Mr. 199. al tom sibi Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 m wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. mummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweben und die Schweiz. an: Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist Eis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adreffe: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1983. Sturmzeichen. Freitag, den 24. Juli 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Der sondern mit der Knute gegen die Arbeiter vorgehen solle. bahn stellten gestern abend 400 Arbeiter die Arbeit ein, nahmen sie Sie übte diese Tattit aber nur kurze Zeit aus, und jetzt ver- aber heute wieder auf, nachdem die Rädelsführer verhaftet nimmt der französische Bundesgenosse, dem der wahre worden waren. 500 Streifende versuchten sich dem Gleise der Charakter des russischen Schandregiments vorenthalten werden Nikolaibahn zu nähern, wurden jedoch von Stosaken zerstreut. sollte, außer dem Geschrei der von der Knute Mißhandelten Straßenbahnverkehr ist teilweise wieder aufgenommen worden. Die auch die Gewehrsalven, mit denen die Freiheitsbewegung des Strecken sind verkürzt, die Zahl der verkehrenden Wagen ist unrussischen Proletariats niedergehalten wird. bedeutend. Wenn in Rußland im Sommer die Torfmoore brennen, sind die Fernstehenden in der Regel höchlichst erstaunt, wenn durch die dicken grauen Rauchschwaden, die die Gegend einhüllen, plötzlich das unterirdische Feuer emporlobert und mit In diesem zeitlichen Zusammentreffen des seit lange an- Bei der Vertreibung der Streifenden von den Barrikaden sind rafender Schnelligkeit um sich greift. Genau denselben Vor- gekündigten Besuches des französischen Präsidenten mit dem gestern 17 von ihnen verwundet worden. Bei einem heutigen Zus gang erleben wir jetzt bei den Ereignissen, die sich in den neuen starken Emporlodern der revolutionären Bewegung fammenstoß in einem Petersburger Stadtteile wurden eine Frau gelegten Tagen in Petersburg, Moskau und anderen Industrie- liegt, wie zufällig dieses Zusammentreffen auch sein tötet und ein Schuhmann verwundet. zentren des russischen Reiches abspielen. Schon seit Wochen mag, eines der interessantesten Momente der Peters- Petersburg, 23. Juli. Die Lage wird hier infolge der war die Streitbewegung der Arbeiter in verschiedenen burger Ereignisse. Die echtrussische" patriotische" Presse Arbeiterunruhen immer schwieriger. Die Streifziffer ist unTeilen des Reiches in ein schärferes Stadium getreten. Von wird sicherlich wieder die Verleumdung hervorholen, verändert. Gestern mittag legten auch die Wagenführer der Provinz zu Provinz rollte die Welle der Arbeiterbewegung, daß die Bewegung der Petersburger Arbeiterschaft mit Straßenbahnen die Arbeit nieder, so daß der Verkehr nur die sich in der verschiedenartigsten Weise Ausdruck verschaffte. deutschem Gel de inszeniert worden sei, um das herzliche noch auf wenigen Linien der inneren Stadt durch Aushilfs. Bis plöglich jetzt der gärende Unmut, die bis aufs höchste Verhältnis zwischen Rußland und Frankreich zu stören. arbeiter betrieben werden kann. Die Geschäfte in den Außengespannte unzufriedenheit der Millionen der Arbeiterbevölkerung Und die deutsche" patriotische" Presse reibt schon heute schaden- vierteln sind geschlossen. Die Vorstädte machen den Eindruck jäh emporloderten und zuerst in Petersburg und gleich darauf froh die Hände, wie schön es sei, daß der Präsident Poincaré von Militärlagern. Der Versuch Ausständiger, das Schlachtin der Provinz zu Vorgängen führten, die als Vorläufer von der„ Erzbereitschaft seines Bundesgenossen im Osten haus gewaltsam zu schließen, wurde durch Truppen vergroßer Ereignisse angesehen werden müssen. einen genaueren Einblick erlangt habe. Wieweit sind diese hindert. Auf der finnischen Küstenbahn hielten Arbeiter die Konservative Niederlage in Labiau- Wehlau. Labiau, 23. Juli.( W. T. B.) Vorläufiges amtliches Wahlresultat. Bei der heutigen Stichwahl im Reichstagswahlkreis Labiau- Wehlau erhielten Bürgermeister Wagner- Tapiau( Fr.) 9072 und Amtsrat Schre we( fons.) 7650 Stimmen. Ungültig waren 10 Stimmen. Bürgermeister Wagner ist somit mit einer Majorität von 1422 Stimmen gewählt. Den ursprünglichen Anlaß zu dem Generalstreit elenden Schächer doch davon entfernt, den wahren Sinn der Büge auf; die Linien sind jetzt militärisch besetzt. Da ein in Petersburg, der jetzt die Aufmerksamkeit der ganzen historischen Ereignisse zu erkennen. Geleitet von einer eng- Teil der Werkstättenarbeiter der Eisenbahnen gestern feierte, Welt auf sich lenkt, gab der Sympathieſtreit einer Anzahl herzigen, eigennüßigen, fleinlichen Augenblickspolitik, vollständig befürchtet man ein Uebergreifen der Bewegung auf die EisenPetersburger Fabriten für die streifenden Naphthaarbeiter in befangen von den Trieben einer forrupten Politit, die feine bahnen. Man bereitet deshalb die Betriebsführung durch die Batu. Dort stehen seit Wochen 30-40 000 Arbeiter im Lohn- Mittel scheut, sehen diese Patrioten" hüben wie drüben der Eisenbahntruppen vor. Aus der Proving treffen verworrene kampf gegen die Naphthamillionäre, die im Bunde mit der deutsch- russischen Grenze nicht, daß sich in den Petersburger Nachrichten ein, die jedenfalls erkennen lassen, daß die StreitPolizei und den Gerichten ein wahres Schredens- Ereignissen die Vorboten der letzten großen Auseinander- bewegung um sich greift. Gestern abend fand ein Ministerregiment im Streitgebiet etabliert haben. Wie der Duma- segung zwischen dem russischen Volke und dem Zarismus an- rat zur Erörterung der Lage statt. abgeordnete Genosse Skobelew an den kaukasischen Statthalter fündigen. In dem Augenblick, wo der Zarismus sich anund an den Ministerpräsidenten telegraphierte, werden die schickte, einen neuen Coup auf dem Gebiete seiner Auslandsstreitenden Arbeiter gewaltsam aus ihren Wohnungen entfernt, politik zu veranstalten und sich im Glanze seiner Erpresserunter Militäreskorte aus der Stadt gebracht oder ins Ge- politik nach zwei Fronten hin zu sonnen, ertönt von fängnis geschleppt und allen Schrecknissen der russischen unten her, obwohl nur zufällig mit diesem Ereignis Snutenherrschaft ausgesezt. Mit Hilfe gefügiger Nichter, die verknüpft, das Menetetel der werftätigen Schichten täglich Taufende von Arbeitern ermittieren, und mit Unter- der hauptstädtischen Bevölkerung, die all den Haß, die stüßung ebenso willfähriger Regierungsbehörden versuchen die Empörung, das niedergehaltene Streben nach Freiheit, Grubenherren den geschlossenen Widerstand der streifenden die in den Jahren der Konterrevolution in den Herzen Arbeiter brechen, gu und als Krönung dieses sich anfammelten, in der neuen großen Bewegung gegen den Werkes erschallt aus den Gefängnissen und Arrest Barismus zum Ausdruck bringen. Und diese Drohung der Iokalen in Baku δας Gestöhn der mißhandelten Voltsmassen in Petersburg erhält ein um so größeres Gewicht, Arbeiter, deren einziges Verbrechen darin besteht, daß sie mit als sie auch in der Provinz regen Widerhall ihren Klassengenossen vereint um die Aufbesserung ihrer elenden findet. Auch in Mostau, Riga, Tiflis und anderen Lebensbedingungen kämpfen. Als die Nachricht von diesen un- Städten streiken die Arbeiter. Aus dem unterirdischen geheuerlichen Zuständen nach Petersburg drang, veranstalteten brennenden Torfmoor, in das sich das ganze Reich verdie Arbeiter der großen Fabriken und Werte Versammlungen, wandelt hat, bricht nicht nur eine vereinzelte Flamme auf denen Protestrefolutionen angenommen und Geldsamm- empor. Es gärt überall im heiligen russischen lungen veranstaltet wurden. Eine Anzahl Fabriken trat, um Reiche. Ueberall find die Getretenen und Gediesem Protest größeren Nachdruck zu verleihen, in den Aus- ächteten, geführt von der Klassenbewußten Avantgarde der stand. Auf einigen anderen Fabriken wurde derselbe Arbeiterbevölkerung, von demselben Streben nach Freiheit, Vorschlag erwogen, um an Stelle des isolierten Vorgehens von derselben glühenden Begeisterung für den Kampf gegen einzelner Betriebe eine gemeinsame Attion des wirtschaftliche und politische Entrechtung erfüllt. Unzählige Petersburger Proletariats für seine bedrängten unterirdische Kanäle verbinden diese Feuerherde, die feine Brüder in Batu zu setzen. Bei einer dieser Versammlungen, Agitatoren" brauchen, um sich miteinander zu vereinigen. die am Abend des 16. d. Mts. auf den Putilow- Werten statt- Und wenn es heute noch nicht möglich ist, vorauszusehen, fand, kam es zu einem blutigen Zusammenstoß mit der Polizei. mann und wie die Stunde der Entscheidung schlägt, so verZwölf berittene Schuhleute sprengten in den versammelten fünden die jetzigen Ereignisse schon mit Tausenden von Menschenhaufen hinein. Schüsse fielen, Knutenhiebe sa usten Zungen: der Sturm naht! auf die Menge herab, und ehe man sichs versah, war der Ort der friedlichen Versammlung in ein Schlachtfeld verwandelt, auf dem das Gestöhn der Verwundeten ertönte. " Die Streikbewegung. Fortschrittler und Sozialdemokratie zusammen 795 Stimmen Es war nach den Wahlgiffern des ersten Wahlganges, wonach mehr aufgebracht hatten, als der tonjervative Kandidat, ja ans zunehmen, daß die Konservativen eine Niederlage erleiden würben. Daß aber die Schlappe eine so schwere für die Junker werden würde, war kaum zu hoffen. Das Wahlergebnis des ersten Wahlganges war das folgende: Konservative.. 7522 Stimmen Fortschrittliche Volkspartei Sozialdemokratie • • 4 6331 . 2186 Danach hat der fortschrittliche Kandidat, für den die Sozialdemokratie geschlossen eintrat, in der Stichwahl 1755 Stimmen mehr erhalten, als beim ersten Wahlgang, während der konservative Etimmenzuwachs sich nur auf 128 Stimmen belief! Die Wahlbeteiligung war diesmal also ganz bedeutend höher als bei dem ersten Wahlgang. Es zeigte sich aber, daß die bei dem ersten Wahlgang nicht abgegebenen Stimmen nicht, wie die Konservativen noch zu hoffen wagten, von fonservativen Wählern stammten, sondern bon freisinnigen und sozialdemokratischen Wählern. Die Antwort auf dieses Vorgehen der Polizei war eine umfassende Arbeitseinstellung in den Peters- Petersburg, 23. Juli. Der Arbeiterstreit hat auf eine burger Fabriken am folgenden und nachfolgenden Tage. Am Reihe von Städten übergegriffen. Arbeitsniederlegung im 17. streiften bereits 80 000, am 18. 120 000, am 19. Juli kleineren oder größeren Maßstabe wird aus Reval, Wahrscheinlich steckt unter dem Mehr von 1755 Stimmen, das jetzt 160 000 Arbeiter in den Petersburger Fabriken. In den Jekaterinoslaw, Saratom und Chartow ge- bei der Stichwahl auf den fortschrittlichen Kandidaten entfiel, ein folgenden Lagen nahm die Zahl der Streifenden noch zu meldet. In Riga nimmt der Streit täglich an Umfang zu. sehr großer Prozentsab sozialdemokratischer und beträgt jetzt über 200 000. Nicht nur die großen Die Ausstände sind durchweg politischen Charakters. In wählerstimmen, die bei dem ersten Wahlgang verhindert waren, Metallfabriken und Staatswerke, auch die Textilfabriken, eine allen großen Städten Südrußlands gärt es unter den für die Sozialdemokratie zu stimmen, aber bei der Stichwahl ihr Anzahl Druckereien, ein großer Teil der Bäckereien, Arbeitern, In einzelnen Städten hat die Polizei den Votum für den Gegner des konservativen Kandidaten in die Wagein Teil der Straßenbahnangestellten und zahlreiche Beitungen die Veröffentlichung von Streifnachrichten verboten. schale warfen. Handlungsgehilfen, Handwerker usw. schlossen sich dem Petersburg, 23. Juli. Nach amtlichen Berichten beziffert In ihrer eigensten Domäne haben also die Konservativen trob Streit an, der wohl alle vorhergehenden Streits der fich die Zahl der Ausständigen einschließlich der Drudereiarbeiter alles Wahlterrorismus und aller Wählerbeeinflussung, trok eines letzten Jahre an Umfang, Heftigkeit und Ausdauer übertrifft. und Straßenbabnangestellten gestern auf 120 000 Mann. Der perfid ausgeflügelten Wahltermine und trok möglichst langer BerParallel mit dem Streit geht eine umfassende Demon- Straßenbahnverkehr ist fast eingestellt. Nur 46 Wagen verließen die heimlichung des Stichwahltermins eine schwere Niederlage erlitten! strationsbewegung, die sämtliche Vororte und Außendiertel Depots und verkehrten unter dem Schuße der Polizei bis zum Petersburgs beherrscht und nur durch ein ungeheueres Auf- Abend. An verschiedenen Plägen fangen die Streifenden, die gebot von Polizei und Militär von den Prunkstraßen der rote Fahnen mit sich führten, revolutionäre Lieder. In dem Sozialdemokraten als Arbeitgeber. Residenz ferngehalten wird. Doch immer stärker schlagen die Stadtteil Wiborg zerstörten die Ausständigen Telephonanlagen, Wogen der empörten Volksbewegung gegen die Mauern der warfen Holzwagen um und errichteten Barrikaden, von denen inneren Stadt und immer schwerer wird es den uniformierten aus fie mit Steinen warfen. Hin und wieder schossen fie Hofhunden des Barismus, den Newstiprospekt und die an- auch auf die Polizei und die Truppen, denen es aber durchweg Das Thema hat schon häufig herhalten müssen im liegenden Prunkstraßen vor dem Ansturm der Arbeiterntassen gelang, die Demonstranten zu zerstreuen und die Barrikaden zu zer- Kampfe gegen die Sozialdemokratie. In der Verlegenheit frei zu halten. stören. An vier Stellen der Stadt wurden Polizei und Truppen um andere Mittel kommt man immer wieder darauf zurück. Darauf ist aber gerade die Hauptaufmerksamkeit der angegriffen, von einem Steinhagel verwundet und gezwungen, Feuer Jetzt ist es der Reichsverbandshäuptling b. 2ieBehörden gerichtet. Denn während das unterirdische revolu- gegen die Demonstranten zu eröffnen. Die Zahl der verwundeten bert, der alte Ladenhüter hervorsucht, um sein Gift gegen tionäre Feuer an allen Eden und Enden der Hauptstadt jäh Ausständigen ist nicht bekannt, da die Arbeiter(?) fie berbergen. die verhaßten Roten versprißen zu können. Der Durchfall emporlodert, beherbergt die innere Stadt den franzö- Bis jetzt weiß man, daß fünf Arbeiter getötet und acht verwundet in Borna- Pegau hat ihn offenbar noch wütender gemacht. In sischen Präsidenten mit seinem Gefolge, denen zu wurden. Drei Polizeibeamte wurden schwer verlegt und mußten seiner Aufregung fiel dem Manne nun eine Broschüre in die Ehren Petersburg festlich geschmückt worden ist. Die ins Strankenhaus gebracht werden. Die Verwundungen des größten Hand, die unter Mithilfe des berüchtigten Teutonia- Verlags demonstrierende Arbeitermenge riß diesen Schmuck in den Teils der verletzten Beamten find leicht; sie können weiter ein gewisser Herr Max Heller über Sozialdemokratische ArArbeitervierteln und Vororten ab, und auch in der inneren Stadt Dienst tun. beiterausbeutung" verbrochen hat. Dieser Herr verarbeitete sahen die Behörden sich gezwungen, die Entfernung des Fahnen- Petersburg, 28. Juli. Die Streiflage ist unverändert. Es in seiner Art denn es mußte ja der im Titel ersichtliche schmuckes anzuordnen, weil die Arbeiter dadurch gereizt würden. Streifen über 100 000 Personen. Vormittags wurde an einigen 3 wed erreicht werden eine Statistik des ReichsarbeitsGleichzeitig sah die Regierung sich in Anbetracht der Stellen versucht, Barrikaden zu errichten. An der Pertersburger blattes" über Bohn- und Arbeitsverhältnisse Anwesenheit des Vertreters der französischen Geldgeber ge- Seite fam es zu einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und in Konsumvereinen. Die in diesem Pamphlet miẞawungen, den Befehl zu erteilen, daß die Polizei nicht schießen, der Polizei. Mehrere Arbeiter wurden verhaftet. Auf der Nikolai- brauchten Zahlen gaben Herrn von Liebert den nötigen um im Tcherlschen„Tag" einen Artikel über „Sozialdemokraten.als Arbeitgeber" abzuladen. Obwohl jedes anständige Blatt alles, was von Reichsverbandsseite gegen die Sozialdemokratie ausgeheckt wird, nach den bis- herigen Erfahrungen mit dem größten Mißtrauen ansehen inuß, druckte die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" den Liebert-Artikel unbesehen nach Wir haben vor nicht zu langer Zeit erst in einem ganz ähnlichen Falle an der Hand eines Artikels in einem Ber- iiner fortschrittlichen Blatte die UnWahrhaftigkeit und den Unfug nachgewiesen, der durch solches Geschreibsel getrieben wird. Auch den Liebert-Erguß möchten wir ein wenig unter die Lupe nehmen. Es heißt da: Ein weiteres wenig erfreuliches Bild bieten die von der Partei begründeten Konsumvereine, die in dem„Zentralverband deutscher Konsumvereine" organisiert sind. Dort finden loir un- erträgliche Zustände: 13— ißstündige Arbeitszeit, Stundenlöhne von 18— 23 Pf., mangelnde Sonntagsruhe, Kinder- und Frauen- ausbeutung, durch das amtliche Reichsarbeitsblatt von 1312, Nr. ö, S. 348, nachgewiesen. Den seitens der Sozialdemokratie vom Staat und vom kapitalistischen Unternehmer geforderten Achtstundentag gibt es hier überhaupt nicht. Dagegen haben von 2710 Personen fim Jahre 1910) 439 13� Stunden, 1105 1114 Stunden, 967 bis zu 19 Stunden und einzelne 15 und 16 Stun- den Arbeitszeit! Dabei ist die Mittagspause abgerechnet. Wel- ck>er Widerspruch zwischen den marktschreierischen Forderungen anderen gegenüber und den eigenen Leistungen! Nahezu die Hälfte aller Angestellten hat an Sonntagen bis zu 6 Stunden Arbeit zu verrichten. Die Löhne der Arbeiter, o. h. der mit einem Gehalt bis zu 140 M. monatlich Angestelltem. bewegen sich eher in absteigender als aufsteigender Linie, wie ein Vergleich zwischen den Nachweisen der Jahre 1908 und 1910 dartut. Unter 80 M. Monatslohn f!) bezogen 1910 181 Personen, unter 9V M. 95 Personen usw. Bei den Lagerhaltern finden sich männliche und weibliche Angestellte mit 40, 45, 50 usw. M.! Dazu tritt unbezahlte Arbeit von Frauen und Kindern, ein Höchst- gehalt der Verkäuferinnen bis 30, 40, 50 M. Es kann nicht wundernehmen, wenn der sozialdemokratische Lagcrhalterverband mit seinen Ausgaben für Rechtsschutz(gegen sozialdemokratische Arbeitgeber) prozentual nahezu an erster Stelle in der Gewerk- schaftsbcwegung steht. Und warum diese Lohndrückerei, diese Auspressung der An- gestellten und Arbeiter? Weil die Konsumvereine genötigt sind, hohe Dividenden aufzubringen und damit ihre Kunden zu be- friedigen. Diese„Dividendenjägerei der Mitglieder" ist selbst von den„Sozialistischen Monatsheften", 1906, 1. Band, S. 190, als„kapitalistische Profitwut" gebrandmarkt worden. Im Dres- dencr Konsumverein konnte 1905 die Pensionsberechtigung der Angestellten nicht durchgesetzt werden, weil bei 6 Millionen Mark Umsatz die Dividende von 7 auf 8 v. H. erhöht werden mutzte! Ueber die Methode, die Partei für Verhältnisse in den Konsumvereinen verantwortlich zu machen, soll ohne weiteres hinweggesehen werden. Die hier beliebte Ver- Wendung und Aufniachung von Zahlen aber ist eine u n- erhörte Irreführung und die allgemeinen Behauptungen über die verschiedenerlei angebliche Ausbeu- tung ein großer Schwindel! Das verrät schon eine einzige Feststellung:: die hier verwendete Statistik umfaßt ganze 2710Personen: in, Jahre 1913 waren aber in den dem Zentralverband deutscher Kon suni vereine angeschlossenen Genossen- schaften 29 276 Personen beschäftigt! Die Statistik be- zieht jich auf die klein st en und weniger leistungs- fähigen Vereine. Die Angaben sind endlich an fünf Jahre alt. Gerade während dieser Zeit sind die in Be- trtzcht konimenden Verhältnisse jedoch wesentlich verbessert worden. Unseres Wissens betreffen sie auch nicht nur Ver- eine des Zentralverbandes, sondern auch solche des Allge- meinen(bürgerlichen) Verbandes, dem 1913 noch 290 Kon- sunlvereine angehörten. Wie es gemacht wird, zeigt besonders auch der letzte Satz, der sich auf Dresden bezieht. Es ist einfach erlogen, wenn behauptet wird, die Pensionseinrichtung für die Angestellten sei 1903 verweigert worden, weil man die Dividende von 7 auf 8 Proz. heraufsetzte. Die 8 Proz. werden im Konsum- verein Vorwärts, Dresden, schon seit 1904 gezahlt. Die Pen- jionscinrichtung war von der Gesanitverwaltung vor- geschlagen, sie fand aber in der Generalversammlung d a- in a l s keine Mehrheit. Inzwischen ist sie l ä n g st eingeführt. Mit solchem Material arbeitet ein gebildeter Mann, der doch Von-Liebert Wohl sein will! Da er auf Dres- den verweist— sonst sind seine Angaben ganz allgemein—, möge zum Beispiel und Vergleich einiges über die dortigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse gesagt sein, die Geschäfts- berichte geben darüber genauen Aufschluß und Herr v. Lie- bert müßte seine Nase einmal dort hinein, statt in die Hellersche Schmähschrift stecken. Also: die Arbeitszeit beträgt für das technische und Äontorpersonal 8 Stunden, die Läden sind von 1,4.8 Uhr bis 8 Uhr, Sonnabends bis 9 Uhr offen. Das Ladenpersonal hatzweiStundenMittags- sowie Frühstücks- und Vesperpause. Sonntags sind die Läden geschlossen. Alle vierzehn Tage gibt es einen freien halben Tag. Die Gehälter betragen: für Verkäufe- rinnen 45(Lehrmädchen) bis 85 Mk.(nach fünf Jahren) pro Monat: für die Lagerhalter 1700 bis 2800 M. pro Jahr, für die Kontorangestellten 1500 bis 2700 M., Handwerker und Markthelfer erhalten 27 bis 32,40 M. pro Woche, Arbeits- Mädchen und-frauen 13,00 bis 18,70 M., Chauffeure 30 bis 33 M. Alle Beschäftigten erhalten Ueberstunden nach wesent- lich erhöhten Sätzen extra bezahlt. Ferien werden unter Fortzahlung des Lohnes von einer bis zwei Wochen— nach den Dienstjahren— gewährt. In Krankheitsfällen wird der Lohn bis zu vier Wochen fortgezahlt, der§ 616 des B. G.-B. wird in loyalster Weise angewendet. Außerdem leistet der Verein noch in sozialer Beziehung manches. Bei Aufgabe des Arbeitsverhältnisses wegen Alters oder Invalidität garan- tiert er Weiterzahlung von 40 Proz. des zuletzt bezogenen Ver- dienstes. Auch die Bäcker haben achtstündige Arbeitszeit. Das Lohn- und Arbeitsverhältnis ist bei allen Beschäftigten nach Vereinbarung mit den in Betracht kommen- den Gewerkschaften tariflich geregelt. Das Personal hat also in jedem Falle einen berechtigten Anspruch auf Lohnsteigerungen und alle sonst gebotenen Leistungen des Vereins. Es diirfte in Dresden nicht ein einziges gleichartiges privates Konkurrenzgeschäft geben, das derartige günstige Lohn- und Arbeitsverhältnisse bietet. Der Sonntags-Laden- schluß wurde bei den Konsumvereinen schon vor zirka 20 Jahren eingeführt, als noch kein Privatgeschäft daran dachte, und genau so liegt es mit dem Achtuhr-Ladenschluß. Und so oder ähnlich wie in Dresden steht es bei allen großen und größeren Konsumvereinen des Zentralverbandes, die den weitaus größten Teil an beschäftigtem Personal aufweisen. Aber auch die kleinen und kleinsten Vereine sind bemüht, in dieser Hinsicht vorbildlich zu sein. Selbstverständlich spielen die lokalen Verhältnisse dabei eine Rolle. Irgendein kleiner abgelegenem Ort kbnn nicht verglichen werden mit Berlin,! Hamburg, Dresden ustv. Die Hauptfrage ist: wie stehen die Konsumvereine im Vergleich zu ähnlichen privaten Unternehmungen? Und da wird es Herrn v. Liebert recht sauer werden, seine unver- antwortlich leichtfertig aufgestellten Behauptungen aufrecht- zuerhalten. Die„Produktion" in Hamburg stellt in ihrem Geschäftsbericht auf das Jahr 1913 fest, daß für Zwecke sozialer Fürsorge allein 237649 M. a u s'- gegeben wurden: das sind 12 Proz. der Lohnsumme und 1 Proz. des Umsatzes! Diese Genossenschaft beschäftigte 1415 Personen, der„Vorwärts" in Dresden 1100 Personen. Im vorigen Jahre hat der Verband der Bäcker, Konditoren usw. eine Statistik über die Arbeitsvcrhält- nisse in Großbäckereien veranstaltet, um Vergleiche zwischen privaten und Genossenschaftsbäckereien zu ermöglichen. Er- faßt sind 230 Konsumvereinsbäckereien mit 3247 und 253 private Brotfabriken und Großbäckereien mit 4052 Beschäf- tigten. Nach den Ergebnissen dieser Statistik betrug die Arbeitszeit in den Konsumvereins betrieben im Durchschnitt 8,2, in den Privatbetrieben aber 9,9 Stunden. Der durchschnittliche Arbeitslohn war bei den vier verschiedenen Kategorien in den Konsum- vereinsbetrieben 0,53 bis 3,09 M. höher als in den privaten Bäckereien. Trotz wesentlich gc- ringerer Arbeitszeit höherer Lohn! Die Statistik sagt ferner, daß die Konsumvereinsbäckereien in der Gewährung von Sommerferien und Vergünstigungen nach Z616 des B. G.-B. den privaten Betrieben„weit voraus" sind. Es ist weiter zu beachten, daß erst der letzte Konsum- genossenschaftstag, der vor fünf Wochen in Bremen stattfand, neue Tarife für die Bäcker und Transportarbeiter beschlossen hat, die nicht unwesentliche Verbesserungen bringen. Danach erhalten alle in Betracht kommenden Arbeiter und Arbeite- rinnen vom nächsten 1. August ab eine Lohnzulage von 2 M. b z w. 1 M. p r 0 Woche. Am 1. August 1916 tritt dann eine weitere Steigerung von 1 M. bzw. 50 Pf. pro Woche ein: ganz abgesehen von anderen Verbesserungen. Die dadurch entstehende gesamte Mehrbelastung der Konsumver- eine ist auf etwa 15 Proz. berechnet worden. An diesem Material mag sich Herr v. Liebert nun einmal die Zähne ausbeißen. Vielleicht vergeht ihm dann in Zukunft doch etwas der traurige Mut, über Dinge zu schreiben, von denen er keine blasse Ahnung hat. Denn wir wollen vorläufig nicht annehmen, daß er seine Behauptungen wider besseres Wissen aufstellte. Noch ein Wort zu einem Angriff auf die H a m b u r g e r „Produktion", die bekanntlich vor drei Jahren in Mecklenburg ein größeres landwirtschaftliches Gut erwarb. Es wird behauptet, der„alte Stamm" Arbeiter habe das Gut verlasse'.., weil die Löhne um 316 M. pro Mann herabgesetzt worden wären. In den letzten beiden Jahresberichten befin- den sich Anhaltspunkte dafür nicht. Aber manches andere wird gesagt, was auch diese Behauptung unwahrscheinlich macht. So wird in dem Geschäftsbericht auf das Jahr 1912 ausgeführt: „Nach den vorgefundenen Verhältnissen machte sich folgender Arbeitsplan notwendig, der auch bereits im ersten Besitzjahr in Angriff genommen wurde. Die Zahl der auf dem Gut an- süss igen Arbeiterfamilien sollte insoweit vermehrt werden, dah später die Beschäftigung von Saison- arbeitern wesentlich eingeschränkt werden kann. Um einen Zuzug von Arbeitern einzuleiten, wurden die arg vernachlässigten Arbeiterwohnungen einer umfassenden Renovierung unterzogen und die Lohnver- Hältnisse neu geregelt. Es gelang, auch im ersten Jahre vier Familien auf dem Gute neu anzu- siedeln, so daß alle verfügbaren Wohnstellen besetzt sind. Es besteht ein starkes Angebot einheimischer Arbeiter, so datz, wenn im nächsten Jahre die Zahl der Wohngelegenheiten vermehrt wird, weitere Familien angesiedelt werden können. ... Stark vernachlässigt zeigten sich auch die vor- handenen Wiesen. Mit der Verbesserung wurde ebenfalls be- gönnen. Da das vorhandene Gelände in nächster Nähe das Material für das Uebersanden eines Teiles des Wiesenlandes bietet, so ist mit den Vorarbeiten hierzu wie mit der Anlage von Dauerweiden auf dem abgesandeten Lande begonnen. Die ver- a l t e t e n, zum Teil aufgebrauchten Maschinen muhten durch neue ersetzt werden...." Auch Angaben im Geschäftsbericht auf 1913 lassen er- kennen, daß das Gut bei der Ui-bernahme stark herunter- gewirtschaftet war. Und ganz sicher ist, daß man in einem Konsumverein.unter einer„Neuregelung" der Löhne nicht eine Herabsetzung versteht. In diesem Falle würde auch kaum von einem„starken Angebot einheimischer Arbeiter" geredet werden können. Die Landwirte klagen ja stets über Arbeitermangel. Was der Liebert-Artikel sonst noch über unsere Volks- Häuser und Partcizcitungsbetriebe sagt, ist elendes Blech. Jedes Kind weiß sozusagen, daß unsere Volks- Häuser gerade deshalb nicht große Ueberschüsse bringen können, weil das Personal besser bezahlt wird und die Gäste die Waren für billigeres Geld bekommen. Das alles braucht ein Herr v. Liebert freilich nicht zu wissen, um in moralischer Entrüstung darüber zu schreiben. Den Gipfel seines unver- frorenen Beginnens erklimmt er mit folgendem Schlußsatze: Es ist ja nicht leicht, an die svstematisch verhetzten Arbeiter mit der Wahrheit und mit den Tatsachen heranzu- kommen, aber vielleicht bricht sich daS Licht doch Bahn und bringt viele zur Besinnung. An Material zur Belehrung fehlt es wahr- lich nicht. Wie es mit dieser Art„Wahrheit", mit diesen„Tat- fachen" und mit dem„Material zur Belehrung" steht, glauben wir genügend gezeigt zu haben. Was wird das Regierungs- blatt nun sagen? politische Ueberflcht. Monopolpläne. Ueber die Monopolpläne der Regierung schwirren die Nachrichten hin und her. Eine Korrespondenz, die nicht selten offiziöse Meldungen verbreitet, bestätigt zunächst, daß sich sicheres erst würde sagen lassen, wenn im August der Finanz- bedarf durch die Forderungen der einzelnen Ressorts festge- setzt ist: dann heißt es weiter: „Von den in Vorschlag gebrachten Steuerplänen dürfte aller- dings in erster Linie wohl ein Zigarettenmonopol in Betracht zu ziehen sein, da dies sowohl von Interessenten empfohlen wie auch sonst Zustimmung finden dürfte. Außer dem Verband Deutscher Zigarettenfabrikanten, der eine Denk- schrift über ein Reichs-Zigarettenmonopol eingereicht hat und die Mehreinnahmen durch das Monopol auf 160 Millionen berechnet. sind auch aus Kreisen des heimischen Tabakbaues Wünsche auf Durchführung einer Erhöhung der Steuer für Zigaretten in drin- gender Weise geltend gemacht worden. Ferner hat sich kürzlich der badische Landtag und der badische Finanzminister für di« Zigarettensteuer erklärt." I Die Gerüchte über den Plan eines Tlektrizitäts- Monopols dürfden sich nach dieser Korrespondenz nicht bestätigen. Die Anregung der Z ü n d h 0 l z f a b r i k a n t e n. ihre Unternehmungen zu verstaatlichen, soll ebenfalls keine Aussicht auf Erfüllung haben. Eine andere Korrespondenz will wissen, daß alle auf ein Kalimonopol hinzielenden Vermutungen falsch seien, und daß auch der P e t r 0 l e u m m 0 n 0 p 0 l- Entwurf nicht wieder eingebracht werden würde. „Wohl aber wird am Elektrizitätsmonopol sehr eifrig, aber auch sehr vergebens gearbeitet; das Zigaretten- Monopol ist so gut wie fertig, und geht schon im September dem Bundesrat zu." Das„Berl. Tgbl." hat sich aus Dresden, dem Hauptsitz der Zigarettenindustrie, bericksien lassen, daß man dort nichts von Monopolplänen wisse und auch der Möglichkeit ihrer Verwirklichung sehr skeptisch gegenüberstände. Auch der Vor- sitzende des Zigarrenhändlerverbandes, der von der„Berliner Volkszeitung" ausgefragt worden ist, hat Zweifel gegen die Monopolgerüchte geäußert und einen Vorteil aus dem Reichsmonopol gegenüber den heutigen Verhältnissen be- stritten.— Daß sich im Reichsschatzamt irgend etwas vorbereitet. wird sich kaum bestreiten lassen. Im übrigen wird man ab- warten müssen, was herauskommt. Ueber die heutigen Ver- Hältnisse, die für ein Zigarettenmonopol in Betracht kommen-, mögen folgende Mitteilungen orientieren: Im Jahre 1913 brachte die Steuer auf inländischen Tabak 10,8 Millionen Mark, die Zigaretten-Banderolensteuer 36,5 Millionen Mark, und der Zoll aus ausländischen Tabak k16,4 Millionen Mark: im ganzen war der Tabakkonsrkm mit 163 Millionen Mark belastet, was einer Steuerleistuna von 2.4 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung entspricht. Ueber die kolossale Zersplitterung der Zigaretten» industrie geben die folgenden Zahlen Aufschluß: im Jahre 1912 stellten nur Zigaretten 1006 Fabriken her, von dene� 517 ohne Gehilfen, 42 nur mit Maschinen, 122 mit Maschinen und Handarbeit, 841 mit reiner Handarbeit und 228 mit Heim- arbeit arbeiteten. Außerdem gab es 317 Fabriken, die Zigaretten und Zigarettentabak herstellten, 46 Fabriken, die nur Zigarettentabak herstellten und schließlich 26 Fabriken, die ausschließlich Zigarettenhüllen herstellten. Auch in diesen letzterwähnten Betrieben spielt die Hand- und Heimarbeit noch eine sehr große Rolle. Nach der„Tägl. Rundschau" soll die auf 500 Millionen Mark veranschlagte Ablösungssumme nach einem bestimmten Berechnungsschlüssel aufgestellt werden. Es erhellt aus den angeführten Zahlen, daß die Struktur der Industrie alles andere als einheitlich ist. und daß sich deshalb auch ein ge- meinsamer Berechnungsschlllssel nicht finden läßt. ES besteht die sehr große Gefahr, daß die wenigen sehr rentablen Groß- betriebe um immense Summen aufgekauft werden, und daß sich die Hunderte von Zwergbetrieben in den kümmerlichen Rest teilen sollen._.... Neue Prellerei der Beamte«. Eine anscheinend offiziöse Meldung besagt, daß der Reichstag sich im Herbst abermals mit einer BesoldungSnovelle zu befassen haben lperde. Aber diese Novelle werde über daS von der Mehr« heit des Reichstages abgelehnte Kompromiß nicht hinaus- gehen und auch nur dann dem Hause zugehen, wenn ihre Annahme sichergestellt scheine. Das heißt: auch die für den Herbst in Aussicht gestellte Novelle soll die Forderungen der elsaß-lothringischen Eisenbahner und der gehobenen Unterbeamten unberücksichtigt lassen— Forderungen, die doch von der Budgetkommission einstimmig als das alleräußerste. als das bescheidenste Mindestmaß bezeichnet worden waren! Die in Frage kommenden Beamtenschichten sollen offenbar wieder mit dem famosen Zukunftswechsel, der in Aussicht ge« stellten Aufbesserung vom 1. April 1916 ab abgespeist werden. Meinten es Regierung und Parteien ernst mit diesem Ver» sprechen, so wäre es geradezu lächerlich, den Beamten ihre Zulagen um ein Jahr oder 18 Monate abzufeilschen. Aber gerade weil die Regierung selbst sehr daran zweifelt, ob sie ihr Ber- sprechen einlösen wird, will sie von der Erfüllung der dringlichen Beamtenwünsche nichts wissen. Im Dreiklassenparlament meinte selbst der national« liberale Abgeordnete Dr. Schröder, daß die Verheißungen für das Jahr 1916 wegen internationaler Verwickelungen leicht unerfüllt bleiben könnten. Nun, auch wenn es nicht zu Berwicke- lungen kommt, so doch zu neuen Rüstungsausgaben, die bei der ohnehin schon traurigen Lage der Reichssinanzen den Vor» wand abgeben werden, auch 1916 den Beamten das zu versagen, was der Deutsche Reichstag 1914 anfangs einstimmig für absolut notwendig erklärt hatte! Das ganze Manöver würde also auf eine plumpe Prellerei breiter Beamtenschichten— auch in Preußen!— hinauslaufen. Ob sich auch das Zentrum zu einer solchen Prellerei bereit» finden lassen wird? Ehren-Doktortvnrde per Inserat. DaS Geschäft des Titelschachers scheint immer noch ganz ein- träglich zu sein. Jedenfalls lassen sich diese menschenfreundlichen Firmen ihre Reklame etwas kosten. Neuerdings scheint man sich auch nicht mehr darauf zu beschränken, neben allerlei Titulaturen mit„Doktorwürde" zu handeln, sondern auch der„Dr. h. c." (ehrenhalber Doktor) ist in den Geschäftskatalog der modernen Titelvernnttler aufgenommen worden. Der Ilmfang jenes Ge- werbes fängt allmählich auch in bürgerlichen Kreisen an, unange- nehm empfunden zu werden. Selbst die„Zeitschrift des Ver- bandes Deutscher Diplomingenieure", die gewiß nicht sozialdemo- kratisch anrüchig ist, protestiert aufs schärfste gegen den Titel- schacher. Als Neuestes aus diesem Gebiet finden wir dort folgendes in verschiedenen Tageszeitungen erschienene Inserat glossiert: Or. b. c. Herren i. achtungsyebiet. Pos., deren Berufe a. akad. Vorb. beruh., od. aber Männer m. wirkl. gelehrt. Verd. Hab. Aussicht a. Verleih, d. Ehrendoktorats. Zweckdienl. umfass. Jnform. durch Fr. W. Schmidt, Winterfeldtstr. 30 B. Wie gut für die„Männer mit wirklich gelehrten Verdiensten", daß es in der Winterfeldtstraße eine edle Seele gibt, die keine Jnseratkosten scheut, um der Wissenschaft auf„zweckdienliche" Weise zu Ruhm und Ehve zu verhelfen. Konservativer Aerger. Der„Deutschen Tageszeitung" ist, wie schon kurz erwähnt, der Artikel schwer in die Glieder gefahren, in dem wir aus dem Buche des Hauptmanns a. D. Pommer einige zutreffende, aber für waschechte Patrioten ärgerliche Stellen über die Verhältnisse im deutschen Heer und Offtzierkorps wiedergegeben haben. Das Agrarierblatt schiebt, vornehm wie es nun einmal ist. die be- rechtigte Kritik des Hauptmanns a. D. an unerträglichen Mißständen auf die„Verbitterung eines vermeintlich zu Unrecht verabschiedeten " Offiziers" und redek Bon Dingen, die Sen Stempel des Märchens an der Stirn tragen". Demgegenüber sei bemerkt, daß Herr Bommer, wahrscheinlich in Voraussicht derartiger Anwürfe, im Vorwort seiner Schrift sagt: Nußlands Haltung. Petersburg, 23. Juli. Die russische Diplomatie bekundet in der österreichisch- serbischen Frage größten Optimismus, obgleich auch hier innerhalb der nächsten Tage ein österreichisches Ultimatum an Serbien erwartet wird. Man erklärt hier, Serbien werde voraussichtlich Desterreich- Ungarn genügend entgegenkommen. Das Ultimatum. Italien. Drohende Lage in der Romagna. Angesichts der nicht endenden Verhaffungen in allen Deischaften der Romagna haben die Sozialisten und Republikaner beschlossen, zum 2. August einen Stongreß nach Forli einzuberufen, den auch die Anarchisten, Mazzinianer und Reformisten beschicken werden. Es verlautet, daß der Kongreß sich damit begnügen will, von der Regiewerden und die Prozesse gegen die bereits Verhafteten sofort stattfinden. Falls die Regierung auch diese geringen Fordrungen abjalast, soll der schlägt, soll der Generalstreit in der Romagna proklamiert baie zerba Nur persönliche Eindrücke und Erlebnisse, für deren Richtigkeit jederzeit Beweise unter Namen 3= nennung erbracht werden können, bilden den Gegenstand dieser Abhandlung. Die Beweggründe, welche den Verfasser zur Veröffentlichung seiner Erfahrungen veranlassen, sind rein ideale. Da seine Verabschiedung in allen Ehren, auf Wien, 23. Juli. Der österreich- ungarische Gesandte in Bel- rung zu fordern, daß feine weiteren Verhaftungen vorgenommen persönlichen Antrag, ohne den geringsten Drud eines Vorgefesten grad hat heute nachmittag 6 Uhr der serbischen Regierung nach erfolgte, so tann von der Stillung eines Rache- folgende Note überreicht: durstes keine Rede sein. Wenn also die Deutsche Tageszeitung" weiterhin von„ Märchen" redet, entschließt sich Hauptmann a. D. Pommer bielleicht, mit Namensnennung die näheren Umstände seiner„ Märchen" mitzuteilen, und das wäre für militaristische Patrioten erst recht peinlich. Wenn das Leibblatt der Fleisch- und Brotwucherer aber dem Berfasser unlautere Beweggründe unterschiebt, so tut es das in dem frohen Bewußtsein, daß Herr Pommer, wie aus seinem Büchlein ersichtlich, die Standesvorurteile so weit überwunden hat, um den Zweikampf zu verwerfen, denn wenn dem anders wäre o weh! o weh! Mut außerhalb der Redaktionsstube ist, wie das glorreiche Beispiel des Herrn Stephan gezeigt hat, nun einmal nicht eine Eigenschaft der Deutschen Tageszeitungsschreiber. aisins Rückzug. Die Lehren der letzten Prozesse haben doch ein wenig vorsichtig gemacht: Man hat masseniveise Anllagen erhoben, jetzt aber beginnt man fich langsam wieder zurüdzuziehen. Bekanntlich war auch gegen die Genossen Groger und Pagels, die Sekretäre des Sozialdemokratis hen Wahlvereins Teltow- Beeskow, ein Verfahren eröffnet worden, weil fie angeblich zugunsten der Angehörigen der im Charlottenburger Denkmalsprozeß Verurteilten eine unerlaubte Sammlung eingeleitet hatten. Jetzt hat der Staatsanwalt in Bayreuth, der diese Anklage i. 3t. erhob, dem Genossen Pagels mit teilen lassen, daß das Verfahren wieder eingestellt worden sei. Jeder Einsichtige mußte sich auch von vornherein sagen, dak es, durchgeführt, mit einer Niederlage der Behörden endigen müsse. Satte doch in dem Aufruf nichts anderes gestanden als die Mitteilung, daß diejenigen, die Gelder einzusenden wünschten, diese an die Adresse des Genoffen Bagels schicken könnten. Aus Dallwigens Reich. Der Gemeinderat von 3abern beabsichtigt, den nicht bestätigten Bürgermeister Knöpffler in Anbetracht seiner großen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung Zaberns während seiner Amisperiode das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Auch dem Kreisdirektor Mahl hatte der Gemeinderat seinerzeit das Ehrenbürgerre.ht verleihen wollen. Aber die Genehmigung dazu war verweigert worden. Im Falle Knöpffler bedarf es der Genehmigung nicht. werden. Aus Industrie und Handel. 12103 Deutschland als Agrarexportstaat. Am 31. März 1909 hat der königlich serbische Gesandte am Wiener Hofe im Auftrage feiner Regierung der kaiserlichen und föniglichen Regierung folgende Erklärung abgegeben:" Serbien anerkennt, daß es durch die in Bosnien geschaffene Tatsache inab seinen Rechten nicht berührt wurde, und daß es sich demgemäß den Entschließungen anpassen wird, welche die Mächte in bezug auf Artikel 25 des Berliner Bertrages treffen werden. Indem Der Handelsvertragsverein schreibt uns: Die deutsche Statistik Serbien den Ratschlägen der Großmächte Folge leistet, verpflichtet zeigt, daß noch furz vor Toresschluß gewaltige Mengen deutschen es sich, die Haltung des Protestes und des Widerstandes, die es hin- Getreides über die russische Grenze gegangen sind. Unsere Ausfuhr sichtlich der Annerion seit vergangenem Oktober eingenommen hat, in Roggen nach Rußland stieg in den ersten 5 Monaten dieses aufzugeben, und verpflichtet sich ferner, die Richtung seiner gegen- Jahres gegenüber den gleichen Zeitraum des Vorjahres von wärtigen Politik gegenüber Oesterreich- Ungarn zu ändern und 719 000 auf 1622 000 Doppelzentrar, in Weizen von 60 000 auf fünftighin mit diesem lepteren auf dem Fuße freundnachbarlicher 198 000 und in Hafer von 160 000 auf 236 000 Doppelzentner; Beziehungen zu leben." dagegen ist ein gleiches Wachstum unserer Mehlausfuhr nach Finn land, die hier allein in geage fommt, auffallenderweise nicht zu fonstatieren; unfere Roggenmehlausfuhr stieg in dem erwähnten Beitraum nur von 204 900 auf 207 700 Doppelgentner, und die Weizenmehlausfuhr fant fogar von 123-300 auf 115 300. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß nicht nur unsere Getreideausfuhr nach Rußland, sondern auch nach dem sonstigen Ausland in den letzten Jahren eine ganz auffällige, für die einheimische Ernährung nicht unbedenkliche, Zunahme aufweist, wie aus der folgenden Tabelle hervorgeht: Einfuhr: 1912 1013 Ausfuhr: Roggen Weigest Safer ( in Millionen Mark) 395,8 417,8 43,9 42,2 91,7 60,4 Die Geschichte der letzten Jahre nun und insbesondere die schmerzlichen Ereignisse des 28. Juni haben das Vorhandensein einer fubversiven Bewegung in Serbien erwiesen, deren Ziel es ist, von der Desterreichisch- Ungarischen Monarchie gewisse Teile ihres Gebietes loszutrennen. Diese Bewegung, die unter den Augen der serbischen Regierung entstand, hat in der Folge jenseits des Gebiets des Königreichs durch Atte des Terror is mus, durch eine Reihe von Attentaten und durch Morde Ausdruck gefunden. Weit entfernt, die in der Erklärung vom 31. März 1909 enthaltenen formellen Vera pflichtungen zu erfüllen, hat die föniglich serbische Regierung nichts getan, um diese Bewegung zu unter= drücken. Sie duldete das verbrecherische Treiben der verschiedenen gegen die Monarchie gerichteten Vereine und Vereinigungen, die zügellofe Sprache der Presse, die Verherrlichung der Urheber von Attentaten, die Teilnahme von Offizieren und Beamten an subDeutschland wird 6 also immer mehr zu einem versiven Umtrieben, sie duldete eine ungesunde Propaganda im graregportstaat. Der Ausfuhrüberschutz betrug in Roggen öffentlichen Unterricht und duldete schließlich alle Manifestationen, im Jahre 1912 81.6 Millionen M., im Jahre 1918 90,7 Millionen M. auch in Safer ist für 1913 ein Ausfuhrüberschuß in Höhe von auch in Sajer ist für 1913 ein Ausfuhrüberschuß in Höhe voit welche die serbische Bevölkerung zum Haß gegen die Monarchie 32,6 Millionen M. zu verzeichnen, im Jahre 1912 dagegen noch ein und zur Verachtung ihrer Einrichtungen verleiten konnten. Diese Einfuhrüberschuß von 20,8 Millionen M. Natürlich ist nicht daran Duldung, der sich die königlich serbische Regierung schuldig machte, zu denken, daß wir jemals in Weizen einen Ausfuhrüberschutz be hat noch in jenem Moment angedauert, in dem fommen könnten; aber auch in diesem wichtigsten Einfuhrartikel ist die Ereignisse des 28. Juni der ganzen Welt die Einfuhr nicht gewachsen. Ja, der Einfuhrüberschuß ist von die grauenhaften Folgen solcher Duldung 332 Millionen M. im Jahre 1912 auf 327,7 Millionen M. im Jahre zeigten. Es erhellt aus den Aussagen und Geständnissen der 1913 zurüdgegangen. 1912 0125,5 963,4 T 61,05 A 1913 in Getreide. 132,9 87,6 93 Die neueste Blüte des Regiments Dallwitz ist das Verbot an verbrecherischen Urheber des Attentates vom 28. Juni, daß der Ebenfalls sehr stark ist unser Ausfuhrüberschuß in Mehl und die Soldaten, französische Zeitungen zu lesen oder auf nur Lokale au besuchen, in denen die in fran Mord bon Sarajewo in Belgrad ausgehedtonſtigen Müllereierzeugnissen, prozentual jogar noch weit stärker als auch zösischer Sprache erscheinenden eliaiiijchen wurde, daß die Mörder die Waffen und Bomben, mit denen Graupen, Haferfloden, Blätter ausliegen. Dieser Kampf gegen die Muttersprache sie ausgestattet waren, von serbischen Offizieren und Beamten Getreideschrot eines erheblichen Teiles der elsässischen Bevölkerung ist ganz dazu an- erhielten, die der Narodna Odbrana angehörten, und daß schließgetan, neue Erbitterung zu schaffen. lich die Beförderung der Verbrecher und deren Waffen nach Bosnien von leitenden serbischen Grenzorganen veranstaltet und durchgeführt wurde. Fußangeln für die Presse. Roggenmehl Weizenmehl Grieß ( in Millionen Mark) Einfuhr: 0,25 4,57 0,08 0,03 0,23 4,6 0,07 0,02 Ausfuhr: 29,4 32,6 182 11,2 39,4 44,2 9,7 12,3 1912 1913 1912 1918 Der Berliner Polizeipräsident hat der Bresse folgende Warnung der f. und f. Regierung nicht, noch länger die Haltung zuwartenDie angeführten Ergebnisse der Untersuchung gestatten es augehen lassen: über die Festnahme von Personen, die sich des Verrats militärischer gegenüber eingenommen hatte, die ihren Mittelpunkt in Belgrad Haferflocken und anderen Müllereierzeugnissen gauz verschwindend. Wie man sieht, ist unsere Einfuhr in Mehl, Graupen, Grieß, " In letzter Zeit mehrfach wahrgenommene Breffenachrichten der Langmut zu beobachten, die sie durch Jahre jenen Treibereien Geheimnisse schuldig gemacht haben, lassen einen Hinweis auf§ 11 haben und von da auf die Gebiete der Monarchie übertragen wer- während die Ausfuhr, besonders in Roggen- und Weizenmehl, einen des neuen Spionagegefeßes vom 3. Juni 1914 angezeigt erscheinen. den. Diese Ergebnisse legen der t. und f. Regierung vielmehr die recht erheblichen Umfang angenommen Hierin ist unter gewissen Ginschränkungen jede Veröffent- Pflicht auf, Umtrieben ein Ende zu bereiten, die Der deutschen Regierung scheint diese ungesunde Exports lichung über Verstöße gegen dieses Gesetz unter Strafe gestellt, so eine beständige Bedrohung für die Ruhe dar fern nicht die Behörde, welche die Ermitielungen leitet, die Erlaub Monarchie bilden. Um diesen Zweck zu erreichen, sieht sich nis erteilt hat, den in Frage kommenden Fall in die Oeffentlichkeit die t. und f. Regierung gezwungen, von der serbischen Regierung zu bringen. Diese Mitteilung, von der die bürgerliche Sensationspresse Desterreich- Ungarn gerichtete Propaganda bere eine offizielle Versicherung zu verlangen, daß sie die gegen übrigens mehr betroffen wird als die sozialdemokratischen Blätter, urteilt, das heißt die Gesamtheit der Bestrebungen, deren fennzeichnet die 3enjurgewalt, die das neue Spionagegeseh in die Hände der Polizei gegeben hat. Sie bedeutet eine große Gefahr Ziel es ist, von der Monarchte Gebiete loszulösen, die ihr angefür die Presse und zugleich eine Knebelung der unabhängigen Kritik hören, und daß fie fich verpflichtet, diese verbrecherische und terrsan dem Vorgehen gegen diejenigen, die in den Verdacht der Spionage ristische Propaganda mit allen Mitteln zu unterdrücken. geraten find. Der österreichisch- serbische Konflikt. Die offizielle Auffassung. Un diesen Verpflichtungen einen feierlichen Charakter zu geben, wird die föniglich serbische Regierung auf der ersten Seite ihres offiziellen Organs vom 26./13. Juli nachfolgende Erklärung veröffentlichen: steigerung im Hinblick auf die Getreideversorgung Deutschlands im Kriegsfalle jetzt doch einige Bedenken zu machen, und sie hat sich veranstalten. Zu diesem Zweck ist dem Reichstag ein Gesetzentwurf entschlossen, zunächst einmal gründliche statistische Erhebungen zir räte von Getreide und Müllereierzeugniffen im ganzen Meich vors vorgelegt worden, wonach alljährlich eine Aufnahme über die Borgenommen werden soll. Nachdem der Reichstag feine Zustimmung gegeben hat, hat inzwischen der Bundesrat Ausführungsbestimmungen erlassen, wonach die erste Aufnahme am 1. Juli d. 3. stattgefunden hat. Ob bei diesen Erhebungen viel herauskommen wird, und ob sie sich zu praktischen Maßnahmen verdichten werden, erscheint zweifelhaft. " Lezte Nachrichten. " Die föniglich serbische Regierung verurteilt die gegen Desterreich- Ungarn gerichtete Propaganda, das heißt die Gesamtheit jener Bestrebungen, deren Ziel es ist, von der österreichisch- ungarischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr angehören, und sie bedauert aufrichtigst die grauenhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlung. Die königlich serbische Regierung bebauert, daß ferbische Offiziere und Beamte an der borgenannten Propaganda teilgenommen und damit die freund nachbarlichen Beziehungen gefährdet haben, die zu pflegen sich die königliche Regierung durch ihre Erklärung vom 31. Mära 1909 feierlicht verpflichtet hatte. Die fönigliche Regierung, die verkürzungen versucht werden sollten. Sie würden, dann jeden Gedanken oder jeden Versuch einer Einmischung in die Geschicke der Bewohner was immer eines Teiles DesterreichUngarns migbilligt und zurückweist, erachtet es für ihre Pflicht, die Offiziere und Beamten und die gesamte Bevölkerung des Königreiches gang ausdrücklich aufmerksam zu machen, daß sie fünftighin mit äußerster Strenge gegen jene Personen vorgehen wird, die sich derartiger Handlungen schuldig machen sollten. Handlungen, denen vorzubeugen und die zu unterbrücken sie alle Anstrengungen machen wird." Wien, 22. Juli. Gegenüber einer Deputation der ferbischen Nationalpartei aus Bosnien und der Herzegowina, welche den loyalen Gefühlen der serbischen Nationalpartei des bosnisch- herzegowinischen Landtags Ausdruck gab, erflärte Ministerpräsident Graf Stürgth, es sei gerade in dieser Zeit erfreulich, daß insbesondere der Landwirtschaft treibende Teil der serbischen Bevölkerung von den schädlichen Einflüssen unberührt seine forrette und loyale Gesinnung und Haltung betätige. Es wäre nicht Sache ruhig erwägender Staatsmänner, für die Freveltaten einzelner eine ganze Nation verantwortlich zu machen. Andererseits könne nicht geleugnet werden, daß das fluchwürdige Attentat in Sarajewo der Ausfluß einer unter mannigfachen Einflüssen stehenden äußerst staatsgefährlichen Bewegung sei, welche für die Entwickelung Bosniens im Nahmen der Gesamtmonarchie einen bedrohlichen Charakter aufweise. Wenn in Bosnien die fulturelle Arbeit unter Zufammenwirken der Nationen und Konfessionen aufgenommen werden solle, müßten die vorhandenen Schäden gänzlich ans sechs Uhr abends, verlangt. Tageslicht gebracht und unnachsichtlich getita Die Antwort auf die Note wird bis Sonnabend, den 25. Juli, Drohender Bergarbeiterstreit in Großbritannien. London, 23. Juli.( Privattelegramm des Vorwärts") Auf einer in Southport abgehaltenen Konferenz beschäftigte sich die Bergarbeiterföde. ration mit der drohenden schottischen Aus. sperrung. Es wurde gestern beschlossen, die Schotten aut ermächtigen, unverzüglich in den Streif zu treten, falls Lohnfofort von der Föderation finanziell unterstützt werden. zwischen soll die Abstimmung über den Generalstreif Porgenommen werden, und sollte diese, was sehr wahrscheinlich ist, zugunsten des Generalstreits ausfallen, so wird eine Reichskonferenz allgemeine, schon seit langem beratene Forderungen aufstellen, die durchgesetzt werden sollen, falls der Generalstreit zur Unterstübung der Schotten notwendig ist. Angesichts dieser Lage haben die Schotten beschlossen, ihren Beschluß, nächsten Montag mit der viertägigen Arbeitswoche zu beginnen, nicht durchzuführen, so daß die Aussperrung wohl unterbleiben wird. Die Arbeiter haben somit den Arbeitgebern die Rolle des Angreifers überlassen. Eine Deputation der Föderation wird nach Schottland reisen, um mit den Arbeitgebern über die nehmen. Bei den Starrsinn der schottischen Unternehmer stehende Lohnreduktion Ridsprache 3 it bevorDer Mißerfolg der Ulsterkonferenz. werden. Daran hätten in erster Linie Vertreter jener Rich tung innerhalb des serbischen Volkes in Bosnien und der London, 23. Juli. Wie die Morning Post" zu melden Herzegowina ein Interesse, welche mit der Verwaltung Bos- weiß, hat die Ulsterfonferenz, die unter dem Vorfit des niens die Ueberzeugung teilen, daß Bosnien und die Herze Königs am Dienstag und Mittwoch stattfand, mit einem Mißerfolg Die Verhandlungen mußminder endgültig einverleibt seien, als die übrigen unter ten abgebrochen werden, da die einzelnen Barteien auf ihren ist es leicht möglich, daß wir in kurzer Zeit eine Wiederholung dem Szepter Seiner Majestät befindlichen Länder, und daß Anschauungen beharrten und keine gewillt war, nachzugeben. jede nationale Bewegung, welche eine Verwirklichung ihrer Es war auch nicht möglich, ein Kompromiß zu finden, auf Ideale außerhalb der Monarchie suche, sich gegen die Lebens- dem sie sich hätten einigen können. Infolgedessen bleist interessen der Monarchie in strafwürdiger Weise vergehe. nichts anderes übrig, als jezt den Bericht über den Gang der Konferenz an den König zu geben. Ein Resultat ist nicht zu ersehen, und die Lage ist jetzt verworrener denn je. Gerüchte über militärische Bewegungen. Budapest, 28. Juli. Seitdem die Verschärfung der Preßzensur bekannt gegeben wurde, zirkulieren in politischen und finanziellen Kreisen fortgefeht Gerüchte über Einberufungen und Truppen= fonzentrationen an der südlichen Grenze. Man will wissen, daß die Donauflottille vor Gemlin antert und daß die Festung von Peterwardein in Verteidigungszustand gesetzt worden ist. Generalstabschef Höhendorf in Ischl. Fort mit dem Mbret! lungen über die schottische Lohnreduktion beginnen heute in des großen Bergarbeiterstreits erleben werden. Die Verhandlungen über die schottische Lohnreduktion beginnen heute in Glasgow. Der Schiffszusammenstoß auf der Ober. Svinemünde, 23. Juli. Alle Passagiere des Dampfers " Berlin" sind durch Rettungsboote und durch Regierungsdampfer wenn auch unter Schwierigkeiten gerettet worden. Unter den vier Schwerverletzten befindet sich ein Lehrer Märker, der in Swinelitten Bein- und Nippenbrüche. münde eingeliefert wurde. Die drei anderen Schwerverletzten erSturmkatastrophe in Budapest. Durazzo, 23. Juli. Die Aufständischen haben gestern den Gesandten der Mächte in einem Briefe mitgeteilt, daß jie, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden, die Entfernung des Fürsten vom albanischen Throne fordern. Budapest, 23. Juli. Der Polizeibericht stellt fest, daß einem Andernfalls drohen sie, Durazzo zu zerstören. Sollten orfanartigen Sturme viel Menschenleben zum Opfer fielen. Die Wien, 25. Juli. Generalstabschef Conrad von Höhendorf hat die Schiffe auf sie schießen, würden sie gezwungen sein, feinen Zahl der Verwundeten ist sehr beträchtlich, aber noch nicht genau fich gestern nach Ischl begeben, wo er heute eine Audienz bei Kaiser Einwohner der Stadt zu schonen. Die Aufständischen fordern festgestellt. Der Blitz schlug in eine Druderei ein. Sieben ArFranz Josef haben wird. Es heißt, daß der ungarische Landwehr- Antwort in fürzester Frist. Dieser Brief trägt im Gegenjat beiter wurden schwer verletzt. Zahlreiche Menschen wurden durch minifter Baron Hazai, der Wien heute verlassen wollte, auch nach zu den anderen die Unterschrift der Notabeln der Auf- herabstürzende Dachtrümmer, Ziegel und dergleichen verwundet. Ischl fährt, und von dem Monarchen empfangen wird. ständischen. Der Sturm verursachte außerdem sehr großen Materialschaden. Beute billige A.Wertheim Lebensmittel Moribplats Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Mori plat Frisches Fleisch* Ochsenfleisch Pfund Schmorfleisch mit Knochen 90 PL Schmorfleisch ohne Knochen 1 M. .. Pfund Kamm und Brust.. Pfand 70 Pt. Schwanz.......... Pfund 65 P. Pökelbrust ohne Knochen 80 PL. Pfund Pfund Plund Kalbfleisch Keule u. Rücken im Ganzen 90 Pt. Keule u. Rücken geteilt 1 x. Koteletts......... Pfund 1.10 Kamm und Brust.. Pfund 70 Pt. Spitze( 8-4 Pfund)... Pfund 90 P!. Von der Zusendung ausgeschlossen, Wurstwaren Zervelat- u.Salamiw, Prand 1.15 Teewurst ... Pland 1.20 Rollschinken-8Ptd., Pfund 1.35 Mausschinken 3-8 Pland 1.25 Schinkenspeck 1. Stucken von 1 bis 4 Pfd... Pfund Pfd. 1 M. Magerer Speck.... Pfund 70 Pt. Magerer Speck.. Pfund 3.40 Fetter Speck P. 60 Pt.; Pid. 2.90 Bauernmettwurst.. Pfund 1.10 * Jagdwurst....... Pfund 95 Pt. * Landleberwurst.. Pfund 80 Pt. * Rotwurst Pfund 45, 60 Pt. ll. 6888 Butter und Käse Tischbutter..... Pfund 1.20 Tischbutter Pfd.- Paket 60 Pt. Tafelbutter... Pfund 132 Tafelbutter-Pfd.- Paket 66 Pt. Limburger...... Pfund 38 Pf. Kuh- u. Landkäse 2 Stück 35 Pt. Geflügel* Junge Gänse Pfund 63, 68, 75 PL. Gänserümpfe..... Pfund 1.05 Gänsebrüste Pfund 1.25 Gänsestückenfleisch... 68 Pt. Gänsekeulen. Stück 70 u. 75 PL. Gänseklein...... Stück 75 Pf. Gänseleber.. Stück 45 u. 50 Pf. Fische* Kabeljau in ganzen Fischen, 14 PL ohne Kopf.. Pfund ohne Kopf Pfund Pfund Seelachs in ganzen Fischen, 10 PI. Schellfisch in ganzen Fischen 18 Pf. Goldbarsch Pfund 10 Pt. Bratschollen...**. Pfund 12 Pt. Limandeszungen Prd. 12, 25 Pt. Rotzung.Pd. 18, Heilbutt 30 PL. Lebende Aale Ptd. 50,75 Pt., 1 M. Lebende Schleie Pfund 1.05 Lebd. Krebse Mandel 40 4 M. Solo- Krebse Stück 40, 50, 60 Pt. Räucherwaren PI. bis Ahlbeck. Flundern Prd. 35, 70 Pt. Kieler Schlebück-&. 10, st. 25 Pt. linge 2 8t. 3 Obst und Gemüse* Tomaten Originalkäfig, brutte für netto Pfund 6 Pt. Zum Einmachen! Saure Kirschen ... Pfund 16 Pt, Johannisbeeren... Pfund 14 Pt. Stachelbeeren Musäpfel 6838 Pfund 5 Pt. D Pfund 15 Pl Weinbirnen saftig.... Pfund 14 Pt Grüne Bohnen.. ... Pfund 4 Pt Pa. Einlegegurken... Mandel 45 Pr. Gurken...... Kohlrabi Mohrrüben... Stück 5, 10, 15 Pt. Mandel 10 PL 8 Pfund 10 Pf. Weiß-, Rot-, Wirsingkohl Kopi 4,7 Pt. Neue Kartoffeln 10Pfd.40 Pt. Von der Zusendung ausgeschlossen Verband der Steinsetzer, Pilasterer Deutscher Holzarbeiter- Verband. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. 1.Berufsgenossen Deutschlands. Achtung! Tarifbezirk Groß- Berlin. Achtung! Einladung zu der am Sonntag, den 26. Juli 1914, vorm. 10 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5, stattfindenden Bezirkskonferenz. Wir ersuchen die Bertreter der in Frage kommenden Filialen pünktlich erscheinen zu wollen. 175/ 11* Die Schlichtungskommission. Gesellschaftshaus Fichtenau. Beben Sonntag: Erstklass. Künstlerkonzert bei freiem Eintritt. Zm Barlettsaal: Großer Ball. gwei Kegelbahnen. Ausspannung. Theater. Freitag, den 24. Juli 1914. Anfang 5 Uhr. Baffage Theater. Kino- Barieté. Potsdamer Naturtheater. AltPotsdam. Anfang 7, Uhr. Besten. Siegfried. Anfang 8 Uhr. Schiller O. Lohengrin, Berliner. Wie einst inn Mat. Königgräver Straße. Mr. Mu. Thalia. Wenn der Frühling tommt. Schattiger Garten. H. Naumann. Theater des Westens. Freitag, Sonnabend, 7, Uhr: Siegfried. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. Friedrich- Wilhelmst. Th. 8 Uhr tgl. b. Operettenschlager: Leutnantsliebchen. Roie. Die relegierter Stubenten DOSE THEATED Metropol. Die Reise um die Erde in 40 Zagen.. Theater an der Weidendammer Brücke. Der rnüde Theodor. Wintergarten. Epezialitäten. Reichshallen. Dresdener BittoriaSänger. Balast- Theater. Varieté und RichtSpiele. Berliner Prater- Theater. Grigri. Anfang, 8, Ulbr. Kleines. Der Kleds. Theater am Mollendorfplak. Der Zurbaron. Walhalla. Der Hund von Basler. ville. Folies Caprice. Schwache Nerben. Eine ruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Leutnantsliebchen. Anfang 8, Ubr. Residenz, Die verflirte Liebe. Admiralspalast. Im Tangoflub. Cines Mollendorf Theater. Quo vadis. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Broße Frantiurter Str. 132. Die relegierten Stadenten. Anjang 8 Uhr. Auf der Gartenbühne Rund um die Spree. Gr. Revue. Bother Konzert, Spezialitäten. => Verwaltung Berlin. Sonntag, den 26. Juli 1914, vormittags 9%, Uhr bei Burdach, Schönleinstraße 6: Versammlung jämtlicher in Alabaster- Betrieben beschäftigten Drechsler, Bandsägenschneider, Schleifer, Packer usto. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zahlstelle Berlin. Laut Bekanntmachung des Vorstandes in Nr. 24 des Tabal- Arbetter* finden die Delegiertenwahlen zum Internationalen Tabakarbeiter. Kongres, welcher in Wien stattfindet, am 26. Juli 1914, in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 3 ihr nachmittags, und zwar in folgenden Lokalen statt: Rosenthaler Hof," Rosenthaler Straße 11-12, und in Pankow, Berliner Straße, 87, Ede Prinz- Heinrich- Straße bei Müller. as Kandidat für Berlin ist der Kollege Wilhelm Boerner aufgestellt. Ber länger als 6 Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstand ist, hat fein Wahlrecht. Beiträge werden in den Wahllokalen entgegengenommen. Wir ersuchen die Kollegen, sich an der Wahl zu beteiligen. Die Ortsverwaltung. 187/9 Achtung! Stellmacher. Achtung! Das gesündeffe alkoholfreie Getränk Die Branchenversammlung am 30. Juli fällt aus. find Limonaden mit Reichel- Extraften bereitet. Fabelhaft billig und auf die einfachste Art herstellbar. 1Originalfl. 75 Pf. ergibt 5 Pfund Limonadefirup in Himbeer, Erdbeer, Kirsch, Zitronens, Limetta, Anagns- u. Fruchtgeschmad. Die heute, am Freitag, den 24. Juli 1914, ftattfindende Ver- Der Kinder liebstes Getränk. Etnzigschön, gesund und nahrhaft. Ueberall waltungssigung fällt aus. 90/14 Die Ortsverwaltung. in den Drogerien erhältlich aber echt nur, wenn mit Marte Lichthers Vollständiges Rezeptbuch gratis. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenahnstr. 4. Sozialdemokr. Wahlverein des 6. Berliner Reichstagswahlkreises Zum Besten der Jugendheime: Großes Früh- Konzert am Sonntag, den 26. Juli 1914, im A Prater Theater, Kastanienallee 7-9 Theater- Vorstellung sowie erstklassige Spezialitäten 229/ 15* Eröffnung 5 Uhr:: Eintrittskarte 30 Pf.:: Anfang 6 Uhr Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen zur Verfügung Tische und Stühle dürfen nicht reserviert werden URANIA. Taubenstraße 48/49. Geschlossen. ZOOLOG ischer Garten Täglich Gr. Militär- Konzert. Eintrittspreise: Zoo 1 M., von 6 Uhr ab 50 Pf. Aquar. 1M. v.d.Str., 50Pf. vZoo Kinder unt. 10 Jahr. die Hälfte. Neu! Neu! AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. WINETAREN Verband der Maler, Metropol Theater. Neues Programm! Saharet die australische Tanzdiva Perzinas Kaufmanns Pagagelen Kabarett Veronacycle Truppe und eine Kette hervorragender Kunstkräfte! Rauchen gestattet! Lackierer, Anstreicher Bureau: Melchiorstraße 28, part. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Filiale Berlin. usw. Arbeitsnachweis: Gormannstraße 13 Fernsprecher: Amt Norden 3791-97 Am Sonnabend, den 25. Juli: Großes Sommer- Fest in den Gesamträumen der Brauerei Friedrichshain, Am Königstor, bestehend aus: Konzert( Kahnz' Berliner Orchester), Berliner Ult- Trio, großem Ball, Gratis- Verlosung Theater in der Königgrätzer Straße Puhlmanns Theater für Damen Rider- Fackelzug, wozu jedes Stind eine Stocklaterne gratis erhält. Beim Fadelzug erhält jedes Täglich 8 Uhr: Kind eine Küte Bonbon. Beginn des Konzerts 5 Uhr. Schönh. Allee 148, Kastanienallee 97/99 Die Kaffeeküche ist bis 6 Uhr abends geöffnet. Mr. Wu. Inter neuer Leitung Billetts für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf., inkl. Tanz, find bei den Bezirksführern sowie im der beliebten Direktion W. Herrmann Verbandsbureau, Melchiorstraße 28, zu haben. Dasselbe ist geöffnet: Vormittags 8-1 Uhr und Berliner Theater. Konzert, Theater, Spezialitäten. nachmittags 4–7 Uhr. Bum 291. Male. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Sachse- Oper. Schiller- Theater 0. Theater. 8 Uhr: Wallner Lohengrin. Zum Schluß: Wo hast du dein Weh? Weh'chen! Anfang 4 Uhr. Arbeitslose Mitglieder erhalten ein Herren- und ein Damenbillett am Freitag und Sonnabend im Bureau gratis. Das Bureau ist am Sonnabend nur bis mittags 1 1hr geöffnet. Die Ortsverwaltung. Admiralspalast. 187 Eis- Arena. Berlins kühlster Aufenthalt. 49 Uhr: Im Tangoklub" Abends und ,, Die lustige Puppe". Bis 6 Uhr und ab 10%, Uhr halbe Kassenpreise. Theater a. d. Weidendammerbrücke Voigt- Theater Täglich 8 Uhr, zum 141. Male, und 31. Juli zum letzten Male: Der müde Theodor. Badstraße 58. Heute, sowie täglich: Das Liebesparadies. Drig.- Operett.- Burleste mit Tana in 3 Alten von W. Geride. Gänzlich neue Spezialitäten. Kaffeneröffn. 10 Uhr. Anf. 4 Uhr. Schwant m. Gesangs- u. Zanzeinlagen. Bochentags v. 3 Uhr ab Kaffeekochen. Theatertemperatur: 18° R. Passage- Panoptikum. Lebend! Die letzten weiblichen Azteken! AGA die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Neue Welt Arnold Scholz Täglich: Hasenheide 108/114 Konzert und Vorstellung sowie Oberbayern. Voranzeige! Morgen Sonnabend, den 25. Juli 1914: Großes bayr. Alpenfest: Ein Abend am Schliersee. Prämiierung der sechs besten Schuhplattler- Paare. Sechs Preise im Werte von 150 M. Anf. 4 Uhr.( Berufstänzer ausgeschlossen.) Anf. 4 Uhr. Abends 8 Uhr: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Folies Caprice. Täglich 8 Uhr: Schwache Nerven. Eine ruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht. Reichshallen- Theater. Gastspiel der Dresdner Viktoria- Sänger Für Berlin völlig neues Programm. Anjang 8 Uhr. Sonntags 7, 11. Sonnabd., 1. Aug.: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Alhambra Wallner Theater- Straße 15. Jeden Sonntag: Großer Ball. Großes Drchester. Anfang Sonntags 5 Uhr. A. Zameitat. Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Berantw. Redakteur: Albers Wachs, Berlin. Inferatenteil venantw. Eh.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstah Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsb Jr. 199. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Arbeiteraussperrung und Rentabilität. Bestrebungen der paar Forster Walker zu Felde ziehen. Hat man denn den oben erwähnten Prozeß Valte in ottbus schon vergessen? Hat man vergessen, daß der eine Herr Balte, als er über das Zuſtandekommen der 313000 M. Doch, wenn man etwa fommen sollte, um zu sagen, darauf sei nichts zu geben, Herr Valte habe das nur gesagt, um dadurch bei seinen Richtern um gut Wetter zu plädieren, so führen wir andere Herren an, die mit anderen Worten genau dasselbe gesagt haben und deren Aussagen nicht in 3weifel gezogen werden können. Freitag, 24. Juli 1914. tionen komplottmäßig die Arbeit niedergelegt haben, bin ich nie und nimmer bereit, die Leute wieder einzustellen." Büd, die Angestellten mit seinen Maßnahmen geradezu provoziert Der Referent Schmidt beschuldigte den Herrn Prokuristen zu haben. Er forderte die Angeſtellten auf, Solidarität zu üben, Privatschulden, die in sechs Jahren entstanden waren, in der die Reihen des Verbandes noch fester zu schließen, so werde es den Wenn auf irgend jemand das Sprichwort zutrifft, daß Gerichtsverhandlung vom 30. März 1911 befragt wurde, es Angestellten gelingen, den Forderungen der Charlottenburger KolRächerlichkeit tötet, so sicherlich auf die übereifrigen fo quasi damit entschuldigte, daß er und sein Vater legen Geltung zu verschaffen. In der Diskussion versuchte ein Sein Angestellter, der nähere Beziehungen zur Direktion hat, die Firma bürgerlichen Zeitungsschreiber, die sich im Schweiße ihres diese Summen nicht verdient haben? Angesichts abmühen, der Deffentlichkeit einzureden, daß es Vater habe oftmals gesagt, er wisse nicht, wo das viele Geld zu verteidigen. Seine Ausführungen fanden jedoch in der Verum die Konkurrenzfähigkeit der Niederlausitzer Tuchindustrie herkomme; es komme ihm ordentlich zugeflogen. Nun, wo jammlung keine Gegenliebe. Er mußte fich manches harte Wort sagen lassen. Nach einem Schlußwort des Referenten, in dem dergeschehen sei, wenn die Forster Unternehmer ihren Walferei- das viele Geld herkam, das wußte man schon. Es kam von selbe die Aussichten und die Fortsetzung des Kampfes besprach, arbeiter: wöchentlich iz 2 M., insgesamt etwa 200 m. mehr der Arbeit der Hand- und Kopfarbeiter der ehemals Valte- gingen die Versammelten zuversichtlich auseinander. Lohn zahlen müßten. Man bedenke, daß allein die westschen Tuchfabrik her." Wir glaubten," so sagte Herr Albert liche Niederlausit, die vier Orte: Rottbus, Sprem- Valte, bei dem guten Geschäftsgang viel zu Ueber die Situation in der Töpferbranche berichtete am ver berg, Peiß und Finsterwalde im vergangenen Jahre verdienen, so daß wir sogar ein Bank- gangenen Mittwoch Se game in einer gut besuchten VertrauensTuche im Werte von 7734 Millionen Mark erzeugt haben. geschäft gründen wollten." Das sieht doch wahr- männerversammlung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die jetzige Der Wert der Tuchproduktion im Handelskammerbezirk der haftig nicht danach aus, als ob die Tuchfabriken konkurrenz- Lage im Töpferberufe als recht günstig zu bezeichnen. In Berlin sind zurzeit nur zirka 50 arbeitslose Mitglieder eingetragen. Ein östlichen Niederlausit, in den Städten: Forst, Guben unfähig waren. Beweis, daß sich die Konjunktur gehoben hat. Aehnliches ist auch und Sommerfeld ist sicher nicht niedriger, sondern aus dem Reiche zu berichten. Besonders Ost- und Westpreußen hat eher höher. Doch nehmen wir nur einmal einen Produktionsrege Konjunktur. Aber auch in verschiedenen Städten Mitteldeutschwert von 150 Millionen an und erinnern wir uns der Tatlands scheint die Lage gebessert. Das alles muß die Töpfer aber sache, daß am 31. März 1911 in dem großen Prozeß gegen zwingen, auf die genaue Einhaltung ihres erst vor einiger die Gebrüder Valte, die ehemaligen Inhaber der Beit geschlossenen Tarifes zu dringen. In Orten, wo Tarife nicht abgeschlossen, muß darauf bestanden werden, daß anständig Tuchfabrik gleichen Namens, in Rottbus, der Herr Rechtsanwalt Carstens die Mitteilung machte, daß bezahlt wird. Das tarifmäßige Bezahlen vermeiden anscheinend die genannte Fabrik in einem Jahre, bei einem Warenumsatz der tariftreuen Unternehmer hervor. Es steht notorisch fest, daß in Berlin einige Firmen. Diese rufen natürlich auch den Mißmut bon 800 000 M., einen Gewinn von 230 000 M. gebracht mehrere Firmen, wie Berndt u. Lütke, organisierte Töpfer nicht habe, dann wird man uns zugeben, daß es wirklich kein beschäftigen und auch sonst auf den Tarif pfeifen. Solchen Uebel lächerlicheres Beginnen geben fann, als den Versuch, zu beständen abzuhelfen, ist Pflicht eines jeden Kollegen und Unterhaupten, die Niederlaufizer Tuchindustrie könne, weil sie nehmers. Laut Tarif muß das Abladen des Kachelzeuges mits sonst konkurrenzunfähig werde, die 200 M. mehr Lohn pro bezahlt werden. Die Töpfer tun gut daran, diese Arbeit nur nach Woche nicht zahlen. Immer, wenn die Arbeiter ein paar Aufforderung zu leisten, denn es ist vorgefommen, daß sie bei Nichtaufforderung dazu unbezahlt blieb. Die Töpferträger müssen Pfennige mehr Lohn haben wollen, kommen die Unternehmer zur Organisation erzogen werden, damit auch für sie in Bälde ein mit der Phrase von der Konkurrenzunfähigkeit der Industrie. Bertrag abgeschlossen werden kann. Erfreulich sind die 148 Neus aufnahmen für das 2. Quartal. In einem Artikel der bürgerlichen Presse, der offenbar aus Der mit 320 gegen 186 Stimmen den Kreisen der Unternehmer stammt, wird hingewiesen auf angenommene 25 Pf.- Beitrag zum Lokalfonds tritt mit der die zahlreichen Konkurse, die namentlich in der Tuch31. Woche in Kraft. Dem Bericht folgte eine längere Diskussion. industrie zu Forst zu verzeichnen gewesen seien. In Forst mit seinen vielen 3wergbetrieben, von denen viele von Anfang an nicht besonders gut fundiert sind, kann es schon vorkommen, daß öfters ein Ronfurs eintritt: das beweist dafür, daß die Niederlaufiger Tuchindustrie nicht fonfurrenzfähig sei, gar nichts. Gut geleitete und mit genügend Betriebskapital ausgerüstete Tuchfabriken werfen einen hohen Gewinn ab. Das steht fest, das werden wir unwiderleglich nachweisen. Man kann doch aber auch wahrhaftig nicht verlangen, daß Arbeiter mit einem völlig ungenügenden Lohn vorlieb nehmen sollen, nur, damit die worden! mangelhaft ausgerüsteten Betriebe am Leben bleiben und so Es trat in jenem Prozeß der Herr Fabrikbesitzer Stephan als Sachverständiger auf und gab am 31. März 1911 das Gutachten ab, daß ein solch Geschäft, wie die Valtesche Tuchfabrik, mit 54 Stühlen, Spinnmaschinen, Walkerei und Appretur wohl im Jahre 100 000 M. Gewinn abwerfe; auch könnten damit ausnahmsweise auch 200 000 M. im Jahre verdient werden. Sieht das aus wie Konkurrenzunfähigkeit? Und ein anderer Sachverständiger, Herr Fabrikbesiter Baum, sagte an demselben Tage aus, daß in einem solchen Geschäft, bei guter Zeitung 60 000, 80 000, ja jogar 100 000 Mark verdient werden könnten. Ist das ein Zeichen der Konkurrenzunfähigkeit. Deutsches Reich. Aussperrungsandrohung im Bremer Hafen. Der Zeuge Haberland sagte, eine jährliche Ausgabe von 100.000. fonnte das Geschäft tragen. Also auch dieser Mann bestätiat, daß eine Tuchfabrik mit 54 Stühlen normalerweise 100 000 m. Gewinn( 2000 m. pro Stuhi!) ab. wirft. Nichts sagt er von Ronkurrenzunfähigkeit. Es sei Die Bremer Hafenbetriebsunternehmer drohen mit der General weiter daran erinnert, daß die Söhne des alten Herrn Valte aussperrung. Wie nachträglich bekannt wird, haben die Hafenden Vorschlag gemacht hatten, die Fabrik zu verbetriebsunternehmer an die ausgesperrten Stauereiarbeiter das Anfaufen, man habe dann 80 000 M. Zinsen. Da hat der finnen gestellt, bis Dienstag mittag die Arbeit wieder aufzunehmen, alte Herr Valte entsetzt ausgerufen:" Die Goldgrube wollt widrigenfalls sämtliche Hafenarbeiter ausgesperrt werden würden. ihr verkaufen? 200 000 m. verdient die Fabrik in einem Die Ausgesperrten lehnten die Wiederaufnahme der Arbeit ab. Auf Wunsch des Verbandsvorstandes des Transportarbeiterverbandes Jahre! Schon 235 000 M. find in einem Jahre verdient wurde die Entscheidung der Unternehmer noch bis Donnerstag mittag hinausgeschoben. Wir meinen, das genügt doch wohl, um dem Schwindel Ausland. von der Konkurrenzunfähigkeit der Niederlaufizer Luch. Die Maßregelungen der Eisenbahner und ihre Folgen. industrie endlich das Genick zu brechen. Berlin und Umgegend. biel abwerfen, daß ihre Besitzer so schnell wie möglich auch reiche Leute werden. Für die Arbeiter ist es kein Unglück, wenn solche Betriebe verschwinden, deren Eristenz nur auf den Hungerlöhnen der Arbeiter be. ruht. Für solche, auf dem Aussterbeetat stehende Betriebe tann die Arbeiterschaft unmöglich die Führung einer Der Angestelltenkonflikt bei der Brauerei Engelhardt. menschenwürdigen Lebensweise opfern. So gut die Fabri- Am Dienstag hatte sich das Personal der Pankower Abteilung fanten sich zu helfen wissen, wenn die Rohstoffpreise steigen, werden sie sich auch zu helfen wissen, wenn eine gute Organisation der Arbeiter dafür sorgt, daß keine Schundlöhne mehr gezahlt werden. Dann aber noch ein anderes. Wir tun es nicht gern, auf eine Sache einzugehen, bei der persönliche Angelegenheiten dritter Personen mit berührt werden. Aber die Umstände erfordern, daß es hier geschieht, da es geradezu unverantwortlich ist, wie die bürgerlichen Blätter gegen die berechtigten Kleines Feuilleton. der Brauerei Engelhardt versammelt, um zu den Vorkommnissen in Charlottenburg Stellung zu nehmen. Dort hatte nach einem Konflikt der Angestellten mit der Geschäftsleitung wegen rigoroser Behandlung und eines ausgedehnten Ueberstundenwesens die Direktion einem Angestellten gekündigt. Als Protest dagegen reichten alle seine Kollegen ihre Kündigung ein. Bei den vom Zentralverband der Handlungsgehilfen geführten Verhandlungen nahm Herr Direktor Schröder einen brüst ablehnenden Standpunkt ein indem er erklärte: Rom, den 22. Juli 1914. Unter dem Datum des 20. Juli gibt die Direktion der italienischen Staatsbahnen die Bestrafungen bekannt, die wegen der Streifbewegung vom vorigen Juni verhängt wurden. Des Dienstes entlassen werden 48 Eisenbahner und weitere 380 werden um eine Rang- und Gehaltsstufe zurüdversezt. Unter den Dienstentlassenen befinden sich. 13 Lokomotivführer, 8 Zugführer, 6 Arbeiter, 4 Heizer usw. An geringeren Strafen wird die Verzögerung des Aufrüdens in die nächste Gehaltsstufe um 6 bis 24 Monate verhängt. Unter den Dienstentlassenen befinden sich auch zwei Mitglieder des Zentralkomitees des Syndikats der Eisenbahner, die Beamten Petrini und Pietroni, während andere Mitglieder, trotz ihrer Beteiligung an dem Streit, frei ausgehen, weil sie ihr Fortbleiben vom Dienst durch ein ärztliches Zeugnis entschuldigt hatten. Daß die Generaldirektion der Staatsbahnen wegen eines „ Nachdem die Angestellten in Form der Arbeiterorganisa- Streits Strafen verhängt, ist von ihrem Standpunkte aus durchaus Namen, der gleichzeitig mit ihm auf den Gedanken einer Vereinfachung| Auf der ganzen Strede werden in Abständen von rund 1500 Kilodes Rechnens durch logarithmenähnliche Größen fam. Eine metern Hauptlandungsstationen eingerichtet, obgleich die Teilnehmer Vereinfachung des Rechnens ist es, was beide Mathematiker im natürlich das Recht haben, überall unterwegs zu landen. Etwa alle Sinne hatten. In Bürgis Tafeltverk, das sechs Jahre später als 110 Kilometer sind Depots mit Petroleum, Del und Vorräten, an Wer? Ein Frühlingstag! Ich sitze im Park. Auf einer Bank das Napiers, 1620, in Brag erschien, ist nicht von Logarithmen die gelegt, so daß überall die Flieger die Möglichkeit finden, sich zu Al die tausend braunen Rede, sondern diese unter grüntnospenbespizten Bäumen. Logarithmen im heutigen Sinne sind es ja verproviantieren oder im Notfall Hilfe zu erlangen. An PreisAestchen enden in Didungen. In eingezäunten Beeten sprossen die eigentlich nicht heißen rote Zahlen", während die wirklichen geldern sind bereits über 1 400 000 m. sichergestellt. 600 000. Gräfer und zwischen ihnen plagt hie und da eine goldgelbe Krofus- Bablen als schwarze Zahlen" bezeichnet sind. Das Napieriche Wert hat die Ausstellungsverwaltung bereits deponiert; davon er der Sieger 400 000. Die bon den einzelnen blüte. Die Wege find mit frischem Kies überschüttet und an ihren wurde bald außerordentlich bekannt und machte ungeheuern Ein- hält 1619 Städten und Stationen gestifteten Sonderprämien übersteigen bereits Rändern steht saftschießend rotzweigiges Weidengesträuch. Der kleine druck; nach drei Jahren hörte Kepler zuerst davon, und alsbald machte freie Blaz, auf dem ich mich befinde, ist mit braunen Bänken um- lernte er es genauer fennen, er fich 800 000 Mart. Nach den Bestimmungen des Wettbewerbes muß der säumt. Eine Menge Proletariertinder umspielen dieselben. Lärmend daran, die Rudolfinischen Tafeln, an denen er seit 17 Jahren Flug innerhalb 121 Tagen vollendet sein. Da die Gesamtflugstrede und flink die größeren, tollpatschig, drollig, zottelnd, jauchzend die arbeitete, auf Grundlage der Napierschen Logarithmen noch nahezu 34 000 Rilometer umfaßt, müssen im Durchschnitt täglich Den Teilnehmern steht Kleinsten. einmal auszuführen. Auch fanden sich zahlreiche andere Mathematiker, rund 280 Kilometer zurückgelegt werden. Ein einziges erwachsenes Mädchen steht tannenschlank mitten die das Napiersche Wert umgestalteten und dabei zweckmäßiger es frei, alle erforderlichen oder wünschenswert erscheinenden Reparaturen unter ihnen. Sie hat schwarze Haare und Augen, blasses Gesicht machten: der Engländer Henry Briggs, Professor in London und unterwegs vorzunehmen, sogar neue Motoren dürfen eingesetzt werden. und trägt eine giftgrün brennfarbene Jacke. Ueber all das scheint später in Orford, brachte die Napierschen Logarithmen in Verbindung Es ist auch angängig, statt des Fluges über Wasser das Flugzeug durch blizgolden die Sonne hinweg. Und doch werde ich nicht froh! mit dem Dezimalsystem und arbeitete die Tabellen so um, daß die Dampfer zur nächsten Station transportieren zu lassen und von Auch nicht im Genusse meiner Zeitung! Oder vielleicht gerade Logarithment sugleich mit den Zahlen wuchsen( was bei Napier noch hier aus den Flug fortzusetzen, aber Teilnehmer, die von dieser deshalb nicht. nicht der Fall war); er segte sich mit Napier in Verbindung, be- Vergünstigung Gebrauch machen, müssen dafür entsprechende Abzüge Auf mir lastet all das Wirrwarr unseres Jezt, all das Elend fuchte ihn 1616 und gab im Jahre 1618 seine erste Logarithmen- an der Gewinnsumme in den Kauf nehmen. In Quebec werden um uns, all die Ungerechtigkeiten, die gesellschaftlichen Verlogenheiten tafel heraus, die achtstellige Logarithmen enthielt. Die Briggsschen vermutlich die meisten Teilnehmer ihre Flugzeuge in Wasserflugzeuge und Gemeinheiten unserer Zeit. Logarithmen spielen heute im praktischen Rechnen eine ganz gewal- umwandeln und über den St. Lorenzstrom nach Belle Isle ziehen. In mein Träumen und Sehnen hinein tollen und schreien die tige Rolle. Die Erfindung Bürgis dagegen gelangte nicht zur Hier beginnen die eigentlichen Schwierigkeiten, denn die Küste Dafür aber sind die Kinder. Grell sticht die Sonne auf meine vor mich gehaltene Bei- praktischen Anwendung. Sie erschien in Druck 1620, ist aber aller Labradors ist wenig gastlich und öde. tung. Und doch wird es immer trüber und grauer in mir. Und ich Wahrscheinlichkeit nach früher entstanden, als das Buch Napiers, Witterungsverhältnisse den Fliegern günstig, in Frühsommer sind seufze:„ Wer wird uns aus all der Gemeinheit erlösen, all das wie man aus dem Werke Bramers Beschreibung eines sehr leichten die Temperaturstürze gering, das Meer ruhig. Die Vereinigten Wirren entknoten, bessere Zeiten schaffen? Wer, wer? Perspektiv- und grundreißenden Instrumentes.( Kaffel und Staaten entienden Kreuzer und Torpedoboote, die während Da fann. entnehmen - plößlich ein Schlag gegen meine Zeitung, ein Riß und Frankfurt 1630) Bramer, der Schwager des Fluges die Strecke zwischen Labrador und Kap Farwell Bei dem größten Ueberseeflug, der 1000durch das Boch schaut ein fleines schmuziges Jungenfäuftchen! Bürgis, gibt darin an, sein lieber Schwager und Präzeptor Jobst abpatrouillieren. haben die Flieger den nach Island, Burgi habe vor 20 und mehr Jahren eine schöne Progreß- Tabul Kilometer- Strecke mit ihren Differenzen von 10 zu 10 in 9 Ziffern kalkuliert, auch zu Vorteil, mit dem Winde zu fliegen, und zwar haben alle bisherigen Die schwierige Frage. Der Verband der deutschen Fahrschulen" Prag ohne Bericht in anno 1620 drucken lassen. Und ist also die Beobachtungen ergeben, daß in den Sommermonaten auf jener beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der Erwägung, ob man, dem Invention der Logarith. nicht des Neperi, sondern von gedachtem Strecke die Winde nicht nur in der gleichen Richtung, sondern auch Vorbild anderer Staaten folgend, in Zukunft nicht lieber links, Burgi( wie solches vielen wissend und ihm auch Herr Keplerus in gleichmäßiger Stärfe wehen. Die Strecke wird von dänischen statt wie bisher, rechts fahren soll. Wie wäre es, wenn man Beugnis gibt") lange zuvor erfunden." Bürgis Buch hatte woht Striegsschiffen abpatrouilliert, die sich funkeltelegraphisch über die Fortdieser Frage eine breitere Basis gäbe? Der Verband der deutschen deswegen durchaus teinen Erfolg, weil zu den Tafeln der„ gründ- schritte und Lage der einzelnen Flieger verständigen. Der Flug Fahrschulen" sollte sich mit der Reichsregierung in Wer- liche Unterricht", den der Verfasser auf dem Titel versprach, fehlte. durch Europa und Rußland bietet teine übertriebenen Schwierig bindung setzen, für die ja das gleiche Problem schon geraume Zeit Dieser Schlüssel zum Gebrauch der Tafel ist erst im Jahre 1856 im feiten, in Asien folgen die Flieger der transsibirischen Bahn. Die aktuell ist. Bisher haben sich die Herren oben immer mit erfreu- Manuskript in der Danziger Stadtbibliothek aufgefunden und im größten Hindernisse entstehen erst nach dem Verlassen Japans; auf den licher Einmütigkeit für„ rechts" entschieden, aber da bei dieser gleichen Jahre im Druck veröffentlicht worden. Kurilen werden japanische Truppen den Fliegern zur Verfügung Praris der Staatswagen über furz oder lang in dem Sumpf der stehen. Als Teilnehmer an dem Fluge haben sich bis jetzt vier Finanznot, der Unsittlichkeit" und der Junker- und Pfaffendiktatur schmählich steden zu bleiben droht, so dürfte auch für Herrn v. Beth- des großen Fluges um die Welt, der im kommenden Sommer, im Der Flug um die Welt. Die Einzelheiten der Organisation amerikanische Flieger gemeldet. mann und Kollegen die Frage nicht ohne Interesse sein: rechts Anschluß an die Weltausstellung in San Franzisko veranstaltet wird, werden jetzt bekannt. Die Meeresflüge, die bei dem Weltflug Ein Städte bundtheater wollen Merseburg, Naum. Die Erfindung der Logarithmen. Am 24. Juli wird in zu überwinden sind, liegen durchaus innerhalb der Leistungsfähigkeit burg, Weißenfels, Beiz und Apolda gründen. Edinburg die„ Napier Tercentenary Celebration" beginnen. Diese eines modernen Flugzeuges; die längste Strecke über Wasser ist die Preisausschreiben des Dürerbundes für Feier gilt der Erfindung der Logarithmen, die die Briten für von Grönland nach Jeland, die rund 1000 Kilometer umfaßt. Der Heimatfchu y. Die eingesendeten Arbeiten dürfen jede beliebige ihr Land in Anspruch nehmen: Im Jahre 1614 erschien nämlich in Start erfolgt in San Franzisko am 15. Mai. Die Flieger nehmen Form haben: Abhandlung, Erzählung, Märchen. Aniprache, Edinburg die„ Mirifici logarithmorum canonis descripto" bon östlichen Kurs; die Stationen. die berührt werden und an denen gelandet Dichtung asw. Nur sollen sie in ihrer Darstellung dent Lebensalter John Napier Laird of Merchiston. Dieses Buch ist in der Tat das werden muß, sind alsdann:„ Cheyenne, Chicago, New York oder Quebec, angepaßt sein, für das sie bestimmt sind. Es handelt sich darum, älteste, in dem von Logarithmen die Rede ist, und weiter ist es das, Belle Jele, Kap Farwell auf Grönland, Reitjawit auf Jeland, die dem Kinde die Heimat und die Natur lieb und wert zu machen; auf dessen Tabellen die heutigen Logarithmentafeln zurückgehen. Faroer- Inseln, die Shetland- Inseln, sodann London, Paris, Berlin, schon dem Kinde sollen die Gedanken des Heimat- und Naturschutzes Allein Napier tann deswegen nicht unbedingt als Erfinder der Log- Petersburg, Moskau, Wladiwostod, Kobe, Tokio, die Kurilen, Anadye in Fleisch und Blut übergehen. Die Arbeiten sind bis 1. Oftober arithmen im heutigen Sinne bezeichnet werden; außerdem streiten sich in Kamichatka, die Kommandeur- Inseln, die Aleuten, Sitka, Prince dieses Jahres mit dem Vermerk„ Preisausschreiben" an den Arbeitsmit ihm um den Ruhm der Erfindung ein Schweizer, Jost Bürgi mit Rupert, Bancouver, Seattle und schließlich wieder San Franzisto. I ausschuß des Dürerbundes in Dresden- Blasewig einzusenden. oder links"! -H. St. Notizen. begreiflich; ein Privatunternehmer würde nicht anders handeln. Aber ebenso begreiflich ist es, vom Standpunkt des organisierten Personals, wenn dieses die Mahregelungen nicht einfach einstecken will. Es handelt sich hier weniger um eine Rechtsfrage als um eine Machtfrage. Das„Recht", im Streikfalle zu bestrafen, hat sich die Regierung eben kraft ihrer Machtstellung genommen und gesetzlich buchen lassen: daß sie die Paragraphen auf ihrer Seite hat, ist außer Frage. Wie wird sich aber das Syndikat zu den Maßregelungen stellen? Als die Entscheidung noch schwebte, hat das Zentralkomitee des Syndikats wiederholt erklärt, daß es auf jede Maßregelung mit einem Generalstreik der Eisenbahner antworten und auch das ganze Proletariat des Landes zum Solidaritätsstreik aufrufen werde. Es sollen sogar über diesen Solidaritätsstreik bereits feste Abmachungen zwischen Syndikat und Konföderation getroffen worden sein; auch die gewerkschaftliche Landeszentrale der Syndikalisten, die Unione Sindacale, hat sich zu einem Solidaritätsstreik bereit erklärt. Man muß nun abwarten, ob angesichts der Maßnahmen der Regierung, die sich weder durch übertriebene Härte noch durch Milde auszeichnen, das Syndikat den Streik für geboten hält, und weiter, ob es den jetzigen Zeitpunkt, der die Regierung vorbereitet und gerüstet treffen würde, für eine allgemeine Ausstandsbewegung geeignet ansieht. Es ist Sache des Syndikats, das ja bekanntlich unter syndikalistischer Führung steht, sich darüber Rechenschaft abzulegen, ob die Massen streikbereit sind. Es ist wohl immer ein Irrtum, im voraus einen Streik anzudrohen, obwohl es natürlich ein Mittel ist, um einen recht energischen Druck auf die Regierung auszuüben. Trotzdem wäre es ein größerer Irrtum, wollte man den Streik, weil man ihn angedroht hat, nun auch durchführen, wenn man nicht an seinen vollen Erfolg glaubt. Der Streik ist in diesem Falle sicher keine Prinzipienfrage, sondern eine Frage der Opportunität. Es ist Pflicht, ihn zu unterlassen, falls er nicht opportun, nicht den Jnter- essen der Massen angemessen erscheint. Mus öer Partei. Nicht Großblock-Jllnsionen, sondern sozialdemokratischer Klassenkampf! In einem Leitartikel des Karlsruher„Volks- freund" schreibt Genosse Kolb: „Eine neue Grundlage im Kampf gegen die Gefahr einer klexikal-konservativen Herrschaft muß angesichts der veränderten politischen Situation aller Boraussicht nach geschaffen werden... Es ist eine geradezu lächerliche Einbildung, wenn die National- liberalen glauben, die politische Neuorientierung, die über kurz oder lang kommen muß, könne ohne sie nicht herbeigeführt werden. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, muß sie sogar ohne bezw. gegen die Nationalliberalen geschaffen werden. Der Großblock war— das steht heute fest— ein politisch undurchführ- bareS Experiment. Wo immer eS sich darum handelt, die Grundlagen für eine politische Orientierung nach links zu schaffen, versagen die N«ionalliberalen. Die Frage steht also heute nicht mehr so: mit oder ohne Grotzblock, vielmehr handelt es sich darum, eine neue politische Front im Kampf gegen die Reaktion zu bilden und die National- liberalen einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Die Gefahr der klerikal-konservativen Reaktion kann mit den Nationalliberalen dauernd nicht gebannt werden. Dazu kommt, daß mit den Nationalliberalen eine grundsätzlich liberale Politik mit demo« lratischem Einschlag u n m ö g l i ch ist. Es hieße die Entscheidung im Kampfe gegen die Reaktion nur verzögern, wenn man sich da- bei auf die Nationalliberalen stützen wollte. Der Kampf muß vielmehr so geführt werden, daß das Gros der nationauiberalen Wähler vor die politisch entscheidende Frage gestellt wird: ent- weder nach rechts zu den Konservativen oder nach links zu den wirklich Liberalen..." Dazu bemerkt ein mit R. Z. gezeichneter Artikel der F r e iburger„Volksmacht": .Eine politische Neuorientierung ist unserer Ueberzeugung vor allen Dingen für die S o z i a l d e m o k r a t i e unbedingtes Er« fordernis. Sowie die Dinge in Baden sich entwickelt haben, wäre eS überflüssige Kraft- und Zeitvergeudung, wollte mau noch weiter an dem zur parlamentarischen Arbeits- gemeinschaft mit den Liberalen erweirerten Großblock herum- doktern, dessen politische Unmöglichkeit jetzt auch von seinen wärmsten Befürwortern zugegeben wird. Die Neuorientierung für unsere Partei kann aber nicht darin bestehen, daß wir den Nationalliberalen etwa in Güte zureden,, doch lieber nicht den Marsch nach rechts anzutreten und die liberalen Grundsätze nicht zu verleugnen, sondern darin, daß unsere Partei klipp und klar zum Ausdruck bringt, daß sie aus dem Verhalten der National- liberalen rücksichtslos die Konseguenzen zu ziehe» entschlossen ist. Allzu lange sind von unserer Partei in Baden in der Agitation, sowohl in der Presse als in den Ver- sammlungen, die Vorzüge der Großblockpolitik herausgehoben und die parlamentarische Arbeitsgemeinschaft mit dem Liberalismus als erfolgreiches Kampfmittel gegen die Reaktion angepriesen worden." Wir können uns dieser Auffassung nur mit aller Ent- schiedenheit anschließen._ Eine aktuelle Flugschrift. Eine Rede, die der Verteidiger im Frankfurter und Berliner Luxemburg-Prozeß, Genosse Rechtsanwalt Dr. Levi, kürzlich in einer Volksversammlung in Frankfurt a. M. gehalten hat, ist jetzt im Verlag der„Franlfurter Volksstimme" als Broschüre veröffenl- licht worden. Die Rede, die in knapper, aber trefflich pointierter Form unter Zugrundelegung eines vernichtenden Tatsachenmaterials das System der Soldatenmißhandluugc» unbarmherzig an den Pranger stellt, erscheint gerade zur rechten Zeit und verdient weiteste Verbreitung. Die Broschüre kostet 10 Pf. und ist durch alle Partei- buchhandlungen und Kolporteure zu beziehen. der«taillaux-prozeß. (Telegraphischer Bericht.)' Paris, 23. Juli. In der heutigen Verhandlung dauerten die bisweilen sich widersprechenden Zeugenaussagen über die intimen Briese an. Der Eherredakteur des Paris-Journal Vervoort sagte aus, daß Frau Gueydan zu einer Zeit, die er nicht genau angeben könne, ihm gegenüber den lebhaften Wunsch geäußert habe, die von Caillaux an Frau Raynouard geschriebenen Briefe ver- öffentlicht zu sehen. Vervoort versicherte, er sei der Ueberzeugung, vaß Calmette die intimen Briefe niemals veröffentlicht haben würde. Er glaube jedoch, daß Frau Eaillaux, die den Charakter Calmettes nicht kannte, diese Veröffentlichung habe befürchten können. Starken Eindruck machte die Aussage der Frau Gueydan, der ersten Frau Caillaux. Sie beklagte sich, daß man heute ver. suche, ihr einen Teil der Verantwortlichkeit in dem Drama aufzu- bürden. Sie erklärte, sie habe die Photographien der Briefe, die sich seit dem 30. Juni 1910 in ihrem Besitz befinden, ihren Schwestern gegeben, und niemand habe sie bekommen können. So- dann dementierte sie in entschiedener Weise die Aussage des Herrn Vervoort. Sie habe, als Abel-Bonnard von Calmette geschickt, sie uin die Erlaubnis gebeten habe, den„Ton jo" unterzeichneten Brief veröffentlichen zu dürfen, darüber nicht sprechen wollen. Man spräche immer von zwei intimen Briefen; es gäbe deren viel mehr. Die Zeugin beschwor, CalmeUe keinerlei Mitteilungen gemacht zu haben. Auf eine Frag« des Rechtsanwalts Chcnu erklärte Madame Gueydan, daß die in ihrem Besitz befindlichen Briefe nichts das Publikum Interessierendes enthielten; sie habe sie übrigens bki jich, C h e n u fragte, ob sie darauf bestände, sie nicht veröffentlichen zu wollen. Unter gespanntem Schweigen der Zuhörer erklärte Frau Gueydan, nachdem sie einen Augenblick gezögert hatte, entschlossen: „Jawohl, ich weigere mich!" C h e n u bestaiii auf seinem Verlangen. Madame Gueydan antwortete:„Ich erkläre Ihnen, diese Briefe interessieren nur mich!" Chenu entgegnete:„Man wird Ihnen keinen Glauben schenkenl"(Bewegung.) Frau Gueydan'entgegnete:„Wenn die Briefe etwas Poli- tisches enthalten, dann sind sie für Caillaux durchaus ehrenhast. Leute, die erklärt hüben, sie kennten die Briefe und ihren Inhalt, haben gelogen." Chenu entgegnete:„Man wird Ihnen nicht glauben." L a b o r i erklärte darauf, er würde der Zeugin keine weiteren Fragen stellen. Er neige sich tief gerührt vor ihrem Schmerz. Chenu bestand weiter auf seinem Verlangen, damit volle Klarheit geschaffen würde. Madame Gueydan schlug darauf vor, sie werde die Briefe Labori einhändigen, der damit nach seinem Belieben verfahren könne. Darauf wurde die Sitzung unterbrochen. Madame Gueydan verließ die Zeugenbank, wobei ihr Ovationen bereitet wurden. Die Unterbrechung der Sitzung dauerte längere Zeit. Eine außerordentliche Erregung herrschte im Saal und im ganzen Justiz- Palast. Um 5 Uhr wurde die Sitzung wieder aufgenommen. Unter tiefem Schweigen erklärte Labori, Caillaux wünsche nochmals aufgerufen zu werden. Chenu verlangte, daß vorher Frau Gueydan Labori die Briefe einhändige. Darauf überreichte Frau Gueydan das Paket mit den Briefen. Labori erklärte, er behalte sich die Verwendung der Briefe vor. Er fügte hinzu, daß, was er auch immer damit tun würde, die Geschworenen sicher sein könnten, daß sie von diesen Schrift- stücken Kenntnis erhalten würden. Frau Gueydan kehrte darauf auk ihren Platz zurück. Iugenöbewegung. Und Mars regiert die Stunde... Als die nationale Jugendpflege mit hoher ministerieller Pro- tektion ins Leben trat, wurde von bürgerlicher Seite der Befürch- tung Ausdruck gegeben, daß sie von geschäftsgewandten Strebern als Sprungbrett für eine gute Karriere benutzt werden könnte. In- zwischen haben sich die Dinge folgerichtig weiterentwickelt und wir stehen heute vor der Tatsache, daß die Macher der patriotischen Jugend-„Ertüchtigung" drauf und dran sind, aus ihr eine Ver- sorgungSanstalt für abgehalfterte Offiziere zu machen. Rund und nett und ohne viel Umschweife wird dieser höhere Zweck der nationalen Juendpflege von einem Hauptmann z. D. Heinrich- Aurich in der„P o st" ausgesprochen. Offenbar ist den Herren von der Leitung des Jungdeutschland- bundeS, der ja heute so ziemlich die gesamte Jugendbewegung monopolisiert hat, die Geschichte zunächst noch etwas zu brenzlich erschienen, weshalb sie die Diskussion der Frage vorläufig aus ihren eigenen Organen in die für die Wünsche der Herren Militärs stets Verständnis zeigende politische Tagespresse verwiesen haben. Ist dort erst der Boden genügend vorbereitet, folgt regelmäßig auch bald die Erfüllung dieser Wünsche nach, und so können wir damit rechnen, daß nach Ablauf weniger Jahre in Deutschland«in ganzer Stab von Offizieren z. D. und a. D. vorhanden sein wird, dem die nationale Jugendpflege einen„standesgemäßen" Zuschuß zu ihrer Militärpension bieten wird. Ein vielversprechender Anfang nach dieser Richtung ist ja schon in der Leitung des Jungdeutschlandbundes gemacht, die ohne Aus- nahm« aus gutdotierten ehemaligen Offizieren besteht. Wird auf dieser Bahn konsequent weitergeschritten, so werden wir in nicht zu ferner Zeit den Zustand erreicht haben, der unseren Junkern immer als Ideal vorgeschwebt hat: Die Erziehung der deutschen Jugend nach den,-bewährten" Methoden des Kasernendrills I Viel- leicht sieht dann auch endlich die„Deutsche Tageszeitung" das Ziel ihres Sehnens erfüllt, die von liberalen Ideen angekränkelten Volksschullehrer durch ausgediente Unteroffiziere zu ersetzen. Von diesen oder ähnlichen Gedankengängen ist wohl auch der schon erwähnte Herr Hauptmann ausgegangen, als er sein Pro- gramm in d!?r„Post" auspackte: „Aus der großen Zahl der z. D. gestellten und verabschiede- ten Offiziere, die für die Jugendpflege geeignet, würden gern viele kommen, böte ihnen Staat und Kommune einen Ersatz für diese ibre ganze Kraft und Zeit erfordernde Tätigkeit, böte sich ihnen die Möglichkeit, auf standesgemäße und ihrer Berufsbildung entsprechende Weise neben der oft kargen Penston einen staatlichen Zuschuß zu gewinnen, der sie dem bitteren Muß enthebt, in oft untergeordneten Stellungen ihr Brot zu verdienen. Berechnen wir allein auf alle unsere etwa 600 Städte und ländlichen Orte mit über 10 000 Einwohnern je einen Jugendpfleger, für wie viele Offiziere a. D. usw. ließe sich die oft besprochene und viel be- klagte Versorgung im Dienste des Vaterlandes finde n." In der Tat— ein Ziel, des Schweißes aller Edlen wert! Und wie genügsam in ihren Ansprüchen erweisen sich doch die Herron Offlziers-Jugendpfleger! Ihre Anstellung müßte, so meint Herr Heinrich, auf Vorschlag des Jungdeutschlandbundes oder der Pfad- finder durch die Ver forgungs stelle des Kriegs- Ministeriums erfolgen. Die GehaltSfrage wäre dann wie folgt zu lösen: „Die neben der Pension zu beziehende, aber selbst nicht Pen- sionsbcrechtigte Jugendpflegerzulage würde etwa 2400 M. jährlich betragen müssen, zahlbar in dierteljähr- lichen Raten. Sie würde vielleicht nach je drei Jahren um 300 M. steigen können, derart, daß nach 12 Jahren die Höchst- zulage von 3600 M. erreicht würde. Ein zwar nicht glän- , ender, aber für viele doch auskömmlicher staatlicher Zuschuß zur Pension." Da nach dem Vorschlage des Artikelschreibers für die Stellung der„Jugendpfleger-Offiziere" vor allem jüngere Stabsoffiziere und Hauptleute in Betracht kommen sollen, so würde sich das Ein- kommen dieser Herren auf etwa 6000— 8000 M. stellen. Es mag schon sein, daß eS sich damit einigermaßen„auskömmlich" leben ließe! Die Beschaffung der notwendigen, nicht zu knappen Geldmittel schiebt Hauptmann Heinrich großmütig den Gemeinden und Bundesstaaten zu; eventuell, so meint er, könnte ja auch der Reichstag„einige Millionen für die Pfleger der beut- fchen Jugend und damit gleichzeitig für die Versorgung unserer verabschiedeten Offiziere" flüssig machen. DaS sind aber, wie ge- sagt, Kleinigkeiten, die große Geister nicht weiter irritieren. Da- gegen wird jedermann einsehen, daß der nachstehende Wunsch, den der Artikelschrerber in edler Bescheidenheit an den Schluß seiner Ausführungen setzte, für die künftige segensreiche EntWickelung unserer nationalen Jugendertüchtigung hinwiederum von aus- schlaggebendster Wichtigkeit ist: „Würde den Jugendpfleger-Offizieren nach etwa zwölf- jähriger Tätigkeit gegebenenfalls noch eine Rangerhöhung durch Allerhöchste Gnade in Aussicht gestellt werden können, so würbe gerade dies viele Offiziere a. D. zu besonderem Eifer an- spornen. ES würde dies vielleicht aber auch die aktiven Herren anregen, sich mehr der Jugendpflege zu widmen, einer Tätigkeit, durch die ihnen später einmal eine Versorgung geboten werden kann." Es find Gemütsmenschen, unsere nationalen Jugendfreunde, das mutz ihnen der Neid lassen! Sie halten es mit der alten Kücheuweisheit, daß die wahre Liebe durch den Magen geht, und verlangen, daß zuerst einmal die Geld- und Rangfrage geordnet wird, bevor sie in selbstloser Aufopferung sich dem Wohle der deut- fchen Jugend widmen. Auf die Früchte dieser Erziehungsarbeit kann man wahrlich gespannt sein. Soziales. Aus dem Gctvcrbegcricht. 1. Mißglückte Schiebung. Gegen Frau Anna Friedrich, als Inhaberin eines Elektro« Jnstallationsgeschäftes, richtete sich gestern die Klage eines Monteurs vor dem Gewerbegericht. Gefordert wurden 20.40 M. Restlohn. In einer früheren Klagesache gegen den Ehemann der Be« klagten war ein rechtskräftiges Verfäumnisurteil ergangen. Auf Grund dessen hatte der Kläger eine Forderung der Beklagten pfänden lassen. Hiergegen intervenierte die Beklagte und behauptete, sie, nicht der Ehemann sei Inhaberin des Geschäfts. Nun reichte der Kläger gegen s i e eine Klage ein. Die Beklagte wendet mangel- haste Ärbeil'ein. Durch Zeugenvernehmung wurde festgestellt, daß der Mangel zum überwiegenden Teil durch die Beklagte ver- schuldet ist. Der Vertreter der Beklagten suchte den Kläger zu veranlassen, die gepfändete Forderung freizugeben. Der Kläger ließ sich hierauf natürlich nicht ein. Das Gericht verurteilte di� Beklagte zur Zahlung des strittigen Betrages. 2. Akkordnachforderung. Auf 10,04 M. Akkordnachforderung lautete der Klage- anfpruÄ eines Arbeiters der Firma Erdmann u. Groß. Die betreffende Arbeit war ursprünglich einem Arbeiter übertragen worden, der mit 60 Pf. Stundenlohn eingestellt war und mit dem vereinbarten Akkordpreis nicht zurechtkommen konnte. Nun sollte der Kläger, dessen Lohnsatz 45 Pf. pro Stunde betrug, die Arbeit fertig« stellen. Auch er protestierte gegen den zu niedrigen Preis. Der Werkmeister wie auch der Geschäftsführer unterließen es jedoch, einen anderweiten Preis festzusetzen. Sie vermieden eine klare Ab- machung. Der Arbeiter stellte nun die Arbeit fertig und forderte nachträglich einen Zuschuß. Das Gericht, Kammer 5. verurteilte die beflagie Firma dem Anllageantfag entsprechend. Magistratsrat W ö l b lin g führte begründend aus: Trotzdem'der Kläger mehrfach Widerspruch erhoben hatte, ließen der Arbeitgeber bezw. dessen Beauftragte den Arbeiter mit der Arbeit beginnen. Der Arbeitgeber, so habe das Gericht gefolgert, sei also mit der Herstellung der Arbeit durch den Kläger einverstanden gewesen, obwohl es zu keiner klaren Ab- machung über den Preis gekommen war. Demgemäß hatte das Gericht lediglich zu prüfen, ob der geforderte Preis angemessen fei. DaS habe das Gericht bejaht. Bemerken möchten wir, daß nach§ 816 und 612 des Bürgerlichen Gesetzbuches für den Fall, in dem eine Verein- darung über den Akkordlohn nicht stattfindet, den Unter- nehmer die Beweislast dafür trifft, daß der geforderte Lohn nicht angemessen ist. Einige Gewerbegerichte legen zu Unrecht die Beweislast dem Arbeiter auf. Gerichtszeitung. Krawatten-Akademie. Die„Erste Berliner Krawatten- a k a d e m i e", die schon häufig die Gerichte beschäftigt hat, bildete wieder einmal den Gegenstand heftiger Angriffe in einer Beleidigungsklage, Welche gestern das Schöffengericht Berlin-Mitte beschäftigte. Als Kläger trat der Krawatten- fabrikant Adolf Steinberg gegen den Dr. ehern. Hans P u r f ü r st, eine Frau Drechsler und eine Frau Wardepas auf. Der Kläger betrieb seit dem Jahre 1882 unter der Firma „Erste Berliner Krawatten-Akademie" ein Lehrinstitut, in welchem Frauen, die sich durch Heimarbeit etwas verdienen wollten, in der Herstellung von Krawatten ausgebildet wurden. Auf Grund der Inserate, in denen ständigei Beschäftigung mit einem Wochenver- dienst bis zu 36 M. zugesichert wurde, meldeten sich zahlreiche arme Frauen, die sich mitunter/ die verlangten 20 M. Lehrgeld zu- sammenborgen mußten. Da viele der Fr/ruen später mit der Be- hauptung hervortraten, betrogen worden zu fein, bildeten die Ge- schäftspraktiken der Krawatten-Akademie wiederholt den Gegen- stand gerichtlicher Erörterungen. Vor dem Institut hatten wir wiederholt dringend gewarnt und sind einmal dank der preußi» fchen Rechtspflege wegen Beleidigung, die in einem Ausdruck gefunden wurde, bestraft. In der Verhandlung behauptete gestern der Vertreter der Beklagten, das Institut des Steinberg, welches später auf die Ehefrau übertragen worden war, sei auch schon Olegenstand einer öffentlichen Warnung des Polizeipräsidenten ge- wcsen. Gegenstand der jetzigen Klage bildete die von den drei Be» klagten ausgehende Behauptung, daß das Institut des Klägers bzw. das seiner Ehefrau„Schwindel" sei und nur darauf ausgehe, arme Frauen zu betrügen. Vom Rechtsanwalt Dr. Gocycl wurde- als Vertreter der Beklagten der Wahrheitsbeweis dafür, daß es sich tatsächlich um einen recht gefährlichen Schwindel handele, angeboten. Zu diesem Zweck wurde auf das Zeugnis zahlreicher Frauen, die sich freiwillig gemeldet hatten und sich betrogen fühlten, bezug ge- nommen. Das Gericht beschloß, die Sache zu vertagen und zu dem neuen Termin die namhaft gemachten Zeugen zu laden, ferner die Akten des Polizeipräsidiums und der Staatsanwaltschaft 1l gegen Steinberg beizuziehen._ „Arbeiterjugendheim" bor Gericht. Polizei- und Staatsanwaltschaft haben versucht, durch Gericht einen unpolitischen, lediglich kulturellen Zwecken dienenden Verein, dem keine Jugendliche angehören, zu einem politischen Verein, dem Jugendliche als Mitglieder ange» hören, zu stempeln. Das Gericht hat es abgelehnt, diese Um- Wandlung der Wahrheit mitzumachen, lieber die VerHand- lung informiert der nachstehende Bericht. Vor dem Schöffengericht Charlottenburg waren Rechtsanwalt Dr. Siegfried Rosenfeld und Schriftsteller Zemprlburg angeklagt, als Mitglieder des Vorstandes des Vereins Arbeiterjugendheim Charlottenburft Jugendliche unter 18 Jahren als Mitglieder des „politischen" Vereins Arbeiterjugendheim geduldet zu haben. Es wurden einige 20 Jugendliche und Genosse Katzenstein als Zeugen vernommen und das Urteil des Kammergericht in der Sache des Berliner Vereins„Arbeiterjugendheim" zur Verlesung gebracht. Die Zeugenaussagen ergaben, daß keiner der unter 18 Jahre alten Jugendlichen Mitglied des Vereins war, sondern daß sie nur als Besucher im Jugendheim gespielt, die Bibliothek benutzt, gesungen, naturwissenschaftliche und belehrende Vortrüge gehört, jedoch an keiner Versammlung des Vereins„Arbeiterjugendheim" teilge- nommen haben. Von dem Borsivcndcn wurde großes Gewicht darauf gelegt, daß auf einer Weihnachtsfeier der Jugendlichen ein Lied:„Stille Nacht, traurige Nacht" gesungen worden war, Genosse Katzenstein über die proletarische Dichtkunst einen Vortrag gehalten hatte und Besucherkarten den Jugendlichen bis vor 1� Jahren ausgestellt worden waren. findet unser von Tausenden gepriesener Herren-Gchnürstiefel ohne zu schnüren! Kein(Schnüren mehr! Gieis fertig geschnürt! Mt einem Ifock an- und ausgezogen! Wer Condor-Patent trägt, schwört aus ihn! Vorrätig in Modeformen und Spezi'asformen für seidende Füße. Schwarz und braun Chevreau- und Äoxfalfseder. f Form „Erwla" Wunderbar bequem für leidende iL Süße J Aus dem bidfen Aktenbündel hielt der Borsitzcnbc wohl durch Polizeispitzel zugetragenes unkontrollierbares„Material" den Zeugen vor, so. daß im Jugendheim einmal in einem Vortrage angeblich auseinandergesetzt sei, daß„der Kaiser zuviel Gehalt be- ziehe und die Republik billiger sei", daß„die Proletarier bloß zahlen müßten, damit die Agrarier immer dicker werden". Keiner der Zeugen wußte davon etwas., In der zweistündigen Beweisaufnahme wurde auf die Fragen der Angeklagten von den Zeugen bestätigt, daß sie weder Mit- glieder des Vereins feien, noch selbst einen Verein für sich bilden, sondern nur Benutzer der Einrichtungen des Vereins sind. Trotzdem plädierte der Staatsanwalt für Bestrafung. Ter Charlottenburger Verein, führte er aus, fei nur ein Teil des be- reits durch Kammergerichtsurteil für politisch erklärten Berliner Vereins„Arbeiterjugcndheim". Das Auslegen der Gewerkschafts- blätter und der„Arbciter-Jugend" im Heime beweise, daß die Jugendheime nur Vorbereitung und Vorschule für die sozialdemo- kratische Partei seien. Zu dieiem Zweck würden über die Besucher � statistische Aufnahmen gemacht! Die Tatsache, daß der Ange- klagte Zempelburg nicht einmal Mitglied des Vorstandes des Ver- eins sei, sei unerheblich; da der Angeklagte Jugendheimleiter des Vereins sei, sei er als solches anzusehen, alles übrige sei nur„vor- geschoben". Der Staatsanwalt beantragte gegen jeden Angeklagten wegen Uebertretung des � 18 Nr. 5 des Vereinsgesetzes 20 M. Geldstrafe. Demgegenüber führten die Angeklagten des längeren aus, daß die jugendlichen Besucher, wie die Beweisaufnahme ergeben habe, weder Rechte noch Pflichten von Mitgliedern des Vereins haben und durch den Besuch des Jugendheims, Benutzung der Ein- richtungen desselben nicht Vereinsmitglieder geworden sind, so wenig wie etwa die Benutzer einer Bibliothek, die eine Korporation einem großen Publikum zur Verfügung stelle, Korporationsmit- glieder wurden. Der Verein selbst sei überdies durchaus unpolitisch. Politisch würde er auch dadurch nicht, daß ein großer Teil der Mitglieder aus Sozialdemokraten bestehe, denn nicht jede Betäti- gung eine? Sozialdemokraten sei notivendig eine politische. Das Gericht kam nach längerer Beratung zur Freisprechung. Den Verein„Jugendheim" kann jeder anständige Er- wachsen? durch Geldleistungen unterstützen. Hoffentlich fährt dieser Prozeß, dessen Polizeiakten so deutlich zeigen, wie von Leuten gearbeitet wird, die von der Polizei bezahlt werden, recht zahlreiche Mitglieder den„Jugendheimen" zu. Wie in den fünfziger Jahren die Reaktion von der Polizei Ver- schwörungen auf Lager arbeiten ließ, so werden jetzt Verfol- gungen der Männer und Frauen als Lagerware fabriziert, die Zeit und Geld der sehr nützlichen und notwendigen Aufgabe widmen, die Jugend kulturell zu heben. Ein Pfarrer wegen Erpressung verurteilt. Die Strafkammer in Heidelberg verurteilte den katholischen Pfarrer Geiler von Müblhausen wegen Erprefsungsversuchs zu 8 Tagen Gefängnis. Er hatte einer Witwe Hassel geschrieben, sie würde weder von ihm nock einem anderen Geistlichen zur Beichte zugelassen werden, wenn sie nicht einen Teil ihres an die Kirche angrenzenden Grundstücks der Kirche überlasse. Ihr verstorbener Mann habe die Ueberlassung an die Kirche auf dem Totenbett ver- sprachen. Die Strafe ist auffallend niedrig. Versammlungen. Zentralverband der Sattler und Portefeuiller. Die Zahlstelle Berlin hielt am Mittwoch ihre Ouartalsversammlung ab. Schulze erstattete den Geschäftsbericht. Die Krise lastet immer noch schwer auf dem Beruf m Berlin, und zwar auf fast allen Branchen gleichmäßig. Am günstigsten schneiden noch die Koffer- brauche und die Wagenbranche einschließlich der Flugzeugindustrie ab. Unter diesen Umständen gilt es ganz besonders, die tariflichen Verhältnisse auftecht zu erhallen, wie ja auch zurzeit sehr viele Werkstattdifferenzen zu verzeichnen sind. Diesem Bericht schloß sich der Bericht des Kassierers W e h h e r an, der sich auf wenige Ergänzungen beschränkte. Einnahmen und Ausgaben der Orts- Verwaltung bilanzieren mit 21 683,10 M. Die Lokalkasse hatte eine Einnahme von 06 276,84 M., dem eine Ausgabe von 8244,85 M. gegenübersteht, so daß ein Bestand von 88 631,99 M. verbleibt. Die Einnahmen der Berliner Verwaltung be- tragen 4745,38 M., die Ausgaben 3677,69 M., der Bestand umfaßt also 1967,69 M. Einnahmen und Ausgaben der Lehrlings- und Jugendabteilung bilanzieren mit 140,60 M. Der Mitgliederbestand der Zahlstelle betrug am 30. Juni 1914: 3651, darunter 180 weibliche Mitglieder. Das Mitglied Kirsch wurde einstimmig ausgeschlossen. Ms aller Welt. Schiffskataftrophe auf öer Göer. Ueber eine Schiffskatastrophe, die sich in der Odermün- dung in das Stettiner Haff, im sogenannten Papenwasser, er- eignete, erhalten wir folgendes Privattelegramm: S t e p e n i tz, 23. Juli. Der Dampfer„Berlin", welcher sich heute nachmittag mit den Passagieren de« 9 Nhr 40 Berlin nach Stettin verlassenden Eilzuges auf der Fahrt nach Swine- münde befand, hatte im Papenwasser einen Zusammenstoß. TaS Schiff» das etwa 350 Personen an Bord hatte, ist gesunken. Es wird befürchtet, daß viele Personen ertrunken sind. Später eingehende Telegramme lassen die Hoffnung auf- kommen, daß es bei der Katastrophe ohne Menschenverluste abgegangen ist. Danach hatte der Dampfer„Berlin" der Swinemünder Tampfschifffahrtsaktiengefellschaft nachmittag gegen 2 Uhr auf dem Papenwasser in der Nähe des Haffs einen Zusammenstoß mit dem Schleppdampfer„Ostsee", der einen großen schwedischen Frachtdampfer im Schlepptau hatte. Ter Dampfer„Ostsee' wurde dabei glatt durch- schnitten und sank in kürzester Zeit. Infolge des Anpralls geriet der Dampfer„Berlin" auch mit dem Frachtdampfer in Kollision und wurde dabei seinerseits am Borderschiff beschädigt, so daß er zu sinken begann. Der Un- fall ereignete sich unterhalb der sogenannten Krampe- mündung. Der zahlreichen Fahrgäste bemächtigte sich sofort nach dem Zusammenstoße eine große Panik. Aber der'Dampfer „Sedan", mehrere in der Nähe liegende Baggerprähme und hinzukommende Schleppdampfer, darunter der Dampfer „Werner", nahmen die Fahrgäste auf. ES scheint, das, kein Menschenleben zu beklagen ist, doch sind mehrere Per- sonen verwundet worden. Der Dampfer„Werner" brachte einige Verwundete nach Stettin, die ins Krankenhaus befördert wurden. Ein Lehrer aus Swinemünde, der gleich vielen anderen Fahrgästen nach Swinemünde gebracht wurde, hat mehrere Rippenbrüche er- litten und wurde ins Swinemünder Krankenhaus über- geführt. Eist anderer Teil der Fahrgäste wurde nach Steve- n i tz gebracht. Der Dampfer„Berlin" ist zuerst mit dem Vorderschiff unter Wasser getaucht, später versank auch das Hinterschiff. „Berlin" ist das größte und eleganteste Schiff der Swrne- münder Dampfschiffahrtsgesellschaft und eins der schönsten Schiffe des Ostseeverkchrs. Es dient in der Hauptsache dem Personen- und Güterverkehr zwischen Stettin und Swine- münde und vermag zirka 1000 Personen zu befördern. Die Ursache der Katastrophe soll darin ßu suchen sein, daß' de« Dampf in der„Berlin" versagte. Obgleich naturgemäß unter den zahlreichen Passagieren eine starke Panik ausbrach, konnten die Rettungsboote sofort klar gemacht werden. Die Katastrophe hat in den Ostseebädern Heringsdorf, Ahlbeck, Swinemünde und Misdroy große Aufregung hervorgerufen, da noch nicht bestimmt festgestellt werden konnte, ob alle Passa- giere gerettet worden sind, um so mehr, als viele Angehörige auf dem Dampfer„Berlin", der auf der Fahrt von Stettin nach Swinemünde war, vermuten. Sie sind in banger Sorge, weil viele der Geretteten sich an verschiedenen Stellen des Haffs befinden. Viel besprochen wird mit größter Genugtuung die Um- ficht und Entschlossenheit, mit der die Besatzung der„Berlin" bei der.Katastrophe vorging. Der Kapitän ließ, als das Steuer ihm nicht mehr gehorchte, die Maschine rückwärts arbeiten. Es war aber, da der Schlepper„Ostsee" mit dem schivcdischen Dampfer schon zu nahe herangekommen war, zu spät._ Eine tolle Schießaffäre. Der Aufseher der Jagdgenosscnschaft in Osterweddingen bei Magdeburg namens Kramer hatte angeblich einen Zusammen- stoß mit Wilddieben, wobei er den Schlosser Held erschoß. Ob Not- wehr vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Wegen der Erschießung Heids hatte sich der Bevölkerung starke Erregung bemächtigt, und man versuchte, das HauS Kramers zu stürmen. Um sich zu ver- teidigen, gab Kramer Schüsse ab, wodurch vier Personen verletzt wurden, darunter drei schw er und eine leicht. Bei einem der Schwerverletzten besteht Lebensgefahr. Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft wurden 16 Schutzleute aus Magde- bürg, mit Karabinern bewaffnet, nach Osterweddingen geschickt, von denen 3 bereits wieder zurückgekehrt sind; die übrigen sind auf Wunsch des Amtsvorstehers dort geblieben. Gegen Kramer ist Voruntersuchung eingeleitet worden, er wird zurzeit in Magdeburg vernommen. Kleine Notizen. Wolkenbrüche. Durch Hochwasser infolge von Wolkenbrüchen im Ulstertale ist die Strecke Geisa-Tann auf drei bis vier Tage gesperrt. Der Verkehr zwischen Geise und Tann ist unterbrochen. Der entstandene Schaden ist bedeutend. Arbcitcrrisiko. Auf dem Eisenwerk„Union"-Tortmund wurden drei Maurer, die mit dem Ausmauern einer Pfanne beschäftigt waren, von flüssigem Eisen überschüttet. Einer war sosort tot, em anderer starb gleich nach der Einlieferung in das Krankenhaus» der dritte erlitt schwere Brandwunden. Mord und Selbstmord. In Greiz i. V. versuchte der Gelegen-. heitsarbeitcr Grünert seine vier Kinoer zu ermorden. Zwei von ihnen ergriffen die Flucht, während er den beiden anderen die Kehle mit einem Rasiermesser durchschnitt und sie schwer verletzte. Nach der Tat öffnete Grünert sich die Pulsadern. Er wurde schiver verletzt in Krankenhaus gebracht. Eingegangene Druckschriften. Gerhard Gutherz. DaS Herz von Jerusalem. Tragödie. Preis 2 M., geb. 3 M.— Harald Tandrup. Krähwinkel. Ei» Roman. Preis 4M., geb. b M.— Mrnisred Bcrger. Zwischen den Dämmerungen. Neue Gedichte. 91 Seiten. Verlag von Ar«! Juncker, Berlin-Cbarloltenburg. Ei» Jahrhundert prcusttichcr Sehuigeschichte. Von I. Tews. Preis 3 M., geb. 3,g0 M. Verlag von Quelle u. Meyer, Leipzig. Tie städtischen Biichrrhallrn zu Leipzig. Herausgegeben von der Verwaltung der Büchcrhallen. Mit 8 Tajcln und bv Texiabbtldunaen.— Verlag Otto Harassowitz. Leipzig. eeeeeee 199999999 Unserem lieben Genossen Wilhelm Rasch nebst Gemahlin die herzlichsten Glückwünsche zur Goldenen Hochzeit. Dle Genossen des 626. Bez. des 6. Berl. Reichst.- Wahlkr. 9999€€€€€€ se Verband der Steinsetzer, Pilasterer u.Berufsg. Deutschlands Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, das Ehrenmitglied Otto Banecke verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 25. d. M., nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des Sebastian- Kirchhofes, Reinidendorf, Humboldtstr. 71, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 175/12 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Geschäftstutscher Gustav Aurich bon der Firma Bäckerei- Zentrale, Neue Königstraße 16, am 21. Juli im Alter von 47 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. Juli, nach mittags 5 Uhr, von der Leichen halle des Bions- Kirchhofes in Nordend aus statt. 67/2 Die Bezirksverwaltung. Am 23. Juli verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann und mein guter Vater, der Buchdrucker Richard Schulze im 63. Lebensjahre. Neukölln, 24. Juli 1914. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Pauline Schulze geb. Standke. Lucie Schulze. borDie Einäscherung findet am Montag, den 27. Juli, mittags 11 Uhr, im Krematorium, Gerichtstr. 37, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Richard Schaaf fagen wir allen Verwandten und Befannten, insbesondere seinen Freunden, Kollegen und der Direktion der Löwenbrauerei, sowie dem Verband der Brauereiarbeiter und den Parteigenossen des sechsten Wahl sises unseren innigsten Dank. 126A und Ww. Emma Schaaf stimber. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die reichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters Adolf Vrick sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen der Firma A. E. G., sowie dem Wahlverein, Bezirk Pankow, unseren tiefgefühlten Dant. A Witwe Vrick und Kind. Pankow, Brehmestr. 6. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Deutscher Textilarbeiter- Verband eben Mannes, unseres guten Waters, sagen wir allen Berwandten und Bekannten unseren innigsten Dank. Witwe Erneftine Schulze und Kinder. Filiale Berlin. Allen Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Webereiarbeiter Franz Pientok verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des fabtischen Begräbnisplages Müllerstraße, Ede Seestr., aus statt. Ferner starb unser Kollege, der Färbereiarbeiter August Dodt Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 25. Juli, nachmittags 52 Uhr, von der Leichen. halle des Emmaus- Kirchhofes in Neukölln aus statt. Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 117A Henkel's Bleich- Soda für alle Küchengeräte Gesellschaftshaus Trebbin. Meinen gr. schattigen Garten sowie gr. Saal 2c., gr. Ausspannung, empf. den Ausflüglern. Vereine bitte um vor herige Meldung. E. Schulze. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( tettgedruckt) 10 Pfg. 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Abteilung das Krematorium in der Gerichtstraße. Treff- Punkt bei Henkel, Stralsunder Str. 17. Abmarsch S'/a Uhr. öerliner Nachrichten. Cberswalüe-- Chorin— Nieüersinow. Eine Fußwanderung, bei der wir.das Angenehme mit dem Nützlichen und Sehenswerten verbinden können, ist die oben angeführte. Vom Stettiner Fcrnbahnhof oder vom Gesundbrunnen fahren wir mit den ersten Frühzügen v.53, ü.59, 6.94 resp. 6.99, 6.96, 6.19 bis Eberswalde. Letzterer verkehrt nur in der Zeit vom 31. Mai bis 31. Augnst. Fahrpreis: Stettiner Bahnhof bis Eberswalde IV. Klasse 9,95 Mark. Vom Bahnhof Eberswalde wenden wir uns links in die Eisenbahnstraße, die wir mit ihrer Fortsetzung der Bergerstraße durchschreiten, bis uns eine Brücke über den Finowkanal in die Stettiner Straße und weiterhin auf die Angermünder Chaussee führt. Hier wenden wir uns unmittelbar nach dem Ueberschreiten des Schienenstranges in den rechts abgehenden Fahrweg, wo wir bald vom schattigen Wald aufgenommen werden. Nach etwa dreiviertelstündiger Wanderung haben wir den Großschiffahrtskanal mit seinen glatten, grünen Muten erreicht, über den uns die sogenannte Kahlenberger Brücke ans jenseitige Ufer führt. Auf schattigen und schönen Waldwegen erreichen wir von hier in ein- bis eineinhalbstündiger Wanderung Chorin, das Ziel vieler Touristen. Neben der romantischen Lage dieses Fleckchens ist es hauptsächlich das ehemalige Zisterzienserkloster, das seit der Verwüstung im Dreißigjährigen Kriege Ruine geblieben ist, welches dem Orte seinen Reiz verleiht. Diese riesigen Hallen und Kreuzgänge mit ihren schmalen und dünnen Pfeilern führen uns ein Stück gotischer Baukunst vor und sind der beste Zeuge für die Macht der Mrche in da- maliger Zeit. Unser Weg führt unS nun in südöstlicher Richtung auf dem sogenannten Amtswege durch herrlichen Wald nach Liepe am Finowkanal. Wir biegen aber nach dem Verlassen des Waldes nicht in den Ort selbst ein, sondern gehen auf der in südlicher Richtung abführenden Niederfinower Chaussee zu den Schleusentreppen des Großschiffahrtskanals. Hier wird uns im Gegensatz zu der Klosterruine, die eine vergangene Macht repräsentiert, eine neue Macht, die Macht der Technik vorgeführt, vor deren Fortschritt alle finsteren und mysttschen Nächte der Vergangenheit und Gegenwart werden zurück- weichen müssen, trotz aller Rückwärtseret vergangener und gegenwärttger Demagogen. Mit einem einzigen Hebel« druck ist hier ein Mann imstande, die riesigen Schleusentore, welche dem Drucke ungeheuerer Wassermassen zu widerstehen haben, zu öffnen und zu schließen und Fahrzeuge mit taufen- den von Zentnern in einigen Minuten um viele Meter zu senken. Nachdem wir dieses großarttge Bauwerk in Augen- schein genommen haben, können wir uns nach dem Bahnhof Niedcrfinow wenden(25 Minuten) oder auch, wenn wir noch gut zu Fuß sind, bis Oderberg wandern und von hier die Rückreise antreten. Fahrpreis 4. Klasse 1,49 M. Lohnend ist es auch, den kurz vor Oderberg liegenden Kaiser-Friedrich- Turm zu besteigen, von wo wir weit in die Gegend des Oderbruchs hineinsehen können. Die Weglänge der ganzen Tour beträgt bis Niederfinow etwa 16 Kilometer und bis Oderberg etwa 29 Kilometer. Unsere letzte Montagsnummer und die Polizei. Eine Anzahl Straßenhändler präsentierten uns unter Hinweis auf unsere gestrige Notiz, nach der das im Umlauf befindliche Gerücht von einer polizeilichen Ausschließung der letzten Montagsnummcr vom Straßenvcrkauf falsch sei, Be- kanntmachungen verschiedener Polizeireviere, wonach in der Tat der„Vorwärts" vom letzten Montag vom Straßenhandel ausgeschlossen ist und zwar auf Grund der§8 42» und 56,12 der Gewerbeordnung. Danach kann die Polizei an- ordnen, daß Drucksachen und Bildwerke, die in„sitt- licher oder religiöser Beziehung" Aergernis erregen, vom Straßenhandel ausgeschlossen� werden. In einer Reihe von Fällen sind Händlern die Vorwärtsexemplare abgenonimen ivorden. Unser Verlag ist von der Polizei von diesen Maßnahmen nicht in Kenntnis gesetzt worden, und niemand kennt den Grund der polizeilichen Anordnung. Wir haben die letzte Montagsnummer noch einmal durchgesehen und Vermutungen angestellt, was wohl das Aergernis der Polizei hervorgerufen haben könnte. Da ist zunächst der Leitartikel:„Lektüre des Herrn von Falkenhayn". Sollte die in diesem Artikel besprochene Broschüre des Haupt- manns a. D. von Pommer das Aergernis sein? Dann müßte sich die Polizei an den Herrn Hauptmann halten, der die Broschüre veröffentlicht hat, die unfern Falkenhaynern so viel Verdruß bereitet. Oder sollte das Bild Aergernis erregt haben? Aergernis erregt hat allerdings in weiten Kreisen der Bevölkerung die kürzlich in einer Gerichtsverhandlung festgestellte Tatsache, daß ein Schutzmann� deshalb Hilfeleistung verweigert habe, weil er nicht mit„Herr" Schutzmann an- geredet worden ist. Dieser Vorgang ist in unserem Bilde karikiert. Sollte etwa gar die Polizei sich darüber geärgert haben, daß hier ein wahrer Tatbestand in bildlicher Form glossiert worden ist? Oder ärgert es die Polizei, daß wir die neueste Maß- »ahme, die Polizeistunde zu beschränken und die Berliner um 11 Uhr ins Bett zu jagen, verspottet haben? Man sieht, es gibt Kopfzerbrechen, wenn man das Aergernis der Polizei in„sittlicher oder religiöser Beziehung" analysieren will. Vom Armcnwesen. Unter der Spitzinarle:„Ein Vorschlag zur Güte" ging dieser Tage folgende Notiz durch die Berliner bürgerliche Presse: „Kürzlich erhielt die Berliner Armendirektion von einer Almosenempfängerin aus Neukölln eine Zuschrift, worin die Schreiberin mitteilt, daß sie in Neukölln nicht mehr 33 M., sondern nur 25 M. monatlich erhält. Sie fragt nun an, ob die Berliner Armenverwaltung mehr zahlt, dann würde sie nach Berlin ziehen. Die Differenz von 8 M. monatlich sei ein harter Verlust und deshalb erlaubte sie sich die Anfrage,?b Berlin geneigt sein dürfte, ihr diesen Verlust zu ersetzen." Wir haben diese Notiz absichtlich nicht veröffentlicht, weil ihr auf den ersten Blick die Unfreundlichkeit gegen einen armen hilfs« bedürftigen Menschen anzusehen war. Aus der Fassung der Notiz war aber zu vermuten, als handle es sich um eine besonders starke, an die Berliner Armcndirektion gestellte Zumutung, die der öffent- lichen Kennzeichnung bedürfe. Jetzt veröffentlicht nun die„Tägliche Rundschau" eine Zuschrift der Vorsteherin des Schwesternheims „Bethesda", der Oberschwester Kander, die sich auf den Fall bezieht. Darin heißt es: „Da ich zufällig weiß, um wen eS sich handelt, möchte ich die betreffende Almoscnempfängerin vor der Unterstellung in Schutz nehmen, dah ihre naive Auffassung dahin ginge, die erbetenen 8 M. ohne weiteres von der Stadt Berlin zu erlangen. Die be- treffende Almosenempfängerin ist eine fast 72jährige Dame, die es bitler hart empfindet, Almosen überhaupt in Anspruch nehmen zu müsien. Seit über 19 Jahren(wenn ich nicht irre, find es schon 14 Jahre) zahlt die Stadt Berlin als Unterstützungswohnsitz ein Armengeld, welches bisher nach ihrer manchmal im Nachbarbezirk belegenen Wohnung überwiesen wurde. Seit zwei oder drei Jahren ist diese Wohnung in Neukölln. Durch nervöse und körperliche Alterserscheinungen ist die Aermste durchaus nicht mehr imstande, zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen. Wohlwollende Verwandte und Freunde, die ihr ihre prekäre Lage manchmal erleichterten, sind im Laufe der Zeit ver- starben. Wie man von 33 M. monatlich, wovon 15 bis 18 M. Zimmermiete abgehen, überhaupt leben, sich beköstigen und be- kleiden kann, ist doch gar nicht auszudenken. Da sie häufig hungern mutzte, ihre jämmerliche Lage aber zu verbergen suchte(da sie den gebildeten Kreisen zugehört), wollte man ihr manchmal nicht glauben, datz ihr weitere Einnahmequellen nicht zu Gebote standen. Dieses weiß ich aber sicher. Eine mir bekannte Dame erbarmte sich und fügte der Armenunterstützung ein doch jederzeit wider« rufliches Geschenk von 19 M. hinzu. Die» Almosenempsängerin fühlte sich aus Anständigkeit und Wahrheitsliebe verpflichtet, dies der sie ausfragenden Rechercheurin zu sagen. Am 1. Mai setzte nun die Stadt Neukölln daraufhin plötzlich die Unterstützung auf 15 M. herab. Da dies nur für die Wohnungsmiete ausreicht, war die Aermste zu noch größerem Hungern und Entbehren gezwungen. Ihr Schreiben und meine Gänge zu der zuständigen Verwaltung erhöhten die Unterstützung wieder auf 25 M. Ihre Bemühungen, den alten Unterstützungssatz von 33 M. wieder zu erreichen, trugen der 72 jährigen, außer ver- schiedenen Demütigungen, den Artikel ein." In Wirklichkeit handelt eS sich um einen Fall, der in der letzten Nummer der„Blätter für Armen» und Waisenpflege" geschildert ist. Diese für die Mitglieder der Armen- und Waisenkommisstonen be- stimmten Blätter ermangeln so sehr des sozialen Empfinden?, die dort veröffentlichte Fälle sind so jeder humanen Auffassung bar, besonder? die aus der Armendirektion au? der Feder des Herrn Gräffner stammenden, daß man sich wundert, daß nicht schon längst gegen den sich hier breit machenden Unfug öffentlich Front gemacht worden ist. Sicher wolle« auch wir, dah nur bei wirklicher Not und bei HilfSbedürstigkeit Hilfe geleistet wird, und zwar ausreichende Hilfe, aber fortgesetzt in den„Blättern für Armen- und Waisenpflege" Artikel abzu- laden, die fast ausschließlich Mißtrauen gegen Hilfesuchende groß- ziehen und sachliche Prüfungen beeinträchtigen, scheint unS ein Miß- brauch dieser auS städtischen Mitteln bezahlten Blätter zu sein, gegen den entschieden Einspruch erhoben werden mutz. Schon der oben geschilderte Fall, der in den„Blättern für Armen« und Waisenpflege" mit den Worten eingeleitet wird:„Mit welcher Unverfrorenheit Almosenempfänger sich an die Armendirektion wenden", zeigt, welch sachliche Behandlung deS Armenrechts in den genannten Blättern getrieben wird._ Die Volkskonzerte in der Brauerei Friedrichshain. Aus dem Rathause wird berichtet: Die in verschiedenen Zeitungen beklagte Störung der Philharmonischen Volkskonzerte im Saale der Brauerei Friedrichshain durch gleichzeitig im Garten daselbst stattfindende Milrtärinusik hat erneut Veranlassung zu Ver- Handlungen mit dem Inhaber des Etablissements gegeben. Es ist daraufhin dem Philharmonischen Orchester vom Wirte in dankens- werter Weise die bestimmte Zusicherung gegeben worden, datz an den Konzerttagen der Philharmoniker künftig im Garten nur noch Streichmusik stattfinden dürfe und datz auch sonst dafür Sorge ge- tragen werden würde, datz die Konzerte in keiner Weise mehr von autzen gestött werden._ Die Autobuslinie 4: Neukölln— Pankow ist die längste aller Berliner Omnibuslinien. Sie hat sich schnell die Gunst des Publikums erworben. Es besteht nun die Absicht, diese Linie von der alten PankovZer Kirche durch die Berliner Straße in Pankow nach dem Bahnhof und bis zum neuen Hochbahnhof„Nordring" an der Schönhauser Allee zu ver- längern. Bisher war diese Verlängerung aus„bctriebs- technischen" Gründen nicht möglich. Ferner besteht der Wunsch nach einer direkten Verbindung mit dem Bahnhof Reinickendorf-Rosenthal. Diese würde zweifellos bei dem großen Verkehr von und nach dort sehr einträglich sein. Die Wagen der Linie 4.A. oder 4B brauchten nur nach der Kopen- Hagener Straße durch die Markstraße geleitet zu werden. Der Verkehr ist auf dieser Strecke noch bedeutend größer und entwickelungsfähiger als durch die Prinzen-Allee nach Pankow, dessen Hauptverkehr sich auf der Berliner Straße und Schön- hauser Allee abwickelt._ Geständnis deS Lustmörders Beständig. Bei seiner gesttigen Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter, Landrichter W e i tz a e r m e l, hat der Neuköllner Lustmörder Be- ständig, nachdem er die ganze Nacht in semer Zelle ruhelos auf und abgegangen war, endlich ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er erklärte, datz er die Erzählung von seinem Komplicen„Werner" nicht mehr aufrecht erhalten wolle, er habe das Verbrechen allein verübt. Nach seiner Darstellung sei er an jenem Abend etwaS angetrunken gewesen und habe das Kind mit in seine Woh- nung genommen und sich hier mit Gewalt an ihm vergangen. Als das Mädchen schrie, habe er ihm den Mund zugehalten. Da eS bei der Tat schwere Verletzungen davongetragen habe und er sich sagte, datz sein Verbrechen doch herauskommen würde, habe er das Kind erdrosselt. Nach diesem Geständnis brach Beständig völlig zu» sammen nnd mutzt» sofort in seine Zelle zurückgeführt werden. Schwitzende Postboten. Sie sind jetzt zu bemitleiden, unsere braven Stephansjünger- Es ist schon bei normaler Temperatur nicht leicht, bei zehn Stunden Arbeitszeit und mehr treppauf treppab von Haus zu Haus zu pendeln. Wenn man unsere Postboten mit schwergefüllter Ledertasche am drückenden Riemen im Schweiße des Angesichts ihre Arbeit ver- richten sieht, mutz man sich fragen: wozu dieser lästige Uniform- zwang? Wie es für unsere Briefträger leinen Regenschirm gibt, so gibt es auch keine genügend leichte Litewka und keine leichte Mütze. Im Straßendienst müssen sie schwitzen... schwitzen... schwitzen, dürfen nicht mal einen Uniformknopf öffnen. Allenfalls ist die weiße Hose gestattet. Warum führt man keine Strohmütze ein? Warum keine Lcinenjacke? Weil es auch einen Postzopf gibt. Herr Kraetke, tun Sie doch mal so als ein postalischer Harun al Raschid jetzt nur zehn Stunden Dienst als Briefträger. Sie werden dann sofort zu sommerlichen Neuerungen bereit sein. Hitzschläge. Eine große Anzahl von Hitzschlägen hat die Hitze am Mittwoch gezeitigt. Sowohl in Berlin als auch in der Um- gebung wurden Personen vom Hitzschlag betroffen, doch ver- liefen die Fälle glücklicherweise bis auf einige noch Verhältnis- mäßig günstig. In zwei Fällen, die sich in der Weinmeister- straße und in Neukölln zutrugen, endeten die Hitzschläge mit tödlichem Ausgang. Am Ufer des Tegeler Sees wurde ein junges Mädchen vom Hitzschlag getroffen. Es brach an der Seite der Mutter bewußtlos zusammen und mußte in bedenk- lichem Zustande nach dem 5krankenhause gebracht werden. Auf der Chaussee nach Köpenick wurden zwei Kutscher vom Hitzschlag betroffen. Einer der Bedauernswerten stürzte vom Bock herunter und erlitt auch noch erhebliche Ver- letzungen._ Wieder in den Tod als ins Gefängnis". Mit diesen Worten entfernte sich der 32 Jahre alte Kutscher Max Blüthner aus seiner Wohnung in der Proskauerstr. 25. Er blieb verschwunden, bis gestern seine Leiche am Schleusenufer gelandet wurde. Nach Ver- lassen der Wohnung ist er noch eine Nacht planlos umhergeirrt und hat sich dann am andern Morgen ins Wasser gestürzt. Der Beweggrund zu dem Selbstmord ist ein ganz eigenartiger. Blüthner war seit einem halben Jahr bei einer Eisenwarengrotzhandlung in der Ritterstratze be- schäftigt. Vor 14 Tagen kassierte er bei seinen Bestellungen 149 M. und besuchte dayn mit einem Kollegen, den er zufällig traf, mehrere Wirt- schaften. Als er nach Hause kani, inachte er die Entdeckung, datz er das einkassierte Geld verloren hatte. Wie er sagte und immer wieder behauptete, hat er von dem Gelde nichts ausgegeben. Da er dem Arbeitgeber das Geld nicht ersetzen konnte, wurde er ent» lassen und ihm zur Bedingung gestellt, das Geld zurückzuzahlen. Sein Vorschlag, datz er weiter bei der Eisen-Großhandlung in Diensten bleibe und diese ihm nach und nach den fehlenden Betrag abziehe, wurde von dieser abschlägig beschieden. Da er arbeitslos war, konnte er nichts erstatten. Als das Geschäft ihm schrieb, datz sie ihn wegen Unterschlagung anzeigen werde, wutzte er nicht ein und aus. In der Verzweiflung versuchte der Kutscher seine Frau zu überreden, gemeinsam mit ihm in den Tod zu gehen. Die Frau wies ihn aber darauf hin, datz sie doch nicht ihre vier kleinen Kinder allein auf der Welt zurücklassen könnten. Frau Blüthner ist heute noch davon überzeugt, datz ihr Mann das Geld nicht unterschlagen hat. Wie sie sagt, war er auf seiner letzten Stellung 15 Jahre und hier seien ihm Beträge bis zu 1999 M. anvertraut worden, von denen nie ein Pfennig gefehlt hätte. Sie sprach ihrem Manne Trost zu und glaubte auch nicht, datz er sich das Leben nehmen werde, als er sie am Freitag mit den Worten„Lieber in den Tod als ins Gefängnis" verließ. Todessturz. Ein aufregender Vorfall hat sich am Mittwoch in dem Hause Speyerer Straße 4 in Schöneberg ereignet, wo in der vierten Etage der Eigentümer deS Hauses Kaufmann Seckelson wohnt. Frau S. war schon seit längerer Zeit schwer nervenkrank und in den letzten Wochen verschlimmerte sich das Leiden immer mehr. Tie Erkrankte fürchtete wahnsinnig zu werden und hatte schon wiederholt ge- äußert, datz sie sich lieber das Leben nehmen wolle. In einem be- sonders heftigen Anfalle ihres Leidens öffnete die Kranke in einem unbewachten Augenblick das Fenster ihres Schlafzimmers und stürzte sich in die Tiefe. Die Bedauernswerte erlitt so schwere innere und äutzere Verletzungen, datz sie auf der Stelle starb. Richtigstellung. In der am 6. Juli erschienenen Notiz„Ein Kohlenhändler von einem Gastwirt" erschossen, teilten wir mit, datz der Sohn des erschossenen Kohlenhändlers mit Beil und Wagenschere bewaffnet, sich am Streite beteiligt habe. Wir werden gebelen mit« zuteilen, datz der Sohn weder ein Beil noch sonst eine Waffe bei sich geführt habe. Gefunden. Am Sonntag, den 19. Juli, wurde bei den Gesangs- oufführungen auf der Schillerwiese ein Bund Schlüssel gefunden. Dasselbe ist abzuholen bei Nebel, Maxstratze 12. Vorortnachrichten. Lichtenberg. Der Parteitag in Würzburg. Uebcr dieses Thema referierte in der nnr mätzig besuchten Generalversammlung Genosse Stadt- Hagen. Er führte aus: Zwei Hauptthemen habe der Parteitag zu behandeln, Militärstaat und Demokratie und Wirtschaftspolitik und Koalitionshetze. Der M i l i- tarismuS sei heute in Deutschland auf allen Gebieten ton- angebend. Er bedeute für das Volk eine Gefahr, die nicht zu unter- schätzen sei, um so mehr, als er dazu dienen soll, für die Aufrecht- erhaltung der Herrschaft eines kleinen Klüngels einzutreten. Datz sich der Gegner eine immer mehr steigende Nervosität bemächtigt, und deshalb der Militarismus als Helfer aus allen Fährnissen an- gesehen wird, beweise der Ausspruch des Heydebrand:„Machen Sie doch endlich die Revolution!" Ein Ausspruch, geboren aus der Angst, datz eS später vielleicht schon zu spät dafür sei, die Brüder im Soldatenrock für junkerliche und großkapitalistische Zwecke zu mißbrauchen. Die Kritik des Militarismus soll streng verpönt werden. Das haben der Luxemburgprozeß und die übrigen — der MitzhandlungS-, der Kieler und der Remonteprozctz— be- wiesen. Wenn in diesen Prozessen die Heeresverwaltung sich die Finger verbrannt habe, so wäre auch bei dem bevorstehenden Massenstreikprozeß ein noch besseres Schauspiel zu erwarten, wenn man etwa die tausend Teilnehmer der Berliner Generalversammlung anklagen wolle oder aber auch die Hundert- tausende, die jenem Beschlüsse aus vollem Herzen zustimmen. Die Behandlung dieser Frage auf dem Parteitag sei zu begrüßen, denn sie ist notwendig. Richtlinien in dem Kampfe gegen den kulturschädi- genden Militarismüs und für den Demokratismus aufzustellen, sei Auf- gäbe des Parteitages.— Zum andern Punkt: Wirtschaftspolitik 19 Spiel Spiel und Sport. Radfahrer. Arbeiter- Radfahrer- Bund, Solidarität. Mitgliedschaft Berlin. Hente abend 8%, Uhr: Generalversammlung bei Obiglo( früher Steller), Stoppenstraße 29. 7, Tourenplan zum Sonntag, den 26. Juli. 1., 2., 3., 4., 5. Abt. Strausberg, Hungriger Wolf( Badetour). Start: 10 und 12 Uhr von den belannten Startpliißen. 6., 7., 8., 9., 10., 11. Abt. Gliemide an der Nordbahn, bei Ruft ( Sonnenbad). Start: 10 und 12 Uhr von den bekannten Startplägen. 2. Abt. 29. Juli: Abteilungspflichttour. Start: abends 9 Uhr, Fontanepromenade 18. B und Koalition shege übergehend, wies Redner auf die Frivolität der Textilunternehmer hin, die wegen 200 m. wöchent licher Lohnaufbesserung Zehntausende aussperren. Das, was die Arbeitgeber als ihr Koalitionsrecht bezeichnen, ist weiter nichts, als Mißbrauch ihrer Gewalt gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter. Die bürgerliche Presse stehe natürlich wie auch sonst auf seiten der Unternehmer. Die Koalitionshezze trete immer vor Versuchen nach erhöhten Zöllen ein, sie sei jezt allgemein und trete immer schärfer hervor. Das sei ein Zeichen, daß wieder ein Gewaltakt gegen die Arbeiterschaft bevorsteht. foi es bei der Zuchthausvorlage, fo hei anderen Gelvaltmaßregeln gegen die Arbeiterschaft gewefen. Die sächsische mit dem Reichsgeleg unvereinbare Streifpoftenverordnung sei ein Beweis, und die preußische Gerichts- und Verwaltungspragis ftrebe demselben Biele zu. Zum Schluß wolle er 12. Abt. Motorfahrer: Spreewald, Lübbenau, über Mittenwalde, noch eine Angelegenheit streifen, die weit über Gebühr Mogen, Edsdorf, Baruth, Golgen, Lübben, Lübbenau. Auskunftslotal wird in und außer der Partei besprochen worden ist. Es fei am Start befannt gegeben. Start: früh 3 Uhr, Neutölln, Hermannplay. bezeichnend, daß die untergeordnete Frage des Kaiserhochs Neukölln: Sonnabendnachttour: Freienwalde. Start: abends Sonntag: Alt- Genide, Rubower Str. 54. fobiel Staub aufwirbeln konnte. Die Gegner, die gerne eine 9 Uhr Hohenzollernplat Majestätsbeleidigung herausdestillieren wollten, erinnere er daran, Start: 1 Uhr Hohenzollernplay. Schöneberg. Kaputh, Lolal Paradies. Start: 5 Uhr bei Dbft. daß auch unsere Genossen in der Berliner StadtverordnetenberjammInng, also nicht unter dem Schuße der Immunität, das Kaiserhoch Familientour nach Schmargendorf( Baldlater). Start: 2 Uhr. Bernau: Unterbezirksfour nach Kaltberge Rüdersdorf. Start: sitzend über sich ergehen lassen. Jin übrigen solle man doch nicht früh 4 Uhr, Zemmler, Ballstraße 2. mit solchen tindischen Ansichten kommen. Erst fagt man, das Hoch Pantom Niederschönhausen. Unterbezirkstour nach Rüdersist eine Ehrung, und dann, die Nichtehrung ist eine Beleidigung. dorf- stallberge. Start: 5 Uhr, Mühlenfr. 31. Eine Beleidigung sei vielmehr eine erzwungene Ehrung. Die ganze Entrüftung sei übrigens gemacht. Beweis: die vom Präsidenten Stämpf abgelesene Entrüstungsrede. Aber auch den Aengstlichen in der Fraktion müsse man sagen, daß kein Grund für die langen Artikel und die übertriebene diplomatische Betonung der Kaiserhochs vorliege. Das Vorgehen der Fraktion sei notwendig geworden, um lleber rumpelungen, wie seinerzeit beim Antrag Schulz, vorzubeugen. In zwei langen Sizungen habe die Fraktion fich mit dieser Frage beschäftigt, mit einer Frage, die alles andere, denn von großer Bedeutung set. Wenn die Rechtsstehenden sagen, daß man nichts tun jolle, um die Liberalen nicht zu ärgern, so dante er für eine Tattit, die von dem Wohlwollen der bürgerlichen Parteien abhängig ist. Der Revisionismus habe hier sein wahres Gesicht gezeigt. Der Partei foll eine Taftit aufgedrängt werden, die zum Teil auf dem letzten Parteitag gefiegt habe und eine Folge der jest glücklicherweise überwundenen Dämpfungspolitit fei. Die diplomatische Leijetreterei sei nicht im Interesse der Partei. Charakteristisch sei, daß das Forum" in einem satirischen Artitel über diese Angelegen heit von Kreuz- Beitung", Tageszeitung", 03. Monatsheften" und anderen Scharfmacherorganen geschrieben habe. Vielleicht geben die„ Monatshefte" zum bevorstehenden Parteitag einen Egiraband unter der Devise Unser Staiser und Herr" heraus, so höhnt mit echt das Forum". Man darf nicht die Sozialdemo fratie zum Schwanz bürgerlicher Parteien machen. Das hat stets zu Niederlagen geführt. Es gilt vielmehr, mit Entschlossenheit dem Drängen des Revisionismus, die Sozialdemokratie zu einer Reform partei zu machen, entgegenzutreten.- 8ur Wahl des Parteivorstandes bridt Nebner der Wunsch aus, daß es gelingen möge, den gegen den Willen der Berliner in den Vorstand genommenen Berliner Genoffen wieder zu entfernen. Der Parteitag wird den nach rechts drängenden Weg zu versperren suchen und die Arbeiter in geschlossenster Phalang gegen die immer fühner auftretende Reaktion unter der alten Devise zu sammeln: Auf einen Schelmen anderthalbe: Immer feste drauf! In der Diskussion wurden zunächst die zum Barteitag geftellten Anträge begründet. Genosse inger begründete einen Antrag, der eine andere Regelung der Delegationen herbeiführen will. Wahlkreise bis 5000 Mitglieder follen einen, über 5000 alvei Delegierte erhalten, Reichstags- und Landtagsfraktion sollen je brei Delegierte entienden, desgleichen Kontrollfommission und Parteiborstand. Das Mandat foll gebunden sein, die Abstimmung nach beni Proporz erfolgen. Den Nüdgang an Mitgliedern und Abonnenten führt er auf den Unfrieden, der oben" herrsche, zurüid. Das Schieben nach rechts fomme von den Alademilern. Die Aus führungen Th. Fischers auf der Berliner Generalversammlung überfteigen alles, was man bis jest ben Genossen zu bieten gewagt habe. Einen anderen Antrag, die Maifeier auf einen Sonntag zu verlégen, begründet Kunzendorf. Wenn dieser Bustand der Feier weiter bestehen bleiben soll, erzeugt er Unzufriedenheit. Die Beteiligung gehe zurüd, weil sie ungeheure Opfer erfordere. Darum folle man eine andere Form wählen und die Feier auf einen Sonntag berlegent. lafer spricht für den Antrag, den Schnapsboylott aufzuheben, da die Drganisationen zur Durchführung des Beschlusses bisher nichts getan haben. Lehne die Versammlung den Antrag ab, dann übernehme sie die Verpflichtung, mehr wie bisher den Boykott zu propagieren. Die Genofien Menz, Ritter und Jaffte wenden sich lebhaft gegen die gestellten Anträge und ersuchen die Versammlung, alle drei Anträge abzulehnen. Der Ungersche Borschlag fei nichts weiter als eine Beschränkung der großen Wahlkreise. Gebundenes Mandat fei für alle Fragen nicht zu empfehlen. Betreffs der Maifeier liege durchaus lein Grund vor, biese auf einen Sonntag zu verlegen. Den Beschluß über deu Schnaps. boykott aufzuheben, wäre verfehlt. Nachdem ein Schlußantrag an genommen, wandte sich Stadthagen in seinem Echlußwort ebenfalls gegen die Anträge, die dann auch sämtlich abgelehnt wurden. Der Vorfigende Jaffle begründete sodann namens der Bezirksleitung einen Antrag, der Streis Generalversammlung vorzuschlagen, daß Kreisvorstand und Bezirke nicht mehr wie bisher einen Vorschlag zur Delegation, fondern Vorschläge machen können, um den größeren Bezirken die Rechte zu geben, die ihnen in einer demokratischen Organisation austehen müssen. Der Antrag wurde nach unwesentlicher Diskussion angenommen. Der General versammlung des Kreises sollen zur Delegation zum Barteitag der Genoffe Robert Lenzner und die Genoffin Agnes obst vor geschlagen werden. Damit war die Tagesordnung erledigt. Neukölln. Ferienpartie. Sonntag, den 26. Juli: Spielpartie in die Königsheide. Treffpunkt nachmittags 1 Uhr am Richardplatz. Die Eltern werden gebeten, den Kindern 10 Pf. und etwas gemahlenen Kaffee zum Kaffeekochen mitzugeben. Bernau. " Lichtenberg. 1. Abt. Früh 5 Uhr: Budow, Schweizerhaus. Rachnt. 12, Uhr: Badetour am Bötfee, Spikmüble. Start: Biarrstr. 74. Treptow Baumschulen weg: Ferch, Schwielowsee( Baderaft), über Baumgartenbrüd, Raputh nach Potsdam. Start: 5 Uhr, Baumfchulenweg. Charlottenburg. Sonnabend, abends 7% Uhr: Neuruppin. Sonntag, mittags 1 Uhr: Alt- Glienice, Adlershof. Start: Bolkshaus, Rosinenftr. 3. Tegel: Nachm. 1 Uhr: Mühlenbed. Lichterfelde. Sonntag, den 26. Juli: Zour nach Neuruppin. Start: früh 2 Uhr, Bereinslotal. : Köpenid: Sonntag, den 26. Juli: Schnitzeljagd. Treffpunkt 1 Uhr bei Ried. Abfahrt 2 Uhr bei Stohlte, Müggelheimer Str. 22. Wilmersdorf: Sonntag, den 26. Juli, morgens 5 Uhr Badetour nach dem Krossinsee. 8 Uhr: Spieltour nach Kaputh, Start: Am Denkmal. Samargendorf: Sonntag, den 26. Juli, nachmittags 2 Uhr: Familienausflug des Wahlvereins; Treffpunkt der Radfahrer: Café Türt, Hubertusbader Straße. Reinidendorf, Sonntag, den 26. Jult, früh 6 Uhr: Badetour nach Gorinjee; nachm. 1 Uhr: Mühlenbed. Start bei Linning. 26. Juli, früh 6 Uhr, nach Eichwalde( Wittes Waldschlößchen). AnschlußArbeiter Radfahrer Verein Groß- Berlin". Sonntag, den start: Bahnhof Treptow. Wanderer. " Deutscher Arbeiter- Wanderbund„ Die Naturfreunde". Am Sonntag, den 26. Juli findet die erste Gesellschaftsfahrt in den Oberfpreewald statt. Teilnehmerfarten sind noch bis heute abend zu haben bei Heyfe, Boyenstr, 19; Struje, Mariannenftr. 11; Blankenstein, Schillingstraße 17/18 und Horse Engelufer 15. Des weiteren werden am Sonntag folgende Lauren unternommen; Drtsgruppe Berlin: Fürstenberg, Steinförde( Strohlager), Stechlinfee, Fürstenberg ( Nachtwanderung). Abfahrt Sonnabend, abends 10.17 1hr, Stettiner Biesenthal, Werbellinsee( Nachtwanderung). Abfahrt Sonnabend abends 11.30 Uhr Stettiner Fernbahnhof. Friedersdorf, Wolziger See, Kolpin, Rauensche Berge, Fürstenwalde( Nachtwanderung). Abfahrt Sonnabend, abends 7.15 Uhr Görliker Bahnhof( in Königswusterhausen umsteigen). Liefensee, Freienwalde. Abfahrt Schlesischer Bahnhof( Briegener Bahnsteig) 5.38 Uhr vormittags. Fernbahnhof. Trebnik, Görbsdorf, Gufom. Gemeinsame Wanderung mit der Frankfurter Drtsgruppe. Abfahrt Schlesischer Bahnhof 6.51 Uhr vormittags. Fredersdorf, Stienisfee, Strausberg. Abfahrt Schlesischer Bahn hof 5.31 Uhr vormittags. Spandau, Papenberge, Tegel. Abfahrt Lehrter Fernbahnhof 1.85 Uhr nachmittags. Kinderwanderung. Jungfernhelde, Spandau. Treffpunkt 7 Uhr bormittags Berolina( Alleganderplay). Ortsgruppe Friedrichshagen openid: eriner, Störizfee. Abfahrt Bahnhof Stopenid 5.57 Uhr vorm. Ortsgruppe Neukolln: I. Fredersdorf, Stienisfee( Nachttour mit Belten). Abfahrt Sonnabend abends: 1. Bahnhof Neutoun 7.29 Uhr, Schlefifcher Bahnhof 7.59 Uhr. 2. Bahnhof Neukölln 9.29 Uhr, Schlesischer Bahnhof 10 Uhr. Bahnhof Neufólin. II. Eriner, Stenigsee( Nachttour). Abfahrt Sonnabend nachm. 4.28 Uhr. Berlin. Conntag, den 26. Juli, Wanderungen: Arbeiter Touristenverein„ Die Naturfreunde". Ortsgruppe 1. Edhlaubetal, Mixdorf, Neuzelle. Abfahrt nach Mixdorf( Frantfurt a. D. umsteigen). a) Sonnabend abend 8,17; b) Sonntag früh 4.16 vom Schlesischen Bahnhof( Beltlager). 2. Neuhof, Besch, Forsthaus Wunder, Woltersdorf b. 2. Abfahrt nach Neuhof Anhalter Bahnhof 6.00. 3. Rehbrüde, Staputh, Lienewik, Michendorf. Abfahrt nach Rehbrüde Bahnhof Charlottenburg 6.00( Fernzug). 4. Dahmsdorf, Gr. Klobichsee, Märt. Schweiz, Sieversdorfer Forst. Abfahrt nach Müncheberg Bahnhof Alexanderplatz 6.41, Schlesischer Bahnhof 6.51( Sonntagsrückfahrkarte). Fußball. Auf dem Sperber Sportplat Neulon, Stounische allee 123, spielt am Sonntag Südstern I gegen den Groß- Berliner Fußballmeister Allemania I, Friedrichshagen. Anfang 5 Uhr. Borher Spiel von Südstern II. Borwärts I, ferner dieselben II. und III. Mannschaften auf dem AdlerAm Sonntag, den 26. Juli, spielen Adler I gegen RüstigSportplay in Reinidendorf, Schiller- Promenade 49. Anfang nachmittags 2 Uhr. Sportklub Germania Weißenfee I gegen Arbeiter. Turnverein Pantow I auf dem Germania- Sportplag, Nöldestr. 29. Anfang 5 Uhr. Athleten. Am Sonntag, den 26. Juli, findet das Sommerfeft, verbunden mit Wettstreit im Ringen und Heben, vom Arbeiter- Athletenbund( Groß- Berlin) im Café Bellevue( Inh. Tempel) am Rummelsburger See statt. Anfang 3 Uhr. Eintritt 20 Pf. Sportkartell für Oberschöneweide. Turner. Bezirksspielfest. Abmarsch: Sonntag frith% Uhr 6 Ronigsplay. Radfahrer: Sonnabend abend 8 Uhr: Nachttour Rauener Berge. Nachtquartier in Markgrafpieste. Start bei Schüffler, Siemensftrage 28. Unsere Spiele finden von jetzt ab nicht Dienstags, sondern Mittwochs von 7 Uhr abends an statt. Schwimmer. Sonntag: Schwimmfest. Beginn nachmittags 2 Uhr. Tabberts Waldschlößchen. 1 Arbeiter Samariterbund, Kolonne Groß- Berlin. Freitag, den 31. Juli, abends 8, Ubr, im Restaurant Haberland, Neue Friedrichstr. 35: Wichtige Mitgliederversammlung. Meutölln L. Heute Freitag, abends 8%, Uhr: Mitgliederversammlung bei Zentral Kranken- und Sterbekaffe der Deutschen Wagenbauer, Grieger, Leffingstr. 9: Neuwahl der Drisverwaltung. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet indeuftrate 69, born bier Treppen von 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Brieftasten bestimmten Anfrage Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7 Uhr abends, Sonnabends, ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Brieftiche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnement quittung beigefügt ist, werben nicht beantwortet. Ellige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Polizeiwache. 1.- 3. Nur dann, wenn Sie unter Angabe der Angelegenheit zur berantworlichen Vernehmung geladen werden. In solchem Falle tann bei Weigerung die Vorführung erfolgen. 4. Eine Aussagepflicht 23. 8, 1091. Ja, ein Drittel Steglit 34. Ja, für jedes Jahr, das Sie dienen, 240 M. Antrag besteht überhaupt nicht. 5. Nein. bie Ortsbehörde. 8. B. 86. Es ist ratsam, noch einen anderen Staffen arzt zu fonfultieren. P. G. 12. Nein, da Berjährung eingetreten ist. 1. 10. Die Pfändung würde trotzdem zulässig sein. 6. G. 32. Sie find zahlungspflichtig. R. O. 6. 1. Die Ihnen gehörigen Sachen tönnen Sie zurüdverlangen, eventuell Selage erheben. 2. Ja. 8. Falls eine einstweilige Verfügung erlaffen wird, etwa vierzehn Tage. 8. 8. Wenden Sie sich an einen Bücherantiquar( Adressen im Adreßbuch). Briefkasten der Expedition. Patienten in Beelik, Buch und anderen Heilstätten. Diejenigen unferer Abonnenten, die noch während des ganzen nächſten Monats in der Heilftätte bleiben, wollen ihrem bisherigen Spediteur wegen der ueberweisung von Freieremplaren sofort ihre genaue Adresse ( Abteilung, Pavillon usw.) einsenden, da vei verspäteter Bestellung die ersten Nummern bes neuen Monats von der Post nicht geliefert werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über ben Großhandel in den Bentral- Martiballen.( Ohne Berbindlichkeit.) Donnerstag, den 23. Jult. Fleisch: Nindfleisch per 50 kg Mark: Ochsenfleisch Ia 71-83, bo. IIa 67-70, bo. IIIa 58-67; Bullenfleisd) Ia 68-78, bo. Ila 63-67; Rübe, fett 42-55, do. mager 33-44, Fresser 55-62, bo. ban. 50-58; Bullen, dän. 50-65. Stalbfleisch: Doppellender 105-130; Mastfälber Ia 90-100, do. IIa 77-89; Stalber ger. gen. 48-62. Hammel fleisch: Maftlämmer 90-95; Hammel Ia 79-89, do. IIa 71-78, do. auftral.; Schafe 76-82. Schweinefleisch 54-59. Eier: Landeier Schod 3,50-8,90; Trinfeier 4,00-4,20.- Butter: Moltereibutter per 50 kg 95-110; Landbutter 80-90. Gemüse, inländisches: Kartoffeln, neue weiße Magdeb. 4,50 4,75, blaue do. 5.00-5,60, weiße Staifertronen 3,75-4,00, Rofen 4,75-5,25; Borree Schod 0,50-1,00; Spinat 50 kg 10,00-15,00; Schoten 8,00-12,00; Mohrrüben 50 kg 3,00 4,00; Bohnen 50 kg 2,00-5,00; Champignon 50 kg 30,00-35,00; Stohlrabi Schod 0,50-0,80; Birsingtohl Schod 3,00-6,00; Beißtobl Schod 3,00-6,00, Rotkohl, Schod 8,00-6,00; Blumenkohl, Erfurter 100 Stüd 4,00-20,00; Meerrettich Echod 3,50-12,00; Beterfilienwurzel Schodbund 1,00-3,00; Radieschen Schockbund 0,70-1,00; Salat Schod 1,00-2,00; 3wiebeln, 50 kg 8,00-10,00; Tomaten 50 kg 10-15; Pfefferlinge 25,00-35,00; Puffbohnen 50 kg 7,00-10,00. Ausländisches. Tomaten, italienische, 50 kg 4-8; do. französische 8,00-12,00; Blumenkohl, holländischer Ia 100 Stüd 10,00-25,00, Zwiebeln, ägyptische 50 kg 16,00-18,00, bo. ital. 7,00-8,00, do. ungarische 6,00-9,00; Burfen, holl. 100 Stud 5,00-12,00, do. ungarische, Sad( girta 8 Schod) 1,00-2,00. Stirichen 50 kg Glas 12,00-18,00, Obst u. Südfrüchte. jaure 10,00-12,00, Thüringer 5,00-12,00, fchleische 5,00-14,00, 2erdersche faure 12,00-15,00, do. Senupper 0,00-0,00, do. Matten 18,00-20.00; Alepfel, ital., 50 kg 16,00-20,00; ungarische 12,00-20,00; Birnen, italienische 50 kg 16,00-18,00, do. Coscie 6. Niederfinow, Plagefenn, Selofter Thorin, Chorinchen. Abfahrt nach 22,00-24,00, franzöfije 10,00-16,00; Tiroler Muskateller 10,00-15,00; Niederfinow am Sonnabend abend 7.29 Bahnhof Butligstraße( Beltlager). biesige 8,00-10,00; Stachelbeeren, reife, biefige, 50 kg 2,00-5,00; Stettiner Borortbahnhhof 5.48( Reinickendorf- Rosenthal umsteigen). 7. Basdorf, Dammsmühle, Gorinsee, Bepernid. Abfahrt nach Basdorf Himbeeren, 50 kg 26,00-30,00, Breß- 25,00-28,00; Johannisbeeren, hiefige 50 kg 7,00-12,00; Blaubeeren 50 kg 25,00-30,00; Aprikosen, Tour Klosterf elde, Lotscheseen fällt fort. italienische, 50 kg 10,00-13,00, franz. 10,00-28,00, ungar. 2,00-12,00; Arbeiter Wanderverein Berlin. Sonntag, den 26 Juli: Stif. Pfirsiche, ital. 15,00-50,00, franz. 15,00-50,00; Pflaumen, ital. 12,00-25,00; tungsfest Banberfahrten nach Neubrüd bei Hennigs- Weintrauben, fisilianisme Milazzo 50 kg 26,00-30,00, gier 24,00 30,00 dorf( Restaurant stöbler). Jamaifa 50 kg 14,00-16,00, fanarische 50 kg 6,00-17,00; Erdnüsse 5. Leuenberg, Höllengründe, Sternebed. Abfahrt nach Leuenberg Briezener Bahnhof 5.33. I. Rach Lebnitz, Brieje, Birkenwerder, Untermühle, Neubrid. Abfahrt: 50 kg 28,00-30,00; Walnüsse, grüne 50 kg 12,00; Bitronen, Meffina 500 St. Sonnabend abend 8.41 Uhr Stettmer Vorortbahnhof bis Lehnik. Meg- 8,00-12,00, 300 Stüd 8,00-18,00, Messina 360 Stud 6,00-14,00, länge 18 stilometer. Mesfina 150 Stüď 6,00-10,00. brüd. Abfahrt: Sonntag früh 6.46 Stettiner Hauptbahnhof. Weglänge II. Nach Behlefanz, Forsthaus Ziegenkrug, Böhow, Hennigsdorf, NeuBirta 18 kilometer, III. Nach Tegel, Schulzendorf, Neubrüd. Treffpunkt: Sonntag früh 9 Uhr Endstation der Straßenbahn in Tegel. Weglänge zirka 8 Stilometer. Nachzügler können die vom Stettiner Vorortbahnhof abgehenden Büge ( Berlin- Velten) dis Station Heiligensee( 30 Pf.) benuten. Von dort 15 Minuten Weg bis Neubrüd. Stationen Barometer Witterungsübersicht vom 23. Juli 1914. stand mm Wind Bunzipp Turner. Stinembe, 747 SGD Beranstaltungen des Turnvereins Fichte" am Sonntag, Hamburg 748 ben 26. Juli: Berlin 747 Franff. a. 751 München Wien Windstärke Better Temp. n. 6. 506= 40. Stationen 4halb bd. 24 Haparanda 752ND 3Regen 19 Betersburg 756 SD 3polfig 21 Scilly 759 N 5 bebedt 19 Aberdeen 748 5 Regen 15 Paris 755 N 6. Abt. Familienpartie nach Zwiebusch( Berliner Schweiz). Treffpunkt 8 1hr Görlizer Bahnhof. 10. Männera bt. 25. und 26. Juli: Nachtturnfahrt nach dem Berbellinjee. Treffpunkt 11 Uhr abends Zentralviehhof. Jahrt nach Biesenthal( Gesundbrunnen umsteigen). Schlesischer Bahnhof. 13. Männerabt. Familienpartie nach Schöneiche. Treffpunkt 1 Uhr Regenfällen und ziemlich frischen westlichen Winden. Better Temp. n. T. 5°. 4°. 6mollig 15 2wollen 17 2bebedt 14 Bwolfig 3 wolfig 15 14 753 W 750 23 3 wollig 22 Wetterprognose für Freitag, den 24. Juli 1914. Etwas fühler, zeitweise aufflarend, vorherrschend wolkig mit leichten Berliner Betterbureau. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag: Im Westen zeitweise heiter, jedoch überall noch sehr veränderlich und besonders östlich der Dder ofters wiederholte Regenschauer mit weiterer Abfühlung. Feuersbrunst. Durch Feuerlärm und den Ruf Menschenleben in Gefahr" wurden die Bewohner unseres Ortes in der Nacht zum Donnerstag aus dem Schlafe gewedt. Es brannten auf dem Grundstück Mühlenstr. 5 das Quergebäude und die umfangreichen Stallungen. Durch die starke Rauchentwicklung wurden die Rettungsarbeiten sehr erichwert, doch gelang es, alle Erwachsenen und Kinder aus den schon start verqualmiten Wohnungen ins Freie zu bringen. Als end- 17. Abt. Nachtpartie nach Birkentverder, Nahmerfee, Hellsee, Biesenlich nach einer guten halben Stunde die hiesige freiwillige Feuerwehr thal. Abfahrt: Sonnabend, abends 11.56 Uhr, Bahnhof Gesundbrunnen. eintraf, stand schon alles in hellen Flammen. Nur dem glücklichen Arbeiter Turnverein Pankow, Männerabteilung. Sonnabend, den Umitande, daß der Wind günstig stand, ist es zu verdanken, daß 25., und Sonntag, den 26. Juli: Nachtpartie mit anschließendem Freibaden nicht noch die weiter umliegenden Gebäude, welche mit Vieh und im Gorinsee. Treffpunkt: Sonnabend abend 10 Uhr Bahnhof Bankow. Futtervorräten dicht gefüllt waren, in Gefahr gerieten. Die Stall. Schönhausen, Zug 10.10 Uhr bis Rarom. Nachtquartier im Walde. Jeber gebäude des Hauses Wühlenstr. 5 sowie die des angrenzenden Hauses Teilnehmer muß sich mit Badezeug und einer wollenen Dede versehen. Arbeiter Turnerbund. 5. Bezir!( 1. Streis). Sonntag, den find durch die lagernden reichen Holzvorräte vollständig herunter- 26. Suli, auf dem Sportplatz der Freien Turnerschaft Neukölln- Briz: der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Betterburean gebrannt. Der Schaden, welcher den Mietern entstand, ist nur zum fleinen Teil burch Versicherung gededt. Die Entstehungsurfache tonnte bisher nicht ermittelt werden. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Eichwalde. Freitag, abends 74, Uhr, im Rathause, Grünauer Shaße. Diese Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Jugendveranstaltungen. Neukölln. 25. Juli: Wanderung durch den Biesenthaler Forst, mit größerer Baberaft. Treffpunkt: Sonnabend, abends 10 Uhr, am Hermann play. Fahrgeld 1,40. Heute Freitag finden in beiden Heimen um 8 Uhr Besucherversammlungen ftatt. Berantwortlicher Redakteur: Albert Bachs, Berlin. Für der 2. Bezirksspielfest. Borm. 8 lýr: Dreikampf für Turner, Fünf fampf für Turnerinnen, Sportliches Speerwerfen, Vorrunden für Faustball und Tamburin( Frauenabteilungen). Nachm. 1 Uhr: Festzug( Restaurant Bartsch). 2 Uhr: Allgemeine Stabübungen für Zurner und Turnerinnen, 300- Meter- Stafette( 14 Mannschaften gemeldet), 500- Meter- Wanderstafette ( 25 Mannschaften), Speerwerfen( Entscheidung), Dlympische Stafette, Spiele und 2000- Meter- Mannschaftslauf. Abends 8 Uhr: Resultatverkündung, Ansprache des Bezirksvertreters, Schlußlied. Konzert bis 10 Uhr. Eintritt für den ganzen Tag 25 Pf. Programm gratis. Schwimmer. Schwimmklub„ Vorwärts" Ober- Schöneweide. Sonntag, den 26. Suli, nachmittags 3 Uhr: Sommerschwimmfest in der 1. Gemeindebadeanstalt. Arbeiter Schwimmberein Neukölln". Sonntag, den 26. Zuli: Besuch des Schwimmfestes in Ober- Schöneweide, in der dortigen städtischen Babeanstalt, Nähe Tabberts Waldschlößchen. Treffpunkt: 12 Uhr Bahnhof Neuföll, Ausgang Saalestraße. Bafferstand Memel, Tilft Bregel, Snsterburg seifel, Thorn Dber, Ratibor Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nege, Bordamm Ibe, Leitmerių . Dresden Barby Magdeburg Wasserstands- Nachrichten am- feit am feit 22.7. 21. 7. cm cm³) 71 +2 28afferstand Saale, Grochlit 22. 7. 21.7. cm om¹) 190 <-17 -53 -2 Havel, Spandau 40 0 122 Rathenow 1-2 89 Spree, Spremberg 2) 78 4 77 -5 Beeskow 80 85 Befer, Münden 191 24 28 0 Minden 268-16 -32 4 Rhein, Marimiliansau 578 -12 -32 -2 Raub 360 82 43 Köln 345 -18 38 Nedar, Heilbronn 97 297+36 Main, Hanau 161+8 224+40 Mosel, Trier 30 )+ bedeutet Wuchs, Fall. 2) Unterpegel. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.