werfung, das ist das Ziel der Unternehmer. Es geht das deutlich aus allen ihren Publikationen hervor. Den Ar- beitern soll durch die Aussperrung und die Hungerpeitsche die Ab» ficht ausgetrieben werden, jemals wieder Lohnforderungen zu stellen. Selbstverständlich wird das nicht gelingen. Gelingen aber wird den Scharfmachern eine enorme Schädigung der Nieder- lausitzer Tuchindustrie, indem sie, wie wir beim ersten Bekannt- werden der Aussperrungsabsicht schon sagten, ihre Abnehmer und deren Aufträge in andere Bezirke der deutschen Tuchindustrie treiben. Die Aussperrung wird der Oeffentlichkeit den Beweis liefern, daß es keine größeren Schädlinge der Volks- Wirtschaft gibt als blindwütende Unternehmer- verbände. Wie wir erfahren haben, sollen von dritter Seite Schritte unternommen worden sein, um den für die Tuch» und Konfektion?- grotzindustrie so verhängnisvoll wirkenden Streit aus der Welt zu schaffen._ ver Sieg der mexikanischen Rebellen. Washington, 17. Juli. C a r b a j a l hat der Regierung der Vereinigten Staaten informell mitgeteilt, daß er die Absicht habe, zugunsten Carranzas zurückzutreten. Das Verhalten der Vereinigten Staaten. Mexiko, 17. Juli.(Meldung des Reutcrschen Bureaus.) Präsident C a r b a j a l hat die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen angeordnet. Alles hängt jetzt davon ab, ob Carranza und C a r b a j a l zu einer Einigung gelangen. Wenn Carranza darauf besteht, gewaltsam in der Stadt Mexiko einzuziehen, wird init der Anerkennung zurückgehalten werden, bis eine Wahl stattgefunden hat. Jedenfalls werden die Vereinigten Staaten die Anerkennung einer konstitutionalistischen Regie- rung verschieben, bis eine befriedigende Regelung der sich aus der Revolution ergebenden Forderungen erfolgt ist. Die amerikanischen Truppen werden nicht aus Veracruz zurückgezogen werden, bevor nicht jede Schwierigkeit beigelegt ist. Die Forderungen Carranzas. Montercy, 17. Juli.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Nach Aussage hoher Beamter auf Seiten der Konstitutionalisten will Carranza, sobald die Konstitutionalisten zur Herrschaft gekommen sind, die Gültigkeit der Schulden Huerias nicht anerkennen. Diese Mitteilung war die Antwort auf Anfragen be- treffend die Meldung, daß die fremden Regierungen durch die Re- gierung der Vereinigten Staaten verlangt hätten, Carranza solle die Schulden Huertas anerkennen und allen polittschen Gefangenen Amnestie gewähren. Carranza erklärte, nur wenn die Bundes- truppen sich bedingungslos ergeben würden, könnten die vorgeschlagenen Verhandlungen über den Einzug der Kon- st i t mt i o n a I i st e n in die Stadt Mexiko erfolgreich sein. Daß Carbajal anstelle Huertas getreten sei, sei für die Konstitutionalisten kein Grund zu einem Kompromiß bezüglich der Grund- sätze, für die sie kämpfen. politische Uebersicht. Labiau-Wehla«. Das Wahlergebnis von Labiau-Wehlau hat begreiflicher- weise in der konservativen Presse keinerlei Begeisterung ent- flammt. Dafür ist man auf die seltsamsten Beschönigungs- versuche verfallen. Ausgerechnet die„K r e u z-Z e i t u n g", die zu Beginn des Wahlkampfes triumphierend geschrieben hatte:„Ein großer Teil der Wähler ist außerhalb des Wahl- kreises auf Arbeit und das sind wesentlich Anhänger des Freisinns und der Sozialdemokrati e," sucht nunmehr den Stimmenverlust der Konservativen auf die dringenden Erntearbeiten zurückzuführen! Die„Deutsche Tageszeitung" tröstet sich damit, daß wohl mancher Landwirt seine Stimme �für diesen Wahlgang für entbehrlich ge- halten habe. Sie hofft also, daß es den Konservativen ge- lingen werde, noch zahlreiche Reserven für die Stichwahl mobil zu machen. Selbstverständlich fehlt auch der Stoßseufzer Uber die„skrupellose Agitation der Freisinnigen" nicht. Als ob die bürgerlichen Parteien untereinander sich in den Wahlgeschäften irgend etwas vorzuwerfen hätten! Die liberale Presse ist selbstverständlich hocherfreut über das Resultat des ersten Wahlganges. Sie hofft, daß die Stichwahl den Sieg der vereinten liberalen Parteien sichern werde. Sie verhehlt sich dabei nicht, daß die Konservativen in der nächsten Woche mit dem Mute der Verzweiflung noch eine leidenschaftliche Agitation entfalten und alle Praktiken der Wahlbedrückung anwenden werden, um ihre Niederlage abzuwenden. Diesem Treiben gelte es von liberaler Seite eine erhöhte Aufklärungsarbeit entgegenzustellen. Die heiße Stichwahlwoche erfordere noch einmal Eifer und Opfer. * Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlresultat erhielten bei der Reichstagsersahwahl im Wahlkreise Königsberg 2 (Labiau-Wehlau) von 15 849 abgegebenen gültigen Stimmen der Kgl. Amtsrat Schrewe-Kleinhof, Tapiau(kons.) 7522, Bürgermeister Wagner-Tapiau(Fortschr. Vp.) 6131 und Parteisekretär Linde-Königsberg(Soz.) 2176 Stimmen. Das Opfer einer Denunziation. Unter höchst eigenartigen Umständen kam am Freitag vor dem Oberkriegsgericht des 3. Armeekorps in Berlin die Ver- urteilung eines Musketiers zustande. Auf die Bezichtigung eines einzigen Zeugen hin wurde nämlich der Musketier Fischer vom Jnfanterie-Regiment Nr. 64 zu 3 Monaten Gefängnis ver- urteilt, weil er angeblich als Soldat eine sozialdemokratische Gesinnung betätigt habe. Der Sachverhalt ist kurz der folgende: Als Fischer mit seinen Kollegen am Gründonnerstag in Urlaub fuhr und sich'? mit mehreren Kameraden im Coups bequem gemacht hatte, betrat ein anderer Passagier, ein Herr v. Lengerke, der bis dahin in einem benachbarten Abteil gesessen hatte, das Abteil, um sich mit den Soldaten in ein Gespräch einzulassen. Bei der um militärische Verhältnisse sich drehenden Unterhaltung soll nun der Musketier Fischer jene Aeutzerungen getan haben, die ihm als sträfliche sozial- demokratische Betätigung so schwer angerechnet wurden. Auf die Frage, wo der Ersatz für das Regiment herkomme, soll er nach den Bekundungen v. Lengerkcs gesagt haben: Aus Ostpreußen. Dumm kämen die Ostpreußen zum Regiment, dort aber würden sie auf- geklärt und verließen sie das Regiment als Sozialdemokraten. Erst im Heere würden sie aufgeklärt. Als dann v. Lengerke meinte, im Kriegsfalle werde aber doch jede politische Meinungs- Verschiedenheit ausscheiden und alles einmütig gegen den Feind losziehen, soll, wiederum nach der Bekundung v. LengerkeS, Fischer gesagt haben:„Wenn gezögert wird, dann werden wir einmal ordentlich gegen den inneren Feind los- Zehen und alles kurz und klein schlagen." Die Bekundung des einzigen Zeugen, eben des Herrn v. Lengerke, der einige Wochen Fahnenjunker gewesen war, birgt schon von vornherein den absurdesten Widerspruch in sich. Denn der angebliche Sozialist Fischer soll sich auf einmal als wütendster Gegner des„inneren Feindes" geäußert haben! Oder sollte der Angeklagte sich mit dem aufdringlichen Fragesteller nur einen Scherz erlaubt haben? Dann wäre es doch sehr fraglich, ob nicht die ganze Unterhaltung einfach der Ausfluß einer lusfigen Laune war, auf die kein Pfifferling zu geben ist! Hinzu kommt, daß die ganze hochnotpeinliche Unter» s u ch u n g, die beim Regiment auf die schriftliche Denunziation Lengerkes hin unternommen wurde, auch nicht das gering st e Belastende gegen Fischer zutage gefördert hat. Daß Fischer Sozialdemokrat sei, konnte weder der Kompaniechef, noch der Feldwebel, noch irgendein Kamerad bekunden! Wohl aber mußten die Vorgesetzten ihm das Zeugnis eines„tüchtigen Soldaten" ausstellen. Daß in dem Regiment in irgendeiner Weise jemals ein« sozialdemokratische Agitation durch Wort oder Schrift auch n-ur versucht worden sein sollte, mußte ebenfalls ver- neint werden. Auch di« Kameraden, die in dem Coupe bei der Unterhaltung zugegen waren, konnten sich absolut nicht auf die an sich so widerfinnig en Aeutzerungen besinnen, die der Fahnenjunker a. D. ihrem Kameraden zuschrieb! Es war also nicht das geringste erwiesen, nicht das leiseste Verdachtsmoment gegen Fischer vorgebracht worden. Er selbst bestritt ganz entschieden, eine solche Aeußerung getan zu haben. Mehr noch: Die angeblichen Aeutzerungen Fischers schlagen einander derartig ins Gesicht, daß sie im Ernst gar nicht geschehen sein konnten! Und trotz alledem wurde der Angeklagte auf das wunderliche Zeugnis des An- gebers v. Lengerke hin zu drei Monaten Gefängnis ver- urteilt. Aber bei unserer Militärjustiz darf man sich ja längst nicht mehr über Unbegreiflichkeiten wundern! Der Kampf um die Arbeiter-Turuvereiue i« Bayern. In Neustadt a. d. Lisch hat der Bezirksamtmann Freiherr von Ausseß den Arbeiter-Turnverein für politisch er- klärt und verboten, daß Volksschlller und Fortbildungsschüler an den Turnstunden des Vereins teilnehmen. Dagegen ist vom Verein Beschwerde an die Kreisregierung in Ansbach eingelegt worden. Obwohl die Beschwerde noch nicht entschieden ist, sucht der Bezirks- amtmann sein Verbot durchzusetzen. So verbot er vor einigen Wochen, gelegentlich eines Festes des Arbeiter-Turmvereins, die Teilnahme der Schüler im Festzuge. Die Turner waren aber schlauer als der Bezirksamtmann. Sie stellten die Schüler 59 Meter vor dem Festzuge auf, so daß die auf- gebotenen Schutzleute und Gendarmen keinen Anlaß zum Ein- greifen hatten. Dieser Tage wurden nun 21 Zöglinge des Arbeiter- Turnvereins vor die Schulkommission aufs Rathaus geladen und durch einstimmigen Beschluß der Kommission zu je 2 Stunden Arrest verdonnert, weil sie vor dem Festzug hermarschiert waren und trotz des Verbots die Turnstunden weiter besucht haben. Zugleich wurde ihnen angedroht, daß die Arreststrafe auf vier Stunden erhöht und sie der Staatsanwaltschaft übergeben würden, wenn sie dem Turnverein nicht fernbleiben. Luch gegen diese Bestrafung haben die Eltern der Zöglinge Beschwerde eingelegt. Trotzdem wurde bereits ein Zögling durch einen Schutz» mann in den Arrest abgeführt. Also mit der Be» strafung von Kindern führt man in Bayern de» Kampf gegen die Arbeiterturnvereine. Auf ein tieferes Niveau ist der Kamps gegen die freiheitliche Arbeiterbewegung wohl kaum zu bringen._ Preuhische Jnsttz. Das Schöffengericht Ehrl st bürg(LandgerichlSbezlrk Elbing) hat gegen den Gauleiter Baude in Elbiug wegen angeblicher Uebertretung des§ 18 Ziffer 2 des Reichsvereins- gesetzes ein Urteil gefällt, dessen Begründung eine geradezu klassische Unkenntnis der Arbeiterbewegung verrät. Nur die wichtigsten Stellen aus der schriftlichen Urteilsbegründung: „Der Angeklagt« wird wegen Uebertretung gegen§ 18 Ziff. 2 de» Reichsvereinsgefetzes zu 15 M. Geldstrafe, im Nichtbei- treibungsfalle zu 3 Tagen Haft und ferner zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Gründe: Am 21. Februar 1914 fand in der Gasttvirtfchaft der Witwe Wert(füher von jtanel) in Christburg eine Versammlung de? Vereins organisierter Bauhandwerker statt. Sie war öffentlich, und der Angeklagte als Gauleiter im Bauarlbeiterverband hatte sie«inberufen und leitete sie. Es wurden in ihr erörtert zu- nächst VereinSangelegenheiten, nämlich Wahl deS VertranenS- manns und die Unterstützungseinrichtungen des Verbandes, ins» besondere di« Arbeitslosenunterstützung, ferner Tarifverhältnisse. Die obigen Tatsachen sind durch die glaubhaften eigenen An- gaben des Angeklagten für erwiesen erachtet. Werl er diese Ver» sammlung nicht bei der Polizeibehörde vorher angezeigt hatte, war gegen ihn einq Strafverfügung der Polizeiverwaltung in Chriftburg vom 1. April 1914 aus den§§ 5 und 13 Ziffer 2 des Reichsvereinsgesetzes ergangen und hat er rechtzeitig gegen sie auf gerichtliche Entscheidung angetragen. Er wendet lediglich ein, daß die Versammlung nicht eine politffche gewesen ist. Nach§ 5 des Vereinsgesetzes ist eine Versammlung anzeigepflichtig, wenn in ihr politisch« Angelegenheiten erörtert werden sollen. Dies ist nach dem Dafürhalten des Gerichts in der fraglichen Ver- sammlung entsprechend der Absicht des Veranstalters geschehen. Wer einen Einblick in die Verhältnisse der inneren Politik hat, der weiß, daß die Vereine und Beamten des Bauarbeiterver- bandes ihre Weisungen von der Leitung der sozialdemokratische« Parlamentsfraktio» erhalten und daß diese Vereine nicht nur soziale und wirtschaftliche Ziele verfolgen, fondern, gleichsam nur Einrichtungen der sozialdemokratischen Partei, erhebliche poli- tische Bedeutung haben, ferner daß jede Versammlung dazu be- nutzt wird, die bisherigen Mitglieder und etwa neu hinzu- tretende in der politisch-sozialdemokratischen Lebensauffassung zu befestigen oder für sie zu gewinnen. Deshalb ist eine solche Ver- sammlung, wenn in ihr auch nur Vereinsangelegenheiten in weiterem Sinne erörtert werden, eine politische;� denn der Verein und seine Ziel« sind politischer Art. Demgemäß war di« frag- liche Versammlung anzeigepflichtig, und da der Angeklagte sie ohne die vorgeschriebene Anzeige veranstaltet und geleitet hat, so ist er nach§ 5 Ziffer 2 des Vereinsesetzes strafbar. Die von der Polizeibehörde eingesetzte Strafe von 15 M. oder 3 Tagen Hast erscheint angemessen. Die S&stenentscheidung folgt aus§ 497 St.P.O. gez. Otto." Deutsche Gerichtshöfe haben schon oft bewiesen, welch ein fremdes und unbekanntes Gebiet ihnen die moderne Arbeiter- bewegung ist, aber was sich die Richter in Christburg da zu- sammenkombininert haben/ ist selbst für ostelbische Verhältnisse ein starkes Stück. Daß Zweigvereine einer Gewerkschaft von der„Leitung der sozialdemokratischen Parlamentssraktion" Weisungen empfangen, ist eine so originelle Entdeckung, daß sie berechtigten Anspruch auf ein Reichspatent hat. Es graut ihnen. Die neuen Steuerpläne der Regierung haben begreiflicherweise im Bürgertum alles andere denn angenehme Enipsindungen aus» gelöst. Die bürgerlichen Parteien haben die aufpeitschende politische Wirkung der bisherigen„Finanzreformen" zur Genüge kennen ge- lernt, um begreiflicherweise zu wünschen, eine Zeitlang von neuen Steuern oder auch nur Steuerplänen verschont zu bleiben. So stöhnl denn auch das nationalliberale„Leipziger Tageblatt" in einer Belrachtung über die jüngsten Steuerabsichten der Regierung: „Dennoch neigen wir dazu, die Meldungen von neuen Steuern vorderhand z» bezweifeln. Wir neigen dazu aus dem ganz einfachen Grunde, weil wir sie nicht wünschen. N i ch t a u s i r g e n d- welchen privatwirtschaftlichen oder egoistischen, sondern ausschließlich aus patriotischen, aus geradezu staatserhalleuden Erwägungen. Das fortwährende Zur-Aderlasien, diese auf das steuerliche Gebiet übertragene Nadelstichpolitik, verträgt nämlich auf die Dauer kein Einzelindividuum, kein Stand, keine Berufsschicht, kein Volk. Es geht nicht an, daß man der Nation vorredet: strengt euch nur diesmal noch recht an und tut kräftig Geld in die Staatssäckel; ihr werdet hinfürder nicht wieder belästigt. Und daß man lächelnd, als ob nichts gewesen wäre, im Jahre darauf wieder vor sie hin- tritt und mit den gleichen Redewendungen neue Opfer von ihr heischt. Unser Erwerbsleben und auch unsere Jndividualwirtschast brauchen zunächst einmal Ruhe." „Aus patriotischen, aus staatserhaltenden Erwägungen" wünscht das nationallibcrale Blatt keine neuen Steuern, denn letzten Endes kommen sie politisch der Sozialdemokratie zugute. Und davor grauts dem Bürgertum. Wäre keine Sozialdemokratie da, es würden frisch und munter und ohne Gebissensbisse dem braven Michel auch toefteritfn die Taschen aeplündert. Aber so--—- Und darum: Um Golte-Ztvillen Ruhe! Keine neuen Steuern! Auf welche Weise freilich das kommende Defizit gedeckt werden soll, vermag das nationalliberale Blatt nicht anzugeben. Der Kölner Kardinal gegen die„Kölner". Die Bachemiten suchen die Kundgebungen des Papstes gegen das deutsche Zentrum und die Christlichen Gewerkschaften immer wieder als den Ausflufi mangelnder Kenntnis der deutschen Ver- Hältnisse hinzustellen. Kardinalerzbischof Hartmann von Köln hat diese Ausflüchte zum Anlaß genommen, am vergangenen Sonntag in einer Versammlung in Krefeld folgendes zu sagen: Wir wollen die Entschließungen desHl. Vaters ohne Kritik hinnehmen, ist er ja berufen, zu entscheiden und zu wirken unter dem Beistand des Heiligen Geistes. Wenn immer gesagt wird, der Hl. Vater sei nicht richtig informiert über die Verhältnisse in Deutschland, so ist das ein g r o ß e r I r r t u m und eine Beleidigung für den Hl. Vater. Ich kann Ihnen nur versichern, und ich weiß es aus bester Quelle, aus dem Munde eines gewiegren Diplomaten, es gibt k c i n e M a ch t der Welt und kein Ministerium, welches so genau informiert ist wie der Hl. Varer, weil er in den Bischöfen der einzelnen Länder die b e st e n Informatoren hat, die ihn über alles unterrichten. Darum . ist es eine L ü g e und Unehrbietigkeit, immer wieder zu sagen, der Hl. Vater sei nicht genau informiert. Er ist genau informiert darüber, was in D e u t s ch l a n d vorgeht, und er wird alles tun. was notwendig ist für das Heil der Katholiken. So berichtet die klerikale.Niederrheinische VolkSzeitung� in Krefeld. Die.Kölnische Volkszciiung* hat über die Rede des Kölner Kardinals aus guten Gründen bisher kein Wörtchen verlauten lassen. Es ist überhaupt die neue Taktik der.Kölner', den Kölner Erz« bischof t o tz u s ch w ei g e n, weil seine Reden beim besten Willen nicht für die Kölncrei zu verwenden sind. Es wird behauptet, daß auch die Jndizierung Wackers aus den Kölner Kardinal zurückzu- führen sei, was wahrscheinlich genug, denn die auf den Index gesetzte Rede WackerS ist in der Kölner Erzdiözese, in Essen, gehalten worden. Für die Bachemiten isi die Situation wieder äußerst unbehaglich. Aus dem Dresdener Garnisonslazarett. Zahlreiche Uebergriffe eines Sanitätsunterofsiziers gegenüber Kranken, Wärtern und Sanitätssoldaten in der Geisteskrankenstation des Dresdener Garnison- l a z a r e t t s bildete den Gegenstand einer Verhandlung vor dem dortigen Oberkriegsgericht. Den Aerzten der Geisteskrankenstation war schon seit längerer Zeit bekannt, daß der 2S Jahre alte in Leisnig geborene Sanitätsunteroffizier Schneider nicht das richtige Geschick hatte, mit Untergebenen umzugehen. Schneider wird als unreifer Vorgesetzter geschildert und doch ließ man ihn an einer Stelle Dienst tun, wo doch ernste und gesetzte Männer hingehören! Endlich kam die Sache an den Tag und zur kriegsgerichtlichen Ahndung. Die damalige Verhandlung endete damit, daß das Gericht„vorschriftswidrige Behandlung und minder- schwere Fälle" annahm und aus die milde Strafe von 6 Wochen mittleren Arrest erkannte! Unter Anklage standen weit über 60 Einzelfälle, die aber zum Teil als eine fortgesetzte Hand- lung angesehen wurden. Zu den Angewohnheiten des Angeklagten gehörte es, die Untergebenen bei jeder Gelegenheit kräftig abzu- schütteln. Ein Soldat wurde mit dem Knie ins Gesäß gestoßen und ein anderer bei zehn verschiedenen Anlässen angepackt, abgeschüttelt und an der Halsbinde hängend in der Stube hin» und hergezogen. Andere wurden geschüttelt und dabei ins Gesicht geschlagen. Bei der Frühstücksausgabe wurden auch Ohrfeigen mit ausgeteilt. Ein Kranker, der sich nachts mal aufgedeckt hatte, ist vom Angeklagten j aus das nackte Gesäß geschlagen worden. Er sing an zu weinen und erklärte, er halte es nicht mehr aus und wolle sich das .Leben nehmen. Ganz arg hat es der Unteroffizier mit dem ' Kranken Schubert getrieben. Dieser Mann ist bei ungefähr 30 Anlässen ins Gesicht geschlagen, geknufft, gepufft, abgeschüttelt und an der Nase gezerrt worden. Der Angeklagte stellt alles als„Scherz" hin. In der Berufungsverhandlung war der Anklagevertreter mit dem Verteidiger der Ansicht, daß der Angeklagte nur aus„Ver- kennung seiner dienstlichen Stellung" gehandelt und lediglich„aus Zeitvertreib allerlei grobe Scherze" gemacht hat Seinem Antrage gemäß wurde die Strafe auf 5 Wochen mittleren Arrest herabgesetzt!! Gefterreich unö Serbien. London, 17. Juli. Die offiziöse„W e st m i n st e r Gazette" schreibt: Die albanische Frage und die österreichisch- serbischen Beziehungen sind im Augenblick zwei vonein- ander getrennte Fragen, aber alle Balkanfragen sind schließlich eins, und es ist keineswegs unwahrscheinlich, daß die österreichisch-serbi- schen Beziehungen durch den albanischen Wirrwarr kompliziert werden, der die serbischen Hitzköpfe offenbar in Versuchung führt. In Oefterreich-Ungarn sei die Ansicht weit verbeitet, daß versucht werde, die serbische Bevölkerung in der Monarchie zu bearbeiten, um eibe Losreißung derselben von Oesterreich vorzubereiten. Unter solchen Umständen könne man nicht erwarten, daß die Regierung untätig verbleibe. Serbien werde gut beraten sein, wenn es sich die Be- rechtigung der Besorgnis seines großen Nachbars vergegenwärtige und alles tue, sie zu zerstreuen, ohne auf einen Druck zu warten, der nach den Worten des Grafen Tisza kriegerische Verwick- l u n g e n bringen könnte. Eine solche Lage zwischen einer großen und kleinen Macht sollte zu keiner Gefahr Anlaß bieten, wenn die Großmacht sich hochsahrender Maßregeln enthalte, die den Stolz und die Würde des kleineren Nachbarn verletzen. Die Zeitung schreibt ferner: Wir hoffen und glauben, daß dies der Fall sein wird, soweit Oesterreich-Ungarn in Betracht kommt, aber die kleinen Balkan- Völker rechnen auf die Rivalität größerer Nachbarn. Wir hoffen, daß die Erfahrungen der Balkankriege eine ernüchternde Wirkung haben werden. Die Mächte waren damals während der ganzen Zeih entschlossen, Verwicklungen zu vermeiden. Wir hoffen auf eine gemeinsame Bemühung, diese Schwierigkeit zu lokali- sieren und daß die traurige ulriwii ratio, wie Graf Tisza sagte/ nicht einmal zur Erörterung zu kommen braucht. Eine zweifelhafte Meldung. Budapest, 17. Juli. Der Pestcr Lloyd hält gegenüber dem Bel- grader Dementi seine Meldung von der Erhöhung des serbi- schen Friedenspräsenzstandes auf 110 000 Mann auf- recht._ Der /wfftanö in Albanien. Durazzo, 17. Juli. Die mit immer größerer Bestimmtheit auf« tretenden Gerüchte von einem Angriff der Aufständischen auf die Stadt verursachen insbesondere unter der Bevölkerung der Vororte eine wachsende Beunruhigung.� Zahlreiche Fa« Milien aus den Vororten flüchten mit ihren Habseligkeiten in die Stadt und nehmen bei Verwandten und Bekannten Aufenthalt. Andere Verla ssen Durazzo. Unter den F r e i w i ll i g e n, die aus etwa ISO Rumänen, Oesterreichern und Deutschen bestehen, herrscht wegen der mangelhaften Unterkunft und Lebensverhältnisse Unzufriedenheit, so daß zahlreiche Freiwillige wieder heimreisen. Ebenso ver» lassen viele Mirditen Durazzo. Hierher gelangte Berichte aus der Umgehung V a l o n a§ besagen, daß die Notlage unier den Flucht- lingen unbeschreiblich sei, da es ihnen an allem Noiwendigen mangele._ Neuer Proteststreik in Petersburg. Petersburg, 17. Juli. Als Protest gegen die Unruhen in Baku streiken heute die Arbeiter großer und kleiner Betriebe Petersburgs. Die Gesamtzahl der Ausständigen beträgt 55lXX>. Arbeiter versuchten d e- monstrative Umzüge, wobei es zu Zusammenstößen mit der Polizei kam. Besonders erregt zeigte sich die Menge bei der Putilowbrücke, wo die Arbeiter viele Polizeibeamte durch Steinwürfe und Stockschläge verletzten. Die Polizei machte von Feuerwaffen Gebrauch. Zwei Arbeiter wurden dabei schwer und zwei leicht verletzt. Jtaüen. Zwei bedeutungsvolle kommunale Wahlsiege. Rom, lä. Juli.(Eig. Ber.) Die Kommunalwahlen vom letzten Sonntag, bei denen unsere Partei in vielen kleineren Gemeinden Oberitaliens ihre Stellungen erfolgreich behauptet hat, haben zwei vielsagende und schwerwiegende Ergebnisse gezeitigt: den Sieg des demokratischen Blocks in Neapel und des Bundes der Volksparteien in A n c o n a. Das Wahlergebnis in Neapel entreißt die Verwaltung der größten Stadt Italiens endlich jener berüchtigen Konsorterie, deren Mißwirtschaft so oft die Presse des In- und Auslandes beschäftigt hat. Sozialisten, Repu- blikaner und bürgerliche Radikale erobern gemeinsam die Stadt- Verwaltung und bieten so dem armen Volke von Neapel endlich die Möglichkeit, sich auf gesetzlichem Wege von der Berwalwngskamorra der herrschenden Clique zu befreien, die mindestens ebenso unHerl- voll ist, wie die Kamorra des Lumpenproletariats. Bemerkenswert ist, daß der Wahlsieg durch ein Bündnis der Vvlksparteien errungen wurde, dem die Sozialisten Neapels nur durch ihren Austritt aus der Partei beitreten konnten, da der Parteitag in Ancona«in für alle mal die Wahlbündnisse ausgeschlossen hatte. Das Resultat bestätigt die Ausführungen des sozialistischen Abgeordneten Lucci auf dem letzten Parteitag. Lucci erklärte damals, daß den Sozialisten in Neapel nicht die Wählermasse sondern nur die Kandidaten fehlten, mit denen sich eine Stadtverwaltung bilden ließ. In der Tat haben gerade die Namen der Sozialisten die größte Stimmenzahl erhalten. Während der Wahlsieg von Neapel eine vorwiegend praktische Bedeutung hat, kommt dem Ergebnis von Ancona«ine eminente prinzipielle Wichtigkeit zu. Auch in Ancona ist es zu einem Bund- nis zwischen Republikanern und Sozialisten gekommen, während die Anarchisten, als prinzipielle Gegner der Wahlbeteiligung, sich ferngehalten haben, aber dieses Bündnis hat die Billigung des Parteivorstandcs gefunden, mit Rücksicht aus die ausnahmsweise Situation, in der sich Ancona heute unter dem Anprall der Reaktion befindet. Die Kandidaten des sozialistisch- republikanischen Blocks waren ausnahmslos Opfer der sich an die Junitage anschließen- den Polizeiverfolgungencn und Komplottschnüffeleien und befinden sich zum größten Teil in Untersuchungshaft. ES ist nun zweifellos ein imponierender Beweis für die Kraft und die fest« Fügung der revolutionären Bewegung in Ancona, wenn sie in«inem Moment, wie dem heutigen, wo der überstanden« Schrecken alle Widerstands- kraft der Reaktion mobilisiert hat, die Stadtverwaltung zu er- obern vermag und als Kandidaten gerade die Persönlichkeiten wählen kann, an denen die Bourgeoisie sich eben anschickt, ihre Rache auszulassen. Die Regierung scheint aber das„Mene Tekel" nicht zu verstehen, das in den Wahlergebnissen von Ancona liegt: sie fährt fort, in den Marien und in der Rouiagna eine Verhaftung nach der anderen vorzunehmen. Die Reaktion spielt dabei ein recht gefährliches Spiel. ssugenöbewegung. Ein unverständliches Urteil. Das Königsberger Schöffengericht hatte kürzlich über den Einspruch des Vertrauensmannes der hiesigen Arbeiterjugend, Arbeitersckretär Franz Krüger, gegen drei polizeiliche Strasbefehle in Höhe von je 30 M. zu entscheiden. Zwei Strafmandate hatte Krüger erhalten, weil er zwei Jugendversammlungen, die die Polizei als politische ansah, nicht angemeldet hatte, das dritte, weil er den mit der Ueber- wachung beauftragten Beamten einen angemessenen Platz nicht angewiesen habe. In der ersten Versammlung wollte Krüger über das Thema„Die Entstehung und Entwicklung der Hirsch-Duncker- schen Gewerkschaften" sprechen; eingeladen hatte er dazu ihm be- kannte Jugendliche durch besondere Einladungen. Es lag also bestimmt weder eine öffentliche, noch eine politische Ver- sammlung vor. Die zweite Versammlung, in der Krüger über„Arbeiter- jugend, Jungdcutschlandbund und nationale Jugendpflege" sprechen wollte, wurde nach wenigen Worten des Referenten durch die Polizei gesprengt. Einen Platz hatten die Polizeibeamten nicht verlangt. Der Anklagevertreter führte u. a. aus, schon die Erwähnung des Jahres 1848 sei politisch(!). DaS Gericht bestätigte die polizeilichen Strafmandate und führte begründend aus, die erite Versammlung sei keine geschlossene, sondern eine öffentliche gewesen, weil der Personcnkrcis nicht ein bestimmter gewesen sei, auch seien in ihr politische A n g e- legenheiten erörtert worden. Die zweite Versammlung— die gesprengt worden war, ehe das Reerat gehalten wurde(!)— sei„aus öffentlichen Erwägungen" ebenfalls politisch. Dadurch, daß Krüger die Beamten aus dem Lokal gewiesen habe, habe er bekundet, baß er nicht die Absicht gehabt habe, einen Platz für den Ueberwachenden anzuweisen. Nach der Logik des Urteils, gegen das selbstverständlich B e- t u f u n g eingelegt werden wird, ist eine Versammlung, in der ein Sozialdemokrat spricht, gleichviel worüber und vor wem er spricht, immer politisch. Wenn solche Spruchpraxis Platz greifen sollte, so wäre es schon zweckmäßiger, der Polizei das Recht einzu- »räumen, alle Handlungen von Sozialdemokraten zu verhindern und zu bestrafen, ohne erst Gerichtsverhandlungen zu inszenieren. Tie JahrcSkonfrrcnz der Jugendausschüsse des Nicdcrrhcins. Am Sonntag den 12. Juli, kamen die Vertreter der Arbeiter- jugcndbewegung aus dem Bezirk Niederrhein in Essen zusammen, um den Geschäftsbericht entgegenzunehmen und bie Arbeit im neuen Geschäftsjahr zu beraten. Aus dem Geschäftsbericht, der gedruckt vorlag, ist zu entnehmen, daß die Arbeiterjugendbewegung im Bezirk wieder einen erfteulichen Aufschwung zu verzeichnen hat. Die Abonnentcnzahl der„Arbeiterjugend" stieg von 7384 auf 8SS3. Jugendausschüsse wurden 7 neu gegründet, zwei sind ein- gegangen und zwei andere sind größeren Orten einverleibt worden; die Zahl beträgt jetzt 35. Ein Bild kräftiger Vorwärtsbewegung zeigt der Stand der Jugendheime. 1911/12 waren 0 Herne mit 11 Räumen, i912/13 14 Heime mit 25 Räumen und jetzt 33 Heime mit 48 Räumen vorhanden. An Kosten werden im ganzen dafür auf- gebracht 8412,07 M. Die in den Heimen untergebrachten Biblio- theken umfassen 7573 Bände, außerdem liegt in den Heimen eine reichhaltige Zeitschriftenliteratur aus. Die rastlose Tätigkeit unserer Funktionäre geht ans der ge- leisteten Bildungsarbeit hervor. Im vorigen Jahre waren 228 Einzelvorträge mit 13 583 Teilnehmern verzeichnet. Diesmal waren es 372 mit 18 800 Teilnehmern. Unterrichtskurse haben 9 mit 443 Teilnehmern stattgesunden, Vortragsreihen 74 mit 2320 Teilnehmern. Künstlerische Veranstaltungen und Feste wnrden 117 mit 13 528 Besuchern abgehalten. Wissenschaftliche Führungen durch Museen, Ausstellungen, industrielle Anlagen usw. fanden 41 mit 1025 Teilnehmern statt. Durch die Betätigung auf dem Gebiete des Jugendschutzes sind den Jugendausschüssen von den Behörden viel Unannehmlichkeiten bereitet worden. An gewerkschaftlichen Jugendsektionen sind 11 mit 1414 Mit- gliedern vorhanden. Ein Zeichen der Opferwilligkeit ist die Fi- nanzierung der proletarischen Jugendbewegung. Insgesamt sind von den Jugendausschüssen zirka 34 000 M. Einnahmen aufgebracht worden, denen 31 352 M. Ausgaben gegenüberstehen. Um dem Dtangel an geeigneten Jugendleitern abzuhelfen, wurde eine Reihe Jugendleiterkurse abgehalten. Zu den in Berlin abgehaltenen Kursen wurden zwei Jugendleiter von Krefeld und Barmen delegiert. In lebhafter Weise wurde über den umfangreichen Geschäfts- bericht debattiert, Anregungen und Erfahrungen ausgetauscht, Vor- schläge zur Abhilfe bemerkbar gewordener Mängel gemacht. Die sozialdemokratische Jugendorganisation ber Schwel, konnte im Jahre 1913 an 22 Orten neue Sektionen gründen und hat ihre Mitgliederzahl auf 1500 Aktivmitglicder� erhöht. Von diesen Aktivmitgliedern sind 214 weiblichen Geschlechts. Das Organ der Jugendlichen erschien in einer durchschnittlichen Auf- läge von 3330 Exemplaren gegen eine DurchschnittSauflag� von 3275 Exemplaren im Jahre 1012. Das Verhältnis zur Gesamt- Partei und zur Gewerkschaft hat sich günstig gestaltet. Die frühe- ren Differenzen mit einzelnen Parteiorganisationen sind durch ein Abkommen behoben worden—> die organisatorische Unabhängig- keit der Jugendlichen ist völlig gewahrt, nur ist die Partei der „Alten" durch ein Mitglied der Geschäftsleitung der Sozialdemo- kratie, das aber keine beschließende Stimme hat, in der Zentrale leitung der Jungen vertreten. Hegen die Solöatenmißhanölungen. Die ungeheure Erregung, die im Volke über den Prozeß Luxemburg und die Soldatenmißhandlungen herrscht, kam«ich tn einer zum gestrigen Abend vom Wahlverein Steglitz«inberufenen öffentlichen Versammlung in prägnanter Weise zum Ausdruck. In Scharen waren die Zuhörer gekommen. Arbeiter und Bürger, Frauen und Männer, alle wollten dabei sein, wenn die düsteren Dramen de» Soldatenlebens, Schrecken der Kasernen, vor dem Forum der Oeffentlichkeit entrollt werden sollten. Frühzeitig war der Saal im„Birkenwäldchen" überfüllt. Viele mußte» stehen. Selbst vor den Fenstern staute sich die Menge. Wie der Vorsitzende Zachow zu Beginn der Versammlung«tt» teilte, habe der eine Referent, Rechtsanwalt Dr. L e v h, nicht er- scheinen können, da er noch nicht vom Prozeß KarSki aus Kiel zurück sein konnte. Dafür übernahm der andere Referent, ReichStagSadgeortmet« Dr. L e n s ch es, daS Thema des TageS in seinem vollen llmfang« zu behandeln. Der Referent ging zunächst auf de» Prozeß Luxemburg ein, den er als den merkwürdigsten Prozeß aller Prozesse bezeichnete, und der sicherlich auf immer vertagt bleiben werde. Sodann geißelte Redner mit großer Sachkenntnis und ätzendem Sarkasmus das Wesen unseres Militarismus und im Zusammenhange damit die Soldatenmißhandlungen sowie deren Ursachen. Wenn jährlich 300 bis 500 Selbstmorde und-versuche und 3000 Fahnenflüchtige zu verzeichnen seien, so sprächen diese Zahlen eine furchtbare Sprache. Ein bewaffneter und geschützter Vorgesetzter, der einen wehrlosen Untergebenen systematisch miß- handelt, hat keine Ehre.(Stürmische Zustimmung.) Einem solchen Lumpen sollten die Abzeichen vor der Front abgerissen werden. (Stürmische Zustimmung.) Leider urteilten die Kriegsgerichte nicht so, sonst könnten derartige Fälle nicht meist so aufreizend milde be- straft werden. Redner zeigte dies an besonders erschütternden Bei- spielen unter stürmischer Zustimmung der Versammlung. Kein Wunder, wenn dieser Rechtsprechung im Volke kein Vertrauen ent- gegengebracht werde. Das Versagen der Militärbehörde» im Kampfe gegen die scheußlichen Soldatcnmißhandlungen entspräche letzten Endes der Furcht um dir Disziplin und vor dem Erstarke» der Arbeiterklasse. Redner gab sodann noch einen historischen Abriß über die Ent» Wickelung der preußischen Armee und'schloß seine interessanten Ausführungen mit einem kampffrohen Ausblick unter dem tosende« Beifall der Versammlung. In der Diskussion forderte noch ein Redner die Eltern«ms, ihre Kinder unserer Jugendbewegung zuzuführen. Hierauf schloß der Vorsitzende die eindrucksvolle Kundgebung mit einem begeisterte« Hoch aus die Sozialdemokratie. Letzte Nachrichten. Die Stichwahl in Koburg. Kvburg, 17. Juli. Vorläufiges amtliche? Wahl- ergebnis. Bei der Stichwahl im Reichstagswahlkreffe Sachsen- Koburg--Gotha wurden von 17 123 Wahlberechtigten 14 970 Stimmen abgegeben. Es erhielten Fabrikant Arnold- Neustadt(Fortschritt- liche Volkspartei) 3178 Stimmen, Rechtsanwalt Hofmann- Hof i. B.(Sozialdemokrat) 5792 Stimmen. Arnold ist somit gewählt. Bei der Hauptwahl am 10. Juli erhielten H o f m a n n(Soz.) 5338, Arnold(Fortschrittliche Volkspartei) 5531 und Stoll(natl.) 3412 Stimmen. Kardinal Hartmann interpretiert. Köln, 17. Juli. Die„Kölnische Volkszeitung" meldet aus Kre- feld: Auf eine Ansprache Lensings-Dortmund in einer Vorstands- sitzung des A u g u st i n u s- V e r e i n s' zur Pflege der katholischen Presse erwiderte Kardinal H a r t m a nn- Köln u. a., daß er in seiner Rede vom vorigen Sonntag, in der er ausführte, die deutschen Katholiken sollten zum Papst Vertrauen haben, der stets ausge- zeichnet informiert sei, nicht den Tadel der Zentrumspartei im Hirtenbrief des Bischofs von Como im Auge gehabt habe. Daran habe er überhaupt nicht gedacht. Er billige die betreffende Stelle im Hirtenbrief des Bischofs von Como in keiner Weise und sei auch überzeugt, daß, wie er aus sicherer Quelle wisse, der Heilige Vater überhaupt keine Mißbilligung des Zentrums beabsichtige. EinigungSverhandlung in der Solluger Aussperrnug. Solingen, 17. Juli. Die Aussperrung der Solinger Arbeiter- schaft wird voraussichtlich unterbleiben. DaS Eini- g u n g s a m t, das heute als letzte Instanz vor der Aussperrung zusammentrat, hat sich auf Vorschläge geeinigt, bei deren An- nähme, durch die Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu erhoffen ist, daß die allgemeine Sperre vermieden wird. Die Generalversammlungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden morgen zu den Einigungsvorschlägen Stellung nehmen. Dir amerikanische Eiscnbahnerbewegung. Ehicagv, 17. Juli. Die Vertreter von 55000 Maschinisten und Heizern von 98 Eisenbahnen des Westens, die höhere Löhne verlangten und, wie gemeldet, keine Vermittolung annehmen wollten, haben jetzt die Vrrmittelnng der Bundesregierung angerufen. Jandorf's Woche A.Jandorf& C Es versäume Niemand von dieser äusserst günstigen Einkaufsgelegenheit ausgiebigsten Gebrauch zu machen! Beachten Sie unsere Schaufenster Wurstwaren Gervelat- od. Salamiwurst Pfand1.20 Thüringer Knoblauchwurst.1.40 Bauernbratwurst Pfand 1.15 Teewurst............. Pfand 98 PL Jagdwurst Pfund 95 PL Landleberwurst Pfund 85 Pt. Rot- od. Zwiebelwurst..... Prand 50Pt. Nusschinken... Prand 1.25 Schinkenspeck............ Pfund 98Pt. Speck P 58Pt, mager Pfund 75PL fett Butter und Käse Molkereibutter...- Ptand- Paket 60 PL. f, Molkereibutter-Pland- Paket 65 PL. Schweizer Käse.... Pfand 85, 95 PL. Tilsiter Käse.............. Prund 68 Pt. Limburger Käse Ptand 38 PL. Land- od. Kuhkäse 2 Stück 35 Pt. Camembert Käse Stack 18PL Harzer Käse............. 5 Stück 10 PL. Spittelmarkt Belle- Ailiancestr. Grosse Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser Damm Wilmersdorferstr. Lebensmittel Obst und Gemüse Nicht am Spittelmarkt. Mit bezeichnete Artikel werden nicht zugesandt. Verkauf nicht an Wiederverkäufer. * Frisches Fleisch im Ganzen Hammelkenle Pfund 9 Pf. Hammeldünnung Pid. 80 PL Kalbskamm....... Pfund 70 P. Kalbsbug Pland 75 PL. Kalbsbrust... Pfund 85 PL Pfand 85 PL Rinderkamm Pfund 75 P PL. * Kassler 1/ 2- Pfund- Paket Kaffee at 55, 60, 65 P. Kakao garantiert rein..... Pfand 68 Pt. Pudding Pulver geftirbt 5 Pak. 28 Pf. Gehacktes... Pfund, 60 Pf. Goulasch Pfund 60 Pt. Vordereisbein Pfund 35 PL. Schweineköpfe Pfund 20 PL Rückenfett Liesen Pfund Aprikosen Pflaumen Pfand 25 Pf. Pfand 18 Pf. Stachelbeeren............ 2 Pfand 15 PL Blaubeeren.... Pfund 25 Pf. Saure Kirschenland 23 Pf. Johannisbeeren...... Pfand 15 Pf. Australische Aepfel..... Pfand 25 PL Birnen Kartoffeln Ptund 20 PL 10 Prand 48PL Grüne Gurken... ak 8, 12, 15 PL and 45 Pf. Pfund 55 Pf. Grüne Bohnen Schoten Mohrrüben 80, 88 PL. Himbeersaft. n. 48. 90 PL. Apfelwein...... 3 Flasohen 98 PL. * Gänseklein 85 Pf. Frische Eier 75, 95m * Junge Gänse... Pfand 65, 73. * Gänserümpfe stack 2.50, 3.50 Frottier- Handtücher m.Kante weiss. 65,85,95P. Frottier- Bade- Laken fr Kinder. 95, 1.25, 1.65 Frottier- Bade- Laken od Damen 2.35, 2.75, 3.45 Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 776 b. Am Dienstag, den 14. Juli, verstarb unser Genosse, Restaurateur Karl Klatt Transvaalstr 17. der Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 18. Juli, nach mittags 43 Uhr, von der Leichenhalle des Philippus Apostel- Kirchhofes, Müllerstraße, Ecke Seestraße, aus statt. 229/10 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser am Gustav Nitschke durch Ertrinken gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 18. Juli, nachmittags 24 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes, Müllerstraße, Ede Seestraße, aus statt. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Franz Hufen Bintschstraße 9, am 14. Juli an Herzleiden gestorben ist. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 18. Juli, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. 122/6 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, den 14. d. Mts., verstarb nach langem, schwerem Leiden unser langjähriger Mitarbeiter, der Korrettor Richard Wilke. Ein ehrendes Gedenken bewahrt ihm Das Personal der Druckerei Otto v. Holten. Beerdigung: Sonnabend 25 Uhr in Stegliz, Gemeindefriedhof, an der Bergstraße. 2721b für Herren Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk N. Am Sonntag, den 12. Juli, verstarb unser Genosse, der Schlosser Gustav Nitschke Plantagenstraße 13, Bezirk 795. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 18. Juli, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes, Müllerstraße( Ecke Seestraße), aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 229/12 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rolltutscher Martin Benicke am 15.Juli im Alter von 70 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 18. d. M., nachmittags 3, Uhr, von der Leichen halle des Friedhofes in Ahrensfelde aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Geschäftsdiener Georg Kober Stück Mandel Pf. * Junge Hühner Beck 75,1.50 * Junge Enten.. Stack 1.95, 2.95 Bade- Artikel Bade- Mäntel weiss 2 Pfund 25 PL 2. Pland 15 Pt. 3 Piand 10 Pt. Wirsingkohl Kopt 8PL Weisskohl Kopf 12 PL. Tomaten ....... Pad 10, 15 PL Zitronen.......... Dutzend 25, 35 PL. Salat.... 3 Kopt 10Pf. Räucherwaren Pompiersche Flandern Pfund 30 Pt. Fett- Bücklinge 5 Stck 48Pt. Aale geräuchertland 1.10 Aale geräuchert Sardellen Lachs Matjes- Heringe geräuchert. 3.45, 4.50 Trikot- Anzüge für Kinder.... Kinder..... Bund 43 PL Pfund 58PL % Pfand 30 Pt. 9, 12, 15PT. 65,75,95 PL Bade- Mäntel m. Aermel u.Tasche 6.25, 6.95, 8.50 Schwimmhosen Kikot, für 15, 20, 35 PL. Trikot- Anzüge Trikot- Anzüge der Damen 1.65, 1.95, 2.25 Badekappen met 95 Naturkomm 95, 1.45 Sozialdemokratischer Wahlverein Lankwitz. Nachruf. Am Sonntag, den 12. Juli, verstarb unser Parteigenosse Gustav Hübner. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Danksagung. für Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange meines inniggeliebten Mannes sage ich allen Kollegen, Freunden, Bekannten und Verwandten meinen herzlichsten Dant. Witwe Anna Hoege geb. Schulze. Danksagung. 123A Allen lieben Freunden, Bekannten und den Kollegen meines verstorbenen Mannes, die mich während dessen langer Krankheit unterstügt, ferner den Genossen und Sängern sprechen wir für die bewiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden meines unerfeßlichen Gatten und Baters unseren tiefempfundenen Dant aus. Paula Kroll und Tochter Bouchéstr. 51. Danksagung. 9A Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Genossen Wieloch sowie den Kollegen der Firma Görlich und den Mitbewohnern des Hauses Insterburger Straße 17 unseren herzlichsten Dant. am 133 am 16. d. M. im Alter von 39 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der LeichenHalle des Neufölner Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der frühere Rolltutscher Paul Thier von der Firma Borchard u. Früh fahrt am 15. d. M. im Alter von 40 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 18. d. M., nachmittags 5 1hr, von der Leichen halle des Hedwig- Kirchhofes in Weißensee, Wörthstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 66/20 Die Bezirksverwaltung. Wilhelm Ziepke und Töchter. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unjeres guten Baters Albert Michaelis sagen wir allen Freunden, Verwandten und Bekannten, insbesondere Wedding, der Firma Schuchardt u. Schütte, den Mietern des Hauses Utrechter Straße 17 sowie dem Hauswirt Herrn Schubert und den BotenDanksagung. Für die zahlreichen Kranzspenden bet der Beerdigung unserer lieben Tocher Hildegard sagen wir allen Teilnehmern unseren besten Dank. 120A Familie Mathews. IM. wöchentl. Teilzahlung liefere elegante HerrenModen fertig und nach Maß Garantie für tadellos. Sitz und feinste Verarbeitung J. Kurzberg&. Maß- Schneiderei Gegründet 1898 Rosenthaler Straße 36 I. Etage Wir bitten genau auf Hausnummer 36 zu achten, da wir keine Filialen unterhalten. Monats- Garderobe! 4-500 getragene Anzüge für Herren: Smoting, Frad- und Schrod Anzüge( auch zu verleihen), Sommerpaletots sowie v. Ravalieren getragene, fast neue Sachen( a.Seide), j. jed. Figur pass. in größter Auswahl 3. unübertroff. Gummistoff, m. Trikotrand estmann Mohren- Strasse 37 a ( Kolonnaden) Gr.Frankfurter St.115 an der Andreas- Strasse Genaue Beachtung d. Hausnummer erbeten Nur 2 Tage allergrösste Preisermässigung! Loden- Pelerinen 130 cm lang, FrottéKostüme 875 1275 flir 2 Tage.. nur Lodenmäntel, PhantKosttime, echt engl Gummi- Mäntel, Staub Mäntel für 2 Tage nur Loden- Kostüme, echt holstein. Fabrikat, blaue KammgarnKostüme, seidene Mäntel 1950 für 2 Tage nur Reinseid. Kostüme, lange Plüschmäntel, elegante seidene Gummi mäntel, 300 Gramm leicht für 2 Tage nur 3425 Echte UlsterPaletots für 2 Tage nur 22.Echte Seal- PlüschMäntel, lang für 2 Tage nur 85.Echte Pelz- Mäntel lang, echte Felle 142.für 2 Tage nur Sonntags 8-10 geöffnet Pf. Eine Weltreise für 15 p pro Woche. billigen Preisen. 1Tr., deshalb billiger wie im Raden. Bereits 38000 Anmeldungen. Hirsch Kieferbaum, Straße 12/13 Arbeiter frauen der Borwärtsſpedition Müller- Gesundheits- Bibliothek Straße 34a unseren herzlichsten Dant. Witwe Emma Michaelis 1172 und Kinder. Jedes Heft 20 Ptg. Steiner versäume, den am vorigen Sonntag beigefügten Bestellschein sofort auszufüllen und einzusenden, um für nur 15 Pf. pro Woche die hochinteressante Weltreise mitzumachen. Sollte der Bestellschein verloren gegangen fein, genügt eine Postkarte an: ,, Durch alle Welt", Berlin- Schöneberg, Am Part 11 Wo? ist der schönste Ausflugsort? Immer noch ichelswerder, an der neuen beim Alten Freund. Heerstraße Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Ja jeratenteil verantw.; Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 193. 31. Jahrgang. 1. KeilU des Lsmörls" Knlim KldsdlÄ Aonnabknd, 18. Inli 19!�. Gewerkschaftliches. Terrorismus einer /lnftaltsüirektion. In B r ä u n s d o r f bei Freiberg(Sachsen) befindet sich eine große staatliche Erziehungsanstalt, der be sonders der Fürsorgeerziehung überwiesene Kinder und mindcrsährige Personen zugewiesen werden. Ein früherer Zögling dieser Anstalt steht seit einiger Zeit bei einem Spedi teur in Freiberg in Arbeit. Vor kurzem gerieten nun in der genannten Stadt die Fuhrwerksbesitzer und Spediteure mit ihren Arbeitern, besonders den Kutschern, in Differenzen, wobei es auch zu einem kurzen Streik kam. Bei dieser Ge- legenheit scheint der obenerwähnte Spediteur auch erfahren zu haben, daß sein Arbeiter, der ehemalige Zögling der An- statt Bräunsdorf, dem Transportarbeiterverband angehört. Durch ihn hat wohl auch die Anstaltsleitung Kenntnis er- halten, die nun eiligst folgendes Schreiben an den jungen, jetzt übrigens bereits 20 Jahre altenMann richtete: Königl. Anstaltsdirektion BräunSdorf. Herrn O... K... bei Herrn Spediteur B... Wie hier in Erfahrung gebracht worden ist, gehörst Du dem sozialdemokratischen Transportarbcitcrvcrband an. Wenn Du nicht umgehend Deinen Austritt aus diesem Verbände der Anstalts- direttio« anzeigst, wirst Du ohne Gnade in die Anstalt zurück- genommen werden. Nittels. Hier versucht eine staatliche Anstaltsdirektion, einen jungen Arbetter durch unzulässige Drohungen um sein Koalitionsrecht zu bringen. Zu diesem Vorgehen fehlt übrigens jeder Rcchtsgrund. Nur wenn sich ein Minder- jähriger einem liederlichen Lebenswandel hingibt oder Aus- schreitungen anderer Art begeht, könnte er wieder in die An- stalt genommen werden; aber auch nur bis zu einem Lebens- alter, das der jitnge Mann schon erreicht hat; das ist ein unerhörtes Verhalten einer Anstaltsdirektion. Ob sie dabei deu Wünschen des bestreikten Unternehmers gefolgt ist, läßt sich zwar nicht feststellen, doch spricht viel dafür. Dadurch würde die Sache aber nur noch schlimmer. Der Vorfall wird voraussichtlich im Landtage erörtert werden. Scrlin und Umgegend. Achtung, Schuhmacher l Bei der Firma Hamann u. Co., Michael» kirchstr. 16, ist es zur Arbeitsniederlegung gekommen. Infolge von Lohndifferenzcn kam es zwischen dem Unternehmer resp. dessen Ver» treter und den Arbeitern zu scharfen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf zwei im Hirsch-Dunckerschen Gewerkverein organisierte Zwicker wegen beleidigender, aber bestrittener Aeutzerungen entlassen wurden, worauf die im Zentralverband organisierte» sowie die übrigen Kollegen und Kolleginnen sich mit den Entlassenen solidarisch erklärten. Angeknüpfte Verhandlungen führten weder in der Lohn- frage zum Ziel« noch zur Wiedereinstellung der Entlassenen. Zentralverband der Schuhmacher, Ortsverwaltung Berlm. Deutsches Neich. Der Streik der Holzarbeiter der Steck-Pianofabrik in Gotha ist vorläufig als beendet zu betrachten. Nach achtwöchigem, ruhig verlaufenem Kampf ist zunächst von den 60 Polierern die Arbeit wieder aufgenommen worden, nachdem die Fabrikleiwug bestimmte Zusagen gegeben hatte. Die übrigen Branchen werden nach und nach in den Betrieb zurückkehren, um Stockungen zu vermeiden. Streikbrecher aus den Reihen der Streikenden find nicht zu ver» zeichnen. Sollte indessen das von den Polierern Geforderte von der Direktion abermals nicht in vollem Umfange bewilligt werden, so stellen diese innerhalb einer Woche die Arbeit wieder ein. Es handelt sich um eine kräftige Abwehr fortwährender Verschlechte» rungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in diesem erstklassigen Betriebe. Von den 400 in den Streik eingetretenen organisierten Holzarbeitern sind inzwischen mehr als 100 von Gotha abgereist und anderwärts in Arbeit getreten. In der Fabrik wurden während des Streiks verschiedene Erweiterungen und Neuerungen vorgenommen I_ Der Kampf in den Linke-Hofmann-Werken beendet. Die ausgesperrten Arbeiter der Linke-Hofmann-Werke haben mit 3007 gegen 400 Stimmen Abbruch des Kampfes unter den nachstehenden Bedingungen beschlossen: Die Direktion erklärt, daß sie nicht die Absicht hat, die mitt- leren Dnrchschnittsverdienste der einzelnen Arbeitnehmer-Kategorien, wie sie bisher bestanden haben, zu verringern. Es werden Aenderungen an den im Werk gültigen Akkorden nur vorgenommen, wenn sie durch Vereinfachungen, technische und betriebstechnische Verbesserungen oder Massenarbeit begründet sind. Bei Massenarbeit wird die'Mindeststückzahl, für die der Akkord gilt, zugegeben. Bei Akkordfestsetzungen, bei denen sich bei fleißiger und fach- gemäßer Arbeit herausstellen sollte, daß mit der Festsetzung eine Härte verbunden ist, soll auf Antrag der beteiligten Arbeitnehmer eine Nachprüfung und gegebenenfalls eine Erhöhung stattfinden. Die am 22. Mai 1912 für die Gießerei getroffenen Be- stimmungen bleiben bestehen. Soweit die Dieselmotorarbeit schlechtere Perdienste gewährt, soll ein Ausgleich durch besser bezahlte Arbeit möglichst herbei- geführt werden. Die Direktion wird weder eine Antastung des Koalitions- rechtes noch eine Agitation in den Werkstätten, ganz gleich für welche Organisation, dulden. Eine Bevorzugung oder Benachteiii» gung der Arbeiter wegen ihrer Organisationszugehörigkeit wird nach wie vor nicht stattfinden. Es soll versucht werden, jeden Arbeitnehmer wieder auf seinen von ihm verlassenen Platz zu bringen, soweit es die Be- triebsverhältnisse und die Rückficht auf die zurzeit im Werk ar» bettenden Leute zulassen. Fremde Arbeiter werden bis zum 16. September 1914 nicht eingestellt, ehe nicht die ausgeschiedenen, die den betreffenden Platz besetzen könnten, berücksichtigt worden find. Die Ein- stellung derjenigen Arbeitnehmer, die bis zum Tage des Friedensschlusses von den Linke-Hofmann-Werken einberufen sind, wird da- durch nicht berührt. Bei der Wiedereinstellung werden die älteren und verheirateten Arbeitnehmer möglichst zuerst berücksichtigt. Maßregelungen werden nicht stattfinden. Das Resultat der Abstimmung war im einzelnen folgendes: Es stimmten Insgesamt Ja Nein Metallarbeiter... 1L30 1544 283 Fabrikarbeiter... 481 437 93 Holzarbeiter... 479 389 25 Transportarbeiter. 316 290 26 Hirsch-Dunckersche. 237 234 13 Maler..... 185 123 11 3424 8007 446 15 Stimmen waren ungültig. Niemals ist ein so schwerer wirtschaftlicher Kampf so ruhig und würdig geführt worden als dieser. Da haben viele Tausende Arbeiter fast ein halbes Jahr hindurch Not und Sorge getragen. Sie haben die Massen der Arbeitswilligen anrücken sehen, mußten sich öffentllch verhöhnen und beschimpfen lassen. Und doch blieben sie ruhig und besonnen. Nicht ein einziger Fall von Ausschreitung, trotz aller Herausforderung, trotz des manchmal sehr scharfen Vorgehens der Polizei und der Gerichte. Wer so diszipliniert ist, por dem muß man den Hut ziehen. Die Art, wie die Arbeiter der Ltnke-Hofmann- Werke ihren gerechten Kampf führten, sichert ihnen ein bleibendes Denkmal in der deutschen Arbeiterbewegung. Mit einem solchen Gegner hatten die Letter der Werke auch nicht gerechnet. Sie glaubten vielleicht, daß es ihnen möglich fein werde, die Arbeiter im ersten Austurnf niederzuwerfen. Zuversichtlich diktierten sie schon in den ersten Tagen des Kampfe? die Friedens- bedingungen. Völlige Unterwerfung,' das war das Mindeste, was sie von ihren Arbeitssklaven verlangten. Vom ersten Tage des Kampfes an haben die Arbetter ihre Friedensliebe betont. Sie stellten keine Forderungen, sie wollten keine Vorteile, die über den Rahmen des alten Arbeitsverhältnisses herausgehen würden. Nur die Akkordkürzungen sollten auf» gehoben werden. Daran aber glaubten sie festhalten zu müssen. Das war der Gedanke, der sie alle zusammen- schweißte. � Die freiorganisierten Arbeiter aller beteiligten Organisationen, die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinler, ja auch die Christlichen standen einig und fest dem übermütigen Kapital gegen- über. Nur die katholischen Fachvereine dürfen neben dem sehr ver- dächtigen Werkverein den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, Arbeitswillige geworden und ihren Brüdern im schwersten Kampfe in den Rücken gefallen zu sein. Mögen sie das mit ihrem frommen Gewissen abmachen. Den Lohn ihres Verrates ernten sie nicht, denn nicht als Geschlagene kehren die Ausständigen ins Werk zurück. Ihnen ist der Ruhm beschieden, einen gewaltigen toirtschaft- lichen Streit ehrenvoll ausgekämpft zu haben. Sie können mit Recht erhobenen Hauptes durch die Fabriktore ziehen. Steigerelcnd. Aus Essen wird uns gemeldet: DaS immer mehr um sich greifende System der Strafarbeit für Steiger scheint wieder ein neues Opfer gefotdert zu haben. Mittwoch mittag wurde auf Zeche Helene iu Alten eisen der Steiger van Dyck wegen ungenügender Leistung wieder in die Grube gejagt. Ob nun dem übermüdeten Mann ein Unglück widerfahren oder ob er sich ein Leid angetan hat, ist noch nicht bekannt, aber bis Freitag früh 91/2 Uhr ist er trotz allen Suchens, an dem sich auch die Polizei mit Polizeihunden beteiligte, nicht gefunden worden. Ausland. Drohende Aussperrung der schottischen Mhlengräber. London, 16. Juli 1914.(Eig. Berh Ein Riesenkampf droht wieder in der britischen Bergwerks- Industrie auszubrechen. Das Abflauen der Konjunktur hat in der schottischen Montanindustrie, die das Sinken der Preise meist zuerst fühlt, die gespanntesten Beziehungen zwischen Arbeitern und Arbeit- gebern geschaffen. Wie in anderen Revieren Großbritanniens steigen und sinken auch in Schottland die von den paritätisch zusammen- gesetzten Einigungsämtern festgesetzten Mindestlohnsätze der Bergarbeiter mit den Kohlenpreisen. Laut Vertrag be- steht meist eine Gruppe Zechen, deren erzielte Preise für die Akkordlohnhöhe maßgebend ist; einer gewissen Prcisbewccgp-g entspricht eine gewisse Lohnbewegung, dir auf Antrag der Arbetter oder Arbeitgeber im EimgungSamt eckfolgt. Diese allgemeinen Mindestlohnsätze sind nicht zu verwechseln mit den von den Mindesi- lohnämtern festgesetzten individuellen Mindestlöhnen, die-gesetzliche Sanktion haben und ohne Rückficht auf die Menge des Arbeits- Produktes bezahlt werden müssen. Das Steigen und Sinken der Löhne mit den Preisen trnrd während einer Prosperitätsperiode nicht als ungerecht gefühlt; erst wenn die flaue Zeit ein» setzt, wie hente, wenn die ganze Lebenshaltung der Arbeiter aufs schlimmste bedroht wird, tritt die Unhaltbarkcit des Systems kraß zutage. Die miteinander konknrrierenden Unter- nehmer nnierbieten einander und schließen zu Schleuderpreisen Liefernngskontratte ab in dem Bewußtsein, daß die Löhne ganz automatisch fallen müssen. Die Arbeitskraft der Bergarbeiter wird auf dem Markte verschleudert, ohne daß die Arbeiter bei der Verwendung ihres einzigen Kapitals das geringste mitzusagen haben. So ist es jetzt in Schottland gekommen. Die Arbeitgeber verlangen im EimgungSamt eine Lohnreduktion nach der anderen. Vor etlichen Wochen noch wurde ihnen eine Lohnverkürzung voa 6� Proz. vom Grundlohne(gleich 3 Pence den Tag) gewährt und zur» zeit verlangen sie wieder eine Lohnreduktion von nicht weniger als 25 Proz Dagegen sträuben sich natürlich die Bergarbetter. Sie haben nach Mitteln gesucht, um diesem Sinken der Löhne Einhalt zu gebieten, und glauben in der Beschränkung der Produktion dieses Mittel gefunden zu haben. Sie sagen sich: Wenn dieses System der Lohnregelung beibehalten werden soll, dann muß es uns auch kleines Feuilleton. C5n Kniff. Ein Fräulein Madeleine vom Metropoltheater hatte in einer Hamburger Zeitung den modernen bürgerlichen Männern das Recht aus den Schillerkragen abgesprochen, da besagter Kragen eine freie Tracht sei. Im Hinblick auf den ästhetischen Charakter des Kragens und auf die großen revolutio- nären Kämpfer aus der historischen Frühzeit des Bürgertums hatte sie damit durchaus recht. Wir übernahmen also die Bezeichnung „Tracht der Freihei t", als wir den Vorgang kurz glossierten. In der„T ä a l. R u n d s ch a u" hat sich nun aber ein F. H. gefunden, der die polemische Kunst versteht, eine„Tracht der Freiheit" in eine„Zeit der Freiheit" zu verwandeln. Auf diese Weise wird uns also der llnsinn aufgehalst, daß wir die schmachvolle Periode, die Schiller in„Kabale und Liebe" festgehalten hat, eine „Zeit der Freiheit" genannt hätten. Um der ganzen Sache mehr Würze und Kraft zu geben, setzt F. FL„Zeit der Freiheit" als wärt- liches Zitat in Anführungsstriche, während sich bei uns selbstver- ständlich weder die Worte noch der Inhalt finden. Ist F. Ii. wirk- lich so von journalistischer Stoffarmut geplagt, daß er sich in langen Artikeln über selbstfabrizierte Zitate entrüsten muß? Reinhardts Vorläufer. Er hieß Frankoni, und sein Name ist in der Geschichte des Zirkus das, was der Iiame Reinhardts in der des Theaters sein wird. Der nach ihm benannte Zirkus, der, an- fänglich eine englische Reiterbude, kurz vor der großen Revolution von einem Engländer in Paris begründet war, ging im Jahre 1809 an- Frankonis Söhne über. Es wurden dort neben Zirkusauf- führungen damals schon große Mimodramen gegeben, bei denen die ganze Familie Frankoni, besonders die. Gattin des einen, die schöne Minette Frankoni, mitwirkte. Aber erst" nach dem Brande des Zirkus im Jahre 1826 und der Wiedereröffnung des Neu- baues im Jahre 1827 wurde aus dem Zirkus das Theater der 5000. Nach der Revolution von 1830 wurden hier fast nur noch große Nationalspektakelstücke ausgeführt, zu denen der Zulauf so ungc- hckuer war, daß man nicht selten erst nach einer Wartezeit von 14 Tagen eine Einlatzkarte erhalten konnte. So wurde das ganze Leben Napoleons von der Schule von Brienne bis zu seinem Be- gräbnis auf St. Helena in zehn Vorstellungen aufgeführt, wobei die herrlichen Dekorationen, die reichen und ganz getreuen Kostüme, das Schlachtengewühl usw. die Hauptrolle spielten. Literarischen Wert hatten diese Werke nicht. Sie waren nämlich nach den An- gaben des Direktors von Mitgliedern der Truppe(Dramaturgen also!) zusammengestoppelt. Dagegen waren die Inszenierungen so vortrefflich, daß sie allgemeine Bewunderung erregten: Horace Vernet besuchte sie, um seine Schlachtgcmälde möglichst lebendig darstellen zu können. Wer nie einer Schlacht beigewohnt, konnte sich hier mitten in einer denken. Dabei waren die Pferde dieser Kavallerie so vortrefflich dressiert, daß sie die erstaunlichsten Dinge, wie das Erklimmen steiler Felsberge usw. mit der größten Ge- schicklichkeit verrichteten. Was will dagegen das„Mirakel" sagen? Neue Tricks von„Hotelratten" und Juwelrndicbcn teilt Prof. Dr. R. A. Reiß im Julihest der neuen„Deutschen Strafrechts-Zei- tung" mit. Unter den Hotelrattcn finden sich häufig Leute, die angesehenen, ja hochstehenden Familien angehören. So war der berüchtigt« G. d« T. der Sohn eines hohen spanischen Beamten und von alter aristokratischer Herkunft. Er behielt auch in seiner Ver- brecherlaufbahn die Gewohnheiten und Sitten seiner ursprünglichen Kaste bei und hatte z. B. mit einem seiner Kollegen, einem fran- zösischen Grafen, der gleichfalls Hoteldieb war, drei regelrechte Duelle. Der andere, den er den Nachforschungen der Polizei ent- zog, hatte ihm nämlich seine Frau entführt. Bei dem letzten Duell tötete er seinen Gegner; ein südfranzösisches Gericht sprach ihn frei. G. de T. widmete seine Mutzestunden gelehrten Studien und veröffentlichte ein dickes Buch über die italienische Freiheits- geschichte, zu dem er viel Material von angesehenen Historikern und Gelehrten bezog, die natürlich keine Ahnung hatten, mit wem sie arbeiteten. Vor zwei Jahren erhängte er sich in einem spanischen Untersuchnngsgesängnis ans Zorn darüber, daß ihn gerade die Polizei seines Vaterlandes erwischt hatte. Wie die moderne Hotel- ratte, so arbeitet auch der moderne Juwelendieb mit den raffinier- testen Mitteln, so daß er nur schwer ertappt werden kann. Sehr geschickt ist z. B. folgender Trick: In eines der feinsten Parffer Juwelengeschäfte kommt ein elegant gekleideter Mann, dem man sofort den Amerikaner ansieht. Er kauft einen Ring für einige hundert Franken und zahlt sofort. Ein paar Tage später läßt er sich dann wertvolle Perlen zeigen, um für feine Braut ein„Pen- dentis" daraus machen zu lassen. Er entschließt sich für eine Perle von 30 000 Fr. und zahlt mit. einem Scheck auf eine amerikanische Bank in Paris, der glatt eingelöst wird. Nqch einigen Tagen er- klärt er, er wolle noch ein« andere ganz gleiche Perle haben, um daraus Ohrringe machen zu lassen. Er bezahle dafür jeden Preis und bittet den Juwelier, da er nach Amerika fahren müsse, die Perle für ihn zu suchen; er solle ihm diese neue Perle bis zu seiner Rückkunft aufbewahren. Der Juwelier erhält nach 14 Tagen die gleiche Perle, wie die von dem Amerikaner gekaufte, angeboten; sie kostet aber 120 000 Fr. Da der Preis ihm sehr hoch scheint, tele- graphtert er an die ihm angegebene Adresse in Netvhork und er- hält die Antwort„Kaufen!" Da er zu seinem„Amerikaner" das vollste Vertrauen hat, ersteht, er die Perle; der aber kommt nicht wieder, denn es war ja seine 30 000 Fr.-Perle, die er an den Händler wieder für 120 000 Fr. verkaufen ließ. Tatarisches Theater. Wohl erscheinen eine Reihe politischer Zeitungen und Zeitschriften in tatarischer Sprache, doch fft die rein künstlerische Literatur erst im Entstehen begriffen. Auch in dem Kulturleben der Tataren war es die russische Revolution, die geistig anregend und befruchtend gewirkt hat; 1904, im Jahre der beginnenden russischen Revolution, wurde das erste tatarische Theater gegründet, die tatarische Bühne feiert somit jetzt ihr zehn- jähriges Jubiläum. Allerdings ist das Theater der kaukasischen Tataren schon etwas älter, aber es hatte nur lokale Bedeutung, da die darin aufgeführten Stücke in einem Dialekt geschrieben waren, der nur den kaukasischen Tataren verständlich ist. Während des zehnjährigen Bestehens der tatarischen Bühne sind eine Reihe Dramen aus dem tatarischen Volksleben erschienen und aufgeführt worden. Zur Aufführung dieser Stücke hchhen sich zahlreiche Lieb- habervereine gebildet, außerdem werden sie auch von zwei Gc- nossenschaften gespielt, deren Mitglieder Berussschauspieler sind. Charakterisffch ist es, daß die Kaufmannschaft und die übrigen wohlhabenden Tataren wenig Interesse für ihr eigenes National- theater zeigen. Den Stamm der Theaterbesucher bilden Arbeiter, Bauern, ischüler und Studenten. Humor und Satire Die Quellen des HumorS. Rot strahlt die Sonn' wie ein Kazike, Die Hitze sendet Well' um Well' Und treibt infolge der Physile Den Schweiß durch Leinen und Flanell. Sogar der leichte Strohhut preßt mich, Die„kalte Dusche" selbst macht scfilvül, Und auch die tollste Dummheit läßt mich. Verdammtes Wortspiel!— heute kü h ll Es preist die Zeit der sauren- Gurken, Wer ungern etwas Bitt'res liest, Indem für uns, die Presseschurlen, Der Stoff mal nicht so reichlich fließt. Doch dies erklärt sich sonder Mühen, Weil alles jetzt im Urlaub ist, Was sonst für unsrer Bosheit Blühen So reichlich sorgt durch vielen Miftl Dies eben ist eS t die bekannten Soliden Quellen für Humor: Minister, Fürsten, Fabrikanten— Ziehn jetzo die Erholung vor. Jedoch getrost! Sie nehmen ihre Geschäfte baldigst wieder auf. Dann geht der Kurs auch der Satire Rapid und plötzlich wieder'rauf! K n a x. Notizen. —©in ausgezeichneter Volksbilldner ist in dem Wiener Professor Eduard R e h e r in Jena gestorben. Er wcir Geologe von Beruf und hatte eine gar strenge Lebensauffassung. Er gestaltete die Bibliotheken des Wiener Volksbildungsverems (10 Heller monatlich) zum Großbetrieb aus und gründete später den Verein Zentralbibliothek(40 Heller monatlich und 2 Heller pro Band), der heute 19 Filialen mit 564 000 Bänden und 5 Millionen Entlehnungen jährlich zu verzeichnen hat. Dabei sind von den 3 Millionen Gesamtausgaben seit 1898 nur 41 000 Kronen von Staat und Gemeinden gedeckt worden. — D i e Parsifalitis. Nach der„Berliner Theater» Woche" ist der„Parsifal" seit dem 1. Januar, wo er frei wurde, allein in Deutschland 320mal gespielt worden, davon an der Berliner Oper 48mal, an der Charlottenburger Oper 45tngl. In Oesterreich hat die höchste Aufführungszahl die Wiener VolkSoper mit 35; erst nach ihr kommt die Hofoper mit 27. —©in weißer Rabe. Wer für den in Liegnitz zu er» richtenden Bismarck-Turm hundert Mark gibt, kommt auf eine Ehrentasel. Als Protest gegen diese Eitetteit spendete ein Stadt- verordneter einen Pfennig weniger, nämlich 99 M. und 99 Pf. Damit sein Name nicht überliefert würde. Aber nun wird er erst recht überliefert, denn es wird gemeldet, daß dieser weiße Rabe aus den Namen Gabriel hört. So hat er einen Pfennig gespart und einen feinen Ruhm gewonnen. gestattet werden, regulierend auf dem Kohlenmarkt einzugreifen. Der schottische Bergarbeitervcrband hat demnach nach reiflicher Ueberlegung beschlossen, vom 27. Juli ab seine Mitglieder nur an vier Tagen in der Woche arbeiten zu lassen. Damit soll einerseits dem Sinken der Kohlenpreise Einhalt geboten werden und andererseits die Arbeitsgelegenheit im Ichottischen Revier besser verteilt werden. Diesen Beschluß haben die schottischen Werksbcsitzer mit der Drohung, alle ihre Arbeiter— über 100 OCX) an der Zahl— auszusperren, beantwortet. So wird es vorcmssichtlicht in weniger als 14 Tagen zu einem großen Kampfe kommen, dessen Ausdehnung und Dauer noch nicht zu übersehen ist. Es ist zum Beispiel noch nicht klar, welche Rolle in dieiem Konflikt der Gesamtverband der Bergarbeiter Groß- britannienZ spielen wird. Auf der letzten Jahreskonferenz in Scarborough versprach er den Schotten seine Unterstützung, wenn man versuchen sollte, ihre Löhne auf weniger als 7 Schilling den Tag herabzusetzen. Der schottische Hauerlohn beträgt zurzeit genau 7 Schilling den Tag. Die schottischen Arheitgeber verlangen, diesen Lohn jetzt um 2b Proz. vom Grundlohn auf 6 Schilling zu reduzieren. In einigen Tagen wird die Konferenz der Bergarbeiter- Föderation Großbritanniens zusammentreten, um die schottische Frage zu diskmieren. Es wird sich darum handeln, entweder den Schotten finanzielle Unterstützung zu gewähren oder die schottische Aus- sperrnng mit einem Kampf auf der ganzen Linie zu beantworten. Die Schotten weisen darauf hin, daß sie nicht allein für sich, sondern für die ganze Bergarbeiterschast kämpfen; denn ließen sie Heu Dingen ihren ungestöricn Lauf, so würde die Preispolitik der schottischen Werksvesitzcr, die mit den englischen Zechen selbst in London konkurrieren, in kurzer Zeit das Herabstürze» der Löhne auch in den englischen und walisischen Revieren zur Folge haben. Die viertägige Arbeitswoche ist in Schottland nichts Neues. Die Bergarbeiter Lanarkfhires, des größten schottischen SievierS, wandten diese Methode der Pcoduktions- einschränkung schon vor Jahren erfolgreich an. Heute aber wird sie zum ersten Male auf ganz Schottland angewendet werden. Auf der schottischen Bergarbeiterkonferenz, die den Beschluß, vom 27. Juli an nur an vier Tagen in der Woche zu arbeiten, endgültig faßte, erklärte der Vorsitzende des schottischen Verbandes, Genosse Smillie, der auch dem allgemeinen britischen Verbände vorsteht:.Wenn uns die Arbeitgeber aussperren, werden wir ihnen den längsten Kampf liefern, den wir ihnen je geliefert haben'. Rom mtd die englische Arbeiterbewegung. London, 19. Juli 1914. fEig. Ber.� JSstm der iprmer mehr der Einigung und inneren Festigung zustrebende» englischen Arbeitecßewcgutig in der nächsten Zukunft oie Leidcnsstarion der religiösen Zersplitterung nicht erspart bleibt, so wird die römische Geistlichkeit Englands sicher nicht daran schuld- loS sein. ES vergeht kaum ein Monat, in dem man nicht über einen neuen Versuch der Würdenträger der römischen Kirche, die Arbeiter- bowegung GriischritannienS entweder zu beeinflussen oder zu spal- ten, berichten könnte. Zurzeit lagt in Cardiff dep Nationole Katho- lisch« Kmrgreß, der in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit des Publikums haupsächlich wegen seiner Beschäftigung imt der poli- tischen und gewerkschaftlichen Arboiterbewegung auf sich gezogen hat. Auch, in diesem Jahre Hot sich der Kongreß wiederum eingehend mit denselben Frozen beischöstigt. Der Kongreß tagt tn Abteilungen rn verschiedenen Sälen der Stadt. In der Gewerkschaftsabteilung wurde diesmal eine Riesolution angenommen, in der Mac Donald und Snowden aufgefordert wurden, den Sozialismus in klarer und unzsoeideutiger Weise zu definieren. Der Kardinal Bourne, der den Angrtf auf die politische und gewerkschaftlich« Bewegung der englischen Arbeite? zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat, erklärte zu der Resolution, daß die Frgge, die die Delegierten diskutiert hätten, näinlich daß sich der Sozialismus in der Verkleidung de? Radikalismus zeige, für die Katholiken von besonderem Interesse sei. Er halt« eS für gut, daß die katholische jkirche eine Schar er- gebener Männer besitze, die sowohl Gewerkschaftler wie loyale Söhne der Kirche seien. Dam: kam dar Kardi»al auf die Schul- finge zu sprechen. Wie erinnerlich sein wird, hat der britische Ge- Werks chaf! Skongreß auf Betreiben der. Katholiken die bis vor wenigen fahren beständig anstandslos diskutierte Frage der relich.onSloien Erziehung, für die stets die gewaltige Mehrheit der englischen Gewerkschafter zu haben war und noch zu haben ist, von dar Tagesordnung abgefetzt. Im Anschluß daran meinte nun der Priester, daß dieses Beispiel schlagend beweise, waS«in« cnt- ichlossene katholische Minderheit tun könne. Für den Erfolg der Arbeiterbewegung sei eS nicht nötig, daß diese sozialistische Theorien in sich aufnehme, und die katholischen Gewerkschafter täten ihren Kollegen einen Dienst, wenn sie auf die Gefahren hinwiesen, die dadurch nicht nur den katholifchen Gewerkschaftern, sondern auch der ganzen Arbeiterbewegung vollständiger zerstören und zer- splittern, als ihre Identifizierung mit dem Sozialismus. Dann kani der Kardinal Bourne auf die Ehescheidung zu sprechen..Die Erleichterung des EhefcheidungSverfahrens, das heute in England nur den Reichen dient, ist in den letzten Jahren namentlich von der politisch sehr tätigen, e�wa 40 OCX) M-itglieder umfassenden Ge- Nossenschaftsgilde der Arbeiterfrauen propagiert worden. Diese Tätigkeit der ausschließlich aus Hcinsfirnien der Arbeiterklasse bestehenden Organisation war dorn katholischen Klerus ein Dorn im Auge. Er wußte eS bei der genossenschaftlichen Union durchzu- setzen, daß diese der Gilde androhte, ihr den jährlichen Zuschuß vorzuenthalten, wenn sie diese Agitation nicht einstelle. Aber auf dem vor wenigen Wochen abgehaltenen JahreSkongreh der Ge- imssenschastSgilde erklärten die Delegierten fast einstimmig, lieber auf den daS halbe Jahreseinkommen der Gilde ausmachenden Zuschuß zu verzichten, als sich derartige Fesseln anlegen zu lassen. Zu diesem Punkte meinte der katholische Geistliche, daß der Wunsch nach einer Erleichterung des Ehescheidungsverfahrens, möge er auch in gewissen Schichten der Bevölkerung bestehen, bei den Katholiken keiner Klasse anzutreffen sei. Ain Abend desselben TageS prieS der Erzbifchof van Liverpool, Dr. Whiteside, der über das Thema„Die Kirch« und der Arbeiter' sprach, die römische Kirche als die Kirche der Armen, den wahren Freund der Arbeiterklasse an. Der Bischof von Northampwn er- klärte, daß die.Katholische Soziale Gilde den Zweck habe, die Ar- bester zum Denken zu erziehen, während sich die meisten Organ!» sationen nur bestrebten, die Arbeiter.zu Parteiangehörigen zu machen. Dann gab er folgende prophetische oder ankündigend« Erklärung von sich:„Wir hoffen, daß in kurzer Zeit Arbeiter- sichrer in unserem eigenen katholischen Volks entstehen, Führer, die ihrer Klasse nicht untreu sein werden.'(Beifall.) Er sprach dann weiter über Revolution und Reform, indem er die erste ver- urteilte. Ein Herr Lister Drummond forderte die Katholiken auf, ihve Parteidifferenzen fallen zu lassen und sich auf kirchlichem Boden zn vereinigen. Politischen Fragen nachzujagen und die religiöse Erziehung der Kinder und die Wohlfahrt der Arbeiter- klaffe zu gefährden dadurch, daß man sich weigere, sich angesichts der drohenden Gefahr der religionslosen Erziehung und der wachsenden Ausdehnung des Syndikalismus und des Sozialismus zu vereinigeu, heiße die Medel spielen, während Rom in fast buch- stählichem Sinne des Wortes brenne. Es ist bezeichnend, daß eS die hohen Würdenträger der römi- scheu Kirche sind, von denen diese gegen die Einigkeit und Selb- ständigkeit der britischen Arbeiterbewegung gerichtete Hetze aus- geht. Solange die Priester noch mit den protestantischen Eiferern zu rechnen hatten, hörte man von diesem Tveiben wenig oder nichts. Erst seitdem die Kensititen verschollen sind und die Kirche mehr Ellbogenfreiheit hat, um ihre Herrschsucht zn befriedigen, macht es sich in immer zunehmenderer Weise bemerkbar. Von den katho- li'schen Arbeitern geht es sicher nicht aus, denn sie werden in den Gewerkschafien oder sozialistischen Organisationen nie ein Wort ge- hört habe», das sie in ihren religiösen Gefühlen verletzen könnte. Wäre es anders, so hätte der römische Klerus den Fall oder die Fäll« sicher schon weidlich quSgodentet. Die»crrüttende'Tätigkeit der Priester scheint planmäßig und mit internationalen Verbin- dungpn betrieben zu werden. Darauf deutet unter anderem ein Fall, der unlängst vorkam. Der holländische Bergarbeiterverband, der in der Provinz Limburg dem katholischen Klerus gegenüber, der ihm die Säle abtreibt, ihn wirtschaftlich zu schädigen sucht und selbst vor Gewalttätigkeiten gegen die Gewerkschaftsführer nicht zurückschreckt, einen schweren Stand hat, wandte sich in seiner Not an die Bergarbeiterorgcmrsattvnen des Auslands um Hilfe. Die Bergarbesterföderation Großbritanniens kam den Holländern denn auch mit einigen Hundert Pfund, die zum Bau eines eigenen Per- fammlungslokals beitragen sollten, zur Hilfe. In dem Vorstand der britischen Föderation saß damals ein fanatischer Katholik, der von der Unterstützung der Holländer nichts wissen wollte, da er nicht glauben wollte, daß katholische Geistliche in Holland die GeWerk- schaff Sbewgung bekämpfen. Jedenfalls durch Vermittlung des eng- lifchen Klerus wandte er sich in Limburg an einen Herrn, der sich bei der Verfolgung der holländischen Bergarbeiterbewegung beson- ders hervorgetan hat. Der Herr war gerade auf Reisen, gab aber nachher aus, daß der holländische Bergavbeiterverband die englische Unterstützung nicht bekommen hätte, wäre sein Antwortschreiben rechtzeitig eingetroffen. Das war natürlich dummes Zeug; denn wer die Loyalität und die berufliche Abgeschlossenheit der britischen Bergarbeiter kennt, kann kaum im Zweifel darüber sein, daß das Antwortschreiben im Papierkorb des Sekretärs verschollen wäre. Bis jetzt sind nur die leitenden Personen der englischen Ar- beiterbewegung von dem Treiben der römischen Geistlichkeit unter- richtet; di« Masse der Mitglieder ahnt es kaum. Erfährt diese je- doch, daß sich Unberufen« in ihre Angelegenheft mischen und daß diese Unberufenen dazu noch römische Priester find, so können für die römische Kirche ün England schlimme Tage anbrechen. Die Masse der englischen Arbeiter gehört noch den mehr oder minder demokratischen Dissidentengemeinden an, in denen der Haß gegen die römische Geistesknechtschaft nur schlummert. Dem herrschsüch- tigen römischen Klerus könnte eS dann gehen wie dem eigen- sinnigen Ochsen, der sich einbildete, einen schwer beladenen Güterzug aufhalten zu können. Die Lanöesversammlung öer Sozial- öemotroten Württembergs.. Der LandeSvorstand der Sozialdemokraten Württembergs sendet uns nachstehende Erwiderung, die wir in folgendem mit einer unwesentlichen Verkürzung wiedergeben. In Nr. 183 des..Vorwärts' vom 8. Juli ist ein aus Stuttgart eingesandter Artikel über die bevorstehende Landesversammlung der Sozialdemokratie Württembergs zum Abdruck gelangt, der un» zu einer Erwiderung nötigt. Der Stuttgarter Mitarbeiter des ,.Vo»wärtS' beschäftigt sich zunächst mit dem Wahlrecht, nach welchem die Delegierten zur württembergischen Landesversammlung gewählt werden. Er findet selbst, daß der seit einigen Jahren von einem Teil der Genossen in Stuttgart und einigen anderen Ortsvereinen geführte Kampf um die Aenderung des Delegationsrechtes den Parteigenossen Ropd- deutfchlcmds unverständlich erscheinen muß, zumal, wie er zugibt, andere große Bezirks- und Landesorganisationen kein besseres, „zum Tsil ein noch schlechteres Delegationsshstem haben und doch gut dabei fahren.' Um nun den Genossen Norddeutschlands den merkwürdigen Kampf in Württemberg begreiflich zu machen, sucht der Stuttgarter Mitarbeiter des„Vorwärts' nachzuweisen, daß die soziale Struktur der Partei in Württemberg eine von der in den anderen Gebieten des Deutschen Reiches total verschiedene sei. In Württemberg bestehe die Partei auS zwei Gruppen: auf der einen Seite stehe der von jedem Besitz entblößte Proletarier, auf der anderen der proletarisierte Kleinbauer, der noch ein paar Felder und ein Häuschen fein eigen nenne, also einen Teil seine» Ein- kommens aus seinem Besitz ziehe. Dieser Besitz wirke auf da? Denken und Wollen des ländlichen Arbeiters ein. Das heiße Verlangen, sein mit tausend Opfern erkauftes Besitztum zu siöhern, bewirke, daß er die Aufgaben der Partei teilweise unter einem anderen Gesichtswinkel betrachte als der völlig besitzlose Arbeiter. Die Folge sei, da? ist der weitere Gedanke des Artikels, daß diese Gruppe von Parteigenossen die Landespolitik entscheidend beein- flusfe und die andere Gruppe der völlig besitzlosen Proletarier nicht zur Geltung kommen lasse. Die Parteidifterenzen in Württemberg, die fast ausschließlich auf persönlichen Ursachen beruhen, werden Huer w neuartiger Weise auf einen„sachlichen' Boden zn stellen versucht. Gegen die Dar- stellung aber, die der Stuttgarter Mitarbeiter de?.Vorwärts' nun- mehr gegeben hat, müssen wir im Namen der württembergischen Landesorganisation Einspruch erheben, weil sie die große Mehrheit der württembergischen Parteigenossen in einem Licht erscheinen läßt, in das sie nach den tatsächlichen Verhältnissen nicht gestellt zu werden verdienen. Die organisierten Parteigenossen, die noch über ein paar Felder und ein Häuschen verfügen, bilden leider nicht die Hälfte, sondern nur eine verschwindende Minderheit in der württem- vergifchen Landesorganisation. Die Verhältnisse in Württemberg unterscheiden sich in dieser Richtung durch nichts von denen im übrigen Reich. Die Parteigenossen mit kleinem Besitz sind dieselben zuverlässigen und kämpf bereiten Sozialdemokraten, wie die reinen Pro- l e t a r i e r. Wenn es gilt, Opfer zu bringen und wefte unweg same Gebiete mit Flugblättern zu versorgen, stehen sie stets zur Verfügung. Es ist auch keineswegs richtig, daß die Parteigenossen dieser Orte geschlossen auf dem rechten Flügel der Partei stünden. In den Ortsvereinen, die von den Parteidiffere�en erfaßt worden, finden sich solche Genossen, deren Denken und Wollen angeblich durch ihren Besitz beeinflußt wird, in beiden Lagern. Und um- gekehrt spielen in zahlreichen Ortsvereinen, die sich erfreulicherweise in den Parteizwist nicht haben hineinziehen lassen, die daher auch den neuen UeberradikaliSmuS ablehnen, die„proletarifierten Klein- dauern" nicht die kleinste Rolle. Die Parteigenossen in diesen Orts- vereinen und die große Mehrheit der württembergischen Partei- genossen überhaupt sind in ihrem Denken und Wollen noch genau dieselben, die sie vor einigen Jahren waren; damals galten sie als die Vertreter der alt be währten radikalen Strömung in der Partei, die gegen manche.revisionistische' Neigung der größeren Ortsvereine sich'zur Wehr setzte. DaS ein- ztge, was bisse Genossen sich zuschulden kommen ließen, ist das, daß sie sich nicht an der aus persönlichen Motiven inszenierten Selbst- zerfleischuna beteiligten. Aber darum verdienen sie nicht als Parteigenossen hingestellt zu werden, die die Arbeit und Aufgaben der Partei unter einem anderen— soll heißen kleinbürgerlichen— Gesichtswinkel betrachten als völlig besitzlose Arbeiter. Völlig be- sitzlose Arbeiter sind leider die Genossen in ihrer erdrückenden Mehr- heit, die von dem Stuttgarter Mitarbeiter des.Vorwärts' unbe- gründeterweife den Revisionisten zugezählt werden, das Denken und Wollen der Masse der Parteigenossen wird in Württemberg durch die proletarischen Lebensverhältnisse ebenso gleichmäßig beeinflußt wie irgendwo anders im Deutschen Reich. In dem in Frage stehenden Artikel wird weiter verlangt, daß daS„Stuttgarter Organ' seines Eharakters als Landesorgan entkleidet werde. Es ist interessant, daß jetzt von derselben Seit« die Umwandlung der„Tagwacht' in ein Stuttgarter Organ gefordert wird, die noch vor wenigen Fahren erklärte, daß sie unter allen Umständen LandeSorgan bleiben müsse, weil man sie unter der 'Aufsicht der Genossen des Landes besser aufgehoben glaubte als unter der Aufsicht der. Stuttgarter Genossen. Zur Würdigung des Anspruchs, die von den Parteigenossen des ganzen Landes in jahrzehntelangen Mühen und Kämpfen auf ihre jetzige Leistungsfähigkeit gebrachte„Schwäbische Tagwacht' in ein„Stutt- garter Organ zu verwandeln, diene die Tatsache, daß die Zahl der parteigenössischen Abonnenten in Graß-Stuttgart(unter Abzug der Abonnenten aus bürgerlichen Kreisen) noch nicht ein Drittel der Den Wunsch, daß die bevorstehende Landesversammlung alle persönlichen Zwistigkeiten ausschalten möge, teilen wir. Er wird um so sicherer in Erfüllung gehen, je mehr alle Beteiligten dazu beitragen, daß die wahren Ursachen der württembergischen Partei- zerwürfnisse durch eine völlig unparteiische Instanz bloßgelegt werden. Der Landesvorstand der Sozialdemokraten Württembergs. 4- Die Schlüsse, die der Landesvorstand aus der Veröffentlichung unseres württembergrfchen Korrespondenten zieht, sind unserer Meinung nach abwegig. Es bandelt sich nicht darum, daß be- stimmte Partewrte oder Parteigenossen ihre Parteipflicht voll- kommener und unvollkommener erfüllen, sondern darum, daß die Verschiedenheit des sozialen Milieus eine Verschiedenheit der tak- tischen Auffassung bedinge, daß das großstädtische Proletariat im allgemeinen eher einer entschiedenen, den Opportunismus ab- lehnenden Taktik geneigt sei als das kleinstädtische, auf den Dorfern beschäftigte. Die Frage sieht mit der des Delegations- systemS insofern in Zusammenhang, als das wüfttembergische System das großstädtische Proletariat verkürzt und damit seine Einflußnahme auf die Taktik der Partei verringert. Hätte aber der Landesvorstand recht, hätte die Verschiedenartigkeit des sozialen Milieus keinen Einfluß, so ist erst recht nicht abzusehen, warum nicht eine größere Gleichmäßigkeit des DelegattonssystemS geschaffen werden sollte._ Mus öer Partei. Kommnnalwahlen. In Dietlingen, einem Orte von 2200 Einwohnern bei Pforzheim in Baden, wurden bei den Bürgerausschußwahlen 1ö sozialdemokratische und 16 bürgerliche Vertreter gewählt. Die sozialdemokratische Parteipresse der Schweiz umfaßt 14 deutschsprachige Zeitungen, darunter 10 Tageszeitungen, 4 französische Zeitungen, darunter eine Tageszeitung, und eine italienische Zeitung. Femer gibt die Sozialdemokratie Italiens auf Schweizer Boden eine Zeitung heraus, die jedoch nicht als schweizerisches Parteiorgan anzusehen ist. Mus?nöustrie unö tzanöel. Die Läufiger Textilindustrie ist kein eng geschlossenes, abgegrenzte» Gebiet. ES umfaßt hauptsächlich verschiedene Kreise des RegierungS- hezirks Frankfurt. Im folgenden sind die wichtigsten Kreise auf- ßeflihrt, und zwar die Zahl der Betriebe und die Zahl der Be« Ichäftigten in den Jahren 1895 und 1907. Dem Textilgewerbe ge- hörte« an in den Kreisen: 1896 1907 Be- Be- triebe schäsligte Krassen t.. 136 Guben(Stadt). 63 KottbuS(Stadt) 218 pL01#***• 1 966 Sora».•...\ Spremberg.. 247 1916 2 366 6 676 14 930 »661 triebe 76 77 161 484 666 137 Be- schästigt« 2148 2 473 7 091 11106 6027 4 038 Auslage anStznächtz tr" Für das Jahr 1907 ergaben sich in den aufgeführten Kreisen 1680 Betriebe mit 31 882 Beschäftigten. Gegen 1896 hat die Zahl der Betriebe sehr erheblich abgenommen, während die Beschäftigten- ziffer gestiegen ist. Allerding« ist die Zunahme der letzteren lange nicht so stark wie in anderen Textilbezirken. In der Lausitz ist hauptsächlich die Tuchindustrie zu Hause, wobei es sich meist um mfttlere Betriebe handelt. Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es im Regierungsbezirk Frankfurt zwischen 6 und 7000 Webstühle für Tücher und Zeuge aller Art. Nach der Rheinprovinz hatte Branden- bur� die meisten Tuchfabriken, aber sie waren damals schon durch- schnittlich von kleinerer Art als die Fabriken am Rhein. In den sechziger Jahren beschäftigten die Tuchfabriken 3321 Stühle, darunter erst 120 mechanische und 6181 Arbeiter. Am dichtesten waren die Betriebe damals schon in Forst-Sorau, wie eS ja auch heute noch der Fall ist. SS folgen dann der Reihe nach KottbuS, Spremberg» die Stadt Guben, endlich Krassen. Der Bierverbrauch in München geht nach den amtlichen Berechnungen zurück. Er stellte sich auf den Kopf der Bevölkerung berechnet im Jahre 1911 auf 820 Liter, sank auf 312 im Jahre 1912 und dann weiter bis auf 296 im Jahre 1913. Gegenüber den achtziger Jahren ist der Rückgang noch viel belrächtlicher, voraus- gesetzt, daß die amtlichen Berechnungen ein richtiges Bild von dem Verbrauch ermöglichen. Im Durchschnitt der Jahre 1886/90 kamen nämlich auf den Kopf nicht weniger als 487 Liier. Die Zahl der Brauereien ist ebenfalls stark zurückgegangen. 1881/36 zählte mau noch 37, 1913 nur noch 22 Bierbrauereien. In den Jahren'1386/90 wurden von 34 Brauereien 2,647 Milliotien Hektoliter Bier ge- Wonnen, 1913 von 22 3,637 Millionen. Von diesem Quantum wurden damals 1.436 Millionen in der Stadt München getrunken, das damals 296 000 Einwohner zählte. 1912 wurden von 636 000 Bewohnern 1,873 Millionen Hektoliter getrunken. Soziales. Zum AerzteanSstand in der Uckermark. Die Weigerung der Aerzte in Templin und Angeriniinde, ihre ärztlichen Verpflichtungen zu erfüllen, dauert fort. In- folgedeffen hat das Oberversicherungsamt in Potsdam den § 370 der Reichsversicherungsordnung für die beiden Orte in Kvaft gesetzt. Danach ist den Mitgliedern der Kassen statt ärztlicher Behandlung eine Summe Geldes zu zahlen. Da die Aerzte nach ihrem Aufruf es aber auch ablehnen, die Kassen- Mitglieder als Privatpatienten zu behandeln, so überweist die Land- und Ortskrankenkasse Angermünde die Kranken nach Möglichkeit in die Krankenhäuser von Angermünde, Schwedt, Oderberg, Stettin, in das Au�usta-Viktoria-Heim in Ebers- Walde, in die Universitätsklinik in Greifswald und in das Paul-Gerhardt-Stift in Berlin. Dem wohl von ärztlicher Seite insornnerten„Berliner Tageblatt" paßt die Ueberloei- sung in die ktzrankenhäuser nicht. Es verschweigt nach wie vor, daß der Aerzteverein durch Aufruf in den Zeitungen erklärt hat. daß die Aerzte die Kassenmitglieder zu behandeln auch gegen Bezahlung oder als Privatpatienten ablehnen. Diese parteiische Berichterstattung des genannten Blattes soll offensichtlich die Lage der Aerzte stärken. Vom Stand- Punkt der Kassenmitglieder aus und aus sozialen Rück- sichten ist die weitestgehende Ueberweisung der Patienten in Krankenhäuser erwünscht. Die Kassen sollten als hin- reichende Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit im Sinne der Rcichsversicherungsordnung die Erklärung des erkrankten Kassenmitgliedes gelten lassen. Den Arbeitern ist mehr'an möglichst schneller und guter Behandlung als daran gelegen, daß sie statt ärztlicher Behandlung Geld erhalten, zumal die Aerzte erklärt haben, daß sie die Kassenmitglieder auch gegen Geld nicht behandeln wollen. Werden die Uckermärker Kassen und Behörden sich so wie leider manche andere Behörden ins ~ ota Jedes Bauerngut ein Fideikommiß. Tos ist fürwahr ein Ziel, des Schweißes der edelsten ostelbischen Agrarier wert, die ja nicht müde werden, jedem landwirtschaftlichen Kleinstellenbesitzer die Ueberzeugun� bei- zubringen, daß die Jnteresscneinheit zwischen dem ostelbischen Junker und dem westfälischen Kuhbauern kein leeres Hirn- gssinnst sei. Es wird eben in der Erkenntnis, daß die Groß- grundbesitzer für sich allein auf die Dauer politisch zu einer Null werden würden, ganz systematisch daran gearbeitet, die deutschen Bauern zu einem festen Anhängsel des Großbesitzes zu machen. Welch ein schöner, welch weltergreifender Schritt würde auf diesem Wege getan werden, wenn man beispielsweise das Rezept befolgte, das der bekannte Zentrumsabgeordnete Herold am 13. Juli auf einer festlichen Veranstaltung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Münster also preisgab: Wir sehen nur zu deutlich, daß das Anerbenrecht, welches durch die Initiative des Westfälischen Bauernvereins, speziell durch Schorlemer und später in der Gesetzgebung durch Minister v. Miquel zur Durchführung gebracht ist, einen g e- uügenden Schutz nicht geben kann. Und da fragt es sich, ab nicht eine Aenderung des bestehenden ZustandeS erforderlich ist, ofc wir für uns Bauern nicht dasselbe R e ch t h a'b e n, um den Besitz immer in der Familie zu er- halten, mst andern Worten, uns das zu geben, was der große Besitz im Fideikommiß hat. Es soll dies ein Recht bleiben, das heißt, jeder soll in seiner Entschließung fteie Hand behalten. Durch dies. Gesetz soll der Besitz einer Familie, ob groß oder klein, in der Familie erhalten werden.... Wir »im Parlament werden nicht aufhören, dahin zu wirken, daß die Gelegenheit, die sich jetzt bei der Umgestaltung des Fidei- kommißgesetzes bietet, benutzt wird, um dies Ziel zu erreichen. Ja, das wäre eine ideale Sache, so gewissermaßen durch die Ausgestaltung des Fideikommißgesetzes die Inthronisation von— sagen wir einmal— 500 000 kleinen Bauernmonarchen anzubahnen. Sie würden nach Herold dann eine feste Stütze der Monarchie werden. Er sagte: Und so liegt in dieser Befestigung des Grundbesitze» ein kräftiger Schutz für die Monarchie, die in schweren Zeiten ganz besonders durch den Bauernstand unterstützt wird. W« Revo- lutionär« haben anerkannt, daß gerade in dem befestigten Grund- besitze die Monarchie ihre beste Stütze hat, und alle Nevpluiio- näre, Republiken usw. haben aus eben diesem Grunde zunächst dahin gestrebt, die Fideikommijse fortzuräumen. Das kann ja eine interessante parlamentarische Betäti- gung des Zentrums werden! Wenn erst diese fideikom- missarische Bindung der deutschen Bauern erreicht ist, wenn erst einmal jedes deutsche Bauerngut zu einem Familien- erb stück geworden ist, dann werden natürlich mit einem Male oll die Klagen über Arbeiternot auf dem Lande und über all das Drum und Daran vcrstunimen, das deutsche Volk würde gesunden, und das Zentrum, dem all das zu danken wäre, bekäme ein Denkmal, dauernder als Erz! Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" für kommunalen Wohnungsbau. Die im rheinisch-westsälischen Jndustriebezirk herrschende Woh- nungsnot und die Ohnmacht oder spekulative Abfichtlichkeit deS Privatkapitals, ihr nicht abzuhelfen, läßt sogar das Blatt der Jnduftriekonftrvativen eine sozialdemokratische Forderung der- treten, nämlich die auf kommunalen Wohnungsbau.„Städtische Familicnwohnungen" überschreibt die Redaktion deS Blattes einen Leitartikel in der Morgenausgabe vom 14. Juli. Möglich, daß der neueste, himmelschreiende Vorgang in der skandalösen Woh- nungspolitik der„Musterwohnstadt" Essen selbst dem Scharfmacher- blatt zu stgrk war. Jenes Zirkular nämlich, in welchem die Armen- Verwaltung fleißigen Arbeitern, die wegen ihrer starken Familie keine Wohnung bekommen konnten, gleich Vagabunden mit Haft- strafe drohte, wenn sie nicht bis zum 30. Juni die ihnen— für guteö Geld!— in einer baufälligen Bude überlassene Notwohnung räumten. Wie dem auch sein möge: daß das staatserhaltende Scharfmachcrblatt bereits sich zur Vertretung einer sozialdemo- kratischen Forderung auf dem Gebiete des Wohnungswesen» be- kennt, verdient Beachtung. Der Verfasser des Artikels glaubt zwar den Hausbesitzern es nicht verübeln zu können, wenn sie linder- armen oder kinderlosen Familien den Vorzug geben, erkennt aber an, daß hier ein enger Zusammenhang zum Geburtenrückgang gegeben ist. Zum Kern der Sache übergehend, schreibt er: „Eine Whilfe kann im Interesse der Einwohnerschaft der Städte nur von den Stadtverwaltungen selbst geschaffen werden, und zwar dadurch, daß die Stadt für eigene Rechnung Wohn- häufer baut und vermietet, die nach Lage, Bauart und Ver- bindung mit dem Stadtinnern geeignet sind, als Wohnungen für kinderreiche Familien zu dienen. Die Stadtverwaltung kann dabei auf den Ausbau der Häuser und Wohnungen eine viel größere zweckentsprechende Sorgfalt legen als der private Er- bauer von Miethäusern. Es kann eine übergroße Belastung ein- zelner Jahreshaushalt« durch Mehrausgaben für Neubauten leicht vermieden werden und die künftige Gestaltung der Stadt- fmanzen kann vor Fehlbeträgen dadurch bewahrt werden, daß der steigende Grundwert des Besitzes an Familienwohnhäusern eben- sowenig in Rechnung gestellt wird, wie es bei anderen nicht ver- mietbaren Gebäuden für Dauernutzung(Rathäuser, Kirchen, Schulen usw.) geschieht. Hierin liegt der wesentlichste Grund für den Bau städtischer Familienwohnhäuser, da ein privater Bauherr die kapitalistische Wertveränderung des Grundbesitzes aus seiner Rechnung nicht weglassen kann. Um ihre soziale Aus- gäbe voll zu erfüllen, würden die städtischen Wohnhäuser mehr- zimmerige Familienwohnungen enthalten müssen, bei denen der Mietpreis nicht mit dem Kubikmeter benutzbaren Raumes steigt, sondern unabhängig davon in möglichst gleichmäßiger Höhe ge- halten wird," Zum Schluß wird noch der Meinung Ausdruck gegeben, daß zwar Ein- oder Zweifamilienhäuser stets Etagenhäusern vorzu- ziehen sind, daß aber im Interesse der kleinen Geschäftsleute, Ge- werbetreibenden und Arbeiter, die ihrer ganzen wirtschaftlichen Lage nach auf Wohnungen im Innern der Stadt angewiesen sind, auch Etagenhäuser gebaut werden sollten. Man kann darüber geteilter Meinung sein. An Platz würde es in Essen allerdings nicht mangeln; dort gibt's im Zentrum ganze Straßenzüge mit mittelalterlichen, baufälligen kleinen Wohnhäusern, die längst zum Abbruch reif sind. Wichtiger ist uns die grundsätzliche Ueberein- stimmung mit der sozialdemokratischen Forderung. Eine Ueber- einstimmung, über die die Lobredner der Essener„mustergültigen" Wohnungspolitik a la Oberbürgermeister Holle und Johann Gies- bertS ein langes Gesicht machen werden. Will man wirklich der Wohnungsnot steuern, so muß man die von der Sozialdemokratie vorgezeichneten Wege be- schreiten und sie von Anfang bis zu Ende durchschreiten. Das zeigte sich ja auch in der Kommission des Landtages zur Vor- beratung des sogenannten Wohnungsgesctzes. Da stemmten sich die Regierung und die bürgerlichen Parteien, rmt Aus- nähme der Fortschrittspartei, dagegen, daß der Staat den Wohnungsbau fördern soll. Damit, hieß es, würde man auf sozialistische Wege geraten. Die Förderung des Wohnungs- baues müsse man den Gemeinden überlassen. Als ob dadurch nicht sozialistische Wege beschritten würden! Die Zeit wird komme«, in der mau sich darüber wunder« wird, daß es Privatetgenfum an Grund und Boden gegeben bat. Man wird das für ebenso widevnaturlich, gegen die Interessen der Allgemeinheit verstoßend erachten, wie heute allgemein das Privateigentum an Menschen, die Sklaverei in ihrer reinsten Form. Die wachsende Wohnungsnot und die skrupellose Aus beutung des formalen Eigentumsrechts, wie sie nicht minder stark von Hausagrariern wie von Fideikommißbesitzern geübt wird, beschleunigt die Empörung gegen die heutigen Zustände und damit ihre Beseitigung. Gerichtszettung. Arberterjugend— erwache! Ueber dieses Thema sollte am 16. April in Lichtenberg referiert werden. Das behagte der Polizeibehörde nicht. Der Jugendliche soll nicht erwachen, denn das wäre politisch. Um die Jugendlichen zum Schlafen zu bringen, verwehrte die Polizei den Jugendlichen unter 18 Jahren das Anhören des Vortrags. Die Jugendlichen hörten dann in einem anderen Lokal einen Vortrag. Die Polizei kam dahinter, räumte das Lokal und trieb die Menschenmenge keineswegs sanft in die Frankfurter Allee. Die Menge war über das Verhalten der Polizei begreiflicherweise erregt. Diese Polizeiaktion hatte gestern vor dem Lichten berger Schöffengericht ein Nachspiel. Angeklagt wegen„groben Unfugs" war ein Formerlehrling. Er soll auf oer Straße am 16. April gejohlt und gesungen haben. Er erklärte: er sei mit der Menschenmenge, die aus der aufge- lösten Versammlung kam, die Frankfurter Chaussee heraufgegangen und sei an der Ecke Tasdorser Straße von einem Schutzmann festgenommen worden. Richtig sei, daß er sich mit anderen laut und erregt über die sich abspielenden Vorgänge unterhalten habe. Gesungen oder gejohlt habe er nicht. Der als Zeuge vernommene Schutzmann behauptete: in einem zirka 6 Schritte hinter ihm sich befindenden Menschenhaufen sei gejohlt worden. Als er sich um- drehte, habe er den Angeklagten gesehen, angenommen, er wäre einer der Schreier, und habe ihn sistiert. Ob der Angeklagte auch gesungen habe, könne er nicht sagen. Der AmtSanwalt beantragte 6 M. Geldstrafe. Das Gericht sah durch die Aussage des Schutz- mannes als erwiesen an, daß der Angeklagte zwar nicht lauter als die anderen, aber doch gejohlt und geschrien hätte. In Anbetracht seiner Jugend und bisherigen Unbescholtcnheit wurde er zu einem Verweis verureteilt._ Wie ein Unschuldiger zu einer Anklage kam. Eine eigenartige Auffassung hatten die Staatsanwalt schaft und das Schöffengericht Berlin-Mitte in einer Anklage fache wegen angeblicher Unterschlagung betätigt. Die Straß kammer nahm gestern als Berufungsinstanz die notwendige Korrektur vor. Der Restaurateur Fritz Schmidt war vom Schöffengericht wegen Unterschlagung zu 100 M. Geldstrafe auf Grund folgenden Sachverhalts verurteilt worden: Der Angeklagt« hatte seinerzeit da? am Bahnhof Bellevue gelegene„Cafö Gärtner von der Bötzow- brauerei übernommen und für den großen Vorgarten dieses Eta- blissementS bei der später in Liquidation geratenen„Deutschen Benzol-Preßsicht-Gesellschaft" eine Lichtanlage zum Preise von 2606 M. unter Eigentumsvorbehalt gekauft. Er zahlte 600 M. an, stellte dann aber die Anlage, da sie nicht funktionierte, der Ge- sellschaft wieder zur Verfügung, nachdem er sie mehrmals ver- geblich aufgefordert hatte, die Anlage durch einen Monteur in ordnungsmäßigen Zustand setzen zu lassen. Da eS wiederholt vor- kam, daß das Licht plötzlich ausging und die Gäste einfach das Lokal verließen, häufig auch ohne zu bezahlen, ließ S. eines Tages, um sich vor derartigen geschäftlichen Schädigungen zu schützen, die ganze Anlage abreißen, nachdem er vorher bei den städtischen Gaswerken eine andere Anlage bestellt hatte. Die Ge- sellschaft wurde nochmals aufgefordert, die Lampe» abholen zu lassen. Da diese Aufforderung keinen Erfolg hatte, ließ Schmidt schließlich die Lampen»ebst Zubehör in den verschlossenen Keller bringen. In der Folgezeit wurden nun auf dem Grundstück mehr- fach EinbruchSdiebsiSyle verübt, bei denen den Dieben auch ein Teil der Lampen und die dünnen kupfernen Leitungsrohre in die Hände fielen. Als die Gesellschaft endlich die Anlage abholen ließ, fehlte natürlich ein großer Teil der Gegenstände. Statt nun die Einbrecher zu fassen, anzuklagen und zu verurteilen, wurde nach Jahresfrist bei dem nicht wenig überraschten Restaurateur, ji>em Bestohlenen, auf eine Anzeige der Benzolgesellschaft hin, eine Haussuchung abgehalten und gegen ihn Annage wegen— Unterschlagung erhobem Das scheinbar Unmögliche wurde Ereignis. Schmidt wurde von dem Schöffengericht wegen Unterschlagung zu 100 M. Geld- strafe verurteilt. In der Begründung dieses eigenartigen Urteils heißt es wörtlich:„Der Angeklagte hat angegeben, daß er die Sachen in den Keller schaffen lassen und sich dann nicht mehr darum bekümmert habe. Das ist keine genügende Entschuldigung. Der Angeklagte durfte die Sachen nicht so sorglos umherliegen lassen, dadurch hat er geradezu bewirkt, daß sie fortkamen. Nur der wirklich« Eigentümer darf mit seinen Sachen so schalten und walten. Der Angeklagtr hat mithin über die fremden Sachen so verfügt, wie ein Eigentümer, was einrr Zueignung gleichsteht." In der Verhandlung vor der Berufungsstrafkammer unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Macc» machte Rechtsanwalt Harry PincuS als Verteidiger des Angeklagten geltend, daß ein Bestehen- bleiben dieses Urteils die unglaublichsten Konsequenzen für die Geschäftswelt haben würde. Der Angeklagte habe die Sachen in den Keller schaffen lassen und damit seiner Aufbewahrungspflicht genügt. Man könne doch nicht verlangen, daß er sie auf seine Kosten gegen Diebstahl versichere oder sie in dem Tresor der Deutschen Bank unterbringen lasse.— Das Gericht kam zu einer Aufhebung de« ersten Urteils und Freisprchung de? Angeklagten mit der Begründung, daß hier von einer ehrlosen, bewußt rechts widrigen Handlungsweise, die der Unterschlagungsparagraph veo lange, nicht die Rede sein könne, eine bloße Unachtsamkeit genüge keinesfalls._ Schutzleute als Diebe. Vor der Strafkammer in Bremen hatte sich am Donnerstag ein Schutzmann Stolpe wegen Diebstahls zu verantworten. Er hatte einem Obsthändler von seinem Wagen drei Kisten Obst entwendet. Mehrere Schulknaben hatten ihn beobachtet und bis zu seiner Wohnung verfolgt. In der Verhandlung behauptete der Ange- klagte, er habe eine Kiste gekauft. Der Obsthändler widerlegte diese Erfindung. DaS Gericht verurteilte den Schutzmann zu sechs Wochen Gefängnis. Einige Tage zuvor hatte dieselbe Strafkammer einen anderen Schutzmann wegen Unterschlagung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Dieser hatte eine ihm als gefunden übergebene goldene Uhr und Kette nicht abgeführt, sondern unterschlagen. Krifik oder Beleidigung? In dem gestrigen Bericht über den Otto-Ernst-Prozeß hatte sich ein sinnentstellender Fehler eingeschlichen. Es heißt dort, der Ange- klagte erklärte, daß„er selbst sagen müsse, daß der Artikel nicht sehr geschmackvoll sei, treffeyd erscheine er ihm jedoch heute noch nicht." Es muß, wie der Sinn ergibt, heißen:„treffend erscheine er ihm jedoch heute noch." Versammlungen. Die Arbeitsverhältnisse im Warenhaus Tempclhof, Inh. Elend, gaben dem Zentralverband der Handlungsgehilfen, Münzstr. 20, Veranlassung, die Angestellten dieser Firma zu einer Betriebs- Versammlung zusammenzurufen. Der Referent Kollege Schmidt konnte an Hand des vorhandenen Materials und der von der Firma herausgegebenen Arbeitsordnung geradezu unhaltbare Zustände bei dieser Firma feststellen. Die Bezahlung des weiblichen Personals bewegt sich zwischen 16 und 50 M., im besten Falle 76 M. pro Monat. Dafür dürfen sie aber abends um>-9 Uhr noch Pakete zur Kundschaft mitnehmen. Wenn dann dieselben Angestellten am anderen Tage zu spät kommen, so zahlen sie nach der Arbeitsord- nung bis 9 Uhr für jede 6 Minuten 10 Pf. Strafe, das beträgt 1,20 M. Der mit 36 M. pro Monat entlohnte Angestellte erhält aber pro Tag nur einen Lohn von 1,16 M. Außerdem gibt es noch 16 verschiedene Arten der Strafen. Diese Strafen werden dm Angestellten vom Gehalt gekürzt, was durch Gesetz verboten ist. Aber um Gesetzlichkeit kümmert man sich bei der Firma Elend sehr wenig, so zahlt man den Angestellten während der Krankheit das Gehalt nicht weiter. Dafür erfährt man aber sonst eine liebevolle Behandlung. Aeuherungen wie:„Ich fahre mit Ihne« Schlitten und ich schmeiße Sie auf die Straße" find an der Tagesordnung. Es gab aber zwei Angestellte, die den Mut hatten, die ArbeiiSver- Hältnisse bei dieser Firma als„angenehme" zu bezeichnen, wahr- scheinlich in der Absicht, sich bei der Firma i» Erinnerung zu bringen. Ihnen wurde dann nochmals das ganze Sündenregister der Firma vorgehalten. Der Referent meinte, daß die Angestellten doch meist Söhne und Töchter der Arbeiter seien, die sich derartige Zustände nicht länger gefallen lassen dürfen und durch den Zu» sammenschluß im Zentralverband für die Verbesserung der Ar- beitSbedingungen bei der Firma mit allen Mitteln kämpfen werden. Damit schloß die interessante Versammlung. Sriefkaften öer Reüattion. Die lurlstischc Sprechstunde findet»tndenpr-tze 89, dem Ute» Treppe, — Fahrstuhl—, Wochen« glich von iVi vis Uhr«dends, Sonuadend», von 414 bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den vrirflafte» bestimmten«nfrape ist et- Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche»ntwor» wird nicht erteilt. Anfraaen, denen lein« Abouuementsqntttna, beigefügt ist, werde» nicht beantwortet,«lüge Frage» trage mm t» der Sprrchstnade por. F. M. L. 1. AuS Ihrer Anfrage geht nicht hervor, welch« Kasse Sie meinen. 2. erkundigen Sie sich in einer Drogenhandluna.— W. tt. Ä7. Unentgeltliche Auskunft über Patente usw.! Ältfchwer Strohe 10S, DaS Patentamt selbst: Gitschiner Strohe 37/103.— M. P. 100. Dich und mich richtig.— A. W. 99. DaS dreijährige Kind ist stet, hat aber keinen Anspruch auf einen Sitzplatz.— F. A. 100. Jbre Frage ist unverständ- lich. Hie geben nicht an, um waS für eine Tour eS sich handelt.— C. B. 9. 1. Das Einkommen deS vorhergehenden Kalenderjahre» wird der Einschätzung zu Grunde gelegt. L. Fragen Sie bei der „VolkSsürsorge", Rechnungsftelle 1, Berlin, Sngelufer 19, an.— A. R. Ä4. Erfahren Sie am besten bei einm» Vogelhöndler. — P. C. 67. Von einer SchadcnSersatzklage versprechen wir uns keinen Erfolg. Versuchen Sie es mit einem Antrag an die Eisenbahndtrellton.— St. K. 4O0. 1. Nein. 2. Zweifelhaft. Von einer Klage raten wir ab. — F. W. 100. 1. An die Ännenvcrwaktung. 2. Ein» Verpflichtung zur Rückgabe haben Sie nicht.— 21. B. S!6. Eine solche Stelle können wir Ihnen auch nicht mitteilen.— H. Z. 68. Der Man» ist auch fernerhin der Frau gegenüber unterhaltspflichtig.— Otto 001. Dazu bedarf es eine» besonderen Antrages. Einen besonderen Grund, einen solchen Antrag zu stellen, läht Ihr Schreiben nicht erkennen. DaS zweckmähigst« ist, Ihr» Frau bleibt weiterhin Vormünderin.— B. F. 1O0. Ja, sofern und soweit Sie mehr wie 23,86 M. wöchentlich verdienen.— f>. 8. 100. Ein Recht zur Bertragslösung haben Sie deswegen nicht. Versuchen Sie güt- liche Einigung.— St. II. Da» Verlangen der Steuerbehörde ist im Gesetz begründet.— F. H. Unseres Erachteiis nein.— H. Sö. 86. Ja.— H 8. 47. 1. U. E. new. 2. 1,(56 M. 3. Nur dann, wenn es vereinbart wird. — F. H. 03. In derartige ärztliche Angelegenheiten und Fragen mischen wlr un» grundsätzlich nicht ein. Wenden Sie sich daher an beuseiden oder an«inen anderen Arzt mit Ihrem Wunsche.— P. B. 14. Juli 1789. — S. N. Ja.— W. 8. Nein.— O. 1837. Das er. fahren Sie in jeder chemischen Reinigungsanstalt.— S. 88. Ja. SvttternngSüberstcbt vom 17. Juli 1914. Swinemde. Hamburg Berlin. Franks. ä.M München Wien Wetter »II i** Wto heiter bedeckt Rege» Dunst Rege» 4 Regen Stattonen Hoparanda Petersburg 763 Sctllh 765 Aberdeen 751 Paris 1766 Wetterprognose für Sonnabend, de» 18. Juki 1914. Zunächst wieder vielfach heiter, etwas wärmer, bei meist schwachen süd- westlichen Winden; später neue Zunahme der Bewölkung und Gewitter- neigung. Berliner Wetterbureau. Wetteransstchten für das mittlere Norddeutschlanb bis Sonntagiiiittag: Zunächst auch östlich der Oder, auher an der Küste, weitverbreitete Gewitterregen mit Abkübiung. Im Westen langsame Aus- hetterung und wieder etwa« wärmer, später neue Gewitter. Bnchliaiullimg Vorwärts L,in den Strasse. 69 Der politische Streik H. Laufenberg. VII and 260 Seiten(Bd. 54 der Int. Bibliothek.) Broschiert 2 M., gebunden 2,50 M. Neutrale und sozialistische Genossenschaftsbewegung ▼on Emil Vandervelde. Autorisierte Uebersetzung v. Hanna Oernsheimer-Hertz. 154 Seiten.(Band 55 der Int. Bibliothek.) Broschiert 1 M., gebunden 1,50 M. j Unser iSchrittenverxeichnis versenden wir» i auf Wnnsch gratis and franko.| irwi Wo? ist der schönste Ausflugsort? � Immer noch Tegel ort, Sporthaus bei GmU Mothes. Leichte Sommer- Kleidung Prima Hammelfleisch 尖 zu enorm billigen Preisen 90 PlWasch- Joppen.. Lüster- Jackette......... 3.mit 2.25 Pikee- Westen........ Weiße Hosen bug und 3.50 Bastfarbene Jackette 4.50 S BAER SOHN Spezialhaus größten Maßstabes für Herren- und Kaaben- Kleidung Chausseestraße 29-30 Berlin Gr. Frankfurter Str. 20 Gegr. 1891 11 Brückenstraße 11 Schöneberg, Hauptstr. 10 Sonntag 8-10 geöffnet KAISER Der Haupt- Katalog Nr. 49( Neueste Moden) kostenfre!! BRIKETT Außerordentlich billig Um unser vorzügliches australisches Hammelfleisch amtlich untersucht einzuführen, offerieren wir: Dicke Rippe 73 P. Dünnung 63 Pf. Keule 68 Pf. 75 P. Rücken per Pfund. Australisches Hammelfleisch ist von ganz vorzüglicher Qualität, sehr schmackhaft und wird in England von Millionen bevorzugt. Versand nach außerhalb gegen Nachnahme. Deutsches Hammelfleisch zu billigsten Tagespreisen. Hammel- Consum, G. m. b. H., Berlin C 25, Gontardstraße, neben der Zentral- Markthalle, vis- à- vis vom Bahnhof Alexanderplatz. 93/ 15* Keine Filialen. 1 Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante HerrenModen fertig und nach Mass. Garantie für tadellosen Sitz. Jonas Kurzberg Oranienstr. 160% zwischen Moritz- u. Oranienplatz. Bitte auf Hausnummer u. rote Schilder zu achten. Heines Werke Jede Hausfrau, die Kaiser- Briketts verfeuert, spart! Theater und Vergnügungen Sonnabend, 18. Jutt 1914| Friedrich- Wilhelmst. Th. Anfang 5 Uhr. Baffage Theater. Rino- Barteks Potsdamer Naturtheater. Potsdam. Anfang 8 Whr. Urania. Streifzüge durch Norwegen. Westen. Das Rheingold. Schiller 0. Der Poftillion von Lonjumeau. Berliner. Wie einft im Mai. Königgräger Strahe. Mr. Bu Thalia. Benn der Frühling tommt. Theater an der Weibendammer Brüde. Der müde Theodor. Rose. Der Silberkönig. Metropol. Die Reise um die Erde in 40 Zagen. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palaft- Theater. Varieté und LichtBerliner Prater- Theater. Grigri. Anfang 8 Uhr. Kleines. Der Kleds. Theater am Mollenbortplay. Der Jurbaron. Walhalla. Der Hund von Basterbille. Folies Caprice. Schwache Nerven. Eine ruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht. Lustspielhaus. Die spanische Flege. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Leutnantsliebchen. Luisen. In neues Glüd. Anfang 8, Uhr. Refidenz. Die verflirte Liebe. Admiralspalast. Im Tangoklub. Cines Nollendorf Theater. Das Mirakel. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Berliner Theater. Bum 285. Male. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater des Westens. Sonnabend, Sonntag, 8 Uhr: Das Rheingold. 8 Uhr tgl. b. Dperettenschlager: Leutnants liebehen. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron.. DOSE THEATED Große Frankfurter Str. 132. Der Silberkönig. Anfang 8 Uhr. Auf der Gartenbühne Rund um die Spree. Gr. Revue. Vorher Konzert, Spezialitäten. Metropol- Theater. Abends 8 Uhr: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. WINTERS CARTEN 8 Neues Programm! Saharet die australische Tanzdiva Perzinas Kaufmanns Pagageien Veronacycle Truppe Kabarett und eine Kette hervorragender Kunstkräfte! Entreeplatz wochentags M. 0,60. Rauchen gestattet! Voigt- Theater Badstraße 58. Morgen Sonntag: Durch fremde Schuld. Theater a. d. Weidendammerbrücke Drig.- Boltsstüd mit Gesang u. Tanz Täglich 8 Uhr, zum 135. Male, in 3 Atten von Seelen u. Richter. und 31. Juli zum letzten Male: Gänzlich neue Spezialitäten. Der müde Staffeneröffn. 10 Uhr. Anf. 2 Uhr. Theodor. Puhlmanns Theater Schwant m. Gesangs- u. Zanzeinlagen. Schönh.Allee 148. Kastanienallee 97/99 Unter neuer Leitung der beliebten Direktion W. Herrmann. Sachse- Oper. Konzert, Theater, Spezialitäten. Schiller- Theater 0.allner. Bum Schluß: Wo hast du dein 8 Uhr: Theater. Weh' Weh'chen! Anfang 4 Uhr. Der Postillion von Lonjumeau. Reichshallen- Theater. Gastsp.d. berühmten Dresdner Viktoria- Sänger Für Berlin völlig nenes Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7, U. Sonnabd., 1. Aug.: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Passage- Panoptikum. Lebend! Die letzten weiblichen Azteken! AGA die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin Sonntag, den 19. Juli 1914, in den Gesamträumen der ,, Brauerei Friedrichshain" Großes Sommerfest Konzert und Theater Mitwirkende: Tonkünstler- Orchester( Kapellmeister Fritz Blume), Sängerschaft der Gemeindearbeiter Groß- Berlins, M. d. D. A.-S.-B.( Chormeister O. Kowalski), und erst... klassige artistische Kunstkräfte Kasperle- Theater und Kinder- Fackelzug.... Im großen Festsaal von 5%, Uhr ab: TANZ( Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach). Anfang 4 Uhr Eintrittskarte 25 Pfennig Programm gratis Jedes Kind erhält eine Stocklaterne, Mütze oder Schärpe gratis. Die Kaffeeküche ist von 8 Uhr ab geöffnet. Bei ungünstiger Witterung finden die Festveranstaltungen in den Sälen statt A Bon der Michaelbrücke am Stadtbahnbogen. Heute Sonnabend große Sommernachts. Promenaden. fahrt mit Mufit nach Schmödwig, Restaurant Storch35/7 Folies Caprice. neft, bafelbft Tanz- Reunion. Abfahrt 9 Uhr abends. Heute Premiere. Preis hin und zurüd 50 Pf. Außerdem Sonntag, Abf. 9 Uhr, zum Bergmannsfeft nach Rüdersdorf und Woltersdorf. Preis hin und zurüd i m. Rüdersdorf 1,30 M. Ferner mit Mufit Montag, Dienstag u. Donners tag zum Bergmannsfeft nach Rüdersdorf. Preis hin und zurüd 70 f., fowie täglich 9, und 2 Uhr nach Woltersdorf und Grünheide. Preis hin und zurüd 55 Pf., Grünheide 1, M. 94/11 Reederei Zachow. Sel. Rgft. 6965. Sehwache Nerven. Eine ruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht. Sonntag, d. 26.: Extrafahrt nach Teupik. Abfahrt 7, Uhr früh. Admiralspalast. Reederei Kahnt& Hertzer Fernsprecher Voranzeige. Am Sonntag, den 2. August: neuen Königst. 2062. Dampfer- Extrafahrt Großschiffahrtsweg bon Berlin bis Niederfinow Abf. 71. Weidendammer Br.- Bahnh.Friedrichstr. Nur Hinfahrt 3,10. II. Rad Teupitz( Torrows) b. 7%, br Waisenbrücke. Hin u. zurüd 2 M. Zu beiden Fahrten find Fahrkarten vorher in unserem Bureau, O 2, An der Stralauer Brüde 4/5, zu haben. Achtung! Ab Weidendammer Brücke. Am Donnerstag, d. 23. Juli, und dann jeden Dienstag u. Donnerstag bfahrt 8 Uhr. Hin u. zurüd 1 M. Billige Extrafahrten ab Waisenbrücke: Jeden Montag u. Donnerstag Wenden Neue Mühle) Ab. 2 Uhr Jeden Dienstag und Freitag nach Woltersd. Schleuse 59 Pf. N.- Ahlbeck, Müggelschloß, nad Phoeben bu bie herrlichen Havelſeen. schloß- Grünau- Krampenburg hin u. zur. Kinder Jeben Wittwoch nach Wendenschloß- Ziegenhals 25 Pf. Grünau- Krampenburg Jeden Mittwoch nach Teupitz( T) Abfahrt 8 Uhr, Idyll hin und zurüd 2 M. Bon Café Alsen( Schlesische Brücke) Abfahrt je 4 Stunde später. Jeden Neu! Ab Neukölln ( 8.u.2Uhr ab Kaiser- Friedrichbr. Sonntag 18.2 Uhr ab ildenbruchbr. nach Krampenburg hin u. zurüd 1 M., einfach 50 Pf., Kinder 50 resp. 25 Pf. Die Rückf. der Sonntagstour endet abends in Café Alsen resp. Waisenbr. Montag und Donnerstag} Neu- Ahlbeck, Woltersd. Schl.) Müggelschloß Dienstag und GrünauFreitag Krampenburg Mittwoch | GrünauNeue Mühle Krampenburg Ziegenhals Abfahrt 8.50 Uhr Kais.- Friedrichbr Abfahrt 9.05 Uhr Wildenbruchbr. Hin u. zur. Kind. 25 Pf. 55 Pf. Jeden Montag Neu- Ahlbeck Neu- Helgoland Kais.- Friedrichbr u. Donnerstag Müggelschloß Jeden Dienstag und Freitag Grünau- Krampenburg Jeden Mittwoch Grünan- Waldidyll Abfahrt 1, Uhr Abfahrt 18 Uhr Wildenbruchbr. Hin u. zur. 50 Pf. Kinder 25 Pf. Von Café Alsen( Schles. Br.) Abfahrt etwa 12 Stunde später. Eis- Arena. Berlins kühlster Aufenthalt. Abends 9 Uhr: ,, Im Tangoklub" 99 und ,, Die lustige Puppe". Bis 6 Uhr und ab 10% Uhr halbe Kassenpreise. 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts KAISER BRIKETT URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Prof. Bjarne W. Smith, Bergen: Streifzüge durch Norwegen, das Land d. Mitternachtssonne. ZOOLOG ischer Garten Täglich Gr. Militär- Konzert. 100 Eintrittspreise: Zoo 1 M., von 6 Uhr ab 50 Pf. Aquar. 1M. v.d.Str., 50Pf. vZoo Kinder unt. 10 Jahr. die Hälfte. Neu! Nen! AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Sommertheater, Urania' Wrangelstr. 11, Nähe Köpenicker Str. Täglich erstklass. Varietévorstellung Im Garten 2000, im Saal 900 Sigpläge Sonnabends Ball! und Sonntags: Saal für Vereinsbälle to stenlos. Rerliner K- Tric Adr.: Neukölln Lahnstr.74L Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108/114 Heute Sonnabend, den 18. Juli, sowie täglich: Konzert und Vorstellung und Oberbayern mit vollständig neuer Alpendekoration. Bayrische Kapellen. Bayrische Madels. Entree 25 Pf. Gewerkschaftshaus Menu für Sonntag, 19. Juli, à 1 M. Tomatensuppe. Bouillon mit Mark. Hecht grün mit Klößchen. Lachs mit Remoulade. Blumenkohl mit Saucischen. Rinderbrust mit Meerrettichsauce. Filetgoulasch en casserole. Banjebraten. Kalbsnierenbraten. Prager Schinten garn. Kompott oder Salat. Eis oder Käse. Hochzeitsmenus bon 2 M. an. Stadtküche in allen Ausführungen. Aus eigener Schlächterei: Dampfwurst Schinkenwurst Leberwurst Schinken zum Kochen a Pfd. 1 M. Täglich: Konzert im Garten. Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantto.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW., � a. mw 2. öeilllge des„Nsmarts" Derliller IsIIigltllltt. i»?.» m Parteiangelegenheiten. Zweiter WahNreiS. Großes Volksfest morgen. Sonn- tag, von SV, Uhr an in der Berliner Bockbrauerei, am Tempelhofer Berg. Gartenkonzert, Liedervorlräge, Turner« und Nadteraufsührungen, Kinderspiele, Kaffeeküche usw. Bei Eintritt der Dunkelheii Kinematograph. Von 6 Uhr an im Saale: Großer Ball. (Tanzgebühr für Herren 50 Pf.) Billcttvorverkaus an den bekannten Stellen 20 Pf., an der Kasse 80 Pf. Programm gratis. Der BildungSauSschuß. Vierter Wahlkreis. Die Mitglieder der IS. Abteilung veranstalten am Sonntag, den lg. Juli, vormittags 10 Uhr, einen Ausflug nach Friedrichsfelde, Lindenpark. Beginn der Kinderspiele pünktlich 2 Uhr nachmittags. Neukölln. Die ExkursionSpartie der Jugendsektion nach Chorin findet am Sonnlag, den IS. d. Mts., statt. Treffpunkt Siettiner Bahnhof: Abfahrt Sonnabend, den 18. d. Mts., abends pünktlich 11.30 Uhr. Lichtenierg, IV. Abt. Morgen Sonntag: Ausflug nach Heide- krng. Abfahrt: Bahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde 8.45 morgens nach Biesdorf. Treffpunkt für Nachzügler: 1 Uhr Heidekrug. Hohen-Schönhausen. Am Montag, den 20. d. Mts., findet ein gemeinsamer Ausflug der Genossinnen nach Tegel statt. Treffpunkt früh 8 Uhr bei Reyher, Berliner Str. 93, Für Nachzügler Restaurant Seeschlvßchen, Tegel. Bei ungünstigem Wetter findet die Partie acht Tage später statt. Biesdorf. Die Genoflen, welche im Besitz von Teilnehmerkarten zum Besuch deS Botanischen Gartens sind, treffen sich Sonntag, mittags 1 Uhr, am Bahnhof Biesdorf. Serliner Nachrichten. Srillant-Ieuerwerk. Die alle Ntte, zur Volksbelustigring au schönen Sommer- obenden ein Feuerwerk abzubrennen, ist noch nicht aus- gestorben. Es gab vor Jahrzehnten eine Periode, in der ge- wisse große Vorortslokale, bespielsweise der„Sternecker" in Weißensee und der„Spandauer Bock" hinter Westend, durch ihre großartigen Feuerwerke, die durch die örtliche Xkige der Lokale sehr begünstigt waren, einen Ruf genossen. Ter„Bock" schwamm an diesen Abenden in�einem Meer von buntem Licht, in dem sich die Wipfel des nahen Grunewaldes pittoresk ab- zeichneten. Auch der dem Berliner Rorden vorgelagerte „Weiße See" eignete sich in tiefer Lage, von hohen Bäumen umrahmt, vorzüglich für solche Lichteffekte. Immer neue Taufende zogen gen Nord und West und wurden nicht müde, die Lichtwunder der pyrotechnischen Kunst zu bestaunen. Mit dem Siegeslauf des elektrischen Lichts kam es anders. Es schien, als ob das Publikum von Feuerwerk übersättigt war oder in den elektrischen Lichtfluten, die ja heute auch in allen Farben schillern, einen viel schöneren Ersatz fand. Erst neuerdings wieder ist aber die Sitte mehr zu Ehren ge- kommen. In der Zwischenzeit haben die Feuerwerkskünstler große Anstrengungen gemacht, haben nichts vergessen und manches hinzugelernt. Wasser muß natürlich dabei sein, um die Szenerie zu beleben, anders gehts kaum, wenn Massen- Publikum angezogen werden soll. Statt des leichtgebauten Flosses, mit dem man sich früher behalf, fahren ein paar zum Ausschlachten bestimmte alte Spreezillen vor. die sich mit Hilfe von Kulissen in ein regelrechtes Panorama verwandeln. So kann die Pyrotechnik einen„Ausbruch des Vesuv", einen „Swrnr auf Port Arthur", den„Untergang von Messina" oder sonst etwas Historisches vortäuschen, das immer noch die Illusionen empfänglicher Gemüter entzückt. Die Kunst, Leuchtkugeln und Raketen in mächtigen Bündeln in die Luft sprühen zu lassen, hat sich erstaunlich entwickelt, so daß man auch bei großen Ansprüchen an solchem modernen Schauspiel seine Freude haben kann. Die„Sonnen" sind zu feurigen Riesenrädern geworden, die Kanonenschläge krachen wie aus hundert Feuerschlünüen, geben eine ganz kleine Vorstellung von der massenmordcnden Kriegswrie, die mit Sekunden- schnelle Hunderte von Menschen leibern in Stücke zerspringt. Und dazwischen, um die aufgepeitschten Nerven zu beruhigen, wieder etwas Harmloses: am Reck vollführt ein aus mehr- farbigen Feuerwerkskörpern gebildeter Kraftmensch die Riesenwelle. Nur den patriotischen und nationalen Klimbim nebenbei kann man sich noch innner nicht abgewöhnen. Die feurigen Kronen und Preußenadler sind mehr als abgedroschen, können allenfalls noch den Jungdeutschlandbündlern mit obligater Schlachtmusik vorgesetzt werden. Unsere regierenden Nationalen, die aus dem Pulverfatz sitzen, machen doch schon genug patriotisches Brillantfeuerwerk, allen voran der schnurr- bärtige Kriegs-Pyrorechniker aus der Leipziger Straße, der sich an seinen verpuffenden Raketen eben erst so hübsch die Finger verbrannt hat. � ßerien! Vom Anfang der Schulserien an höre ich jetzt jeden Morgen um die bestinrmtc Zeit auf dem Hofe eine Kinder- stimme rufen:„Fliegenfänger! Stück fünf Pfennige!" Ich trete ans Fenster und sehe auf dem Hofe zwei Knaben im Alter von vielleicht zehn und acht Jahren. Wahr- scheinlich sind es Brüder. Ihre Kleidung ist sehr ärmlich. Beide tragen über der Schulter eine Stange, an der die Leim- tüten befestigt sind. Die Blicke der Kleinen irren von Fenster zu Fenster der Mietskaserne, keines aber öffnSt sich und so ziehen die jugendlichen Händler weiter. Vor kurzem erwartete ich sie. „Sagt mal, Kinder," begann ich zu fragen,.wer schickt Euch denn?" .Niemand," antworteten die beiden. „Na warum geht Ihr denn dann mit diesen Fliegenfängern hausieren?' .Um Geld zu verdienen." .Verdient Eu« Vater kein Geld V .Wir baben keinen Vater." .Wo ist er denn?' .Tot." .Und�va» macht Eure Mutter?" .Die ist krank." .Habt Ihr Geschwister?" .Ja." .Sind dies« älter als Ihr!" »Nein, ich bin der älteste!" antwortete der Zehnjährige. „Wie viel Kinder seid Ihr?" .Acht." „Ich fragte nicht weiter. Ich wußte genug. Die Kleinen zogen ihres Wegs. Lange noch blickte ich den beiden nach. Freuten sich diese Kinder auch auf die Ferien? Waren diese auch für sie eine Erholung? Immer, wenn ich jetzt von Ferien höre oder lese, muß ich an diese beiden Knaben denken und stets klingt es mir in den Ohren: „Fliegenfänger I"_ Verschwundenes Radium. Im vorigen Monat warf in einem Charlottenburger Sana- torium ein Diener unvorsichtigerweise für 20 000 M. Radium in den Ausguß. Trotz allen SuchenS konnte man daS wertvolle Heil- mittel nicht wieder herbeischaffen. Für 20 000 M. gibt es nicht viel Radium. Am Mittwoch warf ein Patient der Charite unbewußter- weise für 16 000 M. Radium in einen Abort. Obwohl die Direktion sofor talle Abflußrohre sperren ließ, ist es nicht gelungen, das Radium wieder aufzufinden. Der„Vossischen Zeitung" hat der Oberarzt Dr. Maser folgende Mitteilungen über den Verlust gemacht:„Der Perlust des Radiums wurde gegen 12 Uhr mittags entdeckt. Dem Patienten waren am Tage zuvor 50 Milligramm Radium in den Darm auf die übliche Weise eingeführt worden. Der Patient hatte die Anweisung erhalten, unter keinen Umständen das Bett zu ver- lassen. Diese Vorschrift hat er jedoch nicht beachtet. Mittags gegen 12 Uhr suchte er einen Abort auf. Der Patient hat dann das Hefapflaster gewaltsam abgerissen und das Radium in die Abflußröhre geworfen oder gleiten lassen. Er gibt an, über die Bedeutung des Radiums und seinen Wert nicht unterrichtet gewesen zu sein. Eine große Anzahl von Arbeitern suchten sofort nach Bekanntwerden des Verlustes die Abflußrohren ab, doch hatten ihre Bemühungen bisher keinen Erfolg. Das verloren gegangene Radium besitzt einen Wert von nahezu 16 000 M." Frisch gestrichen. Ein Leser schreibt unS:„Auf der Station Stralau-Rummels- bürg, Babnsteig D, werden Malerarbeiten ausgeführt.„Frisch gestrichen!" zeigen gelbe Zettel an, deren zwei an jedem neu ge- strichenen Pfeiler befestigt sind. Leider reicht die Breite dieser Zettel nicht um einen ganzen Pfeiler, z. B. ist„Süd" und„Nord" bedeckt, so starrt aus.Ost" und.West" das frische Schwarzgrau schadensroh hervor und freut sich der„Fliegen", die daran kleben bleiben könnten. Zwei dieser Fliegen waren meine Jungen, denen Mutter zur Feier des schönen Ferientages die hellen Anzüge so nobel hergerichtet hatte, daß man diese kleinen Herren, wenn sie mit„besserem Gefolge" versehen gewesen wären, beinahe für Prinzen gehalten hätte. Nun mußten sie, da sie keine Prinzen sind, mit dem von einem preußischen Eisenbahnpfeiler ihnen auf den Popo aufgedrückten Schandmole der schönen Waldlandschaft von Friedrichshagen, die unser Ziel war. und anderen Menschen- kindern zeigen, wie liebevoll preußische Eisenbahnpfeiler die Güte ihrer Farben empfehlen.— Ich möchte die Eisenbahndirektion fragen: Ist es nicht möglich, die Arbeiten des Nachts ausführen zu lassen? Bei dieser Witterung wäre dann morgens doch alles getrocknet. Wenn nicht: Können diese Pfeiler(eS kommen immer nur einzelne in Betracht) nicht mit dem so billigen Drahtgeflecht umgeben werden? Es wäre dock anerkennenswert, wenn auf da» Publikum Rücksicht genommen würde, zumal im Osten, der meist von Proletariern frequentiert wird. Denn deren„Lumpen", die sie am Leib« tragen, find teurer und bitterer erstanden al» Samt und Seide der Reichen.— Daß bei so starkem Verkehr und so Mangel- haster Schutzvorrichtung ein Schaden sich nicht vermeiden läßt, werden nicht nur meine„Prinzen" bezeugen können." Eine seltene Blüte. So diel Schönes und Interessantes auch gegenwärtig der Botanische Garten in Dahlem in seinen mächttgen Freilandkulturen, pflanzengeographischen Anlagen usw. bietet, so empfiehll sich doch gerade in der jetzigen Zeit auch ein Besuch der großartigen Kewächshausanlagen und insbesondere des herrlichen großen Tropenhauscs, das uns in einer Vollendung und Ausdehnung, die auf der ganzen Welt nicht ihres gleichen haben, das echte Bild eines tropischen Ur- Waldes vor Augen führt. Unter den dort befindlichen Tropengewächsen darf gegenwärtig ganz besonderes Interesse ein Exemplar der Pflanze Heliconi» Humiiis mit ihrer seltenen wundervollen Blüte beanspruchen. Dtese Pflanze gehört zu den nur in den Tropen vorkommenden so- genannten ornithophilen Blumen oder Vogel- b l u m e n. Während bei uns, wie allgemein bekannt, die Befruchtung der Blüten zumeist durch die Insekten erfolgt, geschieht dies bei den Vogelblütlern der Tropen durch die Kolibris und Honigvögel, die den Pollen von Blüte zu Blüte tragen. Der Nektar dieser Blumen ist tief geborgen und kann nur durch die langen dünnen Schnäbel dieser Vögel erreicht werden. Die schöne Blüte dieser Tropenpflanze, die eine ganz eigenartige zwischen Karmoisin und Purpur stehende leuchtende Farbe ausweist, besteht eigentlich aus fünf etagenweise aus einander emporgewachsenen Blüten; mehr Etagen gestattet auch hier die Bauordnung nicht. Diese seltene Blume allein ist es schon wert, daß man jetzt dem großen TropenhauS einen Besuch abstattet.____ Nochmals der Schutzverband der Schwerhörigen. In seinem lctzlen MonatSblättchcn unternimmt der Schutzverband der Schwerhörigen den Versuch, unsere Kritik über die Tendenz des Vereins als abwegig hinzustellen. Das tut das Blittchen, ohne auch nur im geringsten die von unS geführten Tatsachen ernstlich zu widerlegen. ES lohnt nicht, darauf einzugehen. Was da geschrieben wird, ist leeres Gerede, bestimmt, den Kern der Sache zu ver- schieiern. Gegen die Hauptaufgabe des Verbandes, die jüngere Generation zu frohen, körperlich und geistig leistungsfähigen Menschen zu erziehen, hätten wir gewiß nichts einzuwenden gehabt, aber die Sätze, gegen die sich in der Hauptsache unsere Kritik richtete, ver- schweigt der Verband in seiner Erwiderung geflissentlich. D i e Erziehung zur Gottesfurcht, Heimat und Vater« landsliebe sind die Symptome des Hurra« Patriotismus, die die Jugend zu willenlosen und unfreien Menschen zu erziehen geeignet sind und gegen die wir, soweit die arbeitende Jugend in Frage kommt, Einspruch erheben müssen. Will der Verein den Schwerhörigen nützen, so muß er stch frei« halteu von jeder politischen Tendenz und muß sich darauf be- schränken, den Schwerhörigen die Erleichterung«« z« schaffen, die nach Lage der Sache geschafft werden können. Beschränkt sich der Verein lediglich hierauf, so ersllllt er einen guten Zweck und auch wir werden dein Verein unsere Sympathie zuwenden. Verfolgt er aber eine Tendenz, die sich gegen die aufstrebende Arbeiterschaft wendet, so werden wir ihn unter allen Umständen bekämpfen. Neuerwerbungen des NeichS-PostmuseumS. Das Reichs-Postmuseum hat zahlreiche und interessante Neuerwerbungen zu verzeichnen. Der Automobilbetricb der Post wird jetzt durch zwei Modelle veranschaulicht, den eines Wagens für 12 Reisende und den eines elektrisch betriebenen dreirädigen Briefwagens, wie er nicht bloS in Berlin, sondern neuerdings auch in Köln, Düsseldorf, Leipzig. Breslau und anderen Großstädten von der Reichspost verwendet wird. Auch die neuen 17 Meter langen vicrachsigen Bahnpostwagen mit Schutzabteilen sind jetzt durch ein Modell vertreten. Aus dem modernen Betrieb ist ferner eine Universal-Briesstempel- Maschine ausgestellt, die Halbstcmpcl auf der rechten oberen Hälfte der Bricfsendungen liefert. Beim Telegraphenbau findet man jetzt das Muster eines Kabclwagens für Straßen- verkehr. Die Posthausmodclle sind durch die Ober-Post- dircktionsgcbäudc in Düsseldorf und in Posen sowie des Postamts Jn Darcssalam vermehrt. Das Verkehrsleben der deutschen Schutzgebiete zeigt eine Sammlung von 250 Bildern. Die Bildersammlung hat wertvolle Ergänzuiigen durch eine ausgezeichnete Arbeit von Otto Antoinc, die i�ostverladestelle am Schlesischen Bahnhof, und ein Bild von Franz v. Lenbach erhalten. Neu ausgestellt sind Abdrücke eines römischen Siegels, schivedische Dienstabzcichen, ein Bild der„Zentral- Telegraphenstation" in Berlin von 1862 usw. Tödlicher Unfall auf dem Bahnhof Wustermark. Ein Opfer seines Berufes ist der 27jährige Rangierer Ewsld Klait aus der Ruhlcbener Straße 3 in Spandau geworden. K., der auf dem Rangierbahnhos Wustermark angestellt war, hatte in der letzten Nacht Rangierdienst und hatte mehrere auf verschiedenen Schienensträngen befindliche Personenwagen zusammenzutoppeln. Beim Ucberschreilen der Weise kam der Rangierer in der Dunielhett zu Fall, als eine Lokomotive auf demselben Gleis herannahte.>In- glücklicherweise blieb K. mit dem Stiefel in der Weiche stecken und vermochte sich trotz verzloeifeltcr Anstrengungen nicht mehr recht- zeitig zu befreien. Er wurde von der Maschine überfahren und buchstäblich zermalmt, sodah der Tod auf der Stelle eintrat. Opfer des Badens. Bei Pichclswcrder sind zwei Männer ertrunken, deren Per- sonalien noch nicht ermittelt werden konnten. Es handelt sich um einen etwa Lijährigcn und um einen 60jährigen Mann, von denen der erstcre im Freibad bei PichclSwerdcr, der andere beim söge- nannten Gemünde am Leuchtturm gebadet hatte. Beide scheinen einem Herzschlage erlegen zu sein. Die Leiche deS jüngeren Ver- unglückten konnte noch nicht gelandet werden.— Jn der Ortschaft Schöpfurth bei � Eberswalde wollte der 17;ährige Sohn des Be- sitzcrs Barle! in einer Tongrube ein Bad nehmen. Kaum war er ins Wasser gegangen, als er vor den Augen mehrerer Bekannter lautlos unterging. Obwohl unverzüglich Rettungsversuche ge« macht wurden, kam die Hilfe zu spät. B. konnte zwar bald, jedoch nur noch als Leiche geborgen werden.— Ebenfalls in einer Ton- grübe ertrunken ist gestern der 22jährige Gärtnergehilfe Ernst Brundtke aus Borgsdorf. Der junge Mann hatte in den dortigen Tongruben der Boden-Aktien-Gesellschaft ein Bad genommen und war im Begriff, das Wasser zu verlassen, als er plötzlich mit lautem Aufschrei versank. Seine Leiche tonnte erst nach längerem Suchen gelandet werden.— Beim Schwimmen in der Havel fand der 10jährige Sohn des Arbeiters Pück aus Havelberg den Tod im Wasser. Der Knabe hatte mit anderen Schulkameraden ge- badet, und beim Schwimmen überschätzte er seine Leistungsfähig- keit. Es verließen ihn plötzlich die Kräfte, und der Knabe ging unter und ertrank.— Im Straussce mußte der 16 Jahre alte Bureaulchrling Ernst Urban sein junges Leben lassen. U. ertrank in der Nähe der Badeanstalt. Ehetragödie in Treptow. Eine erregte Szene spielte sich am Mittwoch in Treptow ab. Seit acht Monaten war der Schlosser Spieß mit seiner 26 Jahre alten Ehefrau Margarete verheiratet und wohnte seitdem in der Köpenicker Landstraße 147. Die Ehe war von Anbeginn unglücklich. Wiederholt verließ die Frau auf kurze Zeit ihren Mann. Nachdem sie jetzt wieder 14 Tage weggewesen war, kehrte sie Mittwoch nach« mittag gegen 4 Uhr heim. Plötzlich öffnete sich das Fenster deS Speisezimmers im dritten Stock und Frau Spieß sprang auf den Hof hinab, wo sie schwer verletzt liegen blieb. Im Kreiskranken« hause Britz, wo sie die Besinnung wiedererlangte, deschuldigte sie ihren Mann, daß er sie bedroht habe,»nd daß sie aus Furcht aus dem Fenster gesprungen sei. Infolgedessen wurde der Mann von der Treptower Polizei einstweilen in Haft genommen. Im Schwimmbad ertrunken ist der 14 Jahre alte Fortbildung»- schüler Otto Windisch aus Charlottenburg, Kaiserdamm 17. Der Knabe nahm als Mitglied des Vereins.Jungdeutschland" mit anderen Knaben Schwimmunterricht in der Badeanstalt der Garde« Pioniere in der Köpenicker Straße. Als am Mittwochabend die An- stalt geschlossen wurde, entdeckte man, daß die Kleider des Knaben noch am Riegel hingen, er aber verschwunden war. Donnerstag abend nun wurde die Leiche geborgen, von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhaufe gebracht. Ein schwerer Straßenunfall ereignete sich gestern nachmittag am Halleschen Tor. Als dort der 16 jährige Schlosserlehrling Emil Hennig au» der Wassertorstr. 16 den Fahrdamin Überschreiren wollte, wurde er von einer Automobildrojchke erfaßt. Dabei er- litt er einen derartigen Stoß, daß er unter den Vorderperron eines gerade vorübcrfahrenden Straßenbahnwagens geschleudert wurde. Im schwerverletzten Zustande wurde er in ein Krankenhaus gebracht.__ Ein Opfer der Klatschsucht. Lästerzungen haben wieder einmal großes Unheil angerichtet. Die in Hohenschönhausen wohnhafte Ehefrau des Schlossermeisters Miericke hatte sich Klatschereien, die in der Nachbarschaft un- gerechterwcise über sie geführt worden waren, derart zu Herzen genommen, daß in ihr der Entschluß reifte, sich das Leben zu nehmen. Die Bedauernswerte vergiftete sich mit Salzsäure und wurde in besinnungslosem Zustand nach dem Krankenhau« am Friedrichshain gebracht, wo sie aber bald nqch ihrer Einliescrung den Wirkungen des Giftes erlag. Würde sich jeder zum Grundsatz machen, in Privatangelegen« heilen anderer sich nicht einzumischen, weil sie ihn nichts angehen, würdx manches besser sein. Die Klatjchseuche scheint aber un, auärott&or. Es gibt beider noch zuviel Leute, die sich nur in der Gosse wohlfühlen; je tiefer im Schmutz, desto lieber ist es ihnen. Es dürfte noch manche Arbeit kosten, um auch diese Seuche auszurotten und die Menschen heraufzuziehen, damit sie für Wahres, Gutes und Schönes Interesse und Verständnis empfinden. Todessprung. Ein aufregender Vorfall hat sich gestern in dem Hause Grol- manstratze 42 in Charlottenburg abgespielt. Bei einer dort in der vierten Etage wohnenden Herrschaft war seit einiger Zeit die 20jährige Paula Demmin in Stellung. Mittwochnachmittag sprang sie aus dem Fenster ihres Zimmers auf den Hof hinab. Tie Lebensmüde erlitt schwere innere und äußere Verletzungen und wurde in hoffnungslosem Zustand nach dem Krankenhause Westend gebracht. Als Ursache zu dem Schritt wird verschmähte Liebe an- gegeben. Erschossen bat sich gestern früh in der Lowenbrauerei, Hoch- straße 21—24 ein Arbeiter, weil er entlassen werden sollte. Obgleich sofort Hilfe zur Stelle war und Wiederbelebungsversuche angestellt wurden, war es nicht möglich, den Mann zu retten. Ein hinzu- gerufener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen.— Der 48 Jahre alte Gastwirt Vincenz Weingärtner aus der Neuen Königstraße 30 hat wegen sinanzieller Bedrängnis seinem Leben durch Opium ein Ende gemacht. Er wurde in seiner Wohnung auf dem Sofa sitzend tot aufgefunden. Der Tod war bereits vor fünf Tagen eingetreten. — Aus einem Fenster des dritten Stockes stürzte sich gestern vor- mittag im Hause der Spirituszentrale, Schellingstraße IS, ein Fräulein Hildegard v. Eichstedr aus der Genthiner Straße 6. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde sie nach der Unfallstation gebracht, wo sie kurz nach ihrer Einlieferung verstarb. Im Berliner Aquarium haben.sich die in einem besonderen Terrarium, Nr. ö, ausgestellten Kreuzottern, entgegen der gewöhnlich gehegten Annahme, daß sie in Gefangenschaft keine Nahrung auf- nehmen sollen, als ganz vorzügliche Fresser gezeigt, die beträchtliche Mengen von weißen und grauen Hausmäusen verzehren. Ein Weibchen hat auch bereits Junge zur Welt gebracht, die sich aber vorläufig meist in das Gestrüpp verkriechen, während die Alten ihre anfängliche Scheu vor dem Menschen vollkommen verloren haben und beim Oeffnen des Behälters herbeikommen, um nach Futter Ausschau zu halten. Auch von der in den Büchern gewöhnlich an- gegebenen unverbesserlichen Wut und Bissigkeit dieser einzigen Gift- schlänge Deutschlands ist bei verständiger, ruhiger Hantierung mit diesen Tieren wenig zu bemerken. Hoffentlich gelingt es, eine An- zahl Junge mit kleinen Fröschen und Eidechsen aufzuziehen. Vorortnachrichten. Ciharlottenburg. Ja großer Bedrängnis befindet sich der Charlottenburger Kredit- �verein, der im Februar Konkurs anmelden mußte. Durch besondere Maßnahmen haben sich die interessierten Banken gesichert; anders steht es um die etwa 1000 kleinen Sparer und die kleinen Genossen, die in eine schwierige Situation gekommen sind. Die Schuldenlast beträgt 2'/< Millionen Mark, die sich von Tag zu Tag vergrößert, wenn nicht schleunigst Gelder herbeigeschafft werden, um weitere Subhastalionen zu vermeiden. Das Geschäft wickelt sich auch insofern schwer ab, weil der Konkursrichter einen in Berlin wohnenden Auwalt zunr Konkursverwalter er- nannt hat. Die kleinen Leute müssen viel Zeit verwenden, um erst nach Berlin zu kommen und hier mit dem Konkursverwalter geschäftliche Fragen zu erledigen. In seiner Not hat der Verein ein ZirkulP an eine Reihe Genossenschaften um Hilfe gerichtet; das paßt nun wieder dem bekannten Anwalt der Genossenschaften Herrn Dr. Crüger nicht, der in der letzten Stummer der.Blätter für Ge- nossenschaftswesen" es ausdrücklich für nötig befindet, eine jede Hilfs- aktion ablehnende Erklärung zu veröffentlichen und das Vorgehen der bedrängten Charlottenburger Sparer besonders zu mißbilligen. Geholfen wird dadurch den Leuten allerdings nicht. Neukölln. Jugendausschuß Neukölln. Am Sonnabend, den 18. Juli, Nachtwanderung nach Erkner— Kalkberge— Wernsdorf— Krossin- see. Abfahrt: Sonnabend, abends 11 Uhr 26 Min. vom Bahnhof Hermannstraße. Fahrgeld 80 Pf. Ein schweres Brandunglück hat sich gestern nachmittag gegen IM' Uhr in der Weisestr. 21 zugetragen. Die dort wohnende Witwe Bäck ernährt sich und ihre zwei Kinder mühsam durch Putzfeder- arbeit, bei der sie flüssigen Kautschuk zum Kleben verwendet. Als sie gestern mittag ihrer neunjährigen Tochter Charlotte auf deren Bitten einige Kartoffeln braten wollte, geriet eine in der Nähe des Gasherdes stehende Kautschukmasse auf unaufgeklärte Weise in Brand und explodierte. Die Flammen erfaßten die kleine Char- lotte und hüllten sie ganz ein. Auf die Hilferufs eilten Nachbarn herbei und erstickten die Flammen. Nachdem ein hinzugerufener Arzt dem unglücklichen 5Nnde einen Notverband angelegt hatte, wurde es in bedenklichem Zustande nach dem Krankenhause in Buckow gebracht. Z?riedrichsfelde. Aus der Gemeindevertretung. Unter anderen kleinen Vorlagen stand auch die Steuerordnung für Wettrennen und Wettspiele auf der Tagesordnung. Danach sollen alle diejenigen Veranstaltungen steuerfrei bleiben, welche von den Vereinen, welche sich mit n a t i o- naler Jugen'd pflege befassen, veranstaltet werden. Unser Antrag, entweder alle der Jugend dienenden Arrangements frei zu lassen oder den bestehenden Zustand beizubehalten, wurde von den Gegnern abgelehnt. Dasselbe Spiel zeigte sich beim S. Punkt der Tagesordnung. Ein Turnvereinchen, welches in diesem Jahre sein 2Sjähriges Stiftungsfest feiert, beantragte, ihm einen Ehren- preis zu stiften. Vom Gemeindevorstand wurde vorgeschlagen, 60 M. zu bewilligen. Trotz unseres Hinweises, daß man für Kulturbestrebungen der Arbeiter keinen Pfennig übrig hat, ja daß sogar diese in kleinlichster Weise schikaniert werden, wurde dieser Antrag mit allen bürgerlich Stimmen angenommen.— Eine längere Debatte zeitigte die im Oktober zu eröffnende Kinder- bewahranstalt. Der Gemeindevorstand ist mit dem Paul-Gerhard- Stift zwecks Stellung einer Aufficht für die Bewahranstalt in Ver- binduna getreten und hatte der Vertretung einen Vertrag vorgelegt, nach welchem die Gemeinde nur Pflichten und das Stift nur Rechte bätte. In durchaus treffender Weise wurde dargelegt, daß man für die geforderten Auswendungen ganz gut eine Kindergärtnerin anstellen könne, in deren Dispositionen wir schließlich auch etwas mitzureden hätten. Die Angelegenheit wurde schließlich der Armen- kommission zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Dann wurde noch mitgeteilt, daß die Steuersätze von der Auf- sichtsbehörde genehmigt sind. I» Anbetracht der Vorgänge beim letzten Brand richtete Genosse Oehlert an den Bürgermeister die Anfrage, was er zu tun gedenke, um solche Vorkommnisse, wie sie sich beim letzten Brand gezeigt haben, zu vermeiden. Bei der Be- sprechung kamen recht niedliche Dinge zur Sprache. Es wurde, um den Herrn Brandmeister und Oberbrandmeister zu entlasten, ausgeführt, daß die Kameradschaftlichkeit in den Wehren viel zu wünschen übrig lasse, daß ferner die Wehren nur dann aus- zurücken haben, wenn vom Polizeiamt die Order dazu gegeben wird. Von keiner Seite wurde dem widersprochen. In der ihm eigenen Art lehnte der Herr Bürgermeister eine Beantwortung der Frage ab. Die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen. Der öffentlichen Sitzung folgte noch eine geheime. Es sollten die Ge- hälter der beiden oberen Beamten beraten werden und über em Unterftützungsgesuch siiteät Kannten entschieden werden. Bei dieser Gelegenheit wurde von der Karlshorster alias Bürgermeister- Fraktion eine Kraftprobe veranstaltet. Als die Karlshorster Fraktion sah, daß sie doch noch zu schwach war, um ihre Wünsche durchzusetzen, trat sie in den Streik und verließ demonstrativ den Saal. Die dadurch eingetretene Beschlußunfähigkeit machte eine Fortsetzung der Sitzung am nächsten Freitag notwendig. Pankow. Die notwendige Erweiterung des Elektrizitätswerkes. Für den großen Schulbau in der Görsch-, Wollank- und Neuen Schönholzer Straße ist die Heizungsanlage getrennt auf dem großen Schulho aufgeführt. Diese Anlage hat nicht nur das Lyzeum, Oberlyzeum, Mittelschule, zwei Gemeindeschulen und das Reltorwohnhaus zu ver- sehen, sondern ourch einen Fernheizkanal auch die Realschule und das Rathaus. Weiter ist bereits vorgesehen auf demselben Grund- stück an der Görsch- und Florastraße eine Badeanstalt mit Schwimmbassin aufzuführen, die ebenfalls von dieser Anlage ge- speist werden soll. Da die vorhandenen Maschinen nur zu einem Teil ausgenutzt werden konnten, würde die Errichtung eines Elektrizitätswerkes beschlossen. Dieses Werk, eigentlick nur als Nebenwerk gedacht, fand genügend Kritiker, die eine schlechte Zukuilft in Aussicht stellten. Ueber die trotzdem flotte Entwickelung des kleinen Werkes ein paar Zahlen. Im Jahre 1911 wurden 127 000 Kilowatt produziert, 1912 208 000, 1913 278 700 und im laufenden Jahre dürfte die halbe Million voll werden, davon entfällt natürlich ein großer Teil au die Beleuchtung der eigenen Gebäude und der Straßen. Im Jahre 1912/13 ist schon ein geringer Ueberschuß von 17 400 M. erzielt worden, abzüglich der 8700 M. Reserven und Tilgungskosten. 1913/14 schon 22000 M. Ueberschuß. abzüglich 9700 M. Reserven und Tilgung. Vor zwei Jahren machte sich bereits die Aufstellung einer neuen Maschine notweudig. Die Gemeindevertretung beschloß jedoch, zuerst einmal mit der B. E. W. wegen Stromlieferung zu verhandeln. Das Pankower Werk liefert Gleichstrom für 120 Volt, für Lichtzwecke außerordentlich günstig und erheblich billiger. Die B. E. W. gibt nur Drehstrom ab, soll dieser hier benutzt werden, muß er erst umgeformt werden. Die Verhandlungen führten zu dem Resultat, daß ein Umformer angeschafft wurde. Schon damals wurden dar« über Bedenlen geäußert, daß der Strom von Berlin entnommen werden soll. Die weiteren Verhandlungen scheinen jetzt auf dem toten Punkt an- gelangt zu sein. Ehe nicht in Berlin die Frage der Verstadtlichung der B. E. W. gelöst ist, dürfte auch kaum auf Antwort zu rechnen sein. Es wäre daher viel zweckmäßiger gewesen, an den weiteren Ausbau des Werkes sofort heranzugehen. Durch Beschluß der Ge- meindevertretung soll jedoch wieder ein Umformer für 30 000 Mark gestellt werden, um die Stromlieferung an den Kundenkreis nicht zu unterbrechen. Hierzu kommt die Erweiterung und Verstärkung des Kabelnetzes mit 26 000 Mark. Kinderspiele. Der Arbeiterturnverein Pankow veranstaltet vom Sonntag, den 19. Juli, ab täglich auf dem Platz an der Kissinger Straße Kinderspiele. Treffpunkt vormittags Kaiser-Friedrich- und Wollanlstraße, Ecke Brehmestraße. Steglitz. Zwangsweise Beitreibung der Kirchensteuer von Dissidenten. Daß jemand wegen rückständiger Kirchensteuern gepfändet wird, ist gewiß wenig christlich; wenn aber gar einem Dissidenten, der überhaupt nicht zur Zahlung von Kirchenstnuern verpflichtet ist, ein solches Malheur passiert, so geht es doch über die Hurschnur. Ein Parteigenosie. der schon vor Jahren aus der Landeskirche ausgetreten ist, sollte in diesem Jahre wieder zur Unterhaltung der evangelischen Kirchengemeinde beitragen, was er natürlich unter Vor- legung der AuStrittsbeicheinigung verweigerte. Trotzdem ver- suchr die Gemeindesteuerkasse(Buchhalterei L, Bezirk 6, Hehelisie Nr. 731), die auch die Kirchensteuern einzieht, die zu Unrecht veranlagte Steuer zwangsweise einzutreiben. Nur der Umstand, daß niemand zu Hause war, lieh die Abficht zuschanden werden. Der Steuerkassenrendant ist anscheinend nicht zu belehren, es wird also Aufgabe des Gemeindevorstehers sein müssen, hier einzugreifen, um die Bürger vor ungesetzlichen Pfändungsversuchen zu schützen. Ober-Schöneweide« Mitgliederversammlung. Die am Dienstag, den 14. d. M., im„Wilhelminenhof" tagende Versammlung besqßte fich mit nach- stehender Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Parteitage in Würzburg; 2. Aufstellung der Kandidaten; 3. Diskussion. Der Vorsitzende, Genosse Ramsbrock, ging in dreiviertelstündiger Rede näher aus unsere Stellungnahme zum Parteitag ein. Nach längerer Diskussion wurden der Genosse Ramsbrock und die Genossin Arendsee aus Lichtenberg der Kreisgeneralversammlung als Tele- gierte zum Parteitag empfohlen. Nieder- S ch önh ausen. Sein diesjähriges Sommerfest feiert am Sonntag, den 19. Juli, der hiesige Wahlverein mit Unterstützung aller hiesigen Arbeiter- vereine im Restaurant.Schloß Schönhausen", Lindenstraße Ecke Kaiserin-Augusta-Slraße. Beginn 4 Uhr. Das Programm ist äußerst reichhaltig. Neben einem starken Streichorchester werden Darbietungen der Teßmannschen Cböre, des Pankowcr Arbeiter- Turnvereins und des Berliner Uik-Trios geboten. Eintrittskarten zu 20 Pf. sind bei allen Funktionären und an der Kasse zu haben. Stcglitz-Friedena«. Das Volksfest, zum Besten des„Arbeiterjugendheim findet am Sonntag, den 2 6. Juli im„Birkenwäldchenstatt. Der Zweck des Festes— einen hohen Ueberschuß zur Er- Haltung des Heimes zu erzielen— kann nur durch einen st a r I e n Massenbesuch erreicht werden.— Eintrittskarten sind bei den Bezirksführern und Hauskassterern erhältlich. Die Arbeitereltern werden gebeten, ihre Kinder zum regen Besuch des Jugendheims anzuhalten. Das Heim liegt in Steglitz, Kniephof« Ecke Jeverstraße, und ist geöffnet Sonntag, ab 4 Uhr, sowie Montag, Mittwoch und Freitag ab 6 Uhr. Köpenick. Volksfest. Am Sonntag, den 19. Juli, findet im Müggelschlößchen und angrenzenden Walde das Volksfest der Köpenicker Ärbeilerschaft statt. Es ist Pflicht der organisierten Arbeiterschaft, sich an dieser Veranstaltung, besonders auch an dem l'/z Uhr stattfindenden Aus- marsch zu beteiligen. Schöneiche(Nieder-Barnim). Sein Stiftungsfest feiert am Sonnabend, den 18. Juli, der Arbeiterturnverein Eiche zu Kl.-Schönebeck in Schöneiche. /ius aller Welt. Helüen. Seit der Verurteilung des Zeichners Hansi hat die ultrareaktionäre„Autoritö" der Herren Cassagnac eine blöde Hetze gegen die deutschen Zeitungskorrespondenten in Paris getrieben, ihnen Duellforderungen und tätliche An- griffe in Aussicht gestellt. Das Blatt hat kaum politische Be- deutung und die Korrespondenten habgn bisher nicht darauf reagiert. Ueber eine einzige Ausnahme berichtet das„Verl. Tagebl.": .Der Oesterreicher Herr Ferdinand Stephan, der Kor- respondent der.Deutschen Tageszeitung- in Berlin, also eines Blattes, das auf sein starkes Deutschtum besonders stolz , ist, ging zu den Herren Cajsaguac und bat um Schonung. Herr Stephan Begav ffch sckvft i» dt« fcduvb» der „Autorits- und überreichle einen Brief an die Herren Eassagnac mit der unwürdigen Bitte, man möge ihm nichts tun. Er sei für die Haltung der „Deutschen Tageszeitung" nicht verantwortlich zu machen, sei Familienvater und von eiiner aufrichtigen Sympathie für Frankreich erfüllt. Taffächlich har denn auch die.Autorits" am nächsten Tage in ein paar kühlen und kurzen Worten ihm erklärt, man werde Herrn Stephan in Frieden lassen. Bei allen Deutschen war die Empörung über dieses unglaubliche Vorgeben groß. Vielleicht im Aufwallen der ersten Entrüstung hat der Korrespondent des.Berliner Tageblattes", Herr Dr. Vikror A ii b u r t i n. an Herrn Spehan einen Brief geschrieben, in dem. er das Vorgehen des Herrn Stephan auf das schärfste verurteilte. Stephan antwortete auf diesen Brief mit einer Duellforderung, die Herr Auburtin zurückwies. Auf die Weigerung des Herrn Auburtin, fich mit einem Manne wie Stephan zu schlagen, erwiderten die Zeugen Stephans mit der höchst merkwürdigen Frage, wa? Herr Auburtin tun wolle, wenn Stephan zu Tätlichkeiten schreiten würde. Herr Auburtin erklärte, daß er sich auf eine solche Diskussion nicht einlasse und daß er den Tätlichkeiten des Herrn Stephan ruhig entgegensehe. Heute findet eine Ber- s a m m l u n g sämtlicher deutscherKorrespoudenteu statt, um zu dem Fall Stehan Stellung zu nehmen." Dic„D. Tagesztg." versucht mn die Angelegenhekt mit ein paar Verlegenheitsausreden herumzukommen, in die sie eine zarte Mißbilligung ihres Korrespondenten mischt. Uedrigens erinnern wir uns, daß die Korrespondenzen aus Parte uns selbst nn Rahmen der„D. Tagesztg." wegen ihrer besonderen Unanständigkeit und Verleumduvgssucht gegen die Sozial- demokratie aufgefallen sind. Mord«nd Selbstmordverfmh. Der 36 jährige Schlosser Oswald gab, wie aus K Sth-o«-i R- gemeldet wird, auf die Witwe Hinz«, die fich von ihm getrennt hatte, auf der Edderitzer Kreisstraße mehrere Schüff« ab. so daß die Frau nach wenigen Stunden im Krankenhause starb. Er selbst schoß sich darauf eine Kugel in den Kops, konnte fich aber noch nach dem Krankenhause schleppen. Auch er dürfte kaum mit dem Leben davon- kommen. Ein deutscher Bäcker unter Mordverdacht. Das Opfer einer Verwechselung wurde in Gerardmer bei Spinal ein deutscher Bäckergeselle. Die dortig« Polizei fahndete bereits seit einigen Monaten nach einem mehrfachen Mörder namens Bill, der auch als begeisterter Anhänger der anarchistischen Partei bekannt ist. Ein Bahnbeamter glaubte in einem Reisenden, der in Gerardmer den Zug verlassen hatte, den Mörder Bill zu erkennen, da auf ihn genau die Beschreibung des letzteren paßte. Er benachrichtigte sofort die Gendarmerie, die sich, bis an die Zähne bewaffnet,»och dem Bahnhof begab, den Deutschen umzingelte und verhaftete. Er wurde einem eingehenden hochnotpeinlichen Verhör unterworfen. Schließlich stellte es sich heraus, daß die Polizei es nur mit einem harmlosen deutschen Bäckergesellen zu tun hatte, der fich auf einer Reise befand._ Sine Schlacht gegen die Suffragette«. Die Holland Parc-Hall in London war m der Nacht zum Freitag der Schauplatz heftiger Kundgebungen gegen eine dort ab- gehaltene Versammlung der Frauenrechtlerinnen. Eine sehr zahl- reiche, erregte Volksmenge hatte vor dem Versammlungslokal Aufstellung genommen und nahm eine drohende Haltung gegen die Suffragetten ein. Schließlich stürmte die Menge die verschlosienen Türen der Halle, und es entwickeile sich nun zwischen ihnen und den Gegnern der Frauenbewegung eine furchtbare Prügelei, in deren Ver- laufe ein großer Materialschaden angerichtet wurde. Die gesamte Glasbedeckung der Halle sowie die gläsernen Türen, Fensterscheiben und Spiegel fielen der Zerstörungswut der Demonsrrantcn zum Opfer. Auch die Innenausstattung des Lokals wurde vollkommen demoliert. Es spielten sich unglaubliche Szenen ab. Die Anhänger der Frauenbewegung wurden schließlich von ihren überlegenen Gegnern in einen kleinen Raum gedrängt, wo sie sich ver- barrikadierten. Sie mußten eine buchstäbliche Belagerung über sich ergehen lasten, aus der sie erst befreit wurden, als ein größeres Polizeiaufgebot erschien und die Kundgeber zerstreute. Eine ganze Anzahl Personen hat durch Glassplitter Verletzungen davongetragen. Während der, Tagung der Suffragettenversammlung kam übrigens zur Sprache, daß die Barmittel der Partei sich auf eine Mllion Mark belaufen._ Kleine Notizen. Ein neues Opfer des Flugsports. Leutnant von der Lü h e, der zweite der auf dem Flugplatz Görries infolge des Zusammen- stoßes ihrer Flugzeuge am letzten Dienstag verunglückten Piloten, ist ebenfalls seinen Verletzungen erlegen. Fabrikbrand in Bocholt. Ein gewaltiges Feuer zerstörte in der Donnerstagnacht die Fabriklager und Bureauräume der Wattcfabrik von Borgers, des größten Wattefabrik- betriebes von ganz Deutschland. Die Fabrik brannte mit den Maschinen bis aus den Grund nieder. Der Schaden beträgt mehrere 100 000 M. Ueber die Ursache ist noch nichts bekannt. Ueber SO Arbeiter werden durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Der ältere Teil der Fabrik war erst im Februar dieses Jahres durch ein Großfeuer vollständig zerstört worden. Zusammenstoß zweier Lokomotiven. Eine Lokomotive der Gclsen- kirchener Bergwerksgesellschaft stieß gestern im Gelsenrirchener Hafengebiet mit einer anderen Lokomotive zusammen. Hierbei wurden ein Heizer getötet, zwei andere Personen s ch w e r verletzt.. Im Familienbade zu Heringsdorf sind zwei Badegäste: Otto Mendt, Bankbeamter aus Prag, und Fritz Rosenberg aus Berlin, ertrunken. Rettung aus Seenot. Das deutsche Torpedoboot 8 14 hat am 16. Juli nachmittags den dänischen Schooner Elise aus Kolding, der auf dem Hatter-Riff sestgekommen war, abgeschloppt. Anstiftung zum Morde. Die Eheleute Müller, Tochter und Schwiegersohn, die von dem zum Tode verurteilten Mörder Franz Wagner der Anstiftung zum Morde und des Meineides bezichtigt und deswegen verhaftet worden sind, haben im Untersuchungsgefängnis zu Saarbrücken ein Geständnis ihrer Schuld abgelegt. Das Urtejs des Admiralitätsgerichts über den Zusammenstoß der beiden Dampfer Kaiser Wilhelm II. und Jncemore ist zugunsten des ersteren ausgefallen. Die vermißt gewesenen deutschen Touristen Hoeg aus Kitzungen und Hille aus Rengersdorf in Preußisch-Schlesien sind wohl- behalten in Garmisch und Partenkirchen eingetroffen. Die Cholera in Rußland. Nach amtlicher Meldung vom 16. Juli wurden in 3 Kreisen des Gouvernements Podolien 19 Cholera- fälle festgestellt. Im Gouvernement Astrachan sind vom 26. Mai bis zum 16. Juli 46 Pest fälle, von denen 42 tödlich ver- liefen, vorgekommen. Automobilunfall in Tunis. Kürzlich ist hier der Automobil- omnibuS, der den Postdienst zwischen Cairuan und Dichon ver- mütelte, in Brand geraten. Zwei mit Benzin gefüllte Blechbehälter explodierten und das brennende Benzin ergoß sich» auf mehrere Reisende. Zwei von ihnen verbrannten lebendig, mehrere andere wurden schwer verletzt. Auch der Chauffeur erlitt schwere Brand- wunden; er hat das Augenlicht verloren, und es ist zweifelhaft, ob er mit dem Leben davonkommen wird. Tigemein- Verichiedenes Afruftreie Truftreie Cigarettenfabrik. GARBÁTY CIGARETTEN Qualität Erscheint 2 mal wöchentlich. Bezugsquellen- Verzeichnis. Phänomen Akcholfreie Getränke MONA Die neue 33 LISA QualitätsCigarette Manoli- Zigaretten Bäcker- u. Conditoreien Dandy3Pf Jetzt auch mit und ohne Mundstück FREDY HARRY WALDEN 22 Cigaretton Überall erhältlich:: Ben Schira Cigaretten. MAL- KAH Berlin N. 20 Pankstr. 65. MurattiCigaretten Vrowalka Cigaretien für den verwöhnten, Raucher pecia Lyka 淨 動 Habibi 5 Fordert HADDA- Cigaretten nur Kressin Raucht Herbstoli Cigaretten llgemein- Verichiedenes Grunow's Kaffee- Versd. Dresdnerst. 70 Lindenstr. 105 C. KISCH Speek- ad Schinkensalzerei. Union- Bazar, K. Ritter, Gr. Frankf.St.143. SUROL' -ESSIG überall z. haben rbeiter- Beruiskleidung Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Partlewareng., Tegel, Brunowst.49 F. Zillat, Waldemarstr. 64 a. Auto- Fahrichule Auto- Technikum Belin, Wuster hausen erst. 16. Honorar mäßig. ade- Anitation Admiralsgarten- Bad Alexanderplatz 3, Reinickendorferstr. 3 Luisenufer 22, Paalstr. 6, Lützowsir. 74. Arkona- Bad, Anklamer- Str. 34. Bad Alt- Moabit 104 Liefr. aller Krank.- Kass. Landsberger Str. 107, sämtlich. Krankenk. Bad Börse, Dirksenstr. 50. Neuköln Anzengruberstr. 25. Bad Gollnowstr.41, Liefer Central- Bad Diana- Bad Koppenstr. 93 sämtliche Bäder. Kaiser- Friedrichs- Bad, Charl.a. Bb. Kur- Bad Treptow, Bouchéstr. 18 Lindenstr. 109 Soolquelle Lindenbad Friedrichst 8. Lief. a. Kass. National- Bad, Brunnenstr. 9. Naturheilbad, Stephanstr. 40 Bad Ostend Boxhag.- Str. 17 Lief all.Kassen Original Lohtannin- Bad Wallstr. 70/71 früh. Münsel Smtl. Bäder, auch. f. Krankenk. Wilh. Godt, Emdenerstr. 59. O.Görg, Wiesenstr.31, br.z.grane Rbm. E. Großberndt, Wittstockerstr.7. Hugo Groth, Simon Dach- Str. 1. Große- Rhode Reinickendorferst.95 Groß- Bäckerei ,, Berolina" i.West. A.Liepold, Antonstr.1, Milchhdlg. Franz Abrahamo Hamb. Messina- u.Römertrank- Kell. C.25 Bartelstr. 8a, Fernsp. Kgst.13708 ierbrauerei., Bierhdlg.* Brauerei Bötzow * empfiehlt Qualitätsbiere ersten Ranges. A.Großkinsky, Boxhagenerst.27 W. Adelung& A. Hoffmann Paul Grisard, Pankow, Florastr.10 Paul Gärtner, Treskowstr. 44 A. Günther, Gr. Frankfurterstr.79 Oskar Hanke's Brotbäckerei 75 Geschäfte in allen Stadtteilen Berlins sowie in Neukölln u. Treptow Gegründet 1892. F.Hanke, Vertr.W.Mohne Marienburgerst.7 R. Haude, Lynarstr. L KarlHeidenreich, Münch nerst.44 Karl Hennig, Steinmetzstr. 74 Gust. Heintschel, Havelbergerstr. 26. G.Henning, Schmidtstr. 8. Otto Hoff, Chorinerstr. 13. Joh. Hildebrandt, Rykestr. 32 P.Husgen, Herfurth-, B.Lichtenraderst L. Ihie, Gerichtsstr. 53. Bernb.Jahn, Residenzst. 75, T.582 Reinickendorf, Hauserstr. 3. Paul Jarrasch, Sprengelstr. 33 Jendreyko, Immanuelkirchstr. 10 Fr. Jendreyko, Ohmstr. 9. 0. Jeske, Libauerstr. 1 Fr. Jung, Elbestr. 6 Neukölln B. Kanthak, Lichtenbergerstr. 21 A. Kelb, Rostockerstr. 31. F. Kiesewetter, Schivelbeinerstr. 16. R.Klinke, Weißens., Lehderst.120. J.Kluck, Residenzst.155, Reinickend Akt.- Brauer.Potsdam. Eig.Niederl. Berlin SW, Tempelhofer Ufer. 15 Brandenburg a. H., Wilhelmsdorferst.110 Spez. Potsd. Stangenbier Berliner Bock- Brauerei empfiehlt anerkannt vorzügl.Blero Berliner Bierbrauerel: Gesellschaft m. b. H.: Ausschk. Brunnenstr.3. Kastanienallee 63. Osw. Berliner Ur- Berliner, hell und dunkel A.Doll, Weißb. Selt., Brause, Gräfestr. 8 Hempel, E., Müllerstr. 138 d. Luisenbrauerei Weißensee. Weißbier, Carl Richter Schönwald.St.20. Brauerei Königstadt feinste Qualitätsbiere. Groterjan Bäckerei, Conditorei date. 42. Malzbier. Prinzen- Allee 79/80. Mb. 6768 Bandelstr. R. Kleiner, Schulstr. 102 Max Kniffert, Landsb. Allee 29 Friedrich Knop, Bodestr. 31 Paul Köbernick, Wilh.Stolzestr.35 A.Kosmehl, Nkiln, Donaustr.52-53 Albert Kramareck, Adalbertst 66. A.Kosubeck, Sparrstr. 4 Josef Kreil, Weserstr. 179 Alb. Kratky, Cadinerstr. 19. F. Kretschmar, Ryckestr. 7. Landbr.- Bäck.Kröcher, Saalestr.35 C. Kunze, Liebigstr. 1. Torten Altdeutsche Karl Kunerle Langestr. 40. Max Kühl, Triftstr. 9 Felix Kynast, Dänenstr. 6. Ew. Liesegang. Danzigerstr. 2 Adolf Linde, Lichtnbg., Wilhelmatr.75 Bäckerei Künscher Kastanien- Allee 57 Carl Lindenberg, Lychenerstr. 4. H. Lübs, Beinickend- Ost, Kamekostr.12 Frits Lungwit, Hohenlohestr. 3. W.Luzemann, O., Gabriel Maxst.2 W.Megow, Lichtenbg., Gärtnerst. 5 H.Markgraf, Charl., Goethestr.49. R.Maschler. Lichtenberg, Oderstr. 27 a G. Meler, Grüner Weg 27. Alfred Meyner, Fuldastr. 55/6 G. Mosler, Weißenburgerstr. 42 E. Muhle, Manteuffelstr. 87 Mühlsteff, Spandau, Bismarckstr. 5. P. Müller, Willibald- Alexisstraße 43. G.Münch, Reinickendorf, Provinzstr.111 Carl Neuendorff, Sickingerstr. 76 Wilhelm Niklau, Malplaquetst. 6. Gustav Nielson, Lindowerstr. 9 P. Nitschke, Cadinerstr. 4. Robert Pötschke, Sprengelstr.4/ 5. Herm.Prager, Gr.Frankfurterst.2 Gebrüder Groh 40 Filialen in Berlin und Vororten Geschäfte. August Holtz 15 DetailHubertus, Butterhdlg. Straussberg Herm. Kunert, Culmstr. 29 D Gebrüder Manns 48 eigene Detailgeschäfte F. HAGEN 22 Verkaufsstellen 22 Wilh. Pleß, Buttergreßhdig. Berlin O. 27, Alexanderst. 12 ( HackescherHof) Fernsp. A.Nord.3837, Kosmalla, E., 4 DetailGeschäfte Fritz Muth, Butterhandlung. ,, Nordstern" Mercur 39 Butter rogen und Farben 0. Barkow, Weidenweg 72. Beussel- Drogerie Scocz, Beusselst.8b E. Beckmann, Woldenbergstr. 10 M Burkert, Friedeuau, Beckerstr, 17 Drogerie Lippehnerstr. 33 Drogerie Sudrow, Ebertystr. 28. Fortuna- Droger. Danckelmannst. 20 Alt- Glienicke, H. Kloska, Köpen. Str. 46. M.Gürich, Drog., Schönfließerst.11 G. Jürgens, Winsstr. 32. W.Kleemann, Berg- Drogerie, Bergstr.37 F. Kullmann, Prinzen- Allee 87. Otto Kretzschmar Rosenthalerst.6-7 Krehl's Drogerie, Fennstr. 51. Krönings Adler- Drogerie, Ramlerstr.7 Lankwitz Rieckmann, K.- Wilhelmst.25. Lenau- Drog., Nkiln. Lenaustr. 22. Mäge Nehf., Immanuelkirchst. 29, E.Winsst. Alfr. Marsch, Culmstr. 37. Rathaus- Drogerie, Nklln. Donaustr. 24. Rathaus- Drogerie, Pankow, Breitest. Schivelbeiner- Drogerie, Schivelb.St. 26 Franz Rick, Schliemannstr. 18. Neukölln Hermannstr. 57 G. R. Prenzel Hugo Schultz, Müllerstr. 166 a.. Hyg.Gummiw., Photogr.- Artikel. Werder- Drogerie, Britz. Rudowerst. 5a Fifen, Stahlwaren, Waffen, Werkzeuge W. Allner, Mulackstr. 24. Herm. Braun, Landsbg. Allee 149. Grüner Weg 49 Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkäuf. Krumm, Reinh., Greifenhagener Str.16 Wilh. Kurt, Wrangelstr. 83 G. Lange, Lübeckerstr. 30. H.Leibnit, Nklln., Schönstedtst.16 Rob. Lindner, Niemetzstr. 8. August Lincke, Alte Jacobstr. 26. Lochmann, Malplaquetstr. 32. A.Maar, Reinickend., Scharnweberst.150 Rostockerstraße 43. Luebke, Joh. Fleisch.u Wurstfabr. Märk. Fleischkons., Nklin., Warthost.73 Paul Matschke, Thaerstr. 17 M.Mauersberger, Nklla., Kannerstr.16 Martin Mosig, Schlesische Str. 36 GreifenhagenerMoers, Otto Straße39 G. A. Müller Neu- Isenburg Frankfurt a. M. Spezialität: Frankfurter Würstchen ord- Deutsche Fleisch- u. Wurst- Zentrale F.Zimmermann Anklamerst. 17 Seestr. 113. A. Möbes Nchf. Fleischwaren u. Wurstfabrik Berlin N 24 Oranienburgerst. 4 K. Nerger, Nklln., Friedelstr. 21 Jos. Otte, O., Scharnweberstr.6/ 7. K.Baumann, Reinickendorferst.116 Otto Prause, Dresdenerstr. 17. Paul Reinike en gros Otto Belig Wrangelstr. 59. Berlin S.59. T.AmtMoritzpl.2180 DirekterImport. Lieferant viel. Emil Braun, Andreasst. 75 Ecke BreslOranien P. Prenzel, Chorinerstr. 50. Th. Prenzlow, Naunynstr. 6 Curt Passow, Schulzendorferstr. 3 a. G. Peit, Andreasstr. 77b. P.Pietsch, Nklin., Knesebeckstr. 150 GustavPfennig, Golzkowskyst.12 A. Elbertin, Ackerstr. 132. 0. Prause, Filial. i. all. Stadtteil. Finck, E., Spandau, Schönewalderstr. 34. Jos. Rachfahl, Adalbertstr. 89. Carl Jung, Stromstr 31. H. Rauchheld Nf. Krüger, Ziethenst.13 A.Ibold, Tempelh., Berlinerst.119 Hermann Rauhut, Elisabethstr.34 43 Derkaufsstellen 43 W.Knoth, Wiclefst., E.Oldenbgst. Frits Reichelt, Emdenerstr. 45 Kuhnt, Reiniekend.- W.Seharnweb.- St.147 G. Rohloff, Naunynstr. 8 Konsum- Vereine. Verl. Sie Offerte. G. Brucklacher, straße 43, Schröter, R. Gust. Schultze& Sohn Gebr. Siegert Butter, Eier, Käse. Ch. Sternschein Wrangelstr. 64 Wiener Str. 65 Eiergroßhdlg. Otto Lehmann, Neuk., Friedelst.9. W. Roloff, fr.A. Haffer, Kasian- Alle 62 Carl Pagel, Winsstr. H.Palme, Frankf. Chaussee 61c- d Rühlmann, P., Müllerst.40b, E.Seest. F.Schubelt, Voigtst. 10, E. Schreinerstr. G. Wernicke Reinickend. Str. 122. vorm. Alb. Blanke, C.Habels Brauerei Uhly& Wolfram Essigfabriken hell Unser Habelbräu- dunkel. Goldbier ist nicht nur ein Erfrischungsgetränk, sondern auch ein Gesundheitsbler ersten Ranges. Berliner Unions- Brauerel, Berlin S. Caramelbier Weissbier Brauerel E. Willner Pankow. Löwen- Brauerei vorzügliche Faß- und Flaschen- Biere. Münchener Brauhaus Berlin und Oranienburg Brauerei Plefferberg. Schloßbräu- Flaschenbier dis Qualität ist hervorragend Trinkt Wanninger Bier! Vereinigte 48 Pommersche VerkaufsMeiereien stellen. C. F. Wienstruck en- gros en- detail Butter S.-W., Leipzigerstr. 82. Bettfedern, Betten .Holy, Braunsbergerstr.4Reinigy. W. Liebreich, Jablonskistr. 4. lumen und Kränze G. Damerius, Maxstr. 13c. Drescher jr., Landsbergerstr. 116 H.Dürkop, Schönhaus. Allee154.N.5448 Jul. Großer, Pankow, Florastr. 94 M. Klinkow, Triftstr. 69 Menzel, Neukölln, Bergstr.110/ 111 A.Mielitz, Seharuweberst.3, Reiniek ond. W A.Schneider, Bschwg., Baumsch.8t.96Tomaszewski, Weißens., Lichtenbgst.12. R.Wagner, Pankow, Wollankstr.114 W. Wilke Friedenstr. 98 Gitschiner Glagow& Schwabe Straße 63. Timner- Essig Aberall erhältlich! E. Rummelandt, Thaerstr. 80. Alfr. Richter, Stralauerstr. 10 Jos. Ritzke, Stralauer Allee 31a H.Rose, Treskowst. 11, Markthallenhof. Leberecht Schröder, Waldst. 48. Seyfart, Gr.- Lichterf., Chausseest. 84. Hermann Schmidt, Thaerstr. 48. K. Scheffler, Chodowickistr. 23 Gebr. Siegert, Wiener Str. 65. bergerstr. 1. P. Schmatzhagen, Belforter Str. 11 Paul Seidel, Schönhaus. Allee 80 Gebr.Lavatscheck.Mostfabrik. K. Schubert, Pankow, Florastr.25. J. Suchorsky, O., Libauerstr. 12 Julius Schulz, Lithauerstr. 7. Willi Schwarz, Königsbergerst.25 E. Scherzberg, Reinickendf., Hansast. 9. Otto Schneider, Rostockerstr. 30 Otto Schreiber HohenfriedPaulSonnabend, Crossenerstr.35 Paul Spenn, Kopenhagenerstr.35 Stargard Fleisch- Zentrale, Stargarderst.62 Gustav Stolz, Hussitenstr. 44. P. Tauche, Wrangelstr. 129. Thüring. Fleisch- a. Wurst- Fabr F.Sommermann, Boxhagenerst. 36 Tscherbner, Straßmannstr. 8. B.Thurat, Reinickendorf, Scharnweberst. 34 H. Thomas, Köpenickerstr. 64 a 57 57 Fahrräder, Nähmalchinen Otto Heinze, Brückenstr. 6. A. Migge, Besidenzstr. 125, Reinickendorf ilche, Conferven Alb. Beilke, Warschauerst. 66, Ranchw. Max Fisahn, Adalbertstr. 13. Hoffmann, Cottb.St.17, Moritz.11399 Otto Romahn, Rancherw., Gr. Frankl. St.133 P.Staehr, Fischhdlg. Räucherwar. Weidenweg 19 Fil. Frankfurt. Allee151/ 52 arbereien, Walchereien Groß- Dampfwäscherel Spreenixe" Berlin SO., Forsterstr. 5-8 Tadellose Wäsche! Billigste Preise Pacao, Schokolad., Confitur. leilch- u. Wurftwaren G. Vettin Grüner Weg F. Wendt, Simon Dachstr. 37. W.Wiese, Lichtenberg, Kroßnerst.5.6 P. Wunderlich, Bötzowstr. 38. Paul Zwarg, Landsberg Allee 136. ecture L. Zimmermann, Kotth. Damm 94 aarartikel R.Laub, Neukölln, Berlin.St. 103( Herm.. Pl.) IL.Gesch. Belle- Alliancest.95( 50% Rab.) H.Nixdorf, Frankfurter All.197, 5% Rab. Adler's Konditorel, Wrangelstr. 37 Franz Ahiren Gontard, Stadtbahnbeg aus- u. Küchengeräte Fordern Sle à vis Panoramastrale St.Aust, Alexandrinen-, E. Wasserterstr. Drewicke, Seif. u. Bürstw., Reiniekd.St.105 G. Geiger, Schleiferei, Müllerst. 7 Meierei C. Bolle A.-G. Berlin M.W.21 At Moabit 98/103:: Ältester und grösster Milchwirtschaftlicher Grossbetrieb authauler Haufhaus Britz bill.Einkaufsqu. Chausseest. 61 A. Ellmer, Tegel, Brunowstr. 8. Paul Falkenstein Hochstätter Str. 1 Rabattmarken Bernh. Nelson, Amsterdammerstr.14 ohlen, Hoks, Holz, Briketts H. Geike, Gnesenerstr.1, E. Elbingerst. Otto Müller, O., Rominten erst. 32 Franz Reichert, Maxstr. 18/19. C.Richter, Inh.W.Richter Hauptst.9T8185 Ferd.Wree, Reinickendorferst.86 Kolonialwaren G.Behrens, Schöneberg Akazienstr. F.Belle, Schöneberg, Tempelhoferst. 10 J.Bode, Spandau, Pichelsdorferst.96 C.Böse, Provinzst.109, Reinickend.- Ost W.Bornefeld, Liebenwalderstr.41 A. Crone, Liebenwalderstr. 50. A.Buchholz, G. Frkfrtst. 19, Milch, Backw. Gg. Feist, Nkl., Weserstr. 4. Fr. Fischler, Heidenfeldtstr. 6. Franz Gundlach, Putbusserstr.48 Joh. Hauke, Berlichingen Str. 6. R.Hartung, Berlinerst.124, Reinickd.- W. MaxHeeder, Neukölln, Pannierst.59 Gühler- Honig E.Höhne, Residenzst.80, Reinickd. Crossoner Hokenkamp& Neumann T Kopernikusstr. 19. Niederbarnimstr. 10. Fritz Hübner, Schliemannstr. 11. K.Jahnke Saarbrückerst.10, Metzerst 34 Weißenburgerstr. 14. Spelseleinöl, Marke M. Krügers Spreewalderin d. Beste P. Lange, Waldemarstr. 40 A. Lange, Weißens., Berl. Allee255. B.Ludwig, Scharnw.- St. 65, Rckd.-W. Franz Möws, Muskauerstr. 34 Fr. Pawlitzki. Provinzst. 103, Rckd. 0. Pötsch, Schwedenstr. 18. Alfred Richter, Stromstr. 24. Franz Richter, Malplaquetstr.25/ 26 Runge, Otto, Nklla, Hermannst.55. A. Sägebarth, Fehrbelliner Str.24. Fritz Scheel, Schwedterstr. 47. Schlenther, Emil, Huttenstr. 7. A.Silkinat, Milchhdlg.Reinickad.St.108 Erich Thiel, Weißs., Langkanssir. 139. H.Vogel, Inh.E.Schreiber, Wilhelmstr.11 Aug. Würke, Müllerstr 165. A. Ramhold, Prinzen- Allee 18. onzerthaus, Wirtschaft. Restaurant und Café Alter Kuhstall" Invaliden-, Ecke Chausseestr. Täglich Künstler- Konzerte. Furz-, Weiß-, Wollwaren Trikotagen Alb. Bork, Pankow, Florastr. 41 Herm.Engel, Tegel, Schlieperst.2 Beusselstraße 76 M. Gardels Tauroggenerst. 10 Hoppe, E., Scharnweberstr. 52. Carl Klein, Höchstestr.16, N.O.18. Hermann Meyer, Schiveibeiner St. 21. H.Pech, O.112, Scharnweberstr.49. J.H.Popp, Amendestr.104, Beinickend- Ostereins- Brauerei Teutonia.Mwakan mild Schokola R. Bachmann Frz. Kamerowsky Reinickend.St.6. Rosenthal, Reinickend WScharn web- St.128 Fr. Pribyl, Oénabrückerstr. Richard Raasch, Weichselstr. 64 Frig Richter Jr. Liebenwalderst.13 Palisadenstr. 97. Tel-A. VII, 2634. Rob. Riedel Schulzendorferst. Weißbier C. Landre Akt.- Ges. Rekordbrotbäckerel B andagen, Gummiwaren G.Riewe, Baumschlaw., Baumschulast.87 WeißbierGebr.Merx, Zossenerstr.31 C.Reisch, Bäcker., Hermannstr. 16.Nkölln Osw. Rauhut, Gürtelstr. 27 Gust. Rautenberg, Metzerstr. 11 Kurt Reinecke, Franzstr. 13 P.Reinholz, Treptow Kiefholzst. 17 R. Riemer, Pannierstr. 4. F. Risleben, Samariterstr. 11. Willy Rohde, Zellestr. 11 Alfred Rost, Reichenbergerst.185 F.Sandmann, Treptow, Gratzstr.25. H. Saunus, Allensteiner Str. 26. Wilhelm Sauter, Oudenarderstr. 36. W.Schaaf, Reinicknd.- Ost, Provinzst.88 Emil Schaller, Schreinerstr. 52. Passage- Bad Kottbuser- P. Schinauer, Anklamerstr. 16. Damm 79. Reform- Bad, Wiener Str. 65. Reform- Bad Weißensee, Lehderst.104 P.Schirmer, Reinickend.- 0., Previnzst.53 Carl Schleich, O., Wühlischst. 3 Wilh.Schmidt, Liebenwalderst.10 Paul Schmoll, Amsterdamerstr.9. Schiller- Bad, Müllerstr. 153a. Willy Schneider, Melanchtonstr. 13. Silesia: Bad Schlesische Str. 31. acker- u. Konditoreien C.Adameck, Nkiln., Jonasstr. 23 A.Albat, Marktst.12/ 13, Reinickendorf Albredit, E., Fruchtstr. 29. Landbrotbäcker. Herm. Albrecht P. Andersch, Zionskirchstr. 17. R. Anderson, Thüringerstr. 32 Asmus, Wilh., Ueckermünderstr. 11. K. Aust, Drontheimer Str. 40. Wilh. Bagge, Wiclefstr. 55/6. Willy Bär, Stromstr. 48. Paul Berger, Mirbachstr. 29 Paul Beyer, Franseckystr. 45. Josef Breika, Kirchhofstr. 46/47 Otto Billepp, Kastanien- Alles 21. 69 R. Block, Sorauerstr. 18 PaulBochnig, Pankow, Görschstr.11 E. Böhme, Oderbergerstr. 49. Wilh. Brandt, Oderbergerstr. 38 Alw. Brämer, Romintenerstr. 40 F. Breitkopf, Exerzierstr. 19 a. Waldemar Brose, Driesenerst. 3 Brotfabrik Heinersdorfer Mühle Hermann Buß, Grünauerstr. 12. Ernst Builer, Brüsselerstr. 43. M. Burghardt, Waldemarstr. 76 Gust. Böhm, Gubenerstr. 26. R. Bauke, Stralauer Str. 56. Berkholz, Köpenickerstr. 70. J. Kabelich, Rosenthalerstr. 25. E. Kraus, Kommandantenstr. 55. A. E. Lange, Brunnenstr. 166 Liepe, Schöneberg, Grunewaldstr.30. Mevar, P., Nkiln., Berlinerstr.48-60 H. Neusch, Breitest. 24, Spandau. Nicolai Nt. Linienstr. 127. Waren Wäsche Gummi- wasche Bandagen M. Pech G.m.b.H. Berlin Am Karls- Bad 15 22 Geschäfte in Berlin Rob. Schützel, Nklin., Weichselpl. 8/9 Gustav Schöfisch, Dolzigerstr. 31 Paul Schön, Kopenhagenerstr. 74. J. Ch. Pollmann, Lothringerstr. 60. Eberhard Schönwiese, Lüderitzstr.5 Paul Schröder, Heimersdorferstr. 27 M. Spranger, Reinickend. Str. 11. E. Schön, Kniproderstr. 8 W.Schönwiese, Romintenerst. 54 Carl Schulz, Neukölln, Ilsestr. 26 P.Schulz, Lichtenbg., Grünebergerstr.18 Berl.H.- Sargfabr.A.Lehmann, Gerichtsst.35 Paul Schunert, Stolpischestr. 35, J. Liszczinski, Gerichtstr. 30. eerdiggsanit. Sargmagz. Oppelnerstr. 1 Wesenberg Filialen i.all Cyliax, G., Stadtteilen. und Vororten Seiffert, E., Filial. in Berlin Pigarrenfabriken JUHL 250 GESCHÄFTE G. Kaphun Verkaufsstellen in allen Stadtteilen. Carl Martienzen Cigarren- Fabrik Fillalen in allen Stadtteilen. J. Neumann 200 Niederlagen. Cigarrenhändl, Fr. Schulz, Dunkerstr. 78. Pank. Max Fuchs Frankfurter- Allee 170 Worst Bitterstr.83, Tel.Koritzpl.3873 Fr. Schulz, Dunkerstr. 78. Paul Schürer, Tilsiterstr. 12. Reinh.Schurwanz, Kastanien- Allee46 Karl Schwarz, Thaerstr. 21 P. Schwarzbeck, Wiclefstr. 27. Bruno Schwarz, Andreasplatz 3. Schwencke, Herm. Rykestr. 23 E. Seeländer, Lenaustr. 7. Robert Sell, Mainzerstr. 15 Reinhold Sperling, Urbanstr. 61 E.Splettstößer, Charlottb., Kantst.83 Otto Stieler, Warschauerstr. 69. P. Sygusch, Schönh. Allee 150 Georg Tank, Christburgerstr. 30 Carl Täniges, Wildenowstr. 17 Carl Tennert, Schlesischestr. 19. E.Tessmer, Residenzst.125, Reinickend Johann Troffer, Alleestr. 46 Filialen in allen Stadtteilen. Turban G. Büchner, Nordhausenerstr. 39 F. Tzschetzsch, Wrangelst. 45 Alb. Dachwits, N. Graunstr. 22 A. Unkrodt, Nklin., Weserstr. 47. Davids Landbrot, Rudersdorforstr.29 F. Herzog, Kottbuserstr. 7. Pankow, Berlin.St.18 Milde, Reinickendorf- W.Aug.- Vikt.- All.85 Park Christinenst.15 Richter& Franke 0. Liedemit W. Pade, Reinickendorferstr. 119 Filialen in all. Stadtteilen H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. Theod.Poeschke, E.Hauptst., Gr.R.- Allee A.Sprinkmann, Obschönew Bathausst.47 Figarrenhandlungen Gerichtsstr. 11 N. 11641. W. Beck Inh.: Herm. Gerbsch Charlottenburg, 68-69 Fleisch- und Wurstwarenfabric Bill. Bezugsqu. Albert Vogt Urbanstr. Herren- Artikel G. Cohnheim, Reinickend. Str. 8. Wrangelstr. 45 W. Sendler Herren- u. Knabengard. J. Baer Fritz Becker, Lüderitzstr. 60 A. Bentele, Thaerstr. 21. R. Bergmann, Försterstr. 10 Rich. Beust, Kastanien- Allee 103. C.Billerbeck, Charlottb., Kramme St.19 X. Biskupski, Pflugstr. 17 Max Bormann, Manteuffelstr. 22 Franz Borusiak, Lübeckerstr. 26. W. Fechner, Osnabrückerstr. 5. Fr.Brauer, Neukölln, Walterstr.35 Willy Dorfmann, Wienerstr. 62. Thilo Dorgerloh, Lithauerstr. 28 Gustav Bruno Dörr, Manteuffelstr. 39 Gontardtstr. Hermann Dreyer Stadtbahnbogen Drost Wrangel 54 Brunnen 26 Gontardstr. 2 EinOtto Elgner gang vom Flur. A. Engel, Greifswalder Str. 150. A. Fahl, Nkiln., Liberdastr. 15 P.Fengler, Cop., Flemmingstr.33 E. Fensch, Allensteiner Str. 12. R. Flege, Ruppinerstr. 22. Fleisch- Verkaufs- Hallo R. Winter, Cotheniusstr. 12 Fleischerei, Frankfurter Allee 150 0. Friedrich, Melchiorstr. 27 Paul Friedrichs, Stephanstr. 44. Fabisch& Co. Badstr. 26, Ecke Prinzen- Allee. Rosenthalerstr. 3 Eckhaus Linienstr. A.Hannemann, Tegel, Berl.St.88. Leske& Slupecki, Schönh.- Allee 70 e Andreasstr. 55 ederhandlung -81.H. Schwarz, Poteraburgerstr. 59 chihandlungen MuskauerBethke, Georg, straße 44. Neukölln, Elbestr. 83, Kaiser- Friedr.Str. 64, Weserstr. 189, Friedelstr. 23. Treptow, Grätz- Straße 84. 5 Geschäfte Frese, Ernst im SO. burg. Kolonnenstr. 4. S. Rosenberg, Reinickend.St.118. Gaege, Otto Charlotten Otto Zschalig neb.d.Markthalle Ernst Hoffmann Brückenstr. 1. Polzschuh- Pantinenfabrik Korn, Hugo str. 117. Wrangel A. Dierke, Frankfurter Chaussee 145. E.Janouschek, Nkölln, Harzorstr.90 otels, Feltale W. Lau, Ch. Krumme Str. 54. M.Manke, C., Münzstr. 12 Nd. 8249 Grand- Hotel Nordischer Hot R. Mai, Kaiser Friedrichstr. 233. vis- a- vis Stettiner Bahnhof. N., Invalidenstraße 126 und Hotel Deutscher Hof S., Luckauerstr. 15, am Moritzpl. H Ute, Mützen, Pelzwar. F. Pflugmacher, Colonnenstr. 48. PaulSchönberg, Charl. Pestalozzist.97 Wrangelstr. 75 F. W. Sichter Ecke Cuvrystr. M. Wolter, Wrangelstr. 3. Melkereien C. Oskar Gabler Kauft beim Hutmacher! Braun, Eldenaerstr. 25 Rudolf Galle, Pankow, Florastr. 43. Gebr. Beisse Müllerstraße 155. H.Brückner, Friedensst.2, Adlersh. Carl Braune, Steinmetzstr. 42 Wilhelm Freier, Bouchéstr. 80. Huthaus Consum, Kastan.- Allee 8 H. Friedrich, Straßburgerstr. 43a F. Galle, Metzerstr.$ 8. Huthaus Monopol, Müllerstr. 166. Fleischwaren u. Wurstfabrik Berlin N., Oranienburgerstr. 6. Emil Getzlaff, Treskowstr. 48 Wilh.Geisler, Weißensee, Lehderstr.4. A.Lemaitre, Wilmsdrt, Berlinorst.132, Fanny Baumert, Lindowers. 230. Göring, Greifswalderstr. 163 Rieck, Em. Gerichtstr.63. Badstr. 64, Willy Gericke, Petersburgerstr.31 Albert Golz, Frankt. Allee 121 A.Ring, Jnh. B, Ring Rosenthalerst.19 Fr. Gerlach, Tauroggenorstr. 1 a. Schoerr, Herm., Wilmersd.- St. 46. K. Germann, Schreinerstr. 22 eleuchtungsgegenstände Blankenburg, Reinickendorferstr.118 E. Dorsch, Pankow, Breitestr. 40. Büttner, A., Danzigerstr. 96. H. Franz, Seestr. 49. Brotfabrik Liebing's Zerpenschleuser Landbrot Zu fordern in allen Geschäften Pallasdensir.44, Walmana-, E. Elisabeth Ludwig Walter, Hufelandstr. 37. Butter, Eler, Käle Max Walter, Sebastianstr. 1 H.P.Biedermann Immanuel Max Walter, Sebastianstr. 82 kirchst. 38 E. Weber, Provinzst.99, Reinickend.- 9. Concordia- Butterhandl Karl Weinholz, Kamerunerstr. 57 des Ostens W.Wellnitz, Kopernikusst. 9Wühlischst. 27 Bruno Freche 15 DetailPaul Delly, Markusstraße 15. Doliwa, Ferdinand Torellstr. 4 Otto Donath, Stolpischestr. 22. Rud.Duncker, Pankow, Mählenst.71 Frig Eichler, Bastianstr. 18. W. Ernst, Pücklerstr. 42. Arthur Wesser, Schillerpromenade 39 Danne, Karl Chorinerstr. 36. Franz Faulwetter, Manteuffelstr. 67. Clemens Weise, Jablonskistr. 1 Eier Storch, engros- en det. Admiralst. 5 Carl Feist, Friedenstr. 101. Emil Werk, Samariterstr. 8. Emanuel Flögel, Mirbachstr. 25. Otto Winkler, Nannynstr. 73. Paul Freitag, Stuttgarterstr. 13. Fr. Wittig, Nordhausenerstr. 23. E. Freyer, Blumenstr. 72, E.Markasstr. Otto Wolff, Treptow, Krüllst. 16 Br. Friedrich, Eisenbahnstr. 31. O. Wolschendorf, Waldenserstr. 23. R. Friedrich, Weidenweg 7. Zachau, Gr.- Lichterf., Chausseest- 85a Heinrich Frister, Pankow, Florast.50 Paul Zastrow, Stromstr. 33. Rob, Gebler, Wildenbruchstr. 68. M.Zeese, Immanuelkirchstr. 29 F. George, Wilhelmshavenerstr. 23. J.Zindler, Bschwg., Behringstr.9. Frig Glauner, Chausseestr. 80. Zühlke, Glatzerstr.7, Gürtelst.22a geschäfte Gebr. Gause. Wilhelm Göbel 25 eigene Fillalen. 0. Klose, Reinickendorferstr. 36 F. Jakob, Mullerstr. 12. C. Kuhlemann, Turmstr. 47. 0. Kunze, Reinickendorfer St.14 Carl Lange, Lindenstr. 2. M.Grunwald, Kopenhagenerst.68. F. Gutschmiedt, Koloniestr. 82. Straße 8 Rudolf Hamann, Ackerstr. 63 E. Harzbecher Dolziger F.Laufmann, Reinickendorferst92 G. Herrmann, Lichtnbg., Oderst.4 0.Quies, Holl.117, Reinickend.- O. P. Hindemith, Cadinerstr. 14 WillyRosenow, Camphausenst.4. C. Heinschker, Lynarstr. 13 K. Schotte, Pankow, Florastz. 94 A. Honisch, Kniprodestr. 18 M.Torge, Schöneberg, Kolonnenst.66 R. Hoffmann, Petersburgerstr.74 V. Hubalovsky, Zellerstr. 10 Hubrich, Ramlerstr. 28. Fr. Jaite, Bornholmerstr. 79. Ch. Vosgerau, Pank.Berlinerst.11. Holzhütter, Putbusserstr. 46. Wanderlich, Plesser-.Grätsst.- E.Treptow amen- Konfektion M. BroBling, Weißensee, Langhansat.140 Otto Gülle, Prenzlauer Allee 27 Maria Jahn, Spand., Potsdamerst.46 Dampf- Walchanstalt Janik, C. Köpenicker str. 5. J. Januchowski, Bornholmerstr. 15 Fr.Jentsch, Kottbs.Damm 35, Fleisch, Wurst. H. Junge, Pasteurstr. 13 R. Just, Memelerstr. 6. Robert Kauer, Weinbergsweg 6 W. Kessner, Czarnickauerstr.22. Reinickendorf G. Kieschke, Kreuzbergstr. 13. Hauptstr. 25-27. Th. Klapper, Ackerstr. 107. Kronen- Wäscherei, Nostizstr. 30. Schaumlöffel& Co., Neukölln, R. Klöger, fr.Gg. Miehe, Oraniensir. 207 Emil Krüger, Skalitzerstr. 21. Zeitzer Str. 5. Tel. 333 Neukölln. Ernst Kolbe, O.112. Weichselstr.15 Erate Trept.Dampfwäsch., Holdekampw.31 H. Köpke, Raumerstr. 30. Ideal Damm 18/19 Vester, E. Kottbuser Zum Hutwinkel S. Kohls, Chausseestr. 85. Kaffee- Rosterei A. Zuntz sel. Wwe. Filialen und Niederlagen in allen Stadtteilen Nur reelle Qualitäten Anerkannt vorteilhafte Bezugsquelle Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade etc. Hamburger Kaffee- Importgeschäft Emil Tengelmann Hoppe, Prenzlauer Allee 230. Gust. Hoppe, Spandau Achenbachstr. 10, Telephon 912. Interessengemeinschalt Märkischer Milchproduzenten O. 27, Schillingstr. 12 Vollmilch, 3% Fettgehalt, zum billigsten Tagespreis. Zweiggeschäfte: Berlin- O., Marsiliusstr. 17. Berlin- NW., Luisenstr. 25, Fernsprecher: Amt Norden 1790. Neukölln, Berlinerstr. 18/19. Schöneberg, Barbarossastr. 36a, Granewaldstr. 71, Habsburgerstr. 3, Fernspr.: Amt Lützow 2544. Wilmersdorf, Maierottostr. 1( am Fasanenplatz), Fernspr.: Amt Uhland Nr.3016; Uhlandstr. 79a Zehlendorf, Wannseebahn. Petsdamerst.40, Fernspr.: AmtZehlendf.1361 Grünheide b. Erkner, Bahnhofstr.31. Arth. Kambach, Schwedenst. 11a. Rud. Kiesel, Mirbachstr. 66. F. Lox, Belforterstr. 2. G.Miericke, Tegel, Brunowstr. 15 Kontor- u. Ladeneinrichtig. W. Gollert, Schlesischestr. 30. H. Edion, Immanuelkirchstr. 6 IT. Bauchspies& Gora, Warschauerstr.58 Grimmig& Schneider, Putbusserstr.14 Wilh.Proß, Schöneb., Mühlenst.12 Weißenburgerstr. 52. Fortsetzung& nächste Seite. ehranitaiten Fortsetzung des Bezugsquellen- Verzeichnisses Mulikalien u. Instrumente äucherwaren, Fische Handels- Kurse Reinickend.- St.11 Molkereien Bücherrev. Senst A.Ax, H.Weigel, Nachfl., Adalbertstr. 91 Gg. Liebsch, Musikinstrum. Skalitzerstr.24a ,, Schweizerhof" Meierei und Milchkuranstalt. Emdener Str. 46.:: Tel. II 2565. Fr. Teurich, Brunnenstr. 54. H.Treger, Tegel, Bahnhofst.7-8 Wodrich, Putbusserstr. 35. E. Zbinden, Pallisadenstr. 63 Möbelfabrik und- Versand Rossien- Möbel Kastanien- Allee 57 Gustav Richter Köpenick, Grünauerstr. 9 Nähmaschinen Bellmann, E., Gollnowstr. 25 Waschmasch. Ed. Hruda, Frister& Roßmann Nähmaschinen, Rosenthalerstr.19 D.Danielsohn, Kottbuserdamm6. M. Kielow, Prinzenstr. 42, Neanderstr. 9. K. Opalke, Pankow, Florastr. 14 Schreibwaren Conrad.Großdestillat.Oranienst. 207| A. Groll, Henningsdorferstr. 10. Hugo Beling Großdestillation Zum Afrikaner Großdest. z. Sonne, Straußbergerstr.34 iz 60 Filialen in allen Stadteilen. P. Kirchner& Co. Cognak-, Likörfabrik Kirchners Araber. Echter Stonsdorfer überall käuflich. Rich. Blume, Pankow, Florastr. 11. 0. Prochnow, Nklla. Hermannstr. 69 Gg. Velten, Pankow, Florastr. 21 Probierstube, Spittelmarkt 8/10. Littauer Nähmasch, Spandau Chneidereiartikel 5 Garantie, Teilzahlung Nähm.- Spz.- Gesch., Potsdamerstr.10. LittauerFechner, Weißens., Berl.All.254 Alb. Ruhnke, Berlinerst. 112, Pank. Singer Nähmaschinen Läden in allen Stadttellen. bst, Gemüle Clems. Steinke, Büschingerst. 26 Kleine Markthalle E Engelhardt Tiele Nchi. Zahlungserleichterung Ackerst.120 Möbelmagazine P.Bock, Klosterstr. 8/9, Spandau. Daehne, F., Ri., Neue Jonasstr.36. Geppert, Paul, Zossenerstr. 32. Görz Adolist. 19, billigste Bezugsqn. in neuen u. gebr. Möbeln, Betten Gardinen und Portieren. Moabit Friedrich Janitzkow Furstr. 45 Brückenstr. 6. C. Batt, NW., Turmstr. 64. E. Pank., Florast.34b Frig Wolff, Naugarderstr. 45. ptiker, Mechaniker Dase, Paul, N. Müllerstr. 174. K. Groß, O., Frankfurt. Allee 16 F. A. Greiner& Co., Kommand.- St. 23 Groß, Paul, Warschauerstr. 66. Leop. Patocka, Brandenburgstr. 45. Schubert, Carl.Nklln. Bergstr.148 W. Zapletal, Frankfurter Allee 168. Schlichte Steinhäger darke Ueberall erhältlich. Fritz Wildenhayn, Elsaßerstr. 3 Groß- Destillat. Schiefe Haube chuhwaren, Schuhmach. Fidelack, Lief. d.K., Kamerunersir.2. A.Hackbarth, Charl., Pestalozzistr.92a Ernst Hoffmann, Pank., Florastr.9. Wilh. Hitschke, Skalitzerstr. 13. Willy Kuset, Hasenheide 48. K. Lück, Charl., Tauroggenerstr. 49. Inh. Bernhard Tiedmann. Großdestill. G. Wolf.Kastan- Allee 50-51 Hagenbeck Cafe und Restaurant Müllerstraße Ecke Seestr. Schöneberg Hackepeter Hauptstr. 139. Patzenhofer- AusOtto Hensel schank. Brunnenst.77 Kino, Reichenbergerstr. 150. Ww. E. Koloski, Stendalerst. 11 Lübbener- und Wrangelstr.- Ecke Lindentheater, Lindenstr. 110. Die erste selbstspiel. Doppelgeige Großd., Zur Sonnes, P. Freudenberg. G. Lehmann Frankfurter Allee, Ecke O.Gensler Kreutzigerstr. Liköre, Weine Frankf.Allee122.Einzelvk.z. en gros Preis. Otto Albert Schulz Frankerter Likör ,, Manegold" Emil Mierisch, Florastr. 31 Pank. wohlschmeckend, magenstärkend Petersohn, Osk., Müllerstr. 155. ärztl. begutacht., überall erhältl. J. Petrahn, Marienbg. Str. 10. 5% V. Smiejkowski, Zorndorferstr. 19 M. Kuda, Pankow, Brehmestr. 63 Tschecks Schuhw., Mühlenst.44,0st17 B.Wolff, Pankow, Wollankstr.117. Schuhmacher- Artikel M. Schladensky, Krautstr. 50. eifen SchneewittchenBleichseifenpulver artlewaren u. Heltelager Alleinfabrikt.: Grubit, Potsdam G.Claaß, Weißens., Berl. Allee55 Heidke, Paul, Burgsdorfstr. 13. atentanwälte A.Kraschinski, Pank., Brehmestr.4. Cl.Schumann, Tegel, Schlieperstr.25 F. Schwericke, Florastr. 91 Pank. Möbel- Kamerling Bastanien Allee 56. A. Kuhn, Dipl.- Ing., Gitschinerstr. 106s apeten, Wachstuche Lange, Max Schwedter St. 26 Kast. Allee. Ferd. Joachim Nachfolg. Gneisenau Str. 15. 33 Jahre bestehend Auch Zahlungserleichterung. C. Linkogel, Nostizstr. 46 Möbel- Pich Neukölln, Kottbuser Damm 78 Zionskirchstr. H. Nolte, Zahrung gestattet. With Strohsuger Bernerst eer R. Theuer, Elsaßerstr. 78. Mostrichfabrik F.Bode, Essig, Mostrich, Görlitzerstr.1. Gitschiner Glagow& Schwabe Straße 63. Tamborini Mostrich überall! Möbeltransport F. Bartels, Gerichtsstr.50Best.T.3837 C.Berner, Göbenst. 29 Tel. Lützow 9603 O.Fahrenkrug, Neukölln Walterstr. 31 Paul Schur, G.m.b.H., Dirksenstr.Bg.82. Verkäufe. fandlethen Sohmidt, Fennstr. 3 hotographilche Ateliers R. Maerz, Badstrasse 65. „ Mignon", Belle- Alliance- Str. 25. Rud.Obigt, N.Keinickendorferst.2 hotogr. Apparate SO. Kottbuserstr. 3. Müllerstrasse 166 a MaxMörsel, Pankow, Schloßst.18. W.Pietzker, Lichtenbg., Holteistr. 16. Uhren und Goldwaren Ges. Herm. Meyer& Co, Act ca. 550Verkaufsstell. Gr:-Berl. Sprit- und Likörfabrik Ringfrel m.& W. Müller Buckowerstr. 7/8. Oswald Nier 20 Filialen und Weinstuben Groß- Destillation, Ausschank. Z. Schultheiß- Quelle, Frkf. Allee13. Ferdinand Schönickem. b. G. UnderbergBoonekamp Anerkannt bester Bitterlikör Interrichtsinstitute Kesslers Bop.- Werkst. Reinickend.- St.107 Maschinisten- u.Heizerausbildg. O.Assmann, Tempelhof, Berlinerst.121 i.elktr.Licht-, Kraftani., FahrstuhlA. Bartsch, Weißens., Gust.- Adolfat.157. führer, Zntralheiz., Urbanstr 64. Bährmann, A., Spandau Schönw.St.106 MaxEisermann, Charl., Nehringstr.16. Ernst Gräber, Brunnenstr. 78. Max Busse Brunnenstr. 175/177. M. Albrecht auch Gelegenheitskt. E. Hempel, Fennstr. 13 a. Weddingplatz Hugo Schultz Gelegenheitskäufe. G. Kerger, O.. Grünbergerstr. 15 Photo- Jansen, Hauptstr. 23. ianos P Cesare Donadoni& Pohl Berlin NO., Landsberger Allee is. Neue Planos von 350 Mark an. Kottbuserstr. ofichlächtereien Kniebusch, W., Frft. Chaussee96 11. Kühn, N.- Schönhaus., K.- Wilh.- St.85. Lehmann, Alb., Frankt. Allee 40 Schrammek, G. Frkfist.7 n. N.Jacobst.19 W. Schroeder, Immanuelkirchstr. 35 0.Schurig, Dresdn.- St. 80%. Wecker- Zentr. hf Schöneberg F. Seffner Nachi. Kolonnenst. 60 Storch, Elbingerstr. 100. R. Vierling Kauf, Miete, Teilzahlg. May store, binangolsz, 17. Weine, Liköre, Fruchtläit E. Ballin& Co. Cognak- Brennere! Dampf- Likörfabrik Nur Qualitätsliköre. F. M. Hoppner, Ritterstr. 95. H. Kahlbrock, Danzigerstr. 49. E. Weldlich, Steglitz, Lindenstr.41. chirme, Stöcke P. Knappe, Goebenstr. 3. Geld! Geld! Sparen Sie, wenn Sie im Leibhaus Rosenthaler Tor", Linienstraße 20314, Ede Rosenthaler straße, nur 1 Treppe, fein Laden! taufen. Anzüge 9,-, Ulster, Paletots 5,-, Silberuhren 3, gol dene Damenuhren 8,-, Goldwaren, Brillanten, Betten, Freischwinger, * Fahrräder. Alles enorm billig. Auf ühren dreijährigen Garantieschein. Eigene Werkstatt. Sonntags geöffnet. Borjährige eleganteherrenanzüge und Baletots aus feinsten Maßftoffen 25-60 Mart, Hoien 6-18 Mart. Berianddaus Germania, Unter den Binden 21. Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen, faft für die Hälfte des Bertes. Teppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Börse.( Leser bes Vorwärts" erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet! Firma Kavaliergarderobe verfauft billig wenig getragene herrschaftliche Jadettanzüge, Rodanzüge, Gehrod anzüge, Fradanzüge, Smolinganzüge, Cutaways, gestreifte Hosen, englische Bettenstand 9,- Brunnen braune Westen, Gummimäntel, Ulster ftraße 70, im Keller. 1200 und Baletots, auch leihmeise. Nur Teppich Thomas, Dramienftr. 44, Moldauer, Große Frankfurterstraße 98. spottbillig farbfehlerhafte Teppiche, am Strausberger Plak. 94/7 Gardinen. Vorwärtslejern 5 Prozent Vetamabel Bellmanns verbesserte Extrarabatt. 108* Tamburier- Maschine gesetzlich geschützt Gardinen! Steppdeden! Bortieren! fomie Hotemeyer Tamburier MaTischdecken! außergewöhnlich billig! schinen, alleiniger Fabrikant BellBorwärtsleser 5 Prozent Nabatt mann, Gollnowstraße 26, bei Teilextra! Gardinenhaus Brünn, Hade zahlung tulanteste Bedingungen. fajer Markt 4( Bahnhof Börje). Schleuderverkauf! Bjanbleih Sonntags geöffnet. haus Hermanmplaz 6. Ansamm lungen verschiedener Warenbestände werden spottbillig, vielfach halbumsonst verkauft. Riesenauswahl Jackettanzüge Gehrodanzüge, Herrenpaletots, Herrenhofen, Bettenverkauf! Herrenanzüge! Baletots! Brachtteppiche! Gardinenauswahl! Plüsch portieren! Tisch becken! Steppbeden! Aussteuer wäsche! Uhrenverlauf! Schmudiachen. Spottbillig! Leihhaus! Warschauer ftraße 7. S Goldsachen, Uhrenber tauf, Teppichbertauf, Wäsche vertauf, Gardinenverfauj, Bettenverlauf, Bermietungsbett, Brautbetten, Aussteuerlachen, Steppdecken, Tischdecken, Wandbilder. Passende Festgeschenke. Jeder manns allerbilligste aufgelegenheit, nur Hermannplay 6. * * 35 erlicherungen Deutschland" Berlin straße Arbeiterversicherung. Sterbekassenversicherg. straße 3 Iduna zu Halle a. S. Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebensversicherung: Farenhaufer Schöneberg Carl Hoffmann Herbertstr. 4. Wrichaften, Einbilffemis ruchafton, Etabliffemis Auerhof' Alte Jacobstr. 139. Beckers Festsale Kommandant.- St. 62. Vereinszimmer. Köpenicker-, Patzenhofer J. Guggenberger. Rosentalerstr. 54. Patzenhofer- Aussch., Kottbuserst.8 Patzenhofer Ausschank Balzer Robert Gr. Frankfurterstr.104 AmStraubbg.Platz P.Pieckenhagen, N.- Schönh., K.Wilh.St.40 Emil Gold, Bäckerei, Germania- Promen.8 E.Pasewald, Fleischerei Rudowerst.36 E.Schröder, Bäck.Chausseest. 101a a.36a St.Sorówka, Bäckerei, Rudowerst.34a Fr.Tzschentke, Bäck., Chausseestr.75. diershof Phot.- Atel. R.Klietmann, Bismarckst.14a Kaufhaus Julius Weil Nachfl. Bohnsdorf G.SchülerRind- u.Schweinemetzg redersdorf CarlSchießer, Brot- u. Feinbäcker. Gust. Schönfeld, Schuhw. u. Rep. Carl Tegel, Brot- u. Feinbäckerei Königs- Wulterhaufen Krause, Kais.Friedr.St.79Schweineschl E.Kegel, Kais. Friedr.Str.80 Bäckerei Matel, Treptowerst.148chweineschl Fr. Panneck, Bergst 135, Lederw. E. Schüler, Hertzbergpl. Posamentierw N! leder- Schönhausen Max Schulze, Särge, Kais. Wilh.Str.18 0.Stiem, Schlächter., Kais. Wilh.Str.74 K.Wilke, Schlächt.. Lindenstr.10. egel E. Scheller, ArBerfakt.Berliners184 pandau Awisgus, Schönwaldst.29, Fisch. Wrstw. Karl Heinrich, Bäck., Schäferstr. W.Lutter, Fahrr., Pichelsdorferstr.98. 0.Rauer, Pichelsdrfrst.117. Möbelgesch Scheuerlein, Breitest.35, Flsch.-, Wrstw. 0. Wenzel, Pichelsdorfer Str. 2a. Schöneberg W. Hübner, Bülowate. 61 Möbel. O. Rönnfeldts str. 168. Ecke Lynarsir. G.Hübscher, Uhren, Goldw., Bahnhfst. 20 Riebeck- Ausschan Kaufhaus Emil Bergmann Siemensstadt Alexanderstr. 55 Tägl. Konzert Riebeck- Ausschank, gr. Frkfst. 34. Otto Krusche, Fris., Kottbuser Str. 54 O.Rohloff, Uferat.1, Brauerei Königstadt Original- Schultheiß- Ausschank Alexanderpl., Rich. Schloßnies. Risbeck- Bier- Ausschank Brunnenstr. 76, Ecke Lortzingstr. Yoghurt- Präparate Yoghurt- Milch- Kakao wirkt blutreinig. 100 Tass. M. 3.Für Korpulente Zehr- Yoghurt. Paul Hahn, O. 34, Warsch.- Str. 83 ahnatelier Max Alm, Franseckistr. 15 P. Barein, Steinmetzstr. 30. P.Bernart, Blumenst. 1 II, E. Alexanderst. W.Best, Skalitzerstr.62 E. Wrangelstr. J. Bläck, Berlinerstr.106 Charlottenburg F. W. Briese, Cöpenickerstr. 79. M.Dresler, Grätzstr.701, Treptow. Düby, H., Neukölln, Bergst. 48N- K.1179 Falkenstein, Kais.Aug. Allee 82. Charlttbg. Goetze, Kais.- Friedr.- St. 198II, N.- Kölln. H.Frey, gegr. 1861, Landsbergerst. 831. Institut Hafke, Fehrbellinerst. 241 AmtNd.3761.Sp. Zahnzieh. m.Betäub.Mk.1 Nonnendaman& 1. Max Lei Pelzwaren, Hüte, Mützen A. Behne, Zigarr., Nonnend. 82. Herrenartik. Gegr. 1867 Siemensstadt- Drogerie Franz Püschner, Haus- u. Küchenmags Otto Schampe, Eisenhandig., Bau- Lieferung sämtlicher Krankenartikel, Haus- u. Küchengeräte. kassen. Bandagen, Photo- und R.Schatte, Schlächtermstr.Potsdamerst Konservierungsartikel, Schloß- Drogerie Paul Malzahn Rich. Scholz, Bäckerei u.Konditor. Kolonialwaren Läuse- Aether W. Werdermann Gastwirtschaft E.Stark, Bäckerei, Berlinerstr.26. R. Wilke ichterfelde Reparaturen. u. traußberg Gewkschitshs.Ww. Eagel.& Toreiz C. Klöpfer, Möbelhandlung. Rottkovsky, Fleisch- Wurstw., Gr.19 Tempelhof J.Hohmann, Bäck, Friedz- 87. G. Kiesling, Bäck., Berlin. St. 91. Königsberger& Co.Lankwitzerstr.1 H. Loth, Molkerei, Berlin. Str. 78 Herrenartikel und Konfektion. Sanitas- Drog., W.Froese, Dorfstr.51 hisdorf Weltend Rud. Grunow Back Café, Bahnhofstr, 31 Beerdigungs- Inst.Stawenow Spend Bong? Lehnhardt, Bäck.- Conditorei Bahnhofstr. 2. O.Kammer, Spand. Berga1, Obst, Comfize Wehlig, Eisenw., Werkzeuge, Bahnhofst.44 K.Zarthe, Haeselerst.140, Obata. Gemüse, Frau A. Pagel, Kolonial waren. A. Schwarz, Cigarren, Tabake.eißenfee Mariendorf Gärtnerei u. Samenhandig. A.Böckmann Fil.Nkiln, Hermannst. 116 Junk, Blumenstr. 88 Kgst. 13846 H. Lindeke, Warschauerstr. 9. Ferdinand Titel, Chausseestr.217 R.Mende, Schulstr.117, EekeMaxstr. Konfitüren- Weber, Chausseest, 45 M.Moser, Alexanderst. 14bE. Schicklerst, H. Krull, Bäckerei, Kaiserstr. 1. Zahn- Atel.Volkswohl, Müllerst.126a/ b C. Mehlhose, Bäck., Strelitz. St. 18 Reimmann, Residenzst. 115, Beinickend. E. Tietz, Bäck., Gr.- Beerenst.128. E. Sager, N.- Kölln, Bergst. 63, Tel.9594. H.Wagner, Königst.11, fleisck.- Warstw. Hermann Schultze, Beusselstr.15 Große Emil Sann Ecke Frankfurterst. 4eukölln Karl Sommer, Frankfurter Allee1 04. P.Jürgen, Kolonw. Berl. Alleet88. Wilh.Koch, Schlächter, Lehderstr. 2 Mehlhdlg. Pastorino, Gust..Ad.- Str. 17, E.Gleising Fl.a.Wurstw.Langhansstr.14. Kaiser& Roxlau, Maßschn., Gust. Ad.St. 17 Otto Obst, Fl. a. Warsiw.Elsagstr. 70 Thüßing's Drogerien Weißensee Wilhelmsrah CarlGahl, Schlächterel, Edelweißutr.35. J.Laschinski, Bäck., Edelweißst.11. P.Megow, Milchgsch. Lindenallee12 A.Trenner, Uhren u.Goldw., Hauptstr.12 Wendler& Ruthenberg, Kolouw.Hauptat.20 R.Wolsdorf, Kolonialw., Hauptstr.8 Reinickend.St.5, II.B. E. Groß, Pflügerstr. 57Bäck., Kondit. Strauchmann Norden 7786 Holubar, Bäcker- n. Konditorei, Niemetzstr.3 W.Thiedt, Reinickendorferstr. 7. B.Jaenichen, Bäckerei, Hermannstr.45. K.Karpmann, Pap., Schrbw., Emsorst.103 Reinickendrfrst. C.Kampfer, Bergst. 187, Uhr., Gidw.ossen 1 Ecke Manteuffelstr. Weiss, Max Teilzig- gest. Bar10% Calé metropol EckeBrückenstr P. Schultze, vorm. Wiedstruck, Fonnst. Täel. gr. Künstler- Konzert Witte, Max Kuskauerat, 16 Dresdener Bierhalle, Dresden erst.94/ 95 L.Googe, Schulstr., Ecke Maxstr. Zahnpraxis, Norden', Metzerat. 42, Teilzhlg. Kinderwagen! Teilzahlung 0,50 wöchentlich. Klappsportwagen, Stinder betten. Riesenauswahl. Richardi, Warschauerstraße 80. 2743 Monatsanzüge, Baletots, großes Rager, jede Figur, fauft man am billigsten beim Fachmann; jede Kenderung nach Wunsch in eigener Wertstatt. 5 Prozent billiger für Vorwärtslefer. Fürstenzelt, Schneider meister, Rosenthalerstraße 10. 1579 Tischlerhandwertszeug, sehr reichlich vertauit wegen Todesfall Klopper, Urbanstraße 36. 27186 Geschäftsverkäufe. Lokal, Bartelverkehr, SO, reel, billig verläuflich. Bereine, WahlVereinszimmer, 80. Erforderlich 700. berein, Werkstattfizungen passend, +138 Offerten gel", Postamt 42. Tüchtigem Tischler, der sich selbständig machen will, bietet sich für Berlin eine sehr schöne Gelegenheit; erforderlich 2-3000 Mart. Näheres Berlin- Lichterfelde- Dft, Steinstraße 76, Trippke. 27006* Möbel. Ohne Anzahlung den Borwärtslejern beim Möbellauf weitgehendste Kulanz. Kleine Einrichtungen, furze Beit verliehen gewesene Möbel fait ftets am Lager. Kleine Naten. Möbel Ehrlich, Schönhauserstraße 32. 2781 Kaufhaus Felix Levy Nchfl. Hermannst 52 Eck. Her oths Butterhandlung Monopol R. Kerstian Bergstr. 122. Fourage Spez.: Geflügelfutter. Warenhaus S. Cohen. Musikinstrumente. Ratenpiano, Prachtstüd, zurüd Sweidrittel abgezahlt, 93/ 7* Möbel auf Stredit! Bet flemer Anzablung geben jedermann ganze Einrichtungen, Herrens, Speise. Schlafzimmer, Stuchen, einzelne Möbel- genommen, ftüde auf Strebit zu billigsten Preisen, 200,- Neufölner Pianofabril, Julius. auch Waren aller Art. Kretjimann straße 59. u. Co., Stoppenstraße 4.( Scle licher Bahnboj.) 218* Billigste und reellite EinkaufsMöbeln auf Teilzahlung ist und quelle für Gelegenheitsfäufe in bleibt das älteste und reelste MöbelKredithaus S. Gottlieb, nur Rosenthaler Straße 54. Ich liefere schon mit 10 Mart Anzahlung 1 Stube und Küche; 2 Stuben und Küche 20, 30 Mart Anzahlung; Schlafzimmer, Speisezimmer und Küche mit 40 Mart Annonce mitbringen, Anzahlung. Wert 5 Mart. 27428* Kaufgesuche. Handwäscherei Frau Antonius, Köpenid, Gartenstraße 18, trodnet im Freien, wäscht chlorfrei. Abholung Montags. 94/14 Saal zur Beihnachtsfeier( Berlin) gesucht, möglichst 2. Feiertag, 1000 Bersonen. Offerten umgehend era beten unter 28. 2. Haupterpedition des Vorwärts. 27226 Vermietungen. Wohnungen. Kupfer, Messing, 8int, 8inn, Blei, Stanniolpapier, Goldfachen, Silberfachen, Platinabfalle, Quedfilber, Bahngebisse. Metallschmelze" Cohn, Brunnenstraße 25 und Neukölln, Berlinerstraße 76. 79/ 7* Saubere Stube und Küche, von Bahugebiffe, Goldsachen, Silber 18 Mart an. Frankfurter Auee 182. jachen, Platinabjälle, sämtliche Metalle höchstzahlend. Schmelzerei Chriftionat, Charlottenstraße 87, eine WohRopenideritraße 20 a( gegenüber nungen, billig, renoviert, sofort. 48/ 10* Manteuffelstraße). Goldschmelze tauft höchstzahlend Bahngebisse, alle Metalle. Witwe Nieper, nur Köpeniderstraße 157. Möbel- Cohu, 1. Geschäft: Große Frankfurterstraße 58, 2. Geschäft: Grüner Weg 109. Wohnungs- Einrichtungen auf bequemste Teilzahlung. Stube und Küche Anzahlung 15 Mart. Zahngebisse, Gebisse bis 50,00 Möbelstücke Einzelne Anzahlung( Abholung), Platina bjälle 5,60; All8 Mart. Verliehen gewesene Möbel gold, Silberjachen, Kehrgold, Gold. fpottbillig. Schlafzimmer, Speise- watten, Quedfilber, Stanniol zimmer, Herrenzimmer, bunte Küchen papier, 8inn, Kupfer, Messing, riesengroße Auswahl. Liefere auch Bint, Blei, höchste Tagespreise. EdelAbzahlung wöchentlich, metall- Eintaufsbureau Beberstr. 31, 7* monatlich, ganz nach Wunsch. Größte Königstadt 4243. Stücksicht bei Krankheit und ArbeitsPlatinabfälle, Altgold, Silber, lofigfeit. Vorzeiger dieses Inferats erhält beim Kauf 10 Mart gut: Babngebisse, Stanniol, Glübftrumpf Blümel, Samelzerei, Augustitr. 19 III. geschrieben. Sonntags 8-10 geöffnet. asche, Quedilber taujt höchstzahlend auswärts. Arbeitsmarkt. 27156* Stellenangebote. Installateur oder Tischler, Ehepaar, für Portierstelle verlangt. Wertstatt vorhanden. Bimmermann, Friedenau, Blankenberg ftraße 8. Silberarbeiter für Hammerarbeit oder Montage suchen Körner u. Broll, Brinzessinnenstraße 16. Gasglühlicht. Invertbrennerinnen 27175 straße 30( Streuzberg). verlangt Dr. Oppenheim, Nostiz Blusennäherin verlangt Frau Kupfer, Messing, Zinn, Stanniol, Quedfi Iber, wie alle Arten in Me- Rod, Borsigwalde, Neue Ernststr. 18. tallen laust höchstzahlend Meyer, Elisabethstraße 56. Stönigstadt 13976. Zeitungsfrauen Fahrradankauf Linienstraße 27.* Münzen, Briefmarten tauft Groß- für die Tour Schöneberger Straße mann, Spandauer Brüde 1b. Norden fofort verlangt. Meldungen Zimmer. straße 60 im Laden, Berliner 10621. 93/ 9* Tageblatt". 94/ 12* Fahrradant auf, auch desekte, Weberstraße 42. 98/31 Kesselschmiede Verschiedenes. von 50 Mart an, wöchentlich 4 Mart. M. Hirschowiz, nur Skalizerstraße 25. Borräder. 27858* Monatsgarderobe! Unübertrefflich billiger Verkauf von HerrenSchlafzimmer, Eiche, innen MaKleidung, von Herrschaften, Kavalieren Möbel Lechner, 1. Geschäft hagoni, Ankleideschrant, 180 breit, jebr wenig getragen, feinste MaßBrunnenstraße 7, am Rosenthaler Stristallspiegel, Waschkommode, 110 berarbeitung, nur echte Stoffe, teils auf Seide, vom Hofschneider. Cutaways, Bettenverkauf! Prachtvolle 6,75, Play, 1. Eingang im Laden, 2. Gin- breit, Marmorwand, Striftallspiegel, Stammgarnhofen, Sadettanzüge, Rod- 9,75, 12,75. Brautbetten 15,75, 18,75. gang of parterre. 2. Geschäft: Betten mit Patentmatragen, Umbau anzüge, Fradanzüge, Smofinganzüge. Daunenbetten 19,75, 22,50. Neue Müllerstraße 174, Ede Fennstraße, runde Apotheken, Nachts pinde, Stühle, Rosenberg, Berlin, Blücherstraße 61, I. Aussteuerwäsche, Plüsch portieren 5,85, 1. Etage. Selten Wichtig für Brautleute! Glashalter, fomplett 525. Bon Kavalieren abgelegte, erit Teppiche, Gardinen, Stores, Tisch- 1 Stube und Südhe 170 Mart, An günstiges Angebot. Besichtigung er Möbelhaus zahlung 10 Mart, wöchentlich 1,50 beten. M. Hirschowik, flafsige Garderobe, größtenteils auf decken, Diwandeden, Steppdecken, Mart. 1 Stube und Küche 200 Mart, nur Südosten Stalikerstraße 25. Uhren, Stetten, Seide gearbeitet, wenig getragene Anzüge, Hosen, Eutaway mit Weste und gestreifter Schmudsachen! Alles spottbillig! Anzahlung 15 Mart, möchentlich 2 Weart. Große Auswahl in besseren sendet auf Wunsch gratis Möbelhaus Möbelkatalog, reich illustriert, Hoje, Zadettanzüge, Sommerpaletots, Pfandleihe Brunnenstraße 47. Wohnungs- Einrichtungen, Anzahlung Rodanzüge, Smofinganzüge, Geh- Monatsgarderoben- Haus ver rodanzüge, Fradanzüge Bein- taust spottbillig wenig getragene, fait Herren- und Speisezimmer, Anzah fleider, große Auswahl in Bauch- neue erstflasfige Jadettanzüge, Somlung von 40 Mart an, wöchentlich anzügen, fauft man spottbillig mir merpaletots, Cutaway mit Beste und 3 Mart, monatlich 12 Mart. Einzelne im Spezialgeschäft bei Weingarten, geftreijter Hose, Smolingan züge, Möbelstücke, Anzahlung von 4 Mart Brinzenstraße 28, I( Edhaus Ritter: Fradanzüge, Gehrodanzüge, grope an, wöchentlich von 1 Mart an. straße). 2770 Auswahl in Bauchanzügen. Halpern, Liefere auch nach auswärts. Zeilzahlung! 0,50 wöchentlich. Rosenthalerstraße 4. Nur eine Treppe. zeiger des Inserats erhält bei Stauf 94/ 16* einer Wohnungs- Einrichtung 10 Mart Herrens, Damen, Kinder- Garderobe, Stein Laden. Möbel, Gardinen, Portieren, Teppiche, Monatsga rderobe. gutgeschrieben. 5 Jahre Garantie! Steppbeden, Tischdecken, Bilder, Gas Neue Herrengarderobe 20 Prozent Katalog auf Wunsch gratis! Sonntag fronen, Stinderwagen. Seredithaus billiger. Rosenthalerstraße 59. Stein bon 8-10 Uhr geöffnet. 2297* Luisenstadt, Köpeniderstraße 77-78, Laden. 94/ 17* Plüschfofa, modern, sehr gut, Ede Brüdenstraße, am Bahnhof Monatsanzüge und Sommer billig perfäuflich Brunnenstraße 9, 2718 ulster bon 5 Mart jowie hojen born II, Blafer. Wienatsgarderobe lohnt nur bei bon 1,50, Bebrodanzüge von 12,00, Mar Weiß, 88, Große Frankfurter Frads von 2,50, sowie für torpulente straße 88, altbekannte Firma, zu Figuren. Neue Garderobe zu stauneut taufen. Man wird reell und billig be billigen Preisen, aus Pjandleiben ver dient. Wenig getragene, teilweise auffallene Sachen taujt man am billigsten Seide, von Kavalieren nur furze bei Nag, Muladstraße 14. Beit getragene Jadettanzüge, Rodanzüge, Gehrodanzüge, Fradanzüge, Sparen Sie in schlechten Seiten Smotinganzüge, Baletots, fter, Sie erhalten gegen fleinste An- und Hojen, einzelne Frads und Smotings Abzahlung ganze Wohnungseinrichwerden zu billigsten Preisen verkauft. tungen und einzelne Möbel. Auch Die elegantesten Sachen find auch gebrauchte, guterhaltene Möbel auf leibweise sehr billig zu haben. Bitte Teilzahlung billight. 2. Schatz fen., im eigenen Interesse auf die Firma feit 1868 Brunnenstraße 160, Ein 1,-, mehrere elegante Möbel spottau achten, 2 große Fenster. 91/ 13* gang Antlamer Straße. Jannowizbrüde. Kleinmanns 27246 Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenheit, fich Möbel anzuschaffen mit fleinster Anzahlung gebe icon Stube und Küche. An jedem Stüd deutlicher Preis. Uebervorteilung baber ausgeschlossen. Bei Krankheitsfallen und Arbeitslofigteit anerlannt größte Südfight. Möbelgeschäft M. Goldftaub, Bossenerstraße 38, Ede Gneisenaustraße. 2901* Schlafsofa 15,-, Stächeneinrichtung 15,-, Sofatisch 6, Stühle * billig Handlung Brinzenstraße 8. Fahrräder. Herrenfahrrad 20 ,, FreilaufStralauerstraße 54, parterre. Freilaufräder, Halbrenner 20,-, Linienstraße 25, I rechts. 93/ 11* Freilaufräder, Halbrenner 20,00, Damenräder, Tandem neuerhalten. Schrader, Weberstraße 42, Seller.* Halbrenner, 25, ftraße 48, III, Streidt. Patentanwalt Müller, Gitschiner ftrage 16. für Dampfkessel Brückenbauten Eisenkonstruktionen gesucht. Gutes Gehalt. Dauernde Beschäftigung. Freie Reise. Offerten erbeten an 8,- pro feuerantrag zahlt Landsbergerstraße 119. 2776* Allen Vorwärtslejern, Freunden und Bekannten teile mit, daß ich bas Lotal bon früher Dalg, Stalizerstraße 51/52 in Herrn Dermhorit J. Vertretung übernommen habe. Für Gleim gute Biere ist gesorgt. Hermann 27236 Scholze, Berlin- Treptow. +2 Züchtige, durchaus selbständige fl C. Petersens Mekaniska Verkstads Aktiebolag, Trelleborg( Schweden). NB. In den früher erschienenen Inseraten ist irrtümlich ,, Klempner" anstatt ,, Kesselschmiede" gesetzt worden. 94/ 8* Hartgummidrechsler Achtung, Gastwirisgehilfen! gesucht. Nur solche, welche in ihrer Arbeit wirklich perfekt find, wollen sich unter Angabe des Alters und des frühesten Eintrittstermines sowie Einsendung von Zeugnisabschriften melden unter C. 1237 duro Haasenstein und Vogler, Hannover. Die Sperre über das Strandrestaurant Richtershorn" in Grünau ( Inh. Julius Red) ist durch Tarifabschluß aufgehoben. 32/13 Herr Red hat die Drganisation anerkannt. Verband der Gastwirtsgehilfen. Ortsverwaltung Berlin I. Berantwortlicher Redakteur: Albert Bachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. St. 193. 31. Iahrgaug. 3. KilU des Jotrairlö" Kerlim DalksdlÄ. ZonnabtAd. 18. Zsl! 19!4. Sühne für Zobern. Der beleidigte Militarismus. Kiel, 17. Juli 1314. (T el e grct p h i s ch er Bericht.) Unter der Anklage der Beleidigung der Angehörigen des Preußischen Heres, insbesondere der Offiziere und Unteroffiziere, hatte sich heute vor der hiesigen Ferienstrafkainmer der aus Ruf- jisch-Polen stammende, unter dem Namen I. K a r s k i schreibende sozialdemokratische Schriftsteller Julius Joseph Balthasar Marchlewski zu verantworten. Mit ihm ist angeklagt der vcr- antwortliche Redakteur des hiesigen sozialdemokratischen Organs, der„Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung" ,Karl König. Den Vorsitz in der Verhandlung führt Landgerichtsvat Dr. Landsberg. verteidigt werden die Angeklagten durch die Rechtsanwälte Dr. L e v r- Franksurt a. M. und Spiegel- Kiel. Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Anläßlich des Prozesses gegen den Oberst v. Reuter im Januar dieses Jahres erschien ein Artikel des Angeklagten, in welchem auf eine Aeußcrung des als Zeugen ver- nommenen �Staatsanwalts Krause Bezug genommen ist, der erklärte, daß ihm ein Rechtsanwalt erzählt habe, die Soldaten hätten den Eindruck von Verrückten gemacht und hätten wie die Kosaken in den Straßen Petersburgs gehaust. Der inkriminierte Artikel wurde durch eine Korrespondenz an die sozialdemokratische Presse verschickt und von einer Reihe von Zeitungen ausgenommen. Unter Anklage gestellt sind folgende Sätze:„Die Hauptsache ist, daß ganz systematisch die Roheit und die niedrigen genieinen Instinkte aus gepeitscht Iverden, um die Soldaten dahin zu bringen, daß sie sich benehmen wie die Kosaken in den Straßen Petersburgs. Das ist unzertrennlich von dem System des Militarismus." Weiter:„Den Klassencharakter hat auch die Miliz an sich, aber sie schützt wenig- stens davor, daß die jungen Leute nicht systematisch zu Raufbolden erzogen werden, die, wenn sie einmal von den Vertretern der herrschenden Klassen gegen die Bevölkerung losgelassen werden, ihrer Roheit die Zügel schießen lassen." Angeklagter Marchlewski: Der Artikel ist unter dem Eindruck des Zabernprozesses geschrieben. Er kritisiert nicht die einzelnen Personen, sondern das System des stehenden Heeres. Es hat mir absolut ferngelegen, jemanden zu beleidigen. Ein marxistischer Sozialdemokrat sieht nur die sozialen Zusammen- hänge, und daraus ergibt sich, daß ich nicht aggressiv beleidigen, sondern nur das System treffen wollte. Das ganze System be- wirkt, daß diese Eigenschaften im Soldaten enttvickelt werden. Es wird das Rohe, Gemeine entwickelt durch das S y st e m des stehen- den Heeres. Ich spreche von dem Militarismus in sämtlichen Staaten und nicht bloß in Preußen.— Vors.: Sie sprechen doch aber von Erziehern, das weist doch auf bestimmte Personen hin, die die Soldaten erziehen.— Angekl.: Meine Auffassung ist, daß der einzelne Ossizier nicht verantwortlich zu machen ist. Er kann wohl den Einfluß dieses Systems mildern oder verschärfen, ihn aber nicht verhindern, da er ja selbst unter dem Einfluß des Systems steht.— Vors.: Hatten Sie denn Gelegenheit, sich als Ausländer eine eigene Anschauung über das deutsche Heercswesen zu bilden? — Angekl.: Ich bin 1866 in Russsich-Polen geboren, mein Vater war ein Kaufmann, der aus Westpreuhen stammte und preutzsicher Staatsangehöriger war. Mein Paß lautete aus preußische Staats- angehvrigkeit. Ich habe mehrere Jahre in Schont das Realgymnasium besucht, als sich aber dann die Verhältnisse meines Baters änderten, besuchte ich in Warschau das Gymnasium weiter, das ich absolvierte. Da mein Vater dauernd in Rußland bleiben wollte, so ließ er mich als russsichen Staatsbürger umschreiben. Ich er- lernte dann die Färberei und ging 1888 nach Deusichland, um die Arbeiterbcevegung zu studieren. Ich habe in Chemnitz und in der Schweiz als Färbergeselle gearbeitet und dann in Lodz ein Unter- nehmen geleitet. 1893 ging ich nach Zürich und studierte dort Staatswissenschaften. Nach meiner Promotion habe ich mich in München niedergelassen und mich von dort aus literarisch für deutsche, polnische, französische und finnländische Zeitungen be- tätigt. Seit 1903 bin ich in Berlin.— Vors.: Es wird Ihnen zur Last gelegt, daß Sie wider besseres Wissen diese Behaup- tungen aufgestellt haben. Welche Kenntnis haben Sie denn über- Haupt vom deusichen Militärwesen?— Angekl.: Da ich nicht mili- tärisch gedient habe, so stützte ich mich auf meine Beobach- tungen in den Grenzgebieten. Ich habe auch mit meinen Schulkameraden verkehrt, von denen viele Offiziere geworden sind. Was ich vom Heere selbst weiß, habe ich aus meinen l i t e r a r i- schen Studien über den Militarismus.— Vors.: .Haben Sie auch andere als sozialdemokratische Schriften über das Militärwcsen gelesen?— Angekl., Gewiß, die sozialdemokratische Literatur darüber ist ja sehr gering; ich habe die General- st abswerke und verschiedene kriegsgeschichtliche Werke studiert.— Vors.: Haben Sie sich klargemacht, daß ein solcher Artikel beleidigend aufgefaßt werden muß, wenn Sie auch sagen, daß Sie keine Beleidigung hineingelegt haben wollen?— Angekl.: Ich kann keine Beleidigung in dem Artikel finden.— Vors.: Als Ausländer hätten Sie sich doch ein gewisses Maß von heilen auferlegen müssen.— Angekl.: Ich bin wohl Ausländer, aber ich stehe seit vielen Jahren im Dienstedes beut- schen und des internationalen Proletariats. Aus dem Artikel spricht auch keine nationalistische Aufreizung, von der sich allerdings ein Ausländer freihalten muß.— Vors.: Diese Pflicht erkennen Sie also an?— Angekl.: Jawohl, aber dagegen schützt mich ja meine Gesinnung als Sozialdemokrat.— Vors.: Bei Ihrer Verhaftung haben Sie die Verfasserschaft des Artikels abge- stritten, erst als Sie verhaftet waren, haben Sie das zugegeben. — Angekl.: Ich habe nicht die Aufgabe gehabt, der Staatsanwalt- schaft ihre Untersuchung zu erleichtern.— Vors.: Man kann doch auch sagen, daß man für das, was man geschrieben hat, auch ein- treten muß, namentlich wenn der Artikel, wie Sie sagen, nicht be- leidigend sein sollte und nur Ihre Anschauungen widerspiegelte. — Angekl.: Ich habe mein Interesse so lange gewahrt, bis ich ver- haftet war. Das war eine ungewöhnliche Verhaftung. Der Vorsitzende bittet den Angeklagten, eine Kritik der Maß- nahmen der Behörde zu unterlassen, und teilt mit, daß der Ange- klagte auf seine Beschwerde beim Oberlandesgericht Kiel gegen eine Kaution von 16 699 M. aus der Untersuchungshaft entlassen worden ist. Weiter hält der Vorsitzende dem Angeklagten entgegen, daß in dem Artikel auch eine indirekte Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Befehle der Vorgesetzten zu erblicken sei, denn er sage» die Kultur müsse so gefördert werden, daß es unmöglich werde, einen Befehl zu erteilen, der zu einer Roheit führen könnte.— Angekl.: Ich sage ausdrücklich in meinem Artikel, baß jede Agitation in der Kaserne und jede Ausschreitung der Soldaten zu unterlassen sei und daß nur die Kultur zu fördern sei. Ich bin perplex, wenn man zu einer solchen Schlußfolgerung kommt.— Vors.: Mir scheint, in der Art, wie Sie meine Vor- Haltungen zurückweisen, eine Verschiebung zu liegen. Sie stellen es ebeno so hin, als ob die Offiziere durch die Kultur dahin ge- bracht werden sollen, derartige Befehle nicht zu erteilen. Es macht da? den Eindruck, als ob die Ausführungen sich nicht beziehen auf die Offiziere, sondern auf die Mannschaften, und dann liegt der Schluß nahe, daß die Mannschaften selbst so erzogen werden sollen, daß sie einen dahingehenden Befehl der Offiziere nicht aus- führen.— Angekl.: Der Artikel richtet sich nur gegen da? System, das geändert werden soll. Ich weise ja ausdrücklich die Auf- stachelung der jungen Leute in den Kasernen zurück. Ich sage, auf den Geist der Truppe kommt es an. Wenn die römischen Legionäre und die mittelalterlichen Landsknechte den Befehl erhielten, die Gefangenen zu foltern, ihnen die Augen auszustechen, den Bauch aufzuschlitzen, so würde ein solcher Befehl unter der heutigen Kultur unmöglich sein.— Vors.: Sie meinen also, daß ein solcher Befehl gar nicht befolgt werden würde?— Angekl.: Ich meine, daß er nicht erteilt werden würde, weil die Offiziere nach dem heutigen Kulturniveau gar nicht solchen Befehl erteilen würden, da sie wissen, daß er nicht befolgt werden könnte. Damit schließt die Beweisaufnahme. Zur Begründung der Anklage nimmt das Wort Staatsanwalt Dr. Bachem: Der Angeklagte Marchlewski behauptet, der Artikel sei ganz unpersönlich und nur gegen das'System gerichtet, und er sagt, es sei nicht sozialdemokratische Art, Personen anzugreisen. Nun, wir alle, die wir amtlich und auch sonst Gelegenheit bekommen, sozial- demokratische Schriften zu verfolgen, wissen, wie es mit der Objek- tivität der sozialdemokratischen Presse bestellt ist, wie jede Gelegen- heit benutzt wird, unter dem Deckmantel der Kritik von Einrichtungen die leitenden Personen in schärfster Weise an- zugreifen. Ein System kann nicht aufpeitschen. In den Worten des Artikels liegt die Deutung, daß eine bewußte Auf- r e i z u n g stattfinden muß, sonst kann niemand, der die deutsche Sprache beherrscht, von Aufpeitschen reden. Daß der Angeklagte sich bewußt war, was er gesagt hat, geht daraus hervor, daß er leug- nete, der Verfasser des mit s. X. gezeichneten Artikels, also der behauptete Karski, zu sein. Erst als er hinter Schloß und Riegel saß, hat er die Verfasserschaft zugegeben, da ihm weiteres Leugnen nichts genutzt hätte. Er sagt weiter, das System werde mit allen Kniffen angewendet, um den jungen Leuten eine lächerliche Anmaßung gegen Zivilisten anzuerziehen. Da kann doch kein Zweifel sein, daß der Angeklagte die Personen treffen wollte, die verantwortlich sind für die Ausbildung unseres Heeres. Auch daß die Soldaten selb st beleidigt sind, ist unzweifel- hast. Der Angeklagte hat gewußt, daß das, was er sagte, grobe Unwahrheit ist, denn ein Mann, der die deutschen General- stabswerke studiert hat und der mit Angehörigen unseres Heeres zusammengekommen ist, kann nicht sagen, daß unsere jungen Leute systematisch zu Raufbolden erzogen werden. Wir in Kiel haben eine große Garnison, wir sehen, daß im Vergleich zu der übrigen Bevölkerung die Roheitsdelikte der Militärpersonen sehr gering sind. Der Angeklagte lebt schon lange in Berlin und kann dort Schritt auf Schritt sehen, wie unsere Soldaten sich bewegen. Daher sind seine Behauptungen wider besseres Wissen aufgestellt. Die Vorwürfe, die er unseren Soldaten, insbesondere Offizieren und Unteroffizieren, gemacht hat, sind der- artig gemein, daß nur die allerschwerste Strafe eintreten kann. Die Art, wie aus jedem Wort des Artikels die Hetze hervortritt, muh uns die Sache auf das allerschwerste be- trachten lassen. Alle Ausdrücke sind so recht geeignet, diejenigen, gegen die sich die Beleidigungen richten, verächtlich zu machen. Die Beleidigungen richten sich gegen ein Institut, auf das jeder Deutsche mit Recht stolz ist. Der Angeklagte Marchlewski ist ein Ausländer, der bei uns in Deutschland unter unseren geordneten Zuständen Unterschlupf gefunden hat, aber er hat sich erdreistet, auf Institutionen, die uns Deutschen hoch und heilig sind, mit Gift und Galle zu spucken.