Nr. 2S7. nbonnementS'Bedingunscn: Rionnctnentä, Preis ptänumetanba: Sierteljähri. 3,30 monatl. 1,10 Mk, wöchentlich Li- Pfg, frei WS HauZ. Einzelne zlinnnier S Pfg, Sonntags. wnnmcr mit illuftrierter SoimlagS- Beilage»Die Neue Welt' 10 Pfg, Post. «ionncment: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Poft-ZeitungS. Preisliste, Unter ltreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2�0 Marl, für das übrige Ausland < Marl pro Monat. VoswbonnemenlS nebmen an: Belgien, Dänsmarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. "Umämen, Schweden und die Schweiz, kklchellü täglich. Vevlinev VolKsblskt. 31. Jahrg. Die InfertlonS'Gebuljr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Rauni W Pfg, fflt Politische und gewerlschastliche Lereitis- und Persnintnlungs-Anzeigen M Pfg, „kleine ZSnreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg(zulässig 2 fettgedruckte Worte), ledes westere Wort 10 Psa, Stellengesuche und Schlafstellenon. zeigen das erste Wort 10 Pfg,, fcdcZ weitere Wort ö Pfg, Worte über 1Z Buch. stoben zahlen für zwei Worte, Jnferaie für die nächste Nummer müstcn bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffilct, Telegramm-Adresse: „Sozlalfteinollrat Berlin", Zentralorgan der foztaldem okrati fchen parte» Deutfcblands. Redaktion: SRI. 68. Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S83. Freitag, den 21. August 1914. Expedition: SRI. 68, Lindcnstrasse 69, Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 198t. Deuische Truppen in Brüssel eingerückt. Berlin, 20. August.(W. T. B.) Deutsche Truppen sind heute in Brüstet eingerückt. Tie Nachricht kommt nicht überraschend. Bewiesen doch die Meldunfsen über die Gefechte bei Tirlcmont und Pervez, daß die deutschen Truppen aller Wahrscheinlichkeit nach einen energischen Porstos, gegen Brüssel untcruahmc». Nicht minder bewies die Abreise des belgischen Königs nach Ant- Werpe» und die Nerletsung des Sitzes der Regierung, sdast man auf belgischer Seite mit der Besetzung der belgischen! Hauptstadt durch die deutschen Truppen rechnete. 3! u n i st Brüssel in deutschen Händen. Einerlei, welche Kämpfe dieser Besetzung der belgischen Haupt- stadt vorausgegangen sind— der strategische Erfolg der Aktion gegenüber der unbefestigten Stadt ist weniger hoch anzuschlagen als ihr m o r a I i s ch e r Erfolg. Strategisch wäre die Einnahme von N a m n r bedeutsamer gewesen, weil sie freie Bahn zum Einmarsch gegen Frankreich geschaffen hätte. Immerhin legt die Besetzung der inmitten deS Landes gelegenen belgischen Hauptstadt Zeugnis davon ab, daß die französischen und englischen Meldungen von dem Stillstand' der deutschen Offensive Tänschnngcn waren und der Vormarsch der deutschen Truppen unaufhaltsam ist. Tenn vermutlich ist auch die EumaHiiic von Namur nur eine Frage der nächsten Tage, wW denn überhaupt die ersten großen Entscheidungen nicht mehr lange anf sich warten lassen können. ** ♦ Brüssel zählt einschließlich der Vororte über KW Wll Ein- wohncr. Mit seinen Theatern, Palästen, Museen, Kirchen, Hotels, seinen Parks und seinem flutenden Mcnschenvcrkehr bietet es das Bild einer modernen Weltstadt. Die Bcvölkc- rung bildet ein Gemisch von Wallonen und Vlämen. Das englisch-japanische Komplott. als Der Inhalt üer englisch- japanischen Abmachungen. Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant" veröffentlicht �»Nttich 2 engüfch? Innr;.fo�cjibr Die englische und die japanische R e g i e tu it g sind über die notwendigen Maßregeln zum Schutze ihrer Interessen im fernen Osten sowie auch betreffs der Integrität des chinesischen Reiches übereingekommen. Japans Tätigkeit soll sich nicht über das Chinesische Meer hinaus erstrecken, außer wenn der Schutz der japanischen Schiffahrt dies erfordert; auch nicht auf die asiatischen Gewäffer w e st l i ch des Chinesischen Meeres und zu Lande aus kein anderes als das von Deutschland besetzte Gebiet in Ostasien." . Der Zweck dieses Abkommens ist klar: England sucht von vornherein der japanischen Aktion bestimmte Grenzen zu setzen, weil es selbst die übermächtige Stellung fürchten muff, die der Raub K i a u t s ch 0 u s Japan gegenüber China ein- räumt. England sucht so die Besorgnisse, die in den Ver- einigten Staaten entstehen müssen, zu zerstreuen. Nur, dah gerade der Ueberfall auf Kiautschou zeigt, wie wenig Japan stch, wenn es seinem Vorteil entspricht, um papicrue Ver- träge kümmern wird. die Beüeutung ües englifch-japanischen Bündnisses. Angesichts der Bedrohung Kiautschous durch Japan ist mteressant. was der„Nautilus" für 1906 über das Zu- „Wenn man angesichts dieser Umstände fragt, wozu denn England eigentlich noch ein Bündnis mit Japan nötig hatte, so liegt die Antwort darin, daff Japan für die Dauer des Bündnisses in der weiteren Verfolgung seiner asiatischen H e g e m 0 ni e p l ä n e auf England Rücksicht; u.7 s h nr e N gezwungen r st. Aufferdent aber hat der russisch-japanische Krieg nicht wenig dazu bei- getragen, das Ansehen der weiffen Raffe bei den Asiaten zu erschüttern. Ruffland galt bisher den Chinesen als unverwund- bar, China demütigte sich in jeder Weise vor ihm; die'Furcht hatte bisher der russischen Politik in China die Wege geebnet, Jetzt hat der Krieg die Chinesen gelehrt, daff die w e i ff e Rasse nicht nur verwundbar, sondern auch b e- s i e g b a r ist. Der Eindruck, den die Operationen der inter- nationalen Expedition in China hervorgerufen hatten, ist ver- wischt und nicht nur in China, sondern in ganz Asien be- ginnen die eingeborenen Völker ihr Verhältnis zu den weiffen Eindringlingen auch da, wo diese ihre Beherrscher geworden sind, einer Prüfung zu unterziehen. Ganz besonders scheint das in Indien der Fall zu sein. Die englischen Blätter Indiens berichten mit wachsender Aengstlichkeit, wie der Inder nicht mehr zum Engländer, sondern zu dem Japaner aufblicke, von diesem die dereinstige Befreiung vom britischen Joch zu erwarten sich anschicke. Indem England sich mit Japan zur Verteidigung seiner eigenen asiatischen Stellung verbündete, hat es Japan zunächst daran verhindert, sich zum Vorkämpfer der Asiaten gegen die weiffe Rasse zu machen. Japan kann in künftige Kriege, solange der Bündnisvertrag andauert, nur mit Englands Zustimmung eintreten. England hingegen ist für jeden europäischen Krieg gegen eine Diversion, die zu seinen Ungunsten in Asien versucht werden könnte, gedeckt, solange Japan „-'l U it 1. L 1. U X»(Iii. xt/W üVCi U UX7 QU" III um zu verhindern, was eine internationale Katastrophe sein würde. Bitte versichere Wilhelm, daß Ich alles tue und auch weiter alles tun werde, was in Meiner Macht liegt, um den euro- päischen Frieden zu erhalten. gez. Georg. Telegramm des Kaisers an den König von England am 31. I u l-i 1014. Vielen Dank für Deine freundliche Mitteilung. Deine Vor- schlüge decken sich mit Meinen Ideen und mit den Mitteilungen. die Ich heute nacht von Wien erhielt und die Ich nach London weitergegeben habe. Ich habe gerade vom Kanzler die Nachricht erhalten, daß ihm soeben die Nachricht zugegangen ist, daß N i k o- l a u s heute nacht die Mobilisierung seiner gesamten Armee und Flotte angeordnet hat. Er hat nicht einmal die Ergebnisse der Vermittelung abgewartet, an der Ich arbeite, und Mich ganz ohne Nachricht gelassen. Ich fahre nach Berlin, um die Sicherheit meiner östlichen Grenzen sicherzustellen, wo schon starke russische Truppen Aufstellung genommen haben._ gez. Wilhelm. Telegramm des Königs von England an den K ai s e r am 1. August 1014. Vielen Dank für Dein Telegramm von gestern nacht. Ich habe ein dringendes Telegramm an Nikolaus ge- schickt, in dem ich ihm Meine Bereitwilligkeit ausgesprochen habe, alles zu tun, wa, in Meiner Macht steht, um die Wiederausnahme der Verhandlungen zwischen den beteiligten Mächten zu fördern. gez. Georg. Telegramm deS Kaiserlichen Botschafters in LondonandenReichskanzlervom 1. August 1014. Soeben hat mich Sir E. Gr eh ans Telephon gerufen und mich gefragt, ob ich glaubte, erklären zu können, daß für den Fall. daß Frankreich neutral bliebe, in einem deutsch-russischen Kriege wir die Franzosen nicht angriffen. Ich erklärte ihm, ich glaubte die Verantwortung hierfür übernehmen zu können. gez. LichnowSky. Telegramm des Kaisers an den König von England vom 1. August 1014. Ich habe soeben die Mitteilung Deiner Regierung erhalten, durch die sie die französische Neutralität unter der Garantie Großbritanniens anbietet. Diesem Anerbieten war die Frage angeschlossen, ob unter diesen Bedingungen Deutschland darauf verzichten würde, Frankreich anzugreifen. AuS technischen Gründen muß Meine schon heute nachmittag nach zwei Fronten, nach Osten und Weste», angeordnete Mobilmachung vorbereitungs- gemäß vor sich gehen. Gegenbefehl kann nicht mehr gegeben werden, weil Dein Telegramm leider zu spät kam. Aber, wenn mir Frank- reich seine Neutralität anbietet, die durch die englische Armee und Flotte garantiert werden muß, werde ich natürlich von einem Angriff auf Frankreich absehen und meine Truppen anderweitig verwenden. Ich hoffe, Frankreich wird nicht nervös werden. Die Truppen an meiner Grenze werden gerade tele- graphisch und telephonisch abgehalten, die französische Grenze zu überschreiten. gez. W i l h« l m. Telegramm des Reichskanzlers an den Kaiser- lichen PlKtschäfter in London vom I.August 1014. Deutschland ist bereit, auf den englischen Vorschlag einzugehen, fall» sich England mit seiner Streitmacht für die un- bedingte Neutralität Frankreichs im deutsch-russischen .Konflikt verbürgt. Di« deutsche Mobilmachung ist heute auf Grund der russischen Herausforderung erfolgt, bevor die englischen Vor- schlage hier eintrafen. Infolgedessen ist auch unser Aufmarsch au der französischen Grenze nicht mehr zu ändern. Wir verbürgen un» aber dafür, daß die französisch« Grenz« bis Montag, den 3. August, abends 7 Uhr, durch unsere Truppen nicht überschritten wird, falls bis dahin die Zusage Englands erfolgt ist. gez. Bethmann Hollweg. Telegramm des Königs von England an d«n Kaiser vom 1. August 1014. In Beantwortung Deine» Telegramms, da» soeben eingegangen ist, glaube ich, daß ein Mißverständnis bezüglich einer An- regung vorliegen muß. die in einer freundschaftlichen Unterhaltung zwischen dem Fürsten LichnowSky und Sir Edward Greh erfolgt ist, als sie erörterten, wie ein wirklicher Kampf zwischen der deutschen und der französischen Armee vermieden werden könne, solange noch die Möglichkeit besteht, daß ein Einverständnis zwischen Oesterreich und Rußland erzielt wird. Sir Edward Grey wird den Fürsten LichnowSky morgen früh sehen, um fest- zustellen, ob ein Mißverständnis auf seiner Seite vorliegt. gez. Georg. Telegramm de» Kaiserlichen Botschafter» an den Reichskanzler voin 2. August 1014. Die Anregungen Sir Edwards G r e y s, die auf dem Wunsche beruhten, die Möglichkeit dauernder Neutralität Englands zu schaffen, find ohne vorherige Stellung' nähme mit Frankreich und ohne Kenntnis der Mobilmachung erfolgt und inzwischen als völlig a u S- ficht«los aufgegeben. gez. LichnowSky. . Der Schwerpunkt der von Deutschland abgebenen Er- klärungen liegt in dem Telegramm Kaiser Wilhelms an den König von England. Auch wenn ein Mißverständnis in bezug auf einen englischen Vorschlag vorlag, so bot doch das An- erbieten Seiner Majestät England Gelegenheit, aufrichtig sein« Friedensliebe zu bewähren und den deutsch-sranzösischen Kneg zu verhmdern. * «.• ß?* Ergänzung seien auch einige Dokumente mitgeteilt. die das Berl. Tagebl." aus dem russischen Orange- buch veröffentlicht; Telegramm de» Zaren an den serbischen Thron« folger vom 14. Juli 1014. Ew. Königl. Hoheit haben, als Sie sich an mich in einem nehmend schweren Moment wandten, sich nicht in den Gefühle" geirrt, die ich zu Ihnen hege, und in meiner herzlichen Gewogenheit für das serbische Volk. Die jetzige Lage der Dinge eriveckt meint allerernsteste Aufmerksamkeit, und meine Regierung macht alle Anstrengungen, um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu beseitigen- Ich zweifle nicht daran, daß Ew. Hoheit und die königliche Regierung von dem Wunsche durchdrungen sind, diese Aufgabe zu erleichtern,, indem sie nichts außer acht läßt, um zu einer Entscheidung S" kommen, die die Würde Serbiens wahre und die Greuel eines neuen Kriege» vermeide. Solange die geringste Hoffnung vorhanden ist, Blutvergießf" zu vermeiden, müssen alle unsere Bemühungen auf dies«? 3� gerichtet sein. Sollten wir jedoch entgegen unseren alleraufrichtigst�" Wünschen hierin«einen Erfolg haben, so können Ew. Hoheit davo» versichert sein, daß Rußland auf keinen Fall gleich- gültig gegenüber dem.Geschick Serbiens ver» bleiben wird. gez. Nikolaus. Serbien lehnte bekanntlich die zwei härtesten Be- dingungen des österreichischen Ultimatums ab. Tarauf telegraphierte Sasonow an die Botschafter: Telegramm Sasonows vom 18. Juli 1914. Ich verweise auf mein Telegramm vom 17. Juli. Auf Ver- fiigung seiner Regierung übermittelte mir der englische Bot- schafter den Wunsch des Londoner Kabinetts, einige Aenderungen in der von mir gestern dem deutschen Botschafter vorgelegten Formel vorzunehmen. Ich antwortete, daß ich mit dem englischen Vor- schlage einverstanden bin. Anbei übermittele ich Ihnen die ent- sprechend geänderte Formel: „Wenn Oesterreich sich damit einverstanden erklärt, seine Truppenbewegung auf serbischem Territorium anzuhalten, und wenn es, anerkennend, daß der österreichisch.serbische Konflikt den Charakter einer europäischen Frage angenommen habe, zu- läht, daß die Großmächte die Frage über die Genug. tuung beraten, die Serbien der österreichisch-ungarischen Regierung ohne Schaden für seine Rechte als souveräner Staat und seine Unabhängigkeit geben könnte,— übernimmt Ruß. la nd die Verpflichtung, seine abwartende Haltung beizube- halten.(Gezeichnet:) Sasonow. Unterdessen erfolgte aber die russische Mobilisierung, die zur Stellung des deutschen Ultimatums und zum Kriegs- ausbruch führte._ Zranktireurkrieg in Russisch-Polen. Ein polnischer Mitarbeiter schreibt uns: Mit dem Wort„Franktireurkrieg" wird ein unheim- licher Unfug getrieben, auch in der Presse. Offenbar haben diele, die das Wort brauchen, gar keinen Begriff von seiner Bedeutung. So wird auch in ganz unsinniger Weise von einem solchen Kriege in Russisch-Polen gesprochen.— Vor- wufig ist von einer bewaffneten Erhebung der Bevölkerung dieses Landes keine Rede, kann keine Rede sein. In seinen ostlichen Gebieten herrscht sicher noch der russische Druck. Die russischen Regimenter haben aber natürlich noch lange nicht stanz Polen verlassen; der östliche Teil des Landes ist sicher don russischen Truppen übersät. Ob wirklich Warschau bereits von den russischen Truppen gänzlich geräumt ist, icheint sehr zweifelhast. Wäre es der Fall, dann wäre die Verbindung der Stadt mit den preußischen Truppen bereits hergestellt und man hätte sicher Nachrichten. Wo aber noch che russischen Regimenter mit erdrückender Uebermacht herrschen, ist eine bewaffnete Erhebung selbstverständlich Undenkbar. Womit soll sich denn die Bevölkerung bewaffnen? �oll sie etwa mit Sensen gegen Schnellseuergeschütze und Maschinengewehre marschieren? Soweit aber die deutschen und österreichischen Truppen einmarschiert sind, bedürfen sie wohl der Unterstützung der Bevölkerung in anderen Formen als durch kriegerisches Aufgebot. Run heißt es, in Czenstochau und Kalisch sei auf deutsche Truppen von Zivilisten geschosien worden. Waren es wirk- jlch Zivilisten? Das erscheint im höchsten Grade imwahr- oheinlich. Es gibt in Russisch-Polen so gut wie überhaupt h�ne Zivilbevölkerung russischer Nationalität. Daß die Bolen nicht einen Kleinkrieg gegen die deutschen Truppen "chren, ist absolut sicher. Da verfällt man dann auf die abenteuerliche Kombination, die Russen hätten die Verbrecher �gelassen und diese schießen. Auch das ist Unsinn. Ver- brecher sind in der Regel feiges Gesindel, und wenn sie schon forden, dann wollen sie rauben, während ein Schießen auf bie Truppen natürlich diesen Zweck nicht haben kann. Wenn wsc wirklich aus den Häusern geschossen worden ist, so kann aas nur folgende Erklärung finden: die russischen Grenz- �agimenter sind zurückgeschlagen worden: aber da die prenßi- ichen Truppen, wie die amtlichen Meldungen besagen, noch U'cht weit vorgedrungen sind(als besetzt wurden amtlich die Städte Kalisch, Czenstochau, Wjelun, Wloclawek, Mlawa ge- bannt, die alle der Grenze nahe liegen), so ist anzunehmen, baß russische Kavallerieabteilungen sich in der Nähe der be- Atzten Städte umhertreiben. Es konnten also sehr wohl lieme Trupps russischer Soldaten sich bei Nacht in die Häuser �schleichen und auf die biwakierenden deutschen Soldaten schießen. DaS wäre dann alles andere, nur kein„Franktireur- krieg«. Es wäre dringend erwünscht, wenn die Heeresleitung authentische Nachrichten geben würde, was in Wirklichkeit V in den von deutschen Truppen besetzten russisch-polnischen �bieten zugetragen hat, denn die umherschwirrenden �atarennachrichten können nur Unheil anrichten. Die Presse Mar sollte äußerste Vorsicht üben und nicht direkt unsinnige Nachrichten verbreiten, oder sie jedenfalls als solche brand- warken._ verlustlifte Nr. 1 öer Kriegsmarine. Unterseeboot„U 15". . Am 12. August 1914 von einer U-BootSunternehinung .'At zurückgekehrt. ES werden seither vermißt: Kapitän- ««tnant Pohle; Leutnant zur See Zerrath; Marineober- �Benieur Gründler; U-Maschinist Vitter; U-Steuermann � u e i tz e r; U-OberbootSmannSmaat Knüppel; U-BootSmanns- Ziegler. Die U-Obermaschinistenmaate Schulz und 0 b i n g. Die U-Maschinistenmaaten R u s a ck und S u h r. U-Ober» ?a'ch„nslenmaat Schmitz. Die U-Obermatrosen Mau und Schutt. U-Matrose Hansen Wolfs. Ober-F.-T.-Gast Volk» s uun. Die U-Oberheizer Z s ch ech. H u w e. Rasch und Wiet- »i.. Schließlich die U• Heizer Flore«, Thordsen und 1 1' m a n n.__ der russische Lockruf an üie polen. »Stockholms Dagblad" vom 16. d. M. enthält das fol- »ende Telegramm des offiziellen russischen Telegraphenbureaus bar 15. August: Der Generalissimus Rikolaj Nikolajewitsch hat fol- »«ndes Manifest an die Polen erlassen: »Polen! ... Die Stunde hat nun geschlagen, in der Surer Väter und Nr- ater heiliger Traum in Erfüllung gehen soll. Vor 150 Jahren «urd« Polens Körper in Stücke gerissen, aber seine ?=ttle lebte weiter. Sie lebte in der Hoffnung, daß dem polni- 'chen Volke die Stunde der Wiedergeburt und der ?tud«rlichen Versöhnung mit dem großenRutz- !?N.d nahen werde. Die russischen Truppen bringen Euch die l>«rl,che Mitteilung von dieser Versöhnung. Laßt dre dg» polnisch« BolkteUt. schwinden. Laßt es sich vereinigen unter dem Zepter deZ Zaren.(!) Unter seinem Zepter soll die Religion, die Sprache und Unabhängiglert Polens die Wiedergeburt vollziehen. Rußland erwartet Such mit offenem Herzen und ausgestreckter Bruderhand. Rußland glaubt, daß jenes Schwert, das den Feind bei Grunwald schlug, noch nicht verrostet ist. Vom Ufer des stillen Ozeans bis zu den Küsten des nördlichen Eis- meereS rücken die russischen Heere vor, und das Morgenrot eines neuen Lebens beginnt für Euch. Laßt in diesem Morgenrot das Kreuz— das Symbol der Leiden und Auferstehung Eures Volkes— hell erstrahlen.« Man sieht: dieses Manifest ist an die Polen aller drei Reiche gerichtet und in seiner Art ein würdiges Gegenstück zu dem Manifeste des Zaren an seine„lieben Juden«. die belgische Regierung verläßt drüsiel. Die„Franks. Ztg.« meldet aus Amsterdam: Der belgische König und seine Familie sind nach dem Schloß in Antwerpen übergesiedelt. Die Uebersiedelung der Regierung von Brüssel nach Antwerpen hat be- gönnen. In der Umgebung von Brüssel wird durch die Bürgerwehr der Stadt die Verteidigung vorbereitet. das verhalten üer dalkansiaaten. Aus. Köln meldet uns ein Privattelegramm: Der »Kölnischen Zeitung« wird aus Sofia über die Besprechungen mit den türkischen Abgeordneten telegraphiert, daß die Neigung, mit Deutschland und Oesterreich zusammenzugehen, nicht verhehlt werde. Beiderseits aber hege man Besorgnis, durch vorzeitige Entscheidung sich Gefahren auszusetzen, ohne sich und dem Dreibund wesentlichen Nutzen bringen zu können. Rumäniens Haltung erscheint folge schweren Entschlüssen abgeneigt. Eine kräftige Fortsetzung de« österreichischen Vorgehen« in Serbien sei hauptsächlich geeignet. Ent« schließungen der Balkanstaaten herbeizuführen, die auf den Gang der Ereignisi« von wesentlichem Einfluß sein könnten. Kriegsbekanntmachungen. Noch einmal öle Lanösturmpfilcht. Aus verschiedenen Anfrage» ist z« entnehmen, daß noch Zweifel bestehen, wann die Landsturmpflicht endet. Mit Boll endnng des 45. Lebensjahre« hört die Landstnrmpflicht ans. Da jedoch nach Erlaß des Aufrufs ein Ausscheiden aus dem Landsturm nicht mehr stattfindet, so find nur diejenigen nicht mehr gestellungspflichtig, die bis zum 15. August— dem Tage des Aufrufs— 45 Jahre alt geworden find. Hat jemand zum Beispiel am 16. August seinen 45. Geburtstag gehabt, so unterliegt er noch der Landstnrmpflicht. politische Ueberflcht. Kommunale Mahnahme» gegen die Kriegsnot. Magistrat und Stadtverordnete von Kiel bewilligten einstimmig 450 000 M. zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Familien Ein berufener._ Falsche Gerüchte. Fortdauernd tauchen wieder allenthalben Alarmnachrichten über Kriegsereignisse auf. Vor kurzem hat der Generalquartiermeister mit gutem Recht vor solchen Gerüchten gewarnt, die durch Weiter tragung, mag e« sich um Erfolge oder Mißerfolge handeln, ini Riesenhafte wachsen. Vorgestern abend durchlief Berlin und Umgegend da« falsche Gerücht, Nancy sei genommen. Hunderten mußtin wir den Bescheid erteilen, das Gerücht sei falsch; sobald eine zuverlässige Nachricht komme, werde sie durch Aushang bekanntgegeben. Handelt es sich um ein« so wichtige Nachricht, wie etwa die Einnahme von Nancy, so werden vielleicht auch die Telegraphenanstalten Aushänge herausgeben. Alle mündlichen Erzählrngen müssen mit M i ß trauen aufgenommen werden. Immer wieder wurde uns entgegnet, e« solle aber ein Schutzmann so erzählt haben. Auch diese Angabe über die Nachrichtenquelle ist wohl irrig, sie kann sehr Wohl der Phantasie irgend jemandes entsprungen sein, der sich die Einnahme von Nancy suggeriert oder irgend eine Erzählung mißverstanden hat. Mr haben neulich schon betont, daß allerdings auch, wenn Schutz- leute oder andere Personen mündlich oder durch Borlesen wahre Nachrichten verbreiten, diese Art von Nachrichtenverbreitung die Quelle von falschen Gerüchten werden kann. Be> kannt ist, wie sich an die richtige Mitteilung von dem Mülhausener Gefecht die falschen Gerüchte knüpften: Belfort sei genommen, 7 französische Armeekorps feien vernichtet und dergleichen. Ein falsches Hören, Phantasie und Suggestion leisten eben unglaubliches bei der Verbreitung unwahrer Gerüchte. Für das zweckmäßigste würden wir eS deshalb halten, wenn jede m ü n d. Ii che Verbreitung von Nachrichten durch Schutzleute unter- bliebe. Dann wäre wenigstens den Verbreitern von abenteuerlichen Nachrichten— mögen sie nun ein Opfer ihrer getäuschten Sinne geworden sein oder aus eigene Faust Enten auffliegen lassen— die Möglichkeit genommen, sich auf die Autorität der Schutzleute zu beziehen und diese als Schwurzeugen für sich aufzurufen. Nur dann, wenn die Nachrichten schwarz auf weiß dem Publikum im Aushang oder in Extrablättern vorliegen, kann die Entstehung von phantastischen Legenden nach Möglichkeit verhütet werden, von Legenden, deren Nichtbestätigung dann beim Publikum eine um so größere Enttäuschung und E r. nüchterung hervorrufen muß! Not der Arbeitslosen. Die durch die Arbeitslosigkeit hervorgerufene Not ttitt in zahl» reichen Großstädten schon grell zutage. So wird uns aus Halle gemeldet, daß sich dort am Mittwoch auf offener Straße fürchterliche Szenen abspielten, als ein Kaufmann die von chm öffentlich an» aaündizte Gratisabgabe von einigen Hundert Broten an bedürftige Leute zur Ausführung brachte. Die Straße, in der das Geschäft liegt, war schon lange vor dem Be- ginn des WohltätigkeitLaktes mit Frauen und Kindern dicht an» g e f ü.l l t, deren Zahl mit 150 0 nicht zu hoch geschätzt ist. Stundenlaug standen die Armen in der Hoffnung, ein paar Pfund Brot kostenlos bekommen zu können! Der größte Teil von ihnen be- kam indessen nichts, es sei denn etliche Stöße und Püffe. Immer dringender, immer unabweisbarer werden durch- greifende Maßnahmen gegen die Not der Arbeitslosen, Gutgemeinter Optimismus. Nachträglich kommt der Herausgeber des konservativen„Grenz- boten«, der Scbriststeller C l e i n o w, nixfi einmal auf die Angriffe zurück, die vor einigen Tagen die„Post" gegen die Sozialdemo- kraiie richten zu müssen glaubte. Er verurteilt sie ähnlich, wie es auch die„Deutsche Tageszeitung« schon getan hat. Er spricht von dcr„ganzen polittschen Besangschett" tat kk si« schon Jahren auszeickine, iind beioni immer wieder, daß cS„keinen inne- ren Feind" mehr gebe. Herr Eleinow glaubt, daß auch nach dem Kampfe, der heute die Parteien zusammengeführt hat, die Bande anhalten würden, die durch die Mobilmachung geknüpft wurden.„Es ist schon heute manche Schranke gefallen zwischen den Ständen, es ist mancher Kastengeist zerstäubt vor der Größe des Augenblicks.� Keine verständige Regierung wird ihre Hand dazu bieten, diese Schranken wieder aufzurichten, die so vielen Millionen Deutschen bittere Stun- den bereitet haben." Herr Cleinow ist, wie diese Ausführungen beweisen, ein großer Optimist._ Aufgehobenes Zeituugsversand-Berbot. Das vor einiger Zeit vom Generalkommando des IX. Armee« korps gegen unser Parteiorgan»Bremer Bürgerzig.« ergangene Verbot der Postversendung ist am Dienstag, den 18. August, auf ein- gelegte Beschwerde hin vom selben Generalkommando wieder auf- gehoben worden. Ein Grund ist dem Berlage merkwürdigerweise weder bei dem Verbot noch bei seiner Aufhebung mitgeteilt worden. Zurückgenommene Klage. Bekanntlich hatte der Amtsanwalt in Bayreuth Anklage gegen den Genossen Max Groger, dem Leiter der Parteiorganisation in Teltow-Beeslow, erhoben, weil dieser in einem Aufruf der Partei- presse mitgeteilt hatte, daß die Sammlung für die wegen der Chor- lottenburger Denkmalsaffäre Verurteilten durch die Teltow-Bees- kower Parteiorganisation geordnet werden sollte. Unter dem 17. August hat nun der Amtsanwalt dem Genoffen Groger� die Einstellung des Verfahrens mit folgenden lakonischen Worten mitgeteilt:„Die Klage habe ich fallen gelassen."— An- aesichtS der Aussichtslosigkeit der Klage war das auch das beste, waS der Amtsanwalt in Bayreuth tun konnte. Ms Znöustrie tmö Handel. Gegen die Kreditentziehung. Der Minister für Handel und Gewerbe hat aus viel« fachen Beschwerden ersehen, daß zahlreiche Gelverbetreibendc ihren Abnehmern mitgeteilt haben, sie könnten jetzt Lieferungen nur noch gegen Barzahlung ausführen. Die Forderung der Barzahlung im Verkehr zwischen Kaufleuten kann unter Umständen durch den Zwang der Verhältnisse gerechtfertigt sein; sie darf aber nicht ohne dringende Not zum allgemeinen geschäftlichen Grundsatz erhoben loerden, da hierdurch das gesamte Wirtschafts- leben schwer gefährdet wird. Die nachdrückliche Mahnung, die der Deutsche Handelstag soeben an seine Mitglieder gerichtet hat, weist mit Recht darauf hin, daß, wer durch sein unnötig rigoroses Verhalten die Interessen der Allgemeinheit verletzt, Gefahr läuft, daß ihm selbst von den Banken, insbesondere der R e i ch s b a n k, der Kredit entzogen oder beschränkt wird.. Der Minister erwartet, daß alle berufenen Stellen diese Mahnung nachdrücklich unterstützen. Daß an die Einsicht der Beteiligten nicht umsonst appelliert wird, zeigt übrigens ein Rundschreiben von angesehenen Firmen des Berliner Eisenwarenhandels, die unter Aufgabe des anfangs eingenommenen schroffen Standpunktes die Frage der Kredilgewähruug»er Verein- barung im Einzelfall vorbehalten wollen. LeAe Nachrichten. Rücksichtslose Kriegsführung gegen Belgien. Berlin, 20. August.(W. T. 33.) Tie zum zweiten Male an Belgien gerichtete Aufforderung, mit Deutschland ein Abkommen zu treffen, hat in unserem Volke die Befürchtung erweckt, als sei Teutschland zu Zugeständnissen geneigt. Diese Befürchtung ist unbegründet. Es handelte sich nach unseren ersten Erfolgen um einen letzten Versuch, die irregeleitete Meinung Belgiens zu seinem eigenen Besten umzustimmen. Da Belgien unser Entgegenkommen abgewiesen hat, so hat es alle Folgen seines Handelns selbst zu tragen. Di« eingeleiteten Operationen sind durch das Schreiben an die belgische Regierung nicht einen Augenblick aufgehalten worden und werden init rücksichtsloser Energie durchgeführt. Der Generalquartiermcister von Stein. Tie Behandlung der Fremden in Deutschland. Berlin, 20. August.(W. T. 23.) Im»Matin" und anderen fran- zösischen Blättern wird behauptet, daß Angehörige der mit Deutsch» land in Krieg befindlichen Staaten in Deutschland unmenschliche Be- Handlung, Verfolgung und Beraubungen zu erdulden hätten. Der mit dem Schutze der französischen, russischen und belgischen Staats- angehörigen beauftragte hiesige spanische Botschafter Exzellenz Polo de Bernabe hat das Auswärtige Amt ermächtigt, in seinem Namen diesen falschen Meldungen auf das entschiedenste zu widersprechen. Der spanische Botschafter stellt fest, daß die Fremden von feiten der Deutschen mit aller ihrer mißlichen Lage schuldigen Rücksicht und Achtung behandelt werden. Hierfiir bildeten die freiwilligen Erklärungen, welche die betroffenen Fremden selbst dem Botschafter an- dauernd abgeben, ein unwiderlegliches Zeugnis. ES sei nur natür- lich, daß die militärischen Notwendigkeiten Maßnahmen veranlaßten, unter denen die Fremden vorübergehend zu leiden hätten; aber in allen Fällen seien die ergriffenen Maßnahmen sofort eingestellt worden, sowie sich herausgestellt habe, daß sie nicht mehr erforderlich waren. Allerdings beklagt es der Botschafter, daß die StaatSange- hörigen der feindlichen Länder, einschließlich alter und kranker Leute, sowie der Frauen und Kinder infolge der militärischen Anordnungen noch immer nicht über die Grenze gelassen loerden. Auch die deutsche Regierung bedauert cs, daß dies notwendig ist. Härten sind in Kriegszeiten leider nicht zu vermelden. Das werden auch die jetzt in Feindesland zurückgehaltenen Deutschen empfinden müssen. Es sind von der deutschen Regierung bereits Schritte eingeleitet, um für die Angehörigen der gegen uns Krieg führenden Staaten nach Möglich- keit derartige unverschuldete Härten abzustellen. Entsprechende Riaß- nahmen sind in kurzer Zeit zu erwarten. Unbegründete Gerüchte. Berlin, 20. August.(W. T. B.) Ausländische Zeitungen haben vielfach berichtet, daß die Generale v. E m m i ch, v. D e i in l i n g und v. d. Marwitz verwundet, gefallen oder gefangen ge- nommen seien. Diese Nachrichten sind unwahr.— Deutsche Zei- tungen haben aus der über das Gefecht bei Schirmeck verbreiteten Mitteilung geschlossen, daß schwere Artillerie verloren- gegangen sei. Schwere Artillerie war gar nicht be- teiligt, sondern nur einige Jnfanteriebataillone der Festungsbesatzung mit einigen Feldgeschützen. Freilassung von Deutschen in Rußland. Petersburg, 20. August.(W. T. B.) Die deutschen und österreichischen Staatsangehörigen, die älter als 45 Jahre und jünger als 17 Jahre sind, haben die Erlaubnis erhalten, Rußland zu verlassen._ Attentat ans einen Eiscnbahnzug. Neapel» 20. August. Gegen den Zug. der um Mitternacht von Neapel nach Rom abgegangen war, wurde bei Poggio. Reale eine Bombe geworfen, die in einem Wagen 1» Klasse explodierte und sMtkstyt Ksrjoss» vszwnndet». � „Arbeitskräfte zur Erntehilfe gesucht!" Wcr sich jcht als Erntearbciter verschicken lassen will, der kann unter Umständen sehr unangenehme Erfahrungen machen. Per- sonen. die es kennen gelernt haben, teilen uns mit, wie es ihnen dabei ergangen ist. Durch Lermittelung der öffentlichen Arbeits- nachweise in Berlin, Charlottenburg und Schöneberg waren viele Hunderte arbeitsuchender Männer und Frauen, junge und auch ältere, angeworben worden, um bei Erntearbeilcn verwendet zu werden. Wir wollen hier die Schilderungen eines Arbeiters und einer Arbeiterin wiedergeben, die einem nach Ostpreußen verschickten Trupp von mehreren Hundert Personen angehörten. Schon auf der Hinreise, die in Berlin am 1v. August, abends nach 8 Uhr, vom Schlesischcn Bahnhof aus angetreten wurde, gab es Grund zur Unzufriedenheit. Der Arbeiter, ein Malergchibfc, klagt uns, daß die ihm versprochenen Reiscspesen in Höhe von 1 Mark nicht sofort bei der Abfahrt von Berlin, sondern erst am Abend des folgenden Tages(11. August) nach der Ankunft in Elbing gezahlt worden seien. Auch bemängelt er die während der Reife gewährte Gratisvcrpflegung, die so unzureichend gewesen sei, daß er Hunger gelitten habe. Von Elbing wurden viele der Angeworbenen sogleich weiter nach Mühlhausen in Ostpreußen befördert, wo sie eine Nacht hindurch bei kühlem und regenfeuchtem Wetter unter freiem Himmel zubringen mutzten. Am nächsten Morgen(12. Augusts schilderte unser Gewährsmann seine und seiner Leidensgefährten Bedrängnis einem Mühlhausener Beamten, den er für den Bürgermeister hielt. Da er bei diesem nichts ausrichtete, so wollte er ein Beschwerde- telegramm an die Brandenburgische LandwirtschastZkammer ab- senden. Schließlich wurde � die ganze Schar bei Einwohnern des Ortes einquartiert und verpflegt. Am Abend des 12. August ging die Fahrt weiter nach Heilsberg, aber als die„Erntearbeiter" dort am Morgen des 13. August hungrig und erschöpft ankamen, hatte man keine Verwendung für sie. Vierzehn Tage früher habe es, wurde ihnen gesagt, an Erntcarbeitern gefehlt, jetzt aber seien sie hier nicht mehr nötig. Nachdem sie dann noch einen Tag lang in Heilsberg untätig verweilt hatten, wurden sie am 14. August wieder auf den Schub nach Berlin gebracht. Am 15. August trafen sie hier ein— und standen nun wieder ohne Arbeit auf der Straße. Ganz ähnliche Erfahrungen hat eine Arbeiterin gemacht, die bisher als Näherin ihr Brot verdient hatte und jetzt als Ernte- arbeiterin sich durchfristen wollte. Sie fuhr mit demselben Trupp am 10. August von Berlin ab, wurde aber unterwegs von ihm abgesondert und mit einer Gruppe Arbeiter und Arbeiterinnen nach Preüßisch-Holland bei Elbing gebracht. Auch sie klagt, daß dort bei der Ankunft, die am späten Abend erfolgte, für kein Quartier ge- sorgt war. Der Wartesaal dritter Klasse, ein kleiner mit Steinen gepflasterter Raum, reichte nicht aus, und auch durch die erst nach vielem Hin und Her gestattete Benutzung des Wartesaales zweiter Klasse konnte dem Bedürfnis nicht genügt werden. Ein im Bahnhof stehender leerer Zug diente eine Zeitlang als Untcrkunftsstäite, mutzte aber noch in der Nacht geräumt werden. Sollten die Obdach- losen bei dem Regen, der herabrieselte, unter freiem Himmel kam- Pieren? In ihrer Verzweiflung hatten ein paar Arbeiterinnen den Einfall, sich mit einer telegraphischen Bitte an die Berliner Polizei wenden zu wollen, die ihnen wohl als allmächtig galt. Auf dem Postamt in Prcußisch-Holland lehnte man das Telegramm ab. Was nun tun? Erntearbeit gab es nicht, wenigstens nicht für die ganze Schar, die hierher dirigiert worden war. Auch hier konnte man nur bedauernd erklären, daß vierzehn Tage früher noch Bedarf an Arbeitskräften gewesen sei. Besonders an weiblichen Personen fehle es jetzt nicht, viele Stellen seien besetzt durch freiwillige Hilfs» kräfte, durch Frauen und Töchter von Beamten, durch Schulkinbcr usw. Nur wenige der hierher verschickten Arbeiter und Arbeiterin« ncn hotten das Glück, noch Arbeit zu finden. Tic meisten mußlcn sich entschließen, sofort nach Berlin heimzukehren. Auf der Rück« reise soll die Vcrpfelgung für die Frauen sehr mangelhaft gewesen sein. Den Männern habe das Rote Kreuz bereitwillig alles Mög- liche gewährt, weil man sie wohl für einberufene Reservisten hielt; an Frauen aber sei z. B. auf einer Station sogar eine dürftige Tasse Tee nur gegen Bezahlung abgegeben worden. Kurz vor Berlin, auf Station Hoppcgarten, habe eine Dame vom Roten Kreuz einem jungen Mädchen die unentgeltliche Hergabe eines Stückes Brot verweigert. Auch die Fürsprache eines Eisenbahn- schaffners, der selber von seinem Brot unter die Arbeiterinnen verteilt hatte, sei vergeblich gewesen. Müde und hungrig und in tiefer Erbitterung trafen sie am 13. August, abends, in Berlin ein. Unbegreiflich ist der Mangel an Umsicht, mit dem hier die Vermittelung von Arbeitskräften betrieben und der Transport nach den vermeintlichen Arbeitsstellen ausgeführt worden ist. Man komme uns nicht etwa mit der Entschuldigung, daß die Schuld die Kolonnenführer treffe, die den Transport zu leiten hatten. Die Arbeiterin, die diese Erfahrungen gemacht hat, erklärt aufs bestimm« teste, daß ihr und anderen— gewiß nur infolge einer Unachtsam' keit— nicht einmal Zehrgeld gezahlt worden sei. Mit Recht wirst sie die bittere Frage auf, was man von gewerbsmäßigen Vermitt- lern erwarten solle, wenn sogar bei Arbeitsvermiltelung durch öffentlichen Nachweis eine so heillose Konfusion möglich sei. Zctiillks-Mes C'harlottenbnrs. Heute abend 8 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. URAIIIA TaubenstraBo 48/49. 8 Uhr: Lüttich und das belgische Land. �nco/rtionfoi* Garten bühne jiüdC J Realer Gr. Franks. St. 132 Der Franzose in der Mausefalle. Die Heimkehr des Landwehrmanns. Die Wacht am Rhein. Reichshallen-Theater. Stettin er Sänger! Gr. patriotisches Progr. Ansang 8 Uhr. Sonnlagst>/, Uhr . Für Militär- Personen und deren ilnge- hörige» völlig freier Zutritt zu d. Stettiner Sängern und Dheater. j Todes-Anzeigen| SozialdeniokratiseherWalilverein Neukölln. Am 17. August verstarb unser Parteigenosse I3mil Arndt (Steinmetzstr. 96— 18. Bezirk). (Khre seinem Andenken! Die Beerdigung. findet am Sonntag, den 23. August, nach- mittags 2'/. Uhr, von der Leichen- Halle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, am Mariendorscr Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 203/4 Der Torstand. VeM d.Gemeinde-u.Staatsarl]. Filiale Groll-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Hermann vrexer (Berliner städtische Gaswerke, Gutzr.-Mag.). Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Freitag, den 21. August, nachmittags 3'/, Uhr, von der Lcichinholle de? Kirch- hoscs dep Himmeliahris-Geruehtde üt- Nordend aus. Um rege Beteiligmig' bei der Bestattung des Kollegen ersucht 35/11 vis Ortsverwaitung. SozialdemokratiselierWalilTereln I. d. 2.Berl.ReiebstagsvaUkreis. Bezirk 132. Am 20. d. M. verstarb uns-r Mitglied, der Tischler Christian Röwert Dieffenbachstr. 66, im 70. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 24. d. M., nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen. Halle des Heilig-Kreuz-Kirchhoses in Mariendorf, Eisenacher Slratze, aus statt. Um rege Betelligung bittet 206/14 Der Torstand. Zozi'aMeliiMzeliei'VadIvei'eiii I.d.6. Berl. Reichstagswatdkreis. 4. Abt. Bcz. 549. Am Mittwoch, bcit 19. August, verstarb unser Genosse Franz Brunzel Raumerstr. 8. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. August, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Himmelsahrts-KirchhofeS in Nicder-Schönhausen- Nordend aus statt. Um rege Betelligung ersucht Der Borstand. Deutseber Bauarbeitenerband. Zweigveretn Berlin. Am 13. August starb unser Mit- glied, der Isolierer kränz Brunzel (Bezirk Norden I). Ehre seinem Andenken! Die Beendigung findet am Sonnabend, den 22. August, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Himmelsahrts- Kirch. Hofes in Nordend aus statt. Uni rege Beteiligung ersucht Der Bo 144/11 Der Borstand. Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der deutseben Dreebsler und deren Berafsgenossen =(Ersatzkasse Hamburg.) Verwaltungsstelle Berlin A. Den Milgliedern zur Nachricht, datz unser Mitglied Em!I Richter am 18. August gestorben ist. Die Beerdigung findet am Frei, tag. den 21. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen-Kirchhoses, Landsberger Allee, aus statt. 2931b Die Qrtsverwnlkung. Verwaitnng Berlin. �ic Ortsverwaltungssitzung fällt heute aus. Kn'eifjverein Berlin. Montag, den 24. August, abends 8V3 Uhr: Allzkinriiie WMer- verslimmlliilg in Obiglos Festsäleu(früher Keller), Koppeustr. 29. Tagesordnung: Die Mastnahmen der Organisation während des Krieges und unsere Stellungnahme hierzu. Die gegenwärtigen Berbältnisse machen es allen Kollegen, besonders aber den in Arbeit stehenden zur Pflicht, unbedingt zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Der Vorstand des Deutschen Bauarbciterverbandcs 144/10'(Zweigverein Berlin). NtMllttitttgsstkve Kerlin. � 54f Fmikitstr. 83—85. Telephon: Amt Norden 135. 1239. 1987, 9714. Bureau geöffnet von S bis i Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Sonntag, den SS. August, vormittags 10 Uhr, in den„Sophiensäleu", Sophienstr. 17/18: vertrauelismäiilier- Merenz der Iilaschmenichloiier. In allen Betrieben, in denen die Vertrauensleute eingezogen sind, haben die Kollegen einen Vertreter zu entsenden. Jeder Betrieb mutz vertreten sein. � Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.-—.. 123/20 Die Ortsverwaitung. JAtr Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, den Kollegen. dem Metallarbeiter- verband, dem Wahlverein, die meinem j geliebten Mann UOA Ewald Merk die letzte Ehre erwiesen, meinen herz. lichsten Dank. Frau Barle Berit. weiche ein in Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres inniggeliebtcn Sohnes und Bruders Erich Rohrheck sagen wir allen Verwandten, Freun- den und Bekannten unseren tief- gesühltesten Dank. fsmilie ftokirbedc. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS und guten VaterS Max Klauß sagen wir allen, insbesondere dem Gesangverein.Frühling-, der Ge- schästSleitung der Firma Sittenfeld, dem Wahlverein und der Deputation der 166 d. A. K. unseren herzlichsten Dank. > Im Namen der Hinterbliebenen Witwe Helene Klauß. Spezialarzt Dr. med. WockenfnB, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tagej. Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- Störung. Teilzahlung.* Spr. vorm. 9— Nm.8. Sonnt. 9— 11 Kuofubtetturten Wanderkarten hält stets vorrätig Buchhandlung vorwärts Linden str. 69(Ladens Aunltll- llnd ßrauzbiuderei paui Kriigep* Brunnenstr. 63. Tel. Norden 2394 «ihttt auf dieses I.(Sottfarf) fcrass.Stargart gegründet 1839. Bioaa Tsbac rosse h priser. goul de Kowno. KowiioerfF1 Ql zazywania J äcra-D'Q'O-a-D-O-O-Q'O ssaia Kriegskarten! 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Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln, Lnferatenteik perantw, Th. Glocke, Berltm Drück u.Verlag:V..':wärtsBuchpr.ü.LerlagsanstallPaul Tinger 6: Co., Berlin SW, Hierzu 1 Beilage u. vnterhaltungbA] «7 3i. i0|W Kellte des.Amck" Kerliller NelkslilM. k»«.,.?. z.,.. Neuer Schutz öer Mieter unö anöerer Schulöner. Eine Reihe von Blättern und Juristen hatten entgegen unserer Darstellung Zweifeln darüber Raum gegeben, ob der Dichter durch die Verordnung des Bundesrats, die ihm ge- stattet, Zahlungsfrist bis zu drei Monaten zu gewähren, wich berechtigt sei, dieRäumung hinauszuschieben. >er Bundesrat hat diesen Zweifeln durch eine gestern abend ""»Reichsanzeiger" veröffentlichte Verordnung zugunsten der Mieter ein Ende gemacht. Die Verordnung bestimmt, daß der R i ch t e r nicht nur Zahlungsfrist bewilligen kann, sondern auch ans Antrag des Schuldners im Urteil anordnen kann. daß die besonderen Rechtsfolgen, die wegen der Sichtzahlung oder nicht rechtzeitigen Zahlung einer vor dem 31. Juli 1914 entstandenen Geldforderung nach Gesetz aber Vertrag eingetreten sind, oder eintreten(zum Beispiel �drp flicht ii ng zur Räumung wegen Nicht- Zahlung des Mietszinses, Fälligkeit des Kapitals ioegen Nichtzahlung von Zinsen), dls nicht eingetreten gelten. Das Gericht kann auch anordnen, daß die Folgen(also die Exmission) nur unter einer Bedingung, insbesondere er st nach dem fruchtlosen Ablauf einer auf höchstens drei Monate zu bemessenden Frist eintreten. Hat der Gläubiger für seine Forderung einen dvllsircckbaren Titel, so kann der Schuldner den Antrag, die . chtsfolgen der Nichtzahlung oder nicht rechtzeitigen Zahlung *0 daseitigen, durch Einwendung gegen die Zulässigkeit der ollstreckungsklausel geltend machen. Diese neue Verordnung bezieht sich auf alle Arten Schuld- arhältnissc. Für die große Menge ist sie insbesondere für i e t s v e r h ä l t n i s s e und A b z a h l u n g s v e r h ä l t- Nil e von Erheblichkeit. Sie bezieht sich auf alle Schuldner, asto insbesondere auch auf diejenigen Schuldner. denen kein Verwandter ins Feld ge- ruckt ist. , ist anzunehmen, daß die Richter von der ihnen so er- i« v �fugnis zugunsten des Schuldners in allen Fällen, " denen wirtschaftliche Kalamität vorliegt, auf Antrag eitcsten Gebrauch machen werden. Die Verordnung findet uch Anwendung zugunsten von Hausbesitzern gegenüber den vy p o t h e k c n g I ä u b i g e r u. Die Fälligkeit des Hypo- f��nfapitalä kann hinausgeschoben und dadurch können auch 'Reuibare Gründe für eine Härte gegen Mieter beseitigt werden. s i, Unberührt von dieser Verordnung bleibt die kraft G e- i� eintretende Unterbrechung aller Verfahren, die ri»c �egen die zur mobilen Armee Gehörigen .Wien. Gegen diese darf nach Maßgabe unserer früheren Belegungen überhaupt kein Urteil gefällt werden. Sorge für die städtischen Angestellten unö Arbeiter in der Kriegszeit. . Di« Berliner Stadtverordneten hatten gestern wieder eine jJff �Wtzung. Sie galt der Fürsorge für die Familien der zu Ari ll�hnen einberufenen städtischen Beamten, Angestellten und Äeh Die sozialdemokratische Fraktion muhte durch ihren für v � �Mängeln, daß die Magistralsvorlage keine festen Normen kür& Arbeitern zu gewährende Hilfe gibt und alles der Will- tvurd� t. Auch an der Praxis der Unterstützungskommissionen .?. öon sozialdemokratischer Seite Kritik geübt. Erfreulich ist, teil«'U>i �'c einberufenen Arbeiter, wie der Oberbürgermeister mit- ätts er Lohn für den Einberufungsmonat voll an die Familien "»»gezahlt werden soll. Aus dem Verhandlungsbericht geben wir folgendes wieder: Mit> eü>tv. Wurm(Soz.f: Leider können wir uns nicht vollständig da-, Erläge einverstanden erklären. Zunächst beunruhigt es, ?.en der Begründung gesagt wird,-die finanzielle Wirkung würde mix.emähig sein, weil man versuchen würde, Verwaltungen P.-betriebe tunlichst zu beschränken und mit dem zurückgebliebenen Die 5� aufrechtzuerhalten. Das ist doch unmöglich zu billigen. $in"A- �er zurückgebliebenen Arbeitslosen ist so groß, daß die fz'chrankung der Betriebe das Verkehrteste wäre, was geschehen iSeko l�re a�er. daß uns der Magistrat eine Vorlage wegen 'Nplung der Arbeitslosigkeit machen will, und wir werden diese uvzuwartcn haben. MaK unserer Vorlage soll bei den Angestellten das Dienstalter fei® w d sein. Da können große Härten entstehen, weil es zahl- Den*.gestellte gibt, die schon in höhcrem Alter stehen, aber im den noch sehr jung find. Schlimmer steht es nun aber bei Nu«, schen Arbeitern, die zunächst auf die Reichs- und Kom- ljx...»fitcrstützung verwiesen werden; so weit ein Bedürfnis vor- Kam den Betreffenden noch weitere Unterstützung durch die ge,-*-ffi'onen gewährt werden. Damit wird eine große Willkür den? unter Umständen von den nachteiligsten Folgen für lür �'Zelnen sein kann. Es ist doch das Richtige, hier ebenso wie °ee Angestellten-bestimmte Normen festzulegen, so Mar, daß ein-!. Prozentsatz des Lohnes zugrunde gelegt wird, wie es die«v ße Zahl von Vororten bereits getan haben. Wir beantragen gr�'�etzung eines sofort zu ernennenden Ausschusses von 15 Mit- !ülw�tod:v. Cassel(A. L.l: Wir erkennen durchaus an. daß die W« vut gemeint ist. In den freigewordenen Posten durch feste �ird-�"�sn Ersatz zu schaffen, wie es der Vorredner verlangte, ihre i�wer sein, da wir doch den ins Feld gezogenen Beamten sächliffT-Ungsa belassen müssen. Die Arbeitsnot ist allerdings tat- diehun iehr große, und' wir dürfen sie nicht noch durch Ein- Der sir?on Posten oder Nichtbesetzung freigewordencr vermehren. »owm �»ß �ird auch zu erörtern haben, ob die in Aussicht ge- betrjil?"?" Unterstützungen hoch genug sind. Was die Arbeiter Dejs üs< uns bekannt, daß ein Teil der Arbeitgeber noch einen g�i.eees Verdienstes extra gewährt; der Magistrat wird sich dem »iel?-? Porgehen kaum entziehen können. Am Ausschuß wird eS ir™ möglich sein, gewisse Normen dafür aufzustellen, damit o e s. p?ie die Unterstützung der Arbeiter wirklich sicher- mßt f i t wird. Wenn ein Einberufener hier eine Ehefrau hinter- iiutzlin würde sie nur 18 M. monatlich bekommen, was zur Unter- bstf,..?�auch einer einzelnen Person absolut nicht ausreicht. sLeb- ertoän wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auch diese Fälle zu falls t n' eoird die Ausschußbcratnng erforderlich sein, die wir eben- �Lantra�en. Die a"fc"0. Mommfcn sFr. Fr.) schließt sich diesem Autrage an. lfjusti c Zeagc sei die Fürsorge für die Arbeitslosen she„)»inungZ, die ober heute nicht zur Erörterung stehe. Mit dein eber l?-»1?« der Borlage ist seine Fraktion einverstanden, wünscht edensalls füi; die städtischen Arbeiter gewisse feste Normen. Es sei bedenklich, in einer so großen Stadt das der Entscheidung der einzelnen Bezirksvorsteher usw., die doch sehr verschieden entscheiden könnten, zu überlassen. Es sei konstatiert worden, daß einzelne Kom- Missionen die städtische Unterstützung an die städtischen Arbeiter nicht auszahlen wollen, weil mau noch nicht wisse, was der Magi- strat für sie zu tun beabsichtige. Hier müsse eine gleichmäßige Rege- lung erfolgen; die Unterstützungen müßten überall gezahlt werde», ganz gleich, ob es sich um städtische Arbeiter oder um andere Per- sonen handelt. Oberbürgermeister Mermuth: Es wird uns außerordentlich willkommen sein, mit Ahnen in einem Ausschusse die beste Form zu finden, wie den städtischen Arbeitern zu Hilfe gekommen werden kann. Ter Magistrat ist zu seinen Vorschlägen deshalb gekommen, weil die Vorschriften des Reichsgesetzes von 1888 zu schematisch sind und gerade durch diesen Schematismus empfindliche Ungleichmäßig« leiten entstehen könnten. Im Ausschuß wird volle Gelegenheit ge- geben sein, die Vorzüge und Nachteile der verschiedenen Systeme, die gewählt werden können, rechnerisch abzuwägen. Der Magistrat hält sich auf Grund seines Systems für berechtigt, für den ersten Monat, d. h. bis zum Ende des Einberufungsmonats, also bis in den September hinein, den Arbeitern ihren vollen Lohn zu ge- währen. fBeisall.) Nicht eine Schlechterstcllung, sondern, soweit irgend möglich, eine Besserstellung der städtischen Arbeiter wird von uns angestrebt.— Der Passus wegen der Fortführung der städti- schen Arbeiten mit vermindertem Personal bezieht sich nur auf Angestellte, nicht auf Arbeiter. Wir sehen es für eine Pflicht der Stadt an und wir haben danach Anordnung getroffen, die Arbeits- gelegcnheit zu erhalten und neue zu schaffen, und an dieser Ansicht hält der Magistrat fest. Die schon bestehende Deputation zur�Für- sorge für Beschäftigungslose ist von mir auf den nächsten»sonn- abend zur Beratung von weiteren umfassenden Maßnahmen berufen worden, mit denen Sie sich wohl schon sehr bald zu befassen haben werden.(Erneuter Beifall.) In der weiteren Diskussion bemerkt Stadtv. Cassel: Wenn einzelne Unterstützungskommissionen aus dem angeführten Grunde die städtische Unterstützung nicht gewähren, so verstößt das direkt gegen den Gemeindebeschluß; die Kommissio- nen sind zur Verweigerung nicht berechtigt. Einzelne Kommissionen tragen Bedenken, die Unterstützung zu gewähren, wenn die Frau noch einen Nebenerwerb hat, der 20-— 30 M. monatlich einbringt. Ein solcher Nebenerwerb, der die betreffende Person nicht ernähren kann, darf nicht in Rechnung gesetzt werden. Auch den Zuschuß, den in anderen Fällen der Arbeitgeber noch leistet, kann man den des Ernährers Beraubten wohl gönnen. Stadtv. Gottfried Schulz sSoz.): Es ist vorgekommen, daß eine Frau, die noch 200 M. auf der Sparkasse hatte, von einer Kom- Mission die Unterstützung verweigert worden ist sHört! hört! und Rufe des Mißfallens); selbst der Kommiffionsvorsitzende meinte, die Frau könne erst die 200 M. von der Sparkasse holen. Ein solches Verfahren ist unerhört. «tadtv. Mommsen: Aus alledem ergibt sich, wie notwendig die Herbeiführung eines einheitlichen Verfahrens ist. Die Vorlage geht an einen Ausschuß, den der Vorstand sofort ernennt.____ öerliner Nachrichten. M unsere Abonnenten! Bielen Wünschen entsprechend wird am 1. September ein Wochenabonnement für den„Bor- wärts" eingerichtet. Ter„BorwärtS" kostet pro Woche Ä5 Pfennige. Auf Wunsch kann das Wochenabonne- mcnt auch schon jetzt erfolge«. Zulässig ist auch noch Monatsabonnement zum Preise von MV Mark. Für die Postabonnenten bleibt der bisherige Abonnementspreis von MV Mark bestehen._ „Opferwillige" Dienstherrscha'ten. Vom Verband der Hausangestellten, Ortsgruppe Berlin, wird uns mitgeteilt: In geradezu raffinierter Weise wird von vielen Herrschasten die jetzige aufgeregte Zeit ausgenutzt, sich um ihre ge- setzt ichen Pflichten den Dienstmädchen gegenüber zu drücken und sich dabei noch auf Kosten der Dienstmädchen den Mantel der Wohl» tätigkeit, der Freigebigkeit umzuhängen. Viele Dienstgebcr, die nack außen hin großartig aufgetreten sind und sich Dienstmädchen hielten, in Wirklichkeit aber von der Hand in den Mund lebten, sehen sich nun plötzlich gezwungen, zu sparen. Sic entlassen das Mädchen sofort ohne Kündigung und geben an, daß sie während der Kriegszeit dazu berechtigt seien. Vielfach geben die Dienstmädchen aus Unkenntnis sich damit zufrieden. Es sei deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, daß auch während des Krieges die sonst üblichen oder vereinbarten KündigungS- fristen Geltung behalten. Wo kündigungslose Entlassung erfolgt, ist sofort Klage auf Lohnentschädigung zu erheben. Ebensowenig ist die Dienstherrschast berechtigt, ohne Zustim- mung der Dienstmädchen den Lohn zu kürzen. Wie gewissenlos da manche Dienstgeber vorgehen, davon ein Beispiel: Einem Mitglied unseres Verbandes wurde von der Dame des Hauses vorgeschlagen, sie solle von ihrem Lohn, der 30 M. monatlich beträgt, auf 20 M. verzichten. Diese Summe wolle sie dem»Roten Kreuz" stiften. Unser Mitglied lehnte den Vorschlag ad mit dem Bemerken, daß sie die 20 M. s e l b st abführen könne. Wie diese Herrschaften zu solchem Vorschlage kommen, zeigt folgende. Auslassung der„Wilmersdorfer Zeitung" vom 10. August: „Ein beachtenswerter Vorschlag geht uns aus den Kreisen unserer Abonnenten zu. Die ernste Lage Deutschlands legt allen Bevölkerungsschichten schwere Opfer in der verschiedensten Form auf. Nur ein Stand, der sich relativ recht guter Verhältnisse er- freut, ist bislang nicht in Milleidenfchaft gezogen worden: die Dienstmädchen. Sie haben Wohnung und Kost frei, beziehen überdies einen meist nicht unerheblichen Lohn. Die uns vor- liegende Anregung zielt nun dabin, die Barzahlung auf ein Drittel der gegenwärtigen Höhe herabzusetzen, das eine Drittel patriotischen Zwecken dienstbar zu machen und das letzte Drittel nachzulassen, da die Dienstherrschaften doch von der allgemeinen Not auch nicht unerheblich betroffen werden. Vielleicht ist man behördlicherseits geneigt, Anordnungen zur Erschließung dieser neuen Geldquelle zu erlassen." Das sind so unsere Patrioten! Schreien; viel Auffehen erregen, nur selbst nicht zahlen, nur sich selbst nicht wehe tun. ja vielleicht während dieser schweren Zeit auf Kosten armer Mitmenschen noch ein Geschäft machen. Alle Hausangestellten werden ersucht, dem Verband die ihnen bekannten Fälle, wonach Herrschaften so wie oben angedeutet, ver- fahren, mitzuteilen. Das Bureau-desselben befindet sich SO. 16, Engelufer 21 III.__ Mit der Gründung einer städtischen Tarlehnskafle beschäftigten sich die Charlottenburger Stadtverordneten m ihrer außerordentlichen Sitzung am Mittwoch. Zwischen den Rednern aller Fraktionen herrschte Uebereinstimmung darüber, daß die Vorlage des Magistrats im Prinzip zu begrüßen sei, daß sie aber nur einen schwachen Notbehelf darstelle. Einmal sei das Grundkapital von 500 000 M. viel zu gering, und zweiten? seien die gn die Hergabe eines Darlehns geknüpften Bedingungen zu hart. Schließlich wurde- die Vorlage einein Ausschuß überwiesen, der seine Arbeiten so be» schleunigen soll, daß das Plenum bereits in der nächsten Woche end- gültig die Entscheidung treffen kann. Von verschiedenen Rednern wurde bei dieser Gelegenheit auch die Frage der Gründung einer st ä d t i s ch e u Pfandleihe angeschnitten. Die Anregung zur Schaffung eines solchen Instituts ist schon vor mehr als zehn Jahren von unserem Genossen Vogel ausgegangen, aber die bürgerlichen Parteien und der Magistrat wollten davon nichts wissen. Angesichts der durch den Krieg hervor- gerufenen Notlage hat ein Teil der bürgerlichen Stadtverordneten seinen Widerstand aufgegeben, der Magistrat beharrt jedoch nach wie vor ans seinem ablehnenden Standpunkt. Wohl am wichtigsten waren die Auseinandersetzungen über die Arbeitslosigkeit und die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen. Unsere Genossen bezeichneten es in einer Zeit wie der gegenwärtigen als Aufgabe der Kommunen, in möglichst weitgehendem Maße für Arbeit zu sorgen. Wenn auch die allgemeine große Arbeitslosigkeit dadurch nur zum geringen Teil gemildert werden könne, so sei eS doch immerhin schon etwas. Jedenfalls solle man die bereits be- willigten Arbeiten unverzüglich in Angriff nehmen und Mittel fiir andere notwendige Arbeiten anfordern. Des Weilern fordert unser Redner die Besetzung aller frei gewordenen Stellen in den einzelnen Verwaltungen. Erfreulich waren die Bemerkungen des national- liberalen Stadtv. Tr. Stadtbagen gegen die falsche Liebes- tätigkeit, vor allein gegen die Anfertigung von Handarbeiten durch Damen, die dadurch noch mehr Arbeiterinnen brotlos machen. Bürgermeister Tr. M a i e r stellte die sofortige Inangriffnahme aller Arbeiten im Bereich der Ticfbauvcrwallung in Aussicht, konnte aber bezüglich der Arbeiten in der Hochbauvcrwaltung noch keine bindende Erklärung abgeben. Und doch handelt es sich hier um Projekte, z. B. den Bau der Badeanstalt in der Krummcnstraße wobei zahlreiche Arbeiter Beschäftigung finden könnten. Eine erschütternde Tragödie hat sich in der Samoastr. 11 abgespielt. Die 32 Jahre alte Ehefrau Margarete des Sattlers Dierenseld ging am Dienstagabend mit ihrem einzigen Kinde, dem vierjährigen Sohne Kurt, nach dein Pekingplatz. um etwas frische Luft zu schöpfen. Der Knabe tunnuelle sich mit anderen Kindern im Spiel und sie achteten dabei nicht auf zwei Eiswagen, die hintereinander dahergefahren kamen. Der Kutscher des ersten sah noch, wie die Kinder jetzt gerade über den Stratzendamm hinüberliefen, und wich ihnen aus. Der folgende Kutscher aber konnte die Bor- gänge nicht sehen und fuhr geradeaus. Der kleine Kurt kam unter die Pferde und wurde so schwer überfahren, daß er auf der Stelle tot liegen blieb. Die untröstliche Mutter geriet in Verzweiflung und erklärte gleich, daß sie das Unglück nicht überleben könne. Als ihr Mann am Mittwochnachmittag wegging, um die Beerdigung des verunglückten Kindes vorzubereiten, öffnete die Frau den Gaöhahn und schoß sich dann aus einem Revolver eine Kugel in die rechte Schläfe. Als der Mann nach Hause kam, war sie schon tot. Die Tragödie ist um so erschütternder, als der so schwer geprüfte Mann in den nächsten Tagen seiner Einberufung ins Feld entgegen» sieht._ Krankenpfleger und Familien Unterstützung. Nach dem Rcicksgesetz vom 4. August d, J-. 28. II. 1888, ist das niedere Personal der freiwilligen Krankenpflege in jeder Be- ziehung den im akliven Heere dienenden Mannschaften gleichgestellt. Daraus folgt, daß bezüglich dieses Personals, auch bezüglich der Familienunterstützung, Hlnrerbtiebenensürsorge uiw. ebenso zu versahreu ist wie bei den dem aktiven Heere angehörigen Mannschaften. In Berlin sind Anträge auf Familieuunierstützung bei der zuständigen Steuerkasse einzureichen, bei welcher sich Formulare für die aufzu- nehmenden Anträge befinden. Nebenher können Unterstützungsanträge auch on die LandcSverstcheruiigsanstall von Berlin, Ani Köllnischcn Park, gerichiet werden._ Sorge für Arbeitslose. Die in der Berliner Verwaltung bestehende geniischte Deputation zur Fürsorge für Arbeitslose ist vom Ober- bürgermeistcr auf Sonnabend, den 22. August, einberufen worden, um über weitere Maßnahmen zugunsten derer zu beraten, die während des Krieges für ihre Arbeitskraft keine ausreichende Betätigung finden können. Hoffentlich konimt aus den Beratungen etwas Greifbares für die Arbeitslosen heraus. Hilfe für Wöchnerinnen! Das Wöchnerinnenheini„Am Urban" erläßt einen Auf- ruf. in dem um tatkräftige Hilfe für Wöchnerinnen ersucht wird, insbesondere für Frauen der ins Feld Gezogenen. Wir möchten darauf hinweisen, daß Hilfe allgemein nötig ist, und zwar allen Frauen und Mädchen, die Not leiden und ihrer schweren Stunde entgegensehen. Das Wöchnerinnenhcim „Am Urban" ist nicht in der Lage, dem Bedürfnis genügen zu können, hier muß die Gemeinde eingreifen und an verschiedenen Stellen der Stadt Entbindungsmöglichkeit und Versorgung der schwangeren Frauen und Mädchen schaffen. Das ist um so dringlicher, als vielfach öffentliche Krankenhäuser für Ver- wundete stark in Anspruch genommen werden sollen. Wie abgeschnitten. Von zahlreichen Berlinern, die seit längerer Zeit in Ruß- land weilten, ist bis heute trotz aller Bemühungen, auch von däni« scher, norwegischer und schwedischer Seite, nicht das geringste Lebens- zeichen zu erlangen gewesen. Auch von dem Observatorien der hiesigen Universität, die zur Beobachtung der Sonnenfinsternis nach Rußland gereist waren, ist keine Nachricht zu bekommen. Unter den Deutschen, die in Rußland fast wie verschollen sind, befinden sich Männer, die mit Russinnen verheiratet sind und seit vielen Jahren in Rußland angesehene Stellungen bekleiden oder großen Geschäften und Fabriken vorstehen. Zahlreiche Arbeiter, die im Austrage hiesiger Firmen Montagearbeit in russischen Orten verrichteten, sind nicht heimgekehrt und viele hiesige Familien sind in Sorge wegen ihrer Ernährer, von denen auch nicht die geringste Nachricht vorliegt. Wie unS eine soeben aus Rußland zurückgekehrte Leserin unseres Blattes mitteilt, sind aus den Zügen heraus, die die Deutschen über Finnland nach Schweden bringen sollten, alle wehrfähigen Männer verhaftet worden. Ten Frauen wurde die Weiterfahrt gestattet. Berkauf von Milch zu herabgesetzten Preisen. Der Verein Berliner �Milchhändler des Ostens. Abnehmer» organisanon, hat in seiner Sitzung am 18. August nachstehenden Be» schluß gefaßt: Da infolge des Krieges eine große Anzahl Familien ihrer Er- nährer beraubt ist und diese Familien in vielen Fällen ihren Kindern nicht die zur Weiterentwickelung nötige Milch aus eignen Mitteln beschaffen können, beschließt die heutige Versammlung, dem Nationalen Ftauendicnst, Abteilung Berlin, zur Unterstützung hilf»» kedü'.stiger ffamiüen d!e Milch durch eine Anzahl Mitglieder für lö Pf. prv �ilec abzugeben. Zur Empfangnahme dieser Milch sind BonS nötig, welche ent- weder den Stempel des Nationalen Frauendienstes oder den der Kinderschutzlommission der sozialdemokratischen Partei tragen müssen. Der Vorstand wird beauftragt, diesen Beschluß sowie die Adressen der Geschäftsinhaber unverzüglich den in Betracht kommen. den Instanzen mitzuteilen. Die zu diesen Lieferungen zugelassenen Milchhändler haben nur reine, unverfälschte Vollmilch zu verabfolgen. Desgleichen find die Milchhändler verpflichtet, die Milch aus dem auf dem Ladentisch stehenden Milchstandgesäß zu entnehmen und nicht aus einem neben» stehenden anderen Gefäß, wie dies häufig bei der Verabfolgung von »rankenkassenmilch geschieht._ Für die Familien der Kriegsteilnehmer haben noch folgende uns nachträglich bekanntgegebenen Firmen Unterstützung festgesetzt: Tie Direktion der Margarinewerke ,.V e r o l i n a" zahlt den Frauen 4 Wochen lang den halben Lohn, weitere Unterstützungen sind in Aussicht gestellt. Lei der Firma Emil Herrmann erhielten die eingezogenen Ar- beiter, soweit dieselben bis zu 2 Jahre tätig waren, 2 Wochen Lohn im voraus, diejenigen, die über 3 Jahre beschäftigt waren. 3 Wochen Lohn im voraus; außerdem wurden jedem Kriegsteil- nehmer 20 M. als sogen. Zehrgeld zur Reise gezahlt. Ferner bc- kommen die Familien eine laufende Unterstützung von S M. pro Woche. Die Firma Wilhelm Vehr, Kochwurstfabrik, Speck- und achinkensalzeret, Schöneberg, gewährt den Angehörigen 25 Proz. ihres bisherigen Einkommens. Die Firma Borcher u. Jürgens Aachs, gibt den Fa- Milien eine Beihilfe von o M. pro Woche. Das Münchener Brauha.us A.-G. zahlt allen einge- zogenen Beamten und Arbeitern bis auf weiteres das volle Gehalt bezw. den Lohn weiter. Die erste Berliner Genossenschaftsbrauerei der Gastwirte von Berlin und Umgegend hat beschlossen, den Frauen und Kindern ihrer einberufenen Arbeitnehmer bis auf weiteres eine Unterstützung von 5 M. wöchentlich für die Ehefrau und 2 M. für jedes Kind unter 15 Jahren zu gewähren. Bei erwerbsunfähigen Kindern werden diese Unterstützungeu auch bei dem Alter über 45 Jahre allsgezahlt. Außerdem ist beschlossen worden, einen Betrag von 1000 M. für eine„Allgemeine Arbeits- losenunterftützung" zu zeichnen. Kommunale Maßnahmen zur Behebung der Kriegsnot. Die Pankower Gemeindevertretung hat beschlossen, den ins Feld berufenen nichtbeamteten Angestellten der Gemeinde, soweit sie verheiratet sind, neben der gesetzlichen und der auf 400 Proz. der letzteren bemessenen Kreisbilfe 50 Proz- und den unverhrirate- ten 25 Proz. ihrer bisherigen Bezüge zu gewähren. Unverheiratete, die bisher Angehörige au? ihren Bezügen unterhalten haben, wer- den den Verheirateten gleich erachtet. Für den Monat August werden die Bezüge in der vollen bisherigen Höhe gezahlt. Für die Familien ortsansässiger Kriegsteilnehmer wird im Falle der Be- dürftigkeit neben der vom Staat und Kreis zu zahlenden Unter- stntznng eine weitere von der Gemeinde gewährt, welche zusammen mit der ersteren die Höhe eines noch vom KreiSaukschuß festzustellenden Bedürstigkeitssatzes nicht überschreiten darf. Für durch den Krieg arbeits- und erwerbslos gewordene und in Not geratene Ortsansässige, die nicht im Felde stehen, sollen zum 4. April 4S45 rückzahlbare Darlehen hergegeben werden, und zwar, soweit eS sich um kleine Beträge handelt, zinslos, größere Darlehen(zu etwaiger Hilfeleistung für kleine Gewerbetreibende), sollen mit 4 Proz. ver- zinst werden. Da die Bedingung der Ortsansässigkeit für einen erheblichen Teil Unterstützungsbedürftiger große Härten mit sich bringen dürste, wurde von unseren Genossen vorgeschlagen, in den Groß-Berliner Gemeinden die Gegenseitigkeit in der Unter- stützungsfrage anzustreben. Sämtliche Unterstützungen gelten nicht als Armenunterstützung. Für den UnterstützungSfond wurden vor- läufig 400 000 M. bewilligt. Zur Unterstützung mit Rat und Aus- kunfterteilung an Frauen von in» Feld berufenen Geschäftsleuten und Gewerbetreidenden wurde eine besondere Kommission einge, setzt. Für verwundete Krieger werden im hiesigen Krankenhcruse 50 Betten bereitgestellt. » Die Gemeiüde Kaulsdorf gewährt den Angehörigen der zu den Fahnen Einberufenen 400 Praz. Zuschlag zu der staatlichen Unterstützung. Außerdem beabsichtigt die Gemeinde, Kartoffeln und Feuerung zu billigen Preisen zu beschaffen und event. Natural- Unterstützung zu gewähren. » Die Gemeindevertretung in Wittenau-Borsigwalde beschloß, für die Unterstützung an Angehörige von Kriegsteilnehmern sowie für die durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Arbeitslosen 30 000 M. zur Verfügung zu stellen. Außer 400 Proz. an die Frauen und Kinder der Eingezogenen gewährt die Gemeinde ihren festangestellten Beamten resp. deren Angehörigen das volle Gehalt, anderen Kategorien und Gemeindearbeitern je nach Lage der Verhältnisse Teilgehalt resp. Lohn. Des weiteren wurde der Benutzung des Wittenauer Gesellschaftshauses als Reserve- l a z a r e t t zugestimmt. Außerhalb der Tagesordnung hatte unser Genosse, unterstützt von noch einigen Vertretern, dem Bürgermeister einen Antrag zur Berücksichtigung unterbreitet, nach Möglichkeit auf die Firma Jach. mann und andere dahin einwirken zu wollen, daß bei den jetzigen großen Kriegsbedarfsaufträgen der 42— 48stündigen Arbeitszeit gesteuert werde, um durch Einführung einer dritten Schicht mehr Arbeitslosen Beschäftigung zu verschaffen. Der Berein selbständiger Händler in Berlin hat in seiner außer« ordentlichen Generalversammlung folgendes beschlossen: Den zu den Fahnen berufenen Mitgliedern wird der Beitrag «lassen, unter Beibehaltung aller Rechte(wie Sterbegeld usw.) während der Dan« des Krieges. Die Ehefrauen der eingezogenen Mitglied««halten eine monatliche Unterstützung von 2 M., für ein Kind 4,50 M. Alle Wohltaten des Vereins gegen alte, kranke und unschuldig in Not geratene Mitglieder werden nach wie vor«füllt. Tie Verlustlisten. Ans einer Anzahl Zuschriften ersehen wir, daß über die Berlnstlisteu unter der Bevölkerung irrige Anschauungen herrschen. Allgemein ist die Anficht verbreitet, daß die in den Verlustlisten mitgedruckten Ortschaften die letzten Wohnorte der verlustig gemeldeten Heerespflichtigen seien. Das trifft nicht zu. Der in den amtlichen Listen bei jedem Verlust gemeldete Ort ist der nach der Stammrolle festgestellte Geburtsort, der bei der übergroßen Zahl der Toten und Verwundeten durchaus nicht übereinstimmt mit dem letzten Wohnort. Alle Angehörigen und Bekannten der im Felde Stehenden können sich aus unseren übersichtlich augeordnete» Listen sofort in- formieren, wenn sie wissen, bei welchem Regiment der zu Suchende steht. GS ist daher alle« denen, die über das Schicksal von Freunden und Bekannten ans dem Laufenden bleiben wolle», anzuraten, sich bei den nächsten Anverwandten zu erkundigen, bei welchem Regiment und bei welcher Kom- pagnie der zu Suchende steht. Bei der Häufigkeit gleich- lautender Familienname» selbst in den kleinsten Ortschaften würde« sonst schmerzliche Verwechselungen nnvermeidlich sein. Annahmestelle für Pflegepersonal. Bei dem Rcservelazarett II Berlin in Berlin-Tempelhof ist eine staatliche Annahmestelle für männliches Pflegepersonal eingerichtet worden. Es können sich dort solche Personen melden, die im Besitz eines amtlichen Zeugnisses sind. lieber Bord gefallen und ertrunken ist der zwanzig Jahre alte Bootsmann Richard Käser, der seil Montag ftüh vermißt wurde. Gestern morgen fand man ihn in der Nähe der Oberbaumbrücke als Leiche wieder. Es wurde gleich vermutet, daß er in der Nacht über Bord gefallen sei. eine Annahme, die sich jetzt bestätigt hat. AuS dem Fenster des dritten Stockwerks stürzte sich in der Nacht zum Donnerstag die.27 jährige Marie Krause aus der Babelsberger Straße 44. Fräulein Ä. war schon seit längerer Zeit nervenkrank, und das Leiden verschlimmerte sich immer mehr. In der letzten Nacht wurde die Kranke von einem besonder» heftigen Anfalle er- faßt und unter dem Einfluß der Gemütserkrankung erhob sich die K. von ihrem Lager und stürzte sich aus einem Fenster der elter- lichen Wohnung aus die Straße hinab. Die Unglückliche erlitt so schwere innere und äußere Verletzungen, daß sie auf der Stelle starb. Die Leiche wurde vorläufig polizeilich beschlagnahmt und nach der Friedhofshalle in der Berliner Straße gebracht. In der Eisarena des AdmiralSpalastes ist der Eislaufbetrieb einstweilen eingestellt und an deren Stelle durch Bedeckung mit Parkett seit einiger Zeit ein großes Bier-Restaurant eingerichtet. Parteiveranstaltungen. Lichte rkelde. Di« Kenossmnen werden gebeten, an der heute nach« mittag b Uhr von der Leichenhalle des Friedhofes Langestraße aus statt- sindenden Beerdigung der Kleineu Itrich Urban und Walter Krähe zahlreich teilzunehmen. Ncuenhagen(Oftbahn). Morgen Sonnabend, den 22. August, abends 8'/, Uhr, bei Hätscher, Dottistr. 44: Mitgliederversammlung des Wahlvereins._ JugeudveranstalNmge». Pankow- Niederschönhausen. Sonntag, den 23. August: Tages- vartie nach dem Gorinsee. Tresspunkt früh Uhr Pankower Kirche. Das Jugendheim ist wieder geöffnet wochentags von'/,? bis>/,l0 Uhr abends, Sonntags von 4 bis 9'/, Uhr. Mitwochs: Mädchenabend. Am Mittwoch. den 26. August, abends 7 Uhr, beginnen die Einübungen der Reigentänze für junge Mädchen. Die jungen Mädchen, weiche sich daran beteiiigen wollen, werden gebeten, sich am Mittwoch im Jugendheim, Maximilian- strotz» 43», zu melden._ Soziales. Tuberkulosebekämpfung. Der Präsident de? Reichsversicherungsamts hat einen Rund« erlaß an die Vorstände der seiner Aufsicht unterstellten LandeSver- sicherungsanstalten über die Tuberkulosebekämpfung während des Krieges gerichtet. In dem Erlaß wird als Richtschnur empfohlen: 4. Der Kampf gegen die Tuberkulose darf während des Krieges nicht ruhen. Dies um so weniger, weil infolge des Rückganges der wirtschaftlichen Lage, der Verschlechterung der ErnährungS- und besonder» der Wohnungsverhältnisse ein günstigerer Nährboden für die aeuche und ihre Verbreitung geschaffen wird. 2. Es ist deshalb darauf Bedacht zu nehmen. Kranke mit offener Tuberkulose im Interesse ihrer Umgebung, besonders der Kinder, unschädlich zu machen. Solche Kranke werden nach Möglich- keit Heilstätten zu überweisen und, falls sie in solche bereits aus- genommen waren, dort zu belassen sein. Dabei können Kranke aus verschiedenen Bezirken in einer Heilstätte vereinigt werden. Soweit einer Versicherungsanstalt eigene Heilstätten nicht oder nicht mehr zur Verfügung stehen, werden private Anstalten zu benutzen sein. Aeußerstenfalls find die allgemeinen Krankenhäuser in Anspruch zu nehmen. 3. Insoweit aus dringendem Anlaß, insbesondere wegen In- anspruchnahme der Heilstätten für Kriegssanitätszwecke, von der Ueberweisung Kranker mit geschlossener Tuberkulose in Heilstätten abgesehen werden muß, soll durch erhöhte Tätigkeit der AuskunftS- und Fürsorgestellen sowie der WalderhvIungSstätten ein Ausgleich geschaffen werden. Dabei werden diese Stellen, auch wenn sie nicht von Versicherungsanstalten selbst errichtet find und betrieben werden, auf finanzielle Unterstützung der durch sie entlasteten BersicherungS- anstalten rechnen dürfen. 4. Sollte es an Aerzten oder Schwestern fehlen, so ist die vom Deutschen Zentralkomitee vom Roten Kreuz im Reichstagsgebäude, Berlin NW. 7, Sommerstrahe, errichtete Zentralstelle für Kriegs- Wohlfahrtspflege(TubttkuloseauSschuß) bereit, soweit möglich, Ersatz zu vermitteln._ Fabrikarbeiter-Unterstützungskasse. Wie sogenannte..Wohltätigkeitseinrichtungen", die aus Arbeitergroschen gespeist werden, nicht zugunsten der Arbeiter verwaltet werden, zeigte gestern eine Verhandlung vor dem Gewerbegericht gegen die Firma F. F. A. S ch u l tz e. Fehr- belliner Strasse. Ein Klempner forderte aus den Beständen der Fabrikarbeiter- iinterslüjjungskasse 66,50 W. Ter Kläger war vom 45. Mai bis 20. Dezember bei der Firma tätig, wurde dann infolge eine» im Betrieb erlittenen Unfalles arbeitsunfähig krank und erhielt am 7. Februar d. I. noch während seiner Krankheit seine Entlassung. Bei der Firma besteht eine UnterstützungSkasse. Diese wird von den Strafgeldern der Arbeiter gespeist. Aus ihr erhalten arbeits- unfähig Erkrankte satzungsgemätz einen Zuschuß zum Kranken- geld von täglich 50 Pf., wenn der Betreffende mindestens ein halbes Jahr bei der Firma beschäftigt ist. Die Extraunterstützung läuft bis zu höchstens 26 Wochen. Dem Kläger ist sie auch bis zum Tage seiner Entlassung zugute gekommen. Tann erhielt er aber nichts mehr, denn:„nun gehörte er ja nicht mehr dem Lc- triebe an." sagte der Vertreter der Firma unter Hinweis auf einen Passus des Statuts. Das Gericht verurteilte die Firma, aus den Beständen de» Fabrikarbeiter-Unterstüvungskasse die geforderte Summe an de» Kläger zu zahlen. Die Entlassung des Kläger» während der Tauer seiner Erkrankung berühre seinen Anspruch an die Kasse nicht. »» Ter Vertreter der beklagten Firma wies noch darauf hin, daß die Kasse seit dem 4. Juli d. I. ihre Zahlungen eingestellt habe, weil ihre Mittel erschöpft seien. Trifft das zu, so würde die Firma dennoch für-die Summe haften, denn sie ist für die or> nungsgemäße Führung der Kasse verantwortlich. Dazu gehört, datz für die Befriedigung der älteren Ansprüche de» Klägers hätte ge- sorgt werden müssen, bevor die Mittel der Kasse durch Befriedi- gung von Ansprüchen jüngeren Datums erschöpft waren. „Gratismonat" im LehrverhältniS. Die recht absonderliche Auffassung, daß ein Lehrling immer einen Monat umsonst tätig sein müsse, vertrat vor der fünftel' Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts der Kaufmann Robert WieSncr als Beklagt«. Nach dem Probemonat entließ der Le- klagte den Kläger, ohne ihm die monatliche Vergütung von 20 M- auszuzahlen. In der Verhandlung mußte W. zugeben, dem Lehr- ling bei Einstellung nicht ausdrücklich gesagt zu haben, daß er il" ersten Monat nichts erhalte. Das sei aber auch, so meinte der klagte, gar nicht nötig, denn er halte das für selbstverständlich.& habe das bei den 40 bis 42 Lehrlingen, die er vorher hatte, immer so gemacht. TaS Kaufmannsgericht hielt mit Recht die Nichtzahlung dft Lehrvergütung an den Kläger ftir unzuläfsig und sprach ihm d'� geforderten 20 M. zu. Ein derartiges Verfahren könne� schv" darum nicht anerkannt werden, weil es, wenn man es für Z»' lässig erklären wollte, von unsozialen Arbeitgebern ausgebeutet werden könnte. Diese würden dann alle Monate neue Lehrlinge einstellen und sich auf solche Weise Gratisarbeitskräfte verschaffet- Gerichtszeitung. Ter„Pan" vor Gcrickst. Klabundes Gedichte, die schon einmal die Strafkammer beschäftigt hatten, bildeten gestern wiederum den Gegenstand einer Verhandlung vor dem Strafrichter. Wegen Verbre'' tung unzüchtiger Schriften war der Herausgeber des„Pa» Tr. Alfred K e r r angeklagt. Wie seinerzeit mitgeteilt, hatte die Strafkammer Kerr o"- subjektiven Gründen freigesprochen, die Gedicht« aber selbst als unzüchtig angesehen und im objektiven Berfahren ihre Einziehung angeordnet. Gegen dieses Urteil hatte die SwatSanwalffchaft m>' Erfolg Revision eingelegt. Nach längerer, unter Ausschluß der Oeffenttichkeit stattg'.' fundener Verhandlung kam die Strafkammer zu der Ansicht, dob kein Zweifel daran bestehen könne, daß die„dichterischen M#"1' werke" in objektiver Hinsicht ganz grob und unzüchtig seien der Angeklagte Kerr als gebildeter Mann es auch habe wissen müssen, daß diese Gedichte auch auf den Leserkreis grob unzüchtig wirken mußten. Das Urteil lautete auf 100 W. Geldstrafe sof� Einziehung und Unbrauchbarmachung der Platten und Forweu der Nr. 21 des„Pan"._ Ein Krlbstmordversuch im Gerichtssaal rief gestern in dem Moabiter Kriminalgericht einige Aul' regung hervor. Vor der vierten Ferienstrafkammer öc- Landgerichts I war eine Händlerin angeklagt. Der jetzt zu den Fahnen einberufene Ehemann der Anac- klagten war längere Zeit bei dem Kaufmann Wallach in dk! Jerusalemer Str. 63/64 als Privatwächter angestellt gewesen. W'- da? Gericht jetzt als festgestellt ansah, hat er während dieser Zc'1 für mehrere 4000 M. echt« Japanwaren au» dem Lager des entwendet und seiner Ehefrau zum Verkauf gegeben, die daw'' einen schwunghaften Handel trieb. Während gegen den Ehemon" vorläufig noch nicht eingeschritten wurde, erhob die Staats anwaltschaft gegen die Frau Anklage wegen gewerbSmäßigel Hehlerei. Ali der Staatsanwalt mit Rücksicht uns Vorstrafen Angeklagten eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren beantrag11, wurde die Angeklagte von einem schweren Ohnmachtsanfall vs' fallen. Das Gericht mußte eine Pause eintreten lassen. Als d'c Angeklagte wieder zum Bewusstsein kam, stürzte sie mit eine«' gellenden Schrei aus der Anklagebank hinaus und sprang auf e'«� vor dem geöffneten Fenst« stehende Bank, um sich hinauSzustürzei« Im letzten Äugenblick wurde sie von dem GcrichtSdiener Hoffman« gepackt und zurückgerissen. � Da» Gericht nahm von der Berhängung einer ZuchthauSstrast Abstand und erkannte auf ein Jahr Gefängnis, beließ aber die A«- geklagte, damit sie für ihr Kind sorgen könne, auf freiem Fuße. Erpressung? Louis Spier, Schleswig« Ufer 7, ersucht ünS um MitteilunS. daß er mit dem wegen Erpressung Angeklagten, über dessen Ler- Handlung wir gestern berichteten, nicht identisch ist. Wir komme« diesem Wunsch nach. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland dck Sonnabendmtttag: Etwas wärmer, im südwestlichen Binnenlande laNS' same Zunahme der Bewölkung und strichweise Gewitter,' in den übrige« Gegenden vorwiegend he ter und trocken. 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