Nr. 43. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertel: jährlich 5,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit tluftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Big. Boft- Abonnement: 6,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft- Zeitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. 510 a 031 scluded drie 11. Jahrg. souled nelauone d Vorwärts Infertions- Gebühr beträgt für die alten fünfgefvaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Big.. für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg Inferate für die nächste Numuner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Grpedition abgegeben werden. Die Ervedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Gonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vor. prmittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. sid dupla Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Apothekenpreise. Mittwoch, den 21. Februar 1894. drag Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Marklissa ging zu seinem größten Nachtheile sogar| toftete bei fünfmaligem Besizwechsel innerhalb dreißig Nachtheile so weit, daß er den Kauf abschloß, ohne nur den Ort Jahren 72 000, 108 000, 162 000, 210 000 und 256 000 m. Die Adlerapotheke in Stendal für 300 000 m., gegen Eine gesetzliche Reform des Apothekenwesens wird jeden Markliffa zu kennen." Hier liegen die gröblichsten MißTag dringender. Eine Apothekenkonzession ist heute ein stände der herrschenden Spekulationswirthschaft finnenfällig 240 000 M. etwa vier Jahre vorher; der Vorgänger hatte rasch die Hände wechselnder Gegenstand des spekulativen zu Tage. Hinzugefügt sei noch, daß auch die zweite Glo 186 000 Mark bezahlt. Geschäfts so gut wie Baumwolle, Kaffee, Zucker, Kammzeug gauer Apotheke, die der frühere Besizer im Jahre 1882 für Die Marienapotheke in Berggießhübel für 100 000 m., oder Petroleum. Die durch den Staat Bevorrechteten 250 000 Mark erworben hatte, im Januar 1890 für 384 000 die mehr als doppelte Kaufsumme gegen früher. Die Apotheke zu Colditz für 170 000 m., gegen 125 000 schöpfen aus ihrem Privileg reichen Gewinn, die Apotheke Mark wieder verkauft worden ist, trotzdem in diesen acht ist, dank der herrschenden Gesetzgebung, in den Kreis der Jahren die Gebäude nicht wesentlich verändert worden sind, Mark sechs Jahre vorher. 1893. Gegenstände eingetreten, die dem kapitalistischen Waaren und ihr Werth sich nicht erheblich erhöht hat. verschleiß verfallen sind. Der Handel mit Apotheken wird Welch tolles Treiben auf dem Apothekenmarkte herrscht Die Apotheke zu Weingarten( Amt- Durlach, Baden, gewerbsmäßig betrieben, es giebt Rommissionäre und Ver- in der That ist es ein wahrer Herensabbath der schnö- 4000 Einw.) wurde für 150 000 m. verkauft; vor acht mittler, die ihrem Beruf so geschickt und vortheilhaft ob- desten auf Kosten der Verbraucher durchgeführten Plus- Jahren kostete fie 56 000 m. liegen, wie irgend ein Börsenmakler, der in Effekten oder macherei zeigt sich aus der nachfolgenden kurzen UeberZerminwaaren, macht", Geldleute benutzen die Apotheken. ficht in der in den Jahren 1891, 1892, 1893 bekannt gefonzession zur gewinnreichen Anlage flüssigen Kapitals, der wordenen Apothekenverkäufe in Deutschland.d al Kursunterschied des neuen marktgängigen Schacherobjekts 1891. fließt in die Tasche der Spekulanten, die bei dem sicheren Unternehmen nichts aufs Spiel feßen. Hinter ihnen steht schüßend die Staatsgewalt, die unerhörten Taren liefern das Publikum den Apothekenbefizern hilflos aus, das Ge seh hält gefährlichen Wettbewerb ein und umfriedet durch zünftische Borschriften die profitable Stätte, wo die Glückspilze forgenlos gedeihen können. ut ignit Die Einhornapotheke in Duisburg für 460 000 m. mit 220 000 m. Gewinn nach achtjährigem Besitze. 150 000 M. Gewinn nach nur dreijährigem Besize. Die Johannisapotheke zu Leipzig für 475 000 m. mit Eine Dortmunder Apotheke, 1873 tonzessionirt, 1881 M mit 180 000 M., in den achtziger Jahren mit 285 000 1891 mit 485 000 M., nach zehn Jahren ein Nußen 300 000 m. von Der Generalbericht über das Apothekenwesen im Re. gierungsbezirk Liegnih in den Jahren 1886 bis 1888, er stattet burch den Regierungs- und Medizinalrath Dr. Philipp, führt folgendes aus. Der Kaufpreis überstieg wiederum für jede der verkauften Apotheken den wenige Jahre vorher gezahlten Preis und zwar in vielen Fällen jo beträchtlich, baß er zu dem wirklichen Werthe in einem offenbaren 16 Jahren tostete sie 186 000 m. Mißverhältnisse steht". Man beachte z. B. folgende Monopolpreise! Die Dunkel'sche Apotheke in Görlig wurde für 384 000 W. verkauft( Kaufpreis im Jahre 1881 315 000 M.), obgleich in der Nähe eine neue Apotheke eröffnet worden war. Die Apotheke in dem armen Städtchen Marklissa wurde für 128 000 M.( Kaufpreis im Die Ablerapotheke in Duisburg für 330 000 m., gegen 225 000 m. nach zehnjährigem Besize. Die Pelikanapotheke in Gießen für 365 000 M., gegen 290 000 m. vor acht Jahren. Die Hofapotheke zu Oldenburg für 310 000 M., vor Die Löwenapotheke in Glauchau foftete 1884 138 000. und wurde 1891 mit etwa 120 000 M. Nugen verkauft. Die Löwenapotheke zu Borna 1887 für 185 000 m., 1888 für 225 000 m., 1891 für 240 000 r. ' Die Apotheke zu Reichelsheim i. D. für 132 000 M., gegen 50 000 m. vor acht Jahren. Eine Apotheke zu Neuß nach vierjährigem Betriebe mit 80 000 M. Gewinn. In Bonn eine Apothefe nach sechsjährigem Befih mit 35 000 Mt., eine andere mit 106 000 M. Gewinn( abzüglich Soften eines Umbaues) nach neunzehn Jahren. Die Apotheke in Rötschenbroda 1875 für 75 000 M., 1882 für 120 000 m., 1893 für 305 000 M. 1893 vom Magiftrat zu Rostock meistbietend versteigert. Eine Apotheken Konzession wurde am 10. Januar Den Zuschlag erhielt ein Dr. Schulz mit 102 100 m. Nach noch nicht zwei Monaten wurde sie für 110 000 Mark an den Apotheker Garzen weiter verkauft. Der Pharmazeutischen Wochenschrift" entnehmen wir eine Nachricht, woraus hervorgeht, welch ein großes Geschenk solch eine Apothekenkonzession ist. In einer größeren Stadt der Provinz Sachsen hatte der Affiftent an einem Institut einer nordischen Universitätsstadt, eine neu zu errichtende Apotheke selbst zu betreiben, zedirte er Konzession bekommen. Da er nicht die Absicht hatte, seine die Konzession an einen früheren Apothekenbesizer aus dem Die Apotheke in Tauberbischofsheim für 235 000 m. Königreich Sachsen, der dafür dem Konzessionsinhaber jedes Jahr 2000 M. zahlt, bis das Verkaufsrecht erlangt ist, Jahre 1884: 88 500 m.), bie Apotheke in dem Flecken gegen 115 000 M. im Jahre 1883, Gewinn 120 000 m. also zehn Jahre lang. Nach Ablauf dieser Frist vergütet Salbau mit der Zweigansialt in Rauschau für 120 000. 70 000 m. gegen 22 000 m. im Jahre 1883. Die Apotheke in Nerchan( 1500 Einwohner) für der Apotheker dem Ronzessionär für die Konzession 90 000 m. baar und wird damit, nachdem er die neue mit einem Gewinn von 40 000 M. nach dreijährigem Be fige verkauft! Bei diesem Preise war der Werth der om prin 1892. Apotheke schon zehn Jahre auf eigene Rechnung mit der Ronzeffion für die Filiale mit 26 000 m. berechnet worden, Die Apotheke in Langenöls wurde verkauft für vorhin genannten Abgabe betrieben hat, auch Eigenthümer obwohl die Konzession jederzeit widerruflich ist. Die Hof 125 000 M., gegen 30 000 M. vor fünfundzwanzig Jahren. des Betriebsrechtes. Der Pächter hatte erst vor drei Jahren apotheke in Glogau wurde für 260 000 M., die Apotheke Die Löwenapotheke zu Thorn 1879 für 120 000 m., seine Apotheke im Königreich Sachsen mit einem Gewinn in der nur 7000 Einwohner zählenden, hauptsächlich von 1887 für 275 000, 1892 für 315 000 M. von etwa 100 000 m. verkauft, und der famose Konzessionär armen Leinewebern u. s. w. bewohnten Gebirgsstadt Die Apotheke zum Deutschen Kaiser" in Halle a. G. verdient in zehn Jahren 110 000 M., ohne auch einen Landeshut für 255 000 Mt., die Apotheke in Greifenberg, Finger zu rühren. Und das ist ein legitimes Geschäft"! einem Städtchen mit nur 3000 Einwohnern, für 160 000 M., und die Apotheke der 5000 Einwohner zählenden Stadt Lüben für 150 000 m. verkauft.d Der amtliche Berichterstatter fagt ausdrücklich:" Sämmt liche Verkäufe, mit Ausnahme eines, wurden durch Agenten vermittelt, und der Käufer der Apotheke in Feuilleton. Nachdruck verboten.) of Helene. ( Alle Rechte vorbehalten [ 48 Roman in zwei Bänden von, Minna Kautsty. Sie hatte foeben mit dem Chefredakteur eines demofratischen Blattes ein festes Engagement als ständige Mitarbeiterin abgeschlossen. Man hatte sie mit sehr viel Achtung behandelt, aber man bezahlte sie schlecht, man verficherte, ihre Arbeiten seien vortrefflich, aber die Mittel des Blattes gering, Nun, fie war zufrieden, sie brauchte so wenig, und wenn sie recht fleißig war, würde sie ihr Austommen finden. Diese langerfehnte Möglichkeit, in liebgewordener, ehr licher Arbeit sich ehrlich ihr Brot zu verdienen, war endlich da und erfüllte sie mit hoher Freude, sie verlieh ihr Festigfeit und Zuversicht, das that ihr so gut. 1888 für 240 000 m., 1892 für 400 000 M.; in vier Jahren 160 000 M. Verdienst. Die Apotheke zu Wiesloch b. Heidelberg 1880 für 138 000, 1890 für 200 000, 1892 für 212 000. Die Apotheke in Wallhausen( ca. 1600 Einw.) für 76 000 M., gegen 68 000 M. vor noch nicht zwei Jahren. Die Apotheke in Schöningen für 256 000 M.; diefelbe das„ Poly") hinaufliefen; arm waren fie alle und hungrig und wenn sie noch so viel in ihre diden Köppe hineinstopften, verdienen würden sie noch lange nichts, das wollte fie ihnen garantiren. Sie lächelte gönnerhaft und auch Helene lächelte, zahlte und eilte weiter. Sie hatte unter den Lauben noch etwas zu kaufen und ging dann die steile Rämistraße aufwärts. Lenotschka," rief jest jemand hinter ihr drein. Helene wandte sich um. Ein großes schlankes Mädchen lief fast athemlos den Berg herauf, mit den langen Armen gestikulirend und ihr zuwiukend. Als fie fie erreicht hatte, huftete sie und lachte und versuchte dabei zu sprechen, bis ein Krampf fie erfaßte und sie zwang, endlich den Mund zu halten. russisch: Aber Rina, wie tannst Du nur so verrückt den Berg herauflaufen," tadelte Helene. " Jeder läuft wie er tann," entgegnete sie munter, dann Gehft Du nach Hause?" Gewiß, ich habe zu thun." Wohin?" " An der Ede vor der Fleischhalle wurde fie von einer his" Ach, laß doch, tomm jezt mit mir.❤ Sökerin angerufen, die da ihren Obststand hatte, und ihre Waare mit Wort und Geberde ihr anpries. Helene blieb stehen. Die Zeche für diesen schwunghaften Handel zahlt die breite Masse der Verbraucher, zahlt das große Publikum, die nach, Millionen zählende Kundschaft der in Krantentassen vereinigten Arbeiter und kleinen Leute. Ueppig gedeiht der Schwindelhafer der Apothekenagenten, der Apothe'en spekulanten, der Konzessionsschacherer. Was hast Du da?" fragte Rina Iwanowna, di Düte mit den Fingern bezeichnend. • Helene hielt fie ihr geöffnet hin:„ Gefällig?" Rina that einen kühnen Griff und begann sort zu effen, in schmaßender, wirklich unschöner Weise. Die Schönheit war nun überhaupt nicht an irer Wiege gestanden, und sie mochte im ersten Moment gerdezu häßlich erscheinen. Groß, hager und grobknochig, febe. ihrer Haltung die Anmuth und ihren Zügen jegliche Feinheit. vin din dist Sie entstammte einer kleinrussischen Bauernfamilie, und obwohl sie seit zwei Jahren im Auslande lebte und in Zürich Medizin studirte, waren ihr doch alle Formen des gesellschaftlichen Lebens fremd geblieben. Sie war arm und lebte von einem Privatstipendium, das sie dadurch erworben, daß sie auf dem Mädchengymnasium in Kiem immer die Erste gewesen war. Für ihre geringen Bedürfnisse, sie nährte sich nur von Brot, Milch und Eiern, wären ihre Bezüge mehr als ausdreichend gewesen, aber feelengut, zählte sie zu denen, die überall helfen wollten. Was ihr gehörte, gehörte auch ihren Freunden und sie gab, so lange sie etwas hatte.jo " Es ist heute Freitag, wo der Sozialdemokrat" ver: schickt wird, das Personal reicht gewöhnlich nicht aus, und Diese Reineclaudes waren in der That herrlich, groß ba kommen die Freunde zusammen und helfen ihnen die und von der Sonne durchreift. Tania würde entzückt sein, Adreffen schreiben, willst Du nicht auch?" wenn sie ihr welche brächte. Es war zwar Verschwendung Sehr gerne," sagte Helene, ich bin schon einmal dabei bei ihrem Einkommen, aber sie hatte nun doch ein Eintommen, und fie taufte davon für 50 Centimes. gewesen. Rina steckte kameradschaftlich ihren Arm in den ihren Für ihre bekannte Hilfebereitschaft, die sich nach allen Richtungen hin manifeftirte, hatte man ihr im Kreise der Emigranten zahlreiche Spitznamen beigelegt. Sie hieß der Nothhelfer", der Laufbursche", der Aufer", lauter männliche Bezeichnungen, wie denn niemand sie als zum schwachen Geschlechte gehörig betrachtete, obwohl sie ein zärtliches, leicht entzündbares Herz hatte. Die Höferin zählte Stück für Stück ab und packte und nun bogen sie nach der Wolfbachstraße ab und gingen Rina, es fam ihr sehr ungelegen, sie hat ihr leztes Examen die Reineclauden, grüne Blätter säuberlich dazwischen im Schnellschritt vorwärts. schiebend, in eine Düte. Als sie einen Blick auf die vor ihr Stehende warf, legte fie gutmüthig zwinkernd noch drei*) Abkürzung für Polytechnikum, im Volksmunde die Be dazu. Sie kannte ja die wüschten" Dinger, die da aufzeichnung für alle Fakultäten der Züricher Universität. " Was hat Dich in die Stadt geführt?" fragte Helene. Du weißt doch, Klara Pisanoff hat entbunden", sagte vor sich." 91219 Das wird sie nun für ein Jahr hinausschieben müffen", meinte Helene. Wie lange noch wird die Gesetzgebung ruhig dulden, 160 Tagen im Jahre Ueberarbeit geftattet werden können. Die daß das Volk von den Monopolisten des Apothekenwesens ausgewuchert wird? Wie lange noch? Eine seltsame Frage heute, da die Korn- und Industriezöllner, da die Privilegirten überall die erste Geige spielen! Kommission für Arbeiterstatistik. Arbeit muß am Sonntag Mittags 12 Uhr beendet sein. Wenn am Sonntag Nachmittag leicht verderbliche Waaren, wie Gis und ähnliche Sachen berettet werden, dann muß den dabei be schäftigten Personen ein freten Nachmittag in der Woche be. willigt werden. Für Lehrlinge wurden dieselben Bestimmungen angenommen, wie bei dem Bäckergewerbe. In die Subtommiffion, welche den Entwurf ausarbeiten soll, wurden gewählt: Jm Uebrigen ist heute der Etat des Auswärtigen Amtes doch glücklich zu Ende berathen worden. Herr Lieber, vom Zentrum, ärgert sich, daß der Vorwärts" das heuchlerische Verhalten des Zentrums dem Antrag Ehni gegenüber gekennzeichnet und dem„ praktischen Christenthum", welches den Sklavenhandel opportu nistisch- schacherisch schonen will, die Maste vom Antlig Regierungsdirektor Schicker. Regierungsrath Morgenstern, geriffen hat. Wenn Herr Lieber uns gegenüber behauptet, das Zentrum vertrete das Christenthum, und das ChristenBu unferem geftrigen Bericht haben wir nachzutragen, daß die Reichstags- Abgeordneten Sige, Molkenbuhr und Siegle. der Ober- Regierungsrath Dr. Mörrishoffer eine 24stündige Es wurde mitgetheilt, daß auf die ausgefandten Fragebogen thum verdamme unbedingt die Sklaverei, fo beweist er blos, Sonntagsruhe für wünschenswerth hält, befürchtet aber, daß eine aur Grgänzung des Materials über die Erhebungen der im daß er entweder das Zentrum oder das Christenthum oder folche Maßnahme so sehr in die Lebensgewohnheiten des Handelsgewerbe beschäftigten Perfonen von 300 Vereinen Ant- beides nicht fennt, und daß er entweder mit der Welt- und Publikums eingreifen würde, daß von dieser Seite der Durch worten eingegangen sind. Bald nachdem die erften Antworten Tagesgeschichte oder mit der Wahrheit auf sehr gespanntem Fuß führung derselben unüberwin dliche Hindernisse entgegengefegt zur Stelle waren, ist mit der Bearbeitung des Materials begonnen steht. Wer gegen einen Antrag stimmt, der die bedingungslose werden würde und beantragt deshalb eine 16ftündige Ruhepause und wird das Material, sobald die Bearbeitung beendet Abschaffung des Stlavenhandels erstrebt, tritt damit eo ipso einzusetzen. Der Reichstags- Abgeordnete Dr. Kropatschet führt ist, den Mitgliedern zugestellt werden. aus, daß Don den Meistern nicht der Beweis er: bracht ist, daß mehr als 12 Stunden Arbeitszeit täg lich erforderlich ist. Wohl fönne man die von Dem Abg. Schmidt Elberfeld angeregten Gedanken erwägen, ob es nicht beffer wäre, ftatt einer Marimalarbeitszeit von 12 Stunden cine Minimalruhezeit von 12 Stunden festzusehen. Redner will den Lehrling in den ersten zwei Lehrjahren besonders geschützt wissen. Es werden dann die prinzipiellen Gründzüge festgestellt, welche eine zu wählende Subkommission bei Ausarbeitung eines Entwurfs beobachten solle. Der Entwurf soll in Form eines Gesetzes ausgearbeitet und mit einem Gutachten begleitet der Kommission bei der nächsten Sizung zur endgültigen Beschlußfaffung vorgelegt werden. Als Grundzüge für den Entwurf wurden angenommen: Die Arbeitszeit darf in der Woche 75 Stunden nicht übersteigen. Die effektive Arbeitszeit darf täglich höchstens 14 Stunden betragen. Pausen von weniger als 1 Stunde werden als Arbeitszeit gerechnet. leber arbeit darf höchstens an dreißig Tagen im Jahre bewilligt werden. Wenn Festtage in der Woche fallen, wird für jeden d Festtag 10 Stunden von der wöchentlichen Arbeitszeit abgerechnet. julb Berlin, den 20. Februar. Die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen An Sonntagen muß eine ununterbrochene Ruhepause von Aus dem Reichstage. Unser letzter Hinweis auf und für Handel und Verkehr hielten heute eine Sigung. 16 Stunden gewährt werden. Gewöhnliche Bäckereien, welche das widerspruchsvolle Verhalten der Zentrumspartei, deren ihren Arbeitern eine Sonntagsruhe von 24 Stunden gewähren, Führer sich in Deklamationen gegen die Sklaverei ergehen Volldampf voraus! Dieser Wahlspruch gilt im dürfen an den letzten beiden Wochentagen insgesammt 6 Stunden und dann mit sammt ihren Fraktionsgenoffen gegen vollsten Sinne des Wortes für die Entwickelung der Armee länger arbeiten lassen. Die Arbeitszeit der Lehrlinge muß im ersten Anträge stimmen, welche die Beseitigung der Sklaverei be- und der Marine. Aber sonst ist man wenig geneigt, FortLehrjahre täglich 2 Stunden, im zweiten Jahre 1 Stunde weniger bezwecken, hat Herrn Lieber, wie es scheint, an einer Stelle schritte zu machen; diese Erfahrung macht man wieder tragen als die der Gesellen. Kein Lehrling darf im ersten Lehrjahre getroffen, wo es wehe thut. anläßlich des großen Unglückes, das sich wohl infolge eines länger als 11, im zweiten Lehrjahre länger als 12 Stunden an einem Tage beschäftigt werden. Die Thatsache selbst kann der geehrte Herr zwar nicht Bolldampf- Experimentes auf dem Schiffe Brandenburg erläugnen, deshalb begnügte er fich auch damit, uns seiner eignete. Für Jedermann, der Deutschland für einen Kulturtiefsten Verachtung zu versichern. Dafür kaufen wir uns staat hält, müßte es doch als selbstverständlich erscheinen, nun freilich herzlich wenig. Herr Lieber ist einer von jenen daß es die verfluchte Pflicht des Reiches sein muß, die Menschen, deren Selbsteinschätzung im umgekehrten Ber- Angehörigen der Getödteten wenigstens von materiellen hältniß zu ihrer Bedeutung steht. So lange er uns nicht Sorgen zu befreien. Dieses Pflichtgefühl setzen aber bei lobt, haben wir keine Ursache, uns über seine Urtheile auf den Leitern des Reiches selbst so regierungsfromme Blätter wie die Kölnische Zeitung" nicht voraus, denn fie fordert zuhalten. die öffentliche Mildthätigkeit auf, helfend beizuspringen. Außer der Frage über die weitere Bearbeitung des Materials für den Sklavenhandel ein. Diese Thatsache kann durch über die im Handelsgewerbe beschäftigten Personen wird auch feine Sophifterei, auch nicht durch die kühnsten Luftsprünge die Enquete über das Müllergewerbe auf die Tagesordnung der rabulistischer Equilibristik beseitigt werden und Herr nächsten Sigung fezen. Zu beiden Punkten der Tagesordnung Lieber ist kein Meister in dieser Kunst, obgleich er sich die erdenklichste Mühe giebt, es zu sein. sollen Auskunftspersonen vernommen werden. B Eine Eingabe der Bureau Angestellten fam gur Verlefung. Bundesrath. In der am Montag, 19. d. M., unter In dieser Eingabe wurde verlangt, daß der§ 1 des Regulativs dahin abgeändert werde, daß auch über die Lage der Bureau- Ange- dem Vorsitz des Bizepräsidenten des Staatsministeriums, stellten Erhebungen vorgenommen werden fönnen. Es wurde Staatssekretär des Innern Dr. v. Bötticher abgehaltenen beschlossen, daß vorläufig auf diesen Wunsch nicht eingegangen Plenarsigung des Bundesraths wurde bem Handels- und werden könne, weil zunächst ein fo großes Pensum von Arbeit Schifffahrtsvertrage zwischen dem Reich und Rußland die vorliege und in Vorbereitung begriffen sei, daß ein Beschluß im Zustimmung ertheilt. Die Vorlagen, betreffend die ErSinne dieses Schreibens doch noch für längere Zeit ohne praktische gänzung und Abänderung von Bestimmungen der Anlage B Bedeutung bleiben würde. Jedoch wurde es den Mitgliedern der Kommission überlassen, zur nächsten Sizung Anträge im zur Eisenbahn- Verkehrsordnung und betreffend das Uebereinkommen mit Rußland bezüglich der Uebernahme AusSinne dieses Schreibens zu stellen. thouttil zuweisender, wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Endlich wurde über die zollamtliche Behandlung Politische Leberlidit. sid Eine längere Debatte rief die Frage hervor, ob auch für Konditoreien ähnliche Schatzbestimmungen erlassen werden sollen. Von einer Seite wurde hervorgehoben, daß die Konditorei ein Leichtes und gesundes Gewerbe sei und deshalb der§ 120e der Gewerbe Ordnung feine Anwendung finden könne. Auch fei aus den Aussagen der Auskunfts Personen hervor gegangen, daß im Allgemeinen in diesem Gewerbe erträg liche Zustände herrschen. Wenn in einzelnen Fällen Ueber schreitungen stattfinden, dann dürfe man diefer einzelnen Fälle Lieber heute selbst zugeben mußte, daß er und feine ParteiIn der Sache selbst konstatiren wir nur, daß Herr wegen nicht mit so außerordentlichen Maßnahmen vorgehen. Dieser Ansicht wurde entgegengehalten, wenn darüber genossen aus taktischen und rechtlichen Gesichtspunkten dazu Bedenken bestehen, ob cauf Das Konditorgewerbe der gekommen find, z. 3t. für die Aufrechthaltung der Haus § 120e der Gewerbe Ordnung Anwendung finden könne, laverei in unseren Schutzgebieten einzutreten. Damit ist dann sei nicht ausgeschlossen, daß man auf dem Wege boch an einem ellatanten Beispiel die Richtigkeit des von der Gesetzgebung vorgehe. Kommen die Ueberschreitungen nur Bebel aufgestellten Sages erwiesen, daß nicht die Religion felten vor, dann fei es nur so erfreulicher, weil dann die Bedie Kultur, sondern diese die Religion schafft. Das Chriften stimmungen nur sehr wenig Anwendung finden können. Daß Ueberschreitungen vorkommen, ist durch die Aussagen der Aus. thum und seine idealen Lehren negirt die Sklaverei, es kann tunftspersonen festgestellt. Wenn 16 Auskunftspersonen schon von drei solcher Fälle zu berichten wußten, dann darf man schließen, daß fie nicht so felten vorkommen. Den Bedrückten könne es gleich sein, zu wiffen, daß neben ihnen viele Angehörige ihres Berufszweiges sich befinden, die besser gestellt sind. Durch dieses Bewußtsein wird ihre Lage nicht gebessert. Pflicht des Gefeßgebers fei es, überall da einzugreifen, wo Mißstände be stehen und diese sind auch im Konditorgewerbe vorhanden. Dann miffe man auch bedenken, daß die Grenzen zwischen Bäckerei und Konditorei keineswegs feststehen. Die Bäcker bellagen sich über die Konkurrenz der Konditoren und umgekehrt flagen diefe über Wenn man nun für ein Gebie Ronfurrenz der Bäcker. verbe von zweien, die so ineinander fließen, besondere Bestim mungen erlassen würde, ohne das andere zu treffen, so erzeuge das Misstimmung und gebe dem Verdacht Nahrung, daß die Regierung das eine Gewerbe zu gunsten des anderen benach theiligen wolle Es wurde dann beschlossen, auch in diesem Gewerbe die Arbeitszeit zu regeln. Auch hier wurde beschlossen, ein Maximum von 75 Stunden wöchentlich festzusetzen. Jedoch soll in diesem Gewerbe an Das wird sie nicht", ertärte Rina bestimmt, während se mit gleicher Entschiedenheit in die Düte griff. Sie stidirt im Bette und wird zur festgesetzten Zeit schon gerüstet sein." Aber wie versorgt sie das Kind, oder vielmehr die Kinder? Das ist ja ihr zweites." " Ah, der Große ist selbständig, der ist fast drei Jahre alt, der geht mit dem Bater, und für das Kleine habe ich foen in der Stadt diese Saugflasche gekauft," fie flopfte aufihre Tasche, die weit abstand, jetzt kann das auch ohne Miter versorgt werden." Du bist wohl viel bei ihnen, Rina?" Der von der medizinisch- hygienischen Ausstellung in Nom zurückgelangenden Güter Beschluß gefaßt. S Ueber den deutsch- russischen Handelsvertrag und die Junker spricht sich der Berliner Korrespondent eines schweizer Blattes, des St. Gallener Stadt- Anzeigers" fich wie folgt aus: Borläufig find es nur wenige Krautjunker, denen schon bei der bloßen Nachricht von der Unterzeichnung des Vertrages das oppositionelle Hera in die Hosen gefallen ist. Aber wer die Herren fennt, für die von jeher die Vorsicht die beffere darauf, daß sich irgendwo ein paar Planten finden werden, aus denen sich ein Nothbrücklein ins Regierungslager hinüber bauen läßt. aber diese Lehren nur auf einer gewiffen Kulturhöhe ver: Seite der Zapferkeit war, rechnet mit ziemlicher Sicherheit wirklichen. Da wo die Kulturentwickelung diese Höhe noch nicht erreicht hat, wie eben in Afrika und speziell auch in unseren Schußgebieten, da geht es ohne Sklaverei trotz christlicher Mission und angeblich göttlichem Beruf der Kirche, und was sonst der frommen oder heuchlerischen Redensarten mehr sind, wie Figura zeigt, nicht. Unser Genosse Bebel hat denn auch heute in einer recht glücklichen Rede den Zentrumsredner und den ihm zu Hilfe geeilten Paftor Schall von den Konservativen, so gründlich auf den Gand gesetzt, wie nur jemals einer in einer parlamentarischen Debatte abgeführt worden ist. Inseressant ist übrigens, daß in diesen, sich durch zwei Sigungen hinziehenden Kämpfen, fein lieberaler Redner auf dieses Thema einging. Und doch vertrat unser Redner nur Grundsäße, die längst Gemeingut der wirklich liberalen Weltanschauung sind. Aber der Liberalismus ist eben altersschwach geworden und seine derzeitigen Fahnenträger getrauen sich nicht mehr die einstigen Ideale zu vertreten. die voll Eifer sich anschickten, die Kouverts, in denen der Sozialdemokrat" verschickt werden sollte, mit ihren interessanten Handschriften zu versehen. Out of " Die Ankömmlinge wurden freudig begrüßt und eine reizende Blondine, die hier die Honneurs machte, hatte ihnen sofort einen Platz und alles Nöthige zugewiesen. Diese noch junge Frau war die Gattin des Administrators des Sozialdemokrat". Von der ängstlichen Ordnungsliebe und Pedanterie, lag ihrem Wesen nichts ferner als der Gedanke des Umsturzes. Ihre Toilette war immer sorgfältig und fie sah so appetitlich und nett aus, wie aus dem Schächtelchen gezogen. " Ich will nicht behaupten, daß die Chancen des russischen Handelsvertrages, der übrigens für jeden, der die Welt nicht mit einem Mistbeet verwechselt, eine politische und wirthschaftliche Nothwendigkeit ist, heute schon so gute feien, daß das Zustandekommen gesichert wäre. Aber durch die Annahme der früheren Handelsverträge hat die Regierung eine so ftarke Position, daß sie es schlimmsten Falles auf eine Auflösung des Reichstages ankommen laffen darf. Es ist ganz unmöglich, Rußland gegenüber, auf deffen Roggenproduktion Deutschland mit einem Sechstel seines Ronfums angewiesen ist, einen Differentialzoll von 5 Mark festzuhalten. Die Folge würde nur die sein, daß der russische Roggen nach Desterreich täme und dessen Getreide nach Deutschland schöbe, oder den Weltmarkt aufsuchte und hier die Preise so drückte, daß die Vortheile, welche die Agrarier von einem erhöhten Getreidepreise hoffen, wiederum herabgeschraubt würden. Die politische Seite des Bertrages wird kein Freund des Friedens unterschäßen fönnen. Es liegt auf der Hand, daß durch freundschaftliche Handelsbeziehungen manches zwischen den beiden Ländern zerriffene Band wieder angeknüpft werden wird. Für den Wirthschaftspolitiker, der gewohnt ist, nicht blos einzelne wirthschaftliche Gebiete oder Produktionszweige zu betrachten, sondern die Entwickelung im gangen au verfolgen, hat der russische Handelsvertrag aber noch eine be sondere Bedeutung. Er ist der entscheidende Schritt zu einer europäischen Wirthschaftsgemeinschaft, der sich auch Frankreich auf die Dauer nicht wird entziehen tönnen. Will Europa die furchtbare Konkurrenz des jungen Amerika aushalten, will es bie unaufhörlichen Krisen, die seine Eingeweide seit Jahren durchwühlen, wenigftens einigermaßen durch einen geregelten Export mildern, will es sich für seine überschüssigen Arbeitskräfte eine Berwendung fichern, die das bedrohliche Anwachfen der Reservearmee industrieller Arbeiter herabmindert, so muß es als geschloffenes Produktionsgebiet den überseeischen Ländern gegenüber auferschreckender Geschwindigkeit dem Zustande entgegen, wo sich die einzelnen Länder des europäischen Kontinentes selbst aufsie bewohnte mit ihrem Manne zwei Stübchen des eten. Gelingt ihm der Zusammenschluß nicht, so rast es mit " Ich thue was ich kann," sagte sie einfach, aber es sichte nicht aus, wenn Pisanoff nicht so brav wäre, ein Erdgeschosses, darin glänzte es von Sauberkeit und Alles rächtiger Mensch! Nun, er versäumt nichts, er ist noch war symmetrisch geordnet; da durfte kein Stühlchen oder nicht so weit, er kann seine Prüfungen erst im nächsten Näpfchen auch nur um eine Linie anders gerückt werden, Jahre ablegen, da hat er Beit, sich vorzubereiten, aber es als sich's gehörte. Sie pflegte in diesem heiligthum mit thäte ihm zu leid und mir auch, wenn klara damit nicht Handschuhen umherzugehen, weil sie immer säuberte, putte zurecht täme." und wischte. to tot " Kocht er denn auch?" fragte Helene, die sich von den Ihr Leben war indeß nicht immer so glatt und polirt the anerzogenen Begriffen, die zwischen Frauen- und Männer- gewesen, sie hatte Hartes erduldet. Ihr Mann, den sie sehr arbeit streng unterschieden, nicht völlig zu emanzipiren verliebte, hatte als politisch Kompromittirter eine lange Gemochte. monis noo fängnißhaft durchzumachen; sein blühendes Geschäft ging Natürlich tocht er", sagte Stina so ruhig, als wenn zu Grunde, und als er herauskam, wurde er ausgewiesen. sich das ganz von selbst verstünde, aber er muß auch ver. Sie hatte den Gefangenen getröstet, nun folgte sie ihm in dienen er arbeitet für mehrere Blätteres trägt so die Berbannung. Glücklicherweise durfte sie all' ihre wenig ein und es geht ihnen wirklich so knapp aber Sächelchen mitnehmen; das milderte ihre Schrecken. Bald wenn Klara ihren Dottor gemacht hat, dann wird es schon fand sie, daß Zürich fein allzu übler Ort sei, denn es war besser werden- fie ist sehr geschickt, sie wird als Frauen daselbst alles nett und rein. we stod arzt sofort eine Praxis finden dann kann sie ein Mädchen halten und dann ach Gottes ist nur mehr Eine din sei nicht böse, ich habe all' diese grünen Dinger da auf gegeffen nein, wie mir das leid thut ist's vielleicht Dein Abendimbiß gewesen?" -OORD Die Bestrebungen der Partei erhitten ihr nicht das Blut, aber die revolutionären Schlagworte waren ihr wohl geläufig und sie benutzte sie in naiver Unbekümmertheit, ohne auch nur mit den schönen, langen Wimpern zu zucken. Unter den Revolutionären machte sie scharfe, persönliche Unterschiede. Sie sympathisirte nur mit den Besseren", die was auf sich hielten. Diese bemutterte sie und hielt auch ihre Wäsche in Ordnung. Vor denjenigen, bie nicht so viel Rücksicht hatten, ihre Stiefel zu pugen, ehe Gie waren vor dem Hause am oberen Wolfbach an- sie bei ihr eintraten, warnte sie ihren Mann auf das gelangt, das Kourad vorhin betreten hatte und begaben sich Dringlichste, leider ohne Erfolg. fofort, eine Treppe hoch, in die Wohnung des Redakteurs. Beruhige Dich, nur eine Näscherei." " Gut, für mich war's ein Mittagessen," sagte Rina vergnügt, indem sie die letzte Reineclaude in den Mund steckte. Er selbst war nicht anwesend, aber um den Speisetisch sid herum saßen eine Anzahl von Volontärs, Herren und Damen, ( Fortsegung folgt.) freffen müssen, Es bleibt abzuwarten, ob diese Gefahr in den diden Schädeln der Agrarier wenigftens mit einem Schimmer erfannt werden wird; sollte es aber wirklich dazu kommen, daß die Regierung als der einfichtigere Theil die jetzige Voltsvertretung nach Hause schickt, dann mögen die Herren von Krautheim und Kohlburg sehen, wo sie bleiben. Das deutsche Volt besitzt Verständniß genug, um die große Tragweite einer handelspolitischen Einigung mit dem gefährlichen Konkurrenten im Often, durch die derselbe zum Bundesgenoffen gegen den fernen Westen wird, zu erkennen. Einen Reichstag, wie den jebigen, würden die Herren sicher nicht bekommen. Daß übrigens die Führer der agrarischen Bewegung selbst nicht wissen, was sie eigentlich wollen, daß sie ohne flare Biele einfach darauf ausgehen, das ohnehin schon trübe Gewäffer unserer Zeit noch mehr zu trüben, um darin desto bequemer fischen zu fönnen, zeigt ihr Verhalten gegenüber den agrarpolitischen Vorschlägen der preußischen Regierung. Diese hat als ersten Schritt zu einer Organisation des landwirthschaft. lichen Berufes im preußischen Landtag ein Gesetz zur Bildung von landwirthschaftlichen Rammern vorgelegt. Der Entwurf der in seinen Einzelheiten allerdings bedenklich bureaukratische Allüren trägt, ist in seinem Prinzip eine alte Forderung der Agrarier. Seit mindestens zehn Jahren schreien fie in allen Zonarten nach solchen landwirthschaftlichen Rammern, E3 gab eine Zeit, wo sie davon alles Heil erwarteten. Bei der ersten Berathung, die in diesen Tagen im preußischen Abgeordnetenhaus stattfand, zeigte sich nun die merkwürdige Erscheinung, daß gerade diejenigen, welche früher m lautesten nach dieser Organisation geschrien, dieselbe jetzt am = fchärfften bekämpfen. Die Motive find ziemlich durchsichtig. 1 Der Entwurf unterscheidet scharf zwischen Groß und Kleingrundbesih, und das paßt den Herren nicht; denn in dem Moment, wo der preußische Bauer erkennt, wie wenig feine Interessen mit denen des Latifundienbefiges übereinstimmen, ist es mit der Junterherrschaft vorbei; und da sich im Bunde der Landwirthe und in den landwirthschaftlichen Vereinen immer deutlichere Symptome zeigen, daß die Kleinbefizer von dem Gängelband der agrarischen Vormundschaft loszukommen trachten, so haben die Großgrundbesitzer allen Grund, die Spaltung durch eine offizielle Anerkennung nicht noch größer werden zu lassen. Es wird der preußischen Regierung fehr schwer werden, auf dem von ihr eingefchlagenen Wege zu einer wirksamen Bekämpfung der Uebelstände in der Landwirthschaft, ins besondere der überhandnehmenden Verschuldung, zu gelangen. Ihre größten Gegner werden gerade die Agrarier sein; denn ihnen ist es nicht um agrarische Reformen zu thun, sondern darum, die Milchkuh„ Staat" soviel als möglich für sich allein zu melten. Stimmt! Zur Auflösung kommt's aber nicht. Der Stocksprung wird ritterlich und mit Pudelgewandtheit aus geführt werden. " Die süddeutschen Agrarier, die noch lauter schreien" als die norddeutschen", zetern über das Kriechen vor Rußland", das zum deutsch- russischen Vertrag geführt habe. Unter dem früheren Kanzler hätte Deutschland sich nicht so gedemüthigt." Die Schreier" oder„ trischer" haben wohl vergessen, daß dieser frühere Reichskanzler es war, deffen Wettkriecherei vor Rußland" sogar der Kölnischen Beitung" etwas Schamröthe in das von Schminke starrende Dirnengesicht trieb. Ein deutsch- ruffisches Uebereinkommen wurde abgeschloffen zum Zwecke der Uebernahme von früheren Angehörigen, welche ihre Staatsangehörigkeit verloren haben. Die wichtigste Bestimmung lautet: Beide Theile verpflichten sich, diejenigen ihrer früheren Angehörigen, welche ihre Staatsangehörigkeit durch Abwesenheit im Auslande oder durch förmliche Entlassung oder auf andere Weise verloren haben, zu übernehmen, falls jene nicht eine andere Staatsangehörigkeit erworben haben. Personen, welche die von ihren Eltern verlorene Staatsange Diese Uebernahmepflicht soll sich jedoch nicht erstrecken auf hörigkeit ihrerseits niemals beseffen haben. Ueber die Ursachen des Verbrechend. Durch die Beitungen geht folgende Reporternotiz, die auch uns zu gefandt ward: Die an den Plößenfeer Gefangenen in großem Umfange vorgenommenen Schädelmessungen haben den Anstaltsarzt, Sanitätsrath Baer, zu der Ueberzeugung geführt, daß die namentlich von italienischen Kriminalanthropologen vertretene Anschauung von einem internationalen Verbrechertypus irrig fei. Wie er in der Sonnabend- Sigung der Anthropologischen Gesellschaft ausführte, giebt es teine besonderen Merkmale törperlicher und geiftiger Art, wodurch sich der Verbrecher von dem Nichtverbrecher unterscheidet, mit anderen Worten, es giebt teine geborenen Verbrecher. Wo die Organisation des Menschen ihn zum Verbrechen führe, habe man es nicht mit einem Verbrecher, sondern mit einem Geistestranten zu thun. Man finde allerdings bei Gewohnheitsverbrechern verbältnißmäßig viel Deformations- und Degenerations erscheinungen und geiftige und fittliche Depravationen, indessen in diesen Bildungsdefekten habe man nicht ein genetisches Moment des Verbrechens, sondern höchstens eine Begleiterscheinung zu fehen, sie sind nicht angeboren, sondern anerworben. Verbrechen" tönne an sich schon gar nicht bedingt sein durch die Organi sation des Verbrechers, weil Berbrechen" selbst ein wandelbarer Begriff sei. Der Verbrecher fei eben weiter nichts als das Produkt der sozialen Verhältnisse, unter denen er lebe, und darum feien auch Staat und Gesellschaft im Gtande, durch Beſeitigung ſozialer Schäden Verbrechen zu ver" 1 Endlich! Ein Erfolg der Anarchisten ist nun zu verzeichnen. Infolge ihrer wahnwißigen Thaten ist England bereit, auf internationale Abmachungen gegen die Anarchisten einzugehen; auch das englische Asylrecht ist in Gefahr. Jm Unterhause fand über diese Fragen eine Debatte statt, in der der Staatssekretär des Innern Asquith erklärte: Die meisten Staaten des Festlandes befäßen das Recht der Ausweisung, das die Verfassung Englands nicht gewähre. Infolge der Ausweisungen auf dem Festlande fänden von Zeit zu Zeit gefährliche, unerwünschte Persönlichkeiten den Weg nach England und zwar nicht selten, ohne daß die englischen Bes hörden von den ausländischen gewarnt würden. Die Regierung sei nicht der Ansicht, daß es nöthig geworden sei, die Gefeße Englands, die sowohl für den eigenen Schuh, als auch für die Erfüllung der internationalen Pflichten hinreichten; abzuändern. Die Regierung sei bereit und wünsche, mit den anderen Ländern gemeinsame Maßregeln zur Bekämpfung der Anarchisten und ähnlicher Feinde der Gesellschaft zu ergreifen, ergreifen, habe aber die Ansicht, diese internationnlen Bemühungen müßten nicht so sehr auf eine Erweiterung der Ausweisungsgewalt, burch welche Unschuldige mit Schuldigen verwechselt werden könnten und die Last und Gefahr von einem Lande auf das andere abgewälzt würden, als vielmehr darauf hinzielen, daß ein fonstanterer Austausch von Informationen und gemeinsamen Aftionen, sowohl behufs der Entdeckung, als auch der Beftrajung der Schuldigen zwischen den Regierungen und Polizeibehörden verschiedenen Länder • Die meisten Zeitungen haben hinter das weiter nichts Italien. Die Kammer ist heute zusammengetreten. als Produkt der sozialen Verhältniffe" ein Fragezeichen ges Herr Crispi ist zu sehr in Geldverlegenheit, als daß er macht. Nicht ganz ohne Grund, wenn auch der Grund die Ferien" noch hätte verlängern fönnen. Er braucht dieser Beitungen tein richtiger ist. Sie wollen die sozialen 100 Millionen neuer Steuern, will aber Ersparnisse" Ursachen des Verbrechens" ganz leugnen. Und darin haben machen. Das ist echt italienische Wirthschaft: Verschwenden fie Unrecht. Gewiß aber ist, daß die sozialen Ursachen nicht im Großen, sparen im Kleinen, mit Scheffeln zum die alleinigen sind, sondern daß auch geistige und törperliche Fenster hinauswerfen, in Löffeln wieder aufschöpfen. Und Abnormitäten in Frage kommen. Wenn die Schädelmessungen dente man, dieses arme, ausgesogene Volt! Wir Deutsche in Plößensee nach dieser Richtung hin kein Resultat ergeben sträuben uns mit aller Macht gegen die 50 Millionen der haben, so liegt dies unzweifelhaft daran, daß in Blößensee neuen Militärvorlage, und das noch weit, weit ärmere, noch nur leichtere und Gelegenheits Verbrecher sich befinden, Volk deren Typus von dem gewöhnlichen Durchschnittstypus fich weit, weit mehr ausgefogene italienische Bolt soll das nicht unterscheidet, und kein Verbrechertypus" im Gimme Doppelte aufbringen! Es ist einfach unn.öglich. Wäre die Kammer eine Boltsvertretung, so Lombroso's ist. In der sächsischen Strafanstalt fäße Herr Crispi jetzt in Untersuchungshaft, nächstens auf Bwickau, wo blos schwerere und Gewohnheits- Verbrecher der Unflagebant. Wie die Dinge liegen, wird es voraussind, hat eine vor anderthalb Jahrzehnten vorgenommene förperlich entartete" Menschen sind. Und wenn Sanitäts- Rammer. Von dem letzten Aufstandsversuch ist Italien zu Untersuchung ergeben, daß die große Mehrzahl geistig und sichtlich zunächst blos viel Lärm um nichts geben Opposition, stürmische Debatten, schließlich Jafagen der rath Baer seine Schädelmessungen in den deutschen 8uchtDie Postbeamten müssen sich nun über die Sozialhäusern vornimmt, wird er auch zu anderen Resultaten erschöpft, als daß es das Regiment Crispi in Bälde abdemokratie entrüften. Die" Post" theilt mit, daß ihr als tommen. Nachwehen der letzten heftigen Reichstagsdebatten über den Boftetat gegen uns aus den Kreisen der Postbeamten und der Postunterbeamten Buschriften zugehen, in denen energisch gegen die Ausführungen der sozialdemokratischen Redner Brotest eingelegt wird. mag? toot. Freilich das soziale Moment macht auch in den Fällen der Entartung sich geltend. Ein neues Bombenattentat hat in Paris statt gefunden. wird. heftige In Anlaß des leßten anarchistischen Attentats in Paris giebt nämlich die russische St. Petersburger Zeitung" den Rath, man möge, da Todesstrafe und Guillotine jene Leute nicht schreden, fie rädern, viertheilen, oder an langsamem Feuer rösten", vielleicht werde das helfen. schütteln könnte. Es wird noch einige Zeit verstreichen, bis die unvermeidliche Katastrophe hereinbricht. Freilich, je später das Strafgericht kommt, desto gründlicher wird es sein. blid wo wir dies schreiben, noch fein Telegramm vor. Ueber die erste Sigung der Rammer liegt, im AugenWir wissen blos durch ein Telegramm der Frankfurter Wer wohl die Postbeamten dazu veranlaßt haben Hausdurchsuchungen in Frankreich. Man schreibt Beitung", daß die Regierung beabsichtigt, mit dem veruns aus Paris unterm 19. d. M: s.: Diesen Morgen hängnißvollen Verschleierungssystem au Herr von Bennigfen will sich nach der bismardischen fanden sowohl hier wie in der Proving ca. 150 Saus brechen, um die Kammer über die wahre Lage des Allgem. 8tg." anläßlich seines auf die Mitte dieses Jahres suchungen bei Personen statt, die des Anarchismus veran bes aufzuklären und von ihr unter dem Appell fallenden 70. Geburtstages vom politischen Leben zurückziehen. bächtig" find. Außer Broschüren und Beitungen soll bie an ihren Patriotismus neue Opfer zu Trotz seiner großen Begabung ist Bennigfen schon längst Bolizei nirgends etwas entdeckt haben. Daß da, wo So- fordern, damit das Defizit beseitigt werden politisch todt, seine Partei hat sich seiner Führung entzialisten und Anorchisten in einen Topf geworfen werden, tönne." ledigt, es ist lediglich ein Ehrenposten ohne Macht, den er wie dies unfere Ordnungsmänner so gerne thun, leicht Mit anderen Worten, das bisherige Verschleie in der zerspaltenen Partei noch einnimmt. Auf den Luxus Irrthümer" vorkommen, und gar mancher Sozialist, um rungssystem" läßt sich nicht mehr fortseßen, das Land muß einer selbständigen Meinung hat Bennigsen schon seit eine Houssuchung bei ihm zu rechtfertigen, ganz einfach für also in anderer Weise über die wahre Lage aufgeklärt" Jahren verzichtet. Charakteristisch für ihn ist seine Stel- ein des Anarchismus verdächtiges Individuum erklärt wird, und in neuer Form abermals über ben Löffel barbiert lung zum Sozialistengesetze gewesen, bei dessen erster Vor- ist selbstverständlich. Gelbstverständlich aber auch, daß solche werden. Der Appell an den Patriotismus" soll den lage er die beste und eindruckvollste Rede gegen das Aus: Irrthümer" die legten Mittel sind, die kapitalistische Patient verhindern, sich zur Wehre zu sehen, wenn das nahmegefez gehalten hat, um wenige Monate später für Crdnung zu stärken, geschweige denn als ewige Einrichtung Steuermesser ihm wieder tief in das Fleisch eingebohrt dasselbe zu stimmen. Seit dieser Abstimmung ist er politisch anerkannt zu sehen. Als Aufforderung zu anarchistischen Verbrechen Die ,, Kreuz- Zeitung" meint, die Sozialdemokratie fei sich wahlen in Frankreich. Zu den Gemeinderaths- und Kammer- Ergänzungs- tann man die Stelle aus der St. Petersburger Beitung", Aus Paris wird uns unterm in betreff ihrer Haltung dem deutsch- russischen Handelsvertrag 19. Februar geichrieben: Obwohl bei den gestern in sechs We die die„ Kreuz- Beitung", übrigens nicht zustimmend, abdruckt, nach nicht ganz klar. Wir haben mit dem vielgeprüften sirken bier stattgehabten Ergänzungswahlen zum Gemeinderatbe auffassen: Junkerorgan so viel Mitleid, daß wir seine Zweifelsqualen tein einziger Kandidat den Sieg errungen, so steht es doch außer nicht verlängern wollen. Die Wahrheit ist: in der deutschen allem Bweifel, daß wenigstens in vier Stadtvierteln, die bisher Sozialdemokratie ist nicht Einer, der für den russischen von Sozialisten, und zwar durch die nunmehrigen Abgeordneten Handelsvertrag schwärmt, aber auch nicht Einer, der es treten waren, die Sozialisten bei der Stichwahl den Sieg davon Ed. Vaillant, Chauvin, Rouanet und Prudent- Dervillers vernicht für selbstverständlich hält, daß die sozialdemokratische tragen werden. Wenn dies nicht schon beim ersten Wahlgang Fraktion ebenso für ihn stimmt, wie jüngst für die so- der Fall war, liegt dies in dem Umstande, daß da gewöhnlich Daß das nicht helfen würde, beweist doch schon die genannten kleinen Handelsverträge. die verschiedenen Fraktionen ihre Kräfte messen wollen und Thatsache, daß derartige Strafen" früher, und zwar mit bemzufolge eigene Randidaten aufstellen, deren Stimmen dem gleichen Erfolge, wie die modernen Abschreckungstweiten Salaten en beren einigen dem gleichen Erfolge, wie die modernen abfchedungsdenjenigen mittel verhängt wurden, ohne die Verbrechen auszu Kandidaten vereinigen, der im ersten Wahlgange die relative rotten. assinemA Die Magdeburger Zeitung" und vermuthlich Majorität erhielt. Daß aber die Sozialisten bei der Stichwahl noch andere von der Firma Böttcher- Blum bediente in all diesen vier Stadtvierteln bestimmt siegen werden, das läßt Blätter schimpfen mörderisch, daß wir die Hinrichtung sich schon im vorhinein daraus ableiten, daß die gegnerischen Baillant's für einen Akt der Feigheit erklärt und gesagt gestern auch nur die Hälfte von den auf die sozialistischen KanKandidaten zusammengenommen in feinem dieser Stadtviertel haben, die" Gesellschaft" sei damit auf das Niveau didaten entfallenen Stimmen erhalten haben. der Steindrucker und Lithographen Berline! Baillant's, ja unter baffelbe binabgestiegen. Dat die Gleichzeitig mit ben fechs Barifer Gemeinderathen, fatt, Rollegen! Endlich ist der Vorstand seiner Pflicht nachMagdeburger Zeitung" denn ganz vergessen, daß der ge- fanben gestern in der Proving mehrere Abgeordnetenwahlen statt, gekommen und hat die Ungiltigkeitserklärung der Wahl vom fammte bürgerliche Liberalism us, so lange es beren Resultat zumeist ebenfaus zu Stichwahlen führt. Dabei ist es 9. November v. 3. veröffentlicht. Aus welchem Grunde man so noch einen gab, gegen die Todesstrafe war, und für uns besonders erfreulich, zu fonftatiren, daß im ersten Marseiller lange zögerte, liegt auf der Hand, man wollte uns bei der Wahl fie als Feigheit und Barbarei denunzirte? Und Wahlbezirke, der bisher von dem früheren Finanzminister und nun- unvorbereitet finden. Die von den Mitgliedern gewählte Romdie Magdeburger Zeitung" rühmt sich,, liberal" mehrigen Senator Bentral vertreten war, der von der sozialistischen mission hat jedoch ihre Pflicht gethan, alle Vorarbeiten zur zu fein! Wir Sozialdemokraten denken heute über Partei aufgestellte kandidat, Carnaub, wenn auch nicht die absolute Wahl find erledigt und wir erwarten nun von Euch, daß Ihr Eure die Todesstrafe genau so, wie weiland der bürgerliche um 642 Stimmen mehr als der von der dortigen Bourgeoisie Kaffe einberufen, findet am Donnerstag, den 22. Februar, Abends Majorität, so doch um viele hundert Stimmen, genau gerechnet Schuldigkeit voll und ganz thun werdet. Vom Vorstand der Liberalismus. Und was insbesondere Vaillant- Marchal zum Nachfolger Beytral's auserlesene Kandidat erhielt und es 8 Uhr im Bereinshause, Sophienstr. 15, eine Versammlung statt Und was insbesondere Vaillant- Wiarchal In betrifft, so verurtheilen wir seine Hinrichtung, abgesehen somit taum einem Zweifel unterliegt, daß er bei der Stichwahl und am Dienstag, den 27., die Wahl der Delegirten. von unserer prinzipiellen Verurtheilung der Todesstrafe, fiegreich aus der Urne hervorgehen wird. Wie bem jedoch auch beiden Versammlungen ist das Mitbringen des Mitgliedsbuches noch ganz besonders als die eines Frrsinnigen, d. h. eines immer lei, so steht heute schon das Eine über allem Zweifel fest, unbedingt erforderlich. Menschen, dessen Leben selbst die barbarischste Gesetzgebung daß die sozialistischen Stimmen in den wenigen, seit den letzten vergangener Jahrhunderte nicht anzutaften gewagt hätte. allgemeinen Wahlen verfloffenen Monaten einen nicht unbedeu In dem nämlichen Schimpfartikel behauptet die tenden Zuwachs erhalten haben. So schreitet denn tros AnMagdeburger Zeitung", wir hätten die Vorgänge des archistenbomben und Ausnahmegesehen der Sozialismus immer fiegreicher vorwärts. 18. Januar so übertrieben und so sensationell aufgebauscht, Also, teine falschen Hoffnungen! Es muß über den Stock gesprungen werden! " Soziale Ileberlicht. An alle wahlberechtigten Mitglieder der Orts- Krankenkaffe Arbeiter und Arbeiterinnen! G3 ist Eure heiligste Pflicht, in beiden Versammlungen zahlreich und pünktlich zu er fcheinen und Protest einzulegen gegen die im Vorstande herrschende Betternwirthschaft. Die Losung am Tage der Wahl sei: Der Stimmzettel Friedewald und Genossen muß fiegen! Damit die Verwaltung der Kasse in die Hände derjenigen komme, die die Mittel aufzubringen haben, müssen Alle am Blake fein. Kollegen, wir zählen auf Euch! Auf zur Berfammlung! Aufzur Wah!! Die Kommission. B. Dübelt, Lithograph. H. Friedewald, Steindrucker. daß der Leser hätte meinen müssen, es seien Tausende von Die politische Freundschaft zwischen Rußland der Polizei gemezelt worden. So lügt dieses Volk. und Frankreich ist infolge der schutzöllnerischen BestreMan lese unseren damaligen Artikel, und man wird finden, bungen in der französischen Rammer in Gefahr, in einen daß wir nicht ein Wort zu viel, wohl aber manches Wort französisch- russischen Bollkrieg überzugehen. Die russische zu wenig gesagt haben aus einer Mäßigung, die uns Regierung hat diese Drohung schon nach Paris gelangen – Fr. Scherer, Steindrucker. durch die Stücksicht auf unsere jammervollen Preßverhält lassen. Reaktionäre Bestimmungen über den Kolportagehandel nisse und auf das Interesse der Bartei und unseres Blaties hat türzlich die Stadtdirektion zu Stuttgart erlassen. TheoIn Holland steht die Wahlreform im Vorder- bor von Wächter hatte um Ausstellung eines Wanderauferlegt war. grund des politischen Interesses. Die Regierung brachte zu gewerbescheins zum Feilbieten von Druckschriften im Umherziehen Der Zentralausschuß der Freifinnigen Volks- Beginn der Session einen Gefeßentwurf, welcher die Zahl und um die erforderliche Genehmigung des eingereichten Druckpartei tagte am Sonnabend Abend und Sonntag Vor- der Wähler von 300 000 auf 800 000 erhöhte. Obgleich schriftenverzeichnisses nachgesucht. Da die Beamten der Stadtmittag in Berlin. Anwesend waren 53 Personen, nämlich er die Hälfte der mündigen Bürger wahlrechtlos läßt, direttion die Schriften als dem Volte nicht zuträgliche" erachteten, 26 Reichstags- und Landtagsabgeordnete der Partei und so ist er der Mehrheit der Kammer doch zu liberal" und wurde die Genehmigung des Gesuchs versagt. Der von Wächter außerdem 27 Bertreter verschiedener Bezirksverbände der ba eine Einigung bisher nicht zu stande gekommen ist, so erhobene Widerspruch ist nun auch abschlägig beschieden worden, und zwar mit einer Begründung, welche dem Kolportagehandel freifinnigen Volkspartei von außerhalb. geht die Regierung mit dem Gedanken um, die General direkt jebe Existenzberechtigung abspricht. Zu den von den würtAbgesehen von der Regelung der Personenfragen ist der staaten"( Rammer) aufzulösen, was für die Ent- tembergischen Sitten- und Moralrichtern nicht genehmigten Beschluß zu registriren, daß der nächste allgemeine Partei- wicklung der Sozialdemokratie natürlich von großem Vor- Schriften gehören u. a.: Der Mensch Jesu" und" Das historische tag vom 22. bis 24. September stattfinden soll, ferner theil wäre. Nichs ist belehrender als die Logik der That Charakterbild" von G. Tschirn ,,, Ernite Gedanken" von M. v. Egidy, wurde eine Kommission zur Vorberathung eines Programm- fachen, nichts kräftigender als die Nothwendigkeit des Weihnachtsgedanken zur Berwirklichung wahren Christenthums" entwurfes eingesetzt. Handels. von Th. v. Wächter, Die Frau und der Sozialismus" von Bebel. Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 21. Februar. Opernhaus. Margarethe. Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Leffing Theater. Madame SansGene. Deutsches Theater. Der Herr Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Donnerstag, den 22. Februar cr.: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bf Im Vorverkauf 40 Bf. ( siehe Blafate). Großes ULKProgramm. Zum Schluß: Als Bermählte empfehlen sich Albert Fricke id Bertha Fricke geb. Krüger. Sozialdemokratischer Wahlverein Berlin, den 20. Februar 1894.[ 18736 für den 3. Berliner Reichstagswahlkreis. Dem Uhrmacher August Kallert zu seinem heutigen Wiegenfefte ein dreimal donnerndes Hoch. H. J. T. Unserm Kneipfollegen W. Dobler zu seinem 23. Wiegenfefte ein dreimal donnerudes Hoch, daß Gulen seine Bude wackelt. Seine Stammbrüder. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß der Maurer Albert Leidig kurzem Wallner Theater. Mauerblümchen. Auf dem Maskenball. nach furgen und schwerem gerden am Wallner- Theater. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Brautjagd. Residenz- Theater. Der Maskenball. Henes Theater. A basso porto. Berliner Theater. Nora. Central Theater. Ein Blißmädel. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplah- Theater. Charley's Tante. Borher: Bajazzi. Hierauf: Der Teufel in Berlin. National Theater. Romeo und Julia. American Theater. Sumpen Su Ensemble von Mensel. Freitag: Viktoria- Brauerei. 19. Februar gestorben ist.ne Donnerstag, den 22. Februar, Abends 8½ Uhr: Große Versammlung= in Brochnow's Salon, Sebastianstr. 39. Zagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten HerbertStettin. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Zahlfiellen des Vereins befinden sich bei Gottfried Schulz, Rottbuser Thor; Börner, Ritterstr. 108; Flick, Simeonstr. 23; Voss, Köpniderstr. 39a Schöning, Stallschreiberstr. 29; Böhm, Dresdenerstr. 57; Lenz, Alte JakobDer Vorstand. traße 69; Wolsdorf, Wasserthorstr. 20. Sozialdemokratischer Wahlverein 467/8 Die Beerdigung findet am Freitag, für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. den 23. d. M., Nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses am ratweil'schen aus Batt Bierhallen G Kommandantenstr.77-79. Melt. u. größt. Etablissem. Berl. Läglich abwechselnd. Programm bei freiem Entree fanne, oder: Die Obdachlosen von der ersten Wiener Damenkapelle Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Mikloska" und Auftreten von 1879b Sonnabend, den 24. Februar, im Schweizer- Garten: 5. Stiftungs- Fest, 910 379/6 statt. Die trauernden Hinterbliebenen. bestehend in Gesang, komischen Vorträgen, Theatervorstellung und Ball, unter Mitwirkung des Gesangvereins Freie Liedertafel"( M. d. A- S.- B.), Nur noch kurze Zeit! sowie des Komikers Herrn Lewandowsky. Festrede gehalten vom Reichstage Präuscher's anat. Museum. Abgeordneten Robert Schmidt. Anfang 8 Uhr. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Nen: Rehlkopftuberkulose, Kehlkopfpolyp, Bruftfellentzündung, Billets à 25 Pf. sind in den Zahlstellen F. Krüger, Hirtenstr. 10, F. Weber, Lungenentzündung, Lunge mit Zuber- Landsbergerstr. 41, Wittchow, Kl. Hamburgerstr. 27, Richter, Neue Königfulofe, Herz mit Klappenfehler, Magen straße 90, Achilles, Greifswalderstr. 210, und in allen mit Plakat belegten mit Entzündung, mit Geschwüren, Bandlungen zu haben. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Leber- und Milzkrankheiten. Schuhkanal durch fünf Körper, Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins Gladiatorenkampf, täglich für erwachsene Herren, Dienstag und Freitag für Damen. Wintergarten. Spezialitäten- Bor Künstlern. Spezialitäten B. Nieft's Säle ftellung. Reichshalleu- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Boltsvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preifen. 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Derselbe wird innerhalb 15 Minuten ein Delgemälde malen, welches nach Schluß der Vorstellung gratis ver looft wird. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro Stunde 60 Pf. C. Koch, fr. Gambrinus. Weber- Strasse 17. da und Umgegend. Donnerstag, den 22. Februar cr., Abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung März noch Sonnabend set. Vereins- im Saale des Herrn Brochnow, Sebastianstraße Nr. 39. zimmer sind nach täglich zu vergeben. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. Wwe E. Schmiedel.. Säle für Versammlungen!! Roh- Tabak!! und Festlichkeiten Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, Romeo und Julia." find noch an verschiedenen Tagen gute Qualität, tadelloser Brand, Trauerspiel in 5 Aften von Shakespeare. Regie: Max Samst. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Boltsvorstellung. In Borbereitung: Die Weber." Schauspiel in 4 Aften. Central- Theater. Alte Jafobftraße 30. Zum 1. Male: Ein Blitzmädel, Poffe in 4 Akten von Karl Costa. Mufit von E. Millöcker. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 Atf. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anjang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. 15 Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: zu haben. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten Vorstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Elite- ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Ein Liebesabenteuer. Komische Orig.Pantomime. Fräulein Berkany, Kostüm- Soubrette. The Willon's, Dopp. Jongleure. Geschw. Gläser, Gesangsu. Instrument. Duettisten. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. PassageTagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Fr. Wilke. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, die Vereinsversammlungen regelmäßiger als bisher zu besuchen. he Der Vorstand. 476/6 Metallarbeiter und Arbeiterinnen! Donnerstag, den 22. Februar, Abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung in billiger Preislage, empfiehlt sämmtlicher Metallarbeiter u.-Arbeiterinnen Heinr. Franck, andlung, vorräthig. tabakBrunnenstr. 185. Formen( Bockfoorn) wieder Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am biesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Breije! Sämmtliche im Handel befind!. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. 66. Resterhandlung. 66. Billig Reste zu Knaben- Anzügen von 1 M. Große Anzüge von 7 M. an bis zum feinsten Rammgarn, auch pass. zu Einfegnungs- Anzügen. 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Wahl der Revisoren. 5. Wahl der Vertrauensmänner. 18 10.07 madalat sin sis288/ 16 Der wichtigen Tagesordnung wegen werden sämmtliche Kollegen und Rolleginnen gebeten, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer. R. Wegner, Oranienstr. 28a, p. 3 Zr. Echt Stonsdorfer Liför à Ltr. 1,20, 5 Str. 5,50, 10 Qtr. 10, 50 2tr. 47,50, 100 Str. 90 Mark. Eugen Neumann& Co., Inh. Conrad Neumann, 6a, Belle- Alliance- Plak 6a. 81, Neue Friedrichstraße 81. Amt Moabit Nr. 127. 8, Oranienstraße 8. Aktien- Brauerei- Gesellschaft Moabit. 01 Berlin NW. Mit dem Versand unseres vorzüglichen, aus den feinsten Rohmaterialien hergestellten: 5619L Roh- Tabak Kloster- Bockbieres Detail- Verkauf Rud. Völcker& Sohn, Köpnickerstr. 45.[ 1811b Zur Einsegunng: Große Auswahl Schwarze Cachemirs, reine Wolle, doppeltbreit, Mtr. 75 Pf., 1 M., 1 M. 25 Pf., 1 M. 50 Bf., und 2 M. Schwarze Diagonals, reine Wolle, doppelt breit, Mtr. 95 Pf., 1 M. 25 Bf., 1 M. 50 Pf. und 2 M. 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Wiederverkäufer hohen Rabatt. ( Bei Einzelbestellungen bitten wir 3 Pf. für Porto beizulegen.) Die höchft zeitgemäße und von Seiten der Genossen längst erwartete Schrift empfehlen wir zur Massenverbreitung angelegentlich. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. GRIS Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 43. Mittwoch, den 21. Februar 1894. 11. Jahrg. VnvlAnrenksverMite. Deutscher Reichstag. S4. S i tz u n g v o m 20. F e b r u a r 1894. I U h r. Am Tische des Bundesraths: Graf von Caprivi, Geh. ?ath K a y s e r. Die zweite Berathung des Kolonialetats wird fort- gesetzt und die gestern nicht zu Ende geführte Debatte über den Spezialetat für Kamerun wieder aufgenommen. Abg. Lieber(Z.): Herr Bebel hal gestern wieder bei der Beleuchlung des Verfahrens des Gouverneurs Leist und anläßlich der Durchpeitschung der Dahomehweiber von den deutschen Kultur- trägern und der christlichen Zivilisation gesprochen. Er verur- therlt mit solchen abschätzigen Aeußerungen nur sich selbst und »einen Standpunkt; denn was hat diese, falls erwiesen, in höchstem Grade verwerfliche und mißbräuchliche Handhabung der Gewalt in unserm Schutzgebiet mit dem Deulschldum, mit dem Christen- thum zu tdun? Die Kommune hat Geißeln erschossen. Wie würde es Herrn Bebel gefallen, wenn ich von diesem Verfahren als einem Kulturinstrument zur Verbreitung sozialdemokratischer Zivilisation spräche? Da- Versahren des Kauzlers Leist ver- urlheilt das Zentrum auf's schärfste. Was den Sklavenhandel bclrifft, so haben wir gegen den Antrag Ehni, betreffend die Befirasuiig des Sklavenhandels, gestimmt aus den Gründen, ai s welchen schon 1891 dasselbe Verlangen in der Regierungsvorlage vom Hause abgelehnt worden ist. Tirtzdcm hat der„Vorwärts" uns direkt verdächtigt, unser Ehnstenthum als fäuilich bezeichnet, weil wir den Antrag Ehni abgelehnt hätten. Man weiß doch ganz genau, daß die Reso- lulion, welche die Bestrasung des Sklavenhandels und Sklaven- raubes verlangt, mit diesem Zusatz abgelehnt worden wäre. Es handelt sich bei der Resolution lediglich um Reichsangehörige. Der„Vorwärts" sagt, wir hätten gegcn den Zusatz Ehni gestimmt, m eil unser Christenthum uns nicht erlaubt, deutsche Reichs- angehörige, die Sklavenhalter sein sollten, unter Slrase zu stellen. Eine solche Behauptung kann nur das Produkt einer außer- ordentliche» Vergeßlichkeit sein; denn für Reichsaugehörige steht schon seit 1686 das Sklavenhalten unter Strafe. Mit einem An- trage rn dieser Richtung würden wir lediglich offene Tbüren ein- gerannt haben. Das hat der Abg. Ehni auch nicht mit seinem Antrage beabsichtigt. Schon 1591 hal man hier eine Aeußerung des Kardinals Lavigerie verlesen, welche die plötzliche Abschaffung des Sklavenhaltens fürWahnsinn erklärt; desgleichen eine Aeuße rung des Pater Schynse, der den Gedanken, einen Jahrhunderte alten Zustand, wie den der Negersklaverei, plötzlich mit Bajo- netten ändern zu wollen, gleichfalls als Wahnsinn bezeichnet. Forderungen, wie diese plötzliche Aufhebung, konnte also nur die politische Unvernunft des sozialdemokratischen Parteiblattes er- heben. Gerade um die allmälige Beseitigung dieses Schand- fleckes zu ermöglichen, treten wir so warm für die Missions thätigkeil ein. Abg. Schall(dl.): In ganz unnöthiger Weise sind einzelne Vorfälle in der Kolonialverwaltung hier aufgebauscht und ins Breite gezogen worden, namentlich von den Sozialdemokraten. Ganz unberechtigte Angriffe sind gegen die Missionen gerichtet worden. Warum hat man die Knuten aus Afrika kommen laffen? Ich muß annehmen. Sie(zu den Sozialdemokraten gewendet) werden sie nicht dem Museum überliefern, sondern sie in Ihrem Arsenal aushängen, um sie später als Modell zu benutzen; denn in Ihrem Zulunstsstaate werden Sie die Knute nicht ganz entbehre» können, der Zukunstsstaat wird von der Sklaverei nicht so weit entfernt sein. Ich spreche Ihnen jedes Recht ab, sich dieser armen Asri- kaner anzunehmen: wer den Menseljen das Jenseits abspricht hat lein Recht dazu. Wirklicher Geh. Legationsrath Kayser: Ich kann nur wiederholen, daß ein unparteiischer Beamter hinansgeschickl worden ist, um zu untersuchen, ob und was an dem Vorwurf gegen den Kanzler Leist sich als begründet herausstellt. Je nach dem Ausfall wird die Entscheidung getroffen werden In betreff des Sklavenhalteus bin ich mit dem Zlbg. Lieber voll> ständig einverstanden. Tie Haussklaverei ist in Afrika geradezu das, was die soziale Frag« in Europa ist. Allmälig aber wird vorwärts gegangen. Tie Sklaven werden mit ihren Klagen vor unseren Gerichten zugclaffen und bei ihnen unausgesetzt an der Eriveclung der Anschauung gearbeitet, daß sie nicht Sache, son- dern Personen sind. Wenn man uns genügende Zeit läßt, wird es auch in dieser Beziehung in nicht zu ferner Zeit soweit sein, daß wir auch den Rechtszustand ändern können. Die Vorgänge, die sich in Dahomeh abgespielt haben, zeigen aber, daß es mit dem plötzlichen Umschwung nicht gehen würde. Zwischen den evangeli- scheu und den katholischen Misstonen wird gemäß den Weisungen des Riichskauzlers an das Kolonialamt, kein Unterschied gemacht. Ter Wörinann-Tampfer ist einem liberianischen Kriegsschiffe begegnet; dieses verlangte die Auslieserung der 21 Schwarzen als Geißeln und der Kapitän des Wörmann- Dampfers hat sich diesem Verlangen gejügt, weil er sich zur Auslieferung verpflichtet glaubte. Später sind diese Neger nach Kamerun zurückgesührt worden. Was Herr Bebel aus diesem einfachen Thatbestande macht, erinnert au die Formel, wonach auch, wenn ein Droschken gaul stürzt, die bestehende Gesellschaftsordnung dafür verantwort- lich zu machen ist. In der Angelegenheit Wölber und Brohm hoben wir dem Entgegenkommen der französischen Regierung zu verdanken, daß die Haft des Agenten der Firma abgekürzt und als Strafe nur die«mfache Landesverweisung verhängt wurde. Wenn die Firma sich auf ein Kolonialgesetz beruft, welches den Loskauf, wie sie ihn vorgenommen, gestattet, so ist das um so merkwürdiger, als diese Verordnungen erst zwei Jahre nach dem Beginn dieser Geschäfte der Firma erlassen worden ist. Unwahr ist auck, daß die kaiserliche Regierung Sklaven angekauft und auf kaiserlichen Schiffen transportirt habe; es handelt sich um Sklaven, welche ohne Voruisscn der Regierung von Herrn o. Gravenreulh angekauft waren. Mildernd« Umstände flehen allerdings der Firma auch zur Seite. In Dahomeh stand Leben und Existenz jedes Europäers jeden Augenblick unter der Will- kür eines blutdürstigen Tyrannen; dadurch wird manches in dem Verhalten der Firma erklärlich. Tie Angelegenheit gereicht unS nicht zur besonderen Ehre. Wir haben keinen Verluschungs- versuch gemacht, obwohl die Sache unsere Kolonialverwallung gar nichts angeht. Im übrigen darf ich mitiheilen, daß der Reichskanzler bereits Weisung gegeben hat. einen Gesetzentwurf betreffend die Bestrasung des Sklavenhandels und Sklavenraubes auszuarbeiten. Abg. Graf Arnim bleibt dabei, daß die Zahlung von Sold die Meuterei verhindert hätte; andererseits habe der Reichs- kanzler Unrecht, wenn er sage, es wäre nichts vorgefallen, bis plötzlich die Meuterei kam. Diese Aeußerung stehe im Widerspruch mit den Ausführungen des Herrn Leist selbst. Dieser hebt ja selbst hervor, wie die Unzufriedenheit unter den Leuten entstanden und gewachsen sei. Reichskanzler Graf Caprivi: Ich bin in meiner Ueber- zeugung davon, däß die Motive der Meuterei dem Kanzler Leist nicht lange vorher gewärtig waren, durch die Ausführungen des Grasen Arnim nicht erschüttert. Abg. Beckh(frs. Vp.): Das Kolonialamt hat diese Vor- aänge durch eine rosenrothe Brille angesehen, während dieselben doch eine dunkle Färbung haben, Tie„Vosfische Zeitung" hat bereits vor einiger Zeit in scharfer Weise das Urlheil abge- geben, daß wir in Kolonialkreisen sehr unzufrieden mit der Ver waltung in Kamerun und daß deren Sündenregister sehr groß sei. Ein Erlaß über das Honneurmachen ist vordem in Ost' asrika bereits in Kamerun ergangen durch den Kanzler Wehlau Volkamer war sich allerdings der Gefahren bewußt, denen er entgegenging, aber er konnte nicht annehmen, daß man ihn mit seiner Ausrüstung so lange allein laffen würde. In längstens drei Monaten war ihm das Nachfolgen einer Expedition in Aussicht gestellt. Aber man hat fast ein Jahr darübergehen lassen. Allein auch so hätte man durch Bolen sich mit Herrn Volkamer in Verbindung fetzen können, da die Ensernung nur 200— LSV Kilometer betrug. Das Gouvernement war thatsächlich schon August 1892 davon unterrichtet, daß Volkamer ungenügend mit Munition versehen war; das geht aus der amtlichen Kolonialzeitung hervor. Ebenso ist es mit der Verpflegung sehr schlecht gebalten worden, wie der Bericht des Chefs Ramsay beweist. Es ist auch die Geschichte mir dem Tagebuch nicht genau aufgeklärt. Warur.i wird das Stationstagebuch nicht an den Tag gebracht? Die Familie hat wegen der Herausgabe sogar die Klage erhoben. Abg. Bebel: Ich habe nicht behauptet, daß die Freigabe der Neger aus dem Wörmann-Dampfer auf deutschem Gebiet erfolgt ist und deutscherseits verschuldet sei, sondern ich habe ver- langt, daß das Deutsche Reich seinen Einfluß geltend mache, daß solche Vorgänge sich nicht wiederholen. Nach den offiziellen Mittheilungen hat sich die Sache etwas anders zugetragen, als es in unserer Parteipresse dargestellt wurde. Ich kon- statire aber doch, daß dieser ganze Vorfall erst durch unsere Presse in die Oessentlichkeit gekommen ist, daß sie im Interesse der deutschen Ehre ihre Schuldigkeil lhut. Darum halten wir uns verpflichtet alles, was der deutschen Ehre und dem deutschen Namen Schande und Schaden machen könnte, rücksichtslos zur Sprache zu bringen. Die Nilpserdpeitschen als christliche Kulturmittel zu bezeichnen, hatte ich ein volles Recht, denn seit Jnaugurirung der Kolonialpolitik wird es als die vornehmste Aufgabe hingestellt, die christliche Kultur in Asrikazu verbreiten und man würde es lebhaft zurückweisen, wollte ich die Herren Wölber und Brohm und Wörmann keine guten Christen nennen. Um so mehr war es unsere Pflicht, die Mittel dieser„christlichen Kultur" öffentlich zu brandmarken. Herr Lieber hat das Votum des Zentrums gegen den Antrag Ehni damit entschuldigt, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen es in Afrika nicht möglich sei, mit einem Schlage die Haussklaverei zu beseitigen. Damit hal aber das Zentrum bewiesen, daß es nicht den christlichen, sondern den ökonomischen Grund- sähen Rechnung trägt.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Es ist die schlagendste Illustration für meine neuliche Behauptung, daß der Kulturgrad nicht durch die Religion bestimmt wird, sondern die Religion durch den Kultur- grad.(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Nach Ihren christlichen Grundsätzen müßten Sie ausgesprochene Feinde der Haussilaverei sein und doch treten Sie jetzt für die Haus sklaverei ein, weil Sitte, Gewohnheiten und ökonomische Bs dingungen der dortigen Gegend die Haussklaverei vorerst noch vothwendig machen. Tie„Post" sagt von unserem Sonnabendstreit: zwar behielt Herr Lieber das letzte Wort, aber die dialektischen Waffen Bebels erwiesen«sich stärker als die seinigen. Ich bestreite nicht, daß das Christenthum grundsätzlich der Sklaverei feindlich ist, ich bestreite aber, daß das Christen- lhnm von allem Anfang an bedacht gewesen ist, die Sklaverei abzuschaffen. Das Christeuthum hat es ausgezeichnet ver- standen sich den jeweiligen Kulturforderungen anzubequemen und als es in Teutschland Boden faßte, hat es gar keinen Anstand genommen, die Sklaven zur Bewirlhschastung der Klostergüter u.s.w. beizubehalten. Im Mittelalter wurden unter den Augen des Papstes in Rom Silavenmärkte abgehalten. Ein Mann, der Ihnen nahe steht. Töllinger(Widerspruch im Zentrum)— Sie sprechen ihm die Autorität erst ab, seitdem er sich gegen die Jnsallibilität des Papstes erklärt hat, vorher aber war er eins Ihrer größten Kirchenlichter— hat in seinen akademischen Reden den Satz aufgestellt, daß für Asrika nicht das Christenlhum, sondern eigentlich der Muhamedanismus die entsprechende Religion sei. Das Christenlhum hat sich allen Formen angepaßt, es hat die Hörigkeit verthcidigt und die Leib- eigeuschaft und den Bauernaufstand zur Resormationszeit aufs grimmigste bekämpft. Das geschah nicht blos von katholischer Seite. Auch Luther hat die Leibeigenschast vom Standpunkt des Christcnthums in Schutz genommen.(Redner zitirt die be- treffenden Stellen.) Erst seit dem 17. Jahrhundert ist man aus Beireiben der englischen Regierung dazu übergegangen, i» den Kolonien allmälig die Sklaverei abzuschaffen. Die christliche Geistlichkeit fand es vollständig mit de» christlichen Lehren über- einstimmend, die Sklaverei ausrecht zu erhalten. Und wer trat in den 60er Jahren am eifrigsten gegen die Sklavenbewegung aus? Die protestantische und katholische Geistlichkeit in allen Kulturländern Europas. Die konservativen Zeitungen, allen voran die„Kreuz- Zeitung, standen auf Seite der Ver� theidiger der Sklaverei. I» einem gut christlich-katholischen Staate, in Brasilien, bestand die Sklaverei»och bis vor einem halben Jahrzehnt. Das Christenthum hat sich mit der Sklaverei meisterlich abgesundcn. ebenso wie mit der Lohnsklaverei und in ähnlicher Weise auch noch eines Tages mit dem Sozialismus. Wer ist bei der lex Heintze für Prügel- und Latten- strafe eingetreten? Die Sozialdemokraten waren es nicht. Wir sind Freunde des Fortschritts. der Menschlichkeit aus allen Gebieten gewesen und mußten es sein, wenn wir über- Haupt Boden gewinnen wollten. Pastor Schall, vielleicht ein Bruder des Abgeordneten, hat in einem Buch einen guten Theil der Forderungen der Sozialdemokratie auerkannt. Daß auch die protestantische Geistlichkeit es verstanden hat, sich mit etwas ab zufinden, was kaum mit der christlichen Lehre zu rechtfertigen ist, beweist, daß Melanchthon nichts gegen die Toppelehe des Landgrafen von Hessen einzuwenden hatte.(Präsident v. Levetzow ersucht den Redner, nach Kamerun zurückzukehren.) Herr Schall hat spöttisch von unserem nationalen Interesse ge sprochen. Nun, die Partei, die hinter ihm steht, war bis vor kurzem die wüthendste Feindin der Einheit und Freiheit Deutsch- lands. Sie(rechts) sind an der deutschen Einheit nicht schuld. Herr Schall sagte, man sei nicht gewohnt, von der Thätigkei» der MlssionSgenoffeuschcisten in emphatischem Tone zu spreche». Nur schade, daß er kurz daraus von dem einen Negerunterosfizier so emphatisch sprach, als hätte er tausende von solchen Unteroffizieren aufzuweisen. Tie Nilpferdpeitschen würden wir in unserem Zukuiisisstaale nicht als Modelle benutzen, sondern als abschreckendes Beispiel Ihrer Kittiur im Museum aushängen. In bezug auf die Missionen habe» Sie keinen Grund, de» Mund so voll zu nehmen. Der Inspektor der Baseler Missions-Gesell- schaft. Herr Graul, hat öffentlich erklärt, daß die Missionäre selten die Bildung haben, um die dortigen Verhältnisse richtig auffassen und beurtheilen zu können. So scharf habe ich mich gar nicht ausgesprochen. Auf die Thätigkeil der Krankenschwestern bei der Meuterei in Kamerun einzugehen, hatte ich keinen Anlaß, weil es sich für mich nur darum handelte, die Ursachen festzu- stellen, die zu jener Meuterei geführt haben, Ich konstatire aber, )aß der Pastor Schall in seiner ganzen Red: auch nicht ein einziges Wort der Verurtheiluna gegen die scheußliche Mißhand- lung der Dahomehweiber gehabt hat.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schall Ct.): Wenn dort Scheußlichkeiten vorgekommen sind, werden wir sie noch ganz anders verurtheilen, als die Herren da drüben; unsere christliche Theilnahme steht himinelhoch über Ihrer Gleichheit und Brüderlichkeit. Haben sich protestantische Stimmen für die Beibehaltung der Sklaverei in Nordamerika ausgesprochen, so ist das doch nicht aus christlichen, sondern aus politischen Rücksichten geschehen.(Ruf bei de» Sozialdemokraten: Das behaupten wir ja gerade!) Damit wird aber nichts wider- legt. Pastor Schall in Bahrdorf theilt mit mir nur den Name» und die Liebe zu der Aufgabe, das Loos der arbeitenden Klassen zu verbessern. Von seiner schwärmerischen Vorliebe für direkte Unterhandlungen mit den Sozialdemokraten ist er längst zurück- gekommen; er hat mir selbst gesagt, als er aus einer sozial- demokratischen Versammlung kam: Ich bin in einer Pesthöhle gewesen!(Lachen links.) Unsere Partei als nicht national gesinnt hinzustellen, ist doch vergebliche Mühe. Abg. Lieber(Z.): Der Abg. Bebel hat sich in einer ganzen Reihe von Angriffen auf das Christenthum ergangen, die er aus dem Schatze seiner geschichtlichen Kennlniß geschöpft hat. Die Größe des Christenthums, die ideale Erhabenheit des Christen- lhums bei feinem Gange durch die Weltgeschichte können Sie nicht verstehen.(Beifall rechts und im Zentrum.) Sie llammerii sich an Menschlichkeiten, an Schattenseiten aus der Geschichte des Christenthums und geben das für Geschichte aus. Die ganze alte Kultur bot Julianus Apostat« gegen die junge Kultur des Christenthums aus und da sagt Herr Bebel, die christliche Religion sei durch die Kulturentwickelung geschaffen. Abg. Bebel: Die zitirten Aussprüche Luther's habe ich wörtlich seinen Schriften entnommen. Mit dem Bestreiten der Thalsache, daß Luther solche Grundsätze, wie mitgetheilt, gehabt hat, ist es also nicht so weit her. Das römische Reich hatte in seiner Kultur denjenige» Fäulnißgrad erreicht, der nothwendig war, um vie christliche Kultur zur Geltung kommen zu lassen, und die leitenden Grundsätze des Christenthums sind schon Jahr- hunderte vorher von Sokrales, Plalo u. s. w. verkündet worden. (Andauerndes Lachen rechts und im Zentrum.) Daß Sie darüber lachen, ist selbstverständlich. Sie glauben ja an das Christen- thum als an eine von Gott geoffendarte Religion. Das Christen- thum ist seiner Lehre nach allerdings ein Feind der Sklaverei und jeder menschlichen Unterdrückung. aber die Kirche hat es stets verstanden, sich mit den jeweiligen Zuständen abzufinden und daraus allein konimt es an. Die Vertreter des Christen- thums, repräsentirt durch die Kirche, haben allezeit ihre Grund- sähe preisgegeben. wenn es ihren Interessen, ihrer Herrschsucht, ihren'Vortheilen entsprach. Damit schließt die Diskussion. Die Ausgaben für das Schutzgebiet bei Kamerun werden bewilligt. Bei dem Spezialetat für Togo(Einnahmen und Aus- gaben 186 000 M.) ermahnt Präsident v. Levetzow die Mit- glieder, in den weiteren Erörterungen nicht zu sehr ins All- gemeine abzuschweifen. Man habe viel über christliche und Heid- nische Kultur, über Luther und Julianus Apostata, über Liberia und den nordamerikanischen Freiheitskrieg gehört(Heiterkeit); es sei an der Zeit, jetzt zum Kolonialetat zurückzukehren. Der Etat für Togo wird ohne Debatte bewilligt. Bei dem Etat für das Südwe st afrikanische Schutz- gebiet, welcher in Einnahme und Ausgabe mit 1 027 000 M. balanzirt und einen Reichszuschuß von 1 000 000(bisher 267 300 M.) erfordert, geht Abg. Hammacher(nl.) sehr ausführlich auf die jüngsten Vorgänge in dieser Kolonie«in. Die Entwickelung der Kolonie habe sich in der ersprießlichsten Weise gc- staltet. Alles schien vortrefflich zu gehen, als plötzlich die neuesten Vorgänge den ganzen bisher erreichten Erfolg in Frage gestellt habe». Der Kommandeur habe sich nicht nur über die Stärke Hendries getäuscht, sondern auch über die ganze militärische Lage der Kolonie, obwohl schon seit 1892 unausgesetzt die Forderungen Herrmann'S erhoben wurden. Jetzt sei der Schaden da, jetzt stehe fest, daß Herr v. Franeois nicht der richtige Man» am richtigen Platze sei; trotz aller Vertheidigungs- versuche, welche der Reichskanzler schon gestern gemacht habe, kommt Redner mit der Budgetkommisfion zu dem Schlüsse: Herr v. Franeois muß abberufen werden! Abg. Bebel: Lüderitzland ist zu weiter nichts als zu einer kleinen Viehznchtkolonie geeignet. Die Denkschrift hält zwar auch laudivirlhschaftliche Betriebe für möglich, aber im drastischen Widerspruch mit der dortigen Schilderung steht diejenige, welche Graf Caprivi am Sonnabend von dieser Kolonie gab. Nach seiner Schilderung muß jeder Wagen mit 13 Ochsen bespannt sein, um in dem Sand vorwärts bewegt zu werden: Wasser fehlt überall, so daß künstliche Zisternen an- gelegt werden müssen. Die Anlage, welche Herrmann betrieb. ist ihm nur durck ein sehr erhebliches Reichsmittel möglich ge- worden; es ist Täuschung, zu glauben, daß ohne weiteres ähn- liche landwirthschastliche Betriebe in derselbe» Weise ins Leben gerufen werden könnten. Die einzelnen Ansiedelungen werden immer sehr weit auseinander liegen und ihr Schutz wird stets ungeheuere Kosten erfordern. Seit 1879 hören wir hier im Reichstage, die deutsche Landwirtbschaft könne unter der Kon- kurrenz des Auslandes nicht mehr bestehen, man will die Ein- führung eines Wollzolles und dergleichen. Nun kann in Lüderitzland nur die Schafzucht Aussicht auf Erfolg haben. Tritt dieser Erfolg ein, dann werden doch unsere Agrarier um so heftiger nach dem Wollzoll schreien. Was ist denn das für eine sonderbare Politik? Mit jeder Vermehrung des Angebots der Wolle muffen doch die Klagen über die Konkurrenz� immer lauter werden. Diesen Widerspruch können Sie nicht lösen. Bei der Einnahme von Hoornkrans ist eine ganz ungewöhnlich große Zahl von Frauen und Kindern unter den Gelödteten gesunden ivorden, und es ist behauptet worden, daß die Schutztruppe sie niedergemetzelt habe. Ich wünsche Aufklärung darüber, wie es sich mit dieser Beha ptung verhält. Die Kolonialpolitik in diesem Gebiete leidet an völliger Erfolglosigkeit. Seit Jahren ist unsererseits darauf hingewiesen worden, daß die Kosten für dasselbe immer größer werden muffen. Die topographischen Ver- hältnisse sind für uns außerordentlich ungünstige. Wir werden gegen diesen Etat stimme». Abg. Gras Arnim ist ganz entgegengesetzter Ansicht. Süd- westafrika sei eine unserer besseren Kolonien, eine unserer Zukuufls- kolomen. Direktor Kahser: Es ist doch sehr fraglich, ob ein anderer als Major von Franyois einen andern oder bessern Erfolg in Südwest-Asrila gehabt hätte. Zu einem abschließenden Urlheile darüber, ob ihm ein Verschulden trifft, fehlt es zur Zeit durchaus an genügenden Unterlagen. Abg. von Cuuy(natl.) hält es für ausgemacht, daß die südivestafrikanische die einzige Kolonie ist, nach der eine deutsche Ansivanderuiig möglich ist und wo die deutsche Ansiedelung Früchte tragen kann. Ter Etat für das südivestafrikanische Schutzgebiet wird ge- nehmigt, ebenso der Reichszuschuß und die aus Reichsmitteln zu zahlenden Ausgaben für die Verwaltung der sämmtlichen Schutzgebiete. Damit ist der Etat des Auswärtigen Amtes erledigt. Schluß SV: Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr (Initiativanträge.) Abgeordneteuhaus. 19. Sigung vom 20. Februar. Vormittags 11 11 hr. Aun Ministertisch: von Werlepsch, Miquel, von Heyden. der werthvolle Schatz der Kalifalze gefährdet wer den könne, des wir es im öffentlichen Jntereffen für geboten, in der Gerichts halb folle das Syndikat geschützt werden durch die Einführung verhandlung die ganze Fülle des Belaftungsmaterials, das gegen des Monopols. ten zu ſtehen. erheit, das wir z Abg. Schmieding( natl.): Nur die schwerwiegendsten Gründe die Polizeithat ins Feld geführt werden kann, vorzuführen. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Gesetz aber solche Gründe sind nicht nachgewiesen. Die Waffergefahrzeugen gegen die Polizei zu Gebote; um aber die Niederlage fönnen einen solchen Einbruch in die Bergbaufreiheit rechtfertigen, 3war steht uns heute schon eine große Anzahl Belastungsentwurfs betr. die Aufsuchung und Gewinnung der wird durch das Monopol nicht ferngehalten. Der Schutz des des heutigen Systems zu einer vollständigen zu machen, ist es Kali und Magnesiafalze. Syndikates kann den Konsumenten gleichgiltig sein, denn im Minister v. Berlepsch: Auf eine Anregung des Abg. Interesse der letteren werden Syndilate nicht unternommen. Die die Pflicht eines jeden, der an dem traurigen Ereignis Schult= Lupiß, daß für eine Verbilligung der Kalifalze Vorlage wird den Aktienschwindel nicht verhindern, sie hat ihn passiv oder als Zeuge betheiligt war, uns im Interesse der und für den Schuß der Produktion derselben Sorge ge- schon gefördert, denn die Syndikatsaktien sind sprungweise in die öffentlichen Sicherheit, das wir zu vertreten haben, zur Seite tragen werden möge, habe ich Erwägungen angeffellt; in bezug Söhe gegangen. Ein Staatsmonopol wäre zu ertragen, ein zu stehen. auf den ersten Punkt hat das Syndikat der Vereinigten Synditatsmonopol dagegen nicht. Die Kommission wird wohl Raliwerfe beschlossen, beschlossen, für für die weiteren Entfernungen taum eine. Berbesserung der Vorlage herbeiführen. Staffelpreise zu gewähren und zwar bei Entfernungen von 400 km für je 20 km für Rohfalze von 1 Pf., für Fabritate von 2 Pf. außerdem find den ländlichen Bezirken, welche unter dem Nothstand litten, weitere Grmäßigungen bis zu 15 Pf. für den Zentner Kali gewährt worden. In bezug auf den zweiten Punkt schweben die Erwägungen schon seit längerer Zeit, weil durch das Studium der Aften, durch eine Besichtigung an Ort und Stelle und durch die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses von 1890 eine Anregung dazu gegeben war. Das Haus hatte damals Abg. von Schalfcha( 3.): Gingriffe in das Eigenthum haben wir schon öfter erlebt, namentlich auch 1865, wo man das mit baurecht der Grundbesitzer bei Bergwerken ohne Entschädigung befeitigte. Abg. Jerusalem( 3.): erklärt sich gegen die Vorlage. mission von 21 Mitgliedern überwiesen. Damit schließt die Debatte; die Vorlage wird einer Rom Schluß 83/4 Uhr. Etat.) sid silinog find, an die Konkurrenten aus dem Felbe zu schlagen. Kommunales. Wir erwarten daher von allen, die am 18. Januar von der Plempe oder vom Gummischlauch bearbeitet worden sind, sowie auch sonst von jedermann, der als Zuschauer Zeuge der glor reichen Thaten am Friedrichshain war, unter genauer Angabe des Namens und der Adresse eine gedrängt streng wahrheitsgemäße Mittheilung über das persönlich Erlebte. Briefliche und mündliche Mittheilungen werden in unserer Redaktion entgegen genommen. A13 Das geheime Verfahren vor einem Jnnungs- Schieds gericht. Der Schuhmacher Friedrich August Fleischer, Höchste ftraße 11, war von einer Stepperin, die den Schäftefabrikanten und Innungsmeister George, Grüner Weg 16, wegen einer Lohnforderung verklagt hatte, ersucht worden, ihr vor dem InnungsSchiedsgericht, das über den Fall zu urtheilen hatte, als Nechtsbeistand zur Seite zu stehen. Bei dem Termin, der gestern Abend Im Ausschuß für Vorberathung der Vorlage des 8 Uhr im Bureau der vereinigten Innungen, Neue FriedrichMagistrate für die Gewährung von Dienstalterszulagen für die Straße 17 abgehalten wurde, kam Fleischer aber schön an. städtischen Beamten und Lehrer fam man in der gestrigen er sich den Innungsrichtern als Rechtsbeistand der Klägerin Sigung mit den Berathungen zu Ende und werden in der vorstellte, ward ihm die prompte Antwort zu theil, nächsten Sitzung die Abstimmungen vorgenommen. Verhältnismäßig daß derartige Dinge im Junungs- Schiedsgericht nicht geduldet schnell wurden die Anträge der höher befoldeten Beamten auf würden, einen Rechtsbeistand fönne man in dem Falle nicht Aufbefferung ihrer Gehälter erledigt, da die große Mehrheit zulaffen. Fleischer, dem nichts anderes übrig blieb, als sich der bes Ausschusses bei der jezigen Finanzlage der Stadt eine nicht Weisheit der Junungsmeister zu fügen, wollte nun wenigstens ganz nothwendige Ausgabe nicht für zweckmäßig hält. an der Verhandlung als einfacher Zuschauer theilnehmen. Aber auch dies Verlangen mochte den Innungsmeistern seltsam scheinen, denn es wurde ihm rundweg erklärt, daß man bei der Verhandlung eines Innungs- Schiedsgerichts auch teine Zuschauer gebrauchen töune! Nächste Sizung: Mittwoch 11 Uhr.( Bereidigung von beschloften, auf Antrag des Abg. Schult= Lupiz eine Mitgliedern, welche noch nicht den Eid auf die Verfassung geSicherung der Lagerstätten des Kalijalzes zu verlangen. des Kalijalzes zu verlangen. Die Borlage foll eine Sicherung der Kalifalze vor Wasserzuflüffen leistet haben; Anträge wegen der Staffeltarifé; Petitionen; herbeiführen. Für den Fiskus kann es sich nur um die Ersparung eines Theils der Bohrkosten handeln, die aufgewendet Es handelt sich um die Wahrung eines der Nation gehörigen, von der Natur geschenkten Schatzes. Gin Staatsmonopol wird nicht geschaffen, denn es bleibt eine Reihe patenter Privatunternehmer in Brenßeu und daneben noch Werte im außerpreußischen Deutsch land, in Anhalt, Braunschweig, Mecklenburg und in Sonders: hausen. Diese Konkurrenz wird für die Güte der Produkte sorgen, und selbst wenn die Privatwerke wollten, würden sie feine ungebührliche Steigerung der Kalipreise herbeiführen können. Der Fiskus wird, wenn andere Verhältnisse eintreten follten, neue Gruben eröffnen können, die er besitzt, so daß er allein, ohne Hilfe der Privaten, den Bedarf der deutschen LandwirthDie Stadtverordneten Borgmann und Bruns stellten schaft decken kann. Der Vorrath der Kali- Salzlagerstätten, welche in dieser Sigung folgenden Antrag, nach dem die Gehaltsstufen Der Fistus befitt, beträgt 82 Milliarden Bentner, das wird für der Lehrer an den Gemeindeschulen in folgender Weise geregelt 2000 Jahre ausreichen. Außerhalb der jetzt verliehenen Felder werden sollen. Die Lehrer treten unter voller Anrechnung liegen aber auch noch große Mengen Kalifalze. Daß die Regie: ihrer auswärtigen Dienstzeit von ihrem ersten Gramen an rung von ihren Befugnissen Gebrauch machen wird, geht aus gerechnet mit einem Gehalt von 1200 M. ein und steigen nach der Fassung der Vorlage hervor. Es soll nur ein angemessener 3 Dienstjahren auf 1600 M.; nach 6 Jahren auf 1900 m. bis Gewinn erzielt werden, aber fein großer Vortheil für den Fistus. zu einem Höchstgehalt von 4000 M., das nach 30jähriger DienstFür die 5000 Arbeiter, welche bei den Kaliwerten beschäftigt zeit erreicht wird. werden, wird eine dauernde Beschäftigung gesichert. Die Ausdehnung des Gefeßes auf die Steinsalze und Soolquellen hätte die Ausführung des Gesezes erleichtert, aber wir wollen nicht zu mad weit greifen.( Zustimmung rechts.) Abg. Gotheim( Freis. Bg.): Der Privatmann hat doch auch ein Interesse an dem Schuge feines Bergbaues und der Staatsbergbau giebt nicht mehr Garantie gegen Wasserdurch. brüche. Bei der Eisenbahnverstaatlichung wurde auch feierlich verkündet, daß kein fistalisches Interesse dabei maßgebend sein solle, die Frachten sollten ermäßigt werden u. f. w. Aber der Fistus hat die Einnahmen aus den Eisenbahnen für die Staatszwecke verwendet. Die Frachtfäße find die alten geblieben. Die ehrliche Absicht der Regierung war damals ebenso gut vorhanden wie jetzt. Abg. v. Eynatten( 3.) spricht seine Befriedigung über die Vorlage aus, weil sie geeignet fei, einem bedentlichen Raubbau entgegenzutreten, namentlich da die Bildung neuer Bergwerks. gesellschaften die Aufrechterhaltung des Syndikats immer schwieriger macht. Aber ein absolutes Monopol für Kalifalze wäre nicht zu billigen. Aber es bestehen einmal noch mehrere Privat: faliwerke und der Staat wird doch vielleicht in die Lage kommen, Gründen. Parteinachrichten. Wir denken, daß diese Probe den Arbeitern aufs schlagendste den Werth diefer eigenartigen Berrbilder der Gewerbegerichte vor Augen führen wird. Die Junungs- Schiedsgerichte passen ihrem Geiste nach vortrefflich in den Rahmen unserer bürgerlichen Justiz. Das dokumentirt ihren Werth vollkommen. re " welches Zu dem Ausstande der Berliner Droschkenkutscher in Sachen der Weißlackirten" spielte auch ein amtliches Schriftstück eine nicht unbedeutende Rolle. Es war dies das Antwort Der verantwortliche Redakteur der Elberfelder Freien fchreiben des Herrn Polizeipräsidenten auf eine Eingabe des Preffe", Genosse N. Lingweiler, stand am Donnerstag vor der Vereins Berliner Droschfentutscher betreffend die Zurüdnahme Strafkammer in Düsseldorf, um sich wegen eines Weihnachts der polizeilichen Verordnung, welche die Einführung der weißgedichtes, betitelt: Proletariers Weihnachten!" zu verantworten. lacirten Behauptung für Taxameter- Droschtenkutscher ab 1. JaDas Gedicht entwickelte furz den Gedanken, wie von Jahr zu nuar 1894 dekretirte. In diesem amtlichen Schriftstück war u. A. auch ein Jahr um die Weihnachtszeit viele tausende Leser andachtsvoll die gedachte Eingabe ablehnend beschied dem Friedensmärchen lauschen von jenem, der da kommen und Passus enthalten, welcher in der ganzen Streitbewegung viel zu den ewigen Frieden bringen foll. Der Staatsanwalt wollte wenig Berücksichtigung gefunden hat. Derfelbe lautet dem Sinne eine Beschimpfung der christlichen Kirche, eine Beschimpfung des nach dahin, daß der Fahrpreisanzeiger( Tarameter) wohl geeignet christlichen Weihnachten darin erblicken und beantragte sechs erscheine, das Publikum vor Uebervortheilung seitens der Kutscher Monate Gefängniß. Der Vertheidiger, Herr Rechts zu bewahren. Diese Auffassung entspricht so ziemlich derjenigen, anwalt 2 andé, bewies in längerer Rede die Unhaltbarkeit der welche die Fuhrunternehmer oder Fuhrherren", wie sie sich tituliren Antlage; vor allem fehle das Werkmal des§ 166, wonach die laffen, bislang von den Droschkentutschern hegten und vielleicht beschimpfenden Aeußerungen in rohe, herabwürdigende Form ge- auch noch hegen und welcher viele der edlen Herren oft genug leidet sein müssen, Der Gerichtshof schloß sich dem an und er- in entsprechenden Lamentationen beredten Ausdruck gegeben fannte auf Freisprechung. haben. Diese Auffassung geht dahin, daß die Droschkenkutscher den Löwenantheil der Tageseinnahmen in die Tasche stecken, während sie dem Brot- und Fuhrherrn" nur den kleinsten Theil Fuhrherren" Millionäre, Hausbesitzer und vermögende Leute wenigstens soweit sie das Fuhrgeschäft im Großen betreiben fonnten geworden sind, während die Rutscher geblieben find, und oldenburgischen Landtag sowie zur Bremischen Bürgerschaft. was sie waren: Proletarier! Eine drastische Juustration zu Abg. v. Kölichen( E.) begrüßt namens seiner Freunde die 4. Beschlußfassung über die zur Agitation erforderlichen Schritte. Dieser fuhrherrlichen Auffassung bildet auch die folgende, diefer Vorlage mit Freuden, weil dadurch ein Raubbau verhindert wird. 5. Erledigung von Anträgen aus der Mitte des Parteitages. Tage erschienene Ankündigung, welche die Allg. Fahr- 3tg." aus Manche Bedenten find gegen die Vorlage geltend zu machen; der Voss. 3tg." übernimmmt: aber ein volles Monopol, wie es Herr Schulz- Lupih für In Dresden siegten bei den am 16. d. M. ftattgehabten nothwendig hielt, wird nicht geschaffen; es ist auch nicht noth- Wahlen zum Gewerbegericht in der Klasse der Arbeitnehmer die wendig. Sozialdemokratischen Kandidaten. Auch die zweite Lifte ging Abg. Schuly- Bochum( nl) hält einen so tiefen Eingriff in durch, so daß auch die eventuellen Ersaßmänner von unserer Die Bergbaufreiheit nur dann für berechtigt, wenn überwiegende Partei sein werden. Die Betheiligung war eine äußerst starte; Gründe des öffentlichen Interesies dafür sprechen. Gefahren, die Hirsch- Dunckerianer hatten auch einen Versuch gemacht, welche der Privatbergbau in bezug auf Wasserdurchbrüche, Ent brachten es aber auf taum 50 Stimmen. stehung von Schlotten 2c. mit sich bringt, tönnen durch bergeblie polizeiliche Vorschriften, wie sie auch schon erlassen sind, verhütet Bei den Arbeitnehmer- Erfahwahlen zum Gewerbegericht anzahlen tönnen. werden. Daß das Syndikat gerade niedrige Preise halten sollte, in Düsseldorf siegten die Sozialdemokraten. ist nicht anzunehmen. Redner beantragt die Vorlage an eine Kommission von 14 Mitgliedern. eine stärkere Ausbeute zu betreiben und zwar aus finanziellen bie benachbarten Wahlkreise findet Sonntag, den zukommen lassen, was allerdings nicht gehindert hat, daß die Der sozialdemokratische Parteitag für Bremen und Abg. Brandenburg( 3.) weist darauf hin, daß in Hannover 4. März 1894 in Bremen statt. Die Tagesordnung lautet: ein Regal für diese Salze nicht bestand, er hofft, daß für 1. Berichterstattung über die Thätigkeit der Vorortskommission. Hannover wenigstens die Entschädigung in das Gefeh hinein. 2. Die ländliche Agitation. 3. Das Wahlrecht zum preußischen gearbeitet wird. Abg. Imwalle( 3.) ist, wie das ganze Zentrum ein Gegner von Monopolen; aber hier liegen die Gefahren eines solchen in nebelgrauer Ferne; es gilt nur, einen Schaß des Bergbaues der Landwirthschaft zu sichern. Aber ohne Einführung einer Entschädigung für bestehende Privatrechte z. B. in der Provinz Hannover ist die Vorlage nicht annehmbar. Die sozialdemokratische Presse nimmt auch in Dester= reich einen immer größeren Aufschwung. Am 15. Februar. hat wiederum ein neuer Mitstreiter, und zwar in Teplig in Böhmen das Licht der Welt erblickt. Die Voltsstimme", so heißt das neue Organ, verspricht, ihrer Probenummer nach zu urtheilen, eine würdige Mitkämpferin zu werden in dem Be freiungskampfe des Proletariats. 迎 " " Bu verkaufen. Ein geregeltes Droschten- Fuhrgeschäft, meist erster Klasse( Tarameter), bestehend aus 50 guten Pferden und 82 guten Wagen, fompletter Einrichtung 2c. so daß Käufer nur Geld einnehmen braucht. Daffelbe muß nach sachverständigem Urtheil pro Jahr einen Reingewinn von 8 bis 10 000 m. einbringen. Jeziger Besitzer hat dasselbe errichtet, neun Jahre besessen und in den neun Jahren ein Vermögen erworben, daß er weiter als Rentier leben kann. Käufer muß 20 000 Mart Näheres ertheilt der Verwalter E. Topp, Berlin, Rüders: dorferstraße 21." Das genannte Fachblatt bemerkt hierzu durchaus zutreffend: Der jezige Befizer dieses geregelten Droschfenfuhrgeschäfts" hat dasselbe also vor 9 Jahren erst errichtet und hat es in dieser Beit schon bis zum Rentier gebracht. Wie viele Droschkentutscher mögen wohl geholfen haben, um diesen Reichthum zusammenzufahren; wie viele wohl mögen darüber als arme Sterle verstorben und wieviel Andere mögen noch jetzt herumlaufen, die es Minister v. Berlepsch: Durch ein Ausfuhr- Verbot tann in diesen 9 Jahren soweit gebracht haben, daß sie zwar nicht cine Beschränkung des Konsums der Salze im Auslande eintreten, Das geheime allgemeine gleiche Wahlrecht in Defter: Rentier, wohl aber noch ärmere Sterle geworden sind, als fie es aber zweckmäßig ist ein solches Verbot nicht; denn Carnallit ist reich. Auch in Desterreich ist die Sozialdemokratie die Kämpferin vor 9 Jahren waren. Hierin zeigt sich so recht das Wesen des in so unerschöpflichen Mengen vorhanden, daß wir das Geld aus für diejenigen politischen Freiheiten, die zu erstreben Aufgabe Kapitalismus.- O. Ihr Pharifäer und Heuchler! dem Auslande ruhig einstecken tönnen. Wird Kainit übermäßig der liberalen Bourgeoisie fein sollte. Am heutigen Abend Der Konsum fremder Biere in Berlin ist trotz der ausgeführt, dann könnte man an ein Ausfuhrverbot denken.( 21. Februar) werden in Wien nicht weniger den 21 Volts: großen Bierpaläste, welche auswärtige Brauereien hier errichten, Aber die Ausfuhr von Kainit fällt, die Ausfuhr der Fabrikate versammlungen abgehalten werden, die von unseren Wiener nicht sehr erheblich. Berlin produzirte 1892/93 2 865 000 Settofleigt, während es im Inlande umgekehrt steht. Die Bedenken Parteigenoffen einberufen sind und in denen Propaganda für das liter Bier. Gingeführt wurden 269 000 Settoliter. Die größte bezüglich Hannovers fann ich nicht ganz zurückweifen. Um eine allgemeine gleiche geheime Wahlrecht gemacht werden soll. Es Brauerei Berlins dagegen produzirte allein 435 000 Hektoliter, Konfistation handelt es sich nicht. Ich kann doch nur etwas bleibt abzuwarten, wie lange die Gegner diese tiefgehende Volts also 166 000 Hektoliter mehr, als die ganze Einfuhr betrug. Auf fonfisziren und expropriiren, was da ist. Wer Kali hat oder bewegung glauben ignoriren zu können. elf Glas hiesiges Bier kommt also erst ein Echtes. Unter den gebohrt hat vor dem 8. Februar d. J., behält es. Für etwas nicht Vorhandenes fann feine Entschädigung gezahlt werden. heutigen Verhältnissen ist es gewiß nicht verwunderlich, daß neben Gingriffe in das Eigenthum tommen täglich vor, z. B. bei Bau bem eblen Traubenblut auch das echte Bier ein geheiligtes Vorrecht der Bourgeoisie bleibt. polizei Ordnungen, bei der Aufhebung der Freifugen im Jahre 1865, niemand denkt dabei an eine Entschädigung. Abg. Langerhans( Freis. Vp.) erblickt in der Vorlage eine Schädigung der Landwirthschaft und eine ungemessene Begünstigung derjenigen Besitzer von Privat Kaliwerken, welche in Zukunft Mitbefizer des Monopols fein werden. V Abg. v. Puttkamer- Ohlau( tons.): Die Ausfuhr sei nicht bedenklich, namentlich da das Ausland meist Fabrikate bezieht. Das Syndikat tann durch die Preisstellung die Ausfuhr verhindern, denn unsere Handelsverträge laffen Ausfuhrverbote nicht mehr zu. Die Münchener Gewerbegerichts- Wahlen, bei denen bekanntlich auch in der Klaffe der Arbeitgeber die sozialdemokra tischen Kandidaten gefiegt hatten, waren, wie wir seiner Zeit Die armen Verliuer. Die Volte Btg." läßt sich über mitgetheilt haben, vom Münchener Magiftrat angefochten und für ungiltig erklärt worden. Der Refurs der Arbeitgeber den gestrigen Besuchstag aus Friedrichsruh berichten: Die Beisiger an das Ministerium des Junern ist von diesem ver- amburger Journalisten durften im Bismard'schen Hause worsen worden, so daß nun eine Neuwahl stattzufinden hat. frei zirkuliren; die Berliner Kollegen mußten draußen die Begründet wird die Ungiltigkeitserklärung damit, daß Wähler, Brofamen auflefen. Der demokratischen"" Bolts- 3tg." hätten die mit Stimmzetteln erschienen, die äußerlich durch starten wir etwas mehr Rückgrat zugetraut. Durchdruck fenntlich waren, zurückgewiesen wurden. Bei allen Was ein Bierkutscher nicht thun darf. P. P. Sierselbst alle beanstandeten beliebigen Nachzählungen verblieb durch mache Ihnen die ergebene Mittheilung, daß ich meinen Stimmzettel mitgerechnet, immer noch ein Mehr von 14 Stimmen langjährigen Rutscher Gustav Schadewitz mit dem heutigen Tage für die sozialistischen Kandidaten; um so merkwürdiger muß der entlassen habe, und bitte an denselben keine Zahlungen für mich Entscheid erscheinen. zu leisten, noch leere Flaschen zu verabfolgen. Ich sah mich zu diesem Vorgehen genöthigt, da derselbe hinter meinem Rücken ein Biergeschäft etablirt und mir in nächster Zeit Konkurrenz zu machen beabsichtigt. Ich hege die Hoffnung, daß Sie dieses Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Beleidigung des Großherzogs von Wegen 200 Bedarf erhalten werden." Abg. Wallbrecht( natl.): Die Berechtigung der Grund Eigenthümer auf die unter ihrem Boden vorhandenen Saye bes steht nicht erst seit 1867, sondern schon seit alten Zeiten. Man ist empört in Hannover über diese Vorlage, die von Bebel besser gemacht wäre, denu er hätte Entschädigung gewährt. Das Baden wurde der Genosse Sistind in Mannheim zu unloyale Verhalten nicht unterstützen und mir Ihren werthen Stalifyndikat hat alles in den Händen; es schreibt rücksichtslos 2 Monaten Gefängniß verurtheilt. feine Bedingungen vor, macht neue Werke einfach todt oder boyfottirt sie, bis sie sich dem Syndikat anschließen. Mit Ausfuhrzöllen könne der Fiskus eine gute Einnahme erzielen, bei Der Bergbau- Freiheit würde die Landwirthschaft billige Preise haben, da namentlich die Privatunternehmer große Muthungen Sur Affäre des 18. Januar. Die Staatsanwaltschaft gemacht haben. Man spricht von den armen Harzbewohnern scheint gegen die sozialdemokratische Preffe, welche angesichts der und dennoch hindert man den Abbau der Kalifalze am Fuße des Ereignisse des 18. Januar ihre publizistische Pflicht that, die Eine bezeichnende Jllustration zu der Anschauung der UnterHarzes! Was wäre unter einem solchen Gesetze aus dem Kohlen öffentliche Anklage erheben zu wollen. Was die AnklageBergbau Rheinlands und Westfalens geworden! Abg. Engels( ft.) weist darauf hin, daß bei einer Sprengung behörde angesichts der Kulturthat des 18. Januar gegen uns ins des Synditats ein Raubbau sondergleichen eintreten und dami- Feld führen wird, ist für uns nicht ersichtlich, wohl aber halten Tokales. Diese Mittheilung versendet der Weißbierverleger Karl Bland an seine Kundschaft. Trotzdem Herr Karl Bland sich gewiß auch einmal das Recht genommen haben wird, sich zu etabliren, scheint sein jetziger Rutscher jest nach seiner Ansicht ein fleines Verbrechen begangen zu haben. nehmer über die Pflichten ihrer Arbeiter. Den Betrieb des Wafferfturzes im Vittoria- Park beabsichtigt der Magistrat in der Zeit vom 1. Mai bis 15. Oktober, 168 Tage, 8 Stunden täglich stattfinden zu laffen, welcher einen Koftenaufwand von 31 891 m. verursacht. Der Magistrat hat die Stadtverordneten- Bersammlung ersucht, sich mit täglich acht lichen rund 32 000 M. in den Etat pro 1894/95 eingestellt. Hundert Studirende der landwirthschaftlichen und thierärztlichen Hochschule hatten am Sonntag einen schweren Tag. Sie besuchten die Bolle'sche Meierei und wurden dort mit dem bligaten frommen Thee trattirt. Die Entrüftung unter den gambrinusfreudigen Mufenföhnen foll groß gewesen sein. Die vierte Kinder- Volksküche wurde gestern in der Steinmegftr. 38 eröffnet. Leider scheinen die Räume der neuen Anstalt sehr beschränkt zu sein, denn es wird berichtet, daß die 1000 Kinder, die mit Apfelreis und Fleisch oder Würstchen und Brötchen frei gespeist wurden, in großen Schaaren auf der Straße aufgestellt waren und je zehn zu zehn in die Speiseräume eingelassen wurden. Die armselig befleideten Rinder mußten also anscheinend stundenlang in der Kälte auf ihr Würstchen warten. Hätte sich dieser Wohlthätigkeitsalt nicht etwas weniger nach theilig für die Gesundheit der Kinder gestalten lassen? dies macht unterſtügt. Bu alt. Eine eigenthümliche Geschichte erzählte uns am Dienstag der frühere Steinträger Friedrich Arent, Gräfeftr. 31. Arent hatte infolge eines Berufsunfalles eine Lähmung des linken Armes davongetragen und wurde jeßt, trotzdem er in seinem Beruf durchaus arbeitsunfäbig geworden ist, durch die Roulanz Der Berufsgenossenschaft mit ganzen 25 pCt. Rente in Eumma monatlich 16 Mart und 70 Pfennig Es ist Arent naturgemäß zuwieder, mit dem ihm von der Berufsgenossenschaft zugesicherten Summe sich dem Hungertode zu überantworten sich über Wasser zu halten, beschloß er, bei dem Bureau für das städtische Beleuchtungswesen Das hädtische Bele um den Poften eines Laternenanzünders einzukommen. Auf dem Bureau wurde Arent nach seiner Mittheilung die eigenthümliche Antwort zu theil, daß er bei seinen 46 Jahren zu alt fei, um in das städtische Amt eines Laternenanzünders eingeftelt zu werden, dazu hätte er sich vor 25 Jahren melden sollen. Die Glorie des Staates der Sozialreform erstrahlt mit jedem Tage heller. Salmu und um als 500 schulpflichtige Kinder leerstehende Räume zum frei-[ komme, ihr schon Gehorsam beibringen werde. Als sie dann am religiösen Unterricht herzugeben, ist nach der ferneren Mit Mittage die Suppe auf den Tisch gestellt habe, sei Herr Cohn heilung des Vorsitzenden bis jetzt noch nicht eingegangen. über sie hergefallen und habe ihr eine Anzahl Ohrfeigen vecfeßt. Die 0048 ist dem Agitationsverein ArnsGerichts- Beitung. Gewerbegericht. Dann und hat dementsprechend die nach Gill'scher Berechnung erforder walde- Friedeberg abhanden gefommen. Es wird ersucht, selbige Tochter gefolgt und beide hätten fortwährend auf fie ein Hilfe gerufen. anzuhalten, falls dieselbe irgendwie vorgezeigt werden sollte. feien auch noch die Eheleute Böhme in die Küche gekommen und Polizeibericht. Am 19. d. Mts. Morgens stürzte sich eine es habe ihr gefchienen, als wenn auch diese auf sie eingeschlagen Frau aus dem Fenster ihrer im Dachgeschoß eines Hauses am hätten. Sie sei in ihrer Angst zuletzt auf die Brüstung des Grünen Weg belegenen Wohnung auf die Straße hinab und offenstehenden Fensters geflüchtet und habe sich, fortwährend fand auf der Stelle den Tod. Ein Geschäftsreifender er- um Hülfe rufend, am Fensterkreuz festgehalten. Cohn und seine hängte sich in seiner Wohnung, in der Prinzen- Allee, nachdem Tochter hätten nicht nachgelassen zu schlagen, sie habe sich deshalb er furz vorher den Versuch gemacht hatte, fich mittels Strychnins auf die äußere Brüstung des Fensters geflüchtet. Jetzt hätten zu vergiften. An der Ecke der Jüden- und Rathhausstraße Cohn und seine Tochter die Schläge gegen ihre Arme und ihre wurden Nachmittags zwei Mädchen im Alter von neun und Hände gerichtet und beide hätten mehrmals die offen fliehenden fünf Jahren durch einen Gefangenen- Transportwagen über- Fenster mit Gewalt zugeschlagen, sodaß ihre Finger, die das fahren. Eines der Kinder erlitt einen Knöchelbruch, das andere eine Fensterkreuz umflammert hielten, geklemmt wurden. Schließlich Verlegung am Hinterkopfe. Vor dem Hause Linienstr. 43 ent- habe sie sich nicht länger halten können, sie sei auf den ftand eine Schlägerei, bei der ein Handelsmann am Kopfe er- hochparterre belegenen Hof hinabgestürzt und mit schweren heblich verletzt wurde. Auf der Stadtbahn zwischen den Bahn- Berlegungen liegen geblieben. Mitleidige Hausbewohner hätten höfen Börse und Friedrichstraße wurde Abends ein Mann durch fie aufgehoben und sie nach der Charitee gefchafft, wo sie fast einen Zug überfahren und sofort getödtet. Es liegt unzweifel sechs Monate hätte zubringen müssen, da sie durch den Fall auf baft Selbstmord vor.- In der Nacht zum 20. d. M. sprang den Hof mehrere Knochenbrüche erlitten hatte. Der Angeklagte Das Mädchen sei ein Mann aus dem Fenster seiner im vierten Stock eines Hauses Cohn stellte den Vorfall ganz anders dar. in der Schönholzerstraße belegenen Wohnung auf den Hof hinab gegen die Herrschaft von großer Unverschämtheit gewesen, sie Im Laufe des Tages fanden vier habe beim Tifd decken das Geschirr nicht gesezt, sondern geworfen. und verstarb auf der Stelle. Brände statt. Dies habe sich an dem betreffenden Sonntage wiederholt. Nun sei ihm von seiner Frau und seiner Tochter Mittheilung von den Austritten geworden, die sich am Vormittage abgespielt er habe sich durch alle diese Vorgänge hinreißen lassen, dem, Mädchen eine Ohrfeige zu geben. Das Mädchen habe ihm darauf einen Stoß verseht, daß er gegen die Wand getaumelt und ihm Kammer III. Vorsitzender: Assessor für ft. Sizung vom ein Daumen verftaucht worden sei, seine Tochter, die ihm zur 17. Februar. Hilfe gekommen sei, sei ebenfalls von dem Mädchen gemißhandelt Grobe Beleidigungen sind nach der Gewerbe- worden. Allerdings seien sie der Zeugin nach der Küche gefolgt, Ordnung ein Grund zur sofortigen Entlassung troß geltender um sie zu züchtigen, hier fei fie aber, bevor sie noch geschlagen worden sei, auf die Brüstung des offen stehenden Fensters geKündigungsfrist, leßtere wird durch sie annullirt. Unter den Einwänden der Beklagten gegen Lohn- Ent- sprungen mit der Drohung, sich hinausstürzen zu wollen. Er ichädigungsklagen plöglich entlassener Arbeiter steht der obenan, und feine Tochter hätten sie am Kleide festhalten wollen, grob beleidigt und dadurch zur sofortigen Entlassung des Klägers die Beugin habe sich aber losgerissen und sei hinabgefprungen. berechtigt gewefen zu sein. Oft fallen diese Einwände gar fläg Der Vorfall, der sich in der Küche abgespielt hatte, war von den Der Gummischlauch als Mittel gegen die Bettelei ist lich in sich zusammen, sowie einige Zeugen gehört worden sind. gegenüberliegenden Fenstern des Nachbarhauses genau zu be die neuefte Errungenschaft in unserem herrlichen Kulturstaat. Vor der Kammer Ill fanden am 17. Februur mehrere Klagen obachten gewefen und hatte viele Augenzeugen gehabt. Dieselben Heute Mittag ging ein eben zugereifter junger Handwerker in ihre Erledigung durch Abweisung der Kläger. Das Gericht hielt erklärten die Dariellung des Dienstmädchens für richtig; sie ein Haus der Friedrichstraße, um sich ein Mittagessen zu erbitten. grobe Beleidigungen auf Seiten der Kläger für vorliegend. In hatten es Alle besonders übel vermerkt, daß sich die Herrschaft Er hatte soeben angesprochen, was abschläglich beschieden worden bem einen Falle handelte es sich um den Ausdruck Lügner". um das schwer verlegte Mädchen gar nicht befümmert hatte., und schickte sich an, die Treppe herunter zu steigen, als er Tritte Die Abweisung war hier eine bedingungsweise. hier eine bedingungsweise. Dem Ein der Cohn'schen Familie befannter Arzt, Dr. med. Jofeph eines Entgegenkommenden vernahm. Was haben Sie hier Beklagten wurde der Eid auferlegt, daß der Kläger gab der Vermuthung Ausdruck, daß der Geisteszustand der gemacht?" wurde er von einem Herrn gefragt. Schnell ent- ihn einen Lügner genannt habe. Der nicht normal sei. Staatsanwalt Leistet er denselben Korneck fchloffen entgegnete der junge Mann, er habe nur feine in einem neuen Zermin, so ist die Abweisung des Klägers perfekt. beantragte gegen Gohn 8 Monate, Monate, gegen dessen in Haufe dienende Schwefter besuchen wollen. Dann Leiftet er ihn nicht, so hat der Beklagte die Entschädigung zu Tochter 2 Monate Gefängniß. Rechtsanwalt Tommen Sie mal mit, ich will mal nachfragen." Der Herr zahlen. Also,& ügner" ist eine grobe Beleidigung. Dr. Sello beschränkte fich in einer längeren Vertheidigungsflingelte und erfuhr auf Befragen von dem Mädchen, daß ge- In einem zweiten Falle wurde folgender Thatbestand er rede im Wesentlichen darauf, die psychologischen Momente den bettelt worden sei. Schnell zog er aus seiner Tasche einen wiesen. Der Kläger H. war mit dem Beklagten Gschzicki über Schöffen menschlich näher zu rücken und als Milderungsgrund Gummifchlauch und hieb auf den jungen Menschen mit den die Güte einer von Ersterem ausgeführten Arbeit in Streit den Umstand hervorzuheben, daß die Angeklagten durch das Worten ein:" Ihnen werde ich das Betteln austreiben!" Leicht gerathen. Im Laufe desselben fiel die Aeußerung gegen Gich. Dienstmädchen in ungewöhnlicher Weise gereizt worden seien. füßig jedoch entwischte der also Mißhandelte, während er hinter" Ich wußte es vorher, daß sie mit solchen Gemeinheiten gegen Eine derartige Reizung nahm auch der Gerichtshof an, der eine fich den Ruf seines Verfolgers hörte: Halt auf!"- Ob es ein mich vorgehen würden; Sie können ja nur Leute ohne Bezahlung das Leben gefährdende Behandlung für vorliegend erachtete. Der Gummischlauchmann von Profession war, der feinen Gifer auf gebrauchen." Hierauf wurde H. entlassen. In den Worten: Angeklagten Cohn wurden mildernde Umstände zugebilligt, weil diese Weise bethätigte, konnte der Handwerker nicht in Erfahrung" Ich wußte, daß Eie mit folchen Gemeinheiten vorgehen würden sie wohl nur in Gefolgschaft ihres Vaters gehandelt haben mag. bringen, sprach jedoch unserem Gewährsmann gegenüber aus, fah der Gerichtshof die grobe Beleidigung. Bei Cohn Vater erwog der Gerichtshof als erschwerend, daß er daß er es allerdings vermuthe. in liebloser Weise sich gar nicht um das Mädchen bekümmert habe. Gegen ihn lautete das Urtheil auf vier Monate Gefängniß, gegen die Tochter auf 600 M. Geldbuße. " " Rammer VI. Sigung vom 16. Februar. Wie Majestätsbeleidigungen zn stande kommen. Wegen Sinn unter Dir höfliche Eisenbahndirektion. Eine verblüffende Ab- Der Fleischer H. P. flagt gegen den Fleiſchermeister fertigung haben die Milchhändler erfahren, welche um Abstellung schein auf zahlung von 3.50 M., welche ihm für angeblich burch der namentlich durch mangelhafte Zufahrtstraßen bedingten Uebel- feine Echuld verdorbene Wurst( Knobländer) abgezogen" worden stände der Wiilchtransport und Ladungsverhältnisse auf der Ham: find. Der Beklagte unternimmt, durch das Beugniß einer feiner Majeftätsbeleidigung war die verebelichte Anna Herold burger, bezw. Lehrter Buhn gebeten hatten. Die Direktion hat Kundinnen, der Frau Restaurateur J., seine Berechtigung zu in Mülheim vom Landgerichte Duisburg am 4. November v. J. den Petenten mitgetheilt, daß nach dem Ergebniß der statt dem Abzuge nachzuweisen. Die Zeugin fagt aus, der Beklagte au 3 Monaten Gefängniß verurtheilt worden, weil sie in einer gehabten Prüfung" die für den Milchverkehr getroffenen Gin habe ihr eine Zeitlang minderwerwerthige( verfalzene) Wurst ge Gesellschaft das Lied Unser Kaiser liebt die Blumen" gesungen richtungen den Bedürfnissen genügen." Nach den Wahrneh- liefert, wodurch ihr Konsum an Wurst von täglich 8 und 9 m. und dabei Handbewegungen gemacht hatte, welche die Schlußmungen der Direktion liegen die hin und wieder auftretenden, auf 3, 2 und 1 Mart herabgegangen sei, eine Folge des folgerung zuließen, daß sie den gesungenen Worten einen lediglich darch die Kürze der Beit, in welcher sich die Entladung Rückganges ihres Absages. Sie habe den Beklagten wieder anderen und einen zwar und Abfuhr der Milch vollzieht, erklärbaren Unbequemlichkeiten bolt zur Rede gestellt. Er habe den Gesellen die Schuld gegeben legen wollte. Auf ihre Revision hob das Reichsnicht sowohl in den mangelhaften Einrichtungen, sondern sind und ihr einige Male die schlechtere Wurst umgetauscht. Welchen gericht das Urtheil auf und verwies die Sache zu erneuter Berzumeist die Folge der sich über jede Ordnung und Regel hinweg Werth die Ersagwaare hatte, wiffe sie nicht. Ebenso wenig handlung an das Landgericht Dortmund. In den Gründen setzenden Kutscher"; die Direktion kündigt daher an, daß in 3u wisse fie, ob der Minderwerth der umgetauschen Wurst thatsächlich wurde ausgeführt: Die Feststellung des Bewußtseins giebt zu funft eine strengere Ueberwachung dieser Leute stattfinden und auf das Verschulden des Klägers zurückzuführen fei. Bedenken Anlaß. Das Landgericht sagt nur, die Angeklagte sei bei Ausschreitungen auf grund der Betriebsordnung für die Der Beklagte wurde mit Rücksicht darauf zur Zahlung der sich der Möglichkeit der Deutung seitens ihrer Zuhörer auf den Eisenbahnen Deutschlands mit Strafen gegen dieselben vor- Klagesumme verurtheilt, daß es ihm nicht gelang, den Beweis jebigen Kaiser( das betr. Lied bezieht sich auf Wilhelm I.) für seine Behauptungen, Kläger fei an der Minderwerthigkeit bewußt gewesen. Dies genügte aber nicht; für einen mindestens der Wurst schuld gewesen und sein Schade betrage mindestens eventuellen Dolus hätte festgestellt werden müssen, daß die An3,50 M., zu erbringen. geklagte selbst sich dieser Deutungsmöglichkeit bewußt war. Pädagogit noch immer eine Rolle. Im Königreich Sachsen darf Ein Prügelpädagoge. Das Rohrstöckchen spielt in der die förperliche Büchtigung der Schüler zwar nur bei„ frecher widerseßlichkeit und grober Unsittlichkeit" nach Erschöpfung aller sonstigen Buchtmittel angewendet werden. Dies wußte auch der Lehrer Ernst Hermann Wünsche in Dresden, der an einer dortigen Boltsschule angestellt ist, dennoch ließ er sich verleiten, während der Zurnstunde einen Knaben, nur weil er eine Uebung gegangen werden soll. Vielleicht wird nächstens gefolgert, daß es die über jede Ordnung und Regel sich hinwegfeßenden" Arbeiter im Allge: meinen find, an denen es liegt, daß die Eisenbahnbehörde sich allen Reformen gegenüber, die zu gunsten des Publikums vergeblich verlangt werden, widerhaarig zeigt. = Die Arbeiter W. und Gr. beanspruchen von dem GisbahnPächter und Restaurateur Lorenz je 28,40 m. wegen unrecht mäßiger Entlassung. Gemäß§ 138 der Zivil- Prozeßordnung Wie der Proletariersohn seinen Einzug in die Welt verbindet der Borsigende die beiden Klagen. Der Beklagte be hält. Ein ausgesetzter Knabe wurde am Dienstag früh, nur in streitet, daß die Kläger überhaupt einen Anspruch auf die Leinwand gewickelt, auf dem Hofe des Grundstücks Borsigftr. 11a Kündigungsfrist und Entschädigung hätten. Die Kläger feien mit aufgefunden und auf Veranlassung des 7. Polizeireviers einem der Herstellung der Gisbahn beschäftigt gewesen, auf der Gis Krankenhause übergeben. Das arme fleine Geschöpf, das erst bahn lasse sich aber eine Kündigungsfrist unmöglich inne halten. furz vorher seinen Einzug in die Welt gehalten hatte, hat diese Deshalb habe er auch mit den Klägern„ keine Kündigung aus nicht ausführen konnte, vier bis fünf Schläge mit einem Rohrstöckchen gleich von der rauhen Seite tennen lernen müffen, denn es war sem a cht." Nach erfolgter Berathung versuchte der Vorsitzende über den Rücken zu geben. Das Landgericht Dresden verurtheilte ihn infolge der winterlichen Kälte derart erstarrt, daß es in Watte einen Vergleich zustande zu bringen. Die Kläger wollten daraufhin mit am 20. November v. Js. wegen vorfäßlicher Körperverlegung zu eingepackt werden mußte und trotzdem längere Zeit hindurch der Hälfte der geforderten Summe sich zufrieden geben. Der Betlagte 20 W. Geldstrafe, außerdem zu einer an den Vater des Knaben nicht zu erwärmen war. Den Ermittelungen der Polizei ist es ging auf ihr Angebot jedoch nicht ein. Er wurde verurtheilt, zu zahlenden Buße von 10 M. Der Knabe hat übrigens nur die werden end den the bald gelungen, die Mutter in einer gewissen Anna S. zu er: Die ganze Summe zu zahlen, eben weil er nichts betreffs der obligaten blauen Striemen davongetragen, die nach einigen Tagen mitteln, die in demselben Hause wohnt. Auch sie wurde dem Kündigungsfrist ausgemacht hatte. Bezüglich seines Vergleichs- wieder verschwunden waren. In feiner Revision machte Krankenhause zugeführt und wird dort als Polizeigefangene be- verfuchs bemerkte der Boifigende, der Gerichtshof habe einen der Angeklagte Einwendungen gegen die Richtigkeit der getroffenen handelt. folchen, trok klaren Sachverhalts, deshalb für angebracht ge- Feststellungen. Das Reichsgericht konnte indeß keinen Rechtshalten, weil es feltfam erscheine, wenn bei den pretären Verhält- irrthum in dem Urtheile finden und erkannte deshalb heute auf niffen einer Gisbahn, deren Existenz vom geringsten Witterungs- Verwerfung der Revision. umschlage abhängig fei, Anspruch auf Lohnentschädigung wegen d Nichtinnehaltung der Kündigngsfrist erhoben werde. Der Be lagte hätte sich dagegen schüßen müssen. Eine merkwürdige Klärung hat die Ursache des Bahu Eine merkwürdige Klärung hat die Ursache des Bahn unglücks gefunden, welches vor acht Tagen auf der Strecke ReginNauen stattfand und dadurch hervorgerufen wurde, daß ein Perfonenzug auf mehrere auf dem Hauptgeleise stehende Güter wagen fuhr. Wie nunmehr ermittelt worden, find die Waggons durch den Sturm am Montag in Bewegung gefeßt und auf das Hauptgeleife getrieben worden. Der Ortan hatte die Wagen mit solcher Gewalt vorwärts getrieben, daß die Sicherheitskette sprang und die Räder die Weiche zertrümmerten. Derlammlungen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch den 21. Februar, Abend 8% Uhr, im Kommandanten- Garten, Kommandanten ftraße 10/11. Abrechnung vom Wastenball. Ausgabe der Billets zum zweiten Stiftungsfeft. Verein ehemaliger Schüler der 18. Gemeinde- Schule. Abends 9% Uhr, in den Kontordia- Festfälen, Andreasstr. 64: Sigung. Gaste willfommen. Sozialdemokratischer Agitationsverein für die Kreise Wittenberg, Schweinit, Torgau und Liebenwerda. Mittwoch, den 21 Februar, Abends 8 Uhr, bei Lehmann, Neue Grünftr. 14: Bersammlung. Bortrag des Genoffen Greffe. Gäfie wiltommen. Aufnahme neuer Mitglieder. den 21. Februar, Abends 8% Uhr, im Restaurant Sur neuen Boh" BeuthFreie Vereinigung der Bureauangestellten Berlins. Mittwoch, ftraße 21: Monatsversammlung. Vortrag. Billetausgabe zum Stiftungsfeft. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Verrückenmacher 8wetgverein Berlin, Filiale Norden. Mittwoch, den 21. Februar, Abends 10 Uhr, bet Bettin, Brunnenstr. 34: Bersammlung. Schule, Müllerfr. 179 a: Unterricht in Geschichte( mittl.). Oft- Schule arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nordmartusftr. 31: Unterricht in Logit. Suboft- Smule, Reichenbergertraße 133: Unterricht in Rechnen und Deutsch( Oberes). Bet allen Unterrichtsfächern können Schüler und Schülerinnen auch jetzt, im Laufe des Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Friß Ein Anarchisten Prozeß. Die II. Straffammer des Landgerichts I verurtheilte gestern den Schuhmacher und Zuschneider og 3 wegen Aufreizung zum Klassenhaß zu 9 Monaten Gefängniß. Der Angeflagte hatte in einer öffentlichen Ber Kein Mörder. Der Maurer Baum aus der Solmsstraße Wilhelm Werner gedruckt war. fammlung ein anarchistisches Flugblatt verbreitet, welches bei Die Anklage richtete sich des ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die gerichtliche halb auch gegen den letzteren, der inzwischen aus Deutschland Oeffnung seiner verstorbenen Frau hat ergeben, daß diese an entfloben ist. Als der fofort in Haft genommene Bogs den einem Herzschlage gestorben ist, der durch Zerreißen der Aorta Gerichtssaal verließ, rief er feinen im Buhörerraum anwesenden herbeigeführt wurde. Parteigenoffen zu: Adieu Genossen, die Strafe erleide ich Selbstmord auf der Stadtbahn. Ueber einen Selbstmord, für Euch!" der am Montag Abend auf der Stadtbahn zwischen den Eine feine Familie. Schwere Mißhandlungen Stationen Friedrichstraße und Bahnhof Börse verübt worden, eines Dienstboten lagen einer umfangreichen Verhandlung wird berichtet: Kurz nach 1/210 Uhr bemerkte der in der Blockstation zwischen beiden Bahnhöfen stationirte Bahumeister einen Grunde, welche gestern vor der 129. Abtheilung des SchöffenMenschen auf dem Bahnkörper umberlaufen. Da derselbe auf gerichts stattfand. Auf der Anklagebank befanden sich vier Personen, der Kaufmann Salomon Cohn, dessen Tochter, FräuBurufen nicht stehen blieb, so lief ihm ber Beamte nach, um ihn ein Klara Gohn, der Schwiegersohn Cohn's, der Kaufmann anzuhalten, erhielt dabei aber die Antwort: Lassen Sie mich, Böhme und die Ghefrau des letzteren. Als Hauptbelastungsich will mir das Leben nehmen, ich springe ins Wasser." Imzeugin trat das frühere Dienstmädchen Cohn's, Marie Korned, felben Moment tam vom Bahnhof Börse ein Stadtbahnzug auf. Sie wollte von sämmtlichen Angeklagten in der empörendsten herangebraust, ber, ehe es noch möglich war, Kontredampf zu Weise gemißhandelt worden sein. Wie vorweg bemerkt werden geben, den Lebensüberdrüssigen erfaßte uud zermalmte. Der Tod foll, förderte die Beweisaufnahme gegen die angeklagten Eheleute trat auf der Stelle ein. Ter entfeelte Körper wurde nach dem Böhme nichts Belaftendes zu Tage, so daß der Staatsanwalt Leichenschauhause geschafft. In den Taschen des Todten befanden sich Papiere mit dem Namen eines in der Ackerstr. 16 wohnenden gegen diefe die Anklage fallen ließ. Die Zeugin Korneck gab folgende Schilderung des der Anklage zu Grunde liegenden Vorfrüheren Försters Olbrich. falls. Sie sei am 1. Juni v. J. bei den Cohn'schen Eheleuten, Der Vorsitzende der Freireligiösen Gemeinde, Herr Brücken Allee 28, in den Dienft getreten. Die ihr von der Herr D. Friederici, theilt uns bezüglich ber Notiz, die wir fürzlich schaft zu Theil gewordene Behandlung habe ihr nicht gefallen. der Boff. 3tg." entnahmen, berichtigend mit, daß der Unterricht Am Morgen des 13. August vorigen Jahres habe sie sich bei Cohn nicht eingestellt ist, sondern bis dahin unbeanstandet und zwar Frau über das mangelhafte Bett befchwert, zur Zeit von der Lehrerin Frl. Joa Altmann ertheilt wird. Ein Fräulein Cohn habe ihr geboten, au schweigen und abschlägiger Bescheid auf den Antrag des Vorstandes, für mehr gedroht, daß ihr Vater, der gegen Mittag nach Hause goncordia, Glifchinerftr. 55 bei Baase. Deutscher Männer " Semefters, eintreten. Stegte, Schwedterstraße 83. Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bet Saferland, Bellermannſtr. 87. Gleich beit, abends sy Uhr bei Sam, parterre. Ritterstraße 123. Seine, Nixdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Hanbjerystr. 60, Einigkeit, Abends 8% Uhr bet Beige, Triftstraße 1. im Vereinstalender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. Uebungsflunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Siebesfrethett 1, Freya,( Gemischter Chor), Alte SchönhauserSilaritas, Sochitraße 32 a, bei Andreasstr. 26, bet Wilte. rabe 22-23, Bögow's Braueret. Wilte. Deutsche Eiche, Grüner Weg 20 bei Säger. ann. Echo 1 Pantow, Schulzeftr. 27.- Steinmegen, a Fleminingstr. 6 yra 1, Mariannen- Ufer 3 bet Wills.- hand in sand 1, Reichenbergerstraße 16 bei Päpoldt. Schneeglöd chen 2, Potsdam, BrandenburgerKommunikation 16, bet Glafer.- unverb roffen, Abends 8 Uhr, bei Sachs, Eindowerstr. 26.-Rütli, Friedenau im Kurhaus.- Bor wärts 5, Friedrichsbagen, Rundthell, bet Lerche. 2orbeertrans. Lichtenbergerstraße 21 bei Heise. Rothe Nette, Schöneberg, Golzstraße Nr. 43, bei Siegeler. Kupferschmiede, Weinstraße Nr. 11 bei Feind. welcome. are Briefkaffen der Redaktion. Opposition. Die Kündigungszeit für Schlafburschen ist am 15. d. M. zum 1. des nächsten Monats. fang, Belforter ftr. 15, bei Schneider. Freiheitstlänge, Altes| Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Jatobftr. 68. unverzagt 1 Manteuffelstraße bei Nowad. Guests orbeer: Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 36. trans 2, Dranienstraße 190 bei Ratich.2iebeslust in Fürstenwalde bei Taschenberg, Juntei ftraße 5. Kaiser Gängerchor der Maler Franz Grenadier Play 7.- Freiheits: Gruß, Schönhauser Allee 46, Club Uncle Sam. 9 o'clock Jack's Restaurant, bei Buffe. Hoffnung 3, Brandenburg a. H., Wilhelmsdorfer: 11 Hoher Steinweg. English speaking guests are quite Straße Rest. Concordia.- Sangesblüthen, Stralauerplay 10/11 bei Poppe. Moabit, Waldstr. 52 bei Gohr.- 2iederlust, Köpenicker ftr. 100 welcome. bei Gründer( fr. Mundt). Freiheitstänge 1, Gebastianftr. 3 bei Mayer. 2yra 3, Brig, Werderstraße 15. Freiheitstlänge 2, Ebenwalderstraße 5.- Raiser'scher Quartettverein, Krautftr. 6 bei Rudolf. Arbeitergesangverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 bei Dorn.- Junge Eiche, Reinickendorf, Gesellschaftsstr. 11 bei Hartmann. Georginia, Admiralstraße 38 bei Schönfeld. Einig, Straußbergerstr. 3 bei Birt. ,, Borwärts" 7 Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße- Ecke bei Greinert. Geeger'scher Männerchor, Frankfurteistraße 18 bei aprolatis. Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bei Krause. Felfenburg, Krautstr. 6 bei Rudolph. Gemischter Chor Wedding, Müllerstr. 7 bet Reichert Glühlich 1"( gem. Chor), Perlebergerftr. 28, bei Maien Hermenschmidt. Steinnelte, Neue Hochstr. 49 bei Altmann. gruß, Charlottenburg, Wallfir. 54 bet Reichelt. Melodia, Rirdorf, Bergftr. 133 bei Hoffmann. Appolonia, Rosenthalerstr. 11-12, Rosenthaler Klubhaus. Apollo, Beuthstr. 18-21 bei Echulze, Pofthorn". Männer Ghor Süd- Ost, köpniderftr. 191 bei Foge. We it end, Schöneberg, afer Friedrichsstraße Nr. 6 bei Henkelmann. Feldblume Lübbenerfir. 30 bei Mener. " 1 F. H. Neustadt. Wir werden Ihnen einen Schriftentatalog wenn Sie uns Ihre genaue Adresse zugehen lassen, Es aufgeben. Eine derartige Sammlung ist uns unbekannt. trägt Verstand und rechter Sinn mit wenig Kunst sich selber vor", sagt Göthe. F. K. Der Schwerinstag, der gewöhnlich Mittwochs abgehalten wird, ist angesetzt, um im Parlament solche Anträge zu berathen, die aus der Initiative der Abgeordneten hervor. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 3u gegangen find. Seinen Namen hat er von dem Grafen Schwerin, ſchriften sind zu richten an P. Senter, Bergmannstraße 14, Hof 2 Tr.) der diesen Brauch zunächst im preußischen Landtag eingeführt hat. Mittwoch: Pollac Klub Lustige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Liewald. H. A. 22. Das ist die übliche Gerechtigkeit im MilitärGeselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bei Wolff. Rauchflub Eiserne Pfeife, Triftstr. 1 bei Hoffmann Sumo staat. Jbre richtige Anschauung hat uns Freude gemacht. riftis cher Rauchflub, Görligerstraße 42 bei Picht. Geselliger W. R. Die Hofpitanten gehen mit einer Partei, ohne sich Berein Brüderlichtett Georgenkirchstraße 65 bei Müller. Musikverein Baureuschwengel Annenfiraße 16 bei Ehrenberg.- Berein Rhetorit ihr formell angeschloffen zu haben. Naunynftr. 86 bei gubeit Abends 8 Uhr. Geselliger Verein Hoffnung N. H.Nürnberg. Die„ mitteleuropäische Zeit" wurde am Lebuferstraße Nr. 5 bei Nemis( alle vierznehn Tage). Theaterverein 1. April 1893 eingeführt. Proletariat, Naunynftr. 83 bei Köhn. Vergnügungsverein Amor II, Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. Touristentlub Freiheit und Wohl ergehen, Neuenburgerstr. 37 bei egeberg. Rauchtlub Rothe Stat Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant Taubenbörse. flub Kreuz- Solo Krautfr. 48 bei Rattte. Regel- Klub Lustige 13", Abends 8 Uhr bei Sauermann, Adalbertstraße 8. Schafstopftlub SparAgnes, Abends 9 Uhr, Blumenftr. 46 bei Wend. Gesang, Turn- und gelellige Vereine. Mittwoch. Gefangverein Rnospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8% bis 10% Uhr, Langestraße 108 bet Nebelin. Männer- Befangverein Waldfapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Kayfer, Staligerstr. 22, Mufit- Dilettantenverein Preciosa, Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn und Restaurant Schulze, Beuthstr. 18-19. Tegelerstraßen- de. Männer- Gefangverein Apollo, Abends 9 Uhr, im Zurnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Man= teuffelftr. 9. kraftturnverein Jugendkraft, jeden Mittwoch und Sonn: abenb 9-11 Uhr Abends bei Lade, Beughofstr. 8. Zurnverein Gesund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends in der Zurnhalle, Freienwalderstraße 39. Kraftturnverein Berolina, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, Brunnenfraße 154, Lotal Konkordia. Berliner Turngenossenschaft: Die 3. Männer Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von von 8-10% Uhr in der Chorinerstr. 74. Zurnverein Fichte"( Mitglied des deutschen Arbeiter- Zurnerbundes). Die 1. Männer- Abtheilung Turnt Mittwoch und Sonnabend von 8-10% Uhr Friedenstr. 37. Theater- und Vergnügungs- Verein Sumanitas Abends 9½ Uhr bei Reed, Lothringerstraße 94. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringerstraße 101. Theater: und Leseklub Morgenroth, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerfir. Nr. 67. Theaterverein erres jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Restaurant Lewinsti, Bülowstr. 45. Heimath lust, Gizung jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, bet. Lange, Stromifiraße 28. Theater- Gesellschaft Klaus Beneditt, Abends 9 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerfir. 45. bet Heft. M = Jeden Mittwoch Abend um 8% Uhr bei G. Fischer, Beusselstr. 66. Rauchflub Noochloch, Abends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralftr. 33. Rauchflub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerstr. 42. Rauch flub direvier Ihres Bezi R. B. 65. Wenden Sie sich wegen Ausstellung einer neuen Invalidenkarte an das Polizeirevier Ihres Bezirks. P. D. 16. 1. Ja. 2. Nein. H. V. P. 53. Jm allgemeinen ja. Schröter II. 1. Ja. 2. Ja. 3. Ja. 4. Ja. 5. Ja, wenn minderjährige Miterben find H. K., Sfaligerstr. Dispositions- Urlauber genießen teine Steuerbefreiung. Sie müssen nachzahlen. M. B. 58. Eine Berkäuferin hat bei unrechtmäßiger Ent. laffung feinen Anspruch auf Entschädigung für Kost und Logis, wenn ihr diese nicht während ihrer Anstellung gewährt wurden. P. J. 1. Ja. 2. Ja, falls der Lohn 1500 m. jährlich übersteigt und das Dienstverhältniß mindestens auf 1 Jahr bestimmt oder bei unbestimmter Dauer eine Kündigungsfrist von mindestens 3 Monaten einzuhalten ist. W. H. O. Nein. F. B. 100. Nein. Die 25 jährige Zochter kann ohne Einwilligung heirathen. Alter Abonnent 1000. Rommen Sie zur Sprechstunde. Alter Genoffe. Arbeitgeber, welche ihrer Klebepflicht nicht nachfommen, fönnen von dem Vorstande der Versicherungsanstalt mit Ordnungsstrafe bis zu 300 9. belegt werden. Die Nichtanmeldung bei der Krankenkasse tann bis zu 20 M. bestraft werden. H. Dahje. Nein. Ultimo. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen an das Oberpräsidium zu Potsdam. Zwei Wettende. 1. Das. 2. Beide. B. Presburg. Unverständlich. Kommen Sie in die SprechGeselliger Bergnügungsverein Negia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Grünstraße 21. Kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenbergerftraße 149.- Fidele Brüder, bei H. Mrose, Lachmannftr. 5.- Touristenverein Frei Weg", Abend 9 Uhr bei Siedlutad, Manteuffelftraße 86. Arbeiter Bitherflub Freiheitstlänge", Abends stunde. Bahnhof Don 8-11 Uhr, bei R. Pommerente, Bahnstraße 23, am A. Sch. Sie sind an den von Ihnen unterzeichneten Ver Großgörschenstraße. Bitherflub Alpenglöckchen Edelweiß. Nebungsabend Gipsstr. 11 bei Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler trag gebunden, auch wenn Sie das Gegenegemplar mit der Unterwillkommen. Berein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9½ Uhr Gigung schrift des Wirths nicht erhalten haben. Ob Sie von dem Vermit Damen bei Weigmann, Andreasstr. 32. Vergnüngungsverein and in sand 2, Abends 9 Uhr, im Restaurant Müller, Große Frankfurter trage zurücktreten können, falls der Wirth die Wohnung nicht in firaße 80-81. Gesellschaft Sero, Abends 9 Uhr, Sigung Brunnenstr. 155 den nur mündlich vereinbarten Zustand setzt, ist zweifelhaft. Arbeiter Bitherverein Ginigteit, Abends% 9 Uhr: Uebungs P. R. K. 1. Zum Austritt aus der Landeskirche ist ein ftunde bei Nomad, Manteuffelstr. 9. Befelliger Berein„ unter uns hierauf gerichteter Antrag an das Amtsgericht des Wohnorts erforderlich und spätestens innerhalb sechs Wochen nach Eingang Rauchtlub Rothe Nette, bei Steuer, Weinftr. 22.- Humoristischer des Antrages bei dem Gericht die Austrittserklärung zu gericht San& fouet, Boedhstraße 51.- Rauchflub Ohne 3wang, Abends 9 Uhrlichem Protokoll. 2. Der Kaifer bezieht als solcher fein Gehalt. bei Späth, Weinfr. 28. Rauchfluh Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei Seine Einkünfte bezieht er als König von Preußen. 3. Der Echlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub ultan, Abends 9 Uhr bei Kronprinz und die königlichen Prinzen beziehen vom Staat teine Rachfall, Waldemarstr. 18. Rauchtlub Goldene Quaste, Abends 9 Uhr Einkünfte. bet Mluß, Jofinstraße 8. Rauchklub Schmotes Werte, Köpenider ftraße 121a bet Schöbel. Humoristische Pfeifenbrüder, Abends 9 Uhr, lofterstraße 83, beim Genossen W. Salzwebel. 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Innungs- Schiedsgericht, Neue Friedrichstr. 17 Testament. Das Testament tann vor dem Testaments: richter, Neue Friedrichstraße 13, 3immer 2, au Protokoll erklärt werden. 3. A Nein. P. 1111. Da Sie ohne Vorbehalt gezahlt haben, können Sie nichts zurückfordern. A. B. 52. Zuchthaus. Bildhauer Freienwalderftr. Sie sind im Recht. Rommen Sie in die Sprechstunde. K. W. Rigdorf 25. Sie sind zu einer Unfallrente berech tigt. Melden Sie sich bei der Ortspolizeibehörde. Genosse Potsdam. Der Wirth hat keine Ansprüche zu machen.d Frage 100. Unverständlich. 2933 E. L. Manteuffelstr. 1. Ja. 2. Nein. 3. Die Sache ist am ehrenhaftesten und besten geregelt, wenn Sie das Mädchen heirathen. K. T. Potsdam. Die Ueberweisung ist zulässig.d F. M. 7. Kommen Sie in die Sprechstunde. Albert. Nein. R. R. 50. Der Vater tann seine Einwilligung zur Ehe schließung der 21jährigen Tochter versagen. Sie tann aber auf richterliche Erzwingung der Einwilligung flagen. Streitende. 1. Nein. 2. Ja. R. T. 98. Nein. 2. S. 1. Das Gericht fann einmal und höchstens auf 1 Jahr die Aussehung des Verfahrens über die Ehescheidungs3. 2. Eine unbestimmte Zahl. scheidungsklage anordnen. Schenkungen unter Eheleuten find hier in Berlin ungiltig. Sie werden deshalb die Klage gegen Ihre Ehefrau gewinnen. H. S. 54. Ihre Braut tann nach dem Tode des Onkels das Vermächtniß auf dem Grundstück mit Bewilligung der Schwester eintragen lassen. Depeschen. ( Deveichen des Bureau Herold.) Kiel, 20. Februar. Heute fand unter überaus zahlreicher Betheiligung die Trauerfeier für die auf dem Panzerschiffe ,, Brandenburg" Verunglückten statt. 37 MS amefanns relle und 37| Mehl- u. Grünkramgeschäft| M. Krüger's Speise- Leinöl ed anerkannt billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Eig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Dann's Spezial Trauer- Magazin Neanderstraße 38 empfiehlt fämmtliche Artifel zur Trauer. 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Asia Die Werkstatttontroll Rommission sibes Deutschen Solzarbeiter Verbandes, rede 3ahlstelle Berlin. Den staatlichen Musterbetrieben" mußten wir leider schon oft ihre Musterhaftigteit absprechen. Zu dem gleichen absprechenden Urtheile muß man gelangen hinsichtlich ber Munitionsfabriken zu Siegburg, wenn man die Löhne. die dort bezahlt werden und die sonstigen Verhältnisse in Betracht zieht. In einem Bericht, welcher der Elberfelder Freien Presse" zugeht, wird befonders darüber geflagt, daß die Säle zu sehr von Arbeitern überfüllt sind, so daß die Atmosphäre eine höchst ungefunde ist; Exhaustor, die unseres Wissens in Schleifereien gesetzlich vorgeschrieben, fehlen hier ganz. Die Löhne find im Laufe der letzten Jahre beständig zurückgegangen; bei manchen Arbeiten bis zu 40 pбt. Eigenthümlich muß es die Arbeiter be rührt haben, daß sie den 27. Januar( Geburtstag des Kaisers) trotz ausfallender Arbeit bezahlt erhielten, dagegen zwei Tage später wieder in den verschiedenen Branchen ein Abzug bis zu 10 pet. zum so und sovielten Male bekannt gemacht wurde. Vor einigen Wochen wurde bekannt gemacht, daß von jeder verdienten Mark 1 Pfennig abgehalten würde, und zwar, wie es hieß, sollen diese freiwilligen Beiträge" zur Anschaffung einer Fabrikfahne verwandt werden. Diejenigen, die damit nicht einverstanden seien, sollten sich bei den Meistern melden. Kommentar überflüssig! Trotz der schlechten Zeiten", über die auch unsere Unternehmer meinen lagen zu müssen, verdienen" diese Herren doch glücklicherweise immer noch soviel, daß sie nicht Hungers zu sterben brauchen. So schließt die Mechanische Weberei Augsburg 1895 mit einem Reingewinn von 148 355 M. gegen 25 129 M. im Jahre 1892 ab. Die Mechanische Baum woll, Spinn- und Weberei Kempten tommte 12/ Prozent Dividende vertheilen, während die Baumwollspinnerei Kolbermoos nach Abzug der Amortisation von 50 000 m. 92 500 W. Reingewinn gegen 22 277 M. Berluft im Vorjahre erzielte. Bon einer Erhöhung der Löhne hat man nichts gehört. Mittwoch, den 21. Februar 1894. und 11. Jahrg. ausdrücklicher, es sei durch Verlegung des Unterrichts in die II. Für das Vorhandensein der Eigenschaft als Haus Arbeitsstunden ermöglicht worden, die Empfänglichkeit für den Gewerbetreibender dagegen spricht im Allgemeinen selben und damit den Erfolg der Fortbildungsschule berhaupt wenn zu steigern". Diese Thatsachen sprechen doch wohl dafür, daß 1. der Arbeitnehmer sich das zu verarbeitende Material die Entbehrlichkeit des Sonntagsunterrichts, von welcher der insbesondere die erforderlichen Zuthaten und die nöthigen am 1. Oftober d. J. zur Einführung zu bringende§ 120 der Arbeitsgeräthe und Werkzeuge, ganz oder zum Theil selbst Gewerbe- Ordnung ausgeht, auch vom schultechnischen Stand- beschafft, punkt aus, nicht blos vom firchlichen, zugegeben werden kann. 2. der Arbeitnehmer berechtigt ist, zur Ausführung der ihn Es ist unstreitig möglich, den Sonntags- Zeichnenunterricht auf übertragenen Arbeiten selbständig Hilfskräfte in Gestalt seine die Nachmittagsstunden paffender Wochentage von 1-4 Uhr zu Familienangehörigen oder fremder Personen anzunehmen, verlegen, indem man sich im einzelnen bezüglich der Tage und 3. es dem Arbeitnehmer einerseits gestattet ist, auch fü Stunden an die Bedürfnisse der verschiedenen Gewerbe anpaßt. andere Arbeitgeber, insbesondere auch für Private, zu arbeiten Man kann diese Zeit, wie das hessische Beispiel zeigt, recht gut andererseits der Arbeitnehmer von einem Arbeitgeber nich von den Arbeitgebern erlangen, wenn man nur den Muth hat, ständig beschäftig wird und gezwungen ist, auch bei dritten Per von der fakultativen zur obligatorischen Fortbildungsschule über fonen Arbeit zu suchen, zugehen, und die lettere ist doch wohl der bessere Ausdruck des Interesses für die allgemeine Fortbildung als die erstere. Ein Gewerbegericht soll am 1. Juli auch in der Stadt Döbeln in Sachsen ins Leben gerufen werden.nl Schriftlich beglaubigtes Ärbeiterelend. In Neustadt bei Siegmar wurde einem 58 Jahre alten Arbeiter fürzlich von dem Arbeitgeber folgendes Schriftstück ausgestellt: Jch Endesunterzeichneter bescheinige hiermit dem Arbeiter K. H. 3., daß sein Durchschnittsverdienst 250 bis 300 Mart höchstens beträgt. Julius Theodor Rößler, o Wirk, Strick- und Handschuh- Fabrikation. Bergangene Woche hat besagter Arbeiter einen Lohn von 2,80 M. für die ganze Woche nach Hause gebracht. Und davon soll dann eine Familie leben! " 4. Stück bezw. Affordpreise vereinbart find, 5. ein festes Arbeitsverhältniß zwischen Arbeitgeber unt Arbeitnehmer nicht besteht, der Arbeitnehmer vielmehr immer nu für die eine Arbeit gedungen ist, so daß er feinen Anspruch au neue Arbeit hat, wenn die ihm übertragene Arbeit vollendet ist, er aber auch ebenso wenig von dem Arbeitgeber zur Uebernahme neuer Arbeiten gezwungen werden kann, 6. wenn der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber persönlich völlig unabhängig und einer Kontrolle desselben höchstens insoweit unterworfen ist, als er bestimmte Ablieferungstermine einzuhalten hat. Dersammlungen. Vorstehende Säße können jedoch selbstverständlich nur als Anhaltspunkte dienen, um an der Hand derselben im einzelnen Falle zu entscheiden, wer als Heimarbeiter und wer als aus gewerbetreibender zu betrachten ist, je nachdem für das Borliegen des einen oder anderen Verhältnisses mehr der erWas die Krone der Sozialreform- den Beamten wähnten Punkte sprechen. Als das am meisten ausschlaggebende einbringt, möge der soeben veröffentlichte Rechnungsabschluß der Moment ist hierbei immer die größere Abhängigkeit des Arbeit württembergischen Versicherungsanstalt beweisen. Es wurden nehmens vom Arbeitgeber zu betrachten." von derselben in: abgelaufenen Kalenderjahr Quittungsmarken Da auf die Heimarbeiter der Schuhfabriken, im Gesammtbetrag von 3 034 490 m. 84 Pf. verkauft; die in der Kleiderfabriken, der Möbelindustrie 2c. diesem Jahre ausbezahlten Menten betrugen nicht den zehnten die unter II erwähnten Buntte zutreffen, so Theil der Beiträge, nämlich 800 006 M. 30 Bf; für Seil hat das Kreisamt angeordnet, daß diefen Arverfahren wurden 649 M. 50 Pf. ausgelegt; die Verwaltungs- beitern die seit Erlaß des Gejeges abgefosten betrugen 173 043 M. 60 Bf.; Dazu kommen noch für Er- zogenen Beiträge zur Alters- und Invaliditätshebungen, schiedsgerichtliches Verfahren und Kontrolle zusammen versicherung wieder zurückerstattet werden. 19 437 m. 47 Pf, also alles in allem ein Aufwand, der weit über die Hälfte der ausbezahlten Renten ausmacht. Aehnlich steht es auch mit den Versicherungsanstalten in den anderen Die Organisationsbestrebungen irgend einer Arbeiter: Bundesstaaten. Aber trotzdem nennt man dieses Gesetz die fategorie werden vielfach von der Unternehmerschaft zu einem Krone" der Sozialreform! Im Bolte giebt man dem Geset Die Stockarbeiter hielten am 11. b. Mts. eine zahlreich gewiffen Grade ignorirt, so lange nämlich, als ihnen die Be- einen ganz anderen Namen, man nennt es da vielfach Ver- besuchte Versammlung ab, in der Fräulein Baader in einen wegung nicht unbequem wird oder erscheint. Hat die Agitation forgungsanstalt für Militäranwärter". Mit welchem Recht, recht beifällig aufgenommenen Vortrage über das Thema: Der jedoch an einer besonders empfindlichen Stelle eingefeßt, dann zeigen die obigen Zahlen. Fluch der Zivilisation" referirte. Nach einer kurzen Diskussion wird alles aufgeboten, um das sich regende Emanzipationsbedürfniß in einem Meer von Bedrohungen und Verleumdungen Arbeiterbudgets. Eins der besten Mittel der herrschenden ging man zu Berschiedenem" uber. Der Kollege Brüssow be zu ersäufen. Es wird, nachdem ein früherer Versuch nicht den Klaffe den Beweis zu führen, in welch traurigen Verhältnissen richtete über folgenden Vorfall: Anfangs vorigen Jahres fehrten 6 Kollegen bei dem Schankwirth Julfe, Anklamer- und Fehrgewünschten Erfolg hatte, seit kurzem wieder kräftig agitirt, auch die Mehrzahl der Bevölkerung heute zu leben gezzoungen ist, bellinerstraßen- Ecke, ein und verlangten den„ Vorwärts". Auf für die Angehörigen des Schlächtergewerbes eine Organisation bildet jedenfalls die Aufstellung von Arbeiterbudgets. Es ist dies die unhöfliche Abweisung entstand ein Wortüreit, in dessen zu schaffen. Eine der Hauptforderungen ist die Beseitigung der ein Theil der Statistit, bei der auch jeder Arbeiter im Stande weiterem Verlauf sich die Betreffenden eines Hausfriedensbruchs fogenannten Stellenvermittler. Daß eine Hebung der Lage ist, mit zu helfen, wenn er nur seine Ausgabe und Einnahme zu schulden kommen ließen. Die Kollegen wurden daraufhin zu diefer miferabel bezahlten und echt patriarchalisch, d. h. brutal genau bucht. In Magdeburg hat es ein Schuhmacher unter: behandelten Arbeiterschicht nachgerade zur absoluten Noth- nommen, ein ganzes Jahr lang über seine Arbeitszeit, feine Einwendigkeit geworden ist, dürfte jedem Verständigen einnahme und Ausgabe genau Buch zu führen. Seine sorgfältigen leuchten. Die Allgemeinz Fleischer Zeitung", das Weister Notizen ergeben folgendes Resultat: organ, bringt es fertig, hier von einer„ Kuriosität" Er arbeitete im Jahre 1893: und knüpft daran die traditionelle Alberu zu reden heit von dem Bereichern der einzelnen Führer durch die Teller= sammlungen. Ohne Zweifel thäten diese Meister" im Trabrennsport und Hurrah Patriotismus beffer, fich bei Zeiten des Gleichnisses von dem Glashause zu erinnern, denn in jeder Nummer des genannten Blattes sind spaltenlang die Sünden diefer fettglänzenden Patrioten aufgeführt, nämlich Berurthei lungen wegen Betrugs, Unterschlagung, Nahrungsmittelfälschung und so fort. Die Schlächtergesellen, welche teine Veranlassung haben, mit den Tellersammlungen Unfug zu treiben, haben eben fo wenig Ursache, sich ihre Brotgeber" etwa als Vorbild zu nehmen. asian st om Wochentage Sontagen. Sonntage . Er arbeitete nicht: Feiertage intl. 2 Wahltage und 1. Mai Wegen Krankheit Wegen Arbeitslosigkeit 286 Zage 37 15 69 " " 14 " 4 " 365 Tage Die Gesammtzahl der Arbeitsstunden betrug 296314; davon fielen auf den Sonntag 1523/4 Stunden. Die Durchschnittsarbeit an Wochentagen betrug somit ca. 10 Stunden, die höchste 14 und die niedrigste 1 Stunde. " 2-3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Unter den so schwer Betroffenen befinden sich mehrere Familienväter und empfahl des halb Redner, für die Unterstützung dieser Familien einzutreten. Die Versammlung gab auf grund dieses Berichtes der Agitationsfommission den Auftrag, Sammellisten in Umlauf zu setzen. Hierauf theilte der Kollege Sauer mit, daß die Firma Brief u. Steinberg, Charlottenburg, ihre Fabrik geschlossen habe, moDurch 25 Kollegen arbeitslos wurden. Diese Arbeiter sind seiner Zeit von den Fabrifanten unter den bekannten Versprechungen von Ungarn hierher gelockt und nun der bittersten Noth ausgefeht. Den Schluß bildete ein gemüthliches Beisammensein. In einer Versammlung des Deutschen Holz. arbeiter Verbandes( Moabit), die am 11. Februar tagte, referirte Kollege Sigg über den Nugen der Gewerschafts- Organi fation. Von einer Diskussion über den Vortrag wurde Abstand genommen, und erledigte die Versammlung die Wahl eines Beitragssammlers, mit welchem Amte der Kollege Stach betraut Diese Ausgabe an Arbeitskraft brachte ihm eine Jahres- wurde. In die Werkstattkontroll- Kommission wurden hierauf die einnahme von 670 M. 84 Pf. Davon gehen ab: July Rollegen Hoffmann, Backschat, Menard, Jan von der Heide, Krankengeld à 20 Bi. . 10,40 m. Krüger und Weber einstimmig gewählt. Beitrag zur Invalidenkasse à 12 Pf.. 6,24" Ausgaben an Fornituren . " Arbeiterschuh- Gesetze in Rumänien. In Rumänien sollen demnächst staatliche Hilfskaffen für verunglückte Berg- und Hüttenarbeiter errichtet werden. Ebenso sollen Kassen unter Leitung des Staates gebildet werden, durch welche Invaliden Pensionen erhalten und auch Wittwen und Waisen unterstützt 11,62 Nationale Krankenkasse der deutschen Goldwerden sollen. An diese Wohlthaten" tnüpft man die monftröse und Silberarbeiter und verwandten Berufs. Bedingung, daß der Betreffende fich nicht an Streif Summa des Abzugs 28,26 M. genossen( G. H.) In der Mitgliederversammlung am Agitationen" betheiligt haben darf. Das wäre in der Bleibt eine Netto- Einnahme von 642 W. 58 Pf. Das ist 12. Februar gab der Vorsitzende Holtkamp den spezialisirten That das beste Mittel, den Arbeitern in ihrem Kampf um also ein Durchschnittsverdienst von 12 M. 35 19/26 Pf. wöchentlich. Jahresbericht. Demnach betragen die Netto Ginnahmen der MitDas ist also das Einkommen eines Arbeiters, der das ganze gliedschaft Berlin an Beiträgen 2c. 21 525,06 M., die NettoUnterstügungen, Krankenhäuser, Arzt und binden. " die beffere Lohu- und Arbeitsbedingungen die Hände vollständig zu Jahr über beschäftigt ist, der sich gewiffermaßen noch glücklich Ausgaben für Ueber 300, also 10 pet aller Sandschuhmacher preifen muß gegenüber den Tausenden, die infolge gänglicher Meditamente 2c. 21 902.89 m. Verstorben sind im vorigen Jahre Ueber 300, also 10 pet aller Handschuhmacher in Deutschland sind im Laufe des legten Jahres arbeitslos oder theilweiser Arbeitslosigkeit noch weit fümmerlicher sich be- 6 Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder betrug Anfang 1893 helfen müssen. 925 Mitglieder. Am Anfang 1894 992 Mitglieder. Das Ge gewesen. Der Vorstand des Verbandes der Handschuhmacher fammtvermögen betrug am Anfang Oftober 1893: 134 187,87 bei schreibt in einer Bekanntmachung des Fachorgans, daß der GeDie Mainzer Hausindustriellen hatten sich, wie wir schon einer Mitgliederzahl von 7521, Angelegt als Reservefonds sind schäftsgang im allgemeinen nicht ein so ungünstiger fei, daß eine berichteten, an das Großherzogi. Kreisamt gewandt mit der Be- 116 200 M. Die Frauen- Begräbnißtasse hatte bei Beginn des so große Arbeitslosigkeit in dem Beruf gerechtfertigt erscheine. Der Vorstand betont sehr mit Recht, daß die Arbeitenden schwerde, daß ihnen in den Fabriken die Beiträge zur Jahres 1893 bei einer Mitgliederzahl von 452 Frauen ein VerDer Vorstand betont sehr mit Recht, daß die Arbeitenden Alters- und Invalibitatsversicherung zu un mögen von 4274,93 M. Die sich hier anschließenden Wahlen des durch übermäßige Ausdehnung der Arbeitszeit die Arbeitslosigkeit mit vermehren helfen und ermahnt die Berufsgenossen, in aller- redyt abgezogen würden, denn nach§ 2 babe das Gesetz Vorstandes ergaben die Wiederwahl des bisherigen, nur wurden erster Linie für Herabsetzung der Arbeitszeit thätig zu fein. gelegenheit um eine öffentliche Erklärung gebeten. Das Kreis- Berger neu gewählt. Für die Vereinigung der Hilfskaffen zu auf sie feine Anwendung zu finden. Zugleich wurde in dieser An- an stelle der ausscheidenden die Mitglieder Heynemann und Eutbehrlichkeit des Sonntagsunterrichts an den amt läßt sich nun darüber wie folgt hören: Berlin und Umgebung wurden. nach Klarlegung der Verhältnisse, heffischen Fortbildungsschulen. Hierzu schreiben die Blätter Bei der Ausführung des Invaliditäts- und Aftersversiche dem Hilfskaffen- Aerzteverein gegenüber, C. Holtkamp und für soziale Praxis"( Frankfurt a. M.) in ihrer neuesten Nummer: rungs Gesetzes haben sich Echwierigkeiten ergeben bei der Ent J. Schindler als Vertreter gewählt. Die Verwaltungsberichte der hessischen Städte Darmstadt, Worms scheidung der Frage, wer als sog. Heimarbeiter d. h. außern einer Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter sprach am um die jetzt so viel erörterte Frage nach der angeblichen Un- und daher nach§1 des Alters- und Invaliditätsgefeges als ver: 12. Februar Genosse Millarg über die Feier des 1. Mai. entbehrlichkeit des Sonntagsunterrichts in gewerblichen Fort- ficherungspflichtig, und wer als Hausgewerbetreibender bildungsschulen an der Hand praktischer Erfahrungen mit beant und daher als nichtversicherungspflichtig anzusehen ist. Dem mit regem Interesse verfolgten Vortrag schloß sich eine worten zu helfen. In Hessen besteht die obligatorische Fort. Es ist daran festzuhalten, daß eine alle hierher gehörigen Fälle längere Disfusion an und wurde sodann folgende von Fleischer bildungsschule; zum Besuch derselben sind alle Knaben während allgemein entscheidende Beantwortung dieser Frage nicht gegeben gestellte Resolution angenommen:" Die Versammlung erklärt sich dreier Jahre nach ihrem Austritt aus der Volksschule verpflichtet. werden kann, daß vielmehr bei der Berschiedenheit der Verhält, mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und be Im Winterhalbjahr 1892/93 hatten die Fortbildungsschulen der nisse und unter Berücksichtigung dieser von Fall zu Fall besonders auftragt die Agitationskommission, am Vormittag des 1. Mai eine öffentliche Versammlung einzuberufen mit einem Referat, genannten drei hessischen Städte zusammen 1575 Gewerbe zu entscheiden ist. Schüler und man fam an sämmtlichen Fortbildungsschulen sehr daß der Würde des Tages entspricht. Die Anwesenden werden I. Im Allgemeinen entspricht es indeß für das Vorhanden deshalb ersucht, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu fassen und für gut ohne jeden Sonntagsunterricht aus. Man ertheilte nämlich sein der Eigenschaft als Heimarbeiter, wenn eine gutbesuchte Versammlung zu agitiren." Nach einem Bericht den Unterricht größtentheils an den Nachmittagen bestimmter 1. Der Arbeitgeber das zu verarbeitende Material, die er be3 Kollegen Krause über die Thätigkeit der GewerkschaftsWochentage, deren Zahl zwischen 2 und 4 schwauft. Die frühesten forderlichen Zuthaten und die Arbeitsgeräthe und Werkzeuge fommission wählte die Versammlung zu Delegirten der KomNachmittagsstunden für den Unterricht hatte Worms für einen liefert, Theil seiner Schüler, nämlich die Stunden von 1 bis 1/24 Uhr; 2. der Arbeitnehmer verpflichtet ist, die ihm übertragenen mission die Kollegen Krause und Schädlich, leyteren zum StellGießen hatte die Stunden von 2 bis 4 bezw. von 3 bis 5 Uhr, Arbeiten selbst und ohne Zuziehung von Hilfskräften auszuführen, Darmstadt von 2 bis 4 bezw. 5 bis 7 Uhr. Daneben gingen 3. es dem Arbeitnehmer einerseits nicht gestattet ist, für Der Verein der Lithographen, Steindrucker und Be Abendklassen mit Unterricht von 16 bis 1/28 Uhr in Gießen, andere Arbeitgeber, insbesondere auch für Private, zu arbeiten, rufsgenossen hielt am 15. d. M. seine Generalversammlung ab. von 1/27 bis 1/28 Uhr in Worms, und von 7 bis 9 Uhr in andererseits aber auch der eine Arbeitgeber den Arbeitnehmer Nach dem zur Verlesung gelangten Kaffenbericht betrug die EinDarmstadt. Früher hatte der Unterricht nicht so früh am ständig beschäftigt, Nachmittag begonnen; die neue Ordnung der Dinge führte 4. Tagelöhne an den Arbeitnehmer bezahlt werden. sich jedoch so leicht ein, daß die Frequenz überall 5. zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein festes Vertragsregelmäßig weiter stieg und die Schulversäumnisse bei- verhältniß besteht, so daß auch eine Entlassung nur unter spielsweise in Worms abnahmen. Die Unterrichtserfolge vollends Beobachtung der gesetzlichen Kündigungsfristen erfolgen tann, wurden von der Vermehrung des Wochenunterrichts an frühen 6. der Arbeitnehmer einer Kontrolle des Arbeitnehmers, insNachmittagsstunden außerordentlich günstig beeinflußt. Der besondere einer solchen in bezug auf die Einhaltung einer be Darmstädter Berwaltungsbericht hebt hervor, daß Betragen, stimmten Arbeitszeit unterworfen ist, Fleiß und Leistungen, insbesondere in den Tagestlassen", recht 7. der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber gegen Krankheit befriedigend gewesen seien, und der Gießener Bericht sagt noch und Unfall versichert ist. vertreter. nahme, ebenso die Ausgabe im verflossenen Vierteljahr 1335 M. 83 Pf.; dem Rassirer wurde auf Antrag der Revisoren Decharge ertheilt. Kollege Schöpfe berichtete sodann über die Verhand lungen der Fünferkommission, betreffend die Errichtung eines Vereinsbureaus der Berliner Filiale. Die Kommission ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß für die Filiale in anbetracht der großen Mitgliederzahl ein derartiges Bureau nothwendig sei. Rebner geht sodann des Näheren auf die, seitens der Kommission gepflogenen Berathungen ein und empfiehlt namens der Kommission folgende Resolution eru. modernen dem Boden der men, nach Die tombinirie Sitzung der Fünfer- Kommission der Verwaltung wünscht sein könne. Erst müsse die große Masse des Volts wirth was dasselbe ist, welche sich auf die Seite Gotte? und Vorstand ist von der Nothwendigkeit der Errichtung eines schaftlich und intellektuell gehoben werden. Mit der Ermahnung it ellen, muß das Leben ein Kampf sein", und weiterhin fagt er Vereinsbureaus überzeugt und empfiehlt den Mitgliedern, sich an die Anwesenden, für eine immer größere Verbreitung der über diese Lebensanficht: ihr natürlicher Begleiter ist vielmehr dem anzuschließen. Um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, sozialdemokratischen Anschauungen zu sorgen, schloß der Redner der Glaube." Er meint damit den Glauben an die göttlichen diesen Vorschlag eingehend zu beurtheilen, wird eine Urabstim- unter großem Beifall seinen Vortrag, dem eine kurze Debatte Ideen", ohne sich für einen bestimmten Glauben an einen permung vorgenommen und werden die Mitglieder ersucht, sich zu folgte. sönlichen Gott auszusprechen. Zum Schluß erklärt er denn ausäußern, bezüglich der dadurch nothwendigen Erhöhung des BeiJu einer öffentlichen Kellnerversammlung, welche in drücklich, er habe von der ethischen Lebensansicht im Gegensatz trages von 15 auf 20 Pf. wöchentlich. In der Diskussion wurde der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch bei Bühler, Rosen zu der instinktiven und wissenschaftlichen gesprochen, habe sie die angeregte Frage lebhaft erörtert; sämmtliche Redner er- thalerstr. 38, stattfand, wurde abermals über die Kongreßfrage aber nicht der religiösen Lebensansicht entgegengesett". Ja, er tannten die von ber kommiſſion angeführten Gründe als ſlich verhandelt. Nachdem Kollege Bö ich die Diskussion über den sehnt sich nach Menschen, die wiederum das Gefühl des Rechten haltig an und erklärte die Versammlung ihr Einverständniß mit im März in Berlin stattfindenden Kongreß und die auf der aufregen, das Bewußtsein unwandelbarer nor welchen die Einzelnen und die Völker ge= der Kommission.ged 2500 2017 Tagesordnung desselben stehenden Punkte eingeleitet, wurde in richtet werden". Wenn man nun aber auch absieht von der Schöneberg. In einer Versammlung der Holzarbeiter der in der letzten Versammlung abgebrochenen Debatte fortgefahren. verworrenen und vieldeutigen Ausdrucksweise des Verfaffers, die am 18. Februar hier tagte, hielt der Genosse Hoffmann Der Gastwirth Herzberg bemängelt die von den Einberusern die stets auch ein Kennzeichen verworrenen Dentens ist, einen recht beifällig aufgenommenen Vortrag. Die Versammlung aufgestellte Bedingung, daß nur Vertreter zugelassen sein fo bleibt als greifbares Ergebniß seiner Ausführungen nur übrig, beschäftigte sich sodann in einer längeren Debatte mit den Miß- sollten, die auf Arbeiter daß er die Menschen nicht auf das Triebleben und die wissenständen in den einzelnen Werkstätten. Besonders eingeladen bewegung stehen. Genosse Näther weist in längeren waren zu dieser Versammlung die Kollegen aus den Werkstätten Ausführungen die Nothwendigkeit und Richtigkeit dieser Forschaftliche Thätigkeit beschränken will, sondern von ihnen die Faul und Wenzel. In der betreffenden Werkstatt, so be- derung nach. Der anwesende Vertreter eines reaktionären Kellner- Hingabe an höhere gemeinsame Zwecke, das Streben nach einem " deal" verlangt. Damit befindet er sich nun allerdings im richtet Kollege Georgi, herrschen geradezu heillose Zustände. vereins plaidirt unter Widerspruch und Heiterkeit der Versamm: Einklang mit allen Menschen, die über das Stadium der PhilisterUeberstunden- Arbeit und schlechte Löhne sind die Regel. Um bei lung für Hand in Handgehen mit den Prinzipalen; er betont genügsamkeit hinausgewachsen sind. Sie alle suchen irgend welche einem Stundenlohn von 21 Pig. 24 M. Wochenverdienst zu er- u. a., daß der Kellner nur mit„ bessern Leuten" umgehe( Zwischen- deale zu verwirklichen, der Meinungsunterschied beginnt jedoch zielen, muß Nachts und Sonntags gearbeitet werden. Recht ruf: Trinkgeldbettel!). Kollege Schröder führt aus, daß Alles sofort bei der Ausmalung dieser Ideale und bei der Ausmessung deutlich traten in der Diskussion die Blüthen des Submissions- was erreicht werden könne, nicht mit, sondern nur gegen die sofort bei der Ausmalung dieser Ideale und bei der Ausmeſſung des Weges zu ihrer Erreichung. Da kommt jedoch der brave wefens zu Tage. Diefelben Arbeiter, die zur Steuerzahlung mit Unternehmer zu geschehen habe. Von der Nachwahl weiterer Salter über phrasenhafte Algemeinheiten nicht hinaus. Wenn Von mehreren der bei über 1000 m. jährlich veranlagt Delegirten wurde Abstand genommen. die„ Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur" glaubt, mit derfind, können bei Magistratsarbeiten in normaler Arbeitszeit nur Herrn Bühler, dem Inhaber des Lokals, in Stellung ge 12 m. verdienen. Den Akkordarbeitern, die mit dem geringen mesenen Kelnern wurde lebhafte Klage geführt über die schlechte artigen Saltereien Propaganda machen zu können, so hat sie ihr Verdienst durchaus nicht zurecht fommen konnten und Bulage Entlohnung und Behandlung, die derfelbe ihnen zu Theil habe Pulver umsonst verschossen. Bedauerlich ist es, daß Profeffor v. verlangten, wurde die Antwort, sie sollten länger arbeiten, zu werden lassen. Der noch dort in Stellung sich befindliche Koch, D. Gizycki feine Kraft an die Uebersehung eines solchen Schmarren gelegt könne nicht werden, sonst müsse der Fabritant Geld zugeben. den Herr Bühler zu seiner Bertheidigung" herbei- vergeudet hat. bestätigte inbezug auf das Essen einrichtung, Luft- und Lichtmangel getlagt. Ueber ähnliche Zustände wußte Kollege Georgi von der Wenzel'schen Werkstatt zu berichten, Ueberstundenarbeit und schlechte Löhne sind auch hier die Hauptflagen. Aus der ganzen Diskussion ging hervor, daß nur ein festes, einiges Busammenhalten in der Organisation solche Mißstände beseitigen tann. Hierauf wurden drei WerkstellenKontrolleure gewählt, und zwar die Kollegen Scholz, Wendel und Schillinger. Die Errichtung einer Zahlstelle für Echöneberg soll in nächster Versammlung beschlossen werden: ferner wuide aufgefordert, für die Verbreitung der statistischen Fragebogen thätig zu sein. Zum Ausstand in der Sprang'ichen Werkstelle wurde berichtet, daß diese Angelegenheit als ziemlich geregelt gelten kann. einem Einkommen von " Ein anderer old gl. Eingelaufene Druckschriften. die Angaben der Vorredner. Das Essen, was er verabreichen In der Dorfschenke Genrebild( plattdeutsch) in 1 Akt von müsse, sei ein Futter, das niemand genießen könne. Auf Antrag äther wurde beschlossen, die Angelegenheit dem Ausschuß der Gewerkschaftskommission zu überweisen. Kellner brachte zur Sprache, daß ihm vom Gastwirth Schliebig wegen ganz geringfügiger Vergehen Ohrfeigen angeboten worden Damit nicht genug, feien und er dann entlassen worden sei, habe Herr Schliebig auch noch einen Brief an den Wirth des Tivoli, wo er jeden Sommer arbeite, geschrieben, sodaß er ihm dort das Brod abgeschnitten.( Schwarze Liften). Die gutbesuchte Versammlung dehnte sich aus bis 6 Uhr Morgens. Literarisches. Victor Brushing. Warum verarmen wir und wie ist dem abzuhelfen? Berlin, Wilhelmi 1893. Auf die erste Frage antwortet der Verfaffer: Einige wenige besitzen bereits so große Kapitalien, daß sie deren Zinserträge nicht mehr ausgeben können, diese daher zum Kapital schlagen, wodurch sie infolge der Wirkung des Zinseszins immer reicher und reicher werden, während die große Menge der Produzenten immer ärmer werden muß, weil sie den größten Theil ihres Arbeitsertrages eben in Form von Zinsen abgeben müssen. Ein Symptom( Kennzeichen) der zunehmenden Verarmung wird also als Grund derfelben angegeben, während man von der Art unserer Wirthschaftsweise nichts erfährt; es ist genau die Antwort des Onkel Bräfig: Die Armuth kommt her von der Bauvreté( zu deutsch: Armuth). Bt. Die ethische Lebensanficht. Von William Madintire Salter. Uebersezt von Georg von Gizydki. Berlin 1894. Bei Ferdinand Dümmler. F. Tepelmann. Preis 75 Pf. Vegesack.( Jm Selbstverlag.). Die gestohlene Wurst. Charakterbild in 1 Aft von&. Tepelmann. Preis 75 Pf. Vegefact.( Jm Selbstverlag.) Freie Bühne. Neue deutsche Rundschau. II. Heft. V. Jahrgang. Redaktion: Otto Julius Bierbaum. Berlin W. Verlag S. Fischer. Immaterielle Ursachen der Krankheiten. Von Dr. med. Ed. Reich. Heft I. Groß- Lichterfelde bei Berlin. Wallmann's Berlag. Fünfzig Kinder- und Hausmärchen, gesammelt durch die Brüder Grimm.( Kleine Ausgabe.) Mit 12 Bildern voa Ludw. Richter. Preis 40 Pfg. Leipzig. Verlag: Ph. Reclam junt. Die deutsche Rechtsanwalts- Ordnung. Gebühren- Ordnung für Rechtsanwälte. Von Landrichter Berg. Leipzig. Verlag: Ph. Reclam jun. Preis 40 Pfg. Soziale Kämpfe vor dreihundert Jahren. Altnürnbergische Studien von Bruno Schoenlant. Leipzig. Leipzig. Verlag on Duncker u. Humblot. Preis 4 M. Oesterreich im Jahre 2020. Sozialistischer Roman von Dr. Jos. v. Neupauer. Dresden Leipzig. E. Pierson's Verlag. Preis 4 M. Meschines' Rede gegen Ktesiphon. Uebersetzt von Dr. Wilh. Reeb. Leipzig. Verlag von Ph. Reclam jun. Preis 20 Pf. Amerikaua. Humoristische Skizzen von Ph. Berges. Leipzig. Verlag von Ph. Reclam jun. Preis 20 Pf. Silberhochzeit. Scherz und Ernst( Erstes Bändchen) von C. Fried. Wittmann. Leipzig. Verlag von Ph. Reclam jun. Preis 20 Pf. Maria Magdalene. Trauerspiel in 3 Aften von Fr. Hebbei. Leipzig. Verlag von Ph. Reclam jun. Preis 20 Pf. Ergebnisse der preußischen Volksschul- Statistik 1891. Von J. Fews, Bielefeld. Verlag von A. Helmichs Buchhandlung. Preis 50 Pf. Der Naturarzt. Zeitschrift des Deutschen Bundes der Vereine für Gesundheitspflege und für arzneilofe Heilweise. Berlin S., Expedition: J. Schmeidel, Sebastianstr. 27/28. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diez. Berlag) ist soeben das 20. Heft des 12. Jahrgangs er. schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Des Neuen Kurses Freud' und Leid. Der Agrarier Noth und Glück. Von Dr. R. Meyer. Die Aussichten des Sozialismus in Amerika. Ein Vortrag, gehalten von Ad. Hepner in St. Louis. -Die Einkommensverhältnisse in Preußen. Von Dr. H. Lux. - Zur Lage der russischen Fabritarbeiter. Von Dr. B. Kritschewsky. Ein Scherzspiel. Von F. Mehring.- Literarische Rundschau. Notiven:„ Je mehr sich's ändert, desto mehr bleibt sich's gleich!" Bur Steigerung des Bodenertrages. -Feuilleton: Herwegh und die Pariser deutsche Legion. ( Schluß.) Briefkaften der Redaktion. Adolf S., Militär. Ja. Junger Genosse. 1. 14 tägige Kündigungsfrist besteht auch bei Affordarbeit. 2. Ja. 3. Monopol bedeutet die ausschließliche Befugniß, innerhalb gewisser örtlicher Grenzen gewisse Zweige der Erwerbsthätigkeit auszuüden. Die Solidarität der Berliner Hutmacher- Genoffenschaft den Berliner Maurern gegenüber lautete der erste Punkt der Tagesordnung der öffentlichen Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend vom 18. d. Mts. Vorpahl als erster Redner machte der Geschäftsleitung der HutmacherGenossenschaft den Vorwurf, daß diese sich den Berliner Maurern gegenüber nicht solidarisch bewiesen hätte. Der Fabrikbau in Ser Pappel- Allee ist von der Genossenschaft einem fapitalistischen Unternehmer, Wolf, welcher feine organisirten Arbeiter einstelle und den Bau am billigsten herstelle, übertragen worden. Als Vertreter der Hutmacher- Genossenschaft nahm Borgmann das Wort. Derselbe sprach der Gewerkschaft der Maurer das Recht ab, in dieser Weise öffentlich gegen die Hutmacher vorzugehen. Der einzig richtige Weg wäre Beschwerdeführung bei der Gewerkschaftskommission gewesen, welche die Angelegenheit hätte untersuchen müssen. Zur Sache selbst bemerkte er, daß die Würdig dieser tiefsinnigen Erklärung ist denn auch die AntGenossenschaft nicht fapitalfräftig genug sei, um den Bau wort auf die Frage nach der Abhilfe. Nach einem kleinen Aus: in eigener Regie ausführen zu lassen. Ferner bestritt fall auf die dummen Sozialdemokraten, welche die Vererbung Redner, daß auf dem Bau feine organisirten Maurer beschäftigt und die Verzinsung abschaffen wollen, wofür ernsthaft kein werden. Es würden sogar nach Aussage des Poliers nur denkender Mensch eintreten fönne, tommt der durchdachte Vorverheirathete Berliner Maurer beschäftigt. Der Genossenschaftsschlag des Verfassers: Borstand sei, nachdem die Erwerbung des Grundstücks leider Das Reich lasse beim Tode eines reichen Mannes seinen nothwendig geworden war, bemüht gewesen, das Grundstück im Erben nur 30 Millionen Mark und konfiszire den Ueberschuß. gewünschten Sinne zu bebauen, doch sei es ihm nicht gelungen, Die Erträge soll das Reich benutzen, um die eigenen Schulden von Banken Baugelder zu erhalten. Es blieb demnach nur der aufzukaufen, auszubewahren und sich selbst zu verzinsen!!! So jetzt gewählte Ausweg übrig. Auf dem Bau seien gegenwärtig ist das Reich sich selbst Geld schuldig und zahlt sich selbst jähr: nur acht Maurer beschäftigt. Daß Baumeister Wolf in erster lich einige Millionen Mark Zinsen, welche nunmehr zur Lösung Linie feine alten Gefellen berücksichtige, sei begreiflich. Wenn der sozialen Frage verwendet werden sollen, nämlich zur Bedarf an Arbeitern eintreten würde, so würden jedenfalls auch Gesundheitspflege der mittellosen Jugend, insbesondere zur Anorganisirte Maurer eingestellt werden. Da übrigens die Organi lage, Unterhaltung und Leitung von Kinderhospizen und Feriensation der Maurer so klein sei, dürfe man sich nicht wundern, folonien". daß so viele unorganisirte Maurer auf den Bauten arbeiten. Daß eine stärkere Erbschaftssteuer, vorausgesetzt, sie werde Ueber das Vorgehen der Maurer werde bei der Gewerkschafts- mit einem guten Verwendungsgesetz verbunden, etwas Gutes Organisation Beschwerde geführt werden. Die Darlegungen wäre, ist ja richtig; sie ist übrigens nicht zu erwarten, da ja die Borgmann's wurden in der folgenden Diskussion einer zum Theil Besigenden zugleich die Herrschenden sind. Aber zu denken, durch sehr scharfen Kritik unterzogen. Blaurock tadelte besonders eine derartige Steuer könnte Frieden geschaffen werden, dazu daß die Genossenschaft, die übrigens mit der Partei gar nichts gehört die ganze Naivetät( Kindlichteit) eines Mannes, der von zu thun habe, gar keinen Versuch gemacht habe, sich mit ökonomischen Dingen nichts versteht, sich aber doch berufen Ser Maurerorganisation zwecks Uebernahme und Ausführung des glaubt, die Welt mit seinen Rathschlägen zu beglücken. Leider Baues in Verbindung zu sehen. Die Genossenschaften seien unter giebt es viele solche Leute, welche nicht zufrieden sein können, den heutigen Verhältnissen nothgedrungen kapitalistische Unter- wenn sie sich nicht gedruckt sehen. Es würde das ja auch nichts nehmungen, welche demgemäß auch tapitalistisch zu handeln ge- ichaden, falls nicht so viele andere Leute darauf hineinfielen und zwungen seien. Auf die Redewendungen des Poliers fei gar ihr Geld für dergleichen Unsinn ausgäben. nichts zu geben. An der Thatsache sei nun nichts mehr zu ändern, doch solle deffen ungeachtet dieselbe der Genossenschaft nicht weiter nachgetragen werden. Mäther tonstruirte einen Vorwurf gegen die Hutmacher- Genossenschaft aus dem Umstande, Der Verfasser des Schriftchens gehört zu den Propheten, daß dieselbe verabsäumt habe, bei Bergebung des Baues dem betreffenden Unternehmer die Bedingung zu stellen, daß der Bau die in Amerita eine neue ethische Bewegung ins Leben gerufen nur durch organisirte Maurer fertig gestellt werden dürfe. haben. Einige Schaumwellen dieser Bewegung schlugen auch Augustin erklärte, daß die Internas der Genossenschaft nicht nach Deutschland hinüber und pflanzten sich hier in dem stilleren in öffentlicher Bersammlung dargelegt werden können, wies die Tümpel unserer Bourgeoisie als" Deutsche Gesellschaft für ethische scharfen Angriffe Kaufmann's in ebenso scharfer Weise zurück Kultur" fort. Wer nun etwa glaubt, die ethische Lebensansicht der und tadelte das Vorgehen der Maurer. Es folgte eine weitere Salter und seiner Gesinnungsgenossen huldigen, in diesem gedruckten lange und lebhafte Aussprache. Ueber zwei eingegangene Me Bortrag entwickelt zu finden, wird arg enttäuscht werden. Was folutionen wurde zur Tagesordnung übergegangen, ebenso wurden dem Verfasser für ethisch" gilt, erfahren wir nicht; es müßte denn sein, solche allgemeine Redewendungen wie das Gute" alle sonst die Angelegenheit betreffenden Anträge abgelehnt. oder das Rechte" tönnten irgend jemand Klarheit darüber verDie öffentliche Versammlung der Puter tagte am der Puter tagte 18. b. M. in der Brauerei Königstadt. Kollege&. Schulz er- chaffen, was sein ethisches Wohlgefallen erregt. Noch weniger denkt F. er daran, in streng vernunftgemäßer Beweisführung die Nothwendig örterte in feinem einleitenden Referat die Aussichten des feit einer ganz bestimmten Ethik zu begründen. Herr Salter macht kommenden Baujahres. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß sich die Sache viel leichter; er versucht nur die ethische Lebenseine wesentliche Besserung der höchst ungünstigen Konjunktur in ansicht besser würde wohl Lebensanschauung" zu fagen sein nächster Zeit nicht eintreten wird. Leider fehle eine Statistik, zwei anderen Arten von Lebensanschauungen gegenüber zu§. 5. 122. 1. Nein. 2. An das Amtsgericht, welches aus der sich ersehen lasse, in welcher Weise die Arbeitslosigkeit stellen oder vielmehr überzuordnen. Die elementarste dieser drei übrigens von Amtswegen dem Dienstmädchen, falls fie in dem unter den Buthern grassirt. Pflicht der in Arbeit stehenden jei Lebensanschauungen formulirt er als die instinktive Lebensansicht, Testament bedacht und bei der Publikation desselben nicht anes, die Ueberstundenarbeit zu unterlassen und die Ruhepausen der die Mehrzahl der Menschen huldigt. Goethe habe für die wesend war, von dem Legat Nachricht giebt. 3. Es werden nur gehörig zu benußen, damit der Arbeitsmangel nicht noch eine Lebensregeln eines Individuums dieser Art den glücklichen Aus 10 Pf. für die Seite Schreibgebühren erhoben. tünstliche Steigerung erfährt. Dem beifällig aufgenommenen druck gefunden:„ Es will sich ernähren, Kinder zeugen und die Gertrud Maggas. 1. Ja. 2. Bis Abends. Bortrage folgte eine lebhafte Diskussion, in welcher Bu ch bola nähren, so gut es vermag." Dann tomme die wissenschaftliche C. L., Schüßenste. 13. 1. Das hängt von dem Wortlaut Dähne, Szymannsty und König das Wort nahmen. Lebensansicht, die nach dem Zusammenhang der Dinge und ihrem des Scheins ab, den Sie unterschrieben haben. Wahrscheinlich E3 wurde mehriach gerügt, daß die Kollegen gegenüber den so wahren Wesen frage und ohne persönlichen Vortheil zu suchen, sich enthält er die Verpflichtung, die sämmtlichen Hefte des Werks zu genannten Bugmeistern nicht energisch genug ihre Rechte ver- der wissenschaftlichen Forschung ergebe. Die dritte höchfte Lebens- nehmen. 2. Nein. treten; falls dieselben einmal Arbeitgeber" sind, sollen sie auch anficht sei dann die ethische, welche für das Handeln der Menschen G. G. 404. Sie müssen zahlen, wenn Sie nicht nach angehalten werden, den Vorschriften bezüglich der Kranken- und Ideale aufzustellen suche. Im Verfolg dieses Gedantens ftellt weisen, daß Sie dazu außer Stande sind. Unfallversicherung nachzukommen. Die Beisiger zum Gewerbe- Salter Wissenschaft und Ethik einander gegenüber mit den Club Nowawer. Nein. gerichte, Gräschte und Henning, erstatteten sodann Bericht über Worten:" Die Wissenschaft ist die Erforschung dessen, was ist, ihre Thätigkeit, und legten es den Kollegen ans Herz, sich beim die Ethik ist das Erforschen des Jdeals, dessen, was sein Antritt der Arbeit genau über Arbeitgeber, Lohn u. f. w. zu in follte". Dieser Satz ist charakteristisch für die konfuse Dentweise formiren. Salter's. Nach der gemeingiltigen Wortbedeutung umfaßt die Charlottenburg. Am 18. Februar fand hier eine Bolts- Ethik die Gesammtheit der in verschiedenen Völkern der Verversammlung statt, in der Genosse Wagner in einem inter- gangenheit und Gegenwart giltigen Sittengebote, also ein gut effanten Vortrag über: Die direkte Gefeßgeburg durch das Theil dessen, was ifi". Somit verfällt auch diese Ethik der Bolt" sprach. Redner unterzog die verschiedenen Formen der Erforschung und Kritik der Wissenschaft. Andererseits fann Gefeßgebung einer Betrachtung, um dann, bei den neuzeitlichen doch auch die Salter'sche Zukunfts- Ethik, die ihm offenbar als Ethit Verfassungs- und Rechtsverhältniffen angelangt, eine eingehende schlechthin gilt, nur ein Jdeal für menschliches Handeln aufSchilderung von Verfassung und Gesetzgebung der Schweiz zu stellen, nicht aber ein Jdeal für das, was sein sollte" überhaupt. geben. Schließlich noch die Rittinghausen'schen Vorschläge Diese erkünftelte Gegenüberstellung von Ethik und Wissenschaft hinkt ftreifend, fam Redner zn dem Schluß, daß die direkte Gesez also auf beiden Füßen. Aus den weiteren Ausführungen des Autors gebung durch das Volk an sich wohl erstrebenswerth sei, ohne geht aber auch hervor, daß er Ethik und Religion nicht ausdaß ihre Durchführung innerhalb der augenblicklichen Wirth- einander zu halten versteht. Auf S. 15 sagt er:" Für dieschafts- und Bildungsverhältnisse des deutschen Volkes jedoch er- jenigen, welche die ethische Lebensansicht hegen, oder ' " A. G. Kommen Sie mit dem Vertrag in die Sprechstunde. A.$. 93. Die Erstattung der Rechtsanwaltsgebühren tönnen Sie fordern, wenn der Staatskasse durch das Urtheil die Kosten und Ihre Auslagen auferlegt find. 2. Wenden Sie sich an das Gericht. Eduard Müller, Grauschüß. Sie können nach Sachsen ausgewiesen werden, falls Sie bestraft werden und Ihr Vergehen( das Sie in Ihrem Briefe nicht angeben) ein solches ist, daß Sie nach preußischem Gesetz Aufenthaltsbeschränkungen durch die Polizeibehörden unterworfen werden können. P. N., Schmidtstr. 26. Der Wirth haftet nicht für den Berlust Ihres Ueberziehers, wenn Sie ihm nicht ein Verschulden nachweifen. J. Kaese. Ihre Frau muß, falls gepfändet wird, die Interventionstlage anstrengen. Ballifadenstraße. 1. Nein. 2. Ja. Spandan Nr. 1709. Falls ein Jnnungsschiedsgericht der betr. Innung besteht, kann der Gefelle, welcher bei einem Innungsmeister arbeitet, bei dem Gewerbegericht weder flagen noch ist er zum Gewerbegericht wählbar oder wahlberechtigt. Gemeindevertretung. Eine allgemeine preußische Landgemeinde- Ordnung giebt es nicht. Nach dem Gefeß von 1856 betr. die Landgemeindeverfassung in den 6 östlichen Provinzen bestimmt sich die Theilnahme am Stimmrecht durch die Orts verfaffung, die Wählbarkeit nach dem Drtsstatut. R. R. Köpnickerstr. Bringen Sie im Termin Ihre Einwendungen vor. Bütow. Wie Sie gesehen haben, ist diese Angelegenheit bereits redaktionell erledigt. Stellmacher. Sie haben uns keinen Versammlungsbericht eingesandt. 7. M. 100. Ja. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badina in Berlin SW., Beuthstraße 2.