Ur. 834. 31. Jahrg. HbonnementS'Bedlnsungen: ilbonnements- PreiZ pränumerando: Lierteljährl. 3L0 Ml., monatl. 1,10 Ml,. wöchcmlich 2S Pfg, frei ins HauZ. Sinzeine Nummer 5 Psg, SonnlagS- Nummer mit illufttierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt* 10 Pfg, Post- ZlbonnemeM: 1.10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post> Jeitungs- Preisliste. IllllS! Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2,00 Marl, für das übrige Ausland < Marl pro Monat, Postadonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Solland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. kklchelitt tZgllch. 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Das deutsche Westheer ist neun Tage nach Beendigung seines Aufmarsches unter fortgesetzten siegreichen Kämpfen in französisches Gebiet, von Cambrai bis zu den Südvogesen, eingedrungen. Der Feind ist überall geschlagen und befindet sich im vollen Rückzüge. Die Größe seiner Verluste an Gefallenen, Gefangenen und Trophäen läßt sich bei der gewaltigen Ausdehnung der Schlachtfelder in zum Teil unübersichtlichem Wald- und Ge- birgsgelände noch nicht annähernd übersehen. Die Armee des Generalobersten von K l u ck hat die eng- tische Armee bei Maubeuge geworfen und fie heute südwestlich Maubeuge unter Umfaffung erneutan". gegriffen. Die Armeen des Generalobersten v 0 n B ü l 0 w und des Generalobersten Freiherrn von Hausen haben etwa acht Armeekorps ftanzösischer und belgischer Truppen zwischen Sambre, Äamur und Maas in mehrtägigen Kämpfen v o l l- ständig geschlagen und perfolgen sie jetzt östlich Maubeuge vorbei. Ramur ist nach zweitägiger Beschießung gefallen. Der Angriff auf Maubeuge ist eingeleitet. Die Armee des Herzogs A�brechtvonWürttem- b e r g hat den geschlagenen Femd über den Semois verfolgt und die Maas überschritten. Die Armee des deutschen K r 0 n p r i n z e n hat eine b e- festigte Stellung des Feindes vorwärts Longwy g e- nommen und einen starken Angriff aus Berdun abge- wiesen. Sie befindet sich im B 0 r g e h e n gegen die Maas. Longwy ist gefallen.__ Die Armee des Kronprinzen von Bayern ist bei der Verfolgung in Lothringen von neuen feindlichen Kräften aus der Position von Nancy und aus südlicher Ri lnng angegriffen worden, sie hat den Angriff z u r ü gewiesen. Die Armee des Generalobersten von H e e r i n g e n setzt die Verfolgung in den Bogesen nach Süden fort. Das Elsaß ist vom Feinde geräumt. Aus Antwerpen haben vier belgische Divisionen gestern und vorgestern einen Angriff gegen unsere Ber- bindungen in Richhmg Brüffel gemacht. Die zur Abjchließung von Antwerpen zurückgelassenen Kräfte haben diese belgischen Truppen geschlagen, dabei viele Gefangene gemacht und Geschütze erbeutet. Die belgischeBevölkerunghat sich fast überall an den Kämpfen beteiligt, daher sind strengste Maßnahmen zur Anterdrückung des Franktireur- und Bandenwesens angewandt worden. Die Sicherung der Etappenlinien mußte bisher den Armeen überlassen bleiben, da diese aber für den weiteren Bormarsch die zu diesem Zweck zurückgelaffenen Kräfte notwendig in der Front brauchen, so hat Seine Majestät die Mobilmachung des Landsturms be- fohlen. Der Landsturm wird zur Sicherung der Etappen- linien und zur Besehung von Belgien mit herangezogen werden. Dieses unter deutsche Verwaltung tretende Land soll für Heeresbedürfnisse aller Art ausgenutzt werden, um das Heimatsgebiet zu entlasten. Der Generalquartiermeister: von Stein. Sozialdemokratische Minister in Frankreich. Die alles Alte umwälzenden Wirkungen des Weltkrieges beginnen sichtbar zu werden. Die Führer der französischen Sozialdemokratie sind in das Ministerium eingetreten und Nehmen an der Regierung teil, in der die Vertrauensmänner aller republikanischen Parteien sitzen. Die Radikalen, Sozialistisch- Radikalen und Sozialdemokraten, also die Parteien, die mit ber Friedensparole den Sieg bei den letzten Wahlen errangen, besitzen trotz der Teilnahme der rechtsstehenden Republikaner eine starke Mehrheit, während ausgesprochene Chauvinisten. wie Clemenceau, an der Regierung Nicht teilnehmen. Die sozialdemokratischen Führer, die in das neue Ministerium eingetreten sind, sind nicht etwa rechtsstehende� dem Ministerialismus zuneigende Genossen. Es sind die be- beutendsten Männer der französischen Bruderpartei, der geist- reiche, von revolutionärem Temperament sprühende Marcel Sembat, die stärkste Stütze von Jaures in dem Kampf für die Verständigung mit Deutschland, und Jules Guesde — Guesde. der alte Kanipfgefährte von Marx und Engels, ber Begründer und Organisator der marxistischen Richtung m Frankreich, der schärfste und rücksichtsloseste Versechter des Äassenkampfes, der unermüdlichste Bekämpfer jeder Kompronus;- holitik, der ebenso tvie Sembat die Spaltung der Billigung des ministerialistischen Experiments vorzog, der un- versöhnlichste Feind kapiralistischer. ministerialistischer, imperialistischer Politik. Wie weit Guesde wie auch Sembat entfernt sind und stets entfernt waren von chauvinistischer Kriegsbegcisterung Deutschland gegenüber, das zeigte noch wieder die Rede, die Sembat am Tage der Kriegserklärung in einer arosten Pariser Versammlung hielt. Er wandte sich dagegen, das; der Krieg irgend welchen Rachegelüsten dienen dürfe; auch nicht die Zerstörung deutscher Kultur dürfe sein 3iel sein, und wenn ein s i e g r e i ch e s R u tz l a n d D e u t s ch- land zerstückeln nnd bieKosakeu seine berühmten Hochschurenzer stören wollten, so werde das Frank- r e i ch» i ch t z u g e b c n. Daß diese Manner. an deren Ge- smnung internationaler Solidarität und Freundschaft für die deutsche Arbeiterklasse ein Zweifel nicht erlaubt ist, m das Ministerium eingetreten sind, das den Krieg fuhrt, beweist, daß die Ereignisse Wirkungen zeitigen, die bei Ausbruch des Krieges nicht gewollt und von manchen nicht geah�waren. Versuchen wir in dieser Stunde. Ivo über die I-otive der französischen Genossen noch kein Bericht vorliegt, die Tatsache selbst-u deuten..,. Die französischen Armeen haben eine Niederlage erlirten. Eindruck in Frankreich, in dem in den letzten Jahren immer mehr die Furcht vor dem Kriege mit der übermächtigen deutschen Militärorganisation sowie das Friedensbedürfnis der arbeitenden Massen den Revanchegedanken verdrängt hatte, muß außerordentlich stark sein. Das französische Volk sorgt um seine Existenz, um seine nationale Einheit und Unabhängigkeit. Die herrschenden Klassen, die die Verantwortung für diesen Krieg tragen, wenden sich an die, die bis zur letzten Minute und mit aller Kraft den Ausbruch des Krieges zu hiudern suchten. Denn in dieser furchtbaren Krise erscheinen die Tatsachen in ihrer ganzen Härte. Der französische Militarismus war im Frieden eine Kriegsgefahr und ein Herrschaftsmittel für die Besitzenden. Aber das moderne Heer ist zugleich das Volk in Waffen. Der Krieg, einmal ausgebrochen, verlangt die begeistertste und hingebendste Tapferkeit und Opferwilligkeit des Volkes. Und deshalb der Appell an die Vertrauens- männer der arbeitenden Klassen. Unsere Genossen haben sich in der Stunde furchtbarer Gefahr der schweren Verantwortung nicht entzogen. Sie haben sich wohl gesagt, daß die Unabhängigkeit und Unversehrtheit der Nation die erste Bedingung der demokratischen und sozialen Befreiung ist, und der Selbstbehauptung der Nation können sie ihre Hilfe nicht entziehen. Der Eintritt der sozialdemokratischen Führer wird seinen Eindruck auf das französische Volk nicht verfehlen, und diese Tatsache gilt es klar ins Auge zu fassen. Die Teilnahme der Sozialdemokraten am Ministerium bedeutet für das französische Volk ein Sturmzeichen, ein Sturmzeichen, das aufruft zur Aufbietung aller Kräfte zur Abwehr. Es wandelt den Krieg, der ein Krieg der Re- gierung gegen den Willen des Volkes war, zum Volkskrieg um die Erhaltung der Existenz. Das deutsche Volk muß mit dieser Auffassung rechnen. Unsere französischen Genossen wären nie in das Ministerium eingetreten, wenn sie die Meinung hätten, daß der Krieg im jetzigen Stadium ein Krieg zur Unterstützung des Zarismus, ein Krieg gegen die Kuttur und politische Freiheit wäre. Die Niederlage läßt ihnen den Krieg als Kampf um die nationale Selbständigkeit erscheinen. Sie fürchten Annexionen. Auf der anderen Seite dürfen wir nicht daran zweifeln, daß die Männer, die heute die französische Regierung bilden, in ihrer Mehrheit für einen Frieden, der die nationale Sicherheit und Integrität gewährleistet, einzutreten bereit sind. Guesde und Sembat, aber auch Augagneur, Malvy, David und andere kennen keine Solidarität mit Zaris- mus und Moskowitertum. Ihr Eintritt ins Ministerium stützt also die Friedensaussichten, wenn dieser Friede ein solcher ist, wie ihn auch das deutsche Volk wünschen muß: ein Friede ohne Eroberung, ein Friede, der zur Verständigung mit dem französischen Volke führt. Dann hätte auch der Zarismus seine Schiedsrichter- rolle für immer ausgespielt. Der Krieg ist mit der Parole für Freiheit und nationale Unabhängigkeit eröffnet worden. Ge- länge eine Verständigung mit Frankreich, so wäre die Frei- heit und Unabhängigkeit Polens und Finnlands gesichert, der Zarismus gebrochen, der europäische Frieden gewähr- leistet. Das muß aber auch das Ziel deutscher demokratischer Politik sein. das neue Ministerium. Paris, 27. August.(W. T. S.)?n 6er Absicht, Sem Ministerium eine breitere Sasts zu geben, hat Ministerpräsident Vtviani dem Präsidenten der Ne- publik gestern das Entlasfun gsgesuch des ganzen Kabinetts überreicht; der Präsident hat es angenommen und Vivlani mit der Neubildung des Ministeriums beauftragt. Nm Nbend unterbreitete Viviani dem Präsidenten folgende neue Minister- liste: Präsidentschaft: Viviani ohne Portefeuille; Justiz: Sriand; Auswärtiges: delcasie; Inneres: Malvp; Krieg: Mtllerand; Marine: Augagneur; nanzen: Nibot; Geffentlicher Unterricht: Sarraut? Geffentllche Arbeiten: Sem bat; Handel: Thomson; Kolonien: voumergue; Landwirtschaft: Zerdinond david; Minister ohne Portefeuille: Jules Guesde. Zum Gouverneur von Paris ist an Stelle des Divisions.' generals Michel General Gallieni ernannt worden. Hilfe siir die Ostpreußen. Berlin, 27. August.(W. T. B.) Bon Seiner Majestät dein Kaiser und König ist dem Staatsministerium nachstehendes Tele- gramm zugegangen: Großes Hauptquartier 27. August. Die Heimsuchung Meiner treuen Provinz Ostpreußen durch das Eindringen feindlicher Truppen erfüllt Mich mit herzlichem Teilnahme. Ich kenne den in noch schwererer Zeit bewährte� unerschütterlichen Mut Meiner Ostpreußen zu genau, um nick. zu wissen, daß sie stets bereit sind, auf dem Altäre des Vate.- landes Gut und Blut zu opfern und die Schrecknisse des Krieg:-.- . standhaft auf sich zu nehmen, Das Vertrauen zu der unwidcr- st etlichen Macht unseres stelbenmütigen Heeres und' der uner- schütterliche Glaube an die Hilfe des lebendigen Gottes, der dem deutschen Volke in seiner gerechten Sache und Notwehr bisher so wunderbaren Beistand geleistet hat, werden niemanden in der Zuversicht auf baldige Befreiung des Vaterlandes von den Fein- den ringsum Wanken lassen. Ich wünsche aber, daß alles, was zur Linderung der augenblicklichen Not in Ostpreußen, sowohl der von der Scholle vertriebenen als auch der in ihrem Besitz und Erwerbe gestörten Bevölkerung geschehen kann, als ein Akt der Dankbarkeit des Vaterlandse sogleich in Angriff genommen wird. Ich beauftrage das Staatsministerium im Verein mit den Behörden des Staates, den provinziellen und städtischen Ver- bänden und den Hilfsvereinen auf den verschiedenen Gebieten der Fürsorge durchgreifende Maßnahmen zu treffen und Mir vom Geschehenen Meldung zu machen. Wilhelm K. vvm östlichen Kriegsschauplatz. iil. ...... den 25. Auguist 14. In langen Wagenrechen rollen Transporte von Gefangenen, Flüchtlingen und Verwundeten heran. Nur die Schwerverwunde- ten bleiben hier, die Leichtverwundeten werden weiterbefördert. Die Flüchtlinge müssen ihre Fahrt in der Richtung nach Berlin fortsetzen. Nach Küstrin bringt man gefangene russische Offiziere, die übrigen Gefangenen sonst irgendwohin. Für die Verpflegung der Ankommenden und Durchfahrenden ist im allgemeinen gut gesorgt, nur macht sich ein Mangel an Milch bemerkbar. Die Maul- und Klauenseuche gewinnt an Ausdehnung. In den Wartesälen und sonstigen Räumen des Bahnhofes lagern Frauen und kleine Kinder. Hier Mütter im dumpfen Hin- brüten mit Säuglingen auf dem Schoß, dort Knaben und Mädchen, auf dem Fußboden schlafend. Manche von diesen Familien sind seit drei Tagen unterwegs. Ihr Ziel ist ihnen unbekannt, ihre Zukunft unklar, dunkel. Von all den Mittern klagt auch nicht eine über die eigene Not, all ihre Sorgen gelten den Kindern.-- Ganz zeitig in der Frühe kam ein Transport Verwundeter an. Die Sanitätskolonne trat in Tätigkeit. Auf Tragbahren brachte man die Schwerverwundeten hinaus, vor dem Stations- yebäude nahmen die Automobile sie und auch die anderen Ver- wundcten aus, die nur Arm- oder leichte Kopfwunden und der- gleichen davongetragen haben. Nach ganz kurzer Zeit war von den Verwundeten keiner mehr zu sehen.— Ein Transport Gefangener hält nur kurze Zeit auf einem entfernteren Teil des Bahnhofes, und wenn die Wagen umrangiert sind, geht es weiter. — Nun fahren zwei endlos lange Züge ein. Der eine enthält Aibgeschobene, Frauen und Kinder von Militärpersonen, die bisher in Kasernen wohnten. Ihr Heim muh jetzt LazarettAwecken dienen. Die Flüchtlinge kommen von Königsberg— Berlin ist das ihnen angewiesene Reiseziel. Die Wagen des anderen Zuges dienen den ZiviWeamien, Arbeitern und deren Familien, die auf einer vor- geschobenen Grenzstation ausgehalten hatten, bis amSonntag Plötz- lich der Befehl kam, den Posten sofort preiszugeben. Die um- liegenden Ortschaften waren schon seit einigen Tagen geräumt. Trotz der Plötzlichkeit der Abreise vergaßen die Beamten nicht, die Akten der Eisenbahn und sonstiges Dienftmaterial mit in den schnell zusammengestellten Zug zu nehmen: Helden.der Pflichterfüllung überall! Obwohl die Russen schon gewaltige Truppenmasse'n herangeholt haben, bevorzugen sie die Taktik, schwache Punkte der langgestreckten ,3� Grenze auszukundschaften, an diesen Stellen einzubrechen, die Häuser zu demolieren und anzuzünden und dann schleunigst wieder zu verschwinden! Nur wenn das Gewicht einer größeren zahl- mäßigen Uebermacht sie mutig werden läßt, geschieht es, baß die Russen nicht sofort beim Herannahen deutscher Truppen die Kehr- seite zeigen.... Man darf die Russen im übrigen nicht nach einer Schablone beurteilen. Sie sind wohl zum Teil verwahrlost, zum Teil aber auch gut verpflegt. Ihre Artillerie schießt durchweg gut, dagegen bleibt die russische Infanterie in den Schießleistungen weit hinter unseren Truppen zurück. Auch in ihrem Betragen sind die Russen sehr verschieden. Unter ihnen sind Halbbarbaren, die sengen, morden, plündern, auf Samariter schießen, Sanitäts- stationen verwüsten, weder Frauen noch Verwundete schonen. Das sind die eigentlichen Stiitzen des Zarismus, dieser Geisel Europas. Andere Russen benehmen sich gesittet, verhindern Mord und Raub ihrer Kameraden und schonen die Zivilbevölkerung.„Mir hat ein russischer Offizier Milch gereicht," sagte einer der ankommenden Verwundeten;„mich zog ein Russe hinter einen schützenden Hügel," so versichert ein anderer. Es gibt unter den russischen Soldaten viele, die lieber gegen den Zarismus als für ihn ins Feld gezogen wären. Vor zwei Tagen wurde hier ein großer Trupp russischer Saisonarbeiter verladen,' meist junge Leute. Alle baten, nicht nach Rußland abgeschoben zu werden. Russen sind es, die das offizielle Rußland von heute hassen und die dem zaristischen System fluchen.... Unsere Verwundeten vergessen ihre Schmerzen, Flüchtlinge, wenigstens für kurze Zeit, die Schrecken der letzten Tage und die Sorgen wegen der Zukunft, wenn sie von den Siegen der Deutschen im Westen hören.„Auch Nmnur gefallen?"— Die Augen leuchten auf. An vielen Hilflosen und Sorgenvollen habe ich das beobachtet. Ein Offizier, der beide Arme in Binden tragen muß, erklärte bei dieser Nachricht siegesbewußt:„Nun werden wir auch bald die Russen packen!" Die leitenden Stellen treffen alle Maßnahmen, um die un- vermeidlichen Opfer, die der Krieg dem ganzen Lande auferlegt, möglichst zu beschränken. Gestern wurde hier der Unterricht in allen Schulen ausgenommen, aber wenn die Verwundetentrans- Porte anhalten, wird man die Schulen wieder schließen müssen,' um sie als Lazarette zu benutzen. Wilhelm Düwell, Kriegsberichterstatter. vom österreichisth-rustifthen Kriegsschauplatz. Ein Bericht über ungarische tzelüentaken. Wie», 26. August. sW. T. B.) Aus dem Kriegspressequarlier wird amtlich gemeldet: Eine hervorragende Waffentat der aus Honved-Kavallerie bestehenden 5. Kavallerie-Division wird nach- träglich bekannt. Die Division hatte am 16. August die schwierige Aufgabe, die russische Grenzsicherung am Zbruz zu durchbrechen, um festzustellen, ob sich dahinter stärkere Kräfte befänden. Bei Satanow gelang die Erzwingung des UebergangS und der Einbruch in russisches Gebiet. Unsere Kavallerie stieß südwestlich von Kuzmin auf überlegene feindliche Kavallerie, die von Infanterie unterstützt wurde. Der Feind wurde trotzdem von den Ungarn in die Flucht getrieben. Die Verfolgung stand erst am nächsten Abschnitt des Smotriz- Baches still, wo sich bei Gorodok russische Verstärkung festgesetzt hatte. Obwohl der Angriff nicht Sache der Reiterei war, griffen die Hon- veds den Feind in seiner befestigten Stellung an, wobei sie größere Verluste erlitten. Der Kampf bewies, daß in dieser Gegend stärkere russische Kräfte stehen. Nach Lösung ihrer Ausgabe quartierte sich die Division bei Satanow ein. Nachts überfielen Ortsbewohner, vermutlich verstärkt durch versteckt gehaltene Soldaten, die schlafenden Honveds, von denen sie eine Anzahl töteten. Daraufhin wurde der Ort strafweise niedergebrannt. Nach diesem Vorfall sammelte sich die Honveddivision wieder vollkommen schlagfertig. Die genaue Angabe der Verl» st e während des Vorstoßes und infolge des Uebcrfalls ist noch unmöglich, da ein- zelne kleinere Abteilungen und einzelne Reiter sich er st auf einem weiten Umweg an das Gros an- schließen können. Die Tätigkeit eines Luftschiffes Schütte-LanZ. Wien, 25. August.(SS. T. B.) Der Kriegskorrespondent der „Neuen Freien Presse" schreibt: Nicht nur die Heeres-, sondern auch die Honvedkavallerie leistet das äußerste an Ausdauer und Wagemut. Einzelne Eskadronen gingen russische Schützengräben an und nahmen sie so, daß man den Schneid der Truppe zügeln niußte. Ueber das L n f t s ch i f f„ S ch ü t t e- L a n z" sagt der Korrespondent, das Luftschiff sei dreimal in das feindliche Feuer ge- kommen, ohne Schaden zu nehmen, und habe 13 Stunden in der Luft verbracht. In der Nähe von Jwanaorod sei es in wahre Garben von Gewehrgeschosscn geraten. Südöstlich von Lublin er- hielt es Infanterie- und Artilleriefcner gleichzeitig nuS beiden Flanken. Fünfundzwanzig Gewehrgeschosse durchbohrten die Hinteren Gaszellen. Die russischen Schrapnells verfehlten ihr Ziel und ex- plädierten sämtlich weit weg vom Ballon. Ein Sprengstück flog in die Gondel, ohne Schaden anzurichten. Die Verletzungen der Ballon- hülle wurden während der Fahrt ausgebessert. Der Kommandant des Ballons konnte zahlreiche Beobachtungen melden. Die Be- satzung, die unverletzt blieb, fand im Hauptquartier eine enthusiastische Aufnahme. Rujftsche Gefangene. Debrctzin, 27. August.(W. T. B.) Hier ist ein Transport russischer Gefangener, 46 Eisenbahnwagen voll, darunter ein General und acht Offiziere, eingetroffen. ver Seekrieg. Der Kreuzer Magdeburgs in die Luft gesprengt. Berlin. 27. August.Vilkelm VeKbgcli Turmstr. 56 am 25. d. Mts. an Schlagansall. Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. August, nach- mittags 3 Uhr, vom Moabttcr Kranlenhause au« nach dem Nefien St. Johannis- Kirchhof in Plöhcnsee statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schmied Paul Fleischer Lichtenberg, Neue Bahnhosstraße am 26. d. Mts. an Leberleidcn. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 29. August, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde-Fried- hoses in Lichtenberg, Lückstraße, aus statt. Ehre ihrem Zlndenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Arbeitslose Steinarbeiter welche Anspruch aus Arbeitslosenunterstützung baden, melden fich am Montag, den»1. August, im Berbandsbureau, und zwar mit dem Ansangsbuchstaben von A— H vormittags 9 Uhr tJ: 1?;: Unterstiitzuugsberechtigt ist, wer mindestens 52 volle Beiträge entrichtet und nicht über vier Wochen im Rück- stände ist. Die Kollegen werden ersucht, eventl. Reste vorher In den Zahlstellen: ld'sder, Berlin, Stephanftr. 11; Drögcr, Weißensee. Berliner Allee 251; Bergemann, Neukölln, Goethestraße 7; Groß, Schöneberg. Sedanstr. 17, zu begleichen. Nichtnnterstützungsberechtigte Kollegen melden sich am Tienstagvormittag. In Anbetracht der städtischen und staatlichen Arbeitslosenunterstützung ist auch diese Meldung dringend notwendig. ?entr»lverb»nck cker Steinsrbeiter. Lrtsverwaltung Berlin. Engelufer 15, I. 172/14» ■■■■■■■■■■■■■■'■■■■■■■ B■■■■■ Schnaeferl achtet auf die gesetzlich geschützte Packung, um Qoldfarb echt zu erhalten! �cfjxvSMtstabab LSolcksarb. ssStatftJtf»- HJi-W. 27.10 O-VJ Health snuff robacco. Fabac ä priser de santl fcbaka do zazywania dla zdrowi«. Tabocco da naso alla saiute. Seranttv. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. Ttz. Glocke, Berlin. Druck U. Verlag: Vorwärts Bnchdr.». VerlagSanftalt Paul Singers- Co., Berlin SW. hierzu 1 Beilage u. Untechaltungsbl. Nr. 284 31. Zahrgaug. SküliU des Jormtlf Sttlintt KlWM. Freitag, 28. Anguß 1914. Mrechnung mit Rußland. Ein Vermächtnis unserer Vorkämpfer. Von Ed. Bernstein. III. Bismarck erwirkte 1879 als Gegenwehr gegen die oa- maligen russischen Umtriebe den Bündnisvertrag mit Oester- reich und erweiterte ihn 1883 zum Dreibund, bricht ihm aber durch geheimen Neutralitätsvertrag mit Rußland von 1881 die dieses bedrohende Spitze ab. Er läßt Rußland 1885 freies Spiel gegen die in Petersburg in Ungnade gefallenen Bulgaren, läßt Rußland zu Liebe ruhig den Battenberger fallen, nimmt aus dem gleichen Grunde gegen den Koburger Partei, unterstützt, um die Franzosen günstig zu stimmen, deren koloniale Unternehmungen, und verhindert durch alles das doch nicht, daß die französische Revancheidee von Rußland mnner wieder neue Nahrung erhält und in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre im Boulangismus zu hellen Flammen emporschlägt. Zum Glück findet dieser in der Demokratie Frankreichs kräftigen Widerstand: der Krieg wird vermieden. Aber die deutschfeindlichen Winkelzüge der zarischen Diplo- matte haben inzwischen dahin geführt, daß Bismarck sich per- anlaßt sieht, die Beleihung russischer Werte durch die Reichs- dank und Seehandlung zu verbieten und damit den russischen Anleihen den deutschen Markt zu sperren. Eine Maßnahme, deren sachliche Berechtigung nicht zu bestreiten war, die aber in der Folge dahin geführt hat, die Umklammerung Frank- reichs durch Rußland nur noch immer fester zu gestalten. Rußland preßt Frankreich dadurch in den Dienst seiner Po- litik, daß es in wachsendem Maße dessen Schuldner wird, und die Wachhaltung der Revancheidee wird zu allem andern auch noch ein Finanzinteresse Rußlands. Alle späteren Bemühungen Bismarcks und der Nachfolger Bismarcks, Rußlands Freundschaft durch diplomatische Liebes- dienst« zurückzugewinnen, sind an diesem Verhältnis ge- scheitert. Außerdem besteht in den Kreisen des russischen Adels, des oberen russischen Beamtentums und breiter Schichten der russischen Bourgeoisie ein traditioneller Deut- s ch e n h a ß, wie er in keinem Lande überboten wird. Daher konnte auch das Stück Parlamentarismus, das Rußland heute llat, an dem deutschfeindlichen Zug seiner auswärtigen Po- litik nichts ändern. Zarismus heißt nicht schlechthin das per- sönliche Regiment des jeweiligen Trägers der russischen Krone, sondern heißt ein System russischer Politik, dessen Repräsen- tant und— je nachdem Werkzeug der jeweilige Zar ist. Dieses Systeni aber ist in bezug auf die auswärtige Politik Rußlands durch ein Parlament, in dem der Adel und die Bourgeoisie Rußlands das große Wort führen, nicht abge- schwächt, sondern nur noch verschärft worden. Die deutsche Kriegführung hat aber den ersten Angriff nicht nach Osten, sondern nach Westen gegen das, man kann beinahe sagen, durch finanzielle Ketten an Rußland geschmie- dete Frankreich geführt. Ueber die strategische Zweckmäßig. keit dieses Vorgehens unter militärischem Gesichtspunkt werde ich als Laie nicht streiten. Politisch aber hat es, weil es mit dein Bruch der Neutralität Belgiens ver- knüpft war, Deutschland bittere Gegnerschaften auch in Ländern zugezogen, die von vornherein Deutschland freundlich gesinnt waren. Was Deutschland damit verloren hat, wird derjenige nicht gering einschätzen, der daran denkt, wie sich Deutschlands Wirtschaftsleben nach dem Kriege gestalten soll. In den Augen der Demokratien Europas wird sich die mili- tärische Strategie Deutschlands nur dann als berechtigt er- weisen, wenn sie sich als das bloße, nach Lage der Dinge un- vermeidlich gewordene Vorspiel der politischen Ab- rechnung mit Rußland herausstellt. Welche Vorteile kann uns eine Besiegung Frankreichs und eine erfolgreiche Abwehr der Flottenangriffe Englands verschaffen, wenn das zarische Rußland unversehrt aus diesem Krieg hervorgeht? Sie werden federleicht in die Wagschale fallen, ja, sofern sie nach dem Geschrei unserer Alldeutschen sich in Annexionen französischen oder belgischen Gebietes übersetzen, Deutschland nur zum Unheil gereichen. Wir müssen suchen, mit den westlichen Nationen einen solchen Frieden zu schließen, daß er uns, wenn nicht eine sofortige Aus- söhnung. so doch eine friedliche Nachbarschaft verspricht. Wir müssen es erstreben und werden es um so eher erreichen, je gründlicher wir mit dem zarischen Rußland Abrechnung halten. Wäre Deutschland demokratisch regiert, so bestände auch kein Zweifel, wie das zu erzielen wäre. Ein demokratisches Teutschland würde den Krieg nach Osten revolutionär führen. Es würde die von Rußland unterdrückten Nationen zum Widerstand gegen dieses aufrufen und ihnen die Mittel geben, für ihre Befreiung ernsthaft zu kämpfen. Es würde das Landvolk für seinen Sieg interessieren, die Demokratie der Städte zu gewinnen suchen— kurz, den latenten Krieg im Innern zum offenen Ausbruch bringen. Mit derjenigen Kraft betrieben, wie es in der ersten Zeit der ftanzösischen Revolu- tion von Frankreich geschah und den Franzosen bis heute die großen VolkssympcJthien in Belgien, in Holland, in Italien usw. eingetragen hat, wiirde eine solche Kriegführung die russische Gefahr für Deutschland und Europa auf berechen» bare Zeit aus der Welt geschafft haben. Indes Deutschland ist keine Demokratie, es wäre daher utopistisch, eine solche Politik mit allen ihren Konsequenzen von ihm zu erwarten. Aber nicht zuviel ist es von seinen Regierern verlangt daß sie sich für die politische Kriegführung gegen Rußland dsn Napoleon von 1806 und den Bismarck von 1866 zum Muster nehmen. Durch das Verhalten der deutschen Polen, die so vielerlei zu vergessen haben, wird es ihnen leicht gemacht, den Polen Rußlands als Befreier zu nahen. Den Polen., den Finnen und anderen von Rußland wegen ihrer Sprache oder Konfession unterdrückten Ratio- nalitäten muß der rn Rußland einziehende Deutsche Erlösung von dem auf ihnen lastenden politischen Joch bringen. Und zwar nicht bloß auf dem Papier zugestandene Befreiung. Denn wir wissen, wie das zarisch« Rußland seine Versprechungen hält. Nicht die Franzosen, die in ihrer großen Mehrheit dies- mal nur sehr schweren Herzens der von Petersburg ergange- nen Parole gemäß gegen uns in den Krieg gegangen sind, von denen eine wachsende Zahl verantwortlicher Politiker aufrichtig und mit Sehnsucht eine Aussöhnung mit Deutschland erstrebt haben,— der Zarismus und seine nationalistischen Trei- ber müssen die Kosten des Krieges zu tragen bekommen. Das ist nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, es ist auch ein Gebot der politischen Klugheit. Bleibt der Zarismus unverändert am Ruder oder uberläßt man es ihm mit etlichen Zugeständ- nissen, wie geschlagene Regierungen sie stets zu bewilligen pflegen, seine heimische Opposition zeitweilig abzufinden, dann werden, noch einmal sei es gesagt, die ungeheuren Opfer dieses Krieges umsonst gebracht sein. (Wir haben diese Ausführungen wiedergegeben, ohne uns deshalb mit allen Einzelheiten zu identifizieren. Red. d. „Vorwärts".)_ Eingegangene Druckschristen. Wie Ruftland Deutschland ftinterging und den europäischen Krieg entfesselte.(DaZ Deutsche Meißbuch.) 40 Ps. Liebheit u. Thiesen, Berlin. Niederwallftr. 15. (Svimiiiw« for War with Raasla How Eussia and her Ruler betrayed Gannany's confidence and thereby made the European War. With Tie Öripinal Telegrama and Notes. 40 Ps. Verlag Liebheit u. Thiescp, Berlin, Nieberwallstr. 15. Kriegskarte von(suropa. Größe: 00 mal 70 Zentimeter. 1 N. aun, Blicsmenaen, schwerverw.— Karl Glöckner, Schopp, schwerverw.— Otto Hirth, Schnappach, schwerverw.— Karl Bester, Kaiserslautern, schwerverw.— Christian Gaubatz, Pirmasens, schwerverw.— Res. LujLpold Dichl, Eisenberg, leichwerw.— Res. Friedrich Schmidt, Neckarsulm, schwerverw.— Emj. Gesr. Max Meier, Gidion, Mannheim, leichtverw. 3. Batterie. Gefr. Stefan Bauer, Frankenthal, schwerverw.-» Unterosf. Jakob Woock, Kecksweher, schwerverw. Feldartilleri«r«giment Nr. 10, Hannover. Stab. Serg. Adolf Friedrich Kleine, Hannover, tot. 4. Batterie. Wachtm. Hermann Heinrich Christian Wolf, Klein» Himstedt, tot.— Bseldw.(Drompeter) Wilhelm Heinrich Erbe, Löhnberg, tot.— Friedrich Wilhelm Aisred Erwin Weule, Alt-Wallmoden, tot. 5. Batterie. Heinrich Friedrich Wilhelm Segelke, Bordenau, verw, Feldartillerreregiment Nr. 27, Mainz. 2. fahrend« Batterie. Johann Peter Bernhard, Sprendlingen, tot. — Einz. Gefr. Wilhelm Aaigust Karl Schule, Friedrichswalde, schwer» verw.— Adolf Ludwig Fev, Soffenhcim, leichwerw. 8. fahrend« Batterie. Utiwrofs. Ernst Heinrich Hermann Adolf Veit, Wellersberg, leichtverw.— Johann Karl Wölf, Bad Orb, schwerverw.— Karl Rühst Kestrich, leichwerw.— Wilhelm Bubenheim, Halsdors, leicht» vcrw.— Anton Wilhelm Hchmondt, Mainz, schwerverw.— Georg Reichel, Ober-Ingelheim, schwerverw.— Rudolf Schweikhardt, Rieder-Jngelheim, leichwerw. Feldartillcrieregimeut Nr. 37, Jnsterburg. 2. Batterie. Leutn. Wilhelm Pillmann, Mustin, leichwerw.— Unterosf. Joseph Grünau, Bawtuhneii, leichwerw.— August Groneberg, ©erbauen, leichwerw.— Wilhelm Äalczus, Paducken, leichtverw.— Res. Karl Laskowski, Tarpupp, leichwerw.— Richard Acker, Pakalehnen, vermißt. *• « Berichtigung zur Verlustliste Nr. 3. Infanterieregiment Nr. 18, Osterode. Rest Kurt Meyer, Zingst, MSher schwerverw., ist gestorben.— Gefr, Adolf Struck, Hamburg, nicht wt, sondern schwerverw. Jnfanteriercgimest Nr. 20, Wittenberg. Alfred Hcllwig, Rastenburg, nicht tot, sondern verwundet.— Rest >ermann Schcibner, Reuth, bisher verm., im Lazarett.— Gefr. d. Res. !rnst Reichert, Berlin, bisher verm., im Lazarett. Berichtigung z»rr Verlustliste Nr. 4. Füsilierregimeyt Nr. 40, Rastatt. Adolf Leute, Aulfingen, bisheir verm., im Lazarett. Dragoncrregimart Nr. 10, Allenstein. Fahnenjunker Gefr. Franz Schröter, Mollchnen, bisher schwerverw., ist gestorben. Dragonerregiment Nr. 22, Mülhausen t. E. Fahnenjunker Erwin Brünin«, Essen, bisher verm., tot. Berichtigung zur Verlustliste Nr. 5. Landwehrinfanteriercgrmcnt Nr. 60, Saargemünd. 8. Kompagnie. Wehrm. Pete« Laux, Schweina, bisher verw., tot. Berichtigung zur Verlustliste Nr. 7. Ulanenregimeut Nr. 6, Hanau. Karl Johannes Kämmerzell, Fistda, nicht tot, sondern derwundet.—- Serg. Friedrich Hartmann, Hohensolms, nicht tot, sonder» verwundet. Berichtigung zur Verlustliste Nr. 8. Infanterieregiment Nr. 43, Königsberg i. Pr. und Pillau. 5. Kompagnie. Res. Fritz Mcsdest, Rudlanken, nicht wt, sonderst verwundet. Serliner Nachrichten. �rbeitslofenfürforge öer Staüt. Die Stadtverordnetenversammlung Ber- lins nahm gestern ohne Debatte die Magistratsvorlage an, die zur Linderung der durch den Krieg hervorgerusenen ?tot eine Unterstützung von Arbeitslosen und bedräng- ten Gewerbetreibenden beantragt. Oberbürger- meister Mermuth gab ein kurzes Geleitwort, in dem er ailerkannte, daß die Gemeinde jetzt eine besondere Verpflich- tung hat, für die Arbeitslosen zu sorgen. Was er über die Notwendigkeit auch der Beschaffung von Arbeitsgelegenheit sagte, sollte von allen, die es angeht, beherzigt werden. Zur Einführung der Vorlage ergreift das Wort Oberbürgermeister Wermuth: Meine Herren, im Kriege gilt die Tat. Sie finden in der Vorlage eine ganz knappe Begründung dessen, was geplant ist; dafür ist der Plan selbst um so bedeuten- der. Daß die Stadt in der jetzigen Kriegszeit in besonderem Maße verpflichtet ist, für ihre Arbeitslosen zu soqgen, darüber werden wir uns in diesem Saale gewiß nicht streiten. Die Vorlage schlägt Ihnen vor, dieser Verpflichtung ohne Säumen gerecht zu werden. Wir freuen uns, daß der Kaiser mit einer hochherzigen Gabe vorangegangen ist, wir freuen uns auch, daß die Landesversiche- rungsanstalt für Berlin große Summen für deil gleichen Zweck flüssig machen will und daß sie beabsichtigt, mit uns in der Ver- Wendung der beiderseitigen Mittel Hand in Hand zu gehen. In den Einzelheiten steht die Vorlage durchaus auf dem Grunde der Beschlüsse, die unsere Deputation gefaßt hat: Die Fürsorge soll zugute kommen den Arbeitslosen aus den Kreisen der Arbeiter, nicht minder aber auch den vielfach notleidenden kleinen Gewerbe- treibenden und den Angehörigen freier Berufe. Bei der Bemessung sowohl der Einzelunterstützungen wie der Gesamtsumme, welche die Stadt für diesen Zweck zur Verfügung stalen kann, befinden wir uns in der�Schwierigkeit, daß wir einerseits die Beihilfen so bemessen müssen, um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wirk- s a m zu gestalten, und andererseits doch auch auf die Tragfähigkeit unserer Finanzen Rücksicht zu nehmen haben— denn auch die Gesundhaltung der Finanzen ist eine der wichtigsten Aufgaben, welche die Stadt im Kriege zu erfüllen hat. Dehr richtig!) Die Erfahrungen der nächsten Wochen werden uns belehren, ob wir nach beiden Richtungen hin das Rechte getroffen haben. Ganz besonderer Sorgfalt aber bedarf die Einrichtung des Apparats, mittels dessen die Unterstützungen zu bewilligen und auszuzahlen sind. Die Kommissionen, welche gegenwärtig die Unterstützung der Familien unserer Krieger wahrnehmen, sind zum Teil so überlastet, daß sie ohne große Stockung— die doch unter allen Umständen vermieden werden muß— die Unterstützung auch der Arbeitslosen nicht würden übernehmen können.(Zustimmung.) Auf der anderen Seite aber ist es von höchstem Wert, die Unter- ftützung beider Art so eng wie möglich miteinander zu verknüpfen. Wir hoffen, einen Ausweg darin zu finden, daß wir die über- lasteten Kommissionen für diesen Zweck in verschiedene Kommissio- nen teilen oder sie durch Unterkommissionen stützen, und daß wir auch den Personalbestand durch Heranziehung sich darbietender frischer Kräfte aus dem städtischen Ehrendienst ergänzen oder er- fetzen. Eine wesentliche Erleichterung wird auch das in Aussicht genommene Zusammenwirken mit den Arbeiterorganisationen bieten. Lassen Sie uns an das schwere Problem entschlossen heran- treten. Aber was wir tun können, ist nur ein Notbehelf. D a S eigentliche Ziel liegt in der Schaffung und Ver- mehrung der Arbeitsgelegenheit.(Allgemeine leb- hafte Zustimmung.) Hier hat die Stadt wie der Staat ein gutes Beispiel gegeben, indem sie ihre Unternehmungen, ihre Bauten, ihre Betriebe unbeirrt im bisherigen Umfange weiterführt. Es wird auch dielleicht von großem Einfluß sein, daß die freie Liebes- tätigkeit sich auf das Feld zurückzuziehen beginnt, auf welchem sie den Arbeitern und insbesondere unseren Arbeiterinnen keine Kon- kurrenz macht.(Sehr richtig I) Aber die Hauptsache bleibt doch die persönliche Initiative. Das deutsche Wirtschaftsleben hat sich in ganz bewundernswerter Weise den Erschwernissen des Krieges gewachsen gezeigt; Klugheit und Besonnenheit auf allen Seiten haben eS möglich gemacht, daß unsere Finanz- und Kreditverhält- nisse völlig und fest in den Fugen geblieben sind. Wo Kredithilfe nötig war, hat sie sich in der Regel auch gefunden. Möge aber auch der einzelne Gewerbetreibende von demselben Geiste durchdrungen sein, der so Großes geschaffen hat! Es möge der Großindustrielle wie der mittlere Geschäftsinhaber und auch die Familien mit Dienstboten, jeder an seinem Teil dazu beitragen, daß der wirtschaftliche Blutumlaus lebendig und regelmäßig sich vollzieht.(Zustimmung.) Die Taten unseres Heeres verlangen es, aber, wahrhaftig, sie rechtfertigen es auch, daß wir mit ganzem Vertrauen im alten Gleise bleiben(Zustimmung.) und daß der Unternehmermut, der Berlin groß gemacht hat, auch dem Anprall und den Hemmungen dieser Tage standhalte. Wer immer mit allen Kräften seinen Betrieb aufrechterhält, wer die Zahl der Arbeits- losen nicht vermehrt, sondern vermindert, aber auch der, welcher die ihm gebotene Arbeitsgelegenheit �freudig ergreist und anpackt, leistet dem Vaterlande einen unschätzbaren Dienst, den es ihm sicherlich gedenken wird.(Lebhafter allseitiger Beifall und Hände- klatschen.) Ohne jede weitere Diskussion nimmt darauf die Versamm- lung unter wiederholten Beifallsäußerungen die Vorlage ein- stimmig an._ Ter Güterverkehr der Eisenbahnen während des Krieges. Wiederaufnahme des Verkehrs wach und von dem Ausland. Während des Aufmarsches der Truppen mußte der pri- vate Güterverkehr auf den Eifembahnen zunächst fast ganz eingestellt werden. Später erfolzten gewisse Erleichterungen, doch war nur auf Grund besonderer Zulassungsgenehmigun- gen der militärischen Behörden die Beförderung statthast. Sie mußte im allgemeinen beschränkt bleiben auf Güter, deren Abtransport aus militärischen Gründen oder im Jnter- esse der Volksernährung, der Futternnttelversorgung, der Erntebestellung oder zur Zufüyrung von Rohstoffen besonders dringlich war. Nachdem der Aufmarsch in überraschend schneller Weise durchgeführt worden ist, sind die Bahnen, so- weit irgend angängig, dem Ptivatverkehr wieder zur Ber- fügung gestellt worden. Seit dem 21. d. Mts. ist der Güter- Verkehr auf den preußischen Eisenbahnen rechts des Rheins und links der Weichsel im allgeimeinen wieder aufgenommen. Naturgemäß findet dies in den Anforderungen des Kriegs- betriebes seine Grenzen; eine' Transportpflicht der Eisen- bahn besteht nicht, es muß auf die Betriebslage der einzelnen Bezirke Rücksicht genommen, auch muß mit der Möglichkeit einer Wiedereinstellung des Verkehrs auf einzelneu Strecken gerechnet werden, falls militärische Transporte Sperrungen erforderlich machen. Besonderer Genehmigungsscheine mili- tärischer oder sonstiger Behörden zur Aufgabe von Gütern be- darf es indessen zurzeit auf den preußischen Bahnen zwischen Rhein und Weichsel nicht mch».«nzelnen erteilen die Eisenbahndirektionen Auskunst. Auch der Verkehr nach und von Oesterreich- Ungarn und den neutra- len Staaten ist, wie wir hören, seit kurzem auf den preußischen Eisenbahnstrecken, soweit Ausfuhrverbote nicht entgegenstehen, wieder gestattet. Klagen von arbeitsuchenden Frauen wurden uns gestern aus Anlaß eines Inserats im„Lokal- anzeiger" vorgetragen. In dem genannten Blatte war fol- gende Annonce zu lesen: Aushilfen, Reinemachefrauen, Abwaschsrauen, Kleider- und Weißnäherinnen für Lokale und Haus- halt vermittelt kostenlos Ocsterreichisch-ungarische Frauenhilfe, Kronenstraße 12. Zentrum, 11 77S. Als gestern an genannter Stelle eine große Anzahl von Frauen sich meldeten, wurde ihnen erklärt, daß die Vermitt- lung nur für Frauen österreichisch-ungarischer Nationalität erfolge. Es wäre Pflicht der Jnserentin gewesen, das im Inserat deutlich zu sagen und nicht arme Arbeiterfrauen um Zeit und Fahrgeld zu bringen. Notwendig wäre es gewesen, wenn den Frauen wenigstens das Fahrgeld vergütet worden wäre. Eine zähe Hauseigentümerin. Bei der Hauseigentümerin des Hauses Schönhauser Alle 158a u. b wohnte ein Fräulein Z., das vor drei Monateil das Krankenhaus austuchen mußte. Miete konnte es nicht zahlen und als es jetzt aus dem Krankenhause entlassen wurde, behielt die Wirtin die Sachen des Mädchens, die selber eine kleine Stube ausgestattet hatte, für die Miete ein. Nun bestanden die einbehaltenen Gegenstände nur aus dem Unentbehrlichsten. Das Gericht mußte in Anspruch genom- men werden. Das Urteil lautete aus Herausgabe der Sachen, die unentbehrlich seien. Auf Aufforderung von Mitgliedern der Armenkommission lehnte die Hauseigentümerin trotzdem die Herausgabe ab. Jetzt muß die Armenverwaltung erst den Gerichtsvollzieher in Anspruch nehmen, um dem Mädchen zu seinem Recht zu verhelfen. Essen für zehn Pfennig. Der Provinzialverein. Berlin des Vaterländischen Frauenvereins übernimmt ebenso wie die Bürgerhallen, Moritzplatz und Ausstellungspark, in seinen Haushaltungs- schulen die Speisung der durch den Krieg Betroffenen. Die Portion kostet Ist Pf. für die Person. Die Mehrkosten wer- den vom Roten Kreuz und von Gönnern des Vereins ge- tragen. Die Haushaltungsschulen befinden sich: Schule 1: Frobenstr. 1. Schule 2: Neue Grünstr. 27. Schule 3: Plan- ufer 88. Schule 4: Metzer Str. 38. Schule 6: Wilhelm»� straße 30/31. Schule 7; Tilsiter Str. 87. Schule 8; Alexanderstraße 9. Schule 9: Ackerstr. 143. Schule 10: Schönhauser Allee 141. Sorge für städtische Angestellte und Arbeiter. Der Stadtverordnetenausschuß zur Vorberatung der Ma- gistratsvorlage über die Weitergewährung des Dienstein- kommens und der Bezüge an die städtischen Beamten, An- gestellten sowie über die Fürsorge für die städtischen Arbeiter während des Feldzuges hat beschlossen: Den verheirateten Angestellten, die infolge der Mobilmachung zum Militärdienst einberufen wurden oder freiwillig mit Genehmigung des Magistrats eintreten, können gewährt werden bei einer Be- schäftigungsdauer von mehr als 1 Monat vom 1. August d. I. ab ein Drittel der bisherigen Bezüge. Die Familien der zum Kriegsdienst einberufenen oder freiwillig eingetretenen städtischen Arbeiter erhalten minde- stens 50 v. H. des bisher bezogenen Lohnes und höchstens 75 v. H. einschließlich des gesetzlichen Reichs- und Kommunal- Zuschlages. Im übrigen blieb es bei der vom Magistrat in feiner Vorlage gemachten Vorschlägen. Propaganda für das„Kriegs-Echo". Eine gerade nicht sehr vornehme Reklame betreibt der Ullstein- Verlag für sein„Kriegs-Echo". Da allem Anscheine nach diese neue Zeitschritt noch nicht die nötigen Abnehmer findet, so ist der Verlag auf die Idee verfallen, den Händlern, welche die ,B. Z. am Mittag" beziehen, nur dann solche Zeitungen im verlaufen, wenn sie /»orher eine bestimmte Zahl von„Kriegs-Echos" abnehmen. Da diese Zeitungen gleich bezahlt werden müssen und übriggebliebene Exemplare auch jetzt von der ,B. Z." nicht mehr zurückgenommen werden, so enthält dieses Vorgehen eine große Härte gegen die ZeitungSbändler, die vielfach aus Arbeitslosen bestehen und deren geringer Verdienst dadurch erheblich beeiMrächtigt wird. Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung genehmigte am Mittwoch die vom Magistrat beantragte städtische Darlehnskasse mit geringfügigen Aenderungen. Es handelt sich hier wieder um eine durch den Krieg notwendig gewordene Maßnahme, durch die Angehörigen des Mittelstandes, Gewerbe- treibenden und Hausbesitzern geholfen werden soll. Voraussetzung ist das Vorhandensein einer genügenden Sicherheit. Die Eni- scheidung über Darlehnsgesuche trifft der Vorstand der Sparkasse, der zu diesem Zweck um zwei Stadtverordnete, darunter den Ge- nassen Klick, erweitert wurde. Weiter beschloß die Versammlung, von der Schillertheater- Aktiengesellschaft vom 1. September 1L14 ab den Pachtzins und die sonst der Stadt zu leistenden Zahlungen für jeden Monat nur insoweit zu erheben, als sich für den betreffenden Monat bilanz- mäßig bei Freistellung von jenen Leistungen«in Reingewinn er- geben würde. Das Theater ist dadurch ebenso wie das Deutsche Opernhaus in die Lage versetzt, auch während des Krieges weiter- zuspielen. Bei dieser Gelegenheit übte Genosse Dr. B o r ch a r d t unter allgemeiner Zustimmung scharfe Kritik an dem sich an einigen Stellen der Bürgerschaft zeigenden Chauvinismus. Er teilte mit, daß der Direktion des Deutschen Opernhauses zahlreiche anonyme Schreiben zugegangen sind, worin für den Fall des Auftretens eines Künstlers, der zufällig russischer Untertan ist, oder eines Kapellmeisters, der sich in der gleichen Lage befindet, mit einem Theaterskandal gedroht wird. Leider scheine die Direktion diesem chauvinistischen Drängen nachzugeben. Mit Recht hob unser Redner hervor, daß wir nicht gegen das russische Volk, sondern gegen den Zarismus Krieg führen, zu dessen schärfsten Gegnern die Deutsch- Russen gehören, und er bat den Magistrat, ein wachsames Auge auf die Leitung des Deutschen Opernhauses zu haben, damit sie solchen chauvinistischen Auswüchsen nicht nachgibt. Bürgermeister Dr. M a i e r erklärte es für selbstverständlich, daß in dem Opern- hause nicht? geschehen dürfe, waS von unserem kulturellen Stand- Punkt auS zu verurteilen wäre, und auch der Vorsitzende des Auf- sichtSratS, Stadtv Kaufmann, mißbilligte es, falls etwa die Direktion sich bei ihren Maßnahmen vom Chauvinismus leiten lieeß. Er versprach darüber zu wachen, daß dies nicht geschieht. Das stäbtische Fürsorgeamt für Lungenkranke in dharloftett» bürg, Berliner Str. 137, wird auch während des Krieges seine Tätigkeit nicht einstellen. Ein tödlicher Betriebsunfall ereignete sich gestern ftüh 7)4 Uhr im Betriebe der Firma Beermann am Schlesischen Tor. Der dort beschäftigte 28 Jahre alte Arbeiter Meiner wurde beim Aus- legen des Treibriemens vom Rad erfaßt und mehrere Male um die Transmission geschleudert. Ihm wurde die Schädeldecke zer- trümmert, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. DaS Unglück hätte vermieden werden können, wenn sich der Arbeiter des zum Auflegen des Riemens erforderlichen Hilfsmittels bedient hätte oder wenn der Motor ausgeschaltet worden wäre. Teuere Erfrischungsgetränke. Wiederholt ist bei uns darüber Beschwerde geführt worden, daß den Stellungspflichtigen und Ein- berufenen vielfach sehr hohe Preise für Erfrischungsgetränke ab- genommen werden. So sind auf einem Bezirkskommando und auch auf einzelnen Vorortbahnhöfen so hohe Preise gezahlt worden, wie es sonst in einfachen Gastwirtschaften nicht üblich ist. Es wäre wünschenswert, wenn die Militärverwaltung gegen solche Preis- treibereien privater Unternehmer energisch einschreiten würde. Beim Rangiere» getötet. Zwischen dem Bahnhof Neu-Döberitz resp. Döbcritz-Truppenlager und dem Verschiebebahnhos Oslermarl wurde gestern nachmittag der 47jährige Rangiermeister Erich Friedrich Senn aus Seegefeld, Lüderitzstraße, beim Rangieren eines Militär- zuges von einer Rangiermaschine erfaßt und totgefahren. Für die arbeitslosen Taubstummen. Die Direktoren der königlichen und der städtischen Taubstummen- ansialt veröffemlichen folgenden Aufruf: Wir wollen versuchen, den Taubstummen, die durch den Krieg arbeitslos geworden sind, Arbeit zu verschaffen. Um eine Uebersicht über die Zahl und die Berufe der arbeitslosen Taubstummen zu gewinnen, bitten wir sie, sich in der Fürsorgestelle, Königin-Augusta-Straße 21, zu melden, und zwar die mit den Anfangsbuchstaben.A— K Sonnabend, den 29. August, von 9—1, die mit den Anfangsbuchstaben L—Z Montag, den 31. August von 9—1._ Vermißte Deutsche, die aus Rußland zurückgekommen sind und etwas über den Verbleib des Marmorschleifers Gustav Guderjahn, der für die Firma Lauermann, Berlin-Steglitz, gearbeitet und in Rostow am Don, Südrußland, Kasankaja Ulitze 42, gewohnt hat, wissen, werden gebeten, Mitteilungen an Frau Guderjahn, Ber« lin-Schöneberg, Fritz-Reuterstr. 9 l, gelangen zu lassen. Walhalla-Thcater. Die Direktion des Walhalla-Theaters hat sich entschlossen, um der unter den Artisten herrschenden Engagements« losigkeit und der durch diese bedingten Not nach besten Kräften zu steuern, ab 5. September im Walhalla-Theater, Weinbergsweg 19,29, vorläufig Spezialitätenvorsiellungen zu veranstalten, deren Ein« nahmen teils den engagierten Mitgliedern, teils den Angehörigen der im� Felde Stehenden zugute kommen. Das in Aussicht ge- nommene Programm wird dem Ernst der Zeit angemessen sein. parteweranftaltungen. Pankow. Der hiesigen Arbeiterschaft steht von heute ab das Panorama, Breite Str. 16, wieder zur Verfügung, Eintrittskarten zum Vorzugspreise für Erwachsene 15 Pf,, jür Kinder die Hülste, find zu haben bei P. Larscn» Brehmesw, 47/43, und Rifimann(,Vorwä:tS"-Spedition. Mühlenstr, 30. Weißcusee. Die Bibliothek wird am LS. August wieder eröffnet. Die Ausgabe ersolgt wie bisher Sonnabends von 3— 10 Uhr im Lokal des Ge« Nossen Peutert, Berliner Allee Lbl. Sitzungstage der Stadt- und Gememdevertretungen. �' ��Lichtenberg. Heilte Freitag 6 Uhr im Rathaus. Friedrichshagcn. Heute, nachmittags 5 Uhr, im Rathause, Friedrich- straffe 87. Diese Sitzungen sind össentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Jugeudveranstaltuuge». Britz-Buckow. Das Spielen an den Wochentagabenden findet fortan nicht mehr statt, Sonntag, den 39, August. Spielpartie nach der König«- Heide. Treffpunkt 2 Uhr nachm. an der Jdealuhr.— Die Zusammenkunft in Buckow am Montag, den 31. August, findet nicht statt, Allgemeine Kranken- und Tterbckaffe der Metallarbeiter, Filiale Baumschpkenwcg, Am Sonnabend, den 29. August, abends 8'/, Uhr, Mitgiiederversammlung im Lokal von Boche, Baumschulen- straffe 67. Sriefkaften öer Redaktion. B. B. 14. Wenn der Wirt nicht in Güte aus Aushebung eingeht, können Sie lediglich beim Gericht Zahlungssrist beantragen.— Portier. 1, Nein. 2. Falls nichts anderes vereinbart ist, 14 Tage,— Else 191. Wenden Sie sich an das Vormundschastsgericht.— M. D. 93. 1, Das ist möglich. 2, Vom 4, August.— O. 399. 1. Wird die Einwilligung zur Heirat nicht erteilt, so kann sich die Tochter an das Vormundschasts- gcricht wenden, 2. Ansprüche bestehen nicht,— E. B. St. S8. Richten Sie an die Kreisersatzkommisfion ein Gesuch,— 21. P. 74. 1. u. 2. Nein, — O. Z. 26. 1. Suchen Sie im Vergleichswege Aufhcbmig des Antrages zu erwirken. 2, Nein,— G. L. 88. 1, Der Vertrag ist gültig. 2. Psän- dung der Sachen, nicht aber des Lohnes, ist zulässig. 3. Ja,— O. F> Sie können sofort reklamieren. Eingegangene Druckschriften. Von der„Neuen Zeit« ist soeben das 19, Hest vom 2. Band des 32. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des HesteS heben wir hervor: Jauros,— Der Krieg, Von K, Kautsly,— Ferdinand Lassalle über seinen Bastiat-Schulze, Eine Erinnerung zu seinem sünszigsten Todestage, Von Ed, Bernstein,— Zur Einwandenmgssrage, Von Hermann Schlüter, New ort,< Fortsetzung.)— Ein Wahlrechtskamps in der Schweiz. Von Alwin udolph(Zürich). Feuilleton: Kunst und Kapital. Von Franz Schock.— Literarische Rundschau: Robert Michels, Probleme der Sozialphilosophie. Von Heinrich Cunow, Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch« oandlungen, Poslanstalien und Kolporteure zum Preise von 3,35 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Ouattal abonniert werden. Das einzelne Hest lostet 35 Pf. Von der„Gleichheit«, Zestschrist für die Interessen der Arbesterinnen, ist uns soeben die Erjatznummer für die ausgefallene Nummer 23 zu- gegangen. Aus dem Inhalte dieser Nummer heben wir hervor: Jean Jaurös. Von Klara Zetkin,— Unsere Ausgaben, Von Luise Zietz.— Ein Erinncrungsblatt.— Gcwerkschastliche Rundschau.— Aus der Holz- industrie. Von fk. Die„Gleichheit" erscheint alle 14. Tage einmal. Preis der Nummer 19 Ps„ durch die Post bezogen bewägt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pj,; unter Kreuzband 35 Ps. Jahresabonnement 2,69 M. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Dwektion über den Groffhandel in den Zcntral-Marklhallen,(Ohne Verbindlichkeit.) Donnerstag, 27. August, Fleisch: Rindfleisch per 59 kx Mark: Ochsen- fleisch la 75—86, do. IIa 79—72, do, lila 58-68; Bullenfleisch la 72—78, do. Ha 64—79; Kühe, seit 59-62, do, mager 42—48, Fresser 67—79, Bullen, dän, 54-64. Kalbfleisch: Doppcllcnder 199—115; Mastkälber la 89-68, do. IIa 73— 79; Kälber ger, gen. 48—68. Hammelfleisch: Mastlämmer 89—88; ammel la 73— 89, do. Ua 79—79; Schafe 69— 78. Schweinefleisch 58—67.— e m ü s e, inländisches: Kartoffeln, weiffe Magdeburger 59 kg 2,75—3,59, blaue Magdeburger 2,75— 1.09, weiffe Kaiserkronen 2,75— 3,50; Rosen- 2,75—3,50; Porree, Schock 9,69—9,89; Sellerie, Schock 3— 7,59; Spinat 59 kg 6,00—9,00; Schoten 50 kg 18,00—25,00; Mohrrüben 2,00-2,50; Bohnen 50 kg 6,00— 12,00; Wachsbohnen 50 kg 10,00— 15,00; Puffbohnen 50 kg 10,00-15,00. Kohlrabi Schock 0,60—1,00; Wirsingkohl Schock 3,00-7,00; Weiffkohi Schock 2,50—7,00, Rotkohl, Schock 3,50—9; Kohlrüben Schock 3— 4,50; Blumenkohl, Erfurter. 100 St, 8,00—25,00, Meerrettich Schock 10,00—14,00, do, 50 kg 00,00; Petersilienwurzel Schockbund 1,00—3,00; Radieschen Schockbuno" 0,70— 1,00; Salat Schock 1,50 bis 2,50; Zwiebeln, 50 kg 3,25— 4,50; Tomaten 50 kg 12,00—15,00; Psefferlinge 50 kg 20,00—25,00; Steinpilze 50 kg 20,00—30,00; Burken Schock 2,00- 3,00. Sensgurten Schock 10,00—18,00 M.