Mr. 208. flbonnementS'Redlngungen: tthomtcmenlä- Preis tiränumctanb»: Vierteljährl. 3,30 MI, monatl. 1,10 ZA, wöchentlich 28 Pfg. frei WZ HauZ. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntag»- nummer mit illustrierter SonntagZ- Vellage.Die Neue Weit» 10 Pfg, Post. Abonnement: 1,10 Mari pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungZ- Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Mark, für da» übrige Ausland < Mark pro Monat. PostabonnementZ nehmen an: Belgien, Dänemark, öolland. Italien, Luxemburg, Portugal, Wien, Schweden und die Schweiz. krlcheloi tZgllch. 31» Jahrg» Verlinev Volk5»blclkt. Die InlertionS'Gcböffr betrügt für die fechsgefpallene Kolonel- zelle oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkfchafiliche Verein»- und VersnmmiungS-Anzeigen M Pfg. „Kleine Hnzeigen", da» fettgedruckte Wort 20 Pfg. fzuläfsig 2 fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan» zeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort ö Pfg,»orte über 15 Buch, staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abend» geöffnet, Telegramm- Adreffe: »Sopiillilcmolirz« Btrlin'*, ZcwXyuXoyquw der Ibzialdemokratifchcn Partei Deutfchlands. Redaktion: SRI. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Rmt Moritzplatz, Nr. 1983. Sonntag, den Ä. August 1914. Expedition: SM. 68» �.indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984» ZW Z«5« elW MWWW MM» Ml Paris, 1. August. Gestern abend gab ein gewisser Raoul Billain in einem Kaffeehaus mehrere Revolverschüffe auf deu Sozialistenführer Jaurös ab. JauröS wurde am Kops getroffen und starb bald darauf. Der Mörder ist 29 Jahre alt und Sohn eines Schreibers am Zivilgericht in Reims. Paris, 1. August. Jaurös saß mit einigen Freunden' im Caf6 Croissant in der Nähe einer Nische, die auf die Straße führt und mit einem Borhang abgeschlossen war. Plötzlich erschien hinter diesem Borhang eine Hand und ehe Jaurös eine Bewegung machen konnte, wurde er von zwei Kugeln in den Kopf getroffen und sank um. Der Täter wurde einige Augenblicke später verhaftet; er weigerte sich, seine Personalien anzugeben. Man fand bei ihm zwei Revolver und eine Karte, aus der hervorging, daß er die Louvreschule besuchte. Paris, 1. August. Die Behörden und Aerzte kamen sofort nach dem Attentat auf I a u r 6 s am Tatort an. Die Aerzte konnten nur den Tod feststellen. Die Behörden ver nahmen die Personen, die bei der Tat zugegen gewesen waren. In den Straßen herrschte ungeheure Aufregung. Es wurde Vive Jaures! gerufen. Ein furchtbarer Schlag hat die internationale Sozialdemo- kratir, die Arbeiterklasse aller Länder mitten ins Herz ge- troffen. Ter geliebteste Führer des französischen Proletariats, die mächtigste und einflußreichste Persönlichkeit der sozialisti- schen Internationale, Jean Jaurhs ist von ruchlosen Händen eines nationalistisch verhetzten Mordbuben meuch- lings erschossen worden. Der heraufziehende düstere Brand des allgemeinen Völkermordes und Kulturmordes, verkündet sich würdig durch ein tolles Verbrechen, vollzogen au dem edelsten der Menschen, an dem Träger der höchsten Mensch- heitsideale, an dem Vertreter der feinsten Geisteskultur des Jahrhunderts. Jauräs kam zur Sozialdemokratie von der bürgerlichen Temokratie, er kam als reifer Mann, als sein Name bereits vom Glanz seiner unvergleichlichen Rednergabe und vom mächtigen politischen Einfluß seiner Persönlichreit erstrahlte. Doch offenbarte sich gerade an ihm wieder, daß der Sozialis- mus heutzutage die einzige Zufluchtstätte für alle wahrhaft großen Geister und warmfühlenden Herzen ist. Es zeigte sich, daß die verfallende bürgerliche Welt keine Heimat mehr sein kann für kühne und schöpferische Persönlichkeiten, die erst in der heißen historischen Werkstgtt der Zukunft, im Lager des ringenden Proletariats ihre Geistesgabcn entfalten und ihre glühende Seele befriedigen können. Jaures kam zu uns als bürgerlicher Ideologe, der den Sozialisnnis nur für die letzte logische Konsequenz des bürger- lichen Republikanismns hielt und die Unerschrockenheit be- 'aß, seine republikanischen Ideen zu Ende zu denken. Noch im Jahre 189« legte er in glänzenden Reden im französischen Parlament dar, daß sich das sozialistische Gesellschaftsideal direkt aus den repilblikamschen Staatseinrichtnngen ergebe. Mit dieser ideologischen Auffassung blieb er eine Zeitlang noch innerlich ein Fremdling im Lager des französischen Sozialismus, der bereits durch Guesde und Lafargue auf den historisch-materialistischcn Boden der Marxschen Lehre aufgebaut war. Aber Jaures war eine lebhafte, umfassende, rastlos arbeitende Intelligenz. Indem er innner mehr mit der Arbeiterbewegung verwuchs, sich ihr mit Leib und Seele er- gab, wuchs er innerlich und schwang sich immer mehr zum geborenen Führer des Proletariats auf, Tie beiden Fähig- keiten des politischen Führers, wie ihn die aufstrebende Arbeiterklasse in ihrer historischen Mission braucht, besaß Jaurös in höherem Maße als irgend ein Lebender: die Fähig- keit, Massen zu sammeln, zu vereinigen, zu organisieren, und die Fähigkeit, zu handeln, die Massen zur Aktion zu belvegen. Durch beide Fähigkeiten trat er im französischen Volksleben zuerst in den Vordergrund, als er lvährend der Dreyfusaffäre die Losung der sozialistischen Einigung gegenüber dem alten wirren Fraktionshader der französischen Arbeiterparteien auf den Schild erhob und zugleich das ganze Gewicht der sozia- listischen Arbeiterklasse gegen die klerikal-militaristische Re- aktion mit entschlossener Hand in die Wagschale warf. Ihm verdanken wir die sozialistische Einigung in Frankreich, für die er nicht bloß durch seine mächtige Feder und Stimme jähre- lang unermüdlich Tag für Tag wirkte. Wir verdanken sie auch der wunderbaren Disziplin und großmütigen Be- fcheidenheit, mit denen Jauräs sich den Beschlüssen des Amsterdamer, internationalen Kongresses und den Einigungs- bedingungen der Bebclschen Resolution im Sinne des revolw tionären Marxismus fügte, nachdem er im Kampfe gegen sie unterlegen war. An der Spitze der geeinigten französischen Arbeiterpartei, neben den alten Führern Guesde und Vaillant und mit ihnen nn Bund machte Jaurds eine andere Idee zum Leitmotiv seines Wirkens: die Verbrüderung des französischen und des deutschen Volkes zum gemeinsamen Kampfe gegen die Bar barei des Militarismus. Er war es, der den Mut und die Kraft besaß, der Revancheidee des französischen Chauvinis mus, die 3V Jahre lang wie ein Alb auf Frankreich lastete, offen den Krieg zu erklären und sie in glänzendem Treffen aufs Haupt zu schlagen. Er war es, der die Aussöhnung des frauzösischan und des deutschen Volkes zu gemeinsamer sozia- listischer Kulturarbeit mit der ganzen gewaltigen Macht seines Wortes unerniüdlich predigte und das Wutgeheul der natio- nalistischen Meute übertönte. Ihm danken wir es in erster Linie, daß heute trotz aller Provokationen der säbelrassclnden Diplomatie sich uns aus Frankreich Millionen Bruder- Hände entgegenstrecken und gemeinsam mit uns dem Kriege den Krieg erklären. Jaurds kämpfte für die deutsch-französische Verbrüde- rung noch in anderem Sinne. Es war das höchste Ziel seiner Wünsche und seines Strebens, den geistigen Ausgleich zwischen den besonderen Fähigkeiten der Arbeiterschaft seines Vater- landes und der unserigen herbeizuführen, den französischen Arbeitern den Sinn für deutsche Organisation und Disziplin beizubringen� die deutschen Arbeiter mit der flammenden Aktionsfähigkeit des französischen Proletariats zu durch- dringen. Er wurde nicht müde, den Arbeitern seines Landes das Beispiel der deutschen Sozialdemokratie und ihr syste- matisches Bauwerk der Organisation zur Nachahmung zu empfehlen und sein Wirken blieb auch auf diesem Felde nicht früchtlos: mit Bewunderung muß man die tüchtigen und ernsten Ansätze, die schönen Fortschritte unserer Bruderpartei jenseits der Vogcsen auf dem Gebiete der Organisation aner- kennen. Aber auch die deutschen Arbeiter haben die Hoffnung Jaurds' nicht getäuscht. Es war in der letzten Sitzung des Internationalen Sozialistischen Bureaus in Brüssel, �wo die Vertreter aller Länder gemeinsam berieten, wie das klassen- bewußte Proletariat dem drohenden Verbrechen des Welt- krieges ihren entschiedenen Widerstand entgegensetzen sollen. Da kam, mitten in den wüsten Nachrichten über die diploma- tischen Ränke und die Kriegshetze der blutdürstigen„patrio- tischen" Preßmeute ein Telegramm aus Berlin, das wie ein heller Lichtstrahl in die Sitzung fiel: Tie Nachricht über die Friedensdemonstrationen der Berliner sozialdemokratischen Arbeiterschaft am 28. Juli. Wie strahlte da stolz das Auge Jaurds, wie erhellten sich seine markigen Züge! Abends sprach Jaurds in der grandiosen Temonstra- tionsversammlung der Brüsseler Arbeiter im Zirkusgebäude. Tausende und aber Tausende Männer und Frauen drängten sich unten und bis zur höchsten Galerie, ein wogendes Meer von Köpfen, alle Augen gerichtet auf den Mann mit dem ge- waltigen Kopf auf den mächtigen Schultern, der mit seinem brausenden Organ und seinen erhobenen geballten Fäusten die Mauern zu erschüttern schien. „Ich, der ich meinLebtag in meinemLande die Wahrheit laut sagte— sprach Jaures— ich habe jetzt das Recht, vor Europa für mein Land Zeugnis abzulegen. Ich erkläre feierlich, daß das französische Volk in dieser Stunde der Kriegshetze und der Provokationen völlig und restlos, ohne Hintergedanken und ohne Rückhalt, ehrlich und heiß den Frieden will und ihn zu erhalten wünscht. Sollten morgen die Würfel fällen und Rußland sich in den Krieg stürzen, dann erklären die fran» zösischen Arbeiter: für uns existieren keine staatlichen Geheim- Verträge, wir kennen nur den einen offenen Vertrag— mit der Menschheit und mit der Kultur! Aber diesmal sind wir nicht allein. Wie viel mal haben uns, haben mir speziell, der ich für die Aussöhnung mit Deutschland kämpfte, unsere Chauvinisten entgegenhalten: ja, wo ist denn die Friedens- liebe des deutschen Volkes? Sie fordern von uns Franzosen, daß wir unserer Regierung in den Arm fallen, aber die deutschen Arbeiter rühren sich nicht, �sie lassen ihre Kriegshetzer gewähren, sie leisten ihnen keinen Widerstand. So rief nian mir unzählige Male zu und hielt uns bösen französischen Sozialisten die braven deutschen Sozialdemokraten als Muster vor. Nun, dieses falsche Gerede ist zum Schweigen gebracht, dieser falsche Schein ist zerrissen. Die Berliner Arbeiter haben gleich den Pariser Arbeitern auf der Straße ihre Stimme gegen den Völkermord erhoben. Die deutsche Sozialdemo- kratie hat der Welt gezeigt, daß sie nicht bloß einen mächtigen Körper bildet, sondern daß in diesem Körper eine starke Seele und eine kühneTatkraft wohnt, die in schwerer Schicksalsstunde mit Tonnerwort sich vernehmlich machen kann. Und ich sage Ihnen, noch nie hat die deutsche Sozialdemokratie, die sich schon so viele Verdienste vor dem internationalen Proletariat erworben hat, einen so großen Dienst der Sache der Mensch- heit geleistet, als jetzt, indem sie gezeigt hat, daß sie ein aktionsfähiger, mächtiger Faktor im Leben des Landes ist. Ich danke den Berliner Arbeitern im Namen der französischen Proletarier und ich schwöre, daß wir ihnen weiter in dem entschlossenen Kampfe gegen den Attilaritt. der wilden Kriegs- rotten brüderlich zur Seite stehen werden— treu bis in den Tod!" Das war die letzte Rede seines Lebens. Jaures hielt Wort. Er blieb der Sache der Völkerverbrüderung treu bis in deu Tod, er fiel, als ihr erstes Opfer, mit seinem edlen Blute besiegelte er den Bruderbund des französischen und des deutschen Proletariats. Tie bürgerliche Presse, die über die Ermordung des öfter- reichischen Erzherzogpaares vor heiserer Wut und kreischender Entrüstung in Krämpfe fiel, registriert kühl und gelassen die Ermordung eines Fürsten im Reiche des Geistes, dessen Leben in der Kulturgeschichte mehr wog, als eine Legion von Erz- herzogpaaren, und dessen Schatten im Pantheon der Mensch- heit neben den Größten ragen wird, wenn man die heiteren Spiele der Monarchie und die Schrecken der Kriege wird längst vergessen haben. Arbeiter Deutschlands, Eure Tatkraft, Euer erster An- lauf zum Kampfe gegen die Schrecken des Weltkrieges waren die letzte Huldigung, die Ihr dein gefallenen Kämpfer dar- gebracht habt. Senkt die Fahnen am Grabe Jean Jaurds'— nein, ergreift die Fahnen und eilt vorwärts, mit seinen Worten auf den Lippen: Treu der Verbrüderung mit dem französischen Volke, treu der Sache des Friedens, treu dem internationalen Sozialismus b i s! n d e n T 0 dl. Die deutsche Serlin, öen 7. August, nachmittags 5 Uhr 75 Minuten, T. S.) Oer Kaiser hat üie Mobilmachung öer gesamten Seutschen Streitkräfte angeordnet. Bedeutet die deutsche Mobilmachung den Krieg? Noch ist die Kriegserklärung nicht erschienen, ja, noch sind nicht einmal die diplomatischen Beziehungen zwischen Teutschland und Rußland abgebrochen. Noch also besteht eine letzte schwache Möglichkeit auf Erhaltung des Weltsriedens. Hebt doch auch das„M i I i t ä r- W o ch c n b l a t t" in seiner letzten Nummer hervor, daß„eine Mobilmachung n i ch t n o t- wendigerweise den Krieg im Gefolge haben muß; sie kann als äußerste Vorsichtsmaßregel angeordnet werden, wie z. B. 1912 von Oesterreich-Ungarn". Und wenn auch nach der ganzen EntWickelung der Tinge die Hoffnung auf eine Verständigung der Mächte im letzten Augenblick nur eine äußerst minimale ist, so ist es doch die heiligste Pflicht aller sich ihrer Verantwortung bewußten Politiker, noch bis zur allerletzten Sekunde nichts unversucht zu lassen, um die ungeheuerlichen, in ihrer ganzen Verhäng- nisschwere noch ganz unabsehbaren Folgen eines Weltkrieges von Europa und dem eignen Vaterlande abzuwenden. Daß die diplomatischen Beziehungen noch nicht abgebrochen sind, darf denn wohl auch als Beweis gelten, daß die deutsche Regierung unsere Auffassung teilt, daß die Maßnahinen für die deutsche Kriegsbereitschaft nicht unbedingt den furchtbaren Zusammenstoß nach sich ziehen müßten. Und nichts entspräche in der Tat mehr dem heißesten Sehnen des Volkes, des deutschen Volkes und aller Völker, als wenn im letzten Augenblick das Schwert wieder in die Scheide gestoßen und das Friedensbanner entrollt würde. Die amtliche„Nordd. Allg. Ztg." bringt in einer Sonderausgabe eine Darstellung des Konfliktes. Ueber die militärische Seite der Sache heißt es da, daß schon ain 26. Juli zuverlässige Meldungen über russische Mobilisierungen vorgelegen hätten, daß aber immer wieder und noch am 29. Juli der russische Generalstabschef deni deutschen Militär- attachee versichert habe, daß nur die auf Oesterreich gerichteten Militärbezirke mobilisiert würden. Das amtliche Organ gibt dann über die Verschärfung der Krise, die zur Anordnung der deutschen Mobilisation führte, solgenbe Darstellung: „Am 2 9. Juli ging ein Telegramm des Zaren an den Kaiser ein, in welchem er die inständige Bitte aussprach, der Kaiser möge ihm in diesem so ernsten Augenblick helfen. Er bitte ihn, um dem Unglück eines europäischen Krieges vorzubeugen, alles ihm mögliche zu tun, um den Bundesgenossen davon zurückzuhalten, zu- w e i t zu g e h en. Am selben Tage erwiderte der Kaiser in einem längeren Telegramm, daß er die Aufgabe des Vermittlers auf den Appell an seine Freundschaft und Hilfe bereitwillig übernommen habe. Dementsprechend wurde sofort eine diplomatische Aktion in Wien eingeleitet. Während diese im Gange war, lief die offizelle Nachricht ein, daß Rußland gegen Oesterreich-Ungarn mobil machte. Sofort -.hierauf wies der Kqiser dcir.Zaren jw einem w e i t e r, e n Tel e- gramm darauf, hin, daß durch die.russische Mobilisierung gegen Oesterreich-Ungarn seine auf Bitten des' Zaren" über- nommene Vermittlerrolle gefährdet, wenn nicht unmöglich gemacht würde. Trotzdem wurde die in Wien eingeleitete Aktion fortgesetzt, wobei von England gemachte, in ähnlicher Richtung sich bewegende Vorschläge von der Deut- schen Regierung lvarm unterstützt wurden. Ueber diese Vermittlungsvorschläge sollte heute in Wien die Entscheidung fallen. Noch bevor sie fiel, er- hielt die Deutsche Regierung die offizielle Nachricht, daß der Mobilmachungsbefehl für die gesamte russische Armee und Flotte ergangen sei. Darauf richtete der Kaiser ein letztes Telegramm an den Zaren, in dem er hervorhob, daß die Ver- antwortung für die Sicherheit des Reiches ihn zu defensiven Maßregeln zwinge. Er sei mit seinen Bemühungen um die Er- Haltung des Weltfriedens bis an die ä u ß e r st e Grenze des M ö g li ch e n gegangen. Nicht e r trage die Verantwortung für das Unheil, das jetzt der Welt drohe. Er habe die Freundschaft für den Zaren und das russische Reich stets treu gehalten. Der Friede Europas könne noch jetzt erhalten werden, wenn Ruß- land aufhöre, Deutschland und Oesterreich. Ungarn zu bedrohen. Während also die Deutsche Regierung auf Ersuchen Ruß- lands vermittelte, machte Rußland seine gesamten Streit- kräfte mobil und bedrohte damit die Sicherheit des Deutschen Reiches, von dem bis zu dieser Stunde noch keinerlei außer- gewöhnliche militärische Maßregeln ergriffen waren. So ist, nicht von Deutschland herbeigerufen, vielmehr wider den durch die Tat bewährten Willen Deutschlands, der Augenblick gekommen, der die Wehrmacht Deutschlands auf den Plan ruft." Diese offiziösen Mitteilungen werden nun in offenbar offiziös inspirierten Extrablättern dahin ergänzt, daß der Mobilmachungsbefehl des Kaisers ergangen sei, weil bis 6 Uhr abends noch keine russische Antwort auf das deutsche Ultimatum eingegangen sei. An dieser Darstellung ist zunächst hoch st bemerk ens- wert, daß die Verschärfung der Lage gerade in d e m Äugen- blickt eintrat, wo ein englischer Vermittlungsvorschlag, den Deutschland unterstützte, sicherlich Aussicht auf schlicßlichc allseitige Zustimmung gehabt und damit den Frieden gesichert hätte. Denn Englands Einfluß aufFrankreich und dadurch auf Rußland ist ebensogroß, wie Deutschlands Einfluß auf Oester- reich. Der Ausgleich konnte unter solchen Umständen gar nicht scheitern! Und in einem solchen Augenblick sollte wirklich das Aeußerste eintreten, sollte Europa unabwendbar in das rnt- sctzlichste Kricgsabenteuer der Weltgeschichte gestürzt werden? Und nur, weil in gegenseitigem Mißtranen und„aus äußerster Vorsicht" nunmehr auch in Nußland und Deutsch- land— vermutlich auch in Frankreich— die Mobilisation vollzogen wird? Und noch ein anderes fällt sofort auf. Wie verträgt sich des Zaren„i n st ä n d i g e Bitte" an den deutschen Kaiser um«Hilf e" mit der Fortsetzung der Mobilmachung und der Nichtbeantwortung der Note? Sollte der Zar, dessen Beteuerung dex Friedensliebe sehr wohl Ws der. inucreu Lage Rußlands und aus dem Grauen vor einem unheil- schwangeren Weltkrieg heraus durchaus aufrichtig gemeint sein kann, nur eine Komödie spielen? Oder sollte nicht vielleicht— die Geschichte hat. dergleichen nur zu oft er- lebt— in Rußland eine kriegshetzerische Kamarilla ihr ver- derbliches Unwesen treiben? Könnten nicht sogar dem Zaren die Telegramme Wilhelms II. zum Teil vorenthalten worden sein? Tie deutsche Mobilisation ist, so versichert man, erfolgt, um sich nicht überrumpeln zu lassen, um allen Eventua- litäten gewachsen zu fein. Nun wohl: gerade im Gefühle seiner Stärke und Schlagfertigkcit würde sich Teutschland erst recht nichts vergeben, wenn es in ernstem Friedensstreben die, sei es noch so schwierigen Verhandlungen fortsetzte. Noch könne der Frieden erhalten werden, wenn Rußland aufhöre, Teutschland und Oesterreich-Ungarn zu bedrohen, erklärte Wilhelm II. in seinem letzten Telegramm. Der Gefahr der Bedrohung durch Rußlands Mobilisierung ist ja nunmehr durch Teutschlands ungleich rascher vonstattcn gehende Mobi- lisierung begegnet. Nun handelt sich's um weitere ehr- liche Verinittelungsversuche. In der Sache liegen die Schwierigkeiten keineswegs. Das haben wir wiederholt nachgewiesen. Umso gefährlicher ist da- gegen der draufgängerische Ucbercifer nachgeordneter und gäixzlich unverantwortlicher Stellen, die durch ihre Politik auf'eigene Faust alle Absichten der Regierung und Wilhelms II. selbst durchkreuzen können. Bildeten doch das„Versehen" des „Lokalanzeigcrs", das auf Rußlands Verhalten den verhäng- nisvollsten Einfluß ausüben mußte, und die leidenschaftlichen Kriegsdrohungen einer gewissen Presse eine eigenartige B e g l e i t u n g der telegraphischen Erklärungen des deutschen Kaisers, daß„bis an die„Grenze des Möglichen" gegangen sei, um das„Unheil, das jetzt der Welt drohe", zu verhüten. Das„U n h e i l, das jetzt der Welt dr o h t". Das ist in der Tat das rechte Wort. Denn Unheil, etwas Unsaß- bares, Ungeheuerliches, ein gigantisches, dräuendes Schicksal harrt der Menschheit, wenn auch die letzte Friedenshoffnung zerrinnt! Rdchstagsfraktion. Die ReichstagSfraktion tritt am Tage vor dem Zusammentritt des Reichstags, vormittags um tl Uhr zu einer wichtigen Sitzung in Berlin zusammen. Für die- jenigen, die eine besondere Einladung noch nicht erhalten haben sollten, gilt diese Bekanntmachung als Einladung. Jaurcs über öen Krieg. In einer gespannten politischen Situation des Jahres 1995 sollte Genosse I a u r s s in einer Friedensdemonstration der deutschen Sozialdemokratie in Berlin reden. Der damalige Reichskanzler, Fürst Bülow, ließ aber Jaurss durch den deutschen Botschafter in Paris mitteilen, daß er in Berlin nicht auftreten dürfe. Darauf- hin wurde die Rede, die Jaurss nicht halten durfte, der deutschen Parteipresse in der Uebersetznng mitgeteilt und damit zur Kenntnis der deutschen Arbeiterschaft gebracht. Wir entnehmen dieser Rede einige Stellen, die gerade in unseren Tagen Bedeutung haben: „Die heutige Gesellschaft ist eine zweideutige, gemischte. In ihr gibt es keine unausbleibliche Notwendigkeit mehr. Weder ist das Proletariat mächtig genug, den Frieden sicherzustellen, noch ist es so schwach, daß der Krieg als eine unausbleibliche Not- wendigkeit erschiene. Bei dieser Ungewißheit der Dinge, in dieser unsteten Gleichgewichtslage der Machtverhältnisse vermag mensch- licher Wille ungemein viel. Jenes fürchterliche Unbekannte in der Sachlage, nicht nur für uns Sozialdemokraten ist furchtbar; auch für alle diejenigen, die in tollkühnem Unterfangen einen Krieg heraufzubeschwören wagen könnten, von dem niemand die politischen und sozialen Konsequenzen und den inneren Rückschlag zn berechnen imstande wäre! Heute schon also liegt es in unsrer Macht, bis zu einem getvissen Punkt auf den Gang der Ereignisse eine Wirkung auszuüben, und da niemand den Grad der Wirk- samkcit unseres Auftretens bestimmen kann, so, nüssen wir unsrc ganze Kraft einsetzen, wie wenn wir des Erfolges tatsäch- lich sicher wären. Es darf über unsre Meinung kein Irrtum vorwalten. Wir Sozialisten fürchten uns nicht vor dem Krieg! Sollte er aus- brechen, so würden wir der Sachlage scharf ins Auge blicken; wir würden cS verstehen, die Ereignisse, wenn irgendmöglich, zum Besten der Unabhängigkeit der Völker, der Befreiung der Arbeiter- klasse zu wenden. Unser Abscheu vor dem Kriege darf nicht als schwächliche und entnervte Empfindsamkeit ausgelegt werden. In zedes menschliche Leiden fügt sich der Revolutionär, wenn durch Leiden ein großer menschlicher Fortschritt erkämpft wird, wenn durch Leiden der unterdrückte und ausgebeutete Mensch wieder emporgerichtet und befreit werden kann. Aber auf dem Wege der Völkerkriege kann heutzutage, und im heutigen Europa, das Werk der Befreiung und der Gerechtigkeit nun und nimmermehr zustande gebracht werden. Nimmermebr kann auf diesem Wege gegenseitigen Zwistigkeiten der Völker abgeholfen werden. Gewiß habon seit hundertfünfzia Jahren zahlreiche internationale Geioalttaten stattgefunden in Europa, die im Bewußtsein von Millionen denkender Menschen unvernarbte Wunden zurückließen, und deren Folgen schwer auf Europa und auf der Welt gelastet haben. Aber bloß durch das Wachsen der Demokratie und des Sozialismus können diese Leiden gelindert, können diese schmerz- vollen Fragen gelöst werden. Durch die Demokratie wird die Einwilligung der menschlichen Persönlichkeit zum Matzstab deS nationalen wie des internationalen Rechte?. Freilich will der Sozialismus eine Zusammenfassung der gesamten Menschheit ein- führen; es ist dies aber nicht eine Schöpfung des Zwanges; sondern unter dem allgemeinen Gesetz der Gerechtigkeit und der gesellschaftlichen Harmonie, das sich einem jeden Versuch der Ausbeutung entgegenstellen wird, wird sie jedem Boll sein freie? SrlbstbestimmungSrecht in der Menschheit einräumen, sowie sie auch den einzelnen ihr freies Selbstbcstimmungsrccht in jedem Volk einräumen wird. Aber nur im Frieden ist das Wachstum der Demokratie und des Sozialismus ein gesichertes. Die Anarchie eines Krieges kann zwar die Revolution entfesseln. Aber ebensogut können daraus hervorgehen langwierige Krisen der Konter-Revolution, kann die wütende Reaktion eines erbitterton Nationalismus, einer bedrückende» Diktaturherrschast und eines l im Gange. wahnsinnigen Militarismus hervorgehen; es kann daraus hervor- gehen eine lange Kette fortschritthemmender Gewalttaten des niederträchtigsten Hasses, gemeiner Rache und Unterdrückung. Wir aber, wir wollen diesem barbarischen Hasardspiel, wir wollen diesem blutigen Würfelspiel des Krieges die Zuversicht nicht an- vertrauen, in der wir leben, auf die völlige Emanzipation aller Proletarier; die Zuversicht auf eine gerechte, über allen Versuchen der Länderteilung und Zerstückelung erhabene Selb- ständigkeit aller Völker und aller Volksteile; eine Zuversicht, die mit dem endgültigen Siege der europäischen Sozialdemokratie als Gewißheit dastehen wird..... Wenn also der internationale Sozialismus sich organisiert zum Zweck der Sicherung des Völkerfriedcns durch die Abschaffung der kapitalistischen Vorrechte und durch die Befreiung der Arbeit, so bedeutet das nicht nur ein Ringen gegen Unrecht und Gewaltätig- kcit. Es ist dies auch ein Kampf mit der Zweideutigkeit und den Widersprüchen, die auf die Dauer das geistige Leben der Völker untergraben. Zu diesem großen Werk der sozialen und geistigen Revolution kann das deutsche und französische Proletariat ungemein viel durch seine Einigung und gemeinsames Eingreifen beitragen. Hoch und klar leuchtet uns also unsre Pflicht. Wir hoben immer mehr sorgen für die Verbreitung unsrer Idee, wir haben immer mehr Kräfte zn erwecken und zn sammeln und zu ordnen; und dann haben wir den Kampf durchzukämpfen bis zum endlichen Sieg der internationalen Sozialdemokratie, aus dem ein dauernder Zustand der Gerechtigkeit und des Friedens hervorgehen wird!"_ Die Mobilmachung in Gesterreich. In Oesterreich-Ungarn wurde die allgemeine Mo- bilisierung angeordnet. Es haben daher sofort in ihre Ausriistungsstation ein- zurücken-. Alle Heeres-, Kriegsmarine- und Landwchrpflichtige, alle zur Einruckung verpflichteten Landsturnigardisten und Landsturmmänner,.alle übrigen mit Landsturmpässcn ver- sehcneu 37jährigen und jüngeren Landsturinpflichtigcn des Mannschaftsstandes, welche laut ihres Landsturmpasses zur Einnickung verpflichtet sind. Amnestie für österreichische Deserteure usw. Allen österreichischen oder ungarischen Staatsbürgern, oder aber bosnisch-herzegowinischen Landesangehörigen, die wegen«lner vor Verlautbarung der MobilisierungSlundmachung begangenen Vereitlung der Stellung oder lleberprüjung durch Ausbleiben oder wegen StellungSflucht oder Flucht vor dem Militärdienste verfolgt werden, oder deshalb eine Verfolgung zu gewärtigen haben, wird die Unter- suchung und Strafe sowie die Verlängerung der Dienstpflicht in dem Falle nachgesehen, wenn sie sich der ihnen noch obliegenden Stellung?- Pflicht bezw. ihrer gesetzlichen Dienstpflicht unterziehen und sich zu diesem Zwecke unverweilt bei der politischen Bezirksbehörde ihrer Heimatsgemeinde persönlich anmelden. Die Haltung Englanüs! London. 1. August.(Privattclegramm des „V o r w ä r t s".) In der unerträglichen Spannung ist die Hauptfrage, die die Gemüter beschäftigt: Wird England in einen Krieg des Dreibundes mit dem Zweibund hineingezogen werden?.„Times" und die mit ihr verbündeten Hetzblattes oejaher �ie Frage und �zeichnen das Eingreifen Englands als eine Pflicht, die allein schon der Selbsterhaltungstrieb dem Lande auferlege. Doch diese Ansicht ist durchaus nicht vorherrschend oder allgemein. Die liberale Presse, ein Teil der konservativen Presse, die Arbeiterschaft und die große Mehrheit der Geschäftsleute wollen von einer kriegerischen Einmischung in die europäischen Händel nichts wissen. Die Regierung nimmt eine unentschlossene Haltung ein. In zwei Versammlungen haben sich die liberalen Parlaments- Mitglieder aufS schärfste gegen die Beteiligung Großbritanniens an einem europäischen Konflikt ausgesprochen. Die Arbeiter- fraktion drückt in einer Resolution die Hoffnung aus, daß das Land unter keinen Umständen in einen europäischen Konflikt gezogen werde. In der Resolution werden alle Arbeiter- organisationen des Landes aufgefordert, in wirksamster Weise allen Aktionen entgegenzutreten, die England in Krieg verwickeln könnten. Eine ähnliche Resolution wurde heute morgen von der britischen Sektion der Internationale gefaßt. In London und anderen Städten werden Massenversamm- lungen gegen Krieg und Kriegsgelüste der Jingoes veran- staltet. Im Volke zeigt sich nicht die Spur einer kriegerischen Erregung und es scheint unglaublich, daß sich die Regierung für die Politik der Hctzpresse entscheiden wird, die nach Ansicht vieler Liberaler Rußland nur zu einem entschiedeneren Vorgehen gegen Oesterreich ermutigen würde. Die größte unmittelbare Gefahr, die dem englischen Volke droht, liegt in der angedeuteten nahen Vertagung des Parlaments. Kriegszustanü über ßk'nnlanö. Petersburg,!. August. Ein kaiserlicher Ukas ordnet an, daß Finnland und die finnischen Gewässer in Kriegs- zustand gesetzt werden. Die Schweiz mobilistert. Bern, 1. August. Der schweizerische Bundesrat hat die allgc- meine, sofortige Mobilisation der Bundesarmee beschloffen. Tie schweizerische Bundesversammlung ist auf Montag vormittag 10 Uhr zu einer außerordentlichen Tagung einberufen zur Be- schlutzfassung über die Währung der Unabhängigkeit und Neutra- lität des Landes, über die Wahl des Generals und zur Beschluß- fassung betreffend die Ausgabe von Fünffrankenbanknoten. Bern, 1. August. Das Schweizerische Militärdepartement teilt mit: Der Schweizerische Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 31. Juli im Hinblick auf die ernste Lage die Pikettstellung der ganzen Armee, den Auszug der Landwehr und des Landsturms, sowie das Aufgebot des für die erste Grenzbewachung und für die Bewachung der wichtigsten Kommunikationen erforderlichen Land- sturmS verfügt. Diese militärische Maßregeln sind nicht die Folge einer Bedrohung unseres Landes von irgendwelcher Seite, sondern nur eine militärische Vorsichtsmaßregel, die im gegenwärtigen Augenblick unbedingt geboten ersckieint. Ein Grund zu weiteren Befürchtungen der Bevölkerung in irgendeinem La, ideSteil liegt nicht vor. Der an der Grenze verwendete Landsturm hat lediglich eine Bewachungsaufgabe zur Aufrechterhaltung eines geordneten Grenzverkehrs. Weitere militärische Aufgaben sind der Armee vorbehalten. Maßnahmen Zrantreichs. Paris, 1. August.(Meldung der Agcnce HavaS.) Tie Mi- nister traten gestern abend um 8(4 Uhr zum dritten Male unter Borsit? des Präsidenten Poincare zu einer Beratung zusammen, die sich bis Mitternacht erstreckte. Präsident Poincare unterzeichnete drei Erlasse, 1. betreffend einen Ausschub der Wechselstroteste und der Verfalltage bis zum ZI. August, 2. betreffend ein Ausfuhrverbot von Mehl, von Mehlstoffen und verschiedenen Boden- und Jndustriecrzeugnissen, Z. betreffend Aufhebung der Einfuhrzölle auf Getreide und Mehl. Der Ministerrat beriet außerdem über die auswärtigen Ereignisse. Die Haltung öer fkanöinavischen Länder. Stockholm, 1. August.(Meldung des Svensla-Telegrambyrau.) Die schwedische Regierung hat beschlossen, dag Schweden im öfter- reichisch-ungarisch-serbischen Kriege völlige Neutralität be- obachten wird. Kristiania, 31. Juli. Wie das Ministerium des Aeutzeren mit- teilt, werden Anstalten zum Schutze der Neutralität Norwegens ge- troffen. Die Haltung Japans. Wien, 1. August. Das Wiener K. K. Tel.-Corr.-Bureau erhält von besonderer Stelle folgende Meldung aus Tokio: Die Zeitung„Nishinishi" schreibt, Japan müsse eventuelle Schwierigkeiten Rußlands unbedingt zur Regelung der mandschurisch- mongolischen Frage ausnützen. Gestern fand ein längerer Ministerrat statt. Eine Ansprache des Kaisers. Sonnabendabend hat Wilhelm H. noch folgende Ansprache vom Balkon des Schlosses gehalten: „Aus tiefem Herzen danke ich Euch für den Ausdruck Eurer Liebe, Eurer Treue. In dem jetzt bevorstehenden Kampfe kenne . ich in meinem Volke keine Parteien mehr. Es gibt unter uns nur noch Deutsche(brausender. Jubels, und welche von den Par- teien auch im Laufe des Meinungskampfes sich gegen mich ge- wendet haben sollte, ich verzeihe ihnen allen. ES handelt sich jetzt nur darum, daß wir alle wie Brüder zusammenstehen, und dann wird dem deutschen Schwert Gott zum Siege verHelsen." Tie Rede zeigt die Stimmung des(Kaisers. Die Arbeiterklasse teilt diese Stimmung nicht: sie ist nach wie vor für den Frieden. Beschränkungen öes poftverkehrs. Der Staatssekretär des Reichspostamts macht bekannt: Infolge Erklärung des Kriegszustandes werden von jetzt ab bis auf weiteres verschlossene Privatsendungen (verschlossene Briefe und Pakete) zur Postbeförderung nicht mehr angenommen: 1. nach Elsaß-Lothringen, 2. nach den zum Regierungsbezirk Trier gehörigen Kreisen St. Wendel, Ottweiler, Saarbrücken(Stadt), Saarbrücken (Land), Saarlouis, Merzig und Saarburg(Bez. Trier), 3. nach Orten im Fürstentum Birkenfeld, 4. nach den zum Befehlsbereiche der Festungen Straßburg(Elsaß) und Neubreisach gehörigen badischen Postorten, das sind: s) im Bereich der Festung Straßburg die Ort«: Alten- heim, Appenweier, Auenheim(Amt Kehl), Bodersweier, Diers- heim, Dundenheim, Ichenheim, Kehl, Kork. Legelshurft, Leutes- heim, Lichtenau(Baden), Linx, Marlen, Mcißenheim(Baden), Memprecht�hofcn(Amt Kehl), Neufreistett �(Amt Kehl), Rheinbischofsheim, Scherzheim(Amt Kehl), Schutterwald, Sundheim(Baden), Urloffen, Wagshurst, Willstätt(Amt Kehl), Windschläg; b) im Bereich der Festung Neubreisach die Orte: Ach- karren, Breisach, Burkheim, Gottenheim, Jechtingen, Jhringen, Königschaffhausen(Kaiserstuhl), Krozingen, Mengen(Baden), Merdingen(Baden), Munzingen, Oberbergen(Kaiscrstuhl), Oberrimsingen, Oberrotweil, Opfingen, Sasbach(Kaiserstuhl), Schallstadt; 5. nach der Rheinpfalz. Die durch die Briefkasten aufgelieferten sowie die bei Veröffentlichung dieser Bekanntmachung bereits in der Be- förderung begriffeneu verschlossenen privaten Briefsendungen und Privatpakete nach d?n vorbezeichncten Gebietsteilen und Orten werden den Absendern zurückgegeben oder, wenn diese nicht bekannt sind, nach den Vorschriften für unbestellbare Sendungen behandelt werden. falsche Gerüchte. Die wirrsten Gerüchte schwirrten in der erregten Stimmung des Sonnabends durch die Luft. So verbreitete sich iveithin die Aachricht, zwei Russen hätten auf den Kronprinzen ein Attentat verübt und ihn— nach anderen Gerüchten auch den Prinzen Eitel Ffted- rich— schwer verwundet. An dieser Geschichte war natürlich auch nicht ein Wort wahr. Bei der Art, wie diese Gerüchte in die Welt gesetzt wurden, kann man nur von einer ganz unverantwort- lichen Stimmungsmache irgendtvelcher im Dunkel bleibenden Kreise reden, wenn auch natürlich die herrschende Aufregung einer Legenden- bildung sehr günstig ist. Das Wort„grober Unfug" ist aber bei den Folgen, die aus solchen Alarmmeldungen entspringen können, eine viel zu milde Bezeichnung für derartige Gerüchtmachereien. politische Uebersicht. Deutsche Regierungskreise über Jaurös. Gelegentlich einer Unterredung, die einer unserer Mitarbeiter mit einem höheren Beamten des Auswärtigen Amtes hatte, wurde diesem Mitarbeiter im Auswärtigen Amt gesagt, daß an leitender Stelle Teutschlands die Ermordung JaureS ungemein bedauert werde, zumal Ja u res ein großer Freund Deutschlands und ein Förderer des Friedens zwischen Teutschland und Frankreich gewesen ist. Es werde auch nicht verkannt, daß JaureS bei der französischen Regierung und im franzöfischen Volke großen Einfluß ausgeübt hat. Einsperren! Kein Blatt ist in seiner Haltung dem Kriege gegenüber so schmählich umgefallen wie die„Post". Nun sucht sie sich dadurch zu retten, daß sie den Umfall zum Prinzip, zu der Weisheit letztem Schlüsse macht. Weh' dem. der Mut und Rückgrat genug besitzt, seiner Ueberzeugung die T r e u e zu halten.„Wir werden unserer Sache treu bleiben, durchdrungen von der erhabenen Größe unserer Kulturmission!" hatte der„Vorwärts" in seiner Sonnabendnummer geschrieben. Darüber ist die„Post" ganz aus dem Häuschen geraten. Dieser Satz des.Vorwärts", er- scheint ihr genug,„eine letzte ernstliche Warnung an dieses Blatt ergehen zu lassen, der im Wiederholungsfalle die Unterdrückung auf dem Fuße folgen müßte". Und am Schluß des keifenden Artikels heißt es: „Mit Genugtuung lesen wir. daß der Oberbefehlshaber in den Marken die für Sonntag angesagten Volksversammlungen der Sozialdemokraten zur Aufhetzung der Massen verboten hat. Wir erheben aber die Frage, ob nicht ebenso notwendig d i e Unterdrückung eines Blattes ist, das Tag für Tag in Hunderttausenden Exemplaren dasselbe tut, was in jenen Volksversammlungen geschehen sollte, daß es heute noch wagt, stolz anzukündigen, eS werde seiner Sache, der Abschaffung des Königtums, der Beseitigung des Privateigentums, der Jnternationalisierung der ganzen Gesellschaft treu bleiben. Es wird uns eben gemeldet, daß in Nord- schleSwig die deutsch-feindlichen Führer ver- haftet worden sind. Dies ist mit gutem Recht geschehen. Aber ebenso berechtigt würde es nach unserer Meinung sein, die sämtlichen Führer der Sozialdemo- kraten, soweit sie, wie der„Vorwärts", ihrer „Sache" und„Kultur Mission"treu bleiben und den Umsturz aller bestehenden Verhältnisse weiter betreiben wollen, hinter Schloß und Riegel zu setzen. Das erfordert die Sicherheit des Vater- landes, die über alle anderen Rücksichten geht." Man kann füglich Zweifel erheben, ob es wirklich der von der „Post" gewünschten„Sicherheit des Vaterlandes" dienen würde, wollte man nach dem Rezept dieses Scharfmacherblattes vorgehen. Aber das ist sicher: Auch diese Bedrohung würde uns nicht ab« schrecken können, treu zu unserer Sache zu st e h e n, durch- drungen von der erhabenen Größe unserer Kulturmiffion. Und wie wir, so fühlen Hunderttausende— fühlen Millionen und Aber- Millionen! Die„Post" ist sich ihrer Lüge wohl bewußt, wenn sie es so hinzustellen sucht, als stünden die breiten Massen auf einem anderen Boden als der„Vorwärts", und als wäre es nur eine ..kleine Scbar" gewesen, die am Dienstag für den Frieden demon- strierte. Schlägt sich das Blatt doch auch selber ins Gesicht, indem es nur einen Satz weiter davon berichtet, daß jene„kleine Schar" die„Sieges- und Ehrenstraße Preußens und des Reiches" derartig gefüllt habe, daß für die„vaterländisch gesinnten Bürger" gar kein Platz mehr war. Das arbeitende Volk hat von jeden Frieden gewollt und nurAmmer den Frieden. Die„Post" mag verleumden und verdrehen, um die Behörden gegen uns aufzuhetzen; sie mag drohen und mit den Ketten rasseln; sie mag so hin. als sprächen aus ihrem Artikel noch ganz andere Stellen als die Redaktion: es mag sogar zutreffen, daß ihre Drohungen einer„höheren" Quelle entspringen. Trotzdem:„Wir werden unserer Sache treu bleiben, durchdrungen von der erhabenen Größe unserer Kulturmission! Wie könnte eS auch anders sein! Wer einmal eingedrungen ist in die Tiefen der Er- kennwis. wem einmal aufgeleuchtet ist das Licht des Sozialismus, der weiß, was längst auch die Geschichte lehrt; sie können verfolgen und unterdrücken, aber—»sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!" von Caffelmann. Vor einigen Wochen empfing Herr Seraph P i ch l e r, Domprobst von Passau und Führer des bayrischen Zentrums, den Adel. Jetzt ist auch dem Bayreuther Bürgermeister Herrn Dr. Cassel- mann, der dpn bayrischen Liberalismus mehr recht als schlecht führt, der Adel verliehen worden. Herr v. Caffelmann hat die Auszeichnung durchaus verdient. Die Verfolgung, die er der Bayreulher freien Jugendbewegung an« gedeihen ließ, steht neben der Tatsache, daß unter Casiclmanns Leitung bei der Beratung der Erhöhung der Zivilliste gerade so viele Liberale für die Vorschläge der Regierung stimmten, als nötig waren, um die Forderung durchzubringen und das klerikale, aufs äußerste gefährdete Ministerium Hertling zu retten. Diese Hilfsaktion für die Reaktion hat Herr» Casselmann viele Vorwürfe und mancherlei Bitternis eingetragen. Jetzt wird er getröstet sein—, Herr von Casselmami.- Ein Nutznießer des Krieges. Der siebzigfache Millionär Ziese in Elbing. der Besitzer der Schichauwerft, gilt als„vaterländischer" Führer. Seinem Gelde hauptsächlich gelang eS, Elard v. Oldenburg das Elbinger Reichs- tagsmandat zu entreißen. Die Arbeiter kennen Ziese als Vertreter des rücksichtslosesten Scharfmachertums. Wiederholt haben er und die in seinem Solde stehenden„Elbinger Neuesten Nachrichten" Maß- regeln gegen das Koalilionsrecht und erhöhten Schutz des Streik- brechergesindels gefordert. Vor einigen Jahren wurde aus konservativen Zeitungen be- kannt, daß Ziese in Riga eine dritte Werft besitze. Zunächst leugnete die Firma das ab. Dann erfuhr man, die Werft befände sich in einem Vororte Rigas. Und nun bestritt Herr Ziese ihr Dasein nicht mehr, sonder» suchte ganz offen vor etwa einem Jahr in Elbing Arbeiter, die nach Rußland Übersiedeln sollten. Die Elbinger Arbeiter hatten allerdings wenig Lust, den Werberufen Folge zu leisten.*■ Vor wenigen Wochen berichtete die bürgerliche Presse West- Preußens, daß die Rigacr Werst Zieses stark beschäftigt sei und Torpedoboote für Rußland baue. Wir Sozialdemokraten sind„Hochverräter", wenn wir für den Frieden eintreten. Was ist Ziese? So gut wie die deutsche Regierung verlangt doch auch die russische die höckiste Leistungsfähigkeit von seinen Kriegsschiffen. Minderwertige würde sie nicht gebrauchen können. Wie wird nun bei Ziese das Geheimnis der Koiistriiktionspläne und der anderen technischen Einzelheiten gewahrt? Die erwischten Spione hat man auf lange Jahre ins Zuchthaus gesteckt. Ziese darf sein und seiner Ingenieure Wissen in den Dienst des Feindes stellen und die bürgerliche Presse hält das für selbstverständlich. Das ist die Moral des kapitalistischen Zeitalters. Aufgebotsbcfvciungen. Heiraten ohne Aufgebote sind jetzt für Militärpflichtige zulässig. Aufgcbotsbefreiungen zu erteilen, sind durch einen Erlaß des preußischen Ministers des Innern von Beginn der Mobilmachung an alle Standesbeamten� ermächtigt, sofern beide Verlobte Deutsche sind. Einer Rückfrage bei den oberen Behörden bedarf es nicht. Die Befreiung vom standesamtlichen Aufgebot gilt für die zum Heere oder der Marine Einberufenen sowie auch für alle Wehrpflichiigen. die laut ihrer GestellungSorder sich erst noch erfolgter Mobilmachung zum Heere oder zur Marine zu melden haben. Ferner sind österreichisch-ungarische Staatsangehörige, die durch die Mobilmachung ihres Heimatstaates betroffen sind, für die Ehe- schließung in Preußen allgemein durch Erlaß des Ministers des Innern vom Aufgebot befreit._ Notprnfung für Referendare und Assessoren. Die zur ersten juristischen Prüfung und zur großen Staats- Prüfung zugelassenen Kandidaten, die zum Dienst im Heere oder in der Marine, in der Reserve oder in der Landwehr(Seewebr) ver- Pflichtet find, werden auf Antrag zu einer beschleunigten Notprllfung zugelaffen._ Paßpflicht. Für Deutschland ist während des Kriegszustandes die Paß- Pflicht eingeführt. Bis auf weiteres ist jeder, der aus dem Ausland im Reichsgebiet eintrifft, verpflichtet, sich durch Paß oder Paßkarte über seine Person anzuweisen. Von dieser Verpflichtung ist be- ' freit, wer sich durch Militärpapiere. Heimatschein oder sonstige Be- scheinigungen einer deutschen Behörde über seine Eigenschaft als Deutscher oder als staatloser ehemaliger Deutscher ausweisen kann. Jeder Ausländer, der sich in einem in Kriegszustand erklärten Bezirk aufhält, ist verpflichtet, sich durch Paß oder Paß- karte über seine Person auszuweisen. Tie Landeszentralbehörde "kann für Fälle, in denen die Beschaffung eines Passes oder einer Patzkarte nicht möglich ist, die Anerkennung anderer amtlicher Pa- piere als genügenden Ausweis zulassen. Letzte Nachrichten. Frankreich mobilisiert! Berlin, den 1. August. Wolfss Telegraphcnburcau meldet: Wie wir erfahren, ist heute nachmittag die volle Mobilisierung der französischen Streit- kräftc angeordnet worden. Der Reichstag einberufen! Durch kaiserliche Verordnung ist der Reichstag auf den 4. August 1914 einberufen worden. Die Militärbehörden sind angewiesen, die zu Kriegsdiensten verpflichteten Mitglieder des Reichstages, die sich als solche ausweisen, für die Dauer der Einberufung des Reichs- tages von Kriegsdiensten unverzüglich zu befreien. Die Mitglieder deS Reichstages sind berechtigt, zur Fahrt für Berlin die für Militärtransporte bestimmten. Eisenbahnzüge zu benutzen. Als Ausweis für diese Berechtigung gelten die Eisenbahnfrcifahrtkartcn der Abgeordneten. Die Stimmung in Englanö. London, 1. August.(Privattelegramin des„Vorwärts".) Noch ist das letzte Fünkchen Hoffnung auf Vermeidung eines allgemeinen europäischen Krieges nicht erloschen. Man klaniuicrt sich an jedes kleine Zeichen-, das die Erhaltung des Friedens zu gewährleisten verspricht. Doch die allgemeine Stimmung kennzeichnet eine unerträgliche Schwüle, die durch die schlimmen Nachrichten vom Kontinent und die zu- nehmende fi nanziell'e Verwirrung und Er- schütteru ng beständig vergrößert wird. Tie einzigen, die von dieser Stimmung nicht berührt werden, sind die Chauvinisten, die in der„Times" und den übrigen gewissenlosen Hetzblättern erklären, daß England seinen Freunden in einem Kriege gleich beispringen wird und die somit den Russen den Rücken steifen. Eine jnfame Lüge i'st es jedoch, wenn diese Blätter erklären, daß das eng- tische Volk hinter ihnen stünde. Einige dieser Blätter sind heute weniger zuversichtlich und fordern die Re- gierung auf, endlich klipp und klar zu sagen, wie sich England in einem europäischen Kriege verhalten würde. Dieser Verschwörung, wie der Manchester„Guardian" hrnje die Hetze nennt, steht geschlossen die ganze Ar- b eft e r f ch ä stx die Mehrheit der Liberalen uniffffröße Teile der Konservativen gegenüber. Die Haltung, die große und einflußreiche Blätter, wie die„Daily News" und Man- chester„Guardian" in diesem Kampfe gegen die Kricgswühler einnehmen, verdient unser höchstes Lob. Sie weisen die Zu- mutung, daß sich England für die russische Despotie schlagen soll, als eine Schmach zurück. In einem, glänzenden Artikel, in dem er die Argumente der Hetzpresse widerlegt, schreibt der Redakteur der„Daily News":„Wir können Europa selbst in diesem letzten Augenblick vor Krieg bewahren, aber wir können es nur bewahren, wenn wir dem Zaren sagen, daß er seine eigenen Schlachten schlagen und die Folgen seiner eigc- nen Handlung tragen muß." Die liberale Presse begrüßt das entschlossene Vorgehen der Arbeiter gegen den Krieg und fordert ihre Leser auf, sich dem Proletariat anzuschließen. Für den morgigen Sonntag ist von der britischen Sektion der Internationale e i n Massenmeeting auf dem Trafalgar Square angesetzt worden) das eine der gewaltigsten Kundgebungen des englischen Volkes zu werden verspricht. Angesichts der furchtbaren Kriegsgefahr, haben alle Sektionen der Arbeiter- bewegung, sowohl die Sozialisten als auch die Syndikalisten und die Gewerkschafter ihre Differenzen fallen lassen und sich wie ein Fels der Kriegsfurie entgegengestemmt. Die briti- sche Sektion hat einen von Keir Hardie und Henderson ge- zeichneten Aufruf an das britische Volk er- lassen, in dem es heißt: „Haltet in jedem Industriezentrum gewaltige Denion- strationen gegen den Krieg ab, zwingt diejenigen der Herr- schenden Klasse und ihre Presse, die danach trachten, Euch zu verpflichten, mit dem russischen Despotismus zusanimen- zuarbeiten, Ruhe zu halten und die Beschlüsse der überwälti- genden Mehrheit des Volkes zu achten, die keinen Anteil an solcher Schande haben will. Der Erfolg Rußlands würde heute ein Fluch für die Welt sein." Er schließt mit den Worten:„Proklamiert, daß für Euch die Tage des Raubens und Mordens vergangen sind, sendet überall Botschaften des Friedens und der Brüderlichkeit an Eure Genossen, die weniger Freiheit haben als Ihr." Die Bibliothekarkonferenz, die der Zentralbildungsausschuß zum 7. und 8. August nach Leipzig einberufen hat, findet nicht statt. Amnestie in Sachsen. Dresden, 1. August. Der König hat auS Anlaß der Mobilmachung eine Amnestie für Militärpersonen erlassen. Todessturz eines Fliegers. Bornstedt bei Potsdam, 1. August. In der Nähe des Bornstcdter Feldes stürzte heute der 22jährige Flieger Fritz Schelle aus Neubrandenburg ab und wurde unter seinem Apparat begraben. Er war aus der Stelle tot. »r 208. 3i. i. Deilllge des„Ulllllllllts"$n\m Ulllksdllltt. 2 AM» w.t. Die Stimmung öer internationalen Mbeitersihast vor öem Kriege. Kundgebungen der Hewerkjchafts-Internationale. Der Generalkommission der deutschen Gewerkschaften sind folgende Telegramme zugegangen: Mailand, 31. Juli. Das italienische Proletariat wendet sich einmütig gegen die Gefahr eines europäischen Zusammenstoßes. Es verlangt von der Regierung, sich im serbisch- österreichischen Konflikt neutral zu verhalten. Es wird seine volle Pflicht tun, einen Krieg zu ver- hindern. Rigola. PariS, 31. Juli. Der französische Generalverband der Arbeit wendet sich entschieden gegen einen Krieg und fordert daS internationale Pro- letariat auf, einen Druck auf seine Regierungen auszuüben, um eine Lokalisation des Konflikts durchzusetzen. Der Friede muß erhalten werden und triumphieren, wenn die international organisierten Ar- beiter einig in dem Gedanken bleiben, jedem kriegerischen Zusammen- stoß zu widersprechen. Der Friede liegt in den Händen der inter- nationalen Arbeiterklasse, wenn sie der Größe der Gefahr gewachsen ist. Hier erfolgt eine Friedenskundgebung nach der anderen, denn wir sind fest entschlossen, den Krieg zu vermeiden. I o u h a n x. Brüssel, 31. Juli 1914. In Belgien waren die Delegierten der Gewerkschafts- »rganisationen am 26. oder 27. Juli zu einem Kongreß vereinigt, der folgende Tagesordnung annahm: Der Kongreß der Gewerkschaftskommission der Arbeiterpartei und der unabhängigen Gewerkschaften ist der Ueberzeugung, daß die fortwährenden Rüstungen der europäischen Länder, auf denen das System des bewaffneten Friedens lastet, vermehrt durch die Treibereien der bürgerlichen Presse die EntWickelung des Chauvinismus begünstigt haben. Tief ergriffen von der Nachricht, daß neue Metzeleien durch den serbisch-österreichischen Krieg entfesselt werden, Metzeleien, die das Einschreiten der anderen Mächte und damit einen allgemeinen Zusammenstoß zur Folge haben, versichert der GeWerk- schaftskongrcß seinen unerschütterlichen Widerstand gegen den Krieg. Der Kongreß richtet einen Alarmruf an das internationale Prole- tariat, um dieses Verbrechen an der Menschlichkeit zu verhindern. Die belgische Arbeiterklasse ist entschlossen, ihren Protest gegen die Schrecken des Krieges mit dem der Arbeiter aller Länder zu vereinen. Die belgischen Arbeiter, die schon schwer in ihrem wirt- schaftlichen Leben geschädigt sind, drücken den lebhaften Wunsch aus, daß der Konflikt zwischen Serbien und Oesterreich lokalisiert und in kürzester Zeil durch eine friedliche Lösung beseitigt werde. Einzig und allein die Arbeiterklasse erstrebt die Aufrechterhaltung des Friedens unter den Völkern, setzen daher trotz der tragischen Situasion ihr Vertrauen auf die Zukunft, in der die Verständigung des internationalen Proletariats alle Greuel des Krieges unmöglich machen wird. Corn Mertens. Londou, 31. Juli. In atemloser Spannung sehen alle Klassen hier mit Schaudern auf die Möglichkeit eines europäischen Krieges, der Hinopferung von vielen Tausend Menschenleben und vielen Millionen Kapitals, um eine Grenze wiederherzustellen, deren Wiederaufrichtung um nichts, aber auch gar nichts die soziale und ökonomische Lage derjenigen verbessert, die Wunden und Tod auf sich nehmen müssen. Im Hinblick auf die Sinnlosigkeit eines solchen Beginnens bleibt eine geringe Hoffnung, daß der europäische Friede doch noch erhalten werden kann. Jedenfalls werden wir alles tun, um alle Be- mühungen der deutschen Genossen auf Erhaltung des Friedens zu unterstützen. A p p l e t o n. Amsterdam, 31. Juli. Die Niederländische Gewerkschaftszentrale„Nederlandsch verbond van vakvereenigungcn" hält es für die Pflicht der Regierungen, die Jtan saures. Jean Jaur�S hat nur ein Alter von 55 Jahren erreicht. Er war am 3. September 1859 in Castres(Südfrankreich) geboren, studierte 1878 bis 1881 Philosophie in Paris, war zwei Jahre lang Lehrer am Lyzeum Albi(Südfrankrcicksi und wurde 1883 Professor der Philosophie an der Universität zu Toulouse. Er gehörte einer reichen Bourgeoisfamilie an, deren Mitglieder viele hohe Posten bei Staate- und Gemeindebehörden bekleideten. Einer seiner Ver- wandten ist jetzt Admiral in der französischen Flotte. Seiner ganzen Abstammung und Herkunft nach hätte er die besten Chancen gehabt, eine große Karriere als Staatsmann zu machen. Aber die Ideale, die ihn begeisterten, erlaubten ihm nicht, in diesem engen Rahmen zu verbleiben. Jaures nahm frühzeitig einen leb- haften Anteil am politischen Kampf und wurde 1885 in die Depu- tiertcniammer gewählt, wo er seinen Platz unter dem linken Zentrumsflügel einnahm. Nach seinen ganzen� familiären Traditio- ncn gehörte er zu dieser Gruppe, doch bald ließ ihn seine stürmische Natur erkennen, daß er in dieses bürgerliche Milieu nicht hinein- paßte. Im Jahre 1889 unterlegen, kehrte er bereits 1893 wieder zürück; aber jetzt war seine politische Physiognomie eine ganz andere, er trat als überzeugter Sozialist vor die Oeffcntlichkeit. Inzwischen, im Jahre 1891, gab er zwei bekannte philosophische Werke heraus:„Heber die Realität der sinnlichen Welt", das noch vom idealistischen Standpunkt aus abgefaßt � ist, und ferner „De primis socialisme gernjanici lineamentis, d. h. über die ersten Anfänge des deutschen Sozialismus, in dem sich schon der Einfluß der Mariistischen Ideologie bemerkbar macht. Das Jahr 1893 schickte eine starke sozialistische Delegation in die französische Kammer, unter dieser befanden sich aber viele, die als Sozialisten in unserem Sinne nicht in Betracht kamen.� Jaures mit seiner Beredsamkeit und seiner guten Kenntnis der sozialisti- schen Literatur, verschaffte sich bald einen angesehenen Platz in der sozialistischen Gruppe. So wurde er zunächst das Zentrum jener sozialistischen Gruppe, die sich zwar von der Bourgeoisie losgc- trennt, aber noch nicht ganz zum Marxistischen Sozialismus über- gegangen war. Im Jahre 1898 fiel er abermals durch und erst von da an begann seine eigentliche Laufbahn als sozialistischer Agi- tator. Zu jener Zeit war das ganze Frankreich durch die bekannte Treyfus-Affäre in zwei Lager geteilt, Die Reaktion machte alle Anstrengungen, um die Situation für sich auszunutzen, und Frank- Lage der arbeitenden Bevölkerung zu verbessern und nicht zu ver- schiimmern? sie ist überzeugt, duß der Krieg zwischen den Groß- mächten einzig und allein der Gewaltpolitik der Kapitalisten dient, den Interessen der Arbeiter aber schaden, ihr Leben und Eigentum vernichten und die Kultur töten muß. Sie erklärt sich einig mit dem Proletariat aller Länder und fordert den internationalen Gewerk- schaftsbund auf, das möglichste zu tun, um den Krieg zu verhindern� O u d e g e e st. Bern, 31. Juli. Der Schweizer Gewerkschaftsbund erklärt sich mit der Arbeiter- schaft aller Kulturländer solidarisch in der Verurteilung des Krieges, durch den die wichtigsten Lebensinteressen der Arbeiterklasse, die Existenz und die Kulturerrungenschaften der Völker Europas bedroht werden. Die organisierte Arbeiterschaft der Schweiz ist bereit, im Verein mit den Arbeiterorganisationen der anderen Länder nach besten Kräften für den Frieden zu wirken. Sie ersucht dringend den Bundesrat der Schweizerischen Eidgenossenschaft, sich unverzüglich und eifrig bei den Großmächten für den Frieden zu verwenden. Der Gewerkschaftsbund sendet den österreichischen und serbischen Arbeitern den Ausdruck wärmster Sympathie und Teilnahme. Sie hofft, daß sie mit Mut und im Bewußtsein ihrer hehren Aufgabe zum Wohl der Menschheit die schweren Schicksalsschläge ertragen, die sie heim- suchen. Nieder mit Krieg und Kriegsgreueln I Hoch der Weltfriede und die Völkerverbrüderung! Schneeberge r. Huggler. Christinnia, 31. Juli. 70(XXI organisierte Arbeiter in Norwegen senden im Auftrage .der ganzen norwegischen Arbeiterklasse einen flammenden Protest gegen den Krieg, der jetzt die ganze Welt in Brand zu setzen droht. Wir richten die dringendste Aufforderung an die Arbeiter in den Ländern, die die Entscheidung in ihrer Hand haben, ihr Aeußerstes zu tun, um den Weltkrieg zu verhindern. Ein Meer von Leiden wird über die Arbeiterklasse hereinbrechen. Unmeßbare Werte werden zugrunde gerichtet werden und ein verderblicher Abbruch der Kulturentwicklung wird die Folge sein. Dieser Lage gegenüber ist es eine heilige Pflicht für die Arbeiterklasse, den Weltkrieg zu hindern zu suchen durch alle zur Verfügung stehenden Mittel. Die organisierten Arbeiter Norwegens stehen selbstverständlich mit ihren Klassengenossen in den übrigen Ländern bei jeder Aktion gegen den Krieg solidarisch. Das Sekretariat der fachlichen Landesorganisation der Arbeiter Norwegens. O l e O. L i a n. Washington, 31. 7. Fluch allen Kriegen! Verdammung auch dem österreichisch- serbischen Krieg l Recht und gut jedes ehrenhafte Bemühen, ihn zu beenden! G o m p e r s. Die sozialistischen Deputierten Zrankreichs gegen öen Krieg. Paris, 29. Juli.(Eig. Ber.) Die parlamentarische Fraktion der geeinigten sozialistischen Partei ist gestern zu einer Beratung zusammengetreten, deren Ergebnis nachstehende, von der„Humamte" heute morgen veröffentlichten Deklaration war: „Die sozialistische Fraktion hat heute morgen die inter- nationale Situation geprüft. Sie gibt ihre volle, einmütige Zustimmung zu dem von der Verwaltungsrommission im Namen der Partei veröffentlichten Manifest. Die Depeschen, die das Eindringen Oesterreichs in das serbische Gebiet meldeten und die einen weiteren Fortschritt der Krise anzeigen würden, haben sie veranlaßt, die niög- lichcn Folgen dieses Ereignisses zu studieren. Sie ist der Meinung, daß eine bewaffnete Intervention Ruß- l a n d s die Gefahr nur ausbreiten und das Uebel ver- schlimmem würde, ohne eine noch so geringe positive und dauerhafte Bürgschaft für das unglückliche Serbien zu bringen, das in der Tat in seiner Unabhängigkeit von allen Seiten bedroht wäre. Sie ist der Menmng, daß das ganze Bemühen Frank- reichs und Europas sich jetzt auf das Gelingen der von England vorgeschlagenen Vermittlung konzentrieren muß und reich in die trübsten Zeilen der Religions- und Rassenkämpfe zurückzuversetzen, ja selbst die Existenz der Republik war durch sie in Frage gestellt. Mit der ganzen Wucht seines feurigen Tempe- raments warf sich Jaures in die damakigen politischen Schlachten und wurde bald der Führer der republikanischen Kräfte, die sich demühten, den Ansturm der Reaktion zurückzuweisen. Damals veröffentlichte er zahlreiche Artikel, er durchlief das ganze Land und berief überall große Volksversammlungen ein, in denen er leidenschaftliche Reden hielt, und das Volk zum Kampf gegen die nationalistischen und klerikalen Parteien aufrief. Schon zu jener Zeit setzte er sein Leben aufs Spiel, da ihn die nationalistischen und klerikalen Parteien mit dem Tode bedrohten. Aber Jaures war nicht von den Leuten, die sich durch solche antisemitischen Drohungen von ihrem einmal gesteckten Ziel abschrecken ließen. Jaures konzentrierte seine Hauptkraft auf den ununter- brochenen Kampf gegen den Chauvinismus und den Militarismus. Er gab ein großangelegtes Buch„Tie neue Armee" heraus, in dem er das System des stehenden Heeres heftig kritisierte und für die Brauchbarkeit der Miliz eintrat. Man sagte öfter von Jaures, daß er die Verkörperung des fran- zösischen Genies darstelle. Et war von untersetzter, breitschulte- riger, kräftiger Gestalt, mit seiner bronzefarbenen Haut, seinem großen Kopf, der auf einem kräftigem, kurzen Hals fait auf der Schulter saß, mit seinem ganzen Aeußeren erinnerte er an ein Bronzestandbild. Seine Beredsamkeit war ohnegleichen, kein Red- ner konnte sich mit ihm messen. Seine Stimme war gewaltig. Seine Ausdrucksweise war vollendet literarisch und von meister- hafter Stilistik. Seine Sprache war äußerst bilderreich, die Ant- Worten auf die Zwischenrufe seiner' Gegner erfolgten prompt und mit einer Schlagfertigkeit, die jeden Zuhörer in Erstaunen ver- setzte. Der Eindruck seiner Rede war so überwältigend, daß selbst Leute, die nicht seine Anschauungen teilten, von seiner geradezu enthusiastischen Begeisterung hingerissen wurden. Selbst im Par- lament, wo doch sicherlich nicht leicht zu überzeugende Männer sitzen, erntete er stets, auch von seinen Gegnern, stürmischen Bei- fall. Als er einmal über die traurige Lage der Weber in Nord- frankreich sprach, erhoben sich die Mitglieder der Kammer, von der äußersten Linken bis zu den Rechtsreaktionären und brachen in spontane Beifallskundgebungen aus. Er war nicht nur ein hervorragender Redner, sondern gleich- zeitig ein großer Gelehrter und talentvoller Publizist. Mit großer Geschicklichkeit leitete er daS Zentralorgan der französischen sozia- daß jede bewaffnete Aktion Rußlands diesem weisen und hochgesinnten Plan schaden würde. Sie fügt hinzu, daß Frankreich, das seit über 40 Jahren seinen Anspruch auf Elsaß-Lothringen dem ober st en Interesse des Friedens untergeordnet hat, sich nicht in einen Konflikt, wo Serbien der Einsatz wäre, hineinziehen lassen kann. Sie verkündet laut, daß Frankreich allein über Frankreich verfügen darf, daß es in keinem Fall durch die mehr oder minder willkürliche Ausdeutung geheimer Verträge und unbekannter Verpflichtungen in einen furcht- baren Konflikt verwickelt werden darf und daß es seine volle Aktionsfreiheit bewahren muß, um auf Europa einen fried- lichen Einfluß auszuüben. Sie beaustragt ihr Bureau, sich mit der Regierung in Verbindung zu setzen, ihr den festen Friedens- willen kundzugeben, der das Land erfüllt und sie zu fragen, welche Absichten sie in bezug auf die Einberufung der Kammern ha t." Der Fraktionssitzung wohnten 52 Deputierte bei. Die anderen, die das Einberufungstelegramm zu spät �erhalten hatten, hatten sich entschuldigt. Es wurde beschlossen, den ständigen Kontakt der Deputierten mit dem Fraktionsvorstand zu sichern, Am Nachmittag wurde die Delegation der Fraktion vom vertretenden Ministerpräsidenten Bicuvenu-Martin empfangen, der ihr über seine Unterredung mit Herrn v. Schoen und über den englischen Vorschlag berichtete. Die Einberufung der Kanlmern erklärte der Minister mit Hinblick auf die im Gange befindlichen Verhandlungen der Regierungen für zwecklos, da die Regierung nicht in der Lage wäre, Mitteilungen zu machen. Der franzöfische Gewerkschafts- bunö gegen öen Krieg. Paris, 29. Juli.(Eig. Ber.) Der Vorstand der Arbeitskonsöderation hat gestern in einer sehr zahlreich beschickten Versammlung ein M a n i f e st an die fran» zösische Arbeiterschaft und das ganze Volk beschlossen. Es sagt: In der jetzigen ernsten Situation erinnert die Arbeitskonföde» ration daran, daß sie sich j e d e m K r i e g unnachgiebig widersetzt. „Es ist die Pflicht der organisierten Arbeiter, sich auf der Höhe der Ereignisse zu zeigen, indem sie durch eine kollektive, bewußte» im ganzen Lande und international in Uebereinstimmung gebrachte Aktion es verhindert, daß die größte Weltgefahr Wirklichkeit wird. Die C. G. T. erklärt, daß jeder europäische Krieg vermieden werden kann und muß, wenn der Protest der Arbeiterschaft im Verein mit dem aller Friedensfreunde mächtig genug ist, das Kriegs« geschrei zum Schweigen zu bringen... Oesterreich trägt eine schwere Verantwortung vor der Geschichte. Aber die Verantwortlichkeit der anderen europäischen Nationen wäre nicht geringer, wenn sie sich nicht tätig und ehrlich bemühten, eine Ausdehnung des Konflikts zu verhindern. Bei dieser Aktion haben die Regierenden dieses Landes das Volk auf ihrer Seite, wenn sie, wie man sagt, aufrichtig sür den Frieden arbeiten. Die C. G. T. ist fest davon überzeugt, daß der Wille des Volkes den schrecklichen Zusammenbruch, den ein europäischer Krieg bedeuten würde, verhindern kann, Sie erinnert an die Erklärung der Internationale: „Alle Völker sind Brüder" und an die Beschlüsse ihrer nationalen Kongresse:„Jeder Krieg ist ein Attentat gegen die Arbeiterschaft, ein blutiges und schreckliches Mittel, sie von ihren Forderungen ab» lenken." Sie fordert alle Arbeiterorganisationen zu einer, von der Sorge für die von der Arbeit im Frieden erworbenen Rechte diktierten festen Haltung auf. Der Krieg ist in keiner Art eine Lösung der gestellten Probleme. Er ist und bleibt das schrecklichste der menschlichen Uebel." Das Manifest schließt mit der Aufforderung, die Protestaklion in Stadt und Land möglichst kräftig zu gestalten und schließt mit dem Ruf:„Nieder mit dem Krieg! Es lebe der Frieden 1"_ listischcn Partei, die„Humanite", die in der letzten Zeit eine Auf» läge bis zu KXIOOO Exemplaren erreichte, eine Ziffer, die für poli- tische. Okgane in Frankreich direkt unerhört ist. Außer anderen Werken gab er eine„Sozialistische Geschichte" Frankreich heraus, für welche er die erste» vier Bände selbst schrieb. Dieses Werk ent- hält die Geschichte der großen französischen Revolution, die von Spczialiste», wae Aulard, als die beste der überhaupt essistierenden Werke über die Revolution anerkannt wurde. Die Internationale- wird nie vergessen, was Jaures für sie gewesen. Im Namen der deutschen Sozialdemokratie senden wir unseren französischen Brüdern unsere aufrichtigsten Beileids- bezeugungen zu dem Tode des Mannes, der am besten die Idee der dcutsch-französischen Verbrüderung und der Solidarität der Proletarier der ganzen Welt zu vertreten wußte. » �• * Seileiöskunögebungen. Ter deutsche Partcivorstand und die s o z i a l« d e m o k r a t i s ch e R e i ch s t a g s f r a k t i o n sandten folg» gendes Beileidstelegrainm an die„Huinanit6" in Paris: Tief erschüttert vernehmen wir die entsetzliche Botschaft, daß Euer, daß unser aller Jaurös nicht mehr unter den Le- benden ist. Kein schwererer Verlust konnte Euch, konnte uns aste in dieser ernsten Zeit treffen. Das deutsche Proletariat neigt sich vor dem Genius dieses großen Vorkämpfers und beklagt es aus tiefstem Herzen, daß gerade jetzt der Mann nicht niehr auf dem Platze sein kann, der sein Leben lang gekämpft hat für die Verständigung zwischen Frankreich und Deutsch- land. Sein Wirken wird unvergänglich sein in der Geschichte des internationalen Sozialismus und der menschlichen Kultur. Der Parteivorstand und die sozialdemo- kratische Fraktion des Reichstags. « Schmerzlich'bewegt durch den Tod des großen Vor- kämpfers der Internationale, der als Opfer seines unermüd- lichen Kampfes sür den Völkerfrieden gefallen, spricht ihre Trauer aus, tieferschüttert, die Sozialdemokratie Groß- Berlins, Wirtschaftlicher Zusammenbruch in einem europäischen Kriege. Schon in den letzten Tagen, wo nur ein egropäscher Staat teilweise mobil gemacht hatte, und die übrigen Staaten erst eine Mobilisation Planten, wurde das Wirt- schaftsleben ganz Europas schwer in Mitleidenschast ge- zogen. Von welchen wirtschaftlichen Folgen muß da die Mobilmachung noch der übrigen europäischen Staaten und der Krieg aller gegeneinander sein! Zu persönlichem Elend, Kummer und Sorge, zu den moralischen Schäden aller Art häuft sich die Hemmung und Vernichtung wirtschaftlicher Werte, wie sie die Welt noch niemals erlebt hat. Der moderne Großkapitalismus hat die Organisation des Wirt- schaftslebens feiner, differenzierter, komplizierter als je zuvor gemacht. Die Störung dieses ineinandergreifenden Apparates muß bis in die feinsten Adern hinein empfunden werden und eine ungeheure Erschütterung und Umwälzung hervorrufen. Eine der Vorbedingungen für die moderne groß- kapitalistische Wirtschaftsweise ist die ungestörte Ab- Wickelung des Verkehrs. Die Mobilmachung allein aber entzieht Plötzlich für längere Zeit dem Wirtschafts- leben diese Stütze. Tage, vielleicht wochenlang, dienen die vorhandenen Verkehrsmittel Eisenbahnen, Schiffe, alle vor- handenen Wagen und Pferde, selbst Straßenbahnen den militärischen Anforderungen. Der nastonale und internationale Personen- und Warenverkehr stockt, die Zirkulation ist gestört und der Wirtschafts körper muß erstarren. Das bedeutet zu- nächst die Verhinderung der Lebensmittelversorgung. Selbst die im Inland produzierten Vorräte können nicht an den Ort geschafft werden, wo sie am nötigsten gebraucht werden. So hängt es besonders in Großstädten von einem Zufall ab, ob Waren zum Konsum für so lange Zeit vorhanden sind, bis die Züfuhr wieder möglich wird. Nun ist aber jeder große moderne Staat auf die Einsuhr auS dem Ausland an- gewiesen. So führte Deutschland i. I. 1913 an Erzeugnissen der Land- und Forstwirtschaft für 7937 Millionen Mark Waren ein. Die Gesamteinfuhr aller in Deutschland eingeführten Waren erreichte im Vorjahre einen Wert von 11 127 Millionen Mark. Die Verhinderung dieser Einfuhr muß dahin führen, daß es dem deutschen Volke an den wichtigsten Masscnkonsumartikeln fehlen wird. Die weitere notwendige Folge dieses Warenmangels muß eine Steigerung der Preise sein. Schon infolge der Kriegs- gefahr sind in den letzten Tagen selbst in Deutschland die Großhandels- und Detailverkaussprcise in die Höhe geschnellt. Ermahnungen und Warnungen der Gemeinde- und Staats- deHörden helfen dagegen nicht. Mit der Ausdehyung des Krieges wird von Tag zu Tag die Preissteigerung eine emp- findlichere und für die infolge des Krieges arbeitslosen oder ihres Ernährers beraubten Massen werden diese Teuerung s- Zeiten zu Hungerzeiten. Die Erfahrungen Oesterreichs während des letzten Balkan- krieges lassen daran keinen Zweifel. Die Entziehung der Arbeitskräfte trifft nicht nur die An- gehörigen persönlich, sondern sie lähmt auch die Produktion im weitesten Umfange. Da es an Käufern fehlt und der Absatz natürlich auch nach dem Auslande gehemmt ist, müssen die Fabriken Betriebseinschränkungen vornehmen oder die Tore ganz schließen. Anderen Fabriken, die vielleicht produzieren wollen, fehlt es an Arbeitern. Die modernen Betriebe sind auf das genaueste Jneiuanderarbeiten vieler Emzelglieder aufgebaut und das Herausreißen eines Gliedes Dem toten?aures. Eh noch die Völker, gräßlich sich zerfleischend. Sich brüllend fassen, pressend Stirn an Stirn, Bricht schon der Wahnwih, schrill sein Opfer heischend. Graunvoll zu schauen, aus verwirrtem Hirn. Als erstes Opfer in dem Völkermorden. Das nun den Geist in Blut ertränken will. Bist Du des Geistes Märtyrer geworden. Es schweigt Dein Mund. Dein heißes herz steht still. Für alles Edle, alle» Zukunstswahre Erscholl sein männliches, fein starkes Morl! Nun steht die Welt der Arbeit an der Bahre. And durch die Länder heult der Völkermord.' Die Flammen waren rein, die in ihm lohten, Ein Held der Tat und ein Genie des Rais! Anendlich Trauern schwillt um diesen Toten: Mund, Seele, herz des Proletariats! Jedoch ein männlich Trauern! Denn sein Leben war stets ein Kämpfen um das höchste Ziel. Ihm hat das Schicksal nun den Ruhm gegeben. Doch er, der Beste, auch als Erster fiel! Die Kaltblütigen. (Berktner Szenen aus bewegten Tagen.) I. Freitag, fünf Uhr nachmittags, an der Ecke der Krausen- und Charlottenstraße. Vor der Litfaßsäule drängt sich eine Menge, reckt die Hälse und liest, was auf den Affichen steht, auf den fünf Affichen, die den Stempel tragen:„Oberkommando für die Marken". Und wenn sie den Sinn dieser fünf Bekanntmachungen auch nicht ganz erfassen, so klingt eS doch wie ein Trommelwixbel zu ihnen herüber, wie etwas Dumpfes, Rollendes, Drohendes. Die eine Bekanntmachung besagt ja genug: MarS regiert die Stunde. Dem Oberkommando ist alles unterstellt, die Behörden der Stadt, die freigewählten, die Bürger und bald auch das, was sie ihr eigen nennen. Alles, was da lebt und was leblos ist, kann in den Dienst dessen gestellt werden, das jetzt das Erste ist, das Dtächtigste, das Stadtbeherrschende ist. Im Kriegszustand... Im Kriegszu- stand... Wie ein Trommelwirbel klingt es, wie etwas Dumpfes, Rollendes, Drohendes.... Wie ein Trommelwirbel, der alles Lachen übertönt.... Und es reckt sich hoch guf und wirft seinen dunklen Schatten über das Helle und Leuchtende.... Hinter der Säule aber steht ein Mann, ganz ruhig, wie vor- gestern und gestern. Und den Vorübergehenden steckt er ein Fei- telchen zu— wie vorgestern und gestern. Und auf dem Zettelchen lockt die Einladung nach der gemütlichen Weinstube, in der„junge flotte ausländische Damen in ihren Nationaltrachten servieren.." Und oon der Litfaßsäule klingts wie ein Trommelwirbel und ein idiuiikr Schatten reckt sich hoch und drohend auf.— stör! die Funktion des ganzen Apparats. Das Fehlen einiger Qualitütsarbeiter kann die Arbestslosigkeit auch von Frauen und ungelernten Arbeitern der gleichen Fabrik nach sich ziehen. So stockt die Produktion in einem Umfange, der auf Jahre hinaus verhängnisvoll wirken kann. Die unbeteiligten, nichteuropäischen Staaten haben inzwischen den Vorteil von der wahnsinnigen Völkerzerfleischung in Europa, und es ist fraglich, ob die europäischen Staaten jemals wieder die Absatzgebiete neu erobern können, die sie jetzt Amerika, Japan, Indien und Südafrika überlassen. Die Störung der Produktion mit all ihren grausamen Folgen für das Proletariat fördert auch die mit einem Kriege verbundene Erschütterung des Geldmarkts. Unser ganzer Warenverkehr ist auf Kredit aufgebaut. In Kriegs- zeiten geht das Vertrauen auf ungestörte Warenproduklion, und Warenverkehr flöten. Nieniand kann sich darauf einlassen, für die beabsichtigte Warenherstellung dritten Personen Geld vorzuschießen, weil ja der Verkauf dieser Waren anders als in Friedenszeiten v ö l l i g in der Lust schwebt. Es kommt hin- zu, daß die Banken, voran die Zentralnot�nbanken lNeichs- danken) alles bare Geld aus dem Verkehr ziehen und die Welt mit Papier überschütten. Auch das private Publikum schätzt natürlicherweise das blanke Gold oder Silber höher als die Papierstücke, deren wirklicher Wert allzu leicht unter die im Aufdruck angegebene Summe sinken kann. Dazu kommt die durch den Kurssturz an den Börsen gekennzeichnete Eni- Wertung aller Tividendenpapiere und Renten(Staatsschulden- Papiere). So drohen dem Wirtschaftsleben von allen Seiten Ge- fahren. Wenn es trotzdem den Rüstungs- und Kriegstreibern gelungen ist, ganz Europa in die Gefahr des allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenbruch hineinzuziehen, so spricht sich darin zu allererst die Unfähigkeit der gegenwärtig herrschenden Klassen aus, der Tendenzen ihrer eigenen Politik Herr zu werden. Denn die wirtschaftlichen Schädigungen will man natürlich auch dort nicht. Der Kapitalismus in seiner modernen Form des Imperialismus treibt not- wendig zu diesem Wahnsiün, aus dem uns erst eine plan- mäßige vergesellschaftete Produktion und Gesellschafts- organisation befreien kann. Die Agrarier aller Länder— und es ist charakteristisch, daß auch der jetzige Konflikt von den drei von Agrariern beherrschten Staaten verursacht wird.— glauben weiter, von den Schäden weniger betroffen zu werden, weil ihnen der Verkauf der notwendigen Lebens- mittel in Kriegszeiten außergewöhnliche Profite zuschanzt. Schließlich hoffen auch die nationalistisch fanatisicrten Kriegs- Hetzer, daß ihr eigenes Land aus dem allgemeine« Völkermorden als Sieger hervorgehen werde und daß sie dann alle Kosten wirtschaftlicher und finanzieller Art auf den Unterlegenen abwälzen werden. Für das Proletariat gibt es keinerlei Hoffnung und Trost dieser Art. Es muß alle Schädigungen im Augen- blick besonders schwer tragen. An Zahl stellt es das größte Kontingent der Truppen: Arbeitslosigkeit. Not und Hunger sind bei ihm ehesten zu Hause und warben bei ihm auch im günstigsten Falle am längsten weilen. Es hat keine Er- sparnisse, es hat keine Hilfsquellen. Es ist angewiesen auf sich selbst. Und daher ruft es immer wieder: Wir wollen nicht den wirtschaftlichen Znsammenbruch unseres Landes, wir wollen den Frieden! Teuerungepolitik. Der Andrang zu den Lebensmittelgeschäften ist am gestrigen Sonnabend womöglich noch größer gewesen als am Freitag. Alle großen Kolonialwarengeschäfte waren schon seit den frühen Morgenstunden von vielen Hunderten von Frauen II. Am selben Tage. Im Stadtbahnlupce zweiter Klasse. Zwei Berlin W-Thpen, Parvenüs, die schon„etwas haben" und sicher bald noch mehr„haben" werden. Ter Eine, schmächtig und gelbhäutig, sagt gleichmütig: „Na, wie das nur werden wird. So ein Krieg— hm— wer weiß...." Der Andere, dickbäuchig, kurzatmig, schiebt den Goldrneifcr zu- recht und sagt: „Wie es werden wird.... Ich sag' Ihnen— es wird g u t sein, so ein Krieg— dann wird die Unruh' weg sein and man wird sich wieder an! Geschäft trau'n... Was war denn das für ein Geschäft in den letzten Zahc'n!... Das wird jetzt anders werden, sag' ich Ihnen.... Nach so einem Krieg ist B e d a r f, sag ich Ihnen, Bedarf.... Wie war'S nach 1870? Ein Geschäft war das, sag' ich Ihnen!— Millionäre sind die Leut' geworden! Millionäre!...." Er streicht sich daS Kinn und sagt dann mit einem breiten, fetten träumerischen Lachen: „Millionär— Million ä« kann man nur nach einem Krieg werden, sag' ich Ihnen!" in. Der gleiche Abend. Dämmerstunde. Eine Nebenstraße des Kurfürstendamms. Eine dürstig gekleidete Frau in mittleren Jahren, mit dem kummervollen Gesichte der ganz Gealterten, geht über die Straße. Man sieht, sie hat geweint. Eine Portiersfrau, die vor dem Hause steht, ruft sie an. Weshalb sie geweint habe. Ob etwas geschehen sei? Nein, geschehen... nein. Aber sie muß immerfort an ihren Franz senken, der drüben im Osten dient... an den ältesten Jungen... Und sie seufzt tief. Und die Portiersfrau seufzt auch, aber sie spricht kein Wort. Und wort- los, aber seufzend gehen sie auseinander.... Fünf Minuten später. Auf der Terrasse des Cast Kugler, im Hotel Cumberland. Zwei Damen, zwei Tip-Top-Damen sitzen am Nebentische, und ich höre abgerissen die Sätze herüberkommen. „Wir haben bis Ende August in Heringsdorf bleiben wollen.. Aber in den letzten Tagen ist alles förmlich geflüchtet... Meine Lucie hat nicht einmal einen Tennispartner gehabt und da.... Es war langweilig... Nein, iit Berlin bleiben wir nicht... Wir gehen vorderhand in die Schweiz, ins Berner Oberland.... Im September wollen wir an die Riviera.... aber mein Mann meint, daß es dort auch unruhig werden kann... ES kann ja Krieg mit Frankreich geben.... Nun, dann gehen wir eben nach den kanarischen Inseln oder nach Aegypten.... Dort soll der Herbst sehr schön sein.... Ich Hab' ohnedies schon lange einmal nach Afrika wollen.... Das wird ja jetzt modern.... Und da muß man doch diese gute Gelegenheit benutzen.., Der Krieg und das Theater. Daß bei einer poMschen Krise wie der augenblicklichen insbesondere die Thealerleute recht nervös werden und besorgt in die Zukunft blicken, ist immerbin begreiflich, löst doch der Kriegsparagraph der Bühnenkontrakle alle Verträge auf, und mancher Darsteller würde beim Ausbruch des Krieges brotlos, wenn— sein Direktor von dem Rechte dieses Paragraphen Gebrauch machen würde, was aber nur in den seltensten Fällen geschieht. Wer sich der Kriegsjahre 1870 und 1871 erinnert, weiß, daß der Theaterwintcr dieser Jahre einer der erfolgreichsten für die Bühnenleiter war. Besonders in den Provinzstädten, wo es damals mit der schnellen Verbreitung von Stachrichten durch Extrablätter nach sehr im argen lag. wurden umlagert und gleich bei der Oeffnung der Läden herrschte überall ein kolossaler Ansturm von Käufern. Ueberall mutzte das Personal durch Aushilfskräste verstärkt werden und doch mußten die Frauen meist stundenlang auf Abfertigung warten. In vielen Fällen wurdePolizeizur Aufrechterhaltung des Verkehrs vor bell großen Geschäften herangezogen. Die Läden lvurden zeitweise geschlossen und dann immer nur für eine bestimmte Zahl von Personen geöffnet. Eine ganze Anzahl von Mehlhandlungen und Lebensmittelgeschäften hatten Freitagabend ausverkauft und mußten vorzeitig schließen, da sie nicht mehr rechtzeitig neue Vorräte heranschaffen konnten. Am gestrigen Sonnabendmorgen waren aber alle Geschäfte wieder mit hinreichendem Warenvorrat versehen. Eine sehr bedauerliche Erscheinung dieses Ansturms war gleich am Freitag ein sehr erheblicher Preisaufschlag. Die Geschäftsleute haben sich die kolossale Nachfrage so- fort zunutze gemacht und die Preise ganz außer- ordentlich— und zwar offenbar ohne dringende Veranlassung erhöht. Ein Pfund Salz z. B. kostete Freitag bereits 2ö Pf., gestern wurden sogar an einzelnen Stellen 19 Pf. verlangt. Auch der Preis für Mehl, Hülsen- flüchte, Gemüse, Zucker und Kartoffeln ist enorm in die Höhß gegangen, zum Teil um 39 bis 59 Prozent. Fleisch kostete pro Pfund 20 bis 30 Pf. mehr. Speck, Schinken und Dauer- wurstwaren sind überhaupt kaum noch zu erhalten. Was werden uns er st die kommenden Tage bringen? Kriegsbrot. Wien, 1. August. Das Permanenzkomitee der Bäcker- genossenschaft hat beschlossen, infolge Mangels an Ar- beitskräften die Herstellung des kleinen Gebäcks einzu- stellen und nur noch sogenanntes Kriegsbrot in Weckenform zur Ausgabe zu bringen. Weitere Zinserhöhungen. Die Deutsche Rcichsbank hat ihren Diskont(Zins- fuß für Wechsel) auf 6 Proz., den Lombardzinsfuß für Dar- lchen gegen Verpfändung von Effekten und Waren auf 7 Proz. erhöht.— Das Reichsbankdircktorium gibt zugleich bekannt, daß Vorsorge getroffen ist, daß jedermann gegen Verpfändung von Wertpapieren oder geeigneten Kanfmannswaren Geld er- halten kann. Die Bank von England hat ihren Zinssatz von 8 auf 19 Proz. heraufgesetzt. Tie Sächsische Bank in Dresden hat den Diskont von 6 auf 8 Proz. und den Lombardzinsfuß von 6 auf 9 Proz. erhöht. Noten ohne Golüöeckung. London, 1. August. Alle englischen Provinzbörsen wurden heute ebenfalls geschlossen. Man erwartet angesichts des kon- tinentalen und auch heimischen Verlangens nach Gold, daß die Bankakte suspendiert werden wird, wodurch die Bank von England in die Lage versetzt wird, Noten ohne Gold- decknng auszugeben. Die Depositenbanken haben die Zinsrate für Depositen von 2'/» auf 4 Proz. erhöht. verbot öes Golüexports. Amsterdam, 1. August. Ein Gesetzentwurf über ein Verbot des Goldexporls wird demnächst der Kammer vorgelegt werden, um den Goldabfluß zu verhindern. Zahlungsaufschub in Oefterreich. WicNj t. August. Nach amtlicher Mitteilung bringt die Wiener. Zeitung heute eine Kaiserliche Berordmmg über ein 14 tägigfS� Moratorium vom 1. August an, wodurch eine Stundung der Er- füllung protestrechtlicher Verpflichtungen eintritt. die Siegestelegramme zumeist von der Bühne herab verkündet, was viele in? Theater lockte. Die Theaterleiter hatten Sorge dafür ge- tragen, daß die abends eintreffenden Nachrichten stets sehr schnell in ihre Hände gelangten, und nicht selten kam eS vor, daß mitten in die rührende Abschiedsszene der„Maria Stuart" ein vom Direktor hinausgesandter Künstler, vielleicht gar der auserstanden« Mortimer, hineiistilatzte, ein Telegramm vom Kriegsschauplatz vorlas und damit initten im Ernst der Szene den größten Jubel erweckte. Der einzige bekannte Theaterleiter, der sich im Jahre 1870 den Krieasparagraphen zunutze machte, war der Kommissionsrat Wolters- dorff in Berlin, der sofort nach der Kriegserklärung sein ganzes Personal verließ, um dann später, nachdem er die Mitglieder etwas„ausgehungert" hatte, sie zu wesentlich herabgesetzter Gage von neuem zu engagieren! Auch Theodor Lobe, der bis zum Aus- bruch des Krieges iu Breslau das Stadltheater und das nach ihm benannte, von ihm begründete Lobe-Theater leitete, machte von seinem„Kriegsrecht" insofern Gebrauch, als er die Leitung des Stadttheaters niederlegte und sich auf da» Lobe-Theater beschränkte. Auch er hatte diese von Angst eingegebene Maßnahme zu bereuen. Ein Jahr vordem hatte in Breslau das einzige Stadttheater schwer um die Existenz gerungen, im Kriegswinter florierten drei Bühnen. Natürlich brachte das Kriegsjahr auch seltsame Verhält- nisse mit sich. Der bekannte Berliner Restaurateur Dresse!, dessen Lokal von der Bühnenwelt ftequentiert wurde, war als Unteroffizier mit in den Krieg gezogen. Die Schauspieler Lebrun. Paul Thomas und der Lustspieldichier Hugo Möller vertraten aber Dressel als Wirt und unterhielten die Gäste durch allerlei Scherze, fingierte Kriegs- depescheu lustigen Inhalts usw. Natürlich waren patriotische Stücke damals sehr an der Tagesordnung; neue und alte wurden auf- geführt, Prologe und Feftszenen gedichtet. Bedeutendes ist freilich dabei nicht entstanden._ Notize«. — Der Krieg und die Sonnenfinsternis. Die Expeditionen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis in Rußland am 21. August werden wohl nicht zum Ziel kommen. Die deutsche Expedition steckt einstweilen in Warschau. Die Teilnehmer werden am Ende noch froh sein, wenn sie statt einiger neuen Sonnenflecken irgendeinen Flecken von Deutschland zu Gesichte bekommen. — Der Anthropologentag, der heute in Hildesheim beginnen sollte, ist verschoben worden. — Das Volkskonzert des Philharmonischen Orchesters findet am Montag, den 3. August, in den Germania- Prachtsälen statt. ~ Borträge..Ueber die Sonnenfinsternis am21. August und ihre Bedeutung für die Erforschung der Sonne" hält Dienstag abends 8 Uhr Prof. Dr. Schwahn im wissenschaftlichen Theater der Urania einen Lichtbildervortrag. — Deutschlands Waldreichtum. Nach den neuesten Aufnahmen der volkswirtschaftlich ausgenutzten Flächen bedeckt, wie in der.Holzwelt" mitgeteilt wird, der Wald ei» Viertel des gesamten Reichsgebietes, genau 25,7 Pro. Die Baumbestände haben sich also in den letzten Jahrzehnten mit geringen Verschiebungen ungefähr behauptet. Der größte Waldreichtum findet sich naturgemäß in den Gebirgsgegenden. Arm an Wäldern sind namentlich Schleswig-Holstein und die übrigen der Rordseeküste näherliegenden Gebiete von Hannover, Oldenburg und den Hanse- siädten. Die ttronforsten umfassen im Deutschen Reiche l,8 Proz. der gesamten Forstsläche, die Staalsforsieu 32 Proz., die Gemeinde- forsten 16 Proz. Den im öffentlichen Eigentum befindlichen Forsten stehen die Privatforsten mit 47 Proz., also fast der Hälfte der Forst- fläche, gegenübert 1 Gewerkfthastliches. die finanzielle Leistungsfähigkeit üer Zentralverbänüe. Der Gewerkschaftskongreß in München hat ein Regulativ angenommen, durch das sich die vereinigten Gewerkschaften u. a. die Aufgabe stellen, gemeinsam die Mittel für Kämpfe aufzubringen, in die nicht genügend leistungsfähige Verbände verstrickt werden oder für Kämpfe, die die Finanzkraft selbst starker Organisationen übermäßig in Anspruch nehmen. Aus diesem Grunde ist die Frage berechtigt: Wie steht es mit der finanziellen Leistungsfähigkeit der an die Generalkommission angeschlossenen Gewerkschaften? Die nachfolgende Aufstellung erlaubt ein Urteil darüber. Sie veranschaulicht die Entwick lung der Mitgliederbestände und die Einnahmen und Ver mögen auf den Kopf der Mitglieder, wodurch die finanzielle Leistungsfähigkeit am deutlichsten zum Ausdruck kommt. Es wurden gebucht: Die deutschen Gewerkschaften haben sich in den leisten anderthalb Jahrzehnten geradezu sprunghast entwickelt. Vor- her wollte es augenscheinlich nicht so recht vorwärts gehen. Der stärkste Mitgliederzuwachs fällt zusammen mit der größten Steigerung der Einnahmen auf ein Mitglied. Seit 1891 ist die Einnahme pro Mitglied von 4,02 M. auf 32,75 M. im Jahre 1913 gestiegen. Noch stärker war das Wachstum der Vermögensbestände, nämlich von 1,33 M. auf 34� M. In den letzten beiden Jahren ist da» Vermögen über die Jahreseinnahme hinausgewachsen. Wenn nicht ganz außer- gewöhnliche Kämpfe viele Millionen verschlingen, dürfte diese Entwicklung auch noch weiter anhalten. In ihr kommt ganz zweifelsfrei eine sehr gefestigte finanzielle Leistungsfähigkeit der Gewerkschaften zum Ausdruck. In der steten Steigerung des Vermögens ist nur einmchl, 1903/1906, eine Unterbrechung eingetreten. Die aufsteigende Bewegung tn den Einnahmen wurde dreimal unterbrochen, zuerst 1896/1897, dann 1908 und zuletzt im Jahre 1911. In der Kurve der Mitgliederbewegung zeigen sich zwei, den Aufstieg störende Ausbiegungen: die erste Ansang der 90er Jahre, �die zweite 1908. Ein absoluter Rück gang der Einnahmen war einnial, im Jahre 1908, zu ver zeichnen. Der Ausfall gegen das vorausgegangene Jahr macht annähernd 3 Millionen Mark aus. Der Rückgang in der Zahl der Verbände, bei gleichzeitiger starker Mitgliederzunahnic seit 1906, ist eine Folge der Zusammenschliisse von Organisa tionen. Berufsorganisationen vereinigen sich zu Industrie verbänden. Die Organisation der Landarbeiter ist ebenso wie der Verband der Hausangestellten in die obige Statistik nicht einbezogen worden. Eine solche Kraft, eine solche Entwick- lungsmöglichkeit, wie sie sich in dieser Zusammenstellung aus- prägt, ist ein Beweis für die Existenzberechtigung der Ge- werkschastcn und auch für ihre unerläßliche Notwendigkeit als Kulturfaktor..' Nur eine gesunde, aus den Verhältnissen herausgewach- sene, notwendige Bewegung kann sich so krafwoll entfalten, wie wir das mit stolzer Freude von den Gewerkschaften sagen können._ S erlin ünd Umgegend. Die Tteinholzleger führten seit einiger Zeit Verhandlungen mit den Arbeitgebern zwecks«erbesieriing der tariflichen Abmachungen. während die Unternehmer sogar Verschlechterungen vornehmen wollten. Am Freitag kam es zu einer Verständigung dahin, datz die bisher geltenden Bedingungen unverändert auf ein Jahr weiter bestehen bleiben._ Achtung, Sattler, Stepperinnen und HIlfsnrbeiterinnen! Die Firma Otto K o ch u. Co., Oranicnstrahe 135, hat in der Gamaschen- abteilung ganz bedeutende Lohnabzüge gemacht und, da die Arbei- terinnen sich weigerten, diese neuen Lohnsätze anzuerkennen, die Arbeiterinnen entlassen. Die im Betriebe beschäftigten Sattler haben aus Solidarität ebenfalls die Arbeit eingestellt. Der Betrieb ist für Sattler, Stepperinnen und Hilfsarbeiterinnen gesperrt. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Sattler und Portefeuiller. Achtung, Tapezierer! Wegen Tarifdifferenzen gesperrt ist für Polsterer und Lederarbeiter die Firma Stephan u. Helbing, Große Frankfurter Straße 123. Desgleichen für Polsterer die Firma GlaS, Fehrbclliner Straße 17. Die Schlichtungskommisfion. Deutsches Reich. Eine Preisfrage. Der Verband der Fachverein« von BSckermeifterföhnen Deutsch- landS und Oesterreichs erläßt eine bombastisch« Aufforderung zur Beschickung einer allgemeinen Vorständeversammlung am 4. August diese« Jahre« in Leipzig. Dortselbst tagen gleichzeitig die zünftleri» schen Bäckermeister. Auf der Tagesordnung der Zünstlerföhne steht u. a. folgender Punkt: „Aufstellung einer Preisfrage für den nächsten Ber- bandStag.* Anscheinend soll die Preisfrage den Nachweis der Existenz- berechtigung der Pleisterföhne-Beweguiia erbringen oder vielmehr eine Begründung dafür, die man der Oeffentlichkeit vorsetzen kann. Den eigentlichen Zweck der Mache, planmäßig und unter allen Um- ständen Streikbruch zu verüben, möchte man gern verschleiern. Die Preisfrage müßte daher wohl lauten: Wie stempelt man Verräterei zu einer edlen Tat? Wie beschwindelt man die Oeffentlichkeit?....... Wenn ein armer Teuiel Streikbruch verübt, so ist das schließlich immer noch menschlich erklärlich, aber die Söhne der Bäckermeister treiben den Streikbruch aus Uebermut und zu dem Zweck», um später als Meister selbst beffer und brutaler ausbeuten zu können. Um« im Streikbrechern— emschließlich d« Hmtzegard.ste»—, l spielen die gewerbsmäßig streikbrecherischen Meistersöhne die traurigste Rolle. Diese Tatsache kann keine Preisfrage aus der Welt schaffen. Ter Verbandstag der Schneider vertagt. Der Zentralvorstand de« Schneiderverbandes beschloß in Rück- ficht auf die jetzige politische Situation, den für den 13. August und folgende Tage nach Nürnberg einberufenen BerbandStag auf unbestimmte Zeit zu vertagen.__ Verzicht auf eine Lohnbewegung wegen der Kriegs- gcfahr. Die auf der Werft von Tecklenburg A.-G. beschäftigten Schiffs- bauer, Schiffszimnierer, Gerüstbauer, Tischler, Maschinenarbeiter und Hilfsarbeiter hatten an die Werftleitungen Lohnforderungen gerichtet. Die Werst trat die Verhandlungen ihrer Korporation, dem Arbeit- geberverband Unterweser, ab. Dieser entschied,„daß bei der jetzigen nzirtschaftlichen Lage und bei den sehr hohen Löhnen, die zurzeit schon im Schiffsbau gezahlt werden, an weitere Lohnerhöhungen nicht gedacht werden kann." Obgleich die Arbeiter von diesen„hohen Löhnen" gar keine Ahnung haben, beschlossen sie, von einer weiteren Durchführung der Bewegung Abstand zu nehmen. Es heißt in der von ihnen an- genommenen Resolution nach scharfer Verurteilung des Unternehmer� Verhaltens: „Die Versammlung betont, daß die gegenwärtig gezahlten Löhne durchaus nicht ausreichen, um alle Ausgaben für die Lebensbedürfnisse in zufriedenstellender Weise bestreiten zu können. Sie hätte erwartet, daß die Firma Tecklenborg wie auch der Ar- beitgeberverband Unterweser den berechtigten Wünschen der Arbeiter Entgegenkommen gezeigt hätte. In Anbetracht der gegenwärtigen verworrenen politischen Lage nimmt die Versammlung Abstand von weiteren Schritten und behält sich vor, auf die geäußerten Wünsch« zurückzukommen.�_ Mus Industrie und Handel. Die Ernte. - In der gegenwärtigen Situation begegnet der Stand der deut- schen Ernte besonderem Jntereffe. Nach dem wöchentlichen Saaten- siandsbericht der PreisberichtSftelle des Deutschen Landwirtschaftsrats konnten bis zum 23. vorigen Monats die Erntearbeiten überall flott gefördert werden, namentlich im Osten war der Roggen meist geschnitten und ein großer Teil bereits eingefahren. Auch in Mittel- und Norddeutschland war der Schnitt des Roggens schon ziemlich weit gediehen und mit der Ernte der Sommerhalmfrüchte vielfach der Anfang gemacht. Am Donnerstag der Vorwoche, im Süden und Westen noch etwa» früher, setzte indes kühles und regne- risches Wetter ein, das während der ganzen Woche anhielt. Fast täglich fanden weitverbreitete und oft sehr ergiebige Regensälle statt, die nicht nur die Erntearbeiten behinderten, fondern auch in starkem Maße Lagerung verursachten. Aus Süd- und Westdeutsch- land, wo der Roggen geschnitten auf den Feldern lag und nicht geborgen werden konnte, wird vielfach bereits über eine Beeinträch- tigung der Beschaffenheit berichtet, auch wurde die andauernd« Nässe hier und da schon als bedenklich für die-Ka r to f fe I n an- gesehen, so daß jetzt allgemein der Wunsch nach beständiger Witte- ruug laut wird. Was die einzelnen Halmfrüchte anlangt, so ist der Roggen im Osten und Norden und vielfach auch in Mittel- deutschland zum größten Teile geborgen; nur auf großen Gütern, wo sich durch das vorzeitige Reifen der übrigen Halmfrüchte die Arbeiten sehr zusammendrängten, stand noch viel Roggen draußen. Ueber den Erdrusch des Roggens wird weiter geklagt, namentlich in Schlesien, Posen und Mecklenburg bleiben die Erträge zum Teil erheblich hinter dem Vorjahre zurück, aber auch in den Provinzen Brandenburg und Sackisen ergeben sich vielfach Enttäuschungen. Weizen ist schon vielfach gemäht, auch die Ernte der Sommer- halmftüchte war bereits im Gange, und man wartete auf trockenes Wetter, um die Gerste, die einen befriedigenden Ertrag verspricht, in Sicherheit bringen'zu können. Der Hafer ist durch große Hitze und Trockenheit zum Teil notreif geworden und muß ge- mäht werden, obwohl die Halme vielfach noch grün fiird. Der Stand der Futterpflanzen hat sich nach den wiederholten Niederschlägen gebeffert. Von den Hackfrüchten haben die Rüben bei genügender Feuchtigkeit gute Fortschritte gemacht und zeigen jetzt eine starke Blattentwickelung. Auch für die Kar- t o f f c l n, bei denen allerdings vielfach über mangelhasten Ansatz geklagt wird, waren die Niederschläge der letzten Woche von Nutzen. Soziales. Lohn-Abzüge für Krankenversicherung. Nach§ 394 und 393 der Reichs versicherungsordnung dürfen deni Versicherten die Beiträge, die er zu zahlen hat, nur für höchstens zwei Lohnzeiten lhöchstens für zwei Monate) abgezogen werden. Für frühere Zeiten rückständige Beiträge vom Lohn abzuziehen, ist unzulässig. Der 8 139 der Reichs- versichernngsordnung verbietet ferner den Arbeitgebern und ihren Angestellten das Abschließen von Verträgen, die die An« Wendung der Vorschriften der R. V. O. zum Nachteile der Versicherten ganz oder teilweise ausschließen. Der§ 140 bedroht die Arbeitgeber und ihre Angestellten, die gegen diese Vorschrift verstoßen, mit einer Geldstrafe bis zu 300 M. oder Haft. Danach ist jede Abmachung unzulässig und dem Arbeit- gebcr gegenüber strafbar, die dem Arbeitgeber das Recht einräumt, für mehr als zwei Lohnzahlungsperioden Abzüge zu machen. Dennoch hat dieser Tage das Persicherungsamt Kiel soiche zuungunsten einer Hausangestellten als unter den besonderen Umständen des Falls mit Unrecht für zulässig erachtet. Eine Hausangestellte war seit dem 1. November 1313 bis zum 23. April 1314 bei einer Hetrfchaft in Stellung. Sie gehörte vom 1.. Januar 1314 ab der Ortskrankenkasse in Kiel an. Nach einem Vertrag, den das Dienstmädchen und ihr Arbeitgeber abgeschlossen hatten, sollten dem Mädchen die Krankentassenbeiträge vom Lohne nicht abgezogen werden, falls sie bis zum 1. Mai das Dienst- Verhältnis nicht auflöst und dem Dienscherren keinen Grund zur fristlosen Entlassung gibt. Anderenfalls jedoch sollte ihr Beitrags- teil für die gesamte Zeit—. also vom 1. Januar bis 1. Mai— bei der letzten Lohnzahlung in Abzug gebracht werden. Arn 23. April wurde dann das Mädchen auf Grund des§ 26 der Echleswig-Holsteinischen Gcsindeordnung wegen nächtlichen AuSgehens und Ungehorsam entlassen und die Krankenversiche- rungsbeiträge für die Zeit vom 1. Januar bis 23. April 1314 von ihrem Lohne abgezogen. Die Klage der Hausangestellten auf Nachzahlung des abge- zogenen Betrages für Januar und Februar wurde durch Vor- entscbeidung abgewiesen. Das Vcrsicherungsamt stellte sich auf dep Standpunkt, daß der zwischen der Klägerin und dem Kläger abgeschlossene Bertrag nicht ungültig sei, da die Klägerin den Abzug dadurch vermeiden konnte, daß sie selbst bis zum 1. Mai nicht kündigte, noch Grund zur fristlosen Entlassung gab. Buch sei der Betrag nicht so hoch — SM.—, als daß darin eine besondere Härte zu erblicken wäre. Ferner bringe der Vertrag für den Fall, daß das Dienstverhältnis bis zum 1. Mai nicht gelöst worden wäre, für die Klägerin einen bedeutenden Vorteil, da sie dann für die ganze Dauer des Dienst- Verhältnisses ihren Bcitragsteil gänzlich erspart haben würde. Der Vertrag bringe der Klägerin mindestens soviel Borteil wie Nach» teil. Die Vereinbarung weiche nicht zum Nachteil der Versicher- t«n von den Vorschriften des Gesetzes ab. Des halb sei die Klage unbegründet und abzuweisen. Diese Entscheidung des Kieler Versicherungsämts verstößt offensichtlich gegen das klare Gesetz. Sie glaubt sich auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Dresden vom 28. Januar 1837 stützen zu können. Allein mit Unrecht. Dort lag ein völliger Ausgleich zwischen Vorteil und Nachteil vor. Hier keineswegs. Indessen haben Hausangestellte mit ähnlichen falschen Entscheidungen zu rechnen. Für sie ist es das ratsamste, solche Verträge überhaupt nicht einzugehen. Will die Dienst- Herrschast den Bcitrcxgsteil ihrer Hausangestellten bezahlen, so mag sie es ohne jede Gegenleistung tun. Den Dienstherren fällt die Jnnehaltung solches Vertrages nicht schwer. Da- gegen sind die Gesindeordnungen für die Hausangestellten ein offenes Netz, in- dessen Maschen sie sehr leicht geraten können. Für sie bedeutet das Abschließen solcher Verträge ein Lotterie- spiel, aus dem sie sehr leicht mit einer Niete herausgehen können._ - Gerichtszeitung. Stillstand in der Kriminaljustiz. Gestern fielen im Moabiter Krimmalgericht � fast sämt� liche Sitzungen aus, weil vielfach Angeklagte oder Zeugen, hier und da auch Richter und Staatsanwälte, nicht erschienen waren. Irrig ist die vielfach verbreitete Anficht, infolge des Kriegszustandes treten die Kriegsgerichte an Stelle der Zivil- gerichte. Die Zivilgerichte sind nach wie vor zuständig, nur kann der militärische Befehlshaber den Ersatz von Zivil- gerichten durch Kriegsgerichte anordnen. Solche Anord- nung ist nicht getroffen und wird voraussichtlich auch nicht getroffen werden._ Zurückhaltung deS Tagelohns. Die Bezahlung eines vollen Tagelohnes forderte gestern vor dem Gewerbegericht ein Tischler von der bekannten Firma Gebr. Raabe. Der Kläger hatte kurz nach der Mittagspause seine Papiere gefordert, weil er sich die dort gebräuchliche Behandlung nicht ge- fallen lassen wollte. Als ihm bei seinem Abgange gesagt wurde, er bekäme nun auch die geleisteten Stunden nicht bezahlt, bo t e r sich wieder zur Arbeit bis zum Tagesschluß an. Die Beklagte weigerte sich, ihn loeiterzubeschäftigten und wollte die einbehaltenen Groschen für den angeblichen Kontraktbruch in An- spruch nehmen. Das Gericht verurteilte die beklagte Firma zur Z a h- lung deF vollen Tagelohne L. Der Kläger durste wicht zurückgewiesen werden, als er sich zur Weiterarbeit anbot. «ttternngsüberficht vom 1. August 1914« Swinemdc. 765 WNW Hamburg 765 SO Berlin Franks. a.M München 7SÄGO Wen 765 NW 2 wolkig 2 Dunst wolkig 2 heiter 2'wolkenl ilwaranda ierSburg oillh Aberdee» Pari« 755 FW 756SSO 1 halb bd. Zchedetki Wetterprognose kür Sonntag, de» K. August 1914. Wärmer, zunächst vorwiegend heiter bei mäßigen südöstlichen Winden; später wieder zunehmende Bewölkung mit etwa? Gewitterneigung., Berliner Wettrrburean. Wetteraussichten kür das mittlere Norddeutschland bis Montagmittag: Ueberall ziemlich warm und schwül. Oestlich der Oder größtenteils trocken und vieliach heiter. Weiter westwärts allmähliche Zu- nähme der Bewölkung, dann verschiedentlich Gewitter. «Kaufe täte, To») t alle Arten von Hauttrnreinsg» ketten, Hautausschlägen wie Blüt- chen. Mitesser. Flechten, Finnen, Pickeln, Pustel« usw. verschwinden durch täglichen Gebrauch der echten Jüuduwfrl&tfr Von Bergmann& Co., Radebeul, Stück 50 Pf. Ilederall zu haben, Nachtrag z« Bilanz der «obeMfilt.Fortuvs". Eingctr. Genossensch, m.beschr. Hastpfl. Das Geschästsguthaben hat sich um M. 850,00 vermehrt und beträgt mit» hin M. 2500,00. 8850b Der Borstand. Gustav Berger. Fritz Wolff. Wanderer! Ruderer! Radfahrer! Rejrhhaltlgoüilmirep in Wanderkarten Silva. Straube, KieBling. Pharus. Radfahrerkartan Mittelbacst, Straube. Reiseführer Grieben. Ruderbücher Silva, Straube. Kursbücher KieBling, Stenn, KBnig. 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KeilM im Lmiick" Serlim vcksdlR Zanntag, 2. Auguß 191�. Mittwoch, äen 5. August: 2ahlaben KristS» die schon am Freitag unmittelbar nach Erklärung des Kriegs- zustattdcs einsetzte und am Sonnabend gewaltigen Umfang an- nahm, ist letzten Endes der Panik im Publikum zuzuschreiben. Die von der Schnelligkeit der sich jagenden Weltereignisse überraschte und bestürzte Bevölkerung ist begreiflicherweise nervös geworden und hört auch nicht auf die amtlichen Mahnungen, daß Reichs- banknoten ohne jedes Risiko verkehren können. Es steht zu hoffen, daß schon in den nächsten Tagen diese Krisis ihr Ende er- reicht, aber zunächst ist der Mangel an Metallgeld j» außerordentlich fühlbar geworden, daß selbst die großen Kassen in der Hauptsache Scheine ausgeben, Gold und Silber nur in ovrhältniS» mäßig geringer Menge. Wie ist das möglich geworden? Weil das Publikum fast alles Metallgeld, besonders Gold, fest in den Händen behält und es förmlich sammelt» dagegen die Scheine mit allerlei Tricks loszuwerden versucht. So wurden auf den Post- ämtern massenhaft Briefmarken in kleinen Posten verlangt oder kleine Geldbeträge eingezahlt und große Kassenscheine präsentiert. Die Po stkam diesen Ueberängstlichen entgegen, soweit sie dazu in der Lage war, dagegen ist das bloße Einwechseln von Scheinen in Gold oder Silber überall rundweg abgelehnt worden. Bei der Geldbestellung wurde vielfach die Annahme von Papiergeld in großen Scheinen verweigert. Das ist schon deshalb töricht, weil die Post keine Verpflichtung hat, in bestimmten Geldsorten aus- zuzahlen. DaS verweigerte Geld geht also an den Absender zurück. Noch fühlbarer war die Panik im Wirtschaftsleben. In den Markthallen wollten die Engroshändler kein Papiergeld annehmen. Sehr zahlreiche Kleinhändler kehrten ohne Wareneinkauf zurück, wodurch in den Außenbezirken der Stadt momentan Schwierigkeiten beim Einkauf von Lebensmitteln entstanden. Da auf diese Weise ein Keil den anderen trieb, weigerten sich natürlich auch die Klein- Händler, Scheine in Zahlung zu nehmen. Selbst die aus den Staatsdepots massenhaft in Verkehr gebrachten Zehn- und Fünf- markscheine wurden zurückgewiesen. Im-der Reichsbank, wo gestern vormittag fast ausschließlich auch nur Kassenscheine aus- gegeben wurden, kam es zu erregtesten Szenen. Die Beamten beteuerten vergebens, daß kein Metallgeld da sei und auf frische Zufuhr gewartet werden müsse. Tausende umstanden, auf Geld wartend, das Reichsbankgebäude, während in den Depositenkass«« dr Großbanken der Verkehr nur wenig größer war als sonst am Monatscrsten. Hier sind auch gestern die Depots nicht in dem erwarteten Umfange abgefordert, sogar recht erhebliche Summen von vernünftigen Leuten, die sich durch ine Panik nicht beirren ließen, eingezahlt worden. In Fabriken und Werkstätten war ebenfalls die Erregung bei der Lohnzahlung, die zum Teil in Scheinen erfolgte, groß. Niemand glaubte etwa an die Ungültig- kcit der Scheine. Alle waren sich nur bewußt, in der gegenwärtigen Situation die als Arbeitslohn gezahlten Kassenscheine nicht oder sehr schwer klein kriegen zu können. Und dieser papierne Besitz be- deutet für den Arbeiter, der kein anderes Geld hat, die Brotlosig- keit. Wie gesagt, dürfte aber die Kassenscheinpanik bald abflauen, schon weil daS festgehaltene Metallgeld naturnotwendig wieder zum Vorschein kommen muß. * Auf der Neuköllner Steuerkasse wollte gestern vormittag eine Frau die Steuern in Höhe von über 60 M. entrichten. Sie überreichte dem Beamten einen Hundertmarffchein. Achselzuckend bemerkte der Beamte, daß er leider kein Kleingeld habe, worauf die Frau erwiderte, daß sie dann also ihre Steuern nicht loswerden könne. Die Frau verließ unvcrrichtcter Sache die Steuerkasse. Der Ansturm der kleinen Sparer dauert trotz aller Beschwichtigungsversuche fort. Am Sonnabend vormittag hatte die Belagerung der Berliner Sparkasse einen solchen Umfang'angenommen, daß es eine» erheblichen Polizeiaufgebote« bedurfte, um die Ordnung unter den Andrängenden aufrecht zu erhalten. In der Burgstraße zog sich der Aufmarsch der AbhebungS« lustigen vom Sparkassengebäude auS bis zur Kurfürstenbrücke hin. Reitende Schutzleute und solche zu Fuß verhinderten, daß allzu Un- geduldige sich vordrängten. Kellner au» benachbarten RestauranIS boten in weißer Jacke den Harrenden Bier an und Bananenverkäufer gingen hin und her. Gut die Hälfte der Erschienenen bestand auS Frauen und vielen von ihnen sah man an. daß bittere Not sie treffen würde, wenn nun der Ernährer fortgerissen wird. Auch in den Großbanken hat die Zahl der abhebenden kleinen Sparer stark zugenommen. Der Zinsfuß für tägliches Geld stieg bei der Deutschen Bank auf 3'/, Proz. In den Filialen waren mit Blau- stift beschriebene Plakate angeschlagen, in denen es hieß:»Bitte die Ruhe behalten. ES wird alles bezahlt." Mobilmachung und städtische Angestellte. Der Magistrat trat gestern vormittag unter dem Vorsitz de» Oberbürgermeisters zu einer Sitzung zusammen, um über die er» forderlichen Maßnahmen für den Fall einer Mobilmachung zu be» raten. ES wurde u. a. darüber Beschluß gefaßt, in tvelcher Weise für da» zur Fahne einberufene Personal der Krankenanstalten Ersatz zu schaffen ist und wie die Lazarettaufnahme geregelt werden soll. Ferner beschäftigte sich der Magistrat mit der Regu- lierung der Gehälter für die eingezogenen städtischen Beamten und Angestellten. Außerdem sollen alle Ausgaben für alle nicht dring- lichen Angelegenheiten zurückgestellt und die städtischen Bauten, deren Ausführung im Augenblick nicht unbedingt erforderlich ist, eingestellt werden. DaS Militärbureau des Magistrats hat in eingehender Weise für die hiesige Einquartierung von Truppen Vorsorge getroffen und ebenso die Frage der Familienunterstützung für die einberufe- nen Mannschaften geregelt. Im Falle einer Mobilmachung wird außerdem sämtlichen einberufenen Arbeitern und Bediensteten der; Stadt Berlin der fällige Lohn sofort ausgezahlt. Eine kolossale Belastung der Fernsprechämter ist die Folge der politisthen Ereignisse. Man merkt es den Telephonistinnen schon an. daß die Anforderungen sie hart mitnehmen. Anschlüsse sind jetzt oft erst nach Minuten zu erzielen. Man soll«der nicht gleich nervös werden Kriegskredit in Sleukölln. Der Neuköllner Magistrat hat im Einvernehmen mit der be- stehenden gemischten Deputation beschlossen, zum Zwecke der Herbei- führung von besonderen Massnahmen im Falle einer Mobilmachung bei der Stadtverordnetenversammlung die Bewilligung eines ausser- ordentlichen Kredits zu beantragen. Miete und Zinsen müsse» auch im Kriege bezahlt werden. Der Neuköllner Magistrat läßt amtlich bekanntmachen: In weiten Kreisen der Groß-Berliner Bevölkerung ist die An- ficht vertreten, daß nach Erklärung des Kricgsznstandes in Deutschland keine Miete- und Zinszahlungen zu leisten seien. Diese Auffassung ist selbstverständlich irrig. Ebenso wie die Hauseigentümer verpflichtet sind, ihre Zinsen zu zahlen. müssen die Mieter ihren Verpflichtungen nachkomnien und Miete entrichten. Eine Stundung tritt nur dann ein, ivenn diese von zuständiger Stelle verfügt wird. Krankenversorgung im Kriegsfalle. Für den Fall einer Mobilmachung werden wie 1870 zur Aufnahme von Kranken und Verwundeten auf dem Temvel hofer Felde Baracken aufgeschlagen. Diese Baracken sind modern und äußerst Praktisch eingerichtet, heizbar, luftig und natürlich mit allen hygienischen Neuerungen ausgestattet. Zahlreiche Berliner Gemeindeschulen werden beim Ausbruch eines Krieges für die Aufnahme von Truppen schnellste» vorgerichtet, mit Betten belegt und können im Bedarfsfalle als Kasernen dienen.___ Arbeiterentlassungen. Infolge des Kriegszustandes häufen sich die Arbeiter entlassungen in beunruhigendster Weise. Große Konfektions� gcschäfte haben bereits ihre Geschäfte vollständig geschlossen: in Fabriken wie Ane und andere sind Tausende von Arbeitern entlassen beziehungsweise gekündigt, weil die Orders annulliert sind. In den nächsten Tagen werden weitere Taufende folgen. Die Firma Gustav Lyon. Verlag und Druckerei, Schützen- straffe 8, hat ihren über 100 beschäftigten Arbeitern und Angestellten bereits Mitteilung gemacht, daß die Arbeitszeit von jetzt an auf drei Tage in der Woche beschränkt wird. Wer schafft Arbeit und Brot? Der Magistrat und Lebensmittelversorgung. Es wird berichtet, daß der Berliner Magistrat beraten habe über die Lebensmittelversorgung Berlins während eines Krieges. Er soll Maßnahmen getroffen haben, um die Versorgung sicherzustellen. Offiziell ist uns von diesem Beschlüsse nichts bekannt geworden, wir wissen auch nicht sicher, ob die Meldung zutrifft. Apptwendig aber wäre, daß der Magistrat Sicherheitsmaßnahmen triffst_ Nachahmenswert. Abgesehen von den grösseren Banken, die den zum Militär eingezogenen Angestellten das Gehalt während der ganzen Dauer des Krieges auszuzahlen sich bereit erklärt haben, sollen auch nam- hafte Firmen die Zusicherung gegeben haben, datz sie für die Familien der verheirateten zum Militär eingezogenen Angestellten ausreichend Sorge tragen wollen. Eine solche Meldung wird uns z. B. über die Baumwollen-EngroS-Firma Gebrüder Simon, Klosterstr. 80/84, gemacht. Demgegenüber stehen freilich die an anderer Stelle mitge- teilten umfangreichen Arbeiterentlassungen. Carnegie-Stiftung für Lebensretter. Im Laufe des Geschäftsjahres 1913 gingen insgesamt 32L Gesuche bei dem Kuratorium ein, darunter 291 um Be willigung einer Beihilfe. Von letzteren erwiesen sich 104 als zur Berücksichtigung geeignet. Der Gesamtbetrag der im Ge- schäftsjahr bewilligten Beihilfen betrug einmalig 91 630 M. und laufend 16 504 M. Der Gesamtbettag der im Laufe des Geschäftsjahres zur Auszahlung gelangten laufenden Beihilfen belief sich auf 39 302,62 M. gegenüber' 22 533,35 M. am Schlüsse des Vorjahres bezw. 6106,65 M. am Schlüsse des ersten Berichts- jahres. Das Kuratorium konnte aus zahlreichen ihm zugesandten Dankschreiben und den Mitteilungen der bei Ausführung seiner Beschlüsse mitwirkend in Tätigkeit getretenen Behörden zu seiner Freude entnehmen, daß es den vereinten Anstrengungen gelungen ist, Not und Sorge von der Schwelle so manches durch die Folgen seiner edlen Tat in Bedrängnis geratenen Lebensretters und seiner Angehörigen fernzuhalten. Bon eine« internationalen D-Zugdieb bestohlen wurde gestern abend auf dem Bahnhof Friedrichstrasse ein russischer Baron, der im Begriff stand, nach seiner Heimat abzureisen. Infolge des ausser- gewöhnlichen Andranges auf dem Bahnsteig war es dem Spitzbuben leicht, sich daS Handgepäck des Russen, das dieser neben sich hin- gestellt hatte, anzueignen. Der Bestohlene merkte das Verschwinden seines Koffers zwar bald, doch war der Dieb in der Menge bereits verschwunden. In dem Koffer befanden sich ausser Wettsachen auch noch mehrere tausend Mark Geld. Wer ist der Tote? Im Krankenhause am Friedrichshain verstorben ist gestern ein unbekannter Mann von etwa 50 Jahren, der besinnungslos ein- geliefert worden war. Wie sich herausstellte, hatte er einen Schädel- bruch erlitten. Der unbekannte Tote ist 1,68 Meter gross und schlank, hat schwarzes Haar, einen dunkelbraunen Schnurr« und Spitzbart und ein blasses, längliches Gesicht mit spitzem Kinn und trug ein dunkles Jackett, ebensolche Hofo_ eine braunkatterte Weste, eme braune Mütze und schwarze Schnürschuhe. Die Leiche befindet sich im Schauhause._ Verloren wurde in der Versammlung in der Brauerei Friedrichs- Hain ein Kostümjackett. Abzugeben ist dasselbe bei Emil Fengel, Marienburger Strasse 23, v. III. L Vermißt wird seit dem 25. Juli 1S14 der Musiker OSkar TiburSki, am 5. Mai 1889 zu Tsihepplan geboren, Kirchstrasse 7 wohnhaft gewesen. Derselbe ist 1,70 bis 1,75 gross, schlank; hat dunkelblondes Haar und ebensolchen kleinen Schnurrbart: volles blasses Gesicht. Derselbe war bekleidet mit schwarzem Schlapphut. schwarzem Smokinganzug mit seidenen Spiegeln, schwarzen Woll- strumpfen und schwarzen Knöpfftiefeln. Mitteilung über' den Ver- bleib des Vermihten nimmt der 6. Kriminalbezitt, Polizeipräsidium Zimmer 346, Test Anruf 414, sowie jedes Polizeirevier zur Nummer 2531 4. 53. 14 entgegen. Vorortnachrichten. Charlottenburg. Trotz des starke«, durch nichts gerechtfertigten Andranges bei der städtischen Sparkasse zu Abhebungen von Guthaben, haben, wie das Nachrichtenamt mitteilt, die Einzahlungen vorgestern sowohl wie gestern einen ansehnlichen Umfang gehabt. Damit die Einzahler nicht genötigt sind, in der andrängenden Masse längere Zeit zu warten, und um die Einzahlung zu erleichtern, hat die städtische Sparkasse sofort eine Einzahlstelle in der Sradthauptkasse, die durch das Hauptportal zu erreichen ist, eingerichtet. Adlershof. lieber den Parteitag in Würzburg und die neuesten politischen Vorgänge referierte in einer ausserordentlichen Generalversammlung Reichsragsobgeordneter Fritz Zubeil. Zunächst äussert sich der Referent über die Kriegsgefahr, die Kriegshetze und ließ durch- blicken, dah in Anbetracht der kritischen Lage es noch sehr ftaglich sei, ob überhaupt der Parteitag stattfinde» werde. Zu den wichtigsten Panklen der Tagesordnung, wie Militärstaat und Demo- kratie sowie Wirtschaftspolitik und Koalitionsrechtshetze betont der Redner, dah durch eine ausgiebige Aussprache Richtlinien für die Zukunft gezogen werden mühten. Beim Bericht der Reichstags- fraktion wird das Sitzenbleiben! beim Kaiserboch eine lebhafte Debatte hervorrufen. Dass die Minderheit, wenn es auch eine grosse war, sich nicht der Majorität gefügt habe, fei z u verurteilen. Durch die Tatsache, dass bereits in Bayern auf dem Parteitag der Beschluss gefasst worden sei. dass Abgeordnete sich au einer Zeremonie nicht mehr beteiligen, sei schon viel erreicht. Wenn eS die Zeit erlaubt, müssie unbedingt das Thema .Klassenjustiz" noch auf die Tagesordnung kommen. Ein- gangs der Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken des verstorbenen Genossen Franz Lehmann in üblicher Weise Die Delegierten zur Kreis- und Verbandsgeneralversammlung werden diesmal von den Bezirken gewählt. Den Beriibt von der Reorgani- sationskommisfion auf der letzten Verbaudsgeueralversamnllung gibt Genosse Mcil. Dem Berichte ichliesst sich eine lebhafte Diskussion an. Wegen Nichtbeteiligimg an Wahlen soll gegen die Genossen Dallu, Krenz, Fleck und Sperendiano das Ausschlussverfahren eingeleitet werden. Verschiedenen Genossen wurde eine Rüge erteilt. Genosse Kronewald teilte der Versammlung mit, dass die Sammlung für die Fericnkindcrspiele 212,45 M. ergeben habe: diese Summe wurde der Kinderschutzkommission überwiesen. Die Fericnausflüge für die Kinder, die bisher Dienstags stattfanden, fallen sväter aus. Auch der für Montag den 9. August für die Kinder im Alter von 10—14 Jahren nach den Gosener Bergen geplante Ausflug findet nicht statt. Eichwalde. Kinderfest. Das für Mittwoch, den 29. Juli, angesetzt gewesene Kinderfest des Wahlvereins ist infolge ungünstiger Witterung auf Donnerstag, den 6. August, hinausgerückt worden. Alle Billetts behalten ihre Gültigkeit. Weihense«. Der Arbeiter-Schwimmklub„Neptun" teilt mit, dass infolge der ausserordentlich ernsten politischen Lage das für heute Sonntag arrangierte Schwimmfest im Seebad �Weissensee nicht stattfindet. Britz. Das heute stattfindende Erntefest der Bangenossenschaft Ideal wird trotz ernster politischer Lage, wenn auch in engerem Rahmen, abgehalten. Nowawe». Gemeiadevettreterfitzung. Die bereits in der letzten Sitzung zurückgestellte Vorlage, betreffend die Aenderung der Strassenpolizei- Verordnung, mutzte nochmals von der Tagesordnung abgesetzt werden, weil über die Fassung des§ 8, der das Ausstellen von Waren be« trifft, keine Einigung erzielt werden konnte. Der Bürgermeister empfahl den Vorschlag der Wegekommission zur Annahme, das Verbot des Ausstellens von Waren vor den GeschäftSlolalen beizubehalten, da Ausnahmen, besonders vor dem Weihnachts-, Oster- und Pfingstfest, auf Ersuchen zugelassen würden und anderer seits durch die vorhandenen modernen Schaufenster die Mög lichkeit einer ausreichenden Reklame gegeben sei. In anderen Gemeinden sei es ja auch nicht anders. Gemeindevertreter Böhme widersprach dieser Ansicht und forderte, dass das Ausstellen ohne vor« herige polizeiliche Erlaubnis gestattet werde, da viele Lqdeninhaber nur über kleine Schaufenster verfügen und durch die Warenhäuser ohnedies schwer gedrückt seien/ Wenn man immer auf die Verhält- nisse anderer Orte hinweise, dann möge man nicht zu erwähnender- gessen, dass in vielen derselben auch weit geringere Steuern gezahlt werden als bei uns. Genosse Singer gab die Erkärung ab. dass diese Frage besonders für die wirtschaftlichen Vereine von Interesse sei, weshalb diese sich hätten vorerst äussern sollen. Gemeinde- Vertreter Reiff wies darauf hin, dass für viele Geschäftsleute das Ausstellen von grossem Wert sei, weil dasselbe die Kauflust des Publikums anrege. Auch gegen das Ausstellen von Nahrungsmitteln könne nichts eingewendet werden, wenn dies in genügender Höhe über dem Erdboden geschehe. Im übrigen wünschte auch er, dass der Lerem für Handel und Gewerbe hierzu Stellung nehmen müsse. Der Bürgermeister erkannte die Berechtigung des von den Gemeinde- Vertretern Singer und Reiff geäusserten ZSunsches an und zog die Vorlage zurück, um dem Vorstand des genannten Vereins Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.— Für die Einrichtung der Bedürfnis- anstalt in der Eisenbahnstrasse sind im Etat für 1914 insgesamt 2000 M. eingestellt, und zwar 1000 M. für die innere Ausstattung und 1000 M. zur Deckung der voraussichtlichen Betriebskosten. Nach den eingezogenen Offerten stellen sich die Kosten für die Innen« Einrichtung zedoch aus 1600 M., weshalb eine Nachbewilligung er« folgen mutzte. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde beschlossen. die Klosetlüren mit automatischem Verschluss zu versehen, wodurch eine ständige Aufwartung vermieden und an Kosten erheblich gespart wird. Im Rathanse Priesterstratze macht sich eine Erneuerung der Heizanlage notwendig, da sich bereits im letzten Betriebsjahr zahlreiche Mängel gezeigt hatten. In Anbetracht der hohen Kosten einer gründlichen Reparamr, die einer Neuanlage gleichkommen würde, bewilligte die Vertretung 2400 M. zur Aufstellung moderner freistehender Strebekessel und stimmte der Uebertragung der Arbeiten an die Firma R. Meyerhcim in Potsdam zu.— Bei den letzten grossen Regenfällen und der dadurch hervorgerufenen Ueberflutung von Kellereien machte sich nach Mitteilung des Bürgermeisters das Fehlen einer Saugpumpe bemerkbar; die vorhandene Feuerspritze erwies sich für das Auspumpen als völlig unzulänglich, weshalb sogar Hilfe aus Potsdam in Anspruch genommen werden mutzte. Um in Zukunft gegen Wassersnöte besser gerüstet zu sein, wurden auf Antrag der Freiwilligen Feuerwehr die Mittel hierzu bewilligt. Postbeamte als AuShrlfer im TranSportgewerbr. Beim letzten Umzugsterniin fiel es aus, dass bei den Umzügen des Fuhrunter- nehmers Grünefeld, Wilhelmstr. 83, Postbeamte aushalfen. Die an« gestellten Ermittlungen haben nun ergeben, dass es sich um zwei Uuterbeamte handelt, die ihren Erholungsurlaub dazu be- nutzten, sich einen Nebenverdienst zu verschaffen. Obwohl selbstverständlich jedem das Recht zusteht, über seine freie Zeit nach eigenem Gutdünken zu verfügen, forderl das Verhalten der beiden Beamten doch zur Kritik heraus, weil sie den Arbeitslosen im Transportgewerbe eine, wenn auch nur wenige Tage dauernde Arbeits- gelegenheit genommen haben. Auch dem Fuhrunternehmer toar doch sicher bekannt, datz zu der Zeit im Transpottgewerbe zahlreiche Arbeitslose vorhanden waren, die mit Freuden die Gelegenheit, etwas zu verdienen, ergttffen hätten. Der letzte Fen'enauSfiug am Mittwoch konnte wegen des un- Sünsttgen Wetters leider nicht, wie beabsichtigt war, nach Rehbrücke attfinden. Da sich jedoch zur angesetzten Zeil eine Anzahl Frauen mit Kindern am Abmarschpunkt eingefunden hatten, gab man den Ausflug nicht völlig auf, sondern zog nach dem naher gelegenen Lokal zur»Freien Aussicht", wo gedeckte Räume genügenden Schutz gegen die wechselnden Regengüsse boten. Am nach st en Frei- tag soll bei günstigerem Wetter der Ausflug nach Rehbrücke dennoch stattfinden. Der Abmarsch erfolgt wiederum nachmittags 2 Uhr vom Rathause._ Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Rosenthal. Dienstag, den 4. August cr., abends 6 Uhr, in der Aula der Gemeindeichule, Schillerstrahc. Diese Sitzungen find Zffentlich. Jeder EemeindeangchSrige ist be- rechtig», ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Wochen-Spielplan öer berliner Theater. Königgrätzer Strafte. Allabendlich: Mr. der Wu. Der Trou- Montag: Leutnants- Theater in (Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Allabendlich: Wie einst iin Mai.(Ans. 8 Uhr.) Kleines Theater. Allabendlich: Der Klecks.(Ansang 81/, Uhr.) Theater des Westens. Sonntag und Montag: Die Waliüre. (Zlnfang T,1, Uhr.) Dienstag bis Donnerstag: Siegsried. Freitag bis Sonntag: Götterdänimerung.(Ansang 7 Uhr.) Montag: Das Rheingold. (Ansang 8 Uhr.) Thearer am Nollendorfplatz. Allabendlich: Der Juxbaron.(An- sang 8Y, Uhr.) Residenz- Theater. Allabendlich: Das Ateliergeheimnis.(Anfang 8>l, Uhr.) Lustspielhaus. Allabendlich: Die spanische Fliege.(Ans. 8'!, Uhr.) Theater an der Weidendammerbrücke. Ionntagnachmittag Z Uhr: Der müde Theodor. Abends: Der müde Theodor. Ab Montag: Der süsse Fratz.(Ansang 8 Uhr.) Thalia Theater. Sonntagnachmtttag 31/, Uhr: Charlehs Tante. Allabendlich: Wenn der Frühling kommt.(Anfang 8 Uhr.) Schiller- Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Freischütz. Abends: Lobengrin. Montag: Die Zauberflötc. DienSIag: Lohengrin. Mittwoch: Tannhäuser. Donnerstag: Lohengrin. Freilag: badour. Sonnabend und Sonntag: Der fliegende Holländer- Unbestimmt.(Anfang 8 Uhr.) Friedrich-Wilhelmiiädtisches Theater. Allabendlich: liebchen(Ansang S'/t Uhr.) Luisen< Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der wilde gelbe Mohn. Abends und Montag bis Mittwoch: Der Leiermann und sein Pflege- kmd. Donnerstag: Gefallene Mädchen. Von Freitag bis«onntag: Der Leiermann und sein Pflegekind. Montag: Gefallene Mädchen.(Ansang S'l, Uhr.) Mctrovol. Allabendlich: Die Reise um die Erde in 40 Tagen.(An- sang 8 Uhr.) Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Mandelbaums Hochzeitsreise. Zur silbernen Gans. Zwei dunkle Punkte.(Ansang 8 Uhr.) Walhalla-Theater. Sonntagnachmittag 3Y< Uhr: Die Räuber. Abends bis Mittwoch: Der unsichtbare Mensch. Donnerstag bis Sonntag: Der Hund von Baslerville. Montag: Unbestimmt.(Ansang S'l, Uhr.) Rose-Tbeoter. Sonntag bis Freitag: Eine tolle Sache. Von Sonn- abend ab: Am Mar.»Ansang 8 Uhr.) Berliner Prater-Theater. Allabendlich: Grigri.(Anfang 8 Uhr). Falles Eaprice. Allabendlich: Schwache Nerven. Eine nnruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht.(Ansang S'l, Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Svezialiläten.(Ansang 8 Uhr.) AdmiralSPalaft. Allabendlich 8'/, Uhr: Im Tangoklub. Reichshallen-Theater. Allabendlich: Stcttiner Sänger.(Ansang 8, Sonntags T/, Ubr.) Pafiage Theater. Allabendlich 5 Uhr: Kino-Varicte. Eines Nollendorf- Theater. Oiio radis.(Ansang 7 und 9 Uhr.) Potsdamer Natu rthcater. Allabendlich: Alt-Potsdam.(Anfang 5 Uhr.) Urania- Theater. Sonntag. Montag, Mittwoch und Freitag: Der deutsche Riesenkanal. Im Lande der Mitternachtssonne. Dienstag und Donnerstag: Die Sonnenfinsternis am 21. August 1914. Sonnabend: Die Ausstellung sür Buchgewerbe und Graphik in Leipzig. Sonntag und Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Hriefkaften öer Redaktion. Das hängt von — S. Z. Nein.- P.». Ja.— O. Ihrem Geschmack und Ihrem Geldbeutel ab. 28. New. Zrauen-Leseabenöe. Hohen�Schönhausen. Montag, den 3. August, 8 Uhr, im Lokal von Fr. Reqher, Berliner Str. 93. Wilmersdorf. Der sällige Leseabend sindet nicht statt; dagegen am Mittwoch, den 12. August, Kaffeekochen im Waldkater, Rest. Geetsch, Warnemllnder Str. 14/15(Schmargendorf). Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion über den Grosshandel in den Zentral-Markthallen.(Ohne Verbindlichkeit.) Sonnabend, den I.August. Fleisch: Rindfleisch per 50 Irx Mark: Ochsen- fleisch 1» 73—85, do. IIa 72—75, do. Illa 60—70; Bullenfleisch la 70—80, do. IIa 65—69; Kühe, seit 44—57, do. mager 35— 46, Fresser 58—65, do. dän. 55—65; Bullen, dän. 56—70. Kalbfleisch: Doppellender 105—130; Mastkälber la 95—105, do. IIa 78—90; Kälber ger. gen. 50—65. Hammel- fleisch: Mastlämmer 90—95; Hammel la 79—89, do. IIa 71—78, do. austral.— ,—;«chasc 76—82. Schweinefleisch 54—60.— Eier: Landeier Schock 4,50—5.00; Trwteier 5,50.— Butter: Molkereibutter per 50 Irx 110—120; Landbutter 90— 100.— Gemüse, inländisches: Kartoffeln, neue weisse Magdeburger 4,50, blaue do. 4,50—5,00, weisse Kaiserkronen 4.50, Rosen 4,50; Porree Schock 0,50—1,00; Spinat 50 kg 10,00—18,00; Schoten 20,00— 25,00; Mohrrüben 50 kg 3,00—4,00; Bohnen 50 kg 6 00— 12,00; Champignon 50 kg 00,00— 00,00; Kohlrabi Schock 0,50— 0,80; Wirsingkohl Schock 3,00—6,00; Weisskohl Schock 3,00—6,00, Rotkohl, Schock 3—6; Kohlrüben Schock 3—5; Blumenkohl, Ersurlcr 100 Stück 4—20; Meerrettich Schock 3,50—12.00; Peterfilienwurzel Schockbund 1,00—3,00; Radieschen Schockbund 0,70—1,00; Salat Schock 1,50—3,00; Zwiebeln, 50 kg 7,00—9,00; Tomaten 50 kg 10—15; Psefferlmge 18—25,00; Puffbohnen 50 kg 7,00—10,00. Gurken 3,50— 4,00. Ausländisch. Tomaten, ital., 50 kg 6— 14; do. französische 8,00— 16,00; Blumenkohl, holländischer la 100 Stück 40,00, Zwiebeln, ital. 50 kg 4,00- 6,00, do. ungarische 6,00 bis 10,00, do. Malta 12,00—16,00; Gurken. Holl. 100 Stück 8,00—20,00. do. do. Einlege-, Sack(zirka 4— 6 Schock) 4,00— 8,00.— Obst und Südfrüchte. Kirschen 50 kg saure 8,00—10,00, Thüringer 8,00—13,00, Werdersche saure 10,00—15,00, do. Natten 18,00—25,00; Aepsel, ital., 50 kg 16,00— 22,00; ungarische, 12,00— 18,00; Birnen, ital. 50 kg 10,00—23,00, do. Coscie 24,00—32,00, französische 10,00—16,00; Tiroler Muskateller 10,00—20,00; hiesige 5,00—18,00; Pflaumen, Italien. 12,00—28,00; Bühler 16,00—17,00, hiesige 13,00—14,00; Stachelbeeren, reise, hiesige, 50 kg 2 00—5,00; Himbeeren, 50 kg 30,00—35,00, Press- 25,00'— 28,00; Johannis- beeren, hiesige. 50 kg 9,00—11.00; Blaubeeren 50 kg 16,00-22.00; Aprikosen, hiesige, 50 kg 15,00-20,00; Pfirsiche, iialienische, 50 kg 20,00— 35,00, französische 50 kg 20,00—40,00; diesige 50 kg 10,00—20,00. Weintrauben, fizilianische Milazzo 50 kg 30,00—32,00, Algier 22,00—30,00; Bananen, Jamaika 50kg 14,00—19,00, kanarische 50 kg 12,00—18,00; Erdnüsse 60 kg 28,00— 30,00; Walnüsse, grüne 50 kg 0,00-00,00; Ananas, 50 kg 85,00—100,00; Zitronen. Messina 500 St. 8,00—12,00, 300 St. 8,00—18,00, 360 Stück 6,00-14,00, 150 Stück 6,00—10,00. WafferftandS-Nachrichten der LandcSanftalt für Gewäfferwndc, mitgeteilt vom Berliner Wctterb�rcau Wafferstimd M-mel. TUM P r e g- 1. Jnfterburg Weichsel, Thorn Oder, Rattbor , Kroffen Frankwtt Warthe, Schrimm , Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby Magdeburg Wafferstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau») , Rathenow») Spree, Spremberc») , BeeSlow Weser, Münden , Minden Rhein. Maximiliansau , Kaub . Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel, Trier «)+ bedeutet Wuchs.- Fall.-») Unterpegel. Deutscher Metallarheiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin N. 54, Linien-Strasse 83-85. Telephon: Amt Norden I.S87. IS»», 9714. 185. Burean p.eöffnet von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Zur besonderen Beachtung! Wir ersuchen alle Mitglieder, die zum Militär einberufen werdeil, die Mitgliedsbücher an das Bureau -Linienstratze 83-8», Zimmer 1 123/4* abzuliefern. Die Ablieferung kann auch durch Beauftragte oder durch die Post erfolgen.— Außer im Verbandshaus, Linienstraße 85-85, werden auch die Bücher in den Zweigbureaus Oberschöneweide, Wilhelmmenhosstratze 44 a und Spandau, Wörther Platz A entgegengenommen. Wir bitten alle unsere Mitglieder, für die weiteste Verbreitung dieser Mitteilung Sorge zu tragen. Die Ortsverwaltung« VerwaitungsstLlIö Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239. 9714, 185. Montag, den 3. August 1914: Bezirks- Versammlungen für die getarnte Verwaltungsitelle Berlin in folgenden Lokalen: HOrdöN! Phamssaie, Mullerstr. 142, abends 8'/. Uhr. Bericht vom Gcwerkfchaftskongreft. Ref. Kollege rack». NOrdSN*"UUhnePS Tchwcdter Strafte 23, abends NOrdeD! Frankes FcsIküIc, Badftr. 19, abends 8'/, Uhr. Bericht vom Gewerkschaftskongreft. Ref. Kollege Sfieawandt. Moabit! Fpachtsftle Kordwest, SSIcIcfflr. 24, abends 8'/, Uhr. Charlotteoburg! Volkshans, Rosinenstr. 3, abends 8'/, Uhr. �egei' ��Mladrts FestsNle, Eichbornftrafte 18» abends Men und Schöneberg: ÄrÄÄÄ*' Bericht vom Gcwerlfchaftökongreft. Ref. Kollege Ismer. ÜSteN! SomenlnssNIe, Memeler Str.«7, abends 3'/, Uhr. 1 IPklanIlOVN• Kestanrant Knrkowski, Pfarrstrafte 74, LltillCUUcry. abends S'l, Uhr. Bericht vom Gewerkschaftskongreft. Ref. Kollege lire�slnx. Stralau- Nummeisburg! m 8euär,,e'®aaptftra6e 3' Bericht vom Gewerkschaftskongreft. Ref. Kollege«rovkopl. Weißensee* Featsaie,»3» 2si, Bericht vom Gewerkschaftskongreft. Ref. Kollege«ereeke. Südenbezirke®Bal 4 NeUkÖIlD! Fest8ttle> Hermannftr. 48/49, abends Bericht vom Gewerkschaftskongreft. Ref. Kollege Zlantve�. Stegtitz!»ekellkases Festsaie, Ahornstr. l»a. abds. 8'/,llhr. Bericht vom Gewerkschaftskongreft. Res. Kollege Zlolsa. Köpenick und Friedrichshagen! Bahuhofstrafte 44. abends 8'/. Uhr.' Bericht vom Gewerkschaftökongreft. Ref. Kollege Nervst. Oberschöneweide, Niederschöneweide, Johannisthal II üinff* Ä",""* �«orgxe, Oberschönewcide. 11141 U» UUiy.. Wilhclmincnhofftr. 44a, abends 8'/, Uhr. Spandau' ��llhr��� Spandau,«nrftr. 21. abends Tagesordnung in allen Versammlungen: Stellll«s«lil»llk!i>r irdtlltlichtn GellmI- oersllinmllllig. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! »> Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet.—_ Die Ortsverwal tang. 123/3 Deylschkl Arbkitn-Müildttbund „Die Naturfreunde" �Ortsgruppe Berlin.) Billige Gcsellschaftsfahrt nach dem Kloster Chorin am Sonntag, den 9. August 1914. Besuch der Klosterruine Chorin. Wanderung durch den Naturschutzpark Plaaefcnn und L-fichtigung der Treppenschleufe des Großschiffahrtsweges Berlin. Stettin bei Niedcrfinow. Teilnehmerkarte 4.S0 M.(einschl. Eiscnbahnfahrt 3. Kl. u. Mittagessen.) Billige Gcsellschaftsfahrt nach dem = Oberfpreewald— am Sonntag, den LS. August 1914. «anderuna durch die Burger Kaupen zum Dorfe Burg. Befichtigung des Kirchganges der Wendinnen, Kahnsahrt über Eiche, Kannomühle, Schützen- * ä haus und Ledde bis Lübbenau. Teilnehmerkarte 6,73 9».(einschl. Eisenbahnfahrt 3. Klafft, Kahnsahrt 1/14 und Mittagessen.) � Programme und Teilnehmerkarten bi« 2 Tage vor Stattfinden der fahrt zu haben bei Heys-, Boycnslr. 19. Kruse. Marmnnenstr. 11. Blanken. stein, Schillingstr 17/18, Paersch. Oldcnburger«tr. 10. Lorsch, Engeluser 15. 2352b' Zarück.---- Dr. Felix Daxidsohn „ Oranlenstr. 51 Arzt für licht- u. Wasserbehandlung Wnlgenlaboratorium. Von der Reise»v"■»äj,! zurück: KönlgstraBe 84—86, für Zahnersatz, Plomben usw. Verband der Sehneider, Sebneiderinnen und Väsehearbeiter Seutsehlands. Sebaslianstraße 37/38. Filiale Berlin. Tel. Amt Moritzplatz 9737. Achtung! tenhonfeküons-llrimter und Arbeiterinnen! Montag, den 3. August, abends 8Vz Uhr: 4 große öffentliche Versammlungen in solgenden Lokalen: für den Norden bei Puhlmann, Schönhauser Allee 148, für den Osten in Fredersdorfs Festsälen, Frankfurter Allee 127, für Wedding, Gesundbrunnen u. Moabit im Kolberger Salon, Kolberger Str. LS, für den Südosten und Neukölln in den Hohenstaufen- Sälen, Kottbuscr Damm 79. Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Zentrum besuchen die Ver° sammlungcn ihres Wohnbezirkes. Tagesordnung: 1. Tie Textilarbeiter-Äussperrung und welche Lehren haben unsere Kolleginnen und Kollege» daraus zu ziehen? Referenten i Frau Br. Grumach, Frau Martha Jeetzc, Fräulein Gertrud Hanna, Frau Dr. Kepler. Diskussion. Kolleginnen und Kollegen! Erscheint in Massen und zeigt, daß eS Euch nicht gleichgültig ist, vielleicht schuldlos arbeitslos zu werden. 163/16 Der Etnberufer: Frans Dartseh. j Todes-Anzeigen j SozIaldemokratisclierWatilyereln !. d. 4. Bert. Reichstagswahlkreis Girlitzer Viertel. Bezirk 154 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Metall- drücker EEnist Müller Äariannenstr. 46, gestorben ist. Ehre seinem Andenken Die Beerdigung findet am DienStag, den 4. August, nach. mittags 5 Uhr. von der Halle des Zentral-FriedhofeS in Friedrich«. selbe aus statt.# Petersburger Viertel. Bez. 341. Den Mitgliedcm zur Nachricht, daß unsere Genossin, Frau Hedwix Wrege Löwestraße 10, gestorben ist. Ehre ihrem Audenke» k Die Beerdigung findet am Montag, den 3. August, nachm. 3�/, Uhr, von der Halle des Zentral- Fricdhoss in Friedrichsseide aus statt. Petersburger Viertel. Bez. 348. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unsere Genossin KsroHne Krätzig Rigaer Straße 106, gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. August, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 215/6 Der Borstand. SozialilEinokratiSEliEr Wahlverein ÜB. Beri.ReiEhstsgswaWkrels. 9. Abt. Bezirk 588. Am Donnerstag, den 30. Juli, verstarb unser Genosse, der Gürtler Friedrich Berndt Wolliner Str. 27. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 2. August, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen. halle des Golgatha-Kirchhoses in der BarsuSstraße auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 229/2 Oer Vorstand. DeDtsdierMetBilarbeiter-lferiiainl Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Ignatz Krämer Wafferlorstr. 52, am 29. Juli an Blinddarm- entzündung gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 3. August, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Jüdischen Kirchhofes in Weißensec aus statt. Ferner starb der Drücker unser Mitglied, Brast Müller Mariannenflr. 46, am 30. Juli an Herzleiden. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. August, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Zentral-Friedhoscs in Friedrichsfelde auS statt. Ferner starb unser Mitglied, der Metallarbeiter ?aul HoratscheK am 31. Juli an Nervenleiden. Die Beerdigung findet am Montag, den 3. August, nach- mittags i'j, Uhr, von der Leichen- Halle des Katholischen Kirchhofes in Rcinickcndors, Humbotdtstrahc, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 123/5 Oie Ortsverwaltung. Infolge Unialls verschied mein lieber Mann, unser guter Vater liau'X Aursch im 52. Lebensjahre. Pauline Aursch und Kinder. Beerdigung: Dienstagnachmit- tag'S'l, Uhr von der Halle de? slädlischen Friedhofes am Marien- dorfer Weg auS. stall Am Freitag, den 31. Juli, ver- starb nach kurzem Krankenlager unser werter Kollege, der Schloffer Kart Krüger. Ehre seinem Andenken! Das Personal der Schriftgießerei Wilhelm Woellmcr. Die Beerdigung findet am Montag, den 3. August, 4'/, Uhr, von der Leichenhalle des Philippus- Apostel-KirchhoseS aus aus dem städtischen Friedhose, Müllerstraße, statt._ 2871b Am 1. August verschied »ach langem, schmerzensreichem Krankenlager meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter Karoime Krätzig im Alter von 43 Jahren. DieS zeigen tiesbetrübt an und bitten um stille Teilnahme an der Trauer um die teure Dahin« geschiedene. 4750L Hermann Kratzig und Kinder. Tie Beerdigung findet am Dienstag, den 4, August, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee 15—17, aus statt. Verbanil i Brauerei- DJiililen- artiEiteru.verw.Berulspossen, Zahlstelle Berlin. Den Kollegen diene zur Nach- richt, daß der Brauer plermsnn Vok (zuletzt Hilscbcin-Brauerei beschäftigt) gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 3. August, nach- mittags 4 Uhr, auf dem Bartho- lomäus- Kirchhof in Weißcnsee, Falkenberger Straße, statt, Ferner bringen wir den Mit- gliedern zur Kenntnis, daß der Reservesahrer NermarinMiirsdi (Spandauerberg-Brauerei) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 3. August, nach- mittags' S1/,; Uhr, aus dem Süd- west-Kirchhof in Stahnsdorf statt. Uni zahlreiche Beteiligung wird ersucht. 43/14 Di« Ortsverwaltung. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, der Metall- drücker 2862b Ernst MUllep Mariannenstr. 46 am 30. Juli verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. August, stach- mittags 5 Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhoses in Friedrichs- selbe aus statt, Um stille Teilnahme bittet Hosa Möller. Sängerabteilungl (Gau Berlin). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Ej-nsI; Müller am 30. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. August,»ach- mittags 5 Ubr, von der Halle des Zentraljriedhoses in Friedrichs- selbe aus statt. Vollzähliges Erscheinen der Sangesbrüder erwartet 2863b Der Vorstand. Treffpunkt an der Halle. Zenlralverbanii der Töpter Filiale Grvft-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser itollegx, der Töpfer Otto Sclimädicke (Bezirk Schönhauser Vorstadt) am 30. Juli im Alter von 51 Jahren an Bronchialkatarrh verstorben ist. Ehre seinem Anbenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. August, nach- mittags 5 Uhr, von derLeichcnhalle deS Gethsemane- KirchhoseS in Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Boritanb. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben Tochter sagen wir allen Bekannten und Ver« wandten unseren innigßten Dank, Hanl Jorke nebst Frau. Sozialdemokratischer WaiilTerein Bezirk Pankow. Am Freitag früh verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Genoffe und Gemeindevertreter, der Buchdruckereibesitzer Keopg Eichler im 48. Lebensjahre. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am heutigen Sonntag, nachmittags 4 Uhr, aus dem Friedbos der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Um rege Beteiligung ersucht Tie Bezirksleitung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Max Oatscbke sage ich allen Freunden, Bekannten sowie auch den Genossen des 6, Wahl- lreiseS meinen herzlichsten Dank. Witwe 8. GstscdKe. Danksagung. Für die überaus vielen Be> weife herzlicher Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines mir so Plötz- lich durch Unfall entrissenen lieben Mannes, unseres treusorgcnden, outen VaterS, Schwieger« und Großvater», Onkels und Schwa- gers, deS Putzers Mus Thiele sagen wir allen Verwandten und Bekannten sowie dem Deutschen Baüarbctt�rvcrbande'(Sektton der Putzer), den Genossen und Ge- nossinnen deS 6. Berliner Wahl« kreiseS, dem Bauarbcitervcrband (Bezirk Gesundbrunnen), der Firma OSkar Haustein und den Kollegen vom Bau Haustein hierdurch unseren innigsten Dank. Wwe. Agnes Thiele 99/15 Buttmannstr. 18. Danksagung. Hierdurch sage ich allen denen, die meinem lieben Manne, dem Schrist» maler M�r die letzte Ehre erwiesen haben, inS« besondere dem Verein„Rauchklub Pascha- unseren herzlichsten Dank. Witwe Amanda 2855b nebst Angehörigen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS und guten VaterS Nugo Danz sage ich allen daran beteiligten Freunden, Kollegen und Vereinen meinen ausrichtigsten Dank. 103A Witwe Mathilde Danz nebst Kindern. Von der Reise zurück 99/1* Dp. Badt Neue Königstrafte 32. Von der Reise zuriiek. 99/9 Dp. Salingre. Zurii-k Dr. C. S. Engel Herz» und Blutkrankheiten, SW, Anhalistraße 5. Medizin.-diagnost. Laboratorium W, Königgrätzer Str. 22. WM» eieg. Herrenmoden beste Stoffe, schick. Schnitt la Verarbeitg., pa. Zutaten enorm billig:. E. Sommermeier Schönbanser Allee 136 Tel. Norden 2195.' Garantie 3 Jahre Biese Patent-Anker- Kemontoir- Uhr (Modell 1914) ein Meisterwerk der Uhrenfabrikation, ist ein gans roraüg- licher, zuverlässiger Zeitmesser. Dieselbe bat vergoldetes Schab Ionen werk mit Rubingängen und Patentzeigerstellung durch die Krone. fißlmontß& CO., Berlin Leipziger Str. 97 und Königstr. 46 Grössts Auswahl In Uhramibändem f. 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