Nr. 210. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erfcheint täglich. Tustent Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für 10 politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Dienstag, den 4. August 1914. Die Kriegsschauplähe. Stalien als dwibundmacht ſpielt. Nimmt Italien attiven ganz Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. Italiens Verhalten. von einer ganzen Zahl heute unabsehbarer Momente ab. Iflüssige Opfer würde bringen müssen. Der Minister erklärt Da ist zunächst die vorläufig noch nicht geklärte Rolle, die weiter, daß der Generalstab beauftragt sei, die Deffentlichkeit Stalien als Dreibundmacht spielt. Nimmt Italien aktiven über den Gang der Kriegsereignisse zu unterrichten. Die BeAnteil am Weltkriege, käme noch ein Kriegsschauplatz im völkerung werde sich jedoch mit kurzen und knappen NachMit unerbittlicher Logit entwickelt sich der erste Aft der italienisch- französischen Alpengebiet hinzu; richten begnügen müssen, da diese Maßregel von der neuesten Welttragödie. All die vieltausendfachen Faktoren, auch ein Vorgehen Italiens gegen Frankreich in Norddie ein solcher Weltkrieg in Bewegung setzt, drängen jetzt den afrika gehört in den Bereich der Möglichkeiten. Wie sich militärischen Notwendigkeit diktiert werde. Landesgrenzen und den Gebieten zu, die die strategischen in diesem Falle Spanien, das auch mobilisiert hat, Aufmarschpläne als Stätten der Entscheidung angenommen verhalten wird, ist noch nicht vorauszusehen. haben. Ob die Berechnungen der Generalstäbe ohne weiteres Ein großes Rätsel ist auch noch das Verhalten Engrestlos aufgehen, hängt von einer Merge unwägbarer lands. Sein Eingreifen in die kriegerischen Aktionen würde Dinge ab, die sich nicht voraussehen lassen. Aber auf eines zu unabsehbaren Konsequenzen, nicht zuletzt auch in bezug Rom, 3. Auguft. Die Tribuna" meldet: Gestern mittag begab sich der deutsche Botschafter in die Consulta und teilte dem möchten wir unsere Leser aufmerksam machen. Man auf die Lebensmittelzufuhr nach dem Kontinent, führen. lasse bet dem jetzigen Weltkriege in dem So sind in diesen Tagen alle militärischen, politischen, Minister des Aeußern Marquis di San Giuliano amtlich mit, daß Europa sich in Waffen gegenübersteht, all die findlich nationalökonomischen und gesellschaftlichen Probleme Europas Deutschland und Rußland sich im Kriegszustande befänden. Marquis naiven Vorstellungen vom Kriege, die vielleicht vom Kriege, die vielleicht den akut geworden. Ganz zu schweigen von der Unruhe, den di San Giuliano nahm von der Mitteilung Kenntnis und erklärte, Heeresverhältnissen und der Waffentechnik vor 100 Jahren Sorgen, Entbehrungen und Seelenschmerzen, die in Millionen daß Italien gemäß dem Geiste und Wortlaute des Dreibundvertrages entsprechen, endgültig beiseite. Die Riesenzahl der heu- Familien ihren Einzug gehalten haben. Neutralität beobachten tigen Armeen, die ungeheure Tragweite der heutigen Geſchüße der Wirtschafts-, Welt- und inneren Politik der modernen werde. An das sind im legten Grunde die Folgeerscheinungen Der Minister drückte die freundschaftlichsten Gefühle für und Handfeuerwaffen, die Verwendung aller Raffinements moderner Technik( Funkentelegraph, Scheinwerfer, Flugzeug, tapitalistischen Klassenstaaten, kurz dessen, was wir mit dem Deutschland und Desterreich- Ungarn aus. Der deutsche Botschafter Wir Sozialdemokraten machte feine Mitteilung über die gegenwärtigen deutsch französischen Luftschiff, Automobil usw.) ergeben ganz andere Kriegsbilder Worte Imperialismus bezeichnen. als die, die in den Köpfen auch vieler Arbeiter herumspuken, haben diese Folge dank unserer wissenschaftlichen sozialistischen Beziehungen. von wehenden Fahnen, geschwungenen Säbeln, Erkenntnis vorausgesagt. Wir sind darob verspottet, verlacht, Und auch in unseren Bajonettangriffen und Kämpfen Mann gegen Mann. Der verlästert und bekämpft worden. moderne Strieg ist auch ein Großbetrieb geworden, in dem der eigenen Reihen haben viele die Fragen des Imperialismus einzelne verschwindet, in dem die moderne Kriegstechnik mit als theoretische Fragen betrachtet, die für den Tageskampf und nur untergeordnete Bedeutung hätten. unheimlicher Präzision arbeitet und ihr Vernichtungswerk die Kleinarbeit Jetzt mitten stehen wir int Weltenbrande. Jetzt Wien, 2. August. Amtlich. Nach zuverlässigen Nachberrichtet. Auch die Parallelen mit dem deutsch- französischen Kriege tommt es für alle die Genossen, die nicht ins Feld richten hält sich in der österreichisch- ungarischen Monarchie eine u ziehen brauchen, darauf ant, sich nicht durch große Anzahl subversiver Elemente auf, welche die öffentliche bon 1870/71 find hinfällig oder nur sehr bedingt zutreffend. militärische und kriegerische Biertischgespräche benebeln zu und staatliche Sicherheit im höchsten Grade gefährden. Es Einmal aus den schon angegebenen Gründen, dann aber auch Einmal aus den schon angegebenen Gründen, dann aber auch lassen, nicht ihre flare sozialistische Erkenntnis zu verergeht darum die allgemeine Aufforderung der amtlichen deshalb, weil damals nur ein einziger großer, allerdings lieren. In all den Stürmen, die die Welt jetzt durchbrausen Organe, aus patriotischem Pflichtgefühl heraus diese gefährs in mehrere Operationsfelder zerfallender Kriegsschauplatz in und Europa in seinen Grundfesten erschüttern, in all dem Bilder Betracht fam. Aus Oesterreich. Ein Spionageerlaß. g In dieser Zeit, in der der Weizen der Vierbantpolitiker, Kanonenlärm und Flintengefnatter, das bald aus Dft und lichen Elemente nach jeder Richtung unschädlich zu machen. In dieser Zeit, in der der Weizen der Bierbankpolitiker, derer, die siebzig" dabei waren, und derer, die irgendwo West und Süd und Nord von den Kriegsschauplähen er Durch rege Aufmerksamkeit in dieser Hinsicht kann jedermann auf einem Kasernenhofe langsamen Schritt und Präsentiert schallen wird, haben sie eins als Richtschnur ihres Denkens zum Erfolge und glücklichen Ausgange der staatlichen Aktionen beitragen. Ernsthafte Mitteilungen in der angedeuteten das Gewehr" geübt haben, blüht, sollten sich unsere Genossen und Handelns zu betrachten, den Gedanken nämlich: Wie können bei allem Verständnis für den Ernst der Ge- Richtung können gegebenenfalls an das im Kriegsministerium von allem müßigen Geschwäß und haltlosen Kombinationen fernhalten und mit ruhigem Ernst und flarem Kopfe, als fahren, denen die Nationen ausgesetzt sind, die Intereffen der amtierende Kriegsüberwachungsamt gerichtet werden. Arbeiterklasse und die Sache des Sozialismus durch die hoch- Ein solcher Erlaß kann neben manchem Schuldigen auch denkende Sozialisten den Ereignissen folgen. Bei der Hochflut von Nachrichten und Ertrablättern, mit gehenden Wogen der Gegenwart hindurchgeführt werden, daß vielen Unschuldigen Stopf und Kragen kosten. Der De denen jetzt die Deffentlichkeit überschwemmt wird und deren sie ihre ſieghafte und werbende Kraft auch für die Zukunft nunziationswut sind Tür und Tor geöffnet. Ueberhizte Wesen wir jetzt zurzeit des Belagerungszustandes nicht so innen und außen so stark gemacht werden, damit sie verhindert, werden manches Opfer an das Messer liefern. Durch solche bewahren. Die Arbeiterklasse muß nach diesen Stürmen nach Phantasie, nationale Verblendung, persönlicher und Parteihaz charakterisieren können, wie sie es verdienten, können nur zu daß, wenn dieser Weltkrieg zu wir hoffen recht bald- beleicht unklare Vorstellungen über den voraussichtlichen Gang daß, wenn dieser Weltkrieg Erlasse wird die an sich schon fieberhafte Erregung der Bedes Krieges entstehen. Es sei daher hierüber einiges zur endet ist, ein zweiter jemals möglich wird. völferung zur Siede hige gesteigert. Aufflärung gefagt. Wir müssen von vornherein mit einer ganzen Anzahl von Kriegsschauplägen rechnen, die sich wiederum in einzelne Operationsabschnitte gliedern werden. Ueber die Verteilung der Armeen und Truppen auf diesen Striegsschauplätzen kann und darf zunächst nichts gesagt werden. X Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Frankreich. Maßnahmen der Schweiz.. Bern, 3. August. Der Bundesrat beschloß, der morgen tagenden Bundesversammlung einen Bericht über die 2 age Berlin, 3. August. Amtliche Mitteilung. Der Schweiz und die getroffenen Maßnahmen zu unter Wenn die Mobilisierung und der erste Aufmarsch ihren Bisher hatten deutsche Truppen dem erteilten Befehl gemäß breiten. Der Bericht gipfelt in folgenden Anträgen: 1. Die ersten Abschluß erreicht haben werden, kommen zunächst vier große Kriegsschaupläge in Betracht. Db es damit sein die französische Grenze nicht überschritten. Dagegen greifen Schweizerische Bundesversammlung erklärt den bestimmten Bewenden haben wird, ob sich nicht auch in anderen europäi- feit gestern französische Truppen ohne Kriegserklärung unsere Willen, neutral zu bleiben und ermächtigt den Bundesschen Gebieten, an die heute noch kein Mensch denkt, Heere Grenzpoften an. Sie haben, obwohl uns die französische Re- rat, dies in geeignet erscheinende Form den kriegführenden Parteien und denjenigen Staaten fundzugeben, welche die gegenübertreten werden, läßt sich heute nicht absehen. Zu gierung noch vor wenigen Tagen die Junehaltung einer un- eutralität und Unantastbarkeit der Schweiz anerkannt haben. wünschen wäre, daß es mit diesen vier Walstätten schon sein Bewenden habe, denn die Zahl der Opfer wird hier schon eine besetzten Zone von 10 Kilometern zugesagt hatte, an ver- 2. Die Bundesversammlung nimmt von dem Aufgebot der gewaltige fein. schiedenen Punkten die deutsche Grenze überschritten. Franzö- Armee genehmigende Kenntnis. 3. Die BundesversammDa Deutschland den Krieg nach zwei Fronten führt, fische Kompagnien halten seit gestern nacht deutsche Ortschaften lung erteilt dem Bundesrat unbeschränkte Vollmacht zur Ergreifung aller Maßnahmen, die zur Behauptung der Unabhän tommt für uns zunächst besetzt. Bombenwerfende Flieger kommen seit gestern nach gigkeit, Sicherheit und Neutralität der Schweiz und zur der westliche Kriegsschauplatz in Betracht, auf dem sich Baden, Bayern und unter Verletzung der belgischen Neutralität Wahrung des Kredits und der wirtschaftlichen Interessen des der Kampf mit Frankreichs Heer abspielen wird. Eine nähere geographische Umgrenzung des Striegsschauplages und über belgisches Gebiet in die Rheinprovinz und versuchen, Landes erforderlich sind. Jerner erließ der Bundesrat ein die voraussichtlichen einzelnen Operationsgebiete dürfen wir unsere Bahnen zu zerstören. Frankreich hat damit den Angriff Ausfuhr verbot für sämtliche Lebensmittel heute nicht angeben. Flantiert wird dieser Kriegsschauplatz gegen uns eröffnet und den Kriegszustand hergestellt. Des einschließlich Vich. von den neutralen Staaten Belgien und Holland und Reiches Sicherheit zwingt uns zur Gegenwehr. Seine im Süden von der Schweiz, die alle zum Schuße ihrer Majestät der Kaiser hat die erforderlichen Befehle erteilt. Am bedeutungsvollsten und ausgedehntesten ist dann für Der deutsche Botschafter in Paris ist angewiesen, seine Pässe zu fordern. Ke Neutralität mobilisiert haben. Deutschland der östliche Kriegsschanplak, wo deutsche Armeen mit russischen fämpfen. Zwei große Operationsgebiete werden hier mindestens in Betracht kommen. Wo die entscheidenden Stämpfe geschlagen werden, kann heute nicht gesagt werden. The for ostlier Die Vorgänge in Rußland. Schweden mobilisiert. Stockholm, 2. Auguft. Der Kriegsminister hat zum Schuße der Neutralität Schwedens die Mobilmachung angeordnet: erstens für die Reserve und die Territorialarmee an den Küsten des Königsreiches, zweitens für die Streitkräfte der Insel Gotland, drittens für die Kriegsgarnisonen der Festungen. Ferner ist die vorzeitige Einberufung der Rekruten, die sich nächsten Monat hätten stellen sollen, angeordnet worden. Die Haltung Griechenlands. Gin Petersburg, 3. August. Durch kaiserlichen Utas werden Als dritter Kriegsschauplatz kommt nach Beendigung angesichts der gegenwärtigen Lage die Reich& buma und der österreichischen Mobilisation in Betracht der galizisch- russisch- polnische Kriegsschauplatz, auf dem, der Staatsrat zu einer außerordentlichen Sitzung einwiederum auf verschiedenen Operationsgebieten die öster berufen. Ferner wird durch kaiserlichen Ultas ein Morareichischen und russischen Truppen ihre Kräfte miteinander to rium angeordnet. messen werden. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch ist zum Der vierte Striegsschauplatz ist dann der Generalissimus der russischen Streitkräfte Athen, 3. Auguft.( Meldung der Agence d'Athènes.) serbisch- österreichische Kriegsschauplatz, auf dem das gegen- ernannt worden. In einer Reihe von Gouvernements ist der Ministerrat unter dem Vorsiz des Königs hat heute eingehend über wärtige Weltringen seinen Ausgang genommen hat und auf Kriegszustand erklärt worden. Der Kriegsminister die durch die europäischen Striegswirren für Griechenland hervor dem es in den letzten Tagen merkwürdig still zuging. hat zur öffentlichen Senntnis gebracht, daß es drin- gerufene Lage beraten und beschlossen, die bis jezt eingenommene Dazu kommt dann noch der Seekrieg, der in der OstGriechenland wird sich Streit zwischen Desterreich. see schon begonnen hat, aber auch in anderen Gewässern ein- gend erforderlich sei, alle militärischen Maßnahmen geheim Haltung auch weiter zu bewahren. sezen kann. In dem Ditjeegebiete haben die neutralen ſtandi- zu halten. Jeder müsse an diesem Ziele mitwirken. Der Ungarn und Serbien nicht einmischen. Der Miniſternavischen Staaten Schweden und Norwegen gleichfalls Minister empfiehlt die größte Zurückhaltung und Vorsicht bei rat beschloß, nichts destoweniger für den Fall, daß irgend ein Balkanmobilisiert. Unterhaltungen in Briefen und Telegrammen, die irgend staat aus der gegenwärtigen Lage würde Nußen ziehen und den Es ist, wie gesagt, nicht ausgeschlossen, daß zu diesen welche Bewegungen oder Dispositiouen der Truppen ent- durch den Bukarester Vertrag geschaffenen Statusquo würde ändern Kriegsschauplägen noch andere kommen werden. Das hängt hüllen könnten, weil sonst die Armee gegebenenfalls über- 1 wollen, daß Griechenland im Einvernehmen mit den anderen an den demnach in der Auftechterhaltung des Bukarester Vertrages interessierten Staatett einem derartigen Versuch Widerstand entgegensetzen würde. Die Regierung hat die Ausfuhr von Gold, Mehl, Rindvieh und Kohle verboten. Teilweise Mobilisation in Aer Türkei. Konstantinopel, 3. August. Eine teilweise Mobilisierung wurde nach dem im Palais abgehaltenen Ministerrate beschlossen. Die diesbezügliche Kundmachung ist bereits in Stambul plakatiert worden. Die Zensur ist für Auslandstelegramme eingeführt worden. Die Regierung trifft Maßnahmen gegen die Verteuerung der Lebensmittel. Der heutige Tag gilt als erster Mobilisationstag. Konstantinopel, 3. August.(Meldung des Wiener K. A Telegr.-Korresp.-Bureaus.) liebet das ganze Reich wird der B c lagerungszustand verhängt werden. Die ottomanischen Handelsschiffe haben ihren Dienst im Schwarzen und im Aegäischen Meere eingestellt._ Die Kriegsereignisse. öer westgrenze. Mahnahmen der französischen Regierung. Paris, 3. August. Der Ministerrat hat gestern vor mittag beschlossen, die Kammern zu Dienstag ein- zuberufen. Heute hat Präsident Poincarö einen Erlaß unterzeichnet, welcher den Belagerungszustand über Frankreich und Algerien verhängt, der während des ganzen Krieges aufrecht erhalten werden soll. Gestern nachmittag hat der Ministerrat S t r a f n a ch lasse für politische Gefangene beschlossen und die Dekrete über Schließung und Auflösung von Kongregationen suspendiert. Der Finanzminister hat ein Moratorium für Konto korrent- und Lombard-Darlehen bis zum 31. August verfügt; Depositengläubiger sollen höchstens 230 Francs zuzüglich 5 Proz. von dem Rest ihres Guthabens erheben dürfen. Aranzösische Truppen auf deutschem Boden. Wolffs Telegraphenbureau verbreitete Montag früh folgende vom Großen Generalstabe übermittelte oder zensurierte Meldungen: Berlin, 3. August. Während noch kein deutscher Soldat sich auf französischem Boden befindet, haben nach amtlichen Meldungen die Franzosen vor der Kriegserklärung kompagnie- weise die deutsche Grenze überschritten und die Ort- schaften Gottesthal, Metzeral und Markirch und den Schluchtpaß besetzt. Ferner ist ein Neutralitätsbruch dadurch begangen worden, daß französische Flieger in großer Zahl über Belgien und Holland nach Deutschland geflogen sind. Kriegführung mit Cholerabazillen? Metz, 2. August. Ein französischer Arzt versuchte gestern mit Hilfe zweier verkleideter französischer Offiziere, Brunnen mit Cholerabnziüen zu infizieren. Er wurde st and- rechtlich erschossen. Wir hatten diese Nachricht schon mit einem Fragezeichen versehen. Gegen 11 Uhr abends mußte Wolfss Bureau dann folgendes Dementi bringen: Berlin, 3. August, 7 Uhr 45 Minuten abends. Die Mel- dung, nach der gestern in M e tz durch einen französischen' Arzt der vergebliche Bcrsuch derJnfizierungeinesBrun- n e n s mit Cholerabazillen unternommen worden sein sollte, hat sich als unrichtig herausgestellt, wie sich auch ähn- liche Gerüchte aus anderen Städten bisher nicht bestätigt haben. Es liegt also keine Veran- lassung zur Beunruhigung vor. /ln üer Ostgrenze. . Deutsche Truppen besetzen russische Grenzorte. Wolffs Bureau verbreitet folgende Generalstabsmeldungen: Berlin, 3. August. Die deutschen Grenzschuhtruppen bei Lud- linitz haben heute vormittag nach kurzem Gefecht Czenstochau genommen: auch Bendzin und Ka lisch sind von deutschen Truppen besetzt. Berlin, 3. August. Das 1. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 155 mit Maschinengewchrkompagnie und Ulanenregiment Nr. 1 sind heute morgen in K a l i s ch eingerückt. Kalisch, die Haupstadt des Gouvernements Kalisch in Russisch-Poten ist ein Eisenbahnknotenpunkt und einige Kilo- meter von der Grenze entfernt. Er hat rund 25 000 Ein- wohner. Der„D e ut s ch e n Tageszeitung" wird von einem Gutsbesitzer, dessen Besitzung nahe der russischen Grenze gegen- über der Stadt Kalisch liegt nachfolgendes mitgeteilt: „Es sei von dem Schloßturme dieser Besitzung beobachtet worden, daß die Stadt Kalisch in Flammen steht. Auf die Nach- richt, daß deutsche Soldaten an der Grenze ständen, sei Kalisch von seiner russischen Besatzung verlassen und der Feuerwehr übergeben worden. Darauf habe der Mob sich auf die Besitzenden gestürzt und, die Stadt ausgeplündert; sie brennt überall." das öeutsih-russsihe Grenzgebiet. Der Seekrieg. Die deutsche Marincbehörde gibt bekannt, daß bis auf weiteres der K a i s e r- W i l h e l m- K a n a l für die Hon delsschiffahrt gesperrt ist. Ferner wird mitgeteilt, daß der Kriegszustand erklärt ist für den Schiffsverkehr in den befestigten Häfen und Fluß Mündungen, d. h. für Kiel, Swinemünde, Neufahrwasser, Pillau, für die Ems, Jade, Weser, Elbe, Eider, für Helgoland und für die Jnselfahrwasser bei Sylt und Pellworm. Ein amtliches Dementi. Berlin, 3. August. Die im Ilmlauf befindlichen Gerüchte über eine Schlacht zwischen einem deutschen Schiffsverbande und der russischen Ostseeflotte, über deren Vernichtung und den Unter gang eines deutschen Schiffes sind glatt erfunden. Es ergeht an alle Stellen das dringende Ersuchen, derartige Gerüchte nicht weiter zu tragen, ohne sie zuvor durch Rückfrage an der amtlichen Stelle auf ihre Richtigkeit geprüft zu haben. von üer österreichisch-rustischen Grenze. Wien, 3. August. Die Neue Freie Presse meldet: An der österreichisch-russischen Grenze nördlich von Lemberg wurde ein Aeroplan, System Sikorsky, mit einem russischen Piloten, einem Begleitoffizicr und einer Nutzlast von österreichischen Truppen heruntergeschossen. Die beiden russischen Offiziere, die verletzt wurden, wurden gefangen genommen. vom serbisch-österreichifchen Kriegsschauplatze. Wien, 2. August. Bezüglich der Meldung über ein Eingreifen der österreichischen Artillerie bei Belgrad wird neuerlich hervor« gehoben, daß es sich nicht um ein Bombardement der offenen Stadt Belgrad gehandelt hat. Der Sachverhalt ist vielmehr folgender, daß aus Belgrad auf die öfter- reichischen Truppen und die Donauschiffe geschossen wurde, worauf das serbische Feuer erwidert und auch auf solche Häuser in Belgrad gerichtet wurde, aus denen Schüsse fielen. Die österreichisch- ungarische Armee wird die allgemein anerkannten völkerrechtlichen Bestimmungen genau beobachten. Völkerrecht unö Krieg. Schneller wohl, als die meisten gedacht und geahnt, ist aus dem Hin und Her diplomatischer Verhandlungen der Krieg geworden! und schneller wohl, als die meisten erwarteten, sind in diesem Kriege todbringende Schüsse gekracht, blutige Attacken geritten. Ehe noch eigentlich der Krieg erklärt war, haben, wie die amt- lichen Depeschen meldeten, Russen wie Franzosen deutsches Gebiet betreten und den Angriff eröffnet.„Heimtückischer Uebersall", so chrieben die Zeitungen, und ein Montagsblatt verglich diese Angriffe mit den Kampsesmethoden„kleiner Banditenstaaten auf dem Balkan". Vom„Bruch des Völkerrechts" hallt es vielhundertfach wider. Und zweiielloS— es verdient scharfe Verurteilung, wenn ein Staat den anderen mit heimlich vorbereiteten Anschlägen zu treffen sucht, ehe noch eigentlich die Verhandlungen abgebrochen wurden und der Krieg erklärt ist. Und zweisellos— die Art und Weise, wie Frankreich und Rußland, die amtlichen Nachrichten als richtig vorausgesetzt, den Kampf eröffnet haben, bedeutet nichts anderes denn einen Bruch der völkerrechtlichen Verträge und Sitten. Aber wir sollen gerecht sein. So schreibt zu der Besetzung des steinen Luxemburg das„Berliner Tageblatt": „Bezüglich der fraglichen luxemburgischen Eisenbahnen sei be- merkt, daß in der Konvention von 1902 diese Bahnen nicht„Eigen- tum" des Deutschen Reiches wurden. Nur ihre Berpachiung war Gegenstand der Konvention, die zwischen den französischen Vertretern der Wtthelm-Luxemburg-Bahn einerseits und der Gencraldirekiio» der elsatz-lothringischeu Elsenbahnen andererseits am 16. Juli 1902 abgeschlossen wurde. Die Souveränität Luxemburgs ist bezüglich der Bahnen gewährleistet, und die deutsche Bc- Nutzung der Bahnen im Kriegsfalle ist vertraglich ausgeschlossen. Der betreffende Artikel lautet: „Die kaiserliche Regierung verpflichtet sich, die von der Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen betriebenen luxemburgischen Eisenbahnstrecken zu keiner Zeit z u r B e- förderung von Truppen, Waffen. Kr i e g s- Material und Munition zu ben u tz e n und während eines Krieges, an dem Deutschland beteiligt sein sollte, sich der- selben für die Verproviantierung der Truppen auf keine die Neutralität des Großherzogtums verletzende Weise zu bedienen sowie überhaupt iu deren Betrieb Handlungen, welche den dem Großherzogtum als neutralem Staat obliegenden Verpflichtungen nicht voll- kommen entsprechen, weder vorzunehmen noch zuzulassen." So ist der Krieg. Man hat seine Schrecken einzudämmen gesucht durch höfliche Paragraphen und schön stilisierte Verträge. Aber bricht er los mit furchtbarer Gewalt, dann springen seine Furien kichernd hinweg über die paragraphierien Sätze und die pergamentnen Abmachungen, und reine Gewalt kämpft Auge um Auge, Zahn um Z So furchtbar wiederHoll!.ch die grausame Appell an ist es bei Freund und Feind. Und Erkenntnis, wie wenig diese» die Gewalt hineinpaßt in die Kultur unserer Zeit. Deshalb mit hat es die Sozialdemokratie stets als ihre hohe Pflicht betrachtet, den Krieg an sich zu bekämpfen. Und wenn er jetzt ausgebrochen ist und seine Greuel weithin Verbreitetz dann wird es um so dringlicher sein, alles dafür zu tun, daß er so bald wie möglich ein Ende findet. Je deutlicher wir sehen, wie verwüstend er wirkt in hundert, ja, in tausend Richtungen, um so n o t w e n d i g e r ist es, daß Völker und Regierunge» lich um seine Beilegung bemühen. Kaiser Wilhelm unö öer„Zrieöenszar". Die junkerliche„Kreuzzeitnng" veröffentlicht unter diesem Titel den nachfolgenden Artikel, den wir wortgetreu bis auf einen Einleitnngs- und einen Schlußsatz zum Abdruck bringen: „Wie Kaiser Wilhelm über Rußland und den Zaren urteilte, mag eine Blütenlese aus den gesammelten Reden Kaiser Wil- Helms II. lehren, die wir hier nach der Ausgabe Johs. Penzlers (bei Reclam) wiedergeben. Wie sehr der Kaiser persönlich auf gute Beziehungen zu Ruß- land hielt, brachte er gleich in seiner ersten Thronrede an den Reichstag vom 25. Juni in folgenden Worten zum Ausdruck: „Unsere mit Oesterreich-Ungarn und Italien bestehenden Verabredungen gestatten Mir zu Meiner Befriedigung die sorg- sättige Pflege Meiner persönlichen Freundschaft für den Kaiser von Rußland und der seit 100 Jahren bestehenden friedlichen Beziehungen zu dem russischen Nachbarreiche, welche Meinen eigenen Gefühlen ebenso wie den Interessen Deutschlands ent- spricht." Diese persönlicke Freundschaft galt damals dem Kaiser Alex- ander III. Als dieser im Oktober 1889 vor 25 Jahren Berlin be-- suchte, trank der Kaiser beim Frühstück im Kasino des Kaiser- Alexander-Garde-Grenadierregiments aus„das Wohl unserer Kameraden von der russischen Armee". Diese ausrichtigen Worte unseres Kaisers haben jetzt durch das Verhalten Rußlands eine mehr als eigenartige Jubiläumöbeleuchtung erhalten.— Seine freundschaftlichen Gcfüble übertrug Kaiser Wilhelm auch auf Nikolaus II. Am 25. September 1896 fand in Breslau in An- Wesenheit des neuen Zaren eine Parade des 6. Armeekorps statt. Beim Festmahl begrüßte Kaiser Wilhelm den Zaren als„den Träger alter Tradition, den Hort des Friedens".— Bei seinem Gegenbesuch in Petersburg sprach Kaiser Wilhelm� als Ent- gegnung auf den Trinkspruch des Zaren am 8. August 1897 folgende bedeutungsvollen Worte: „Eurer Majestät unerschütterlicher Entschluß, nach wie vor Ihrem Volke den Frieden zu erhalten, findet auch in Mir den freudigsten Widerhall, und so werden wir, miteinander die gleichen Bahnen wandelnd, vereint dahin streben, unter dem Segen desselben die kulturelle Entwickelung unserer Völker zu leiten. Vertrauensvoll kann Ich das Gelöbnis erneut in Eurer Majestät Hände legen— und dabei steht, das weiß Ich, mein ganzes Volk hinter mir—, daß Ich Eure Majestät bei diesem großen Werke, den Völkern den Frieden zu er- halten, mit ganzer Kraft zur Seite stehen und Eurer Majestät Meine kräftigste Unterstützung auch gegen jeden angedcihen lassen werde, der e? versuchen sollte, diesen Frieden zustörenoderzubrechen." In Graudenz sprach der Kaiser am 21. Dezember 1897: Meine Fürsorge für die Stadt geht dahin, sie als FestungSstadt immer reieber auszugestalten— und deshalb auch mein heutiger Besuch—, damit Graudenz bei einer künstigen Bedrängnis wider- stehen kann. Ich hoffe jedoch, daß es dazu nie kommen wird." Mit erhobener Stimme und fast jedes Wort betonend, setzte der Kaiser hinzu:„Denn unser Nachbar im Osten, ein lieber und getreuer Freund von mir, hat dieselben politischen Ansichten wie ich." Dem jetzt wie Blasphemie erscheinenden Friedensmanifest des Zaren von 1893 brachte Kaiser Wilhelm große Sympathie entgegen, tote seine Worte in der Thronrede an den Reichstag vom K. De- zember 1898, seine Rede beim Festmahl zum Geburtstag des Zaren in Wiesbaden am 18. Mai 1899 bewiesen. Vom 11. bis 13. September 1901 hatte der Kaiser die denk- würdige Zusammenkunft mit dem Zaren auf der Höhe von Hela. Auf dem Langen Markt in Danzig, vor dem Artushof, nahm der Kaiser in seiner Tankrede an den damaligen Tanziger Ober- bürgermeister, jetzigen Staatskekretär Delbrück, auf seine Gespräche mit dem Zaren Bezug mit den Worten:„Ich komme soeben von der hochbedeutsamen Begegnung mit meinem Freunde, dem Kaiser von Rußland, welche zu unserer beider vollsten Zufriedenheit ver- laufen ist und durch welche wiederum die Ueberzeugung un- erschütterlich befestigt wird, daß für lange Zeiten der europäische Frieden für die Völker erhalten bleib t." Bei der Begrüßung einer russischen Militärdeputation wies der Kaiser am 3. September 1902 in Posen darauf hin, daß er zum Beweise für die„alte Waffenbrüderschaft" das Rayongesetz für Posen aufgehoben habe, wodurch eine friedliche EntWickelung der alten Festungsstadt ermöglicht werden wird. Nach dem Bericht einer russischen Zeitung sprach dabei der Kaiser noch folgende Worte: „Sie. meine Herren, als Militärs, verstehen vollkommen, daß man in einer Grenzfestung nur Freunde aufnehmen darf,.von denen man nickt glauben kann, daß ein Zusam- menstoh mit Ihnen möglich ist. Ich gab deshalb den Befehl zur Auflassung der Befestigungen von Posen in der An- nähme, daß sie nicht nötig sein können und daß die feste Freund- schaft beider Reiche nie gestört werden kann." Beim Besuch dcS Zaren in Swinemünde am 0. August 1907 betonte der Kaiser Wilhelm erneut die„unveränderliche Freundschaft unserer Häuser und unserer Völ- rer. Diese Freundschaft hat mehr als ein Jahrhundert über- dauert, sie verbindet uns heute und wird weiter dauer n." Wie 1906, so traf Kaiser Wilhelm auch 1909 mit Nikolaus II. in den finnischen Schären zusammen. Ter Zar sprach dabei„den aufrichtigen und unveränderlichen Wunsch aus, sie traditionellen Beziehungen herzlicher Freundschaft und gegenseitigen Vertrauens dauernd zu erhalten, als ein Unterpfand nicht bloß der guten Be- Ziehungen zwischen unseren beiden Ländern, sondern auch des all- gemeinen Friedens." Kaiser Wilhelm entgegnete hierauf:„Ich sehe darin zu gleicker Zeit eine neue Bestätigung der traditionellen Beziehungen herzlicher Freundschaft und des Vertrauens, die den vielseitigen Interessen und den durchaus friedlichen Ge- si n n u n g e n unserer Länder gleichermaßen entsprechend zwischen unseren Regierungen bestehen." Diese Worte erläuterte der Kaiser bei der Regatte auf der Unterelbe ein paar Tage darauf, am 22. Juni 1909, in seiner Dankrede an den Hamburger Bürgermeister Dr. Burchard durch folgende historischen Worte:' „Es freut Mich, in der Lage zu sein, gerade Ihnen, als Vertreter drr Handels- und Geschäftswelt, die Sie ein Interesse an der friedlichen Gestaltung der Zukunft haben, das Folgende über die Bedeutung des Besuchs mitteilen zu können. Seine Majestät der Kaiser und Ich sind dahin übereingekommen, daß unsere Zusammenkunft als eine energische Bekräftigung des Friedens aufzufassen ist. Wir fühlen uns als Monarchen un- serem Gott verantwortlich für das Wohl und Wehe unserer Völker, die wir soweit als möglich auf friedlichem Wege vor- wänS bringen und zur Blüte emporfiihren wollen. Alle Völker brauchen den Frieden, um unter seinem Schutze den großen Kulturaufgaben, ihrer wirtschaftlichen und kommerziellen Ent- Wicklung ungestört obliegen zu können. Daher werden wir beide stelö danach ftreben, soweit eS in unseren Kräften liegt, mit Gottes Hilfe für Förderung und Wahrung des Friedens zu wirke n." Vielleicht darf man diesen Ausführungen der„Kreitz� zeitung" noch hinzufügen, daß auch s i e s e l b st sich über den Zaren nickt anders geäußert hat als Kaiser Wilhelm, ja sogar noch überschwenglicher. Man kann aus den lehrreichen Darlegungen des konser- vativen Blattes ersehen, wie sehr sich sogar Blätter vom Range eines so unfehlbaren Organs wie die„Kreuzzeitung" täuschen und falsche Perspektiven stellen können. Sie zeigen ferner, daß die Sozialdemokraten tn diesen Dingen einen besseren Blick gehabt haben als die „Kreuzzeitung". Aber vielleicht darf man auch daran erinnern, daß so und so viele Sozialdemokraten, die einer entgegengesetzten Mei nung über den Herrscher aller Reussen Ausdruck abgaben, dafiir hinter Schloß und Riegel gesetzt oder sonst aufs schwer st e verfolgt wurden. Alles in allem kann man schließlich auch dem zustimmen, was die..Kreuzzeitung" im letzten Absatz ihres Artikels sagt: „Tie Weltgeschichte ist das Weltgericht." politische Uebersicht. Die sozmldcmokratische Fraktion für die Kriegskredite. Tie sozialdemokratische Fraktion faßte in einer Montag nachmittag abgehaltenen Fraktionssitzung den Beschluß, für die von der Regierung angeforderten Kredite zu stimmen. Durch Abgabe einer Erklärung wird sie ihren Beschluß be- gründen. Reichsragsvorlagen. Bon den dem Reichstag zugegangenen Vorlagen sieht eine vor, daß an Stelle der Goldmünzen Reichskassen- scheine und Reichsbanknoten verabfolgt werden können. Eine andere bestimmt, daß für Kassenmitglieder als Aufenthalt im Jnlande im Sinne des 8 315 des Reichsver- sichcrungsgesetzes ein Aufenthalt iin Ausland gilt, der zur Einberufung zu.Kriegs-, Sanitäts- oder ähnlichen Diensten verursacht ist,»nd daß solche Versichernngsberechtigte, deren Rechte nach§ 314 der Reichsversicherungsordnung erloschen wären, binnen sechs Wochen nach ihrer Heimkehr in die Krankenversicherung wieder eintreten können. In bürgerlichen Rechts st reitigkeiten wird nach einer weiteren Vorlage das Verfahren vor ordentlichen Gerichten, Gewerbe- und Kaufmannsgerichten unterbrochen, wenn eine Partei zu den mobilen Teilen der Land- oder S:ee- macht oder zu der Besatzung einer armierten Festung gehört. Gegen dieselben Personen unterliegt die Zwangsvoll- st r e ck u n g der Beschränkung, daß die Versteigerung beweg- licher und unbeweglicher Sachen unzulässig ist. Ein Gesetz betrifft Höchstpreise. Es bestimmt: § 1. Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere für Nah- rungs- und Futtermittel aller Art sowie für rohe Natur- erzeugnisse. Heiz- und Leuchtstoffe Höchstpreise festgesetzt werden. Z 2. Weigert sich trotz Aufforderung der zuständigen Behörde ein Besitzer der im 8 1 genannten Gegenstände, sie zu den festgesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, so kann die zuständige Behörde sie übernehmen und auf Rechnung und Kosten des Besitzers zu den festgesetzten Höchstpreisen ver- kaufen, soweit sie nicht für dessen eigenen Bedarf nötig sind. 8 3. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimm- ten Behörden erlassen die erforderlichen Anordnungen und Ausführungsbestimmungen. 8 4. Wer die nach 8 1 festgesetz- ten Höchstpreise überschreitet oder den nach 8 3 erlassenen Aus- füh'rungsbestimmungen zuwiderhandelt oder Vorräte an der- artigen Gegenständen verheimlicht oder der Aufforderung der zuständigen Behörde nach 8 2 nicht nachkommt, wird mit Geld- strafe bis zu dreitausend Mark oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestrast. Der Depescheuiuechsel zwischen Zar und Kaiser. Das Auswärtige Amt gibt für die Mitglieder des Reichstages eine Denkschrift heraus, die den Depeschenwechsrl zwischen Wilhelm II. und dem Zaren und zwischen dem Reichskanzler und dem deutschen Batschaster in Petersburg enthält. Wir werden auf die Einzelheiten dieser Veröffentlichung morgen zurückkommen. Bleibt das Agrariertum auch jetzt noch Trumpf? Die Regierung hat zwar ein Verbot der Ausfuhr von Lebensmitteln erlassen, es ist ihr aber nicht ein- gefallen, die Zölle auf Lebensmittel auf- zuHeben und die Fleischeinfuhr zu gestatten. Wäre diese Maßnahme gleichzeitig mit dem Ausfuhrverbot er- folgt, so wären sicher beträchtliche Mengen Getreide und amerikanischen Fleisches aus den englischen und belgischen Häfen zu annehmbaren Preisen nach Deutschland geworfen worden. Jetzt dürfte eine Aufhebung der Zölle keine erhebliche Wirkung mehr haben. Immerhin ist eS möglich aus Dänemark und der Schweiz Vieh und Molkereiprodukte herbeizuschaffen, und es ist eine Versündigung am Volke, wenn auch nur das geringste Mittel versäumt wird, um der Teuerung entgegenzuwirken._ Krieg und Landwirtschaft. Die Einbringung der Ernte und die möglichste Aus- nützung der Bodenfrüchte sind offenbar eine dringende Auf- gäbe geworden.— Wenn„Jungdeutschland" sich zur Ernte- arbeit meldet, ist das ja ganz nett, nur befürchten wir, daß man mehr Aufsichtspersonal braucht, um einerseits die Jungen vor Schaden zu bewahren(so eine Dreschmaschine ist ein verteufelt gefährliches Ding und in der Scheune fällt leicht einer auf die Tenne beim Garbengeben) und anderer- seits sie zur Arbeit anzuleiten, als die Sache lohnt. Auch die Idee, die Frauen der eingerückten Mannschaften zur .Kartoffel- und Rübenernte aufs Land zu schassen, ist nicht leicht zu verwirklichen. Erstens ist nur ein geringer Teil der Frauen geeignet, Feldarbeit zu verrichten, zweitens ist die Frage, ob die Besitzer auch die Verpflichtung übernehmen wollen, diesen Frauen den Winter über Wohnung und Ver- pflegung zu gewähren. Denn die Familien aus ihrer Um- gebung zu reißen und sie nach ein paar Wochen dem Nichts gegenüberzustellen, geht natürlich nicht an. Es kommen für die Landarbeit vor allem die arbeitslosen Industriearbeiter in Betracht, die schon jetzt zu vielen Tausenden in den Groß- städten auf dem Pflaster liegen und deren Zahl sich in den nächsten Tagen und Wochen noch unheimlich vermehren wird. Von ihnen ist ein ansehnlicher Teil auf dem Lande aufge- wachsen und kann dort mit Erfolg tätig sein. Diesen Ar- beitern die Erwerbsmöglichkeit zu schaffen, ihre Arbeitskraft im Interesse der Allgemeinheit zu verwerten, das ist die vor allem zu lösende Aufgabe. Tie moderne landwirtschaftilchs Technik läßt zwar Maßnahmen zur sofortigen größtmöglichen Steige- rung des Produktes nur in geringem Maße zu. Manches aber läßt sich immerhin bewirken. So äst z. B. zwar rationell, den Boden sofort umzupflügen, nachdem das Getreide gemäht ist, aber unter den anormalen Bedingungen, unter denen wir stehen, ist es rationeller, die Futterstoffe, die das Stoppelfeld bietet, auszunützen, indem man die Herden weiden läßt. Die nächste Ernte wird dadurch etwas beeinträchtigt, aber jetzt kommt es darauf an, den Viehbestand möglichst durchzuhalten. Ebenso wäre geboten, die Abfälle der Haushaltungen unter allen Umständen als Schweinefutter zu verwenden. Auch andere Maßnahme» lassen sich vielleicht treffen, die vorzu- schlagen Aufgabe erfahreuer Landwirte ist. Aber sicher ist, daß großzügige Maßnahmen solcher Art nur durchzuführen sind, wenn der wirtschaftlichen Anarchie der � kapitalistischen Gesellschaft gesteuert wird. Soziale Organisation der Lebens- mittelcrzcugung und-Verbreitung, das ist die Ausgabe, die angesichts des Krieges sofort sich geltend macht. Tatarenmeldungen. Gewisse unverantwortliche Kreise sind unausgesetzt an der Arbeit, die amtlichen Nachrichten über feindliche Anschläge gegen Teutschland geflissentlich aufzubauschen und durch neue Tatarenmeldungen zu ergänzen. Man höre nur, was sich der„Deutsche Kurier" unter dem 3. August aus Stuttgart melden ließ: Herne morgen wurde ein Bombenattentat auf das Thron- folgerpalais in Stuttgart versucht. Der Täter, wie verlautet ein Ausländer von flawischer Abkunft, konnte in dem Augenblick ver- hastet werden, wo er im Begriff stand, die Bombe zu werfen. Im Laufe des Vormittags wurden hier mehrere Verhaftungen spionageverdächtiger Ausländer vorgenommen. Zwei Franzosen versuchten den Eisenbahnviadukt bei Cannstatt zu sprengen, und auf dem Hauptpostamt in Stuttgart versuchten verdächtige In- dividuen die Telegraphendrähte zu durchschneiden. Bei Freuden- stadt wurde ein Zigeunerwagcn beschlagnahmt, der Sprengstoff mit sich führte. Ebenda wurde von Ausländern versucht, die Wasser- leitung zu vergiften. Zahllose Automobile mit fremdländischen Insassen wurden festgehalten. Einem amtlicherseits noch nicht bestätigten Gerächte zufolge wurden hier 9 Millionen in barem Golde beschlagnahmt, die von Frankreich über Deutschland nach Rußland transportiert werden sollten. Bei dieser ganzen Aufzählung handelt es sich um Schand- taten, für die keinerlei amtliche Bestätigung vorliegt; um Schandtaten, die aber von der amtlichen Be- richterstattling ganz gewiß auch gebracht worden wären, wenn sie wirklich stattgefunden hätten. Es sind überdies Mel« dimgen, die den Stempel der Erfindung an der Stirn tragen. Man kann allenfalls begreifen, wie solche Alarmgbrüchte aus der Erregung heraus entstehen können. Aber wenn ein größeres politisches Blatt sie in Riesenlettern abdruckt und als Wahrheit seinen Lesern vorsetzt, so kann dafür nichts anderes maßgebend sein, als profitlüsterne Sensationslust oder, was vielleicht ebenso nahe liegt, der Versuch einer unlauteren Stimmungs- mache. Man kann derartigen Nachrichten gegenüber gar nicht vorsichtig genug sein. Sie sollen nach dem Willen gewisser Kreise unser Volk in eine sinnlose Wut gegen den Feind hineinbringen, auf Kosten der Wahrheit und auf Kosten der Vcrständigungsmöglichkeit. Man weiß aus frühe- ren Kriegen, wie dort mit denselben Schwindeleien versucht wurde, die Massen aufzuhetzen. Sie können nickt scharf genug gebrandmarkt werden. Wenn schon das Volk zum Kampf gezwungen ist, soll es diesen Kampf wenigstens ohne ungerech- ten Haß und ohne� skrupellose Grausamkeit führen. Das müssen derartige wilde Meldungen aber natürlich vereiteln. Deshalb kann es ihnen gegenüber nur immer heißen: Ruhig Blut und Kopf klar! Kriegsbekanntmachungen. Keine Zurückstellung Militärpflichtiger mehr. Ter Reichskanzler veröffentlicht folgende Bekanntmachung, be- treffend die Zurückstellung Militärpflichtiger: „Unter Bezugnahme auf die Vorschriften im 8 29 Ziffer 8 der Deutschen Wehrordnung vom 22. November 1888(Beilage zu Nr. 32 des Zentralblatt für das Deutsche Reich von 190l) mache ich hierdurch darauf aufmerksam, daß infolge der Mobilmachung alle Zurückstellungen Militärpflichtiger ihre Gül- tigkeit verloren haben. Die Zurückgestellten sind demnach zu erneuter schleuniger Gestellung vor der Ersatz- k o m m i s i o n verpflichtet. Tie im Auslande befindlichen Militär- Pflichtigen haben sich unverzüglich bei dem Bezirkskommando, dessen Bezirk sie im Reichsgebiet zuerst erreichen, zu melden. Ter Grund einer etwaigen Verspätung ist dem Bezirkskommando in glaub- haftcr Weise darzutun." Ein /lmnestieerlaß für üas tzeer. Das„A r m e e v e r o r d n u n g s b l a 1 1" veröffentlicht fol- genden Gnadenerlaß dcS Kaisers:> Ich will allen Personen des aktiven Heeres, der aktiven Marine und der Schutztruppen vom Feldtvebel(Wachtmeister) oder Deck- offiziere abwärts und allen unteren Militärbeamten des Heeres, der Marine und der Schutztruppcn, soweit nicht einem der hohen Bundesfürsten das Begnadigungsrecht zusteht, die gegen sie von Militärbefehlshabcrn oder von Militärpersonen des preußischen Kontingents, vom Gouvernementsgericht Ulm sowie von preußi- scheu Gerichten und Verwaltungsbehörden verhängten Geld- und Freiheitsstrafen bzw. den noch nicht vollstreckten Teil derselben aus Gnade erlassen, sofern:. �„ a) die lediglich wegen militärischer Verbrechen oder Vergehen ihnen auferlegen Srafen insgesam ö Jahre, d) die lediglich wegen gemeiner Verbrechen, Vergehen oder Uebertrctungen ihnen an erster Stelle unh an Stelle der Geld- strafen auferlegten Freiheitsstrafen ein Jahr, c) bei dem Zusammentreffen militärischer und gemeiner Ver- fehlungen, die wegen letzterer verhängten oder in Ansatz gebrachten Freiheitsstrafen ein Jahr, die Freiheitsstrafen insgesamt S Jahre nicht übersteigen.. Ausgeschlossen von der Begnadigung sollen jedoch diejemgctt Personen sein:' 1. welche unter der Wirkung von Ehrenstrafen stehen, 2. welche wegen eines mit dem Verlust der bürgerlichen Ehren- rechte bedrohten Verbrechens oder Vergehens verurteilt sind, auch wenn auf die Ehrcnstrafe nich erkannt ist,■ 3. welche wegen der Slrafverbüßung, sofern diese bereits be- gönnen hat oder während einer voraufgegangenen Untcrsuchungö- Haft sich schlecht geführt haben. Auf Personen des Beurlaubtenstandes vom Feldwebel(Wacht- metster) oder Deckoffizier abwärts findet vorstehende Order entsprechende Anwendung, sofern sie ans Anlaß der gegenwärtigen Mobilmachung einberufen werden und zur Einstellung gelangen. Strafvollstreckung im Kriege. Ein anderer Armeebefehl de? Kaisers bestimmt: Wenn während des Krieges der über Unteroffiziere und Ge, meine gerichtlich oder im Disziplinarverfahren verhängte gelinde, mittlere oder strenge Arrest den örtlichen Verhältnissen nach weder in einem Ortsgefängnis, noch in einem anderen zur Strafvoll- streckung geeigneten Räume verbüßt werden kann, die Strafvoll- strcckung auch aus dienstlichen Gründen keinen Aufschub erleiden darf, so ist die Strafe in der Weise zu vollstrecken, daß dem Ver- urteilten für die Tauer der Strafe während seiner dienstfreien Zeit der Aufenthalt auf einer Wache als Arrestant angewiesen wird. Seine Gebührnisse werden ihm dabei nicht entzogen. Hiermit ist zu verbinden: 1. wenn die verhängte Arreststrafe in mittlerem Arrest besteht: die Heranziehung zu beschwerlichen Dienstverrichtungen außer der Reihe; 2. wenn die verhängte Arreststraf« in stren. gem Arrest besteht: Anbinden zwei Stunden täglich. Das Anbinden des Arrestanten geschieht auf eine seiner Ge- sundheit nicht nachteiligen Weise, und zwar wird er in aufrechter Stellung, den Rücken nach einer Wand oder einem Baume gekehrt, dergestatt angebunden, daß er sich weder setzen noch legen kann. Zweistünoiges Anbinden, in Verbindung mit dem Aufenthalt des Arrestanten auf der Wache, steht einem eintägigen strengen Arreste gleich. Am vierten, achten und demnächst an jedem dritten Tage fällt daS Anbinden weg. Die Strafvollstreckung erfolgt unter militäri- scher Aufsicht an einem vor den Augen Unberufener möglichst geschützten Orte. verstärkte Beschränkungen ües postverkehrs. Das Reichspostamt teilt mit: Ter Postverkchr zwischen Deutschland und i. lli u tz l a n d, 2. Frankreich ist gänzlich eingestellt und findet auch auf dem Wege über andere Länder.nicht mehr statt. Es werden daher keinerlei Post» scndungen nach den angegebenen fremden Ländern mehr angc- nommen, bereits vorliegende oder durch die Briefkasten zur Ein- lieferung gelangende Sendungen werden den Absendern zurückgegeben. Der private Telegraphen- und Fernsprechverkehr zu und van diesen Ländern ist ebenfalls eingestellt, Letzte Nachrichten. Abreise des deutschen Botschafters aus Petersberg. Stockholm, 3. August. Der deutsche Botschafter i« PeterS- bürg Graf P o u r t a l e s ist mit dem Personal der Gesandt» schaft und des Konsulats heute nachmittag mit einem Dampfer, der die amerikanische Flagge führte, hier angekom- mrn und hat an� Abend seine Reise mit Sondcrzug nach Troellcborg fortgesetzt. Vorläufig keine Russcnauswcisungen. Berlin, 3. August. Amtlich wird mitgeteilt: Von der Ausweisung der hier ansässigen Russen wird bis auf weiteres unter der Voraussetzung ihres Wohlverhaltens Abstand ge« nommen. Es wird ihnen aber die Verpflichtung auferlegt, sich an jedem dritten Tage in dem für ihre Wohnung zuslän- digen Polizeireviere persönlich zu melden, ihre Wohnung nicht ohne vorherige Erlaubnis des Reviervorstandes zit wechseln und sich bei Vermeidung sofortiger Maßregelung jeder schrift- lichen Kommunikation in geschlossenen Briefen zu enthalten. Die Reviervorstände sind berechtigt, nach Lage der Verhält- nisse(so z. B. bei kranken, altersschwachen pp. Personen) Aus- nahmen von der Meldepflicht zu machen, sie sind aber ver- pflichtet, sofort Anzeige zu erstatten, sofern sie bezüglich der in ihren Bezirken ansässigen Russen bedenkliche Wahrneh- mungen machen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N. 54, Linien- Strasse 83-85. 2dom Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Bureau geöffnet von 9-1 Uhr und von 4-7 Uhr. Zur besonderen Beachtung! Wir ersuchen alle Mitglieder, die zum Militär einberufen werden, die Mitgliedsbücher an das Bureau Linienstraße 83-85, Zimmer 1 123/ 4* abzuliefern. Die Ablieferung kann auch durch Beauftragte oder durch die Post erfolgen. Außer im Verbandshaus, Linienstraße 85-85, werden auch die Bücher in den Zweigbureaus Oberschöneweide, Wilhelminenhofstraße 44 a und Spandau, Wörther Platz 2 entgegengenommen. Wir bitten alle unsere Mitglieder, für die weiteste Verbreitung dieser Mitteilung Sorge zu tragen. Sozialdemokratischer Wahlverein Spezialarzt Deutscher Metallarbeiter- Verband. Berlin- Schöneberg. Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) Syphilis, Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Am Sonntag, den 2. August, Heute Dienstag, abends 9 Uhr, bei Ebrecht(„ Rathausfäle"), Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Verwaltungsstelle Berlin. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, finienftr. 83-85. verstarb unsere Genoffin Frau Metninger Straße 8: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 15/11 1. Kaffenbericht. 2. Wahl der Delegierten zum Parteitag. 3. Anträge und Verschiedenes. Dhne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Der Vorstand. Berlin 1897. Schwimmverein„ Vorwärts“, Berlin Den Mitgliedern zur gefälligen Nachricht, daß das Vereinsleben bis auf weiteres aufgehoben ist. Es findet aber alle Mittwoch in sämtlichen Abteilungen ein zwang loses Baden statt. Der Vorstand. 28725 Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung.* Spr. vorm. 9- Nm. 8. Sonnt. 9-11. Spezialarzt f. Hauts, Harns, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeber $ Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. fonz. Laborat. Bluts Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harn usw. Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. + Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 1hr. Donnerstag, den 6. August 1914, abends 7 Uhr: Versammlung Berta Weißenberg am ( Uferstr. 1.) Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. August, nach mittags 1, Uhr, von der Leichen halle des Philipus- Apostel- Kirch Friedhofe in der Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. 23013 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. sämtlicher in der Schraubenbranche beschäftigten hofes aus auf dem städtischen Arbeiter und Arbeiterinnen in Graumanns Festsälen, Naunynstraße 27. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Agitationsfommission. 2. Diskussion. 3. Neuwahl zur Agitationsfommission, Wahl des Branchenvertreters. 4. Verbandsangelegenheiten. Bruchbandagen Achtung! Leibbinden, Geradehalter, Irrigateure, Spritzen etc., Suspensorien, sowie Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. alle Artikel z. Krankenpflege Spezialität: Nordhäuser Kautabak von empfiehlt G. A. Hanewacker, Grimm& Triepel. Fabrikant Pollmann, 2190 Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. Amt Moritzpl. 3014. Eigene Werkstatt. Lieferant für Krankenkass. Fachgem. Bedienung. Zentralverband der Zivilmusiker Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Bureau: Berlin C, Rosenthaler Straße 11/12, Restaurant Schilling. Ami Norden, 2438. Achtung! 50/ 1* Bir empfehlen bei Veranstaltung von Bergnügen usw. den geehrten Vorständen, Komitees und Saalinhabern unseren kostenlosen Arbeitsnachweis, Rosenthalerstr. 11/12. Geschäftszeit täglich von 10%,- 1 Uhr mittags. Der Vorstand. Rapellen vom größten bis fleinsten Orchester stehen jederzeit zur Verfügung. NB. Unsere Mitglieder sind im Besit einer Kontrollfarte. Dieselbe ist für das 3. Duartal weiß und muß mit dem Berbandsstempel versehen sein. Alle andere Legitimation ist ungültig und ist sofort anzuhalten. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Engelufer 14/15 II. Telephon: Amt Moritplatz Nr. 4747 und 2382. Achtung! Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bananschläger! Achtung! Donnerstag, den 6. Auguft, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 3): Branchen- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet 123/6 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Handlungsgehilfen Ortsgruppe Groß- Berlin. Bureau: C. 25, Münzstraße 20 II. Wir ersuchen alle Mitglieder, die zum Militär einberufen werde n, die Mitgliedsbücher an das Bureau Münzstraße 2011 77/17 abzuliefern. Die Ablieferung fann durch Beauftragte oder durch die Post erfolgen. Die Ortsverwaltung. Am 2. August verstarb nach längerer Krankheit unser lieber Kollege, der Schriftfeher Karl Schaefer aus Elberfeld, im Alter von 45 Jahren. Ein ehrendes Andenken werden ihm bewahren Die Kollegen des ,, Berliner Tageblatts". Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 5. August, nachmittags 4 Uhr, auf dem neuen Sanft Michaelfirchhof, Mariendorfer Weg, statt. 28756 Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Stallmann Gustav Greulich am 31. Juli im Alter 43 Jahren verstorben ist. von Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 4. August, nach mittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Dantes Kirchhofes, Verband der Schneider, Schneiderinnen garnweberſtraße, aus ftatt. und Wäschearbeiter Deutschlands. Sebastianstraße 37/38. Filiale Berlin. Tel. Amt Morigplatz 9737. Soweit Mitglieder unseres Verbandes zum Militär einberufen worden sind, bitten wir dieselben, ihre Abmeldung auf dem Bureau zu besorgen oder besorgen zu lassen. Die Bücher der zum Militär eingezogenen Kollegen werden bis zu deren Nüdkehr im Bureau des Verbandes aufbewahrt. 163/17 Die Ortsverwaltung. Achtung! Deutscher Bauarbeiter- Verband. 1. Den Delegierten zur Generalversammlung der Bezirksverwaltung Groß- Berlin zur besonderen Kenntnis, daß die für Donnerstag, den 6. August, festgesetzte ordentliche General- Verfammlung pro 2. Duartal bestimmt stattfindet. 10= Zweigverein Berlin. Telephon: Amt Morigplatz, Nr. 4093 und 8792. Bureau: Engelufer 15, Zimmer 53. Geöffnet von 9-1 und von 5-7 Uhr. Zur Beachtung! Wir ersuchen alle Mitglieder, die zum Militär einberufen werden, die Mitgliedsbücher an das Bureau Engelufer 15, Zimmer 53, abzuliefern. Es kann dies auch durch Beauftragte oder durch die Post geschehen. Die Generalversammlung des Zweigvereins An Stelle dieser Versammlung findet Dienstag, den 4. August, Das bestimmte Erscheinen jedes einzelnen Delegierten weit es die Verhältnisse gestatten ist unbedingt erforderlich. 2. Ferner geben wir hierdurch bekannt, daß das für Sonntag, den am Sonntag, den 9. August, findet in Anbetracht der Situation nicht statt. 9. August, in der Brauerei Friedrichshain vorgesehene Sommerfest abends 9 Uhr, eine Zusammenkunft der Bezirksobleute und der herrschenden Verhältnisse wegen nicht abgehalten wird. Die bereits der Bezirkskaffierer statt, wozu die Einladungen schon zu Hause find. entnommenen Billetts sind gegen Zurückerstattung des dafür entrichteten| 144/ 3* Betrages an den einzelnen Verkaufsstellen zurückzugeben. 3. Alle diejenigen Mitglieder, welche ihrer Militärpflicht genügen müssen, werden ersucht, die ordnungsmäßige Abmeldung möglichst selbst zu besorgen, um die bei der Organisation erworbenen Rechte zu erhalten. Falls die Abmeldung durch die zur Einberufung Gelangenden selbst nicht erledigt werden kann, muß dieselbe durch etwaige Angehörige oder durch Kollegen erfolgen. Die Abmeldung geschieht bei den Kollegen Einkassierern und in den verschiedenen Verbandsbureaus. 4. An die in Arbeit verbleibenden Mitglieder richten wir das dringende Ersuchen, ihre Pflichten dem Verbande und der Bezirksverwaltung gegenüber auch fernerhin in jeder Beziehung treu zu erfüllen. 6718 Die Bezirksverwaltung Groß- Berlin. J. A.: A. Werner. Der Vorstand. BCodes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein Treptow- Baumschulenweg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maurer Karl Wagner Kiefholzstraße 14, an Lungenentzündung verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3%, Uhr, von der Halle des Treptower Friedhofes Baumschuleniveg 202/20 aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Am 1. Auguft starb unser Mitglied, der Maurer Karl Wagner ( Bezirk Treptow). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 4. August, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des neuen Treptower GemeindeFriedhofes in der Kiefholzstraße aus statt. 144/2 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschlenführer Gottfried Frenkel am 31. Juli im Alter bon 75 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 4. August, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Johannis Kirchhofes in Plögensee aus statt. = Um rege Beteiligung ersucht 67/7 Die Bezirksverwaltung. ArbeiterRadfahrer- Bund „ Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Abteilung 4. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser altes, seit 1898 treues Mitglied, Frau Emilie Stelse geb. Gebel am Sonnabend, den 1. August, geftorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Bartho lomaus Kirchhofes, Weißensee, Faltenberger Straße, aus ftatt. 28736 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach richt, daß meine liebe, strebsame Frau Emilie Stelse geb. Gebel nach langem Leiden sanft ent fchlafen ift. 28746 Um stille Teilnahme bittet hiermit der trauernde Gatte August Stelse. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus Kirchhofes, Weißensee, Fallenberger Straße, aus statt. 6 Berantm. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inferatenteil perantw.; Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltengebl Nr. 210. 31. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verbandstag der freien Gastwirte. Nürnberg, 1. August. In dieser Woche hielt der Verband der freien Gast- und Schantmirte hier seinen 9. Verbandstag ab, zu dem 104 Delegierte erschienen waren. Der Verbandsvorsitzende Litfin gab in dem Geschäftsbericht seiner Genugtuung Ausdruck über die äußerst günstige Entwicklung des Verbandes im letzten Jahr. Nicht nur die einzelnen Zahlstellen hätten eine starte Mitgliederzunahme gehabt, sondern ganze Berufsvereine seien geschlossen dem Verbande beigetreten. Die Politischerklärung verschiedener Ortsvercine würde bis zur höchsten Instanz durchgefochten werden. Die Aussprache über den Tätigkeitsbericht, den wir bereits schon eingehend besprachen, ergab im allgemeinen die zu friedenheit der Delegierten mit der Tätigkeit des Vorstandes, wie auch mit der Haltung des Verbandsorganes. wird Dienstag, 4. Auguft 1914: haben, höchstens nur in der Zeit, in welcher politische Versamm- stoffe wie Erze, Kupfer, Steinkohlen, Braunkohlen, Dele, lungen in den Räumen derselben stattfinden. Baumwolle, Wolle, Flachs, Hans, Leder, Kautschuk usw., außerdeni Tiere und tierische Erzeugnisse, weiter noch Getreide und Futtermittel. Mit Rücksicht auf die allgemeine politische Situation wurden mehrere Referate nicht mehr entgegengenommen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Litfin und zum Kassierer Giente einstimmig wiedergewählt. Der nächste Verbandstag ist in Breslau. Aus der Partei. Unsere Strafregister. Gegen die sozialdemokratischen Zeitungen bzw. deren Redakteure wurden im Monat Juli d. J. in 10 Prozessen an Strafen 8 Monate, 2 Wochen Gefängnis und 3100 M. Geld= strafe erkannt. Jm vorigen Monat betrug die Strafe in 20 Fällen 2380 M. und 6 Monate. Der Monat Juli 1913 ergab in ebenfalls 10 Prozessen 660 M. Gelds und 2 Monate Gefängnisstrafe und im Juli des Jahres 1912 verzeichnet die Opferstatistik 8 Prozesse mit 750 M. Geld und 4 Monate Gefängnisstrafe. Gewerkschaftliches. Krieg und Gewerkschaftsinteresse. Eine Vorstellung von der Bedeutung der Ausfuhrverbote gibt die folgende Uebersicht. Sie enthält die vorwiegend in Betracht kommenden Waren. Es wurden im Jahre 1913 aus geführt: . Mengen in Doppelzenter Mineralische und fossile Rohstoffe 518 562 890 Wolle, Baumwolle und andere pflanzliche Spinnstoffe Abfälle von Gespinsten Leder und Lederwaren Kautschukwaren. Eisen und Eisenlegierungen Kupfer und Kupferlegierungen Fahrzeuge Pharmazeutische Erzeugnisse Sprengstoffe und Schießbedarf Feuerwaffen. Pferde( Stück) Tiere und tierische Erzeugnisse Erzeugnisse des Acker-, Garten- und Wiesenbaues. Wert in Mark 869 805 000 2 346 889 1.031 004 000 1 322 349 544 572 197 056 48 444 000 553 219 000 128 284 000 64 972 618 1 339 255 000 1 080 492 267 564 000 1 107 378 174 970 000 15 755 101 356 000 432 572 74 055 000 220 073 15 794 000 5 965 658339 665 000 30 043 804 2 241 658. Ueber die Abänderung der Gewerbe- Ordnung hielt der Verbandsredakteur Wiehle einen Vortrag. Er unterbreitete Den Delegierten eine Resolution, in der sich der Verbandstag mit der Tätigkeit des Vorstandes und den Vorschlägen der verschiedensten Verbände im Gastwirtsgewerbe in bezug auf die Abänderung Gewerbeordnung einverstanden erklärt. Ferner in ihr gesagt, daß der Entwurf. falls er Gesez geworden wäre, die Angehörigen im Gastwirtsgewerbe der polizeilichen Willkür und Bevormundung noch mehr ausgeliefert und Tausende von 571 243 000 Gastwirten ihrer Eristenz beraubt worden wären. Der Verbands des Wirtschaftsfriedens denunziert und gehässig bekämpft Seit vielen Monaten sind die Gewerkschaften als Störer tag stimmte der Resolution einstimmig zu. Es handelt sich um Werte im Gesamtbetrage von Selbstverständlich wird der Bei der Statutenberatung wurde ein Antrag aus worden. Nun ist die wirtschaftliche Maschinerie ins Stocken 32 Milliarden Mark rund. Magdeburg heftig umstritten, der aus dem Namen des Verbandes, geraten, in einer Weise, deren fürchterlich zerstörende Folgen Export von Waren aller Art nach den in Kriegszustand bewie auch aus dem Titel der Verbandszeitung das Wort„ frei" nicht abzusehen sind. Aber jeder weiß: Wir stehen vor grau- findlichen Ländern völlig eingestellt. Massenhaft erfolgen gestrichen haben wollte. Er wurde aber in namentlicher Abstim- sigen Ereignissen. Daß zur Herbeiführung des fürchter- jezt schon Kündigungen. Verschiedene Fabrifen haben jetzt mung mit 67 gegen 36 Stimmen abgelehnt. Das gleiche Schicksal lichen Zustandes nicht die Gewerkschaften, nicht die moderne schon angekündigt, daß sie die Betriebe vollständig schließen fand ein Antrag, aus dem§ 1 des Statuts( 3wed und Ziele) Arbeiterbewegung beigetraggn hat, das wird jeder ehrliche würden. Die Lebensmittelteuerung verschärft die Lage, den Paſſus zu streichen, der besagt, daß der Zweck u. a. erreicht Mensch unumwunden zugestehen müssen. Zur Stunde starrt steigert die durch Produktionseinschränkung hervorgerufene werden soll durch Unterstüßung der Bestrebungen der die europäische Welt tatsächlich in Waffen. Fast alle Staaten Arbeitslosigkeit. Die erhöhten Aufwendungen für die unfozialdemokratischen Partei Deutschlands; er fiel ebenfalls in namentlicher Abstimmung mit 61 gegen 42 Stimmen. haben mobilisiert. erläßlich notwendigen Nahrungsmittel vermindern die Kauf Alle Anträge, die eine Abänderung des Beitragsages bezweckten, kraft der breiten Masse. fanden keine Unterstützung. Lediglich die Delegiertenmarken werden fünftighin nicht mehr als Jahresmarken, sondern als Viertel jahrsmarten ausgegeben. Auf Antrag des Hauptvorstandes und der Zahlstelle Hamburg wurde beschlossen, an Mitglieder, welche dem Verband mindestens 5 Jahre angehören, zum Zwecke der Stärkung der Gefundheit ihrer Frauen, wenn sie durch Krankheit oder Unfall in ihrem Erwerb gehindert sind, eine Beihilfe zu äußerst heftige Diskussion zeitigte der von mehreren Zahlstellen eingebrachte und auch vom Vorstand unterstützte Antrag, den Verbandstag nicht mehr alljährlich, sondern nur noch jedes acite Jahr abzuhalten. In der namentlichen Abstimmung fehlte nur eine Stimme an der Zweidrittelmehrheit. Hierauf cinigte man sich darauf, diese Frage in einer Ura biti m mung Durch die Verbandsmitglieder zur Entscheidung zu bringen. Ueber das Nahrungsmittelgesez und seine Anivendung für das Wirtsgewerbe verbreitet sich der Verbandsredakteur Biehle. Er verwies auf die strengen Bestrafungen, die auf Fälschung von Nahrungsmitteln vorgesehen werden sollen und die ja auch zweifellos im Interesse der Allgemeinheit liegen. Da aber die geringste Ahndung von drei Mart eventuell dieselben Folgen haben kann, wie die Förderung, der Völlerei und der Unfittlichkeit, so sei es dringend notwendig, daß die Gastwirte der Novelle, wie auch den kommenden Verhandlungen hierüber im Reichstage alle Aufmerksamkeit schenken. Zum Militärboykott wurde eine Resolution ange nommen, in der die Reichstagsabgeordneten erneut ersucht werden, bei der Beratung des Militarctats im, fommenden Jahr das brin gende Ersuchen zu richten, daß seitens der Garnisonskommandos dan Soldaten der Besuch der Gastwirtschaften nicht verboten werden darf, wenn die Inhaber eine bestimmte politische Ueberzeugung gewähren in der Höhe von 50-150 m. Eine längere und Mobilmachungs- Sonntag. Zerstört wird zu einem ganz erheblichen Teile, was die Gewerkschaften in jahrzehntelanger Kulturarbeit geschaffen und An gewerblichen Erzeugnissen wird wenig oder gar nichts aufgebaut haben. Schon jetzt sind die Arbeiter in ihren wirt- gekauft. Größer und größer wird das Heer der Arbeitslosen, schaftlichen und sozialen Interessen ganz empfindlich geschädigt. der Wirtschaftsapparat gerät fast vollständig ins Stocken. Vor allem wird ihre Lebenshaltung durch eine empfindliche Das alles vollzieht sich unabwendbar, mit automatischer Teuerung der Lebensmittel erschwert. Die Getreide- und Sicherheit. Die sozialen Nöte, als Folgen der Störung des Mehlpreise schnellen beängstigend in die Höhe. Fast alle wirtschaftlichen Friedens, sind aber nur ein Ausschnitt aus Lebensmittel sind teurer geworden; teilweise wurde. die dem Gesamtbild der furchtbaren Ereignisse, die der angezettelte Teuerung gefördert durch das Verhalten der wohlhabenden Krieg über die Menschheit bringt. Die moderne ArbeiterKreise, die so gern mit ihrem Patriotismus sich rühmen. Sie bewegung hat sich stets unbedingt als Gegner des Kriegs befauften große Mengen Lebensmittel auf Vorrat ein. Die tannt. Immer wieder haben ihre Organisationen für den armen Teufel, die zu gleichem Tun nicht das Geld hatten, Völkerfrieden demonstriert; für den Völkerfrieden als bestes auch wohl nicht so egoistisch gesinnt waren, für das eigene Writtel und einzig sichere Grundlage kultureller, sozialer und Wohlergehen zu sorgen, in der Gewißheit, daß andere, und wirtschaftlicher Entwickelung. zwar gerade die Familien mit vielen Kindern, dafür nachher doppelt und dreifach darben müssen, haben später die unerschwinglichen Hungersnotpreise zu zahlen. Das Geld wird teurer; die Reichsbank hat seit der Kriegserklärung Desterreichs an Serbien den Diskont um 2½ Proz. erhöht. Dabei bleibt es von den Unternehmern beendete Aussperrung ein Extrablatt nicht. Die hier und da sich regende Unternehmungslust ist heraus, in dem unter Hinweis auf die politische Lage der Arbeiterwieder zurückgeschreckt. Niemand will etwas riskieren, er schaft in den sieben Aussperrungsstädten angeraten wurde, am Mon weiß ja nicht, was die Zukunft bringt. Am schwersten werden tag die Arbeit wieder aufzunehmen. die vorwiegend auf Erport angewiesene Industrien betroffen. Nur die Kriegswirren haben den Unternehmern die Gelegenheit Gleichzeitig mit der Kriegserklärung ist die Ausfuhr und die geboten, mit Eleganz aus der für sie ungünstigen Situation herauss Durchfuhr einer Reihe Waren verboten worden; es sind das: zukommen. Erreicht ist bei diesem Kampfe für die streitenden Walker Eisenbahnmaterial aller Art, Telegraphen, Fernsprech, Luft- nichts, denn an die Durchführung dessen, was die Herren in den schiff und Fahrzeugteile, sowie ganze Ausrüstungen, weiter Verhandlungen als großes Entgegenkommen hinstellten- das ist Waffen und Wunition aller Art, sowie Verband und Arznei- die Einsetzung von Arbeiterausschüssen wird erst in späteren Tagen mittel, ärztliche Instrumente und Geräte, desgleichen Roh- gedacht werden können. * Die beendete Textilarbeiter- Aussperrung in der Niederlaufit. Der Verband der Textilarbeiter gab als Antwort auf die Sie jagen, stürmen, rasen dahin. Und dazwischen dieses dumpfe, einer Periode der Hochkonjunktur, und die Folge der glänzenden stöhnende„ Töff- Töff". Wie eine Attace wirkt es, wie ein wildes Lage der Industrie war ein riesige Ueberspekulation gewesen, die Losstürmen, und dieses„ Töff- Töff" wie ein Stöhnen... sich nun in schlimmster Weise rächte. Die Spekulation hatte glän= zende Erfolge hinter sich," schreibt die Zeitung über die Lage vor Man hatte die Morgenblätter gelesen und sagte sich trotz des Ernstes der Nachrichten Das zweite Extrablatt. Die ernsteren dem Ausbruch des Krieges, und hatte dadurch Mut gewonnen, sich Noch befriedigt: also noch nicht. Nachmittags fünf Uhr. nicht der Krieg, nur Mobilmachung. Und geht seines Weges. In Nachrichten. Und diese zahllose, diese gewaltige Menschenmasse wird in immer kühnere Unternehmungen einzulassen." In der Zeit dem Zigarrenladen an der Ede ist die junge Frau des Besizers noch ernster, noch ruhiger. Hoch über ganz Deutschland erhebt sich vom 8. bis zum 15. Juli hatten die Kriegsbefürchtungen noch mit Friedenshoffnungen abgewechselt, und so waren Baisse und Hausse tätig. Eine Ausnahme. Sie ist sonst nur in den Mittagsstunden der drohende Zeigefinger des Knochenmannes.. hier. Sie fühlt sich im Laden sicher nicht wohl. Sie ist Wie belebt ist der Tiergarten und doch wie stille! Ueber einige in jähem Wechsel aufeinander gefolgt. Am 16. Juli folgte dann Sie sehen eine Szene, die wie eine ein fürchterliches Erwachen, denn die Nachricht von der Abweisung ftets verlegen, bedient mit zum Boden gesenkten Blicken Lippen gleitet jezt ein Lächeln. und spricht mit den Kunden fein überflüssiges Wort. Heute dylle, aber in diesem Augenblick doch komisch wirft. Ein statt- des Audienzbesuches des französischen Botschafters bei König Wilaber hebt sie die Blicke vom Boden und man sieht sie möchte gerne licher Mann schiebt einen Kinderwagen, in dem ein Kindchen sigt, sprechen, sich aussprechen. Und dann erzählt sie abgerissen: ihr dahin. Am Mobilmachungs Sonntag! Die Leute lächeln. Aber Mann, der den ersten Aufgebot der Landwehr angehört, ist ge- der Mann bemerkt das gar nicht. Er blickt ernst, todesernst auf das gangen, um sich anzumelden. Und dann erzählt sie weiter: er ist Kind nieder. Das Kind strampelt mit den Füßen und lacht, aber Vielleicht hat dieses Kind schon die Mutter so aufgeregt und sie hat Kopfschmerz, und sie, die Scheue, der Mann bleibt ernst. Schüchterne, Schweigsame spricht weiter, und da ich gehe, wird ihr verloren und vielleicht macht es jetzt den letzten Spaziergang mit Blick bittend. Sie fann nicht allein sein, will reden, reden, um dem Vater... Aber die Leute lächeln über diese Idylle, während ihren Gedanken zu entfliehen. in Ost und West der Knochenmann die Sense schleift.. .. Und seltsam: irgend eine Verwandlung ist mit jedem, dem man auf der Straße begegnet, vorgegangen. Alle diese Typen und Schichten, die sonst so darauf erpicht sind„ Eindruck zu schinden", sie sind einfacher, natürlicher geworden. Alle, die sonst so abweisend und hochmütig dreinblickten, haben jezt diesen fragenden und redseligen Blid. Man besteigt die Stadtbahn. Kaum, daß man figt, gleitet schon dieser forschende Blick des Gegenübers zu einem herüber und dann die Frage:„ Na, glauben Sie, daß noch Hoffnung ist?..." Vormittags, Unter den Linden. Ein Menschengewirre. Aber so seltsam still ist es. Ganz ungewöhnlich stille. Die Leute sind eben hierher gekommen, um zu fragen, nicht um zu sprechen. Und alle diese Tausende fragen schweigend, fragen bloß mit den Augen: „ Gehts los?" fragen die einen. Aber die meisten fragen:„ Jit noch Hoffnung?" Und selbst die Badfische, die sonst unbedingt lichern und tuscheln müssen, gehen Arm in arm schweigend dahin. Auch sie erfaßt der Ernst der Stunde. Ein junges Baar, vor einem Blumenhändler. Er will ihr einen Strauß Veilchen faufen:„ Laß Friz," sagte sie„ Du wirst das Geld brauchen, wenn Du morgen in Strieg sollst."„ Aber es ist doch nur ein Groschen!" Du wirst auch den Groschen brauchen!" und schweigend gehen sie weiter. helm rückte den Krieg in nächste Nähe. " Die Kunde hiervon ver breitete sich mit Blizes schnelle durch die Stadt. Schon der äußere Anblick der Börse und der zu ihr führenden Straßen bewies die ungeheure Aufregung, die sich der Stadt bemächtigt hatte. Und in welchem Zustand befand sich die Börse selber! Ein Schlachten Die vergeisterten Physiowar's, nicht eine Schlacht zu nennen. gnomien, die schweißtriefenden und, wie der Verdurstende nach Wasser, nach Geld schreienden Makler und Coulissiers boten einen wahrhaft grauenvollen Anblick." Die Züchtung keimfreier Tiere. Man hat vielfach für die Bedeutung der Batterien im tierischen Organismus ins Treffen geführt, daß es bakterienfreie Wesen gar nicht gibt, da die Anwesen heit der Bakterien für die Verdauungsprozesse und also für das Fortbestehen des Lebens von absoluter Notwendigkeit sind. Seinerzeit unternommene, berühmt gewordene Versuche schienen dies auch zu bestätigen: Hühnchen, die aus desinfizierten Eiern in einer Um 9 1hr abends in der Stadtbahn. Ich steige am 300 ein. aseptischen Brutmaschine ausgebrütet und dann in sterilen Käfigen Im Abteil sigen ein alter Mann mit grauem Knebelbart, an seiner aufbewahrt wurden, gingen troz reichlicher Futteraufnahme bald Seite ein Soldat in Felduniform. Der Junge blickt schweigend vor zugrunde. Immerhin, wer auch nur eine Ahnung hat, wie schwie sich hin. Der Alte blickt schweigend auf den Jungen. Kein Wort rig, ja wie fast unmöglich es ist, die verschiedenen für den Versuch sprechen fie. Da gleitet die Hand des Alten nach der Rechten des notwendigen Prozeduren wirklich völlig steril auszuführen, wird Jungen und preßt sie. Der Junge fährt zusammen, blidt den Allten verstehen, daß sich gegen dies Ergebnis alsbald Widersprüche eran, will lächeln, fann es nicht und blickt rasch zum Fenster hinaus. hoben, die den Tod auf Rechnung anderer Faftoren jetzten. Zudent Der Vater fragt: Ja, also auf den Bahnsteig kann ich nicht mit wollte ein anderer Forscher jüngst festgestellt haben, daß keimfreies fommen?" Der Junge antwortet, ohne den Blick auf den Leben ohne Schädigung für den Organismus möglich sei. Deshalb Man läßt Dich Vater zu richten: Ausgeschlossen. nicht!" griff Prof. Küster vom Kaiserlichen Gesundheitsamt die Frage Der Alte seufzt auf. Leise streichelt er die Hand des wieder auf. Er experimentierte, wie er in der Deutschen medi-= Jungen. Und der blickt frampfhaft durchs Fenster hinaus. zinischen Wochenschrift mitgeteilt hat, mit zwei Ziegen, die er Bei der Einfahrt in den Lehrter Bahnhof erheben sich beide und durch einen sterilen Kaiserschnitt aus dem trächtigen Muttertier Vor der russischen Botschaft Unter den Linden. An allen Fenstern steigen aus. Ich folge ihnen. Der Alte preßt die Lippen anein- gewann. Unter einem sterilen Gazezelt wurden die Jungen entfind die Rouleaux herabgelassen. Vor dem Gebäude ein Massen- ander. Man sieht, er fann sich nicht mehr beherrschen. Jetzt faßt wickelt und das eine von ihnen sofort in einen steril anschließen aufgebot von Schußleuten, die jede Ansammlung verhindern. In das er die Hand des Jungen und fagt leise:„ Mein lieber Junge, was den, ingeniös konstruierten Kasten gebracht, wo es mit steriler Luft Gebäude werden nur Russen eingelassen, Leute, die ihre Pässe holen, soll ich Dir sagen. Seine Lippen, Augenlider, Wangen zucken. und steriler Nahrung versorgt wurde. Auch die Abgänge konnten Hunderte und aber Hunderte, die das Schicksal jetzt aus dem Lande Da schlägt er dem Jungen auf die Schulter, ruft: Laß Dir's gut steril entfernt werden. Eine Untersuchung dieser ergab das Fehlen treibi. Da gegen elf Uhr, die ersten Ertrablätter. Die Russen haben gehen, Junge!" und läuft fort, ohne Kuß, ohne Händedruck, ohne jeglicher Keime. Das sterile Tier wuchs und gedieh genau so wie die Ostgrenze überschritten! Jet ist es da! Das ist der Krieg. sich umzuwenden. Läuft fort, um in irgend einer Ede zu weinen. sein Bruder im Freien. Am 13. Tage infizierte es sich leider mit Aber fein Hurraruf ertönt. Die Masse ist zu ernst, viel zu ernst. Der Junge blidt ihm starr, trampfhaft nach und richtet sich dann Heubazillen, da die Milch nicht genügend sterilisiert war. Als nach Sie fühlt die Wucht des Ereignisses, fühlt. daß er jetzt wirklich vor auf und geht nach dem Fernbahnhof, in den Krieg... 35 Tagen beide Tiere getötet wurden, zeigten beide keine Ab= der Türe steht, der Grausame, der Blutige, der Schreckbringende, weichung voneinander. der Krieg. Sein Hurraruf, aber auch kein Erschrecken. Es ist nicht zu leugnen. Diese Menschen da werden in ihrer Haltung noch ein- Kriegsbörsen. Für die Panit und das Aussehen auf dem facher. Die Dffiziere haben nichts mehr von ihrer Alltagsforschheit. Börsenmarfte, das wir in diesen Tagen erleben, finden wir eine Das Museum für Meeresfunde ist bis zum In dieser Hinsicht ist der Ernst der Stunde doch ein großer geschichtliche Parallele eigentlich nur in den Vorgängen von 1870. 10. August 1914 einschließlich geschlossen. Gleichmacher. Gin Aufsatz des Blutus" erinnert an dieje lekte eigentliche Das Schachturnier in Mannheim ist infolge des Und von diesem Augenblick der Gewißheit an, nimmt alles eine deutsche Kriegsbörse" und zieht die Berichte der damals noch ein- Krieges abgebrochen worden. andere Gestalt an. Ich weiß nicht, ob es anderen auch so ergangen zigen Handelszeitung, des Frankfurter Aftionair", über jene zuDas Mummebrauhaus in Braunschweig am ist: aber diese dahinsausenden Automobile wirten unheimlich. Wie ftande heran. Die Katastrophe an der Börse gestaltete sich damals Bäderklint, eines der schönsten altertümlichen Häuser der Stadt, das ein Jagen um Leben und Tod wirken jie. Halb wie ein Rettet, noch furchtbarer als heute, denn während wir bereits seit langem niedergeriffen werden sollte, um einem großstädtischen Restaurant was gerettet werden kann!" Halb wie ein Auf die Schanzen!" in einem Niedergang uns befinden, stand Deutschland damals in mit Sälen Plaß zu machen, wird vorläufig erhalten bleiben. " Notizen. 570 Der Verbandstag der Bureauangestellten, der am 3. August und folgende Tage in München abgehalten werden sollte, ist vom Bors stand auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Parteiangelegenheiten. Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Der Zahlabend findet für unseren Kreis am 12. August statt. Für die Ortsvereine, die den Zahlabend zum 5. August vorgesehen hatten, fällt dieser Der Kreisvorstand. aus. Gebt den Geschäftsleuten durch die Privatbanken und Bezirksvorsteher eine Prüfung der Bedürftigkeit ftatu Böstämter Gelegenheit, Wechselgeld zu bekommen, und die gefunden hat. Schwierigkeit wäre bald behoben." Mobilmachung und Schule. Du qui die for Das Militärbureau bearbeitet ferner die Vorspann angelegenheiten und die Pferdeaushebung und alle sonstiger Angelegenheiten, welche nach dem Kriegsleistungsgesetz vom ein 13. Juni 1873 den Gemeinden obliegen. Antirussische Kundgebungen. De Die Einberufung der dienstpflichtigen Lehrer infolge der Mobilmachung macht besondere Maßnahmen für die Schulen notwendig. Die Abteilungen für Kirchen- und Schulwesen In einem Café am Kurfürstendamm fonzertierte eine aus Russen in der königlichen Regierungen haben die Kreisschulinspektoren ermächtigt, die entstandenen Lücken aus der Zahl der Lehrer zusammengesezte Kapelle. Diese stimmte am legten Sonntag die in an Schulen mit mehreren Klassen auszufüllen, soweit dies russische Nationalhymne an. Darauf gab es einen fürchterlichen Schöneberg. Heute Dienstag, den 4. August, abends 9 Uhr: möglich ist. Alleinstehende Lehrer können auch eine zweite Radau, die Gäste drangen mit Stühlen auf die Musifer ein, die nu ge Mitgliederversammlung. Schule versehen, wenn die Entfernung nicht zu groß ist. Wo durch eilige Flucht sich in Sicherheit bringen konnten. Als die Ruffen Der Zahlabend für Schöneberg findet am 12. August statt. die Lehrkräfte zu einem normalen Unterrichtsbetriebe nicht verschwunden waren, wandte sich der Zorn gegen das Lokal, Tische un Friedrichshagen. Am Mittwoch, den 5. August, abends 81%, Uhr, ausreichen, wird Halb- oder Dritteltagsschule eingeführt. Nach und Stühle, Gläser und Spiegel gingen in Trümmer. Der Polizei bei Witwe Lerche, Rundteil: Gemeinsamer Zahlabend. dem Stundenplan der Dritteltagsschule erhalten Ober- und gelang es erst mit großer Mühe, der Zerstörungswut ein Ende gel Mittelstufe täglich 3, die Unterstufe 2 Kurzstunden von je machen. Mariendorf. Der Zahlabend findet nicht mit Groß- Berlin, 45 Minuten Dauer. Ober- und Mittelstufe erhalten Ferner wird uns von verschiedenen Seiten berichtet, daß häufig mi sondern erst am Mittwoch, den 12. August, statt. 3 Stunden Religion, 6 Deutsch, 3 Rechnen, 3 Realien, Russen und Russinnen auf der Straße wörtlich und tätlich belästig 20 Rosenthal. Das Sommerfest am Sonntag, den 9. August, 1 Singen, 1 Turnen, 1 Zeichnen; die Unterstufe erhält worden sind. Es sollte für ein Kulturvolk felbstverständlich sein findet nicht statt. 2 Religion, 6 Deutsch, 2 Rechnen, 1 Singen, 1 Turnen- daß es nicht die zufällig hier weilenden wehrlosen Ausländer Spielen. Die Kreisschulinspektoren werden ferner ermächtigt, die ohne Anlaß insultiert. größeren und arbeitsfähigen Kinder in allen Fällen zu wirtschaftlichen Hilfeleistungen vom Schulbesuch zu befreien, wenn Krieg und Lebensversicherung. deren Hilfe notwendig ist. Diese Befreiung darf bis zum Von zuständiger Stelle werden wir um Verbreitung folgende Im Freien am ersten Mobilmachungstage. Binterhalbjahre ausgedehnt werden, insbesondere zum Ersatz Notiz ersucht: Wer eine Lebensversicherung( Todesfallversicherung Jm Ein sonniger Sonntagvormittag. Die Vorortzüge vom von Angehörigen, die zum Heeresdienst einberufen sind. Für befigt und voraussichtlich in die Lage fommt, in irgendeiner Eigen Schlesischen Bahnhof verkehren noch fahrplanmäßig in furzen Lehrer, die vor der zweiten Prüfung stehen, werden Erleichte schaft an dem Kriege teilzunehmen, wird zwingende Veranlassung haben, sofort die Bestimmungen des Versicherungsscheins über di Abständen. Aber sie werden wenig benutt. Sonst fämpft rungen eingeführt. Wenn sie diese in diesem oder im nächsten Beteiligung des Versicherten am Kriege auf das genaueſte durchzu Halbjahre abzulegen beabsichtigt hatten, aber durch die Ein- sehen, um dort erforderte Anzeigen oder Anträge, von denen unte man hier an schönen Sonntagen mit Fäusten und Ellenbogen uni ein Pläßchen im vollgestopften Wagen. Heute fährt man berufung daran verhindert werden, können sie sofort nach ihrer Umständen der Versicherungsschuß für die aus Anlaß des Krieges um ein Pläßchen im vollgestopften Wagen. Heute fährt man Entlassung von der Truppe ihre zweite Prüfung ablegen. Sie eintretenden Todesfälle abhängt, rechtzeitig bei der Versicherung bequem zu Zweien in einem Abteil. Nach Friedrichshagen führt mich der schwachbejezte Zug. Kaum ein Dugend Aus- dürfen dann einer weitgehenden Rücksicht gewiß sein, wenn sie gesellschaft anbringen zu fönnen. Ist der Versicherte schon zu Kriege sich bisher treu erwiesen haben. dienstleistungen eingezogen, so mögen die Angehörigen nicht ver flügler entsteigen ihm. fäumen, den Versicherungsschein in der erwähnten Weise zu prüfe und ungejäumt die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Di Hinterbliebenen bewahren sich dadurch unter Umständen vor Ver mögensschaden, falls der Versicherte im Kriege stirbt. Berliner Nachrichten. Am Ufer der Spree liegt die Dampffähre, die sonst Die Verkehrseinschränkungen beim Omnibus. Die AllSonntags hinüber und herüber fährt, unbenußt. In einem Kahne nur werden ab und zu zwei, drei, vier Spaziergänger gemeine Berliner Omnibus- Gesellschaft konnte ihren Betrieb ans jenseitige Ufer befördert. Der West- und Südstrand der trotz der Lücken in ihrem Personal bisher im allgemeinen Müggel, sonst um diese Zeit von Tausenden bevölkert, ist aufrechterhalten. Die Zahl der Wagen mußte natürlich einMasseneinstellungen von Arbeitern auf den Staatswerk berödet. Die großen Gartenlofale sind völlig leer. Gelang geschränkt werden, so daß deren Folge nicht mehr so dicht stätten in Spandau finden jetzt und in den nächsten Lager weilt stehen die Kellner herum, trübselig schauen die Wirte wie bisher ist. Ganz eingestellt ist vom heutigen Montag an statt. Nach einer Bekanntmachung an den Anschlagsäulen drein. Ein Sonntag, der in normalen Zeiten ein glänzendes lediglich der Betrieb der Automobillinie 14( Arnswalder Play stellen die hiesigen königl. Fabriken sofort und in nächster Zei -Schöneberg, Ecke Haupt- und Ebersstraße). etwa 4000 gelernte Arbeiter von allen möglichen Berufen 6647 ungelernte Arbeiter und 5950 Arbeiterinnen ein. Außer dem verlangt die Armee Konservenfabrik in Hafelhor Auf den Bahnhöfen Die Geschäft gebracht hätte, trägt heut nichts ein. Weiterhin lagern fleine Gruppen junger Leute am Strande, die mit Ruder- und Segelbooten gekommen sind. Ein Ruderboot landet. Drei fräftige junge Männer herrschte am gestrigen zweiten Mobilmachungstage ein Verkehr, wie 111 Fleischer, 3 Maurer, 6 Müller, 45 Tischler, 27 Schlosser steigen ans Land. Auf dem Ufersand richten sie Kochgeschirr wir ihn selbst bei Beginn der Ferienzeit in Berlin noch nicht erlebt 4 Heizer und 24 Klempner. Der Andrang von beschäftigungs her. Das ist heute das letzte Wahl, das wir gemeinsam be- haben. Zurüdfehrende und auf der Heimreise begriffene Familien los gewordenen Arbeitern, insbesondere von den Siemens reiten" sagt der Einemorgen rücken wir ein. Wer drängten sich in buntem Durcheinander mit den zur Abfahrt be- werken, war gestern ein ganz gewaltiger. Die Gesinnungs weiß, wann wir wieder zusammenkommen." Ein anderer er reiten Soldaten. Von einem fahrplanmäßigen Verkehr oder einer schnüffelei bei den Neueingestellten hat augenblicklich aufgehört gänzt den Gedankengang: Und ob wir wieder zusammen- geregelten Gepäckabfertigung war natürlich keine Rede mehr. Der da die sozialdemokratischen Arbeiter jetzt sehr im Sturs ge fommen!" In ernstem Schweigen treffen sich die Blicke der Sonntag war der letzte Tag, an dem noch auf eine einigermaßen sichere stiegen sind. drei Freunde. Beförderung mit der Bahn zu rechnen war, wenn auch mit erheblichen Nach Durchsicht der letzten Nummer der Spandauer Zei Zu einem idyllischen Waldsee wandere ich. Er liegt ab- Verspätungen. Und so hatten sich die Berliner, die an der See oder tungen könnten die Leser in den irrtümlichen Glauben verse feits von der Straße. Der Strom der Sonntagsausflügler im Gebirge bis zum letzten Augenblick auf eine friedliche Beilegung gehofft werden, als habe auch die Privatindustrie Hochkonjunktur. Diq flutet nicht zu ihm hin. Nur wenige Naturfreunde suchen dies hatten, zur plöglichen Rückkehr entschlossen. Stoffer und Körbe lagen Firma Drenstein u. Koppel fucht 300 Schmiede, Schlosser echt märkische Waldidyll auf. Es sind meist dieselben, die auf den Perrons zu Hunderten herum, ohne daß man an ein Fort- Dreher, Maschinenarbeiter, Stellmacher, Tischler und Lackierer allfonntäglich hier unter den knorrigen Kiefern am stillen schaffen denken fonnte. Es war unmöglich, an den Bahnhöfen ein die Firma Sasse, Seeburger Straße 9-10, Dreher und Seeufer weilen. Die einen lagern auf moosigem Boden, die Auto oder eine Droschte zu erlangen. Vielfach sahen sich Reisende, Schlosser; ferner sucht das Großkraftwerk Oberhavel be anderen plätschern im fühlen Wasser, muntere Gespräche, frohe die fich völlig fremd waren, genötigt, gemeinsam ein Auto zu be- Hafenfelde eine Anzahl militärfreier Arbeiter Lieder und Mandolinengeflimper unterbrechen das Schweigen nugen, wenn sie nur in dem gleichen Stadtteil wohnten. Froh war des Waides, ohne störend zu wirken, So war es sonst. schon jeder, der nur einen Handwagen zur Beförderung seines Schulpflichtige Kinder für Erntearbeiten. Heut herrscht tiefes Schweigen. Nur einzelne sind gekommen, Gepäds oder ein beliebiges Fuhrwerk austreiben konnie. Die Schul- Deputation hat an die Rektoren und Hauptlehrer die sich der schönen Natur zu freuen und fie ver Straßenbahnen und Autobusie waren derart überfüllt, daß Nachricht gelangen lassen, daß es außerordentlich erwünscht ist, wenn halten sich still. Selbst die allezeit jubelbereiten Rinder man sich nach langem vergeblichem Warten zu einer Fuß fräftige Schüler der Oberklassen sich bereit finden würden, unter find nicht zur Fröhlichkeit anfgelegt. Unter den Familien, wanderung entschließen mußte. Die zur Abfahrt beſtimmten Züge Führung von Lehrern sich an den zurzeit so drängenden Ernte die den ihnen liebgewordenen Platz heut wieder aufgesucht wurden von dem Publikum, darunter vielen Ausländern, förmlich arbeiten in einer ihren Kräften angemessenen Weise zu beteiligen haben, ist keine, die nicht einen oder mehrere Angehörige in gestürmt. Jeder trachtete danach, so schnell wie möglich in die Ferner ist ihnen mitgeteilt worden, daß man voraussichtlich schon den Krieg ziehen lassen muß. Bei ihnen kann kein Frohsinn Heimat zu kommen. Offiziere und. Mannschaften des Beurlaubten in den nächsten Tagen der Hilfe besonders der am Hauswirtschafts auffommen. Bald verlassen sie denn auch die Stätte ihrer standes, die in ihre Garnisonen mußten, benutzten die letzten unterricht teilnehmenden Schülerinnen bedürfen wird, damit sie sich Sonntagsfreude, denn heut ist ihnen selbst der Naturgenuß D- Züge. Ergreifende Szenen spielten sich beim Abschied von Frau unter Leitung von Lehrerinnen bei der Speisung der die Stadt durch bergällt. und Kind ab. An den auf den einzelnen Bahnhöfen errichteten ziehenden Truppen durch Abwaschen und Abtrocknen des Geschirrs Nun herrscht tiefste Waldeinsamkeit. Unter anderen Umständen Auskunftsstellen drängte sich eine Riesenmenge, Die Fragen, ob usw. nüglich machen. Die Rettoren und Hauptlehrer werden gebeten wäre sie mir hochwillkommen und ich würde sie in vollen Zügen und wann eine Möglichkeit zur Beförderung in die Heimat.an den usw. nützlich machen. Die Reftoren und Hauptlehrer werden gebeten genießen. Doch jetzt kommt mir die Stille unheimlich, fommenden Tagen noch möglich sei, wollten kein Ende nehmen und für Zuführung hilfsbereiter, freiwilliger Sträfte bemüht zu sein. die Ruhe drückend vor. In diesem Augenblick ist die Einsam so manchem der Fragesteller wurde die Antwort, daß es für ihn feit im Walde hier nicht das Natürliche, sondern sie ist hervor- vorläufig feine Möglichkeit gebe, bis an sein Ziel zu gelangen, gerufen durch ein furchtbares Ereignis, das drohend heraufzieht und mit unheilvoller Schwere auf dem Volte lastet. Jezt ist mir die Waldeinsamkeit unerträglich. Unter Menschen muß ich. Doch wohin ich komme, nichts höre ich als Gespräche über Strieg und Kriegsgeschrei. Alles steht unter dem Eindruck des Furchtbaren, das mit ehernem Schritt anhebt, um Tod und Verderben verbreitend über die Völker Europas dahinzuschreiten. Warnung vor Annäherung an militärische Gebäude. Wie wir von unterrichteter Stelle erfahren, sind wichtige militärische Gebäude gegen den öffentlichen Verkehr durch Posten gesperrt. Der Zutritt ist nur gegen besondere Erlaubnis gestattet. Räumung der Heilstätten in Beelig. Die militärischen Angelegenheiten der Stadt Berlin. Aus dem Rathaus wird berichtet: Achtung, Taschendiebe! Die Kriegsereignisse züchten neben Begeisterung und Verzweiflung auch die niedrigsten Instinkte. Aus dem kommenden Massenunheil suchen verbrecherische Elemente schon jetzt Stapital zu schlagen. Vor und in den Sparkassen- und Banklokalen machen sich Taschendiebe die allgemeine Nervosität und Auf regung zunuze. Es sind eine ganze Anzahl von Fällen be fannt geworden, daß namentlich Frauen, die ihre Spargelder abhoben, fast unmittelbar nach der Abhebung ihre Spar groschen vermißten. Also aufgepaßt! Nachahmenswert. Zu den Firmen, die ihren zum Militär einberufenen Angestellten zugesichert haben, für die Angehörigen zu sorgen, kommen die Tüllund Spizenfabrit Siegm. Strauß jr., die Versicherungsgesellschaft Bittoria, die Handelsgesellschaft, die Deutsche Bant. werden wird. er Von den Patienten der Heilstätten in Beelitz geht uns die Die Angst vor Papiergeld. Meldung zu, daß sowohl das Sanatorium für Nerven- als auch für Infolge der Bekanntmachung des Oberbefehlshabers in Lungentrante geschlossen worden ist. Die meisten der Patienten den Marken, daß alle Geschäftsleute, welche die Annahme von sind bereits abgereist und der Rest folgt heute. Die Heilstätten Papiergeld verweigern, die Schließung ihrer Geschäfte zu ge- werden vom Roten Kreuz zwecks Unterbringung der Verwundeten wärtigen haben, fam es geffern zu neuen Salamitäten und übernommen. vielfach zu erregten Auftritten. Das Papiergeld hat sich im Besiz des Publikums, nachdem aus den staatlichen Papiergeld. Die Firma Auer hat den einberufenen Mannschaften eine ein depots gewaltige Mengen in Verkehr gebracht waren, derart malige Zuwendung von 20 M. gemacht und hat ferner beschlossen angesammelt, daß nun alles trachtete, unter Hinweis Die der Gemeinde obliegenden militärischen Geschäfte den Familien dieser Arbeiter zunächst auf 8 Wochen pro Woche 8 W auf die Androhung des Geschäftsschlusses die Scheine werden durch das Militärbureau des Magistrats, Klosterstr. 68, und für jedes Kind 1 M. zu zahlen. Für die noch beschäftigten Arbeiter soll verkürzte Arbeitszeit einso schnell als möglich loszuwerden. Wenn sich nun und durch die IV. Abteilung der Steuer- Deputation bearbeitet. auch während während der letzten Tage bei den Geschäfts. Der Geschäftstreis umfaßt, was unter den jezigen Umständen treten, um weiteren Entlassungen vorzubeugen. Die angestellten Beamten der Zigarettenfabrik Manoli inhabern viel Gold und Silber angesammelt hat, so vorerst hervorgehoben sei, die Einquartierungsangelegenheiten halten bis auf weiteres ihr volles Gehalt, während die Arbeiter ein waren doch bald die Geschäftsleute der Hochflut der der Standquartier- und Durchmarschtruppen. Für die Ein- Biertel ihres Lohnes ausbezahlt bekommen. Banknoten, die zum Wechseln gegen kleine Einkäufe vorgelegt quartierung werden, soweit Privatpersonen sie übernehmen, Die Firma Gebr. Simon, Klosterstraße, hat Sonnabend vorwurden, nicht gewachsen. Es trat nun vorübergehend genau die von diesen freiwillig angebotenen Räume in erster Linie benutt, mittag bekanntgegeben, daß für die Familien ihrer Angestellten, die das Umgekehrte der bisherigen Situation ein: die Konsu- die Entschädigung für sie ist bereits durch Säulenanschlag be- in den Krieg müssen, von der Firma in ausreichendster Weise gesorgt menten bekamen Metallgeld, die Geschäftsleute wurden mit kanntgegeben. Reichen die angebotenen Quartiere nicht aus, Wie uns mitgeteilt wird, hat auch die Direktion der Kindl Papiergeld überschwemmt. Obwohl viele Ladeninhaber bald so muß nach Maßgabe des Drtsstatuts, betreffend die brauerei in Neukölln beschlossen, den Frauen aller ihrer Arbeiter tatsächlich größere Banknoten nicht wechseln konnten, wurde Leistungen von Naturalquartier und-verpflegung für die be- die in die Armee eingestellt werden, pro Woche 10 M. sowie außer ihnen nicht geglaubt, was dann Ansammlungen vor den waffnete Macht im mobilen Zustande vom 30. Januar 1914 dem für jedes Kind noch 2,50 M. extra zu zahlen. Geschäftsläden und unliebsame Szenen zur Folge hatte. zwangsweise Einquartierung stattfinden. Die in diesem Fall Die Firma National- Registrier Kassen Ges. m. b.. Aus den Kreifen der Geschäftsleute wird geschrieben: zu zahlenden Entschädigungen sind ganz bedeutend geringer Berlin, Hallesches Ulfer 12/18, zahlt den Einberufenen sofort 14 Tage „ Wir Geschäftsleute kennen den guten Zahlungswert der als die für die freiwillig übernommene Einquartierung. Lohn und nach 14 Tagen an die Familie 10 M. pro Woche, wenn Banknoten ganz genau, wir können aber kein Wechselgeld Die zweite wesentliche Aufgabe des Militärbureaus ist nötig, vorläufig 3 Monate lang; den Unverheirateten 4 28ochen auftreiben. Warum erstreckt sich der Zwang zur die Regelung der Unterstützung von Angehörigen Lohn. Die Firma Siemens zahlt ihren Angestellten, sobald sie ein Annahme der Banknoten nicht auch auf die der im Mobilmachungsfall in den Dienst ein- berufen werden, ein volles Monatsgehalt, für jeden weiteren Monat Banten und öffentlichen Kassen? Warum hält getretenen Mannschaften. Ueber den Weg, den die Hälfte des Monatsgehalts. Die Arbeiter bekommen außer ihrem das Publikum, das sein Barguthaben in Gold und Silber Antragsteller für Anträge auf solche Unterstützungen einzu- Lohn 20 M., ihre Angehörigen für die Dauer von 8 Wochen pro borher abgehoben hat, und warum halten die Banken mit schlagen haben, ist bereits eine amtliche Bekanntmachung er- Woche 6 M., für jedes Kind unter 14 Jahren wird außerdem 1 M dem Bargeld, besonders auch Silber, zurück? gangen. Es wird aus derselben wiederholt, daß Anträge gezahlt. Auf Postamt in der Swinemünder Straße nur an die Steuerkasse, in deren Bezirk der Bedürftige wohnt, Die Firma Stüdrath u. Co. in Spandau zahlt den fonnten die Renten mangels Kleingeld nicht ausgezahlt werden, gerichtet werden können. Ueber die Unterstützungsbedürftigkeit Familien ihrer zum Striege eingezogenen Arbeiter pro Woche 20 M und es ist sogar gefragt worden, ob die Rentenempfänger auf entscheidet endgültig die zuständige aus den Bezirksvorstehern, einen Hundertmarkschein rausgeben könnten, was die Leute Stadtverordneten und je einem Stadtrat als Vorsitzenden 20 000 Mann Einquartierung erhält Schöneberg. Bereits als Hohn auffaßten. zusammengesette Unterstügungskommission, nachdem durch den am Sonnabend sind die ersten Truppen in die Schöneberger би ich eir mi ge gel eir ſte ge G af de 111 ai De DREUSES re in be di bi bi 155 t d b d a e t at Quartiere eingezogen. Nicht weniger als 20 000 Mann Ein- Mannschaften auf Antrag zu der vom Reiche zu zahlenden quartierung wird die Stadt Schöneberg erhalten, die sich auf Unterstüßung einen städtischen Zuschuß in Höhe von 100 Proz die nächsten 14 Tage verteilt. Es handelt sich um Transport tommandos und Ergänzungsformationen, die sich zumeist nur einen Tag in den Quartieren aufhalten. nn ger An die Bürger Berlins wendet sich der Magistrat der Stadt Berlin in einem Aufruf, en in dem auf die gegenwärtige Situation hingewiesen wird und die in dem es u. a. heißt: hen „ Nun gilt es, daß jeder sein Bestes gibt, nun ist die nur Zeit der Prüfung auf Mart und Kern gekommen. fem Zurück mit allem Denken an Geld und Gut, an Eitelkeit sche und Behagen. ge рей be g Er ist schuldig, daß Deutsche in den Ruf kommen können, eine große Zeit durch Eigensucht und Kopflosigkeit zu entwürdigen." Echt kapitalistisch. der Reichsunterstützung zu gewähren. Die 10 städtischen Steuerzahlstellen werden mit der Entgegennahme der Anträge und Auszahlung der Unterstützungen beauftragt und 10 Unterstügungskommiffionen aus Stadtverordneten sowie Bezirksund Armenkommissionsvorstehern gebildet. * * Wie uns aus Tegel berichtet wird, hat die dortige Gemeindevertretung beschlossen, den Familien der eingezogenen Mannschaften zu der vom Reiche zu gewährenden Unterſtügung ebenfalls einen Zuschuß von 100 Proz. zu leisten. bei Vereinen, deren Mitglieder angehören der Gefahrenklasse I 2 Pf. II 3 V " " W III 4 IV 6 " 1 " Die Beiträge sind an den angeschlossenen Vereinen für jedes versicherungsberechtigte Mitglied zu leisten, gleich viel ob es die Wartezeit erfüllt oder durch Wegzug usw. aus dem Verein ausscheidet. Die Beiträge sind also nach Maßgabe der vorhandenen durchschnittlichen Zahl versicherungsberechtigter Mitglieder des Vereins zu entrichten. Bei den Einzelversicherten scheidet der Gewinn der Stasse durch Fluktuation des Mitgliederstandes der lokalen Berufsvereine aus; die Wochenbeiträge sind dementsprechend höher bemessen und betragen in den vier Gefahrenklassen 10, 20, 35 und 45 Pfennig. Für die über 60 Jahre alten Arbeiter und Angestellten, die ein sehr hohes Risiko bilden, soll der Anschluß an die Stasse gegen Leiftung eines Wochenbeitrages von 15, beziv. 25, 40 und 50 Pfennig noch gestattet sein. Wer jetzt, in der Stunde ernster Bedrohung des Reichs- Da der Obmann der Charlottenburger Gewerkschaftskommission gebietes seine Groschen aus den öffentlichen Kassen oder zu den Waffen einberufen worden ist, sind bis auf weiteres jämt Geldinstituten in den eigenen Strumpf zu bringen sich ab- liche die Gewerkschaftskommission betreffende Zuſchriften an den fi müht, wer die Erregung dazu benutzt, um sich an den Genossen Flemming, Charlottenburg, Pestalozzistr. 13, zu richten. Es ist vorgesehen, daß nach drei Jahren eine Neufestsetzung der Lebensmittelpreisen zu bereichern, oder wer Der Magistrat hat heute in einer Sigung über die infolge des Beiträge stattfindet; überdies kann sowohl die Stadt wie der einzelne durch törichte Voreinkäufe den Preis treibt, der macht sich Kriegsausbruchs zu treffenden Maßnahmen beraten. Im allgemeinen Verein, wenn sich die finanziellen Verhältnisse für den einen oder schwer verantwortlich vor seinen Landsgenossen. werden die Arbeiten der Verwaltung so weit als möglich eingeschränkt, Neubauten werden nicht angefangen, angefangene Bauten anderen Teil besonders ungünstig gestalten, von dem Rechte der werden umgehend zu Ende geführt, in erster Linie die Krankenhaus- Kündigung Gebrauch machen und den Vertrag lösen. Erweiterungsbauten. Der Betrieb der städtischen Werke, Gas-, Die Verivaltung der Kasse wird von einer Verwaltungskommission Wasser, Elektrizitätswerke, geht ungestört weiter. Der städtische geführt, die aus drei Mitgliedern mit gleichzeitig bestimmten StellverArbeitsnachweis wird insbesondere Vorsorge treffen für die Zuweisung tretern besteht. Durch den Vorsigenden der Verwaltungskommission arbeitslos Gewordener zu landwirtschaftlichen Arbeiten. Die Straßen und dessen Stellvertreter wird die engere Beziehung mit der Verreinigung wird aufrechterhalten werden können, soweit es möglich waltung der städtischen Arbeitsvermittlungsstelle herzustellen sein; ist, die erforderlichen Pferde bereitzustellen. Die Müllabfuhr einer der Beisitzer ist von dem Gesamtausschuß aus dem Kreis der läßt sich in der bisherigen Weise nicht durchführen, solange die Versicherten zu wählen. Den zweiten Beisiger wählt der Magistrat Militärverwaltung die Eisenbahngeleise in Anspruch nimmt. Die Dreiteilung wird durchgeführt. Das Müll ist also nach wie nach Belieben. Der Gesamtausschuß besteht aus 16 Mitgliedern, vor nach den einzelnen Sorten getrennt in den 3 Müllfästen unter- und zwar zur Hälfte aus Vertretern der rückversicherten Vereine und zubringen. unmittelbar Versicherten, die von diesen nach dem Proportionalsystem gewählt werden. Den Vorsitz führt der Oberbürgermeister oder dessen Die Ferienspiele finden jetzt nicht mehr statt. Stellvertreter; die übrigen Mitglieder werden vom Magistrat( 3) und Lichtenberg. Stadtverordnetenversammlung( 4) ohne beschränkende Bestimmungen gewählt. Neben und vollständig unabhängig von dem Gesamtausschuß wird als beratendes Degan ein aus neun Mitgliedern bestehender Ausschuß der Versicherten gebildet, der auch berechtigt sein soll, Ans regungen und Anträge aus dem Kreise der Versicherten entgegens zunehmen und selbständige Vorschläge zum Ausbau der Kasse beim Gesamtausschuß einzureichen. Di te er et 21 21 Daß es auch nicht an vornehmen Firmen fehlt, die ihren zum Militär eingezogenen Arbeitern und deren Familien keinerlei Entgegenkommen zeigen, beweist eine Mitteilung über die Hoftischlerei Groschkusch, Gollnowstr. 18. Dort sollen Arbeiter, die bereits acht, zehn und mehr Jahre bei der Firma beschäftigt waren, auch nicht einen Pfennig mehr erhalten haben, als sie zu beanspruchen hatten. Die Familien der Militärpflichtigen sind nun vor das Nichts gestellt. So handeln Hoflieferanten, die bekanntlich den Patriotismus gepachtet haben. Alkoholverbote sind an Lokalinhaber in der Nähe der Sammlungsorte der einberufenen Mannschaften am Sonntag abend erlassen worden. Danach dürfen bestimmte Wirte an den ersten 6 Mobilmachungstagen weder Alkohol ausschenken, noch verkaufen. Wir selber brauchen wohl nicht besonders auf den Beschluß des Leipziger Parteitages hinzuweisen, sich des Schnapsgenusses zu enthalten. Versammlungsverbot. Die zu heute nach den Lokalen Schwarzer Adler und Café Bellevue einberufenen Versammlungen sind von der Polizei ohne Angabe von Gründen verboten worden. Neukölln. Bei der am Sonntag im 5. Bezirk der 3. Abteilung vollzogenen Stadtverordnetenwahl wurde der Genosse Löchert gewählt. Mariendorf. Die Voraussetzung für den Bezug einer Arbeitslosen Ein falsches Gerücht rief im Laufe des gestrigen Tages vor dem rente ist, daß das versicherungsberechtigte Mitglied seit 52 Wochen Hause Gotzkowskystraße 2 einen großen Menschenauflauf hervor. Aus der Gemeindevertretung. In der letzten Sigung wurde zu- in Frankfurt a. M. wohnt oder arbeitet, bei den Bauarbeitern nur, Irgend jemand hatte aufgebracht, daß in dem Geschäft des Kauf- nächst der neugewählte Schöffe Synditus Holle eingeführt und der daß es solange hier wohnhaft ist; der Grund der Fortdauer der manns Brandstätter in einer Gierliste eine Bombe gefunden worden selbe gleich mit der Vertretung des Amts- und Gemeindevorstehers Arbeitslosigkeit muß ein objektiver sein, d. h. er darf nicht in der sei. Die Tatsache nun, daß B. Desterreicher ist und daß seine beiden beauftragt. Der Schöffe H. Schmidt hat sein Amt niedergelegt. Person des Versicherten liegen. Für die ersten sechs Tage findet Söhne heute zum österreichischen Militär einberufen wurden, ließ erst Ferner wurde beschlossen, 200 000 Mt. zur Beschaffung von Lebens- Ersatzleistung nicht statt; bei einer allgemeinen Aussperrung oder recht die gewagtesten Stombinationer utftehen. gesammelte gliedrigen Kommission, welche für diese Zwede eingesetzt wurde, ge- einem allgemeinen Ausstande ruht die Verpflichtung der Kasse, sie Publitum nahm fogar eine bedlichesaltung hoffen Geschäfts- hören auch die Genossen Reinhardt und Huhn an. Bei dieser tritt nach Wegfall des Hinderungsgrundes ebenso wie bei Arbeitsinhaber ein, obwohl derselbe seit Jahren in dortigen Gegend Gelegenheit wurde von unseren Rednern lebhaft kritisiert, daß ein- losigkeit infolge von Erwerbsunfähigkeit, Erfüllung der Wehrbekannt und allgemein geachtet ist und sich bald herausstellte, daß zelne Kaufleute geradezu wucherische Preise für Lebensmittel verpflicht nsw., erst von siebenten Tage nach Wegfall dieser Ursachen das Gerücht blanke Erfindung war. langt haben. g Leider ließ sich die in diesen Tagen schon so sehr aufgeregte Bevölkerung nicht beschwichtigen, so daß der Geschäftsinhaber durch mitteln während der Mobilmachung bereitzustellen. Der neun bie Verbreitung dieses falschen Gerüchtes noch erheblich geschädigt Die Frankfurter Arbeitslosenwurde. Der Polizei gestellt hat sich der Defraudant Alfred Dorn, der der Brauerei Bögow mit 50 000 M. durchgebrannt war. Von dem beruntreuten Gelde gab er 10 000 m. jofort ab. Er behauptete dann, die anderen 40 000 M. in einem Vorort vergraben zu haben. Die Kriminalpolizei stellte auch fest, daß dort gegraben war, fand aber das Geld nicht mehr. Es ist nun ermittelt worden, daß andere Leute Dorn haben buddeln sehen. versicherung. ein. Die Kontrolle über das arbeitslose Mitglied wird durch persönliche Meldung ant bestimmten Kontrollstellen geführt; bei Weigerung der Annahme oder Versäumnis nachgewiesener Arbeit durch eigenes Verschulden verlängert oder erneuert sich die Wartezeit für den Versicherten; unverheiratete Arbeitslose müssen unter bestimmten Voraussetzungen auch Arbeit an anderen Orten annehmen. Nun will endlich auch Frankfurt a. M. eine kommunale ArbeitsDie Ersazleistung der Kasse soll für den Tag und Fall Losenversicherung einführen. Bei Durchführung dieser Arbeitslosen nach Entrichtung von 30 Wochenbeiträgen 1 M. täglich betragen, versicherung beschreitet Frankfurt a. M. einen vollständig neuen Weg, wenn der Versicherte für keine Familie zu sorgen hat und 1,20 M. der sich zwar an das Kölner System anlehnt, in wesentlichen Punkten täglich, wenn er für eine Familie zu sorgen hat. Die Höchstbeträge aber doch von ihm abweicht. Das Kölner System unterscheidet innerhalb 52 Wochen sind auf 60 und 100 M. beschränkt. Die Verstärrung des Dampferverkehrs zwischen Berlin- sich von dem Genter vor allem dadurch, daß es wirklich eine selbst- Ersatzleistungen der Stasse sind grundsäglich für alle mittelbar oder Köpenick und Schmöckwit. ständige Versicherung darstellt, während das Genter System nur unmittelbar Versicherten die gleichen. Der Beitrag der Stadt soll grundsätzlich in Höhe der Die Sterngesellschaft führt mit Rücksicht auf die Verkehrs- eine Zuschußeinrichtung ist. Das Kölner System gewährt einschränkungen der Stadt- und Ringbahn einen verstärkten Dampfer- den Gewerkschaften keinen Zuschuß, sondern fordert von ihnen Beiträge der angeschlossenen Organisationen und Einzelversicherten verkehr zwischen Berlin- Köpenick und Berlin- Schmödwitz ein. die Pflicht zur Beitragsleistung; es ist eine Art Nüd- geleistet werden und in erster Linie dazu dienen, den Ausgleich in Die Dampfer verfehren von morgens 8.30 bis abends 8.30 ftindlich. versicherung, die die Gewerkschaften oder auch der Einzelne wirtschaftlich ungünstigen Jahren ohne Erhöhung der Beiträge der Die Fahrzeit dauert 1 Stunde 10 Minuten. Als Stationen kommen dabei eingehen. Die diesem System angeschlossenen Berufs- Vereine oder Herabfezung ihrer Unterstützungen zu ermöglichen. Nach in Betracht: Trestowbrüde, Loreley, Ostend, Köpenid, Grünan. einer oberflächlichen Schätzung würde die Stadt Frankfurt zunächst etwa 60 000 m. jährlich aufzubringen haben. bereine unterstellen sich dabei der Kontrolle der Stadtver waltung, von anderen Nachteilen ganz abgesehen. Als deshalb der Die Hochbahngesellschaft macht mit Rücksicht darauf, daß ein Frankfurter Magistrat vor einigen Monaten mit dem Vorschlag an erheblicher Teil ihres Betriebspersonals zu den Waffen einberufen die Kommission zur Beratung der Frage einer Arbeitslosenverworden ist, bekannt, daß sie gezwungen ist, ihren Fahrplan in dent sicherung herantrat, dieses Kölner System auch in Frankfurt zur durch besonderen Aushang ersichtlichen Umfange einzuschränken. Einführung zu bringen, da machten die sozialdemokratischen VerDanach werden die Züge zwischen Alexander- und Witten treter in der Stadtverordnetenversammlung wie auch die Gewerkbergplay in Abständen von fünf Minuten, alle übrigen Züge in Abständen von zehn Minuten verkehren. Die Diret schaften entschieden Front gegen diese Absicht. Aber der Magistrat tion fügt hinzu, daß sie zwar bemüht sein werde, diesen Fahrplan hielt an seinem Entschluß fest, die Arbeitslosenversicherung nur auf einzuhalten, dabei aber auf die Nachsicht des Publikums rechnen der Basis des Kölner Systems einzuführen. Nun kam es für die müsse, sofern infolge der außergewöhnlichen Verhältnisse under Arbeitervertreter in der Kommission darauf an, dieses Kölner System meidbare Unregelmäßigkeiten im Betriebe eintreten sollten. Da für die Arbeiterschaft so günstig wie möglich zu gestalten. Dank infolge der Einschränkung des Zugverkehrs mit zeitweiliger le ber- einer geschickten Taktik ist das auch gelungen. Von dem System, füllung der Züge zu rechnen sein wird, richtet die Direktion wie es in Köln durchgeführt wurde, ist dabei freilich wenig ge= an die Fahrgäste die dringende Bitte, sofort nach dem blieben. Und der Vater des Gedankens, Stadtrat Flesch, hatte Einsteigen in die Mitte der Wagen treten zu wollen. am Ende so wenig Freude an feinem Kind", daß er refigniert zurüdtrat. Der Verband der Laubenkolonisten Berlins und Umgegend hat unter dem Einfluß des Krieges sämtliche Laubenfeste, für die schon beschlossene Borlage auf folgenden Grundsätzen: Jm einzelnen basiert die von der Stadtverordnetenversammlung erhebliche Vorbereitungen getroffen waren, absagen lassen. Zum Festefeiern irgendwelcher Art ist jetzt auch in Arbeiterkreisen fein Anlaß. Der Kreis der Versicherten Bei Auflösung der Kasse soll das Vermögen der Stadt zu Eigentum verbleiben, welche es alsdann im Intereffe Arbeitsloser zu verwenden hat. Wirtschaftliche Folgen des Krieges. Verbot der Obstausfuhr. Das Verbot der Ausfuhr von Verpflegungs, Streu- und Futtermitteln ist dahin ergänzt worden, daß auch Obst frisch, getrocknet, gedarrt, auch zerkleinert, eingekocht oder sonst einfach zubereitet, sowie Obst konserven unter das Verbot fallen. Die Hyänen des Krieges. Aus Danzig wird geschrieben: Auch hier wird zurzeit ein geradezu toller Lebensmittelwucher getrieben. Ein Pfund Weizenmehl ist nicht unter 48 Pf. erhältlich. Ein Pfund Salz kostet 30-40 Pf. Fünf Liter Startoffeln müssen mit 70-90 3f. bezahlt werden. Aehnlich sind die Preise aller Lebensmittel in die Höhe gegangen. ist nicht auf bestimmte Berufe beschränkt; es sind alle Arbeiter im Arbeiter- Samariterbund, Kolonne Groß- Berlin. Außerordent engeren Sinne und Angestellte, also auch Handlungsgehilfen usw., im liche Generalversammlung heute Dienstagabend, 19 Uhr, bei Prinzip zugelassen. Dementsprechend ist an verschiedenen Stellen der Haverland, Neue Friedrichstraße 35. Tagesordnung: Wie ver- Bestimmungen vorgesehen, daß für ganze Gruppen von Versicherten balten wir uns zur Indienststellung unserer eine besondere Regelung des Vertragsverhältnisse stattfinden kann; Verschiedene Bäder mußten ihre Geschäfte schließen, ebenso manche Organisation während des Krieges? Um das Er- insbesondere aber sind die Voraussetzungen der Bersicherungsberechtigung Mehthändler. Die Groffiften liefern ihnen kein Wehl und weigern scheinen aller Mitglieder wird dringend gebeten. bei den Saisongewerben( Bauarbeiter) besonders geregelt. Wer zu nehmen. Die Teuerung, Kleine Nachrichten. Durch einen Sturz aus dem Fenster ist in ſicherungsberechtigt sind solche Mitglieder von Berufsvereinen, die in unter der viele Familien bereits aufs bitterste leiden, ist zum Teil ſtraße 2 tödlich verunglückt. Der Mann legte sich zum Fenster hinaus, um mindestens 13 Wochen hier wohnen oder beschäftigt sind, mit Aus- ünstlich hervorgerufen, dem die Lebensmittel werden von den frische Luft zu schöpfen, hierbei verlor er das Gleichgewicht, fiel auf nahme der Bauarbeiter, für die der Wohnsiz am Orte Boraus machen sich die Situation natürlich zunuze. Der Konfumverein Grossisten absichtlich zurückgehalten. Die Detailhändler den Hof hinab und war fofort tot. Mit Gas vergiftet hat sich fegung ist. Die vorgesehene Einreihung der Berufe beziv. an- gab bis zum letzten Augenblick seine Waren zu normalen Preisen ab. der 64 Jahre alte Arbeiter Otto Wolter aus der Liebigstraße 10. geschlossenen Vereine und Einzelversicherten nach Gefahrentlassen be- gab bis zum letzten Augenblick seine Waren zu normalen Preisen ab. ruht auf vorläufigen Erfahrungstatsachen und fann später revidiert Jegt sind seine Vorräte erschöpft. der Was ihn zu dem Schritt veranlaßte, ist noch nicht bekannt. Vorortnachrichten. Charlottenburg. Die Sorge der Stadt für die bedürftigen Angehörigen der Kriegspflichtigen. werden. Zunächst find vier Gefahrenklassen gebildet. Zur Staffe I ge hören: Brauereiarbeiter, Gemeindeangestellte, Handlungsgehilfen und Bureauangestellte. Erleichterung des Lombardverkehrs. Seit dem Tage der Mobilmachung hat sich ein so gewaltiger Stredit- und Zahlungsmittel- Bedarf herausgestellt und Zur Klasse II gehören: Fabrikarbeiter, Kupferschmiede, seine Befriedigung bei der Reichsbant, insbesondere auch im Maschinisten, Metallarbeiter, Porzellanarbeiter, Schuhmacher, Textil- Lombardverkehr( Verpfändung von Wertpapieren und Waren) arbeiter, Transportarbeiter, Böttcher, Stüfer, Buchbinder, Buch- gesucht, daß diese Befriedigung innerhalb der dem Nach dem Gesetz vom 28. Februar 1888 erhalten die druckereihilfsarbeiter, Glasarbeiter, Kürschner, Lederarbeiter, Sattler, Lombardverkehr der Reichsbank gezogenen Grenzen nicht mehr Familien der Mannschaften der Reserve, Landwehr usw., die Portefeuillearbeiter, Tabatarbeiter, Lithographer. möglich war. Da die zur Ausfüllung dieser Lücke bestimmten bei Mobilmachungen in den Dienst eingetreten sind, im Falle Zur Selaffe III gehören: Bäcker, Konditoren, Buchdrucker, Darlehnskassen erst nach Erlaß der dem Reichstag unverzüglich der Bedürftigkeit durch Vermittelung der Stadtgemeinde Fleischer, Gärtner, Gastwirtsgehilfen, Holzarbeiter, Maler, Weiß vorzulegenden Gefeße eingerichtet werden können, hat sich die Unterstützungen vom Reiche. Anspruch auf Unterstüßungen binder, Lackierer, Schneider, Zimmerer, Friseure. Reichsbant entschlossen, bis dahin den Kreis der von ihr als haben die Ehefrau, die Kinder, Verwandte in aufsteigender Zur Klasse IV gehören: Dachdecker, Hutmacher, Tapezierer, Lombardunterlage anzunehmenden Werte zu erweitern. Linie und Geschwister. Der Magistrat beantragt nun Asphaltarbeiter, Bauarbeiter, Bildhauer, Steinfeger, Steinarbeiter. Es ist in Aussicht genommen, diese außerordentlichen Lombardbei den Stadtverordneten in dringlicher Vorlage, den Für jedes versicherungsberechtigte Mitglied find bis auf weiteres geschäfte nach Einrichtung der Darlehnskassen alsbald an diese Familien der zu den mobilen Truppenteilen eingezogenen folgende Wochenbeiträge zu leisten: überzuführen. Noch immer Börsenschluß. Der Vorstand der Berliner Börse hat beschlossen, bis Mittwoch, den 5. August, Kursfestsetzungen nicht vorzunehmen. Die Börsenräume bleiben wie gewöhnlich geöffnet. Aus der Frauenbewegung. Unterstützung der Unehelichen. An den morgen zusammentretenden Reichstag hat der Deutsche Bund für Mutterschuß Drtsgruppe Berlin eine Petition gerichtet um Ausdehnung der Familienunterstützung für die von der Mobilmachung betroffenen Mannschaften auf die unehelichen Kinder und unschuldig ge= schiedenen Ehefrauen, die bisher nach dem Gesetz von 1888 ausgeschlossen waren, für die er im Interesse des Volkswohles die Unterstützung aller Parteien erbittet. Zugleich richtet der Bund für Mutterschutz die Bitte an die Deffentlichkeit, seiner Arbeit, die den hilfsbedürftigen, ehelichen, eheverlassenen und unehelichen Müttern und deren Kindern gilt, jetzt in dieser Zeit ber Not doppelte Aufmerksamkeit zu schenken. Anmeldungen von Persönlichkeiten, die bereit sind, uns in dieser wichtigen Frage der Volkswohlfahrt jetzt tätig zu unterstützen, erbeten an die Geschäftsstelle, Berlin- Wilmersdorf, Sigmaringer Str. 25( Vorsitzende 25( Vorsigende Dr. Helene Stöcker). Geldsendungen erbeten an die Depositenkasse der Deutschen Bant, Konto des Bundes für Mutterschuß, Savignyplaz. Gerichtszeitung. Eine Richterbeleidigung wurde unserem Kollegen Gen. Dr. Ernst Meyer zur Last gelegt, der gestern sich vor dem Landgericht Berlin 1( Ferienstraf tammer 5 unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Neuenfeldt) zu verantworten hatte. In Nr. 67 des Vorwärts" vom 9. März 1914, für die er als verantwortlicher Redakteur zeichnete, erschien ein Artikel mit der Ueberschrift„ Verächtlichmachung einer Staatseinrichtung", der über Erfahrungen aus der Rechtspflege berichten wollte. Der Verfasser schilderte, was er bei dem Schöffengericht eines Ortes, den er nicht nannte, aber als„ vor den Toren Berlins liegend" bezeichnete, als Zuhörer in drei verschiedenen Straffachen einer Gerichtssigung mit angehört habe. Der Verfasser des Artikels drückte seine Meinung über das Verhalten dieses Richters in folgendem Schlußsaz aus: Was ich dazu sage? Daß diese ganze Justizerei, die ich da heute gesehen, die Verächtlichmachung einer Staatseinrichtung ist, nämlich der Rechtspflege." Durch Veröffentlichung des Artikels sollte Genosse Meyer, wie der gegen ihn gestellte Straf antrag des Kammergerichtspräsidenten behauptete, die Amtsrichter in der Umgebung Berlins verleumderisch" beleidigt haben. Stationen Berlin München Wien Witterungsübersicht vom 3. August 1914. stand mm Barometer richtung Wind Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5°.= 4° R. I Wafferftands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau cm³) Befer, Münden am jeit ant Wallerstand 2. 8. 1. 8. Bafferstand 2. 8. ſeit 1. 8. cm cm cm³) Memel, Tilfit Sminemde. 758 WNW Hamburg 3wolfig 20 760 WSW 4 bedeckt 759 NW 16 3 bedeckt 18 Haparanda Betersburg Scilly Bregel, Insterburg -32+2 Saale, Grochlig Havel, Spandau 2) 214 -16 38 ―3 Weichsel, Thorn Rathenow 2) 8 +5 Oder, Ratibor 124 -6 Spree, Spremberg) 80 -2 Frankj. a.M 762 Still 763 S 2 wolkig halb bd. 19 17 Aberdeen 749 SSW 2 bededt 13 Paris Krossen Frantiurt 157 -1 Beesłow 82 +2 143+6 210 761 WNW 2 wolfen! 23 Warthe, Schrimm Minden 326 -13 Landsberg Neze, Bordamm E15e, Leitmeriz -10+10 bein, Marimiliansau -30 Kaub 414+1 Köln Redar, Heilbronn 212+4 Main, Hanau 187 +8 Mosel, Trier Fall. Wetterprognose für Dienstag, den 4. August 1914. Etwas fühler, vielfach beiter, aber sehr veränderlich mit leichten Regenfällen und ziemlich frischen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Mittwochmittag: Ein wenig fübler, im Osten zunächst noch vielfach Gewitterregen. Im Besten größtenteils heiter, später stärkere Bewölkung und wieder etwas Regen, strichweise Gewitter. Theater. Dienstag, den 4. August. Anfang 5 Uhr. Passage- Theater. Kino- Barietė. Botsdamer Naturtheater. Potsdam. Anfang 7 Ubr. Cines Nollendorf- Theater. Quo vadis. Anfang 7, Uhr. Westen. Siegfried. Urania. Anfang 8 115r. Die Sonnenfinsternis am 21. August 1914. Schiller O. Lohengrin. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräser Straise. Mr. Wu. Thalia. Wenn der Frühling fommt. Metropol. Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Theater an der Weidendammer Brücke. Der jüße Frah. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palait- Theater. Varieté und Lichtipiele. Anfang 8 Ubr. Kleines. Der Kleds. Theater am Nollendorfplak. Der Jurbaron. Rpie. Gine tolle Sache. Walhalla. Der unsichtbare Mensch. Jolies Caprice. Schwache Nerven. Eine ruhige Sommerwohnung. Verbotene Frucht. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Leutnantsliebchen. Anfang 8, Uhr. Residenz. Das Ateliergeheimnis. Admiralspalast. Im Tangoflub. Anfang 9 Uhr. · " Dresden Barbn Magdeburg 168 1)+ bedeutet Buchs, Puhlmanns Theater Volks- Sinfonie- Konzerte Schönh.Allee 148. Kastanienallee 97/99 Unter neuer Zeitung der beliebten Direktion W. Herrmann Konzert, Theater, Spezialitäten. Zum Schluß: Wo hast du dein Weh' Weh'chen! Anjang 4 Uhr. des Blüthner- Orchesters. Dienstag, 4.Aug., Neue Welt, Hasenheide, Dirigent: Max Wachsmann. Donnerst., 6.Aug., Brauerei Königstadt, 2) Unterbegel. Erna Ansorge genannt Hoffmann Otto Lange Verlobte 1100 Wichertstr.4. Reichenberger Str. 155 Zurück: Dirigent: Eugen Sauerborn. Sonnabend, 8. Aug., Konzertsäle Obiglo, Professor A. Pinkuß, Dirigent: Eugen Sauerborn. Dienstag, 11.Aug., Moabit. Stadttheater, Dirigent: Eugen Sauerborn. Entree 30 Pf. DOSE THEATED Anfang 8% Uhr. Große Frankfurter Str. 132. Eine tolle Sache. Anfang 8 Uhr. Auf der Gartenbühne Rund um die Spree. Gr. Revue. Vorher Konzert, Spezialitäten. Theater des Westens. 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Auf die Bemerkung des Vorsitzenden, daß dieser Verzicht auf den Versuch eines Wahrheitsbeweises die Lage des Angeklagten verschlechtern erwiderte verschlechtern fönnte, Genosse Meyer, er bleibe bei seiner Weigerung. Staatsanwalt Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 verkauft. Riesenauswahl Jadettanzüge Quo vadis. Sachse- Oper. Schleuderverkauf! Pfandleihhaus Hermannplag 6. Anjamm lungen verschiedener Warenbestände werden spottbillig, vielfach halbumsonst Heinzmann beantragte Verurteilung aus§ 187 wegen berleumderischer Beleidigung. Durch jenen Artikel werde den Richtern nicht nur Rigorosität, sondern Voreingenommenheit und Parteilichkeit gegenüber den unteren Volksschichten und im besonderen gegenüber den Sozialdemokraten vorgeworfen. In ihm liegt die Schiller- Theater 0.aliner- fachen, Sieppdecken, Tischdecken, wand. Beschuldigung, daß ohne jebe Kenntnis der sozialen Zuständen Abends 8 Uhr: Lohengrin. oberflächlicher und unsachlicher Verhandlung drakonische Strafen verhängt würden. Diese unerhörte Schmähung der Nichter" fönne nur mit drei Monaten Gefängnis gefühnt werden. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld bestritt, daß nach dem Strafantrag des Kammergerichtspräsidenten überhaupt Berurteilung möglich sei, weil ja der Artikel nicht Theater a. d. Weidendammerbrücke " die Richter in der Umgebung Berlins", sondern offensichtlich nur einen einzelnen Richter treffen wollte. Den Verfasser eines infriminierten Artikels direkt oder indirekt preiszugeben, müsse ein ,, Vorwärts"-Redakteur und übrigens jeder Redakteur einer anständigen Abends 8 Uhr: Der süße Fratz. jämtliche Letalle Arbeitsmarkt. Stellenangebote. ыд = 932 8999 δι 95 δι t Fif 81 fi Verkäufer, tüchtige, für Lebenshöchstzahlend. Sa, beizerei Chrifionat, 1-2 Uhr mittags oder 7-8 übr ttel fofort gesucht. Meldungen Stöveniderstraße 30 a ( gegenüber abends. A. Jandorf u. Co., Belle48/ 10* alliancestraße 1/2. 2580 Manteuſſelſtraße). 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Scharf wies er den Vorwurf der linglaubwürdig Die Reise um die Erde feit zurück. Das Urteil lautete auf 300 M. Geldstrafe und Publikationsbefugnis. Das Gericht habe, sagte die Urteilsbegründung, dem Angeklagten die hier gemachten Angaben über die ihm von dem Verfasser des Artikels gegebenen Erklärungen geglaubt. Dieser Artikel jei aber schwer beleidigend für den Richter, der sich so benommen haben solle, daß ihm geradezu Verächtlichmachung der Rechtspflege vorgeworfen werde. Der Strafantrag gelte für alle Amtsrichter in der Umgebung Berlins, also auch für diesen einen. Bestrafung habe zu erfolgen aus§ 186, Schutz des§ 193 könne nicht zugebilligt werden. Die erkannte Geldstrafe sei, weil der Angeklagte die Schilderung für wahr gehalten habe, als ausreichende Sühne anzusehen. Briefkasten der Redaktion. G. H. 36. In der Drogerie erhalten Sie das gewünschte Rezept. K. Br. 57. Ist uns nicht bekannt. Fragen Sie an bei der Stiftungsdeputation des Magistrats, Berlin, Boststr. 16. F. H. 32. 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