Nr. 197. Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pranumeranbo: Bierteljährl. 8 M, monatl. 1,10 M wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Poſt- ZeitungsBreisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 81. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene stolonel. zeile oder beren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Morte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 1983. Die vierte Finanzreform. Als vor zwölf Tagen( in der Nummer vom 9. Juli) der ,, Vorwärts" neue Steuern ankündigte, fühlten sich die halboffiziösen Berl. Pol. Nachr." veranlaßt, diese Nachricht nach dem bekannten abgenutzten Schema zu dementieren. Von neuen Steuervorlagen, so hieß es, sei an den betreffenden Regierungsstellen noch nichts bekannt, zudem sei aber auch für eine planmäßige Ausarbeitung solcher Vorlagen gar kein Anlaß vorhanden, da an Neuaufwendungen für Armee und Marine ,, überhaupt nicht gedacht" werde. Wir haben dem zur Ablagerung anrüchiger Regierungsnotizen bestimmten Organ damals sofort entgegnet, daß nach den bisherigen Erfahrungen seine Versicherung selbst dann keinen Glauben verdiene, wenn sie im amtlichen Teil des Kanzlerblattes gestanden hätte, daß aber das alberne Geschreibsel eines Preßorgans von der Qualität der Berl. Pol. Nachr.", für die offiziell feine Behörde die geringste Verantwortung trage, erst recht keinen Anspruch auf Beachtung machen könne. Mittwoch, den 22. Juli 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. anbelangt, nicht ganz zurückbleiben. Muß die immer wieder Millionen Mark. Im vorigen Jahre erlangte fie eine einvon den Herren Generälen und Politikern wie Freiherrn von malige Abgabe von 1000 Millionen Mark, eine volle Zedlig und Neukirch erhobene vaterländische Forderung der Milliarde, sowie ungefähr 100 Millionen Mark jährlicher ftriften Durchführung der allgemeinen Dienstpflicht, das heißt Steuern. Und jetzt nur ein Jahr später wird der Heranziehung aller irgend Diensttauglichen zum Heeres- aller Voraussicht nach wieder so eine fleine halbe dienst, auch vorläufig noch etwas zurückgestellt werden, so ist Milliarde verlangt werden. So geht es zu doch eine bessere Sicherung der Westgrenzen gegen Frankreich, Ehren des glorreichen Militarismus immer tiefer hinein in also der Ausbau der dortigen Befestigungen, ein dringendes den vaterländischen Sumpf! Bedürfnis", zumal nach militärischer Logik die Vorfälle in 3abern erwiesen haben, daß im Kriegsfalle auf die elsaßlothringische Bevölkerung wenig Verlaß ist. Doch auch andere Staaten haben in den letzten Jahren dem Militarismus manche Opfer gebracht was die deutsche Finanzpolitik von allen anderen unterscheidet, ist die TatEine Reihe recht netter Forderungen, von denen man in sache, daß die Kaste, die vor allem in Deutschland zu den fortden betreffenden Ressorts nur noch nicht recht weiß, ob gesezten Rüstungen treibt, die alle höheren militärischen Posten man im nächsten Winter gleich im ganzen Umfang mit ihnen mit ihren Mitgliedern besetzt und in deren Interesse hauptherausrücken soll, oder ob man nicht einen kleineren Teil da- sächlich die ganze Finanzwirtschaft betrieben wird, zu den bon noch etwas zurückschiebt. Und zu diesen Hauptforderungen Finanzreformen fast nichts beiträgt, ob. fommen noch einige andere Kleinigkeiten, als da sind Be- gleich ihr alljährlich durch die deutsche 3011. soldungserhöhungen, Aufbesserung der Altpensionäre, politik auf Kosten der Arbeiterklasse Veteranenfürsorge usw. So einige hundert Mil- Hunderte von Millionen Mark in die Tasche Marksind Iionen Mark sind also nötig vielleicht nicht viel fließen. Die Kosten der Finanzreform im Jahre 1906 weniger als bei der Reichsfinanzreform im Jahre 1908/09, bei wurden vornehmlich durch die Fahrkartensteuer, die Erder bekanntlich die Regierung die bescheidene Summe von höhung der Brau- und Zigarettensteuer, die Tantiemensteuer Unsere auf langer Erfahrung beruhende Einschätzung 500 Millionen Mark verlangte. und eine Portoerhöhung aufgebracht. Bei der Finanzreform der Glaubwürdigkeit dieser duftenden Nachrichtenablagerungs- Wie die Finanzen so mancher schlechtverwalteten faulen von 1909 mußten wieder Steuererhöhungen auf Bier, Tabak, stätte hat sich denn auch wieder als durchaus richtig erwiesen. Aftiengründungen müssen eben auch die Finanzen des Branntwein, Kaffee, Tee sowie verschiedene Stempel. Kaum find acht Lage seit dem Dementi der Berl. Pol. Nachr." Deutschen Reiches alle paar Jahre faniert" werden gebühren den Hauptertrag liefern. Ebenso haben die Junker vergangen, und fein ernsthaftes Blatt bestreitet mehr, daß freilich noch häufiger, als selbst bei der traurigsten Aftien- sich bei der Wehrsteuer möglichst gedrückt und in das Gesetz schon wieder eine neue Reichsfinanzreform fällig ist strittig gesellschaft- aber diese fortwährenden Finanzreformen" ge- Bestimmungen hineingebracht, die ihnen ermöglichten, die ist nur noch die Frage, wie viel eine hohe Regierung zu hören nun mal zu dem Wesen unser vaterländischen Finanz- Hauptlaſt dem mobilen Sapital aufzubürden. Und bei der fordern gedenkt und wie die gewünschte Summe aufgebracht wirtschaft. Solange für sie die Wünsche und Befehle des bevorstehenden vierten Finanzreform beabsichtigen sie jetzt werden soll. agrarisch- militaristischen Junkertums entscheidend sind, wird nicht nur, gar nichts zu zahlen, sondern sich sogar für Was soll auch die Regierung in ihrer gottgegebenen Ab- sie immer wieder zu gleichen schönen Defiziten kommen, mag ihre geringe Beisteuer zum Wehrbeitrag hängigkeit vom preußischen Junkertum anders machen? Die der leitende Kommis, der an der Spize des Reichsschabamtes eine doppelte Entschädigung auszubedingen; großen nationalen Baalsgößen Heer und Flotte verlangen steht, Stengel, Sydow oder Kühn heißen. Im Jahre 1905/06 denn aufgebracht werden sollen die Mittel für die neue, Sanach neuen Opfern, und doch reichen die Reichseinnahmen war die hohe Regierung noch bescheiden. Sie verlangte zur nierung" durch die Einführung des Siganicht hin, um auch nur die bereits bewilligten Ausgaben zu„ Sanierung" der zerrüttelten Finanzen mur eine fahrlicheretten und Branntweinmonopols. decken. Der Wehrbeitrag beträgt infolge des speziell zugunsten Steuererhöhung von 230 Millionen Mark, ließ aber dann mit lich eines Branntweinmonopols, das so eingerichtet ist, daß der Großagrarier eingeschobenen§ 17, der bei der Berechnung fich handeln und begnügte sich mit nominell 187 millionen. Die Herren Junker für ihren Spiritus recht schöne Profite der Wehrsteuer von Grundstücken nicht den Realwert, sondern Bei der zweiten Finanzreform in den Jahren 1908/09 forderte erhalten. Also eine Reform zur Sanierung der den sogenannten Ertragswert zugrunde legt, und der ge- die Regierung aleich eine jährliche Steuervermehrung von Reichsfinanzen und zugleich zur Füllung sonderten Vermögensveranlagung der Kinder für Preußen 500 Millionen Mark und erhielt, wenn man die Beibehaltung des Geldbeutels notleidender junkerlicher nur 603 Millionen Mark und wird aller Voraussicht nach für der Zucker- und Fahrkartensteuer mit hinzurechnet, etwa 450 Spiritusproduzenten. Eine feine Idee! ganz Deutschland kaum 1000 Millionen Mark übersteigen. Da aber der Gesamtertrag fast allgemein auf 1200 millionen, sogar auf 1300 und 1400 Millionen worden iſt, fo bat fich der Meidstag bei der Finansierung des Die Aussperrung der Tuchmacher natur. und die Berliner Konfektion. Bedarfs für die vorjährige Militärvorlage verleiten lassen, Ausgaben in der Höhe von ungefähr 1200 Millionen Mark auf die Wehrsteuer anzuweisen. Es fehlen demnach 200 Millionen Mark, die irgendwie und irgendwo beschafft werden müssen. Zudem aber Was schon bei der Androhung der Aussperrung in der Niederfann man mit größter Sicherheit darauf rechnen, daß die laufizer Tuchindustrie gesagt wurde, nämlich, daß die Ronnicht gerade an übergroßer Sparsamkeit frankende Militär- fettionsindustrie, insbesondere die in Berlin, sehr geverwaltung fast nirgends mit den bewilligten Summen aus- fchädigt werden würde, das wird jetzt von den dort Geschädigten kommen wird. Gehört es schon zu den schönen berechtigten selbst zugestanden. Weiter aber wird von dort berichtet, daß die Eigentümlichkeiten unserer Zivilverwaltungen, daß sie bei Unternehmer sich den denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für die Neueinrichtungen die bewilligten Summen erheblich über- attade auf ihre Arbeiter ausgesucht haben. Der, onfektionär" schreiten, so hat sich auf dem Gebiet des Militärwesens solches veröffentlicht in seiner Sonntagnummer vom 19. Juli 1914 eine Ueberschreiten der Voranschläge fast zur Virtuosität entwickelt. Rundfrageantwort, die ihm von maßgebenden Berliner NonDaß sich demnach noch allerlei Nachforderungen einstellen fektionsfirmen zugegangen ist. Es war gefragt worden, inwieweit werden, ist als sicher anzunehmen. eine Generalaussperrung in den Laufiger Tuchfabriken das Geschäft der Konfektionsindustrie beeinflusse. Darauf wurde folgendes geantwortet: Aber so billig kommt der deutsche Steuerzahler nicht davon. Nachdem im vorigen Jahr dem Militärmoloch enorme Geldopfer dargebracht worden sind, verlangt die Flotte, daß auch ihr, damit die Parität gewahrt bleibe, neue Millionenfummen bewilligt werden. Die Marineverwaltung hat entdeckt, daß es zum Schutz der bedrohten deutschen Seeinteressen absolut nötig ist, sogenannte„ fliegende Geschwader" zu formieren. Sie fordert deshalb vorläufig neue Marinemannschaften für, wie verlautet, sechs große und acht oder zehn kleine Kreuzer. Die dazu erforderlichen Summen sollen, wie der Deutsche Kurier" zu melden wußte, mit in den neuen Marineetat für 1915 eingestellt werden eine recht seltsame Meldung, denn die Bestimmungen des Flottengefeßes regeln nicht nur die Kielstreckungen usw. der Schiffe, sondern schreiben auch die Termine und den Umfang der Mannschaftsvermehrungen vor, hält also das Marineministerium eine nicht im Flottengeset enthaltene Mannschaftsvermehrung für nötig, hat es zunächst zu veranlassen, daß dem Reichstag eine neue Novelle zum Flottengesez vorgelegt wird. Eine einfache Einstellung der Summen für die geforderte Erhöhung der Mannschaftsbestände ist gesetzlich unzulässig auch wenn der größte Teil der Konservativen, Zentrumsparteiler und der Nationalliberalen in seiner zunehmenden politischen Korruption geneigt sein sollte, sich auf solche Praktiken einzulassen. Ferner findet das Marineministerium, daß die schwere Artillerie der großen Linienschiffe und Panzerfreuzer nicht mehr dem Anspruch der modernen Technik genügt und unbedingt, soll nicht die deutsche Flotte ein wertloses Rüstungsinstrument werden, die bisherigen 30,5-3entimeter- Geschütze durch 38- Zentimeter- Geschüße ersetzt werden müssen. Vielleicht hat man int Marineministerium auch noch allerhand andere ,, sehr dringende" Forderungen für den nächsten Winter in Bereitschaft, huldigt es doch in bezug auf den Flottenbau seit langem dem Grundsatz:„ Nur die Lumpe sind bescheiden!" Auch der Kriegsminister, möchte, soweit es das Fordern Firma Gebr. Heller u. Horwit: Sollte die Aussperrung nur furze Zeit anhalten, so wird sich die Konfektion mit Ersatz aus anderen Fabrikpläßen wie M.- Glad. bach, Grünberg, Neumünster helfen müssen. Allerdings würde dann die so wie so schon in gewissen Artikeln vorherrschende Knappheit an Waren noch wesentlich verstärkt werden. Ein längerer Streit( doch wohl Streit der Fabrikanten, denn die 30 000 Arbeiter streifen doch nicht. D. B.) wird zweifelsohne sehr störend wirken, da die Reiseorders nicht genau effettuiert werden könnten und speziell in billigen Uniartikeln und farierten Stapelsachen großer Wangel eintreten würde. Die Grossisten lager, welche an sich schon nicht groß sind, werden dann gewiß sehr bald geräumt fein." Herr S. Brünn, i. Fa. Joelsohn u. Brünn, schreibt: ,, Es kann überhaupt nur eine Meinung darüber herrschen, daß ein Streit( Streit der Tuchfabrikanten gegenüber der Konfektionsindustrie. D. B.), wie er hier geplant wird, sehr fatal wirken und eine starke Depression ausüben muß, Bei allen Interessentengruppen würden sich mannigfache Störungen ergeben, da nichts geliefert werden kann und direkte Gerade solvie indirekte Nachteile fich ergeben würden. zur jegigen Zeit, wo überall geliefert werden muß, ist jede Hemmung des regulären Geschäfts. ganges geflissentlich zu vermeiden, und es ist daher zu hoffen, daß recht bald ein Ausweg zur gütlichen Ber ständigung gefunden werden möge." Herr Leopold Sommerfeld, i. Fa. Heinrich Sommerfeld, sagt: Die Folgen eines Streits( der Tuchfabrikanten D. B.) werden fich natürlich sehr unangenehm bemerkbar machen. Die Lieferungen in Winterware würden erschwert werden, andererseits find die Fabrikanten, besonders für billige Qualitäten noch nicht mit ihren Sommerfollettionen heraus, so daß fie bei einem etwaigen Streit Streit nicht rechtzeitig mit Offerten heraustommen fönnten. & 3 unterliegt feinem 8weifel, daß der Schaden sehr beträchtlich sein wird. Eine Barentnappheit würde sich schnell fühlbar machen; dies gilt namentlich von billigen Dualitäten, wie fie speziell die Konfettion bezieht. Für uns Grossisten Wir würde sich eine mißliche Lage ergeben. fönnten die in unseren Händen befindlichen Orders nicht effettuieren, so daß uns große Naateile erwachsen würden.... Bei dem heutigen, ohnedies schon schweren Geschäft, wo jede Störung des Geschäfts geflissentlich vermieden werden muß, ist es gar sehr zu wünschen, daß der Friede recht bald wieder hergestellt wird." Herr Leopold Domnauer berichtet: " Selbstverständlich würde ein Streit außerordentli störende Konsequenzen für die Branche ergeben. Einmal haben die Fabrikanten die Winterware noch nicht ausgeliefert, andererfeits würden die jetzt beim Mustern befindlichen Kollektionen nicht fertiggestellt werden können. Sollte ein Streik( Aussperrung ist es. D. B.) wochenlang währen, dürfte sich die Situation un bedingt über aus schwierig gestalten. Ein Ersatz für Laus fizer Fabrikate wird sich nur schwer finden lassen. Das gilt namentlich speziell von Kottbus, wo ausgesprochene Noveautes er zeugt werden. Kammgarne könnten eventuell in Aachen ersetzt werden, was indessen immerhin zweifelhaft bleibt, denn dieser Plaz ist zurzeit so vollbeschäftigt, wie feit Jahren nicht mehr, zumal zahlreiche amerikanische Orders vorliegen, so daß die Aachener Fabrikanten kaum in der Lage sind, neue Orders aufzunehmen." Aus den Kreisen der Herrentonfettion schreibt man dem" Confektionair": " Die Wirkungen der bevorstehenden( jezt eingetretenen D. B.) Generalaussperrung in den Lausitzer Tuchfabriken dürften für die Herrenkonfektions- und die gesamte Tuchbranche sehr fühlbar sein. Noch sind große Rückstände in den bestellten winterstoffen aus den Lausiker Fabriforten abzuliefern. Wenn es nicht möglich ist, diese Orders in 3 bis 4 Wochen zu liefern, dürfte die Notwendigkeit der Annu llierung dieser Aufträge eintreten. Besonders schwer würde durch den Ausstand( Aussperrung, bitte, D. B.) in den Laufiber Fabriken die Herren- und Knabenkonfektionsbranche leiden. August- September find diejenigen Monate, in denen die Grossisten ihre auf der Reise aufgenommenen Orders an die Detaillisten abzuliefern pflegen. Auch ein Stillstehen der Tuchfabriten von nur zwei bis drei Wochen würde un heilvolle Folgen für die Fertigstellung der Winteraufträge nach fich ziehen. Jeder Kunde in der Herren- und Knabenkonfettion erhält von seinem Grossisten sofort bei der Aufgabe Kontremuster. Genau nach diesen Proben muß geliefert werden. Ein Ersatz von Stoffen, die vielleicht aus anderen Fabriforten geliefert werden fönnten, ift faft unmöglich, da es schwierig ist, die Stoffgenres, Farben, zumal bei der jebigen Melangenmode, in so kurzer Zeit zu topieren. Stockt die Lieferung der Stoffe, dann wird jo manche Order der Detailleure nur zum Teil erledigt werden tönnen. Ob nachher die Abnahme der Rückstände erfolgen wird, läßt sich noch nicht erkennen, Sezt die Wintersaison sofort Mitte September flott ein, dann wird erst recht der Mangel an Stoffen f ü h! v a r werden, da bei der Eigenart der rasch wechselnden Mode nirgends große Lagerbestände'vorhanden sind. Gerade die Hauptartikel für den Winter, 1U st c r- und Marengo-Paletot- Stoffe in mittleren und besseren Preislagen werden ja in der Lausitz fabriziert. Eine Nicht- lieferung darin wird allen Interessenten der Konfektion große Verlust« bringen." Da haben ja die Niederlausitzer Tuchfabrikanten mit ihrer Aussperrung arg ins Fettnäpfchen getreten. Nach diesen Berichten liegen die Verhältnisse für die Großhändler und Konfektionäre weit u n g ü n st i g e r, als wir angenommen hatten. Selbst bei kurzer Dauer der Aussperrung muh die Konfektion in M.-Glad- bach, Grünberg, Äeumünster Ersatz suchen, was soll da erst werden, wenn die Aussperrung Monate dauert. Daß dies zum Untergang vieler kleiner"Unternehmer führen muß, liegt auf der flachen Hand. Denn der Unternehmcrvcrband entschädigt doch nur einen Teil des entgangenen Gewinnes während der Dauer der Aussperrung. Wenn aber die Aussperrung länger dauert und vor allem, wenn der Unternehmerverband nicht die beruhigende Versicherung abgibt, seine, die Konfektion so schwer beunruhigende Aussperrungstaktik vollständig an den Nagel zu hängen, dann werden die Verluste, die nach der Aussperrung ein- treten und die dann vom Unternehmerverband nicht mehr ersetzt werden, ganz enorm sein. Denn die Konfektionäre und Tuch- Händler, die vertraglich keinerlei Regreßansprüche an die Tuch- fabrikanten haben, können sich unmöglich an Liefe- ranten binden, die sie, weil jene Proben ihres Machtdünkels den Arbeiiern gegenüber ablegen wollen, gerade dann im Stiche lassen, wo die Stoffe dringend gelb-aucht werden. Und die Konfek- tionäre spaßen da nicht;-NS hat die Aussperrung der sächsisch- thüringischen Färbereiar'Zeiter im Winter IvlJ gezeigt. Damals haben die Webereien großen Schaden gehabt, weil die Konfek- tionäre sich mit ihren Aufträgen in andere Gegenden wandten. In den sächsisch-thüringischen Webereien, wo man früher genau s o wie jetzt in der Niederlausitz sofort mit der Androhung der AuS- sperrung bei der Hand war, hat der Unternehmerverband nicht nur ein Haar, sondern viele in der Suppe entdeckt, die er sich mit diesen Drohungen einbrockte. Denn schon die Androhung der Aussperrung bringt Schaden. Es tritt sofort eine Stockung im Zufluß der Aufträge ein. Der einmal durch das Feuer der Aussperrung gebrannte Abnehmer der Waren scheut dieses Feuer. Er disponiert sofort anders und überweist die Aufträge den Betrieben, wo eine solche Störung nicht zu er- warten ist. Die Niederlausitzer Fabrikantenorganisation ist jammervoll beraten gewesen, als sie den Beschluß fe-ßte, wegen einer Lohndiffcrenz von wöchentlich 200 Mk. die ganze In- dustrie so ungeheuer zu schädigen. Wenn eine Arbeiterorganisation so unüberlegt operieren würde, wie hier die Unternehmerorgani- sation, dann würde ihre Leitung sicher zum Teufel gejagt werden. Eine so hochqualifizierte Industrie, wie die Tuchindustrie, mit ihren der Mode und der Saison unterworfenen Existenzbedingungen, bei der aus den otz-en angeführten Gründen die Warenabnehmer mit dem Warenbezug immer von der Hand in den Mund leben, i st für die Aussperrungstaktik der Scharfmacher das allerun tauglichste Objekt, was sich nur denken läßt. Das haben die wenigen Tage schon gezeigt. Trotz allen DementterenS ist es richtig, daß zwischen den Unternehmern in den einzelnen Orten tiefgehende Differenzen be- stehen. AuS der bürgerlichen Presse geht hervor, daß Uneinig- keit unter den Unternehmern besteht. Schon verbreitet man die Mitteilungen, daß AuStritte'auS dem Unternehmerverband erfolgt seien. Soweit wir informiert sind, eilen diese Mitteilungen den Tatsachen noch voraus. Richtig ist, daß es in allen, von der Aussperrung betroffenen Orten Unternehmer gibt, die, wenn der Arbeitgcbervcrband nicht bald zur Verständigung schreitet, die Konventionalstrafe springen lassen und aus dem Unter- nchmerverband austreten werden, denn sie sehen ein, daß dies das kleinste Uebel ist. Die Dinge liegen nach unseren Jnforma- tionen so, daß entweder bald eine Einigung erfolgen mutz, oder der Unternehmerverband einen argen Stoß erleidet. Bon den Arbeitern wird jetzt fieberhaft gearbeitet, um die Reihen der Organisation lückenlos zu schließen * Kottbus, 21. Juli.(Privattelegramm des „Borwärts". Die große sFirma Koßwig in Finsterwalde hat am Dienstag einen erheblichen Teil der Arbeiter wieder eingestellt. politische Ueberjicht. Das kommende Zigarettenmonopol« Daß an neuen Steucrplänen gearbeitet wird, wagt niemand mshr zu bestreiten; und man weiß auch schon, daß im Mittelpunkt dieser Pläne ein Reich s-Zigaretten- Monopol stehen wird. Die„Tägl. Rundschau" ist sogar bereits in der Lage, genauere Angaben über die Ausgestaltung dieses Monopols zu machen, wobei allerdings dahingestellt bleiben muß, ob die Angaben in allen Punkten den Inhalt des Vorentlvurfs treffen. Im September sollen nach den Mitteilungen des Blattes die endgültigen Entscheidungen fallen. Nach der„Tägl. Rundschau" ist daS Zigarettenmonopol als Fabrikationsmonopol, mit einem damit der- bundenen freien Verkaufsmonopol, gedacht. Das Reich soll sämtliche größeren und kleineren Fabriken in eigenen Betrieb übernehmen. Die Wertabschätzung soll auf einen bestimmten Berechnungsschlüssel aufgebaut sein. Die größeren Fabriken sollen weiter betrieben, die kleinen stillegelegt werden. Das Reich tritt künftighin als Tabakkäufer auf dem Weltmarkt auf, doch sollen die bisherigen Großhändler an den Lieferun- gen beteiligt bleiben. Die Letter und Angestellten der staat- lichen Tabakfabriken sollen nicht den Charakter als Staatsbeamte erhalten, sondern zu dem Staate nur in ein vertragliches Verhältnis treten. Der Staat soll seine Fabrikate zu fest bestimmten Preisen an die Zwischen- Händler liefern und diese sollen die Verkaufsgeschäfte ver- sorgen. Außerdem denkt man an die Errichtung von großen Niederlazon in den größeren Städten. Sollte das Zigaretten- Monopol kommen, so ist auch ein Sperrgesetz zu erwarten, das bestimmt, daß die Zigarettenfabrikation von einem gewissen Zeitpunkt ab für Rechnung des Reiches zu erfolgen habe, und das die Errichtung neuer Zigarettenfabriken ver- bietet. Die Herstellung von Blech- und Kartonverpackungen, lithographischen Arbeiten, Zigarettenpapier u. ä. m. soll auch fernerhin der Privatindustrie überlassen bleiben. Die Ablösungssumme wird auf 500 Millionen Mark geschätzt, die im Wege einer Anleihe aufzubringen wären. Der Ertrag des Monopols wird auf 100 bis 120 Millionen jährlich angenommen. Die Zigaretten- banderolensteuer käme in Wegfall. Die ausländischen Zigaretteil, die jetzt jür dea Doppelzentner mit 1000 M. Vev-j zollt werden, würden künftighin eine erheblich stärkere Zollbelastttng zu tragen haben, damit die Produktion des Reiches wirlsam geschützt wird. Das wäre'alles in allem ein Monopol, wie es den Zigaretten fabrikanten, besonders den großen, wohl gefallen könnte. Ihre Stellung ist, besonders infolge des starken Vordringens des Trusts, keineswegs sehr glänzend. Sie würden wohl mit Vergnügen bereit sein, ihre Unter- nehmungen gegen die 500 Millionen Abfindungssumme einzutauschen, zumal wenn ihnen außer noch durch das Sperrgesetz allerlei Vorteile zugewandt werden. Um so drückender erscheint dieser Monopolplan vom Standpunkt der Kon- s u ni e n t e n. Er müßte eine gewaltige neue Belastung der Zigaretten bringen, um die gewünschten Erträgnisse zu liefern. Dabei kann noch die Frage aufgeworfen werden, ob die Zahlen, die hier in der„Tägl. Rundschau" gegeben werden, nicht zu niedrig sind; aber der Geldbedarf des Reiches ist— man vergleiche darüber die Ausführungen des heutigen Leitartikels— sehr erheblich und die Reaktionäre wühlen obendrein unausgesetzt, um die Vermögenszuwachs- st euer loszuwerden und die aus ihr vorgesehenen Er- trägnisse durch andere Einkünfte des Reiches zu ersetzen. Eben wieder jammern die„Hamburger Nachrichten" in einem Leitartikel über die Belastung von Handel und Gewerbe durch diese jüngst beschlossene, aber noch gar nicht in Kraft getretene Bcsitzsteuer, und Herr v. Zedlitz hat es in einem Leitartikel der„Post" geradezu als die„deutsche Mission Preußens" bezeichnet, dafür zu sorgen, daß die Vermögcnszuwachssteuer beseitigt wird. Er nennt auch klar und deutlich Reichsmonopole als Ersatz. Aber mit oder ohne Beseittgung der Vcrmögenszuwachssteuer: die 100—120 Millionen, die in der„Tägl. Rundschau" als Ertrag des ge- planten Monopols angegeben werden, würden den Bedarf nicht decken. Man muß damit rechnen, daß aus dem Zigarettenkonsum noch größere Abgaben herausgepreßt iverden sollen, oder daß neben das Zigarettenmonopol andere Mono- pole gestellt werden— vielleicht auch beides. In jedem Falle wartet der breiten Massen eine neue Schröpfung, während die heutigen Machthaber sich ins Fäustchen lachen. Teutschland in der Welt voran! Schon hört man die Präludien der neuen Flottenvorlagc. Die Vorkämpfer des Militarismus und Marininius sind eifrig um den Nachweis bemüht, daß Deutschland ungerüstet und gegenüber den bösen Feinden zur linken und zur rechten wehrlos ist. Im Haushaltungsausschuß des Reichstages hat der Marine-Staatssekretär von Tirpitz die überraschende Mit- teilung gemacht, daß in den letzten fünf Jahren von Frank- reich für 134 Millionen Mark, von England für 276 Millio- nen Mark, von Rußland für 302 Millionen Mark und von Deutschland für nur 55 Millionen Mark Mehraufwendungen für die Flotte gemacht worden sind. Diese fem aufgemachte Statistik entspricht vollkommen den Tatsachen und ist dennoch falsch. Sie ist falsch, weil sie trotz Anwendung richtiger Zahlen ein ganz entstelltes Bild von der EntWickelung der deutschen Flotte gibt. Die Aufwendungen Deutschlands für die Marine stiegen von 1905 bis 1914 von 231,5 Millionen Mark um 244,4 Millio- nen Mark oder 106 Proz. auf 475,9 Millionen Mark, die Englands von 676,3 Millionen Mark um 385,3 Millionen Mark oder 55 Proz. auf 1051,6 Millionen Marki Das ist etwas wesentlich anderes, als die Behauptung des Staats- sekretärs, der zu seiner Statistik nur dadurch gekommen ist, daß er die Erhöhung der deutschen Marineausgaben von 1905 bis 1909 geflissentlich übergangen hat. In diesem Jahr- fünft stiegen die Kosten der Marine in Deutschland aber um 188,2 Millionen Mark oder um 81 Proz., in England dagegen nur um 952, 7 Millionen Mark oder um 7,8 Prozent. Wollte Großbritannien gegen Deutschland nicht ins Hintertreffen geraten, so mußte es Deutschland folgen. Dabei ist eine sehr wesentliche Verschiedenheit in der Auf- stellung des Etats zu berücksichtigen. In England werden die Pensionen unter dem Titel„Marineetat" geführt, in Deutsch- land aber unter dem Titel„allgemeiner Pensionsfonds". Zieht man, um die Aufwendungen Englands für die Marine mit denen Deutschlands zu vergleichen, die Pensionen von den Ausgaben Englands für seine Flotte ab, so verringern sie sich um 61,4 Millionen Mark auf 990,2 Millionen Mark. Noch ein wesentlicher Unterschied ist zu beachten: England hat Be- rufssoldaten, Deutschland Zwangssoldaten. England muß daher mehr Löhnung zahlen als Deutschland. Der Mann- schaftsstand der deutschen Marine beträgt 1914 79 386 Mann, die 51,7 Millionen Mark Löhnung erhalten, der der eng- lischen Marine 151363 Mann, die 180 Millionen Mark Löhnung erhalten. Die Differenz zwischen den Lohnsummen ist also bedeutend größer, als die Differenz zwischen den Mannschastsbeständen. Zieht man, wieder uni die Vergleich. barkeit der Etats zu erhöhen, von dem deutschen und eng- lischen Etat die Lohnsummen, von dem letzterwähnten auch die Pensionen ab, so ergibt sich, daß England für seine Marine 810,2 Millionen Mark im Jahre 1914 auslegt, Deutschland aber 424,2 Millionen Mark. Trotz alledem wird in der nächsten Session dem Reichstage eine Vorlage zugehen, die zum mindesten eine Erhöhung des Mannschaftsbestandes und eine Vermebrnng der Auslandsschiffe fordern wird. Wie überflüssig diese Ansprüche sind, erhellt daraus, daß schon jetzt auf 1000 t des Schiffbestandes in der deutschen Marine 78, in der englischen aber nur 63 Mann entfallen! Scharfmacher für den Umsturz der Gesetze. Mit dankenswerter Offenheit tritt der bekannte Dr. Felix Kuh, einer der Hauptmitarbeiter der„Arbeitgeber-Zeitung", in diesem Scharfmacherorqan für die parteiische Handhabung der Gesetze zu Ungunsten der Sozialdemokratie und für die Beseitigung solcher Gesetze ein. die eine derartige Handhabung nicht zulassen. Herr Kuh geht von der Tatsache aus, daß kürzlich ein k o n s e r- vativer Verein in Schlesien ein Fest abgehalten habe, auf dem Herr v. Hehdbrand eine hochpolitische Rede hielt, ohne daß der anwesende Polizeichef etwas dagegen einzuwenden gehabt hätte, daß 20» Kinder und junge Leute daran teil- nahmen. Auf dieses Vorkommnis hatte der Ausschuß des schlesischen Arbeitersängersestes hingewiesen, dessen harmlose Pfingstveranstaltung bekanntlich als politisch erklärt und in unerhörter Weise schikaniert worden war. Der Mitarbeiter der„Arbeitgeber-Zeitung" glaubt darüber spotten zu sollen, daß der Ausschutz des Arbeitersängersestes diese beiden Vorgänge einander gegenüberstellt, um an ihnen die„un- parteiische" Handhabung der Gesetze durch die berufenen Behörden zu zeigen. Er schreibt: „Wenn unsere Regierung, wenn die verantwortliche Leitung unserer Politik daran festhält, daß die S o z i a l d e m o- Italic, die Hrerjeus mit lobeuSwetter Offenheit all« Staats« l einrichtungen berneint, eine Partei ist, so gut wie jede andere, daß man mit ihr konferieren, paklieren und sogar re- gieren könne, daß zwischen ihr und den bürgerlichen Richtungen ein prinzipieller Unterschied nicht zu finden ist, dann freilich haben die Genossen vollkommen recht, wenn sie bis aufs Jota eine durchaus parttätische Be- Handlung verlangen. Wenn daS Gesetz freilich im Widerspruch zu jedem gesunden Volksempfindcn zwischen einem deutschen� Patrioten und einem intcrnattonalen Staats- feind, zwischen einem treuen Anhänger deutscher Art und Sitte und einem revolutionären Gegner aller Einrichtungen, die uns teuer sind, keinen Unterschied zu ziehen weiß, so braucht man wirklich keinen besonderen Scharfsinn, um zu enl- decken, daß dieses Gesetz seinen Beruf verfehlt h ar, daß es schleunigst, aber auch allerschleunigst zum alrcu Eisen geworfen und durch eine neue Verordnung ersetzt werden muß, welche denjenigen Teil der Bevölkerung, der sich selbst seiner Ausnahmestellung mit frechem Zynismus rühmt, der mit Kaiser und Reich nichts zu tun haben will, nun auch tatsächlich und gründlich in diese Ausnahmestellung ver- weist." Eine solch zynische Aufforderung zur Rechtsbeugung und zum Ilinsturz der Gesetze ist nicht alltäglich. Aber steilich, die sprich- wörtlich gewordene„Objektivität" unserer Behörden gibt den Scharf- machein daS Recht zu der Auffassung, daß die Sozialdemokraten vogelfrei wären und kein Anrecht auf den Schutz der Gesetze hätten. Es ist eine bittere Ironie: Die Sozialdemokratie, die sich peinlich bemüht, die Gesetze zu respektieren, wird als staatsfeindlich ver- schrien und auf das blutigste verfolgt; die Scharfmacher dagegen, die offen zur Beugung des Rechts und zum Umsturz der Gesetze auffordern, hüllen sich in die Toga des tugendhaften Hüters von Recht und Gerechtigkeit._ Liberale Stützen des Militärabsolutismus. Daß dem„äiss atsr" der ersten Zaberndebatte ein so beispiel» loser Triumph des Militärabsolutismus folgen konnte, war die Schuld unseres Liberalismus und seiner unsäglichen Feigheit. Und daß der Militarismus sich fort und fort im Lande als unumschränkter Herr aufspielen und aller Kritik spotten darf, dafür ttägt unser entarteter Liberalismus nach wie vor die Hauptschuld. Daß die„Deutsche Tageszeitung" die Broschüre dcS Hauptmanns Pommer mit ein paar hochnäsigen Redensarten ab- tut, ist natürlich. Wer's mit dem Sprüchlein hält:„Gegen Demo- kraten helfen nur Soldaten" kann nichts als heftigsten Abscheu vor einer Schrift empfinden, die die OffizierSkaste ihres exklusiven, Volks- feindlichen Charakters entkleidet sehen möchte. Daß aber ein nationalliberales Blatt wie die„Magdeburger Zeitung" das Junkerorgan überjunkert und einen alten Offizier begeifert, der nichts als liberale Militärresormen fordert, das charakterisiert die Verkommenheit dieses„Liberalismus"! Da werden abgeschmackte Witze gerissen, weil Hauptmann a. D. Pommer den Offizieren zum Bewußtsein gebracht wissen will, daß sie„nichts anderes als bezahlte Diener einer StaatSgemeinschaft" sind. Und da soll sich ein blaublütiger Epaulettenträger nicht als daS bevorrechtete Mitglied einer souveränen Herrenkaste fühlen! Freilich, unsere„liberalen" Schlotjunker fühlen sich ja nicht minder als die Nutznießer des Militärabsolutismus wie die Kraut« junker: wenn bei Streiks gegen die Arbeiter Maschinengewehre auf« gefahren werden, sind Draufgänger wie die Reuter und Forstner gerade die rechten Leute! Unter den alten Offizieren selbst mehren sich die einsichtigen Elemente, die die absolutistischen Gelüste, die Soldatenmißhandlungen, den ganzen volksfremden und volksverachtenden Geist de» Mili« tariSmus als schwere Gefahr für unsere ganze Kultur» und unsere ganze nationale Entwicklung empfinden. Aber ihre schüchternen Reformversuche begegnen nicht nur bei den Junkern dem gifligsten Hohn, sondern auch bei unseren Nationalliberalen. Der Sieg der Demokratie wird dadurch zwar nicht verhindert, aber die Formen der Auseinandersetzung werden begreiflicherweise nicht gemildert._ Und abermals der Januschauer. Wie ehedem der Dreschgraf Pückler in kurzen Intervallen die Welt durch seine junkerlichen Kraftsprüchlein ergötzte, so treibt e» jetzt Herr Elard v. Oldenburg-Januichau. An urwüchsiger, stall« duftender Kraft des Ausdrucks ist Herr v. Oldenburg dem Dresch« grasen ebenbürtig, wie überhaupt der ganze geistige Habitus des Mannes dem des antisemitischen Draufgängers auffallend ähnelt. Daß trotzdem der Januschauer eine politsche Rolle zu spielen mag, während Pückler schon als lustige Person galt, lange bevor sein geistiger Defekt gerichtsnotorisch wurde, kennzeichnet drastisch den Niedergang unserer politischen Zustände. Herr v. Oldenburg braucht in keiner Linie karikiert zu werden, um die köstlichste Witzblattfigur abzugeben. Aber er ist zugleich der unverfälschteste Typ unserer Krautjunker, dieser so kleinen aber so einflußreichen Sippe mit dem unersättlichen � Magen und dem rabiaten Mundwerk. WaS die anderen denken, spricht er unverfroren aus. Und all seine ungeheuerlichen Brüskierungen des deutschen Volkes festigen nur seine Beziehungen zu den höchststehenden Personen! Jetzt hat er wieder in Graudenz losgelegt. Hat er wieder ein- mal über Z a b e r n triumphiert. Hat er unterstrichen, wa« er schon einmal gesagt:„Wenn daS Militär überhaupt zum Einschreiten kommt, d a n n v e r l a n g e i ch, daß der ganze Gerichtshof i» den Keller kommt." Ob das juristisch zu rechtfertigen sei, sei ganz schnuppe: der praktische Gesichtspunkt habe den Ausschlag zu geben. Und der ist natürlich, daß der Zivilkanaille einschließlich der ganzen Juristerei und Verwaltung handgreiflichst klar gemacht wird, daß der den Junkern dienstwillige Militarismus allmächtig ist! Der Januschauer kann triumphieren. Die Reuter und Forstner sind als gefeierte Helden aus der schmachvollen Affäre hervorgegangen und der sozialdemokratische Schriftsteller, der die zurückhaltendste Kritik an dem militaristischen Gcwallstteich übte, fliegt auf drei Monate inS Gefängnis! Und Herr v. Dallwitz zeigt jetzt den Elsaß-Loihringern, daß künftig auch in der Zivil- Verwaltung, selbst der kmnmunalen, nur Männer geduldet werden, die echtpreußischen Gel st es sind! Nicht nur für den Absolutismus der Bajonette stritt aber in Graudenz der Januschauer, sondern auch für den lückenlosen Zoll« tarif, für die Volksaushungerung. DaS Land gehe„sehr ernsten Zeiten" entgegen, wenn der Reichstag den Junkern nicht den vollen Tribut sichere. Wie lange wird das deutsche Volk diese Januschauerei ertragen?_ Gegen die Kritik der Geschworenengerichte. Mehrfach haben bekanntlich in letzter Zeit Vorsitzende von Schwurgerichten in Sachsen es für gut befunden, an die Ge« schworenen Ansprachen zu richten, die sehr wenig angebrachte Ver« Warnungen und eine versteckte Krittk an die Einrichtung der Schwur» gerichte enthalten. Dazu teilt jetzt das amtliche„Dresdener Journal" mit, daß diese Ansprachen von der sächsischen Justiz« Verwaltung weder veranlaßt worden seien noch gebilligt würden. Bereits der Staatssekretär Nieberding habe sich im' Reichstage über derartige Ansprachen der SchwurgerrchtSvorsitzenden, insbesondere über die dabei an den Schwurgerichten geübten Kritiken, absällig geäußert. Diese Auffassung werde von der sächsischen Justiz« Verwaltung in vollem Umfange geteilt. Hoffentlich tut dies« Abschüttelung ihre Dienst«. Das amtliche Ttichwahlergebnis in Kobnrg. Die amtliche Auszählung der Stimmen, die bei der Stichlvabl in Koburg abgegeben wurden, ist jetzt beendet. Danach wurden am 17. Juli von 17 12Z Wahlberechtigten 14 971 Stimmen abgegeben. ES erhielten Fabrikant Arnold- Neustadt lFortichr. Vp.) 9180, Rechtsanwalt H o f m a n n- Hof i. B. iSoz.) 5791 Stimmen. In einem Rückblick auf die Stichwahl bestätigt die„National- liberale Korrespondenz" nochmals, dast Herr Arnold seinen Sieg so gut wie ausschließlich der„Niederfüllbacher Stiftung" zuzuschreiben habe.„Es bleibt dabei, daß der Aus- gang der Wahl nicht zurückzuführen ist auf die etwa in den Partei- oder wirtschaftspolitischen Grundsätzen des Forlschritts liegende Werbekraft, sondern daß tatsächlich lokale Ursachen und die„Rieder süllbacher Stiftung" jene überraschende Neuorientternug mancher Wählerkreise herbeiführten. Wir können nicht einmal zugeben. daß hierbei die Persönlichkeit des Präsidenten Arnold besonders wirksam ins Gewicht gefallen wäre. Träfe das zu, dann hätte er doch im Fahre 1909 die gleiche persönliche Anziehungskraft auf die Wähler ausüben müssen. Das ist aber, wie die Zahlen er geben, nicht der Fall gewesen." ' Diese Erkenntnis hat die Nationalliberalen nicht gehindert, in der Stichwahl alles zu tun, um Herrn Arnold zum Siege zu der- helfen. Aber um so unangenehmer muß es den Fortschrittlern sein, auch von diesen Freunden bestätigt zu hören, daß sie herzlich ivenig Anlaß haben, auf ihren Koburger Sieg stolz zu sein.__ Der Fall Knöpfflcr. Wie elsässische Blätter melden, gedenkt das elsaß-Iothringische Zentrum die Regierung wegen der Nichtbestätigung des Zaberner Bürgermeisters Knöpffler zu interpellieren. Die reichsländische Zentrumspresse schlägt zum Teil sehr scharfe Töne wegen der Maß- regelung Knöpfflers an. Es handle sich, schreibt der„Elsässische Kurier", nicht lim Knöpfflers persönliche Ehre, sondern um die Parteiehre. In dem Landtagsabgeordneten Knöpffler sei seine Partei, daS Zentrum getroffen.— Die Behandlung des Falles im Landtag kann zu bedeutsamen Auseinandersetzungen führen. Wie verleumdet wird. In der Bekämpfung der Sozialdemokratie muß jedes Mittel recht sein. Geschieht irgendwo eine Untat, so dauert eS nicht lange, und jemand hat herausgekriegt, daß die Sozialdemokratie daran schuld sei. Vor acht Tagen wurde in Solingen ein Postbote durch einen betrunkenen Burschen erstochen. Nicht lange, so konnte man in der Reichsverbandspresse des rheinisch-wesiphälischen Industrie gebiet» auch schon wieder lesen, der Bursche sei Sozialdemokrat und habe die Tat begangen, als er von einem sozialdemokratischen „Waldfest' gekommen sei. Dem gegenüber ist jetzt folgendes einwandfrei festgestellt worden: 1. Im Kreise Solingen fand an dem fraglichen Tage überhaupt kein einziges Waldfest statt, das von sozialdemokratischer oder gewerkschaftlicher Seite arrangiert worden wäre. 2. Der Mörder hat keinerlei Beziehungen zur Arbeiter bewegung: er ist weder gewerkschaftlich noch politisch organisiert, noch' gehört er der Arbeiterjugend oder einem Arbcitersportverein an. Damit dürste hoffentlich der Weiterverbreitung der frechen Lüge der Boden entzogen sein. Schutz den Schutzleuten! Die berufenen Hüter der Ordnung werden rebellisch. Herr v. Jagow kann bereus ein kleines Liedlein davon singen. Die „Deutsche SchutzmannSzeitung" hat sich nun an die Spitze der Bewegung gestellt und verlangt, daß den Schutzleuten eine größere Bewegung im privaten Leben gewährt wird. Habe sich doch auch kürzlich erst der DiSziplinarsenat des preußischen Oberverwaltungs gerichtS auf den Standpunkt gestellt, daß der Beamte Befehle, die in das Privatleben eingreifen, nicht zu befolgen brauche. „Oben" ist man von all dem natürlich sehr wenig erbaut und versucht, durch noch schärferes Borgehen die Unzufriedenen zur Ruhe zu bringen. So hat u. a. in D a n z i g der dortige Polizeipräsident nicht nur das Halten der„Preuß. Schutzmannsztg." verboten, sondern er hat auch die auf den Revieren ausliegenden Exemplare beschlagnahmt und außerdem sogar einen Beamten in die Privatwohnung eines Schutzmanns gesandt, um ein dort etwa vorhandene« Exemplar der „Preuß. SchutzmannSztg." gleichfalls mit Beschlag zu belegen.— In K ö n i g S b e r g i. P r. wiederum erklärte ein vorgesetzter Be> amter, daß jeder, der die„Preuß. Schutzmannsztg." abonniert, auf irgend welche Unterstützungen durch die vorgesetzte Behörde nicht mehr rechnen könne. Ob diese» Mittel, die„Ruhe wieder herzustellen", auf die Dauer vetDhlagen wird, mag füglich bezweifelt werden. Gegen das Schmiergelderwesen in der Armee. DaS KriegSntinisterium veröffentlicht folgenden Erlaß: „ES wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß den Unteroffizieren und Mannschaften der Armee dienstlich verboten ist, innerhalb ihrer eigenen oder einer fremden Truppe oder Behörde Zivilpersonen oder den Hand- Werksmeistern der Truppen und der militärischen Anstalten usw. zur Ausübung des Gewerbebetriebe« Beihilfe zu leisten, insbesondere durch Vermittelung oder Erleichterung de» AbschluffeS von Kaufgeschäften. Versicherungsverträgen und dergleichen. Den Unterosfizieren und Mannschaften ist befohlen, von jeder an sie ergehenden derartigen Aufforderung ihren Vorgesetzten Meldung zu machen. Berlin, den IS. Juli 1914. Der Kriegsminister. von Falkenhahn. Neue Kriegshetze. Deutsche'chauvinistische Blätter bemühen sich fortgesetzt, die ö st e rre ich isch-s erbische Spannung zu der- schärfen und beide Staaten in einen Krieg zu hetzen. Es ist ungeheuerlich, was z. B. die„Teutsche Tageszeitung" auf diesem Gebiete Tag für Tag leistet. Gestern wieder erklärt das Agrarierblatt, daß ein schwächliches Zurückweichen Oester- reich-Ungarns einer Bankerotterklärung von Oesterreich- Ungarns Großmachtstellung gleichkomme und gleichzeitig eine schwere Niederlage des Dreibundes bedeuten würde. Die deutsche Regierung scheint vernünftigerweise diesen Ausge- burten sommerlicher Hitze gegenüber ruhig Blut zu bewahren, und es ist nur zu begrüßen, daß die„Bayerische Staats- zeitung", das Organ des Ministerpräsidenten v. Hertling, ein paar lobende Zeilen über des Reichskanzlers auswärtige Politik benutzt, um auch die deutsche Presse zu ruhiger Auf- fassung der Ereignisse auf dem Balkan zu ermahnen. Die koniervative Presse ist deshalb so eifrig an der Hetze beteiligt, weil sich dabei leicht Stimmung gegen Rußland machen läßt. Da Rußland wahrscheinlich Serbien unterstützen würde, richten sich die Drohungen mehr oder weniger offen gegen Rußland, das man mit Rücksicht auf die bevorstehenden Handelsverträge einschüchtern möchte. Die Kriegshetze und Kriegsgerüchte finden in der bürger» lichcu Presse Nahrung durch die Nachricht, daß der öfter- reichische Minister des Aeußern Graf B e r ch t o l d und der Generalstabschef Freiherr v. Hötzcndorff, und auch der Minister des Innern plötzlich nach Wien gereist sind. Graf Berchtold bat dem Kaiser Vortrag gehalten, während der Be- such des Generalstabschefs nur erfolgt sein soll, um seinen schwer firfranften Sshn aw besuchen. Offiziell werdxn inj Wien dagegen olle Gerüchte, daß sich die Situation zwischen Oesterreich-Ungorn und Serbien verschärft, und daß infolge dessen eine partielle Mobilisation in Oesterrcich-Ungarn be> vorstehend sei, als Erfindung erklärt. Ueber deit in den nächsten Tagen zu erwartenden Schritt Oesterreichs in Belgrad werden in der bürgerlichen Presse allerlei Kombinationen angestellt. So soll Serbien auf Grund des Materials der anitlickten Untersuchung aufgefordert werden, sofort auf serbischen Boden die Ergebnisse der Untersiichung von Sarajewo zu vervollständigen und im Köitigreich Serbien unbedingt alle Vorkehrungen zur Unter d r ü ck u n g v o n V e r e i n i g u n g e n zu treffen, die groß- serbische Ziele verfolgen und ihr Agitationsgebiet nach Oester- reich erstrecken. Man erwartet die Note Oesterreichs an die serbische Regierung noch vor Ende dieser Woche. Der Krieg in Sicht. Wien, 21, Juli.(P r i v a t t c l e g r a m in des„Vor- w ä r t 8".) Heute abend wurde offiziell bekanntgegeben, daß die Reservisten unter die Fahnen ein- berufen� werden. Dadurch wird die österreichisch serbische Spannung zur unmittelbar drohenden Kriegsgefahr. Ter österreichische Schritt in Serbien. Wien, 21. Juli. Der Schritt der österreichisch-ungarischen Re gierung in Belgrad verfolgt nicht allein den Zweck, die bestehenden Differenzen zu beseitigen, sondern die serbische Regierung zu einer Aenderung seiner Politik in der Richtung eines dauernden Friedens zu bewegen. Tie bnlgarisch-rnmänischen Grenzzwischenfälle. Bukarest, 21. Juli. Der rnmänische Gesandte in Sofia Derussi erklärte vor seiner Abreise nach Sofia einem Ver- treter des offiziösen„Rominul", daß die Zwischenfälle an der bulgarischen Grenze n i ch t s o s ch w e r erscheinen, als man anfangs annehmen konnte, und daß in Kürze wieder nor- male Verhältnisse hergestellt sein werden. die albanische /iufftanösbewegung. Durazzo, 21. Juki. Die Aufständischen weigern sich, den von den Vertretern der Großmächte in der albanischen Hauptstadt aus- gesprochenen Wunsch, zwecks Verhandlungen Abgesandte nach Durazzo zu entsenden, zu erfüllen. Sie bestehen vielmehr nach wie vor darauf, daß die Gesandten nach Schiak kommen und dort die Wünsche der Rebellen entgegennehmen. Die Vertreter der Mächte werden morgen darüber endgültigen Beschluß fassen. Oesterreich. Reform des Militärstrafprozesies. Woran Regierungen und Parlamente jahrzehntelang vergebens herumgemurkst haben, das hat jetzt der§ 14 inehr schlecht als recht geschafft: Die„Peinliche HalsgcrichtSordnung" der Maria Theresia, auf der der Militärstrafprozeß beruhte, durch ein halbwegs europäisches Verfahren zu ersetzen. Bisher geschah in dem Verfahren stets das, waö der Auditor— Ankläger, Verteidiger und VerhandlungSführer zugleich— für richtig hielt, die„Richter" hörten und sahen keine Zeugen und erhoben keine Beweise. Angeklagt wurde nur, wenn der Gerichtsherr eS wollte, der auch das Begnadigungsrecht hatte. Ein Recht auf Berufung und Revision gab eS nicht, sondern nur daS..Recht, ödarutw�zu. bitlen inid. alle�Zerhandlungen waren von vornherein und vorschriftsmäßig geheim! Da« jetzt durch einen Verfassungsbruch, den man aber begrüßen kann, eingeführte Verfahren schafft feste Brigade«, DivisionSgerichte und behält den Obersten Militärgerichtshof in Wien bei. Für Offiziere ist das DivisionSgericht die 1. Instanz. Die Biigadegerichte entscheiden über Straftaten, auf die nicht mehr als S Monate Strafe gesetzt sind. Für die(aktiv formierte) Landwehr und die Marine gibt es eigene Gerichte. Di« Strafverfolgung kann erst eintreten, lvenn sie von dem„zuständigen Kommandanten" angeordnet ist. Bei geringeren Delikten kann sich der Kommandant mit einer DiS- ziplnarftrafe begnügen, er kann also leicht Offizier« und Unteroffiziere dem Gericht entziehen, die völlige Unterlassung einer Verfolgung muß er begründen. Die Unterstichtntg führt in der Regel nicht ein Auditor, sondern der Militäranwaltl Verhandlungen gegen Offizier« dürfen Soldaten und Unteroffiziere nicht als Zuhörer beiwohnen, die Oeffentlichkeit kann wegen Gefährdung der Sittlichkeit, öffentlichen Ordnung oder militärdienstlicher Jntereffien auS- geschlossen werden sowie bei Beleidigungs-, BerlettmdungS- und ErpressungSprozessen, wenn der event. Privatkläger, der sonst nichts zu reden hat, es beantragt. ES kann aber der Angeklagte der ge- Heimen Sitzung, mit Ausnahme der Verhandlung geheimzuhaltender Dinge, drei Vertrauensmänner zuziehen, wie auch im österreichischen Strafprozeß, denen aber ein Schweigegebot auferlegt werden kann, dessen Verletzung bis zu S Monate kostet. Die Urteilsverkündung ist stets öffentlich. Mannschaftspersonen gehören dem Gericht fortan nicht mehr an. Nach deutschem Muster gibt es einen Vorsitzenden und«inen Verhandlungsleiter. Die Verteidiger müssen vom Landesverteidigung«- minister(bei den Landwehren), bezw. vom KriegSmwister zugelassen sein— also werden es wohl nur Reserveoffiziere usw. werden, jedem Soldaten muß auf Antrag ein Berteidigor von Amts- wegen gegeben werden und der verbaftete Angeklagte kann sich mit ihm besprechen, auch sind ihm die Akten auch während der Unter- suchung zu geben. Berufung und Revision(Nichtigkeitsbeschwerde) sind auch für den Privatkläger eingeführt. Beim obersten Militär- gerichtS has entscheiden zumeist nur Juristen. Der erste Prozeß auf Grund des neuen Gesetze« war in Olmlltz. Ein Soldat hatte einem ihn tadelnden Korporal eine Ohrfeige ge- geben. Auf tätlichen Widerstand gegen einen Vorgesetzten steht die Todesstrafe. Entgegen dem Antrag des Ankläger« verurteilte daS Gericht auf Grund einer milderen' Bestimmung nur zu sechs Monaten. Der Ankläger meldete die Berufung an. Zahl der weiblichen Mitglieder wuchs von 141 118 aus 174 754. Die Zahl der Abonnenten der Parteipresse einschließlich der„Gleichheit" stieg im gleichen Zeit- räum von 1 465 2l2 auf 1 488 345. Von dem Abonnentenzuwachs entfielen 13(XX) auf die„Gleichheit" und 16133 auf die Tagespresse. Im Jahre vor- her betrug der Abonnentenrückgang 12 836. Die Partei ver- fügt über 91 Tageszeitungen und 65 Parteidruckcreien. Es stieg im Berichtsjahre die Zahl der Bildungsausschiisse von 791 auf 854, der Jugendausschüsse von 655 auf 837, der Kinderschutzkommissionen von 266 auf 252. Im Berichtsjahre wurden von der Partei im Reiche 46376 Mitglieder-, 1946 Frauen- und 12 877 öffentliche Versammltinaeu abgehalten und 45 283 383 Flugblätter, Broschüren und Kalender unent- geltlich verteilt. In den Landtagen der Einzelstaaten saßen 226 Genossen und in den Magistraten, Stadtverordneten- Gemeindevorständen und Gcmeindcvcrtre- Versammlungen, Gemeir tungen 12 224 Genossen. Bayerischer LavdrSparteitag. Die Verhandlungen am Montag waren nur von kurzer Dauer. Ein Antrag, den Landcsvorstand zu deauftragen, die Errichtung einer Auskunftsstelle für die in der Gemeindeverwaltung tätigen Genossen in Erwägung zu ziehen, wurde angenommen, ebenso folgender Anirag des LcmdesvorstandeS: „Dem Landesvorstand wird ein besonderer Ausschuß von sechs Mitgliedern zugeteilt, der die Aufgabe hat, im Einvernehmen mit dem Landesvorstand die ständige Agitation gegen die Kammer der ReichSräte zu leiten. Diese Agitation soll in allen Teilen des Landes nach einem von dem Ausschuß zu bestimmenden Plane ständig durchgeführt werde», um die weitesten Kreise des Volke« über die Notwendigkeit der Beseitigung der Kammer der Reichs- rät« aufzuklären." Ein Antrag, der einen Wahlfondsbeitrag von vierteljährlich 10 Pf. eingeführt wissen will, fand nicht"die genügende Unterstützung. In den Landesvorstand wurden wiedergewählt: v. Vollmar und Adolf Müller alS Vorsitzende, Auer als Sekretär und als Beisitzer Reith- München. Simon- Nürnberg und Treu- Nürnberg. Als Ort des nächsten Landesparteitages wurde Regen«- bürg bestimmt. Nach dem Schlußwort des Genossen Müller wurde der Parteitag mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Die Delegierten sangen stehend die erste Strophe der Arbeitermarseillaise._ Mus Inöustrie und tzanöel. Bankkonzcntration in Schweden. Bei einer in Stockholm zwischen den Vertretern von elf Bankinstituten stattgefundenen Zusammenkunft wurde die Gründung eine« neuen Bankinstitut« mit einem Aktienkapital von 68 Millionen Kronen und einem Reservefonds von mindesten» 83 Millionen Kronen beschlossen. In das neue Bankinstitut sollen folgende Banken aufgehen: Aktiengesellschaft SvertgeS, Private Zentralbank, Aktiengesellschaft Norrlandsbanken, Aktiengesellschaft Skanska Handelsbanken, Bankaktiengesellschaft Soedra Sverige so- wie die Privatbanken in Boras, Norrkoeping, Oerebro, Helfingland, Soedermanland, Uppland und Oestergötland. Eine erschreckend gesteigerte Arbeitslosigkeit. In der Zeit der Wirtschaftskrisen, wenn die Massen der Ar- beitslosen eindringlich den Widersinn unserer kapitilistischen Wirt- schaftsordnung demonstrieren und vom Reich, Staat und den Ge- meinden Abhilfe ihrer Not fordern, verlegt sich daS Ausbeutertum und sein Preßgesindel aufs Ableugnen. Die Not sei übertrieben, unter den Arbeitslosen befände sich ein erheblicher Teil, der niffl arbeiten wolle und überhaupt: wer zum Arbeiten Neigung habe, fände auch stets Beschäftigung. Wie verlogen diese Methode ist, eigt jetzt wieder der Jahresbericht der Handelskammer zu Leipzig ür das Jahr 1918, in dem c« in einer Betrachtung über Gang und läge von Handel und Industrie heißt:„Das Jabc 1913 war für Handel, Industrie und Gewerbe eine Zeit wirtschaftlichen Niederganges.... Außer den erwähnten Hemmungen der Politik, des GcldstandeS, der Ueberproduktion, der neuen schwere» Steuern(!) machten sich die Abschwächung der Kaufkraft der großen Bevölkerung und eine erschreckend gesteigerte Ar- beitSlosigkeit schmerzlich fühlba r." DaS klingt denn doch wesentlich anders, als man sonst zu hören gewöhnt ist. Die Leipziger Handelskammer gesteht damit glatt ein, daß die sozialdemokratische Presse kein Wort zuviel gesagt hat, als sie auf die furchtbare Not der Arbeitslosen hinwies und drin- gend Abhilfe forderte. Die Leipziger Handelskammer bestätigt aber damit auch die Berechtigung der sozialdemokratischen Forderung auf Einführung einer obligatorffchen Arbeitslosenversicherung. Führt sie doch selbst die Ursachen der Arbeitslosigkeit auf„eme Zeit wirtschaftlichen Niederganges" zurück. Trotzdem spreizen sich gerade diese nationalliberalen Handelsherren und Industriellen gegen eine solche Bersichcrung der Arbeiter. Cnglanü. Kein Fortschritt der Homernle-Konferenz. London, 21. Juli. Wie verlautet, wurde die heutige Beratung der Homerule-Äonferenz in durchaus liebenswürdigem Tone geführt, doch kann man nicht sagen, daß bis jetzt ein entscheidender Fort- schritt zur Einigung erzielt worden ist. Mus öer Partei. Dem Bericht des Parteivorstandes an de« Würzburger Parteitag, der morgen erscheint, entnehmen wir folgende Angaben über die Organisationsverhältnisse: Die Mitgliedcrzahl stieg im Berichtsjahre von 982 856 auf 1 685 965, also um 162 655. Die Partei hatte damit am Schlüsse des Berichtsjahres die Million zahlender Mitglieder überschritten. Der größte Teil der Neuaufnahmen in der„Roten Woche"(148 169) ist bereits in der Mitgliederzahl des Jahresabschlusses enthalten. Die Lette Nachrichten. Den schäbigen Denunzianten zur Antwort. Da» Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Mit Bezug auf die«inigen hiesigen Blättern mitgeteilte.Zu» schrift" aus dem Publikum, daß die am Sonntag, den 19. d. M., nach- mittags S Uhr, im Schillerpark veranstaltete Darbietung d«» Ver- eins„Gesundbruttner Harmonie"„eine ausgesprochen sozialdemo» kratifche AgiiationSkundgebung" gewesen sei, muß zur Steuer der Wahrheit bemerkt werden, daß von irgendeiner Form von Agi- tation oder Kundgebung nicht die Red« ge- Wesen und daß die Gesangsaufführung ohne jeden Zwischenfall verlaufen ist. Die Sänger haben sich streng nach der ihnen erteilten Erlaubnis gerichtet, wonach der Vortrag von politischen oder religiösen Liedern ausgeschlossen war.— Auch eine Beschädigung der Park» und Blumenanlagen hat nicht stattgefunden. Ter Proteststreik der Petersburger Arbeiter. Petersburg, 21. Juli. Heute nahm der Ausstand einen noch größeren Umfang an. Die Zahl der Ausständigen betrug ungefähr 189 998 Personen. Polizei, Gendarmerie und Kosaken waren in großer Stärke aufgeboten. Besondere Schutzmaßnahmen waren an dem Wege, den Präsident Poincare ftthr, sowie in der Nähe der Stadtduma, wo ein Rout für die französischen Offiziere stattfand, getroffen worden. Trotzdem gelang es den Ausständigen, mehrere Straßenbahnwagen umzustürzen. Die Kosaken feuerten auf dir Menge, wodurch mehrere Personen verwundet wurden. Russischer Parlamentarismus. Petersburg, 21. Juli. Auf den Bericht über die Reden des sozialdemokratischen Abgeordneten Tscheidze in der Duma, der deswegen vor den obersten Gerichtshof gestellt werden sollte, schrieb der Kaiser folgenden Satz: Ich hoffe, daß von jetzt ab der Präsident der Duma keine gegen Gesetz und Reich verstoßenden Aeußerungcn mehr dulden wird. Das Verfahren ist einzustellen. Der Ausstand in Baku. Baku, 21. Juli. Die Angestellten der Zentralstationen, welche die Stadt mit elektrischer Kraft versorgen und die zur Herstellung von Trinkwasser dienenden Salzentziehungsapparate in Betrieb halten, sind in den Ausstand getreten. Die Stadt ist infolgedessen von Kafjermangel.bedroht» � Unserm Genossen Max Lange und Frau die herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit. Die Genossen und Genossinnen des Bezirks 279 II. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Stralauer Vierte!. Bezirk 308 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Otto Walter Rüdersdorfer Str. 11, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. Juli, nachmittags 5 Uhr von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 215/1 Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Franz Lehmann Adlershof, Hoffmannstr. 9, am 19. d. Wits. an Lungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 22. Juli, nachmittags 7 1hr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Adlershof aus statt. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Fräser Otto Lenz Bellermannstr. 93, am 19. b. Mts. an Lungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 22. Juli, nachmittags 3 br, von der Leichenhalle des Philippus- Apostel- Kirchhofes aus auf dem städtischen Friedhofe, Müllerstr. 44/45, statt. Ferner starb unser Mitglied, der Werkzeugmacher Adolf Frick Pankow, Brehmestr. 6, am 19. Juli an Magenleiden. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Bantow, Bahnhofstraße, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 122/10 Mittwoch, Die Ortsverwaltung. d. Brauerei- u. MühlenVerband Beer Deutscher Arbeiter- Wanderbund Deutscher Metallarheiter- Verband. arbeiter u. verw. Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Den Kollegen diene zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Flaschenkellerarbeiter Richard Schaaf plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet beute nachmittag 6 Uhr von der Halle| des alten Paulskirchhofes, Seestraße 89, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 43/12 Die Ortsverwaltung. Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter u. Arheiterinnen Deutschl. Ortsverwaltung Berlin. Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Feodor Radlitz ( Betrieb Hoffmann u. Rosenberg) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Markus- Kirchhoses in Wilhelmsberg aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 76/15 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meines lieben Mannes sage ich allen Kollegen und Genossen, Verwandten und Bekannten, sowie der Firma Borchardt u. Frühfahrt für die Kranzspende meinen herzlichen Dank. 2756A Witwe Dorothea Thier. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick. dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade 8, 11.( Stadtb. Börs.) 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Eintritt frei! Alle Partei- und Gewerkschaftsgenossen, Männer und Frauen, von Charlottenburg und Weißensee sind zu diesen Veranstaltungen eingeladen. 1/10 Deutscher Arbeiter- Wanderbund „ Die Naturfreunde". 3. A.: F. Kruse. Bitte probieren Sie unsere Vorzüg lichen reinschmeckenden ff.Bohnenkaffee's Spezialität: Venezuela u Honduras, Mischungen Ununterbrochener Röstbetrieb daher stets frisch geröstete Qualitäten. Kaffee Rösterei Rauer& C nur C.54 Neue Schönhauserstr. 3. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange meines inniggeliebten Mannes sage ich allen Kollegen, Freunden, Bekannten und Berwandten meinen herzlichen Dank. Witwe Paula Klatt. Spezialarzt MAN Kranken- u. Sterbe- Zuschußkaffe der Schneider und verwandten Berufsgen. Berlins. Sonnabend, den 25. Juli, abends 9 Uhr, Donnerstag, den 23. Juli 1914, abends 8½ Uhr: Versammlung der in den Eisengießereien beschäftigten Kernmacher und Kernmacherinnen in den Borussia- Sälen, Ackerstraße 6/7. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Donnerstag, den 23. Juli 1914, abends 6 Uhr: Gruppen- Versammlung für alle in den Buchdruckereimaschinens. Fabriken beschäftigten Kollegen in Witwe Augustins Festsälen, Dranienstraße 108. Tagesordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch obiger Versammlungen erwartet 122/11 Die Ortsverwaltung. 66 Arbeiter haugenossenschaft„ Paradies“ zu Berlin. E. G. m. b. H. Donnerstag, den 30. Juli 1914, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Adalbertftr. 61' im Reftaurant: 12. Ordentl. Generalversammlung. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. u. 2. Quartal. 2. Kaffenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 287/10 Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. FrauenleidenDer Vorstand. Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). NB. Die Herrenpartie findet am Blutuntersuchung. Schnelle, sichere 9. August nach Freienwalde a. D. schmerzlose Heilung ohne Berufs- statt. Treffpunkt morgens 5 Uhr störung. Teilzahlung.* Haupteingang Stettiner Bahnhof, Spr. vorm. 9-8 ab., Sonnt. 9-11 Abfahrt 6 Uhr. " Nervöse, die an Appetitmangel und ungeregelter Verdauung leiden, tun gut, sich längere Zeit mit Stufete" zu ernähren. Die nach dem bekannten, Stufe te" Kochbuch herzustellenden mannigfaltigen Gerichte sind von angenehmem Geschmad, regen den Appetit sowie die Berdauungstätigkeit an und wirken gleichzeitig fräftig ernährend. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht: Borlegung der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung. 2. Bericht der Revisoren und Genehmigung der Bilanz, sowie Beschlußfassung über die Verteilung des Gewinnes oder Berlustes. 3. Neuwahlen des Vorstandes, Ersakwahlen zum Aufsichtsrat. Antrag des Vorstandes betr. Entschädigung der Hauskassierer. 5. Eventuelle Anträge der Genossen. 6. Verschiedenes. 4. Es ist Pflicht eines jeden, zu erscheinen. Nur Mitglieder haben Zutritt, ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß. Die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung sind im Bureau einzusehen. Bureau und Hauptkaffe: Bohnsdorf bei Grünau i. M. Sprechzeit täglich( außer Donnerstags) von 9-11 Uhr vormittags, Donnerstags von 5-8 Uhr nachmittags. Etwaige Anträge der Mitglieder müssen bis spätestens den 25. Jult schriftlich beim Vorstand eingegangen sein. 105/16 Theater und Vergnügungen | URANIA. Wittpod, den 22. Juli 1914. Theater in der Königgrätzer Straße Metropol- Theater. Anfang 5 Uhr. Passage Theater. Kino- Barieté. Potsdamer Naturtheater. Potsdam. Anfang 7%, Uhr. Westen. Die Walküre. Anfang 8 Uhr. Schiller O. Tannhäuser. Berliner. Wie einst im Mai. AltTäglich 8 Uhr: Mr. Wu. Abends 8 Uhr: Berliner Theater. Die Reise um die Erde Zum 289. Male. 8 Uhr: Wie einft im Mai. Sachse- Oper. Königgräver Straße. Dr. u. Schiller- Theater 0. Thalia. Benn der Frühling tommt. Moje. Die relegierten Studenten. Metropol. Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Dresdener BittoriaSänger. Palast- Theater. Varieté und Lichtspiele. Berliner Prater- Theater. Grigri. Anfang 8, Ubr. Kleines. Der Kleds. Theater am Nollendorfplatz. Der Jurbaron. Walhalla. Der Hund von Baskerville. Folies Caprice. Schwache Nerven. Eine ruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht. Luftspielhaus. Die spanische Fliege. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Leutnantsliebchen. Anfang 8%, Ubr. Residenz. Die verflirte Liebe. 8 Uhr: Theater. Tannhäuser und Der Sängerkrieg auf Wartburg. Theater des Westens. Deute Walküre. 72 Uhr: Sonnerstag, Freitag, Sonnabend: Siegfried. Theater a. d. Weidendammerbrücke Täglich 8 Uhr, zum 139. Male, und 31. Juli zum letzten Male: Der müde Theodor. Schwant m. Gesangs- u. Tanzeinlagen. Theatertemperatur: 18° R. Friedrich- Wilhelmst. Th. 8 Uhr tgl. d. Operettenschlager: Admiralspalast. Im Langolub. Leutnants liebchen. Cines Nollendorf- Theater. Quo vadis. Sternwarte, Invalidenftr. 57-62 Theater am Hollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. DOSE THEATED Broße Frankfurter Str. 132. Die relegierten Studenten. Anfang 8 Uhr. Auf der Gartenbühne Rund um die Spree. Gr. Revue. Vorher Konzert, Spezialitäten. in 40 Tagen. Taubenstraße 48/49. Geschlossen. Passage- Panoptikum. ZOOLOG Lebend! Die letzten weiblichen Plant Azteken! AGA die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. ischer Garten Täglich Gr. Militär- Konzert. Eintrittspreise: Zoo 1 M., von 6 Uhr ab 50 Pf. Aquar. 1M. v.d.Str., 50Pf. vZoo Kinder unt. 10 Jahr. die Hälfte. Neu! Neu! AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108/114 Heute Mittwoch, den 22. Juli 1914: Großes Kinder- Erntefest verbunden mit Ernte- Umzug, Bonbonregen, Puppentheater, Fackelzug und großer Gratis- Verlosung. 1. Hauptgewinn für Knaben und Mädchen: je 1 goldene Uhr. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf. Anfang des Varietés 6 Uhr. Außerdem täglich: Oberbayern. Bayrische Madels. Bayrische Kapellen. Sonnabend, den 25. Juli 1914: Elitetag! Großes bayrisches Fest: Ein Abend am Schliersee. Prämiierung der sechs besten Schuhplattler- Paare. Sechs Preise im Werte von 150 M. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. P. Schiffke. G. Dorner. ho 6 CARTEN Neues Programm! F. Hoppe. Voigt- Theater Badstraße 58. Jeden Mittwoch: Großer Elitetag. Durch fremde Schuld. Drig. Volfsstück mit Gesang u. Tanz in 3 Aften von Seelen u. Nichter. Gänzlich neue Spezialitäten. Kaffeneröffn. 2 Uhr. Anf. 4%, Uhr. Saharet Sommertheater Urania die australische Tanzdiva Perzinas Kaufmanns Pagageien Veronacycle Truppe Kabarett und eine Kette hervorragender Kunstkräfte! Rauchen gestattet! Puhlmanns Theater Schönh.Allee 148. Kastanienallee 97/99 Unter neuer Zeitung der beliebten Direktion W. Herrmann. Konzert, Theater, Spezialitäten. Zum Schluß: Wo hast du dein Weh' Weh'chen! Anfang 4 Uhr. Wrangelstr. 11, Nähe Köpenicker Str. Täglich erstklass. Varietévorstellung Im Garten 2000, im Saal 900 Sitzpläge Sonnabends Ball! und Sonntags: Saal für Vereinsbälle to stenlos. Reichshallen- Theater. Gastsp. d. berühmten Dresdner Viktoria- Sänger Für Berlin völlig neues Programm. Anjang 8 Uhr. Sonntags 7%, U. Sonnabd., 1. Aug.: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Admiralspalast. Achtung, Vereine! Els- Arena. Berlins kühister Aufenthalt. Abends ,, Im Tangoklub" Uhr: 99 und ,, Die lustige Puppe". Bis 6 Uhr und ab 10%, Uhr halbe Kassenpreise. Folies Caprice. Täglich 8 Uhr: Sehwache Nerven. Eine ruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht. Saal noch einige Tage frei! Georg Felsmann Luisenstadt- Casino Oranienstr. 180. Berliner UIK- Tric Adr.: Neukölln Lahnstr.74L Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teineriet Verantwortung. Berantw. Rebatteur; Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw. Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstah BaulSinger& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 197. 31. Jahrgang. on 3 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Also Verzicht auf das Koalitionsrecht und hündische Unterwürfigkeit, so wünschen die Unternehmer ihre". Arbeitskräfte. Ein vernünftiger Mensch wird wohl auf solche Anstellung verzichten. Sollte es Herrn Fischer aber gelingen, unter solchen Bedingungen Leute anzuwerben, so werden diese trog ihrer geistigen Minderwertig feit zufrieden sein, wenn sie das Eldorado, des Herrn Fischer bald wieder verlassen können. Mittwoch, 22. Juli 1914. Der Betrieb bleibt nach wie vor für organisierte Handlungsgehilfen gesperrt. Zentralverband der Handlungsgehilfen, Münzftr. 20. Tariffampf im Friseurgewerbe! Bisher haben 466 Arbeitgeber, welche 471 Gehilfen beschäftigen, den Tarifvertrag unterschriftlich anerkannt. Die jetzt gültige Kontrollfarte ist weiß mit rotem Rand Die Humanität der Unternehmer. Die Scharfmacherblätter vom Schlage der„ Deutschen und muß laufend gestempelt sein. In die Liste ist nachzutragen: Arbeitgeber- Zeitung", der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" und ihre minder bedeutenden örtlichen Nachbeter haben erst kürzlich Die Direktion der Brauerei Engelhardt ersucht uns um die Auf- Bräuer, Hochstädterstr. 17; Marts, Nordhafen 6; Gogoled, Neukölln, Fuldastr. 9. Verband der Friseurgehilfen. wieder rundweg abgestritten, daß die Industriellen starke Abnahme folgender Berichtigung: neigung haben, ältere Arbeiter zu beschäftigen, ja, man 1. Die Darstellung in der 1. Beilage Jhrer Sonntagsnummer Deutsches Reich. glaubte, eine Art von Vorliebe zur Beschäftigung alter Arbeiter bom 19. cr. entspricht in wesentlichen Bunkten nicht den Tatsachen. Unternehmerwillkür und-Neugier. Wir stellen fest, daß von seiten der Verwaltung teinem AnTonstatieren zu dürfen. Wie wenig dies den Tatsachen ent- gestellten gekündigt worden ist. Vielmehr wurde lediglich einem Die Firma Magdeburger Dragéefabrit, Robert Hohmann, Magbe spricht, lehrt eine uns in die Hände gefallene Anweisung eines Beamten, der seit ca. 8 Jahren in unserer Abteilung Charlottenburg- Westerhusen, richtete an einen Arbeiter eine Postkarte folgenden großen Düsseldorfer Werkes, der Maschinenfabrik Hohenzollern, burg tätig war und von dem es sich herausgestellt hatte, daß er sich Wortlauts: an ihre Meister. Die Anweisung lautet: für den Betrieb wenig eignete, nahegelegt, fich nach einer anderen Stellung umzusehen; daraufhin reichten 5 Beamte ihre Kündigung Von einer Entlassung war also keine Rede, die Verwaltung hat lediglich die Kündigung der Beamten angenommen. werden und zwar aus folgenden Gründen: Der eine weigerte fich, 2. Tags darauf mußten zwei von diesen fünf Beamten entlassen vertretungsweise bei unserem Hauptbureau in Pankow zu arbeiten, obwohl ihm seitens der Verwaltung die Rückerstattung sämtlicher Untosten gewährleistet wurde; der zweite ließ die Abendpost unerledigt zurüd. „ Meister: Betrifft: Arbeiter- Annahme. Von der Direktion wird gewünscht, daß man bei der Annahme von Arbeitern vorsichtiger sein soll, d. h. daß nicht zu alte Leute und ferner nicht solche, welche häufiger frant gewesen, bezw. aus dem Krankenhause entlassen sind, eingestellt werden. Dieses soll seitens der Werkstätten geschehen, damit nicht derartige Leute, welche bereits vom Meister angenommen sind, vom Annahmebureau zurückgewiesen werden müssen. Düsseldorf, den 9. Juli 1914. Brand. ein. Hierauf folgte die Entlassung dieser beiden Angestellten wegen Diese maschinenschriftlich hergestellte Anweisung des Arbeitsverweigerung. Von den übrigen drei der in Frage stehenden Betriebschefs Brand ist charakteristisch. Systematisch hält fünf Angestellten meldete sich einer auf 2-3 Wochen frank, die man frank gewesene und ältere Arbeiter fern. Das betreffende andern beiden sind noch in der Brauerei tätig. Unternehmen wirft horrende Erträgnisse ab. Außer einer Wenn die Angestellten Grund zur Klage zu haben glaubten, so regelmäßigen Dividende von 12 Broz. wird alle paar Jahre wäre es doch das naheliegendste gewesen, fich dieserhalb an das das Aktienkapital aus den sonst noch zurückgelegten Geldern Zentralbureau zu wenden und es über die Sachlage aufzuklären. erhöht. Die Arbeiter schaffen den Broßen Riesenreichtümer Das Zentralbureau hätte zweifellos, sowie es es auch bisher stets und sie selbst werden auf den Hungeretat gesetzt, sobald ihr getan hat, für eine loyale Erledigung Sorge getragen. Alter naht oder sich Krankheiten einstellen. Berlin und Umgegend. Lohnbewegung der Kraftdroschkenführer. Auf welche Weise die Unternehmer Arbeitswillige heranzuziehen versuchen, beweist folgendes Schreiben: Berlin N. 65, den 18. Juli 1914. Auf unser Inserat bezüglich Ausbildung als elektrischer Automobil- Droschken- Chauffeur unter der Firma Aft.- Gef. für Automobil- Unternehmungen, mit welcher wir in näherer Verbindung stehen, erhielten wir auch Ihr Bewerbungsschreiben und teilen Ihnen folgendes mit: Bom Zentralverband der Handlungsgehilfen wird uns dazu geschrieben: Die Zentraldirettion der Brauerei Engelhardt ist anscheinend von ihrer Filialleitung in Charlottenburg über die Entwicklung der Dinge ſehr ſchlecht unterrichtet worden, sonst konnte man nicht berichtigen, was nicht zu berichtigen ist. " Ich befize Ihr Angebot und wollen Sie mir mitteilen, ob Sie verheiratet sind und irgend einem Verbande angehören. Ich dulde nicht, daß Sie weder jetzt einem sozialdemokratischen VerHande angehören noch später, so lange Sie in meinen Betriebe find oder für einen solchen agitieren. Ferner wollen Sie mir mitteilen, wann Sie hier antreten könnten und welcher Konfession Sie angehören. Wo stammen Sie her? Hochachtend Magdeburger Dragéefabril. Robert Hohmann." Es fehlt nur, daß die Neugier des Unternehmers sich noch auf die Hutweite und Stiefelgröße des Arbeiters erstreckt. Im übrigen ist die Karte ein neuer Beweis dafür, wie wenig Achtung das Unternehmertum vor dem gesetzlich gewährleisteten Koalitionsrecht hat, das bekanntlich nach dem Gerede der Scharfmacher von den- Sozial demokraten durch ärgsten Terrorismus bedroht wird. Die Karosseriefabrit Kathe u. Sohn in Halle versucht, arbeitswillige Sattler in Breslau für ihren bestreiften Betrieb zu werben. Sie mutet Arbeitern, die 26 Wochen einen ihnen aufgedrungenen Kampf heldenhaft durchgeführt haben, zu, nun zum Berräter ihrer eigenen Sache zu werden. Es ist selbstverständlich, daß dieses Liebeswerben der Firma Kathe u. Sohn auf unfruchtAuch in bürgerlichen Blättern in Dresden und baren Boden fällt. anderen Orten werden Sattler für Halle gesucht. Anständig denkende Arbeiter fallen darauf nicht herein und werden den Betrieb bis zur endgültigen Beilegung des Kampfes meiden. zuführen. Wohlfahrtsschwindel. 1. Haben wir selbst mitgeteilt, daß alle Angestellten der Charlottenburger Filiale, nämlich 5, gekündigt haben. Dies geschah aber bereits am Dienstag, den 7. Juli, nachdem am vorhergehenden Die fächsischen Baugewaltigen rüsten. Sonntag der diensttuende Angestellte zu ungesetzlicher Arbeitsleistung Der Unternehmerverband für das Baugewerbe in Sachsen be gezwungen werden sollte. Derselbe hatte bereits von morgens 128 schloß auf seiner Hauptversammlung, die er in Leipzig abhielt, eine bis 22 Uhr gearbeitet ohne jede Bauſe. Er weigerte sich ent- Streitversicherung seiner Mitglieder noch in diesem Jahre durchschieden noch länger zu bleiben mit Hinweis auf seine Familie. Am Wir sind bereit, Sie als elektrischen Automobil- Droschten- Montag wurde diesem Angestellten gesagt, daß er sich nach einer anderen Chauffeur auszubilden und dafür zu sorgen, daß Sie Ihren Fahr Stellung umsehen solle, seine Kündigung sei schon unterwegs. Gin schein bekommen mit nachheriger sofortiger Anstellung in unserem Jahr lang hatten die Angestellten schon mit ansehen müssen, daß der Herr Droschtenbetrieb als Droschten- Chauffeur. Eine Kündigung beider Broturist ein leberstundenwesen herausbildete und mit Mitteln seits besteht nicht und machen wir zur Bedingung, daß Sie weder durchzuführen beliebte, die eine vollkommene Rechtlosmachung der bem Deutschen Transportarbeiter- Berbande noch einem anderen Angestellten bedeutete. Wenn sich also ein Angestellter weigerte, unVerbande angehören oder jemals sich überhaupt einer Digani- gefeßliche Arbeit zu verrichten, so wurde ihm gekündigt wegen fation anschließen. Sofern Sie sich nichts zuschulden kommen Arbeitsverweigerung. Als dies die Angestellten sahen, erklärten sie laffen im späteren Fahrdienst und allen Ihren Verpflichtungen sich mit diesem Kollegen solidarisch und fündigten sämtlich am nachkommen, haben Sie stets bei uns eine dauernde Stellung. Dienstag früh ihre Stellungen. Nun wollte die Firma aber zeigen, bedingen wir zunächst eine Raution von 30 M., welche gesetzlich Ueberstunden. dem ausbildenden Fahrmeister zusteht und welche wir Ihnen nach dreimonatiger Tätigkeit als Chauffeur bei unserer Gesellschaft wieder auszahlen. mühen sich die Zechenbesiger trampfhaft, den Bergarbeitern ein Recht Seit Bestehen des sogenannten freien Arbeitsvertrages" bes mühen sich die Zechenbefizer krampfhaft, den Bergarbeitern ein Recht nach dem andern zu nehmen. Jetzt soll der Brand- oder Deputats einrichtung" umgestempelt werden, wie nachfolgende Berichtsauszüge fohlenbezug nach dem Willen der Zechenbesizer in eine„ Wohlfahrtszeigen: In dem Bericht der Zeche Konstantin der Große für 1918 Zur Ausbildung als elektrischen Automobil- Droschten- Chauffeur daß sie Herr im Hause ist. Sie verlangte auch am Dienstag wieder heißt es: Unter den Betriebskosten sind verrechnet in Summa Ferner müssen Sie die Mittel befizen, sich einen kompletten Leder- Chauffeuranzug, zirka 60 bis 80 M. anzuschaffen und Ihren Lebensunterhalt zirka 5 bis 4 Wochen zu bestreiten, in welcher Beit Sie den polizeilichen Droichtenfahrschein erlangen respektive bekommen, sofern Sie polizeilich nicht vorbestraft sind und auch von Ihrem Arzt ein Gesundheitsattest erlangen. Entsprechen Sie diesen Vorbedingungen, so können Sie sich am morgigen Sonntag zwischen 9 und 10 oder 1 und 2 Uhr oder am Montag zwischen 1 und 2 Uhr bei unserm Herrn Fischer in Halensee, Joachim- Friedrich- Str. 37, Mittelhof 3 Treppen, melden. ( Bu erfragen beim Portier.) Achtungsvoll 2. Der Angestellte, der am Abend diese Ueberstunden im Hinblic auf die Vorkommnisse verweigerte, wurde anderen Tages ebenfalls wegen Arbeitsverweigerung ohne Einbaltung der bereinbarten Kündigung entlassen. Der Angestellte, von dem die Direktion sagt, daß er sich weigerte im Pankower Betrieb weiter Arbeit zu verrichten, war durch Vertrag nicht dazu verpflichtet. Der Zweck der Uebung war, die Geschlossenheit der Kollegen zu stören. Wenn die Zentraldirektion den ehrlichen Willen gehabt hätte, diesen Konflikt beizulegen, so hätte sie dazu bei der Vorlegung der gemeinschaftlichen Kündigung Gelegenheit gehabt. Sie hat aber darauf mit neuen Provokationen durch den Herrn Prokuristen Lück Antwort erteilt. Auch am letzten Sonntag fonnten wir wieder feststellen, daß die Firma ungefeßliche Sonntagsarbeit verrichten ließ. Das zeugt nicht davon, daß man für eine loyale Erledigung der Angelegenheit Hat die Direktion auch jetzt noch den Willen, so sind wir zu Verhandlungen jederzeit bereit. | Automobil- Droschten- Gesellschaft Elektric" m. b. H. Sorge tragen will. Berlin N 65, Ofener Str. 4/5. ( Unterschrift.) Kleines Feuilleton. Tritt M... 1721 234 M. Die für freiwillige Wohlfahrtszwede aufgewandten Zuschüsse haben betragen 163 337 M. Rechnet man hierzu noch den Wert der Deputatfohlen sowie den Unterschied zwischen Vera faufspreis und dem Vergünstigungspreis der Brandkohlen an die Mitglieder unserer Belegschaft, 225 336 M., so beträgt die Gesamtfumme, die für öffentliche Laften und für Wohlfahrtszwecke aufgewendet worden ist, 2 109 908 M., das sind 52,75 Prozent der berteilten Ausbeute oder 75 Pf. pro Tonne abgesetzter Förderung." Ebenso der Bericht von der Zeche Schürbank und Charlotten burg: " Die sozialen Lasten und Steuern erforderten eine Aus gabe von 167 833 M. Rechnet man den Unterschied zwischen dem Preise der an die Bergleute abgegebenen 3062 Tonnen Hausbrandfohlen gegen den gewöhnlichen Verkaufspreis, dann stellen sich die Gesamtaufwendungen auf 195 303 M. oder pro Tonne ge förderter Kohlen auf 0,84 m., pro Kopf der Belegschaft auf 197 M. gleidh 78,14 Proz. vom Betriebsgewinn." Notizen. wird! Wanu Es handelt sich aber bei dem Brandkohlenbezug nicht etwa um staunlichen Frische und Arbeitsfreudigkeit des 70 jährigen Gelehrten| Professor Weule, der bekannte Etnograph, in der folgenden ausZeugnis ablegen. Die eine der beiden Reisen führte ihn nach Ost- führlichen Weise übersetzt:" Früher habe ich meinem Manne afien und Nordamerika, die andere nach Deutsch- Südwestafrika. Die stets erzählt, wenn mich ein anderer Mann besucht hat. Da er aber Bon denen, die nicht alle werden. Noch kein Jahr ist vergangen, legte der beiden Reiſen erhielt ihre besondere Bedeutung dadurch, immer wütend wird, lasse ich das Erzählen jezt und schweige, feitdem der italienische Ingenieur" Ulivi bei seiner Versuchen in daß Engler aus diesem deutschen Kolonialgebiet eine große denn ich bin nun flug geworden." Sympathischer flingen zwei Le Havre die französische Heeresverwaltung in gewaltige Aufregung Bahl der seltensten nur in jener Gegend eigenen Pflanzen andere Makonde- Mädchennamen. Mtuditate heißt: Gibt jedem bersezte. Heute lacht die ganze Welt auf Kosten der Hineingefallenen, nach Deutschland gebracht und diese in dem Botanischen Garten in Durchreifenden zu essen", bedeutet also die Gastfreie". denn der geflohene Meister Ulivi scheint sich als ein ganz gewitter Dahlem in Kultur genommen hat. Alle diese Pflanzen find in einem fujoha fönnten wir vielleicht mit der friedlichen Aufforderung Schwindler entpuppt zu haben. Die Hineingefallenen und am Geld- besonderen Raume, in dem Anbau II des großen Tropenhauses, Bertragt euch!" übersetzen. Die wörtliche Uebertragung lautet: beutel schwer Geschädigten haben von jeher Leidensgefährten aus untergebracht worden, und sämtliche Pflanzen haben sich dort in der Menschen sind gefährlich!" Mit diesem Rufe trennt man der„ besten Gesellschaft" gehabt, die stets bereit ist, sich mühelos zu großartigsten Weise entwickelt. Es sind sämtlich Pflanzen der nämlich streitende Kinder, weil man im Streit einander Uebles bereichern: Fürsten, gewiegte Geldleute, Gelehrte, ja ganze gelehrte Sand wüsten von Deutsch- Südwestafrika, die in zufügen kann, einander gefährlich Selbstbewußtsein Körperschaften sind vor ihnen auf ähnliche Weise von Schwindlern einem Zeitraum von mindestens einem halben Jahre jeglicher Nieder- wiederum spricht aus dem Namen Aluenenge, der ungefähr sagen obwohl er ein zweites hineingelegt worden, und wenn es nicht gefährliche Striegswaffen, schläge entbehren. Alle die Pflanzen müßten verdorren, wenn sie will:„ Er bleibt doch allein bei mir wie die fagenhaften F- Strahlen waren, handelte es sich wenigstens nicht über besondere Schußvorrichtungen verfügen würden. Diese Weib nahm, um vor den Leuten groß zu tun!" Und eine energische um so nüßliche Dinge, wie das Perpetum mobile oder die fünstliche bestehen in erster Linie in einem inollig verdicten Stamme, der der Protestkundgebung ist schließlich das geharnischte Autendiwake, dem Herstellung von Diamanten oder Gold. Der allmächtige Kardinal Pflanze selbst während der längsten Trockenperiode ihre Vegetationsfähig Sinne nach ein bündiges Ich will nicht mehr!". Die ausführliche Richelieu war gewiß ein fluger Stopf, und doch gelang feit erhält. Da liegt ein Klumpen von der dreifachen Größe eines Erklärung lautet:" Sch will nicht mehr alles allein arbeiten, i bin es dem Alchimisten Dubois, ihn und die französische Staatstaffe um Kindstopfes, der in seiner Form und in seinem Aussehen sich in dein Sklave nicht! so sagt die Frau zu einem Manne, der ihr eine runde Million Frant ärmer zu machen: Dubois gehörte nämlich nichts von den übrigen zerstreut umberliegenden großen Steinen zuviel aufbürdet!" Daß ein Teil dieser merkwürdigen Eigennamen zu den vielen, die Gold machen konnten! Allerdings war er nicht unterscheidet. Es ist aber kein Stein, sondern der knollenartig ver- ursprünglich Spitznamen darstellte, daß sie bestimmten Ereignissen schlau genug, sich rechtzeitig mit der erschwindelten Summe in Sicher- dickte Stamm einer Vitacee( wilder Wein). nun die und Menschenschicksalen die Entstehung danken, geht aus ihrem heit zu bringen, und so fand er einen unrühmlichen Tod am Galgen. Regenzeit ein, so schießen aus dem Klumpen bald sechs bis acht Charakter wohl ziemlich deutlich hervor. Im Jahre 1749 wurde der Herzog von Olonne übel hineingelegt: eigenartig geformte Blätter heraus, denen niemand ihre Verwandtschaft ein Schwindler, der Diamanten und andere Edelsteine her- mit dem wilden Wein ansehen würde; bald aber zeigt sich die Blüte stellen tönnen vorgab, zu machte sich an ihn heran und die Frucht, und diese weisen ganz die den wilden Weinarten Kunstchronit. Jm Kupferstichfabinett berund beschwindelte ihn nach allen Regeln der Kunst. Dieser eigenen Formen auf. Mann aber drückte sich beizeiten. Als man dies erfuhr, ging der Man staunt, wie es möglich ist, daß auf diesen Kalffelsen und Berliner Museen ist das Werk des kürzlich gestorbenen Berliner Herzog von Olonne schleunigst zu dem Notar, bei dem der Diamanten- dem Sandboden, wie sie in der Anlage zum Ausdruck gebracht Radieres Karl Köpping ausgestellt. Kaiserliche Baupläne. Zumeist sind dies macher das versiegelte Rezept seiner Kunst hinterlassen hatte. Er worden find, Pflanzen fortkommen können. Die kaiserliche Baulust ist mag ein ziemlich langes Gesicht gemacht haben, als er ein Spott- Euphorbiaceen und Asklepiadaceen. Besondere Beachtung verdient wieder frisch belebt: noch sind die Opernhausentwürfe nicht gedicht auf seinen Geiz lesen mußte! hier ein schönes großes Exemplar einer Aloe dichotoma, ferner eine erledigt, so tommt jetzt wieder eine Rekonstruktion an die Reihe. In neuerer Zeit haben die Amerikaner den Gold- und Diamanten- Reihe merkwürdiger kafteenähnlicher Gebilde, die aber zu den Im Bart von Sanssouci sollen die Marmorfolonnaden, machern vergangener Jahrhunderte erfolgreich ins Handwerk ge- Asklepiadaceen gehören, die eigenartigen Milchbuschsträucher, ein die Knobelsdorff für Friedrich II. im sogenannten Rehgarten baute, pfuscht. Im Jahre 1860 trat ein Nikolaus Papaffy in London ganz seltsames Knollen- Geranium, an dessen Blättern man ohne und die dann später für das Marmorpalais verwendet wurden, neu auf, der ein Verfahren, unedle Metalle und andere Stoffe weiteres die Verwandtschaft mit unseren Geranien erkennen kann, erstehen. Eine historische Maskerade! in Silber umzuwandeln" zu kennen behauptete. Er fing ſeine Sache und eine einzig dastehende Mimicry( Anpassungs-) Bildung ver- Kriegerdenkmal will trotz oder wegen der kaiserlichen Einsehr geschickt an und hinterließ bei seinem Verschwinden sehr viele schiedener Arten der Pflanze Mesembrianthemum, deren verdicte griffe nicht vom Fled. Die von S. M. gewünschte Zuziehung von Leidtragende. Noch in ziemlich frischer Erinnerung ist der geistreiche Blätter man zuerst nicht entdecken kann, weil sie in der Form und Tuaillon u. Gaul scheint zu scheitern, weil beide für das erste AusSchwindel des Franzosen Lemoine, der vor sechs Jahren den eng- Farbe sich ganz und gar den kleinen den Boden bedeckenden Steinen schreiben Schiedsrichter waren. lischen Diamantentönig Julius Wernher um erkledliche Summen angepaßt haben. Alexander Conze, dessen Name mit der Ausgrabung zwischen ein und zwei Millionen Mark- beschwindelte. Lemoine, und Erhaltung der pergamenischen Altertümer( jezt zum Teil in hatte nämlich ein„ chemisches Verfahren zur Herstellung künstlicher Schönen in Afrita haben manchmal recht brollige Bedeutungen. wirkte lange Jahre als Direktor der Sammlung antifer Skulpturen Die Eigennamen der schwarzen Berlin) verknüpft ist, starb im 84. Lebensjahre in Grunewald. Er Diamanten" ausgearbeitet und aus begreiflichen Gründen mußte Besambiri, ein Frauenname, den man bei den Makonde- Negern in Berlin. nicht nur dem englischen Diamantenkönige, sondern dem ganzen in Deutsch- Ostafrika antraf, birgt z. B. den Sinn:„ Ich bin nur Kenntnis der spätgriechischen Kunst und Kultur( 3. und 2. JahrDie Friese des pergamenischen Altars sind für die Diamantenhandel viel daran liegen, das Verfahren aufzukaufen. Lemoine verstand es so geschickt, auch die Gelehrtenwelt an der noch zwei Befa wert, die Männerwelt schäzt mich nicht mehr so hundert v. Chr.) von entscheidender Bedeutung. wie einst." Melancholich lautet auch die Erklärung des Namens- 2500 weibliche Geistliche in den Vereinigten Naje herumzuführen, daß man erst an seinem plößlichen Verschwinden merkte, er müsse ein gewiegter Schwindler sein. Nangamana: Ich habe nichts zu bedeuten, wenn ich etwas sage, Staaten. Nach einer neuen Statistik zählen die Vereinigten hört kein Mensch darauf." Achinaga entspricht dem Seufzer: h Staaten gegenwärtig bereits 2500 Frauen, die als Geistliche, Neues aus dem Botanischen Garten in Dahlem. Prof. Engler, habe es schlecht," und das Klangschöne Nadiwasa hat den schmeichel- Prediger und Seelsorger beamtet sind. Die erste Frau wurde 1850 der Direktor des Botanischen Gartens in Dahlem, hat im vorigen haften Sinn: Man darf nichts geben auf das, was sie sagt." Den als Pfarrer der Kirche von South Butler in New Jersey an Jahre zwei große Forschungsreisen unternommen, die von der er- lebenfalls recht wohllautenden Frauennamen Natulimuha hat gestellt. Sonderbare Negernamen. # 11 - Das Kolonial ein GewoHnbeitZrecht der Bergarbeiter, sondern um ein urkundlich verbrieftes Recht, wie die im Jahre 1824 erlassene KnappschastS» ordnung für die Bergleute in der westfälischen Mar? und im Essen» Werdenschen beweist. Die Berichtsauszüge find jedenfalls Muster- beispiele dafür, wie die hohen Zahlen für Wohlfahrtseinrichtungen zusammenkommen, mit denen die Unternehmer nachher in der Oeffentlichkeit paradieren und sich selbst beweihräuchern. Auslanö. Kongreß der niederländischen Gewerkschaften. Am Montag, den 20. Juli, wurde der zweijährliche Kongreh der Gewerlschaftszentralc in Amsterdam eröffnet. Unter den aus- ländischen Gästen befinden sich Legten von der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Mertens von der belgischen Gcwerkschastszentrale und Poutsma, der südafrikanische ausgewiesene Arbeiterführer. In feiner Eröffnungsrede begrüffte der Vorfitzende Oudegecst diese Gäste und wies darauf hin, daß der Kongreß unter überaus günstigen Verhältniflen abgehalten werde. In den letzten zwei Jahren ist die Mitgliederzahl der der Zentrale angeschlossenen Gewerkschaften mit62Proz. bis an die 90 000 gewachsen. In einem Jahre wurden 306 000 Gulden an Streikunterstützung ausgezahlt. Die evangelische.neutrale" und anarchistische Gewerkschaft sind zu bedeutungslosen Sellen zusammengeschrumpft, nur die katholische Gewerkschaftsbewegung weist ein beträchtliche« Wachstum auf. Trotzdem hat jetzt unsere Zentrale anderthalbmal sovie Mitglieder als die vier anderen zusammen. Insbesondere rühmte der Redner das gute Einvernehmen, in dem die Gewerkschaften mit der sozial- demokratischen Arbeiterpartei stehen. Der Proteststreik der russischen Arbeiter gewinnt immer mehr an Umfang. Nach amtlichen Feststellungen ist die Zahl der Streiken- den in Petersburg auf 110 000 gestiegen. Sie trugen rote Flaggen umher, sangen revolutionäre Lieder, störten den Straßenbahnverkehr, bewarfen die Polizei mit Steinen und verletzten drei Polizeioffiziere, fünf Revieraufseher und elf Schutzleute. In einigen Fällen feuerte die Polizei Revolverschüffe, um die Menge zu zerstreuen. Es wurde dabei niemand verletzt. 4ö Arbeiter wurden verhaftet. � Wiborger Stadteil veranstalteten mehrere tausend Ausständige eine Versammfung. Als die Menge die Ausforderung der Polizei, auseinander zu gehen, mit Steinwürfen beantwortete, wurden Kosaken herbeigeholt. Nach dreimaliger Aufforderung, auseinander zu gehen, gaben die Kosaken zweimal blinde Schüsse ab, worauf die Arbeiter sich zerstreuten. An anderer Stelle hielten die Streikenden wieder Straßenbahnwagen an und zwangen das Publikum, aus- zusteigen, worauf die Wagen umgestürzt wurden. An verschiedenen Punkten wurden etwa zwanzig Wagen umgestürzt. In Moskau ist der Straßenbahnverkehr wegen des Protest- streiks der Arbeiter der elektrischen Konlrollstation eingestellt. der(aillaux-prozeß. (Telegraphischer Bericht.) Auch heute ist der Schwurgerichtssaal von einer dichten Menge belagert, die Einlaß begehrt oder wenigstens die Hauptakteure deS forensischen Dramas, das sich vor den Geschlvorenen entrollt, zu sehen wünscht. Gleich der erste Zeuge, der aufgerufen wird, der Roman- schriftsteller Paul Bourget, führte tn die literarisch-politische Atmosphäre, in der sich Calmette zu bewegen pflegte, ein. Hatte die Vernehmung Bourgets bereits die nötige Spannung geschassen, so sollten die Aussagen der folgenden Zeugen, der Re- dakteure Poncetton und Peer vom„Figaro", die erste wirk- liche Sensation des Prozesses bringen, da sich gerade die Aussagen dieser Zeugen, die allgemein für die schärfsten Belastungszeugen galten, für die Angeklagte außerordentlich günstig ausfielen. In der Voruntersuchung war immer nur behauptet worden, daß Calmette ein Portefeuille bei sich getragen habe, in dem sich die kompromittierenden Briefe nicht befunden hätten. Labori fragte Poncetton, ob er d.,bei gewesen sei, wie man die Taschen des schwerverwundetcn Calmette geleert habe. Poncetton gab dies zu und erklärte, daß er nur das fragliche Portefeuille gesehen habe. Berr dagegen, der nach Poncetton ver- nominen wurde, erklärte, sich deutlich zu erinnern, daß außer dem Portefeuille aus anderen Taschen des Jacketts, das Calmette ge- tragen habe, Briefe und andere Dokumente herausgenommen worden seien. Da Calmette die Gewohnheit hatte, alle wichttgen Schriftstücke stets bei sich zu tragen, weist Labori mit viel Tempera- ment auf diesen Widerspruch hin. Der Erfolg, den Lobori für seine Klientin erzielt, steigert sich noch bei der Vernehmung des nächsten Zeugen, des gegenwärtigen Direktors des„Figaro", P r e st a t. Von dem Verteidiger durch geschickte Kreuz, und Querfragen in die Enge getrieben, gibt Prestat zu, daß er verschiedene Calmette gehörige Briefschaften verbrannt habe, die er aus den Taschen deS Ermordeten genommen habe. Gleichsam sich entschuldigend, fügt er jedoch hinzu, daß diese Briefe höchst unschuldiger Natur gewesen seien. Sofort fällt ihm Labori in die Parade und fragt ihn, warum er denn Briefe, die völlig unschuldig seien, verbrenne. Prestat kann darauf nichts antworten. Sowohl im Zuschauerraum wie auf der Richterbcmk und auf der Tribüne der Geschworenen kann man den sichtbaren Eindruck erkennen, den der Gang der Verhandlung gemacht hat. Nach Prestat Iverden noch einige weitere Angestellte des „Figaro" vernommen, deren Aussage jedoch belanglos ist und um Uhr macht der Vorsitzende eine halbstündige Pause. DaS Hauptmoment der Nachmittcrgssitzung, die kurz nach 5 Uhr ihren Anfang nimmt, ist die Vernehmung llaillaux'. Der Präsident will zuerst Caillaux den Schwur abnehmen, bemerkt jedoä, sein Versehen und gibt ihm, ohne ihn zu vereidigen, das Wort. Der Vorsitzende wünscht zuerst von Caillaux Auskunft über sein Verliältnis zu seiner erste» Gattin, der jetzige» Madame G u e y d a n. Caillaux antwortet aus die ihm vorgelegten Fragen mit Präzision, bringt jedoch zunächst nichts hervor, was nicht dem Publikum sckon bekannt ist. Das Verhör Caillaux wird interessant, als er auf die ihm ent- wendeten Briefe zu sprechen kommt, die eine so große Rolle in dem politischen Drama, dem Calmette zum Opfer gefallen, spielen sollten. Die ersten Nachrichten von der baldigen Veröffentlichung der Briefe erhielt er durch die Prinzessin EScadera. Er hat dann mit dem damaligen Kabinettchef Barthou eine längere Rücksprache gehabt, in der dieser ihm erklärte, wie er sich genau erinnere, daß die Ver- öffentlichung doch ausgeschlossen sei, denn kein Journalist, der einen Funken von Ehrgefühl besitze, würde eine derartige Infamie be- gehen, Privatbriefe derartig intimen Inhalt» zu veröffentlichen. Nichtsdestoweniger sei die Veröffentlichung des Briefes, der mit „Ton Jo" unterzeichnet war, und der aus dem Jahre 1901 stammte und an Caillaux' erste Gattin, die jetzige Mme. Gueydan, gerichtet war, geschehen. Di« Bekanntgabe dieses Briefes durch den..Figaro" wirkte in dem Caillauxschcn Haushalt wie eine Bombe. Frau Caillaux er- schien an dem Morgen, an dem der„Figaro" den Brief reprodu» zierte, in der größten Aufregung im Schlafzimmer des Ministers mit der Zeitung in der Hand. Sie fürchtete, daß die Veröfsent- lichung der übrigen Briese, deren Kopien sie in den Händen Frau Gueydans wußte, unmittelbar bevorstände. Caillaux versuchte alles, um seine Frau zu beruhigen und sprach noch am gleichen Tage mit dem Präsidenten P o i n c a r e. Er gibt zu, in einem Augenblick der höchsten Aufregung dem Staatschef erklärt zu haben, er werde Calmette töten. Caillaux wendet sich dann dem Unglückstage, dem 16. März, zu. Noch am Morgen deS Tages habe seine Frau ihm vorgeworfen, sie völlig schutzlos ihren Feinden auszuliefern. Er erklärte, er habe alle» getan, was in feiner Macht stand, um feine Gattin, die sich in einem Zustand der allerhöchsten Aufregung befand, zu beruhigen. „Ich sagte ihr," so fährt Caillaux fort,„ich werde Calmette alle Knochen im Leibe zerschlagen." „Willst Du heute noch zu ihm gehen?" fragte mich meine Frau. „Nein," sagte ich,„die Stunde ist noch nicht gekommen, aber sie wird bald da sein." „Wir frühstückten alsdann, meine Frau aß wenig und befand sich in großer Unruhe. Sie bat mich, sie von dem Diner bei dem italienischen Botschafter Tittoni, zu dem wir geladen waren, zu diS- pensieren. Ich redete ihr gut zu und erklärte ihr, ich würde in den Senat gehen." Zur dramatischen Wucht steigerte sich die Vernehmung Cail- laux', als er auf den Leidensweg zu sprechen kommt, den er und seine Frau in den Wochen vor der Verübung der Tat zu gehen hatten. Tiefe Bewegung durchzittert seine Stimme, und der ge- schickte Debatter stockt und scheint nach Worten zu suchen, als er tief bewegt in den Saal ruft: „Ich klage mich an, dem Seelenzustand meiner Frau nicht ge- nügend Aufmerksamkeit geschenkt und nicht zur Zeit eingesehen zu haben, wie tief sie während der ganzen Kampagne gelitten hat. Wenn ich besser verstanden hätte sie zu beurteilen, hätte ich niemals die Drohworte gesprochen, die sie beruhigen sollten, die aber nur die entgegengesetzte Wirkung hatten. Ich klage mich an, mir nicht die Leiden klar gemacht zu haben, die sie durchmachte. Aber wie schwer ist es auch in einer mensch. lichen Seele zu lesen!" Bei diesen Worten übermannt die Rührung den Minister und er bittet den Vorsitzenden eine kurze Pause eintreten zu lassen, da er sich zu angegriffen fühle, um sofort weiter reden zu können. Der Vorsitzende vertagt die Sitzung aus 20 Minuten. Um Vtß Uhr wird die Sitzung wieder eröffnet und mit dem Verhör Caillaux' fortgefahren. Cmllaux benutzt die Gelegenheit, um sich von allen den Vorwürfen zu reinigen, die von seinen politi- sehen Gegnern, die vor seiner persönlichen Ehre und der seiner Gattin nicht Halt gemacht haben, gegen ihn erhoben worden sind. „Nie ist eine solche Kampagne mit solcher Hartnäckigkeit und solchem Hasse geführt worden," so ruft er aus. „Aber woher stammt diese Leidenschaft?" Weil ich der Ansicht gewesen bin, daß das Interesse de? Staates eine Steuerreform verlange." Die Gegner dieser Reform hätten jedes Mittel versucht, um den Mann auf die Knie zu zwingen, der gegen ihre» Willen eine Steuerreform herbeizuführen bestrebt gewesen. „In der Verteidigung meiner persönlichen Interessen werde ich jedoch den Schutz der nationalen Interessen nicht aus dem Auge lassen," so erklärt Caillaux,„als ehemaliger Chef der Regie- rung werde ich von gewissen Dokumenten nicht sprechen, deren Be- kanntgabe dem Lande einen empfindlichen Schaden zufügen könnte." Diese Erklärung Caillaux' erregt die lebhafteste Aufmerk- samkeit, da der ehemalige Minister auf das sogenannte„grüne Dokument" anspielt, das bereits so oft erwähnt wurde und dessen Veröffentlichung geradezu verheerende Wirkungen für eine große Anzahl Politiker haben würde, die nicht gerade zu den guten Freunden Caillaux' zählen. Um H7 Uhr wird die Sitzung auf morgen vertagt. Soziales. i Verfehlte Spekulation. Mit einer TerroriLmuSliige suchte der Tischler iebelkorn gestern vor dem JnnungSschiedSgericht seine erurteilung abzuwenden. Er hatte einen angefangenen Akkord liegen lassen. Dem taris- lichen Uebereinkommen gemäß machte nun die Firma West ermann und Hacker«inen Schadenersatzanspruch von 21,60 geltend. Der Beklagte behauptete, er sei. ohne den Arbeitsnachweis zu passieren, eingestellt worden. Au« diesem Grunde hätten ihn die organisierten Kollegen hinauSdrängeln worden. Er sei schwer bedroht und dadurch gezwungen worden, die Arbeit aufzugeben. Gefragt, wer ihn bedroht habe, wußte er keine Antwort zu geben. Da« JnnungsschiedSgeri'cht schätzte die Angaben deS Beklagten richtig«in und verurteilte ihn zu 21,60 Mk. Schaden« ersatz._ Ländliche Sittenzustände. Auf dem Gut des Herrn Schurig in Etzin(Kreis Ost- Havelland) ist eine Kolonne von 24 Schnittern beschäftigt: 13 Mädchen und Frauen, 6 Burschen, 4 Männer sowie der Bor- schnitter mit seiner Frau. Diese 24 Personen schlafen in Räumen, dir durch keinerlei Türen getrennt find, vergeblich verlangte der Bor schnitter, es sollten Türen eingehängt werden, damit dem nächtlichen Unfug Einhalt geschehe. Als Antwort belegte der Inspektor die Räume mit noch drei Männern.— Auch daS Anrufen deS Gutsbesitzers war fruchtlos. Der Borschuitter erklärte darauf, daß er den Dienst verlassen müsse, wenn die Schlaftäume nicht der Gesundheit und Sittlichkeit entsprechend hergestellt würden. Der Besitzer stellte dem Vorschnitter anbeim, zu gehen. Das tat er. Auf Grund der ZK 618 Absatz 2 und 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs wird er seine SchadenSersotzausprüche geltend machen. Der Fall hat als fast typischer Fall für die SittlichkeitS- Verhältnisse auf dem Lande Bedeutung. Der Gutsherr ist nach Z 618 Abs. 2 deS Bürgerlichen Gesetzbuches verpflichtet, die Schlaf- räume so einzurichten, daß auf die Gesundheit und Sittlichkeit die erforderliche Rücksicht genommen wird. Hier wird den Polizei- Vorschriften entgegen breiteste Gelegenheit zur Aus- Übung der Unzucht gegeben und dem Arbeiter, der sich hier- gegen auflehnt und ein ruhiges, mindestens durch Türen für die verschiedenen Geschlechter getrenntes Schlafgemach verlangt, anheim- gestellt, den Staub von seinen Füßen zu schütteln. Sind dem um das Nachtleben in Berlin so besorgten Minister deS Innern solche Zustände bekannt? Ist ihm inS- besondere bekannt, ob in solchen Fällen dem klaren Wortlaut der 180, 181 R.-Str.-G.-B. entsprechend wegen Kuppelei gegen den Besitzer und Inspektor eingeschritten wird? Ferner: weshalb in Etzin weder Polizei noch Staatsanwaltschaft bislang wegen Kuppelei vorgegangen sind? Vom Bauschwindel. Im Auftrage des preußischen Philisters für Handel und Gewerbe hat Regierungsrat Dr. Hopker eine Denkschrift über Verluste der Bauhandwerker und Lieferanten bei Neubauten verfaßt. Die Erhebung beschränkt sich räumlich auf Groß- Berlin, zeitlich auf die Jahre 1909 bis 1911. Das vorgelegte Material läßt deutlich erkennen, daß der Bauschwindel sehr üppig gediehen ist. Anders lassen sich nämlich die nachgewiesenen Verluste kaum erklären. Man kommt zu der Ueberzeugung, daß bei der Inangriffnahme einer Reihe von Bauten schon bei einem oder mehreren Be- teiligten die Absicht bestand, Bauhandwerker und Lieferanten zu betrügen. Und eS wird tüchtig betrogen. Abgesehen von den öffentlichen Bauten erfaßt die Statistik für 1909 bis 1911 insgesamt 6962 Neubauten. Geringwertige Bauten, wie Schuppen, sind nicht berücksichtigt worden. Der Gesamt- wert der berücksichtigten Gebäude ist auf 1154 Millionen Mark berechnet worden. Bon dieser Summe entfallen 97Z Millionen Mark auf 5252 Mietswohnhäuser. Bei nicht weniger alS 2818 Häusern oder fast 41 Proz. der Gesamtheit sind Verluste angemeldet worden, die mit insgesamt 20�/, Millionen Mark 1,78 Proz. der Neubauwerte ausmachen. Von den hier in Betracht kommenden Häusern wechselten 1387 in Zwangs- Versteigerungen den— nominellen Besitzer. Hierbei entstanden für Handwerker und Lieferanten 12'/« Millionen Mark Verluste. Die Annahme findet Bestätigung, daß der Bauschwindel vornehmlich bei der Errichtung von Mietshäusern sein Un- Wesen treibt, viel weniger macht er sich bei dem Bau von Villen, Geschäfts- und Fabrikgebäuden bemerkbar. Eine Reihe von Betrieben hat infolge der Verluste nicht weiter existieren können. Besonders schwer geschädigt erscheinen die Materiallieferanten. Leider ist nicht ermittelt worden, und kann vollständig auch Wohl nicht festgestellt werden, um welche Summen Bauarbeiter betrogen worden sind. Der Verfasser der Denkschrift kommt zu der Auffassung, daß der Bauschwindel in seinen verschiedenen Formen nicht so allgemein, wie man in Handwerkerkreisen behaupte,* als Ursache des Verlustes zu betrachten sei. Der Hauptgrund der Verluste sei die— Ueberproduktion von Bauten, die eine Insolvenz zuverlässiger oder leidlich zuverlässiger Unternehmer hervorrufe. Es ist nicht ganz klar, was sich der Herr Re- gierungsrat dabei gedacht hat. Wodurch wird der„zuverlässige" Unternehmer denn insolvent? Doch dadurch, daß der wirkliche Unternehmer, die geldgcbende Bank und der Hypotheken- gläubiger, der oft der Vorbesitzer des Grundstücks war, zur rechten Zeit die Hergabe«von Baugeldern einstellt, Akkorde oder Subhastationen erzeugt. Das passiert bei den„Soliden", viel allgemeiner jedoch bei den Strohmännern der wirMchen Unternehmer. Der Bauschwindel, eine der übelsten Blüten am Baum des Kapitalismus, wäre unmöglich, wenn der Grund und Boden der Spekulation entzogen und der Wohnungsbau durch die Gemeinden betrieben würde. 7I110 aller Welt. der Toöesritt. DaS Thüringische Husarenregiment Nr. 12 aus Torgau, daS sich auf dem Marsch nach dem Truppenübungsplatz Warthe- lager bei Posen befindet, setzte gestern vormittag von 8 Uhr ab bei Pollenzig über die Oder. Bei einer Buhne gerieten gegen'/,12 Uhr vier Husaren in ein tiefes Loch und gingen samt den Pferden unter. Zwei Husaren konnten sich alSbald ans Ufer retten. Der Husar Koch war in ein 5 bis 6 Meter tiefes Loch geraten und wurde von dem Vizewachtmeister d. R. von Harnack, einem Sohn beS Profeffors von Harnack in Berlin, auS dem Wasser geholt, doch war der Tod bereits eingetreten. Bei dem vierten Husaren waren die angestellten Mederbelebungsversuche von Erfolg. Zu dem Unfall bei Pollenzig an der Oder wird noch ge- meldet: Als die 1. Eskadron des Husarenregiments Nr. 12 bereits wieder abgerückt und in Messow eingetroffen war, be- merkte man das reiterlose Pferd des Husaren Graß. Die Vermutung, daß er bei Pollenzig ertrunken sein könnte, be» stätigte sich bald. Seine Leiche wurde im Laufe des Nach- mittags an der Unglücksstelle gefunden. Das Unglück hat somit zwei Opfer gefordert. Wieder ein Lustmord. Gestern nachmittag gegen 1 Uhr wurde in Grobdorf (Sachsen-Altenburg) in einem Haferfelde die sieben Jahre alte Tochter Erna des Gutsbesitzers Landmann ermordet aufgefunden. Das Mädchen hatte ihre im Krankenhause in Ronneburg befindliche Mutter besucht und ist ans dem Heimwege vermutlich von einem Radfahrer, nach dem man fahndet, in ein Feld geschleppt und dort getötet worden._ Eisenbahn-Unfälle. Gestern vormittag nach 9 Uhr stießen in dem kleinen Tunnel zwischen Dörrberg und G e h I b e r g bei Arnstadt zwei zu- sammengekuppelte leer laufende Maschinen mit einer aus entgegen- gesetzter Richtung kommenden Maschine zusammen. Zwei Lokomotiv- beamte wurden schwer, drei leicht verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. Der Berkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Ein zweiter Eisenbahnzusammenstoß ereignete sich nachmittag?, kurz nach 3 Uhr zwischen Dörrberg und Gräfenroda, wo der Betrieb infolge des LolomotivzusammenstoßeS zwischen Gehlberg und Dörr- berg nur eingleisig aufrechterhalten wurde. AuS noch miaufgellärter Ursache fuhr ein Personenzug auf einen haltenden Güterzug, wobei eine Frau leicht verletzt und ganz erheblicher Materialschaden an« gerichtet wurde. Die Strecke ist teilweise ganz gesperrt. Der Ver« kehr wird über Eisenach— Themar— Ilmenau geleitet. Grausiger Leichenfund bei Nizza. Auf einer Felsenklippe in der Nähe von Nizza fand ein Fischer» der hier seine Netze auswarf, eine stark in Verwesung übergegangene Leiche. Nach der Ansicht der Aerzte, die mit der sofort alarmierten Polizei zusammen erschienen, ist es wahrscheinlich, daß die Leiche seit einigen Monaten an einer anderen Stelle versteckt war und erst vor einigen Tagen auf die Felsenklippe gebracht wurde. Die Nizzaer Zeitungen und auch die Polizei sind der Ansicht, daß die aufgefundene Leiche die des am 26. März 1913 auf rätselhafte Weise verschwundenen jungen ungarischen Bankiers Ernst Havas ist. Es wurde damals angenommen, daß HavaS, der stet» große Geld- betrüge bei sich trug, in die Wohnung einer Halbweltdame gelockt und dort ermordet wurde. ES gelang aber nicht, seine Leiche auf- zufinden. Erst vor einigen Tagen wurdo- auf die Auffindung eine Belohnung von SO 000 Fr. ausgesetzt. Kleine Notizen. Verzweiflung. Der 34jährige Schneider August Kutschera in Wien brachte seinen beiden Knaben im Alter von füni bezw. drei Jahren Messerstiche bei und verletzte sich sodann selbst tödlich. Der ältere Knabe starb an den Verletzungen, der jüngere sowie der Vater liegen iitu�ierbeu. Arbeitslosigkeit soll den Kutschera zu der Tat veranlaßt.�ben. AmowudUunfällc. Bei Mährisch-Ostrau fuhr ein Automobil gegen ein» Telegraphenstange und wurde mit furchtbarer Wucht gegen einen hwanfahrenden Zug der Montanbahn geschleudert. Dem Chauffeur wurde derKopf vom Rumpf getrennt. Ein Insasse wurde durch Ueberfahren getötet und ein zweiter schwer verletzt.— Wie aus G a l d a r auf den Kanarischen Inseln gemeldet wird, sind durch den Sturz eine» Automobils in einen Abgrund sieben Personen getötet, 12 lebensgefährlich und 20 schwer verletzt worden. Die Cholera in Rußland. Im Gouvernement Podolien sind bis heute an Cholera 213 Persouen erkrankt und 49 gcstorben. Zwei Personenzüge sind bei Toulouse zusammengestoßen. Vier Wagen wurden zertrümmert, sechs Reifende getötet und etwa dreißig verletzt. ligemein- Verfchiedenes Affultrele Cigarettenfabrik. GARBÁTY CIGARETTEN Qualität Erscheint 2 mal wöchentlich. Phänomen MONA Die neue 33 LISA Qualitäte Cigarette Manoli- Zigaretten Bäcker- d. 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Paul Schubert, Bilbelmsaue 27. erhält beim Stauf 10 Mark guts Jachgemäße Bewirtschaftung des haus lichen Zier, Gemüse und Obst. gariens von Mar Hesdörfer. Sweite bermehrte Auflage. Dit 137 Tegt abbildungen. Breis 3,50 Mart. Erpedition Borwärts, Lindenstr. 69. Berantwortlicher Redakteur; geschrieben. Sonntags 8-10 geöffnet. Unterricht. Arbeitsmarkt. Elektromonteur Unterricht in der englischen gesucht, welcher im Baut v. Ueberland. Sprache. Für Anfänger und Fort Bentralen bewandert ist, sowie landgeschrittene, einzein oder im Zirtel, wirtschaftl. Maschinen repariert. Dem wird englischer Unterricht erteilt. Monteur wird Gelegenheit geboten, gefertigt. G. Swienty Liebknecht hohe Provision zu verdienen. Charlottenburg, Stuttgarterplat 9 Meld. an Hugo Buchholz, ErmländlGartenhaus III. 44 scheMaschin.- ZentraleWormditt Ditpr. Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 197. 31. Jahrgang. 2. Knlm i>ks LawSck" Kerlim WÄM. Mitw-ch. 22. Iii! 1914. der Lustmord in Neukölln. Der mutmaßlich alleinige Mörder der vierjährigen Margarete Napp, genannt Sprenger, aus der Warthestraße 13 zu Neukölln wurde gestern vormittag abermals eingehend verhört. Er blieb aber bei seiner Darstellung, die er in der Nacht zuletzt gemacht hatte. Danach hat er seinem Freund Werner zwei kleine Mädchen, die vierjährige Margarete Napp und das dreijährige Töchterchen eines anderen Hausbewohners, auf seinen Wunsch hin in seiner Behausung zugeführt. Werner habe, während er das andere Kind wieder mit einigen Pfennigen fortgeschickt habe, weil es ihm nicht grfiek, sich an der kleinen Napp vergangen und ihr auch den Stich mit dem aufgefundenen Messer beigebracht. Er sei. während dies geschehen, in dem Garten gewesen. Als er wieder hereingekommen sei, habe daS Kind aber noch geledt und er habe nun den Strich der um feinen Hals lag, noch fester zugezogen. Werner und er hätten sich dann kurz nacheinander entfernt. Er habe auf der Straße die Bekanntschost eines Mädchens gemacht und es mit in seine Behausung genommen. Die Adresse des Mädchens, die dies auch bekunden könne, habe er sich auf einen Zettel geschrieben, der sich noch in der Wohnung be« finde. Die kleine Leiche habe er vergraben, während das Mädchen am Morgen fest geschlafen habe. Gestern vormittag nun wurde, da Beständig seine Aussagen nicht ändern wollte, das dreijährige Mädchen, das bei ihm gewesen sein wollte, befragt. ES gab an, in der Wohnung BeständigS ge Wesen zu sein und dort neben Schokolade auch einige Pfennige er- halten zu haben. Auch sprach die Kleine davon, daß noch ein anderer .Onkel' dagewesen sei. Die Vernehmung gestaltete sich jedoch sehr schwierig und glaubt die Neuköllner Kriminalpolizei, auf diese Aussagen nichts geben zu können. Die Durchsuchung der Wohnung BeständigS nach dem Zertel mit der Adresse des Mädchens, das bei ihm übernächtigt haben soll, war vergebens, lieber Werner sagte Beständig noch, daß dieser die Absicht ausgesprochen habe, nach Hamburg zu fahren, um zu versuchen, von dort nach Amerika zu entkommen. Die Neuköllner Kriminalpolizei hat bisher für die Mittäterschaft deS angebliches Werner noch keine Anhaltspunkte gefunden, die diese wahrscheinlich«nachen. Sie steht immer noch auf dem Standpunkt, daß Beständig die scheußliche Tat allein begangen hat. Die Frau des Verhafteten, die fich in Grandenz befindet, konnte noch nicht ver- nommen werden. Im Laufe des gestrigen Vormittags haben sich verschiedene Männer gemeldet, die Werner heißen, es war aber keiner unter ihnen, der der.Freund und Spießgeselle' BeständigS ist. Von .Werner' gibt der Verhaftete jetzt auch ein« Beschreibung. Danach ist dieser 1,70 bis 1,80 Meter groß, 38 Jahr« alt, hat eine schlanke Figur, ein schmales blasieS Gesicht, blonde« Haar, einen braunen, nach oben gedrehten Schnurrbart und auf der rechten Wange eine Narbe. Auf dem linken Unterarm hat er eine Tätowierung, die«ine schwebende Jungfrau am Trapez darstellt und eine Schlange, die sich vom Handgelenk nach dem Daumen zieht. Auf dem rechten Oberarm hat er ein Medaillon tätowiert, das ein Mädchenkopf ziert. Bekleidet gewesen ist er mit einer hellgestreiften Hose, dunklem Jackett und Woste, schwarzen Schnürschuhen, einem schwarzen steifen Hut und einem Stehumlegei.agen mit einer kleinen schwarzen j Schleife. An der linken Hand trägt er einen Siegelring. Obwohl die Kriminalpolizei auch trotz dieser genauen Beschreibung des.Mittäters' den Angaben Beständig? keinen Glauben schenkt, hat sie für alle Fälle doch sofort telegraphtsche Nachrichten nach Hamburg ge- geben, da Beständig behauptet, daß er von dort nach Amerika wolle und, wie er jetzt noch hinzufügte, auch über genügende Geldmittel verfüge. Ueber das Mädchen, da» er mit in die Wohnung genommen und beherbergt haben will, obwohl die kleine Leich« der Margarete Napp in einem Sack in einer Ecke der Stube gelegen habe, sagt er noch aus, daß er die» in der Hcrmannstraße weinend angetroffen habe. Er sei auf das Mädchen zugegangen, babe es gefragt, was ihm fehle, und als dies erzählt habe, daß es au» Luckenwalde stamme, aber sein Reisegeld nach dort verloren habe, sich bereit erklärt, ihm Unterkunft zu gewähren. Die Weinende habe sich damit auch einverstanden erklärt. Als ihren Namen gibt er Anna Roth an. Mitgenommen haben will er sie nach setner Aussage Haupt- sächlich darum, weil er sich allein in der Wohnung gefürchtet Hab«. Der Mörder der kleinen Margarete Napp wurde gestern abend, nachdem er bei einem abermaligen Verhör bei seiner letzten Dar- stellung geblieben war, dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Seine � Frau kehrte gestern nachmittag aus Graudenz zurück und wurde gleich von Kriminalbeamten nach dem Neuköllner Polizeipräsidium gebracht. Auf die Frage nach dem Freund Werner, den sie nach Bekundungen ihres Mannes ebenfalls kennen sollte, erklärt« sie, hon ihm nichts zu wissen. � Parteiangelegenhelten. Neukölln. Mittwoch, Pen 22. Juli, abend» 8 Uhr, bei Bartsch, Hermannstr. 4S: Zusammenkunft der Jugendseltion. Vortrag des Gen. Schaarschmidr über:»Ferdinand Lassalls'. Britz-Bucksw. Am Sonnabend, den 1. August 1S14, wird die Bibliothek bi« auf weiteres geschlossen und müssen die ausgeliehenen Bücher bis dahin zurückgegeben werdm. In Bibliotheksangelegen- heiten wende man sich an Paul Hase, Britz. Pintsch-Lllce 43 I. Di» für heute angesetzt« Versammlung findet an ewem noch be» kannt zu gebenden späteren Tag« statt. Teltow. Heute abend 8'/3 Uhr: Mitgliederversammlung. öerliner Nachrichten. Mehr Freibadegelegrnheit l Man schreibt uns: Wenn das Sechstagerennen des Arbeiters am Sonnabend endigt und er nun 36 Stunden der stickigen, dumpfen Fabrik oder der staubigen Werkstatt ent- fliehen kann, so ist es bei dieser Tropenhitze natürlich und er- Kärlich, wenn er mit Kind und Kegel hinauspilgert in den schattigen Wald oder an den kühlenden Strand. Wie oft ist an dieser Stelle schon der fühlbare Mangel an wirklichen „Frei'bädern hervorgehoben worden, leider ohne genügenden Erfolg. Warum gibt man nicht alle Seen und Wasserläufe in der nächsten Umgebung der Stadt frei, wenigstens soweit sie sich zum Baden eignen? Warum werden an einzelnen Stellen Zehntausende Menschen zusammengepfercht und warum wird noch eine besondere Steuer in Form von Eintrittsgeld er- hoben? Tie weise Obrigkeit wird antworten: das geschehe zum Schutz des Publikums selbst. Ja, hat man denn schon jemals gehört, patz em Gendarm die an unerlaubter Stelle i Badenden vor Unfall bewahrt oder Ertrinken gerettet hätte? j Das Gegenteil ist eher der Fall. Die Badenden wollen durch das Erscheinen der Gendarmen ein Strafmandat nicht riskieren, : unö so gefährden sie Leben und Gesundheit durch längeres ! Verweilen im Wasser; mancher hat sogar bei dieser Ver- folgung den Tod erlitten. Was für Verdienste würde sich die Polizei um das Wohl der Menschheit erwerben, wenn sie z. B. auf dem Schlachtfeld der Arbeit eine strengere Aufsicht zwecks Jnnehaltung der Vorschriften zur Vermeidung von Unglücksfällen üben wollte. Täglich ereignen sich im Dienste des Kapitals die gräßlichsten Unfälle, fortgesetzt werden gesunde blühende Menschen ver- nichtet oder zum Krüppel geschlagen, aber von strengeren Maßnahmen hört man da nie etwas. Wenn jemand an einer nicht erlaubten Stelle badet, so erhebt sich ein Geschrei: Verbotstafeln werden angebracht und womöglich noch ein Schutzmannsposten dabei gestellt. Verbot und Strafe, das ist die Ouintessenz des Polizeigeistes. So soll sich vor acht Tagen im Tegeler See folgender Unfall zugetragen haben. Ein Mann, dem Ertrinken nahe, wurde von einem Schwimmer bemerkt. Schon hatte er den Arm des Versinkenden erfaßt, da erscholl der Schreckensruf: der Gendarm, der Gendarm! Die Angst vor der Polizei und dem drohenden Strafmandat war leider größer als das edle Pflichtgefühl, ein Menschenleben zu retten: er brachte sich selbst in Sicherheit und jener ertrank. Eine jener Stätten, wo Tausende Arbeiter Sonntags Ruhe und Erholung suchen, ist die Insel Baumwerder. Um zu ihr zu gelangen, muß man natürlich übersetzen, doch ist dasselbe Privatversonen sireng verboten. Es befindet sich wohl ein Bootsvcrleihgeschäft in der Nähe, doch wird von jenem 15 Pf. pro Person erhoben. Bei der doppelten Fahrt und einer starken Familie ist das aber unerschwinglich. Nun haben sich durch langes Bekanntsein Freunde und Nachbarn, auch Verwandte bereit erklärt, die im Besitz eines Bootes sind, das Uebersetzgcschäft zu besorgen; aber mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig wäre, sucht die Gendarmerie dies zu verhindern und mit Strafen vorzugehen. EL wird sogar mit der Fortnahme deS BootcS gedroht. Solange die Insel im Privatbesitze war, übten die Gendarmen dort eine rücksichtslose Herrschaft, man verlangte sogar, daß auch die Männer ein geschlossenes Badckostüm anlegen sollten. Um die Ordnung auf der Insel aufrechtzuerhalten und der Obrigkeit keinen Anlaß zum Einschreiten zu geben, bildete sich bald ein Verein der Naturfreunde, der selbst alles überwacht und etwaigen Unfug verhindert, es ist auch noch nie die ge ringste Klage laut geworden. Der Verein hat sogar letzthin ein Fest veranstaltet, von dessen Ueberschuß, wie es heißt, Abort anlagen geschaffen werden sollen, um auch den hygienischen und ästhetischen Ansprüchen zu genügen. Da die Stadt Berlin als jetzige Besitzerin unter gewissen Bedingungen den Aufenthalt gestattet hat, ist das Vorgehen der Gendarmen jetzt weniger angebracht als früher, sie richten aber nun ihr Hauptaugenmerk auf das Uebersctzen. So harrten am letzten Sonntag Tausende von Ausflüglern stundenlang am Ufer, um nach dem Festlande zu gelangen, doch vor der Insel kreuzte ein Polizeiboot und verhinderte jedes Uebersetzen, während am jenseitigen Ufer zwei Gendarmen etwaige Sünder erwarteten. Erst als die Dunkelheit hereingebrochen, konnte mit dem Uebersetzen be- ionnen werden, allerdings an einer weit abgelegenen, im -chtlf versteckten Stelle. Der Ansturm auf die Boote war naturgemäß enorm, alle Boote waren überfüllt. Wie leicht hätte sich hier eine Katastrophe abspielen können. Welche Zwecke verfolgen nun die Behörden und ihre Organe nüt solchen unbegreiflichen Maßnahmen? Will man der Bevölkerung durch solche kleinlichen, schikanös wirkenden Verbote den Aufenthalt im Freien erschweren? Welches Gesetz verbietet einem Bootsbesitzer das Mitfahren bczw. Uebersetzen von befreundeten Familien und Gästen und ist es strafbar, wenn ein Fremder aus Dankbarkeit für das Kahnsahren unaufgefordert ein Trinkgeld gibt? Hat die Polizei an Ansehen noch viel zu verlieren, daß sie solche Nadelstichpolitik treibt und muß sie stündlich den Bewohnern vor Augen führe», in welcher Abhängigkeit und Unfreiheit sie sich befinden? Wann endlich kann auch einmal ein Preuße in den Genuß und freien Gebrauch von Licht, Luft und Wasser gelangen?_ Ein Steuerstreit. Der FortblldungSschullehrcr Neubauer zu MahlSdorf klagte gegen den Gemeindevorsteher von Mahls- darf auf Herabsetzung der Gemeinde-Einkommensteuer. indem er das ältere Kommuualsteuerprivileg gemäß der Verordnung von 1867 für sich in Anspruch nahm und danach nur mit der Hälfte seines Diensteinkommens als Fortbildungsschullehrer zur Gemeindesteuer herangezogen werden wollte. Dies Privileg steht u. a. den Elemontarlehrern noch zu, die bereits vor dem 1. April 1909 im Amte waren. Kläger behauptete, als Fortbildungsschullehrer sei er„Elementarlehrer". Die Klage wurde abgewiesen und das Oberverwaltungs- gericht bestätigte das Urteil. Es sprach aus, daß zwar die Lehrer an Pflicht-Fortbildungsschulen Beamte seien, daß sie aber nicht als Elementarlehrer im Sinne der Verordnung von 1867 anzusehen wären. Die älteste Frau Berlins. Sie heißt Auguste Heinrichs, wohnt in der Zionskirchstraße, ist 102 Jahre alt und das„Berliner Tageblatt' hat ihr kürz- lich einen gefühlvollen Artikel gewidmet. Ueber Berlin ist sie nie hinausgekommen; Steglitz ist für sie der äußerste Punkt der bewohnten Erde geblieben. Es fehlte ihr leider an Zeit zu Ausflügen. Der Mann wurde krank. Zwei Kinder kamen. Sechzig Jahre mußte sie jahraus, jahrein am Waschfaß stehen. Von früh bis spät— und damals fingen die Waschfrauen noch um 3 Uhr morgens mit der Arbeit an. Dafür aber hat sie allerlei erlebt. Die erste Eisenbahn in Berlin; den ersten regelmäßigen Omnibus zwischen Potsdamer Bahnhof und Alexanderplatz; die ersten GaSlaternen; die Revolution von 43 und noch einiges mehr. Wenn man dem.Berliner Tage- blatt' glauben darf, war das alles aber noch gar nichts gegen ein anderes Erlebnis. Das Blatt schreibt: „Ihr schönstes Erlebnis aber hatte sie vor zwei Jahren. Sie feierte ihren 100. Geburtstag. Da kam ein Aulomobil vor- gefahren. Ein ganz feiner Herr mit blanker Golduniform kam herauf und brachte die Glückwünsche vom Kaiser. Sie dachte zuerst, es sei der Kaiser selber. So schön war die Uniform. Und so einen Bart hatte der Herr auch. 100 Taler hatte der Kaiser geschickt! Ja, wenn man doch alle Tage hundert Jahre alt würde i" Nicht wahr? Mqn wird belohnt, wenn man in der kapitalistischen Welt 102 Jahre alt geworden ist und sechzig Jahre am Waschsaß gestanden hat. Es ist kaum zu glauben, daß ruchlose Menschen eine Welt ändern wollen, in der so friedlich das Idyll des Glückes blüht. Zum Leichenfund in der Seestraste. Der Leichenfund in der Seestraße ist jetzt, soweit die Todes- Ursache in Betracht kommt, völlig aufgeklärt. Ein Mord kommt nicht in Frage. Tos ärztliche Gutachten geht dahin, daß das Mädchen, das dort auf dem Laubengelände tot aufgefunden Trcmrde, eines natürlichen Todes gestorben ist. Diese Annahme hat sich durch die Obduktion, die von dem Gerichtsarzt Prof. Dr. Strauch in Gegenwart von Vertretern des Gerichts, der StaatSanwaltschast und der Kriminalpolizei vorgenommen wurde, bestätigt. Das Mädchen litt an einer Nierenkrankheit und ist unter den Wirkm-gen dieses Leidens, der Entkrästung und der Hitze gestorben. Die ent- sctzliche Vevwahrlosung deS Körpers haben wir geschildert. Eine Frage war aber, ob die Maden, die in einer handtellergroßen Fläche den Schädel dicht bedeckten, schon zu Lebzeiten des Mädchens vorhan- den gewesen seien. Man dachte auch daran, daß sie vielleicht aus dem Mülleimer, auf den der Kopf ruhte, herausgekommen sein konnten. DaS ist aber beides nicht der Fall. Die Maden haben sich erst nach Eintritt des Tode? auf der arg verwahrlosten Kopfhaut gebildet. Es handelt sich um Fliegenmaden, die sich nach wissen- schaftlichen Beobachtungen und Erfahrungen in unglaublich kurzer Zeit bilden und entwickeln. In diesem Fall« haben sie sich in der Zeit vom Mittag bis zur Aufsindung der Leiche gegen acht Uhr abend» entwickelt. Die Persönlichkeit der Toten hat sich bisher immer noch nicht feststellen lassen. Wie es scheint, hat sie hier gar keine Angehörigen besessen oder aber ist schon lange von diesen weg- gewesen. Ihr ganzer Zustand läßt darauf schließen, daß sie schon längere Zeit obdachlos gewesen ist. Neue Opfer des Badens. Auch heute wird uns wieder über eine Reihe von Badeunfällcn mit tödlichem Ausgang berichtet. Nicht weniger als fünf Personen haben beim Baden wieder den Tod gefunden. So ertrank in der Dahme ein unbekannter älterer Mann. Er hatte geglaubt, ohne Schwimmer zu sein, ein Stück ins Wasser hineingehen zu können, doch verlor er plötzlich den Halt unter den Füßen und verschwand in der Tiefe. Die Leiche des Verunglückten konnte man bald darauf bergen.— Auch der Tegeler See hat wieder ein Opfer gefordert. An der Scharfenberger Insel fand der 37 Jahre alte Schuhmacher Johannes Dworack aus der Müllerstraße den Tod in den Fluten. — Im Wolzenfee ertrank beim Baden der achtzehnjährige Kauf- mann Fritz Preuß. Der junge Mensch hatte mit einer ganzen Anzahl von Geschäftskollegen im See gebadet, und als man später wieder aufbrach, wurde er vermißt. Er war unbemerkt beim Schwimmen untergegangen und ertrunken.— Im Mellener See, der in diesem Sommer bereits zwei Menschenleben gefordert hat, fand der 22 Jahre alte Gärtner Detlev Beckmann aus Lichtenberg den Tod beim Schwimmen. Mit einem Freund hatte B.»in Nuder- boot gemietet und während der Fahrt entkleideten sich die beiden und sprangen ins Wasser, um zu baden. Plötzlich stieß B. laute Hilferufe aus und ging kurz darauf unter. Obwohl ein in der Nähe weilender Offizier sofort Rettungsversuche unternahm, konnte der junge Mensch nur als Leiche geborgen werden.— Schließlich wird mxh ein fünfter Unfall mit tödlichem Ausgang vom Nahns- dorfer Gemünde gemeldet. Dort ertrank ein junger Mensch, der über seine Kräfte hinaus in das offene Gewässer hinausgeschwommen war. . Ein tödlicher Unglücksfall ereignete sich gestern auf einem Neu« bau in Halensee. Dort wollte ein Kutscher mit einem mit Bau« Material beladenen Wagen auf das Grundstück fahren. Er mußte aber absteigen, weil er nicht vorwärts kommen konnte. An der engen Einfahrt stehend, um dem Wagen nachzusehen, zogen die Pferde plötzlich an, dem Kutscher wurde dabei der Brustkorb ein« gequetscht und in kurzer Zeit trat der Tod ein. Logisjchwindler und Diebe finden trotz allen Warnungen immer wieder Opfer. In der Nieder- barnimsiraße wandte ein solcher Gauner einen neuartigen Trick an. Er erzählte der Vermieterin, daß er aus Japan komme rttib sich jetzt in Berlin niederlassen wolle. Er erklärte sich schließlich auch bereit, für das Zimmer monatlich 30 M. Miete zu zahlen. Als Anzahlung vereinbarte er mit der Wirtin IS M. Er zeigte ein Zwanzigmar!« stück und bat die Frau, daß sie ihm 5 M. darauf herausgebe. Als die Wirtin nun zwei Dreimarkstücks binlegte, sprach er den Wunsch aus, ein GlaS Wasser zu trinken. Während die Frau nun nach der Küche ging, nahm er die sechs Mark und sein Zwanzigmarkstück und machte sich aus dem Slaube. Der Schwindler und Dieb ist mittel- groß und schlank, hat volles schwarzes Haar, einen kurz geschnittenen Schnurrbart und ein sehr gebräunies Gesicht und trug ein schwarzes Jackelt, eine dunkle, gestreifte Hofe und ein weißes, schwarz ge- ftreifteS und punktiertes Oberhemd. Ein Opfer der Lustbarkcitsstcucr. Die Lichtspiele im Mozartsaal am Nollendorfplatz, die das erste größere Kinotheater Groß-Berlins waren und vor Einführung der Schöneberger Lustbarkeitsstener auch sehr gut gingen, sind jetzt ein Opfer dieser Lustbarkeitssteuer und auch wohl der ungünstigen Lage der Kinotheater überhaupt geworden. Infolge der außerordentlich hohen Sätze der Schöneberger Kinemaiographenfteuer war das Theater gezwungen, beim Magistrat Schöneberg die Stundung der Steuern zu beantragen. Trotzdem ist es dem Theator nicht ge- langen, seinen Betrieb wieder gewinnbringend zu gestalten. Ueber das Vermögen der Lichtspiele G. m. b. H. Mozartsaal wurde am 15. d. M. die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragt, wegen Mangels an Masse ist jedoch die Eröffnung des Konkurses abgelehnt worden._ Straßrnunfall. In der Gerichtstraße fuhr gestern nachmittag der Radfahrer Theophil Jefchorek gegen die linke Seitenwand eines Straßenbahnwagens der Linie 31 und kam zu Fall. Er erlitt eine Kopfwunde und eine Gehirnerschütterung. Der Verunglückte erhielt auf der nächsten Unfallslalion Notverbände und wurde nach seiner Wohnung gebracht. Aus dem Fenster gestürzt. Zu dieser von uns gestern veröffont- lichten Notiz wird uns von einem Freunde deS Verunglückten mit« geteilt, daß Hoffmann nicht angetrunken war. Er hatte die Auge- wohnheit, sich jeden Abend an das offene Fenster zu setzen. Gestern ist er dabei im Schlafe abgestürzt und tödlich verunglückt. Wagen- und Pferdcdiede waren wieder einmal an der.Arbeit'. In der Montagnacht wurde dem Pferdehändler Ballhaus aus der Reichenbcrger Straße seine Slallung erbrochen. Die Einbrecher stahlen einen grünen Schlächierwagen, spannten ein Doppelpvmui davor und fuhren mit dem Gespann davon, ohne daß jemand etwas merkte. Der grüne Wagen hal rote Räder und ist ohne Firmen- bezeichnung. Das Doppelponny ist braun und auf dem linken Auge blind.— Bon der Straße weggestohlen wurde gestern ftüh an der ZentralmnrkikaHe ein mit einem F»ch?wallach bespannter Gemüse- wagen. Dieser ist gelbgesireisl mit Patentachsen versehen nnd trägt an dem Seitengeländer die Firmenbezeicknung Karl Brechschmidt, Wichertstr. 43. Das Pferd ist ein Fuchs w. Illach mit Blesse. Es hat einen langen Schweis, Zahnfistel und Kuhbeine. Wegen eines großen Tachstnhlbrandes wurde gestern vormittag die Berliner Feuerwehr nach der Residenzstr. 71 in Reinickendorf-Ost gerufen. Die Feuerwehr entsandte den Antomobilzug Nr. 23, der im Verein mit den beiden Wehren von Reinickendorf wirksam löschte. Die Berliner Feuerwehr benutzte 3 Schlauchleitungen und eine mechanische Leiter. Erst nach mehrstündiger Tätigkeit konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Die Enlstehuiig des Brandes war noch nicht zu ermitteln. Gefunden wurde beim Sommerfest des II. Kreises im Garten der Berliner Bockbrauerei ein schwarzer Damengürtel. Derselbe kann vom Genossen G. Schmidt, Bärwaldstrage 42, abgeholt werden. Kleine Nnchrichten. In der Straßenbahn vom Tode überrascht wurde Montagabend lurz vor zehn Uhr eine unbekannte Frau von etwa 50 Jahren. Sie saß in einem Wagen der Linie 64 und fuhr nach dem Potsdamer Platz zu, als es ihr vor dem Hause Bülow- Straße 47 plötzlich so schlecht wurde, daß sie iosort nach der Hilf-Z- wache in der Eichhornstraße gebracht werden mußte. Hier verstarb sie kurz nach der Einlieferung, anscheinend infolge eines Hitzschlages. Die Unbekannte, deren Leiche nach dem Schauhause gebracht wurde, trug einen graugestreiften Nock, eine weiße Bluse und schwarze Knöpfschuhe. Sie hat graues Haar und hatte eine goldene Uhr mit schwarzer Perlenkette und eine Handtasche bei sich. Sie trug einen Trauring, der P. T. u. M. A. 10. 8. 87 gezeichnet ist.— Von einem Hitzschlag getroffen wurde wahrscheinlich auch ein unbekannter, etwa 60 Jahre alter Mann, der auf der Straße vor dem Hause Brumienstraße 00 besinnungslos zusammenbrach. Er ist gleich darauf im Krankenhaus Moabit gestorben. Seiner Kleidung nach handelt es sich um einen Arbeiter.— Den Tod im Wasser suchte und fand Montagabend ein unbekannler Mann von etwa 65 Jahren am Engelnfer 20. Er sprang dort in den Luisenstädtischen Kanal, konnte aber nur als Leiche geborgen werden. Der Tote ist kaum mittelgroß und schlank, hat graues Haar und einen vollen Schnurr« bart und trug einen grauen Jackettanzug, graue Strümpfe, schwarze Schnürschuhe, ein blauweißgestreistes Hemd mit der Mummer 380 und einen schwarzen, steifen Hut. Bei sich hatte er einen Zettel, auf dem, anscheinend mit eigener Hand geschrieben, die Worte.Wilhelm Mann" und das Geburtsdatum 9. 9. 47 stand. Wahrscheinlich han- delt es sich um einen Mann dieses NamenS, dessen Wohnung sich aber bisher nicht feststellen ließ. vorortnachrichten. wenn sich jemand über die Polizei beschwert, dann ist ostmals eine Anklage wegen Widerstandes, Beamten- beleidigung usw. die Antwort darauf. So erging es auch zwei jungen Leutln aus Neukölln. Diese hatten in angetrunkenem Zu- stände in einem Hause eine Ungezogenheit begangen, die auch wir nicht billigen. Die Folge war ein Krakeel mit Hausbewohnern. Unter diesen scheinen einige überängstliche Gemüter gewesen zu sein, die nach der Polizei riefen. Es kam zur Verhaftung der beiden Uebeltäter. Ueber die Vorgänge hierbei gehen die Aussagen weit auseinander. Die beiden jungen Leute behaupten, die Polizeibeamten feien sogleich zur Fesselung geschritten und hätten sie hin- und hergezerrt „wie ein Stück Vieh". Daraufhin erst haben sie Abwehrbewegungen gemacht. Auf der Wache aber sei ihnen über die Maßen übel mit- gespielt worden. Man habe sie an Händen und Füßen gesesselt, unter eine Bank geschleudert und mit Füßen bearbeitet. Sie wären infolge der Mißhandlungen kaum noch kenntlich gewesen. Der Polizeiprästdent von Neukölln, dem sie vorgestellt wurden, habe sein lebhaftes Bedauern ausgesprochen darüber, daß so etwas vor- gekommen sei. Ein ärztliches Attest des Sanitätsrat Dr. Braun stellt blutunterlaufene Stellen und Hautverletzungen fest. Wegen der ihnen zu teil gewordenen Behandlung hatten die beiden Klage angestrengt. Die Slaatsanwaltjchast hat jedoch das Verfahren eingestellt mit der Begründung:„ES ist durch nichts erwiesen, daß die Beschuldigten Sie vorsätzlich und über das zur Bewältigung ihres Widerstandes notwendige Maß mißhandelt haben." Der Einstellungsbeschluß datiert vom 27. Juni d. I. Am 6. Juli erhielten sie eine Anklage wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Hausfriedensbruch und öffentlicher Beleidigung. In der Verhandlung, die gestern vor dem Schöffengericht Neukölln stattfand, traten die Polizeibeamten M e i d o w und Kleeblatt als Zeugen auf und bekundeten: Die Angeklagten, namentlich H i l l n e r, hätten sich„wie wilde Tiere gebärdet und der Ver- Haftung den schärfsten Widerstand entgegengesetzt. Daher hätten sie bart angefaßt werden müssen. Leider wurden die Vorgänge auf der Polizeiwache nicht weiter erörtert. Einige Hausbewohner bejtäligrcn im wesentlichen die Aussagen der Beamten. Den An- geklagten standen leider keine Zeugen zur Verfügung. So kam eS zur Verurteilung. Der Amtsanwalt hatte beantragt: für Hillner, als den größten Sünder, 3 Wochen Gefängnis und 100 M. Geldstrafe,' für Müller, der sich ruhiger benommen hatte, 80 M. Geldstrafe. Das Urteil lautete sür den Erstgenannten auf 160 M. Geld- strafe bezw. 40 Tage Hast, für den Letztgenannten auf 48 M. oder 13 Tage Haft._ Neukölln. Zeugen gesucht. Personen, welche am Freitagabend in der Ber- liner Straße, Ecke Mainzerstraße, den Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Autoomnibus der Linie 4 beobachtet haben, werden gebeten, sich bei Fuchs, Kotlbuser Damm 75, v. IV, zu melde». Lichtestrade. Endlich genehmigt wurde vom Bezirksausschuß zu Potsdam der Steuereinieilungsplan der Gemeinde. Der Bezirksausschuß ging dabei von der Erwägung aus, daß die Verantwortung für den Beschluß, die Gemeindezuschläge auf 115 Prozent festzusetzen, die Gemeinde- Vertretung zu tragen habe. Der Gemeindevorsteher Dr. Räth ist also schmählich hereingefallen mit seinem Beanstandungsbeschluß. Ober-Schönetveide. Bei der Jagd ans Stare niedergeschossen. Das Opfer eines keichtfinnigen Swützen wurde der dreizehnjährige Sohn des Tischlers Weber aus der Deulstraße. Als er ahnungslos durch dieWuhlheide ging, ertönte plötzlich ein Teschingschuß und W. brach mit einem Aufschrei zusammen. Wie sich herausstellte, Halle er einen Schuß in den tlnterleia bekommen. W. wurde nach dem Königin« Elisabeth- Hospital gebracht, wo er bedenklich daniederliegt. Als Täler kommt ein etwa sechzehnjähriger Bursche in Betracht, der nach Staren ge- schössen hat. �riedrichshagen. Ferirnausstug. Heute Mittwoch, den 22. Jult: Kaffeepartie der Frauen und Kinder nach dem Müggelscklößchen. Spiele im Walde, Belustigungen für Kinder. Treffpunkt um 2 Uhr nachmittags an der Fähre lSpritzemoeg). NowaweS. Das erste Bezirksturnfest, das ber 1. Kreis im 8, Bezirk des Arbeiter-Tumerbundes am Sonnabend und Sonntag hier abhielt, hatte sich einer großen Anteilnahme nicht nur von der Arbeiterschaft, sondern auch der übrigen Bevölkerung zu erfreuen. Am Sonnabend- abend fand in den Lokalen„Singers Volksgarlen" und„Zur fteien Aussicht" je ein Festkommers statt. Am Sonntagmorgen begaben sich die Teilnehmer nach dem Festplatz, wo bis gegen Mittag Frei« Übungen, Kürturnen an Gerälen, olympische Stafettenläufe und verschiedenartige Wettkämpfe für Turner und Turnerinnen vor- gesühnt wurden.— Nachmittags um 2 Uhr formierten sich die auswärtigen Vereine sowie der hiesige Arbeiterturnverci», das Sport- kartell und Mitglieder der Gewerkschaften zu einem Festzug, der mit seinen etwa 800 Teilnehmern ein imponierendes Bild bot und sich unter dem klingenden Spiel zweier Musikkorps nnd der zahlreichen Trommlerkorps durch die mit Girlanden geschmückten Straßen nach dem Festplatz bewegte. Dort nahmen die Turner und Turnerinnen vor der Tribüne Aufstellung, von der aus der Bezirlsvertretec Reichert sSpandau) die Festrede hielt. Nachdem noch Verschiedens Reden gehalten, begannen nach einigen exakt ausgeführten Freiübungen der 200 Turner und Turnerinnen die verschiedenen Wetilämpke. die sich bis gegen 8 Uhr abends ausdehnten und sehr anerkennenswerte Leistungen boten. Nach Verkündigung des WettkampfresultatS ging es in geschlossenem Zuge unter klingendem Spiel und Trommel- Wirbel wieder zurück, wo die Teilnehmer bald die drei Festlokale füllten, um nach den Anstrengungen des Tages noch einize ftohe Stunden zu verleben.__ Gerichtszeitung. Ter vorher bestellte Ueberfall im Tiergarten. Gegen den früheren Kriminalschutzmann Alfred Voß, der, wie wir berichteten, am 5. Dezember vorigen Jahres von dem Landgericht II wegen gefährlicher Körperverletzung anläßlich eines fingierten Einbruchsdiebstahls in seiner Wohnung zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hatte gestern die 6. Fcrienstrafkammec des Landgerichts I unter Vorsitz des Geh. Justizrats Henry eine ganz ähnliche Anklage zu verhandeln. Wie noch erinnerlich sein dürste, hatte Voß, der bei der Berliner Kriminalpolizei angestellt war, in der Absicht, sich in den Ruf eines tüchtigen Beamten zu bringen, einen in Berbrecherkreisen unter dem Spitznamen„Charles" bekannten Maler Karl Ponkowska, der ihm selbst Vigilantendienste leistete, ver- anlaßt, in feiner Wohnung einen Einbruchsdiebstahl zu verüben. Pon- kowska hatte sich dann mit einem Kontoristen Hesse in Verbindung gesetzt, der dann, ohne zu wissen, daß es sich um einen vorher ver- abredeten Plan handelte, am 10. September v. I. in die Wohnung des Voß eindrang, der mit der Pistole in der Hand bereits auf ihn wartete. Voß gab dann auf den„bestellten Einbrecher" mehrere Schüsse ab, durch die dieser schwer verletzt wurde. Ponkowska ver- riet später die ganze Sache und der tüchtige Beamte wurde sofort vom Amt suspendiert. Hesse wurde, da er ja der Meinung war, es handele sich um einen wirllichen Einbruch zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Voß erhielt zwei Jahre Gefänguis, die er zur- zeit verbüßt. Im Lause der Ermittelungen stellte es sich heraus, daß Voß schon einige Zeit vorher, ebenfalls in Gemeinschaft mit Ponkowska, einen Riiubaufall im Tiergarten inszeniert hatte, bei welchem sich Voß hervortun wollte. Wie die Anklage behauptet. veranlaßte Voß den Ponkowska sich in einer Kaschemme in der Münzstratze mit zwei Leuten in Verbindung zu setzen, die geneigt seien, ein„Ding zu drehen" iVerbrechcn zu verüben). Ponkowska sollte ihn, Voß, als einen reichen Homosexuellen be« zeichnen, der des Nachts im Tiergarten auf Abenteuer ausgehe; Boß wollte dann an einer bestimmten Sielle am Goldfischteich spazieren gehen, und hier sollte dann der.Raubanfall" vonstatten gehen. Ponkowska fand auch zwei Leute, einen Arbeiter Krüger und einen Hausdiener Krieg, die sich bereit erklärten, mitzumachen, nach- dem ihnen P. erzählt hatte, es solle„ein reicher Stubben mit Ge- walt gemacht werden", daS heißt in der Verbrechersprache. eS soll ein reicher, anormal veranlagter Herr mit Gewalt ausgeplündert werden. Als Ponkowska mit den beiden an dem bereits wartenden Voß vorübergingen, zog dieser seine Pistole und feuerte nacheinander vier Schüsse ab. Krüger wurde in den linken Oberschenkel getroffen, während Krieg einen Streifschuß erhielt. Am nächsten Tage erstattete Voß dann an seine vorgesetzte Be- Hörde einen Bericht, in welchem er behauptete, daß er von dem Kriminalkommissar Ueltzen den Auftrag erhalten habe, einen be- rüchtigten Zuhälter Kube zu verhaften. Er habe geglaubt, daß einer der dreiLeute Kube sei und habe ihn deshalb bis in den Tiergarten verfolgt. Hier wären plötzlich alle drei über ihn hergefallen, so daß er in der Notwehr von seiner Schußwaffe Gebrauch gemacht habe. Diese» jetzt von ihm selbst als falsch bezeichneten Bericht änderte Boß dann später und behauptete, wie auch jetzt vor Gericht folgendes: Vor einem Verbrecherlokal an der Ecke der Münzstraße und der Schönhauser Straße habe ihm Ponkowska mitgeteilt, Krieg und Krüger hätten die Absicht, im Tiergarten Liebe«- pärchen zu überfallen. Er sei dann hinterher gegangen und dann tatsächlich angefallen worden. Er sei infolge eines Schlages zu Boden gestürzt, und als er seine Pistole ziehen wollte, habe sich die Waffe von selbst entladen, sodann habe er noch drei Schüsse in die Erde abgegeben. Vor Gericht bekundete der Zeuge Ponlowska, daß er von dem Angeklagten, der sehr ehrgeizig sei, den Auftrag erhalten habe, den Ueberfall zu inszenieren. Er behauptete so- gar, daß er dem Angeklagten kurz vorher mit einem Hausschlüssel das Gesicht zerkratzen und ihm habe die Weste zer- reißen müssen.— Vom Rechtsanwalt Dr. Werthauer war als Verteidiger des Augeklagten eine Anzahl Zeugen gestellt worden, durch iveläie die völlige Unglaubwürdigkeit des Zeugen Ponkowska bewiesen werden sollte. So bekundete u. a. ein Zeuge Lud- schal, daß P. unter völlig aus der Luft gegriffenen Angaben über einen angeblicken Mord Erpressungsversuche an ihm verübt habe.— Auf Antrag des Verteidigers beschloß das Gericht, den Zeugen Ponlowska unbeeidigt zu lassen, der, wenn seine An- gaben richtig sind, der Mittälerschaft sich schuldig gemacht habe. Nach längerer Beweisaufnahme beantragte der Staats- a n w a l t eine Zusatzstrafe von drei Monaten Gefängnis (jegen den Angeklagten. Der Verteidiger hielt die Frei- s p r e ch u n g für geboten. Das Gericht kam nach kurzer Beratung zu einer Frei- sprechung des Augeklagten mit der Begründung, daß der An- geklagte mit der Möglichkeit eines Ueberfalls habe rechnen können und vielleicht geglanbr habe, in der Notwehr zu handeln. Auch von einer Fabriässigicil könne nicht die Rede sein, da er in der Situation, in der er sich befand, berechtigt gewesen sei, die Waffe schußbereit zu halten. Nngültige Polizeivorschrift. Die Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten zu Königs- berg vom 19. Juni 1912, die die Schließung der Wmshäujer und Schonkstälten zur Nachtzeit betrifft, bestimmt im§ 2: Sämtliche Destillationen müssen, in den Städten in gleicher Weise wie auf dem flachen Lande, von 3 Uhr abends bis 3 Uhr morgens für den öffentlichen Verkehr geschlossen werden. Der Gastwirr Stenull in Bartenftein war wegen Uebertretung dieser Vorschrift zu einer Geldstrafe von der Straskammer verurteilt worden. Das Kammergericht hob die Vorentscheidung auf, soweit die Vorschrift der Polizeiverordnung vom 19. Juni 1912 in Betracht kam, wo noch die DeMastonen don 8 Mst abend« 9li 8 Uhr morgens für jeden öffentlichen Verkehr geschlossen sein sollen. Sie sei ungültig, weil sie ein Geschloffensein für den ganzen öffentlichen Verkehr und n i ch t b l o ß für den öffent- lichen Geschäftsverkehr vorschreibe. Das gehe zu weit. Es könne nicht dem Wirt verwehrt werden, Freunde zu empfangen und ihnen eine Tasse Kaffee vorzusetzen, oder sich sonst mit ihnen zu unter- halten. Da die Vorschrift ungültig sei, müsse der Angeklagte don der Anklage ihrer Uebertretung freigesprochen werden._ Versammlungen. Schifferinteressen und Schifferschulen. Gleich allem Kleingewerbe wird auch die Kleinschiffahrt ständig durch das Großkapital verdrängt. Der Schiffseigner wird pcole- tarisiert, mit den Boots- und Steuerleuten allmählich auf gleiche Stufe gedrückt. Darum muß jetzt auch der kleine Schiffseigner Interesse an nicht zu niedrigen Löhnen und kürzerer Arbeitszeit haben; denn das Damoklesschwert der Aufsaugung durch die großen Schiffahrtsgesellschaften bleibt ständig über ihm hangen. Dies alles zwingt die Schiffer gemeinsam mit ihren Angestellten zu handeln, gemeinsam nach nachdrücklichster Sozialreform zu drängen. So wichtig diese ist, so dürfen daneben die anderen brennenden Fragen nicht in den Hintergrund rücken. Und eine dieser heiklen Angelegen- heiten ist die Frage der S ch i f f e r s ch u l e n. Es war daher zu begrüßen, daß sich am letzten Sonntag eine den gegebenen Verhält- nissen entsprechende ganz gut besuchte Versammlung mit diesem Thema beschäftigte. Joachim Kluß erledigte die ihm gestellte Aufgabe als Redner mit guter Sachkenntnis. Bekanntlich müssen oie Schiffer ihre an Bord befindlichen Kinder, sobald sie an einem Orte 72 Stunden liegen, in die Schule senden. Da ist natürlich von einem geregelten Unterricht nicht die Rede. Kaum ein paar Tage, und dann wird der Schulbesuch wieder auf etliche Zeit unterbrochen. Es bestehen nun an einigen Orten auch Schifferschulen; doch tritt auch hier, so wie beim Volksschul- besuch, die leidige Unterbrechung des Unterrichts ein. Außerdem steht in diesen Schifferschulen als erster Programmsatz: Religion! Nicht Rechnen, Schreiben, Lesen! Und solches nach Vorschrift der Regierung. Die Gründe sind durchsichtig. Zucht zuftiedener und billig-williger Arbeiter ist das Ziel. Tie Kinder der Schiffer werden aber auch dem gesellschaftlichen Verkehr entzogen, und das ist eine Versündigung an diesen. Es ist erklärlich, daß ein Kind, das Jahr für Jahr an Bord ist, anderen Umgang mit Gleichalterigen nicht kennt, auch geistig zurückbleibt. Die geistige Anregung der anderen Kinder fehlt und somit auch eine Steigerung der Intelligenz, Noch eine Frage muß den Schiffer bewegen. Werden seine Kinder auch wieder Schiffer? Diese Möglichkeit liegt nach dem oben Gesagten absolut nicht nah. Vielmehr findet sich heute schon ein großer Teil, der in allen anderen Berufen, nur nicht in dem ihrer Eltern, Unterkunft sucht und findet. Mochten die Lebens- kenntnisse für den Schifferberuf ausreichen, für den Lebenskampf außerhalb reichen sie nimmer. Darum heißt es. auch für die Schiffseigner: Hinein mit euren Kindern in die allgemeinen Schulen! Viele mögen sagen, es ginge nicht, denn sie müßten ihre Familien an Bord haben. Denen sei erwidert, daß ja die Boots- und Steuerleute auch Frau und Kinder haben, die in der Heimat bleiben müssen, deren Kinder die dortigen Schulen besuchen. Diese seien auf alle anderen Arbeiter hingewiesen, die unter ähnlichen Lebensbedingungen zu kämpfen zu haben. Klüß ging dann noch ein auf unsere alte Programmforderung: Unentgeltlichkeit der Lehrmittel und Speisung der Kinder in den Schulen. Nach ihm sprachen dann noch S ch w e d l e r und F e l s ch, die gleichfalls unge- teilte Aufmerksamkeit und Zustimmung fanden. Mit dem Willen, unser sozialdemokratisches Schulprogramm in die Tat umzusetzen, gingen die Versammelten auseinander. Hrieftasien üer Expeüition. Patienten in Beelitz, Buch und anderen Hcilstitten. Diejenigen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heil- statte bleiben, wollen ihrem bisherigen Spediteur wegen der Ueberweisung von Kreieremplaren sofort ihre genaue Adresse (Abteilung, Pavillon usw.) einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats von der Post nicht geliefert werden. All« Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. Amtlicher Marktbericht der ftädtilchcn Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zentral-Martthallen.(Ohne Verbindlichkeit.) Dienstag, den 21. Juli. Fleisch: Rindfleisch per 50 K? Mark: Ochsen- fleisch la 71—83, do. IIa 67—70, do. lila 58—67; Bullensleisch la 68—78, do. IIa 63—67; Kühe, fett 42—55, do. mager 33— 44, Fresser 55— 62, do. dän. 48—58; Bullen, dän. 45—65. Kalbfleisch: Doppellendcr 105— 130; Mastkälber la 85—95, do. IIa 72—82; Kälber gcr. gen. 42—55. Hammel- fleisch: Mastlämmer 88—93; Hammel la 77—87, do. IIa 69—76, do. austral.— ,—; Schafe 74— 80. Schweinefleisch 51—56.— Eier: Landeier Schock 3 50— 3,90; Trinkeier 4,00— 4,20.— Butter: Moltereibutter per 50 ir» 90— 105: LandbutterLO— 90.— G emüs e, inländilcheS: Kartoflkin, neue weiße Magdeburger 4,75— 5,25, blaue do, 5,00—5,50, weiße Kaiserkronen 4,00— 4.50. Mosen 4,75—5,25; Porree Schock 0,50-1,00; Spinat 50 gk 8,00-12,00; Schoten 8,00—12,00; Mohrrüben Schockbund 0,90—1,00; Bohnen 50 kg 4,00—8,00; Champignon 50 kg 30,00—35,00; Kohlrabi Schock 0,70— 0,90; Wirsingkohl Schock 3,00—5,00; Weiß.'ohl Schock 3,00—5,00, Mottohl, Schock 3,00—7,00; Blumenkohl, Erfurter 100 Stück 4,00—15,00; Meerrettich Schock 3,50-12,00; Peterfitienwurzei Schockbund 1,00—3,00; Radieschen Schockbund 0,70— 1,00; Salat Schock 1,00— 2,00; Zwiebeln, 50 kg 8,00—10,00; Tomaten 50 kg 10—15; Psefferlingc 20,00—30,00; Pussbohnen 50 kg 10,00—12,00. Ausländisches. Tomaten, italienische, 50 kg 4—8; do. französische 8,00— 12,00; Blumenkohl, holländischer la 100 Stück 10,00—25,00, Zwiebeln, ägyptische 60 kg 16,00—18,00, do. ital. 7,00— 8,00, do. ungarische 6,00—8,00; Gurken, Holl. 100 Stück 5,00—12,00, do. ungarische, Sack(zirka 8 Schock) 1,00—2,00.— Obst u. Südfrüchte. Kirschen 50 kg Glas- 12,00—18,00, saure 12,00—17,00, Thüringer 13,00—14,00, Ichlefifche 5,00—14,00, Werdeische 14,00-16,00, do. Knupper 15,00—24,00, do. Natten 25,00—35 00; SlcPfti, ital, 50 kg 16,00—'20,00; ungarische 16,00— 20,00; Birnen, italienische 50 kg 16,00— 20,00, do. Coscie 24,00—30,00, sranzösische 10,00— 16,00; Tiroler Muskateller 12,00—20,00; hiesige 14.00—15,00; ErdbKren, Hamburger 0,00—0,00; Stachelbeeren, reise, hiesige 3,00—6,00; Himbeeren, 50 tg 26,00—30,00, Preß- 25,00—26,00; Johannisbeeren, hiesige 50 kg 11,00— 14,00; Blaubeeren 50 kg 10,00—20,00; Stprikosen. ital. 24,00—28,00, franz. 10,00—28,00, ungarische 5,00—12,00; Pfirsiche, ital 15,00—50,00, franz. 15,00—50,00; Pflaumen, ital. 12,00— 25.00; Weintrauben, jizilianisaje Milazzo 50 kg 26,00— 30,00, Algier 25,00—30,00; Bananen, Jamaika 50 kg 14,00—16,00, kanariicbe 50 kg 14,00—17,00; Erdnüsse 50 kg 28,00—30,00; Walnüsse, grüne 50 kg 12,00; Zitronen, Mesfina 500 et. 8,00—12,00, 300 Stück 8,00—18,00, Messina 360 Slücl 6,00-14,00, Messtna 150 Stück 6,00—10,00. ZSttterungSüberttch» vom 21. Juli 1914. etattonen|b_ lil Sttnnemdt,[758 SO Hamburg 757 SSO Berlin!757!SO Franks. a.M! 756 NO München 756S Wien>757 OSO Zwolkenl 2wollenl 1 molken! 2w olkig Ibeiler 1 woltenl äavaranda ßeierSburg Scillp Slberdeen Paris 757 NO 757!« 756O 757 Sttll 756 SSO 6>wolkig 1 wollen! 22 2 halb bdl 17 wölken!> 16 1 bedeckt! 15 Wetterprognose für Mittwoch, den 22. Jult 1914. Vorwiegend heiter und sehr warm bei meist schwachen südöstlichen Winden; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst trocken. Berliner V e t t e r b u r e a u. WetteranSfichten kür das mittlere Norddeutschland bis Donnerstagmittag: Noch überwiegend heiter und allgemein sehr warm. Im Westen und Süden jedoch vorwiegende Zunahme der Bewölkung und strichweise Gewitter. ier Fähre(Spriyenweg). soweit die Vorschrift der Polizeiverordnung vom 19. Juni 1912 in strichweise Gemüter.__ verantwortlicher Redalieurg Albert Wach», Berlin. Für ve» Jnjeratenlett verantw.: Th7GIocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlansanstalt Paul Singer& Co., Berlin SWT