Nr. 201. Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pranumerando Bierteljährl 8,30 m, monat, 1,10 RE wöchentlich 28 Big. frei ins Haus Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemar Holland, Italien, Buremburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweis Cridelat tägild Vorwärts Berliner Volksblaff. 81. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel Belle oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Bfg.( auläffig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Morte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlia Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Mmt Morikplak, Nr. 1983. Sonntag, den 26. Juli 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplat, Mr. 1984. Der Auftakt zum Weltkrieg. Die österreichische Kriegserklärung. Wien, 25. Juli.( W. T. B.) Ministerpräsi-| österreichischen Absichten eingeschritten ist, die nichts anderes nationale Konflikte zu verhüten, so hat es jetzt auf dem dent Paschitsch erschien wenige Minuten vor als die von Anbeginn beschlossene Kriegserklärung bedeu- Posten zu sein! 6 Uhr in der f. t. Gesandtschaft in Belgrad und er- teten, das ist ein furchtbar schwerer Vorwurf, der gegen sie Um so mehr, als in Deutschland wieder einmal die Bügel teilte eine ungenügende Antwort auf die erhoben werden muß. Einen Skandal nannte es die hei- vollends am Boden schleifen zu scheinen. Hat doch der deutösterreichisch- ungarische Note. Baron Giest noti- nisch- Westfälische Zeitung", ein Blatt, das doch schen Politik offensichtlich jede Führung gefehlt. Ein paar fizierte ihm hierauf den Abbruch der diplo- sonst an Patriotismus wahrlich nichts zu wünschen übrig läßt." Stunden später, nachdem man durch die ganze Presse die matischen Beziehungen und verlies Was wird nun werden? Daß die Gefahr des angeblichen Erklärungen des deutschen Botschafters in Paris, mit dem Gesandtschaftspersonal um furchtbarsten Bölferbrandes vorliegt, ist auch dem Unein- des Herrn v. Schön, verbreiten ließ, brachte das offizielle 6 Uhr 30 Minuten Belgrad. Die serbische geweihtesten klar. Die a mtliche Presse ist gerade in Depeschenbureau ein oftentatives Dementi, in dem es Regierung hatte schon früher um 3 Uhr nachmittags den lekten kritischen Stunden äußerff wortfarg ge- wiederum zu beschwichtigen und abzuwiegeln versuchte. Das die Mobilmachung der gesamten Armee angeordnet. worden. So liegt z. B. darüber, ob die russische Regierung beweist die völlige Direktionslosigkeit der deutschen RegieDer Hof und die Regierung sowie die Truppen noch einmal in Wien zugunsten Serbiens vorstellig geworden rung. Offensichtlich sind wiederum die widerstrebenden Eleräumen Belgrad. Die Regierung soll nach Kragu- ist, keinerlei amtliche Nachricht vor. Doch versichern die mente an der Arbeit. Es ist ja nicht das erstemal, daß bei jebac verlegt werden. bürgerlichen Blätter, daß der russische Botschafter einen solchen uns eine Kriegspartei und eine Friedenspartei miteinander Was man bis zur letzten Stunde für unmöglich gehalten, Versuch gemacht und Desterreich die Verlängerung der Beant- kämpfen. Und die Tatsache, daß die wildesten Kriegstreiber ist nun zur Tatsache geworden. Die österreichische Regierung wortungsfrist seines Ultimatums nahegelegt habe. Diese des Marokkokonfliktes, die, Post" und ihre Hintermänner, hat durch ihren Gesandten in Belgrad die diplomatischen Be- russische Anregung sei ebenso höflich wie ener- diesmal von dem Kriegsabenteuer nichts wissen wollen, und ziehungen zu Serbien abbrechen lassen, weil die serbische Re- gisch zurückgewiesen" worden. Ob sich Rußland daß diesmal die liberale Presse mit vollen Backen in die gierung eine ungenügende" Antwort auf die österreichisch- mit dieser kühlen Ablehnung seiner Intervention zufrieden Kriegstrompete bläst, beweist nur um so deutlicher, daß für ungarische Note gegeben hat. Das bedeutet nach allen For- geben wird, ob die Auslandsmächte wirklich passive 3u- die Erhaltung des Friedens und die Vermeidung bösartigster men des Völkerrechts die Kriegserklärung. schauer dabei bleiben werden, wenn das große Oesterreich und verhängnisvollster Völkerkonflikte das Proletariat seine das kleine Serbien abwürgt? Oder ob nicht in der Tat diese ganze politische Reife und seine ganze organisatorische Macht Neuauflage des Balkankrieges ganz Europa in seinen Wirbel in die Wagschale zu werfen hat! ziehen wird? 316 " Die eisernen Würfel sollen nun rollen! Die Kriegsbestie soll nun wüten! Wo der Brand enden wird, weiß einstweilen tein Mensch. Nach den letzten Nachrichten in der AbendDie internationale Lage ist so verworren wie je. Die preffe schien es, als ob das Abenteuer eine günstigere Wen- Die Gefahr internationaler Vertickelungen ist um so Regierungen neigen mehr denn je der Va- banque- Politik zu. dung nehmen wollte. Wurde doch mitgeteilt, daß Serbien, größer, als seit einer Reihe von Jahren der militärische Wett- Die österreichische Regierung ist aller Besinnung beraubt und wenn auch unter Protest und Vorbehalt, sich den furchtbaren streit des Rüstungswahnsinns alle europäischen Völker er- stürzt sich in ihrer Verzweifelung in das serbische Abenteuer. Demütigungen und für einen wehrhaften Staat unannehm- griffen hat. Ja, wenn zurzeit die internationalen Be- Auch die deutsche Regierung ist offensichtlich uneinig, gespalten baren Bedingungen Desterreichs fügen wolle. Hervorragende ziehungen der Nationen friedliche wären, wäre am Ende und direktionslos. Wer weiß, welche Konflikte hinter den österreichische Staatsmänner, so versicherten Bokalanzeiger" noch die Hoffnung gerechtfertigt, daß in der Tat das ungleiche Kulissen zwischen Wilhelm dem Aelteren und Wilhelm dem und andere Blätter, seien der Meinung, daß damit die Duell zwischen Desterreich und Serbien lokalisiert blei- Jüngeren und ihren Getreuen gespielt haben. In dieser Zeit Kriegsgefahr vermieden sei. Und wahrscheinlich ben könnte. Aber die ungeheuerlichen deutschen Rüstungen des allgemeinen Bangens und der absoluten Verwirrung ist bestand auch auf Serbiens Seite der ernste wille, haben ja England, Frankreich und nicht zuletzt auch Rußland die proletarisch- sozialistische Politik für die werktätigen Desterreich nach Möglichkeit entgegenzukom derartig in Mitleidenschaft gezogen, die Staatsfinanzen der- Massen des Volkes der einzige Leitstern des Handelns. Das men. Aber Desterreich bestand unerbittlich auf seinem artig angespannt und den Mißmut der Steuerzahler der Bolt will keine Kriegsabenteuer, will feine Bettelung, will Schein. Es wollte die letzte Formalität seiner Be- artig provoziert, daß die Entladung der von Jahr zu Jahr feine Desperado- und Prestige- Politik, sondern einzig eine dingungen erfüllt wissen. Und als der serbische Minister- explosiver werdenden elektrischen Spannung nur zu sehr zu Politif, die den Frieden für absehbare Zeit zu garantieren präsident diesen absoluten Rotau nicht auf sich zu nehmen befürchten ist. vermag. Alle Chauvinistenheze, alle imperialistischen Phanvermochte, vollzog der österreichische Gesandte den Abbruch tafien beantwortet sie mit dem kategorischen Imperativ: der diplomatischen Beziehungen. Wie sich unsere deutschen Kriegsheber sagen, daß der Ausbruch der Kriegerischen Spannung nun doch einmal unDieser diplomatische Akt, der sich im fernen Belgrad voll- vermeidlich ist, so werden sich auch die anderen Nationen zogen, kann ganz Europa erschüttern. Denn daß in der Tat das gleiche bergegenwärtigen, und ob dann die deutsch- österder Krieg auf den Balkan lokalisiert werden wird, dafür ver- reichische Koalition( denn auf Stalien ist ja kaum zuverlässig mag niemand irgendwelche Bürgschaft zu übernehmen. Welche zu bauen) der Gegenkoalition, der von den deutschen ChauviHaltung zunächst und im weiteren Verlaufe des Kriegsaben- nisten so oft provozierten europäischen Gegner gewachsen ist, teuers Rußland, Frankreich und England einnehmen werden, das ist eine ganz andere Frage! ist noch gar nicht abzusehen. In welche Verwickelungen Wir wollen nichts als freie Bahn für die freie politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung. Jeder Krieg ist der Todfeind dieser EntDarum ist die Arbeiterwicklung. Wie man auch die Situation betrachten mag, die furchtDeutschland durch die skandalöse Ueberrumpelung durch barste Gefahr ist im Verzug, der europäische Völkerkrieg steht Desterreich geraten wird denn daß das österreichische Ulti- vor der Tür. klasse der geschworene Feind jeder Kriegspolitik. Freisinnige Kriegshehe. matum auf eigene Verantwortung und ohne Hinzuziehung Und weshalb? Weil die österreichische Regierung, die der deutschen Regierung erlassen wurde, ist ja inzwischen, wie österreichische Kriegspartei, die eine ebenso kleine Schicht darunser folgender Artikel„ Ein Skandal" des näheren darlegt, stellt, wie Deutschlands Chauvinisten, sich endlich einmal durch Noch steht selbst Desterreich vor der Entscheidung, noch von den deutschen Offiziösen selbst zugestanden worden den Gewaltstreich Luft machen wollen! Als ob durch einen find seine Regimenter nicht auf dem Marsche. Mögen fich steht völlig dahin. Den einzigen Trost vermag die fried- folchen Gewaltaft die aus Desterreichs nationalen Berwürf. Die österreichischen Gewalthaber und mögen sich alle ihre liebende Bevölkerung und die deutsche Arbeiterklaffe darin nissen naturnotwendig herauswachsenden Verlegenheiten be- offenen und geheimen Helfer vor Augen halten, daß jeder zu sehen, daß ja einstweilen die deutsche wie die österreichische seitigt werden könnten! Fehlschlag ihrer Glücksspielerpolitik eine ungeahnte VolksRegierung oftentativ betont, daß Desterreichs Vorgehen seine Selbst den günstigsten Fall angenommen, den Fall näm- bewegung entfesseln kann, die aller Desperado. und imperia. eigene Sache sei. Das deutsche Proletariat wird freilich lich, daß es Desterreich gelingen würde, Serbien für den listischen Va- banque- Politik ein endgültiges Ziel seht! darauf dringen müssen, daß diese momentane Auf- Augenblick und die nächsten paar Jahre völlig zu Baaren fassung auch die dauernde bleibt und daß Deutschland zu treiben, so würde damit den slawischen Bestrebungen noch es mit aller Entschiedenheit ablehnen muß, Desterreich feineswegs der Boden abgebrochen sein. Wohl aber würde etwa später aus seiner Patsche zu befreien, in die es sich selbst zu erwarten sein, daß das gewaltsame Vorgehen Dester- Niemals hat sich der deutsche Freifinn so schmählich durch ohne Verständigung mit der deutschen Regierung, ge- eichs nicht nur unter allen slawischen Elementen des Bal- frivolite Kriegsbegerei geschändet, als in diesen kritischen Tagen. schweige denn im Einvernehmen mit dem fans, sondern auch bei allen Mächten Europas einen solchen Das beispiellos brutale Ultimatum der österreichischen Regierung begleitete sie, statt mit ernsten Warnungen und Herber Kritit, mit Grad der Empörung und Beunruhigung hervorrufen würde, einem wilden Triumphgeheul. Es will wahrhaftig etwas heißen, Die deutsche Regierung bestreitet durch das offizielle daß der Rückschlag gegen den vermeintlichen Erfolg Defter- daß ausgerechnet die" Post", das wildeste deutsche ChauvinistenDepeschenbureau, daß sie die Bedingungen des österreichischen reichs kaum einige Jahre auf sich warten laffen dürfte. Der organ, die freifinnige Breffe blutig verhöhnen konnte, daß sie ihrer Ultimatums an Serbien bereinbart" habe. Daß diese Be- slawische Ansturm gegen Desterreich und in seiner Folge der so oft und so heiß beteuerten Friedensliebe gerade im verhängnisdingungen die furchtbarste Demütigung, ja geradezu die Ab- europäische Krieg würden nur die Frage von einigen vollsten Augenblick durch das schrillste Kriegsgeheul den eigenartigsten bankung Serbiens als selbständiger Staat bedeuten, ist selbst Jahren sein! Ausdruck gab! von den kriegsbegeisterten Blättern Deutschlands zugestanden Für das deutsche und das internationale Aber nicht bloß durch die finnlofeste, berantwortungsbarste Bu worden. Wenn nun auch die deutsche Regierung feine Rennt- Proletariat liegen danach die Verhältnisse böllig klar. ftimmung zu dem österreichischen Gewaltstreich bekundete die„ friedens. nis von der endgültigen Formulierung des Ultimatums, Es hat auch in diesem Augenblic, wo auch dem das Schid. liebende" freifinnige Presse- nein, fie suchte auch durch die raffi dieses Kriegsvorwandes", wie die„ Rheinisch- Westfälische falslos fällt, keinerlei Ursache, die Hände in den Schoß zu schlagung und Entstellung ber Nachrichten das Kriegsfieber nierteste Auswahl der Depeschen, ja mehr noch durch direkte Unter Beitung" es nannte, gehabt hat, so mußte sie doch wenigstens legen. Es hat sich vielmehr aller Konsequenzen, die sich aus au schüren. von der österreichischen Regierung von deren Absichten in der jetzigen Bage ergeben, völlig bewußt zu sein. Wenn es So brachte bas Berliner Tageblatt", bas fich in bem wilden allgemeinen Umrissen unterrichtet worden sein. Daß dann ie der deutschen Arbeiterklasse mit der Absicht ernst gewesen Indianertanz besonders hervortat, noch in seinem Abendblatt am aber die deutsche Regierung nicht von vornherein gegen die ist, den Bölkerfrieden zu erhalten und bebrohliche inter- Sonnabend die Meldung des Echo de Paris" über die angeblich deutschen Wolfe gestürzt hat! von dem deutschen Botschafter überreichte Solida folche Ueberrumpelung doch sichern müssen. Trifft doch die schrien zugleich ein Ziel hinaus, aber jeber ein anderes, und viele ritäts- und Drohnote, trotzdem bereits die Mittags- Rhein.- Westf. 3tg." den Nagel auf den Kopf mit ihrer Be- Umwege und Abwege kamen vor. me blätter diese Nachricht dementiert hatten! merkung: Wilhelm II. war leider nicht zu Hause; Bethmann läßt sich „ Das österreichisch ungarische Ultimatum ist nichts als ein nicht sehen. Man mußte sich damit begnügen, den dunklen Kriegsvorwand, aber diesmal ein gefährlicher. Wie Fenstern seine Huldigung zu bringen. es scheint, stehen wir dicht vor einem österreichisch- serbischen Nur in der österreichischen Botschaft wurden an einem Fenster Striege. Es ist möglich, daß wir osteuropäische Brände mit die Jalousien aufgezogen. Der Botschafter erschien und lächelte. Gewehren löschen müssen, aus Verträgen oder aus dem Zwange Welchen Wert soll man noch der Teilnahme freisinniger Barlamentarier an Friedenskundgebungen und ihrem Eintreten für internationale Verständigungs- und Schiedsgerichte beimessen, wenn die freisinnige Preffe angesichts des drohendsten Volkskrieges solch frevelhaftes Spiel treibt! werfen. Ein Standal! " des Tages. Aber es ist ein Standal, wenn die Reichs- Die Menge jubelte, tobte, wollte gar nicht weiter. Bis der distin regierung nicht in Wien verlangt hätte, daß guierte Herr sich wieder zurüdzog.... solche Endgebote ihr vorher vorgelegt werden. Es war eine Demonstration, auf die ihre Macher getvis sehr Heute bleibt nur eins übrig, zu erklären: Für Kriege der Habs- stolz waren; aber im Grunde gemessen an den Bataillonen der burgischen Eroberungspolitik find wir nicht verpflichtet." Patriotischer Mob. Arbeiter, die vor drei, vier Jahren durch die Berliner Straßen zogen doch nur ein verschwindendes Häuflein; zweis, dreitausend mögen sie gezählt haben. Und es waren größtenteils bartlofe Jünglinge, es waren Leute ohne Verantwortlichteitsgefühl, es waren vornehme Bürschlein, die teine Fühlung mit den Massen haben, es waren bas tann gar nicht genug betont werden Schreier, wollen den Frieden! Die Stimmung auf den Straßen Berlins. Paris, 25. Juli.( W. T. B.) Wir sind in der Lage, festzustellen, daß die mündlichen Mitteilungen, welche der deutsche Botschafter Freiherr v. Schoen dem interimistischen. Minister des Aeußern Bienvenu= Martin gemacht hat, keineswegs jene drohende Spize enthalten, wie sie in der auch sonst durch ihre Indis Wieder hat Berlin eine Demonstration gehabt. Aber es waren fretion befremdenden Meldung des cho de Paris" zum Ausdruck gelangte. Ebenso ist die feine ärmlichen Arbeiter, die ihre Not und ihre Quai, die Schlußfolgerung des Blattes, daß die öfter- Entrüftung über blutige Verhöhnung ihrer Rechte und Interessen die mit dem Volke nichts, gar nichts gemein hatten!! reichische Note das Ergebnis einer Berabredung zwischen auf die Straße getrieben hatte; es waren Jünglinge, nach der Dieje Herrlein mogten begeistern, an Deutschland und Desterreich sei, unzutreffend. neuesten, allerneuesten Mode gekleidet, deutschDiese jungen Herrlein mochten sich begeistern, berauschen an Als in der Nacht zum Freitag die österreichische Regie- nationale Studenten und Handlungsgehilfen, Jungbeutschlandbündler dem Ernst der Lage, an der drohenden Gefahr, an dem nahenden rung alle Welt durch ihr an Serbien gerichtetes Ultimatum und Lebejünglinge, die ihre Abenteuerlust, ihr Vergnügen an Provo- Unheil; fie mochten zujubeln dem Krieg, dem Kampf! Deshalb überraschte, wollte sie zweifellos jedermann glauben machen, fationen, ihr chauvinistischer und ihr Bierrausch auf die Straße trieb. bleibt es doch wahr, muß es lauter gesagt werden daß diese unerhörte Aktion im engsten Einvernehmen Ru einigen tausenden bevölkerben sie die Hauptstraßen der Stadt, als je: Das Bollt, die breiten Massen und unter völliger Zustimmung ihres waffenstarken Verbündeten, der deutschen Regierung, erfolgt sei. marschierten in geschlossenem Zuge hin und her, Denn so aussichtslos es auch dem nach zwiefachem schweren stundenlang, brüllten und grölten und gebärKriege aus tausend Wunden blutenden Serbien erscheinen deben sich wie recht ungezogene Lümmel, und mußte, einem kriegerischen Ansturm des seit lange rüstenden einer störte fie! Desterreich standzuhalten, so erlangte dessen Drohung doch Ein Bild tritt vor unsere Augen. Es war zu der Zeit, da die dadurch ihren wuchtigsten Nachdruck, daß die schwarzgelbe Arbeiter in heißer Empörung über die frivole Verteidigung Monarchie bei etwaiger Rückenſtärkung Serbiens durch eine der Dreiflaſſenſchmach nach ihren Demonstrationsversammlungen dritte Macht in der Lage sei, auch die Heeresmacht des gemeinsam die Straßen entlang marschierten. Da war Disziplin, Selten hat die Reichshauptstadt ein solches Bild gesehen stärksten Militärstaates Mitteleuropas in die Wagschale zu Ruhe. Sie sangen, gewiß. Aber sie brüllten nicht. Sie wie am gestrigen Abend. Tausende und Abertausende So wurde die Drohnote wenigstens fast einhellig im In- und ließen das Wahlrecht hochleben, das allgemeine, gleiche, aber sie und in der Friedrichstadt der neuesten Mitteilungen von dem harrten auf den Straßen und Plätzen, besonders im Zentrum Auslande aufgefaßt. Vor allem war es mit wenigen Ausnahmen forderten nicht in heiserem Geschrei Blutvergießen und Menschen- österreichisch- serbischen Konflikt. Die Luft war geschwängert die ganze deutsche bürgerliche Presse, die das mord. Sicher, taktfest zogen sie dahin. Eine Straßenkreuzung, ein von den wildesten Gerüchten. Von Mund zu Mund pflanzte Ultimatum in diesem Sinne kommentierte. Serbien, so hieß Bahntunnel.... Da stürzen um die Ede, mit gezogenem Säbel, sich die bange Frage: Ist der Krieg schon erklärt? Werden es, kann den Frieden nur durch die demütigendste Unterwerfung, die Schuppenkette unterm Seinn, ein Hochroter junger Zeutnant die Würfel fallen? Den Extrablattverteilern wurden die durch seine Abdantung als souveräner Staat, erkaufen. Aber voran, dreißig, vierzig Schuhleute heraus. Im Nu Blätter einfach aus den Händen gerissen, über manch ein es wird den bitteren Bissen hinunterwürgen müssen, denn auf find sie bei der überraschten, fassungslosen Menge, und in die Blatt beugten sich 5, 6 und mehr Gesichter, alle gierig den die russische Hilfe kann es nicht rechnen. Sollte nämlich sich stauende Schar wüten sie mit Fauststößen und Säbelschlägen.... dürftigen Text verschlingend. Desterreichs Straferekution auf Rußlands Einspruch stoßen, Die Extraausgabe des Vorwärts" war eine ge Bolizei war auch zu sehen, als die deutschnationalen Hand fuchte Delikatesse, aber nur schwer zu erringen. Wer ein so werden die deutschen Bajonette Rußland seine Interventionsgelüfte entweder schleunigst austreiben oder der Welt- lungsgehilfen und die brüllenden Vertreter der Wissenschaft durch solches Blatt hatte, verteidigte seinen Besik mit Löwenmut. die Straßen zogen. Aber diese Polizei kam nicht um die Ecke, mit Ein bekannter Reichstagsabgeordneter wollte auf dem Pots Eine Alternative, so furchtbar, so verhängnisvoll, so alles gezogenem Säbel und die Schuppenkette unterm Kinn, Sie sah damer Platz von einem Händler ein blau angestrichenes Gremmenschliche Gefühl aufpeitschend, daß sie nicht nur jedem sozia- sich vergnügt lächelnd den Zug an und sorgte dafür, daß der Ver- plar kaufen, als ein Schuhmann hinzutrat und den Händler listischen Proletarier, sondern jedem modern empfindenden fehr ihn nicht belästige. beiseite schob mit den Worten:„ Ach, der hat ja nichts zu berKulturmenschen unfaßlich sein mußte. Weil die desperaten Sonst heißt es immer, die Polizei ist dazu da, um dafür zu faufen. Uebrigens ist das schon die Morgennummer Regierer des Staaten- und Nationalitätenchaos Desterrreich sorgen, daß der Verkehr nicht gestört werde. Wie sagte doch Herr des" Vorwärts". Auf den Einwand des betreffenden Herrn, sich in ihren diplomatischen Nöten keinen Ausweg mehr wissen, v. Jagow:„ Die Straße dient dem Verkehr!" Aber heute schien Herr daß das nicht stimme und er auf jeden Fall die Nummer des sich in ihren diplomatischen Nöten keinen Ausweg mehr wissen, als tollwütig mit der Faust dreinzuschlagen, soll möglicherweise ganz Europa in ein riesiges Schlachtfeld, eine einzige b. Jagow andere Order gegeben zu haben. Zu Dußenden stauten" Borwärts" faufen wolle, meinte der Schuhmann:„ Na, dann Brandstätte verwandelt werden?! Aber so bodenlos frivol fich an manchen Stellen die Elektrischen, die Droschten; zum Teil kaufen Sie ihn, meinetwegen können Sie 10 Mt. dafür zahlen." und verbrecherisch diese Desperadopolitit, auch jedem gibilisierten Gefährte, die es eilig hatten, beren Ziel ganz offenfundig der Westeuropäer erscheinen mußte fast die ganze bürgerliche Bahnhof war. Die Schuhleute sahen zu, wie sie warten mußten Presse vom Berl. Tagebl." bis zur Deutschen Tages- 3tg." und wintten gar ab, wenn eines weiter wollte. stimmte in die Losung ein: Entweder wird Serbien von Oesterreich bedingungslos niedergerungen oder die Millionen heere Europas prallen im scheußlichsten Massenmord gegen einander! trieg ist dal H 4 48 Sie hatten auch nichts dagegen, daß Hunderte Unter den Linden über den Rasen liefen, daß Blumenbeete nieder getrampelt wurden. Sie waren still und sahen zu..* Unter ihren Augen spielten sich Versammlungen unter freiem Himmel ab, unangemeldete, versteht sich. Als vor dem Palais des öster reichischen Botschafters ein Jüngling auf den Schultern seiner Kameraden eine Ansprache hielt, stand sogar ein Schuhmann dirett neben ihm, wie au seinem Sch u 3. Und ähnlich war es, als gegen Mitternacht die Menge sich noch einmal vor dem Schloß fammelte. Wieder unbehinderte Ansprachen. Und was für me I che! Es war nicht alles zu verstehen, was das heisere Herr chen schrie. Aber soviel flang doch heraus: Deutscher Blut! " 1 Die Linden und die Friedrichstraße entlang wälzte sich ein endloser Strom von Menschen, wie es felbft an diesen Stellen selten zu sehen ist. An den Kreuzungspunkten ftaute sich die Masse zu einem wirren Snäuel. Aber min flog ein Bündel Beitungsblätter mitten in eine solche Ansammlung und eilige Hände griffen danach. Je weiter die Zeit vorschritt, um so mehr erhigten sich die Gemüter. Mit fieberhafter Spannung sah alles den kommenden Ereignissen entgegen. Alles andere trat vor dieser Frage in den Hinter< grund. Krieg oder nicht? Diese Frage wurde erregt disku tiert, in den Cafés, auf der Straße, wo Menschen zusammenfamen. Vor den Zeitungsplantagen hatten sich lange Züge von Neugierigen eingefunden, die wie aus Erz gegossen stehen blieben, ob auch Stunde um Stunde verrann. Manch einer fah bleich und finster drein. Wenns losgeht, in meiner Familie müssen 7 mit, und ich habe 4 fleine Kinder," meinte einer. Eine dumpfe Erbitterung, wie sie aus diesen Worten flang, durchzitterte am gestrigen Abend viele Tausende. Allerdings gab es auch ein paar durch bürgerliche Beitungskost verfimpelte Narren, die da meinten, wenn viele in den Krieg müßten und nicht mehr wiederkehrten, dann gäbe es Luft und im Wirtschaftsleben einen Aufschwung. Törichte Wienschen! Freilich, noch törichter handelten jene Studenten, die um die zehnte Stunde fich zu einem Zuge formierten und zum Reichskanzlerpalais zogen, allwo sie Hochrufe ausbrachten und Nieder mit den Sozis!" brüllten, Und diese skrupellose Politit machten nicht nur die Leute um den Januschauer mit, die ja gar zu gern in Blutströmen das Freiheitssehnen der entrechteten Volksmassen ersticken möchten, sondern auch die liberalen Schmocks, die in den großen Inseraten- Plantagen für Völkerfrieden und demokratische Selbstbestimmung der Nationen zu kämpfen vorgeben! Wiederum wie immer bei allen ernsten Proben der Gefinnung und der politischen Vernunft wäre das internationale Proletariat mit feinen Protesten gegen die strupellose Striegs hege völlig isoliert gewesen, wenn es nicht in einigen Blättern des ausgesprochensten Industriekapitalismus unerwartete Michel Oesterreich Bundesgenossen gefunden hätte. Es tut uns aufrichtig leid, auch nur für den Augenblick Blätter wie die" Post" und die Rhein. West f. 3tg. Die Schußleute waren still und fahen zu... zu unseren Verbündeten zählen zu müssen. Aber so himmelweit Aber warum auch nicht? Die Menge dankte es den braven verschieden auch die Motive dieser Organe der Großindustrie Blauröden ja auch. Wo immer sich ein Berittener oder ein gegenüber denen der proletarischen Demokratie sein mochten Bolizeileutnant zeigte, da schrie sie wie besessen: och und um wieviel angenehmer es uns gewesen wäre, mit einer soch! Hurra!" und schwenkte die Hüte.... Es war, als wäre wirklich freisinnigen Presse in einer Kampfesfront zu stehen: " Post" und" Nh.- Weftf. 3tg." retteten diesmal die Ehre des man im Taumel. Man umjauchzte die Polizei, man hochte deutschen Bürgertums! Beide Blätter wir verweisen auf die Häuserfronten an, man ließ Oesterreich hochleben, den Dreidas in der heutigen Nummer wiedergegebene Extrablatt des bund, die deutsche Treue, Franz Joseph und Wilhelm den Zweiten, Vorwärts" vom Sonnabend erhoben schärfsten den Krieg. Zwischendurch„ Nieder mit Serbien!"" Pfui Rußland!" Protest gegen die frivole Ungeniertheit der und damit auch das nicht fehlte, auch österreichischen Kriegstreiber und lehnten leber die militärischen Berhältnisse Serbiens und Desterreichs Nieder mit der Sozialdemokratie!" wird uns geschrieben: für Deutschland angesichts soIch verbreche Aber noch nicht genug mit dieser Schreierei. Man übte unter Die Kräfte Serbiens sind keineswegs so gering, daß sie rischen Spiels mit dem Feuer jede bundes. brüderliche Verpflichtung Deutschlands ab! den Augen der Polizei auch auf die Nichtdemonstranten einen von einem Bruchteil der österreichisch ungarischen Heeresmacht so Faßte doch die Rhein- Westfäl. Zeitung" ihr Urteil in dem brutalen Terrorismus aus. Vorne weg zogen Studenten mir nichts, dir nichts über den Haufen gerannt werden könnten. lapidaren Sag zusammen: Für Kriege der habsburgischen reihen Arm in Arm, über die ganze Straße hin. Und wer nicht mit- Serbien hat gegenwärtig zehn Friedensdivisionen aufgestellt, von Groberungspolitik find wir nicht verpflichtet". denen die jungen fünf, in den neugewonnenen Landesteilen, vielleicht wollte, wurde gewaltsam zur Seite gestoßen. Man scheie noch nicht ganz vollzählig sein mögen. Normalerweise würde im Aber die Rhein- Westf. 8tg" ging weiter. Sie hundertmal ut ab!" und bedrohte die, welche sich nicht fügen Kriege jede dieser Divisionen 16 Infanteriebataillone, 4 Estabrous, warf die nur zu berechtigte Frage auf: Wie fonnte Dester- wollten. Das ergste geschah in der Wilhelmstraße, unmittelbar 9 Batterien zählen und alle erforderlichen technischen Truppen, sowie reich eine solche Desperadopolitik, durch die es Deutschland in vor dem Reichskanzlerpalais. Dort entfaltete einer der Schreihälse einen auslömmlichen Troß mit sich führen. Dazu treten mindestens der unerhörtesten Weise engagierte, wagen? Hat die deutsche eine schwarz- weiß- rote Fahne. Jubelndes Geheul. Dabei geschah fünf, etwas schwächere Reservedivifionen und eine Reiterdivision. Regierung es zu solch ungeheuer gefährlicher Taktik autorisiert? es, daß man einen Telegraphenboten, der pflichtgemäß mit Hat die deutsche Regierung das Spiel mit der österreichischen abgekartet? Und wenn nicht wie tann dann Dester- seinem Rade dem Zuge entgegenfam, " reich Deutschland so engagieren, wie fann es von seinem Rade heruntersties, zur Erde schleuderte und dort uns blindlings mit in sein Schicksal hineinreißen? mit Füßen trat. Serbien und Oesterreich. Man darf die Masse des Feldheeres gut und gern auf 250 000 Mann veranschlagen. Aber in einem Boltskriege im eigenen Bande wird es auch auf die Landsturmformationen zählen dürfen, die es bereits gegen Bulgarien mit großem Nutzen berwandt hat. Die Gesamtkraft bewaffnetet, ausgebildeter, organi Die Antwort auf diese Frage gibt das an der Spize ab- Es konnte wie ein Wunder scheinen, daß der junge Mann ohne fierter Männer, die das Viermillionenvolk der Serben in einem druckte Telegramm. Danach ist es so meldet das offiso meldet das offernstere Boltskrieg und im eigenen Lande gegen Desterreich- Ungarn schließlich giöse Depeschenbureau- unzutreffend, daß die österreichische ernstere Berlegungen davonkam. Note das Ergebnis und die Verabredung zwischen Bis in die späte Nacht hinein dauerten die Demonstrations- einfegen kann, wird nicht unter 400 000 Köpfe betragen. Dieses Heer hat sich gegen Türken und Bulgaren bewährt. Deutschland und Desterreich" ist. aüge. Arbeiter sah man keine in der Menge. Auch Aber selbst ein siegreicher Strieg gibt niemals einen unbedingten Maßwenig ältere Leute. Es war jene goldene Jugend", die von dem ftab für die Güte eines Heeres, sondern beweist nur die verhältnis Ernst des Lebens noch keine Ahnung hat; vielleicht war sie sich mäßige leberlegenheit über den jeweiligen Gegner, Für einen Strieg gar nicht bewußt der Frivolität, die darin lag, daß sie durch ihre gegen den mächtigen und militärisch tüchtigen Nachbar im Norden Kundgebungen eine kriegslustige und kriegslüsterne Stimmung wird sehr viel abhängen von dem Grade fanatischer Begeisterung bortäuschen. Aber es blieb deshalb doch eine Frivolität! und Opferwilligkeit, von dem das serbische Bolt erfüllt ist. Ist sie Sicherlich verliert das österreichische Ultimatum dadurch Vor der österreichisch- ungarischen Botschaft sammelten sich zu- so groß, wie die Panslawisten rühmen? oder so gering, wie die jene drohenden Spisen", die ihm von der ganzen bürgermeist die Züge, die von allen Seiten zusammenströmten. Dann österreichischen Meldungen glauben machen wollen, die schon vor lichen Presse aufgesezt worden sind. Desterreichs Vorgehen war dann also nichts als ein Bluff, ging es in zwei Abteilungen nach dem Reichskanzlerpalais, ge- Tagen von Hunderten von Fahnenflüchtigen sprachen? Das Urteil eines österreichischen Militärs über die serbische eine Ueberrumpelung! Dies Verfahren war sicherlich ein un- meinsam zum Schloß, wieder zur Botschaft, abermals zur Wilhelm Armee lautet: geheuerlicher Standal, aber leider nicht der einzige bei dieser Straße, und in später Nachtstunde dann noch einmal zum SchloßDas Soldatenmaterial ist recht gut und leistungsfähig, dabei standalösen Affäre. Denn Deutschland hätte sich gegen plak, Nirgends war Ordnung, nirgends Klarheit. Duhendel bedürfnislos.--- Die Infanterie ist sehr gut, die Artillerie Wenn Worte einen Sinn haben, heißt das, daß Dester reich seine Note ohne Zustimmung Deutschlands hat abgehen Lassen, daß es europäische Politik auf eigene Faust getrieben hat, für die Deutschland jede Verantwortung abzulehnen begründetste Ursache hat! Nieder mit Rußland à Berlin! Politische Uebersicht. Ernst Bassermann. gut im Gefecht. Auch die Reserveoffiziere entsprächen im Felds, von Rußland aufrecht. Die Schädlichkeit einer solchen Politik ist zug. Die ferbische Armee zählt nur unter die ersten der Ballan- offenkundig. Serbien muß seiner Abhängigkeit von Rußland ein staaten." Ende machen, ohne daß es deshalb österreichische Politik zu machen Die Donaumonarchie tann im Berhältnis zu der Friedensstärfe braucht. Sechzig Jahre alt wird heute, am 26. Juli, Ernst ihres Heeres eine sehr zahlreiche Feldarmee aufstellen. Bassermann, der Führer der nationalliberalen Partei. Jurist In 16 Armeekorps oder 49 starten Infanterie- und Landwehrbon Beruf, seit 1880 Rechtsanwalt in Mannheim, mit zahlreichen divisionen nebst 10 Reiterdivisionen wird sie über eine Million Wien, 24. Juli. Sofort nach dem Bekanntwerden der Nachricht, Beziehungen zur Industrie, ist er seit jungen Jahren auch stets bewaffneter Streiter zu einem Angriffstriege verwenden können. daß Freiherr von Giesl die serbische Hauptstadt verlassen hat und politisch interessiert und politisch tätig gewesen. 1893 wurde er zum Bald gewann er dort AnTruppen zweiter Linie und Landsturmtruppen müssen erst im Striege daß die Kriegserklärung bevorsteht, sammelten sich in den Straßen ersten Male in den Reichstag gewählt. Kund- fehen aufgestellt werden, natürlich aber ist ihre Bildung vorbereitet. An Wiens Tausende von Menschen an, die unter begeisterten Kund- sehen und Einfluß; er wurde Vorsitzender des Zentralvorstandes der der Grenze werden Landsturmtruppen voraussichtlich bereits in den gebungen und unter Absingung patriotischer Lieder die Straßen Partei und Fraktionsvorsitzender. Man wird auch nicht leugnen können, daß Ernst Bassermann gewisse ersten Tagen einer Mobilmachung in Tätigkeit treten. durchziehen. Vor dem Kriegsministerium, vor der Hofburg und vor Führerqualitäten hat; zwar nicht die Qualitäten eines eigentlichen Doch ist keine Rede davon, daß eine so vernichtende Ueberlegen dem Deutschmeisterdenkmal finden augenblicklich große Kundgebun- politischen Führers, eines Wegbahners oder gar eines Wegheit über das kleine Serbien herfallen kann. Gegen Rußland muß gen statt. Die Menge durchzieht unter dem Ruf: Nieder mit den fuchers; aber er verfügt über jenes diplomatische Geschick der Ber unter allen Umständen eine Flankendeckung stehen bleiben, voraus Mördern! Hoch der Krieg! Nieder mit Rußland! Nieder mit mittelung zwischen den Gegensätzen innerhalb einer Partei, über die allen etwas zu geben fichtlich das 1., 10., 11. Korps, die schon im Frieden die Grenzwacht Serbien! Hoch Deutschland! die Straßen der Stadt. Allenthalben die großen tönenden Worte, scheinen, weil sie in Wirklichkeit nichts geben, er bereint in Galizien und der Bukowina halten. Doch wird man wohl in den öffentlichen Lokalen stehen Gruppen. mindestens noch ein böhmisches und ein ungarisches Korps für alle Auch aus Lemberg und Krakau wird gemeldet, daß sofort nach repräsentatives Auftreten mit jener Geschmeidigkeit, die überall hin Fälle zurückhalten. Fünfzehn Divisionen im Verein mit dem Land- Bekanntwerden der Nachricht Kundgebungen für den Krieg und nachgibt und entgegenkommt. Ernst Bassermann ist ein Führer, weil er im Grunde so herzlich wenig führt; weil er es sturm und den Ersatztruppen könnten wohl genügen, um eine zeit- Demonstrationen gegen Rußland stattfanden. Sowohl in Lemberg aber versteht, die eigentlich führenden, treibenden Kräfte in seiner lang in dem wohlvorbereiteten Galizien eine erfolgreiche Verteidigung wie auch in Krakau durchziehen große Menschenmassen unter Rufen: Partei zu decken und damit zu verbergen, wie sehr sie auseinanderselbst gegen eine große russische Uebermacht durchzuführen, mindestens Nieder mit Rußland! Nieder mit Serbien! Hoch der Krieg! Hochstreben; zu verbergen auch zugleich, wie unter ihnen mehr und mehr aber die Festungen und den gewaltigen Wall der Karpathen, der sich Deutschland! die Straßen. Die Polizei läßt die Menge gewähren. Die Interessen der Großindustrie die Politik der Partei bestimmen. In seiner ganzen hinter ihnen erhebt, zu behaupten. Einst hat man in Begeisterung" Nieder mit Deutschland er Waffengang, den Desterreich sich anschidt zu unternehmen à Berlin!" gerufen. Aber der gleiche Staat wurde schließlich ge- den Nationalliberafiert repräsentiert Ernst Bassermann sehr gut demütigt. Die Schreier, die jest„ Nieder mit Rußland!" r fann das gleiche Schidfal treffen. OLS Rußland greift ein. rufen, ift unter allen Umständen ein großes Wagnis. Wenn es sich entfchließt, zunächst den Großteil seiner Sträfte an der Südgrenze zu verwenden, um dort in Serbien vorzugehen, dann würde man Das hier 11 Armeekorps mit 34 Divisionen einsetzen können. 16. Armeekorps( Ragusa) mit zwei Divisionen würde wohl dazu Petersburg, 25. Juli. Wie die Wetchernie bestimmt sein, Montenegro in Zaum zu halten, so daß noch 82 Divisionen, mehr als 600 000 Mann, den Angriff gegen Bremja" meldet, fand heute in Krasnojes Selo ein Mieine nisterrat unter dem Vorsitz des Kaisers statt, in dem die Serbien durchführen könnten. In zwei Massen, die an der Sawe und an der Drina, die andere an der Donau äußere Lage besprochen wurde. Im gestrigen Ministerrat versammelt, würden sie von Norden und Westen her bestrebt sein sprach nach Sjasenow der Kriegsminister energisch müssen, das serbische Heer zu umfassen und in gewaltigen Ent- über die volle Bereitschaft Rußlands. Das bedeutet eine deutliche Drohung gegen Desterreich. scheidungsschlägen zu vernichten, um dann die Besetzung des Landes den Formationen zweiter und dritter Linie zu überlassen. O Ausnahmezustand über Ungarn. Das serbische Heer wird an der, durch nennenswerte Festungsanlagen nicht, gesicherten Donau feinen sehr langen Widerstand leisten können, weil diese Linie durch die Versammlung starker österreichischer Kräfte in Kroatien und Bosnien von vornherein umgangen sein wird. Der serbische Hauptwiderstand wird wahrscheinlich erst im Innern des gebirgigen Landes einsetzen. Db er hier so rasch wird gebrochen werden, wie die Desterreicher wünschen müssen, das kann erst der Erfolg lehren. 9210 Richard Gädte. Keine vorherige Verständigung! Budapest, 25. Juli. Der Ministerrat, der seit heute nachmittag tagt, hat im Laufe des Abends die sofortige Berhängung des Ausnahmezustandes über Ungarn, laut dem Gefebartikel 66./1912, beschlossen. Die südlichen Teile Ungarns werden unter vollkommener militärischer Verwaltung gestellt. Als föniglicher Kommissar soll hierher der frühere Minister Baron Bela von Tallien ernannt werden. Belgrad nach der Ablehnung der Note. Semlin, 25. Juli. In den Abendstunden zeigt Belgrad Paris, 25. Juli. Die„ Agence Havas" veröffentlicht folgende Note: Aus Informationen aus autorisierter Quelle die Stadt mit seiner ganzen Familie, mit den Ministern furz folgende Note: Ans Informationen aus autorisierter Quelle noch immer das Bild einer ruhigen Stadt. König Peter hat geht hervor, daß vor der Absendung der Note an Serbien nach 3 Uhr verlassen, nachdem die Mobilisation der Armee keine Verständigung zwischen Deutschland verkündet wurde. Die Garnison verläßt die Hauptstadt noch und Oesterreich- Ungarn stattgefunden hat. Deutsch- in der Nacht. Die Befestigungen des Kalimegdan sind geland beschränkt(!) sich darauf, diese Note au billigen, räumt worden. die nicht den Charakter eines Ultimatums hat, sondern die Seine Haltung ist mit Unrecht so dargestellt worden, als ob fie eine Drohung bebente. Sie darf nur interpretiert werden als Kennzeichnung des Wunsch es, daß die Meinungsver. schiedenheit zwischen Desterreich- Ungarn und Serbien lokali. fiert bleiben möge. jene der liberaleir schönen Leute und der reaktionären häßlichen Taten, jene Politik der Unsicherheit und der Unentschlossenheit bis legten Endes doch das fapitalistische Interesse ausschlaggebend wird. Auch dann mag man Ernst Bassermann einen typischen Vertreter seiner Partei nennen, daß er seit Jahren, um sein Mandat zu retten, von einem Wahltreis in den anderen gewandert ist: wird doch niemand zweifelt, Rückhalt der einst so angesehenen, mächtigen Partei im Volfe daß auch der Stern des Nationalliberalismus im Sinfen ist, der ständig schwindet, wie gleicherweise fie auch innerlich zerfällt; ſelbſt aus den Glückwünschen, die dem Geburtstagskinde zuteil werden, lingt dem, der hören kann, dies deutlich genug heraus... IM Das aber ist gut so. Es wird feinen geben, der Ernst Bassermann, dem Menschen, nicht einen schönen Lebensabend, viel Gutes und Erfreuliches wünschte. Aber seiner Politik kann nur Rampf und Feindschaft gelten; je eher sie zusammenbricht, um so besser für des Volkes Wohlfahrt. UL. Angekündigte Denkschriften. " Wie die Hamb. Nachr." zu melden wissen, soll dem Reichstag in der nächsten Tagung eine Denkschrift über die Herabsetzung der Altersgrenze für den Bezug der Altersrente zugehen. Bekanntlich hat nach dem Einführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung der Bundesrat im Laufe des Jahres 1915 die gesetzlichen Vorschriften über die Altersgrenze dem Reichstag zur erneuten Beschlußfassung vorzulegen. Für die Beschlußfassung über diese Frage soll die Denkschrift als Unterlage dienen. Als Vorbereitung hierzu hat von den Landesversicherungsanstalten eine Auszählung der Altersklassen vom 65. bis zum 70. Lebensjahr stattgefunden. Internationales Statistisches Bureau. Mit Die Rhein.- Westf. 8tg." tündet eine Dentschrift über das Schaffung eines Staatsarbeiterrechts gefordert. Sie vertreten den Staatsarbeiterrecht an. Wiederholt haben die Staatsarbeiter die Standpunkt, daß die Reichsgesetzgebung hierzu verpflichtet wäre, da fie auch auf ähnlichen Gebieten durch die sozialpolitische Gesetzgebung eingegriffen habe. Vor allem legen die Staatsarbeiter Wert auf eine völlige Klarstellung ihres persönlichen Verhältnisses zu ihren vorgesetzten Behörden. Die Verbündeten Regierungen sind, wie die Rhein- Westf. 3tg." mitzuteilen weiß, nach langen ErForderung nach einer Antwort mit befristeter Zeit darstellt. Die militärischen Maßnahmen Oesterreichs. wägungen zu einem ablehnenben Bescheid gekommen. In der Bundesregierungen zur Darstellung gebracht werden. Wien, 25. Juli.( Spezialtelegramm des Telegraph".) der Denkschrift soll das gesamte Material und die Stellungnahme Das Manifest des Kaifers an das Bolt wird noch im dieser Dentschrift ist den Staatsarbeitern freilich wenig geholfen, Laufe der heutigen Nacht allen Zeitungen der Monarchie sie werden nach wie vor ihre Forderungen aufrechterhalten. bekanntgegeben und in allen Orten plakatierf werden. Die Redakteure der Wiener Zeitungen find in später Abendstunde Zwischen den Staaten, die im vorigen Herbst den Inter im Auswärtigen Amt versammelt worden. Sie werden auf Vereinbarung auf Errichtung eines Internationalen Statistischen die schwere Aufgabe aufmerksam gemacht, die in den friti- nationalen Statistischen Kongreß in Brüssel beschickt haben, ist eine fchen Tagen von der Presse verlangt wird, und wurden auf- Bureaus zustandegekommen, der auch Deutschland beigetreten ist. gefordert, dazu beizutragen, daß das Publikum die Ruhe be- Das Bureau foll durch Gruppierungen in den statistischen Waren wahrt. In Wien herrscht die größte Begeisterung. Es ber verzeichnissen der verschiedenen Länder eine vergleichbare inter lautet, daß in der Nacht bereits acht Armeekorps marschbereit nationale Handelsstatistik zu erzielen suchen. Belgrad, 25. Juli. Das Regierungsorgan gemacht werden. Morgen wird die allgemeine Mobilisation Samouprava" schreibt an leitender Stelle: Serbien angeordnet. Die Armeekorps der südlichen Grenze sind bewünscht aufrichtige und korrekte nachbarliche Beziehungen reits seit einiger Zeit auf erhöhten Friedenszustand respektive mit der Monarchie. Die serbische Regierung wird mit Be- Kriegszustand gesetzt worden, ebenso die beiden böhmireitwilligkeit allen jenen Forderungen der schen Armeekorps. Die Eisenbahnverwaltungen sind bereits österreichisch- ungarischen Regierung entgegenkommen, davon verständigt worden, daß die Bahnen in militärische durch welche verbrecherischen Taten und Erscheinungen der Verwaltung übergehen müssen. Unordnung in den Nachbarländern entgegengetreten werden Ist die deutsche Regierung tatsächlich nicht vorher verftändigt worden, dann liegt für sie auch kein Grund vor, Desterreichs Schritt nachträglich zu billigen. Vielmehr sprechen alle Intereffen Deutschlands gegen eine Rüdendedung Desterreichs. Serbiens Entgegenkommen. foll. Sie steht auch heute auf diesem Standpunkte und wird sprechen. Der Reichskanzler in Berlin. Die Frankfurter Polizeiaffäre. Das gegen den früheren Sittentommissar Starl Schmidt schwebende Strafverfahren nimmt sehr langsam seinen Fortgang. Die bürgerliche Bresse Frankfurts ist bereits ungehalten darüber, daß diese ehemalige Stüge des Staates nun bereits vier Monate in Untersuchungshaft fitt, ohne daß ein Ende der Untersuchung zu erwarten ist. Wenn Arbeiter wegen minder schwerer Fälle wochen- und monatelang in Untersuchungshaft gehalten werden, darüber regt fich die Presse nicht auf. Daß sich die Unterfuchung so in die Länge zieht, daran ist der Polizeikommissar Schmidt selbst schuld, der, wie man hört, alles leugnet, was ihm nicht direkt bewiesen werden kann. Wozu noch kommt, daß immer wieder neues Belastungsmaterial auftaucht. Wie bei dem Kölner Polizeiprozeß, so versagt auch hier teilweise das Zeugenmaterial, und das trägt auch zur Erschwerung der Tätigkeit des Untersuchungsrichters bei. Entweder machen die Zeugen von dem Paris, 25. Juli.( Privattelegramm des Bor- Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, oder sie können sich an die wärts".) Die gesamte Presse bezeichnet die Note als un- Borfälle nicht mehr genau erinnern, da sie angeblich zu weit zurückannehmbar. Jaurés schreibt in einem Artikel der liegen. in der gegebenen Richtung alles tun, was sie kann, und mit Berlin, 25. Juli. Die„ Norddeutsche Allgemeine Aufrichtigkeit, im Bestreben, gegenüber der Monarchie Beitung" meldet: Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg, allen Pflichten guter Nachbarschaft zu ent- der in letzter Zeit wöchentlich schon mehrmals in Berlin geTrotz dieses Entgegenkommens auf den brutalen Ton weilt hat, trifft heute wieder hier ein. der österreichischen Note hat Oesterreich auf die Erfüllung aller provokatorischen Forderungen bestanden. Desterreich wollte den Krieg! Rußlands Intervention abgelehnt! Französische Stimmen. Humanitè": Man muß fragen, ob Desterreich durch Immerhin steht soviel schon fest, daß Schmidt das Geschenk Wien, 25. Juli. Die Abendblätter melden: Die russische Sen jähen Angriff nicht eine vorbeugende Aftion Europas nehmen von Bordellbesigerinnen ganz inste Und zwar war er darin gar nicht Regierung hat dem österreichisch- ungarischen Botschafter in verhindern wollte. Die den Mächten mitgeteilte Note wäre matisch betrieben hat. Petersburg, Grafen Szapary, und durch ihren Vertreter in aber ein Sohn, wenn Desterreich in Serbien eindränge, ehe wählerisch; er nahm, was er belam: Geld, Pretiosen, Wien der österreichisch- ungarischen Regierung das Ersuchen die Mächte die Zirkularnote prüfen konnten. Wenn Dester- feine Kleider, waren( Frühstückskörbe nach unterbreitet, die in der Note an Serbien gestellte Frist reich den angekündigten Beweis erbringt und wir zweifeln se ölner Art) und Wein. Und zwar scheint er diese Empfäng um einige Tage zuberlängern. Die österreichisch- nicht an ernsthaften Klagegründen, so wird ganz Europa lichkeit nicht erst in Frankfurt a. M., sondern schon in Kassel, ungarische Regierung hat die Erfüllung dieses Ansuchens in von Serbien alle Bürgschaften verlangen, die aber mit der Düsseldorf und Kiel betrieben zu haben. Auch in diesen höflicher, aber bestimmter Form abgelehnt. Die österreichisch- nationalen Eristenz und Autonomie Serbiens vereinbar sind. Städten soll er sich schwere Verfehlungen haben zu schulden kommen ungarische Regierung steht auf dem Standpunkte, daß die Wenn Desterreich mehr fordert, wird es verantwortlich für lassen. Auseinandersetzung mit Serbien eine Angelegenheit sei, die die Krise, die ganz Europa in nur Desterreich- Ungarn und Serbien betreffe. Die Monarchie war von allem Anbeginn entschlossen, diesen Stand punkt unter allen Umständen aufrechtzuerhalten und jeden Versuch einer Intervention zurüdzuweisen. Der vereinigten Intervention der Mächte wird schließlich der geschwächte Staat Desterreich nicht widerstehen aat Defterreich fönnen. den furchtbarsten, aberwibigsten und verbrecherischsten Konflikt stürzt, den die Menschheit je sah. Debats" erklärt: Europa fönne nicht Leuten aufs Wort glauben, die die Friedjung- Papiere und die BrochaskaAffäre fabrizierten. Alles hängt davon ab, ob Desterreich einfach die diplomatischen Beziehungen abbricht oder GeDer Untersuchungsrichter hat denn auch die Untersuchung auf die Verfehlungen in diesen Städten ausgedehnt; er ist in Kassel, Düsseldorf und Kiel gewesen, hat auch dort Belastungsmaterial zusammengetragen. Wie es heißt, soll jetzt Schmidt auch noch auf seinen Geistes zustand untersucht werden. Natürlich, wenn es bei solchen Herren brenzlich wird, dann haben sie einen Maps. Friede in Mexiko. CarPuerto Megifo, 25. Juli. An Bord des Kreuzers ,, Bristol" Rumäniens Haltung. Keine Abhängigkeit at anvendet. Wenn es die Save oder Donau überschreitet, folgen unabsehbare Konsequenzen. Der ist eine Uebereinkunft erzielt worden, nach der in Saltillo von Rußland. Temp 3" meldet sichtlich offiziös, daß die französische eine Friedenskonferenz zusammentreten soll. Bukarest, 25. Juli. Dimineaza schreibt: Die einzige Politif, die Regierung mit der russischen in der Forderung verlängerter ranza hat die Garantie für die Sicherheit der Delegierten fich Rumänien aufbrängt, ist die Ablehnung ausschließlicher Frist für Serbien einverstanden ist. Die französische Regie Carbajals übernommen. Die Konferena wird etwa eine Verpflichtungen, die vollständige Aktionsfreiheit ohne Ab- rung bleibt in Kontakt mit Rußland und England. Die Woche dauern, hängigkeit von irgendeiner Großmacht. Eine Abhängigkeit von Ruß- französische Regierung hat die Gewißheit, daß Serbien zu land würde dem Verzicht auf die bisherigen Früchte der rumänischen jeder mit seiner Souveränität vereinbaren Untersuchung bePolitik und eine schwere Gefährdung der kommenden Generationen reit sei. Die Wiener Botschaft hatte die Versicherung erbedeuten. Das Ziel der großen Anstrengung während der vorjäh- halten, daß die Note sehr entgegenkommend sein würde. Darigen Krise war vor allem, sich von dieser Vormundschaft zu be- her mußte der Tert der Note und des Rundschreibens überfreien. Das Beispiel hierzu gab Rumänien. Griechenland und die raschen. Die autorisierte Quelle bestätigt, daß zwischen Türkei folgten dem rumänischen Beispiel. Nur Serbien bleibt auf Deutschland und Desterreich keine Vereinbarung über die dem alten Weg und hält die Abhängigkeit seiner auswärtigen Politik Note bestand. Letzte Nachrichten. Ein Fuhrwerk durch einen Eisenbahnzug überfahren. Schneidemühl, 25. Juli. Bei der Ueberfahrt einer Ueberführung in der Nähe der Station Kreuz wurde das Fuhrwerk des Besizers Höft aus Drawih- Mühle überfahren. Gin 2½jähriger Knabe wurde getötet, der Besizer und seine Frau schwer verlett. A.WERTHEIM G. M. B. H. Leipziger Straße Königstraße Montag und Mittwoch: Rosenthaler Straße Moritzplatz Großer Verkauf zu Extra- Preisen! Kleiderstoffe Baumwoll- Musselin bedruckt Meter Meter Helle Perkals bedruckt.......( 35 PL. Baumwoll- Krepon bedruckt.. Musselin bedruckt Zephirs gestreift 45 PL Meter Reinwoll. Musselin mod. Muster 65 P Schweizer Voile- Volants ca. 110 cm breit, reich bestickt, Meter Wolle u. Halbwolle, gross. Blusenstoffe Sortiment 1.95 Meter Woll- Batist einfarbig, doppeltbrett 1.10 Damenwäsche Stickerei- Garnituren Damenhenden m. Stickerei- Ein- u. Ansats 2.10 2.70 2.90 3.40 Beinkleider dazu passend 2.15 2.70 2.90 3.25 Nachthemden dazu passend 4.25 5.25 6 M. Stickerei- Garnituren m.StickereiAnsats. 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Dann heißt es weiter: Jedenfalls ist es Tatsache, daß man sich in den bürgerlichen Parteien bisher noch nicht mit demselben Eifer der Frauenkräfte bemächtigt hat wie auf sozialdemokratischer Seite, wo man jahraus, jahrein eine bewundernswerte, einheitliche, planmäßige politische Arbeit, vielfach Kleinarbeit treibt, bei der die Mit arbeit der Frau ganz unentbehrlich ist, eine Arbeit, die mir für die Zukunft gefahrbringender erscheint als große Umzüge und Veranstaltungen, die bei der Deffentlichkeit viel mehr Beachtung finden, und ich muß bisweilen im Hinblick auf gerade diese Ver hältnisse an die Meinungsäußerung eines Oberlehrers aus Finnland denken, die in meiner Beantwortung der Frage Wie sich das Frauenstimmrecht in Finnland bewährt hat?" enthalten ist. Da heißt es: Wenn ein Feldherr, der mit seinem Heer in den Kampf hinaus. zieht, die eine Hälfte der Armee zu Hause laffen wollte, um dort ruhig zu schlafen, so würde man sein Vorgehen mit Recht geradezu als ein Verbrechen bezeichnen. Aehnlich aber verhält es sich mit der Ansicht, daß die halbe Bevölkerung eines Landes beiseite geschoben werden müsse oder gar könne, wo es der Arbeit und dem Kampf für das Gedeihen der Nation gilt." In der gesamten deutschen Presse tann man gegenwärtig treffliche Anweisungen über die Verhütung der Sommersterblich feit der Säuglinge" lefen. Die Anweisungen haben nur den einen Fehler, daß sie in ihren wichtigsten Teilen von den Frauen Die dritte internationale sozialistische Frauenkonferenz, des arbeitenden Boltes nicht befolgt werden können. Wir möchten die am 21. und 22. August 1914 in Wien tagen wird, wird beileibe nicht, daß die proletarischen Mütter die Vorschriften etwa sich auch mit der Frage des gesetzlichen Arbeiterinnenschußes gering achteten oder sie etwa gar nicht lesen, sondern wir bezeichnen beschäftigen. Es ist für diese Verhandlungen von Interesse, es als die vornehmste Menschen und Elternpflicht, alles zu tun, daß Dr. Judith Grünfeld Coralnik in einem umfang. was in jedes einzelnen Straft liegt, um die Gefundheit der lieben reichen Aufsatz: Die internationalen Arbeiterinnenschutz- Sleinen zu schützen und ihr Gedeihen zu fördern. Aber-1 Auch von der bürgerlichen hygienischen Wissenschaft wird zubestimmungen im Archiv für Frauenarbeit" eine vollständige gestanden, daß das sommerliche Säuglingssterben vor allem eine Uebersicht der Arbeiterinnenschutzgeseke gibt, wie sie heute Frage der Wohnung ist. Darum lautet auch die Vorin den Industrieländern in Geltung sind. schrift": helle, luftige, trockene, fühle Räume; der fühlste Raum für Neben den Kindern und Jugendlichen ist zuerst für die den Säugling, der niemals in einem Zimmer untergebracht Diese Arbeiterinnen ein gesetzlicher Schutz errungen worden. Vor werden sollte, worin gekocht und gewaschen wird. Gebote Sezen mehrere Zimmer und eine gute Woh 72 Jahren wurde in Großbritannien das erste Gesetz zu ihrem nung boraus. Die erdrüdende Mehrheit der Proletarier Schube erlassen, aber nur langsam und unzulänglich ist dieser familien entbehrt aber beides. Das wird auch durch die Anfang in Großbritannien und in den übrigen Ländern aus- von bürgerlichen Stellen veranstalteten Wohnungserhebungen Frl. Hielscher scheint demnach der Ansicht zu sein, daß der Kampf gebaut worden. Obwohl die Zahl der Arbeiterinnen in dem bewiesen. Je mehr Kinder, um so fleiner verhältnismäßig die gegen die Sozialdemokratie im Interesse des Gedeihens der Nation letzten dreiviertel Jahrhundert in allen Ländern eine riesige Wohnung! So will es die gegenwärtige, angeblich von Gott ge notwendig sei und daß man zu diesem Kampf die Frauen heranziehen Dann könnte man allerdings ein allgemeines, gleiches Bunahme aufweist und die Frauen heute in vielen Berufen wollte Staatss, Gesellschafts- und Eigentumsordnung. In einem müsse. zu Zehntausenden anzutreffen sind, in denen früher nur bürgerlichen Blatte Süddeutschlands hat fürzlich ein Familienvater Wahlrecht für die Frauen nicht brauchen, denn das würde der Männer beschäftigt wurden, ist die Gesetzgebung nur langsam geschrieben: Wenn der Bauer mehr Vieh bekommt, so sorgt er vor Arbeiterschaft einen zu starken Einfluß geben. Aber wenn das allen Dingen für mehr Raum und mehr Nahrung; wenn aber der Ar- Dreiklassenwahlrecht oder irgendein anderes beschränktes Wahlrecht und nur durch die wachsende Macht der Arbeiterklasse gezwun- beiter mehr Kinder bekommt, so muß er den Naum und die Nahrung, auf die Frauen ausgedehnt würde, dann mag die Sozialdemokratie gen worden, die erhöhte Schußbedürftigkeit der Frau durch die auf den einzelnen entfallen, verringern; denn sein Einkommen nur Sturm laufen, dann werden die wahlberechtigten Frauen der entsprechende gefeßliche Maßnahmen anzuerkennen. erhöht sich ja nicht mit dem Wachstum der Familie. Ja, noch mehr: oberen Schichten dank ihrer Vorrechte in der Lage sein, die Anbei vergrößerter Familie muß der Ernährer den Befizern der Woh drängenden zurückzuschlagen. So falfuliert man wohl, und nungen für die gleichen Ränme und für eine schlechtere Wohnung man, die bisher noch widerstrebenden konservativen Parteien für das noch mehr bezahlen als bei geringerer Kopfzahl. Für ihn besteht Frauenstimmrecht zu gewinnen. dann nicht mehr die Konkurrenz der Hausbesitzer untereinander, Der Deutschen Veremigung mag es etwas peinlich sein, daß fondern er muß in die ungesundesten Viertel und in die miserabelſten hier eine ihrer Führerinnen ein wenig aus der Schule plaudert, wir Wohnungen, wenn er überhaupt eine Unterkunft für sein mühsam aber freuen uns über diese Bekenntnisse einer schönen Seele, denn verdientes Geld haben will. sie bestätigen uns, was wir immer wußten, nämlich, daß die Kämpferinnen für die Uebertragung des bestehenden Wahlrechts auf das weibliche Geschlecht in Staaten, wo ein demokratisches Wahl recht nicht besteht, bewußt oder unbewußt die reaktionären Parteien unterſtügen. Wie sehr aber gerade ein Schutz dieser Arbeiterinnen not täte, leuchtet einem jeden ein, der Gelegenheit hatte, bei Diese Gesellschaftsordnung ist nicht das Produkt eines göttlichen nächtlicher Wanderung durch eine Großstadt die gebüdt ar- Willens; wenn sie schon jemand erfunden haben würde, dann wäre beitende Gestalt der Plätterin zu beobachten. Und wenn fie von dem bösartigsten der Teufel ausgedacht. Sie ist elendes man ferner bedenkt, daß in den meisten Heil- und Ent- Menschenwerk, und darum, ihr Proletarierfrauen, helft sie be bindungsanstalten Deutschlands die Pflegefchwestern bei der feitigen und das herrliche Gebäude des Sozialismus an ihre Stelle sonst schon so verantwortungsvollen und aufreibenden Arbeit einen ganzen Monat hindurch ununterbrochen Nachtwache halten müssen, so kommt die ganze Tragweite der Tatsache, daß die Krankenschwestern ungeschützt sind, setzen! Erziehung zur Gemeinschaft. Wie Dr. Grünfeld- Coralnik feststellt, ist Europa heute auf dem Gebiete des Arbeiterinnenschutes erheblich hinter Nordamerika und Australien zurückgeblieben. Und in Europa ist England, das in der Frage des Arbeiterschutzes den Reigen eröffnet hatte, noch immer nicht über die ersten Ansätze des Arbeiterinnenschutzes in der Mitte des vorigen Jahrhunderts hinausgekommen. Die englische Gesetzgebung ist, wie Im gepriesenen Gegenwartsstaate ist alles und jedes zum auch die Deutschlands und der meisten europäischen Gegenstande des Handels und des Buchers gemacht, und je unStaaten, auf den Schutz der Fabritarbeiterin be- entbehrlicher ein Gebrauchs- und Lebensmittel ist, um so mehr wird schränkt geblieben. Denn während in den meisten Staaten bamit Wucher getrieben. Es ist schon so, daß es in der gegen Nordamerikas außer den Fabriken auch die kaufmännischen Hunden besser haben als die Menschen, die besiglos sind. Es ist wärtigen Gesellschafts, ordnung" das Vieh bis hinunter zu den Betriebe, die Wäschereien, Hotels, Restaurants, die Tele- ja überhaupt ein Wahnsinn, daß ein anderer der BeDoch was der Mensch auch ergreife und handhabe, der einzelne graphen- und Telephonanstalten in den Bereich des Arbeite- figer des Fleckchens Erde ist, deſſen der einzelne zum ist sich nicht hinreichend, Gesellschaft bleibt eines waderen Mannes rinnenschutes einbezogen sind, nimmt die deutsche Gewerbe- Leben nicht entbehren fann. Dieser Wahnsinn ist aber höchstes Bedürfnis. Alle brauchbaren Menschen sollen in bezug ordnung diese Kategorien samt dem Verkehrsgewerbe, den derartig ins Groteske gesteigert, daß eine fleine Minderzahl untereinander stehen, wie sich der Bauherr nach dem Architekten Heilanstalten und Genesungsheimen ausdrücklich von dem Wohnungen besigen darf, die für Tausende Licht, Luft und Be- untereinander stehen, wie sich der Bauherr nach dem Architekten Geltungsbereich des Arbeiterinnenschutzes aus. baglichkeit zu bieten vermögen, während auf der anderen Seite diese und dieser nach Maurer und Zimmermann umsieht"( Goethe, Wanderjahre). Tausende selbst für teures Geld keine menschenwürdige Unterkunft Unser Leben isi undenkbar geworden ohne die Gemeinschaft. erlangen tönnen. Die Gemeinschaft verdrängt die Bedeutung und Herrschaft des eineinen und sie foll es in Sufnnft noch mehr als jegt. Von der Er aiebung aur Gemeinschaft sind erst Anfänge bemerkbar, denn die Schule ist heute keine Anstalt des gemeinsamen Zusammenwirkens und darauf kommt es au.„ Nichts ist nötiger, als daß man lerne, eigenes Tun und Vollbringen an das anzuschließen, was andere getan und vollbracht haben."( Wanderjahre.) Das einzelne Kind, das Ein Nachmittag frei für die Hausangestellten! fich in der Schule einen bestimmten Wissensstoff aneignen soll, ist bedeutungslos, es ist sogar überflüssig. Seine Abwesenheit erVon der Hausangestelltenorganisation von Wiborg( Finnland) leichtert den anderen den Kontakt mit dem Lehrer. Erst im gewurde fürzlich eine gemeinsame Versammlung der Haus angestellten meinsamen Spiel und in der gemeinsamen Arbeit wird der und der Hausfrauen einberufen. Es sollte dort eine gemeinsame einzelne zu einem notwendigen Glied des ganzen. Die Gemein Ueberhaupt gilt der deutsche Arbeiterinnenschuß nur für Beratung über einige Angelegenheiten der Beteiligten beraten werden. schaft gibt dem einzelnen erst die Bedeutung, auf der fich Selbsteinen geringen Teil der erwerbstätigen Frauen und Mädchen. Von den Hausfrauen waren nur einige wenige erschienen, und zwar gefühl aufbauen tann. Sie erdrückt nicht die Persönlichkeit, sondern Nach der Berufszählung von 1907 gab es im Deutschen Reiche vorwiegend solche, die als Ledige felbst das Los der Hausangestellten fie erivedt fie. Das einzige Kind, das nur wenig mit anderen in Berührung 1 145 535 Fabritarbeiterinnen über 16 Jahre. Demgegenüber durchkostet hatten. Von weiblichen Hausangestellten waren 50 zur Stelle. tommt, ist gewöhnlich schüchtern, eigensinnig, verschlossen, melancholisch. finden wir im Bekleidungsgewerbe( das doch meistens aus Genoffin 9. Haapio, Agitatorin der Gewerkschaftszentrale, hielt In der gegenseitigen Einwirkung der Kinder auf einander schleifen Betrieben besteht, die weniger als 10 Arbeiter beschäftigen ein Einführungsreferat über die Freigebung des Donnerstagnach- fich solche Eigenschaften ab. Das Kind ist der beste Erzieher des und somit aus dem Geltungsbereich des Arbeiterinnenschutzes mittags für die Ausangestellte. In der Diskussion wurden ganz un- Kindes. Der Mensch wirkt alles, was er vermag, durch seine Per herausfallen) 721 445 Frauen, im im Reinigungsgewerbe glaubliche Tatsachen ans Tageslicht gebracht. Es gehört zu fönlichkeit, die Jugend am stärksten guf die Jugend, hier entspringen 161 739, im Handelsgewerbe 545 177 und in den Gast- und den größten Seltenheiten, daß ein Dienstbote in der auch die reinsten Wirkungen."( Dichtung und Wahrheit.) auch nur für eine Schantwirtschaften 339 555 Frauen. Dr. Grünfeld stellt also Woche beturze Zeit frei Die Kinder außerhalb der Schule zu tätigem Spiel, zu spielender fest, daß 1 145 535 geschütten Fabritarbeiterinnen allein im tommt, allenfalls noch an einigen Sonntagen im Jahre, aber Arbeit zusammenzuführen, fie anzuleiten, die eigenen Angelegenheiten Handels, Gastwirtschafts-, Bekleidungs- und Reinigungs- auch dann nicht etwa für den ganzen Tag. Es gibt keine geregelte gemeinschaftlich selbst zu ordnen, wie wir Erwachsene es in ver gewerbe 1767916 ungeschütte Arbeiterinnen Freizeit, sondern die Angestellte ist ganz und gar von der Familie fchiedenen Gemeinschaften tun: das ist die Erziehungsform, die abhängig. Die Angestellte hat nichts zu bestimmen, sondern muß unsere Zeit braucht, die jetzt notwendig wird durch die wirtschaftliche gegenüberstehen. sich den Launen und den Wünschen der Hausfrau fügen. Eine Dis- Entwicklung. Nicht der Sozialismus, der Kapitalismus hat die tuffionsrednerin führte an, daß fie innerhalb 15 Wochen follettivistische Erziehung notwendig gemacht. Er hat die Eltern teine Stunde freigekommen sei. Ein sechzehnjähriges Mädchen von den Kindern geriffen, er macht es ihnen unmöglich, fie zu erziehen. war infolge der schweren und lang andauernden Arbeit ohne Er verlangt vom einzelnen Eigenschaften und Fähigkeiten, die nur geiftestrant geworden usw. Die Versammlung einigte die gemeinsame Erziehung anerzieht. Er verlangt Menschen, denen Freizeit die Tugenden der Gemeinschaft Solidarität, Disziplin, Aufopferungs sich auf folgende Forderungen: fähigkeit zugleich mit der Eignung, sich selbst in der Gemeinschaft zur Geltung zu bringen, zum festen Bestand ihrer Persönlichkeit geworden sind. Diese Entwicklungsrichtung fällt zusammen mit dem Streben der Arbeiterschaft, Menschen zu bilden, die als einzelne, als eine Belle mit der Gesamtheit eng verbunden sind. Nicht durch Belehrung, sondern durch die viel zuverlässiger wirkende eigene Lebensführung der Kinder wird dieses Ziel erreicht. erst recht zur Geltung. ganz Auch in der Regelung der Arbeitszeit sind die europäischen Staaten hinter denen der Neuen Welt zurückgeblieben. In feinem der europäischen Staaten finden wir einen neunstündigen, geschweige denn achtstündigen Maximalarbeitstag für Frauen, in einer Reihe von Staaten dagegen noch den 1. Die tägliche Arbeitszeit ist auf höchstens 10 Stunden zu elf- und zwölfstündigen Maximalarbeitstag. In der über beschränken. Je nach den Gewohnheiten der Familie sind geeignete wiegenden Mehrzahl der europäischen Staaten ist jedoch der Bausen einzuschalten. Die Arbeit soll nicht vor 6 1hr morgens zehn stündige Normalarbeitstag für Frauen beginnen und nicht über 9 Uhr abends hinausgehen, falls Gründe gefeglich festgelegt. Dagegen überwiegt in den nordamerika- wirtschaftlicher Natur nicht eine Abweichung bedingen. nischen und australischen Staaten der neunstündige, teilweise 2. Falls die Angestellte aus irgendwelchen Gründen in der der achtstündige Arbeitstag für Arbeiterinnen. Neu- See- Nacht wachen muß, ist ihr die Nuhezeit am Tage zu ersetzen. land marschiert an der Spike der internationalen Ar- ab für den ganzen Abend frei bekommen. Dienen jedoch zwei oder 3. Jede Angestellte soll den Donnerstagnachmittag von 4 Uhr beiterschutzgesetzgebung mit seiner 45 stündigen Marimehr Angestellte in einem Hauswesen, müssen den übrigen Anmalarbeitswoche für Frauen. Auch die Ueberzeit gestellten andere Nachmittage an je einem Wochentage freigegeben arbeit der Frauen, dieses besonders wichtige Kapitel in der werden. Arbeiterinnenschutzgesetzgebung, da der verheirateten Frau bei Ueberzeitarbeit jede Möglichkeit genommen wird, ihr Hauswesen zu besorgen, ist ebenfalls in Australien viel wirksamer geregelt als in den europäischen Staaten. 4. In Anbetracht dessen, daß die Hausangestellten meist auch Sonntags Dienst tun müssen, ist die Arbeit so einzuteilen, daß der Abend von 4 Uhr ab für die Angestellten frei wird, und in Familien mit mehreren Angestellten so zu regeln, daß jede Angestellte abwechselnd Sonntag einen Vor- und Nachmittag frei bekommt. Auf dem Gebiete des Wöchnerinnenschutzes ist 5. Den 1. Mai sollen die Angestellten einen halben Tag frei jedoch die außereuropäische Arbeiterinnenschutzgesetzgebung erhalten, und zwar auf Wunsch den Vormittag. Ebenso sollen die hinter der europäischen zurückgeblieben. In Nordamerika Angestellten den halben Wahltag frei erhalten. 6. Hat eine Angestellte in einer Familie 6 Monate gedient, hat und Australien finden wir kaum Anfäße zu einem wirksamen Schutz für Wöchnerinnen. Aber auch in den europäischen sie Anspruch auf 2 Wochen Ferien im Sommer bei Fortbezug des Staaten mangelt es vielfach an einem genügenden Schutz. bollen Sohnes für diese Zeit und für je einen Tag 1 m. Softgeld, falls sie sonst in der Stellung freie Verföstigung genießt. Abgesehen von Rußland, das überhaupt keinen Wöchnerinnen- 7. Für Jugendliche gleichen Schutz mit den jugendlichen Industries eines schutz fennt, ist England mit seinem nur vierwöchigen arbeitern. Wöchnerinnenschutz und dem völligen Mangel Die gleichen Forderungen hat bereits der Delegiertentag der HausEs wird von angestellten im Jahre 1911 angenommen. Schwangerenschutzes besonders rückständig. Bei uns in Deutschland Deutschland, der Schweiz und Griechenland, die wenigstens liegen die gleichen Verhältnisse vor und sind die gleichen Forderungen einen achtwöchigen Schutz der Wöchnerinnen vorgesehen berechtigt. haben, übertroffen. Eine Ausnahmestellung nimmt merkwürdigerweise Serbien ein, denn es hat nicht nur einen sechswöchigen Schutz für Wöchnerinnen, sondern auch einen fechswöchigen Schutz für Schwangere eingeführt. Ein Geständnis. Arbeit und Erziehung. ,, Lebenstätigkeit und Tüchtigkeit ist mit auslangendem Unterricht weit verträglicher als man denkt."( Wanderjahre.) Ein Erziehungsmittel, das unter gesunden Umständen eine Quelle reicher Freuden und reicher Entfaltung ist, hat der Kapitalismus in einen Fluch gewandelt, der vielen Tausenden alle Die Arbeit von Freude, alle Entwickelungsmöglichkeiten nimmt. diesem Fluch zu befreien, ihr die würdige Form zu geben, die ihrer Bedeutung für die menschliche Gesellschaft entspricht, ist die Aufgabe aller Bestrebungen der Arbeiterschaft, also auch der sozialen Erziehung. Wir sind Gegner der Kinderarbeit, weil sie in der heutigen Form Ausbeutung ist. Aber wir wissen schon von Karl Marg, daß fie eine wichtige Grundlage der Erziehung sein kann und sein wird. Aus dem Fabriksystem entsproß der Keim der Erziehung der Zukunft, welche für alle Kinder über einem gewissen Alter produftive Arbeit mit Unterricht und Gymnastik verbinden wird, nicht nur als Methode zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktion, sondern als die einzige Methode zur Produktion vollseitig ent widelter Menschen."( Stapital I.) Unser Körper ist immer tätig. Dine Tätigkeit teine EntwideTung. Die Lebhaftigkeit der Kinder, das ruhelofe Umhertollen ist Tätigkeitsdrang, der durch ihren starten Entwickelungstrieb hervor gerufen ist. Das wichtigste ist also, diesen Trieb nicht zu hindern. Die Deutsche Vereinigung für Frauenstimmrecht" ist politisch Dann aber ihn so zu leiten, daß die Entwickelung möglichst geabsolut neutral, und nur aus diesem Grunde fagt fie fordert fördert wird. Die nötige Abwechselung zu geben. Den Organen, Eine andere wichtige Schutzbestimmung, den Schutz der ihr Programm nicht das allgemeine gleiche Wahlrecht, also die die eine besondere Entwickelung brauchen, besondere Anregung „ Unsere Gleichberechtigung aller Frauen und Männer, sondern es verlangt ermöglichen. Stärken bilden fich gewissermaßen stillenden Arbeiterin haben die großen Industrie- das Wahlrecht, wie es die Männer haben oder haben werden", von selber, aber diejenigen Keime und Anlagen, die nicht staaten überhaupt vernachlässigt. Italien, Rumänien, alio zunächst in Preußen das Dreitlassenwahlrecht für Staat und unsere tägliche Richtung und nicht so mächtig sind, wollen eine be Spanien, Portugal und auch die Stadt Buenos- Aires in Kommune. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß die sondere Pflege, damit sie gleichfalls au Stärken werden." Argentinien haben obligatorische Stillpausen und Stillräume Deutsche Vereinigung sich in erster Linie aus rechtsliberalen und Unsere große Bewegung braucht auf allen Gebieten Menschen, freifonservativen Frauen refrutiert, die natürlich für eine die Tüchtiges zu leisten fähig sind. Der größte und vielseitigste gesetzlich vorgesehen. eine tatsächlich politische Gleichberechtigung Kampf, der je geführt, braucht Kämpfer, die bedeutende Kräfte und Nur geringe Ansätze sind also auf dem Gebiet des Ar- Agitation für aller Frauen nicht zu haben sein werden. Nun aber macht die Fähigkeiten auf allen Gebieten einzufezen imstande sind. Diese zu beiterinnenschutes geschaffen worden. Die große Aufgabe der Führerin des ostdeutschen Verbandes der Organisation, das sich erwecken und zu fördern, ihnen Entwicklungsmöglichkeit und Nichtung Arbeiterbewegung besteht darin, den herrschenden Klassen ehemals recht liberal gebärdende Fräulein Elsa Hielscher in Banten zu zeigen, ist nicht nur ein Dienst an den einzelnen, dem wir uns wirksame Schutzgesetze abzuringen, damit die grenzenlose Aus- in der„ Schlesischen Freilonservativen Bartei- torrefpondenz" bazu verpflichtet, da wir ihn in die Welt gelegt haben, es ist auch beutung der Arbeitskraft und der Gesundheit der Frau ver- recht interessante Mitteilungen über die Grünbe, aus denen heraus ein Dienst für unsere große Sache und damit für die Gesamtheit, hindert wird. man das Frauenwahlrecht fordern müsse. Sie beklagt die mangel- der wir zu dienen bestrebt sind. . Möbel- ingras Lager Berliner Tischler Wir liefern direkt an Private als Spezialität: Bürgerliche Wohnungs- Einrichtungen in jeder Holz- u. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Arbeiten und nicht verzweifeln? Ein Mitglied des Bundes der technisch- industriellen Beamten war von der Maschinenfabrik Fries Sohn in Frankfurt a. M. gemaßregelt worden, was eine Protestversammlung der Angestelltenverbände zur Folge hatte, bei der auch zwei fortschrittliche Stadtverordnete das Wort ergriffen und das Verhalten der Firma mit großem Pathos verurteilten. Schöne Worte kosten ja nichts und hinterlassen einen guten Eindruck bei den Angestellten. Als es aber ans Handeln ging, als in der Stadtverordnetenversammlung ein Beschluß durchgesetzt werden sollte, daß der Firma Fries so die lange städtische Lieferungen entzogen werden, bis sie das Koalitionsrecht ihrer Angestellten achtet, da erhob sich nur ein einziger Fortschrittler, der einem entsprechenden Antrag unserer sozialdemokratischen Fraktion auf Prüfung der AnAber gelegenheit im sozialpolitischen Ausschuß zustimmte. nicht allein das, einer der Hauptführer der Fortschrittler, Herr Dr. Herk, machte die Ausführungen des Oberbürgermeisters zu den seinigen, der sich schützend vor die toalitionsfeindliche Firma ſtellte. So fiel denn der sozialdemokratische Antrag unter den Tisch und die Firma konnte sich seitdem wieder größerer städtischer Bestellungen erfreuen, obwohl seinerzeit von der Stadtverordnetenversammlung ein Beschluß gefaßt wurde, koalitionsfeindlichen Firmen keine Aufträge zu geben. Sonntag, 26. Juli 1914. sollten froh sein, daß der Magistrat uns die Verantwortung ziehen. Diese Anweisung war indes wirkungslos. Keiner der Bildnimmt." Muß man da nicht einer Erklärung des Bundes in hauerprinzipale zog die Bewilligung zurück." Gs meldeten sich sogar der Frankfurter Presse beipflichten, daß das eine glatte ständig Betriebe, die zur Anerkennung der Forderungen bereit waren. Bankrotterklärung ist? Gewiß. Was nützen da alle Koalitions- In der letzten Woche waren dies allein 12 Bildhauereien mit 30 Ge rechtsklauseln, wenn sie in so hanebüchener und frivoler Art illu- Hilfen. Die Wiederaufnahme konnte ihnen jedoch nicht zugestanden forisch gemacht werden?! Was nutzen da alle noch so bestimmten werden. Die Auftraggeber dieser kleinen Handwerkeregistenzen Erklärungen der Fortschrittlichen Volkspartei, daß sie das Koalitions- sind die Holzindustriellen, die nach dem Kommando einiger recht als das wichtigste Recht der Arbeitnehmer gegen jeden Ueber- Scharfmacher einer Verständigung durch die beiderseitigen Organi griff verteidigen werde, wenn in solch unerhörter Art der Wurstig- sationen nach wie vor schroff ablehnend gegenüber stehen, und eine keitsstandpunkt bei Beratungen über Angriffe auf dieses Recht zum genügende Verkürzung der Arbeitszeit grundsäglich verweigern. Sie Ausdruck gebracht wird? Weil es letzten Endes doch noch Mit- stellen die unsinnige Behauptung auf, die Bildhauer seien vom Holz. glieder der Fortschrittlichen Volkspartei sind, soll ihr Verhalten nicht arbeiterverbande vorgeschoben und fürchten, daß dieser sich bei so gebrandmarkt werden, wie es sich eigentlich gehörte, nämlich durch späteren Neuregelungen der Tarifverträge auf das etwaige Bugeständnis ein startes Pfui!" einer fürzeren Arbeitszeit für die Bildhauer stüßen könnte. Wenn Aber merkwürdig Herr Mederle gibt doch noch nicht es nach dem Willen der Scharfmacher unter den Holzindustriellen geht, so müßte die 25 jährige Ruhepause, in denen die Bildhauer Hoffnung auf und meint weiter: Wir Arbeiter und Angestellte im Reichsverein, die wir unsere feine Arbeitszeitverkürzung gefordert haben, bis in alle Ewigkeit freien Stunden dem Wohle des liberalen Gedankens widmen, ausgedehnt werden. Die Streifenden wissen, daß sie dem grundhaben viel, gar viel zu leiden unter den leider immer wieder fäßlichen Standpunkt der Unternehmer gegenüber einen sehr hartborkommenden unglücklichen Mißgriffen des Kommunalfreisinns. nädigen Kampf zu führen haben und zeigen eine musterhafte Wir tragen die Schmähungen von seiten unserer roten Freunde" Haltung. Durch Abreise und Arbeit bei Firmen, die bewilligt der Sache zu lieb. Aber dabei wollen wir doch nicht nur die haben berringerte namentlich Tischlereien und Möbelfabriken Sündenböcke für die Sünden anderer sein. Wir werden dafür sich ihre Zahl auf 507. Die Liste der Betriebe aus den Reihen der sorgen müssen, daß die Partei bei der Auswahl ihrer Ver- Holzindustriellen, welche die Forderungen bewilligten, stieg auch in treter vorsichtiger zu Werke geht. Mitglieder der Partei, die in letzter Woche wieder um einige Firmen. eklatanter Weise ihre soziale Gewissenlosigkeit bewiesen haben, müssen der Vertretung der Partei unwürdig erklärt werden. Nur Der Angestelltenkonflikt bei der Brauerei Engelhardt bauert Zentralverband der Handlungsgehilfen, Münzftr. 20. Lohnbewegung der Kraftdroschkenführer. so tann erreicht werden, daß die Partei verschont bleibt vor Miß- fort. Der Betrieb ist nach wie vor für organisierte Handlungs. griffen ähnlicher Art. Das durchzusetzen mag harte Arbeit fosten. gehilfen gesperrt. Das wird nicht von heute auf morgen gelingen. Aber steter Tropfen höhlt den Stein! Hier muß durch immerwährende Arbeit Abhilfe geschaffen werden. Das liebe Freunde, lasset uns im Zeichen dieser dem liberalen Gedanken angetanen Schmach geloben! Lasset uns über das Wie an anderer, geeigneterer Stelle beraten. Für heute gelte das eine: Wir wollen selbst ob solcher Jammertaten nicht verzweifeln, sondern mehr denn je die Worte beherzigen: Arbeiten und nicht verzweifeln!" Die Zahl der im Ausstand befindlichen Kraftdroschtenführer ist in der letzten Woche geringer geworden, da wiederum eine Anzahl Unternehmer bewilligt haben. In einer Versammlung am Mitt woch zeigten die Streifenden einen ungeschwächten Kampfesmut und beschlossen einstimmig, den Kampf solange zu führen, bis ihnen ihr Recht gewährt ist. Diese offensichtliche Verhöhnung der Angestellten rief natürlich große Erbitterung bei den Mitgliedern des Bundes der technisch- industriellen Beamten hervor, die man regelrecht an der Nase herumgeführt hatte. Es fehlte denn auch nicht an Zuschriften an die Zeitungen, in denen diesem Unmut deutlich Ausdruck gegeben wurde. Unter anderem wurde Die Unternehmer gehen jest dazu über, Lehrlinge aus den Also verraten und verkauft, soziale Gewiffenlosigkeit" und Fahrschulen zu beschäftigen, da sie aus den Reihen der Streikenden auch die Frage aufgeworfen, was denn die innerhalb des Reichsvereins liberaler Arbeiter und Angestellten organisierten" Jammertaten" und doch noch die Hoffnung:„ Steter Tropfen feine Arbeitswillige bekommen. Reichsvereins liberaler Arbeiter und Angestellten organisierten Höhlt den Stein". Ja, steter Tropfen höhlt den Stein in find auf Konto dieser ungeübten Führer zu schreiben. Da aber Eine ganze Reihe von Unfällen Bundesmitglieder zu dem Verrat sagen. Die Antwort gibt nun Herr Dipl.- Ing. M ederle- Frant- dem Sinne nämlich, daß die denkenden Angestellten schon längst diese Hilfskräfte auch keinen Ausschlag geben, find die Unternehmer furt a. M. in Nr. 29 der„ Wacht", Drgan des Reichsvereins liberaler eingesehen haben, daß die gleißenden Worte des Reichsvereins auf eine ganz sonderbare Idee gekommen. Es wurde nämlich in ihrer Arbeiter und Angestellter. Es sind alles andere als Liebens- liberaler Arbeiter und Angestellten eitel Blendwert sind. Versammlung beschlossen, daß die Einspänner bei den mittleren und würdigkeiten, die da Herr Mederle seinen politischen Freunden Denn es ist doch nicht so, daß hier nur von einem größeren Unternehmern in Dienste treten sollen, damit auch dieſe Unternehmer wieder einmal wissen wie Einnahmen aussehen. Es öffentlich ins Gesicht sagt. Er stellt zuerst fest, daß ein fort- unglücklichen Mizgriff des Kommunalfreisinns" gesprochen wurde extra betont, daß man diese Unternehmer nun auch auf irgend schrittlicher Redner durch Krankheit an der Teilnahme an der werden könnte. Gewiß ist der Kommunalfreisinn eine be- eine Weise unterstügen müßte! „ Und die anderen? Ja, zum Verzweifeln wäre es, wenn wir " für die Strei Am Freitag fraglichen Stadtverordnetensitung verhindert war und gibt der sonders üble Abart des Freisinns überhaupt, aber ein unIm allgemeinen hat sich der Kampf für die Ueberzeugung Ausdruck, daß er bestimmt mit dem einzigen glücklicher Mißgriff ist seine Haltung keineswegs, fie ist viel- lenden insofern erschwert, als die Polizeibehörde in jeder weißen Raben" in der Fortschrittlichen Volkspartei, der auch mehr nur ein weiteres Glied des systematischen Verrates der Weise zu Gunsten der Unternehmer eintritt. tatsächlich für die Angestellten eintrat, gestimmt hätte, wenn Angestellteninteressen der Fortschrittlichen Volkspartei über- flug ein vollständig betrunkener Arbeitswilliger in der Akazien er anwesend gewesen wäre. Das ist der einzige Lichtblick, haupt. Daß hierin kein Unterschied gemacht zu werden braucht straße mit einer Brennerzange auf einen fahrenden Chauffeur ein. dann aber fährt Herr Mederle fort: zwischen Kommunalfreisinn und politischem Freisinn das zeigt In einem anderen Fall fuhr ein Arbeitswilliger direkt auf einen Streifenden zu, der nur durch schnelles Beiseitespringen dem Ueber doch die Haltung in der Konkurrenzklauselfrage zur Evidenz. fahren auswich. Die Streifenden erfreuen sich nicht derselben Bewegungsfreiheit wie die Arbeitswilligen. Wenn ein Unternehmer eine Andeutung macht, einen Streifenden zu verhaften, ist die Polizei zur Stelle. So wurde ohne erkennbare Veranlassung einer der Streifenden gefesselt und per Auto zur Wache gefahren. Man muß die Disziplin der Chauffeure bewundern, die sich trop aller Machinationen und Provokationen nicht beirren lassen und die Ruhe bewahren. Berlin und Umgegend. Zum Streik der Holzbildhauer. den Glauben für die gute Sache der Fortschrittlichen Volkspartei nicht so felfenfest in uns aufgenommen hätten.( Woher Herr Mederle nur diesen felsenfesten Glauben geschöpft haben mag? D. Red.). Was sagt da zu den Ausführungen des Herrn Oberbürgermeisters der Fortschrittsman" Dr. Herz? Staum glaublich, aber wahr: Ms vor eingen Wochen bekannt wurde, daß eine größere AnEs genügt uns die Versicherung des Stadtmagistrats" und" Wir zahl Bildhauereien die Forderungen bewilligt habe, gaben die Holz sollten uns hier nicht unnüz eine Verantwortung aufladen. Wir industriellen die Parole aus, diesen Betrieben die Aufträge zu entKleines Feuilleton. Die Schwestern." Die Kanone fprach zur Glocke: " Immer locke, immer locke! Balt dein Reich, wo ich es habe, bart am Leben, bart am Grabe. Strebft umfonft, mein Reich zu schmälern, bist du ehern, bin ich ſtählern. Heute find fie dein und beten, morgen find fie mein und töten. Klingt mein Ruf auch unwillkommen, keiner fehlt von deinen frommen. Befte, Itatt uns zu verläftern, laß uns einig fein wie Schweftern!" Drauf der Glocke dumpfe Keble: ,, Husgeburt der Teufelsfeele, wird mich erft der Rechte läuten, wird es deinen Tod bedeuten." Christian Morgenstern. nur sie sich doch mit leidlichem Erfolge eine wenn auch nicht allzu lange als das kleinere Uebel ansieht. Das sind sie nun aber keines Frist gegen einen Feind verteidigen können. Man hat zu unter- falls. Da bei uns die Mücken mit ihrem Stachel nach unseren scheiden zwischen einer oberen und unteren Festung. Die Stadt selbst bisherigen Kenntnissen dem Menschen keine Krankheit einimpfen, schließt sich nicht unmittelbar an die Festung an, sondern dazwischen so ist ihr Stich, von Ausnahmen abgesehen, zwar unangenehm, aber liegt der ungefähr 200 Meter breite Kalimejdan. Das ist ein früher ungefährlich. Die Fliegen, die mit ihrer unsäglichen Neugier alles wüster Landstrich, der jetzt in einen schönen Park umgewandelt ist. befriechen und betasten und auch schon ihrer Geburt nach aus noch Das äußere Bild Belgrads weist trop der verblüffend schnellen efelhafterem Stoff berstammen als aus einer Wasserpfüße, verdienen Modernisierung, die sich mit der Stadt vollzogen hat, noch mancherlei weit mehr Verfolgung. Bei den Choleraepidemien während der Anklänge an seine Vergangenheit unter dem Zeichen des Halbmondes letzten Kriege, voni Spanisch- amerikanischen Kriege an gerechnet, ist auf. Auch hier gibt sich noch auf den Straßen all das Völkergemisch das Anschwellen und Abnehmen der Krankheit immer mit dem Er des orientalischen Balkans ein Stelldichein. Aber dies farbenschillernde scheinen und Verschwinden der Fliegen verknüpft gewesen, und wahr Bild schwindet doch mehr und mehr mit dem Eindringen abendländischer Sitten und Gebräuche, und auch die kleinen, unscheinbaren Häuser, die so recht nach dem Orient ausschauen, haben zum größten Teile schon stattlichen Bauten Plak gemacht. scheinlich sind sie ebenso für viele Typhusansteckungen verantwortlich. Ihre Ausrottung ist freilich eine Aufgabe, die über Menschenkraft geht, und wenn sie unter die sieben Arbeiten des Herkules aufgenommen worden wären, hätte sicher auch dieser Halbgott Fiasko gemacht. Man bedenke nur, daß eine Fliege, die etwa am Das Institut zur Erforschung der Kohle. In diesen Tagen wird. 15. April mit Eierlegen anfängt, bis Ende September über die Kaiser- Wilhelm- Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in 512 Billionen Nachkommen gezeugt haben kann. Das flingt Berlin um ein neues wissenschaftliches Institut bereichert, das einmal freilich entmutigend, aber glücklicherweise hat der Mensch der Wissenschaft, dann aber auch einem wichtigen Gliede unseres ja auch viele Bundesgenossen unter den Tieren im Kampf Wirtschaftslebens großen Nußen bringen dürfte: das Institut zur gegen das Geschmeiß, die er entsprechend schonen und Erforschung der Kohle und ihrer Derivate( chemischen Verbindungen) unterstützen sollte. So fann jemand einen Frosch oder eine Fleder in Mülheim an der Ruhr. Im Süden dieser Stadt, wo freundliche maus nur umbringen, wenn er außer Roheit einen völligen Wälder die Industriewüste abgrenzen, steht in friedlicher Beschaulich- Mangel an Vernunft besitzt. Ist doch das Sündenregister der teit das neue Heim der Wissenschaft, aber vom Norden herüber Fliegen so groß, daß vielleicht feine ansteckende Krankheit genannt schauen die mächtigen Hochöfen und Förderschächte der Thyssenschen werden kann, an deren Verbreitung sie nicht mitwirkten. Ganz bes Werke, der Hibernia, der Guten Hoffnungshütte, der Schlotwald von sonders ist unter ihnen noch der sommerliche Durchfall der Kinder Hamborn. Errichtet wurde das Institut aus den Mitteln der hierfür zu nennen, der so viele junge Menschenleben dahinrafft. Also bestimmten Stiftung der Eheleute Dr. Leonhard in Mülheim; Werke, heraus mit allen Fliegenfallen, Flaschen und Stöcken, vergiftetem Vereine und Private haben als jährlichen Beitrag 165 000. ge- Papier, Räucherwerk usw. zeichnet. So ist der Leiter der Anstalt, Prof. Dr. Franz Fischer, bisher an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, in die Lage versetzt, reiche Mittel der freien wissenschaftlichen Forschung zu widmen. Mufik. Sachse Oper( im Schillertheater O): ohengrin. Selbst spottschlechte Aufführungen Wagnerscher Musikdramen wären Der Bergbau wird wohl an erster Stelle hoffen, daß in dem noch reichlich dazu angetan, den ganzen älteren" Opernfram ver Institut das Wesen der schlagenden Wetter klar gedeutet wird, und missen zu lassen. Völlig verkehrt wäre es jedoch, die" Freiwerdung" daß es dann auf Grund der Untersuchungen gelingt, den Berginann irgendeines Kunstwerkes als Freibrief für eine unzureichende, wo und die großen Betriebe vor Katastrophen zu schüßen. Vor allem will nicht gar hundsmiserable Wiedergabe zu mißbrauchen. Es hieße ge man aber auch eine bessere Ausnutzung der Kohle und einen wirt- radeswegs, um niemand im Geschäft zu stören, jedwede Stilverlottefchaftlicheren Abbau lernen. rung dulden, wollte die Kritik aufhören, Kritik zu sein. Ihre AufSemlin- Belgrad. Dort wo im Jahre 1717 Prinz Eugen, der edle Ritter, mit seinen vierzigtausend Mann lagerte, um die von einer dreifachen türkischen Uebermacht besetzte Trußburg Belgrad im Sturme zu nehmen, dort, in Semlin, steht heute die Heeresmacht der Donaumonarchie fampfbereit auf Posten. Gerade im Angesicht der serbischen Hauptstadt, auf der Landzunge zwischen Donau und Save, liegt die Grenzstadt, die zwar auf eine lange Vergangenheit zurückschauen kann, aber doch erst in neuester Zeit infolge seiner strategischen Das Muster eines Prügelmeisters. Moderne Bestrebungen, die gabe bleibt es, angesichts einer nunmehr bis in die kulturentlegensten Lage und den damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteilen zu einem Grziehung auf eine psychologische Grundlage zu stellen, haben vor Erdenwinkel vordringenden Wagneritis" das künstlerische PflichtOrte von Bedeutung emporgestiegen ist. Heute präsentiert sich Semlin allem eine Revision des Begriffes der Strafe" in der Erziehung zur gefühl wachzurütteln. Die Sachsesche Sommeroper" ist glücklicherals eine freundliche Stadt von fast 20 000 Einwohnern mit lebhafter Folge gehabt. Dabei wurde das Für und Wider der Prügelstrafe mit weise ein von wirklichem Ernst getragenes Unternehmen. Hiervon Industrie, regem Handel und einer stattlichen Besabung, die jetzt zu besonderer Lebhaftigkeit erörtert, und unsere besten Pädagogen traten zeugt wieder die Aufführung des Lohengrin. Nicht als ob das teileiner fleinen Heermacht angeschwollen ist. Hier liegen auch die für ihre Abschaffung ein. Es liegt darin eine Reaktion gegen frühere weise veraltete dekorative Element übersehen oder die gesangliche Unflinken Donaumonitore, Oesterreichs„ Binnenkriegsschiffe". Ueber die Beiten, in denen Strafe und törperliche Büchtigung fast identische zulänglichkeit der Chöre überhört werden könnte. Für diese Mängel wie ein Dreieck in den Gewässern der Donau und Save liegenden Begriffe waren. In welch ausgiebiger Weise man noch im 18. Jahr entschädigten die Gesamtleistungen, sowohl der Solisten als des " Großen Kriegsinsel" hinweg schweift der Blick in diesen schicksals- hundert von den Schlägen als wichtigstem Erziehungsmittel Gebrauch Orchesters, das Kapellmeister Schint fraftvoll- geschlossen leitete. schwangeren Tagen wohl, noch mehr als sonst auf das gegenüber machte, das zeigt uns z. B. ein von dem Schulmeister Häuberle auf- Daß Otto Fanger, sei es stimmlich, sei es darstellerisch der Idealliegende, prächtig an und auf sanften Höhenzügen sich erhebende gestelltes Verzeichnis der Strafen, die er während seiner 52jährigen gestalt des Gralsritters immer und überall gerecht wurde, läßt sich Belgrad. Gerade da, wo sich Save und Donau vereinigen, ragen grau Behrtätigkeit in einem kleinen schwäbischen Städtchen verhängte. Er gerade nicht behaupten. Manchmal aber hat sein Organ berückend und massig die Festungswerke auf, die oft genug der Tummelplab teilte aus: 911 527 Stodichläge, 124 010 Rutenhiebe, 20 989 Pfötchen schönen Glanz. Adolf Permanns Graf Telramund offenbarte stellengrimmigsten Streitens gewesen und um deren Bejiz Ströme von und Klapse, mit dem Lineal, 136 715 Handschmisse, 10 235 Maul- weise einen echt wagnerischen Deklamationsstil; das Uebergewicht Blut geflossen sind. In furchtbar blutigen Kämpfen haben hier schellen, 7905 Ohrfeigen, 1-115 800 Kopfnüffe und 22 763 Notabenes eines mehr lyrisch als dramatisch gearteten Baritons war unverkenn Türken und Christen miteinander gerungen unter wechselndem mit Bibel, Katechismus, Gesangbush, Grammatik, Dentzettel, die sich bar. Sehr gut sang Martin Abendroth den König Heinrich. Kriegsglück. Bald ward das Kreuz errichtet in der heißumstrittenen die Schüler ganz, gewiß gemerkt, haben werden. Außerdem ließ er Werner Kius( Heerrufer) ist ein stimmbegabter, nur noch etwas Stadt, bald wehte fiegreich der Halbmond von den Wällen. Jahr- Knaben 777mal auf Erbsen knien und 617mal auf einem dreiedigen unfreier Kunstnovize. Angenehme Ueberraschung bot Margarete Elb hunderte hindurch ist der Name Belgrad in der Christenheit so immer Holz; 5001 mußten Gjel tragen und 1707 die Rute hoch halten. Unter als Elsa. Die Szene im Brautgemach( Schlußakt) wußte sie gesangwieder und wieder erflungen, bald ein freudenreiches, bald ein den Stockschlägen waren ungefähr 800 000 für lateinische Vokabeln lich und darstellerisch innig bewegt zu gestalten. Der Moment jedoch, schreckenvolles Echo erweckend. und unter den Rutenhieben 70 000 für biblische Sprüche und Verse jwenn Elsa dem Rufer das Schwert zur Verteidigung in die Hand Sonderbar will es uns heute anmuten, daß erst im Frühling aus dem Gesangbuch. Man kann dazu nur sagen: Arme Kinder! gibt, war verpaßt, weil Telramund erst nachher eintrat. Frieda 1869 die letzte türkische Besabung aus der alten Truzburg vertrieben Langendorff dürfte gegenwärtig wohl als eine der hervorund damit Belgrad wieder eine serbische Stadt wurde. Damals war Der Fliegenfrieg. Bei der Mischung aus Hige und Gewitter- ragendsten Vertreterinnen der Ortrud zu bezeichnen sein. Ihr pla Serbien allerdings schon seit fünfzig Jahren ein Fürstentum, aber regen haben diesen Sommer die Mücken eine ungewöhnliche Be- stisches stummes Spiel während des ersten Attes, ihr machtvolles, nur doch nur ein türkischer Vasallenstaat. Erst 1878 erlangte es die An- günstigung erfahren. Ihre Brut fand reichliche Pfützen, und die zuweilen bei hohen Tönen forciert flingendes Organ, ihr haßdurcherkennung seiner Unabhängigkeit. Sonne förderte ihre Entwickelung. Dadurch ist die Mückenplage flammtes Spiel sichern ihrer echt dramatischen Leiſtung von Anfang Wenn auch die Festungswerte Belgrads veraltet sind, so dürften in vielen Gegenden so gestiegen, daß man die Fliegen daneben bis Ende ein gespanntes Interesse. ek. westers Die Fahrer, die in nichtkestreikten Betrieben fahren, sind mit braunen Berechtigungskarten versehen und bittet die Slreikkeitung des Transportarbeiterverbandes, bei Benutzung einer Kraftdroschke nach der Berechtigungskarte zu fragen. Achtung, Töpfer? Wegen Tarisbruch sperren wir hiermit das Ofenbaugeschäft A. Berndt, Tegel. Zurzeit kommen die Bauten Friesicke- und Langhansstraße, Weißensee in Betracht. Bei den erwähnten Bauten ist die Gemeinde Weißensee interessiert. Der Gemeinde Weißensee dürfte es wohl nicht egal sein, daß diese Bauten zu nichttarifinäßigen Löhnen fertiggestellt werden. Es wäre daher ihre Pflicht, dafür zu sorgen, daß Berndt den zwischen Meister und Gesellen abgeschlossenen Lohntarifvertrag einhält. Ferner sperren wir wegen derselben Ursache den Bau des Töpfermeisters Bernhard H o f f m a n n in Weißensee. Park« Ecke Charlottenstraße. Die gemeinsame Lohnkommission. veutfches Neick. Die Koalitionsfreiheit in den Brennabor-Werken. Die Firma Gebr. R e i ch st e i n hat in letzter Zeit wiederholt die Oeffentlichkeit beschäftigt. Bei den geringsten Differenzen mit den Arbeitern sperrte sie wiederholt die Gesamtbelegschaft aus. Als nach der letzten Aussperrung im Jahre 1913 der Friede geschlossen wurde, legte die Firma großen Wert darauf, daß die Vertreter der beteiligten Gewerkschaften den neuen Bertrag, der für drei Jahre galt, mitunterzeichneten. Der Zweck dieses Verlangens konnte nur der sein, daß die Firma die Garantie haben wollte, die Arbeiter und deren Organisation zur strikten Jnnehaltung des abgeschlossenen Vertrages zu verpflichten. Soweit die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen in Frage kommen, ist diese Verpflichtung erfüllt worden. Anders die Firma. Sie versucht« schon im Jahre 1912, durch die„Gelben", genannt Werkverein„Brennabor", die da- mals abgeschlossenen Bedingungen zu hintertreiben. Die Firma hat gleich nach dem Friedensschluß von neuem Unruhe und Erbitterung in die Reihen der Arbeiter getragen. Die Gelben werden offensicht- lich bevorzugt, und die Mitglieder der mit der Firma im Vertrags- Verhältnis stehenden Organisationen schikaniert und geschädigt. Von den Entlassungen in der flauen Geschäftszeit wurden ausnahmslos die freiorgamsierten Arbeiter betroffen; darunter waren Arbeiter, die 25 Jahre und länger bei der Firma beschäftigt wäre», ferner auch die Kommissionsmitglieder, die während der letzten Aussper- rung mit der Firma verhandelt haben. Auf Borstelligwerden gab die Firma dann das Versprechen, weiter« Entlassungen möglichst zu vermeiden, dafür die Arbeitszeit zu verkürzen. Wenige Wochen nach diesem Versprechen wurden in der Automobilabteilung wiederum sechs der ältesten Leute entlassen, ausnahmslos Mitglieder der Ge- werkschaften und deren Plätze mit„Gelben" besetzt. Damit ist der Beweis erbracht, auf was es der Firma ankommt. Die Firma hat zwar mit den Gewerkschaften einen Vertrag auf drei Jahre abge- schlössen.� Sie will sich aber um diesen Vertrag herumdrücken und sucht dieses damit zu erreichen, daß sie die gewerkschaftlich organi- sierte Arbeiterschaft aus dem Betrieb verdrängt oder einflußlos macht. Es darf wohl mit Recht verlangt werden, daß die Firma die Mitglieder der vertragschließenden Parteien genau so achtet und behandelt, wie die Mitglieder ihres Werkoereins. Wenn die Firma das nicht tut, kann ihr zu gegebener Zeit mit gleicher Münze heim- gezahlt werden. Der Streik in der Gothacr Stcckpianofabrik hat in den letzten Tagen eine überaus scharfe Wendung erhalten. Das bisherige halbe „Entgegenkommen" der Firma hatte nur den Zweck, eine größere Anzahl in Arbeit befindlicher Instrumente fertigzustellen, um dann den Arbeitern um so sicherer den Stuhl vor die Fuße setzen zu können. Die Firma wollte sich deshalb auch nur unter der Bedingung auf Verhandlungen einlassen, wenn vorher die Polierer die Arbeit auf- genommen hätten. Als die Arbeiter darauf eingingen, sucht« die Direktion die Verhandlungen solange zu verschleppen, bis ihre Ab- Humor mtd Satire, Des Bürgers Klage. Nee, wir wollen doch Ferien habeut Sommerrummel und Musik? Mit der janzen Politik Laßt jefälligsi euch bejrabenl Ja. wenn ich zu Hause bin, Hab' ich riesig dafür Sinn. Aber steift der Thermometer, Und ich steij« auf den Berj, Frag' ich: Hat denn dieses Zwerch, Daß sie schreien Mord und Zeter? Winters feste, immerzu? Sommers laßt mir meine Ruh l Was sie da in Rußland machen: Streik und Revolution, Paßt doch nicht in die Saison. Jetzo will ich was zum Lachen! Meine Zeitung ärgert mich; Herrschaft, daS bekömmt mir nichl In Durazzo steht es triste. Willem, jehe baden jleich. Na, und die in Oesterreich Zimmern erst'ne scharfe Kiste! Sagt mal, Kinder, hat das Sinn, Wenn ich nich am Stammtisch bin?! Lea. Notizen, — Die Zensur der Lesebühne. Die �Hoffnung des »Bundes der Mündigen", durch die Veranstaltung von Vorlesungen der Zensur zu entrinnen, dürften stark optimistisch sein. Denn es gibt Beispiele, daß auch die Vorlesung sspeziell von Dramen) zwar nicht zensuriert, aber radikal verboten wurde. So wurde z. B. die Vorlesung von Leopold Kampfs Revolutionsdrama„Vorabend" in verschiedenen deutschen Städten(darunter in Hamburg und Essen) einfach untersagt.„Begründungen" gibts natürlich immer. Freilich bei erotischen Problemen dürfte die Polizei gnädiger verfahren, zu- mal wenn sich der Zuhörerkreis auf die gute Gesellschaft beschränkt. — Die F e st, p U I s u ch t. die seit einigen Jahren Deutsch- land heimsucht, hat sich jetzt auch den K y f f h ä u s e r als An- ziehungspunlt und dekorativen Schauplatz ausgesucht. Auf der Terrasse deS Kyffhäuserdenkmals soll Kleists blutige„Hermann- schlacht" aufgeführt werden— und zwar gratis, wenn die um- liegenden Bierdörfer dem findigen Unternehmer die Kosten zahlen. — Eine Station für drahtlose Telegraphie wird in Jena vom technisch-physikalischen Institut der Universität errichtet. Man hofft mit den beiden 35 Meter hohen Türmen alle europäischen Stationen erreichen zu können. — Don-Ouixote-Briefmarken. In Spanien rüstet man sich bereits zu den großen Feiern, mit denen im Jabre 1916 der 300. Todestag des Cervantes, des Schöpfers des Don Ouixote, begangen werden soll. Bereits im kommenden Jahre wird Spanien zu diesem Zwecke CervanteS-Briefmarken ausgeben. Es wird übri- gen« nicht das erste Mal sein, daß dem Andenken an den unsterb- lichen Satiriker auf Briefmarken amtlich eine Ehrung dargebracht wird. Bor neun Jahren gab die Postverwaltung eine Sonderserie von Don-Ouixote-Marken heraus, — Die Analphabeten in Italien. Die Ergebnisse der italienischen Volkszählung vom 10. Juni 1911, die soeben ver- öffentlicht werden, weisen bei einer Gesamtzahl von 29 459 268 Ein« wohnern im Alter von über 6 Jahren 37,6 Proz. deS Lesens und Schreibens Unkundige nach. In Kalabrien sind die Analphabeten am zahlreichsten, sie machen dort 70 Proz. der Bevölkerung aus. an Piemont dagegen ist ihre Anzahl am geringsten, nämlich . Proz. ficht erreicht sei. Durch diesen feinen Plan machten jedoch die Ar- beiter einen dicken Strich. Als sie sahen, daß bxt Verhandlungen verschleppt werden sollten, zogen sie dre Kollegen zurück und der Be- trieb stand wie?>er still. Darauf zeigte die Direktion erst ihr wahres Gesicht. Sie erklärte, keine Zeit zu Verhandlungen zu haben, konfe- rierte mit dem Sekretär der Gelben, um Streikbrecher zu erhalten und schickte Werksührer und Arbeitswillige hinaus in alle Welt, um Streikbrecher anzuwerben. Die Klavierarbeiter aller Branchen seien hierdurch dringend gewarnt, Arbeit nach Gotha anzunehmen.— In einer Anzahl größerer Städte Mittel- und Westdeutschlairds sind schon jetzt Werksührer der bestreikten Firma auf den Streikbrecher- saug. Auch nach Schlesien soll einer der Werbeagenten gereist sein. Streikbrecher- und Gewerkschaftsorgan. Beide" zugleich ist der„Kölner Lokal- Anzeiger", das Organ der Christlichen Geiverkschaften, in dessen Redaktion ein christ- licher Gewerkschaftssekretär sitzt. Zurzeit streiken in Köln die Droschkenchauffeure, auch die Christen stnd an dem Streik beteiligt. Trotzdem bringt das Blatt täglich in großem Druck folgende Annoncen: Ca. 150 Chauffeure per sofort gesucht. CAD, Christophstraße 2. Chauffeurlehrlinge I! Ausbildung bis auf weiteres gratis! Kad, Christophstraße 2. Der christliche Gewerkschaftssekretär in der Redaktion konnte die Entfernung der Streikbruchannoncen nicht durchdrücken. Schlitzlich sahen sich die christlichen Gewerkschaften gezwungen, folgendes be- zahlte Inserat einzurücken, das aber nur an versteckter Stelle auf« genommen wurde: Achtung! Die Chauffeure der„Kad" stehen im Streik. Wir ersuchen, als Droschken- Chauffeur in Köln keine Stellung anzunehmen. gentralverband Christl. Fabrik-, Verkehrs« und Hilfsarbeiter, Ortsverwaltung Köln. Nach wie vor aber werden die christlichen Geiverkschaften zur Agitation für dieses famose Zentrumsblatt,„ihr" Organ angehalten werden._ Zur Streikbewegung in Petersburg. Da fast sämtliche Petersburger und Moskauer Zeitungen infolge des Druckerstreiks nicht erschienen und die Arbeiter- zeitungen seit Beginn der Streikbewegung schon in der Druckerei'konfisziert werden, kann man zurzeit nur schwer ein richtiges Bild von der Lage in Petersburg ge- Winnen. Die Drahtmeldungen der„großen" bürgerlichen Presse— von den amtlichen Telegraphenbureaus schon ganz abgesehen— sind namentlich in den letzten Tagen durchweg tendenziös gefärbt. Namentlich das Mosssseblatt tut sich da- durch hervor, daß es ohne Worte des Vorbehaltes die e l e n d e- sten Verleumdungen gegen die streikenden Arbeiter verbreitet. Nicht genug, daß es ohne einen Schimmer von Berechtigung denunziert,„das gesamte verhaftete Streik- komitee bestand aus Mitarbeitern der Arbeiterzeitungen", er- niedrigt es sich zu der Rolle des schäbigsten Verleumder- blattes, indem es die„Behauptung" weitergibt,„das Streik» komitee habe anderthalb Millionen Rubel zur Organisierung des Streiks von auslän- dischen Sozialdemokraten erhalten, diese Summe aber nicht zu dem vorgeschriebenen Zweck verwendet, sondern unter sich geteilt". Schon diese Stichproben zeigen die„Zuverlässigkeit" der Information des„B. T.", dessen moralisches Niveau es jedem anständigen Blatte zur Pflicht machen sollten, die„authentischen" Nachrichten des Moste» blattes in den Papierkorb zu werfen. Ueber den Charakter der Streikbewegung in Petersburg, die in den letzten Tagen mit Maschinengewehren und gewaltigen Truppe»mengen unterdrückt wird, entnehmen wir dem liberalen Moskauer Blatte„Ruß- kija Wedomosti"(vom 22. d. M.) folgende bemerkenswerte Ausführungen: � „Der jetzige Streik, der ist einem ganz ungewöhnlichen Milieu sich abspielt, hat jene schablonenmäßtgen Erklärungen der Ausbrüche der Arbeiterbewegung in Petersburg zerstört, die in gewissen Kreisen als unfehlbar galten. Vor allem ist die Theorie der Unternehmer zusammengebrochen, die die eintägigen Streiks durch die besonders günstige Lage der Arbeiter der Metallindustrie erklärte, die angeblich bei den Streiks keine Berluste davontrugen, da die mit Bestellungen überhäuften Fabrikanten nach den Streiks gezwungen waren, Ueberstunden machen zu lasten. Jetzt, wo der Streik nüt derselben Energie in der Textil- und Lederindustrie wie in an- deren Industriezweigen durchgeführt wird, muß dieser Stand- Punkt preisgegeben werden. Die auf dieser Theorie auf- gebaute neue Praxis des A u s s p e r r u n g s k a m p f e s erwies sich gleichfalls als unhaltbar. Allerdings tauchte unter den Unternehmern der Plan einer Aussperrung auf, aber dann kamen die Arbeitgeber zu dem Ergebnis, daß eine Aus- sperrung bei der heutigen Stimmung der Arbeiter zu den unerwartetsten und unangenehmsten Resul- taten führen könne. Zweitens hat der Streik gezeigt, daß die in solchen Fällen der Arbeiterpresse zugeschriebene Rolle außerordentlich übertrieben wird. Der jetzige Streik verlief bei völligem, wenn auch erzwungenem Stillschweigen der gesamten Arbeiter- presse. Gegenüber den Blättern„Nascha Rabat schaja G a s e t a"(Unsere Arbeiterzeitung) und„ T r u d o w a j a P r a w d a"(Arbeiterwahrheit) wurden die raffiniertesten Konfiskationsmethodcn angewendet. Die Zeitungen wurden nicht nur vor ihrem Erscheinen, fondern schon vor dem Entstehen der„verbrecherischen" Nummern kon- fisziert... Während aller dieser Tage kam kein Exemplar der Arbeiterzeitungen auf die Straße, und doch wurde der Streik mit einer Energie durchgeführt, wie dies schon lange in Petersburg nicht gesehen wurde. Wenn die Konfiskationen der Arbeiterblätter einen Er- folg hatten, so nur de», daß es der Ar- beiterpresse nicht gelang, vereinzelten Exzessen der Menge vorzubeugen, und di? Beschlüsse(der leitenden P a r te i i n stan z en). den Streik nach Ablauf von drei Tagen einzustellen, in die Arbertermassen zu trage n." » Orel. 25. Juli. In den Brjansk-Werken sind 7000 Ar- beiter in den Ausstand getreten. Die Ruhe ist nicht gestört. Angebliche Einstellung des Streiks. Petersburg, 25. Juli. In mehreren Fabriken wurde die Nrbett Äteder aUfgeoatyms». Auch in der Mehr- zai,. w vtxmrrcrrrt irnri) gearbeitet. In den Arbeitervierteln ist Beruhigung eingetreten.'Man nimmt an, daß am Montag in allen Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen wird. Odessa, 25. Juli.(Amtliche Meldung.) Der Streik ist fast völlig beendet. Nur Arbeiter einer Fabrik streiken noch. Nikolajctv, 25. Juli. Ein Drittel der seit dem 23. Juli streikenden Arbeiter der Schiffswerst der Nikolajewer Aktiengesellschaft hat die Arbeit wieder aufgenommen, Keir haröie unö Sie Einmischung Ses Königs. London, 24. Juli 1914.(Eig. Ber.) In einem„Anmaßung: ein Wort an den König" über» schriebenen Artikel in der laufenden Nummer des, Labour Leader" kritisiert Genosse Keir Hardie in scharfen Worten die Schwächlichkeit der liberalen Regierung und die Anmaßung Georgs V., der jetzt die irische Frage über den Kopf deS Parlaments hinweg zu lösen ver« sucht. Entweder habe sich der König selbst eingeladen, zu inter« venieren, so schreibt er, oder sei eingeladen worden. Die ernst- hafleste konstitutionelle Krise seit den Tagen der Stuarts sei dadurch entstanden. Der König habe sich mit den Elementen vereinigt, die die Volksvertretung und die konstitutionelle Form der parlamentari« scheu Regierung zerstören wollten. Die Einmischung de» Kö- nigs habe keinen anderen Zweck, als seinen Freunden, den Tones zu helfen. Die heuchlerische Versicherung, daß daS Unterhaus schließlich dennoch da-Z letzte Wort zu sprechen habe, sei nichts als Trug. Komme eine Einigung auf der Konferenz zustande, dann würde diese gestützt durch die Autorität de? Königs, der Torypartei, der Lords und deS liberalen Kabinetts, und das Unterhaus sei gelähmt. Er fährt daim fort:„Ich habe nie einen Augenblick daran gezweifelt, daß die unmittelbare Parlamentsauflösung Teil irgend« einer Abmachung sein wird, und wir fangen jetzt an zu begreifen, weshalb die königliche Gesellschaft in den letzten zwei oder drei Jahren Merthyr und viele andere Industriezentren besucht hat. Sie wollte sich bei der Menge beliebt machen, um dieser ihr eisernes Joch fester anzuheften. Der König Georg ist kein Staats- mann. Er ist nicht der vergnügungssüchtige Bruder Lieder- lich, wie sein Vater vor ihm war, aber ungleich seinem Vater besitzt er nicht einmal selbst gewöhnliche Fähigkeilen. In den Reihen der Arbeiterklasse geboren, würde er wahrscheinlich ein Eckensteher geworden sein. Und dies ist der Mann, der von den reaktionären Klassen zum Werkzeug gemacht worden ist, die Macht der Demokratie zu brechen und die des Parlaments zu schwächen, um sie schließlich zu zerstören. Aber die Demolrati« nimmt die Herausforderung an. Die durch die Opfer unserer Väter erworbenen Rechte werden aufrechterhalten werden. Wiederum wird das republikanische Feldgeschrei im Lande gehört werden und ein waschlappiger Liberalismus und ein reaktionärer TorySmu» werden von dem Entrüstungssturm eineS erzürnten und aufgeklärten Volkes hinweggefegt werden." Keir Hardie fordert dann alle Sektionen der Arbeiterbewegung auf, ihre Stimmen in unverkennbarer Weise vernehmen zu lassen. Die Reaktion lasse sich in ihren Anfängen am leichtesten bekämpfen. Er prophezeit, daß die nächsten zehn Tage zeigen werden, ob in.diesem Jahre die Neuwahlen stattstnden. Eine Folge der Einmischrmg deu Königs wird«s sein, daß daS englische Volk einen Teil seiner Kräfte einer republikanischen Be- wegung zuwendet. Es ist unverkennbar, daß die Entwicklung dazu treibt. Nach, den: Berschlvinden des Vetorechts der Lords in seiner alten, fast unumschränkten Form wenden die Konservativen sich immer mehr der Monarchie zu und suchen diese für sich auSzu« beuten. Dabei kommt ihnen nicht nur die Person des Monarchen zustatten, sondern auch der Ilmstand, daß die leitenden liberalen Familien, mit denen sie so eng verschwägert, in dem höfischen Treiben ihre Rolle spielen wollen und gar nicht daran denken, auf die Angehörigkeit der Gesellschaft, von der die königliche Familie der Mittelpunkt ist, zu verzichten. /lus See Partei. polizeiliches, Gerichtliches uf«. Der beleidigte Polizeipräsident. In Braunschweig waren bei der diesjährigen Maifeier wie üblich sämtliche Polizisten und Nachtwächter init umgeschnalltem Revolver aufgeboten worden, um den OrdnüngSstaat zu schützen. Der„Volks- fteund" kennzeichnete das in einem Bericht als„lächerliche Maß- nahmen kleiner Polizisten". Polizeipräsident von dem Busch stellie Sttafanttag wegen Beleidigung und da» Gericht verurteilte darauf den Genossen Brenner zu 200 M. Geldstrafe. Dem Gericht war es nach der Urteilsbegründung nicht zweifelhaft, daß der„Volks- fteund" mit den: fraglichen Satze beabsichtigt habe, die Polizeidireltiock verächtlich zu machen, herabzuwürdigen und zu verhöhnen. Lensing gegen die Dortmunder„Arbeiterzeitung". Am Donnerstag wurde vor dem Schöffengericht in Dortmund verhandelt in der Beleidigungsklage des Zentrumsführers L. L e n- fing gcgen unseren Genossen M e h l i ch von der Dortmunder „Arbeiterzeitung". Lensing, der Vorsitzende des Augustinusvereins, ist Verleger und Besitzer der„Tremonia", des allergewöhnlichsten Zen- trumsblatteS in ganz Deutschland, das Berliner Blätter schon die „Dortmunder Dreckspritze" ngnnten, während es vom Organ deS Pfarrers NieborowSki den Ehrentitel„G i f t m i s ch e r b l a t t" er« hielt. Das Blatt Lensing» ist bekannt dafür, daß es die gemeinsten Verleumdungen gegen uns in die Welt schleudert, sich aber von der Verantwortung drückt; im Falle der Strafverfolgung ist der Redakteur in der Regel verreist gewesen. Gegen die gemeine Kampfesweise deZ Blattes ist also gerichttich nicht anzukommen. Die„Arbeiterzeitung" ührt den Abwehrkampf in aller Scl)ärfe, dabei bekommt L. Lensing, >er Mann im Hinterhalt, natürlich auch seine Siebe ohne Schonung, Lensing hat sich auf sein Geschäft verstanden,„Gottes Segen" ist nick ihm; er, der ehemals in sehr bescheidenen Verhältnissen lebende Zen- trumskämpe, hat es inzwischen zum Millionär gebraclü. Dafür ist der ehemalige zentrümliche Volksttibun von 1389 auch zum besten Freund der altnationafliberalen Scharfmacher geworden. Die „Arbeiterzeitung" hat schon oft seine Geschäftsgepflogenheiten und eine Kampfmethoden an den Pranger gestellt. Eine Flut von Bc- richtigungen unter gröblichstem Mißbrauch des Preßgesetzes ist dann die Antwort gewesen. Dann hat endlich die„Arbeiterzeitung" ge« schrieben:„Lambert Lensing lügt?" Sie wollte erreichen, vor aller Welt an Gerichtsstelle den Nachweis zu führen,»ver dieser Mann ist, der so geflissentlich der Wahrheit aus dem Wege geht. Und sie wollte auf Grund der Beweise dann der Oeffentlichkeit überlassen, ob ein solcher Mann zu einer wichtigen Rolle im öffentlichen Leben besonders geeignet erscheine« Schon in mehreren Prozessen ist der Versuch unternommen worden, doch immer vergeblich, weil Lensing der Beiveis- e r h e b u n g g e f l i s s e n t l i ch a u s d e m W e g e geht. So auch am Donnerstag wieder. Er schränkte seine Klage ein auf die formalen Beleidigungen, verlangte aber Verurteilung wegen Verleumdung ohne Beweiserhebung. Die Verurtellung wegen formaler Beleidigung wurde erzielt. Er und seine„Tremonia" behaupten nachher allemal, wegen der Behauptungen resp. Anschuldigungen sei Bc- ftwjung erfolgt. So operiert er io�t vor GeriAt. Am Donnerstag Theater des Westens. Sonntag bis Dienstag: Götterdämmerung. ging Lensing sogar so weit, dem Gericht zugureden, Mehlich hervorgehoben wird, setzte sich an der Börse die gestrige] müsse besonders streng bestraft werden, weil er schon wegen Beleidi- Baisiebewegung in verstärktem Maße fort. Der Mittwoch bis Freitag: Das Rheingold.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend bis Montag: Die Waltüre.( Anfang 7%, Uhr.) gung seiner Person vorbestraft sei. Das war wieder eine Behaup- Markt stand unter den gleichzeitig von den Auslandspläßen ge= Theater am Nollendorfplatz. Allabendlich: Der Jurbaron.( An fung wider besseres Wissen, denn Mehlich ist wegen meldeten Kursstürzen im Zeichen vollständiger Ver- fang 8, Uhr.) Lensing noch nicht bestraft. Lensing aber behauptet es, um auf das Residenz- Theater. Täglich bis Freitag: Die verflirte Liebe. Ab Gericht einzutvirten. Das Gericht ließ diesen bösartigen Streich, berwirrung, so daß bei dem allseitigen zahlreichen und Lustspielhaus. Alabendlich: Die spanische Fliege.( Anf. 8%, Uhr.) Lensing fennzeichnet, durchgehen, ohne die Behauptung nachzuprüfen. drängenden Angebot die Festsetzung von Surfen sowie auch Sonnabend: Das Ateliergeheimnis.( Anfang 8%, Uhr.) Theater Für furze Zeit setzte au der Weidendammerbrücke. Sonntagnachmittag Das Gericht ließ feinerlei Beweiserhebung zu und berurteilte Meblich Umfäße zeitweise unmöglich waren. zu 150 m. Geldstrafe. Mehlich hatte vorher ohne Erfolg den sich auf das Gerücht, daß in der Beantwortung der österreichischen 3 Uhr: Der müde Theodor. Allabendlich: Der müde Theodor.( Anfang Vorsitzenden als befangen abgelehnt. 31/2 Uhr: Charleys Zante. Allabendlich: Wenn der Frühling kommt.( Anfang 8 Uhr.) das Sparen. Soziales. Sparagnes. Note eine Verlängerung von 48 Stunden zugestanden worden sei, 8 Uhr.) Ab Sonnabend: Der süße Fraz. Thalia Theater. Sonntagnachmittag eine Befferung der Stimmung durch, doch kam es bald zu neuen Kursstürzen, so daß die Börse zu den niedrigsten Tageskursen schloß. Neben russischen Industriewerten und russischen Fonds, sowie heimischen Bankattien verzeichneten auch 3 und 3 prozentige französische Renten neue Tieffurse. Zu den Mitteln, die alle sozialen lebel heilen oder vielmehr verhindern, gehört nach der Meinung zünftiger Quadjalber auch hindern, welche gleich zu Beginn namentlich die französische Rente Paris, 25. Juli. Um das Umsichgreifen der Börsenpanik zu verNach der Logit gelehrsamer Leute, die mit Wohltäterei die betroffen hat, haben die Wechselmakler, sowie eine Anzahl BankWelt beglücken, kann sich der Mensch fozusagen zum Rentner hinaufhäuser beschlossen, alle petulatione verfäufe in französparen. Es ist nur nötig, daß alle Menschen in ausreichendem fischer Rente abzulehnen. Außerdem wurde beschlossen, in der Maße der Tugend des Sparens sich hingeben, dann muß für jeden Coulisse den Handel mit französischer Rente bis auf weiteres e inSparer unfehlbar die Zeit kommen, von welcher an er und seine au stellen. Nachkommen von den Zinsen bes erfparten shapitals leben tene Erweiterung der Firma Krupp. lebe zu flott, sei nicht bedürfnislos genug. nsicht, das Bolt walzdraht. Beide Werke waren bisher Abnehmer des HalbzeugSchiller- Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Lohengrin. Montag: Der Postillion von Lonjumeau. Dienstag: Lohengrin. Mittwoch: Die Zauberflöte. Donnerstag: Lohengrin. Freitag: Der Freischüt Sonnabend: Tannhäuser. Sonntag: Lohengrin. Montag: Der Troubadour.( Anfang 8 Uhr.) fang 8 Uhr.) Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Allabendlich: Leutnants. liebchen( Anjang 8 Uhr.) Luifen- Theater. Sonntag und Montag: Geschlossen. Dienstag: In neues Glück. Mittwoch: Wenn edle Herzen bluten. Donnerstag: In neues Glüd. Von Freitag ab täglich: Der Leiermann und sein Pflegefind.( AnMetropol. Allabendlich: Die Reise um die Erde in 40 Tagen.( AnWalhalla- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Abends bis. Dienstag: Der Hund von Baskerville. Ab Mittwoch allabend. lich: Der unsichtbare Mensch.( Anfang 8 Uhr.) Nose- Theater. Allabendlich: Eine tolle Sache.( Anfang 8 Uhr.) Berliner Prater- Theater. Allabendlich: Grigri.( Anfang 8 Uhr). Folies Caprice. Allabendlich: Schwache Nerven. Eine nnruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht.( Anfang 8 Uhr.) 6 Uhr.) Rätselhaft bleibt, wer dann die Arbeit macht, Güter pro duziert usw. Vielleicht offenbaren die Sparagnesse das auch ge Thomé A.-G. in Werdohl und mit der Drahtstiftefabrik D. Die Firma Friedr. Krupp A.-G. hat mit der Friedr. legentlich einmal. Die Zentralstelle für Volkswohlfahrt" verzichtet auf solchen Lurus noch, dafür spendet sie in reicher Fülle ihre schaftsverträge abgeschlossen, wonach Strupp beiden Werken das Kunne u. Sohn in Düsseldorf- Gerresheim InteressengemeinWintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Admiralspalast. Allabendlich 8%, Uhr: Jm Tangoflub. " guten" sozialpolitischen Vorschläge zur Rettung der Menschheit. Rohmaterial liefert, während der Verkauf der Fertigerzeugnisse ge- Reichshallen Theater. Allabendlich: Dresdener Vittoria- Sänger. Kürzlich hatte sie es mit dem Sparen. Vedauernd wurde festgestellt, meinsam erfolgt. Die Angliederung der beiden Fabriken ist die( Anfang 8. Sonntags 7%, Uhr.) Ab Sonnabend: Wiederauftreten der daß in Deutschland zu wenig gespart würde; in den Kreisen der Konsequenz der Interessengemeinschaft Krupps mit der West- Stettiner Sänger. Palast am 300. Varieté und Lichtspiele.( Täglich: 8 Uhr, Sonntag Arbeiterschaft meinte man. Daß die Lebensmittelwucherei die fälischen Drahtindustrie in Hamm. Durch die Anglie Sparmöglichkeit ganz objektiv sehr stark unterbunden hat, vergaß derung erhält das Hammer Werk jetzt ständige Abnehmer für Roh- 4 Uhr.) Paffage Theater. Allabendlich 5 Uhr: Kino- Barieté. man natürlich zu erwähnen. Man war der Cines Nollendorf Theater. Quo vadis.( Anfang 8, Sonntags Tugend der Einund Walzdrahtverbandes. Jetzt werden sie vom Verband unabhängig. Die Firma Thomé stellt neben gezogenen Draht, ver- Potsdamer Naturtheater. Allabendlich: Alt- Potsdam.( Anfang schränkung in der Lebenshaltung müsse durch vermehrte Spar zinktem Draht und Drahtstiften auch Rohwalzdraht, sowohl aus 5 Uhr.) gelegenheit gefördert werden. Daher beschloß man, dem Wolfe zum Schweißeisen wie Flußeisen her und würde, falls sie die Robdraht- Urania Theater. Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Montag, Heile, die Gründung von Fabrikspartassen allerwege anzuregen. fabrikation fortsette, also auch Abnehmer Kruppschen Halbzeugs Der deutsche Riesenkanal. Im Lande der Mitternachtssonne. Mit dem Imperator Der Erfolg wird großartig sein. Je mehr arme Teufel ihre Lebens- sein. Sie stellte bisher zirka 9000 Tonnen Schweißeisen- und Spe- Mittwoch und Freitag: Der deutsche Riesenkanal. führung verschlechtern, mit noch ungenügenderen Wohnungen usw. zial- Walzdraht und zirka 7000 Zonnen gezogenen Draht und Draht- nach New York. Sonntag und Montag: Unbestimmt.( Anfang 8 Uhr.) fich zufrieden geben, um so üppiger werden die Tuberkulose stifte her. Buzüglich Stabeifen und Stabstahl stellte sich die Ge und andere Proletarierkrankheiten gedeihen und die Kranken- samtproduktion des Werkes auf etwa 22 000 bis 23 000 Tonnen. Die Firma Sünne it. Gehn ist eine zeine Drahtiliftfabrit und tassen belastert. Auch wird verminderte Nachfrage am als solche Abnehmer für Rohwalzdraht, den sie vom WaizorahtWaren und Wohnungsmarkte die Erzeugung einschränken, verband taufen mußte. die Arbeitslosigkeit vergrößern und damit den Druck auf die Löhne verschärfen. Aber um solche Kleinigkeiten können sich die zunft mäßigen Volksretter und-beglücker natürlich nicht fümmern; je mehr gespart wird, um so reicher das Volt! Ueber diesen Horizont tommen fie nicht hinaus, her das B Den größten Vorteil des Sparens in Fabrikfassen erwähnten wir allerdings noch nicht, er muß alle Bebenten niederschlagen: Wenn nämlich alle oder doch die meisten Arbeiter sich Spargroschen vom Munde abknapsen, selbst darben und ihre Angehörigen darben lassen, damit sie recht viele Ridel in die Fabriksparkassen hineintun können, dann erfährt das Unternehmertum ganz genau, wie viel es vom Lohne noch abzwacken kann. Wenn der Arbeiter noch spart, dann verdient er doch zuviel. Sicherlich machen die Kapitalisten bei der Entfesselung einer Spartout glänzende Geschäfte. Und das nennt man Bentralstelle für Volkswohlfahrt". Erloschene Anwartschaft auf Invalidenrente. Wie notwendig das Weiterkleben von Marken ist, zeigt folgender vom Reichsversicherungsamt entschiedener Fall: Der Kartonarbeiterin G. wurde vom Oberversicherungsamt Berlin im Gegensah zu einer Entscheidung von der Landesversiche rungsanstalt die Invalidenrente gewährt. Die Landesversiche rungsanstalt legte Revision ein. Die Entscheidung hing davon ab, inwieweit Krankheitswochen ohne Kleben anzurechnen sind. Das Reichsversicherungsamt gab der Revision statt. In den Gründen wird ausgeführt: Die Entscheidung des Oberversicherungsamts wird im wesentlichen von der Erwägung getragen, daß die nachgewiesenen Krankheitswochen anrechnungsfähig sind und desDurch die Interessengemeinschaft mit den beiden Werken hat die Firma Krupp sich eine ziemlich unabhängige Stellung auf dem Drahtmarkt gesichert, durch die ihr Verhältnis zu den Drahtverbänben eine wesentliche Stärkung erhält. 1291914 291073 Ein deutscher Hafen bei Rotterdam. Allgemeine Familien- Sterbekaffe zu Berlin. Sonntag, den 2. August 1914, vorm. 9½ Uhr, im Lokale von M. Weyle, Gerichtstraße 12/13( am Hochplatz) Eingang zum Saal durchs Restaurant Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: London, 25, Juli.( Privattelegramm des Vorwärts".) Der österreichisch- serbische Konflikt scheint nicht die einzige Duelle gefahrboller internationaler Verivickelungen zu sein. So fuchen die Times" seit einigen Tagen nach neuen Reibungsflächen zwischen 1. Bericht des Vorstandes pro 1913/14. 2. Kaffenbericht des Ren 3. Antrag der Revisoren auf Er. England und Deutschland. Herr Thyssen hat nämlich von der danten und Bericht der Revisoren. 4. Festlegung der Entschädigung für den Bor holländischen Regierung die Erlaubnis erhalten, in der Nähe höhung des Sterbegeldes. stand und die Revijoren, 5. In welchen Zeitungen die Bekanntmachungen Rotterdams einen Hafen einen Hafen zu bauen, der Dreadnoughts 6. Neuwahl der ausscheidenden Vorstands. der Kaffe stattzufinden haben. aufnehmen fann. Es wird nun auf die intimen Beziehungen mitglieder. Zu wählen find: erster Vorsitzender, zweiter Schriftführer, ein atvischen Bultan- Gesellschaft und deutsche Regierung hingewiesen Beiliger. 7. Berschiedenes. Die Times" zitieren einen Sag, den die Norddeutsche" vor vier Jahren brachte. Es heißt darin, daß es Deutschland nicht gleich fein könne, wenn eine Großmacht die Niederlande als Flottenbafis benüße. Sie bemerken dazu, daß Großbritannien diese Gefühle mit derselben Jubrunst wiederholen könne und baß es dies auch zweifelsohne zur angemessenen Zeit tun werde. Die Londoner Börse war heute demoralisiert. Die Breise aller Papiere stürzten herab. Die Situation grenzte an vollständige Panit Die Industrie in Japan. Die offizielle Jahresstatistik von Japan, die soeben erschienen Mitgliedsbuch legitimiert! Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. リ 3. a. C. Wächtler, Borsigender, Adolfstraße 27. NB. Bom 1. August 1914 ab wird die Zahlstelle Aderstr. 122 nach 287/ 18* Gerichtstr. 12/13, ins Lofal von M. Weyle, verlegt. Deutscher Metallarbeiter- Verhand halb die Unwartschaft in der Zeit vom 26. Januar 1906 bis dahin ist, gibt eine Reihe von interessanten Zahlen über die Entwidlung erwaltungsstelle Berlin. N 54, ginienftr. 83-85. 1908, die sich als zweiter Anwarischaftszeitraum aus der Quittungstarte Nr. 6 ergibt, gewahrt ist. Diese Feststellung erscheint aller dings nicht unbedenklich. Krankheitswochen sind nämlich nur anrechnungsfähig, wenn in Anbetracht der gesamten Verhältnisse die Annahme begründet ist, der Versicherte würde während der Krantheitszeit eine versicherungspflichtige Beschäftigung gehabt und Beiträge entrichtet haben, wenn er gefund gewesen wäre. Ob diese Boraussetzung zutrifft, kann nur von Fall zu Fall unter Berüd fichtigung des Umfanges der vom Versicherten geleisteten Arbeit und feiner Beitragsentrichtung in der gangen Zeit seiner Zugehörigkeit zu den Versicherten entscheiden werden. Hiernach beruht die Entscheidung des Oberversicherungsamis auf einer unrichtigen An wendung des beſtehenden Rechtes, wenn darin die Strankheitswochen der japanischen Industrie und über ihre Löhne und Arbeitszeiten. Die Bevölkerung des Landes hat sich in der Zeit von 1899 bis 1910 von 44,27 Millionen auf 50,98 Millionen Einwohner vermehrt. Von diesen Einwohnern haben 38,84 Millionen ihren Wohnsiz in Orten von weniger als 5000 Einwohner. Telephon: Amit Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Achtung! Militäreffekten! Achtung! Dienstag, den 28. Juli 1914, abends 5% Uhr: Versammlung= Die Betriebe mit elektrischer Kraft haben sich von 456, mit 44 250 Pferdekräften, im Jahre 1903 auf 1150, mit 344 000 Pferde. fräften, im Jahre 1911 vermehrt. Die Zahl der im Gebrauch befindlichen Elektromotoren stieg in derselben Zeit von 563 auf 11 248, mit 44 055 Bferbekräften. Die Zahl der Elektrizitätswerte vermehrte sich von 1901 bis 1912 von 2 auf 61. Das barin angelegte aller in den Militäreffekten- Betrieben Kapital betrug 1901 2 Millinen und 800 000 Yen, im Jahre 1912 bagegen 51 Weillionen 200 000 yen.( Ein Yen ist ungefähr 2,06 m.) beschäftigten Kollegen und Kolleginnen der Klägerin im wesentlichen schon deshalb für anrechnungsfähig Ueber die Löhne berichtet die Statistik, daß der mittlere erklärt sind, weil die Klägerin Jahre hindurch als Lohnarbeiterin Tageslohnfah in den Jahren 1900 bis 1911 bei Zimmerleuten berufsmäßig tätig gewesen ist, auch seit dem 28. Dezember 1906 zwischen 54 und 83 Sen, bei Dachdeckern zwischen 45 und 75 Sen, wieder gearbeitet habe, um sich den Lebensunterhalt zu verschaffen, bei Tapezierern zwischen 50 und 75 Sen, bei Schuhmachern zwischen und die Krankheitszeiten sich an die Zeiten der Markenverwendung 47 und 65 Sen, bei Sattlern zwischen 47 und 70 Sen, bei Fuhrunmittelbar anschließen. Die angefochtene Entscheidung unterlag daher der Aufhebung. Tagesordnung: in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58-59. Stellungnahme zu unserem Tarif. Deutscher Holzarbeiter- Verband leuten zwischen 47 und 69 Sen, bei Schneidern für japanische Klein Aubracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ist das dung zwischen 39 und 58 Gen, bei Schneidern für europäische Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen dringend notwendig. Bei der alsdann vom Reichsversicherungsamt vorgenommenen leibung zwischen 56 und 85 Sen, bei Schmieden zwischen 48 und 122/14 Die Ortsverwaltung. freien Nachprüfung des gesamten Streitftoffes hat dieses tein Be- 70 Sen, bei Papierarbeitern zwischen 32 und 41 Sen, bei Tabatbenten getragen, die in Betracht kommenden Krankheitswochen arbeitern spischen 43 und 59 Sen, bei Buchdruckern zwischen 34 nicht für anrechnungsfähig zu erachten. Denn die Klägerin hat und 50 Sen, bei Schiffszimmerleuten zwischen 56 und 86 Gen, für die Jahre 1904 bis 1911 nur 104 Beitragswochen nachgewiesen, bei Gärtnern gifchen 52 und 83 Sen schwankte.( 1 Yen hat während für diese Beiträume 59 beziehungsweise 105 Krankheits- 100 Gen.) Felbarbeiter verdienten pro Tag zwischen 30 und 42 Sen; wochen in Betracht kommen, hinsichtlich der gesamten übrigen Wochen Feldarbeiterinnen nur 19 bis 25 Sen. In derselben Zeitperiode aber ein Nachweis fehlt. Sind aber die Krankheitswochen als find die Löhne der männlichen Bedienten von 2,72 Den auf 4,65 Yen Beitragswochen nicht anrechnungsfähig, so ist die Anwartschaft aus pro Monat gestiegen, die des weiblichen Dienstpersonals von 1,52 den vor dem 1. Juli 1907 liegenden Beitragswochen erloschen, weil auf 3,12 Den. In der Landwirtschaft erhielten bie Stnechte 82,12 bis in dem Anwartschaftszeitraum vom 29. Januar 1906 bis 1908 49,81 Den, die Mägde 17,06 bis 29,94 Den pro Jahr. nicht 20 Wochenbeiträge nachgewiefen find. Die erloschene An- Die 81 induftriellen Staatsunternehmungen bewartschaft ist auch nicht wiederaufgelebt, da nach dem Erlöschen schäftigten 1912/13 93 546 Personen gegen 13 961 Personen im Donnerstag, den 30. Juli 1914, abends 812 Uhr: Für die Versicherten ergibt sich aus dieser Entscheidung eine durchschnittliche Arbeitszeit von 10 Stumben pro Tag bei 315 Branchen- Versammlung eine neue Wartezeit nicht zurückgelegt ist." Jahre 1905/06. Die männlichen Arbeiter der Staatsbetriebe hatten Verwaltung Berlin. Einsetzer. im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 8. Tagesordnung: 1. Bierteljahresbericht der Kommission. 2. Wahl zweier Schriftführer. immer wieder die Mahnung:„ lebt felbst Marken, wenn ihr Arbeitstagen im Jahre, die durchschnittliche Arbeitszeit der Frauen aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung ausscheidet." war 9 Stunden pro Tag bei 272 Arbeitstagen im Jahre. Notwendig ist, dafür zu forgen, daß innerhalb zweier Arbeiter und 162 771 Sandlanger beschäftigt. Unter den letteren 8. Berbands- und Branchenangelegenheiten. In der Privatindustrie waren im Jahre 1911 793 885 Jahre vom Ausstellungstage der starte an gerechnet, min- waren 40 412 Frauen, mithin etwa ein Biertel; unter den 793 885 de itens 20 Marten geklebt werden. Lieber einige Marken qualifizierten Arbeitern dagegen waren mehr als die Hälfte Frauen, mehr fleben als nur eine einzige zu wenig. rieben als nur eine Aus Industrie und Handel. Börsenpanit. 615 nämlich 476 497. Die Privatindustrie umfaßte im Jahre 1911 insgesamt 14 228 Betriebe. Der mittlere Tageslohn in der Privat industrie stieg von 1900 bis 1911 für männliche Arbeiter über 14 Jahren von 39 auf 58 Sen, für Arbeiterinnen über 14 Jahren bon 19 auf 25 Sen. Für Kinder unter 14 Jahren stiegen die Löhne in derselben Zeit bon 14 auf 19 bzw. bon 10 auf 14 Sen. Sechzig Prozent aller in der Privatinbuftrie Beschäftigten sind Frauen und Mäbchen. Im Durchschnitt arbeitete jeder Beschäftigte im Jahre an 299 Arbeitstagen und hatte pro Tag eine elfftündige Arbeitszeit. Das Borgehen Desterreichs gegen Serbien rief an den geftrigen Börsen eine noch größere Erregung und stärkere Sursabschläge hervor als am Freitag. An der Berliner Börse stürzten die Attien selbst von größeren Unternehmungen um 20 Prozent und mehr herab. In allen Berten herrscht Wochen- Spielplan der Berliner Theater. ein großes Angebot, das feine Käufer fand. Aehnliche Derouten erlitt die Pariser und Londoner Börse. Theater in der Königgräher Straße. Allabendlich Mr. Wu. Berliner Theater. Allabendlich: Wie einft im Mai.( n. 8 Uhr.) Kleines Theater. Allabendlich Der Kleds.( Anfang 8% Uhr.) Paris, 25, Juli. Infolge der politischen Spannung und der anfang& Uhr.) Grörterungen der Preise, in denen allseitig bet Ernst der Stunde. Achtung! Achtung! Knopf- und Perlmuttarbeiter. Die Branchen- Versammlung am 29. Juli fällt aus. Bodenleger. Mittwoch, den 29. Juli 1914, abends 6 Uhr: Mitglieder- Verfammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 3. Tagesordnung: 1. Bericht vom Berbandstag. 2. Bericht von der Generalversammlung. 8. Branchenangelegenheiten. 90/15 Die Ortsverwaltung. Propaganda Tage Um der werten Kundschaft einen Beweis unserer hervorragenden Leistungsfähigkeit zu liefern, veranstalten wir in der Zeit vom Sonnabend, den 25. Juli bis Sonnabend, den 1. August 1914 einen Propaganda- Verkauf! In sämtlichen Abteilungen enorm billige Angebote! Die Besichtigung der Fenster und Extra- Angebote im Lichthofe erbeten. H. Joseph& Co., Neukölln Unserm Bezirksführer zum 30. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen u. Genossinnen des Bezirks 764 a, 6. Kreis. Karl Mertins Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 23. Juli verstarb unser Parteigenosse, der Buchdrucker Richard Schulze Biebrichstraße 10, 23. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, den 27. Juli, bor mittags 11 Uhr, im Krematorium zu Berlin, Gerichtstr. 37/38, statt. Um rege Beteiligung ersucht 238/2 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Willi Rolf von der Firma Josephsohn u. Co., Brüderstraße 2 am 20. Juli im Alter von 32 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Juli, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 67/4 Die Bezirksverwaltung. Zentral- Verband der Töpfer u. Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kollege, der Töpfer Karl Witte ( Bezirk Gesundbrunnen) am 24.Juli im Alter von 66 Jahren am Herzschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 27. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. 192/11 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser D Otto Bardeleben Johannisthal, Kaiser WilhelmStraße 6, am 21. d. Mts., durch Ertrinken gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 122/15 Die Ortsverwaltung. Am 25. Juli verstarb nach längerer Strankheit unser lieber Kollege Rudolf Lange ( früher D.-K.-K. der Kaufleute). In dem Verstorbenen verlieren tir einen guten Kollegen und steten Verfechter der Interessen der Kollegenschaft, und ersuchen wir um recht zahlreiches Gefolge. Die Bestattung findet am Dienstag, den 28. Juli, nach mittags 5 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee 15-17, statt. 28105 Die Angestellten der Allgent. Orts- Krankenkasse der Stadt Berlin. Verband der Bureauangestellten. Ortsgruppe Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Rudolf Lange Stassenangestellter( Algm. D.-.- K. der Stadt Berlin), am 25. d. M. ver storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. Juli, nachmittags 5 Uhr, auf dem Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 46/9 Berliner Straße 5455. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres unvergeßlichen lieben Sohnes und Bruders Max Neumann fagen wir allen werten Freunden und Bekannten hiermit unsern innigsten Dank. 97/5 Beuffelstraße 8 Gustay Neumann nebst Frau und Tochter. Am 24. Juli verschied nach langem, schwerem Leiden meine innigft geliebte Frau, unsere 28095 herzensgute Mutter Auguste Hentschel geb. Jänike. Dieses zeigt tiefbetrübt an Emil Hentschel, Charlottenburg, Pascalstraße 16. Beerdigung: Montag nachmittag 26 Uhr, St. Golgatha- Kirchhofs, Barfusstraße. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Baters sagen wir allen Freunden und Bekannten, ins besondere den Kollegen der Firma Kranken-, Sterbe- u.Zuschußkasse affe u. Brebe unsern innigsten Dant. für männl. Personen aller Berufe Groß- Berlin. Am Mittwoch, den 22. Juli, berstarb unser Mitglied, der Hutmacher Emil Melsheimer. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittag 2 Uhr, auf dem Kirchhof der LuisenstadtGemeinde in Neukölln, Hermannstraße 186/190, statt. 2789b Der Vorstand. Deutscher Bauarbeiterverhand. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 23. d. Mts. unser Mitglied, der Maurer Heinrich Sarasch ( Bezirk Südost) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 27. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Emmaus Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. 143/18 Der Vorstand. Am Donnerstag, den 23. d. M., starb nach furzem schweren Leiden Frau Kühne die Frau unseres Kollegen Gustav Kühne. 28116 Ehre ihrem Andenken! Die organisierten Kolleginnen u. Kollegen der Firma ,, Besta". Geschwister Hackert. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten sowie dem Lederarbeiterverband Berlin I und den Schaustellern Beusselstraße hiermit meinen besten Dant. 186A Frau A. Hering nebst Kindern. Danksagung. Allen Freunden, Kollegen und Befannten sowie der Firma R. Mosse fagen wir hiermit für die bei der Beerdigung unseres lieben Julius erwiesene Teilnahme herzlichsten Dank. 27846 Familie Dehn. Spezialarzt Dr. Stoffels, Leipziger Str. 103, Ede Friedrichstr. Spr. 12-7. Sonnt. 11-1. 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Frankfurter Str.117 von Sonnabende boug. 1914 bis Bekanntmachung der Innungs- Krankenkasse Tischler- Innung der zu Berlin. Auf Grund der Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Branden burg, wonach die Ausdehnung des Junungsbezirks auf die Landgemeinde Berlin- Weißensee durch den Minister für Handel und Gewerbe vom 1. Inli d. Is. beschlossen worden ist, ist die Alenderung des§ 1 der Sazung nötig geworden. 1. Nachtrag zur Sagung der Innungs- Stranten. tasse der Tischler- Innung( 3wangs innung) zu Berlin. Artikel I. § 1. In der lezten Reihe, hinter Reinickendorf, ist das Wort„ und" zu streichen und hinter Tegel und Berlin- Weißensee" hinzuzusehen. der Artikel II. Bollzogen auf Grund des Beschlusses Ausschußversammlung 15. Juni 1914. Artikel III. bom Dieser Nachtrag tritt nach der Ge nehmigung durch das königl. Ober bersicherungsamt Groß- Berlin mit dem 1. Juli 1914 in Straft. Der Vorstand Otto Gronau, Borsigender. Richard Leopold, Borsigender des Ausschusses. Genehmigt Charlottenburg, den 4. Juli 1914. Kgl.Ober- Versicherungsamt Groß- Berlin. 276/2 v. Gostkowski. März 1915 3. brgeb. Kranken-, Sterbe- u.Zuschuß1. WeihBußtag, nachtsfeiertag nody frei. kasse für männl. Personen frei.kaffe aller Berufe Groß- Berlin. Mitgliederversammlung Werte Bestellungen erbittet Curt Breuer, Amt Kngst. 1374. COCOTTERCREDIT Kleingärten der Stadt Berlin in Heinersdorf bei Teltow am Bahnhof Teltow der Anhalter Eisenbahn. Auskunft über die Verpachtung erteilt die Gutsverwaltung Osdorf, Ort und Stelle Herr Gastwirt Scholz, am Bahnhof Teltow. am Mittwoch, den 26. August, abends 8 Uhr, Gr. Hamburgerstr. 18/19. Tagesordnung: 1. Staffenbericht. 2. Statuten änderung. 3. Berschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. L. Georgelowitz Nach Aufgeben der Vertretung von Dr. Kaplick praktiziere ich nur noch Kranzspenden Post Berlin- Marienfelde, oder an Schönwalder Straße 11 I fowie sämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig Paul Gross, Lindenstr. 69, Tel. Mpl. 7203 Andreas- Garten Andreasstr. 26 Fernspr. 12 948 Königst. empfiehlt den geehrten Vereinen u. Gewerkschaften Saal m. Nebenräumen für Versammlungen und Festlichkeiten. Fremdenlogis. Kegelbahn. um geneigten Zuspruch ersucht Artur Wittenberg. Berliner Rohtabakhandel H. Kurniker Berlin, Neue Königstraße 17. Nur Gelegenheitskäufe. Kleinverkauf billiger wie am holländischen Markt. Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Injeratenteil beranno.: Tb. Glode, berlin. Denda. Berlag: Vorwärts 27735 ( am Weddingplak). Georg Hirschberg. VORWARTS BIBLIOTHEK Der Gottesläfferer sona Roman aus dem Leben der erzgebirgischen Waldarbeiter Von A. Ger :: Preis gut gebunden 1 Mark:: Zu beziehen durch die Buchhandlung Borwärts, Lindenstraße 69 Buchdruckerei a. Betlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SWL Str. 201. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gegen den Krieg finden am Dienstagabend in Groß- Berlin Versammlungen an folgenden Stellen statt: Berlin: Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Urania, Wrangelstr. 10/11. Konzert- und Festsäle, Koppenstr. 29. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23. Berliner Musiker- Säle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10. Germania- Säle, Chausseestr. 110. Kastanien- Wäldchen, Badstr. 15/16.. Pharus- Säle, Müllerstr. 142. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24. Neukölln. Ad. Bartsch, Hermannstr. 49, Deutsches Wirtshaus", Bergstr. 136. Schöneberg. Gesellschaftshaus des Westens", Hauptstr. 30/31. Charlottenburg.„ Volkshaus", Rosinenstr. 3. Cöpenick. Stadttheater, Friedrichstr. 6. Brit.„ Gesellschaftshaus", Chauffeeftr. 97. Sonntag, 26. Juli 1914. Falsche Berichterstattung. ,, Ein eigenartiger Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte nach sich ziehen können, ereignete sich heute mittag bei der Ein fahrt eines Zuges in den Bahnhof Gleisdreied an einer Stelle, wo zu Bauzwecken ein Gerüst aufgestellt ist. Von diesem hing infolge der Unachtsamkeit der Arbeiter ein Stück Drahtseil so weit herunter, daß es von dem Zuge erfaßt werden konnte. Dadurch wurde vom Gerüst ein Brett losgelöst, das in das Fenster eines Wagens des fahrenden Buges eindrang und die Scheiben zer trümmerte. Der Zug konnte sofort halten. Zum Glück war der Wagen schwach besezt, so daß nur zwei Personen, ein Herr und eine Dame, durch die herumfliegenden Glassplitter leicht verlegt wurden. Die übrigen Passagiere tamen mit dem Schrecken davon. Der Materialschaden ist unbedeutend." Elend verkümmert. Und natürlich wird der in wenigen festzugezogenen Halsbinde. Wie das einschnürt, die Haut wund Händen vereinigte Besitz planvoll dazu benutzt, die herrschende reibt und die Luft absperrt! Es ist zum Verrüdtwerden bei über Gesellschaftsordnung zu stüßen, denn Reichtum ist Macht. 30 Grad Reaumur. Glühend brennen die Sonnenstrahlen von früh Man blickt mit Vorliebe zumeist nur auf die amerika- bis spät auf die Reinigungsdiener der Stadt herab. Heiß steigt der nischen Multimillionäre und vergißt dabei, daß es auch bei Staub und der stinkende Dampf vom Asphalt ihnen in die Kehle. uns der millionenschweren Leute genug gibt. Allerdings die Mit einem Fluch möchten sie das gänzlich überflüssige reichsten deutschen Kapitalherren sigen nicht in Berlin, schwarze Folterwerkzeug vom Halse reißen... Da taucht vor sondern in der Provinz: die Familie Krupp mit ihrem ihrem Geist die drohende Gestalt des Vorgesetzten auf. Heute früh jährlichen Gewinn von 35 Millionen und einem wirklichen erst war der Obermime, der mit dem Ratstitel, auf dem RevierVermögen von rund 300 Millionen Mart, der Fürst Hendel stall, in schöner leichter Sommerkleidung, mit Saschweste und bon Donnersmart, August Thyssen, die deutschen Rothschilds, Panama. Ja, der hat's gut. Der hat gut befehlen, steht ja nicht Fürst von Pleß usw. Dennoch sind in den Mauern Berlins unter dem militärisch angehauchten Straßenreinigungsdrill und steckt Millionenmänner start vertreten. Dr. Rudolf Martin ver- nicht in dem schwarzen Halsungeheuer. Bei über 80 Grad zeichnet in seinem Jahrbuch Berliner Millionäre zweitausend Reaumur fontrollierte der gute Herr, ob auch alle Burschen und die Berliner Personen, deren Besitz eine Million übersteigt und alten Leute die vorgeschriebene Zwangsbinde tragen. Ist das nicht deren Einkommen mindestens fünfzigtausend Mart beträgt. zum Totlachen, wenn es nicht so ernst wäre? Wer es wage, die Die Oberschicht der Berliner Millionäre, etwa zwei Dußend Halsbinde im Dienst abzunehmen, solle fich auf zwei Stunden Straf Krösusse, hat ihr Quartier im geschlossenen Tiergarten- dienst gefaßt machen. In der Tat, es muß am 20. Juli sehr heiß viertel, dort, wo in weitgedehnten Gärten die stillen, reichen gewesen sein, Herr Straßenreinigungsrat! Paläste stehen. In diesem Viertel kann bei der preußischen Landtagswahl nur der in der ersten Abteilung wählen, der jährlich mindestens 210 000 m. Steuern zahlt, was ein Der„ Lokal Anzeiger" brachte in seiner Nummer 368 vom Jahreseinkommen von wenigstens 2 Milliouen Mark bedeutet. 20. Juli folgende Notiz: An der Spize der Berliner Millionäre steht nach den Berechnungen von Dr. Friedegg( Millionen und Millionäre) Ihelm II. Sein jährliches Einkommen beträgt zurzeit 22 Millionen und hunderttausend Mark und sein gesamter Besitz wird auf rund 175 Millionen geschätzt. Darunter ist der riesige Grundbesitz Wilhelms II. mit 70 Millionen δας bertreten, Berliner Schloß samt Inhalt mit 20 Millionen, 25 Häuser in Berlin mit 25 Millionen, 20 Millionen bares Vermögen usw. Der Inhaber der so Eduard Arnhold, soll eine jährliche Einnahme von mindestens 3 Millionen haben, während sein Besitz auf mindestens 40 Millionen geschätzt wird. Auf derselben Höhe steht Ein- Gedankenlos wird hier die alleinige Schuld den Arbeitern zu tommen und Vermögen des größten deutschen Baumwoll- geschoben und so Stimmung gegen sie gemacht. Wie aber verhielt händlers Kommerzienrats James Simon; er wie Arnhold sich die Sache in Wirklichkeit? find trotz ihrer intimen Beziehungen zu den allerhöchsten Am Hochbahndreieck, der berühmten Unfallstelle, ist bis zum Personen Juden geblieben. Würden sie die Eintrittskarte 20. b. M. eine Kranbahn gebaut worden. Hierbei war die Aufzur offiziellen Kultur besigen, das heißt den christlichen Tauf- stellung eines 26 Meter hohen Mastes nötig, der in der üblichen schein, sie besäßen längst wie Friedländer- Fuld den erblichen Weise mit Abstoppseilen versehen war. Eines dieser( Draht-) Seile Adelstitel. Der letztere zählt zu den kapitalfräftigsten Berliner ging über die Gleise hinweg und war an einer Unterfellerung beMillionären, er verfügt reichlich über fünfzig Millionen Mart, festigt. Während des Abmontierens des Mastes, oder wie der fachderen Hauptwert in den schlesischen Kohlenbergwerfen stedt. männische Ausdruck lautet, beim Infichzusammenlassen" hatte ein Am Pariser Platz in Berlin besigt Friedländer ein prozen- Arbeiter das über die Gleise gehende Seil nicht sofort abgenommen. haftes Palais, das viele Millionen repräsentiert; er war auch In diesem Augenblid erfaßte ein mit voller Geschwindig. Reinickendorf Oft und-West. Schüßenhaus, Residenz- lange der Pächter der voriges Jahr von der Stadt Berlin teit einfahrender Zug das Seil und riß es ftraße 1/2. erworbenen Besitzung Lanke. Der reiche Friedländer hat, wie nach vorn. Das Seil erfaßte eine 5 Meter vor der Halle stehende schon bemerkt, durch Uebertritt zum Christentum den erblichen Rüstung, die nur 2 Meter neben den Gleisen aufgebaut war und Adelstitel erobert. riß eine Bohle, auf der drei Mann arbeiteten, herunter. Nur Als vielfacher Millionär ist weiter der Kommerzienrat zweien gelang es, sich festzuhalten, während der dritte in die Ravené zu betrachten. Mit dem Auerlicht erwarb der Tiefe stürzte. Kommerzienrat Koppel in wenigen Jahren seine 20 Millionen, Zurzeit läßt sich nicht übersehen, ob den betreffenden Arbeiter was in schneidendem Kontrast steht zu den Jammerlöhnen, allein die Schuld trifft oder ob die Bauleitung mitverantwortlich ist. die von der Auerlicht- Gesellschaft seit jeher besonders an die Aber eines muß schon jetzt festgehalten werden: Arbeiterinnen gezahlt werden. Auch die Nachkommen von Hätte die Hochbahndirektion den Fahrer angewiesen, die BauMoses und Felix Mendelssohn, die Bankiers v. Mendelssohn stelle mit langsamer Fahrt" zu befahren, dann hätte sich das Seil Bartholdy marschieren an der Spize der Berliner Millionäre; nur gestrafft und wäre, ohne Schaden anzurichten, dann rückwärts sie haben ebenfalls den Sprung vom Judentum zum Christen- gegangen. tum gemacht und haben dafür den erblichen Adelstitel erTreptow und Baumschulenweg." Neues Gesellschafts- oft bestreiften Kohlenfirma Cäsar Wollheim, Kommerzienrat haus", Treptower Chaussee 14. Tempelhof und Mariendorf.„ Stadt Dresden", Tempelhof, Berliner Straße 78. Steglitz, Friedenau und Wilmersdorf." Birkenwäldchen", Schützenstraße. Lichtenberg. Schwarzer Adler, Frankfurter Chauffee 5. Friedrichsfelde, Stralau. Café Bellevue, Am Bahnhof Stralan- Rummelsburg. Ober- Schöneweide. Wilhelminenhof, Schloßparkstraße. Pankow, Nieder- Schönhausen, Buchholz. Zum Kurfürsten, Pankow, Berliner Str. 102. Weißensee. Schloß Weißensee. Genossen und Genossinnen! Sorgt für guten Besuch dieser Versammlungen. Parteiangelegenheiten. Der Frauen Leseabend im 3. und 6. Wahlkreis fällt am Montagabend aus. Niederschönhausen- Nordend. Die angefegte Mitgliederversamm lung am Dienstag fällt aus. Die Genoffen beteiligen sich an der öffentlichen Bersammlung in Bankow, Restaurant Kurfürsten, Berliner Straße. Achtung, erster Wahlkreis. Mittwoch, den 29. Juli, abends 71 Uhr, Flugblattverbreitung. Die Genossen melden sich in ihren Bezirkslokalen. Sachsenhausen, Mark. Am Mittwoch, den 29. Juli, abends 8 Uhr, im Feldschlößchen"( Inh. G. Schmidt), Chauffeestraße 1: Große öffentlige Volksversammlung. 1. Gewerkschaften, Genossen schaften und Boltsfürsorge. Referent Geschäftsführer N. Strobel Oranienburg. 2. Freie Aussprache. Steglitz. Die Mitgliederversammlung am Dienstag fällt aus, dafür Protestversammlung im Birkenwäldchen. halten. 1908 versteuerte die verstorbene Erzellenz v. Mendels Eine Extranummer des„ Vorwärts" john- Bartholdy ein Jahreseinkommen von 3 Millionen und wurde gestern abend an vielen Stellen der Stadt verteilt. galt als der reichste Privatmann Berlins. Vielfache Millionäre Sie enthielt die Aufrufe unserer deutschen und österreichischen find die Matadoren der A. E. G., die Rathenau. Das gleiche Parteileitung an die Arbeiterklasse und den deutlichen Willen, gilt von den Inhabern der Borsig- Werke. Reiche Goldströme sind den Berliner Zeitungsfabrikanten für den Frieden zu wirken und entschieden Protest gegen die zugeflossen. An ihrer Spize dürfte Rudolf Mosse mit seinem Striegstreibereien zu erheben. Die Nummer ist für unsere internationalen Inseratenhandel stehen, der als ein Mann Leser der heutigen Ausgabe beigelegt. von mindestens fünfzig Millionen Mart betrachtet wird; er Auf dem Morißplaz hatte ein Blattverteiler auch einem hat sein millionenschweres Palais am Potsdamer Platz zu Soldat eine Nummer gegeben. Natürlich wußte der Mann plantagen dürften hinter Mosse an Stapitalbesitz nicht weit Ein eifriger Schuhmann, der das sah, rannte dem Soldaten stehen. Die Gebrüder Ullstein mit ihren riesigen Annoncen- gar nicht, daß es sich um eine Vorwärts" ausgabe handelte, zurückstehen. An dritter Stelle rangiert der weiland Zeitungsfabrikant August Scherl; er mußte seine Allerweltspresse für nach, der im Begriff war, die Straßenbahn zu benutzen, und wegen der öffentlichen Protestversammlungen nicht statt. lumpige 10 Millionen abgeben. Natürlich hat Scherl außer- ftellte ihn feſt. Berlin- Wilmersdorf. Die am 27. Juli fällige Mitgliederver- dem viele Millionen zurückgelegt von der überreichen Geldsammlung des Wahlvereins fällt aus. fülle, die ihm die dummen Berliner jahrzehntelang zuSchöneberg. Die für Dienstag angesezte Bersammlung findet Treptow- Baumschulenweg. Auf Veranlassung des Bildungsausschanzten. fausses findet am Dienstag, den 28. Juli, nachmittags 4 Uhr, in Das ist freilich nur eine kleine Auslese aus der langen 1. a. wird der Film„ Im Luruszug und Dzeandampfer von Berlin Reihe der Berliner Millionäre. der Treptow- Sternwarte eine Kinovorstellung für Kinder statt. über Bremen nach New York" vorgeführt. Eintrittspreis: Kinder 15 Pf., Erwachsene 25 Pf. Starten werden hierzu nicht ausgegeben, die Kinder müssen sich um 14 Uhr vor der Sternwarte einfinden. Die höchste Steigerung. Mit dem Motorboot, das die Rundfahrten auf dem vorbei. Mir gegenüber saß eine ältere Dame mit ihren beiden Müggelsee macht, fuhr ich am Friedrichshagener Freibad Töchtern. Das Bad war mit Menschen geradezu übersät. Es war ein prächtiger Anblick, die vielen Tausende von Halsbindendrill bei der Straßenreinigung. Menschen sich im Wasser tummeln und den Strand beleben zu In den Tagen der letzten großen Higeperiode war es, am sehen. Mir war es ein Zeichen sittlicher Gesundung und der Mariendorf. Für die heute stattfindende Besichtigung des 20. Juli. Die Duecksilberröhre zeigte mehr als 30 Grab Reaumur. Rückkehr des Voltes zur Natur und ihrem heilsamen Einfluß Botanischen Gartens sind noch einige Billetts beim Genossen Josef Ganz Berlin schwamm in Schweiß, war schachmatt. Der Regen auf Körper und Seele. Ehrlich, Rathausstr. 37, zu haben. Die Teilnehmer, welche den Weg Die jüngere der beiden Töchter war ganz begeistert: zu Fuß machen wollen, treffen sich um 1 Uhr an der Kanalbrücke, schirm vertrauerte sein Dasein in der Spindenecke, die Bubikragen Chausseestraße. und Sporthemden gingen weg wie die warmen Semmeln, mit dem ,, Ach, das ist ja wunderbar! Das ist ja herrlich! Das ist Hut in der Hand wanderten Männlein und Weiblein durch Berliner ja wie an der See! Weißt Du, Mami, wie in Heringsdorf!" Mami war nicht der Meinung ihres Töchterchens. Land, Unmengen von Selterwasser mußten die trockene Kehle aufputzen. Selbst der Asphalt schwitzte unter der sengenden Sonnen- Mit einem indignierten Blick sagte sie zu der älteren Tochter: glut, wurde weich wie Butter, entsandte in die dunstgeschwängerten„ Es ist eigentlich gräßlich, zu denken, daß diese Lüfte nicht gerade liebliche Düfte. Menschen alle gerade hier ihren Fabrikstaub und Schweiß abGroß- Lichterfelde. Montag, den 27. Juli: Ausflug der Genoffinnen nach Halensee. Treffpunkt: 122 Uhr Markiplaz, Moltkestraße. Mundvorrat, Getränke und 20 Pfennig Fahrgeld sind mitzubringen. Zehlendorf( Wannseebahn). Mitgliederversammlung des Wahlvereins( Vierteljahrsversammlung) am Dienstag, den 28. Juli, bei Eine Militärabteilung schleppt sich über den staubigen, glühenden waschen!". Miet, Karlstraße 12. Vortrag des Genossen Reichstagsabgeordneten Fahrdamm. Die Leute kommen von der Landstraße, viele sind Die ältere Tochter, fast eine alte Tochter, sagte hart P. Göhre über: Die verflossene Reichstagsfeffion. Diskussion. schlapp. Der Hauptmann, sonst ein gar Gestrenger, hat bei dieser und spitz: Kassenbericht vom 2. Quartal. Wahl der Delegierten aur Kreis- fürchterlichen Hige ein menschlich Rühren gefühlt. Er ist kein Seitdem die Freibäder sind, könnte ich mich nicht mehr generalversammlung. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes.„ Menschenschinder", feiner, ber an vergilbten Kabinettsorders flebt in der Spree baden!" Berliner Nachrichten. Berliner Millionäre. " und seine Mannschaften drillt, bis der Higschlag fie in den Chaussee- Die jüngere Tochter aber schien von diesem Zwiegespräch graben wirft. Knöpft die Halsbinden und die Röcke auf!" Wie nichts gehört zu haben, denn sie fuhr fort: von Zentuerlast befreit, atmen die Leute auf. Nun trägt sich der " Affe" und die„ Knarre" etwas leichter. Der Gang wird elastischer, ohne Unfall erreicht man die Kaserne... „ Ach, wie göttlich die vielen Menschen! Nein, wie himmlisch!" Sie schien keine Steigerung mehr zu finden. Sie schwieg. Endlich kam es ihr noch einmal aus tiefster Pferde, feuchend und dampfend, trotten über den heißen Asphalt. Brust heraus:„ Ach, das ist ja eigentlich wunderbar nett!" Der moderne Millionär verkörpert am trasfesten den in Manche tragen zum Schutze des Schädels den über die Ohren ge- Das war der Mutter aber doch zu viel. Streng berder kapitalistischen Gesellschaft wildaufgerissenen, unüberbrück- stülpten originellen Strohhut. Die Kuticher sind wachsam. Sie weisend sagte sie:„ Aber nun schweig' doch! Was ist da baren Klassengegensatz. Auf Grund einer verkehrten haben ihre Tiere lieb und wissen, was auf dem Spiel steht. Bald nett, wenn diese Menschen da halbnackt im Wasser herumWirtschafts- und Rechtsordnung sind wenige Personen hier, bald da wird am Brunnen Halt gemacht, die erschöpften Gäule laufen und die ganze Müggel uns verunreinigen!" imstande, sich die märchenhaften Werte anzueignen, die zu tränken und abzureiben. Dort an der Bordschwelle liegt breit Die beiden letzten Aussprüche waren wohl die höchsten Millionen emsig schaffender Menschen in hochentwickelter, ge- auf dem Bauch, alle Vier von sich geftredt, ein Ziehhund. Weit Steigerungen, deren eine naive und eine dumme und unsellschaftlicher Produktion hervorbrachten. Diese Wenigen, von hängt ihm die Zunge aus dem Maul. Ein Schußmann steht da- verschämte Seele fähig waren. der kapitalistischen Ordnung maßlos Begünstigten verprassen neben, notiert die Adresse, die auf dem Starren steht. Tierschutzgleichgültig und gewissenlos das soziale Glück und die Freude eifriger Bolizeibeamter wird ja alljährlich mit Geld prämiert. Im der arbeitenden Massen. Sie wohnen in prunkvollen Palästen, Menschenschutz sind wir soweit noch nicht. Todessturz eines Kindes. Ein bedauerlicher schwerer Unglüdsfall hat sich in Reinickendorf zehren von den raffiniertesten Leckerbissen, treiben mit Die Mannen der Straßenreinigung sehen die aufgeknöpften West ereignet. Bei seiner im Hause Scharnweberstraße 136 Kleidung und sonstiger Lebensgewohnheit den unerhörtesten Goldaten, sehen die fürsorglich geschüßten Gäule und den zusammen- wohnenden Großtante weilte seit einigen Tagen der dreijährige Lurus, während die große Masse der Enterbten im tiefften gebrochenen Stöter. Mit bellemmendem Gefühl rüden fie an ihrer Walter Müller zu Besuch. Als der Kleine für ganz furze Zeit allein in der Küche war, kletterte er auf einen Stuhl und von diesem auf einen dicht an dem geöffneten Fenster stehenden Tisch Als der Knabe auf der Straße Kinderstimmen hörte, beugte er sich aus dem Fenster hinaus, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte kopfüber auf den � Bürgersteig hinab. Das bedauernswerte Kind erlitt schwere innere und äußere Verletzungen und wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause geschafft. Beim Spielen tödlich verunglückt ist wieder ein kleines Kind. Das zweijährige Söhnchen Willi des Kutschers Bardeleben aus der Bödikerstr. 8 spielte mit mehreren anderen Kindern gegen fünf Uhr aus der Treppe vor der elterlichen Wohnung. Der Kleine fiel nun plötzlich in einem unbewachten Augenblick durch die Sprossen des Treppengeländers auf den Haus- flur, wo er mit einem Schädelbruch besinnungslos liegen blieb. Die Mutter, die gleich von dem Unfall erfuhr, nahm das Kind auf den Arm und lief damit zum nächsten Arzt. Dort verstarb es aber kurz nach ihrer Ankunft. Die kleine Leiche wurde von der Polizei be- schlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. SO OOS M. unterschlagen. Die Bötzow-Brauerei in Berlin ist durch einen ihrer Angestellten um den Betrag von 60000 M. geschädigt. Der 27 Jahre alte Buchhalter Alfred Dorn hatte gestern den Auftrag erhalten, zusammen mit einem Kassenboten den Betrag von 60 000 M. nach dem Haupt- steueramt an der Börse zu bringen, um damit die Brausteuer zu bc zahlen. Als Dorn, der in einer Mappe das Geld bei sich hatte, bereits das Kontorgebäude in der Brauerei verlassen hatte, mußte der ihn begleitende Kassenbote nochmals umkehren, um noch eine kurze Be stellung auszurichten. Als er nach wenigen Minuten wieder auf die Straße kam, war Dorn verschwunden. Der Kassenbote glaubte, daß Dorn bereits vorausgegangen sei, und ging deshalb allein nach dem Steueramt. Dort stellte sich aber heraus, daß Dorn das Geld nicht abgeliefert hatte. Die weiter« Untersuchung ergab dann, daß Dorn mit dem Gelde die Flucht ergriffen hatte. Wohin er geflohen ist, steht noch nicht fest. Er ist verheiratet und stand bereits einige Jahre im Dienste der Brauerei. Dorn ist auffallend klein, untersetzt und hat spärliches blondes Haar. Auf seine Ergreifung ist von der Brauerei eine höhere Belohnung ausgesetzt. Eine auftegende Jagd gab es gestern in Rummelsburg. Alz ein Kutscher in der Boxhagener Straße sein Pferd einspannen wollte, riß es sich los und lies der Warschauer Straße zu. Nachdem es unterwegs einen Mann überrannt hatte, lief eS in vollem Galopp in einen Anhängewagen der städtischen Straßenbahn. Fast alle Scheiben des Wagens gingen in Trümmer. Ein Fräulein aus Treptow wurde durch Glassplitter verletzt und mußte die Unfall- station aufsuchen. Das Pferd erlitt so schwere Verletzungen, daß eS durch einen Abdeckerwagen abgeholt werden mußte. Polizeiliche Neugierde. Es gibt Leute, die da meinen, wir hätten in Berlin zu wenig Polizei, und die nach mehr Schutzleuten rufen. Die Sicherheit des Publikums und ihr Eigentum seien bedroht und. wenn man Polizei brauche, sei keine da. Es gibt andere Leute, die der gegenteiligen Ansicht sind. Zu ihnen gehören unsere jugendlichen Genossen im vierten Kreise. Zu der alle 14 Tage im Reichenberger Hof statt- findenden Versammlung der Jugendsektion erscheinen regelmäßig zwei Männer, die bei einer großen Weiße sich unter das Fenster setzen und auf die Worte achten, die da gesprochen werden. Die Leute haben große Ausdauer, obwohl es doch gar nichts zu spitzeln gibt. Junge Arbeiter und Arbeiterinnen kommen da zusammen, um durch Borträge aus allen Wissensgebieten ihr Wissen zu bereichern. Selbst- verständlich wird vor der Erörterung politischer Dinge nicht Halt gemacht, denn die Versammlungsteilnehmer haben alle das gesetzlich festgelegte Alter politischer Mündigkeit. Was will eigentlich die Polizei?. In der letzten Versammlung am Donnerstag schien etwas ganz Be« sondercS vor sich zu gehen. Schon im Laufe des Tages erkundigte man sich beim Wirt nach der Art der Versammlung. Auf der Tages- ordnung stand ein Vortrag des Genossen Lieste über Erziehung zur Wehrlostgkeit. Dieses Thema scheint der Polizei besonders in die Knochen gefahren zu sein, denn trotzdem die Spitzel einmal entfernt wurden, erschienen sie nach einer Weile wieder. Die Vorstands« Mitglieder konnten unter gutem Schutz nach Hause gehen. Wir sind neugierig, wie lange dieses Spiel gehen soll. Zu dem BootSunglück des Motorboote? ersucht unZ Herr Neumann, der Besitzer des Motorbootes, um folgende Mitteilung:„Das fragliche Unglück ist nicht durch Fahrlässigkeil meines Sohnes hervor- gerufen, indem sich derselbe zum Ableuchten des Motors eines Taschenfeuerzcuges bedient haben soll, sondern durch eine Selbst- entzündung oder Entzündung durch Wegwerfen eines nicht ganz erloschenen Streichholzes oder eines brennenden Zigarrenrestes. Das Taschenfeuerzeug meines Sohnes ist bei Auffindung des Leichnams in seinen Taschen worden." von den Beamten der Polizei vorgefunden Hochsaison der Einbrecher. Die Einbrüche in Geschäfte und Wohnungen reißen nicht ab. Heute liegen eine ganze Reihe von Meldungen vor, von denen wir nur folgende bringen wollen, um zur Vorsicht zu mahnen. Geschäfts- einbrecher besuchten das Deutsche Kolonialbaus in der Lützow- stratze 89/90. Die Geschäftsräume liegen im Erdgeschoß im zweiten Hos. In diese drangen die Diebe, wahrscheinlich durch ein Ober- lichtfenster, ein, knackten zuerst den Geldschrank im Privatkontor und dann auch im Hauptbureau, fanden darin auch über 1000 M. bares Geld, begnügten sich aber damit noch nicht und packten noch für ungefähr ebensoviel Kolonialwaren aller Art zusammen. Mit Beute reich beladen zogen sie dann ungesehen davon.— Durch die Decke gingen Geldschrankknacker in der Oramcnstr. 44. Sie kantelten hier eine Wohnung in» zweiten Stock, die zurzeit leerstehl auf, drangen durch die Decke in das Damenkonfektions- geschäfl von Henemann im ersten Stock und erbrachen hier den Geldschrank und die Pulte. Im Geldspind fanden sie nichts, in den Pulten nur die Porlokasse. Sie hielten sich jetzt an den Vorräten an Damenmänteln und Kleidern schadlos. Wieviel sie hiervon ge- stöhlen haben, ließ sich noch nicht feststellen.— Schankwirtschafts- einbrecher waren ebenfalls an zwei Stellen an der„Arbeit", und zwar in der Möckernstraße 117 bei König und in der Mainzer Straße 1 zu Lichtenberg bei Wandtke. Hier nahmen sie Billard- bälle, Liköre, Zigarren usw. mit, dort die Ladenkasse und eine Anzahl Lotterielose mit, die der Wirt mit seinen Stammgästen spielte. Eingang verschafften sie sich hier, indem sie ein Fenster an der Straße aus der Bleifassung lösten.— Auch zwei Friseure blieben von Ein- brechern nicht verschont. In der Neuen Grünstr. 40 kantelten sie die Ladentür zu dem Geschäft von Blank an der Straße auf und nahmen an Rasiermessern, Haarschneidemaschinen, Kämmen, Brenneisen, Pomaden. Haarwasser usw. mit, was sie nur vorfanden.— Am Belle- Alliance-Platz 14, wo sie den Friseur W. heimsuchten, stahlen sie außerdem noch eine Brieftasche, die über 100 M. Bargeld enthielt. — Wohnungseinbrecher suchten die Räume eines Pfarrers und eines Lehrers heim. Gestern früh, während der Pfarrer Krause noch schlief, legten Einbrecher eine Leiter vom Hof aus an seine Wohnung im ersten Stock des Hauses Bornholmer Str. 8 an und packten, ohne den Wohnungsinhaber zu wecken, im Speisezimmer dessen silberne Bestecke und einige Andenken zusammen, verließen mit der Beute die Räume wieder mittels der Leiter, entfernten diese aber nicht erst.— Der Lehrer Karl Wiese aus der Scharrenstraße 16, der dort im zweiten Stock wohnt, wurde von Klingelfahrern heimgesucht, während er sich mit seiner Frau bei deren Eltern außerhalb befand. Die Aufwärterin entdeckte den Einbruch, als sie wie gewöhnlich die Blumen begießen wollte. Gestohlen sind neben Silber und Wert- fachen anderer Art, Kleidungsstücke und Wäschestücke im Werte von ungefähr 1000 Mark. Ungefähr ebensoviel erbeuteten Klingelfahrer bei dem Rentier Löst in der Oderberger Straße 64, der mit seiner Frau spazieren gegangen war und bei dem Maschinenformer Heer in der Behmestraße 22._ Der Arbeiter-Sängerbund veranstaltet am heutigen Sonntag in Weißensee sein Sängerfest. bei dem zum ersten Male Frauenchöre mitwirken. Vermißt wird seit dem 22. Juli die Ingenieurs- Ehefrau Charlotte Woller, Potsdamer Straße 39 wohnhaft gewesen. Die Vermißte besuchte an diesem Tage ihre Kinder im Erholungsheim „Märkischer Jungborn" in Glienicke bei Hermsdorf, und begab sich zum Bahnhof Hermsdorf, um nach Berlin zu fahren. Sie ist jedoch bis jetzt noch nicht zurückgekehrt, sie leidet an Schwermut. Beschrieben wird sie wie folgt: 40 Jahre alt, anscheinendes Alter 30 bis 38 Jahre, 1,03 Meter groß, schlank, Gesicht eingefallen und rötliche Backen, kleiner Mund, dünne Lippen, spitzes Kinn, Gang und Haltung aufrecht, spricht Berliner Mundart. Bekleidet war sie mit weißer Bluse, dunkelblauem Rock mit großen grauen Knöpfen, kleinem gelben Strohhut sSchute) mit blauem Samtband, braunen Schuhen, weißer Unterwäsche gezeichnet vermutlich 0. W., braunen Strümpfen und trug eine schwarze Handtasche mit gelbem Bügel. Mitteilungen nimmt der XI. Kriminalbezirk und jedes Polizeirevier entgegen unter Nr. 2480 IV. 67. 14. vorortnachrichten. Lübars-Waidmann�lust. Unzulängliche Hilfe bei Unglücksfällen. Ein schrecklicher Unglücks fall ereignete sich in der Nimrodstraße. Der Kutscher Richard Zimmermann war dort mit dem Abladen von Kohlen beschäftigt. Plötzlich scheuten die Tiere und Z., der sich gerade bei den Pferden befand, wurde mit der Deichsel dergestalt gegen einen Baum ge- preßt, daß ihm der Brustkasten vollständig eingedrückt und eine Rippe gebrochen wurde, die sich in die Lunge einbohrte. Der Restaurateur Prange leistete dem Verunglückten die erste Hilfe und telephonierte an das Reinickendorfer Verbandskrankenhaus, man möge so schnell wie möglich einen Krankenwagen zur Ueberführung des Verletzten nach dort schicken. Von der Leitung dieses Krankenhauses erhielt er jedoch die Antwort, man verfüge über keinen Wagen, wolle jedoch sehen einen solchen zu beschaffen und werde ihn alsdann nach hier ent- senden. Eine halbe Stunde nach der andern verrann, bis man sich entschloß, einen Krankenwagen aus Tegel zu bestellen, der dann auch bald zur Stelle war, so daß die Ueberführung des Schwerverletzten nach dem obigen Krankenhause erfolgen konnte. Von dem Zeitpunkt des Unglücks bis zur Ueberführung ins Krankenhaus waren zwei und eine halbe Stunde verronnen. Der Umstand, daß ein modern sein wollendes Krankenhaus nicht einmal einen Krankenwagen zur Verfügung hat, ist eine Tatsache, die die schärfste Kritik herausfordert. Das Verbandskrankenhaus ist mit Unterstützung erheblicher Geld- mittel seitens der angegliederten Kommunen gegründet worden. Diese haben demnach ein Recht, zu verlangen, daß bei Erkrankungen oder Unfällen die erforderlichen Maßnahmen zur schnellsten Hilfe- leistung sofort getroffen werden können. Dieser Mißstand erheischt dringender Abhilfe und sollten die Kommunalbehörden die er- forderlichen Schritte zur Beseitigung derartiger, das Gemeinwesen herabwürdigender Verhältnisse unverzüglich einleiten. Neukölln» AuS der Magistratssitzung. Die Straße 16b soll einen 9 Meter breiten Fahrdamm und 2 je 6 Meter breite Bürgersteige erhalten.— Für die Aufbewahrungskästen und Schränke auf dem Jubiläums- spielplatze sollen folgende Mieten erhoben werden:»> für den Kasten pro Jahr 2 M., b> für den Schrank pro Jahr 6 M.— Mir der Neu« einteilung der Einkommensteuerbezirke nach dem Borschlage erklärt sich der Magistrat einverstanden. Es soll bei der Einteilung darauf Rücksicht genommen werden, inwieweit eine spätere Bebauung des Geländes die Einwohnerzahl von neuem verschieben wird.— Von dem Schreiben der städtischen Verkehrsdeputation Berlin über die Annahme des Vertragsentwurfs betr. Fortsetzung der Nordsüdbahn nach Neukölln nimmt der Magistrat Kenntnis.— Die Einteilung der Lahnstraße in einen 12,60 Meter breiten Fahrdamm und zwei Bürgersteige von 2 Meter und 4,50 Meter wird beschlossen. Lichtenberg. Männer- und Frauenchor. Die hier am Orte tagenden Gesang« vereine„Männerchor Boxhagen- Rummelsburg" und der„Lichten- berger Männerchor", haben sich am 1. Juli unter dem Namen „Männerchor Lichtenberg" vereinigt. Die Uebungsstunden finden jeden Freitag von 9—11 Uhr im Eafä Bellevue statt. Der ebenfalls angeschlossene Frauenchor hält seine UebungS« stunde DienStag von S— 11 Uhr im Cafs Bellevue, Hauptstr. 2, ab. Britz-Bnckow. Fcrienspiclc. Dienstag, den 28. Juli, vormittag? 10 Uhr: Ausflug nach der Treptower Spielwiese. Im Anschluß hieran, nach- mittags 4 Uhr, findet eine Extra- Kinovorstellung in der Treptower Sternwarte statt. Eintritt für Kinder 16 Pf., für Erwachsene 26 Pf. Hauptsilm:„Mit Schnellzug und Ozeandampfer von Berlin nach New Jork". Auch Erwachsene können daran teilnehmen. Nieder-Schönhause«. Eine sozialdemokratische Mehrheit hatte die letzte Gemeindever« tretersitzung aufzuweisen. Bon den 19 Gemcindevertretern waren 7 erschienen, darunter 4 Sozialdemokraten. Die Vertretung nahm zunächst Kenntnis von einer Mitteilung der Großen Berliner Straßenbahn, daß sie die von der Gemeinde gewünschten Verkehrs- Verbesserungen ablehnen müsse, unter anderem die Weilerführung der Linien 36 und 44, da die Notwendigkeit nicht anerkannt werden könne. Das Schreiben wurde einer scharfen Kritik unterzogen und beschloffen, nochmals mit der Direktion zu verhandeln. Em Gesuch des Geflügelzuchtverein Ntederschönhausen-West um Bewilligung eines Ehrenpreises wurde zurückgestellt. Der Anschaffung von Hitze- Merkblättern und Blättern für die Säuglingspflege wurde zu- gestimmt. Genosse Hellrich ersuchte den Gemeindevorstand, nachzuprüfen, ob die Notiz einer Berliner Zeitung der Wahrheit ent- spricht, daß ein großer hiesiger Betrieb seine sämtlichen Schmutz- wässer in die Panke leitet. Das Bauamt soll mit der Priffung beaustragt werden und in nächster Sitzung Bericht erstatten. In nichtöffentlicher Sitzung wurden 6364,73 M. Kosten für die Pflege- kinder und Krankenhausbehandlung niedergeschlagen. Adlershof. Ferienausflüge. Für Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahre sinder eine HalbtagStour und für die im Alter von 10 bis 14 Jahren eine Tagestour statt. Zu der Halbtagstour der- sammeln sich die Kleinen morgen Montag, den 27., mittags>/„1 Uhr, im Jugendheim. Bismarckstr. 31. Von dort Abfahrt nach Grünau und Molorbootfahrt nach Marienlust. Die TageStour findet am Donnerstag, den 30. d. M. statt. Die Kinder versammeln sich um VsjS llhr am„Süßen Grund" vor dem Bahnhof. Abfahrt nach Eich- Walde: von dort Wanderung nach der Berliner Schweiz. Fahrgeld brauchen die Kinder zu beiden Ausflügen nicht mitzubringen, da- gegen muß jeder Teilnehmer sich mit tüchtig Proviant und guter Fuß- bekleidung zum Marschieren versehen. Eichwalde. Kinderfest. Am Mittwoch, den 29. Juli, veranstaltet der Dahl- verein im Lokal von Witte ein Kinderfest, verbunden mit Kasperle- Theater, Waldspielen u. a. m. Jedes Kind erhält eine Stocklalerne gratis. Von 2 Uhr ab Kaffeekochen, anschließend daran musikalische Unterhaltung und Tanz. Billetts für Erwachsene 20 Pf., Kinder 10 Pf. Rowawe». Gcwcrkschaftskartell. Die letzte Sitzung nahm zunächst den Be« richt von der stattgefundenen Bautenkontrolle entgegen. Daraus sind lebhaste Klagen über mangelnden Bauarbeiterschutz zu ent« nehmen. Es fehlt vielfach an den nötigen Schutzrüstungen, an ge- nügenden Verbandskästen. Auch wird über unvorschriftsmäßige Bau« buden sowie Klosetts Beschwerde geführt. Es scheint also, daß die Baugewerks-Berufsgenoffeuschaft sich recht wenig darum kümmert, wie ihre sowie die baupolizeilichen Borschriften innegehalten werden. In der Diskussion wünschten die Delegierten der verschiedenen Bau- Handwerker-Verbände, daß die Bautenkontrollen öfter als bisher vom Kartell ausgeführt werden. Die Kartellfitzung erklärte aber, daß nicht allein die Bautenkontrollen hier Abhilfe schaffen können, sonoern die einzelnen Arbeiter müßten selbst mehr zur Behebung der Mißstände tun, indem jeder derartige Verstöße zur Kenntnis bringt. — In den BildungSausschuß wurden die Genossen Otto und Werner gewählt.— Der Bibliothek wurde ein außerordtzittlicher Bei« trag von 60 M. bewilligt. Gerichtszeitung. § 166. Der Z 166 Str.-G.-B. bedroht mit Gefängnis vis zu 3 Jahren,„wer dadurch, daß er öffentlich in beschimpfenden Aeutzerungen Gott lästert, ein Aergernis gibt" oder wer öffent- lich Einrichtungen einer Religionsgesellschaft beschimpft. Dieser Paragraph ist oft zur Verfolgung der Meinungsfreiheit angewendet. Unlängst ist eine„Gotteslästerung" auS ewem seit Jahren völlig unbeanstandeten Gedicht von Richard Votz in einem Urteil der Strafkammer beim Amtsgericht in Geeste- münde vom 11. Juni 1914 unter folgenden Umständen heraus- gelesen. Der Tischler Oskar Bode in Geestemünde ist seit Jahren aus der Landeskirche ausgetreten. Er lehnte eS ab, für sein Kind Religionsbücher anzuschaffen, da er Atheist ist und seine Kinder auch als Atheisten erziehen will. Die Behörde schaffte darauf auf seine Kosten die in der Schule gebräuchlichen Bücher, darunter das „Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche" an. Der Baler schrieb nun in dies Buch unter das Geleitwort„Auf Gott nur will ich bauen" folgendes Gedicht von Richard Voß ein, um bannt seinem Sohn kennttich zu machen, daß er an Gott nicht glaubt: Verlassen ist jeder Die Welten vernehme« Der auf den gewalttgen Die heilige Botschaft; Allmächtigen, helfenden, Sie glauben und beten Gott sich verläßt! Verzweifeln und sterben In prächtigen Kirchen Der Gütige, Liebende Verkünden die Priester Läßt hoffen und barre» Elenden Menschen Verzweifeln und sterben Den gütigen, helfenden,— Gott hilft ihnen nicht. Liebenden Gott. Die Verse wurden in der Schule von den Mitschülern gelesen» darauf wurde Strofantrag wegen Beleidigung des Rek« tors und des Lehrers gestellt. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß der Strafantrag nicht rechtzeitig gestellt- war. Darauf wurde nun nicht etwa das Verfahren eingestellt, wie eS das Gesetz verlangt, sondern der Angeklagte wegen»Gottes- l ä st e r u n g" zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Als uns ein Verhandlungsbericht zuging, hielten wir mit einer Veröffentlichung zurück, weil wir das Urteil für unmög- lich hielten. Jetzt liegt uns Abschrift des Urteils vor. In der Tat ist der oben geschilderte Fall zutreffend. Unbegreif- lich, wie Richter in den wiedergegebenen Versen eine„Läste- rung" oder gar eine in„beschimpfenden", das heißt besonders rohen und verletzenden Aeutzerungen erblicken konnten. Vor dem Reichsgericht kann ja das Urteil nicht aufrecht erhalten bleiben. Die Tatsache einer Verurteilung beiveist aber trotzdem von neuem, wie notwendig eine Beseitigung des§ 166 des Strafgesetzbuchs ist._ Mißhandlung eines Kindes. Eine empörend rohe Mißhandlung des eigenen wehrlosen Kindes lag einer Anklage gegen den Arbeiter Paul Luther zugrunde, der sich gestern vor der 3. Ferienstraf- kammer des Landgerichts unter Vorsitz des Landgerichts- direktors Seele rt zu verantworten hatte. Der Angeklagte ist der Vater eines jetzt achtjährigen Madchen» namens Elli. Er lebt seit einer Reihe von Jahren mit seiner Frau in Unfrieden. Zank und Streit waren an der Tagesordnung. Diese fortgesetzten Streitigkeiten führten dazu, daß die Frau schließlich mit dem Kinde Stube und Küche mieten wollte. Hierzu kam eS aber nicht, da der Angeklagte zu seinen Eltern zog. Im Frühjahr d. I. unternahm L. wiederholt Annäherungsversuche an seine Frau. Die's wurden abgelehnt. Als die Frau erfuhr, daß er sich, während sie den Tag über schwer arbeitete, Einlaß in die Wohnung verschafft habe, ließ sie das Wohnungsschloß ändern. Am frühen Morgen deS 11. Mai erschien der Angeklagte wieder vor der Wohnung seiner Eheftau, die gerade unterwegs war, um Einkäufe zu machen. Die allein anwesende achtjährige Elli. die gerade zur Schule gehen wollte, öffnete ihm die Tür. Der Angeklagte machte sich sofort daran, einen Abdruck von dem neuen Schlüssel zu nehmen um sich einen Nach- schlüssel anzufertigen. Als die Frau zurückkehrte und ihren Mann in der Wohnung sah, lief sie hilferuseirb die Treppe hinunter, da sie fürchtete, daß er über sie herfallen würde. Anscheinend auS Wut darüber, daß es ihm nicht gelungen war, sein Mütchen an der Frau zu kühlen, fiel der entmenschte Vater über das ruhig am Tisch sitzende unschuldige Kind her und brachte ihm mit einer Dreikantfeile einen tiefen Stich in hen Kopf bei. Nicht genug damit, warf er das jammernde Kind zu Boden und brachte ihm noch mehrere Stiche in den linken Arm und in die Seite bei. Nach diesem abscheulichen RoheitSakt lief L. auf den Treppenflur hinaus und brachte sich selbst hier mit der Feile mehrere Stiche in der Brustgegend bei Während sich seine Verletzungen als leichter Natur herausstellten, waren die des Kindes so schwer, daß die bedauernswerte, der blinden Rachelust ihres rohen Vater? zum Opfer gefallen« Kleine sofort einer Klinik zugeführt werden mußte, wo sie erst nach mehrwöchigem Kranken- lager wiederhergestellt werden konnte.� Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Jahren gegen den Angeklagten. DaS Gericht war der Ansicht, daß es im öffentlichen Interesse liege, wehrlose Kinder vor derartig viehisch rohen Mißhandlungen zu schützen. Trotz der bisherigen Un- bescholtenheit des Angeklagten habe das Gericht deshalb die vom Staatsanwalt beantragte Strafe von drei Jahren Gefängnis gegen ihn verhängt, weil es sich hier um eine nahe an versuchten Mord oder Totschlag grenzende ungeheuerliche Brutalität eines Vater? gegen sein eigenes Kind handele. Der Mädchenhändler und sein Opfer. Das tragische Geschick eines jungen Mädchens, deS Opfers emes Mädchenhändlers, wurde in einer Verhandlung vor dem Dresdener Amtsgericht aufgerollt. Da» junge, hübsche, kaum 17 Jahre alte Mädchen, Namens Anna Keller, wurde an einem Tag« im Monat Mai auf der Straße von einem Manne angesprochen, als eS den Auftrag hatte, für ihren Prinzipal eine Rechnung über IVO Mk. zu bezahlen. Der Fremde lockte das junge Mädchen zunächst in eine Konditorei und erzählte ihm, daß er für dasselbe eine glänzende Stellung in Breslau habe. Dort könne es viel Geld verdienen, ohne sich besonders anstrengen zu müssen. Als das Mädchen erwiderte, es habe zunächst Auftrag, für den Prinzipal 100 M. zu bezahlen, wußte der Mädchenhändler sein Opfer zu überreden, daS Geld zu unterschlagen. Er gewann einen solchen Einfluß über das Mädchen, daß es sich ohne Wider- streben in einen 5kaufladen führen und sich dort für 47 Mk. neu ein- kleiden ließ. Den Rest von S3 M. vom unterschlagenen Gelde steckte der Mädchenhändler ein. Dann ging es nach dem Hauptbahnhofe und beide bestiegen den Breslauer Zug. Unterwegs kamen dem Mädchen Bedenken, und es drang nun mit Vorstellungen in seinen Begleiter und verlangte zu wissen, welcher Art die ihr versprochene Stellung in Breslau sei. Alsbald kam ein furchtbares Erwachen über das kaum der Schule entwachsene �Aiidchen. Aus den Worten ihres Begleiters erfuhr es nun zu seinem Erschrecken, daß es für ein öffentliches Haus in Breslau bestimmt sei. Nun wollte es den Zug verlassen.— Als der letztere in Görlitz hielt, stieg sie aus. Der Be- gleiter ebenfalls. Noch einmal gelang es diesem, das Opfer in seinen Bann zu ziehen. Er brachte sie in Görlitz in eine Pension, wo sie sich auf fein Geheiß als„Schwester von Hohenthal aus dem Josephinen- stift in Dresden" eintragen mutzte. Der Penfionsinhaberin mußt« sie ferner angeben, daß ihr Vater sächsischer Rittergutsbesitzer sei und ihre Mutter aus dem adligen Hause von Schönberg stamme. Am anderen Tage kam der Mädchenhändler noch einmal in die Pension, um sein Opfer— zu verführen. Als er abgewiesen wurde, überließ er daS Mädchen feinem Schicksal. In seiner Verzweiflung schrieb cS nun an die Eltern, die das Kind dann zurückholten. Die Pensionsinhaberin, die eine Forderung über 180 MI. für Kost und Logis geltend machte, erstattete Anzeige wegen Betruges und falscher Namensnennung. Gegen das unglückliche Geschöpf war auch Straf- antrag wegen Unterschlagung von 100 M. gestellt worden. ES erhielt wtSgefamt 1 Monat Gefängnis und 2 Tage Haft. Der Mädchenhändler, der sich»Kurt Bauer" nannte, war und blieb verschwunden!. Darf ein Gerichtsvollzieher Sachen auf die Strasse setzen? Die Frage, ob ein Gerichtsvollzieher bei einer Exmission Sachen auf die Strasse setzen darf, hat dieser Tage das Kammergericht verneint. Der Gerichtsvollzieher Wrede in Apenrade hatte eine Mieterin nach Pfändung eines Teils der Sachen zu exmittieren. Die nicht- gepfändeten übrigen Sachen lieh er aus der Wohnung schaffen und in einer Länge von drei Metern auf dem Bürgersteig aufstellen. Dort blieben sie geraume Zeit stehen, da die exmittierte Frau kein Geld hatte, sie fortschaffen zu lassen. Der Gerichtsvollzieher wurde wegen Uebertretung der Apen- rader Stratzenpolizeiverordnung vom Landgericht in Flensburg der- urteilt, weil er Sachen auf der öffentlichen Straße aufgestellt habe, die den freien Verkehr behindert hätten. Der Gerichtsvollzieher hätte, zumal ihm die Frau gesagt hatte, daß sie kein Geld habe und die Sachen nicht fortschaffen lassen könne, anstatt die Möbel einfach auf die Straße zu setzen, sich an den Gläubiger wenden müssen. Der Angeklagte legte Revision ein. Er machte geltend, daß er kraft der für ihn geltenden Vorschriften berechtigt gewesen wäre, die Sachen auf die Straße zu stellen. Das Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten mit der Maßgabe, daß die Verurteilung nicht aus der Apenrader Stratzen-Polizeiverordnung auszusprechen sei, sondern aus§ 360 Ziffer 9 d«S Strafgesetzbuches, wonach sich strafbar macht, wer aus öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder Wasserstraßen Gegen- stände, durch welche der freie Verkehr gehindert wird, ausstellt, hinlegt oder liegen läßt. Gründe: Die Apenrader Strahen-Polizei- verodnung sei ungültig, weil im nichtamtlichen Teil der Zeitung publiziert; es könne aber gleich aus dem§ 366 Ziffer 9 des Straf- gesetzbuchs das Urteil aufrecht erhalten bleiben, da es sich um denselben Tatbestand handelt. WaS die grundsätzliche Seite der Sache angehe, so irre der Gerichtsvollzieher mit seiner Ansicht. Der Gerichtsvollzieher stehe nicht außerhalb des Gesetzes. Auch er müsse die für den Verkehr auf öffentlichen Wegen und Straßen gegebenen Vorschriften beachten. Wenn er sich dagegen vergehe, dann sei er strafbar. DaS sei aber hier ohne Rechtsirrtum fest- gestellt. Somit war er zu verurteilen. Ms aller Welt. Menschenopfer. Ein Unfall, dessen Tragweite zurzeit noch nicht abzusehen ist und der so recht zeigt, mit welcher Leichtfertigkeit in kapitalistischen Großbetrieben Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden, hat sich am Freitag, den 24. Juli, im Messingwerk in Heegermühle ab- gespielt. Die Firma verwendet zur Herstellung ihrer Halbfabrikate Messingabfälle, die allen möglichen Unrat enthalten. Besonders viel kauft sie auch Abfälle, die wahrscheinlich aus Patronenfabriken. stammen. Daraus erklärt sich auch, daß sich im Abfall— man sollte eS nicht für möglich halten— scharfgeladene Patronen befinden. Besonders viel ist immer von den Gießcreiarbeitern dar- über geklagt worden, daß es in den Gießtiegeln oft ganz bedenklich knattere. Mancher Gießereiarbeiter hat schon mit herumschwirren- den Projektilen recht unsanfte Berührung gemacht. So auch am Freitag. Der Arbeiter Walter Schmidt, ein junger Mann, hatte erst vor kurzer Zeit einen G ch u ß in das Bein erhalten. Der Arzt konnte damals nichts mehr finden, obwohl der Mann immer noch Schmerzen verspürte. Es ist uns berichtet, daß in diesen Tagen ein Stück Messing aus dem vamals verletzten Bein herauSgeschwört ist. Sch. wurde nun aip Freitag erneut von einem herumfliegenden Projektil getroffen. Diesmal ziemlich unglücklich an den Kopf, so daß er von dem zur Verbindung zugezogenen Arzt per Auto nach dem Krankenhaus geschafft werden mußte.— In dieser Gießerei des Werks herrschen, auch sonst Zustände, die jeder Be- schreibung spotten. Erst in diesen Tagen sind nach uns zuge- gangenen Berichten an einem Tage sechzehn und an einem anderen Tage zwölf Mann infolge der unsanitären Verhältnisse schlapp geworden und mutzten die Arbeit aussetzen. Daß die Zustände so haarsträubend sind, hat seine Hauptursache in der mangelhasten Organisation des Werks, wodurch die Arbeiter außerstande sind, bessere Zustände zu schaffen. Vielleicht tragen diese Vorfälle dazu bei, die Arbeiter aufzurütteln und sie der Organisation zuzuführen. Kein Juristendeutsch. DaS Königliche Amtsgericht Heinrichswalde(Ostpr.) schreibt unS: In Nr. 179 des„Vorwärts" befindet sich folgender Artikel: „Prachtvolles Juristendeutsch. In einer ostpreußischen Gerichtsschreiberei ist folgende Klage angefertigt worden: Heinrichswalde, den 5. 2. 14. Klage des Besitzers A. S. 1 in T. gegen den Besitzer H. K. in L. Streitwert fünf Mark. Der Beklagte hat im Sommer bei meinem Eber fünf Säue gedeckt; hierfür beanspruche ich a 2 M.— 6 M. Eine Mark habe ich erhalten; mithin verschuldet mir derselbe(also der Eber!) nur noch fünf Mark. Beweis: Eid bezw. Eideszufchiebung. Ter Beklagte wird also der widernatürlichen Unzucht be- schuldigt, und dem Eber wiÄ nachgesagt, daß er dem Kläger fünf Mark schulde. Wirklich, ein prächtiges Deutsch. Und da wird den Leuten immer von den Behörden gesagt, sie sollten ihre Klagen nur nicht von Arbeitern und Parteisekretären anfertigen lassen, denn die Gerichtsfchrerbereien wären darin viel kundiger.. Die bezeichnet« Klageschrift ist n i ch t in der Gerichtsschreiberei angefertigt worden. Sie wurde vielmehr von einem Geschäftsagenten dem Gericht eingereicht. Die GerichtSfchreiberei des Kgl. Amtsgerichts in Heinrichswalde will also nicht berühmt werden. Sie lehnt bescheiden ab, diese Perle von Juristendeutsch vor die gedeckten Säue des Beklagten geworfen zu haben. Ei« obskurer Geschäftsagent solls getan haben. Schade, daß man seinen Namen nicht kennen lernt. Wie er sich räuspert und wie er spuckt, hat der Mann dem juristischen Amtsschimmel doch prächtig abgeguckt. Der Caillaux-Prozest. Pavis, 25. Juli. In der heutigen Sitzung verlas der Verteidiger Äabori einen Teil der intimen Briefe. In diesen Briefen, die bei den Zuhörern eine gewisse Enttäuschung hervorriefen, spricht Caillaux u. a. seiner gegenwärtigen Gattin, die damals die Frau des Schriftstellers Leo Clareti« war, fein« heiße Liebe aus. Er erklärt ferner, daß er die Absicht habe, von der Kandidatur für die Kammer- wählen im Jahre 1910 abzustehen, da er einen Skandal befürchte, Nach der Verlesung der Briefe fiel Frau Caillaux in Ohnmacht. Sie mußte aus dem Saal getragen werden. Jugendveranstaltuvse». vkenkSlln. Unsere Spiele finden von jetzt ab an folgende» Tagen auf den städtilchcn Plätzen statt: Montag, Geggerstrakc; DieyStag, Grenz- alle«: Mittwoch. G-Vgerstratze(nur für Hockctzspiel reserviert): Donnerstag, Grenzallee. Die Spiele beginnen um 7 Uhr. ßrauen-Lefeabenöe. Alt-Glienicke. Morgen Montag im.Fugendheim", Rudotver Str. 54: Vortrag. Bohnsdorf. Morgen Montag 8'/, Uhr in der Villa Kahl, Inhaber Baloszer. Gharlottenburg. Der Leseabend fällt im Monat Fult au«. Allgemeine Fainiliensterdckasse. Heute Sonntag, den 28. Fuli, Zahl- und Ausnahmetag von 3--V Uhr, Ackerslr. 122 und Buckower Str. 14 im Restaurant._ Sriefkaften üer Neöaktkon. wie lurtfttsche«»rechstwtdc findet Linde« st rage 69, dorn vier Treppen — gaprstuhl—> wolpentüglwi von 4� dts 7 Vi Uhr abends, Sonnabends, von Vi bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briestasten dcsummten Anfrage ist»in Buchsiade»nd eine Zahl als Mertzetchc« betznfägcn. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen tciue AbonnementSguittnng beigefügt ist, werben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprcchstnnbe vor. Rr. 501. Die Höhe de? Verdienstes ist nicht ausschlaggebend. Ss ist in der Regel ärztliches Gutachten matzgebend.— SS». 4>i. 1. Der Wechsel muß bis zum dritten Tag- protestiert sein. Der Fälligkeitstag rechnet mit. 2. Am billigsten erhalten Sie entsprechende Formulare in jeder größeren Buchhandlung.— M. B. 30. Daraus können wir uns nicht einlassen. Wir stellen anbeim, stch an einen Rechtsanwalt zu wenden. — A. D. 35. Ein solcher Vertrag könnte als nichtig und als Schein- vertrag angesehen werden.— Wl. III 1. Das ist abhängig von dem Willen der Mutter. 2. Rein. Der Vater hat einen Ersatzanspruch, event. an die Wirtin. sallS diese bei Herausgabe der Schlüssel Kenntnis von der Abficht der Mutter gehabt hat. 3. Kaum zu erreichen. 4. Eine solche Ver- pflichtung besteht nicht. Ob die Tochter Unterstützung zu zahlen berpflichiet ist, hängt von der Höhe ihres Einkommens, das«ic nicht angeben, ab. 5, Rem. 6. Eine solche Verpflichtung hat die Stadt Merseburg nicht. Wenden Sie flch jedem) nochmals an den Magistrat.— O. R. 9. Nein. — K. L. 175. Der Schuldschein ist stempelflichtig. Die Frist zur Ver- stempelnng beträgt 14 Tage. Die Richtverwendung des Stempels macht die Urkunde aber nicht ungültig.— K. F 100. Ohne genaue Slngabe des Schuldgruudcs nicht zu beantworten.— M. L. 1000. 1. In der Regel nicht. 2. Der Scheidungsklage muh erst eine Klage auf Wieberbcrstellung der ehelichen Gemeinsmast vorangehen. Zwischen Rechtskrast des aus Wiederherstellung lautenoen Urteils und der Erhebung der Scheidungsklage muh ein Zeitraum von einem Jahr liegen, falls die Frau in diesen: Zeit- räum nicht zurückkehrt.— Marta 14. Beantragen Sie Erlaß bezw. Er- Mäßigung der Steuer bei dem Vorsitzenden der VcrcmiaglUlgSiommission. Sie persönlich hasten für die Steuer nur in dem Verhältnis, in dem Ihr veranlagtes Einkommen zu dem Gesamteinkommen steht. — Buchmacher. Von dem Urteil ist unS nicht? bekannt. Wir hatten eine solche Handlung für strafbar.— M. D. 47. Ja. Sie haben jedoch, wenn Ihren Sohn nicht die alleinige oder übe: wiegende Schuld trifft, einen Ersatzanspruch.— ABOT 10Ö.„Fränkische Tagespost", Nürnberg, Breite Gasse 25/27.— Franz 18. 1. Hohenlychcu liegt an der Grenze zwischen Mecklenburg und Brandenburg. 2. Vom Stetliner Bahnhof bis Ebers- Walde, dort umsteigen und mit der Bahn nach Fürstenberg(Mecklenburg) weiterfahren. Fahrpreis 3. Klasse 3.— M. Oder direkt nach Fürstenberg und von dort nach Hobenlpchcn.— N. Stzi. Buch Hiob.— D. 4. Nein. R. K. 88. 1. Ja. 2. Die Hülste, ausgenommen die HausbaltungS- gegenstände, die der Witwe sämtlich verbleiben.— M. B». 99» Nein. — S. 3. Lortzing._ Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zentral-Markthallen.(Ohne Berbindlichreit.) Sonnabend, den 25. Juli. Fleisch: Rindffeisch per 50 K? Mark: Ochsenfleisch I» 71-83, do. IIa 67—70, do. lila 58-67; Bullenflcffch I» 68—78, do. IIa 63-67; Küb«. jett 42—55, do. mager 38—44, Fresser 55—62, do. dän. 50—58; Bullen, dän. 50-65. Kalbfleisch: Doppellender 105—130; Mastkälber la 90—100, do. IIa 77—39; Kälber ger. gen. 43—82. Hammel- fleisch: Wastlämmer 90—95; Hammel la 76—89, do. II» 71— 78, do. austral.—,—; Schafe 76—82. Schwcinefleffch 54— 59.— Eier: Landeicr Schock 3.50-3,90; Trinkcier 4,00— 4,20— B utter: Möttereibutter per 50 kg 95—110; Landbutter 80— 90.— Gemüse, inländisches: KartoMn, neue weiße Magdeb. 4,50—4,75, blaue do. 5.00—5,50, weiße Kaiserkronen 3,75— 4,00, Rosen 4,75—5,25; Ponte Schock 0,50—1,00; Spinat 50 kg 10,00—15,00; Schoten 8,00—12,00; Mohrrüben 50 kg 3,00—4,00; Bohnen 60 kg 2,00—5,00; Champignon 50 kg 30,00—35)00; Kohlrabi Schock 0,50—0,80; Wirsingkohl Schock 3,00-6,00; Weißkohl Schock 3,00-6,00, Rotkohl. Schock 3,00-6,00; Blumenkohl, Erfurter 100 Stück 4,00—20,00; Meerrettich Schock 3,50—12,00; Peterftlianwurzcl Schockbund 1,00— 3,00; Radieschen Schockbund 0,70—1,00; Salat Schock 1,06—2,00; Zwieboin, 50 kg 8,00-10,00; Tomaten 50 kg 10-15; Pfefferlm» 25,00-35,00; Puffbohnen 50 kg 7,00—10,00. Ausländisches. Tomaten, italienische, 50 kg 4— 10; do. sranzöstsche 8,00—12.00; Blumenkohl, holländischer la 100 Stück 10,00-40,00, Zwirbeln, ägyptische 50 kg 00,00-00,00, do. iial. 7,00- 8,00, do. ungarische 6,00—8,00, do. Maila 13,00— 16,00; Gurken, Holl. 100 Stück 4,00—10,00, do. do. Einlege-, Sack(zirka 5 Schotft 5,00 bis 8,00.— Obst«.Südfrüchte. Kirschen 50 kg GiaS- 12,00-18,00, saure 12,00—15,00, Thüringer 3,00—8,00, ichlesische 6,00—14,00, 23 erb ersehe saure 10,00—12,00, do. Natten 18,00—35,00; Aepfe!, itaL, 50.kg 16,00 bis 20,00; ungarische, 12,00—20,00; Birnen, italienische 60 kg 10,00—18,00, do. CoScie 24,00—28,00, französische 10,00—16,00; Tiroler Muskateller 10,00—18,00; hi»st,e 8,00—10,00; Pflaumen. stalionffche 12,00—28,00; Stachelbeeren, reise, hiesige, 50 kg 2,00—5,00; Himbeeren, 50 kg 30,00—35,00, Preß- 28,00—30,00; Johannisbeeren, hiesige 60 kg 8,00—11,00; Blaubeeren 50 kg 25,00-36,00; Aprikosen, italienische, 50 kg 15,00-24,00, französische 10,00— 28,0a ungarische 2,00—12,00; Pfirsiche, ital 15,00—50,00, französische 15,00—50,00; hiesige 20,00— 25,00. Weintrauben, siztlianische Rilazzo 50 kg 26,00— 32,00, Algier 24,00—82,00; Bananen, Jamaika 50 kx 14,00—16,00, kanarffche 50 kg 6,00—17,00; Erdnüsse 50 kg 28,00—30,00; Walnüsse, grüne 50 kg 10,60—12,00: Zitronen, Messina 500 St, 8,00—12,00, 300 SM 8,00—18,00, Messina 360 Stück 6,00-14,00, Messma 160 Stück 6,00—10,00. IBttterungSaberffcht vom LS. Juli 1914. «tattonen Swinomde. Hambnrg ~ erlin -nki.a.M ünchcn Wien Frl Mi «tationen Haparanda Petersburg Scilly Aberdeo» Paris 743 W 756 HW Setter bedeckt wollig «bedeckt Äbedeckt Wetterprognose für Sonntag, den L«. J«N 1914. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, aber noch sehr veränderlich mit leichten Regensällen und ziemlich ledhasten westliche» Winden. Berliner W e t t e r b«r ka u. Wetterausfichten für da? mittlere Moutagmittag: Noch überall ziemlich kühl, dewöllt mit öfter wiederholten, im Küstengebiete starken, schwächeren Regenfüllen, später im SüSweften bcglmumde Aufheiterung und Erwärmung. ''Wasserstands. Nachrichte« der LandeSanfialt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Detterbureau Wasserstand Kemel, Tllfit B r e g el, Jnsterburg Weichsel, Thor» Oder, Ratibor , ftrossen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Bordamm Elb«, Leit:nerttz , DreSde« , Barbv . Magdeburg ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.— st Unterpegel. Verkäufe. 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